Durch die Hölle ...

  • So, ihr habt es ja so gewollt. :D


    Der Anfang dieser Story ist ein Idee, die mir vor sehr langer Zeit schon kam. Leider verließen mich nach ein paar Seiten die Ideen. Ich weiß heute nicht mal mehr, warum der arme Tom da eigentlich im Knast sitzt.
    Wichtig vielleicht zu sagen, dass der Storyanfang davon ausgeht, dass Tom nach Elenas Tod nicht mher zur Autobahnpolizei zurückgekehrt ist und Tom und Semir sicht seit Toms Abschied auch nicht mehr gesehen haben.


    So und nun bin ich sehr gespannt auf eure Idee zu diesem kruden Einstieg. Ring frei für alle Kreativen. :)



    „Kranich! Beweg deinen Arsch, du hast Besuch!“
    Die heisere Stimme des Vollzugbeamten riss Tom aus seinen düsteren Gedanken. Müde hob er den Kopf und starrten den Wärter, der grade seine Zelle betrat mit trüben Augen an. Wer sollte ihn besuchen wollen? Er saß jetzt seit mehr als fünf Monaten in Einzelhaft hier im Hochsicherheitstrakt der Justizvollzuganstalt Köln-Ossendorf. In dieser ganzen Zeit war fast niemand gekommen, der ihn besuchen wollte. Selbst sein Anwalt hatte sich nach dem Prozess nur noch ein einziges Mal blicken lassen. Warum jetzt plötzlich? Er schüttelte nur stumm den Kopf und versank wieder in dumpfem Brüten.
    „Wie du willst!“, knurrte der Vollzugbeamten und ließ die Tür geräuschvoll hinter sich ins Schloss schlagen.


    Tom starrte weiterhin stumm vor sich auf die karierte Bettwäsche. Zweimal hatte er Besuch bekommen, ganz zu Beginn seiner Haft. Er hatte sich gefreut, endlich andere Menschen zu sehen als nur die Vollzugbeamten, die ihn sämtlich wie ein Monster behandelten. Aber beide Male war er bitter enttäuscht worden.
    Der erste Besuch war seine damalige Freundin Manuela gewesen. Ohne Umschweife hatte sie ihm erklärt, ob er nun schuldig sei oder nicht, mit einem Mann der im Gefängnis saß könne sie keine Beziehung führen. Sie müsse Rücksicht auf den guten Ruf ihres Vaters nehmen. Sie war kaum fünf Minuten da gewesen, dann war sich auch schon wieder abgerauscht und hatte ihn vollkommen fassungslos allein zurückgelassen.
    Das zweite Mal war es nur sein Anwalt gewesen, der ihm erklärt hatte, er würde das Mandat niederlegen. Der Fall war einfach nicht aussichtsreich genug und er müsse schließlich auch sein persönliches Weiterkommen im Blick haben. Danach hatte er keinen Besuch mehr erhalten. Die einzigen Leute, die er jetzt hätte sehen wollen, würden bestimmt nicht kommen. Wer gab sich schon gern mit einem verurteilten Serienkiller ab. Außerdem hatte er sie vor fast drei Jahren einfach im Stich gelassen. Er wusste nicht ob sie ihm heute noch genauso glauben und vertrauen würden wie damals. Und er war sich auch nicht sicher, ob er die Probe aufs Exempel machen wollte. So lange wie es ungewiss war, konnte er sich wenigstens von den Erinnerungen an die schönen Zeiten nähren.
    Wieder machte sich jemand an seiner Tür zu schaffen. Er hörte, wie sie aufgerissen wurde und jemand die Zelle betrat. Nach einem kurzen Gemurmel wurde die Tür wieder verschlossen. Der Besucher aber war noch da. Deutlich konnte Tom die Anwesenheit eines anderen Menschen im Raum spüren. Die Jahre der Einsamkeit, besonders aber die letzten Monate im Gefängnis hatte ihn in dieser Hinsicht sensibilisiert. Aber jetzt lag mehr in der Luft, als nur die Anwesenheit eines anderen Mannes. Er wusste nicht woher er sich so sicher war, dass sein gegenüber ein Mann war. Etwas Vertrautes und zugleich lange Vermisstes ging von diesem Mann aus.
    „Ich hatte doch gesagt, ich will niemanden sehen!“ Tom versuchte seiner Stimme einen abweisenden Klang zu geben. Er wagte nicht aufzuschauen, zu groß war die Angst enttäuscht zu werden.
    „Dann starr halt weiter vor dich hin. Zuhören wirst du mir trotzdem!“ entgegnete eine vertraute Stimme.


    Jetzt hob Tom doch den Kopf, allen Ängsten, getäuscht zu werden zum Trotz. Doch seine Sinne hatten ihn nicht betrogen. Vor ihm stand niemand anderer als sein früherer Partner und Freund Semir Gerkhan. Er war unsicher, das spürte Tom sofort. Nervös knetet er seine Hände und trat von einem Fuß auf den anderen. Dennoch versuchte er Tom in die Augen zu sehen. Angst stand darin, Zweifel, Unsicherheit, aber vor allem Wärme und Freundschaft. Tom wusste nicht, wie er reagieren sollte. Schon das Semir hier war, war mehr als er sich die ganzen letzten Monate erhofft hatte. Aber dieser Ausdruck in seinen Augen sagte noch so viel mehr, sagte Tom vor allem, dass Semir ihn noch immer als Freund betrachtete. Er spürte, wie ihm die Tränen kamen. Langsam erhob er sich vom Bett und ging zu dem vergitterten Fenster hinüber. Stumm starrte er eine ganze Weile hinaus, um seine Gedanken zu ordnen.
    „Warum bist du hergekommen?“, fragte er schließlich heiser.
    „Weil ich wissen will, was passiert ist.“ Auch Semirs Stimme klang rau.
    „Warum liest du dann nicht einfach die Akten?“ Er versuchte seine Stimme möglichst unbeteiligt klingen zu lassen.
    „Weil ich es von dir hören will!“, war Semirs schichte Antwort.
    „Warum?“, fragte Tom wieder.


