Der letzte Beweis.

  • Diese Story ist auf Wunsch von Sammyflocke entstanden, die sich eine mit Jan Richter wünschte. Und wer mich kennt, weiß ich versuche alles zu erfüllen….



    Semir lief durch den Wald. Er wollte abschalten und konnte dies am Besten, wenn er in der Natur unterwegs war. Es kam ihm sehr gelegen, das nicht weit von seinem Zuhause ein recht ruhiges Gebiet lag wo alles vorhanden war. Erst lief man zwischen Ackern entlang, dann kamen ein kleiner Baggersee und dicht dahinter ein recht dichter und ziemlich verlassener Wald. Er lief gern hier lang weil es ihm half über manche Dinge klar zu werden. Wie jetzt gerade, die Trennung von Andrea. Sie wollte mehr Freiraum für sich haben und er würde sie zu sehr einengen. Semir verstand nicht was sie meinte. Und Andrea war nicht der Typ Frau, die ihm das erklären wollte. Völlig in Gedanken lief er den Weg, den er bereits auswendig kannte, als ihn plötzlich eine junge Frau umrannte. „Hey!“ stieß er erschrocken aus und sah der jungen Frau nach, die weiter rannte und dann hinter einem Baumstamm duckte. Irritiert sah er sie an. Sie schien Angst zu haben. Nur kurz darauf sah er zwei Männer aus dem Waldweg kommen, woher auch die Frau kam. Semirs Instinkt sagte ihm sofort, dass etwas nicht stimmte. Er stellte sich so an den Baumstamm, dass die Frau nicht entdeckt wurde und tat als müsse er die Schuhe binden. Die Männer taten desinteressiert und sahen sich suchend um. Dann verschwanden sie wieder im Waldweg. Semir drehte sich zu der Frau um. „Sie sind weg.“ sagte er leise. Doch von ihr kam keine Antwort. „Hey… alles okay?“ fragte Semir nach. Die Frau nickte nur. „Danke….“ hauchte sie und wollte weglaufen. Semir hielt sie fest.


    Nee….nee…nee, nicht so schnell. Was wollten die Kerle von Ihnen?“ fragte er nach. „Ich weiß nicht genau was Sie meinen.“ gab die Frau zurück. „Ja sicher… die waren gar nicht hinter Ihnen her…. Sie spielen hier mit denen verstecken nicht wahr?“ kam ziemlich verächtlich von Semir zurück. „Lassen Sie mich auf der Stelle los oder ich rufe nach Hilfe!“ warnte ihn die Frau. Semir grinste. „Ja tun Sie das ruhig. Was meinen Sie wie sich ihre Freunde darüber freuen?“ harkte er nach. „Bitte… lassen Sie mich los…“ flehte die Frau. „Hey… ich tue Ihnen nichts. Ich bin von der Polizei… lassen Sie sich doch von mir helfen. Mein Name ist Semir ... Semir Gerkhan.“ erklärte Semir sanft weil er die Angst der Frau regelrecht spürte. Sie musterte ihn. „Sie sind Polizist?“ fragte sie erneut. Er nickte. „Was wollten die Typen von Ihnen?“ kam von Semir. Die Frau sah ihn an. „Was? Woher soll ich das wissen. Diese Typen haben mich aufgelauert und dann packte mich der eine. Ich konnte ihn abschütteln und hab ihn getreten. Dann ist er zu Boden und ich bin losgerannt.“ erklärte die Frau. Semir nickte. „Wollten die Männer... ich meine haben sie versucht...?“ Semir suchte nach den richtigen Worten, um die Frau nicht zu sehr in die Enge zu treiben. „Sie meinen Vergewaltigt?“ fragte die Frau spöttisch. Er nickte. „Nein... aber vermutlich wollten sie es.“ meinte sie nur. „Wollen Sie Anzeige erstatten?“ harkte Semir nach. Ein leises verächtliches Lachen war die Antwort. „Gegen wen denn? Ich kenne die Männer doch gar nicht.“ erklärte sie ratlos. Semir zog die Schultern hoch. „Gegen unbekannt. Dann wären die Kollegen vom hiesigen Revier zumindest aufmerksamer und werden dieses Gebiet kontrollieren, damit nicht einer anderen Frau etwas passiert. „Nein... ich werde heim gehen und alles vergessen. Würden Sie mich bitte loslassen? Danke für Ihre Hilfe.“ kam von der Frau und sie reichte ihm die Hand. Semir nickte und ergriff die Hand. Die andere Hand von ihr glitt in die Tasche seiner Sportjacke. Er spürte nicht, wie sie etwas hineintat. „Wenn Sie noch einmal Hilfe brauchen, schreien Sie. Manchmal vertreibt es den oder die Täter. Sie nickte und ging.

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  • 'Na sicher ist eine Fortsetzung drin.


    „Verdammt!“ stieß Florian aus, als er den Mann sah, der bei Romina stand. Sein Bruder Frank sah ihn an. „Was ist denn? Wer ist das?“ fragte er. „Keine Ahnung. Kann Zufall gewesen sein. Egal... wir kriegen sie noch. Und dann kann sie ihr Testament machen. Schon allein für den Tritt den sie mir verpasst hat, wird sie büßen.“ fluchte Florian. „Mensch Flo! Nun hab dich nicht so.... ich meine du hast doch selbst Schuld. Wenn Romi zu den Bullen geht, dann haben wir ein ziemlich großes Problem. Auf dem verdammten Stick sind alle Infos drauf... Alle verstehst du? Wir müssen den Stick wiederhaben!“ fauchte Frank ihn an. Florian nickte. „Ich werde ihn wieder besorgen, keine Angst.“ drohte er. „Ja und wie? Meinst du sie passt jetzt nicht noch mehr auf, als vorher... Ich sagte doch von Anfang an, lass dich nicht mit ihr ein. Sie ist vermutlich sogar ein Spitzel der Bullen.“ meinte Frank wütend. Florian nickte. „Quatsch sie ist eine Nutte! Aber sie wird mit ihrem Wissen sicher nichts mehr anfangen können. Ich weiß wo sie wohnt und welches Auto sie fährt.“ meinte er grinsend und verschwand. Frank schüttelte nur den Kopf. Er wusste genau, was Florian vorhatte, doch eigentlich wollte er das nicht. Doch Romina hatte Beweise in der Hand, die Frank und Florian schwer belasteten. Sie war dabei, als die Beiden einen zehnjährigen Jungen einer sehr wohlhabenden Familie erst um das Lösegeld erpressten und den Jungen anschließend umbrachten. Florian ließ es sich nicht nehmen den Jungen während des Todeskampes zu filmen. Nur um seine eigene Gier, nach Brutalität und Verzweiflung gegen Andere auszuleben. Er sah sich diesen Film mehrmals auf dem PC an. Nur einmal vergaß er ihn zu löschen. Und genau diesen Film hatte sich Romina auf einen Stick gezogen. Nun mussten die Beiden verhindern dass der Film zu den Bullen geht.


    Romina sah sich noch einmal kurz um, als sie den Weg zu ihrem Wagen antrat. Sie sah den Mann noch da stehen, als sie in ihren Wagen einstieg. Kurz hob sie die Hand zum Gruß und fuhr ab. Während der Fahrt griff sie zum Handy und wählte eine ihr bekannte Nummer. „Hallo Sandy…. Alles Klar bei dir?“ fragte sie und hörte eine Weile zu. „Sag mal Schwesterchen, könnte ich bei dir ne Weile untertauchen? .... Was? Nein… ich hab keine Scheiße gebaut. Ich brauche nur ne kleine Auszeit. Sagen wir zwei Wochen. Was ist mit Papas Hütte? Da könnte ich doch… Ja… Okay… ich hole mir die Schlüssel ab und fahre dann zur Hütte. Aber du hast mich nicht gesehen, damit das klar ist. Bis später.“ Romina beendete das Gespräch. Sie hatte ihre Schwester lange Zeit nicht mehr gesehen, doch egal wie lange es her ist, jedes Mal wenn sie dort anrief und sich ankündigte, glaubte Sandra dass sie Mist gebaut hätte und deshalb zu ihr kam. Sie fuhr nach Hause um zu packen. Aufmerksam sah sie sich um. Wenn Frank oder Florian zu ihr gefahren sind, war es durchaus möglich dass sie den Wagen entdeckte. Doch es war nichts zu sehen. Beruhigt fuhr sie in ihr Apartment, welches im zehnten Stock eines Hochhauses lag.


    Wenige Stunden später hatte Semir den Fall vergessen. Alles war wie immer. Er kam mit Jan von der Tour wieder und ging zum Schreibtisch von Andrea. „Du….!“ fing er an. Doch als Andrea ihn wütend ansah, schluckte er kurz und murmelte „Ach…vergiss es einfach.“ Und ging in sein Büro. Jan sah es natürlich. Er wusste genau dass die Beiden sich liebten. Aber wenn Andrea ihre fünf Minuten hatte, dann war nicht gut Kirschen mit ihr zu essen. So ging er mit einem leisen „Hallo“ ebenfalls ins Büro und schloss die Tür. „So kannst du es vergessen, Semir. Frag sie direkt ob sie wieder mit dir zusammen sein will. Drucks hier nicht rum, geh zu ihr… nimm sie in den Arm… küss sie…“ zählte er auf. Semir sah ihn an. „Vergiss es… die ist im Augenblick kälter als der Nordpol.“ meinte er leise und wandte sich dem Papierberg auf seinem Schreibtisch zu. Jan grinste nur. „Na mach du mal…. ich hol mir nen Kaffee.“ sagte er und erhob sich. Semir sah ihm nach. Wieder fiel sein Blick auf Andrea die nun ebenfalls aufstand und in die Küche ging. Schnell tat er so, als würde er arbeiten.

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  • „Und? Wie geht es ihm?“ fragte Andrea als sie zu Jan kam. „Du bist viel zu hart, Andrea. Der Junge hat keine Ahnung, warum du ihn so behandelst. Was hat er denn wieder gemacht?“ wollte er wissen. Andrea lachte leise. „Er hat dir nichts erzählt?“ fragte sie erstaunt. „Nein, was denn?“ gab Jan wieder. „Er macht mich krank mit seiner Eifersucht. In jedem Mann der mich ansieht, glaubt er einen Rivalen zu erkennen. Wieso kann er nicht einfach Vertrauen zu mir haben? Ich meine… er hat sein Leben und ich meins. Ich würde so gern mit ihm gemeinsam durchs Leben gehen, aber er glaubt die Welt dreht sich nur um ihn, um Semir Gerkhan.“ stöhnte Andrea. Jan nickte. „Ich weiß…. Aber deshalb gleich Schluss machen… Andrea… ihr beide gehört einfach zusammen. Ich weiß es, du weißt es und er weiß es auch.“ versuchte Jan sich als Vermittler. „Dann soll er mir einfach etwas mehr Freiheit geben. Ich möchte einmal von ihm hören, dass er mich schön findet, dass er mich liebt, oder sonst was Nettes. Aber so etwas kommt ihm nicht über die Lippen. Wie ein Pascha. Da kommt seine wahre türkische Natur durch. Er glaubt tatsächlich, dass Männer das Wichtigste sind.“ fluchte Andrea wütend. Jan grinste. „Sind wir das denn nicht?“ kam gespielt erstaunt von ihm zurück. Andrea lachte laut auf.


    Florian stand bereits vor dem Haus in dem Romina Schnitzer wohnte. Er parkte so, dass er das Haus beobachten konnte. Da keine Tiefgarage vorhanden war, parkten die Mieter vor dem Haus. So konnte er genau sehen, wenn sie nach Hause kam. Er wartete gut zwei Stunden als er den alten klapprigen Golf sah. „So... meine Liebe... für dich ist es vorbei. Du hättest nie so neugierig sein dürfen.“ Murmelte er leise zu sich selbst und sah wie sie ins Haus ging. Er stieg aus und hielt ein Messer bereit. Die Straße war leer und da er bereits des Öfteren hier war, und auch mal unter dem Wagen lag, weil er Schwierigkeiten machte, fiel es niemanden in der Nachbarschaft auf, wenn er daran rumschraubte. Mit wenigen Handgriffen durchschnitt er den Bremsschlauch. Anschließend ging er zu seinem Fahrzeug und wartete einfach ab. Er kannte Romina schon länger und wusste, dass sie mit Sicherheit gegen drei Uhr wieder wegfahren würden. Doch diesmal kam sie schneller heraus. Bepackt mit Koffern verließ sie das Haus. Florian sah wie sie das Gepäck verstaute. Nun musste er ihr nur folgen. Der Unfall war auf jeden Fall vorprogrammiert. Als Romina losfuhr, hängte er sich an. Nur musste er nur noch warten, bis es passierte.

