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[E385] Meinungen zu "Die Jägerin"

  • ceddy
  • 12. März 2026 um 21:17
  • ceddy
    Kriminalmeister
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    Beiträge
    29
    • 12. März 2026 um 21:17
    • #1

    Ich habe nun auch die beiden neuen Folgen gesehen.

    Meine Meinung zu "Blutsbande" reiche ich nach, da ich es gestern leider nicht mehr geschafft habe. Spoiler: "Blutsbande" war durchaus solide und hatte einige gute Ansätze.

    "Die Jägerin" hat mich verwirrt. Mal ehrlich, was war das für ein unrealistisches Durcheinander?

    Erst ein Deepfake Video. Ja okay, ist bestimmt alles möglich in der heutigen Zeit aber ist das nicht ein bisschen weit hergeholt? Dann diese komische Frau Remagen. Wer ist sie? Wo kommt sie her? Wo will sie hin? Die typischen Klischee IT Nerds und Untergeordnete Mitarbeiter, die nichts zu sagen haben in ihrer Abteilung. Und das Verhör findet auf der Wache statt? Und da werden die Räumlichkeiten blockiert um intern gegen Semir und Vicky zu ermitteln?

    Dann marschieren Semir und Vicky gemütlich in die Staatsanwaltschaft. Weil da hat ja auch niemand mitbekommen, dass die beiden gesucht werden? Und das Hotel wird dann auch nicht vernünftig umstellt und Vicky und Semir flüchten gemütlich. Und wo sind die da eingebrochen? War das ein Möbelhaus? Da sind natürlich auch immer die Fenster offen und keine Alarmanlage oder Kameras?

    Dann ist der ITler tot, der natürlich in seinem Klischee Hacker Keller sitzt...

    Am Ende noch eine Schießerei. Die war ganz nett, zugegebenemaßen. Und dann "Haha sorry, Video war doch gefaked, jetzt ist alles Friede Freude Eierkuchen!" Und diese Albaner: Die waren halt da aber was haben die zur Story beigetragen?

    Dass es in der Folge absolut 0 Action gab, stört mich hier noch am Wenigsten.

    Sehe das nur ich so? Ich kann dieser Folge leider gar nichts abgewinnen. Nichts hat hier Sinn ergeben und spannend fand ich den Plot auch nicht. Zwischendrin habe ich immer wieder geschaut, wie lange die Folge denn noch dauert. Für mich von allen Eventfilmen leider mit Abstand der Schlechteste.

    Mal sehen, was die nächsten beiden Filme so mit sich bringen :)

    Grüße aus dem Weserbergland,

    Cedrik

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  • Rare
    Kriminalkommissar
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    • 12. März 2026 um 23:27
    • #2

    Ich sehe es auch mit gemischten Gefühlen. Vom Stil her ist es eine Folge ala 2020. Die Action fehlt größtenteils, obwohl es durchaus gute Momente gab. Ich denke hier an das Casino oder die Verfolgungsjagd durch das Einkaufszentrum. Die Idee mit dem Nagelband fand ich auch nett, das ist auch einmal etwas Durchdachtes.

    Grundsätzlich hat Frederike Heß für mich persönlich eine Atmosphäre geschaffen, die mir gefallen hat. Die Jägerin war für mich vom Schauspiel her sehr gut. Die Musik hat dazu auch diese Momente verstärkt und auch das traurige Cobra-Theme hat seinen Weg in diese Folge gefunden.

    Das Problem bei solchen Episoden ist, dass wir diese schon kennen und leider gibt es in jeder Ära solche Episoden, die man aber nach 30 Jahren wirklich nicht braucht oder sich zumindest etwas überlegen muss, um diese attraktiv zu gestalten. Die Einbindung der KI-Thematik war dabei auch gut. Grundsätzlich hat die Story und damit halt das Drehbuch seine Schwächen und der Antagonist wird eingebaut, damit man eine Bedrohungslage inszeniert und damit etwas passiert, aber die Screentime ist so lasch und niedrig, dass es eigentlich keinen Sinn macht. Am Ende muss auch noch alles schnell gehen, damit eine Auflösung zustande kommt.

