Ein Auto zuviel

  • Hab noch ne ganz alte Story gefunden. Muss sie ein wenig überarbeiten aber das mache ich während ich einstelle. Viel Spaß und vergesst nicht zu feeden. :D


    Es war ein schöner Sommerabend in Nordrhein-Westfalen und jeder der nicht unbedingt auf der Autobahn sein musste, war im Schwimmbad, im Freibad oder irgendwo an der frischen Luft. Doch es gab auch die Anderen, die sich genau diese Zeit aussuchten um genervte Reisende zu berauben. Philipp, Thorsten und Thomas waren solche. Sie standen am Rastplatz an der A4 und warteten in der Nähe eines Toilettenhäuschens auf harmlose Autofahrer die hier Rast machen wollten. Alle Autos ließen sich in Geld verwanden und sie wussten genau was sie wollten. „Hey, da kommt einer!“ stieß Thorsten aus. Sofort ruckten die Köpfe von Phillip und Thomas herum. „Macht euch bereit!“ gab Thomas von sich und zog sich die Kapuze tiefer ins Gesicht. „Wie immer! Wir warten bis die Insassen raus sind und schlagen zu!“ hängte er an. Der Wagen fuhr ans Häuschen und alle Insassen stiegen aus. Philipp hob die Hand. Schnell rannten die Drei auf den Wagen zu. Philipp und Thomas fingen an den Wagen zu durchsuchen während Thorsten dicht am Häuschen Schmiere stand um zu hören wann die Besitzer wieder kamen. „Los beeilt euch!“ ermahnte er seine Komplizen. „Ja doch…hier! Ich hab die Brieftasche!“ jubelte Thomas und nahm noch die Kamera von der Ablage. „Sie kommen!“ stieß Thorsten aus. Schnell rannten die Drei mit der Diebesbeute ins Gebüsch. Die Besitzer stiegen in ihr Fahrzeug und fuhren weiter ohne von dem Diebstahl Kenntnis zu nehmen. Als der Wagen weg war, öffnete Thomas die Brieftasche und sah hinein. „Och man…das war ein Schlag ins Wasser. Lediglich 300 Euro sind drin.“ stieß er enttäuscht aus. Er nahm das Geld und warf die Brieftasche samt restlichem Inhalt weg. „Na für jeden 100 Euro. Dann warten wir halt auf den nächsten Wagen. Die Kamera ist auch schon älter. Bringt bei EBay sicher nicht mehr wie 50 Ocken!“ maulte auch Thorsten herum. Nur Philipp blieb ruhig. „Wir können doch nicht immer Glück haben. Wir sollten anfangen uns die besseren Wagen rauszusuchen. Nicht solche 08/15 Dinger.“ knurrte er. Thorsten nickte. „Das ist wahr. Also der nächste Wagen wird unser Runner sein!“ stimmte er zu.


    Darian und Tamara kamen zuhause an. Es war schon spät als sie eintrafen und Tamara war müde. „Den Wagen machen wir morgen. Ich hab heute keine Lust mehr. Ich will einfach nur ins Bett und die Augen zumachen.“ stöhnte sie und stieg aus. Darian nickte. „Du hast Recht. Heute machen wir es uns gemütlich. Nach so einer langen Autofahrt ist eine Badewanne genau das Richtige für uns zwei.“ lachte er. „Oh ja…..entspannen nach der Fahrt. Aber die Bilder sehen wir uns noch an.“ schlug sie vor und wollte die Kamera aus dem Auto nehmen. „Wo ist denn die Kamera?“ fragte sie und sah sich suchend um. „Kamera? Die liegt doch auf der Hutablage!“ lachte er nun. „Nein, da liegt sie nicht.“ antwortete Tamara. „Natürlich liegt sie da. Ich hab sie doch selbst dort hingelegt. Vielleicht ist sie runtergefallen.“ murmelte er und sah nun selbst nach. „Vielleicht ist sie ja doch im Kofferraum. Dann machen wir das morgen halt mit den Bildern. Ich bin wirklich müde..“ stöhnte Tamara erneut. Darian war damit einverstanden. Er schloss die Garage ab und die Beiden gingen ins Haus, wo sie sich nur wenig später in der Badewanne entspannten und anschließend im Bett verschwanden. Der Morgen kam für die Beiden viel zu schnell und noch bevor sie frühstückten, räumten sie die Sachen aus dem Auto. „Also hier ist die Kamera auch nicht.“ Gab sie von sich. Darian nickte. „Ich versteh das nicht, aber egal…ich hole Brötchen.“ schlug sie vor. „Okay….mach das. Ich decke schon den Tisch.“ stimmte er zu. Tamara suchte nach ihrem Portemonnaie. „Sag mal Schatz, wo ist denn mein Portemonnaie?“ wollte sie wissen. „Hast du das denn gestern schon aus dem Handschuhfach geholt?“ kam die Gegenfrage von Darian. „Ach…ja stimmt..“ lachte sie und ging zur Beifahrertür. Sie öffnete das Handschuhfach und sah hinein. „Hier ist es auch nicht.“ murmelte sie. „Darian, da ist es auch nicht! Ich hatte es doch noch. Das weiß ich verdammt genau!“ stieß sie aus. Nun kam auch ihr Mann und suchte alles durch. „Wann hattest du es denn zuletzt?“ wollte er von ihr wissen. „Na als wir da auf diesem Rastplatz zur Toilette gegangen sind.“ gab sie zurück. Darian sah sie an. „Oh verdammt…Tami, ich glaub wir wurden bestohlen!“ stieß er aus und fuhr sich durch sein dunkles Haar. „Ich rufe sofort die Polizei!“ kam von Tamara und schon griff sie zum Telefon.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Die drei Jugendlichen saßen in ihrer kleinen Bleibe. Thomas hatte einen kleinen Bungalow von seiner Oma in einer Schrebergartensiedlung geerbt und diese diente ihm seit er sich mit seinen Eltern überworfen hatte als Heimat. Seine Eltern wussten genau wo er war, aber die hingen mehr an ihren Flaschen als an ihrem Sohn, der keinen Bock hatte mit abzusacken und in Drogen und Alkohol zu versinken. „Wir müssen endlich mehr Geld heran schaffen. Lange kann ich hier nicht mehr ohne Abgabe zahlen. Dieser Vorstand drängelt schon dauernd. Von meinen Alten bekomme ich kein Geld. Die geben alles nur für Drogen und Alk aus.“ fauchte Thomas. Thorsten sah ihn an. „Was musst du denn an Pacht zahlen?“ wollte er wissen. „Das sind nur 140 Euro im Jahr, aber ich muss es halt für fünf Jahre im Voraus zahlen. Meine Oma hat sich da so ein bisschen übers Ohr hauen lassen. Tja…aber der Vertrag läuft noch vier Jahre. Sprich ich muss 560 Euro zahlen für die Jahre die noch bleiben und dann noch den Rückstand von 140 Euro…also insgesamt 700. Und ich muss ja auch von etwas leben.“ stöhnte Thomas. Philipp grinste leicht. „Erwachsen sein ist ziemlich schwer oder?“ meinte er nur. „Lass das…du kommst auch noch dahinter, aber deine Eltern haben es ja auch.“ meinte Thorsten nur. Er reichte jedem ein Bier. Thomas lehnte ab. „Danke das sehe ich jeden Tag bei meinen Eltern. Ich werde mir das Zeug nicht reinschütten.“ meinte er und holte sich eine Flasche Wasser. „Vielleicht sollten wir uns nur noch Autos von Geschäftsleuten vornehmen. Ich meine, die haben doch richtig Kohle und die fahren doch immer so protzige Autos.“, meinte Thorsten nur und wischte sich den Schaum vom Mundwinkel ab. Phillip weitete seine Augen. „Das ist eine klasse Idee...ich meine, die Kerle haben wirklich immer Geld in den Taschen. Okay, dafür brauchen wir nur ein Fernglas. Einer von uns muss sich dann auf die Brücke vor dem Rastplatz Knappsack stellen und wir anderen machen den Bruch.“, erklärte er. Thomas nickte nur. „Das mache ich...meine Oma hat noch einen alten Feldstecher hier und den werde ich einfach nehmen.“, erklärte er. „Gut, dann ist das ja schon geklärt. Wann wollen wir los schlagen?“, fragte Thorsten nur und sah seine beiden Freunde an. „Am Besten gleich morgen...sonst dauert das noch allzu lange.“, meinte Thomas nur und Phillip nickte. „Gut, dann also morgen. Los, hauen wir uns hin und schlafen noch eine Runde.“

    Semir saß im Wagen und trommelte nervös mit den Fingern auf dem Lenkrad herum. Er sollte Ben abholen doch der schien mal wieder nicht aus dem Bett zukommen. Immer wieder wanderte Semirs Blick auf die Uhr. „Man. Ist es denn so schwer, aus dem Bett zu kommen?“ knurrte er immer wieder und sah zur Tür. Doch dort tat sich nichts. Sein Partner war nicht zu sehen. „Man Ben…mach hinne! Dienstbeginn ist in zwanzig Minuten.“ Stieß er aus und hörte in Gedanken schon die Strafpredigt der Chefin. Sicherlich würde sie ihnen wieder zusätzliche Runden und Überstunden aufbrummen. „Guten Morgen, der Herr…wieder in Gedanken…“ kam es plötzlich fröhlich von Ben, als dieser zu ihm in den BMW stieg. „Morgen. Warum lässt du mich denn hier so lange warten?“ knurrte Semir und sah seinen Partner an, der sein breitestes Grinsen aufsetzte. „Tja…sorry aber ich musste noch jemanden nach Hause bringen.“ Erklärte er und sah nach vorn ohne Semir zu sagen um wen es sich handelte. „Wo geht es denn heute hin?“ wollte er dann wissen. „Auf die Autobahn wie immer!“ gab Semir etwas genervt von sich, doch dann meldete sich seine Neugier. „Wen hast du denn diese Nacht gehabt, dass du sie erst nach Hause bringen musstest?“ hakte er nach und lehnte sich zu Ben rüber. „Letzte Woche ist doch auf meine Etage eine neue Nachbarin eingezogen. Und auf deren kleinen Tochter habe ich aufgepasst, weil Jasmin… „Aha…Jasmin. Ihr duzt euch schon?“ grinste Semir breit. „Na und? Bist du jetzt eifersüchtig?“ lachte Ben. „Total…wenigstens bin ich ausgeschlafen und will pünktlich in der PAST sein. Nicht das uns die Krüger zu ihrem grünen Tee verspeist.“ gab Semir von sich und startete endlich den Wagen. „Ich sitze doch schon ne Weile hier drin. Du hättest längst auf der Autobahn sein können. „Aber jetzt mal zu Jasmin und Clara…“ fing Ben an. „Ja was ist denn mit der?“ nickte Semir. „also Clara ist die Tochter von Jasmin und die ist Tabledancerin und…also die kann verdammt gut tanzen. Und die Babysitterin, die Tina, war aber krank und da Jasmin den Termin nicht verschieben konnte, hat sie mich gefragt ob ich auf Clara aufpassen würde und ob die Kleine nicht bei mir schlafen könne. Und als ich das kleine Wesen sah, da konnte ich einfach nicht nein sagen. Sie hat so schöne blonde Haare und braune Augen. Wenn die mal groß ist, dann wird sie die Männer um den Finger wickeln.“ beschwor Ben.

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  • Während Ben von seiner Nacht mit Clara sprach, stand Thomas auf der Autobahnbrücke und sah durch seinen Feldstecher auf die fahrenden Fahrzeuge hinunter. Seine Freunde sollten sich auf dem Parkplatz normal benehmen und so tun als würden sie Pause machen. Diesen Plan hatte Thorsten entworfen und da er der Ältere war, musste es doch gut sein, so dachte Thomas während er auf ein Beutefahrzeug wartete. Er sah einen schwarzen Mercedes der sich zum Parkplatz einreihte. Er wählte Philipp an. „Okay, da kommt ein dicker, schwarzer Mercedes und fährt auf den Rastplatz raus. Sieht nach fetter Beute aus.“, meinte er. „Alles klar...gib uns noch das Kennzeichen durch...“, forderte Phillip und Thomas tat es. Thorsten und Phillip drehten sich zur Einfahrt um. „Da...da kommt er. Okay, sicher wird er in das Restaurant gehen und auf die Toilette verschwinden. Das gibt uns genügend Zeit um seinen Wagen zu durchsuchen.“, erklärte Thorsten nur. Phillip nickte und hielt sich bereit. Auch Thorsten drückte sich gegen die Reklametafel und zog an seinem Glimmstängel. Da kam er...der Mercedes...er rauschte an den Beiden vorbei und fuhr in die erste Parkbuchse, die dem Fahrer vor die Linse kam. Thorsten sah, wie der etwas dickliche Mann aus dem Wagen stieg und sogar vergaß den Wagen zu verschließen. Mit einem breiten Grinsen sah Thorsten den Mann nach, der zielstrebig die Toiletten ansteuerte. Sofort als er diese betrat öffnete Thorsten die Limousine und durchsuchte alles. Auf dem Rücksitz lag ein schwarzer Aktenkoffer. Er griff ihn und wollte ihn öffnen, doch hier stieß er an seine Grenzen. Zahlenschloss… Thorsten wusste, dass er diesen nicht schnell aufbekam, also nahm er den ganzen Koffer. Nun nur noch das Handschuhfach. Mit schnellen Griffen durchsuchte er die darin befindliche Brieftasche. „Achtung… er kommt raus...“, hörte er Philipp rufen. Schnell schloss Thorsten den Wagen, griff den Koffer und verschwand wieder hinter dem Schild. Der Fahrer stieg ein und fuhr ohne etwas zu merken wieder ab. Thorsten grinste erneut und verschwand. „Alles klar… kein Bargeld aber einen Koffer, der sehr wichtig aussieht…“, gab er an seine Freunde durch. „Der Nächste rollt an…ein Porsche….sieht echt geil aus…“, kam von Thomas. Sofort versteckte Thorsten sich wieder. Nur wenige Minuten später fuhr der Porsche zufällig in die gleiche Parkbucht wie der Mercedes. Eine hübsche Blondine stieg aus. Thorsten musste sich zusammenreißen um ihr nicht hinterher zu pfeifen. Und kaum war sie im Restaurant verschwunden nahm er sich ihren Wagen vor. Doch diesmal hatte er sich vertan. Denn kaum war er am Wagen ging die Alarmanlage des Fahrzeugs an. „FUCK!!“ stieß er aus und rannte mit der Beute die er gemacht hatte in den Wald.