    Plötzlich kam Leben in seinen Besucher. Mit einigen schnellen Schritten war Semir hinter ihm. Er riss ihn an der Schulter herum, packte ihn am Kragen und drückte ihn rückwärts gegen die Wand. Der warme Glanz in Semirs Augen war grenzenloser Wut gewichen. Mit vor Zorn fast schwarzen Augen funkelte er Tom an.
    „Allein für diese Frage sollte ich dich so lange durchschütteln, bis du nicht mal mehr deinen eigenen Namen kennst!“, zischte Semir zwischen den Zähnen hindurch.
    Tom erschrak. Sollte er sich in Semir doch getäuscht haben? Glaubte er womöglich doch an seinen Schuld? Er musste husten. Sein Rücken tat verdammt weh und Semir drückte ihm fast die Luft ab. Wenn man diesen kleinen Menschen sah, dann konnte man kaum glauben, welche Kräfte er entwickeln konnte.
    „Es tut mir leid, ich wusste nicht … ich dachte … ich hab gehofft …“ stammelte er verlegen und versuchte verzweifelt nicht in Semir wutfunkelnde Augen zu schauen. Es war alles nur ein schöner Traum gewesen. Semir hielt ich genauso für schuldig wie alle anderen. Und jetzt konnte er sich nicht mal mehr mit seinen Erinnerungen aus dem Hier und Jetzt davonstehlen. Immer würde sich ein bitterer Beigeschmack in die Erinnerungen mischen.


    „Sieh mich an!“ forderte Semir ihn unvermittelt auf.
    Vorsichtig hob Tom seinen Blick wieder und schaute Semir unsicher in die Augen. Ihr Ausdruck hatte sich verändert. Die Wut darin war so schnell verschwunden, wie sie gekommen war, sanft und warm strahlten sie Tom jetzt an.
    „Ich bin hier, weil du mein Freund bist. Auch wenn du seit drei Jahren versuchst, dich davor zu verstecken! Und selbst wenn du bis ans Ende der Welt vor mir wegläufst, wird das doch immer so bleiben! Ich vertraue dir! Noch immer! Und egal was du mir jetzt erzählst, ich werde dir glauben!“, erklärte Semir ruhig.
    Dann nahm er Tom einfach in den Arm. Fest und ruhig drückte er ihn an sich. Tom war in diesem Moment einfach nur glücklich. Elenas Tod, der Tod seine Babys, seine Flucht aus Köln, die letzten drei Jahre an Rande des Abgrunds, diese schreckliche Mordserie, die Verhaftung und Verurteilung, die letzten Monate im Gefängnis, der Zwischenfall mit dem Wärter, alles war mit einem Mal egal. Es zählte nur dieser Moment. Dass Semir da war, dass er ihm glaubte, ihm noch immer vertraute, das allein war jetzt wichtig.
    Langsam löste Semir die Umarmung. Er trat einen Schritt zurück und wischte sich in einer verdächtigen Bewegung unter dem Auge her. Tom sagte nichts dazu, er musste selbst schwer mit den Tränen kämpfen.


    „Entschuldige, dass ich nicht früher gekommen bin. Ich hab erst vor zwei Wochen davon erfahren und es ist ein ziemlicher Aufwand eine Besuchserlaubnis zu bekommen. Sogar wenn die Chefin ihre ganze Einfluss geltend macht.“, erklärte er verlegen.
    „Wie hast du das denn geschafft? Ich dachte du bist Polizist! Außerdem war das doch bestimmt in allen Medien!“ Die Verlockung Semir zu foppen war einfach zu groß.
    „Naja, ich war verhindert!“ Semir hob seinen Pullover an und gab damit den Blick frei auf eine üble Narbe, die sich quer über seinen Bauch zog. Sie war noch gerötete und sah sehr frisch aus.
    „Ich bin erst seit zwei Wochen wieder im Dienst. Hab fast sechs Monate im Krankenhaus und in der Reha zugebracht. Die haben alle Nachrichten von mir ferngehalten, weil sie befürchtet haben, ich würde mich sofort in die Ermittlungen stürzen, wenn ich davon erfahre.“, murmelte er leise. „Ich schätze, diese Sorge war auch absolut begründet. Ich darf noch immer nicht Autofahren. Meine Partnerin musste mich chauffieren.“, fügte er dann noch hinzu.
    „Woher hast du die denn?“
    „Die Partnerin?“
    „Die Narbe da!“, schockiert deutete Tom auf Semirs Bauch.
    „Ein religiöser Fanatiker. Er hat versucht mich zu kreuzigen.“ – Semir zeigte seine Handflächen, die ebenfalls üble Narben aufwiesen – „Ich denke mal du kennst die Geschichte mit dem Stich in die Seite. Es hat wohl nicht so funktioniert, wie er sich das dachte, also hat er mehrfach zu gestochen.“ Semir verstummte. Dieser Anschlag beschäftigte ihn noch immer, das konnte Tom deutlich sehen.
    „Es war verdammt knapp. Wenn Johanna auch nur eine Sekunde später gekommen wäre, dann würde ich jetzt vermutlich nicht mehr hier stehen.“
    Semir starrte einen Moment stumm vor sich hin. Dann schüttelte er den Kopf und sah wieder zu Tom.
    „Aber das sind Dinge, um die wir uns kümmern können, wenn du wieder da bist, wo du hingehörst!“ erklärte er dann mit fester Stimme. „Also, erzähl, was hat sich wirklich zugetragen!“

  • Tom drehte sich von Semir weg. Er rieb sich über das Gesicht und wusste nicht, was er sagen sollte, wo er mit dem Erzählen anfangen sollte. Es standen mehrere Jahre der Trennung zwischen ihnen. So viel war vorgefallen. Und seit er in diesen Mauern gefangen war, wusste er selber nicht mehr genau, ob er wirklich unschuldig war. Tom drehte sich um und setzte sich auf die Pritsche und spielte nervös mit den Fingern.
    Semir betrachtete Tom genauer und stellte fest, wie eingefallen sein Gesicht wirkte, gezeichnet von Selbstzweifel und den Jahren im Gefängnis. Tom war ein freier Geist, liebte die Frauen, seine Arbeit und das Leben und jetzt war er hier gefangen.
    "Was ist passiert?" wiederholte Semir seine Frage. Tom sah auf und jetzt bemerkte Semir, dass seine Augen verweint aussahen.