    Sehen wir einmal davon ab, dann kann man hervorheben, dass die Teameinbindung gut funktioniert hat und es auch einmal Konsequenzen gab - Stichwort Max - und Dana auch wieder zu sehen gewesen ist. Auch die Konfliktsituationen zwischen Semir und Vicky sind sehr schön gewesen und da hat man einmal einen anderen Zugang gefunden, um diese Geschichte zu erzählen.

    Insgesamt eine Folge, die Unterhaltung liefert, aber im Gesamten ein Produkt, das man sich hätte sparen können. Nach vier Episoden merkt man, dass der Fokus gezielt auf die Protagonisten gerichtet ist, um noch eine stärkere Verbundenheit zu generieren.

    "Mit Alex Brandt werden wir die Cobra ein weiteres Mal neu definieren - Alex Brandt ist ein toller Charakter mit Ecken und Kanten".

    • Zitieren
  • Simon.
    Kriminalhauptkommissar
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    • 12. März 2026 um 23:59
    • #3

    Auch für mich trotz vorhandenem Potential ziemlich deutlich der bisher schwächste Film aus der Spielfilmreihe mit teils seltsamem Pacing.

    In Sachen Storytelling aber auch in der Inszenierung wirken so einige Momente holprig, unglaubwürdig und blass, mit dem Ergebnis, dass nie so richtig Spannung aufkommen mag. Auch weil Actionmomente nahezu komplett fehlen und einige der leichten Momente überhaupt nicht gut mit der ernsten Lage harmonieren, in der sich Vicky und Semir befinden. Bestes Beispiel diesbezüglich die völlig misslungene Szene vor dem Einlass der Staatsanwaltschaft, die in meinen Augen weder lustig noch in irgendeiner Weise glaubwürdig wirkt. Das hatte was von Laientheater für die letzte Reihe.

    Außerdem: Für die Hauptfigur Remagen besetzt man eine herausragende und renommierte Darstellerin, versäumt es dann aber vollends den Fokus etwas mehr auf ihren interessanten Background zu legen, um die Figur für den Zuschauer greifbarer zu machen.
    Stattdessen setzt man ihr mit der Rolle Kovac einen Assistenten / Partner an die Seite, der miserabel besetzt ist und dessen Verhalten mehrfach völlig deplatziert und unglaubwürdig wirkt. Die gemeinsamen Szenen der beiden schaden dem Film in meiner Wahrnehmung leider massiv. Eine alleinige tiefergehende Konzentration auf Remagens Vergangenheit wäre da für den Film, der immerhin ja sogar nach dieser Figur benannt ist, weitaus wertvoller gewesen.

    Positiv sehe ich den zwischenzeitlichen Konflikt zwischen Semir und Vicky. Eine wirklich lange Dialogszene, die zwar das Tempo einmal mehr komplett rausnimmt, jedoch vor allem die Figur Semir innerhalb weniger Minuten mit seinen Stärken und vor allem aber Schwächen on point charakterisiert.

    Die Integration von Dana und Baby Theo passt auch sehr gut; grundsätzlich gehört der Teamzusammenhalt ebenfalls zu den positiven Aspekten. Die spektakuläre Flucht aus dem Hotel lässt den sonst eher niedrigen Spannungspegel zwischenzeitlich immerhin etwas steigen und die Verfolgung im Hürth Park sowie die anschließende Festnahme von Vicky weiß zu überzeugen.

    Insgesamt ist „Die Jägerin“ trotz der deutlichen Kritik für mich kein vollkommen misslungener Film und ich habe letztlich auch diesen noch ziemlich gerne gesehen. Es bleibt aber diesmal verstärkt der Eindruck zurück, dass mit einigen kleinen Überarbeitungen am Buch sowie einer besseren, stringenteren Regie, hier noch deutlich mehr drin gewesen wäre. Ärgerlich!

    Einmal editiert, zuletzt von Simon. (13. März 2026 um 19:12)

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  • Der Clown
    Kriminalobermeister
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    • 15. März 2026 um 16:39
    • #4

    Puh. Weiß ich jetzt nicht.

