Beiträge von Simon.

    Mein Rückblick auf die sechs Filme fällt sehr positiv aus. Dies, obwohl die drei Spielfilme aus 2022 in ihrer Ausrichtung und Machart mehr meinem Geschmack entsprachen. Sie hatten mehr Event-Charakter und waren in gewisser Weise „größer“, gingen noch mehr in die Tiefe und hatten sowohl im Skript als auch in der Umsetzung mehr Action-Thriller Elemente.

    Die neuesten Filme haben dagegen weniger Höhen und Tiefen, sind klassischer und haben eine Erzählweise, die dem Konzept des zwar ernsten, aber nicht ganz so schweren Krimis zum abendlichen Entspannen entspricht. Ein Konzept, welches RTL auch mit seinen anderen Krimiformaten seit 2-3 Jahren auf exakt identische und größtenteils erfolgreiche Weise fährt.

    Wie ein solches ähnliches Konzept nicht funktioniert, haben damals eine ganze Reihe Folgen mit Daniel Roesner in seinen ersten Staffeln gezeigt. Nichts Halbes und nichts Ganzes, mit dem Ergebnis der Belanglosigkeit und Langeweile. Diesmal aber sind das Ergebnis, trotz stark reduzierter Action, durch die Bank solide und gelungene Filme, mit einem Ausreißer nach oben („Hoffnung“) und einem kleinen Ausreißer in die entgegengesetzte Richtung („Die Jägerin“). Die 4 Filme dazwischen sind für mich alle auf etwa identisch gutem Level.

    Ich kann mich nur wiederholen: Angesichts der vorhandenen reduzierten Möglichkeiten hat man hier erneut hervorragende Arbeit geleistet und an nahezu allen Stellen das Bestmögliche daraus gemacht. Schön, dass es die Filme gibt!

    Das neue Ende nach dem Ende nach dem Ende. Ob es diesmal wirklich die letzte Ehrenrunde war? Jedenfalls wäre es ein würdiges allerletztes Ende, zumindest in meinen Augen. Und es ist, für mich unerwartet, sogar noch ein besseres, passenderes Ende als das vorherige harmonische Ende in „Schutzlos“ am Krankenbett von Dana. Es wirkt noch finaler, hatte noch mehr Momentum. Die letzten Minuten: Gänsehaut. Die Rede von Max, der eine Lehre aus dem aktuellen Fall in seinen Worten vor dem Ausschuss einbaut, die Spielereien von Vicky und Semir im Büro in Slomo, dazu musikalisch das pathetisch-nostalgische Cobra Thema im Hintergrund. Das neue Cobra-Team harmonisch am feiern. Ein Team, das nun gar nicht mehr so neu, vielmehr vertraut rüberkommt und mit der letzten Szene genau die Gefühle und Werte übermittelt, die die Serie immer ausgezeichnet haben: Familie und Zusammenhalt.

    Auch zuvor schon eine schöne Dosis Fanservice. Ayda kommt zu Besuch, man erwähnt Andrea, Kopenhagen und Semirs zurückliegender Asservatenkammer-Coup. Semir in Bezug auf Aydas Ghana Pläne ist 100% Semir, hier und da immer wieder Situationskomik vom feinsten. Semir110 will mit Ayda in den Zoo, so wie früher, und kann auch seine zweite erwachsene Tochter nicht richtig loslassen. Passt. Max glänzt in seiner Rolle endlich nochmal und sogar mit Bärenfänger und Raubach freundet man sich spätestens nach diesem Film irgendwie an und sieht die eventuell zunächst unnötig wirkende Sidestory um den Polizeiwagen in „Bedingungslos“ nun irgendwie mit anderen Augen.

    Und auch abgesehen davon ist der Film an sich ne ziemlich gut gelungene Nummer mit wunderbar agierenden Darstellern und einem sehr erfrischenden und eingespielten Zusammenspiel von Semir und Vicky. Es gibt zwar hier und da auch Schwächen, wie zB. wir ballern mal eben ohne Not auf einen flüchtigen Fahrer, von dem wir zu dem Zeitpunkt noch denken, er entsorge lediglich illegal Müll unter einer Autobahnbrücke. Und über die eher gering ausgeprägte Glaubwürdigkeit des korrupten Asservatenkammer & Sicherheitsfirma goes Darknet - Systems und wie Semir und Vicky mal eben so nebenbei nach einer missglückten verdeckten Verfolgung darauf kommen, reden wir auch mal lieber nicht.

