Neue Betten braucht das Land! (Bericht zum Fantreffen 2014)

  • Fantreffen 2014 – Neue Betten braucht das Land!
    (der offizielle Bericht vom 14. internationalen Alarm für Cobra 11-Fantreffen 2014 in Bergneustadt)


    Donnerstag, 18. September 2014 (O’dätscht is‘):


    Fantreffen ist wie Malle. Es ist nur einmal im Jahr. Leider. Schließlich fahren wir tausende von Kilometern quer und längs durch Deutschland in ein rustikales Jugendgästehaus mitten im Bergischen Land, nur um mit Dutzenden weiterer Verrückter (bis zu) 72 Stunden lang Spaß zu haben, Schweiß, Dreck, Mief, Grilldunst und Nikotin einzuatmen und unsere mühsam verdienten Ersparnisse darauf zu verwenden, beim Restaurant „Zum Goldenen M“ die Kilos wieder drauf zu futtern, die wir uns die Monate zuvor mühsam abtrainiert haben. Doch endlich war es wieder soweit…

    Die Autobahn kann so ein schöner Ort sein: Die Sonne scheint, der Benzinpreis ist stabil und die einzige Maut, die meinen Kontostand auf dem Weg von München nach Köln belastet hat, war das Drehkreuz von Sanifair am Rasthof Epgert, als die Cola aus Hirschberg wieder ihren natürlichen Weg nach draußen nehmen wollte. Doch selten war die Autobahn so schön wie am Elzer Berg, als ich den Truck von „Deutschland sucht den Superstar“ überholte. Selbiger befand sich auf dem Pannenstreifen – in einem der Reifen befand sich weit weniger Luft, als in den Gehirnen der Teilnehmer, die sich bald wieder halb-freiwillig in diesen Truck würden setzen müssen. Ich überlegte kurz, ob ich anhalten und auch aus den anderen Reifen Luft ablassen sollte, um die Menschheit (und das RTL-Publikum) von einer weiteren Staffel Castingwahnsinn zu bewahren, nachdem am selben Abend ja bereits der ‚Rising Star‘ ein unrühmliches Ende und seinen wohlverdienten Weg in die Mülltonne finden sollte. Doch ich lenkte meinen Wagen lieber weiter Köln entgegen. Dort begrüßte mich, kaum dass ich am Kreuz Leverkusen von der A 3 auf die A 1 gewechselt hatte, erneut eine Dauerbaustelle. Die Arbeiten am Brücken“hohl“kasten auf der Rheinbrücke zwischen Niehl und Leverkusen waren immer noch nicht abgeschlossen, und bei genauerer Betrachtung sah die Brücke auch immer noch so aus, als hätten die Arbeiten noch gar nicht begonnen. Mitten in die maroden Betonwände und Stützpfeiler wurde lediglich eine nagelneue Radarkontrolle eingebaut, die wohl (penibel) die Geschwindigkeitsbeschränkung und (vergeblich) das LKW-Fahrverbot überwachen sollte. Der einzige Mann, der wie an den meisten der gefühlten 42 Autobahnbaustellen auf meiner Strecke seit Oberbayern Tag und Nacht mühevoll und gebückt seinen Dienst verrichtete, dürfte (mal wieder) der arme Mann auf dem Baustellenschild gewesen sein.


    Ich setzte den Blinker nach rechts, quetschte mich vor einem Kleintransporter auf die Ausfahrtsspur und stand zehn Minuten später vor und wiederum drei Minuten später auf Ellis Balkon. Dort gab es erst einmal das wichtigste Utensil eines jeden und meines mittlerweile zehnten Fantreffens: Kaffee! Dem wiederkehren Sommer folgend machten wir uns es auf dem Balkon gemütlich und diskutierten ausgiebigst die Ereignisse der vergangenen Monate und die Planungen für das kommende Wochenende. Bereits nach wenigen Sätzen und dem ersten Wortspiel unterhalb der Gürtellinie war klar: Wir kommen wieder in Fantreffen-Stimmung. Nur widerwillig verließen wir den Balkon, um die letzten Erledigungen in Köln zu tätigen. Im nahen Gartenland erstanden wir mitten im Hochsommer einen Schneeball und im Rewe noch den dringend benötigten Kaffee-Nachschub. Für unseren kurzfristigen Arbeitseifer belohnten wir uns mit „zwei mal sechzig“. Was im Obergeschoss des Centers Chorweiler nicht zwingend Hundertzwanzig ergibt, sondern zwei große Portionen Lasagne-Eis. Mitten im schönsten Vanilletraum fiel Ellis Blick im nahen Nanu-Nana auf die Auslage mit den mehr bis minder schlüpfrigen Trinkspielen. Das sollte sich noch als böser Fehler erweisen…


