Von Löwen und Toten




  • Mitte September war die Beerdigung. Ben, Annelie, Andrea und Semir waren zu Josh und Yao nach England geflogen. Alles hatte sich in einer kleinen Kirche nach des St. James Park versammelt. Ein mahagonifarbener Sarg stand vor dem Altar. "Jetzt bist du dran, Liebling.", hauchte Annelie nur. Ben hatte von Josh das Versprechen abnehmen lassen, dass er eine kurze Rede über Chris halten sollte. Sie trug ein schwarzes Kleid, dass bis zu den Knien reichte. Die Frisur war hochgesteckt. Ben nickte und zog seinen ebenso schwarzen Anzug kurz zurecht. Eher er am Pult war, hörte er das tiefe Schluchzen von Josh. Er war nur der Cousin von Chris, aber er verhielt sich, als wäre es sein Zwillingsbruder gewesen. Ein Stück vom Herzen, dass man ihm rausgerissen hatte. Ben stand endlich vor dem Pult.Er strich sich das Haar hinter die Ohren und holte kurz Luft.
    "Hallo Miteinander, eine kleine Vorwarnung zum Anfang, ich bin kein Poet, also werde ich meine Worte an Chris richten, wie ich sie an jemanden richten würde, den ich sehr vermisse...und das tue ich..." Annelie lächelte kurz aufmunternd als er sie ansah. Ben fühlte sich ermutigt und er holte Luft. "Chris...du warst ein Typ mit vielen Ecken und Kanten. Manchmal hast du mir echt mühe bereitet Kumpel doch tief in meinem Inneren wusste, ich, was für ein guter Kerl du bist, auch wenn es mein Dickschädel manchmal nicht zugeben wollte. Und ich bin nicht der Einzige der dich vermisst. Wir alle wissen, was du hinterlässt. Also ist die Trauer groß..." Semir und Josh nickten. "Ich hatte meine Spannungen mit diesen Kerl, aber bei all diesen Differenzen weiß ich, dass er ein liebevoller Vater, bester Cousin und seit neuestem auch großer Bruder war. Er war ein Mann, der undurchsichtig und arrogant nach außen, aber aufgeweckt, freundlich und hilfsbereit zu den Menschen war, die ihn kannten. Wir wussten, warum er so war wie er war. Und wir haben es akzeptiert. Ich kann nur für mich sprechen und hoffen, er ist jetzt an einem Ort, wo er seinen inneren Frieden findet.", endete Ben und musste schlucken. Sie ging selbst ihm ans Herz, obwohl er wusste, was er sagte.


    Er ging vom Podest und setzte sich wieder neben seine Freundin. Annelie legte ihre Hand auf die seine. "Ich bin stolz auf dich", flüsterte sie ihm ins Ohr und er nickte dankend. "Er mag zwar ein dickköpfiger Arsch gewesen sein", sagte er dann leise, "aber irgendwie mochte ich ihn doch!" Sie bemerkten nicht, wie sie beobachtet wurden. Eine dunkle Silhouette sah zu, wie der Sarg in die Erde getragen wurde, wie die Verwandten persönliche Gegenstände hineinlegten und ihrer Trauer freien lauf ließen. "Es musste sein", flüsterte sie und ging davon, unbeachtet, unbemerkt von allen Leuten.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Zwei Wochen später. Ben saß am Steuer seines Mercedes, Semir neben ihm. Die tägliche Routine hatte sie wieder eingeholt, doch nichts war wie zuvor. Semir hing lethargisch mit dem Kopf am Fenster und sah hinaus. "Okay Partner, was ist los? Du bist heute gesprächiger als der Radiomoderator. Ist es immer noch wegen Chris?", wollte Ben wissen und sah zu Semir hinüber. Dieser drehte kurz seinen Kopf und sah seinen jungen Kollegen an. "Was soll ich denn machen? Ich vermisse diesen großen, englischen Dickkopf mit seiner tiefen Stimme.", murmelte der Deutschtürke. Ben nickte nur. "Komm, lass uns Mittagessen. Vielleicht verfliegt dann die trüben Gedanken."Ben fuhr auf eine Gaststätte zu und gemeinsam stiegen sie aus. "Komm schon, ein Essen wird dich aufmuntern..." Ben wusste langsam nicht mehr, was er tun sollte. Semir war ein wandelnder Trauerkloss und so sehr sich alle Mühe gaben, es brachte nichts. Sie gingen gemeinsam in das hölzerne Haus und setzten sich an einen Tisch. "So...bestell' dir was, geht alles auf mich!", sagte Ben und von der Kellnerin gerne die Speisekarte entgegen. "Okay...ich glaube ich genehmige mir ein Sandwich...", murmelte Ben und sah zu Semir, der lustlos in der Speisekarte herumblätterte. "Komm, Semir...die Kellnerin wartet!" Diese lächelte leicht beschämt. "Ich nehme nur einen Kaffee...", murmelte er in den Bart und die Kellnerin nickte. Sie verschwand. "Komm Semir so kann's echt nicht weitergehen...ich weiß es ist furchtbar...aber...", er strich über seine Schulter, "uns hätte auch mehr passieren können...denke mal daran!" Semirs Blick war dunkel. "Kann ich aber nicht! Ich denke an Maggie und das arme Kind! Weißt du, was die nun durchmachen!" Ben seufzte und strich sich über die Augenlider. "Ich weiß...ich denke auch an Josh...aber wir müssen nach vorne schauen Kumpel, wir können nicht ewig lethargisch dasitzen...Lukas macht es ja auch nicht!"


    Ehe die Kellnerin mit den bestellten Sachen wiederkommen konnte, klingelte Semirs Handy. Dieser bemerkte es gar nicht, doch Ben machte ihn eindringlich darauf aufmerksam. "Gerkhan...", meldete sich der Deutschtürke und hörte dann gespannt zu. "Ja...ja, wir sind gleich da.", war alles, was Semir rausbrachte. Der junge Hauptkommissar sah seinen Freund fragend an. "Es gibt Arbeit. Ein Tiertransport wurde überfallen. Annelie und Lukas sind schon vor Ort." "Kann das nicht warten? Ich hab Hunger?", klagte Ben und wie auf Kommando knurrte sein Magen. Jetzt musste Semir doch lachen. Die Situation war doch zu komisch."Toll, meine Witze findest du nicht lustig aber wenn ich beinahe verhungere dann grinste wie ein Honigkuchenpferd!" Semir sah, wie die Kellnerin kam. "Kann ich Sie um einen Gefallen bitten?" Sie sah ihn verwundert an - sie war über die Freundlichkeit des Mannes verwundert, der vorhin noch gebrummelt hatte wie ein alter Stinkstiefel.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • "Natürlich, was kann ich tun?" "Könnten Sie meinen Kaffee in einen Becher tun und das Sandwich für den Herrn da einpacken, sonst stirbt der mir noch den Hungertod!" Die junge Frau nickte. "Natürlich, das ist kein Problem, geben Sie mir zwei Minuten." Sofort war sie verschwunden. "Das gefällt mir schon besser Partner! Lächeln, dann geht's wieder!" Semir zog eine Augenbraue hoch. "Nun gut...vielleicht hast du recht..." "Ihre Sachen..." Die Beiden sahen zu Kellnerin die sogar eine kleine Tüte vorbereitet hatte. Ben nahm seine Geldbörse hervor und gab der Kellnerin fünf Euro Taschengeld. "Stimmt so, danke für Ihre Mühe!"