    Wie oben schon geschrieben, würde ich auch mal behaupten, das hier einige Längen drin waren. In 45min. wäre dies deutlich galanter und nicht so zäh erzählt worden. Am Anfang 10min. das Verhör - eine interne Ermittlungsabteilung hat anscheinend keine eigenen Büroräume und bringt die Verdächtigen zur Dienststelle, wo es von loyalen Kollegen nur so wimmelt... Verfolgung im Parkhaus - sekundenlange Einstellungen aus dem Remagen/Kovac-Auto, so dass man immer schön die 240p-Hintergrundleinwand sehen kann... was sollte der Rückschnitt am Ende auf den alleine stehenden Kovac und dann im Büro das "ausgezeichnete Arbeit" mit diesen cringen Blicken zwischen den beiden?? Beide Nebendarsteller der Internen nicht wirklich optimal. "Mir gehts nicht gut, muss los, tut mir leid." Dana hat für eine Vollzeitmutti (?!), die jeden Tag um die selbe Uhrzeit mit dem Sohnemann zum Spielplatz geht, erstaunlich viele polizeiliche Infos. Und die Situation bei der Staatsanwaltschaft - puuuuh. Alles gestreckte Spielzeit in meinen Augen.

    Nicht nachvollziehbar auch das Überprüfen des Videos nur durch einen einzigen Mitarbeiter, der dann natürlich der Verräter ist. Wie er sich ein Einfamilienhaus mit Gaming-Keller, 2 PCs und 8 Monitoren leisten kann, kann ich wirklich nicht sagen. Und wurde eigentlich jemals erklärt, wie die Friseursalonfrau jetzt mit den Albanern zusammenhing?

    Für Semir ist es das dröflste Mal, dass er des Mordes verdächtigt wird. Es passt dann einfach zu seiner Figur, dass er wie immer mit dem Kopf durch die Betonwand will - und hier ist die Szene mit Vicky im Möbelhaus dann eine der besten, weil es vom Dialog mal hoch her geht, anstatt auf der Autobahn. Ab dem Internetcafe, wo sie zitternd das erste Mal einen Knast-Ausbruch verarbeiten muss bis hin zur Hotel-Szene (mal was anderes, auch schön mit der Drohne eingefangen) bis ins Möbelhaus, wo es dann zum verbalen Ausbruch kommt, fand ich ihre Situation nachvollziehbar und von beiden dann auch gut dargestellt. Showdown im Casino mal was anderes - aber warum hört sich der E-Porsche wie ein 12 Zylinder an? :)

    Alles in allem ein großes La-La.

    P.S. Das alle Akten aus 30 Jahren "Semir machts auf eigene Faust" auf einen Teewagen passen, ist das Unrealistischste, was ich jemals gesehen habe :D

    P.P.S. Wer ganz frisch Nuremberg/Nürnberg mit Russell Crowe gesehen hat, weiß auch warum Bärenfänger diese Frisur hat.

    ~~ Autobahn-Legende seit 12.03.1996 ~~

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  • Marco
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    • 8. April 2026 um 14:25
    • #5

    Nachdem ich mir die Episode heute auch angeschaut habe, muss ich mich da meinen Vorrednern anschließen. Für mich war es allen im allem eine solide Episode, allerdings hat es für ein Actionformat für meinen Geschmack zu wenig geknallt. Ich mochte die Stimmung ganz gerne, die über die Folge durch gehalten wurde und auch das Schauspiel des Antagonisten und der Jägerin. Der ITler, gespielt von Cedrik Sprick war auch okay, bis er dann den Anruf von seinem Boss bekam. Unklar, ob es hier ne neue Regel seitens RTL gibt, dass man jetzt auch extra simpel spielen muss, damit der Zuschauer aus dem Harzt IV Nachmittag auch versteht, was abgeht oder was hier los war. Das gleiche Gefühl hatte ich bei der Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft auch. Als hätte jemand gesagt "Spiel es bitte so, damit der Zuschauer vom RTL Hartz IV Programm auch checkt, was deine Rolle tut.", gleiches teilweise auch bei Bärenfänger und Rauhbach "spielt die unauffälligen Ablenkungsmanöver möglichst auffällig.".

    Naja früher wären Vicky und Semir einfach direkt über die Seitenfenster aus dem Hotel abgehauen, heute muss man es dann strecken bis zum geht nicht mehr. Und dann durchkämt ne gefühlte Hundertschaft das gesamte Hotel und niemand sichert unten ab? Immerhin war ich froh, dass sie dann doch noch über die Fenster runter sind. Bei den Verfolgungsjagden kaum knall und rumms. Im Hürthpark fuhr man durch eine Glasscheibe und eine Bude ging zu bruch, nachdem der eine Kollege durchs Nagelband gefahren ist... hier hätte es auf jeden Fall vorher schon mehr Potential für nen großen Crash gegeben, grade bei der hübsch inszenierten Nacht.