    „Ach echt….und diese Jasmin gefällt dir…?“, harkte Semir mit einem Grinsen nach. „Nun ja…sie sieht nicht schlecht aus…“, gab Ben zu. „Aber…?“ kam von Semir. „Wie aber?“, wollte Ben erstaunt wissen. „Ich höre da ein großes Aber raus…“, grinste Semir. „Ach so….nun ja…sie hat einen Freund….also einen festen….und der ist so ein richtig starker Typ…mit dem man sich besser nicht anlegt…das hatte er mir direkt erklärt…“, gab Ben zu. „Du hast Angst? Angst vor einem Mann weil er stärker ist…?“, grinste Semir breit. „Du kennst Tarzan ja auch nicht…und ja…das ist sein Name….der Typ hat Muskeln an Orten wo du keine vermuten wirst…“, prophezeite Ben. „Ja sicher….also gut...du hast Carla dann heute Morgen wieder zurück gebracht und was dann?“, harkte Semir neugierig nach. „Clara….nicht Carla…Nun ja…und Jasmin und Tarzan haben mich dann zum Kaffee eingeladen, wo ich natürlich nicht nein sagen kann….tja...und nun fahre ich mit dir auf der Autobahn und erzähle dir, was ich am Abend gemacht hab… wie war denn dein Abend?“, wollte Ben nun wissen. Semirs Grinsen verschwand. „Bescheiden…Andrea hat sich immer noch nicht beruhigt….die ist den ganzen Abend am schimpfen gewesen. Dabei ist der Grund schon längst wieder vergessen aber sie hackt immer noch drauf rum. Seit zwei Wochen schlafe ich im Gästezimmer….“, klagte Semir. „Sie nimmt es dir ziemlich krumm, dass du geflirtet hast, was?“, harkte Ben nach. „Ja…dabei war es nicht einmal flirten...ich hab mich doch nur mit der Frau unterhalten, das die sich mehr dabei denkt, das ist doch nicht meine Absicht gewesen....“, bestätigte Semir. „Semir… du bist verheiratet…du hast zwei wundervolle Töchter….warum lässt du dich dann auf einen Flirt ein?“, fragte Ben tadelnd. „Aber..ich hab doch ….vergiss es einfach…das wird schon irgendwann wieder…“, maulte Semir und konzentrierte sich auf den Verkehr. „Cobra 11 für Zentrale...“, schnarrte die Stimme von Susanne aus dem Funk. „Wir sind auf Empfang, Susanne, was gibt es denn?“, wollte Ben wissen und horchte auf. „Versuchter Autoklau auf dem Rastplatz Knappsack. Die Täter sollen in den Wald gelaufen sein.“, entgegnete sie nur. „Alles klar...wir sind gleich vor Ort und übernehmen.“ Ben hängte das Mikro zurück und schaltete die Lichtanlage ein. „Du hast es gehört, Partner...auf geht’s...“, lächelte er nur. Semir nickte und trat das Gaspedal durch. Der Rastplatz war nicht weit entfernt und so bremste der BMW bei dem Porsche ab.

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  • Semir stieg aus und zog seinen Ausweis während er auf die junge Frau zuging, die bei dem Wagen stand, dessen Kennzeichen Susanne genannt hatte. „Hallo Gerkhan, Kripo Autobahn. Sie haben uns angerufen?“ wollte er wissen und hielt ihr seinen Ausweis unter die Nase. „Ja, das habe ich…ich wollte…“ sie sah ihn an und dann wanderte ihr Blick zu Ben. „Hallo Ben…so schnell sieht man sich wieder.“ meinte die Schönheit. Ben sah sie an und schluckte. „Jasmin…hallo. Was machst du denn hier?“ wollte er erstaunt wissen und bemerkte dann den ihn durchdringenden Blick seines Partners. „Ähm. Semir…das ist Jasmin. Meine Nachbarin…also die Mutter von Clara…“ erklärte der junge Hauptkommissar etwas verlegen. Semir grinste breit. „Ah Sie sind die mit dem Tarzan…“ meinte er und erhielt von Ben sofort einen Stoß in die Rippen. „Tarzan?“ hakte die Frau nach und wusste dann von wem die Rede war. „Ach Sie meinen Jan….“ lachte sie dann. „Ah, so heißt er also. Was ist denn passiert?“ wechselte Ben das Thema und sah Semir warnend an. „Ich war nur schnell in der Raststätte und wollte auf die Toilette als die Alarmanlage des Wagens losging.“ Fing sie an zu erzählen. „Whow…. Das ist dein Wagen?“ staunte Ben weiter. „Nein…das ist der Wagen meines Chefs. Ich habe ihn nur aus der Werkstatt abgeholt. Wenn er gestohlen worden wäre, dann…dann..“ suchte Jasmin nach den richtigen Worte. Semir nickte. „Schon gut. Konnten Sie sehen wo die Typen hin sich?“ hakte er nach. „In den Wald aber das hab ich auch nur von den Zeugen erfahren.“ erklärte Jasmin. Semir sah in Richtung Wand und sah Ben an. „Danke…das reicht erst einmal.“ Bedankte er sich bei Bens Nachbarin und entließ sie dann. „Ähm. Jasmin…das mit Tarzan…das war nicht so gemeint, also ich dachte wirklich das er Tarzan hieß, der Jan…“ entschuldigte er sich bei ihr. Jasmin lachte leise. „Nur keine Angst, ich sag es ihm nicht.“ versprach sie und stieg in den Wagen ein. Semir ging zum Dienstwagen und forderte Verstärkung an, dann gingen sie auf den Waldrand zu. Als sie ihn erreicht hatten blieben sie kurz stehen. „Worauf warten wir jetzt eigentlich genau?“ fragte Semir nur und zog seine Waffe. Mit kurzen Blicken prüfte er sie. „Meinst du wirklich du brauchst sie?“ wollte Ben wissen. „Man weiß nie. Vielleicht sind die Diebe ja auch bewaffnet. Also auf geht es!“ forderte Semir ihn auf. „Vielleicht sollten wir auf die Hundestaffel warten. Immerhin ist das Waldgebiet nicht gerade klein und darin kann sich eine ganze Armee verstecken.“, meinte Ben nur. „Bis die da sind, sind die schon über alle Berge.“, konterte Semir nur. „Dann mal los, du Spürhund.“, grinste Ben nur und machte eine einladende Bewegung. Mit gezückten Waffen gingen die beiden Kommissare in den Wald hinein. Je mehr sie in das Innere gelangten, umso dunkeler wurde es. Sonne kam kaum noch durch die Baumkronen. „Verdammt dunkel hier...“ kam von Ben. „Hast du etwa Angst? Ben, jetzt mache ich mir aber langsam Sorgen.“, grinste Semir nur. „Quatsch...ich und Angst. So was kenne ich doch gar nicht.“, knurrte sein Partner nur. „Ach...aber vor einem Tarzan namens Jan Angst haben oder was?“, lachte Semir nur und sah sich um. Sie waren noch nicht weit gegangen, als sie plötzlich Motorengeräusche hörten. „Hey, das...das ist doch mein Wagen.“, kam es erschrocken von Semir. Sofort rannten sie zurück und sahen noch, wie zwei Jugendliche mit dem BMW auf und davon rauschten. Schon im nächsten Moment bog ein Streifenwagen auf den Parkplatz ein. Schnell waren die Kollegen dazu überredet, ihren Wagen frei zu geben und schon begann die wilde Verfolgungsjagd.

    „FUCK!! FUCK!! Das ging schief!“ fluchte Phillip und sah seinen Freund an. Dieser lenkte den BMW über die Autobahn. Häufig musste Thomas den anderen Verkehrsteilnehmer ausweichen und ein riskantes Überholmanöver durchführen. Er sah in den Rückspiegel. Einige der hinter ihnen fahrenden Fahrzeuge hatten sich wohl über seine Fahrweise erschrocken und stellten sich quer. Doch ein Wagen lenkte sich dennoch an den Fahrzeugen vorbei und Philipp sah, dass es ein Wagen der Polizei war. „Fuck! Da sind sie schon. Hoffentlich konnte Thorsten sich retten.“ stieß er aus Thomas sah durch den Rückspiegel nach hinten und sah das Blaulicht. „Und was nun? Wie sollen wir die loswerden? Kamst du mir das mal sagen! Ich sagte doch, das ist ne Scheißidee ne Bullenkarre zu klauen!“ stieß Philipp aus und wurde immer hysterischer. „Keine Panik….irgendwie kriegen wir das schon hin.“ versuchte Thomas ihn zu beruhigen und trat das Gaspedal durch. „Fahr bitte vernünftig! Ich will nicht bei nem Unfall krepieren!“ fauchte sein Freund ihn an. Seine Gedanken beschäftigten sich allerdings damit wie es machbar war, die Bullen abzuhängen. Mit Waffen wäre es sicher einfacher gewesen, aber weder er noch Philipp hatten solche Dinger. Er trat das Gaspedal noch weiter durch. „Wenn ich langsamer fahre, dann haben die uns!“ gab er zurück. „Das packen wir schon….“ hängte er an. „Man…spinnst du!!! Die sind doch schneller!!“, schrie Philipp und hielt sich krampfhaft am Haltegriff fest. „Das packen wir schon!!“, lachte Thomas und zog an einem großen LKW mit Anhänger vorbei. „Pass auf!“ warnte er seinen Freund und reihte sich kurz vor dem LKW ein. Der Fahrer erschrak so über das Manöver das dieser in die Eisen stieg und sich quer zur Autobahn stellte. „Was machst du denn?“, stieß Philipp aus. „Halt dich fest…ich regele das…“, lachte Thomas. Ihm machte es richtigen Spaß ein Chaos anzurichten. Nur wenig später war es tatsächlich so. Im Rückspiegel sah er, dass sämtliche Fahrstreifen und auch der Standstreifen blockiert waren. „Ha…gewonnen!!“, stieß er siegessicher aus. Philipp drehte sich um und sah das Chaos. „Verdammt...hoffentlich gibt es keine Verletzten… ich rufe mal Thorsten an.“, gab er von sich. Er griff in die Tasche und rief seinen verlorenen Freund an. Dass die Beiden einen Polizeiwagen fuhren interessierte sie nicht wirklich. Thomas lenkte den Wagen auf den nächsten Parkplatz und die Beiden stiegen aus. „Thorsten!! Gott sei Dank …wo steckst du?“, wollte Philipp wissen, als sein Freund sich meldete. „Okay.. wir kommen da hin.“, gab er als nächstes durch und beendete das Gespräch. „Er ist nicht weit vom Parkplatz im Gebüsch und gratuliert uns zum Diebstahl der Bullenkarre.…“, gab er bekannt. „Ich sag doch…alles ganz easy…“ grinste Thomas. „Wir stellen den Wagen dort auf dem Parkplatz ab und dann durch den Wald. Thorsten sagt er würde sich einen fahrbaren Untersatz besorgen bzw. als Anhalter mitfahren. „Wir treffen uns dann im Versteck.“ hängte er an.