    Es fehlt eigentlich nur die große, aufwändige Action. Aber das hat nun mal seine Gründe, für die niemand der aktiv Beteiligten etwas kann. Akzeptiert man das und sieht davon ab, ist dieser Film genau das, was die Cobra immer war: der sture aber warmherzige, verspielte, manchmal leicht aus der Zeit gefallene und nie aufgebende Semir Gerkhan und seine (neue) Familie im Kampf für Gerechtigkeit. Ein rundum gelungener Abschluss, der einerseits irgendwo traurig stimmt, einen andererseits aber auch lächelnd zurücklässt. Das darf es nun gewesen sein!

    Für mich auch wieder ein ganzes Stück besser als „Die Jägerin“. Gutes Buch, hervorragende Regie, sehr gute Darsteller und ein etwas höherer Dramaanteil als zuletzt.

    Der Bösewicht bleibt zwar genau wie in „Blutsbande“ eher oberflächlich, die beiden Familienschicksale finden aber mit der wirklich schönen und berührenden Ringe-Szene am Krankenbett einerseits, und mit dem starken finalen Shootout gebrochener Familienvater vs. (gebrochener?) Semir andererseits, einen sehr gelungenen und emotionalen Abschluss.

    Nur etwas irritiert hat mich in diesem Film zeitweise die Darstellung von Semir. Während sein wiederkehrendes „zu alt für die Scheisse“ in „Blutsbande“ noch absolut stimmig und auch lustig war, wirkt Semir, der noch vor ein paar Jahren die nierenkranke Vicky fürsorglich am liebsten ans Bett gekettet hätte, hier zeitweise irgendwie unreif, vielleicht sogar fast schon psychisch auffällig. Als hätte er einige Schritte zurück gemacht. Nimmt die Gefahr und den Tod nun offensichtlich endgültig nicht mehr ernst („Ich geh in keine Klinik mehr.“) und fährt auch noch hochgradig naiv seine Beziehung gegen die Wand, wo er es doch nach all den alten Problemen mit Andrea längst besser wissen müsste. Die Muster wiederholen sich; bedauerlicherweise findet aber keinerlei Querverweis dazu oder eine simple Erwähnung / Erinnerung statt.

    Unterm Strich letztlich ein leichtes Bedauern über das Ausbleiben eines weiteren richtigen Highlights à la „Hoffnung“. Gleichzeitig aber auch wieder ein schöner Cobra-Abend wie in alten Zeiten, den man als Bonus oder Epilog ansehen kann in einer Zeit, in der die Serie eigentlich ohnehin schon längst gestorben ist.

    Ich hätte lieber mal wieder was von Reinhard Scheuregger. Das eine Album was da veröffentlicht wurde ist nur ein Bruchteil von dem was er für Cobra 11 geschaffen hat. Warum wird von den neuen Folgen alles gleich rausgehauen, während man die alten Soundtracks verschimmeln lässt?

    Soweit mir bekannt ist, wurden im Jahr 2012 auf dem Album von Reinhard Scheuregger mit viel Aufwand alle möglichen Tracks der damaligen Zeit von diversen alten DAT Bändern digitalisiert, die Reinhard Scheuregger "finden" konnte. Zweifellos gäbe es da noch viel mehr, es ist aber eben nun mal leider nicht so wie in heutigen Zeiten, wo die Sachen digital mit wenigen Handgriffen und ohne Mühen zum releasen bereit sind.

    Auch für mich trotz vorhandenem Potential ziemlich deutlich der bisher schwächste Film aus der Spielfilmreihe mit teils seltsamem Pacing.

    In Sachen Storytelling aber auch in der Inszenierung wirken so einige Momente holprig, unglaubwürdig und blass, mit dem Ergebnis, dass nie so richtig Spannung aufkommen mag. Auch weil Actionmomente nahezu komplett fehlen und einige der leichten Momente überhaupt nicht gut mit der ernsten Lage harmonieren, in der sich Vicky und Semir befinden. Bestes Beispiel diesbezüglich die völlig misslungene Szene vor dem Einlass der Staatsanwaltschaft, die in meinen Augen weder lustig noch in irgendeiner Weise glaubwürdig wirkt. Das hatte was von Laientheater für die letzte Reihe.

    Außerdem: Für die Hauptfigur Remagen besetzt man eine herausragende und renommierte Darstellerin, versäumt es dann aber vollends den Fokus etwas mehr auf ihren interessanten Background zu legen, um die Figur für den Zuschauer greifbarer zu machen.
    Stattdessen setzt man ihr mit der Rolle Kovac einen Assistenten / Partner an die Seite, der miserabel besetzt ist und dessen Verhalten mehrfach völlig deplatziert und unglaubwürdig wirkt. Die gemeinsamen Szenen der beiden schaden dem Film in meiner Wahrnehmung leider massiv. Eine alleinige tiefergehende Konzentration auf Remagens Vergangenheit wäre da für den Film, der immerhin ja sogar nach dieser Figur benannt ist, weitaus wertvoller gewesen.