    Wieder bei Elli daheim feierten wir das bevorstehende Fantreffen wie gewohnt mit einer Flasche Sekt und einer Pilotfolge Cobra 11. Nachdem Elli – wer hätte es gedacht – erneut von Alex Brandt vom Kölner Rheinschiff gerettet worden war, stellte sich Bettschwere ein. Und so gingen bereits um 22:00 Uhr im Kölner Norden die Lichter aus…


    (gleich geht's weiter...)

    fantreffen 2005 (Wir lassen es krachen) // 2006 (Never change a running system) // 2007 (Abschied) // 2008 (Schlafen kann man auch zuhause) // 2009 (Cobra 11 Freunde müsst ihr sein) // 2010 (Ausnahmezustand im Strafvollzug) // 2011 (72 Stunden Semir, Spaß und Schokolade) // 2012 (Hürth, wir haben ein Problem!) // 2013 (Zarte Fäuste und ein Hallelujah) // 2014 (Neue Betten braucht das Land!) // 2017 (Irgendwann is' Schluss)

  • Freitag, 19. September 2014 (Neues vom Landei):


    Fantreffen ist wie Malle. Die Männer erzählen versaute Witze und die Frauen lachen am Lautesten darüber. Und im Bergischen Land ist Schlangenlinien fahren ja auch im nüchternen Zustand Pflicht…

    Ich hätte nie gedacht, dass uns an einem Fantreffen-Wochenende mal langweilig werden könnte. Doch da Matze den Bummel-Intercity nach Köln dem weißen Sprinter vorzog, hatten wir trotz ausgiebigem Frühstück noch mehr als ausreichend Zeit. Elli fand in den dunklen Ecken ihres Kellers noch zwei Massageliegen, die wir als „Notreserve“ gegen durchhängende Gästehausbetten mit in meinen bereits mehr als gut gefüllten Kofferraum stopften. Als es uns auf dem Balkon zu langweilig wurde, zogen wir uns noch eine weitere Folge Cobra 11 rein. Um kurz vor zwölf fuhren wir los, und kurvten am Kölner Hauptbahnhof Dutzende Male im Kreis, um einen der begehrten halbwegs geruchsneutralen Parkplätze zu ergattern. Relativ pünktlich quetschte sich Matze neben Snowball und Yogaliege auf die Rücksitzbank. Nun war wirklich kein Platz mehr, so dass wir umgehend nach Bergneustadt starten konnten und hinter der Zoobrücke auf die nächste verwaiste Baustelle trafen. Wir winkten ein letztes Mal Richtung Messegelände, in dem Marius gerade die Photokina unsicher machte (falsche Priorität, Marius!), und beschleunigten auf die legendäre „A 4 Richtung Olpe“.