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  • Romina fuhr los. In einer knappen Stunde war sie bei ihrer Schwester in Mettmann. Das kleine Örtchen war ihre Heimat. Ländlich und nicht so überfüllt wie die Großstädte. Sie fuhr auf die A3 und passte sich dem Tempo der recht leeren Autobahn an. So alt der Golf auch war, Er fuhr immer noch seine 130 bis 140 km/h. Romina trat voll durch und kam sehr gut voran. Als sie eine Weile gefahren war sah sie die Warnhinweise auf eine Baustelle und das die Geschwindigkeit gedrosselt werden soll. Sie trat die Bremse, doch der Wagen wurde nicht langsamer. Etwas erstaunt tat sie es noch einige male. Nichts.... Verdammt, dachte sie. Ausgerechnet jetzt. Dann nahm sie die Handbremse und zog sie an. Doch auch das war unwirksam. Langsam kam Panik in ihr auf und sie versuchte runterzuschalten. Der Wagen heulte auf, als der Gang runter ging und er wurde tatsächlich langsamer. Doch es ging nicht schnell genug. Sie sah auf die Straße. Laut Warnhinweise sollte sie hier auf 60 runter sein, aber sie hatte immer noch 100 drauf. Nun schaltete sie in den ersten Gang. Vor ihr sah sie einen LKW, der ausgerechnet jetzt auf ihre Spur zog. „NEIN!!“ schrie sie und hielt sich die Hände vors Gesicht. Der Aufprall war unausweichlich. Mit einem Kreischen und Quietschen prallte der Golf mit Tempo 90 auf den LKW. Romina bekam den Aufprall mit. Sie fühlte wie sich das Lenkrad in ihren Oberkörper drückte. Glas barste und sie spürte die Scherben die ihr Gesicht aufschnitten. Sie wünschte sich ohnmächtig zu werden. Rauch stieg vor ihr auf. Nur verschwommen nahm sie den Fahrer des LKWs wahr, der nun zu ihr kam.


    Ronald Finke sah den kleinen verformten Wagen, der sich hinten in seinen LKW gebohrt hatte und er sah die Frau. „Mein Gott!“ stieß er aus, sprang aus dem Führerhaus und griff sich den Feuerlöscher. Er rannte zum Golf der bereits qualmte. Warum stieg die Frau nicht aus?, fragte er sich. Sieht sie denn nicht, dass der Wagen brannte? Er machte den Feuerlöscher startklar. Doch bevor er den Wagen vollends erreicht hatte, sah er eine Stichflamme und wurde von der Druckwelle der kleinen Explosion die kurz drauf folgte, zu Boden gerissen. Benommen richtete er sich auf und sah in den Feuerball. Er glaubte das Entsetzen im Gesicht der Frau zu sehen, den Schmerz über die Flammen. Wieder griff er zum Feuerlöscher und bediente ihn. Der Kampf gegen die Flammen wäre sicherlich vergebens gewesen, aber von irgendwoher, kamen weitere Helfer mit Feuerlöschern und innerhalb weniger Minuten konnten sie das Feuer tatsächlich löschen. Ronald schlug die Scheibe an der Fahrerseite ein und mit der Isodecke konnte er den Türgriff betätigen, ohne sich zu verbrennen. Die Tür schwang auf. Während einer der Helfer das Lenkrad hoch drücken konnte, zog er die verletzte Frau mit einem weiteren Helfer vom Wagen weg. „Los! Da rüber... der fängt gleich wieder an zu brennen!“ stieß er aus und sie zogen die Verletzte an die Leitplanke. Kurz darauf erfolgte eine zweite größere Explosion und der Wagen stand vollends in Flammen. Ronald sah auf die Frau. Sie blutete aus mehreren Schnittwunden im Gesicht. „Hören Sie mich? Bleiben Sie ruhig liegen. Hilfe kommt gleich“ sprach er beruhigend und berührte die Frau leicht. Doch es kam keine Reaktion.

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  • „Semir! Jan! Schwerer Unfall mit Explosion auf der A3 bei KM 406,3. Eine Schwerverletzte. Rettungswagen ist bereits verständigt!“ kam durch den Funk. Semir sah Jan an, pappte das Blaulicht auf das Dach des Mercedes und griff zum Mikro. „Cobra 11 übernimmt!“ sagte er nur. Jan trat das Pedal durch. Sie brauchten knappe zehn Minuten bis sie dort waren. Allgemeines Chaos herrschte an der Unfallstelle und Kollegen in Uniform wollten die Beiden aufhalten. Semir zog seinen Ausweis und zeigte ihn vor. „Kripo Autobahn!“ rief er und schon war er unter der Absperrung durch. Einer der uniformierten Polizisten kam zu ihm. „Nach Aussage ist die junge Frau, die den Golf fuhr ungebremst auf den LKW geknallt. Sie ist sehr schwer verletzt und ohne Bewusstsein. Das sie überhaupt noch lebt, verdankt sie vermutlich dem LKW-Fahrer und einigen der anderen Beteiligten. Sie haben sie aus dem Wagen gezogen, bevor er in die Luft flog.“ berichtete der Mann. Semir nickte. „Papiere der Frau?“ fragte er kurz. Ein Kopfschütteln war die Antwort. „Vermutlich alles im Wagen verbrannt.“ Semir nickte. „Danke. Wo ist die Verletzte?“ wollte er wissen. Der Mann zeigte auf den Rettungswagen. Semir ging darauf zu und hielt seinen Ausweis hoch, als der Notarzt gerade die Türen schließen wollte. „Einen Augenblick bitte!“ rief Semir ihm zu. „Ja was denn? Wir müssen dringend in die Klinik!“ begehrte der Arzt auf. „Ja sicher... wie geht es ihr?“ fragte Semir und sah auf die Trage. „Sie hat einige Schnittwunden im Gesicht, Verbrennungen zweiten Grades, zwei Rippen gebrochen weil das Lenkrad in den Oberkörper gedrückt hat. Vermutlich beim rausziehen wurde auch das Bein ausgerenkt. Aber sie lebt. Wir müssen nur abchecken ob innere Verletzungen vorliegen. Wir bringen sie ins Marien...“ erklärte der Arzt. „Ist sie vernehmungsfähig?“ wollte Semir wissen. Der Arzt sah ihn an, zog die Augenbrauen hoch und lächelte. „Guter Mann.... die Frau ist in Narkose. Und vor morgen werden Sie sicher nicht an sie herankommen.“ Er stieg vorn in den Notarztwagen ein und machte dem Fahrer des RTW ein Zeichen loszufahren. Semir blieb stehen und sah den Fahrzeugen hinterher.


    Florian sah zufrieden zu, wie sich die Rettungskräfte um Romina bemühten. Dann sah er den Mann aus dem Wald wieder. „Sieh mal an... du bist Bulle...“ lachte er leise. Ein größer kam auf ihm zu. „Richter, Kripo Autobahn. Sind Sie am Unfall beteiligt? Oder Zeuge?“ wurde er gefragt. „Zeuge...“ gab er an. „Was können Sie zu dem Unfall sagen?“ kam die nächste Frage. „Der Golf ist auf den LKW geprallt. Es hat fürchterlich gekracht und plötzlich war Feuer da. Ich bin raus und wollte helfen, aber da waren schon einige am Fahrzeug und deshalb bin ich hier stehen geblieben.“ erklärte er. Der Polizist nickte. Der Kleinere Mann kam nun dazu. „Und?“ fragte er den Größeren. „Alle sagen das Gleiche. Der Wagen ist ungebremst auf den LKW und hat Feuer gefangen.“ stöhnte Kranich. Der Kleinere nickte und sah Florian an. „Sie haben den Unfall gesehen?“ Florian nickte. „Wer sind Sie, wenn ich fragen darf?“ stellte er die Gegenfrage. „Gerkhan. Kripo Autobahn. Waren Sie weit hinter der Frau?“ Florian schüttelte den Kopf. „Nein... fast unmittelbar. Es waren nur zwei Wagen dazwischen. Mann... das sah schrecklich aus. Lebt sie noch?“ Er ließ seine Stimme besorgt und betroffen klingen. Gerkhan nickte. „Ja.... aber sie ist sehr schwer verletzt worden.“ meinte er nur. „Kann ich dann gehen? Ich hab noch einen wichtigen Termin.“ meinte Florian. „Ja sicher... Ihre Personalien sind bereits aufgenommen?“ fragte Richter. Florian nickte. „Gut... falls Ihnen noch etwas einfallen sollte, können Sie mich anrufen.“ Gerkhan reichte ihm eine Karte. Florian nahm sie und lächelte freundlich. Dann ging er zu seinem Fahrzeug und konnte vorsichtig an der Unfallstelle vorbeifahren.


    Wenig später saßen Jan und Semir bei Anna im Büro. „Was wissen wir von der Frau?“ wollte sie wissen. Semir zog die Schultern hoch. „Bisher nur, das sie auf den Wagen aufgefahren ist. Vor morgen ist bei ihr kein Blumentopf zu gewinnen. Sie liegt in Narkose. Alle Zeugen sagen das Gleiche. Sie ist ungebremst auf den LKW aufgefahren. Der Wagen steht bei Hartmut in der KTU. Allerdings völlig ausgebrannt. Vermutlich findet nichts. Selbst wenn eine Manipulation stattgefunden hätte, könnten wir es nicht sehen, weil alles was Plastik oder nicht aus Eisen war, ist geschmolzen.“ erklärte Jan. Anna nickte. „ Dann müssen wir warten, bis die Frau wieder ansprechbar ist.“ meinte sie als das Telefon anschlug. „Engelhard!“ meldete sie sich. Sie hörte kurz zu und dann verhärtete sich ihre Mine. Semir und Jan sahen es sofort. „Danke...“ sagte Anna leise und legte wieder auf. „Die Frau ist soeben verstorben. Milzruptur.“ erläuterte sie. „Ist sie noch mal zu sich gekommen?“ fragte Semir. Anna schüttelte den Kopf. „Sie starb kurz nach ihrer Einlieferung an inneren Blutungen. Tja... fahren Sie zu Hartmut. Vielleicht hat er ja doch etwas gefunden.“ meinte Anna nur. Jan und Semir verließen das Büro und fuhren zur KTU.

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  • „Hey Jungs! Ich wollte euch gerade anrufen.“ begrüßte Hartmut die Beiden. Jan sah Semir an. „Ach warum?“ wollte er wissen. „Nun… der Wagen von dem Unfall… Also ihr könnt euch vorstellen, das wenn ein Auto so ausbrennt nicht viel von den so genannten „Weichteilen“ übrig bleibt. Hier ist es natürlich genau so. Also wenn die Frau ungebremst auf den LKW gefahren ist, dann haben vermutlich die Bremsen versagt. Allerdings waren die in Ordnung. Also blieb die Vermutung, wenn es Fremdverschulden war, die Bremsschläuche angeschnitten hat, die Bremsflüssigkeit ist ausgelaufen und deshalb ist es zum Unfall gekommen. Oder aber…. Und das ist auch eine Möglichkeit, sie hat Selbstmord begangen. Das aber würde dann wiederum….“ erklärte Hartmut und tippte am Rechner etwas ein… „Hartmut!! Weißt du warum oder nicht?“ unterbrach Semir ihn. „Ähmm…. Nein.“ gab Hartmut zu. Jan grinste. „Na das ist doch mal sehr präzise.“ meinte er darauf. „Tja… tut mir Leid aber ich kann euch nicht helfen. Ach so… ich konnte das Kennzeichen wenigstens ermitteln. Der Wagen war auf eine Romina Andersen zugelassen.“ Hartmut sah von Jan zu Semir. „Gut gemacht.“ meinte Semir nur und drehte sich um. Er verließ mit Jan die KTU und fuhr zur Gerichtsmedizin.


    In der Pathologie war nicht viel los. „Wegener?“ rief Semir durch die Gänge als er glaubte den Gerichtsmediziner zu sehen. Der Mann drehte sich um. „Ach… Semir… Jan. Was macht ihr denn hier?“ fragte er erstaunt. „Die Frau, die heute Morgen beim Unfall ums Leben gekommen ist. Hast du sie schon untersucht?“ wollte Jan wissen. Wegener sah ihn an. „Ich habe gerade den Bericht geschrieben. Wollt ihr sie noch mal sehen?“ fragte er. Semir sah zu Jan und nickte dann. „Wenn sie hübscher als heute Morgen aussieht?“ meinte er dann. Wegener lächelte. „Nun sagen wir mal so… sie eine hübsche Leiche.“ gab er zu. Er ging mit Semir zu den vielen Schränken und zog eine der Tragen heraus. Dann nahm er das Leichentuch hoch und Semir sah in das Gesicht. „Oh…verdammt.“ stieß er aus. Jan sah ihn an. „Was ist denn?“ wollte er wissen. „Ich kenne diese Frau.“ gab Semir zu. „Also nicht vom Namen… ich erzähl es dir unterwegs. Haben wir die Identität schon?“ wandte er sich an Wegener. „Ähm... leider nein. Wer es war, müsst ihr herausfinden. Ich habe einen Zahnabdruck gemacht, aber der wird vermutlich nicht sehr viel helfen. Ihr könntet die Presse einschalten.“ grinste Wegener und verabschiedete sich.