    Ben steuerte mit dem Sandwich im Mund den Mercedes zum Tatort, der nicht weit von der Raststätte auf einem Parkplatz verübt worden war. Semir war nun etwas aufnahmebereiter und las die Aufschrift des Transporters. "Tiertransporte" und "Achtung Lebende Fracht" waren dick unter zwei großen Löwenköpfen angeklebt. "Was uns jetzt wohl erwartet...", meinte er nur und trank die letzten Reste seines Kaffees. Ben schlang das letzte Häppchen seines Sandwiches hinunter. Beide Kommissare gingen auf Annelie zu, die mit dem Fahrer redete. Lukas war auf der Ladefläche, jedenfalls sah man dort seinen Haarschopf. "Gelpinsel voraus", murmelte Ben und Lukas sah auf. Nach diesem Zwischenfall hatte er sich die Haare geschnitten und den Bart abrasiert. "Halt die Klappe", kam es lachend und er hielt den Zeigefinger vor dem Mund. "Zeig' mal, sind da echt Löwen drin?" Ben gesellte sich zu Lukas, während Semir zu Annelie ging. "Hey mein türkischer Hengst", begrüßte sie ihn und sie gaben sich drei, freundschaftliche Küsse auf die Wange. "Na, zum ersten Mal stolpert ihr Beide über einen Fall..." Annelie zuckte mit den Achseln. "Stolpern kann man nicht sagen, Susanne hat ihn uns durchgegeben, und da wir denken, dass es was größeres sein könnte, haben wir sie gebeten, euch anzurufen!" Sie wies auf den Fahrer. "Markus Engler, der Fahrer des Wagens, der hat, nachdem die Löwen Radau machten, auf dem Pannenstreifen angehalten und nachgesehen...tja....da sah er das Übel..." "Welches Übel?", fragte Semir verwundert und in dem Moment gab Ben einen angeekelten Laut von sich.
    "Ben, was ist los?", wollte Semir wissen. "Hier...hier liegt ein...ein...Boah neee...", stieß er aus und steckte seinen Kopf aus der Ladefläche. "Man, du Weichei...sag bloß, du hast noch nie ein totes Schaf gesehen?", kam es von Lukas. "Ja, aber nicht so...ich meine, das da ist verfetzt...", stieß Ben nur aus. Semir rollte mit den Augen. "Was ist mit den Tieren? Ich höre kein Gebrüll.", wollte Semir wissen. "Das ist das Problem.", meinte Annelie. "Wie jetzt? Sag jetzt nicht, die Dinger sind...." "Doch...die Tiere sind weg. Herr Engler wollte nachsehen und dann bekam er einen Lappen aufs Gesicht gedrückt, wie er sagte.", erklärte Annelie. "Und die Tiere hat man dann so einfach ... entführt oder wie?"

  • "Jap. Frag' mich zwar auch wie man Löwen einfach ohne Aufsehen stehlen kann, aber es ist anscheinend passiert..." Semir stemmte die Hände in die Hüfte. "Äußerst seltsam..." Ben und Lukas kamen aus dem Laderaum. "Jedenfalls, kann man nichts genaues sehen...da muss Hartmut ran", meinte Lukas und klopfte sich den Stroh von der Kleidung. "Nun ja...jedenfalls, Löwen sind gerne auf dem Schwarzmarkt gesehen, soweit ich Richtung informiert bin...viele wollen ihren Kopf auch über dem Kamin hängen haben..." Alle sahen zu Annelie. "Wer will den so was...", fragte Semir angeekelt und Annelie zuckte mit den Achseln. "Nun ja...Perverse, Tierhasser, Sammler...guckt mich nicht so an, ich bin nicht einer von denen, ich analysiere nur!" Lukas sah sich um. "Wie auch immer, ein gemeinsamer Fall...", bemerkte er und alle nickten.


    Ferdinand von Manger tänzelte über den Kies wie ein Kind, in freudiger Erwartung eines Geschenkes. "Wo sind sie? Wo sind sie?", wollte er erfreut wissen. Für seine 68 Jahre war er noch sehr fidel und bemerkenswert kräftig. Äußerlich sah er aus, wie Mitte 40. Nur eine graue Haarlocke über der Stirn war das einzige Altersanzeichen bei ihm. Mit seinem engen Vertrauten Ralf Beißer ging er auf einen Stall zu, von wo aus ein großes Getöse kam. "Die haben wir vor über einer Stunde geholt. Es sind wunderbare Exemplare. Der Neue hat sich voll und ganz bewährt.", erklärte Beißer. Von Manger klatschte erfreut in die Hände. Er hatte schon viele Tiere gesammelt, seinen eigenen kleinen Zoo zusammengestellt. Alles was nur in irgendeiner Form exotisch war, musste er haben. Sie betraten den Stall und von Manger blieb die Luft weg. "Sie sind wunderschön", jauchzte er und sah die betäubten Tiere mit glänzenden Augen an. "Einfach wunderschön", wiederholte er und Beißer lächelte. "Schön dass Sie zufrieden sind", murmelte er und zog eine Zigarette aus einer rot-weißen Packung. "Nun ja, dürften wir da zum Geschäftlichen kommen?" von Manger nickte. "Natürlich, Ihr Einsatz sollte nicht unbezahlt bleiben!" Sie gingen hinaus und Beißer zündete seine Zigarette an. Genüsslich inhalierte er den Rauch. "Wie immer pro Tier 250'000?" Beißer nickte. "Wir sind alte Geschäftspartner, da darf man schon mal einen Treuepreis verlangen..." von Manger zog ein Checkbuch hervor und schrieb den Betrag von 500'000 Euro auf. Dann überreichte er ihn Beißer. "Schön, mit Ihnen Geschäfte zu machen..."


    ...

  • Im Büro angelangt, gingen Semir und Ben gleich ihrer Arbeit nach. "Okay, finden wir doch mal heraus, wo die beiden Löwen eigentlich hin sollten.", meinte Ben nur und schaltete seinen PC an. "Ähhhh..." "Elefantenzahn...noch immer. Seit über einem halben Jahr.", stieß Semir nur aus und musste doch lachen. Noch immer konnte Ben sich sein Passwort nicht merken. Dieser grinste nur verlegen und tippte es ein. Ein zustimmendes Pling verdeutlichte Semir, dass es geklappt hatte. "So, sehen wir doch mal nach..." Während sich Semir die Spedition vornahm, suchte Ben nach dem Zielort des Löwenpärchens."Also...", murmelte er während er die Liste des Lieferdienstes abrief, "mal sehen, wohin sollten die Miezekätzchen gehen..." In diesem Moment traf eine Mail ein, die von Joshua war. Bei Semir traf ebenso eine ein. Es war eine Dankensmail, für die ganzen Trauerkarten, die an die Familie geschickt wurde. Ben seufzte und sah auf. Semir schüttelte kurz den Kopf und Ben konnte an dem Plinggeräusch hören, dass Semir die Mail geschlossen hatte. Ben sagte nichts, jeder Kommentar hätte nun falsch sein können! "So ich glaube ich habe da was, die Löwen hätten eigentlich an den Kölner Zoo gehen sollen...nun ja, eine Attraktion weniger!" Semir konnte, auf diesen Kommentar hin, nur die Augenbraue heben.