    Radio RPR eins erheiterte uns mit der polizeilichen Suche nach einer „schwarzbunten Kuh“, als wir bereits bei Gummersbach die Autobahn verließen und uns in Richtung der Stadt mit dem bekannten Handballverein und dem weniger bekannten Burgtheater-Kino aufmachten. Wir witzelten, welche Drogen die Gummersbacher Stadtplaner wohl genommen hatten als sie beschlossen, Teile des Innenstadtrings „Andienungsstraße“ und „La-Roche-sur-Yon-Straße“ zu nennen… Und Elli fühlte sich fast schon wieder heimisch, als wir am Stadtrand von Gummersbach an einem LKW mit „Zunft Kölsch“ vorbeifuhren. Bereits 7 Kilometer später kam die Aggertalsperre in Sicht und wir zockelten einem Fahranfänger hinterher, der meinte, man müsse die Serpentinen zur schönen Aussicht zwingend im ersten Gang erklimmen. Endlich erreichten wir den berühmtesten Schotterparkplatz, seit der in Kalscheuren geteert worden war und wurden von einem telefonierenden Thorsten begrüßt. Erstaunlicherweise war um kurz vor 14:00 Uhr noch kein anderer Fan in Sicht, doch bald darauf traf auch der Küchenchef von Chez Cobra, unser Matze ein.


    Leider konnten wir unser Domizil für die nächsten zwei (schlaflosen) Nächte noch nicht beziehen, und nach einigem Hin und her beschlossen wir, schon mal den Lidl unsicher zu machen, dessen Eingang bereits einige Zeit von Petra und Ani bewacht wurde. Mit schmalen Budget (im Scheckkartenformat) und festem Einkaufsplan betraten wir die Bergneustädter Dependance des größten Schwarzmarktes Deutschlands: Wir wollten ja nur das Nötigste für den Grillabend und das Frühstück besorgen. Thorsten musste Matzes kulinarische Experimentierfreudigkeit daher des Öfteren bremsen, nur in der Ecke mit Küchenrollen und Klopapier ließ sich Thorsten überzeugen, doch noch etwas anderes zu besorgen. Als Matze die Möglichkeit gekommen sah, zum nächsten kulinarischen Tagtraum anzusetzen, wiesen wir ihn nochmals im Chor darauf hin, was ausschließlich auf dem (imaginären) Einkaufszettel stand: „Alles zum Grillen, Frühstücken und Sch…!“ Kaum war das dritte Wort unzensiert ausgesprochen drehte sich ein junges Mädchen nach uns um, dessen Erziehung bezüglich des zurückhaltenden Gebrauchs mit fäkalen Schimpfworten wir wohl gerade auf Jahre hin versaut hatten… Die Kassiererin ließ sich trotz unserer drei prall gefüllten Einkaufswägen ihre gute Laune nicht nehmen und wünschte uns sogar ein schönes Wochenende mit dem dezenten Hinweis, sie würde auch bei unserem Samstagseinkauf wieder an derselben Kasse sitzen.


    Da unsere Fortschritte im „Lebensmittel-Tetris“ diesmal soweit gediehen waren, dass alle (!) Einkäufe in Anis Auto passten, fuhren Thorsten und ich sofort nach nebenan. Da der Lidl Fanta, Sprite und Co. aus dem Sortiment gekickt hatte, besuchten wir für unseren Getränkeeinkauf noch die naheliegende Konkurrenz – und marschierten stilecht mit einem Lidl-Einkaufswagen bei Aldi Nord ein (die Pfandrückgabe würde drei Tage später und 600 Kilometer weiter südöstlich bei Aldi Süd erfolgen…). Im nahen Rewe organisierten wir noch etwas Grillkohle und schleppten unsere Schätze nach oben. Dort erwarteten uns bereits die ersten Fans am ehemaligen Team-Tisch. Nach dem Befüllen der Küche und etwas Smalltalk sahen wir leicht verunsichert nach oben: Die schwarzen Wolken ließen uns kurz im Unklaren, ob wir nun den Grill oder die Pfanne anschmeißen sollten. Nach kurzen Diskussionen schoben wir den Grill unter den Pavillon und das „Trio Infernale“ (Zapfi, Robert und ich) begann, den Grill zu befeuern und den Bierdurst zu löschen. Diesmal war uns der Grill wohler gesonnen, so dass weniger als eine Stunde später die ersten Steaks und Würstel ihren Weg in die Speisesäle fanden.