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  • Semir stieg in die Eisen und brachte den Streifenwagen dicht vor dem LKW zum Stehen, der mit seinem Anhänger die gesamte Bahn versperrte. Doch einige konnte wohl nicht rechtzeitig bremsen und rasten in den Wagen. Semir und Ben wurden samt Fahrzeug immer mehr in den LKW gedrückt. Die Ware verteilte sich über die gesamte Fahrbahn. Es krachte hinter ihnen. Semir sah in den Rückspiegel. Drei oder vier Fahrzeuge waren ineinander gefahren. „Das darf doch wohl nicht wahr sein! Verdammt! Mein Auto!!“ schrie er wütend und schlug auf die Armaturen. „Semir…reg dich ab. Sieh es doch mal so. Dein Wagen hat noch keinen Kratzer abbekommen. Wenn du ihn abgeschlossen hättest und den Schlüssel nicht hättest stecken lassen, dann würden wir nicht hinter ihm her rasen, sondern drinsitzen.“ gab Ben von sich und versuchte beruhigend auf ihn einzuwirken. „Noch so eine blöde Bemerkung und ich rufe Tarzan Jan an!“ drohte Semir. „Tja…dann lassen wir mal die Kollegen hier aufräumen und suchen deinen Schatz. Allerdings müssen wir dazu auf die Kollegen warten, denn dieser Wagen fährt nirgendwo mehr hin. Du hast ihn geschrottet.“ schlug Ben vor. Semir nickte. „Das nehme ich gern an. Aber eines sag ich dir. Hat der Wagen auch nur einen Kratzer, dann blase ich zur Jagd auf den Kindergarten!“ drohte er seinen entkommenden Feinden. „Ja, nur dazu müssten wir sie erst einmal finden. Hast du die Gesichter gesehen? Ich nicht… “ entgegnete Ben ihm. „Nein das hab ich nicht, aber lass uns jetzt mal eben schauen ob die Leute hier in Ordnung sind.“ Schlug Semir vor und stieg aus. Sie gingen Wagen für Wagen durch, die hier auf der Autobahn standen. Es gab nur Leichtverletzte und jede Menge Blechschaden. Am Rand des Chaos setzten sich die beiden Hauptkommissare auf die Leitplanke und warteten auf die Kollegen. „Was denkst du …wie lange wird es wohl dauern, bis wir weiterfahren können?“, wollte Semir nachdenklich wissen „Na wir können das sofort wenn die Kollegen aus dieser Richtung kommen...freie Fahrt…. Von dort allerdings wird es sicher zwei bis drei Stunden dauern bis das ganze Blech von der Fahrbahn ist. Die Chefin wird begeistert sein, denn der Stau wird sich bis zur Kölner Innenstadt…“, mutmaßte Ben. „Na übertreib nicht...das wären ja fast zwanzig Kilometer…es gibt sicher ein paar Autofahrer, die schlau sind und die Autobahn umfahren…“, grinste Semir nur. Es dauerte eine gute Stunde bis die ersten Fahrzeuge wegtransportiert wurden. Semir und Ben nahmen sich einen weiteren Wagen und suchten die Strecke ab. Auch sie kamen an den Parkplatz wo der BMW stand. „Da sind sie...“, knurrte Semir, griff die Waffe und überprüfte sie. „Steck die Waffe ein...die sind weg…aber dein Auto sieht noch gut aus…“, kam von Ben.

    Darian und Tamara hatten mittlerweile Anzeige erstattet und mussten sich eine Strafpredigt anhören, dass man das Auto stets abschließt auch wenn es nur für eine kurze Zeit verlassen wurde. „Sie machen es den Dieben verdammt einfach, wenn sie sich nur bedienen müssen.“ erläuterte der Polizist, der ihre Anzeige aufgenommen hatte. „Wie stehen denn die Chancen die gestohlenen Sachen zurück zu bekommen. Ich meine das Geld ist mir egal…aber die Kamera…da sind die Urlaubserinnerungen drauf und….“ wollte Darian wissen. Der Polizist sah ihn mitleidig an. „Dazu müssten wir erst einmal eine Spur haben. Sie können die Täter nicht beschreiben. Sie haben nichts gesehen und mit Fingerabdrücken wird mit Sicherheit nichts sein. Das waren Profis. Ich muss Sie leider enttäuschen, aber die Sachen, werden Sie sicher nicht wiedersehen.“ gab er ehrlich zu. Darian nickte. „Das war echt dumm von uns. Okay….ähm was passiert nun weiter?“ fragte Darian neugierig. „Nun, da die Sache an der Autobahn passiert sein muss, nach Ihrer Aussage, werden wir den Fall an die Autobahnpolizei weiterleiten. Die Kollegen werden sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen. So…bitte lesen Sie sich die Anzeige noch einmal durch und unterschreiben Sie sie.“ lächelte der Polizist die Beiden an. „Danke…“ meinte Tamara nur und hakte sich bei Darian an. „Versprich mir, dass wir künftig den Wagen auch abschließen, wenn wir nur zur Toilette gehen.“ bat sie ihn. „Ganz sicher mein Schatz…das passiert uns nicht noch einmal.“ versprach er. „Was machen wir denn jetzt? Unsere ganzen Urlaubsfotos sind weg. Unsere Kreditkarten sind weg…hast du sie schon gesperrt?“ hakte Tamara nach. „Schon längst. Das hab ich direkt heute morgen noch gemacht. Damit können die nichts mehr anfangen.“ beruhigte Darian seine Frau. Tamara legte ihren Kopf an seine Schulter. „Na komm…wir werden nach Hause fahren. Ich vertraue der Polizei. Die finden die Kamera sicher wieder und wenn nicht, dann kaufen wir uns eine neue und fahren noch einmal in den Urlaub.“ meinte er und küsste ihre Stirn.

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  • Thorsten hatte schnell eine Fahrgelegenheit gefunden und wartete nun im Schrebergarten auf seine Freunde. Er setzte sich auf einen kleinen Holzblock, der wohl mal ein Baum war und trank während er wartete mehr Red-Bull als gesund war. Als Thomas und Philipp endlich kamen, hatte er schon vier Red-Bull getrunken und war extrem aufgekratzt. „Man, das war so geil! Das war so geil!!“ grinste er. Philipp zog ihn hoch. „Das war es nicht! Die Bullen hätten uns fast gekriegt und Thomas ist gerast wie ein Irrer! Ich hatte Angst um mein Leben!“ fauchte er wütend und stieß Thorsten weg. „Hey….komm mal wieder runter…ist doch alles glatt gegangen. Wo ist die Beute?“, mischte sich Thomas ein. „Sag mal kapiert ihr das nicht? Wenn die Bullen uns bekommen hätten, dann würden wir einwandern! In den Knast!! Geht das in eure Birne?“, harkte Philipp nach. „Irgendwie hab ich den Eindruck, dass du Angst hast. Mensch…reg dich ab…es ist alles in Ordnung…“, lachte Thomas. „Wo ist der Koffer?“, wollte er von Thorsten wissen. „Den hab ich hier…war noch keine Zeit das Ding zu öffnen…das machen wir in unserem Versteck...“, schlug Thorsten vor. Thomas und Philipp nickten nur. Philipp drehte sich um und sah suchend auf die Straße. „Nur keine Sorge. Bis die kommen, sind wir weg.“ beruhigte Thomas ihn. „Die kriegen uns….unsere Fingerabdrücke sind im Wagen….den werden die sicher schon gefunden haben. Wir müssen hier weg, sonst kriegen die uns!“ stieß er aus. Thomas sah Philipp an. „Nun reg dich ab! Der Wagen steht weit von hier entfernt. Und die werden jetzt eh erst einmal mit dem Beseitigen der Autos beschäftigt sein. Philipp fuhr sich mit seinen Händen durch die hochstehenden Haare. „Man, ich will das nicht mehr. Lass uns umsatteln. Gehen wir lieber arbeiten und dann kriegen wir auch das Geld zusammen. Thomas du bist doch gerade 20…Thorsten ist 22 und ich 19…das ist einfach zu jung für den Knast!“ versuchte er seine Freunde zu überreden. Thorsten lachte auf. „WAS? Ich soll arbeiten? Nee….du kannst es ja machen. Wir zahlen dich aus und dann ist gut….aber dann sind wir keine Freunde mehr!“ schwor er Philipp. Dieser sah ihn erschrocken an. „Wir kennen uns seit wir Klein waren!“ stieß er aus. Thorsten nickte. „Ich weiß…aber wenn du aussteigst, dann war es mal. Ich hasse Verräter!“

    Semir zog sich seine Einweghandschuhe an und untersuchte seinen Wagen mit akribischen Augen. „Scheint wirklich alles noch dran zu sein. Ein Glück für die Jungs.“ meinte er und atmete erleichtert auf. Ben grinste leicht. „Und was jetzt? Dein Schätzchen ist in Ordnung.“ Wollte er wissen. „Ja… das ist Glück für die Diebe. Die werde ich fertig machen, das glaub mir mal.“ Knurrte Semir. Ben griff sein Handy. „Was machst du?“ wollte Semir wissen. „Na der Wagen muss zu Hartmut in die KTU. Spuren sichern….vielleicht finden wir Fingerabdrücke.“ Grinste er. „Aber du sagst ihm nicht, dass ich mir den Wagen hab klauen lassen!“ warnte Semir ihn. „Na…würde ich doch nie machen… Ja Hartmut ich bin es. Du müsstest mal den Abschlepper zum Parkplatz bei KM 268,5 an der A4 schicken….Semirs Wagen muss abgeschleppt sein, weil er sich selbständig gemacht hat.“ Ben grinste Semir an, der die Augen zusammen kniff. „Was? Warum Selbstständig?“ hakte Ben nach und sah Semir an, der wild gestikulierte. „Ja…also das war ein technischer Defekt.“ grinste Ben. Semir entspannte sich. „Ja, das kannst du Frau Krüger auch mitteilen.“ bestätigte Ben. Er beendete das Gespräch und steckte sein Handy ein. „So dann können wir ins Büro fahren.“ meinte er zu Semir. „Das mit dem technischen Defekt war scheiße….Hartmut findet das doch raus, dass der Wagen in Ordnung ist. Und er wird der Krüger sicher melden, dass da was nicht stimmt.“ stöhnte Semir leise. „Semir…sie wird sowieso erfahren, was passiert ist Hast du schon vergessen mit welchem Wagen wir hinter deinem her sind?“ wollte Ben wissen. „Mmmhmm…stimmt…“ gab Semir von sich. Als dieser nach einer guten Stunde Wartezeit endlich ankam und den BMW auflud, fuhren sie zur PAST um Bericht zu erstatten. Susanne erwartete die Beiden schon und fing sie direkt ab. „Ihr sollt sofort zur Chefin kommen. Und Jungs…die klingt nicht gerade freundlich.“ warnte sie die Beiden. „Also weiß sie es schon.“, meinte Semir nur und rieb sich durch sein kurzes Haar. „Dann mal los.“, grinste Ben nur und zog seinen Kollegen mit sich. Er klopfte kurz und schon ertönte ein genervtes „Kommen Sie rein!“. Semir sah Ben an und dieser munterte ihn auf. „Was wollen wir ihr denn sagen? Ich meine wir können doch nicht sagen, die haben unseren Wagen geklaut, weil er nicht abgeschlossen war…“ fragte er ihn. „Nun mach schon, dann haben wir es hinter uns.“ Semir nickte und drückte die Klinke runter.

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  • Kim Krüger sah auf, als die Tür sich öffnete und erblickte das Gesicht von Semir. Ben drückte ihn ins Büro. „So meine Herren. Das haben Sie wieder super hinbekommen! Die Autobahn wird für mehrere Stunden gesperrt sein. Wir haben eine Handvoll Verletzte und jede Menge Schrott. Ein Streifenwagen war ebenfalls darunter die Kollegen sagten, dass Sie sich den Wagen haben klauen lassen, Semir! Sind Sie Polizeischüler im ersten Lehrjahr oder wie?“ fauchte sie sofort los und ließ die Kommissare nicht einmal die Zeit für Erklärungen. „Ich hoffe, Sie haben wenigstens die Täter erwischt!“ hängte sie an. Sie wies die beiden an sich zu setzten, was Semir und Ben schweigend ausführten. „Chefin…wir haben doch den flüchtenden Kerl verfolgen worden. Mein Wagen war nicht verschlossen und… der Schlüssel steckte, ja…aber die waren so verdammt schnell weg. Wir waren ja schon im Wald und hörten nur das Motorgeräusch und sind sofort zurück. Aber die waren gerade weg und wir hatten nur den einen Wagen.“ erklärte Semir. Kim nickte. „Der Wagen ist heil?“ hakte sie nach. „Ja Chefin. Er hat keinen Kratzer.“ versprach Ben nun. „Nur der Streifenwagen mit dem Sie die Verfolgung aufgenommen haben darf in den Schrott! Ich hätte echt Lust, Sie Beide nach Norderney zu versetzen! Es gibt übrigens noch einen Fall von Diebstahl. Darian Und Tamara Kreutz….sie wurden gestern an der Autobahn ausgeraubt, weil sie den Wagen nicht verschlossen hatten als sie zur Toilette gingen. Die Brieftasche sowie eine Kamera sind verschwunden. Das wurde heute Morgen gemeldet.“ knurrte Kim. „Ich will Ergebnisse und zwar sofort! Also ab an die Arbeit!“ hängte sie an und verwies die Beiden dann wieder aus ihrem Büro. „Ben, Semir…ihr habt Besuch.“ sagte die Sekretärin als sie an ihrem Schreibtisch vorbei kamen. Ben sah durch die Glasscheibe. „Okay….und wer ist das?“ wollte er wissen. „Reiner Jansen. Er wurde wohl kurz vor Euch Opfer der Bande. Beschreiben kann er sie eigentlich nicht. Und Jasmin Rosen wird in etwa einer Stunde hier herkommen um ihre Aussage aufzuschreiben.“ Erklärte Susanne weiter. Ben nickte erneut und ging dann ins Büro. Semir folgte ihm. „Guten Tag, mein Name ist Ben Jäger…das ist mein Kollege Semir Gerkhan. Sie wurden bestohlen?“ fing Ben das Gespräch an. Der Mann auf dem Besucherstuhl drehte sich zu ihn um. „Ja….ich will Anzeige erstatten. Der Koffer, der mir gestohlen wurde, beinhaltet wichtige Papiere…“ erklärte das Opfer.