    Positiv sehe ich den zwischenzeitlichen Konflikt zwischen Semir und Vicky. Eine wirklich lange Dialogszene, die zwar das Tempo einmal mehr komplett rausnimmt, jedoch vor allem die Figur Semir innerhalb weniger Minuten mit seinen Stärken und vor allem aber Schwächen on point charakterisiert.

    Die Integration von Dana und Baby Theo passt auch sehr gut; grundsätzlich gehört der Teamzusammenhalt ebenfalls zu den positiven Aspekten. Die spektakuläre Flucht aus dem Hotel lässt den sonst eher niedrigen Spannungspegel zwischenzeitlich immerhin etwas steigen und die Verfolgung im Hürth Park sowie die anschließende Festnahme von Vicky weiß zu überzeugen.

    Insgesamt ist „Die Jägerin“ trotz der deutlichen Kritik für mich kein vollkommen misslungener Film und ich habe letztlich auch diesen noch ziemlich gerne gesehen. Es bleibt aber diesmal verstärkt der Eindruck zurück, dass mit einigen kleinen Überarbeitungen am Buch sowie einer besseren, stringenteren Regie, hier noch deutlich mehr drin gewesen wäre. Ärgerlich!

    „Blutsbande“ ist in meinen Augen ein solider, routiniert umgesetzter und durchweg gelungener Action-Krimi, der sich auf der emotionalen Ebene auf die Hauptfiguren Vicky und Sandra beschränkt und den Krimi-Plot bewusst mit weniger Tiefe und ohne Thriller Ambitionen erzählt. Dadurch unterscheidet er sich, genau wie schon „Kein Kinderspiel“, recht deutlich von den von mir etwas favorisierten drei Spielfilmen aus 2022.

    Seine Stärken hat der Film für mich eindeutig in den Charakterszenen mit den sehr gut verkörperten Reisinger Schwestern sowie - man höre und staune - in den Actionparts, die allesamt mit einer überzeugenden Härte daherkommen.
    Vor allem die wirklich überragend aufgenommene Highspeed-Chase von Semir, die mal wieder in der wohl am häufigsten verfilmten Nebenstraße Kölns endet, ist hervorzuheben; die beste seit dem Finale von „Das Team (2)“. Und auch das packende Finale im Wald weiß sehr zu gefallen.

    Der dezent und mit leichter Comedynuance erzählte Semir typische Never-give-up-Charakter passt auch sehr gut. Zwar schon „zu alt für die Scheiße“ und doch immer noch mit dem Kopf durch die Wand. Trotz zwei Autoüberschlägen und mit Schusswunde am Oberschenkel macht er sich mit beschlagnahmter MP zu Fuß auf den Weg zur Mafiapatin statt zum Arzt. Toll gefilmte Schlussszene! Und es ist genau der mit Augenzwinker erzählte Semir, wie man ihn kennt und liebt.

    Zu den leichten Schwächen zählt die Auflösung des Falls, die leider schon recht früh vorhersehbar ist. Bedauerlich einerseits, andererseits aber eben auch nicht unbedingt anders beabsichtigt.

    Ich sehe den Film unterm Strich auf einem Level mit „Kein Kinderspiel“ und habe ihn, joa, doch schon auch vor allem der Nostalgie und Erinnerungen wegen, trotz fehlender Wow-Momente ziemlich genossen.

    Guter Post @PAST . Die Aussagen von RTL lassen da schon sehr tief blicken. Der Artikel von TVmovie ist mal wieder sehr reißerisch, wobei Erdo natürlich Recht hat. Dein Wunsch pro Tom Beck ist aber pure Cobra-Romantik, verständlich, aber trifft niemals so ein.

    Sollte die Produktion für ein explizites abschließendes Finale tatsächlich nochmal angeworfen werden - nicht, dass ich davon ausgehen würde -, wäre es aus meiner Sicht mit das cleverste, was man tun könnte um nochmal etwas breiter in aller Runde von sich sprechen zu lassen und zuschauertechnisch potentiell einen halbwegs relevanten Sprung nach oben machen zu können. Selbst wenn es nur für eine Nebenrolle mit 3-4 Drehtagen wäre.