  • "Semir, wenn ich das nachvollziehen könnte , wäre ich jetzt nicht hier. ...." er schluckte, suchte nach Worten " ich weiß nur, dass ich das nicht mehr lange aushalte.... "
    "Tom. Hör mir zu. Ich bring dich hier raus. Aber dafür brauche ich deine Hilfe. Du musst durchhalten. Ich spreche mit der Chefin, dann sehen wir weiter."
    "Ach Semir, die Zeiten sind vorbei... bitte. mahc es mir nicht schwerer als es ohnehin shcon ist... vergiß mich nicht und behalte mich so in Erinnerung wie es damals war und jetzt geh bitte...."
    Tom wendete sich ab und vergrub sein Gesicht ind en Händen.

  • Unter normalen Umständen und bei jedem anderem Gefangenen wäre Semir jetzt gegangen, aber Tom war kein normaler Gefangener, er war sein bester Freund. Und wenn er jetzt hier in dieser Zelle wäre, würde Tom auch nicht gehen und ihn einfach sitzen lassen. Semir blieb, lehnte sich gegen die karge kalte Wand und verschränkte die Arme vor der Brust.
    Tom weinte, sein ganzer Körper bebte. Semir setzte sich neben ihm auf die Pritsche und war einfach nur da. Irgendwann waren die Tränen versiegt und es kam nur noch ein Schluchzen von Tom. Semir reichte ihm ein Papiertaschentuch. Tom blickte auf, nahm das Taschentuch und meinte trocken: "Du bist ja immer noch da." Semir lächelte leicht: "Du ja auch..." Tom musste unweigerlich grinsen. Wie sehr hatte er diese Wortgefechte vermisst. Für den Bruchteil einer Sekunde war es wie früher. Dann wurde sein Ausdruck wieder ernst und sah Semir fragend an. Er hatte sich in den Jahren nicht verändert, er war immer noch der beste Freund, der zu ihm stand und sogar die ernsteste Situation mit einem Augenzwinkern nahm. Dann begann Tom zu erzählen, erst ohne jeglichen Zusammenhang von Elena, ihrem Tod, dem geraubten Glück. Dann von der Flucht vor sich selber und den Gefühlen bis hin zu seiner Rückkehr nach Deutschland. Immer wieder schluckte er, hielt kurz inne und war kurz davor wieder einen Heulkrampf zu bekommen. Seitdem damals hatte er sich niemanden so anvertrauen können. Es war fast wie eine Befreiung. Semir hörte einfach nur zu, ohne Zwischenfragen oder Anmerkungen. Über eine Stunde redete Tom nur.
    "Tja, und dann kam der Tag, als ich von den Morden in der Zeitung las..." Tom hielt inne, versuchte sich alles wieder in Erinnerung zu rufen, jedes Detail.
    "Als ich wieder in Deutschland war, ging ich fast jeen Abend auf die Piste...Flirts waren da keine Ausnahme und mal ein One-Night-Stand bestimmt auch nicht..." er atmete tief durch. Es war ihm sichtlich unangenehm. Er galt zwar als Frauenheld, aber dieses Verhalten war eigentlich nicht sein Stil. "Ich wollte jemand anderer sein", rechtfertigte Tom sich. "Und dann sah ich das Bild einer der Toten in der Zeitung...ich war mit ihr aus, das war´s..."
    Semir ahnte, was da passiert sein konnte und sah seinen Freund mitfühlend an.

  • "Du musst jetzt nichts sagen Semir. Denk von mir was du willst, aber ich war es nicht.... aber mein Anwalt , also Ex-Anwalt , hat das Handtuch geworfen. Niemand ausser mir selbst glaubt, dass da jemand hintersteckt, der mir eins auswischen will. .. und dagegen werde ich nie ankommen."
    Für einen Moment herrschte bedrückende Stille, dann brach Semir das Schweigen.
    "Bitte Tom, gib jetzt nicht auf. Ich werde tun was ich kann, aber du mußt mir helfen. "
    "Ich? Dir helfen? Semir, schau mich an. Ich bin körperlich und seelisch am Ende, ein Wrack, wenn du es so nennen willst..... ich bin müde.... "
    Semir sah ihn ernst an, fasste ihn an den Schultern und wurde nun laut "Verdammt Tom? Werd wach. Das ist nicht mein Partner und Freund, den ich kenne. Ich werde morgen wiederkommen und dann erwarte ich von dir Informationen, schreib es auf. So einfach wirst du mich jetzt nicht los!"

  • Tom schaute Semir zweifelnd an.
    "Das ist hoffnungslos! Du verschwendest deine Zeit. Geh da raus" - Tom wies zur Tür - "vergiss mich und mach deinen Job!"
    "Nein!", fuhr Semir heftig auf. Jetzt war er richtig wütend. Er packt Tom beim Revers seiner Anstaltskleidung und zog in zu nah zu sicher heran. "Wag es nicht einmal sowas zu denken! Du bist keine verschwendete Zeit! Du bist mein Freund! Punkt! Aus! Ende!" Er stieß Tom von sich. "Ich komme morgen vormittag wieder. Du weißt, was du bis dahin zu tun hast!" Damit erhob Semir sich und ging zur Tür.
    "Semir, bitte! Das nützt doch ...", versuchte Tom zu wiedersprechen, aber Smir fiel ihm sofort ins Wort.
    "Das war keine Bitte Tom. Das war eine Anweisung!"
    Dann war er endgültig verschwunden und die schwere eiseren Tür schlug dunmpf hinter ihm ins Schloss. Stumm starrte Tom auf die verschlossene Tür.