    Florian sah sich in der Wohnung von Romina um. Er durchsuchte alles, doch das was er finden wollte, war nicht da. „verdammte Schlampe!“ schrie er vor Wut. Wo hat sie bloß den Stick gelassen. Hier war er nicht. Wenn er im Wagen war, dann wäre er verbrannt. Aber was wenn sie ihn in ihrer Jackentasche hatte, dann …. Verdammt… wenn die Bullen das finden, dann sind er und Frank dran. Er musste sie finden. Krankenhaus…. Marien. Das hatte er mitbekommen, als die Polizisten sich darüber unterhielten. So verließ er die Wohnung und fuhr zum Krankenhaus. An der Anmeldung fragte er nach dem Zimmer von Romina Andersen. Doch niemand kannte diesen Namen. Enttäuscht über die Auskunft verließ Florian das Krankenhaus wieder und fuhr zu Frank. Dieser sah auf, als er den Raum betrat. „Was machst denn du für ein Gesicht?“ fragte er. „Verdammt… der Stick… er ist nicht in ihrer Wohnung. Sie ist nicht im Krankenhaus… keine Spur von der Schlampe… Sie hätte eigentlich im Krankenhaus sein müssen. Aber … sie ist nicht dort. Ich hab es doch mitbekommen…“ stieß Florian wütend aus. Frank lachte. „Vielleicht hat sie ihn im Auto gehabt. Und dann ist er verbrannt. Das ist ein Glücksfall… ein absoluter Glücksfall. Mensch Brüderchen… es ist alles im Lot.“ sagte er erleichtert.

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  • Jan und Semir fuhren zurück. „Also?“ fragte Jan. „Was also?“ kam von Semir. „Woher du sie kennst?“ wollte Jan wissen. „Ach so… es war gestern. Ich war joggen wie ich es manchmal mache und da sind wir uns begegnet. Sie wurde gerade von zwei Typen verfolgt. Als ich sie fragte warum, meinte sie es wäre alles nur ein Zufall. Opfer von zwei Männern die sie vermutlich vergewaltigen wollten und nur weil ich dazwischen gekommen bin, kam es nicht dazu. Ich fragte sie dann, ob sie eine Anzeige erstatten wollte und sie lachte mich aus. Meinte dann gegen wen denn…. Und dann ist sie weg.“ erklärte Semir. Jan nickte. „Tja… scheinbar hat sie es nicht so einfach weg gesteckt.“ gab er zu verstehen, dass er den Tod der jungen Frau für einen Selbstmord hielt. „Nein… Jan. Das glaube ich nicht. Sie machte nicht den Eindruck dass sie Selbstmordgefährdet ist.“ widersprach Semir. Jan nickte. „Wir müssen zunächst mal den Namen abchecken. Wie war der noch gleich?“ fragte er nach. Semir blättere in seinem Notizblock. „Ähm.... Romina... Romina Andersen.“ gab er zur Antwort. Als sie in der PAST waren gab Semir den Namen an Andrea weiter. Nur zehn Minuten später kam sie zu den Beiden rein. „Also... diese Romina Andersen ist ein völlig unbeschriebenes Blatt. Außer das sie eine Prostituierte ist, keine Vorstrafen, keine auffälligen Verhalten im Straßenverkehr. Nichts. 32 Jahre jung, unverheiratet.... die letzte Meldeadresse war die Eichelherstraße 35 in Köln-Mühlheim.“ gab sie bekannt und drückte Tom einen Zettel in die Hand. „Hier... alles noch schriftlich, damit ihr die Straße nicht vergesst.“ grinste sie ihn frech an. „Danke Andrea...“ gab Jan nur zurück. Semir sah sie an. „Andrea? Was hältst du denn von einem gemeinsamen Abendessen?“ fragte er sanft. Andrea sah ihn an. „Nein…. Ich habe heute schon was Anderes vor….. ein Andermal vielleicht.“ Semir nickte. Das war ja wohl ein Korb, dachte er und trottete hinter Jan her.


    „Du musst das bei Andrea anders machen. Komplimente, sag ihr wie schön sie ist, das sie gut duftet und wie schlank sie doch nach ihrem Urlaub noch ist… solche Dinge.“ riet Jan ihn im Wagen. „ Sie weiß doch, dass ich sie liebe und sie weiß auch, dass ich sie hübsch finde. Ach ich weiß nicht… ich verstehe sie einfach nicht, ich meine… ich habe wirklich nichts getan. Die Eifersucht macht mich noch kaputt. ‚Sei muss mir doch mal vertrauen.“ stöhnte Semir zurück. Jan nickte, verschwieg aber, dass er das Gleiche von Andrea gehört hatte. „Ja… wie ist es denn mit deiner Eifersucht?“ wollte er wissen. Semir sah ihn erstaunt an. „Ich? Eifersüchtig? Das Wort existiert gar nicht in meinem Wortschatz…“ empörte er sich. Jan nickte. „Ja sicher… ach hast du eigentlich gestern als wir im Büro saßen dieses weiße Cabrio gesehen, Andrea ist nach Feierabend dort eingestiegen. Der Kerl sah aus, wie Arnold Schwarzenegger..“ erzählte Jan beiläufig. „Cabrio? Wann? Wo?“ schoss Semir die Fragen ab. „Na bei uns an der PAST. Ich hab es ganz deutlich gesehen. Die beiden haben sich geküsst und…“ erzählte Jan weiter. „Das kann doch gar nicht! Hast du das Kennzeichen? Wer war das denn? Dem…“ Semir stockte als Jan ihn grinsend ansah. „Du lügst!“ stellte er fest. Jan nickte. „Nicht ganz… aber die Eifersucht, die ja bei dir nicht existiert, war sehr existent!“ gab Jan grinsend weiter. „So… da sind wir.“ meinte er dann und hielt an. Semir stieg aus und wartete auf Jan. Dann gingen sie ins Haus, wo Romina Andersen wohnte. Als sie vor der Tür standen, sahen sie sofort, dass die Tür aufgebrochen wurde. Beide sahen sich kurz an und zogen dann die Waffe. Sich gegenseitig deckend gingen sie in die Wohnung. Allerdings war niemand mehr dort. Semir rief die Spurensicherung.

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  • Nach einigen Minuten waren Jan und Semir in den Räumen durch. „Also wenn du mich fragst, ist die Wohnung ziemlich spärlich eingerichtet. Gerade mal das nötigste. Keine Klamotten im Schrank. Kein dreckiges Geschirr …. Nichts. Als wenn keiner hier wohnen würde.“ meinte Semir zu Jan. Dieser nickte. „Ja aber irgendwas muss der Einbrecher hier gesucht haben. Würdest du in eine Wohnung einbrechen wo nichts zu holen ist?“ stellte er die Gegenfrage. „Nein nicht wirklich. Es ist sonderbar. Oder aber sie hatte ihre Sachen bei sich, weil sie verreisen wollte. Dann wäre alles verbrannt.“ mutmaßte Jan. „Ja stimmt… könnte so sein. Urlaub, dann wird vorher noch sauber gemacht und so… Nur kenne ich keinen Einbrecher, der es so ordentlich zurück lässt. Das muss einer sein mit Stil. Oder er hat aufgeräumt.“ dachte Semir laut nach. „Ja oder aber er wusste genau wo er suchen muss.“ Gab Jan zurück. „Na komm… hier ist nichts zu holen. Die Spurensicherung kann sich das alles ansehen. Fahren wir zurück.“ gab Semir resigniert von sich und Jan nickte. Kurz darauf waren sie auf der Autobahn. Der Rest des Tages verlief ruhig und gegen Mitternacht machten die Beiden Feierabend und fuhren nach Hause.


    Am nächsten Morgen lag der Bericht der Spurensicherung auf ihrem Tisch. Semir sah ihn sich an. „Tja… war klar. Fingerabdrücke von drei Personen. Die Tür war aufgebrochen…. Weiß ich ja selbst.“ murmelte er und warf die Akte in den Briefkorb. Er sah Andrea bereits am Schreibtisch sitzen und ging zu ihr. „Sag mal…. hast du die Fingerabdrücke die in der Wohnung gefunden wurden schon durch den Computer gejagt?“ fragte er sanft. Sie nickte. „Er arbeitet noch. Wenn es welche gibt, die mit denen übereinstimmen, findet er sie bestimmt. Einen Kaffee?“ fragte Andrea. Semir nickte und ging mit ihr in die Küche. „Du sag mal… Jan erzählte mir von einem Typen im Cabrio, der dich abgeholt hat… ist da was dran?“ stellte Semir nebenbei die Frage und tat ziemlich gleichgültig. „Mit einem Cabrio? Da muss Jan sich vertan haben. Alko fährt einen alten Golf.“ meinte Andrea kühl. Semir sah sie an. „Alko? Ist das dein neuer Freund?“ wollte er wissen. Andrea lachte. „Nein…. Das ist mein Nachbar….“ gab sie bekannt. „Ach… ich dachte schon… also nicht das du denkst ich wäre eifersüchtig.“ entschuldigte er sich. Andrea nickte. „wie könnte ich so etwas von dir denken.“ meinte sie nur und ging mit der gefüllten Tasse zum Schreibtisch. „Aber es läuft nichts zwischen dir und deinem Nachbarn, oder?“ fragte Semir. Andrea sah ihn über den Tassenrand an. „Du… Semir. Er ist nur mein Nachbar. Mehr nicht. Okay? Oder möchtest du noch etwas wissen?“ lächelte sie ihn etwas genervt an. „Ähm… nein.. alles bestens.“ Semir nahm seine Tasse und ging mit schnellen Schritten ins Büro.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Frank sah Florian an. „Hier… sie ist tot. Deshalb hast du sie im Krankenhaus nicht finden können.“ sagte er und warf seinem Bruder die Tageszeitung ihn. „Ach…. Na dann ist ja wirklich alles in Butter.“ grinste Florian. Frank nickte. „Ja wenn die den Stick dabei hatte, als der Wagen explodierte, dann brauchen wir uns absolut keine Sorgen machen. Sie war die einzige, die von unserem kleinen Film etwas wusste. Sie wird niemanden mehr etwas erzählen. Können. Die Bullen haben nichts, aber auch gar nichts in der Hand gegen uns. Wir können unser Leben mit dem Geld genießen.“ meinte er nur. Florian sah seinen Bruder an. „Ja … aber was wenn der Stick nicht im Auto war? Was wenn sie ihn vorher verschickt hat, oder schlimmer noch, jemanden gegeben hat, der …. der ihn den Bullen zuspielt?“ gab er zu bedenken. Frank lachte laut auf. „Hey…. Sie war nur ne kleine Nutte. Die läuft sicher nicht zu den Bullen. Ich nehme nämlich an, dass sie vorhatte uns zu erpressen. Und das ist eben verdammt schief gegangen.“ Frank biss in sein Brötchen. „so und nun, werde ich mir den Tag versüßen. Vor heute Abend werde ich nicht zurückkommen.“ drohte er grinsend an. Florian nickte. „Mach es dir schön. Nach den letzten Tagen Stress ist es notwendig.“ stimmte er zu und sah seinem Bruder nach, als dieser das Haus verließ und kurz darauf ins Auto stieg.


    „Hartmut hier!“ hörte Semir als er sich am Telefon meldete. „Was gibt es?“ wollte er wissen. „Also folgendes. Diese Romina hat telefoniert. Ist ja nichts Gewöhnliches. Nun ja, im Speicher war die Nummer noch und ich habe herausgefunden, dass sie eine Schwester hat. Sandy Andersen. Sie wohnt in Mettmann, Lichtensteinstrasse 3. Die Adresse hab ich euch schon mal rausgesucht…“ erklärte Hartmut. „Danke… werden uns drum kümmern. Gute Arbeit, Hartmut.“ Semir legte auf. Jan kam herein. „Wir müssen nach Mettmann.“ begrüßte Semir ihn. „Ach und warum? Was ist in Mettmann?“ wollte Jan wissen. „Dort wohnt die Schwester von Romina Andersen und kann uns vielleicht helfen.“ erläuterte Semir und griff die Autoschlüssel. Jan ging hinter ihm her. Nur eine halbe Stunde später waren sie bei Sandy Andersen vor der Tür. Eine junge blonde Frau öffnete als sie klingelten. „Gerkhan, Kripo Autobahn. Mein Kollege Richter. Frau Andersen?“ stellte Semir sich und Jan vor. Die junge Frau nickte. „Was kann ich für Sie tun?“ wollte sie wissen. „Es geht um Ihre Schwester Romina…können wir kurz reinkommen?“ fragte Semir vorsichtig nach. Sandy nickte und gab den Weg frei. Im Wohnzimmer bat Semir sie sich zu setzen. „Wann haben Sie Ihre Schwester das letzte Mal gesehen?“ stellte Jan die Frage. „Sie war gestern bei mir. Sie hat sich den Schlüssel für unsere kleine Waldhütte abgeholt. Was ist denn mit Ihr? Warum wollen Sie von mir wissen wann ich sie gesehen habe?“ kam nun die Gegenfrage von Sandy. Semir sah Jan Hilfe suchend an. „Frau Andersen… Ihre Schwester ist gestern bei einem Unfall ums Leben gekommen…“ sagte er leise. Sandy sah ihn entsetzt an. „Romi…ist tot?“ fragte sie verwundert. Semir nickte. „Ja… und wir haben herausgefunden, dass es kein normaler Unfall war. Sie wurde ermordet. Sie müssen uns helfen. Wir müssen wissen mit wem Ihre Schwester in den letzten Stunden ihres Lebens zusammen war. Können Sie uns helfen?“ fragte Semir vorsichtig und beobachtete die Frau sehr genau.