    "Ich fahre mal mit Lukas hin. Du kümmerst dich in der Zwischenzeit mit Annelie um den Feuerpinsel ob er schon was hat.", meinte Semir nur und atmete kurz durch. Ben nickte nur und ging dann ins Nebenbüro. Lukas schnellte an ihm vorbei, duckte sich, da Ben ihm immer gerne durch die gestylte Frisur fuhr. "So Mäuschen...dann lass uns mal zu unserem Cyborg fahren und gucken, ob er schon was hat.", meinte Ben nur. Annelie stand auf und kam dicht an ihn heran. "Was hat Semir zu der Mail gesagt? Sicher hat er doch auch eine gekriegt." Ben nickte nur resignierend. "Er ist gleich aufgesprungen und hat sich Lukas geschnappt. Ehrlich gesagt, irgendwie macht er mir Sorgen." "Er kannte Chris halt länger als wir...gib ihm einfach noch ein wenig Zeit...", meinte sie und drückte Ben einen Kuss auf die Wange. Kim Krüger, lief, räuspernd aber doch grinsend, an den Beiden vorbei. Inzwischen hatte man sich an das Liebespaar gewöhnt gehabt. Kim Krüger, hatte ihnen sogar persönlich den Segen gegeben gehabt. Es wurden schon Wetten abgegeben, wann ein Heiratsantrag gemacht wurde. "Fahren wir?", fragte Ben und Annelie nickte. "Eben, gib ihm einfach noch Zeit Ben...das wird wieder!" Ben zweifelte daran. Und Annelie sah dies genau.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Semir und Lukas saßen im BMW. Lukas saß am Steuer und sah immer wieder zu Semir, dessen Kopf am Fenster lehnte. "Semir, was ist denn los? Du hast noch nicht ein Wort seit unserer Abfahrt geredet.", wollte der junge Kommissar wissen. "Hm? Was meinst du?", kam es nur von Semir. "Ich meine, du siehst nicht gerade gut aus.", erklärte Lukas dann. "Du weißt doch warum...Ich kann es halt noch immer nicht glauben.", erklärte er und sah dann, dass Lukas kurz vor dem Zoo war. "Wir sind ja fast da." Lukas nickte nur und verlangsamte die Fahrt. Das Wirtschaftstor stand weit offen und der Jungkommissar fuhr einfach hinein. "Vielleicht sollte man da nicht rein?", meinte Semir und Lukas lächelte. "Ein offenes Tor sagt immer wieder "Komm rein... komm rein..." "Mit dir redet doch alles", erwiderte Semir und Lukas grinste. Er parkte s einen Wagen und stieg zusammen mit Semir aus. "Hör mal zu Kumpel", begann Lukas und lehnte sich mit den Armen auf das Wagendach, "ich habe viele Menschen verloren, so wie du...vor allem meinen Vater, und das auf brutalste Weise...ja ich habe ihn sogar zum Schluss selber getötet...aber...ich lasse meine Mundwinkel nicht bis zum Boden herunterhängen! Und du...du bist Semir Gerkhan, die Legende der Autobahnpolizei. Selbst der Tod von vier Partner, hat dich nicht aufgehalten. Und nun trauerst du unendlich um einen Engländer, der euch des öfteren beschissen hat?" Semir sah Lukas geschockt an. "Ich sage nur die Wahrheit Kumpel, du kennst mich!"


    Semir musste zugeben, dass Lukas recht hatte. "Okay, ich werde mich zusammenreißen.", versprach er nur und ging dann mit seinem jungen Partner auf das Löwenhaus zu. "So kenn ich dich.", grinste Lukas und klopfte seinem Mentor auf die Schulter. Sie gingen einige Schritte und sahen dann von weitem eine Gruppe aufgeregter Tierwärter, die auf irgendwas zu warten schienen. Dann kam einer auf Lukas und Semir zu. "Sind sie die Transporteure? Wir warten auf unsere Löwen.", erklärte der junge Mann. "Oh, das ist jetzt übel. Wir sind eigentlich von der Kripo Autobahn und kommen wegen ihrer Löwen." "Das...das versteh ich nicht.", meinte der Pfleger nur. "Nun ja, Ihre Löwen sind weg!", sagte Lukas direkt und die Wärter rissen ihre Augen auf. "Wie weg?", fragten sie verwundert. "Na weg, futsch, geklaut", wiederholte Semir und die Männer schwiegen geschockt. "Deshalb sind wir hier, wir würden gerne wissen, was für einen Wert die Löwen hätten und wieso man die klauen würde?" Einer der Männer sammelte sich wieder und überlegte. "Sie sind wertvoll in dem Sinne, dass es ein Männchen und ein Weibchen sind. Beide gerade läufig. Sie sind wertvolle Zuchttiere!" Semir und Lukas sahen sich an. "Könnte ein Sammler an ihnen Interhesse haben?"

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • "Wie gesagt, sie sind sehr wertvoll...aber sie sind Wildtiere und daher sehr gefährlich, wenn man nicht weiß, wie man mit ihnen umgehen muss.", erklärte der Mann. Semir und Lukas nickten nur. "Sagen sie uns dennoch einen Preis. So als Richtlinie." "So als Richtlinie... für jedes Tier etwa 100.000 Euro.", erklärte der Tierpfleger. "Wow...", staunte Semir nur und Lukas musste zustimmen. "Wissen sie denn, wie oder wer unsere Löwen entführt wurden?", fragte ein anderer Tierpfleger. "Tja, das wissen wir noch nicht. Aber keine Sorge, bisher haben wir jeden Fall gelöst, den wir bekommen haben.", erklärte Semir. "Das hilft uns viel. Wir müssen das Pärchen wiederhaben. Sie dürfen sie nicht töten." "Wir sind zwar nicht von Greenpeace", begann Lukas und lächelte, "aber wir werden alles versuchen, die Tiere werden wohlbehalten zu ihnen kommen!" Mit diesen Worten verabschiedeten sich Semir und Lukas. Sie verließen die Beiden Wärter und gingen zum Wagen. "Wir sind nicht von Greenpeace?", fragte Semir grinsend und Lukas sah seinen "Mentor" mit einem Lächeln an. "Also ich habe dich noch nie am Strand gesehen, angekettet an einem Schiff mit der Aufschrift auf der nackten Brust: "Rettet die Wale", findest du nicht?" Semir lachte lauthals. "Nein das garantiert nicht! Aber wir werden den Tieren nichts tun nicht wahr?" Lukas nickte. "Natürlich, ich bin zwar nicht von Greenpeace, aber kein Herzloser!" Mit diesen Abschlussworten stiegen sie ein und fuhren weiter.


    Ben und Annelie kamen bei der KTU an und sahen sich um. "Hm, sonst ist hier doch immer ein Mordsbetrieb und jetzt...", meinte die junge Kommissarin. Ben nickte nur zustimmend. "Schauen wir einfach mal rein. Vielleicht treibt sich Hartmut dort herum." Beide betraten die große Halle, doch auch hier war nur ein verlassenes Autowrack von einem Unfall. "Wo sind denn alle? Das ist ja langsam unheimlich.", gestand sich Annelie ein. "HALLO?", rief Ben durch die Halle. Plötzlich ein Poltern aus einem der Nebenräume. Sofort waren die Hände an der Waffe und auch Annelie entsicherte ihre Pistole. Plötzlich hörten sie Schritte. Immer mehr versteiften sich die Nerven und da Adrenalin schoss durch die Blutbahnen. Die Schritte kamen näher und näher. Ben und Annelie erschraken, als die Türe aufging uns Hartmut herauskam. Dieser riss seine Augen weit auf und wies auf die Pistolen. Annelie und Ben stöhnten auf und steckten sie wieder in ihre Halfter. "Mensch Hartmut!", zischte Annelie und der Rothaarige beruhigte sich langsam wieder. "Was soll ich denn sagen?", begann er und wies auf die Pistolen in den Halftern, "bin ich in einem Fall verdächtig und weiß es noch nicht?" Ben rollte mit den Augen. "Sag' mal, wo sind alle hin?" Hartmut zuckte mit den Achseln. "Heute ist doch KTU-Tagung. Alle sind gegangen, nur ich bin geblieben, da die Chefin fand, dass euer Fall von großer Wichtigkeit ist!" Annelie stemmte die Hände in die Hüfte. "Und, hast du schon was?"