    Raab nach 10 Jahren zurück im TV, so umfangreich, wie seine größten Fans es sich nicht mal in ihren kühnsten Träummen hätten vorstellen können. Bully dreht eine Fortsetzung zu „Schuh des Manitu“ und C-M Herbst steht nochmal als Bernd Stromberg vor der Kamera. Warum nicht ein einmaliges Comeback einer der erfolgreichsten C11 Darsteller für ein letztes Kapitel? Ein Darsteller, der den Höhepunkt seiner Karriere eher schon eine Weile hinter sich hat und der sicher nicht unbezahlbar wäre. Und der bis heute ein gutes Verhältnis zu Erdogan Atalay pflegt.

    Dieser Film steht den drei Spielfilmen aus 2022 sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch definitiv in nichts nach. Bemerkenswert finde ich nach dem etwas seichteren Touch von „Kein Kinderspiel“ vor allem den überraschend düsteren Look.

    „Hoffnung“ wird dem Event-Movie Charakter eigentlich sogar noch gerechter als alle vorherigen, wirkt zugleich aber etwas cobra-untypisch und hat ziemlich viel von einem Dünenthriller - ohne Dünen.

    Persönlich bevorzuge ich da weiterhin die drei Filme aus 2022; sie besaßen in meiner Wahrnehmung mehr Cobra-DNA.

    Nichtsdestotrotz ist das hier ebenfalls ein richtig gut gelungener Film mit einigen starken Momenten, einem tollen Darsteller-Ensemble, vielen ruhigen aber intensiven Szenen und mit wenigen, aber stark inszenierten Actionmomenten.

    Nicht ganz nachvollziehen kann ich allerdings, und da gehen meine Gedanken in die gleiche Richtung wie die von Der Clown, die doch ziemlich kurz geratene und fast schon nüchterne Umarmung beim Wiedersehen zwischen Vater und Tochter. Dass man - sicherlich bewusst- erst in die Szene reingeht als die beiden sich gerade schon wieder verabschieden, verschenkt in meiner Wahrnehmung emotional ordentlich Potential. Die Besonnenheit bzw. die Gefasstheit des Vaters steht zudem in gewisser Weise im Kontrast zu seinem Handeln in der ersten Filmhälfte.

    Da mir „Kein Kinderspiel“ auch überraschend gut gefallen hat, kann ich „Hoffnung“ letzterem gar nicht mal so deutlich vorziehen und in der Summe lediglich festhalten, dass es schön war - begleitend dazu auch immer wieder in schönen Erinnerungen schwelgend - erneut zwei rundum gelungene Cobra-Filme zu sehen, bei denen angesichts der reduzierten vorhandenen Mittel und Möglichkeiten eigentlich erneut nahezu alles richtig gemacht wurde.

    Ein in seinem Stile gelungener Film, der mich gut unterhalten hat, für mich persönlich aber dennoch nicht ganz an die anderen drei Filme aus 2022 herankommt. Das halte ich aber für Geschmacksache (weil Präferenz Thriller vs. klassischer Krimi); in Sachen production value und Inszenierung aber absolut gleichauf. Auch die Kamera ist mir sehr positiv aufgefallen.

    „Kauf ich Schund oder was? Hab 20€ dafür bezahlt wegen der goldenen Lackierung.“

    Lange her, dass ein Gag so gut funktioniert hat für mich. 100% Semir. Schön auch, dass man seinen weiteren privaten Weg zwar nur dezent aber wohl platziert weiter beleuchtet und nochmal die Gelegenheit findet Andrea und Kopenhagen zu erwähnen.

    Die Chase während bzw. nach dem Dana Überfall war dank Digicopter kinoreif. Für einen Stunt reichts dann halt budgetmäßig nicht; mich persönlich stört die reduzierte Action aber nach wie vor überhaupt nicht.

    Bzgl. Max hätte ich mir gewünscht, dass sich wenigstens herauskristallisiert, dass er die Stelle durch gute Kontakte bekommen hat, sei es beispielsweise durch seinen Bruder (von dem wir ja nur wissen, dass er ein hohes Tier ist). Wäre dann weitaus glaubwürdiger gewesen zu erzählen, dass ein Kriminalkommissar mit Rang unter Semir und Vicky zum Dienststellenleiter wird.

    Die beiden neuen Polizeibeamte wirken wie Fremdkörper, den Film abwerten tun sie aber nicht.

    Kritischer sehe ich da Vickys unbeherrschtes Handeln, vor allem im Verhör. Das war mir definitiv ein „fick dich“ und „Wichser“ zu viel. Pias Spiel war mir auch grundsätzlich stellenweise etwas zu ausdrucksstark und impulsiv, etwas too much und nicht so authentisch wie zuletzt.