  • Auf dem Besucherparkplatz wartete Andrea im Wagen. Sie konnte nicht mit rein, viel zu sehr fürchtete sie sich davor, was sie dort erwarten könnte und Semirs Gesichtsausdruck bestätigte die Richtigkeit ihrer Entscheidung. Sie wagte kaum zu fragen, brauchte es auch nicht. Sie kannte den Ausdruck in Semirs Augen. Er startete den Wagen und fuhr mit ihr zur Past zurück.
    "Was werden wir jetzt tun?" brach sie dann doch während der Fahrt das Schweigen. "Ich werde morgen wieder hinfahren und mit Tom reden. Wer auch immer ihm das angetan hat, wird dafür behahlen." Semirs Worte klangen ruhig und sachlich. Er stand selber noch zu sehr unter dem Eindruck des Besuchs. Der Rest der Fahrt verlief schweigend.
    Vor der Past hielt er. Weder er noch Andrea wollten so den Kollegen gegenübertreten. "Ich werde die Unterlagen besorgen." Semir starrte Andrea an. "Wie willst Du denn daran kommen, die sind doch unter Verschluss und einen Antrag auf Einsicht können wir knicken." Andrea konnte seinen Pessimismus nachvollziehen, denn die Anklage wurde von der berüchtigten Schrankmann vertreten und diese Verurteilung war wie ein persönlicher Sieg. "Du solltest mich langsam besser kennen" meinte Andrea und stieg aus um sich der Realität zu stellen. Sie ging in die Past, ignorierte die fragenden Blicke und machte sich an die Arbeit.
    Semir hingegen kam nicht so einfach davon, er durfte jetzt mit seiner neuen Kollegin auf Streife gehen. Er mochte sie auf Anhieb, auch wenn es ihm peinlich war, dass sie in umherfahren musste, aber vielleicht lag es an der ähnlichen Vorgeschichte. Johanna war wie er eine Deutschtürkin, die die deutsche Staatsbürgerschaft angenomnen hat und gegen alle Widerstände ankämpfte und nun Kriminalkommissarin war. Auch wenn sie äußerlich ruhig wirkte, so konnte sie zu einem Vulkan werden. Sie nahm ihren Job ernst, aber zeigte auch Mitgefühl und war ein helles Köpfchen. Ihren Hosenanzug und Hochsteckfrisur hatte sie bald gegen Pferdeschwanz und legerer Kleidung eingetauscht.
    "Ok, dann lass uns fahren..." meinte Semir mit gespielter Heiterkeit und nahm auf dem Beifahrersitz platz. Johanna durchschaute ihn. Auch wenn sie erst seit einigen Monaten seine Partnerin war, konnte er ihr nur schwer etwas vormachen. "Es ist nicht so gelaufen, oder?"
    "Nein ist es nicht, und jetzt haben wir etwas anderes zu tun", entgegnetet Semir kurz. Für den Moment schwieg Celina, aber nahm sich vor, bei anderer Gelegenheit mehr in Erfahrung zu bringen. Sie hatte schon einiges von seinem Ex-Partner gehört, auch auf der Polizeischule. Und wenn sie konnte, wollte sie ihm helfen.

  • Sie fuhren ihre Runde und kamen wieder zurück in die PAST.
    Semir ging zu Anna durch ins Büro, machte die Türe zu und nahm Platz.
    Sie sah von ihren Unterlagen auf und versuchte Semirs Blick zu deuten.
    "Ich frage sie besser nicht, wie es gelaufen ist, oder?"
    Semir atmete tief ein.
    "Wir müssen etwas tun und das schnell. Tom hat sich aufgegeben und wenn ich ehrlich bin, ich habe Angst um ihn. So wie er sich gerade benommen hat, fürchte ich, wird er nicht mehr lange durhhalten. "
    Anna nickte, zögerte kurz." Sie wollen doch nicht andeuten, dass.. ich meine..."
    "Doch Chefin, das will ich.. ich hatte vorhin den Eindruck er will die Sache beenden... wir müssen etwas tun und das schnell. "
    "Semir, wie meinen sie: beenden? Doch nicht das, was ich denke, oder?"
    "Doch Chefin, genau das meine ich. Sie hätten ihn sehen müssen.... "
    "Gut. Ich werde tun, was möglich ist. Die Akten kommen morgen früh.Tom muss da raus. Egal wie....."