  • "Nicht viel...Fingerabdrücke waren kaum vorhanden. Nur von dem Fahrer und ein unidentifizierbares Paar. Allerdings habe ich Kratzspuren an der Verriegelung gefunden und auf dem Boden der Ladefläche.", erklärte er. "Und das heißt?", fragte Annelie nach. "Tja, nach meinen Erkenntnissen fuhr ein anderer Laster an den Tiertransporter heran, legte einen vergitterten Gang in die Ladefläche und die Tiere liefen dann einfach in den anderen Wagen hinüber.", erklärte er nur. Ben lachte auf. "Und wie soll das denn gehen? Ich meine, Löwen sind doch extrem faul." "So wie du.", grinste Annelie nur. "Hey, das hab ich überhört." Hartmut konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Es könnte gut sein dass sie mit Fleisch oder Blut angelockt wurden. Das bringt sogar den faulsten Löwen auf die Füße, was ich mir bei Annelies guter Kochkunst auch vorstellen kann!" Ben verschränkte die Arme. "Habt ihr's jetzt?" In diesem Moment ging die Türe auf und Semir kam, zusammen mit Lukas dazu. "Ah sieh' an. Das furchtlose Quartett ist komplett!" "Das reimt sich sogar", erwiderte Lukas Hartmuts Begrüßung. "Habt ihr was?", fragte Annelie Semir und dieser schüttelte mit dem Kopf. "Die konnten uns überhaupt nicht helfen...hast du was Hartmut?" Dieser schüttelte mit dem Kopf. "Leider auch nicht viel...tut mir leid...“


    Die vier Kommissare gingen in ihr Stammrestaurant und bestellten was zum Mittagessen. "Okay, wie können zwei wertvolle Löwen so einfach verschwinden? Das geht doch nicht. Nicht ohne Hilfe von innen.", überlegte Lukas laut. Semir nickte. "Du meinst, sie hatten einen Informanten.", stellte Ben fest. "Ist doch möglich oder stand heute in der Zeitung...Heute große Löwenüberführung...bitte bedienen sie sich nach Lust und Laune?", fragte er und erntete dafür wieder ein Lachen aus der Runde. "Das sicherlich nicht, aber es schadet sicherlich nichts, wenn wir mal die Raubtierpfleger überprüfen.", meinte Annelie und tippte eine SMS an Susanne. "Zumindest haben wir mal wieder was zu tun", meinte Ben und Lukas nickte zustimmend. "Hör mir auf, ich bin im fast im Büro versauert!" Annelie sah ihren Partner beleidigt an. "Ist es mit mir so langweilig?", fragte sie worauf Lukas frech grinste und eine Kopfnuss als Belohnung bekam. "Wir können uns ablenken, sagen wir's mal so", meinte Semir und aß genüsslich an seinem Mittagsmahl. "Kann mal wohl sagen...nun ja...wir werden diese Löwen sicherlich finden...seit wann haben wir schon versagt?" Ben sah Annelie mit einer Hochgezogenen Augenbraue an. "Überflüssige Frage ich weiß", grinste sie dann und nahm auch einen Bissen ihres Essens.


    ...

  • Plötzlich klingelte das Telefon. "Ja Semir hier...Was? Okay, wir machen uns sofort auf den Weg.", stieß er aus, warf sein Essen zurück auf den Teller und schnappte sich seine Jacke. Auf die fragenden Gesichter antwortete er, dass ein Transporter von zwei Fahrzeugen bedrängt wurde. Sofort sprangen die restlichen Kommissare auf und in der nächsten Minute saßen beide Teams in ihren Wagen und brausten mit Blaulicht und Sirene vom Rastplatz runter. "Okay Semir, wo soll das sein?", fragte Lukas durch den Funk. "Kilometer 546 ... Höhe Ausfahrt Köln City...Richtung Düsseldorf.", erklärte er nur.


    "Gut wir folgen euch", erwiderte der Jüngere und trat auf das Gaspedal. "Fahr ja nicht so heftig wie deine Gleichaltrigen in der Schweiz!", meinte Annelie und Lukas verstand sofort. In der Schweiz waren Straßenrennen unter den 20 - 25 Jährigen normal und es gab schon oft unschuldige Menschen, die dabei zu Tode kamen. "Schon klar, die wahren Wagenverbraucher fahren ja da vorne!", grummelte Lukas und hatte vollkommen vergessen, dass der Funk noch an war. "Danke für das Lob", meinte Ben sarkastisch und Annelie sah Lukas mit einem großen Grinsen an. "Okay ich hab ihn", verkündete Semir und gab Lukas und Annelie die Position durch. "Gut, wir sind bereit!" Plötzlich wurde der Alfa aber von hinten gerammt. "Verdammt, was soll denn das jetzt?", schrie Lukas und umklammerte das Lenkrad mit beiden Händen so fest, dass die Knochen weiß wurden. Annelie klammerte sich an den Haltegriff und griff zum Funk. "Semir, Ben...die haben uns gesehen. Wir...wir werden angegriffen.", stieß sie aus. Doch dann sah sie, wie auch der BMW von dem zweiten Jeep gerammt und gegen die Mittelleitplanke gedrückt wurde. "Verdammt mein Wagen...", hörte sie Semirs Stimme durch den Funk. Lukas konnte ihren Wagen kaum auf Kurs halten. Sie durchbrachen die rechte Leitplanke und schwebten einige Meter durch die Luft, bevor sie in einem Wassergraben landeten. Lukas schlug mit dem Kopf in das Kissen vom Airbag. Auch Annelie schnellte ein weißer Ballon entgegen. Was war aber mit Semir und Ben?

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • "Verdammter Mist!", schimpfte Ben und zog seine Waffe hervor. "Lass dich von dem Kerl nicht abdrängen!" Semir nickte. "Der soll mich kennen lernen", drohte er laut und Ben öffnete das Fenster auf seiner Seite. Er lehnte sich hinaus und sah, wie auch auf der anderen Seite ein Beifahrer das Fenster öffnete. Doch Ben war schneller, er vertrieb den Kerl mit einem Warnschuss wieder in die Fahrerkabine. "Wie viel Freiraum brauchst du um freizukommen?" fragte er Semir durch den lauten Wind und dieser lächelte. "Nicht viel, ich muss nur rausschlüpfen können!" Ben zielte auf den Vorderreifen. "Das kann ich dir bieten mein Freund!" Er schoss und traf. Der Fahrer des Jeeps verlor für einen kurzen Moment die Kontrolle. Und Semir konnte mit seinem Wagen aus der Klammer schlüpfen. Der Geländewagen durchbrach ebenfalls die Leitplanke und landete im Graben. Doch bevor Semir und Ben den Wagen erreichen konnten, waren die Fahrer schon längst verschwunden.




    "Verdammt...", stieß Semir nur aus und sah sich um. "Hey, wo sind Annelie und der Kleine?", fragte er und blickte die Kolonne von Fahrzeugen durch, die langsam an der Unfallstelle vorbeifuhren. Plötzlich sauste eine Kugel dicht an Semirs Ohr vorbei. "Shit...in Deckung Ben...", schrie er und warf sich ins Gras. Er hörte nur noch wie Reifen quietschten und dann davonjagten. Langsam rappelte sich der Deutschtürke wieder auf und sah sich um. "Ben, alles in Ordnung mit dir?", fragte Semir seinen Partner, der am Wagen lehnte. Er hob nur kurz seinen Jackenärmel. Ein großes Loch war erkennbar, aber kein Blut zu sehen. Die Kugel hatte die Jacke zerfetzt ohne ein Stück Ben zu erwischen. "Wow, das ging nochmals gut.", meinte er. "Gut? Wo sind Annelie und Lukas?"
    "Was wenn?" Semir verstand Bens Einwand und die Beiden rannten sofort den Graben entlang. Sie erblickten eine kleine Rauchwolke und die Beiden sahen sich kurz geschockt. "Scheiße..." Sie rannten weiter und erblickten tatsächlich den Alfa, der kopfüber im Graben lag. "Annelie, Lukas!", schrie Ben und in dem Moment gingen die Türen auf. Die zwei Angesprochenen krauchten, völlig durchnässt, den Wagen. "Was für ne Sauerei...", schimpfte Lukas und Annelie drückte das Wasser aus ihren Haaren. "Niemand verletzt?", fragte sie.Semir musste sich zwingen, ein Lachen zu unterdrücken, als er die eingefallene Frisur von Lukas sah. "Nein...nie...niemand verletzt...", kicherte er nur. "Hey, wehe du lachst...", knurrte Lukas nur. "Sorry, aber das sieht..." Semir konnte sich nicht mehr halten und lachte laut los. Jetzt kam Annelie zu ihm, drehte ihn um und gab ihm einen kleinen Schubs. Schreiend landete er selbst im Graben. "Und wenn du jetzt lachst, landest du auch dort unten.", knurrte sie Ben an.
    "Sehe ich so aus als würde ich lachen?", fragte er unschuldig und Annelie grinste, als Semir aus dem Wasser watete. "Das bekommst du noch zurück!", knurrte er und alle begannen zu lachen. Selbst Ben. Das reichte Semir.