    Ach ja, „una partita a biliardo“ kam auf italienisch deutlich cooler. 😁

    - 330/Überleben - Finn und Kim reden mit Tempel, bis der schließlich erschossen wird

    Einer meiner Lieblingstracks von Nik und Jaro, ursprünglich aus „Auf eigene Gefahr“ und auf Vol. 4 mit dem Titel „Dana in Gefahr“ in leicht anderer Fassung enthalten.

    lukasm41

    Wenn wir davon ausgehen, dass dieser Film ursprünglich als erster Film geplant war und der Unfall von Dana und Max am Ende von „Machtlos“ sowie die in „Schutzlos“ ca. 12 gegenwärtigen Minuten Filmmaterial im Krankenhaus nachgedreht wurden, dann ist natürlich gleichzeitig klar, dass der ursprünglichen Version Material mit etwa der gleichen Dauer „geklaut“ wurde.

    Gerade im ersten Drittel wirkt auf den zweiten Blick so manches nachträglich verändert. Von der ersten Szene auf dem Revier mit Semir sprach ich ja bereits.

    Anderes Beispiel: Es ist schon dunkel und Roth Junior trifft sich nach der Taxifahrt in der U-Bahn mit Legion. Später befragen Semir und Vicky bei Tageslicht die Bekannte von Denise Wallbusch und sprechen von der Entführung „heute Morgen“.

    Anderes Beispiel: Semir fragt sich in der Wohnung von Denise W. warum Legion sie ausgewählt haben könnte. Wie kommt er darauf? Nur der Zuschauer hat ihn in der U-Bahn Szene kurz kennengelernt. Semir, Vicky und Co. erfahren erst nach dem Stream durch den Vortrag der Bloggerin von Legion und dessen Netzwerk.

    Ich denke, dass so manches gekürzt und umsortiert wurde um eine geraffterte Handlung mit dennoch passender Dramaturgie zu erhalten, dies aber dann auf Kosten von der einen oder anderen Ungereimtheit.

    Es gibt auch eine Einstellung, in der Dana (Gizem) aus einem brennenden Auto klettert. Wenn ich mich richtig erinnere, kam diese Szene in keinem der Filme vor und hätte im letzten Film vorkommen müssen, weil Dana hier nicht so schwanger ist, aber Vicky hat nicht nach Semir gesucht. Die Beschreibung von Vicky, die nach Semir sucht, passt überhaupt nicht zur dritten Folge. Wurde diese Szene herausgeschnitten? Und warum wurde sie gekürzt? Wenn es so heftig aussah, dass die Straße gesperrt werden musste?

    Und die Tatsache, dass Dana einen Autounfall hat, passt überhaupt nicht in die Geschichte, wenn es sich nicht einmal um eine Fahrt zur Entbindungsstation handelt.

    Das hingegen ist schlicht und einfach übliche Vorgehensweise der BILD. Denn die im Artikel verwendeten Bilder stammen aus Drehs zur Folge „Zoé“ von 2019, hier hatte Dana eine solche Szene mit genau diesem Fahrzeug.

    Auch diesen dritten Film habe ich sehr genossen. Dass dieser ursprünglich nicht als dritter Film geplant war, wird zwar an einigen Stellen (wie beispielsweise der ersten Revier-Szene mit einigen nachsynchronisierten Dialogen) offensichtlich. Trotzdem gelingt die Kombination beider Zeitebenen hervorragend und ich empfinde diese Änderungen als deutlichen Gewinn für den Film. Nicht nur ist die Figur Semir dem Zuschauer durch diese Erzählweise ein gutes Stück „näher“, auch bietet das jetzige Finale einen weitaus zufriedenstellenderen Abschluss im Vergleich zur offeneren Alternative in Film 2 mit „Das Baby kommt“, dann ohne anschließenden Unfall.

    Der größte Gewinn für diese Version des Films ist auf jeden Fall die Krankenhausszene gegen Mitte mit der Umarmung von Vicky und dem anschließenden tollen musikalischen Höhepunkt (da hat in Augsburg jemand das Finale des letzten Bonds noch gut in den Ohren gehabt :-D) während der Rückblenden und der OP von Dana.

    Semir als Jack Bauer in der Werkstadt ist die zweite grandiose Szene, hier entstand bei mir einmal mehr Kopfkino, was da noch alles so möglich gewesen wäre in seiner Charakterentwicklung in Zusammenhang mit Knast, Verlust und Trauer als gebrochener Held bei einer Entscheidung ihn endgültig nicht wieder als Kommissar „zurückzuholen“.