  • Tom saß auf seinem Bett und starrte die Tür an. Seit Semir gegangen war, hatte er sich nicht mehr bewegt. Das war alles so irreal. Seit sieben Monaten, seit er in diesem verdammte Knast gelandet war, hatte er sich vor diese Begenung gefürchtet und gleichzeitig herbeigesehnt, wie nichts bisher in seinem Leben.Nund war es passiert, war Semir dagewesen. Und seine Reaktion hatte alles erwartbare übertroffen. Nicht in seinen kühnsten Träumen hätte Tom sich ausmalen mögend, das Semir so reagieren würde. Er hatte befürchtet, dass Semir Bedenken haben würde. Angst gehabt, dass sie einander fremd geworden sein könnten. Vielleicht hatte er ganz vage auf leichte Zweifel gehofft, auf das Versprechen, die Akten nochmal zu durchforsten, ein paar Beweise zu überprüfen.
    Aber nichts dergleichen war passiert. Semir hatte die Akten gar nicht gelesen. Oder zumindest hatte ihn nicht sonderlich interessiert, was drinstand. Nein, er war gekommen, um die Geschichte von ihm zu hören, um seine Version zu hören. Aussagen, Indizien, Beweise - Fakten, interssierten ihn nicht. Er wollte Toms Geschichte, diese und keine andere war seine Wahrheit, das hatte Semir ganz klar gemacht. So viel Vertrauen hatte ihm in den letzten drei Jahren niemand entgegen gebracht, So viel Vetrauen hatte ihm überhaut noch nie jemand entgegen gebracht. Eingetlich sollte ihn das glücklich stimmen, sollte ihm Hoffnung geben.
    Aber Tom schloss nur resigniert die Augen. Optimismus gehört nicht unbedingt zu seinen bevorzugten Eigenschaften, zumindest nicht in letzter Zeit. Jedem Silberstreif am Horizont war eine noch finstere Dunkelheit gefolgt, jeder Hoffungsschimmer hatte sich als falscher Glanz noch größeren Unheils erwiesen. Nein, die Hoffung aus diesem Loch jemals wieder herauszukommen hatte er schon längst aufegegen. Er würde ihre sterben, früher oder später. Wahrscheinlich eher früher als später.
    'Aber Semir glaubt dir!', wisperte eine Stimme in seinm Kopf. Ja, Semir glaubte ihm. Aber leider war Semirs Glaube völlig ohne Belang. Die Staatsanwältin hatte im Prozess immer wieder deutlich gemacht, dass sie nur Fakten traute, keinen Menschen. Ganz gleich was Semir vobringen würde, vor den Akten der Staatsanwältin würden die klügsten Argumente, die besten Indizien nutzlos werden. Alles Fakten sprachen gegen ihn und daran würde sich auch nichts mehr änderen.
    'Aber Semir wird keine Ruhe geben!', wisperte die Stimme wieder. Ja, semir konnte sehr stur sein. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann zog er das durch, gegen alle Hindernisse. Er würde Schwierigkeiten bekommen. Große Schwierigkeiten. Mit den Kollegen, mit der Staatsanwältin, mit den Leuten, die ihn unbeding im Kanst sehen wollten. Überhaupt mit allen, die mit seinem Fall jemals befasst waren. Semir würde sich damit seine Karriere und sein Leben zerstören. Nur weil er sich in den Kopf gesetzt hatte ihm zu helfen. Das konnte, das durfte er als sein Freund einfach nicht zulassen.
    Er musste Semir davon abbringen. Musste ihm klar machen, dass es keine Hoffung mehr gab. Dass die Ganze Sache es nicht wert war, dass Semir auch noch sein Leben dafür aufs Spiel setzte. Nur wie? Wie konnte er Semir dazu bringen, ihn zu vergessen. 'Du bist mein Freund und selbst wenn du bis ans Ende der Welt vor mir flüchtest, wird das so bleiben.', hatte Semir zu ihm gesagt. Nein, Semir würde sich nicht wegschicken lassen, so lange er lebte, das war Tom vollkommen klar.
    Dann gab es nur eine Möglichkeit. Er musste das hier beenden, bevor es überhaupt anfing. Er musste dem eine Ende setzen, bevor es Semir Leben zerstörte, so wie es sein eigenes zerstört hatte. Er musste es tun, für Semir. Er war ohnehin verloren. Er hatte von dieser Welt nichts mehr zu erwarten, als sieben kalte Quadratmeter Beton zwischen einer Stahltür und einem vergitteren Fenster. Aber Semir hatte da draußen noch ein Leben. Er konnte, er durfte dieses Opfer nicht von ihm verlangen. Es mochte im ersten Moment vielleicht bitter für Semir sein, aber bald würde er sich daran gewöhnen und irgenwann würde er ihn vergessen haben.


    Tom zog einen kleinen, in en Taschentuch eingewickelten Gegenstand unter seiner Matratze hervor und wicklete ihn vorsichtig wickelt aus. Zum Vorschein kam ein Rasierklinge. Sanft strich er zwei, drei Mal mit den Daumen an der Klin ge entlang. Dann setzte er sie fast schon liebevoll an seinem Handgelenk an. Er drückte fest zu und zog sich druckvoll den ganzen Unterarm endlang, bis fast zur Armbeuge. Fasziniert starrter er auf die rubinrote Flüssigkeit, die sofort hervorsprudelte. Er spürten keinen Schmerz. Ein süßlich-metallischer Geruch erfüllte die Zelle. Das Blut pulsierte um Takt seines Herzens aus der Wunde. Langsam schwandem ihm die Sinne. Das blaue Karomuster der Bettwäsche verschwamm vor seinen Augen.
    "Verzeih mir, Semir!", murmelte er noch, dann sank er in eine tiefe Dunkelheit.

  • So, ich mach das Mal ein zwei Posts, dann ist der Szenenwechsel übersichtlicher.


    "Semir, was haben Sie vor?", fragte die Chefin ihn scharf.
    "Chefin, wenn ichr ehrlich bin habe ich keine Ahnung, wo ich anfangen soll.", erwiderte Semir resigniert. "Ich weiß nur, das Tom da raus muss, sonst gibt es ein Unglück."
    "Aber wie wollen Sie ohne Anhaltspunkte ermitteln?"
    "Wenn Tom doch wenigstens etwas erzählt hätte ...", murmelte Semir nur gedankenverloren.
    "Wie, sie haben zwei Stunden damit zugebracht, einander anzuschweigen?"
    "Was ... nein, Chefin. Er hat schon was erzählt. Was er gemacht hat die letzten drei Jahre und so. Aber nichst zu den Vorwürfen. Nur, dass er mit einem der Opfer mal aus gewesen ist.", fasst Semir das Gespräch mit Tom zusammen.
    "Nun, das wär doch ein Anfang. Könnte man da nicht ansetzten?"
    Semir schüttelte nur resigniert den Kopf.
    "Wenn ich alle Frauen überprüfen wollte, mit denen Tom nach seiner Rückkehr nach Deutschland Sex gehabt hat, dann wäre ich wohl Weihnachten noch nicht fertig!"
    Die Chefin schaute ihn jetzt reichlich verwundert an und Semir sah sich genötigt, ihr nun doch ein wenig mehr von Tom Erzählungen über die Zeit seitdem dieser die Autobahnpolizei verlassen hatte zu erzählen. In etwas ausführlicheren Worten als zuvor fasste er das Gespräch nochmals zusammen. Die Chefin nickte schließlich nur leicht.
    "Das ist wirklich nicht sehr viel als Anhaltspunkt.", meinte sie, dann versanken beide in Grübeln.
    Semir war verzweifelt. Immer wieder sah er Tom vor sich, diesen vollkommen zerbrochen Menschen, den er dort in der JVA getroffen hatte. Der in keiner Weise mehr an den chaotischen Kommissar erinnerte, mit dem er fünf Jahre lang zusammen die Autobahn unsicher gemacht hatte. Mit dem er ebenso herzliche gelacht wie gestritten hatte. Der ihn zur Weißglut getrieben hatte, dem er aber auch vertraut hatte, wie keinem Menschen zuvor. Nein, Tom war immer ein Kämpfer gewesen. Einer der nie aufgegeben hatte und wenn der Fall noch so kompliziert gewesen war. Sich so fallen zu lassen, das passte nicht zu ihm. Wenn er Tom doch nur helfen könnte. am liebsten hätter er ihn vorhin direkt mitgenommen ...