    ...

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Er ging auf Ben zu und legte seinen Arm um ihn. "Tja Ben...schade, dass du der Einzige bist, der noch trocken ist!" Ben wollte sich wehren, doch schon hatte Semir ihm ein Bein gestellt und auch er landete im Wassergraben. "Damit sind wir quitt!", sagte er und sah Annelie an. "Wieso sollten wir da quitt sein, also ich sehe mich da nicht im Wassergraben..." Semir grinste. "Ja, aber du musst dann sein Gejammer anhören..." Annelie seufzte. "Der geht an dich", ergab sie sich und alle lachten wieder, als Ben hustend aus dem Wasser kam.


    "Semir Gerkhan...dafür werde ich dich das nächste Mal gleich zu Andrea fahren, wenn du verletzt bist.", stieß Ben nur aus. Wenige Minuten darauf waren die anderen Kollegen und ein Rettungswagen da. Der Transporter, der verfolgt wurde, war nicht sichtlich beschädigt. Semir und Lukas, beide in Wolldecken, gingen auf den Fahrer zu und fragten, was er für eine Fracht geladen hätte. "Ich? Das hier...kommen sie mal mit...", forderte der junge Mann vom gleichen Alter wie Lukas und begleitete die Kommissare zum Frachtraum. Er zog die Türen auf und zum Vorschein kam ein kleine Mähnenwolf. Das Tier sah mit seinen Knopfaugen ängstlich auf die drei Männer. Das rot-orange-weiße Fell mit den schwarzen Pfoten war zu einem einzigen Knäuel zusammengekauert. "Der soll eigentlich nach Düsseldorf gehen.", erklärte der Mann. Der Fahrer sah Lukas an. "Wie soll ich das Tier nun dort hin bringen? Zwar ist der Transporter nicht groß beschädigt, aber sie werden ihn sicher als Beweis oder zur Untersuchung brauchen oder?" Lukas nickte. "Machen Sie sich keine Sorgen. Wir werden Ihnen einen Ersatz anfordern. Bis dann bitten wir Sie, uns eine genaue Aussage zu machen und uns ihre Personalien zu hinterlassen." Der Fahrer nickte erleichtert. "Natürlich. Was immer Sie wollen!"
    Lukas bat den jungen Mann zur Seite und Semir merkte, wie sich Annelie neben ihn gesellte. "Oh, ein Mähnenwolf...", sagte sie mit glänzenden Augen und Semir sah sie verwirrt an. "Du weißt sogar, wie das Vieh heißt?" Sie nickte. "Ich war als Kind ein ständiger Zoobesucher." Sie sah, wie das Tier vor Angst zitterte. Sie streckte die Hand aus da sie wusste, dass die Männer mit dem Käfig bald kamen. Sie mussten das Tier beruhigen, damit sie es dann in den anderen Transporter bringen konnten. "Komm mein Kleiner...hab keine Angst!" Semir beugte sich zu ihr. "Du redest ja mit dem Ding wie ein Hund", flüsterte er ihr ins Ohr und war erstaunt als er sah, wie sich das Tier langsam aufrichtete. "Vorsicht...", meinte Semir nur. Annelie rollte mit den Augen. "Semir, die Dinger sind keine Gefahr. Sie fressen nur Vögel oder andere Nager, aber keine Menschen.", erklärte sie und spürte kurz darauf das dichte Fell des Tieres an ihrer Hand. "Aber, was..." Semir konnte sich dieses Schauspiel nicht erklären. Im nächsten Moment kam der Ersatztransporter. Lukas kam zurück und der Fahrer half dabei, das Tier umzusetzen. Annelie blieb die ganze Zeit bei dem Tier. Das sah immer wieder zu Annelie zurück. "Hey, da muss Ben ja eifersüchtig werden.", grinste Semir nur und sah dann, wie Ben neben ihnen auftauchte.

  • "Wieso, ist doch nur ein Fellknäuel", grummelte er da er Semirs Satz mitbekommen hatte. Der Fahrer bedankte sich bei Lukas und Annelie und fuhr davon. "Wir sollten alsbald aus diesen nassen Klamotten. Sonst haben wir den Salat..." Semir stimmte Bens Vorschlag zu. "In der Garderobe in der PASt sollten wir ja noch Ersatzkleidung haben!" Semir nickte und die Beiden Anderen kamen auf sie zu. "Und nun?", fragte Lukas. "Fahren wir zurück und ziehen uns um. Ich möchte nicht, dass jemand mit einer Lungenentzündung im Bett liegt! Ihr fahrt mit uns mit." Beim letzten Teil des Satzes konnte sich Semir ein Grinsen nicht verkneifen. "Was ist bitte so komisch?", fragte Lukas und merkte, wie Semirs Blick auf den kaputten Alfa wich. "Oh man...und das im ersten Monat.", stieß er nur aus. "Glückwunsch Lukas...damit hast du am Meisten durchgehalten.", grinste Ben nur und alle vier stiegen ein. "Die Krüger wird mich umbringen.", meinte er.


    Zurück in der PASt kicherten die Kollegen, als sie das Vierer-Gespann sahen und hörten, wie die nassen Schuhe quietschten. "Was ist denn mit euch passiert?", fragte Susanne nur und grinste breit. "Frag lieber nicht. Ist die Chefin in der Nähe?", wollte Semir wissen. "Sie ist noch nicht vom Zahnarzt zurück, aber die Meldung über den kaputten Alfa liegt bereits auf ihrem Schreibtisch." In diesem Moment kam Kim in die Station. "Was ist denn mit Ihnen passiert meine Herren...und meine Dame?" Sie lächelte Annelie zu und diese nickte. "Nun ja, uns war ein wenig warm und haben uns abgekühlt", meinte Semir sarkastisch und Kim zog eine Augenbraue hoch. "Und wieso sehe ich nur noch drei Auto draußen? Zaugg, wo ist ihr Alfa?" Alle zeigten zu Lukas. "Wieso fragen Sie nicht ihn?" fragten sie synchron und verschwanden in die Garderobe. "Ihr elenden Verräter!", schrie Lukas hinterher. "Herr Steiner, wo ist der Wagen?", fragte sie nur und hielt sich die Wange. "Ähm ja...also das ist so passiert...", fing er an, doch Kim konnte sich denken, was passiert ist. "Ersparen sie mir Einzelheiten. Immerhin war er einen Monat alt.", erklärte sie nur und ging dann ins Büro. Lukas atmete tief ein und ging dann zu den anderen, die schon in ihren trockenen Klamotten saßen. "Okay, das kriegt ihr wieder.", knurrte er nur. Alle lachten kurz und drehten sich wieder um.


    ...

  • "Reg' dich ab", begann Annelie und schmiss ihm trockene Kleidung entgegen, "zieh' dich an und komm naher ins Büro!" Mit diesen Worten verließen sie, Ben und Semir die Garderobe und ließen Lukas alleine zurück. "Na vielen Dank auch", grummelte dieser und zog sich die Sachen an. Die Annelie ihm gegeben hatte. Und sie passten genau. "Wenigstens etwas...", murmelte er kam aus der Garderobe und stieß beinahe mit Hotte zusammen. "Oje, Hotte tut mir leid..." "Macht nix Junge...ich hab da was für euch. Bringst du es den anderen?", fragte der beleibte Polizist. Lukas nickte nur und nahm die Mappe entgegen. Er las einen Moment darin und blickte dann auf. "Das ist doch mal interessant.", meinte er und sah sich um. Vielleicht sollte er alleine den Mann befragen. Ja, das konnte er doch machen. Sein Wagen war ja noch in Ordnung. So drehte er auf dem Absatz um, stieg in seinen Audi und brauste davon. Semir, Ben und Annelie merkten nix davon.