    „Sie war so aufgeregt, als sie mich gestern Morgen anrief. Sie sagte sie müssen sich verstecken und ich solle keine Fragen stellen. Das hat sicher mit ihren Freund was zu tun. Dieser Florian….Brandt…glaub ich heißt der. Bei dem war sie gewesen. Ich hab ihr den Schlüssel gegeben…ich wollte…ich wollte doch ….helfen..“ erklärte Sandy und brach im selben Moment in Tränen aus. Jan nahm sie in den Arm. „Schon gut…. haben Sie jemanden der sich um Sie kümmern kann?“ fragte er vorsichtig. Sandy nickte. „Mein… Vater…. Ich werde ihn anrufen…“ sagte sie leise. „Können wir Sie allein lassen?“ wollte Semir wissen. Sandy nickte. „Wir finden den Mörder von Ihrer Schwester… das verspreche ich Ihnen.“ Kam von Jan und dann zog er Semir mit raus. „Wir haben also einen Namen. Florian Brandt… wenigstens ein Anfang.“ meinte er und Semir nickte. Als sie im Wagen saßen griff Jan zum Funk und rief die Zentrale. „Andrea… überprüfe doch mal bitte einen Florian Brandt. Er soll mit der Romina Andersen zusammen gewesen sein. Eine Adresse haben wir allerdings nicht.“ bat er. „Ich kümmere mich drum, Jan…“ hörte Semir. „Andrea…? Wie wäre es denn wenn wir heute Abend mal ausgehen….?“ fragte er bevor Jan das Gespräch beendete. „Nein… ich hab was Anderes vor. Alko kommt heute noch zu mir und wir wollen… egal… heute kann ich nicht.“ erklärte Andrea. Jan warf Semir einen sehr mitleidigen Blick zu.

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  • Semir fuhr am Abend nach Hause. Es wurmte ihn, dass Andrea ihn abblitzen ließ. Warum tat sie das? Was will sie damit erreichen und erzählte ihm von ihrem Nachbarn, der sie von der Arbeit abholte. Was wollte der Typ von ihr? Dann hörte er wieder wie Jan was von Eifersucht sagte. Er war nicht eifersüchtig. Warum denn auch. Er und Andrea waren nicht mehr zusammen, jeder konnte machen was er wollte…, dachte er. Alko…. Wie hieß der wohl weiter? Vielleicht sollte er mal zu Andreas Adresse fahren und schauen wie er weiter heißt. Ob Andrea etwas mit ihm hatte? Mehr als nur Nachbarschaft? Semir machte sich eine Flasche Wasser auf und trank einen Schluck. Er sah aus dem Fenster. Es war noch schön und recht warm. So zog er seinen Trainingsanzug an und wollte noch einmal etwas durch den Wald laufen. Als er seine Jacke anzog, merkte er, dass etwas in der Tasche war. Er holte es heraus und sah es an. „Ein USB - Stick?“ fragte er irritiert. Schnell war das Vorhaben des Laufens vergessen und er nahm sich den Stick und verband ihn mit seinem PC. Die Daten die darauf waren, schienen ein Video zu sein. Er klickte auf das Symbol und sah sich den Film an.


    Jan lag bereits auf der Couch, als das Telefon klingelte. “Hey… hast du kurz Zeit?“ hörte er Semir fragen. „Ach… wieso?“ wollte er wissen. „Ich habe in meiner Jacke von Trainingsanzug einen USB-Stick gefunden und mir die Datei angesehen. Es ist … nun ja… sagt dir der Name Marcel Reff etwas?“ fragte Semir. „Ja sicher… das ist doch der Millionärsjunge, der entführt und anschließend ermordet wurde.“ erklärte Jan. „Ganz genau. Auf diesem Stick siehst du wie der Junge ermordet wird und von wem.“ gab Semir bekannt. „Bin gleich bei dir!“ sagte Jan und beendete das Gespräch. Er fuhr zu Semir und sah sich den Film mit ihm gemeinsam an. „Die Kerle sind doch krank…“ stieß er aus, als er den Film gesehen hat. Semir nickte. „Das dachte ich mir auch. Die haben sich gefilmt, als sie den Jungen missbrauchten und umbrachten. Die sind absolut pervers“ stimmt er zu. „Nun ja… aber wer sind die Typen? Die hatten Masken auf und so ist es schwer auch nur einen Anhaltspunkt zu finden. Woher hast du den Stick eigentlich?“ harkte Jan nach. Semir zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Er war in meiner Jacke. Und die hatte ich….hey…. das ist es.“ Semir stand auf und holte die Jacke von der Garderobe. „Diese Jacke hatte ich auch an, als ich mit dieser Romina Andersen zusammen stieß. Sie muss mir das Ding in die Tasche gestopft haben. Dann waren die Typen, die hinter ihr her waren, vielleicht die Täter und haben sie deshalb gejagt.“ sinnierte er. Jan nickte. „Ja und weil sie Romina nicht stellen konnten, kam es zu dem Unfall. Ich wette es war Mord. Die Typen glauben vermutlich, dass sie den Stick im Wagen hatte als er in Flammen aufging.“ beendete er den Gedanken von Semir. Dieser nickte nur.


    Am nächsten Morgen waren beide bei Anna im Büro. Sie hörte sich an, was Semir und Jan erzählten. „Sind Sie ganz sicher, dass es der Reff Fall war?“ fragte sie. Semir nickte. „Ja… die Männer hatten selbst zwar Masken auf, aber den Jungen den hatten sie voll im Bild. Absolut pervers…“ stieß Semir verachtend aus. „Das BKA hatte den Fall bearbeitet. Ich vermute mal, dass es den damaligen Bearbeiter sicher interessieren wird. Ich werde ihn gleich anrufen. Haben Sie die Identität der Männer vom Video irgendwie ermitteln können? Wie kam der Stick in Ihrem Besitz, Semir?“ harkte sie nach. „Nun… wer die Männer sind wissen wir nicht. Wie der Stick zu mir kam, ist eher eine Vermutung. Romina Andersen. Ich bin mit der Dame kurz vor ihrem Tod im Wald zusammen gestoßen. Sie wurde verfolgt und ich vermute, dass es die beiden Männer waren, die hier im Video die Masken tragen.“ erklärte Semir. Anna nickte. „Sie haben die Männer auch gesehen?“ wollte sie wissen. Semir schüttelte den Kopf. „Dafür waren sie zu weit weg. Sie sind ja auch direkt umgedreht, als sie mich sahen.“ Meinte er nur. „Also gut. Bis das BKA da ist, werden wir erst einmal nichts tun.“ bestimmte Anna. Tom und Semir verließen das Büro.

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  • „Guten Tag… hier spricht Anna Engelhard von der Kripo Autobahn. Ich hätte gern mal den zuständigen Beamten gesprochen, der den Fall Marcel Reff bearbeitet.“ sagte sie ins Telefon, als die beiden Kommissare aus dem Raum waren. Es dauerte ein kleines Weilchen, dann hörte sie eine sehr vertraute Stimme. „Andreas Stahl!“ meldete sich der Mann. „Andreas? Hier ist Anna…“ sagte sie erfreut. Andreas war ein sehr guter alter Bekannter von ihr. „Mensch Anna…. Wie geht es dir denn? Das ist ja lange her….“ kam genauso erfreut zurück. „Danke, mir geht es gut. Aber deswegen rufe ich nicht an. Andreas… es geht um Marcel Reff. Du bearbeitest den Fall?“ fragte sie. „Nun ja…Ich habe den Fall bearbeitet. Aber er ist erledigt. Leider war die Sache nicht gerade ein Ruhmesfleck auf meiner Weste.“ erklärte Andreas. Anna erfasste eine Ahnung. „Na ist doch nicht deine Schuld. Aber ich habe etwas hier durch einen meiner Beamten erhalten, was ein anderes Licht auf den Fall wirft. Könntest du vorbeikommen?“ wollte sie deshalb wissen. „Ja sicher. Was ist es denn?“ kam erstaunt zurück. „Nun ja… wir haben ein Beweisstück zugespielt bekommen und… es ist ein Video über den Mord an den Kleinen.“ endete Anna. „Gott…. Ich komme zu dir.“ gab Andreas bekannt und legte auf. Anna legte ebenfalls auf. „Andrea, schicken Sie mir Semir und Jan bitte rein!“ gab sie durch die Sprechanlage und kurz darauf saßen Semir und Jan ihr gegenüber. „Es kommt gleich ein gewisser Andreas Stahl. Ein alter Freund und er hat den Fall damals bearbeitet.“ erklärte sie.


    Nur wenig später klopfte es an der Tür und ein Mann steckte den Kopf herein. „Semir! Jan… das ist Andreas Stahl.“ stellte sie den Mann vor. Semir sah sie erstaunt an. Sie sah durch die Glastüre. „Ach… da ist er ja.“ sagte sie und öffnete die Tür. „Andreas! Hallo….“ begrüßte sie den Gast. Semir sah kurz zu Jan. „Das sind die Kriminalhauptkommissare Semir Gerkhan und Jan Richter. Meine Herren Andreas Stahl, BKA.“ stellte sie die Männer vor. Sie reichten sich die Hände und Andreas sah von einem zum Anderen. „Sie haben Beweismaterial?“ fragte er kurz. Semir nickte. „Ja… sagen Sie… kennen Sie eine Romina Andersen?“ wollte er wissen. Stahl nickte. „Nein... sollte ich?“ fragte Andreas und sah in die Runde. „Nun... es ist vielleicht nur ein Zufall. Aber ich bin gestern Morgen mit einer Dame zusammengestoßen, die ...“ fing Semir an zu erzählen, als Anna ihn unterbrach. „Andreas… setz dich bitte. Wir hatten vor einigen Tagen einen schweren Unfall auf der Autobahn. Man konnte die Fahrerin zwar aus dem Wagen holen, bevor er explodierte, aber die Verletzungen waren so schwer, dass sie kurz darauf im Krankenhaus starb. Es war eben diese Romina Andersen.“ erklärte Anna leise. Andreas sah sie an. „Allerdings gab es vorher noch eine Begegnung mit unsere Herrn Gerkhan. Sie und er sind am Morgen ihres Todestages im Wald zusammen gestoßen. Sie wurde verfolgt.“ informierte Anna ihren alten Freund. Andreas nickte. „Haben Sie die Verfolger gesehen?“ wandte er sich an Semir. „Nicht vom Gesicht her. Sie brachen die Verfolgung direkt ab, als sie mich sahen. Vermutlich wollten sie nicht auffallen. Wissen Sie wer das war?“ kam von Semir nun die Frage. Andreas Stahl schüttelte den Kopf. „Nein... es gab zwar jede Menge Verdächtige, damals. Aber alle hatten ein Alibi. Wie ich schon Anna sagte, der Fall war kein Ruhmesfleck auf meiner Weste.“

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  • Semir hob den Stick hoch. „Ein USB-Stick. Darauf war eine Datei und zwar eine Videodatei. Sie zeigt den Todeskampf des Kindes und die Gesichter der Täter. Ich weiß nicht ob es die Männer sind, die Frau Andersen verfolgt hatten. Ich weiß nur, das sie ziemlich brutal mit dem Kind umgegangen sind.“ erklärte Semir. Andreas nickte. „ Der Fall ist zu den Akten gelegt worden. Wir müssten zunächst einen Antrag stellen damit wir den Fall weiter verfolgen können.“ fügte er noch bei. Semir sah ihn an. „Na dann sollten wir uns daran machen. Ich habe den Stick zuhause. Lassen Sie mir die Akten zukommen und dann werden wir ermitteln. Natürlich nur, wenn Frau Engelhard nichts dagegen hat.“ erklärte er vorsichtig und sah Anna an. Diese lächelte. „Warum sollte ich etwas dagegen haben. Sehen Sie zu, dass sie diese Mistkerle hinter Gitter bringen.“ gab sie zurück. Andreas sah sie dankbar an. „Ich werde Ihnen die Akten heute noch rüber bringen lassen. Danke...“ meinte er nur. Wenig später waren Semir und Tom mit Anna allein. „Semir... wie kommt es eigentlich, dass Sie diesen Fall bearbeiten wollen? Ehrgeiz?“ fragte Anna. Semir schüttelte den Kopf. „Nein Chefin... nicht Ehrgeiz. Aber ich habe mir den Film angesehen. Die haben den Jungen ertränkt wie eine Katze. Nein schlimmer noch... es war so ... so.... abartig. Diese Typen gehören für immer in den Knast und ich will sie dort rein bringen.“ sagte Semir und seine Stimme veränderte sich. Anna und Tom sahen sich betroffen an. „Semir... bitte versuchen Sie Ihre Gefühle in diesem Fall hinten an zu stellen. Die Männer werden vor Gericht verurteilt werden. Aber Sie wissen auch, das Filmmaterial nicht ausgewertet werden darf.“ erinnerte Anna ihn. Semir nickte. „Ich weiß. Aber ich werde die Beweise erbringen und dann kann auch eine Schrankmann nichts anderes plädieren, als auf Lebenslänglich.“