    Das durchdringende Schrillen des Telefons riss Semir aus seinen Gedanken. Die Chefin hob den Hörer ab und meldete sich.
    "Engelhart, Kripo Autobahn Köln!"
    Semir beobachte die Chefin genau, wärend sie telefonierte. Er verstand nicht worum es ging. Doch ihr Gesichtsausdruck ließ darauf schließen, dass etwas bedeutendes vorgefallen sein musste. Sie war plötzlich leichenblass geworden. Schließlich legte sie den Hörer auf und schaute Semir ernst an.
    "Das war die JVA!", sagt sie zögernd.
    "Ist was mit Tom?", fragte Semir angstvoll. Er war sich nicht sicher, ob er die Antwort jetzt wirklich hötren wollte.
    "Er hat versucht sich umzubringen.", fuhr Anna leise fort."Sie haben ihn grade noch rechtzeitig gefunden, bevor er verblutete. Er hat versucht sich die Pulsadern aufzuschneiden."
    "WAS??? Welches Krankenhaus?" Semir sprang auf und stürzte zur Tür.
    "Marienhospital, Ossendorf!" Die Chefin machte erst gar keine Anstalten ihn aufhalten zu wollen. Sie schien zu wissen, dass das ein hoffnungsloses Unterfangen wäre.
    JOHANNA!", rief er quer durch die PAST.
    Seine Partnerin drehte sich verwirrt zu ihm um. Semir packte sie am arm und zog sie einfach mit sich zu ihrem Dienstwagen.
    "Komm, wir haben einen Einsatz!"

  • „Du musst mich bitte chauffieren.“ Johanna, die noch immer total überrascht war, ließ sich widerstandslos zum Wagen zerren. Sie spürte, dass irgendetwas Schlimmes passiert sein musste. Das konnte sie an Semirs niedergeschlagenem Gesichtsausdruck erkennen. Als sie schließlich beide im Wagen saßen, fragte Johanna vorsichtig. „Und wohin soll die Fahrt gehen?“ „Marienhospital, Ossendorf.“ hauchte Semir kaum hörbar. Sein Blick ging ins Leere. Er schien tief in Gedanken versunken zu ein. Johanna hatte diese Antwort schon fast befürchtet. Sie schluckte kurz und startete den Motor. Sie konnte sich bereits denken was passiert war, sicherlich ging es um Tom. „Tom?“ fragte sie deshalb leise. Semir nickte nur. Er war irgendwie abwesend und nahm sie kaum wahr. Besorgt sah Johanna zu Semir. Sie glaubte sogar gesehen zu haben, wie eine Träne über seine Wange rollte. Dann fuhr sie los.


    Eine Weile saßen sie einfach nur da und fuhren schweigend Richtung Krankenhaus. Johanna war mehrmals kurz davor gewesen Semir anzusprechen, doch sie ließ es nach längerem Hin und Her lieber bleiben. Sie wollte Semir so gerne helfen, aber im Moment hatte sie das Gefühl, dass er mit seinen Gedanken lieber alleine sein wollte. Sollte er das Bedürfnis haben, dann würde er schon von selbst zu reden beginnen.

  • „Ich habe ihn noch nie so gesehen…“ kam es plötzlich leise von Semir. Johanna horchte auf und warf ihm einen flüchtigen Blick zu. Sie war erleichtert, dass Semir endlich diese unangenehme Stille durchbrach. „In all den Jahren seit denen ich Tom kenne, habe ich ihn noch nie so bedrückt…so niedergeschlagen gesehen, wie gestern. Nicht einmal noch nach Elenas Tod…du kanntest Tom nicht, aber ich schon…er war immer ein Kämpfer, er war niemand der sich leicht unterkriegen lassen würde…Ich hätte damals nicht einmal noch in meinen kühnsten Träumen gedacht, dass Tom sich eines Tages versuchen würde das Leben zu nehmen…egal wie aussichtslos die Lage war, er wusste immer irgendwie weiter…aber anscheinend habe ich mich geirrt.“ Seine Augen wurden feucht und röteten sich. Tränen bahnten sich ihren Weg und tropften auf seinen Schoß. Semir machte keine Anstalten sie zu verbergen, es war ihm im Moment vollkommen egal ob Johanna sie sah oder nicht. Johanna sah ihn besorgt an und hörte ihm einfach zu. Es tat Semir sichtlich gut seine innere Verzweiflung aus ihm herauszulassen und darüber zu sprechen.


    (mir ist noch was passendes dazu eingefallen, damit mein Stückchen nicht so kurz ist. Wenn es nicht passt, dann löscht es ruhig! ;) )

  • :baby: Guten Morgen.Klasse Fortsetzung *freu*


    Johanna stellte den Wagen vor der Klinik ab "Ich denke es ist besser, du gehst alleine rein."
    Er nickte, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.