    Er fuhr zu der Adresse die in der Mappe stand und parkte seinen Audi. Er stieg aus und klingelte an der Türe. "Ja?", fragte eine Stimme durch die Türe. "Herr Beißer? Mein Name ist Lukas Steiner, Kripo Autobahn. Ich hätte da ein paar Fragen an Sie." "Einen Moment." Lukas wartete geduldig vor der Tür und diese öffnete sich nach einer Weile. Er ging hinein, jedoch war niemand zu sehen. "Herr Beißer?", fragte er und spürte sogleich einen harten Schlag auf den Kopf. Blutend, ging er bewusstlos auf den Boden. Hinter der Türe tauchte Beißer auf. "Verdammt die Bullen...was mach ich nun mit dem ...", fragte er sich und in dem Moment kam ihm schon eine zündete Idee. Er packte den Körper an den Beinen und zog ihn in den hinteren Teil der Wohnung. "Hey Mac...komm mal her...", forderte er den Neuen auf, der bei ihm wohnte. "Was ist denn?", stieß dieser aus und erschrak kurz, als er den leblosen Körper am Boden sah. Das war doch der Kleine, dachte er nur. Doch viel Zeit zum Nachdenken blieb ihm nicht. Eine Rolle Klebeband landete in seinen Händen. "Los, fessel und knebel ihn. Dann schaffen wir ihn rüber zu von Manger. Lebendfütterung.", grinste Beißer nur. Mac nickte nur und musste unter den misstrauischen Augen des Mannes den Polizisten fesseln. Zum Schluss kam der Knebel dran. "Gut, los...nimm ihn auf die Schulter und dann zum Wagen mit ihm."
    Annelie sah auf die Uhr. "Wo Lukas bloß ist...", fragte sie sich und Semir blickte zu ihr. "Der wird wahrscheinlich in der Garderobe schmollen", grinste er und Annelie schüttelte mit dem Kopf. "Du kennst ihn schon länger als ich Semir - Lukas schmollt nicht einfach wegen eines dummen Scherzes..." In dem Moment klopfte es an der Türe und Hotte öffnete die Türe. "Hallo...habt ihr die Mappe von Lukas gekriegt?" Annelie sah Hotte entsetzt an. "Nein haben wir nicht!"

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Hotte sah die Drei entsetzt an. "Was stand denn drin?", fragte Ben. "Susanne hat doch für euch die Pfleger überprüft. Einer dieser Pfleger, ein gewisser Paul Beißer, scheint Dreck am Stecken zu haben. Jedenfalls sind auf seinem Konto immer wieder einige Tausend Euro eingegangen. Leider wissen wir nicht, wo dieses Geld herkommt.", stieß Hotte aus. "Gut, wir fahren hin. Annelie, du wartest hier, falls er sich meldet.", bestimmte Semir. Sie nickte nur. Ben und Semir ließen sich in den BMW fallen und brausten los.


    "Jungendlicher Übermut, wie ich es hasse", grummelte Ben und erhielt von Semir einen belehrenden Blick. "Ja ist schon gut kapiert! Fahren wir erstmal zu der Wohnung!" Als sie zur Wohnung kamen klingelten sie. Doch keine Antwort. "Ach wie gut das die Türe offen ist..." meinte Semir und zog seinen Dietrich hervor. "Ja echt, dass die heutzutage nicht ihre Türe schließen können", meinte Ben und Semir öffnete die Türe. Sofort fiel den Beiden das Blut auf dem Boden auf. "Verdammt..." Ben kniete sich hin und nahm es mit dem Zeigefinger auf. "Das ist sicher sein Blut.", stieß er aus, nachdem er es zwischen Daumen und Zeigefinger zerrieben hatte. "Und sieh mal hier." Semir kam mit einigen Resten Klebeband zurück. "Was nun?", fragte Ben. "Hartmut muss her. Hier stimmt irgendwas nicht. Schau mal, was ich noch gefunden hab." Semir hielt einen Beutel mit Tabak hoch. "Das ist Pfeifentabak, wenn ich mich nicht irre." „Ich kenne diese Marke doch...", meinte Ben und Semir sah ihn an. "Sie kommt dir auch bekannt vor nicht wahr?" Ben nickte auf Semirs Frage. "Aber es kann beinahe nicht sein, ruf Hartmut an, ich verbinde mich mit Annelie. Sie soll unsere Engländer fragen, ob unser Verdacht bezüglich der Marke richtig liegt. Aber das kann's nicht sein..." Semir nickte und wählte die Nummer von Hartmut. Er bat ihn hier her und Ben telefonierte mit Annelie.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Lukas kam langsam zu sich und der gummige Geschmack von Klebeband erfüllte seinen Mund. Seine Handgelenke brannten und der Stoff um seinen Füssen drückte heftig gegen die Knöchel. Vorsichtig öffnete er seine Augen und fand sich in einem dunklen Stall wieder. "Ihr bringt euch schon immer wieder in Schwierigkeiten...hoffentlich wirst du nicht zu einem zweiten Ben..." Lukas zuckte zusammen, das konnte nicht sein. Er kniff erneut die Augen zu und öffnete sie wieder. Das...das war doch nicht wahr. Er hatte damals die Nachrichten gesehen und Annelie hatte ihm von der Trauerfeier erzählt. Doch das war scheinbar ein Trugschluss. Vorsichtig griff eine Hand nach dem Klebeband auf Lukas Mund. Mit einem Ratsch wurde ihm das Stück vom Mund gerissen. "AUTSCH!!!", stieß er nur aus. "Pssssst...", kam es nur von der Gestalt. "Aber...aber das kann doch nicht sein...wie...wie bist du..." Doch Schritte näherten sich. Sofort landete der Streifen Klebeband wieder auf Lukas Mund. "Lass dir nichts anmerken!", sagte die Gestalt und die Türe öffnete sich und Beißer kam hinein. In seiner Hand, eine Rosspeitsche. "Ich habe was gefunden, was Spaß machen könnte." Die Gestalt erstarrte und sah zu Lukas. "Du hast damit nichts zu tun. Der Junge gehört mir, schließlich ist er in meine Wohnung eingedrungne. Geh' du zu von Manger. Er hat nach dir gesucht.“ Die Gestalt nickte und entfernte sich. Beißer schwang die Rosspeitsche hin und her. "Schönes Ding nicht?", fragte er und Lukas schüttelte mit dem Kopf. "Och...bist du denn kein Tierliebhaber?"


    Lukas bekam große Augen. Immer wieder stieß er unidentifizierbare Laute von sich. In seinen Fesseln wand er sich hin und her. Beißer ließ die Peitsche auseinander rollen und ging auf Lukas zu. "So, dann mal los. Die Tierchen haben es gern, wenn ihr Futter noch zappelt und etwas blutet.", lachte er und holte aus, doch dann funkte jemand dazwischen. Von Manger stand im Stall. "Beißer...hören sie auf. Er ist mehr wert, wenn er lebt.", fauchte er. Beißer drehte sich um und erblickte dann Mac neben dem alten Mann. "Was? Aber warum? Ich dachte, wir verfüttern ihn." "Nichts da... Mac wird sich um ihn kümmern. Du solltest mir lieber den Mähnenwolf besorgen, den ich haben wollte.", knurrte von Manger und schickte Beißer nach draußen. Lukas atmete sichtlich auf.

  • Mac kam auf ihn zu und zog den Knebel vom Mund. "Wie kann das sein?", fragte Lukas direkt und Mac hielt den Zeigefinger vor den Mund. "Hast du Hunger?", fragte er danach und Lukas schüttelte mit dem Kopf. "Durst?" Dieses Mal nickte Lukas. Er spürte das trockene Blut das sich an seinen Wangen festgeklebt hatte. "Wenn die Anderen das erfahren..." In diesem Moment drückte Mac die Hand vor Lukas Mund und schüttelte mit dem Kopf. "Nie, ich wiederhole NIEMALS erzählst du was, außerdem kommst du hier noch nicht raus. Ich konnte verhindern, dass du nicht zu Futter verarbeitet wirst, aber ich brauche Zeit um von Manger zu bearbeiten! Pass auf Lukas, das alles hier ist eine heiße Kiste.", meinte Mac und hielt dem jungen Kommissar die Wasserflasche an den Hals. Gierig trank er und spürte dann, wie Mac ihm das Blut abwusch. "Kannst du mich los machen? Ist echt unbequem hier.", knurrte Lukas nur. "Bedaure Kleiner, aber im Moment noch nicht. Und Sorry für das hier." Im nächsten Moment hatte Lukas das Klebeband wieder auf dem Mund und Mac verschwand aus dem Stall.