    Etwas bedauerlich finde ich es dann aber doch, dass dem Ende von Semir und Andrea nicht wenigstens noch 2-3 weitere Sätze geschenkt wurden. Auch ist Semirs Rehabilitation bzw. der Sinneswandel der Staatsanwältin schwer bis gar nicht nachvollziehbar und fast schon etwas billig. Dass dem aber so kommen würde, ist natürlich seit „Unversöhnlich“ keine Überraschung, dennoch hätte ich mir diesbzgl. etwas mehr Plausibilität erhofft.

    Dem sehr gelungenen Fall an sich fehlt trotz der vielen tollen dunklen und harten Momente ein wenig die Spannung; die Intensität und den Thrill aus „Unversöhnlich“ konnte ich persönlich hier nicht so stark erleben.

    Letztlich bin ich mit diesen 3 Filmen dennoch mehr als zufrieden, sehe sie alle in etwa auf gleichem hohen Niveau, und empfinde auch ein Gefühl von Dankbarkeit, dass diese nach dem Serienende noch ermöglicht wurden.

    Anders als nach dem Serienende habe ich diesmal aber stärker den Wunsch, dass es vielleicht doch genau in dieser Form noch ein paar weitere Filme geben könnte, dann samt einem richtigen und endgültigen epischen Abschluss inkl. der Rückkehr von alten Figuren, sprich einem der Serie noch würdigeren Abschluss als es, Stand jetzt, „Schutzlos“ nur gerade noch so gewesen sein könnte.

    Ach ja .. Semir seit 25 Jahren Polizist?! Geschenkt, aber doch so vermeidbar. „1983“ und „Happy Birthday“ mal wieder in Vergessenheit geraten; Semir ist seit 1987 Polizist.

    Erneut ein sehr gelungener Film, an dem es wenig auszusetzen gibt. Ich empfinde im direkten Vergleich jedoch „Unversöhnlich“ als den stärkeren Film. Er kommt spielfilmartiger daher und die Hauptcharaktere (v.a. Leclaire, Julie) haben etwas mehr Tiefe, während „Machtlos“ auf mich trotz des sehr cineastischen Beginns in der Summe etwas mehr als gewöhnliche Cobra-Folge in doppelter Länge wirkt. Nichtsdestotrotz durchgehend eine mitreißende Erzählweise und hochwertige Optik (Digicopter: Wie viele Drohnenaufnahmen wollt ihr haben? - Franco: Ja!); vom Gefühl her erneut insgesamt mehr „High-End“ als so manche Vicky-Folge.

    Mein Fan-Herz schlägt wieder und ich bedauere schon, dass nach nur einem weiteren Film nun womöglich tatsächlich Schluss sein könnte.

    Mir geht es ähnlich wie ceddy. Ich war ebenfalls von der Vicky-Ära sehr angetan und habe die Cobra in den letzten beiden Jahren zwar mit anderen Augen und Erwartungen, jedoch immer sehr gerne gesehen.

    Auch war das Serienfinale nach meinem Geschmack optimal; eine absolut runde Sache, wenn auch mit traurigem Ende für den Fan, die in meiner Wahrnehmung nicht unbedingt eine Fortsetzung gebraucht hätte. Dass es dann doch weitergeht, hat mich einerseits gefreut, andererseits ist da aber auch bei mir eine ordentliche Portion Skepsis vorhanden gewesen. Wie gerne hätte ich eine abgründige, dunkle Story um Semir im Gefängnis gesehen, der erstmal formal auf der anderen Seite des Gesetzes steht und ggf. auch entsprechend handelt oder handeln muss, moralisch aber immer noch sich treu geblieben ist und dessen Weg als Nicht-Polizist sich aus Gründen erneut mit Vicky und ihrem Partner Max gekreuzt hätte. Dass dem nicht so kommen würde, ist klar gewesen. Einen solchen Schritt hätte man höchstens 2014 eventuell gewagt, als auch im Raum stand, Alex Hofer tatsächlich vorsätzlich erschießen zu lassen.