    Sie gingen aus dem Büro zu Andrea. „Hast du schon die Adresse von diesen Brandt?“ wollte Semir wissen. Andrea nickte. „Ja es gibt insgesamt siebzehn Brandts. Darunter allerdings nur einer der Florian heißt. Dieser Florian ist die Hälfe eines Zwillingspärchens. Sein Bruder heißt Frank. Beide wohnen zusammen in Köln. Genauer in Bilderstöckchen und zwar in der Ravensburger Strasse 47.“ Kam von Andrea und sie drückte Jan den Zettel in der Hand. Dieser sah sie verwundert an und lächelte dann. „Danke… gute Arbeit Andrea…“ lobte er sie und beobachtete wie Semir ihn leicht wütend ansah. Auf dem Parkplatz nahm er Jan den Zettel aus der Hand. „Du fährst heute…“ knurrte er und ging auf die Beifahrerseite des Mercedes. Jan lachte. „Könntet ihr euch nicht mal aussprechen? Ich meine es würde sich sicher sehr positiv auf die Arbeit auswirken.“ gab er den Rat. „Du kannst mich mal. Andrea ist einfach nur eingeschnappt weil ich …ich meine… ich hab überhaupt nichts getan. Wie würdest du denn reagieren, wenn du mit deiner Freundin einkaufen gehst und plötzlich ein Typ auf sie zustürmt und sie in den Arm nimmt?“ fragte Semir wütend. „Na zum Beispiel fragen, wer der Mann war. Ich meine es könnte eine Verwechslung gewesen sein… oder ein alter Bekannter, ein Schulfreund… es kann ganz harmlos gewesen sein…“ versuchte Jan das Verhalten zu erklären. „Ja sicher… das hat sie auch gesagt. Sie hat behauptet, es sei ein Schulkamerad und sie hätten sich seit Jahren nicht gesehen…“ meinte Semir. „Ja und warum glaubst du es nicht?“ wollte Jan wissen. Doch von Semir kam nichts als ein Achselzucken.


    Frank sah Florian zufrieden an. Doch dieser schien sehr nervös. „Ich versteh dich nicht. Was ist denn mit dir. Mann... die Kleine ist tot. Der Film vermutlich im Wagen verbrannt. Niemand kann uns mit diesem Reff in Verbindung bringen. Niemand hörst du“ lachte Frank. Fabian nickte unsicher. „Das denkst du. Was wenn sie das Ding anders beiseite geschafft hat? Vielleicht per Post geschickt, oder jemandem zugesteckt? Es ist alles möglich...“ gab er zu bedenken. Frank lachte laut auf. „Du bist ein ganz schöner Schisser. Hey.... ich weiß was. Wir werden den Fall wiederholen. Diesmal werden wir uns ein Mädchen schnappen. Was meinst du? Sie sollte schon sechzehn oder siebzehn sein. Und mit der werden wir unseren Spaß haben. Das Geld kassieren und dann werden wir sie töten. Seit es mit Marcel war... liebe ich dieses perfide Spiel. Ich brauche den Kick. Was ist? Bist du dabei oder kneifst du?“ fragte er lauernd. Florian sah ihn an. „Frankie.... es ist nicht gut, wenn du jetzt wieder so einen Anfall bekommst. Ich meine... damals mit diesem Marcel... okay... ich hatte auch meine Freude daran, aber wenn wir jetzt ich meine....“ fing er an. Doch er spürte auch eine Spannung in seinem Körper das nach einer Wiederholung schrie. Dann schloss er die Augen und nickte. „Ja... ich bin dabei. Hast du schon jemandem im Auge?“ fragte er dann. Frank nickte. „Ja.... Martina-Jayline Vernont. Ihr Vater ist Multimillionär der kleine Duftwasser herstellt und damit sehr erfolgreich ist. Sie ist blond, sechzehn Jahre jung und sehr schön. Wir werden unsere Freude daran haben.“ gab er von sich und schnalzte mit der Zunge.

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  • Martina-Jayline Vernont sah ihre Mutter an. „Mann... was soll das denn Mum? Ich bin kein Kleinkind mehr und muss zur Schule gebracht werden. Ich will mit meinen Freunden was erleben. Hey... ich bin doch kein Schatz den man bewachen muss.“ stöhnte sie vorwurfsvoll. Nathalie Vernont lächelte. „Jay... du bist mein Schatz. Und du bist auch der Schatz von deinem Vater. Man hört so viel, dass Kinder entführt wurden und die Eltern daran zerbrachen, weil sie die Kinder nicht zurückbekamen. Ich will nicht, dass du in eine solche Situation gerätst. Versteh doch... ich habe Angst. Angst um dich.“ gab sie leise zu und streichelte das Gesicht ihrer Tochter. „Ich bin sechzehn und kein kleines Kind. Ich kann sehr gut auf mich aufpassen.“ muckte Jay auf. Nathalie lachte. „Ich weiß dass du kein kleines Kind bist. Aber genau deshalb habe ich noch mehr Angst. Bitte... ruf mich an sobald dir etwas sonderbar vorkommt. Wenn du glaubst, verfolgt zu werden, oder denkst beobachtet zu werden. Tu mir den Gefallen und lass das Handy auf jeden Fall an.“ bat sie ihre Tochter. Jay nickte erbeben. „Also gut. Aber keine Kontrollanrufe.“ warnte sie und gab ihrer Mutter einen flüchtigen Kuss auf die Wange. „hab dich lieb.“ hauchte sie noch und verschwand. Nathalie sah ihrer Tochter noch eine Weile nach und verschloss dann die Tür. Sie sah nicht, wie ein schwarzer Transporter kurz nach ihrer Tochter die Straße herunterrollte. Sie sah nicht, wie ihre Tochter von kräftigen Händen in den Wagen gezerrt wurde und sie sah auch nicht, wie das Handy ihrer Tochter auf dem Bürgersteig zerschellte und der Wagen davon raste mit Martina-Jayline an Bord.


    Semir fuhr mit Jan in Köln vor. „So mal sehen, ob dieser Brandt was erzählen kann. „Wartest du hier?“ wollte er von Jan wissen. „Warum? Wir können doch zusammen rauf gehen.“ Entgegnete er. „Nun ja… aber wenn er was weiß, dann könnte er ja abhauen und du könntest dich quasi direkt anhängen.“ Erläuterte Semir. Jan nickte. „Gut… dann warte ich hier.“ gab er bekannt. Semir dachte an den Film. „Weißt du ich wünschte mir wirklich diese Mistkerle in die Finger zu bekommen. Bevor die nämlich vor dem Richter stehen, würde ich sie mir am liebsten zur Brust nehmen...“ grollte Semir. Jan nickte. „Das geht aber nur, wenn sie nicht größer sind.“ gab er zu bedenken und fing sich einen Blick von Semir ein, der alles sagte. „Ist ja gut.... war nicht so gemeint, mein Kleiner.“ grinste Jan. „Du bist nicht objektiv genug, Semir. Du weißt doch, dass Selbstjustiz verboten ist. Ich würde diese Mistkerle auch am Liebsten sonst wo hintreten, aber wir dürfen nicht. Ich meine... wir haben nicht einmal eine Ahnung wen wir jagen sollen.“ gab er dann zu bedenken. Semir stieg aus und klingelte. Doch es öffnete niemand. Resigniert ging er zum Wagen zurück. „Da ist niemand zuhause. Wir sollten warten oder aber… wir fahren erst einmal zurück und versuchen es später noch einmal.“ Meinte er dann. Jan nickte. „Dann fahren wir und versuchen es noch einmal später.“ Jan startete den Wagen und fuhr los. Doch kaum waren sie auf der Autobahn bemerkten sie einen dunklen Transporter der ziemlich riskant unterwegs war. „Na den werden wir mal überprüfen. Der scheint entweder was getrunken zu haben, oder aber etwas ausgefressen…“ meinte Jan und ließ Semir das Blaulicht aufsetzen.


    Florian sah in den Spiegel. „Scheiße die Bullen!“ schrie er seinen Bruder am Lenkrad an. Frank nickte. „Hab ich auch gesehen. Verdammt! Zivile...“ stieß er aus und trat das Pedal durch. „Sieh zu, dass die Kleine da hinten ruhig ist!“ forderte er seinen Bruder auf. Dieser ging nach hinten und sah auf die Vernont-Tochter. „Die schläft noch. Mach was! Häng sie ab!“ befahl er Frank. „Bin schon dabei. Festhalten, könnte sein, dass es gleich etwas rumst...“ grinste er und zog auf die linke Spur. Der BMW machte das Manöver mit. „Scheiße!“ stieß Frank erneut aus. „Die kleben an uns wie Kletten. Pass auf! Sobald sie auf gleicher Höhe sind, ramme ich sie in die Leitplanken!“ warnte er Florian. Er sah in den rechten Außenspiegel. Tatsächlich fuhr der BMW auf dem Standstreifen und versuchte an ihm vorbei zu ziehen. Frank riss das Steuer nach rechts und zwängte den BMW so zwischen sich und der Leitplanke ein. „So... was machst du nun?“ lachte Frank laut. Blech kreischte und er sah im Spiegel die Funken sprühen. Doch dann musste er kurz nach links ziehen und der BMW kam frei. Sofort bremste dieser ab und fuhr hinter den Transporter. Der Polizist am Steuer versuchte nun links an Frank vorbei zu fahren, doch Frank blockierte sofort. „ihr kriegt uns nicht!“ lachte er und trat das Gas durch. Florian wurde auf der Ladefläche durch die Manöver seines Bruders hin und her geschleudert. „Verdammt! Nun häng sie doch endlich ab!“ schrie er seinen Bruder an. „Ja...bin schon dabei...“ Frank schaute nur noch in den Spiegel und sah kaum noch nach vorn. Doch genau dort passierte es.

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  • „Scheiße! Jan... pass auf!“ schrie Semir, als der Transporter sie einquetschte. „Ja schön ruhig. Hab alles unter Kontrolle.“ gab sein Kollege wieder. „Ja sehe ich... dein Wagen ist reif für die Werkstatt. Das wird der Chefin gar nicht gefallen... der ist doch gerade wieder da...“ kam von Semir. Er zog seine Waffe und wollte gerade auf die Reifen schießen, als der Transporter nach links zog. „so.... keine Zukunft... Nun bist du dran, mein Freund!“ drohte er und Jan grinste. „Was ist? Willst du auf ihn schießen, oder was?“ fragte er. Semir nickte. „Ja sicher... ein guter Schuss in den Reifen und er steht.“ gab er zu. Jan nickte.“ Ja sicher und wenn nicht? Was wenn der Typ in Panik gerät und die anderen gleich mit in einem Unfall verwickelt? Willst du den Bericht schreiben und der Chefin erklären warum gleich tausend Autos ineinander gerast sind?“ stellte er seine Fragen. Semir sah ihn an während Jan sich auf die Straße konzentrierte. „Na... nun übertreib mal nicht.“ grinste Semir und legte an. Doch genau in diesem Augenblick raste der Transporter auf einem vor ihm fahrenden Wagen, der wegen irgendetwas bremste. Es krachte und der Transporter verformte sich stark. Wie ein Kreisel drehte er sich und raste die Böschung herunter. Er überschlug sich mehrmals bis er endlich auf der Seite liegend unten ankam. Jan bremste ab, und sprang mit Semir aus dem Wagen, bevor dieser richtig stand. Mit gezogenen Waffen rannten sie die Böschung runter und rissen die Türen zur Fahrerkabine auf. Obwohl sie nicht lange brauchten um am Wagen zu sein, war die Kabine leer. Verwundert sah Semir zu Jan. „Das gibt es doch gar nicht!“ stieß er aus. Jan zuckte nur mit den Schultern. „Hinten schon nachgesehen?“ fragte Semir. „Nein... aber gleich. Die Tür ist ziemlich verbeult.“ gab Jan zu und machte sich daran, die Türen aufzubrechen. „Ich will dich ja nicht beunruhigen, aber beeile dich bitte, sieht nämlich danach aus, als würde es gleich knallen!“ meinte Semir und sah auf die Benzinpfütze, die sich langsam bildete. „Ja...klar...red nicht sondern pack mit an!“ kam von Jan. Gemeinsam schafften sie es die Tür zu öffnen.