    Reiner Jansen sah die Männer an. „Was für Papiere?“ wollte Semir wissen. „Das kann ich Ihnen nicht sagen. Aber sie sind sehr wichtig für mich.“ wich Jansen aus. „Okay….“ kam von Ben. „Gut, Herr Jansen, dann können sie uns sicherlich sagen, was passiert ist oder?“, wollte Semir sofort wissen und setzte sich dann an seinen Schreibtisch, um sich Notizen zu machen. „Ich war am Rastplatz um...na ja um einem Bedürfnis nachzukommen. Als ich wieder in meinen Wagen steige und einige Kilometer gefahren bin, hab ich gemerkt, dass mein Koffer nicht mehr da war.“, erklärte er. „Was für Papiere genau?“ wollte Ben nun wissen. „Das waren Geschäftspapiere.“ erklärte Reiner Jansen ausweichend. „Ah Geschäftspapiere welcher Art?“ hakte Ben nach, der sich mit der lapidaren Antwort nicht zufrieden gab. „Das ist doch wohl egal. Es sind sehr wichtige Papiere!“ kam nun von Jansen. „Hören Sie mal, Herr Jansen. Sie sagen uns was für Papiere dort drin sind. Ist es so gewichtig, dass man Sie damit erpressen könnte? Oder könnten Sie auch darauf verzichten?“ wollte nun Semir wissen. Jansen sah ihn an. „Nein…also für eine Erpressung…also wenn ich es mir wirklich überlege, nein… das schließe ich aus.“ erklärte der Mann immer noch sehr schwammig. „Okay Herr Jansen. Dann machen wir es auf die Kindergartentour. Sind es Buchhaltungsunterlagen?“ fragte Ben leicht sauer. Reiner Jansen schüttelte den Kopf. „Dann Bilanzen?“ kam die nächste Frage. Wieder nur Kopfschütteln. „Ja was denn dann? Geheime Informationen? Firmeninternes? Was?“ fauchte Semir nun wütend. Jansen sah ihn an. „Es sind geheime Informationen, die meinen Mandanten sehr schädigen könnten…“ antwortete Jansen nun. Semir sah Ben an. „Warum hatten Sie die Unterlagen im Auto?“ fragte Ben nach. „Weil ich gerade von meinem Mandanten kam. Ich habe die Unterlagen dort abgeholt.“ erklärte Jansen weiter. Können Sie die Täter denn beschreiben?“ ging es bei Semir weiter. „Nein…ich hab sie nicht gesehen. Ich habe das Fehlen des Koffers erst gemerkt, als ich im Büro ankam. Die müssen mir das Ding auf dem Parkplatz geklaut haben, wo ich kurz Rast gemacht hab.“ meinte Jansen nur. Semir nickte. „Okay. Ich nehme an Sie haben den Wagen auch ganz normal weiter benutzt. Wir werden dennoch Fingerabdrücke nehmen. Auch die von Ihnen...aber das nur zu Vergleichszwecke. Danke Herr Jansen, das war es erst einmal. Wenn wir noch Fragen haben, dann melden wir uns bei Ihnen.“ lächelte Semir ihn an und verabschiedete ihn.

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  • Thorsten war unterdessen damit beschäftigt den Koffer zu öffnen was sich als nicht ganz so einfach heraus stellte wie er es sich dachte. Doch nach 50 Minuten intensiver Arbeit stellte sich endlich der Erfolg ein. Er sah sich den Inhalt an. „Bilder!?“ stieß er aus. „Wie Bilder?“ hakte Thomas nach. „Hier sind Bilder im Koffer. Warum hat der denn diese Pornobilder bei sich?“ wollte Thorsten wissen und nahm ein Bild hoch. Thomas griff sich ein Bild und sah es sich an. Es zeigte einen Mann in einer offensichtlichen Position mit einer nackten Frau. „Whow…die sieht ja scharf aus…“ meinte er nur. „Gib mal her!“ kam nun auch von Philipp. „Das gibt es doch gar nicht!“ stieß dieser aus und wurde blass. „Hast du noch nie ne nackte Frau gesehen?“ lachte Thorsten. „Das schon…aber nie mit meinem Vater!“ erklärte Philipp. „Dein Vater? Bist du sicher?“ hakte Thomas nun nach und nahm das Bild erneut in die Hand. „Echt? Ist das dein Vater? Woran willst du ihn erkennen? Er ist doch nur von hinten zu sehen.“ grinste Thomas. Philipp sah ihn an. „Weil er die Tätowierung am Rücken hat! Da die Rose…das ist mein Vater!“ gab er wütend von sich. Thorsten sah ihn an. „Wenn das dein Vater auf dem Bild ist und der mit ner Nutte pennt, dann sind das auf den Bildern sicher auch andere hohe Tiere. Und wenn das so ist, dann könnte es gut sein, dass wir gerade Erpressungen in Millionenhöhe verhindert haben.“ stieß er aus. Philipp sah ihn erschrocken an. „Du meinst der Kerl wollte all diese Männer erpressen?“ hakte er nach. „Ist doch möglich oder? Aber dann ist es auch sehr gut möglich, dass er die Bilder wiederhaben will. Und das er dafür zahlen würde. Und zwar verdammt viel. Hey…ich weiß wie wir zu Geld kommen.“ grinste Thorsten breit. „Du willst den Kerl anrufen und ihn erpressen?“ gab Thomas nachdenklich von sich. „Genau das. Dieser Kerl wird bereit sein, eine Menge für die Bilder zu zahlen, damit er sie zurück bekommt.“ grinste Thorsten. Philipp nahm das Bild welches seinen Vater zeigte zurück „Aber dann werden die Bilder von meinem Vater da rausgenommen und vernichtet!“ befahl er. Thorsten nickte. „Klar doch, Kleiner…wir wollen ja nicht das dein Vater an die falschen Leute zahlt.“ stimmte er zu.

    Ben sah Semir an, nachdem Reiner Jansen verschwunden war. „Schwammiger Typ.“ meinte Semir nur. „Ja, der gute Mann ist ja auch Anwalt und Steuerberater. Die können nicht anders. Ich hasse beide Sorten. Aber irgendwas störte mich an seinen Angaben. Ich meine…erst sagt er, er habe den Diebstahl nach einem kurzen Stück bemerkt und dann im Büro? Etwas widersprüchlich wenn du mich fragst.“ gab Ben zu. „Vielleicht sollten wir ihn mal durchleuchten lassen. Solche Typen haben immer Leichen im Keller. Ich vermute dass da dieser Jansen keine Ausnahme macht. Kann aber auch sein, dass er durcheinander war, nur wenn…dann frage ich mich was das wirklich für Papiere waren. Buchhaltungsunterlagen kann man ja ersetzen. Ich meine wir leben im Zeitalter der Computer…da ist doch alles gesichert und mal ganz ehrlich…die Unterlagen kann man auch via Mail versenden. Dazu muss ein Steuerberater nicht rauskommen. Irgendwas stimmt da nicht….“ knurrte Semir. Ben nickte. „Mag sein. Ja. Aber für uns ist er derzeit ein Opfer. Wir sollten erst einmal versuchen die Diebe zu bekommen. Und wenn wir den Koffer kriegen, dann wissen wir auch was drin ist. Den Kerl zu überprüfen können wir auch später.“ schlug Ben nun vor. „Okay…. Gehen wir doch mal davon aus, dass unsere Diebe in unserer Kundenkartei sind. Das müssten dann welche sein, dann werden sie schnell enttäuscht sein, dass sie nur Unterlagen ergattert haben. Und dann werden sie schnell wieder ein Auto knacken wollen.“ mutmaßte Semir nachdenklich. „Ja und dazu werden sie sich irgendeinen Parkplatz an den Autobahnen suchen und wir können nicht überall sein.“ antwortete Ben. „Nun egal ob sie bei uns schon registriert sind oder nicht, das sollte Hartmut und sagen können, wenn er die eventuelle Fingerabdrücke in deinem Wagen gefunden hat.“ schlug er vor. Semir nickte. „Wann wollten denn Jasmin hier sein? Sie hat immerhin einen Kerl gesehen auch wenn es von hinten war.“ meinte er nur. „In zwei Stunden etwa.“ gab Ben von sich. „Gut, dann haben wir noch Zeit Hartmut einen Besuch abzustatten. Vielleicht hat er Fingerabdrücke in meinem Wagen gefunden die nicht mir gehören, oder aber was Anderes das uns hilft.“ ließ Semir von sich hören. Ben nickte und nahm seinen Autoschlüssel. „Und vielleicht gibt er dir ja deinen Wagen wieder. Und vielleicht ist ja sogar noch der Schlüssel da….damit du ihn wieder stecken lassen kannst…“ stimmte er zu. Semir sah ihn wütend an. „Ja ich weiß…wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ich hoffe wirklich, dass dir das auch mal passiert!“ knurrte er. Sie verließen beide das Büro um mit Bens Wagen zur KTU zu fahren. Nur wenig später waren sie unterwegs. „Diese Jungs müssen sich auf jeden Fall mit Autos auskennen. Wir sollten uns in den Werkstätten umsehen.“ dachte Ben laut nach. „Weißt du auch welche?“ wollte Semir wissen. „Na die, die bei uns bekannt sind. Einer von denen wird sicher was wissen. Ich denke da vor allem an Charlie…“ nickte Ben und lenkte den Wagen auf den Parkplatz der KTU. Sie stiegen aus.

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  • Hartmut nippte gerade an seiner Kaffeetasse, als die beiden Hauptkommissare zu ihm kamen. Sein fertiges Sandwich legte er sofort hinter sich, damit Ben es ihm nicht wegnahm. „Ah...hallo Jungs. Ihr wollt sicher wissen, ob ich schon was hab oder?“ fragte er. Ben und Semir nickten nur. „Hast du denn was?“ fragte Semir und hob ein Blatt Papier hoch, welches auf dem Schreibtisch lag. Harmut nahm es ihm sofort wieder weg. „Das ist ein anderer Fall! Auch sehr interessant… aber nichts für euch. Und ja…für euch hab ich auch was. Doch bevor ich es euch erkläre, möchte ich von dir eine Erklärung Semir. Dein Wagen wurde ja mit einem technischen Defekt hergebracht. Und der Kollege sagte, ich sollte Fingerabdrücke nehmen und den Wagen durchsuchen. Hast du befürchtet, dass jemand an dem Wagen war oder war jemand an dem Wagen?“ fragte Hartmut. Semir sah ihn an. „Nun ja…“ kam von ihm. „Aber ich weiß das jemand am Wagen war und auch Fingerabdrücke gemacht. Sonderbarer Weise auf der Beifahrerseite und auf dem Lenkrad. Ich meine, klar… manchmal nimmst du wen mit, aber außer Ben durfte noch nie jemand deinen Wagen fahren. Ich schließe daraus, dass an dem Gerücht, was den Umlauf macht, tatsächlich was dran ist.“ sagte Hartmut. Semir sah Ben an. „Und was für ein Gerücht ist das?“ wollte Semir wissen. „Nun, das dein Wagen geklaut wurde, weil du ihn nicht abgeschlossen und den Schlüssel nicht abgezogen hast. Ganz ehrlich….sowas Dummes ist mir noch nie passiert.“ lachte Hartmut, doch er hörte sofort auf, als Semir ihn drohend ansah. „Also hast du was gefunden?“ fragte er. „Ja….und zwar jede Menge Fingerabdrücke, wie eben schon erwähnt. Am Steuer und auf der Beifahrerseite. Auf der Beifahrerseite, bin ich leider nicht schlauer, denn er Besitzer der Fingerabdrücke gehören keinem der in unserer Kartei ist, aber der, der den Wagen gefahren hat ist registriert. Thomas Moor“ verkündete Hartmut. „Ah okay….“ meinte Ben und nahm das Papier das Hartmut ihm hinhielt. „Thomas Moor, 20 Jahre. Vorbestraft wegen Diebstahl, Körperverletzung und Hehlerei…“ las Ben vor. „Das könnte unser Mann sein…. Und wo wohnt der?“ hakte Semir nach. „Steht auch schon da.“ grinste Hartmut. „Du bist ja wirklich schnell und alles ohne technisches Fachchinesisch.“ gab Ben zurück und Semir nickte. „Hast du noch anderes am Wagen gefunden?“ wollte er wissen. „Ja…ein paar Erdspuren. Aber das ist nichts Besonderes. Es ist Waldboden und der kommt ja überall vor. Ach ja…die Eltern von diesem Moor sind auch bekannt. Sie sind drogenabhängig und schon mehrfach wegen Trunkenheit aufgefallen. Also wie sagt der Volksmund immer…der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Ach ja…es gibt übrigens eine Möglichkeit etwas gegen Vergesslichkeit zu machen…“ erklärte Hartmut nun und grinste. „ Könnt ihr euch eigentlich nur über meine Fehler so amüsieren, oder gibt es noch andere Dinge?“ wollte Semir wissen. „Lass uns erst einmal zu diesem Moor fahren.“ wechselte Ben das Thema.