    Während uns leichter Niederschlag von oben und frisches Wernesgrüner von innen kühlte, wurden die Vorräte laufend weniger, verzehrt von etwa 65 Fans, darunter auch einigen Neuzugängen. Und einem Berliner, der sich zwar bei Silke sichtlich wohlfühlte, irgendwie aber doch nicht zu 100% zwischen uns Fans zu passen schien… Dieses Geheimnis sollte sich, nach einer kurzen Begrüßung der Fans durch Thorsten und Elli, auch umgehend lüften… Der smarte Berliner outete sich als Drehbuchautor Boris von Sychowski, der extra aus Berlin zu uns gestoßen war, um uns aus seinem Erfahrungsschatz beim „Erspinnen“ und Umsetzen diverser Cobra-11-Folgen zu berichten. Er erzählte uns, dass neben einigen Werbespots (die von einem Katzenfutterhersteller verrissen und somit nie gesendet wurden) die Folge „Tödliche Wahl“ aus seiner Feder stammt – und die Folge „Das Landei“. Letztere führte, wer hätte es gedacht, zu hitzigen Diskussionen – die Bezeichnung „unbeliebt“ wäre für diese Folge bei den eingefleischten Fans leicht untertrieben. Relativ erfolglos versuchte Boris, die Folge als „gescheitertes Experiment“ zu verharmlosen, konnte aber die Fans nur mit ein paar visuellen Eindrücken seiner Arbeiten (inklusive einem blonden Vinzenz Kiefer auf der Suche nach der Seife) wieder besänftigen, bevor die Diskussion zur allgemeinen Hassfolge „Babyalarm“ zu kippen drohte. Er verriet uns unter anderem, dass er auf die Frage hin, für welche Serie er schreibe, beruflich oft bewundert und privat oft milde belächelt wird (keine Sorge, Boris, den zweiten Teil kennen wir alle zur Genüge…) und dass jeder Drehbuchautor bei RTL an einer Frau mit dem schönen Namen „Durchleuchter“ vorbei muss…


    Nach zwei Stunden war der allgemeine Fragenschatz ebenso erschöpft wie die ersten Fans. Wir verabschiedeten Boris und machten uns wieder auf den Weg nach draußen, wo sich der Regen mittlerweile verzogen hatte. Das Wetterleuchten am Himmel flackerte mit der nahen Hoflaterne und dem bundesweiten Blitzermarathon um die Wette, als Elli den „Fantreffen Fail“ beging und das „Saturday Night Game“ aus dem Nanu-Nana schon in der Friday Night auspackte. Bei Friesengeist und Küstennebel zeigten sich die Spielenden und Spülenden noch standhaft, doch der schwäbische Blutwurz gab den meisten den Rest. Jetzt wissen wir auch, warum sich unsere Susanne so gut in der Pathologie auskennt… Dank ihrem hochgeistigen Beitrag zum Gelingen des Abends waren die Geissens, Isy, Zapfi und ich plötzlich alleine in der Nacht. Als nächstes machte Zapfi schlapp, im Gegensatz zu früheren Fantreffen ist er schließlich nicht mehr unter der Bank oder unter der Treppe, sondern nunmehr schon länger unter der Haube zu finden. Um kurz nach drei tippelten auch Isy und ich nach oben und begaben uns zur Ruhe. Die Nacht sollte etwas ganz besonderes werden – das Gästehaus hatte schließlich mit neuen Betten aufgerüstet. Der Liegekomfort war dadurch deutlich gesteigert. Ob auch die durchschnittliche Schlafdauer an der Schönen Aussicht positiv beeinflusst wurde, sei mal dahin gestellt…


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    fantreffen 2005 (Wir lassen es krachen) // 2006 (Never change a running system) // 2007 (Abschied) // 2008 (Schlafen kann man auch zuhause) // 2009 (Cobra 11 Freunde müsst ihr sein) // 2010 (Ausnahmezustand im Strafvollzug) // 2011 (72 Stunden Semir, Spaß und Schokolade) // 2012 (Hürth, wir haben ein Problem!) // 2013 (Zarte Fäuste und ein Hallelujah) // 2014 (Neue Betten braucht das Land!) // 2017 (Irgendwann is' Schluss)