    Semir besah sich die Wohnung und blickte auf, als Ben zurückkam. "Okay, also...wir haben uns nicht geirrt." "Es ist also seine Marke..." Ben nickte. "Annelie hat mit Joshua telefoniert gehabt. Sie sagt, dass diese Marke sehr selten ist..." Semir atmete tief durch. "Dann könnte es aber sein das..." Ben schüttelte mit dem Kopf. "Semir das ist unmöglich! Außerdem gilt es jetzt Lukas zu finden. Und diesen Beißer. Wahrscheinlich hat dieser unseren Jüngling mitgenommen. Und das macht mir im Moment mehr Sorgen!" Semir nickte. "Natürlich, du hast Recht...Gleich wird Hartmut kommen, was machen wir solange?" "Wie wäre es, wenn wir in den Zoo fahren. Immerhin ist dort seine Arbeit oder nicht?", fragte Ben nur und sah dann, wie Hartmut und seine Männer eintrafen. "Was gibt’s diesmal?", fragte der Rotschopf. "Hör zu Cyborg, du musst uns helfen...Lukas ist verschwunden und ich will wissen, wer hier alles seine Stiefelabdrücke hinterlassen hat.", knurrte Semir nur. "Klar, kein Problem.", meinte der Techniker. Sofort sprinteten er und Ben die Treppen hinunter und setzten sich in den Wagen. Mit Blaulicht und Sirene fuhren sie in den Kölner Zoo und stellten ihren Wagen abseits ab. Dann gingen sie zum Raubtierhaus.
    "Beißer?", fragte einer der Leute, die Semir und Ben direkt bei ihrer Ankunft gefragt hatten, "der ist seit Tagen nicht aufgetaucht. Wir wissen nicht warum. Wieso fragen Sie?" Ben übernahm das Wort. "Wir müssten dringend zu ihrem Chef." Der Mann nickte. "Klar kein Problem, folgen Sie mir!" Ben und Semir rannten hinterher und fanden sich vor einem kleinen Bürogebäude wieder.


    ...

  • Annelie sass an ihrem Schreibtisch und strich sich durchs Haar. "Hoffentlich ist dir nichts passiert Kumpel...", murmelte sie und erschrak, als ihr Handy kurz summte. Eine Nachricht. "Hoffentlich von Lukas", dachte sie laut und klappte es auf. Doch die Nummer war zwar keine Unbekannte, doch sie konnte es nicht glauben. "Das kann nicht sein...das ist unmöglich..." Jedoch öffnete sie die Nachricht doch. Vor Schock, hielt sie sich die Hand vor den Mund.
    Sofort sprang sie auf und wollte auf den Parkplatz rennen, als sich ein hagerer Mann ihr entgegenstellte. Ein langer Regenmantel hing an ihm schlaff herunter. Seine Treter standen im krassen Gegensatz zu seinem Anzug, den er unter dem Trenchkoat trug. "Sie versperren mir den Weg. Los, verschwinden sie.", knurrte Annelie und wollte vorbei, doch der Mann ließ sie nicht durch. "Alex Sutherland, Detective Superintendent beim Scotland Yard. Kann ich das mal sehen?", fragte er und riss ihr das Handy aus der Hand. "Hey...", stieß sie aus, doch sie hielt sich zurück. Irgendwie hatte sie den Eindruck, dass dieser Mann nix böses wollte.
    "Vergessen Sie die SMS, vergessen Sie mich..." Mit diesen Worten drehte er sich um und wollte gehen. Doch Annelie hielt ihn auf. "Wie, Sie tauchen hier auf, löschen meine SMS und sagen dann ich soll Sie vergessen? Was ist das für eine Scheisse hier?" Der Mann zog einen Elektroschocker hervor. "Zwingen Sie mich nicht, Ihnen wehzutun, das wäre schade..." Annelie hob ihre Lederjacke und zeigte auf ihre Waffe. "Kommen Sie mir nicht damit..." In dem Moment klingelte ihr Handy. Dieser Moment nutzte Alexander aus. Er drückte den Elektroschocker gegen ihre Taille, liess eine Ladung los und Annelie zuckte zusammen. Dieser Moment konnte der Schotte ausnutzen und rannte davon.


    Wie ein gefällter Baum ging die Kommissarin zu Boden. "Hey...hey...", hörte sie die Stimme von Dieter durch einen Nebel. Nach einigen Minuten kam sie wieder zu sich. "Wow...dieser Mistkerl...", knurrte sie und hob kurz ihr Shirt hoch. Es waren keinerlei Verbrennungen zu erkennen. "Das wird er mir büßen." Noch immer klingelte das Telefon. "Zaugg...", meldete sich Annelie mit wütender Stimme. "Ich bins...was ist denn bei dir los?", hörte sie Ben fragen. "Ach, ich hatte gerade unangenehmen Besuch.", fauchte sie. "Habt ihr schon was?"
    "Ja...Hartmut hat einen Schnelltest gemacht...das Blut ist von Lukas..." Annelie sah Dieter an und bedankte sich nickend. "Ich komme gleich", formte sie mit ihren Lippen und der Grossgewachsene Polizist verabschiedete sich Händewinkend. "Scheisse...das heisst, mein Jüngling liegt vielleicht irgendwo schwerverletzt rum..." "Was heisst hier mein Jüngling?", fragte Ben zurück und Annelie winkte ab. "Nichts...Kommt ihr gleich oder soll ich zu euch kommen...?"

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • "Nein, wir kommen zurück.", erklärte Ben und sah dann zu Semir. Dieser sah immer wieder auf den gefundenen Tabak. Was wenn es wahr war? Was, wenn Chris noch...nein, das konnte nicht sein. Chris war tot. Beerdigt und verscharrt. "Semir, kommst du?", fragte der junge Hauptkommissar. Semir sah auf. "Ja, fahren wir zurück. Hier können wir sowieso nichts mehr tun.", meinte er resignierend. Lukas, verdammt, wo ist der Kleine nur?
    Lukas sah auf, als Beisser reinkam und die Tür hinter sich schloss. "So...dieser Mac ist bei diesem reichen Schnösel und ich habe viel Zeit mit dir." Lukas zuckte zusammen und wich ein wenig in die Ecke zurück. "Oh, hat der Kleine Polizist etwa Angst?" Lukas schüttelte mit dem Kopf. "Dann wird es dir wohl nichts ausmachen, wenn ich da weitermache, wo dieser verdammte Engländer mich aufgehalten hat." Beisser nahm die Peitsche hervor und ohne zu zögern holte er aus und liess sie auf Lukas Schulter prallen. Dieser schrie vor Schmerz auf, was durch den Knebel wie ein erbärmliches Quiecken klang. "Hey, jetzt klingst du ja wie ein Schwein!", meinte Beisser sarkastisch und hob die Peitsche wieder, wo Lukas Blut hinunter tropfte. In dem Moment rüttelte es an der Türe. "Beisser, verdammt was tust du da?", war Macs Stimme zu hören. Und zugleich konnte Lukas hören, wie die Türe aufgebrochen wurde.