    Reiner Jansen fuhr am späten Nachmittag zum Restaurant in die Kölner Innenstadt wo er sich mit seinem Mandanten Tim Berger traf. „Und Reiner…wo sind die Bilder?“ fragte er. „Ähm…es gibt ein Problem...“ fing Jansen an. „Was für ein Problem?“ hakte Tim nach. „Der Koffer mit den Bildern ist weg. Er wurde mir gestohlen während ich zur Toilette gegangen bin. Auf einem Parkplatz…“ erklärte Reiner. Tim atmete tief ein. „Du willst mir sagen, dass alle Bilder weg sind?“ wollte Tim wissen. Reiner Jansen nickte. „Das darf doch wohl nicht wahr sein! Verdammt…das….was hast du gemacht? Bist du bei den Bullen gewesen?“ hakte Tim nach. „Ja…ich habe angegeben, dass mir ein Koffer mit wichtigen Unterlagen entwendet wurde.“ erklärte Reiner weiter. „Na sehr schön….wenn die rausfinden, was da drin ist, dann….weißt du eigentlich wie viel mir da durch die Lappen geht? Das sind gute 16 Millionen Euro… Alle dieser Kerle die auf den Bildern sind hätten ohne Probleme gezahlt!“ fauchte Tim ihn wütend an. „Nicht so laut…wir sind hier nicht allein.“ warnte Jansen ihn. „Außerdem habe ich hier etwas, dass dich sicher interessieren will. Einer der Diebe hat seinen Ausweis in meinem Auto verloren…“ grinste Jansen und hob einen Lichtbildausweis hoch. Tim Berger nahm ihn und sah ihn sich an. „Thorsten Hegerbach…. Monheimer Straße 48, Köln.“ las er vor und grinste. „Hör zu…ich werde meine Kanzlei für ein paar Tage schließen und Urlaub machen. Wenn die Polizei heraus bekommt, was du in deinem Puff abziehst, dann…“ fing Jansen an. „Noch nicht. Ich werde meine Leute zu diesem Hegerbach schicken. Die werden den Jungen schon weichklopfen und er wird mir meine Bilder wieder geben.“ versprach Tim. Er nahm sein Glas und hob es zum Anstoß an. Auch Reiner Jansen hob seines. „Und wenn alles vorbei ist, dann kannst du deinen verdienten Urlaub antreten.“ versprach er ihm. Sie stießen an und nur wenig später verließ Reiner Jansen das Restaurant. Tim Berger griff zum Handy. „Ja ich bin es…wir haben zwei Probleme….zum einen müsstet ihr euch mal mit einem Thorsten Hegerbach unterhalten. Monheimer Str. 48 in Köln. Er hat meine Bilder und die will ich zurück. Das zweite Problem ist Jansen. Schafft ihn mir aus den Augen…für immer!“ befahl er und beendete das Gespräch. Er zahlte und verließ dann das Restaurant um sich vor der Tür noch eine Zigarette anzustecken.

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  • Semir und Ben kamen an der Adresse an und stiegen aus dem Wagen. Ben steckte den Schlüssel ins Türschloss und verschloss den Wagen demonstrativ. „So geht das…“ grinste er seinem Freund zu, der diese Gestik ignorierte. „Hier soll der Typ wohnen?“ fragte Semir etwas erstaunt und rümpfte die Nase. Ben sah noch einmal auf den Zettel. „Ja…so steht das hier.“ bestätigte er und auch er sah sich etwas irritiert um. Nur zögernd gingen sie auf das Haus zu. „Das ist doch schon fast eine Ruine… Hier kann man nicht wohnen.“ Knurrte Semir und sie sahen auf die Klingelschilder, doch hier kam ein weiteres Problem auf sie zu. Das gesamte Klingeldeck war aus der Wand gerissen und es klaffte nur noch das Loch. „Oh man….wir müssen alle Etagen durchgehen und nach der Familie suchen.“ stöhnte Semir. „Was? Alle Etagen?“ stieß Ben aus und sah an dem Hochhaus hoch. „das sind doch sicher 14 oder 15 Etagen!“ hängte er an. „Tja…da werden wir wohl durch müssen. Ich habe nämlich keine Lust auf Norderney zu verschimmeln.“ grinste Semir. Die Tür öffnete sich und ein älterer Mann kam raus. „Entschuldigen Sie, wir suchen Familie Moor…“ wandte sich Ben an ihn. „ „Elfter Stock!“ kam zur Antwort. „Danke...“ lächelte Ben und zog Semir ins Haus. „So haben wir uns eine Menge Arbeit erspart.“ gab er erleichtert von sich. Semir schüttelte den Kopf. Sie suchten den Fahrstuhl und fanden ihn schnell. Doch der Zettel „defekt!“ sagte nichts Gutes aus. „Oh nein… elf Etagen zu Fuß!“ kam erschrocken von Ben. Semir sah ihn an. „Bist du nicht in Form? Dann werden wir das jetzt ändern. Ich wette mit dir, dass ich schneller oben bin, als du.“ spornte er seinen jüngeren Kollegen an und erklomm die ersten Stufen. Er brauchte einige Minuten bis er im elften angekommen war und schien überhaupt nicht außer Atem. Ben schaffte es auch und hechelte erst einmal. „Boah….ich brauch mehr Sport…“ stöhnte er. Semir sah ihn zufrieden grinsend an. „Tja…es zahlt sich halt doch aus, den Polizeisport mitzumachen.“ gab er zurück und sah sich die Klingelschilder an den Türen an. „Hier…“ meinte er dann und Ben folgte ihm. Semir drückte den Klingelknopf. Ein Summen war zu hören und kurz darauf öffnete eine extrem übergewichtige Frau mit völlig zerwühlten Haaren. „Ja?“ fragte sie und Semir, der direkt vor ihr stand drehte angewidert das Gesicht weg. Die Frau war vollkommen betrunken. „Wir suchen Thomas Moor.“ gab Ben von sich und zeigte den Ausweis. Die Frau griff danach und schwankte verdächtig vor und zurück. Semir machte einen Schritt zur Seite, denn von dieser Person wollte er nicht erschlagen werden. „Keine Ahnung wo mein sauberer Herr Sohn steckt. Der ist schon seit Monaten weg.“ kam lallend von der Frau. Sie drehte sich um und schloss die Tür. Semir und Ben sahen sich an. „Na bei der Mutter wäre ich auch abgehauen. Und was machen wir jetzt?“ wollte Semir nun wissen. „Wie wäre es mit Thomas Moor zur Fahndung auszuschreiben?“ schlug Ben vor. „Gute Idee…“ stimmte Semir zu.

    Während Semir und Ben nach Thomas Moor suchten, sichteten die drei Jungs die Bilder. Zum Teil konnte man die Männer auch von vorn sehen, da an der Wand an dem das Bett stand ein riesiger Spiegel war. Philipp nahm sich einen Stapel und stöhnte auf. „Hey, den kenne ich…das ist unser Bürgermeister!“ stieß Philipp aus. Sein Vater war Banker und als solcher auch mal Gastgeber für die hohen Tiere aus Wirtschaft und Politik. „Was? Dann sind das alles Typen aus dem reichen Milieu. Das heißt, dass mit diesen Bildern sicher eine Erpressung gestartet werden soll. Jetzt macht das auch Sinn. Dieser Kerl scheint die hohen Tiere beim Seitensprung gefilmt zu haben. Dein Vater ist ja auch darunter. Vielleicht haben die ja alle gefeiert und wurden dort beim Sex mit Nutten gefilmt. Das würde ein Skandal ergeben. Guck mal…kennst du noch welche?“ bat Thorsten Philipp und dieser nahm sich einige Bilder heraus. „Oh man…das ist der Bauratsvorstand Alfred Hoppe…ein sehr guter Freund von meinem Vater und der hier, das ist der Leiter der Kölner Feuerwehr… Julius Franzen.“ erklärte der junge Mann. „Okay…. Dann dürften diese Bilder echt viel wert sein. Also wir haben zwei Möglichkeiten…..1. Wir werden den Kerl, diesen Jansen anrufen und für die Bilder einen Finderlohn fordern, oder 2. Wir erpressen diese Bonzen selbst.“ zählte Thorsten auf. „Dagegen spricht allerdings, dass sich diese hohen Herren sicher an die Polizei wenden. Dieser Jansen wird es nicht tun, weil er sonst selbst hinter Gitter wandert.“ widersprach Thomas nachdenklich. „Stimmt…mein Vater würde es auf jeden Fall melden, aber er ist ja raus. Ich werde mit ihm sprechen, was er sich dabei gedacht hat. Er kann meiner Mutter doch nicht so etwas antun! Sie ist doch schon so krank. Muss er sie auch noch verletzen?“ knurrte Philipp. „Deine Mutter hat Krebs und ist doch eigentlich schon tot. Sie gibt ihm sicher nicht mehr das, was er als Mann braucht. Er bleibt bei ihr und das bedeutet deiner Mutter sicher mehr. Vielleicht hat sie ihm ja auch erlaubt sich den Sex anderswo zu holen. Dann wäre eine Erpressung deines Vaters sicher nicht lohnend.“ dachte Thorsten laut nach. Philipp sah ihn an. „Du meinst, meine Mutter wusste davon? Sie wusste dass er sie betrügt? Das glaube ich nicht! Nein…aber ich werde ihn fragen, das glaube mir…ich werde ihn fragen warum er es ihr antut!“ Philipp steckte die Bilder ein, die er sich die ganze Zeit angesehen hatte und machte kehrt. „Okay…gehen wir mal davon aus, dass der Mann zahlt. Was willst du verlangen?“ wandte sich Thomas an Thorsten als Philipp weg war. „Nun ich dachte so an 500.000 €. Das ist die Sache doch wohl wert. Damit hätten wir dann eine Weile Kohle ohne uns die Hände schmutzig zu machen.“ meinte Thorsten.

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  • Ben und Semir fuhren zur PAST zurück und gingen direkt zu Susanne. „Und hast du was für uns?“ wollte Ben wissen. „Ja eine ganze Menge. Aber von vorn. Dieser Jansen selbst ist sauber. Nicht aber seine Kundschaft. Da gibt es einen ziemlich großen Kunden von uns. Tim Berger…“ Susanne machte eine Pause und sah die Beiden an. Ben sah zu Semir. „Tim Berger? Der Zuhälter?“ hakte dieser nach. „Genau der. Berger ist der Besitzer von „Black Dolores“.“ ging es bei Susanne weiter. „Black Dolores? Diese Nobelpuff in der Innenstadt?“ kam von Ben. Nun war es Semir der ihn ansah. „Du verkehrst doch wohl nicht dort oder?“ wollte er wissen. „Nein…aber Jasmin…sie arbeitet dort.“ gab Ben von sich. „Deine Nachbarin…okay…“ grinste Semir. „Also dieser Berger ist ein Klient von Jansen und vorbestraft wegen Förderung der Prostitution, Erpressung, schwerer Körperverletzung und Drogenhandel.“ zählte Susanne auf. „Und wieso ist so ein großer Fisch noch immer auf freiem Fuß?“ wollte Ben wissen. „Das ist er gerade seit acht Monaten. In der Zeit wo er gesessen hat, hat dieser Jansen für ihn die Geschäfte weiter geführt, ist aber selbst nie aufgefallen.“ erklärte Susanne. „Nun ja gut…aber das bringt uns nicht sehr viel weiter.“ gab Semir zu verstehen. „Das vielleicht nicht, aber vielleicht kann euch ja auch dieser Tim Berger weiterhelfen.“ meinte Susanne nur. Ben nickte. „Sie hat Recht…Berger mal auf die Finger schauen ist sicher keine schlechte Idee.“ stimmte er zu. „Und mit was für einen Hintergrund? Wir jagen gerade Thomas Moor, der mit seinen Freunden die Autos knackt und ausraubt.“ erinnerte Semir ihn. „Berger ist Sache der Sitte. Ist ja auch nicht gesagt, dass es Unterlagen von Berger sind, die dieser Jansen bei sich hatte.“ hängte er an. „Gut…was machen wir weiter?“ hakte Ben nach. Semir sah zu Susanne. „Hast du noch was zu Thomas Moor heraus gefunden?“ wollte er wissen. „Ja…also vor gut einem Jahr verstarb die Oma. Die hat Moor auch großgezogen, da seine Eltern drogen- und alkoholabhängig waren und auch immer noch sind. Sie hat ihm einen Schrebergarten hinterlassen. Vielleicht solltet ihr euch mal dort umschauen.“ schlug Susanne vor und reichte Ben einen Zettel. „Die Adresse… aber erst das Ehepaar Kreutz…es wartet schon seit ner Stunde in eurem Büro.“ lächelte sie.