  • Samstag, 20. September 2014 (Ballermann 11- Willkommen in El Arsenal):


    Fantreffen ist wie Malle. Nur schlimmer. Wir hören halb-freiwillig Sauflieder und schlechte Schlager, um damit unseren Kater durch die körpereigene Katzenklappe in die Kloschüssel zu befördern. Wir haben viel zu wenig Schlaf, viel zu viel Adrenalin und eigentlich nichts zu tun, was auch nur halbwegs Sinn macht. Außer, unsere jugendlichen Gäste (und auch solche, die es eigenen Angaben zufolge einmal waren) mit Frühstück zu versorgen…


    Schlagartig war die Nacht vorbei, als Thorsten um kurz nach 7 auf seinem Smartphone die Playlist mit den Ballermann-Hits (Mallorca-Edition) aktivierte. Während viele unter die Dusche und andere in die Küche flohen kämpften die im Zimmer Verbliebenen gegen den spontan einsetzenden Ohrenkrebs an, den Mickie Krause und Konsorten in uns hervorriefen. Situationsbedingt prüften wir unsere Vorräte an Oropax und Kopfschmerztabletten – nur gut, dass man aus dem Inhalt unserer Medikamentenkoffer Ibuprofen 2400 hätte mixen können… Langsam aber sicher trudelten alle Fans in den kleinen Speisesaal zum großen Frühstück ein und spätestens dort wurde das erste Highlight des erwachenden Tages heiß diskutiert: Gegen viertel nach zehn brachen wir Richtung Gummersbach auf. Obwohl auf diesen 7 Kilometern reihenweise die Navis versagten und die Parkhäuser der dortigen Innenstadt auf ein Minimum reduziert waren, fanden wir uns pünktlich mit den letzten drei Neuankömmlingen in der Gummersbacher Kaiserstraße wieder. Elke Schubert von action concept begrüßte uns, organisierte uns Getränke und Popcorn und stellte einen zweiten Gast vor: Stunttechnik-Leiter Jörg Lorbach, der uns die kommenden 90 Minuten auf der dunklen Seite und den Nachmittag über noch begleiten würde. Das Licht ging aus und gebannt sahen die Helden der Fantreffen auf die Helden der Leinwand…


    Als das Licht (viel zu früh) wieder anging und der Applaus verklungen war, durften alle Teilnehmer noch Lose ziehen. Direkt nebenan im Foyer wurde bereits heiß diskutiert, wer etwas gewonnen hatte – und wenn ja, was? Wir trennten uns wieder und suchten in den Wirren des Stadtfestes und der verschiedenen Parkhäuser unsere Autos, nur um uns halbwegs geschlossen beim Gummersbacher McDonalds drei Straßen weiter wieder zu finden. Dabei lernten wir, dass Einbahnstraßen in Luxemburg wohl anders geregelt waren als bei uns und wie ein McTschick gemacht wird (gefüllter Aschenbecher zwischen zwei Brötchenhälften…). Kurz vor zwei kamen wir wieder in Bergneustadt an und bevölkerten dank der aufkeimenden Sonne erneut die Bänke im Freien. Bald darauf erschienen auch Elke und Jörg wieder auf der Bildfläche und hatten etwas mitgebracht: Standesgemäß fuhren sie mit Alex‘ Dienstmercedes und einem Polizeiauto auf dem Hof, welches sie mit gekonnten Handgriffen in wenigen Sekunden mit Blaulicht und NRW-Nummernschild ausstatteten. Die beiden hatten auch David Küpper, Motivaufnahmeleiter bei Cobra 11, mitgebracht, der es schon sehnsüchtig erwartete, den Fans mitzuteilen, was alles unterschiedlich gehandhabt wird beim Dreh unserer Lieblingsserie (das scheint sein liebster Satzanfang zu sein…). Doch erst wurden die beiden Fahrzeuge einer ausführlichen Begutachtung und Ablichtung durch die Fans unterzogen. Einzeln und grüppchenweise ließen wir uns mit den Autos ablichten, unbestätigten Angaben zufolge sind auch wieder einige Selfies entstanden, die bereits kurze Zeit später den Weg in die endlosen Weiten der Facebook-Profile fanden.