    Vor der Intensivstation waren 2 Beamte der JVA, die scheinbar nur auf ihn gewartet hatten, denn sie nickten, als er nach seinem Ausweis zog."Ihre Vorgesetzte hat sie schon angekündigt. "


    Semir zog einen der Kittel über und sah durch die Scheibe ins Zimmer.
    "Gehen sie ruhig rein. " eine lächelnde Ärtzin stand vor ihm "Ich bin Dr. Sandra Schuster, die behandelnde Ärztin von Herrn Kranich." sie bemerkte die roten Augen des Mannes der vor ihr stand.
    "Semir, Semir Gerkhan....ich... also, das da drin war mein Partner.Ist mein Freund. .Ich ..ich habe ihn gestern noch besucht..."
    Sie legte einen Arm um seine Schultern und zog ihn zu 2 Stühlen im Gang.
    "Haben sie 5 Minuten, ehe sie reingehen?"
    "Sicher. Ich meine, wie geht es ihm ... ?"
    "Es war knapp. Der Blutverlust war enorm. Aber das bekommen wir wieder hin. Der Körper war zwar nicht der fiteste, was die Sache etwas erschwert, aber ich denke 1 bis 2 Tage hier auf der Intensiv und wir haben das wieder im Griff. Dafür muss aber der Patient mitspielen und da sehe ich das große Problem. Er darf sich nicht aufgeben und dabei braucht er Hilfe."
    Für einen Moment war Semir still und suchte nach Worten.
    "Hilfe, ja. Die habe ich ihm gestern nachmittag angeboten. Kaum war ich weg, muss er ... muss er es getan haben.Aber warum? Ich versteh das nicht."
    " Lassen sie ihm und sich Zeit. Der Psychologe hat sich schon eingeschaltet. Aber sie als sein Freund sind wichtiger. Und nun gehen sie rein. ich hoffe er kommt bald zu sich."


    Semir fasste sich ein Herz und ging ins Zimmer. Ein gleichmäßiges Piepen der Geräte war zu hören, die Toms Vitalfunktionen überwachten.
    An beiden Armen waren Verbände zu sehen . Toms Gesicht war fast so weiß wie das Kissen auf dem sein Kopf ruhte.
    Semir zog sich einen Stuhl ans Bett und griff nach der Hand seines Freundes
    "Mensch du dummer Kerl. Was sollte das? Ich bin noch nicht ganz gesund und du mutest mir so einen Schrecken zu?"
    Er strich ihm über die eingefallene Wange und merkte, wie ihm selbst schon wieder die Tränen in die Augen schossen.

  • Semir sah ihn an. "Weißt du... damals als du weg warst... da... da gab es eine Zeit wo ich auch den Job schmeißen wollte. Ich wollte nicht immer wieder zu spät kommen. Aber ich hab es nciht geschafft. Ich habe diesen Absprung nicht geschafft. In der Zeit, wo mich dieser Irre regelrecht durchschneiden wollte... da habe ich gefleht, dass es endlich vorbei ist. Tja... anscheinend wollte man mich nicht da oben" Er zeigt in Richtung Himmel. "Tom... bitte... gib nicht auf. Ich finde heraus, was passiert ist. Ich werde dich aus dem Knast holen und dann... dann werden wir beide wieder auf die Piste gehen. Hörst du? Ich werde dir helfen. Aber dafür musst du mir sagen, was alles genau passiert ist. Bitte... hilf mir." Semir wischte sich eine Träne weg.


    *hoffe es passt*

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Eine Schwester kam ins Zimmer und hängte 2 neue Infusionen an den Ständer, überprüfte die Bögen und ging wieder.
    Semir saß einfach da, hielt Toms Hand und erzählte ihm etwas.
    Er mußte leicht eingenickt sien und zuckte zusammen als sich 3 Stunden später eine Hand auf seine Schultern legte.
    " Sie sind ja noch hier." es war Dr.Schuster.
    " Entschuldigung, ich muss wohl eingenickt sein."
    " Ich wollte sie nicht wecken, habe nur mal reingesehen , was ihr Freund macht. "
    "Er schläft immer noch.... ich meine. ist das normal? "
    "Das ist es, was ich vorhin meinte. Er muss mitspielen. Wenn die Psyche nicht mitmacht, er muss wach werden wollen. Reden sie mit ihm, holen sie ihn da raus....aber gönnen sie sich auch mal eine Pause.Ich komme nachher noch einmal wieder."


    Anna hatte die Akten überflogen und legte den Kopf zurück an den Stuhl.
    Johanna klopfte draussen an die Scheibe und trat ein"Chefin, sie wollten mich sprechen?"
    " Ja. Wo haben sie Semir gelassen? Ist er noch in der Klinik?"
    Johanna nickte " Er wolte anrufen, wenn er abgeholt werden will. ich glaube aber, das wird noch eine zeit dauern. Ihm ging es sichtlich schlecht....."
    "Gut. Da ich eh mit ihm reden muss, werde ich fahren. Kümmern sie sich mal um die Arbeit."
    Anna schnappte sich die Akten und fuhr in Gedanken versunken nach Ossendorf.Sie wußte wie eng das Band zwischen Semir und Tom war und wie schwer es jetzt werden würde.

  • Klasse Story bisher! :]
    Ich klinke mich mal ein, wenn es recht ist.


    Johanna sah der Chefin nach und ging in Gedanken versunken zurück an ihren Schreibtisch. Sie wollte Semir so unendlich gerne helfen, irgendetwas anderes tun, als nur hier zu sitzen und zu warten.
    Schließlich schaltete sie ihren PC ein, hatte nach kurzer Zeit den Namen von Toms ehemaligem Anwalt herausgefunden, griff sie nach ihrer Jacke und verließ entschlossen die PAST.



    Semir sah sich um, als die Tür geöffnet wurde und Anna im Zimmer stand.
    Ihr Gesicht war sehr ernst und sie sah Semir fragend entgegen.
    "Wie sieht es aus?"
    "Stabil, sagt die Ärztin....nur er ist..."
    Anna nickte. "Ich weiss, was sie meinen, Semir. Ich muss mit ihnen reden. Ich habe die Akten bekommen."
    Semir sah sie an und stand auf. Nachdem er noch einen besorgten Blick auf seinen schlafenden Freund geworfen hatte, folgte er Anna nach draußen in den Flur.