    Und dann war da noch die Nummer, dass bei der Handyortung, der "Router" aus der Steckdose gezogen wurde... wer hat sich das bitte einfallen lassen? Ein einfaches LAN Kabel, dass vom IT Laptop in irgendnen Serverschrank geführt und man so die Verbindung unterbrochen hätte, hätte deutlich besser gewirkt, als dieser WLAN Repeater von Ali Express.

    Ganz gerne mochte ich, dass man Semir und Vicky am Anfang unvorbereitet in die Situation geschmissen hat und auch lange im Unklaren über die Vorwürfe gelassen hat. Ebenso die Konfrontation zwischen Semir und Vicky, sowie die Zusammenarbeit der PAST-Family, das war kurz wie mit der alten Crew um Engelhardt, Semir, Andrea, Hotte, Bonrath, Hartmut und Co.

    • Zitieren
  • Eye
    Kriminalhauptmeister
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    • 16. April 2026 um 10:56
    • #6

    Schwierig… sehr schwierig.

    Preisfrage: Wie nennt man nach „HetzJAGD“ und „Die GeJAGTen“ den dritten Aufguss von „Semir und Partner unter Korruptionsverdacht“? Jupp, genau, „Die JÄGERIN“. Ein Hoch auf diese Kontinuität, die dem Film allerdings dummerweise mehr schadet als nützt – aber dazu später mehr.

    Zunächst mal ist es – das lässt sich schwer übersehen – wohl der Streifen mit dem geringsten Budget. Da hat Frederike Heß wirklich extremes Pech gehabt, dass sie gleich zwei Mal so abgespeist wurde, während ein Franco Tozza – im Rahmen der neuen Möglichkeiten – die Sau rauslassen durfte.

    Meiner Ansicht nach macht sie aber noch das Beste aus dem, was sie vorgesetzt bekommt, auf inszenatorischer Ebene ist dem Streifen nicht allzu viel anzulasten, auch wenn mir dieses „offensichtliche Sabotieren von Bärenfänger und Rauhbach / offensichtliches Verräter-Sein des IT-Nerds“ ebenfalls ziemlich gegen den Strich ging, das war so plakativ. Ja, zumindest was den ITler angeht, wollte das Buch es natürlich auch so… geschenkt. Schlimmer ist da diese grausige Szene in „Kein Kinderspiel“-Manier vor der Staatsanwaltschaft. Die ersten dreißig Sekunden gingen noch, dann wurde es richtig übel. Weiß auch nicht, was man da versucht hat. Abgesehen davon fand ich den Humor größtenteils gar nicht mal so übel. Max mit seiner Hündchen-Ansprache gefiel mir und der Teewagen mit den Akten über Semir war ja mal das Geilste überhaupt :D Man hätte hier auch gut einen augenzwinkernden Schlenker Richtung entschärfte Atombomben in der Ben-Ära machen können. Ich mein, nur wegen Semir Gerkhan steht Köln noch ;)

    Der Plot ist ungefähr so verbraucht wie der Kampf gegen Waffen- und Drogenschmuggler, trotzdem hat mich die Inszenierung eine ganze Zeit lang abgeholt, weil die Dynamik zwischen Semir und Vicky hier dann doch eine ganz andere ist als zwischen Semir und Tom / Ben. Der absolute Höhepunkt der Folge ist für mich das – leider von Pia Stutzenstein etwas zu gewollt bockig abgeschlossene – Streitgespräch in der Mitte der Folge. Ja, man fährt das Tempo hier vollends gegen die Wand, aber dieser Moment ist überwiegend so, so stark und wäre mit einem Paul Renner nie möglich gewesen. Das Duo Atalay/Stutzenstein hatte es ja nun wirklich nicht leicht. Komplette Neuausrichtung, komplett neues Team, Reduzierung des Stabs, der Action, dann noch Drehen während Corona, dann ständig monatelange Ungewissheit, kommt noch was, kommt nichts mehr… und in dieser Szene zeigt sich exzellent, dass beide trotzdem zusammen funktionieren, sonst wäre dieser Dialog nichts wert. Chapeau, find ich klasse. Da steckt so viel richtig gut platzierte Kritik am „alten weißen Mann“ drin der die Frauen, die ihm was bedeuten, in erster Linie beschützen will und sie dabei übergeht (TKKG lässt grüßen!). Das alles, ohne Semir komplett zu zerstören oder mit dem Holzhammer zu prügeln. Das Thema wurde ja auch schon in der Paul-Ära mit Dana und ihrem Praktikum aufgemacht (siehe „Vaterfreuden“), nur dass die Meinung von Paul damals verständlicherweise für Semir völlig egal war. Vicky war exakt der richtige Charakter für diesen Dialog und ich find’s super, dass man das so umgesetzt hat. Schade nur, dass es nichts hilft, denn in „Sterbensschön“ macht Semir direkt wieder die Rolle rückwärts…