    Frisch mit Matzes und Petras Kaffee gestärkt begannen unsere drei Gäste, geduldig und ausgiebigst alle Fragen zu beantworten. So lernten wir unter anderem, welchen Aufwand es bedeutet, ein Stück „echte“ Autobahn zu sperren und warum es trotzdem auf Dauer langweilig ist, immer auf der FTL zu filmen. Wie Cobra 11 zu Fahrzeugen, Drehorten, (noch nicht) verwüsteten Wohnungen und voll ausgestatteten Toiletten kommt und woher eigentlich die Babys von Babyalarm kommen (die hat der Storch gebracht – oder der Puppenbauer modelliert). Nach über zwei Stunden waren die Fragen der Fans erschöpft und so begann die sehnsüchtig erwartete Verteilung der 27 Preise. Die Gewinner freuten sich unter anderem über signierte Poster, CDs, DVDs und Blu-Rays, als spezielles Highlight gab es auch Cobra-11-Bettwäsche zu gewinnen. Als alle Preise verteilt und noch drei Gewinnerlose übrig waren, zog Elke Schubert noch drei Asse aus dem Ärmel – in Form von drei Eintrittskarten für die Premierenfeier des neuen Piloten. Die Ehre ging an Simon, Mandy und Sabine. Peter war verständlicherweise nicht zu 100% begeistert, seine Frau in drei Wochen bereits wieder vom Frankenland aus nach Köln zu kutschieren, doch wahre (Fan-)Liebe kennt sowieso keine Grenzen…


    Nachdem nunmehr (fast) alle Preise verteilt waren, ging es an die Verteilung der diesjährigen Plakate und Karten. Elli und Thorsten hatten ihren jährlich wachsenden Bestand an alten Postern, Postkarten und Autogrammkarten geplündert und so konnten sich viele noch mit Material aus den Vorjahren eindecken. Mitten unter den ganzen Vorräten tauchte noch ein signiertes Poster auf, und so musste Thorsten selbiges nach einem speziellen und gerechten, spontan von ihm ausgedachten System mittels Los Nr. 14 zuteilen (nachdem die Finalisten sich nicht damit einverstanden erklärten, das Poster „salomonisch“ in drei Teile zu teilen…). Zwischenzeitlich bereitete die Küchencrew alles für den italienischen Abend vor und bald konnten sich die ersten an der selbst gemachten Pizza satt essen. Bald startete die zweite Runde des großen Quizduells: Simon packte den roten Buzzer und den Günther Jauch in sich aus und zermürbte Elli und Robert mit ziemlich gemeinen Fragen rund um unsere Lieblingsserie. Mit teils fiesen Abstauberpunkten und mächtig Pokerface konnte Robert schlussendlich das große Quizduell für sich entscheiden.


    Nachdem der Himmel uns wieder gewogen war zog es die ersten wieder nach draußen und andere bereits ins Bett. Gegen Mitternacht legte sich bereits eine schwermütige Ruhe über das Jugendgästehaus, und um kurz nach 2 machten Thorsten und ich die Schotten endgültig dicht und verzogen uns ins Teamzimmer. Trotz neuer Betten war jedoch an Schlaf noch lange nicht zu denken, der Orangenwitz vom letzten Jahr zog immer noch seine saftigen Kreise, auch wenn Elli dieses Jahr lieber zu Zitronen greifen wollte…


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    fantreffen 2005 (Wir lassen es krachen) // 2006 (Never change a running system) // 2007 (Abschied) // 2008 (Schlafen kann man auch zuhause) // 2009 (Cobra 11 Freunde müsst ihr sein) // 2010 (Ausnahmezustand im Strafvollzug) // 2011 (72 Stunden Semir, Spaß und Schokolade) // 2012 (Hürth, wir haben ein Problem!) // 2013 (Zarte Fäuste und ein Hallelujah) // 2014 (Neue Betten braucht das Land!) // 2017 (Irgendwann is' Schluss)