    Bastian Reuther und Mark Rommel fuhren zu der von Tim Berger angegebenen Adresse. „Thorsten Hegerbach…..hier steht nichts davon…“ knurrte Bastian. Die Tür des alten Hauses ging auf. „Wohnt hier ein gewisser Hegerbach?“ wollte Mark von einer alten Frau wissen, die aus dem Haus kam. „Nein…nicht mehr. Ist vor vier Monaten ausgezogen.“ erinnerte sich die Alte. Bastian verzog sein Gesicht und wollte nur weg, doch Mark fasste die alte Dame am Arm und lächelte sie freundlich an. „Wissen Sie wohin?“ wollte er wissen. „Ja doch….er sagte etwas von einer Hütte im Wald bei Hürth. Die hätte er geerbt oder so. Na…wenn er sich da wohlfühlt. Das ist kein Stadtmensch, das hat man direkt gesehen.“ lächelte die Alte. „Gibt es denn eine Adresse?“ hakte Mark nach. „Nein…im Wald gibt es ja auch keine Straßen.“ lachte die Frau. Mark sah Bastian an, der die Augen verdrehte. „Ja schon klar…“ gab er zu. „aber der Thorsten ist ein ganz lieber. Aber sagen Sie…warum fragen Sie das alles?“ wollte die Frau nun wissen. „Weil wir ihn für eine Zeugenaussage brauchen. Wir sind von der Kriminalpolizei und wir suchen ihn.“ gab Bastian nun von sich. „Oh mein Gott…die Polizei…. Hat Thorsten etwas angestellt? Also wenn er unter Verdacht steht, dann kann ich nur sagen, dass Sie sich da irren. Der Junge ist sehr liebt. Er hat mir sogar schon meine Einkäufe nach Hause gebracht aber als ich ihm Geld geben wollte, hat er abgelehnt!“ empörte sich die Alte. „Er steht nicht unter Verdacht….er muss nur eine Zeugenaussage machen.“ lachte Bastian. „Ah dann ist gut…ja aber wie ich schon sagte…ich weiß aber das die Hütte in Hürth ist…“ wiederholte die Alte. Bastian und Mark bedankten sich und stiegen wieder in den Wagen. „Man, ich hasse alte Weiber. Die sind immer so gesprächig..“ stöhnte Bastian. Mark nickte. „Aber sie geben auch gern Auskunft. Wir müssen die Hütte finden.“ Sagte er. „Ja aber erst werden wir uns mit Jansen unterhalten. Der Boss will ihn ja auch loswerden.“ schlug Bastian vor. Mark nickte. „Okay….“ gab er von sich und fuhr mit seinem Komplizen zu Reiner Jansen. Als sie ausstiegen und ins Haus sahen, bemerkten sie, dass der Bewohner noch nicht zuhause war. „Dann werden wir es uns gemütlich machen.“ grinste Bastian und öffnete die Tür mit einem Dietrich. Sie gingen ins Wohnzimmer und bedienten sich an der kleinen Hausbar.

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  • Reiner Jansen kehrte nach dem Restaurant in sein Büro zurück und ließ sich auf den Stuhl fallen. Das ging ja noch einmal gut, dachte er. Doch er wusste genau, dass wenn die Polizei den Koffer in die Hände bekam, würde Berger ihn die Hölle heiß machen. Und wenn der Koffer nicht auftauchte dann auch. Vielleicht wäre es besser sich aus diesen Kreisen zu entfernen. Er könnte sich als Kronzeuge gegen Berger stellen. Immerhin wusste er so einiges, was der Mann in seinem Bordell so alles machte. Aber dann würde er sicher auch nicht ohne davon kommen. Immerhin hatte er die Bilder bei sich und auch den Stick. Berger wollte ganz sicher gehen, dass die Bullen nichts bei ihm fanden, wenn sie sich entschließen sollten den Club mal wieder hochzunehmen. Und auch der Junge war eine Gefahr für ihn. Er konnte ihn erpressen und dann würde er gezwungen sein, den Koffer auszulösen. Sicher würde Berger das Geld zur Verfügung stellen, aber wenn der Junge damit davon kam, war sein Leben auch nicht sicher. Vielleicht sollte er sich einfach bei den Polizisten melden, die den Fall bearbeitete und denen alles sagen. Das wäre immerhin ein wenig Sicherheit. Ja…das war eine gute Idee. Er wühlte in seiner Tasche und zog die Visitenkarte von Semir Gerkhan hervor. Er drehte sie in seiner Hand und sah immer wieder rauf. Ob er es wagen sollte? Dieser Polizist konnte ihm sicher helfen ein neues Leben anzufangen, doch dazu musste er mit offenen Karten spielen. Er müsste alle verraten, die bei diesem „Geschäft“ verwickelt waren. Da waren bedeutende Männer aus der Gesellschaft. Vorstandsmitglieder, Bankenmitglieder, Politiker….alle die nach außen einen Saubermann spielten. In Wirklichkeit hatten sie mehr Leichen im Keller als die Gerichtsmedizin. Und auch in der Haut dieses Thorstens wollte er nicht stecken. Er kannte Tims Männer und die machten keine Ausnahme wenn es darum ging, die Interessen ihres Chefs durchzusetzen. Er nahm ein paar Akten aus den Schränken und packte sie in seine Aktentasche. Dann löschte er das Licht und verließ die Kanzlei. Seine Karriere als Anwalt und als Steuerberater war in dieser Stadt gelaufen. Vielleicht sollte er sich in den Norden absetzen. Auf irgendeine Nordseeinsel. Er würde vielleicht nicht gerade viel verdienen, aber es würde reichen zum Leben. Völlig in Gedanken setzte er sich in seinen Wagen und fuhr nach Hause. Er parkte direkt vor der Tür, denn er würde jetzt erst einmal packen und dann für ein paar Tage verschwinden. Er schloss die Tür auf und machte Licht. Erschrocken prallte er zurück als er ins Wohnzimmer kam und die Leute von Berger dort sitzen sah. „Was soll das? Was macht ihr hier?“ fragte er heiser und wich zurück. Doch Mark und Bastian waren keine Anfänger. „Berger ist unzufrieden! Hast du schon Kontakt mit den Dieben aufgenommen?“ wollte Mark wissen. „Nein…warum sollte ich auch…. Ich habe euch die Adresse von dem Mann gegeben. Warum fahrt ihr nicht hin zu ihm?“ stellte Jansen die Gegenfrage. „Wir waren bereits dort. Er wohnt dort nicht mehr. Wir werden später noch einmal hinfahren. Hör zu…ich weiß eh nicht warum Berger dir die Bilder gegeben hat, aber ich sage dir eines Jansen… sollten wir sie nicht zurück bekommen, dann wird Tim sich mit Sicherheit keine Rücksicht auf dich nehmen.“ warnte Mark ihn. „Du weißt doch, warum ich sie hab! Berger wollte nicht, dass die Bullen sie während einer Razzia bei ihm finden! Das hätte ihm das Genick gebrochen. Er ist immer noch auf Bewährung draußen.“ gab Jansen zu verstehen. „Und wo ist die Speicherkarte? Hat Tim sie dir auch gegeben?“ hakte Bastian nach. „Ja….“ nickte Jansen. „Und wo ist sie?“ wiederholte Mark nun die Frage. „Im Koffer….“ kam von Jansen. „Das tut uns sehr leid…wirklich…für dich..“ meinte Mark und hob die Waffen. „Hey…warte… ihr…. Ihr braucht mich noch….dieser Thorsten wird sich bestimmt bei mir melden…meine Karten sind doch im Koffer..“ stieß Jansen ängstlich aus.

    Semir und Ben hörten sich die Geschichte des Ehepaares Kreutz an. Semir nickte zwischendurch und sah Darian Kreutz tadelnd an. „Sie wissen schon, das Sie mit Ihrem leichtsinnigen Verhalten, den Räubern ein leichtes Spiel gemacht haben oder?“ wollte er von ihm wissen. „Das ist mir bekannt. Ich habe mir dafür in den letzten Stunden oft genug einen Vorwurf gemacht. Aber es ist jetzt nicht mehr zu ändern.“ gab der Mann zurück „Sie sollten sich auf jeden Fall angewöhnen das Auto abzuschließen auch wenn Sie es nur kurz verlassen.“ mahnte Semir. „Ja, da muss ich meinem Kollegen zustimmen. Es hätte ja auch geklaut werden können…“ grinste Ben breit und Semir sah ihn sofort strafend an. „Wie soll es denn nun weitergehen? Ich meine die Kollegen auf der Stadtwache sagten mir schon, dass es schwer sein wird, die Kamera oder auch nur das Bargeld wieder zu bekommen. Die Karten habe ich alle sperren lassen und ich habe auch einen neuen Ausweis beantragt…“ zählte Darian auf. Semir nickte. „Sobald wir einen Erfolg haben, was das angeht, werden wir uns bei Ihnen melden. Bis dahin müssen Sie einfach Geduld haben. Gesehen haben Sie niemanden?“ hakte er nach. „Nein….wir haben den Diebstahl auch erst zuhause festgestellt. Das heißt am nächsten Morgen.“ erklärte nun Tamara. Semir schob ihnen seine Visitenkarte zu. „Wenn Ihnen doch noch etwas einfällt, was uns hilft, dann rufen Sie mich einfach an.“ bat er. „Selbstverständlich. Ich hoffe sehr, dass Sie die Typen bekommen. Es ist doch nicht rechtens, auch wenn der Wagen nicht verschlossen war, ihn auszurauben. Die Leute haben einfach keinen Respekt mehr vor dem Besitz anderer.“ maulte Darian. „Nun, wir werden unser Bestes dafür tun. Sie entschuldigen uns jetzt, wir müssen uns um die Ermittlungen tun. Mein Kollege hat Ihnen ja gesagt, wie es nun abläuft.“ warf Ben ein. Darian und Tamara standen auf. Sie verabschiedeten sich und verließen das Büro. Semir sah Ben an. „Ben….?“ fing er an. „Ja?“ kam harmlos von Ben. „Solltest du dich irgendwann in einem Straßengraben wiederfinden, dann werde ich es sein, der über dich lacht, ist das klar?“ sagte Semir drohend. „Bist du sauer? Semir….du wirfst den Leuten vor, dass sie ihren Wagen nicht abgeschlossen haben und tust es selbst nicht. Wo ist das denn gerecht? Außerdem liege ich lieber in einem Bett als im Graben…“ grinste Ben breit.

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  • Thorsten und Thomas saßen im Schrebergarten auf der Hollywoodschaukel und genossen den Sonnenuntergang. „Wenn wir wollten, könnten wir das bald jeden Abend machen. Auf irgendeiner Insel auf der Welt.“ grinste Thorsten. „Ja, wenn alles klappt wie du es planst. Ich bin mir da nicht mehr so sicher. Diese Bilder sind ziemlich heiß und ich will mir nicht die Finger verbrennen. Lass uns die Dinger einfach vergessen.“ schlug Thomas vor. „Oh nein…das werde ich ganz sicher nicht. Die Sache ist save…der Kerl wird mit Sicherheit nicht zu den Bullen gehen. Hey…der steckt doch drin…“ lachte Thorsten siegessicher. „Und was ist mit Philipp? Der Junge ist doch eh schon fertig wegen seinem Vater. Und seine Mutter wird vermutlich nicht mehr lange leben…er ist eine Gefahr! Für uns!“ beteuerte Thomas. Thorsten nickte nachdenklich. „Deswegen werden wir die Sache ohne ihn durchziehen. Aber er bekommt von uns seinen Anteil.“ meinte er nur. „Also gut…und wie soll das ablaufen?“ hakte Thomas nach. „Nun….das Philipp fertig ist, ist normal. Sein Vater kehrt den Saubermann raus und geht dann in den Puff und betrügt somit seine totkranke Frau.“ gab Thorsten zu bedenken. „Ja…der Kerl hätte es verdient zu zahlen…“ knurrte Thomas und man hörte dass er wütend war über den Vater seines Freundes. Thorsten grinste ihn an. „Sehe ich genauso, aber Philipp hat die Bilder von seinem Vater mitgenommen.“ Thomas sah ihn an. „Du hast doch wohl nicht mit dem Gedanken gespielt Philipps Vater zu erpressen oder?“ hakte er nach. Thorsten zog die Schultern hoch. „Warum nicht. Aber das geht ja jetzt nicht mehr.“ kam von Thorsten. Thomas nickte. „Klar….da könnten wir auf jeden Fall mehr Geld machen, als wenn wir nur diesen Jansen….da erpressen.“ grinste er. „Okay…pass auf, Philipp ist außen vor und wenn er fragt, dann werden ihr ihm sagen, dass wir das Geschäft haben fallen lassen. Das wird er uns glauben. Der Koffer wird hier im Garten versteckt. Ich werde diesen Jansen anrufen und ihn zum Rastplatz Ville bestellen. Dort werden wir den Koffer gegen Geld tauschen und uns aus Deutschland verabschieden.“ schlug Thorsten vor. Thomas sah ihn an. „Ich dachte du willst auch die Typen auf den Bildern erpressen.“ gab er von sich. „Ja sicher…ich werde ein paar Bilder aus dem Koffer nehmen. Ich dachte da an den Bürgermeister und diesen Typen von der Feuerwehr. Das reicht für uns.“ nickte Thorsten. „Also gut…das machen wir.“ stimmte Thomas zu. Thorsten sah auf die Uhr. „Ich bin dann mal weg... bis morgen.“ grinste er und stand auf.