    Dass man sich nun für einen komplett konträren Weg entschieden hat, stoßt erstmal sauer auf. Aus rein senderpolitischen Gründen wird man gesagt haben: Reißlinie ziehen, alles wieder auf Anfang, gut gelaunter Semir im Dienst trägt am ehesten dazu bei das Interesse des Zuschauers zu wecken damit er dranbleibt. Ob das in der in diesem Film gesehenen Form ursprünglich genau so geplant war, darf bezweifelt werden. Auch in der ersten Vicky-Folge wird der Zuschauer erstmal ins kalte Wasser geworfen und sieht Semir erst ab Minute 20, der einiges erlebt hat, wovon der Zuschauer zunächst nichts weiß. Diesmal jedoch bleibt der durchgehende Eindruck nicht aus, dass es eben nicht nur ein bewusster Zeitsprung ist, sondern dazwischen einfach etwas fehlt - Dana schwanger, Semir rehabilitiert und single -, weil man nachträglich hinter den Kulissen lieber diesen Film als Auftakt der Reihe gewollt haben könnte. Ein endgültiges Urteil zu dieser Thematik wird wohl erst nach allen drei Filmen möglich sein. Und somit eigentlich auch dann erst ein Urteil, ob die Entscheidung drei Fortsetzungen zu produzieren, aus Sicht des Fans richtig war. Schuldig geblieben, ist man diesem da noch einiges, allem voran natürlich die Erzählung der Trennung von Andrea, wenn auch nur retrospektiv im Off.

    Abseits dieses noch offenen Aspekts ist der Film an sich in meiner Wahrnehmung eine absolut positive Überraschung. Gute Charaktere, ordentlich Drive, spannende und unerwartet düstere Momente mit wenig aber gelungener Action und zu kaum einem Zeitpunkt der Eindruck, es könne sich um eine Low-Budget Produktion handeln.

    Die Richie-Hommage an „Bomben bei Kilometer 92“ zu Beginn und der türkische Hengst am Ende im Profil der Partnerbörse runden das Ganze gekonnt ab.

    Es ist wirklich faszinierend und traurig zugleich, wie das Stöbern in sozialen Netzwerken bereits nach kurzer Zeit aufzeigt, wie kreativ beschränkt der durchschnittliche C11-Zuseher ist. Alleine die unzähligen Vergleiche mit CSI (WTF?!) sprechen Bände. Veränderung und Fortschritt übersteigen den geistigen Horizont von so manch einem. Manchen sollte man vielleicht lieber einfach eine Folge aus 2005 servieren.


    Dabei hat es mAn. bisher zweifellos noch keine Ära gegeben, bei der man so wenig falsch gemacht hat, wie jetzt. Ich brenne längst nicht mehr für diese Serie, aber drücke allen Verantwortlichen ernsthaft richtig fest die Daumen, dass die Quoten dem künstlerischen Mut wenigstens ansatzweise gerecht werden.

    Und war es nicht gerade Paul, der in der letzten Folge noch am Vernünftigsten schien und die Angespanntheit im Team nicht so recht verstehen konnte? Falsche Ausstrahlungsreihenfolge, RTL?

    Es wird in der Folge (ich glaube von Hartmut) klar betont, dass Paul die Drogen schon seit mehreren Tagen zu sich genommen haben muss. Das erklärt das angesprochene unangebrachte Verhalten von ihm in den Tagen zuvor.

    (...) der Score trägt hier mehr denn je dazu bei, dass man das Ding nie uneingeschränkt auf sich wirken lassen kann.

    Das ist wirklich die mit Abstand wichtigste Äußerung, die zu dieser Folge festzuhalten ist.

    Ein Score von Nik & Jaro hätte die Folge zu dem gemacht, was Nico mit seiner Bildsprache und seiner Inszenierungsweise eigentlich beabsichtigt hat auszudrücken. So wie jetzt (lustlos?, überfordert?), fühlt sich die Folge einfach unfertig an.


    Abgesehen davon hat mich Nicos Buch stellenweise auch nicht ganz überzeugt. Seine Regie ist hingegen einmal mehr genial. Das Storybuilding wirkt aber teilweise echt schwerfällig, manche Dialoge hölzern und vor allem gibt es mAn. eine Menge Szenen, in denen Figuren einfach nicht sonderlich glaubwürdig handeln.

    Übrigens hätte ich es wahnsinnig interessant gefunden, wenn Paul Dunja wirklich unter Drogen erschlagen hätte. Das hätte richtig viel Potential hergegeben für die weiteren Folgen bis zum Ausstieg am Ende der Staffel. (einerseits die rechtliche Komponente, andererseits auf persönlicher Ebene, also Schuldgefühle, etc.)


    Insgesamt für mich eine zwar gute, aber unfertig wirkende Folge, der eine bessere Überarbeitung des Buchs, sowie vor allem ein Score, der nicht in einem enormen anti-emotionalen Kontrast zur Regie und Dramaturgie steht, nicht nur gut getan hätte, sondern die Folge überhaupt erst vollendet hätte.

    aber in diesem Fall kann man höchstens von einem nicht optimal platzierten Easter Egg sprechen, aber keinesfalls von einem Filmfehler.