  • Sonntag, 21. September 2014 (Alarm für Zimmer 14):


    Fantreffen ist wie Malle. Nur, dass die besten Plätze in unmittelbarer Nähe von kristallklarem, fließenden und beizeiten auch warmem Wasser nicht von deutschen Handtüchern belegt sind. Sondern von tschechischen…


    Gegen 7:40 Uhr begann Matze aus dem Bett zu fallen. Das Entsetzen stand ihm nach dem Blick auf die Uhr ins Gesicht geschrieben (soweit ich das mit ausgeschalteter Deckenlaterne entziffern konnte) und er befürchtete schon, dass eine aufgebrachte hungrige Meute ihren Durst nach Kaffee alternativ mit Bamberger Blut würde stillen wollen (von Blutwurz hatten die meisten immer noch die Schnauze voll). Doch die Sorge war völlig unbegründet. Viele Teilnehmer zogen es vor, bereits vor dem Frühstück ihre Koffer zu packen und die Betten abzuziehen, und die große Kaffeemaschine zauberte bald die perfekte Medizin für übermüdete Fantreffenteilnehmer. Nur vereinzelt kam die Frage, was denn grade die Kaffeemaschine macht… (dreimal dürft ihr raten…). Nach dem zweiten ausgiebigen Frühstück leerten und säuberten wir das Gästehaus.


    An dieser Stelle einen großen Dank an all die stillen Helferlein (stellvertretend seien hier Jutta, Jasmin, Susanne, Peter, Robert, Christian und Zapfi genannt), die uns unaufgefordert in der Küche, beim Abwasch, beim Grillen, beim Tischeschleppen und auch beim Saubermachen geholfen haben. Dank Euch haben wir den Laden so flott und so sauber verlassen, wie wir ihn künftig gerne vorfinden wollen.


    Auch die Abrechnung mit dem Herbergsvater (rein buchhalterisch natürlich) ging schnell und unkompliziert vonstatten, so dass wir im strömenden Regen einen letzten Autokorso Richtung Hürth starteten. Bevor jetzt falsche Eifersucht aufkommt – wir waren nicht bei Action Concept. Wir haben lediglich aus sentimentalen Erwägungen unser früheres Stammlokal, den Hürther McDonalds besucht, und das ausklingende Fantreffen mit Chicken-Boxes, Maxi-Menüs, Cappucinos und Marcels gefallenen Burgern gefeiert. Die letzten schlechten Witze machten die Runde („Wenn die meisten Fahrer Geburtstag oder Geburtsjahr auf dem Nummernschild haben – für was steht dann bei mir die 18?“ – „Fahranfänger“) und gegen 14:00 Uhr verabschiedeten wir uns endgültig voneinander. Elli und ich fuhren auf die Luxemburger Straße dem nächsten Stau in Köln-Bocklemünd entgegen. Während die dort Stehenden wohl überwiegend dem 0:0 gegen Gladbach entgegenfiebetern, kamen unsere wohlig-warmen Betten für den ersten ausgiebigen Schlaf seit Beginn des Fantreffens mit jedem Meter endlich näher…


    Ob es ein nächstes Fantreffen in dieser Form gibt und wenn ja ob das im Jahr 2015 stattfinden wird, können wir an dieser Stelle noch nicht bestätigen. Wir wollen uns bemühen, etwas „frischen Wind“ in die Fantreffen zu bringen und vielleicht auch mal etwas Neues auszuprobieren, doch das benötigt etwas mehr Zeit. Und auch wenn die Initiative „Zimmer 14 für Fantreffen 15 e.V.“ noch am selben Morgen ihre Gründungsversammlung feierte lassen wir uns derzeit nicht festlegen ob und wann das nächste Fantreffen stattfindet. Das weiß derzeit nur der Himmel… Und der Hohl…