    „Verdammt!“ fluchte Frank und sah seinen Bruder an. „Bist du okay?“ fragte er. Florian nickte. „Ja... diese verdammten Bullen.... ich würde sie am Liebsten...“ fluchte Fabian behielt aber für sich, was er mit den Polizisten gemacht hätte. „Komm... wir holen uns jemand Anderen. Gibt sicher noch mehr reiche Töchter...“ grinste Frank und zog seinen Bruder weg. „Mensch... meine Sachen! Meine Papiere sind in dem Wagen!“ stieß er aus und wollte sich losreißen, doch im selben Moment erschall eine Explosion. Frank sah gerade noch wie der Wagen in Flammen aufging. „Kein Problem. Die sind soeben in die Luft gegangen.“ grinste er. „was ist mit dem Mädchen?“ wollte Florian wissen. Frank zuckte mit den Schultern. „Mir egal.. wir hauen erst mal ab.“ gab er gleichgültig zurück und verschwand mit seinem Bruder. Er selbst ärgerte sich darüber, dass er den Bullen kein Paroli bieten konnte. Aber er schwor sich, dies nachzuholen. Sicher ergab sich bald eine Möglichkeit, ihnen zu zeigen, wer der bessere Fahrer ist. Nun mussten sie allerdings erst einmal die Füße stillhalten. „Sag mal... hat das Mädchen dich gesehen?“ fiel ihm plötzlich ein und er sah Florian an. Dieser zuckte mit den Achseln. „Ich weiß nicht... ich denke nein. Aber ausschließen kann ich das nicht...“ gab er zu. Frank schloss die Augen. Verdammt... wenn das Mädchen Florian beschreiben konnte waren sie geliefert. Florian war schließlich kein Unbekannter bei der Polizei. „Gut... weg hier.“ befahl er.

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  • „Gott sei dank ….lebt sie noch?“ fragte Semir als Jan ein Mädchen aus dem Wagen zog. „Ja… aber der Puls rast!“ gab dieser zurück. „Komm erst mal weg hier!!“ stieß Semir aus denn der Wagen war kurz vor der Explosion. Gemeinsam schnappen sie sich das bewusstlose Mädchen und brachten sich in Sicherheit. Als sie einige Meter entfernt waren, explodierte der Wagen. Semir und Jan wurden durch die Druckwelle zu Boden geschleudert. Nur wenig später waren Feuerwehr und Notarzt vor Ort. Sofort kümmerte man sich um das Mädchen das immer noch ohne Bewusstsein war. Eine halbe Stunde später waren sie im Krankenhaus und warteten auf den Arzt. „Hatte sie irgendwelche Papiere bei sich?“ fragte Semir und sah seinen Freund an. Jan schüttelte den Kopf. „Nein… nichts nicht mal ein Handy. Aber es kann auch in der Schultasche gewesen sein, welche im Auto lag. Ich schätze sie auf fünfzehn, höchstens sechzehn. Hey.. der Arzt kommt.“ gab Jan wieder und deutete auf den Notarzt. Semir drehte sich nach ihm um. „Nun die Kleine ist nicht sehr schwer verletzt. Wenn Sie so wollen dann könnte man die Verletzungen durchaus als Üblich bei einem solchen Unfall nennen. Sie hat einen gebrochenen Arm und eine Rippenprellung. Gehirnerschütterung. Was allerdings nicht der Grund für die Bewusstlosigkeit ist. Das Mädchen wurde mit Chloroform betäubt. Nun ja die Gründe dafür herauszufinden ist Ihre Aufgabe.“ erläuterte der Arzt. Semir nickte und sah zu Jan. „Das könnte dann ja auch eine Entführung gewesen sein. Wir müssen unbedingt herausfinden wer die Kleine ist.“ Stieß er aus. „Ja und wir müssen davon ausgehen, dass die Typen es noch einmal versuchen werden. Personenschutz?“ stellte Jan die Frage. „Ja… ich werde die Chefin anrufen.“ kam von Semir und er griff zum Handy. Doch nun schaltete sich der Arzt wieder ein. „Hier bitte nicht… Gehen Sie raus oder benutzen Sie den Apparat.“ gebot er ihm. Semir nickte und ging raus. „Chefin! Semir hier. Wir sind leider in einen Unfall geraten, aber nicht verletzt. Der Wagen den wir verfolgt haben, hatte ein Mädchen ca. 16 Jahre alt im Laderaum gehabt. Das Mädchen wurde betäubt und bei dem Unfall verletzt. Über die Identität wissen wir allerdings nicht. Sie ist immer noch ohne Bewusstsein. Und wir müssen davon ausgehen, dass die Täter, die uns leider entwischt sind es noch einmal versuchen. Das Mädchen muss bewacht werden, bis wir wissen wer die Typen waren und was sie von ihr wollten.“ erklärte Semir als Anna sich meldete. Sie versprach sich darum zu kümmern. Semir ging zurück. „Die Chefin leitet alles in die Wege. Sobald die Bewachung da ist, werden wir herausfinden wer das Mädchen ist und was der Grund für die Entführung, wenn es eine war.“ erklärte er Jan. Dieser nickte und sah durch die Scheibe auf das schlafende Mädchen.


    „Verdammt! Diese verdammten Bullen! Hast du den einen erkannt? Das war der mit dem unsere kleine Nutte zusammen gestoßen war, als wir sie stellen wollten. Was wenn er im Besitz des Bandes ist? Was wenn die uns jetzt auf die Spur kommen? Was wenn er… wenn er uns doch gesehen hat?“ schrie Florian. Frank lachte laut. „Mann hast du ne Angst. Ich regele das schon. Wir werden jetzt erst einmal die Eltern anrufen und unser Lösegeld fordern. Die wissen ja nicht, dass wir die Kleine nicht haben. Und dann werden wir uns um das Andere Problem kümmern. Nämlich um die Kleine selbst. Du bist dir nicht sicher, ob sie dich gesehen hat, aber es kann immerhin möglich sein. Und das wollen wir doch ganz ausschließen, oder? Ich habe absolut keinen Bock im Knast zu versauen.“ gab er bekannt. „Frank! Wir müssen abhauen! Die kriegen uns!“ kam nervös von Florian. Frank sah ihn an. „Halt die Klappe und mach uns einen Kaffee. Der beruhigt.“ empfahl er. Florian verschwand. Frank griff zum Telefon und rief bei Familie Vernont an. Als sich eine Frau meldete fragte Frank ob sie die Mutter von Martina-Jayline sei und diese bejahte es. „Dann passen Sie jetzt gut auf! Ich habe ihre Tochter und noch geht es ihr gut. Sie haben bis morgen Abend zeit, mir 15 Millionen Euro zu übergeben. Wenn nicht ist die Kleine tot und hat vorher noch so richtig Spaß im Leben. Keine Polizei!“ warnte er sie. „Wo ist meine Kleine?“ hörte er die Frau fragen. Doch anstatt zu antworten legte er mit den Worten „Halten Sie sich bereit“ auf. Er grinste seinen Bruder an. „Wir haben sie doch gar nicht….!“ gab er zu bedenken. Frank nickte. „Ja aber das wissen die nicht und die Bullen haben keine Papiere von der Kleinen. Somit ist sie unbekannt. Bis die herausfinden wer die Kleine ist, haben wir das Geld und sind über alle Berge.“ gab er bekannt.

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  • „Wir müssen doch herausfinden können wie das Mädchen heißt. Das gibt es doch gar nicht. Was ist mit dem Auto? Die Kennzeichen?“ fragte Anna und sah Semir an. „Nun das Fahrzeug ist gestohlen und wurde auch gemeldet. Die Kleine hatte nichts dabei was sie identifizieren kann. Nicht einmal ein Handy. Die Schulsachen sind verbrannt. Also wenn da was war, dann ist es mit verbrannt. Das Auto ist in Köln zugelassen. Was natürlich nicht heißt, dass das Mädchen auch in Köln wohnt, aber wenn es sich tatsächlich um eine Entführung handelt, dann müsste das Mädchen von vermögenden Eltern sein.“ meinte Semir nur. „Das hilft uns nicht weiter. Was meint der Arzt?“ wollte Anna wissen. „Die Verletzungen sind nicht zu groß. Sie ist aber betäubt worden und muss erst einmal das verarbeiten. Vor morgen ist an einer Vernehmung nicht zu denken.“ gab Ben von sich. Anna nickte. „Tja.. meine Herren, wo sollen wir anfangen?“ fragte sie nachdenklich. Doch auf diese Frage wussten die Beamten auch keine Antwort. „Wir können nur hoffen, dass die Eltern sich, sofern es sich wirklich um eine Entführung handelt, bei der Polizei melden.“ meinte Semir noch. Doch daran glaubte er nicht wirklich. Anna stimmte ihm zu. „Mehr können wir wirklich nicht tun. Wird das Mädchen bewacht?“ wollte sie wissen. Semir nickte. „Ja… wir selbst fahren allerdings auch wieder hin. Vielleicht wird die Kleine ja vorher wach und kann uns sagen, wer sie ist.“ meinte Jan. „Tun Sie das meine Herren. Und halten Sie mich auf dem Laufenden.“


    Nathalie legte den Hörer mit tränengefüllten Augen auf. Ihr Mann kam zu ihr. „Was ist denn?“ fragte er. „Das war ein Mann… er sagt… er hat Jay… er sagt er hat unsere kleine Tochter. Er will 15 Millionen Euro für sie…Wir dürfen keine Polizei einschalten….sonst ist sie tot…“ weinte sie los. Arko nahm seine Frau in den Arm. „Schttt…. Wir schaffen das. Ich rufe gleich Michael an. Er wird mir das Geld heute noch herbringen. Wir bekommen sie wieder… wir bekommen sie wieder unseren Engel…“ sagte er sanft. „Aber bitte… Arko… keine Polizei… wir müssen es ohne Polizei erledigen. Wir müssen alles tun, was die Erpresser verlangen, hörst du….? Alles was sie verlangen…!“ sagte sie leise und man hörte die Angst einer Mutter ganz deutlich. „Ohne Polizei… wie dieser Mann es forderte. Wohin sollen wir das Geld bringen? Wann?“ fragte er. Nathalie sah ihn an. „Er wird wieder anrufen….“ gab sei bekannt. Arko nickte. „Ich rufe Michael an. Er soll mir das Geld so schnell wie möglich bringen. Ich will auf alles vorbereitet sein.“ sagte er und verschwand in seinem Arbeitszimmer. Dort nahm er den Hörer ab und wählte. „Ja ich bin es, Michael… es ist was Schlimmes passiert. Man hat Jay entführt. Die Entführer verlangen 15 Millionen Euro und ich werde bezahlen.“ erklärte er schnell und versuchte sich seine Angst nicht anmerken zu lassen. „Aber Arko! Das kannst du nicht. Du musst die Polizei einschalten. Diese Typen dürfen nicht an ihr Ziel kommen. Hör mir genau zu…. Ich kenne dort zwei Polizisten die vertrauensvoll sind. Lass mich mit ihnen zu dir kommen und wir reden über alles…ich bitte dich…“ versuchte der Anwalt. Arko schloss die Augen. „Also gut….wer ist es?“ wollte er wissen. „Die Beiden sind Gerkhan und Richter. Von der Kripo Autobahn. Also ich selbst kenne sie nur, weil …na egal. Ich versuch sie zu erreichen und dann kommen wir zu dir. Bis dahin halte die Typen hin wenn sie noch einmal anrufen.“ Arko legte auf. „Wenn das mal gut geht…“ stöhnte er leise.


    Jan saß an seinem Schreibtisch und beobachte wie Semir versuchte Andrea umzustimmen und mit ihm auszugehen. Doch Andrea schien stur zu bleiben. Semir kam ziemlich enttäuscht zurück. „Mann… da werde einer schlau aus den Frauen. Erst wollen sie begehrt und verehrt werden und dann…dann wollen sie…ach Mensch…“ fauchte er. Jan lachte leise. Er wollte gerade was erwidern, als das Telefon klingelt. „Kripo Autobahn Richter!“ meldete er sich. „Guten Abend Jan… hier ist Bernd… Ich hoffe du kennst mich noch?“ hörte er den Anrufer. „Ach Bernd… wie geht es denn so?“ fragte Jan freudig. Er kannte den Anwalt aus der Vergangenheit, als er wegen fahrlässiger Tötung verurteilt werden sollte. Bernd hatte ihn erfolgreich verteidigt und seit dem waren sie so etwas wie Freunde. „Was kann ich für dich tun?“ wollte er wissen. „Nun es ist etwas prekär… könntest du und Semir vielleicht zu mir kommen. Ich bin zuhause. Es ist wirklich sehr wichtig, aber nichts fürs Telefon.“ Bat der Anwalt. Jan sah zu Semir, der das Gespräch mitbekam und nickte ihm dann fragen zu. Semir nickte zurück. „Okay… wir kommen. Bis gleich.“ Jan legte auf und nur wenige Minuten später waren sie unterwegs nach Köln. „Was will Bernd wohl von uns? Ob er zu schnell gefahren ist und wir ihn irgendwie raus hauen sollen?“ fragte Semir lachend. „Er hörte sich nicht so an. Ich vermute eher dass es um einen Mandanten von ihm geht. Na wir erfahren es gleich.“ Meinte Jan und hielt vor dem Haus des Anwalts. Noch bevor sie klingelten wurde die Tür geöffnet. „Gut dass ihr so schnell da seid. Es ist wirklich sehr wichtig.“ Mit diesen Worten zog der Anwalt die Beiden ins Haus. „Bernd… kannst du jetzt endlich mal sagen um was es geht?“ bat Jan und machte sich los. „Ja sicher… also es geht um die Familie Vernont. Der Name sagt euch doch sicher was?“ fragte der Anwalt. Jan sah Semir an. „Ja sicher… der Parfümriese.“ meinte er. Bernd nickte. „Ganz genau. Also Arko Vernont rief mich vor einer Stunde an. Er hat oder besser gesagt, seine Frau hat einen Anruf erhalten in dem ein Mann behauptet Martina-Jayline Vernont gekidnappt zu haben. Das ist Arkos Tochter. Sie ist sechzehn und ist tatsächlich verschwunden…“ erzählte Bernd. Semir sah ihn erschrocken an. „Ist die Kleine blond? Ca. 168 groß, schlank?“ fragte er sofort. Bernd sah ihn erstaunt an. „Ja? Wieso?“ wollte er wissen. „Weil wir gestern ein Mädchen bei einem Unfall aus dem Wagen gezogen haben, welches betäubt wurde. Sie ist leicht verletzt und liegt in der Klinik. Ruf die Eltern an und sag das wir zu ihnen kommen.“ bat er sofort. Bernd nickte. „Die erwarten uns eh.“ Sofort sprang er auf und verließ mit den Polizisten das Haus und fuhren zu den Vernonts.