  • "ich verstehe nicht, was sie von mir wollen " Reinhard Koller musterte Johanna vonn oben bis unten.
    "Ich würde nur gerne wissen, was vorgefallen ist, dass sie ihr Mandat niedergelegt haben. Mehr nicht."
    "Sie arbeiten doch gar nicht an dem Fall. Also was stört es sie. " ihm war sichtlich unwohl und er wirkte nervös.
    "Nein, aber ich bin die neue partnerin von Tom Kranichs Ex-Partner. Und es ist doch äusserst merkwürdig, dass sie nicht bereit sind Auskunft darüber zu geben, warum sie ihr Mandat nun niedergelegt haben. Finden sie nicht?"
    "Was merkwürdig ist oder nicht tut nichts zur Sache. Halten sie sich aus Sachen heraus, die sie nichts angehen. Sagen wir es so, mein Mandant hatte nur einen einzigen Wahn im Kopf, dass ihm jemand etwas unterjubeln wollte. Dies konnte nicht belegt und bewiesen werden. Und ich setzte nicht meinen guten Ruf aufs Spiel mit solchen wirren Verdächtigungen. Und nun entschuldigen sie mich bitte."
    er wies ihr die Türe.


    Draussen am Wagen atmete Johanna tief durch. irgend etwas in ihr sagte ihr, dass der mann etwas verborgen hatte. und sie würde verdammt noch einmal herausbekommen was.



    Koller saß in seinem Sessel und drehte sich zum Fenster. da unten stand die junge Kommissarin und stieg in ihren Wagen.
    Verdammt, wieso kamen jetzt auch noch Probleme aus dieser Richtung auf ihn zu. Mit Abgabe des Mandates war eine große Menge Geld geflossen und er hatte sich in Sicherheit gewähnt. Warum in aller Welt mischten sich nun die EX-Kollegen des Bullen ein ?

  • Semir stand im Flur der Klinik und sah Anna an. Sie hatte ihm die Aktenlage erklärt und ihr Gesicht war dabei ernster, als Semir es jemals gesehen hatte. Und nun war auch ihm entgültig klar, dass es unendlich schwer, ja anscheinend hoffnungslos war, jemals Licht in diese Sache bringen zu können.
    "Sie glauben das also, ja?! Sie glauben den ganzen Schwachsinn aus diesen Akten?!"
    Anna schüttelte den Kopf, hob beschwichtigend die Hände.
    "Das habe ich nicht gesagt, Semir. Ich versuche nur ehrlich zu ihnen zu sein. Nach Lage der Akten, der Indizien, ist es nicht verwunderlich, das Tom verurteilt wurde...Nein, ich drücke mich noch anders aus, es war sogar die einzig logische Konsequenz. Alles, aber auch alles spricht gegen ihn!"
    Erneut schüttelte Semir den Kopf. "Nein! Oh nein, Chefin! Die einzig wahre Geschichte ist die, die Tom mir erzählen wird! Und dann, dann werde ich..."
    "Aber Tom redet nicht, Semir! begreifen sie das doch! "
    "Aber das wird er noch! Ich kenne ihn! Und jetzt, jetzt gehe ich da wieder rein! Und ich schwöre ihnen, Chefin, ich werde ihn nicht aufgeben, niemals! Es ist mir völlig wurscht, was in diesen Akten steht!"
    Dann drehte er sich um, verschwand hinter der Tür der Intensivstation und Anna sah ihm nach. Einen Moment lang schloß sie die Augen fuhr sich mit den Händen durchs Haar und ging dann Richtung Ausgang.
    Kurz darauf saß sie in ihrem Wagen, warf die Akten auf den Beifahrersitz und beschloss zur Staatsanwaltschaft zu fahren.

  • Koller griff zum Telefon. "Hey... ich bin es. Hör zu. Die Kollegen von dem Bullen Kranrich greifen wieder den Fall auf. Hörst du... wenn die herausfinden, das.... was? Nein... ich habe von Anfang an gesagt, dass ich nichts damit zu tun haben will. Ihr wolltet den Bullen in den Knast bringen, dort ist er. Woher soll man denn ahnen, dass dieser Kollege sich einmsicht." "War er selbst bei dir?" "Nein... seine Kollegin. Aber sie wird sich mit ihm zusammen in den Fall bearbeiten. Wenn Kranich redet, dann... dann sind wir alle geliefert."

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Semir hatte wieder am Bett Platz genommen und Toms Hand gegriffen, als er einen leichten Gegendruck spürte.
    "Na hast du endlich ausgeschlafen? Wurde aber auch Zeit."


    Tom hörte verschwommen eine Stimme neben ihm, versuchte sich zu erinnern. In ihm wehrte sich etwas, er wollte nicht wach werden. Doch die Stimme wurde lauter und unendlich langsam und mit viel Kraftanstrengung öffnete er die Augen.


    Semir sah den starren und leeren BLick seines Freundes und es zerriss ihm fast das Herz.
    " Dachtest du entkommst mir was? Was sollte der Scheiß . Ich hab dir doch gesagt, dass ich die Geschichte hören will. Also los. Ich habe Zeit."


    Tom schluckte, zitterte leicht und drehte den Kopf weg.
    "Semir... bitte. Ich... häng dich nicht rein, du kannst mir nicht helfen. Du bekommst nur Ärger, dass ist es nicht wert." leise und mühsam kamen ihm die Worte über die Lippen.
    "Ach so, hast du kein Vertrauen in mich? Wir haben so viele Fälle aufgedeckt und jetzt willst du dich damit aus der Affaire ziehen? Tom, erklär mir was es für einen Sinn macht sich umbringen zu wollen deshalb? So kommt du mir nicht davon mein Lieber. So nicht. Und jetzt reiss dich verdammt nochmal zusammen . Ich brauche deine Hilfe. "
    Semir war nun richtig laut geworden und hoffte, dass Tom sich davon aus der Reserve locken lassen würde.