    Bis dahin alles Gute
    Euer thommyn


    Fantreffen ist wie Malle. Wenn es vorbei ist, sind wir erst recht urlaubsreif - und wir kehren (meistens) braungebrannt, (stets) völlig übernächtigt und (bestenfalls) mit ein paar neuen Telefonnummern nach Hause zurück. Doch bereits auf der Rückfahrt stellen wir uns zum ersten Mal die Frage aller Fragen: Wann ist es endlich wieder soweit? Denn: Nach dem Fantreffen ist vor dem Fantreffen und der Spaß dauert 72 Stunden…

    fantreffen 2005 (Wir lassen es krachen) // 2006 (Never change a running system) // 2007 (Abschied) // 2008 (Schlafen kann man auch zuhause) // 2009 (Cobra 11 Freunde müsst ihr sein) // 2010 (Ausnahmezustand im Strafvollzug) // 2011 (72 Stunden Semir, Spaß und Schokolade) // 2012 (Hürth, wir haben ein Problem!) // 2013 (Zarte Fäuste und ein Hallelujah) // 2014 (Neue Betten braucht das Land!) // 2017 (Irgendwann is' Schluss)

  • Thommy!!! Du hast dich wieder einmal übertroffen...ich hatte das Wochenende gerade in jeder Sekunde des Lesens wieder vor mir...ich war mitten drin!. Und du warst diesmal schnell. :thumbsup:

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Einfach super Thommy!
    Ich wünsche mich gerade drei Wochen zurück-es war so schön. Nachdem ich ja auch dem Fantreffenrettungsverein angehöre, erkläre ich mich auch bereit, beim nächsten Mal wieder die Reinigung der Sanitäranlagen zu übernehmen und vor allem: Ich bringe wieder Blutwurz mit! :D

  • ... und vor allem: Ich bringe wieder Blutwurz mit! :D


    NEIN SUSANNE!!! NICHT DIESES ZEUGS....mir ist jetzt noch schlecht :D Und das Schlimme ist,,,dieses Zeug kann man auch hier bei uns kaufen..... <X

    _______________________________
    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • NEIN SUSANNE!!! NICHT DIESES ZEUGS....mir ist jetzt noch schlecht :D Und das Schlimme ist,,,dieses Zeug kann man auch hier bei uns kaufen..... <X


    War das der Schnaps welcher nicht schmeckte ? ;)

    Deutschlands erfolgreichste Eigenproduktionen:


    Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei (12.03.1996 - 14.11.2019)
    Hinter Gittern - Der Frauenknast (22.09.1997 - 13.02.2007)


    EINE EINZIG WAHRE ERFOLGSSTORY MITTEN IN DEUTSCHLAND.

  • War das der Schnaps welcher nicht schmeckte ?


    Nein, der erste schmeckte ganz großartig, der zweite noch besser. Und da ich auf den dritten und weitere folgende verzichten konnte, habe ich den Blutwurz in bester Erinnerung. :P

    "Ich will mit Alex arbeiten - oder gar nicht!"

  • Nein, der erste schmeckte ganz großartig, der zweite noch besser. Und da ich auf den dritten und weitere folgende verzichten konnte, habe ich den Blutwurz in bester Erinnerung. :P


    Thorsten hatte bereits der erste gereicht. :D

    Deutschlands erfolgreichste Eigenproduktionen:


    Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei (12.03.1996 - 14.11.2019)
    Hinter Gittern - Der Frauenknast (22.09.1997 - 13.02.2007)


    EINE EINZIG WAHRE ERFOLGSSTORY MITTEN IN DEUTSCHLAND.

  • Wieder mal ein Klasse Bericht!
    Hab ja schon drauf gewartet. :D Denn Thommys Fantreffen Berichte sind immer was ganz Besonderes.


    Ich hab sogar 5 Gläser Blutwurz überlebt und so schlimm schmeckt er gar nicht,wenn man sich erst mal dran gewöhnt hat. :D

    Am Ende gibt es nur zwei Möglichkeiten, aufgeben oder weitermachen.

  • ja wenn man sich dran gewöhnt hat....aber dazu kam es bei mir erst gar nicht. Ich mag das Zeug nicht. 1 okay aber mehr muss nicht sein und vielleicht war sein Einsatz ja auch falsch bei dem Trinkspiel :D

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

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