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  • Arko sah aus dem Fenster. Bernd müsste eigentlich gleich auftauchen und dann sah er auch schon Scheinwerfer. Er ging zur Tür und öffnete und lief direkt auf Bernd zu. „Gut dass du da bist. Sind das die Herren?“ wollte er wissen und begrüßte Jan und Semir. „Ja… Jan Richter und Semir Gerkhan. Und sie haben wundervolle Nachrichten. Wo ist Nathalie? Wir müssen sofort ins Krankenhaus.“ nickte Bernd. Arko verstand nicht. „Wieso Krankenhaus? Was wollen wir da?“ fragte er unsicher. Semir lächelte ihn an. „Herr Vernont. Es könnte sein, dass Ihre Tochter heute Morgen bei einem Unfall verletzt wurde. Wir, also mein Partner hier und ich haben ein Mädchen, auf dessen die Beschreibung ihrer Tochter passt, heute morgen ins Krankenhaus gebracht. Und letzte Unsicherheiten können wir nur ausschließen, wenn Sie das Mädchen, welches noch schläft, weil es betäubt wurde, identifizieren. Wir wissen nämlich nichts über das Kind.“ erklärte Semir etwas kompliziert. „Was? Mein Engel ist nicht entführt?“ kam hinter Arko von Nathalie die neugierig war, was draußen los war. „Wir wissen es nicht genau. Deshalb wäre es schön wenn wir in die Klinik fahren und es herausfinden.“ gab Jan wieder. Nathalie nickte. „Ja sicher… wir fahren sofort los!“ rief sie, rannte ins Haus und holte ihren Mantel. Arko hielt sie fest, bevor sie in den Wagen stieg. „Was wenn es nicht Jay ist? Wirst du es schaffen?“ fragte er besorgt. Nathalie sah ihn an. „Wenn sie es nicht ist, dann hoffe ich, dass wir schnell was von ihr hören.“ gab sie an und stieg in Bernds Wagen. Nur eine Stunde später standen sie im Krankenhausflur vor den Zimmer wo das unbekannte Mädchen lag. Semir sah Nathalie noch einmal an. „Frau Vernont… bitte denken Sie daran, dass es nicht sicher ist, ob es wirklich Ihre Tochter ist.“ ermahnte er sie noch einmal. Nathalie nickte. Semir klopfte und öffnete die Tür. Das Mädchen schien immer noch zu schlafen. Zumindest dachte Semir es, doch als er und die Eltern ins Zimmer kamen sahen ihn große braune Augen an. „Mama!“ rief sie und schon rannte Nathalie auf das Bett zu. „Jay! Jay! Mein Engel! Gott sei Dank! Du bist gesund!!“ weinte die Mutter.


    Es dauerte einen Augenblick bis Nathalie ihre Tochter wieder los ließ. „Hallo… ich bin Semir Gerkhan, von der Polizei. Jay…. Kannst du mir sagen, was gestern passiert ist?“ wollte er wissen. Das Mädchen sah ihn an. „Ich weiß nicht so genau. Ich war unterwegs zur Schule. Meinen MP3 auf und plötzlich werde ich von hinten gegriffen. Dann hat mir jemand was ins Gesicht gedrückt und danach weiß ich nichts mehr. Ich bin hier wach geworden und der Arzt hat mir was von einem Unfall erzählt.“ schilderte Jay. Semir nickte. „Du hast den Mann also nicht gesehen?“ harkte er nach. Jay schüttelte den Kopf. „Nein das Gesicht nicht. Aber mir ist was aufgefallen. Der Mann der mich festgehalten hat, der hatte an der Hand eine große Narbe. Die konnte ich noch sehen.“ kam von Jay. „Eine Narbe? An welcher Hand? Rechts oder Links?“ wollte Semir sofort wissen. „Warten Sie…er hat mir mit der rechten Hand den Lappen ins Gesicht gedrückt. Dann war es an der linken Hand. Ja… ich bin mir sicher. An der linken Hand hatte er eine Narbe und zwar schräg über den Handrücken.“ war sich Jay sicher. Semir bedankte sich. Nathalie hielt ihn fest, als er das Zimmer verlassen wollte. „Danke…“ hauchte sie. Semir lächelte sie an. „Kein Problem.“ nickte er und sah Arko an. „Nein… meine Frau hat Recht. Wie können wir Ihnen unseren Dank zeigen?“ fragte er vorsichtig. Semir war etwas verlegen. „Sehen Sie es als meinen Job an. Und die Freude die hier herrscht ist Dank genug. Passen Sie gut auf Ihre Tochter auf. Es könnte sein, das die Erpresser es erneut versuchen.“ ermahnte er den Vater. Arko nickte „Ich werde sie nicht mehr aus den Augen lassen.“ versprach er.

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  • Nur kurz darauf saßen Jan und Semir im Auto. „So wir sollten noch einmal versuchen, ob dieser Florian Brandt zuhause ist.“ meinte Semir. Jan sah auf die Uhr. „Du weißt schon, dass es nach acht ist, oder?“ fragte er. Semir nickte. „Ja genau deshalb.“ gab er grinsend zurück. Jan wog den Kopf und fuhr zu der Adresse von Brandt. Zehn Minuten später waren die da und es öffnete tatsächlich jemand. „Gerkhan, Kripo Autobahn…. Sind Sie Florian Brandt?“ fragte er. Der Mann nickte. „Ja…was kann ich für Sie tun? War ich irgendwie zu schnell unterwegs oder was?“ fragte er verwirrt. „Sie kennen eine Romina Andersen?“ kam die nächste Frage von Semir oder die von Brandt zu beantworten. „Ja… meine Ex…Was wollen Sie von ihr?“ stellte Brandt die Gegenfrage. „Oh wir wollen nichts von ihr. Denn die Dame kann uns nichts mehr sagen. Sie ist tot. Bei einem Unfall ums Leben gekommen.“ erklärte Semir sachlich und beobachtete den Mann genau. „Tot? Romi ist tot? Gott wie schrecklich…“ stieß er aus. Doch Semir erkannte, dass es gespielt war. „Wie kann ich denn helfen?“ fragte Brandt leise. „Nun ja… Sie sind vermutlich einer der Letzten die sie lebend gesehen haben. Gab es Streit zwischen Ihnen?“ wollte Semir wissen. „Nein… wir haben uns vor drei Wochen getrennt…sie meinte wir passen nicht zueinander und… es hätte keinen Zweck… mit uns…“ erklärte Brandt immer noch gespielt traurig. „Gut… hier ist meine Karte. Wenn Ihnen etwas einfallen sollte, dann rufen Sie mich an.“ Meinte Semir und reichte ihm die Karte. Brandt nahm diese in die linke Hand. Semir sah sie und sah die Narbe. Er ließ es sich nicht anmerken und ging mit Jan, der die ganze Zeit schweigend daneben stand, wieder aus dem Haus.


    Im Wagen griff Semir zum Funk. „Cobra 11 an Zentrale. Ich benötige ein Überwachungsteam in der Ravensburger Str. 47 in Köln.“ gab er durch. Jan sah ihn an. „Wieso?“ fragte er. Semir lächelte. „Was wieso?“ wollte er wissen. „Wieso forderst du ein Überwachungsteam an? Der Typ hat doch nichts getan.“ stellte Jan erneut die Frage. „Nun ja… nichts getan würde ich jetzt nicht sagen. Die kleine Vernont hat mir erzählt, dass der Entführer sie festgehalten hat und sie eine Narbe über dem Handrücken der linken Hand gesehen hat. Und dieser Florian Brandt hat eine nicht übersehbare Narbe. Deshalb.“ klärte Semir ihn auf. Jan nickte. „Ach das wäre aber ein Zufall. Ich meine… ist ziemlich vage oder?“ zweifelte er. „Nun ja… aber es wäre doch möglich, das diese Romina schon vorher von der Entführung wusste und es vielleicht der Polizei melden wollte. Dann wäre das doch ein Grund die Frau umzubringen.“ Erläuterte Semir. Jan nickte. „Stimmt da ist was dran.“ meinte er und startete den Wagen. „So und nun fahren wir zur PAST.“ gab Semir an. „Wieso das denn?“ kam genervt von Jan. „Nun ich will mir das Video noch einmal ansehen. Die Täter trugen doch keine Handschuhe und vielleicht…“ dachte Semir laut nach. „Semir… du verrennst dich da in Etwas. Nehmen wir mal an… also wirklich nur angenommen… dieser Brandt ist tatsächlich der Entführer von der Vernont und die Andersen wusste das. Will zu den Bullen und wird deshalb von Brandt getötet. Gut soweit kann ich dir folgen. Aber wieso stellst du da eine Verbindung zwischen der Entführung des kleinen Reff her?“ kam von Jan, der den Gedankenlauf seines Partners irgendwie nicht folgen konnte. „Ist so ein Gefühl… und das hat mich noch nie getrogen. Außerdem wäre es doch eine Möglichkeit. Muss ja nicht so sein, könnte aber. Und genau davon leben wir.“ nickte Semir. Jan zog tief Atem ein. Er kannte Semir lange genug das dieser sich von seiner Idee nicht abzubringen war. So gab er sich geschlagen und machte sich auf eine lange Nacht bereit.


    Florian sah Frank an. „Das war also ein Bulle, den Romi im Park getroffen hat? Dann war das sicher keine zufällige Begegnung. Ich glaube… du musst tatsächlich Angst haben, dass Romi dem Bullen den Stick gegeben hat. Okay… dann müssen wir herausfinden, wo dieser Bulle wohnt….“ meinte Frank nachdenklich. „Aber du hast doch gesagt, dass der Stick verbrannt ist…“ widersprach Florian. „Ja sicher.. da wusste ich aber nicht, dass es ein Bulle ist, den sie umrennt. Geschickt gemacht… muss ich zugeben…. Gut… wie heißt der Typ? Ich muss etwas in der Hand haben. Ich brauche den Stick….“ fluchte Frank. Florian grinste und zog die Visitenkarte heraus. „Ich hab seine Telefonnummer.“ sagte er stolz. Frank griff nach der Karte und sah sie sich an. „Sieh mal an. Sogar die Privatadresse steht drauf.“ Er schwang sich an den Computer und gab die Straße in der Suchfunktion des Stadtplans ein. Nur wenige Augenblicke später wurden die Straße und ihr Verlauf angezeigt. „Ach sieh mal an… die ist ja direkt hinter dem Park… Klar wird er dann dort angesetzt. Ein perfekter Plan… nur nicht perfekt genug für mich.“ lachte Frank gehässig. Florian erschrak. „Verdammt… was machen wir denn jetzt?“ fragte er. Frank sah ihn überlegen an. „Nun… wir werden dort hinfahren und den Bullen fragen, wo der Stick ist. Und einen unliebsamen Zeugen beseitigen.“ grinste Frank. Florian verstand nicht sofort. „Du willst da hin? Hey… der Typ ist ein Bulle! Der nimmt dich fest und dann ….?“ fragte er. Frank lachte. „Er wird mich nicht einsperren. Die haben keine Beweise. Die Kleine hat unsere Gesichter nicht gesehen. Da passiert gar nichts. Romi hat sicher nichts erzählt. Wie auch… du hast doch gesehen, dass sie nicht lange mit dem Bullen gesprochen hat.“ Beruhigte Frank seinen Bruder.