    Ich habe das auch zu keinem Moment als Flucht und noch viel weniger als Filmfehler interpretiert; eigentlich unmittelbar auch schon als nichts anderes, als ein (sogar gelungenes) Easter Egg.

    Dem positiven Feedback kann ich mich auch nur anschließen. Besonders hervorzuheben gilt es diesmal die experimentelle Kameraführung in sehr vielen Szenen (Anfangschase, Verhörraum Todesmitteilung, Auseinandersetzung Hannah - Ex), sowie die schauspielerischen Leistungen von Lena Kalisch und Gizem Emre. Letztere halte ich generell für keine besonders talentierte Schauspielerin, fand aber, dass Thomas Höret ihr Potential hier optimal ausgeschöpft hat.

    Stilistisch macht die Folge sehr viel richtig, die von Höret gewählte Richtung wirkt nicht nur sehr hochwertig, sondern auch ungewohnt und erfrischend für C11, auch wenn mir eine ausgeprägtere und fokussiertere, vor allem emotionalere, Innensicht von Hannas Charakter womöglich noch einen Tick besser gefallen hätte.

    Na geht doch, Eye. Dein erster Beitrag hier im Thread, der sich von meiner Seite aus fast schon ein Like verdient hätte. ;)

    Für mich ist es im Moment so der Versuch das Format irgendwie mit allen Mitteln zu retten

    Hier stimme ich dir vollkommen zu. Da ist definitiv etwas dran und ich hätte es auch zu 100% befürwortet, wenn man die Serie dieses Jahr mit einer epischen Staffel beendet hätte. Noch bevor man sich die Frage stellt 9. Partner oder 1. Frau.

    Ich Bin jetzt mal ganz ehrlich... ich bin geschockt über die Reaktionen des Forums. Vorher wurde das Wort 'Frauenfeindlichkeit' in den Mund genommen, um sich für seine voreiligen Kommentare zu rechtfertigen. Tatsächlich habe ich das Gefühl. Hier sind viele selbst ernannte Cobra 11 Experten zugange, die man vor dem Casting hätte fragen sollen. Nein, doch besser nicht. Ihr verlangt ständig Weiterentwicklung und flennt dann rum, wenn der neue Partner eine Partnerin ist? Come on! Auch vor Cobra 11 macht die Emanzipation nicht halt. Aber Hauptsache den baldigen Untergang der Serie herauf beschwören, obwohl wir noch Herbst haben. Wartet doch erst mal ab, was das für die Cobra 11 an Veränderungen und Chancen bedeuten kann. Egal, der Großteil von euch wird Frau Stutzenstein in die Tonne treten.

    ich weiß heute abend mal wieder, wieso ich so häufig hier innerlich den Kopf schütteln muss und immer seltener meine Meinung hier poste.

    Danke! In den Facebook Kommentaren sind die Reaktionen sogar noch überwiegend erwachsener, als hier. Krass genug. Manche sollten sich echt mal für manche Äußerungen hinterfragen.

    Zu erstem: Beides.

    Zu zweitem: Ja.


    :D

    Klar, man kann skeptisch sein, man kann die Entscheidung für falsch halten, man kann auch wütend und / oder enttäuscht sein, aber...

    ... Frage: was macht Cobra 11 denn mehr „kaputt“? Folgen wie „Jenseits von Eden“ und „Scheißtag“ oder die Entscheidung eine Frau zu besetzen?


    Wenn man hier so liest, kommt zumindest mir es so vor, als wäre für manche letzteres das eindeutigere „Todesurteil“.

    Kommt schon, was ist das für eine Engstirnigkeit, was für ein konservatives Denken? Seid doch mal offen für was Neues. Die Serie ist eh schon ewig über ihrem Zenit. Sunnyboy Nr. 3? Gebrochener Held Nr. 3? Langweilig! Unglaubwürdig! Nehmt das mal nicht so persönlich. Man hat nahezu nichts mehr zu verlieren. Es kann gehörig in die Hose gehen, das wird RTL auch wissen. Aber die Fallhöhe ist wirtschaftlich mittlerweile nur noch marginal. Und so hat man jetzt wenigstens aus kreativer Sicht mal die Möglichkeit zu was ganz anderem; frischer Wind, neue horizontale Möglichkeiten, usw. Ich bin auch skeptisch ob man letzten Endes wirklich was Gescheites draus macht und doch ist an und für sich die Entscheidung von RTL jedenfalls für mich durchaus nachvollziehbar.

    Und: Alleine die Tatsache Frau heißt doch noch GAR NICHTS. Warum sollte das nicht ähnlich ernst, dramatisch, hochwertig werden können, wie mit einem neuen männlichen Partner?!