    Mark und Bastian fuhren zu ihrem Boss Tim Berger zurück. Der Club war bereits geöffnet und sie sahen sich kurz die Mädchen an, die an der Stange tanzten. Einer der Türsteher kam zu ihnen. „Tim sitzt hinten am Tisch 24. Er erwartet euch!“ sagte er mit harter Stimme. Mark und Bastian gingen durch das Lokal und setzten sich an den Tisch. Berger sah sie an. „Habt ihr den Koffer?“ wollte er wissen. „Nein Boss…dieser Junge wohnt nicht mehr dort. Er hat irgendwo im Wald eine Hütte in Hürth.“ erklärte Mark. Tim sah ihn an. „Und warum sucht ihr ihn dann nicht dort?“ fauchte er wütend. „Weil es dunkel ist. Aber wir werden uns morgen früh direkt dran machen. Sobald der erste Sonnenstrahl kommt.“ versprach Mark. „Gut….und macht dem Jungen klar, was es heißt sich mit mir anzulegen!“ forderte Tim. „Ja Boss“ nickte Bastian. „Nehmt euch was zu trinken aber besauft euch nicht!“ befahl Tim weiter. „Ja Boss…“ wiederholte Bastian. Tim lachte leise. „Entspannt euch Jungs. Was ist mit Jansen?“ wollte er wissen. „Wir wollten ihn wie du gesagt hast, beseitigen, aber er konnte uns überzeugen, dass es noch zu früh ist. Immerhin ist er ja für diesen Bastard ein Ansprechpartner. Er geht davon aus, dass er erpresst werden wird. Wir können ihn ja später erledigen.“ schlug Mark vor. Tim nickte. „Ihr dürft euch heute aus der neuen Fuhre jeweils ein Mädchen aussuchen. Aber behandelt sie gut ich brauche die Mädchen noch.“ sagte er genießerisch und zog an seiner Zigarre. „Danke Boss…ich weiß schon wen ich nehme.“ meinte Mark und verschwand mit Bastian. Sie gingen ins Hinterzimmer wo sich mehrere Mädchen ängstlich aneinander klammerten. „Du!“ forderte Bastian ein ca. 18jähriges Mädchen auf. Doch sie zierte sich. Bastian packte sie hart am Arm und zog sie an sich. „du wirst heute Nacht mir gehören! Ich werde dir wundervolle Stunden bescheren.“ grinste er und küsste sie. Das Mädchen wollte sein Gesicht wegdrehen, doch Bastian hielt ihren Kopf fest. Nur wenig später zerrte er sie in eines der Zimmer im ersten Stock des Clubs. „Wie heißt du?“ wollte er von ihr wissen. Das Mädchen sagte nichts. „Gut…dann nenne ich dich einfach Schneckchen….zieh dich aus!“ forderte er auf. Wieder reagierte das Mädchen nicht. Bastian packte es und zerrte ihr die Kleider vom Leib und warf sie aufs Bett. Gierig sah er über ihren nackten makellosen Körper und zog sich aus. Die Gier, das Mädchen zu besitzen ließ ihn hektisch atmen. Nur wenig später hörte man das Mädchen schreien. Sie versuchte sich gegen Bastian zu wehren, doch gegen diesem Mann hatte das zierliche Mädchen keine Chance. Nach einigen Minuten ging das Schreien in ein Wimmern übrig und wieder etwas später lag sie apathisch im Bett und ließ alles mit sich machen.

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  • Auch wenn es nur noch zwei regelmäßige Feeder gibt....es geht weiter. Danke an Susanne und Silli


    Am nächsten Morgen wurden Mark und Bastian gegen acht zu Berger gerufen. Er lud sie zum Frühstück ein und sie genossen die Köstlichkeiten, die er, wie es sich für einen Bordellbetreiber gehörte, von Mädchen in knappen Outfits servieren ließ. „Ihr werdet euch gleich die Hütte ansehen wo dieser Thorsten wohnt. Und dann werdet ihr euch Jansen vornehmen. Er ist für mich eine Gefahr geworden. Wenn er schon so nachlässig mit seinem Wagen umgeht, dann könnte es auch sein, dass er anders nicht aufpasst. Schnell und schmerzlos!“ befahl Tim. Mark und Bastian nickten. „Gut….ich denke dann können wir auch eine Menge Geld sparen. Bevor ihr den Jungen erledigt, besorgt mir die Bilder wieder! Ich will sie alle haben, verstanden?“ wollte Tim wissen. „Ja Boss. Sollen wir den Jungen hier her bringen oder direkt vor Ort kaltmachen?“ wollte Bastian wissen. „Ihr werdet ihm den Koffer abnehmen und dann könnt ihr machen was ihr wollt. Ich will ihn gar nicht erst kennen lernen.“ knurrte Tim. „LISA!! KAFFEE!!“ schrie er laut. Ein junges Mädchen kam rein und schenkte nach. Als sie fertig war und die Kanne abgestellt hatte hielt Tim sie am Handgelenk fest. „Das nächste Mal wirst du selbst mitdenken, ist das klar?“ knurrte er sie an und drückte kräftig zu. „Ja…Tim….“ gab sie von sich. Tim ließ sie los und Lisa rieb sich ihr rotes Handgelenk. Dann wandte er sich wieder an Mark und Bastian. „Los! Besorgt mir die Bilder!“ forderte er sie erneut auf. Die Männer standen auf und verschwanden nur kurz darauf. „Die Kleine hat mir auch gefallen…“ grinste Bastian. „Welche? Die Lisa? Lass die Finger davon, die gehört Tim und der mag es überhaupt nicht, wenn du seine Mädchen anbaggerst, die er dir nicht zugeteilt hat.“ mahnte Mark. Bastian lachte leicht. „Ich weiß…“ gab er zu. Sie kamen am Parkplatz Ville an. „Okay….dann wollen wir mal suchen.“ Knurrte Bastian und stieg aus nachdem Mark den Wagen geparkt hatte. „Also es muss dort runter sein…da geht es zur Straße…da kann man nicht wohnen…und dort in die Ecke geht es in den großen Park….wenn dann ist die Hütte da.“ legte Mark fest und stapfte los. Bastian folgte ihm.

    Thorsten wachte zehn auf und stöhnte leise. Doch dann war er hellwach. Er wollte doch heute diesen Jansen anrufen und ihm sagen, was er für die Bilder zu zahlen hatte. Schnell war er auf den Beinen und griff zum Telefon und wählte die auf der Visitenkarte angegebene Rufnummer. „Steuerbüro Jansen…“ hörte er die sonore Stimme. „Hier ist ein ehrlicher Finder. Für die Bilder bekomme ich eine halbe Million oder sie gehen heute noch an die Polizei!“ ließ Thorsten seine Stimme erklingen und sah grinsend zu Thomas. „Okay…und wo?“ kam direkt von Jansen. Thorsten setzte sich gerade hin. Dass das so schnell ging, war für ihn sehr überraschend. „Ähm.-… Rastplatz Ville bei Knappsack an der A 3 um 12 Uhr!“ legte Thorsten fest. „Einverstanden…“ kam von dem Steuerberater. Es klappt…. dachte er. Am Mittag würde er reich sein. Er wählte Thomas an, der sich ziemlich verschlafen meldete. „Heute Mittag sind wir reich. Ich habe eben diesen Jansen angerufen und eine halbe Million gefordert. Er will zahlen. Ohne Wenn und Aber…“ gab er durch. „Thorsten…ich bin mir da irgendwie nicht mehr so sicher. Ich meine… dieses Geld okay…das können wir gebrauchen. Aber die Gefahren…sie sind einfach nicht zu übersehen. Ich denke nicht, dass Jensen die Fotos gemacht hat…verstehst du…das klappt sicher nicht…“ versuchte Thomas zu erklären. „Hey…nur keine Sorge…es passiert nichts. Es wird alles gut gehen.“ beruhigte Thorsten ihn. In diesem Augenblick flog die Tür seiner Hütte auf und prallte gegen die Wand. Thorsten sah die Männer die nun eindrangen erschrocken an. „Was soll das?“ fragte er und er erstarrte im gleichen Augenblick denn die Männer bedrohten ihn mit Waffen. Thorsten legte sein Handy langsam auf den Boden und ließ es an. Dann hob er die Hände. „Hey…was … was soll das?“ wiederholte er und hoffte das Thomas alles hörte. „Wo ist der Koffer?“ wollte der Mann wissen. „Welcher Koffer? Ich weiß nicht wovon Sie sprechen…“ sagte er. Die Angst schwang in jedem Wort mit. „Ich wiederhole mich ungern. Wo ist der Koffer?“ kam hart die Stimme von dem Mann und nun kam er direkt auf Thorsten zu. „Nein…nicht…bitte… ich…ich…“ stammelte Thorsten. „Letzte Chance…wo ist der Koffer?!“ wiederholte er die Frage und schlug zu. Thorsten ging mit einem heiseren Aufschrei zu Boden, als die Faust seinen Magen traf. „Im Schrebergarten…ich …. Ich bringe Sie hin…ich…bitte…“ stöhnte Thorsten und hielt sich den Bauch. Doch die Männer dachten nicht daran aufzuhören. „Adresse!“ forderte der eine Mann von ihm. Thorsten nannte sie. Nur wenig später wurde er von den beiden Männern geschlagen, bis er am Boden lag. Thorsten spürte wie ihm das Blut aus der Nase lief. Thorsten lag am Boden und krümmte sich. Er hob die Arme um sich zu schützen, doch es brachte nicht viel. Die Männer traten ihn in die Rippen, gegen seinen Kopf und ein Tritt reichte aus, ihn ins Land der Träume zu senden.

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  • Thomas sah erschrocken auf sein Handy. Was passierte dort? Er hörte die Schmerzschreie von Thorsten. „Thorsten? Hey….antworte doch!! Was ist denn los bei dir?!“ fragte er. Doch von seinem Freund kam gar nichts. Thomas lauschte weiter und er bekam mit, wie Thorsten seine Adresse bekannt gab. Panik ergriff Thomas. Er rannte raus und holte den Koffer. Dann sah er sich um. Er hatte kein Auto. Er musste eines von der Nachbarschaft nehmen….Suchend sah er sich um und entschied sich für einen kleinen schwarzen Golf mit einer Cobra auf der Kofferhaube. Mit einem Blick überzeugte er sich, dass niemand in der Nähe war und schlug die Scheibe ein. Sofort sprang er ins Auto, welches über keine Alarmanlage verfügte und schloss den Motor kurz. Sein Handy warf er auf dem Sitz. Er hatte Freisprecheinrichtung eingeschaltet und hörte nur noch dumpfe Geräusche aus dem Gerät. Verdammt er musste sehen, dass er weg kam. Die Kerle konnten in wenigen Augenblicken hier sein und er musste zu Thorsten. Er musste seinen Freund retten! Er musste ihm helfen!. Thomas gab Gas und fuhr los. Im Rückspiegel sah er dann einen Mann der aufgeregt winkte. „Ich leihe ihn mir nur aus…“ sagte er in Gedanken und hoffte noch zeitig genug anzukommen. Er hoffte inständig, dass er seinen Freund unversehrt fand. Vielleicht machte Thorsten sich ja auch nur einen Joke und spielte es ihm vor. Er stellte den Wagen auf dem Parkplatz Ville ab und rannte in die Richtung in der Thorstens Hütte lag. Er war schon so oft da gewesen und kannte sich aus. Die Tür von Thorstens Hütte stand auf und mit einem mulmigen Gefühl betrat Thomas diese. „Thorsten?“ rief er. Es kam keine Antwort. „Thorsten, wenn das nur ein Witz war, dann mache ich dich fertig, das schwöre…“ er stockte mitten im Satz. Hinter dem Wohnzimmertisch lag Thorsten mit dem Gesicht zu Boden und regte sich nicht mehr. „Thorsten? Hey…hör auf mit dem Quatsch…komm schon…“ sagte er und drehte seinen Freund vorsichtig auf den Rücken. „Oh mein Gott…“ stieß er aus. Das Gesicht seines Freundes war völlig entstellt. Blut lief aus Nase und Mund und sogar aus dem Ohr kam es hervor. „Thorsten...ich rufe einen Arzt…ich…ich helfe dir…“ sagte er und griff mit zitternden Händen zu seinem Handy. „In der Hütte bei Hürth. Ville Parkplatz…ich...mein Freund…er wurde zusammen geschlagen...ich brauche Hilfe…bitte...“ gab er völlig geschockt durch. „Wo genau ist die Hütte? Wie ist Ihr Name?“ wollte die Frau am anderen Ende wissen. „Mein Name ist Thomas Moor….die Hütte liegt ungefähr fünf Minuten Fußweg vom Parkplatz entfernt….bitte beeilen Sie sich...bitte…er stirbt….“ flehte er erneut.