    Die titelgebende Jägerin Remagen wurde in den ersten Minuten eigentlich stabil aufgebaut, nur leider reichten die 90 Minuten dann wohl doch nicht aus, um diese Ansätze auch weiterzuverfolgen. Irgendwann droppt Vicky random Remagens Vergangenheit mit dem tragischen Partnerverlust (wie innovativ!) und brüllt heraus, dass sie ja auf der selben Seite stünden, nachdem sie sie fünf Minuten vorher noch angeschnauzt hat, dass sie da mit drinstecken würde.

    Remagens Figur wird einfach sehr widersprüchlich und inkonsequent erzählt und bleibt die erzählerische Tiefe 80 Minuten lang schuldig, bis es dann zu spät ist. Und wenn ein Film sogar nach so einer Figur benannt wird, fällt das noch mehr auf. Sie behandelt ihr Team völlig kalt, will es dann aber wiederum so gut kennen, dass sie den Verräter darin nicht sehen mag. Ja, vermutlich wollte man damit vor allem sagen, dass sie sich ihre eigenen Fehler nicht eingestehen wollte, trotzdem… in den letzten Minuten fällt sie dann urplötzlich komplett in sich zusammen, nachdem Max ihr einen „Wir vermuten“-Vortrag gehalten hat. Vier Minuten vor Schluss nochmal ein bisschen Ballerei und ein hastiges „Sorry“ mitsamt Schlussgag – als wäre Heß aufgefallen, dass sie die 88 Minuten nicht überziehen darf.

    Im Buch passiert vieles um der Autoren Willen, aber nicht, weil es Sinn ergibt:
    1. Semir und Vicky werden auf die eigene Dienststelle gebracht, weil die interne Ermittlung keine eigenen Räume hat. Warum? Na, damit Rauhbach rumsabotieren kann.
    2. Semir und Vicky werden trotz unterschiedlichen Geschlechts im selben Transporter zur selben JVA gefahren. Unrealistisch hoch 1000, aber halt nötig für den Plot. Klar, dass man das nicht wie die beiden Vorgängerfolgen in dieser Kategorie erzählen kann, wo es für Semir und Partner ja tatsächlich in denselben Knast geht.
    3. Vicky kommt mal so eben im Büro des Staatsanwalts an seine Mails.
    4. Die Frau mit dem Handy feilscht mit zwei mutmaßlichen Mördern, anstatt die Beine in die Hand zu nehmen.
    5. Semir checkt nicht, dass man ihn orten will und labert ne halbe Minute rum, anstatt aufzulegen.
    6. Die Polizei verteilt sich im Hotel, aber unten steht niemand.
    7. Semir sagt der Friseurin, dass ihr Freund tot ist, aber er nichts damit zu tun hat. Sie senkt daraufhin die Waffe. Irgendwie schlechtes Timing.
    8. Vicky wird angeschossen und „muss dringend zum Arzt“, aber das juckt irgendwie keinen. Lieber setzt man sie mit blutigem Shirt in den Verhörraum und lässt sie dort allein. 10 Minuten später die Wunderheilung und Ballern im Casino.
    9. Die ganze Schose entsteht nur, weil ein ITler sagt, dass das Video echt ist. Früher wäre so ein Konstrukt instant in sich zusammengefallen, Krüger hätte Hartmut das Video gegeben und fertig. Das funktioniert fast 90 Minuten lang nur, weil das Team keinen Nerd mehr hat. Das wird dann auch von keiner Instanz nochmal vorher geprüft, nein, man fährt natürlich gleich das SEK auf. Später wird dann das Original „anhand der Metadaten“ rekonstruiert, ging natürlich nicht früher. Wenn man wenigstens auf das Thema Deepfake eingehen würde, aber nein, es muss natürlich um irgendeine albanische Mafia gehen, schon x Mal gesehen und für den Zuschauer überhaupt keine greifbare Thematik im Gegensatz zu Deepfakes.
    10. Semir drückt der Friseuse am Ende einfach mal eine Waffe in die Hand und stiftet sie an, die Mafia abzuknallen. Kann man mal machen.