    "Ich bearbeite den Bullen. Immerhin soll er uns was flüstern.", knurrte Beißer nur. "Ziemlich schwer, wenn er den Knebel noch drauf hat, du Hornochse.", fluchte der Mann. Beißer ließ sich diese Beleidigung nicht gefallen. Er holte mit der Peitsche aus und wollte zuschlagen, aber Mac ließ die Peitsche um seinen Unterarm wickeln, zog sie mit einem Ruck dem Mann aus den Händen und ging auf Beißer zu. "Versuch das noch einmal und du hast diese Peitsche um den Hals.", fauchte er. "Wieso interessierst du dich so für einen Bullen? Bist du etwa selbst einer?", knurrte Beißer. "Das würde dir so passen, was? Ich wurde von den Bullen zwar eingelocht, aber sie haben mich nicht mit einer Peitsche geschlagen. Von Manger will den Kleinen sehen.", stieß Mac aus, löste Lukas die Fesseln und den Knebel und brachte ihn dann nach draußen.
    "Verdammte Scheisse", zischte Lukas und spürte die Fleischwunde, die der Peitschenhieb hinterlassen hatte. Das feuerheisse Blut, lief seinen Körper hinunter. "Komm' einfach mit..", murmelte Mac und drückte ihn sanft nach vorne. Sie gingen in ein wunderschönes Landhaus. Mac führte Lukas in ein Bürogebäude und da erblickte er ihn. Von Manger. "Was ist denn passiert?", fragte Von Manger, eher uninteressiert und wies auf Lukas Wunde. "Beisser hat zugeschlagen, wider Ihrem Befehl", antwortete Mac und stiess Lukas leicht nach vorne. "Also, darf ich erfahren wer Sie sind? Das Sie ein Polizist sind, riecht man auf hunder Metern aber..." "tut mir leid, dass ich so rieche", erwiderte Lukas und von Manger blieb unbeeindruckt, "aber ich werde Ihnen nichts sagen..." "Das werden wir noch sehen." Von Manger nickte Mac zu. "Bring ihn zurück. Versorge seine Wunde, noch brauch ich ihn!" Mac nickte und ging mit Lukas wieder nach draussen.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • "Hör zu, ich werde versuchen, dich so gut es geht, zu beschützen. Wenn deine Wunden soweit versorgt sind, werden wir den Beiden was vorspielen. Du wirst fliehen, aber versprich mir, dass du den anderen nichts von mir sagst.", erklärte Mac. Lukas sah ihn an. "Warum das? Was wäre so falsch daran?", fragte er. "Die Anderen, besonders Semir, würden es nicht verstehen, warum ich meinen eigenen Tod vortäuschen musste.", erklärte Mac oder Chris, wie er sich nun zu erkennen gab. Er führte Lukas in einen anderen Raum, wo ein alter Holzbalken mitten im Raum stand. "Hör zu, ich muss hier eine Rolle spielen, die für uns beide gefährlich werden könnte. Also, wenn ich dich fesseln muss, so mach ich das nicht gerne. Lukas, du bist ein feiner Kerl, das spür ich, also mach mir keine Schwierigkeiten."
    "Ja super...", grummelte dieser, "und wie willst du mir bitte zur Flucht verhelfen?" Chris löste die Fesseln und half Lukas, dessen Jacke und das T-Shirt auszuziehen. "Das werden wir noch sehen. Und diesen Grummelton kenn' ich Freundchen. Der hat mich schon bei deinen Freunden nicht eingeschüchtert." Deutlich wurde die Fleischwunde sichtbar, die sich über die ganze Schulter erstreckt hatte. "Das sieht böse aus", murmelte Chris, "der Kerl hat voll durchgezogen!" "Hätte ich nicht bemerkt!", erwiderte Lukas und stieß einen spitzen Schrei aus, als Chris die Wunde auswusch. "Weh scheint sie anscheinend auch zu tun..." Lukas beruhigte sich. Er konnte nun nicht einen auf beleidigte Leberwurst spielen. "Danke...", murmelte er und Chris stoppte kurz. "Wofür?"


    Der Abend kam und von Lukas war noch immer keine Spur zu finden. Semir saß an seinem Schreibtisch und blickte matt auf seinen Bildschirm hinüber. Ben wusste, warum sein Partner so war. doch wirklich was machen konnte er nicht. Und dieser Tabak...wirklich helfen schien er auch nicht. Annelie kam ins Büro und sah die bedrückte Stimmung. "Hey Leute, wir werden ihn finden. Das weiß ich." Semir stieß nur einen kurzen Seufzer aus. "Wie denn? Wir haben ja nix. Keine Spuren.", erklärte Semir nur. Plötzlich klingelte das Telefon. "Gerkhan?", meldete er sich. "Wenn sie etwas über Lukas Steiner erfahren wollen, treffen sie mich in einer Stunde am alten Wasserspeicher. Kommen sie allein.", forderte eine Stimme. "Was? Bitte wer..." In diesem Moment wurde aufgehängt. "Was war denn das?", fragte Ben verwundert und auch Annelie sah neugierig zu Semir. "Ich...da weiß jemand was über Lukas...ich soll in einer Stunde am alten Wasserspeicher sein..."

  • "Nix da", meinte Annelie, "das ist viel zu gefährlich!" Ben faltete die Hände. "Aber es ist das Einzige, was wir haben...", meinte er leise und bekam einen geschockten Blick von seiner Freundin als Antwort. "Du würdest genauso reagieren Annelie...was ist denn los?" Annelie schluckte kurz und erzählte die Geschichte. "Was? Hat der Kerl dir was angetan?" Ben schoss sofort hoch und sah seiner Freundin tief in die Augen. "Nein...keine Sorge, ich denke, er wollte einfach nur abhauen, die Situation ausnutzen und..." In dem Moment hörten sie das Starten eines Wagens. Als sie aus dem Fenster schauten sahen sie, wie Semir mit seinem BMW, davonfuhr. "Verdammt, dieser Kerl ist mehr als stur.", knurrte Ben nur und wollte sich seinem Autoschlüssel schnappen. "Halt...warte...", kam es von Annelie. Sie rannte in den Keller, kam mit zwei schusssicheren Westen zurück und reichte Ben eine davon. "Sicher ist sicher.", meinte sie und zog sich eine über. "Ich liebe dich dafür.", hauchte er und stieg in seinen Mercedes. Sie brausten los, doch Semir hatte schon einen zu weiten Vorsprung.


    Semir kam am alten Wasserspeicher an, bremste ab und stieg aus. "Hallo? Hören sie, ich bin da.", rief er über das Gelände. "Legen sie ihre Waffe in das Auto und kommen sie unter den Wasserspeicher.", forderte eine Stimme. Semir wurde mulmig zumute, doch er tat, was von ihm gefordert wurde. Als er einige Schritte ging, merkte er einen Einstich am Hals. Er fuhr mit der Hand an den Hals und spürte einen kleinen Pfeil dort sitzen. "Was...zum...." Ohne es zu wollen, fiel Semir in einen tiefen Schlaf und ging zu Boden. Die Person beugte sich über ihn und hob ihn auf. "Tut mir leid, aber anders geht es nicht...", murmelte sie und legte Semir in den Kofferraum. Danach fuhr sie davon. Genau in diesem Moment kamen auch Ben und Annelie, doch der Wagen, war bereits verschwunden. "Scheiße...", murmelte Ben und Annelie rannte sofort auf den BMW zu. "Da drin ist niemand...", flüsterte sie und Ben erblickte etwas auf dem Boden. Er kniete hinunter. "Hast du was?", fragte Annelie und Ben zog ein Taschentuch hervor. Er packte etwas mit diesem und richtete sich wieder auf. "Sieh' dir das mal an!"
    "Ein Tierbetäubungspfeil...Also doch dieser Tierpfleger.", knurrte Annelie nur und sah sich dann um. Plötzlich hielten ihre Augen an einem Pfeiler in der Nähe fest. Da war der Mann, der sie mit dem Elektroschocker malträtiert hatte. Doch als sie wieder hinsah, war er verschwunden. Wer war das? Hatte er mit dem Fall zu tun oder war er sogar einer der bösen Buben? Nein, das konnte sich Annelie nicht vorstellen. "Verdammt, wir stellen sofort die Wohnung von Beißer auf dem Kopf. Susanne wird eine Ortung seines Handys veranlassen. Irgendwie müssen wir ihn finden.", stieß Ben aus und sah sich um. Annelie harrte immer noch mit ihren Blicken an dem Pfeiler.


    ...