    Semir saß Anna am nächsten Morgen gegenüber. „Warum wollen Sie den Film erneut sehen. Es ist doch schon beim ersten Mal grausam gewesen.“ fragte sie. „Ja sicher Chefin… aber dieser Florian Brandt scheint klar in dem Entführungsfall von der kleinen Vernont zu stecken. Und ich bin…“ erklärte Semir. Anna sah ihn an. „Wie bitte? Warum ist er dann noch nicht verhaftet?“ wollte Anna wissen. „Nun ja… ich war mir nicht sicher. Aber die Kleine hat gesagt, dass der eine Entführer eine Narbe über den Handrücken hatte und dieser Brandt hat eine Narbe über dem Handrücken. Ich weiß selbst, dass es kein Beweis dafür ist. Deshalb wollte ich diesen Brandt ja überwachen lassen.“ erklärte Semir. Anna nickte. „Das ist wahr. Es ist sehr vage. Wenn wir jetzt jeden in den Verdacht ziehen, der eine Narbe hat. Aber gut. Der Stick ist bei Andreas. Sie können Ihn sicher noch einmal abholen, und ihn sich dann anschauen. Aber ich brauche Jan erst einmal für etwas Anderes. Machen Sie das allein und Jan muss etwas recherchieren.“ kam von Anna. Sie griff zum Telefon und kündigte Stahl Semirs Besuch an. Nur kurz darauf war Semir unterwegs. Jan saß immer noch bei Anna. „Was haben Sie für mich?“ wollte er wissen. „Jan… es geht um diese Romina…. Sie fahren noch einmal zu ihrer Schwester. Ich habe das Gefühl, das sie uns nicht alles erzählt hat. Fahren sie mit ihr zu der Hütte. Vielleicht konnte Romina dort noch etwas verstecken, was uns weiter hilft.“ Bat sie ihn. Jan verstand es zwar nicht aber er nickte. „Gut… mache ich.“ meinte er nur. Jan verschwand ebenfalls.

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  • Hotte und Dieter bemerkten die Brüder Brandt fast zu spät. „Hey… die fahren los. Okay… Dieter. Lass dich bitte nicht abhängen.“ ermahnte Hotte seinen Kollegen. Dieter sah ihn an. „Der kann mich gar nicht abhängen. Wie auch… ich habe doch einen recht unauffälligen Wagen.“ maulte dieser zurück. Er wartete bis der Wagen vorbei war und ließ einen weiteren vorbeifahren, bevor er selbst aus der Parklücke fuhr. „Die scheinen auf jeden Fall ein Ziel zu haben. Vielleicht gehen die einkaufen… oder essen.“ meinte Hotte. Dieter sah ihn schräg an. „Du denkst nur ans Essen. Wir haben noch nicht einmal Mittag. Und du hast doch gerade erst gefrühstückt.“ empörte sich Dieter. Hotte lachte verächtlich. „Mensch das waren doch nur ein paar Stullen…. Davon wird man doch nicht satt.“ kam von ihm. Dieter lachte auf und sah auf die Straße. „Wo ist er denn hin?“ fragte er plötzlich, denn der Wagen der Brüder war weg. Hotte erschrak und sah ebenfalls raus. „Ich sehe ihn nicht mehr!“ stellte er fest. „Ja ganz toll, Hotte. Du hast mich abgelenkt und nun ist er weg. Was sollen wir Semir denn jetzt sagen? Mann ich dachte wirklich wir können wenigstens das machen, aber du und dein ständiger Hunger….das …das ist doch..!“ fluchte Dieter laut. Hotte verschränkte die Arme über die Brust und blies beleidigt die Luft aus. „Du kannst mich mal. Warum hab ich denn jetzt Schuld? Du hat ja auch nicht aufgepasst!“ verteidigte er sich und schmollte weiter.


    „Abgehängt. Mann das waren ja richtige Anfänger!“ lachte Frank lauthals. Er hatte die Verfolger bemerkt und Florian war schon richtig nervös. Doch Frank schien alles im Griff zu haben. Nur wenige Minuten später waren sie vor Semirs Haustür. Ein Blick auf dem Klingelschild zeigte ihnen, das der Polizist in der achten Etage wohnte. Frank warf einen Blick auf das Haus. „Nun zumindest ist hier keine Kamera zu entdecken. Also werden wir nicht überwacht. Und nun hoffe ich mal, das niemand in der Achten zuhause ist und wir die Tür unbemerkt öffnen können. Als guter Polizist ist er ja nicht zuhause sondern auf der Arbeit. . Ich wollte schon immer wissen, wie lange es dauert, bis er die erste Wirkung spürt. Und damit wir das verfolgen können, werde ich eine Kamera installieren und ihn beobachten. Das werden wundervolle Abende werden. Er wird sich nur müde fühlen und schlafen. Und wer schläft, kann nicht jagen…“ lachte Frank. Ihm gefiel sein Plan und er hoffte inständig dass er zum Erfolg führte. Florian nickte nur. Ihm war egal was sein Bruder plante. Wichtig war dass er uns Frank gut aus der Sache raus kamen. Dafür würde er alles tun. Er und Frank betraten das Haus und fuhren in die achte Etage. Dort suchten sie kurz und fanden die Wohnung des Polizisten schnell. Ein kurzer Blick zur Seite. Niemand war hier. Frank nahm seinen Dietrich und öffnete die Tür fast in sekundenschnelle. Dann gingen sie in die Wohnung und durchsuchten die Räume. Sie waren darauf bedacht, keine Unordnung zu machen, damit es nicht auffiel. Während Florian im Wohnzimmer die Schubladen durchsuchte, machte Frank sich daran die im Kühlschrank befindlichen Getränke mit seiner flüssigen Substanz zu versetzen. Er hatte eine Spritze dabei und injizierte jeweils etwas der klaren Flüssigkeit in die Getränke. So war sicher, dass der Polizist etwas von davon zu sich nahm. Dann installierte er eine Kamera im Wohnzimmer und eine im Schlafzimmer. Er wollte sehen wie der Mann auf das Schlafmittel reagierte. „Das wird ein fantastischer Fernsehabend oder Abende.“ lachte er leise. Florian kam zu ihm und gab bekannt, dass er nichts finden konnte. Frank nickte nur und beide verließen die Wohnung wieder.


    Andreas Stahl sah Semir an. „Was glauben Sie auf dem Stick zu entdecken? Oder besser in dem perversen Film?“ fragte er. Semir lächelte. „Nun ja… wir haben vor kurzem eine Entführung verhindern können. Dabei wurde ein 16jähriges Mädchen verletzt. Sie war das Entführungsopfer und konnte sich daran erinnern, dass der Entführer eine große Narbe auf dem linken Handrücken hatte. Ich habe im Fall von Romina Andersen mit dem Exfreund gesprochen und der wiederum hat eine große Narbe auf dem linken Handrücken. Ich halte das nicht gerade für einen Zufall. Meine Vermutung ist nämlich, dass diese Romina von der Entführung des Mädchens und vermutlich auch von der von Reff junior wusste und zur Polizei gehen wollte. Das hat aber dieser Freund verhindert indem er sie umbringt bzw. umbringen lässt.“ erklärte Semir. Stahl zuckte mit den Schultern. „Ist etwas weit hergeholt finden Sie nicht?“ lächelte er. Semir schüttelte den Kopf. „Das finde ich nicht. Deshalb will ich mir das Band ansehen. Ich meine vielleicht haben die Entführer ja genau dort einen Fehler gemacht. Ich meine… die haben ihre Gesichter maskiert aber bei den Händen… dort können sie einen Fehler gemacht haben. Und …“ versuchte Semir ihn zu überreden. Stahl nickte. „Das ist zwar in meinen Augen absurd, aber Sie können es gern versuchen. Ich habe den Film auf Video spielen lassen. Sie können sich die Kassette ja heute Abend ansehen und wenn Sie etwas finden, mir Bescheid geben.“ nickte Stahl. Semir war zufrieden und nahm das Videoband entgegen. „Ich rufe Sie an, wenn ich etwas herausfinde.“ versprach er und ging wieder zum Wagen. Er rief Jan über Funk. „Machst du mit mir heute Abend einen Videoabend?“ fragte er lachend. „Geht leider nicht. Ich bin verabredet und nun ja…“ kam von Jan. „Ist sie blond, rot oder braun?“ harkte Semir nach. Jan lachte. „Na was denkst du denn von mir. Ich bin mit einem Freund verabredet.“ Tadelte Jan ihn. „Ja sicher… na okay… dann trinke ich das Bier eben allein. Ich habe den Film und werde ihn heute Abend auf jeden Fall reinziehen. Ich bin mir nämlich sicher, dass ich etwas finden werde. Ich werde dir Bescheid geben. Und treib es nicht zu doll mit deinem „Freund“.“ lachte Semir. Von Jan kam nichts mehr.

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  • Der Abend kam schnell. Semir stellte seinen Wagen vor der Tür ab und betrat seine Wohnung. Besonders jetzt seit dem Streit mit Andrea kam sie ihm leer vor. Ohne Leben und irgendwie fühlte er sich einsam. Andrea war im Augenblick zwar wütend, aber er hoffte, dass sie sich beruhigt und wieder mit ihm zusammen kommen wollte. Wie konnte er ihr beweisen, dass er genau wusste welchen Fehler er gemacht hat und diesen bereute. Wie konnte er ihr beweisen, dass er sie von ganzem Herzen liebte? Er ging in die Küche und nahm sich ein Bier. Dann schob er das Video in den Recorder und sah es sich an. Jedes Mal wenn er die Hände der Entführer und Peiniger sah hielt er das Bild an und setzte sich dicht an den Fernseher um Einzelheiten zu erkennen. Doch in dieser Auflösung war kaum was auszumachen. Hier musste Hartmut ran. Semir wollte ihn anrufen. Doch vorher trank er das Bier leer. „Hartmut ich bin es… ich brauche deine Hilfe. Es geht um die Reff-Entführung und ich komme ohne deine Hilfe nicht weiter.“ bat er den rothaarigen Kriminaltechniker. „Du, Semir. Du weißt ich bin eigentlich immer für euch da, aber heute hab ich eine Verabredung und…könnten wir das nicht direkt morgenfrüh machen?“ hörte er ihn antworten. „Ja sicher… Ich dachte du wärest in der KTU. Weil normalerweise…na egal. Ich bin dann morgen früh bei dir. Viel Spaß“ meinte Semir noch und beendete das Gespräch. Er ging erneut in die Küche und nahm sich ein weiteres Bier. „Das auf dein Wohl Andrea… ich hoffe du verzeihst mir mal.“ meinte er leise und prostete dem Bild von Andrea zu, welches auf dem Kühlschrank stand. Dann nahm er einen großen Schluck.


    Am nächsten Morgen kam Jan etwas zu spät ins Büro. Semir saß bereits am Schreibtisch und Jan sah die dunklen Ringe und den Augen. „Hast du die Nacht durchgemacht oder was?“ fragte er erstaunt. Semir sah ihn an. „Nein… oder besser gesagt ja… ich meine ich konnte nicht schlafen. Magenschmerzen. Der Fall geht mir einfach an die Nieren. Ich habe mir den Film angesehen. Es war einfach grausam.“ gab Semir von sich. Jan nickte. „Dann solltest du heute auf jeden Fall etwas früher Schluss machen. Du siehst grausam aus.“ meinte er nur. Semir nickte. „Ja sicher… ich fahre gleich zu Jan. Ach hier… willst du eine Leberwurststulle? Hab ich von Zuhause mitgebracht.“ fragte Semir. Jan schüttelte den Kopf. „Nee…. ich mag keine Leberwurst.“ gab Jan zu. Semir zuckte mit den Schultern und biss herzhaft in die Brotscheibe. Kommst du mit?“ fragte Semir. Jan sah ihn an. „Ich muss gleich zur Chefin. Sie hatte ja geglaubt dass die Schwester von Romina etwas verheimlicht. Aber das ist nicht so. Sie weiß absolut gar nichts. Außer das Romina ihr Geld auf dem Strich verdiente und verdammt viele Männerbekanntschaften hatte. Ist ja nichts Unbekanntes. Sie war eine Prostituierte. Vielleicht ist sie einem Zuhälter in die Quere gekommen, der sie anstellen wollte und sie hat sich geweigert. Ich meine du kennst ja die Typen…“ erklärte Jan. Semir nickte. Er fühlte einen Druck in der Magengegend. „Na ich fahre jetzt erst mal zur KTU. Bis später.“ kam von Semir und dann verschwand er. Semir stieg in seinen Wagen und fuhr zu KTU. Er sah Hartmut vor der Tür stehen und grinste. „Hast du den Schlüssel vergessen?“ fragte er. Hartmut sah hoch. „Quatsch! Nein ich hab hier was verloren. Dachte ich… scheinbar aber doch nicht. Was kann ich für dich tun?“ wollte Hartmut wissen und reichte Semir die Hand. „Es geht um ein Videoband. Du weißt schon, das mit den Reff Jungen.“ erläuterte Semir. Hartmut sah ihn verwundert an. „Hast du Fieber?“ wollte er wissen. Semir schüttelte den Kopf. „Wie kommst du denn darauf? Hab die Nacht nur durch gemacht.“ verneinte Semir. Hartmut nickte. „du siehst aber trotzdem nicht gut aus.“ gab er zu verstehen. „Hat Jan auch schon gesagt. Nee ist alles klar. Danke der Nachfrage.“ grinste Semir.

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