    Man kann hier viel finden, sicher auch noch mehr. In „Sterbensschön“ funktionierte die reduzierte Action für mich sehr gut, hier sind die wenigen Actionparts, in denen es einfach nie ordentlich knallt und kein Auto zu Schrott gefahren wird, insgesamt bewusst in die Länge gezogen, damit der adrenalinsüchtige Zuschauer wenigstens nicht ganz so schnell wieder die Lust verliert, aber es kommt nix dabei rum. Ein zerplatzter Reifen, eine zu Bruch gegangene Scheibe in 90 Minuten und das ist das, was man heute in Deutschland Actionserie nennt. Die Amis würden sich kringelig lachen. Am besten ist hier die Flucht von Semir und der Friseuse am Ende, wo es beim SFX ordentlich klirrt und scheppert, man aber nix davon sieht. Optisch sehen die Szenen aber immerhin nach was aus. Sehr viel mehr kannst du mit den begrenzten Mitteln wohl nicht mehr machen.

    Die erste Hälfte mochte ich insgesamt trotz der vielen Plotholes noch ganz gerne, in der zweiten sackte es dann aber deutlich ab und ich hab sehr aufs Ende geschielt, weil es sich irgendwann einfach zog. Die 90 Minuten für einen 0815-Plot ergeben für mich in dem Moment Sinn, in dem man sie nutzt, Charaktere zu vertiefen, ihnen Dreidimensionalität zu verleihen – und das schaffte man hier nicht. Nicht beim IT-Nerd („Mir ist nicht gut, ich geh nach Hause“), nicht bei Remagens Partner („Ich versuch’s zu Fuß“) und leider vor allem nicht bei Remagen selbst. Die Figur wird für den Zuschauer einfach nicht greifbar. Dass man anfangs versuchte, den Verdacht gezielt auf das „Schoßhündchen“ zu lenken, machte direkt offensichtlich, dass es der IT-Nerd sein muss. Ein bisschen weniger plakativ darf es schon sein.

    Dass das Team so zusammenhielt und auch Dana mal wieder eingebunden wurde (ich konnte dem Charakter nie viel abgewinnen, aber ich hab sie in den anderen Filmen doch ein wenig als Konstante vermisst), war an und für sich schön, wenngleich mich ihr Handeln auch ein wenig irritiert hat, sie machte überhaupt nicht den Eindruck einer sich um ihren Vater sorgenden Tochter, sondern spielte total neutral, fast gelangweilt.
    Leider wirkten Rauhbach und Bärenfänger auch hier wie „stets bemüht“ und fehl am Platz, sehr unbeholfen. Erst in „Sterbensschön“ klappt es besser. Zumindest der Gag mit der Kaffeetasse war beim ersten Mal noch ganz witzig, leider zog sich das dann unnötigerweise ein wenig durch.
    Max fand ich insgesamt eher enttäuschend, er ließ sich extrem schnell die Butter vom Brot nehmen, das hätte man mit Engelhardt und Krüger so nicht gehabt.

    Wenigstens Mark Zak wertet die Folge mit seinem Spiel noch ein wenig auf, sein schachspielartiges Vorgehen wurde solide in Szene gesetzt, auch wenn da sicher noch mehr drin gewesen wäre. So richtig nahbar bekam man auch diese Figur nicht. Ich war mir eigentlich auch sicher, ihn schon mal in einer prägnanten Rolle bei der Cobra gesehen zu haben, Wunschliste spuckte mir aber nur drei selten geschaute Folgen aus, hm...

    Insgesamt eine Folge, deren Buch sehr stark hätte überarbeitet werden müssen, es hapert einfach an zu vielen Stellen und auch wenn das Duo Semir/Vicky sich Mühe gibt, dies wettzumachen, reicht das nicht für die vollen 90 Minuten. Kein Totalausfall – nur ein Buch, das definitiv noch in der Entwurfsphase steckte.

    5,5/10

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