    Semir und Ben waren unterwegs zu Thomas Moor als der Notruf reinkam. „Cobra 11 für Zentrale!“ hörten sie die Stimme von dem diensthabenden Funker. „Cobra 11 hört. Was gibt es Frank?“ wollte Ben wissen. „Wir haben eben einen Notruf von Thomas Moor erhalten. Er ist in einer Hütte in Hürth und hat dort eine verletze Person gemeldet. Der RTW ist bereits unterwegs!“ erklärte der Mann. „Verstanden machen uns auf den Weg!“ gab Ben zurück und schaltete die Warnanlage an. Ben sah Semir kurz an. „Dann wollen wir uns den Jungen mal ansehen.“ meinte dieser nur und wechselte die Spur. Sie mussten jetzt schnell auf die A1 und dann nach Hürth. Semir gab Gas und fuhr an den anderen Verkehrsteilnehmern vorbei, die ihm bereitwillig Platz machten. Nach guten zehn Minuten waren sie auf dem Parkplatz. „Okay….weißt du in welche Richtung die Hütte liegt?“ wollte er von Ben wissen. „Nun….ich würde sagen in der Nähe der Polizeikaserne. Da sind die einzigen Hütten in denen man auch gut wohnen kann. Also dort entlang!“ legte der smarte Hauptkommissar vor und ging in die angewiesene Richtung. Semir verschloss seinen Wagen und prüfte es noch einmal ob er wirklich geschlossen war. Dann schloss er sich Ben an. Sie brauchten keine fünf Minuten bis sie an der Hütte ankamen. An der Tür saß ein völlig aufgelöster junger Mann, der hemmungslos weinte. Als er Semir und Ben kommen sah ergriff ihn scheinbar die Panik. Er sprang auf und rannte weg. „Hey….wir sind von der Polizei!! Bleib stehen!!“ schrie Semir ihm hinterher, doch der junge Mann hörte nichts. Er rannte weiter. „Wir müssen ihn suchen. Der steht bestimmt unter Schock!“ mahnte Semir ihn. Ben nickte „Machen wir gleich. Erst einmal werden wir uns drinnen umsehen!“ sagte er und betrat die Hütte. Er fand den Verletzten und fühlte sofort den Puls. Als Semir ebenfalls reinkam schüttelte er den Kopf. „Wir brauchen hier einen Leichenwagen.“ sagte er leise. „Lass uns den Jungen finden! Er ist uns eine Erklärung schuldig!“ forderte Semir. „Ja, aber der Wald ist zu groß. Wir brauchen Verstärkung!“ meinte Ben. „Wir können nicht darauf warten. Wir brauchen Hilfe und wir müssen den Jungen möglichst schnell finden!“ mahnte Semir zur Eile. „Gut…dann hab ich eine Idee.“ grinste Ben und verließ die Hütte. Semir folgte ihm.

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  • Thomas rannte einfach durch den Wald. Er war völlig panisch. Thorsten war schwer verletzt. Und er hatte alles getan, was getan werden musste. Er hatte die Hilfe geordert, doch diese Männer…das waren sicher keine Polizisten…das waren bestimmt Leute von diesem Jansen. Sie riefen ihm zwar zu, dass sie von der Polizei waren, aber wenn, dann hätten sie ihn kampfunfähig geschossen. So war es doch auch immer im Fernsehen. Nein…das waren sicher die Killer, die Thorsten so zugerichtet hatten. Er musste weg…sicher waren sie ihm schon auf den Fersen und jagten ihn. Was würden sie wohl tun? Würden sie ihn töten? Wo sollte er hin? Wo konnte er sich verstecken? Thomas stolperte über eine der vielen Wurzeln, die hier über den Boden gingen. Er schlug hin und sprang sofort wieder auf. Die Schmerzen ignorierte er einfach. Er blieb nach einigen Minuten stehen und sah sich um. Seine Lungen schmerzten und er musste erst einmal richtig Luft holen. Schwer atmend lehnte er sich gegen einen Baum. Thorsten….dachte er nur. Dieser verdammte Koffer….daran war nur dieser verdammte Koffer schuld. Sicher hatte Jansen die Killer auf Thorsten gehetzt, als er seine Summe forderte. Es konnte ja nicht gut gehen. Es war von vorn herein zum Scheitern verurteilt. Er musste den Koffer an die Polizei geben. Nur so konnte er sein Leben retten, doch jetzt hieß es erst einmal sich vor diesen Killern zu retten. Er musste weiter. Thomas stieß sich von dem Baum ab und rannte weiter. Nach einigen Metern stoppte er wieder. Wo sollte er hin? Auf jeden Fall war er vom Parkplatz weg oder nicht? Hilfe…er musste Hilfe organisieren. Aber wo? Er musste Hilfe holen. Erst jetzt fiel ihm ein, dass er doch sein Handy hatte. Er zog es heraus und wollte die Polizei anrufen, als er merkte, dass er kein Netz hatte. Nein…nicht jetzt…dachte er nur. Er musste weiter. Erneut rannte er los und versuchte einen Weg aus der Gefahr zu finden. Wieder stolperte er und schlug der Länge hin. Diesmal brauchte er länger um auf die Beine zu kommen Sein Knie schmerzte und als er es anfasste spürte er die warme Flüssigkeit, die hervortrat. Thomas suchte in seinen Taschen ein Tuch mit dem er die blutende Wunde abdecken konnte, aber es war nichts da.

    Semir sah seinen Partner an. „Du willst die Schüler aus der Kaserne zur Suche einspannen? Dazu brauchen wir erst einmal die Zustimmung von der Staatsanwältin. Das sind doch noch Auszubildende, die überhaupt keine Ahnung von Verfolgung haben. Das sind meistens Schüler im ersten Lehrjahr!“ stieß Semir aus. „Dann lernen die jetzt mal, was es heißt Polizist zu sein und wer weiß vielleicht entscheidet sich dann ja der eine oder Andere für einen anderen Beruf.“ nickte Ben und ging auf die Polizeikaserne zu, die nicht weit von der Hütte lag. Semir folgte ihm. „Nennst du das Motivation? Wie willst du das der Chefin erklären?“ hakte er nach. „Das mach ich schon.“ meinte Ben nur. Sie brauchten tatsächlich nicht lang bis sie vor der Kaserne standen. Als sie ihren Ausweis zeigten, wurden sie eingelassen und zum Leiter gebracht. „Okay, das ist zwar etwas, dass die Jungs und Mädchen noch nicht kennen, aber das kriegen wir hin. Wie viele brauchen Sie denn?“ wollte der Mann wissen, der sofort bereit war die Polizeischüler mit den Hauptkommissaren in den Wald zu schicken. „Ich habe so an zehn Mann gedacht. Wir werden uns aufteilen und nach dem Jungen suchen. Er steht unter Schock und wir wissen nicht, ob er bewaffnet ist.“ erklärte Ben. Der Leiter nickte. „Alles klar…ich lassen die Schüler auf dem Hof versammeln und Sie suchen sich die Leute aus, die ihnen helfen können!“ stimmte er zu und gab den Befehl über Lautsprecher weiter. Semir sah Ben an. „Für dich will ich hoffen, dass wir Erfolg haben. Ich habe keine Lust. Pubertären Frischlingen etwas über das ABC des Polizeialltags beizubringen.“ knurrte er. „Hey…mitgehangen, mitgefangen.“ grinste Ben nur. „Ja ganz toll und du machst dich über mich lustig.“ kam, von Semir. Er verschränkte die Arme trotzig vor der Brust. „Nun hab dich nicht wie ein Mädchen. Sieh es doch mal positiv. Du kannst den Jungs in der Schule so viel erklären, was sie nicht machen sollten…zum Beispiel….“ versuchte Ben ihn zu überzeugen, verstummte jedoch als Semir ihn grimmig ansah.

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  • Der Leiter der Polizeischule, Manuel Hinrichs, sah die Beiden an. „Gehen wir raus!“ befahl er freundlich und nur wenige Sekunden später standen sie vor einer Gruppe von Neulingen. „Okay…Sie dürfen den Herrschaften erklären, was sie von ihnen wollen.“ Bot er an und überließ Ben das Wort. „Wir sind Gerkhan und Jäger von der Kripo Autobahn und brauchen ihre Hilfe. Hier im Wald befindet sich ein ca. 20jähriger Junge, der unter Schock steht. Wir müssen ihn möglichst schnell finden und in ärztlicher Obhut geben.“ erklärte Ben kurz und knapp. „Gut Meister… und wie stellen Sie sich das vor?“ wollte einer er jungen Polizeischüler wissen. „Wir teilen uns in kleine Gruppen und gehen durch den Wald. Wir müssen den Radius so groß halten, dass er uns nicht entwischen kann. Am besten gehen wir immer zu zweit und teilen uns unterwegs immer mehr auf. Aber…es wird nicht geschossen! Der junge Mann ist aller Wahrscheinlichkeit unbewaffnet. Es ist keine Hetzjagd!“ warnte Semir nun. Einige der Schüler stöhnten auf. Sie hatten wohl etwas Aufregenderes erwartet. „Moment!“ begehrte nun der Leiter auf. „Sie wollen meine Schüler durch den Wald jagen, um einen Verbrecher einzufangen. Ist das richtig?“, fragte er nach. „Das war die Idee.“, meinte Ben nur grinsend. „Sind sie denn komplett...Meine Schüler befinden sich überwiegend im ersten Lehrjahr. Sie wissen noch nicht, wie man sich auf nervenzehrende Situationen reagiert. Was, wenn dieser Kerl sie über den Haufen schießt?“, knurrte die Polizeihauptkommissarin. „Nur keine Sorge...wir wissen, dass er nicht bewaffnet ist. Er ist genauso alt wie die Schüler und hat einen gefährlichen Autodiebstahl begangen. Das ist kein Mörder.“, erklärte Semir nur. Doch das überzeugte den Mann nicht wirklich. „Auch solche Personen können unberechenbar sein. Ich bin für das Leben meiner Schüler verantwortlich. Wenn auch nur einem was passiert, dann können wir drei unseren Hut nehmen. Ich hoffe, das ist ihnen klar.“, zischte er nur. „Keine Sorge, den Schülern wird schon nichts passieren. Außerdem, es sind Polizeischüler. Sie müssen auch lernen mit der Gefahr umzugehen. Und dafür gibt es keine bessere Gelegenheit. Also, helfen sie uns?“, fragte Semir dann. Zähneknirschend stimmte der Leiter zu und die Schüler machten sich in Gruppen auf. Die erste wurde von Semir und Herrn Hinrichs geführt, die zweite von Ben und dem Stellvertreter der Polizeischule, Marius Bachmann.

    „Ich hab noch eine Frage…“ kam von einer Polizeischülerin. „Ja?“ wollte Semir wissen. „Wie sieht der Mann denn aus? Wir haben ja keine Bilder und ich möchte nicht, dass wir den Falschen festnehmen.“ erklärte sie. Semir lächelte leicht. „Derjenige, der vor euch abhaut, ist jemand den man festhalten muss. Denn wenn der vor euch abhaut, hat er was zu verbergen.“ gab er von sich. Ben schüttelte nur den Kopf. „Eine bessere Erklärung hast du wohl nicht parat oder?“ wollte er von seinem Freund wissen. „Wenn du das verstehst, dann die hier auch.“, gab Semir leise zurück. „Sehr witzig…“, knurrte Ben zurück. Sie hatten die Hütte erreicht und schwärmten aus. „Die erste Gruppe wird mit mir losziehen! Die zweite Gruppe wird von meinem Kollegen angeführt. Auf geht’s!“, befahl Semir. Ben hob die Hand. „Okay... Jungs...dann zeigt uns mal, ob ihr schon was gelernt habt!“, rief Ben und ging mit der zweiten Gruppe nach Osten während Semir nach Westen ging. Semir kam mit seiner Gruppe gut voran. Alles in Allem waren sie zu sechst. Ein Schatten im Gebüsch erweckte seine Neugier. Er hob die Hand und alle stoppten. „Ihr geht dort lang, ich hier!“ befahl er den Schülern und zog seine Waffe. Dann wollte er in die Richtung wo er glaubte etwas gesehen zu haben. „Sollten wir nicht besser zusammenbleiben? Sie wissen doch auch nicht, was das für ein Typ ist.“ Mahnte einer der Schüler. Semir sah ihn an und lächelte. „Nur keine Angst.. ich bin schon ein paar Jahre im Dienst und kann auf mich aufpassen. Ihr geht da lang!“ wiederholte er den Befehl und löste sich. Die Schüler nahmen den von Semir vorgegebenen Weg während er sich durch das Gebüsch schlug. „Thomas! Bleib stehen!“ rief er, als er den jungen Mann sah. Doch dieser gab Fersengeld. Semir rannte hinterher und rief immer wieder, dass er von der Polizei war. Doch Thomas Moor rannte weiter. Er schien gar nicht zu realisieren, dass Semir einer der Guten war und kein Killer. Doch Semir merkte auch, dass der Junge am Ende seiner Kraft war. Gleich hab ich dich…dachte Semir nur und sprang immer wieder über die herumliegenden Äste und Wurzeln.

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  • So heute ne Stunde früher....die Prüfung steht an...


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    Ben ging mit seiner Gruppe ebenfalls durch den Wald, doch sie kamen nach einer guten Stunde an der Straße an. Hier schien niemand zu sein. „Okay, wir gehen zurück und zwar in einem großen Kreis. Der Junge versteckt sich dort irgendwo. Also aufpassen und Los!“ befahl er. Wieder ging es zurück in den Wald und stieß nach einer weiteren halben Stunde auf die Gruppe von Marius Bachmann. „Wie sieht es aus?“ wollte dieser von Ben wissen. „Negativ…in die Richtung ist er nicht!“ erklärte Ben. „Sind Sie sicher, dass der Junge noch im Wald ist? Ist ja gut möglich, dass er auch zur Straße ist und mit einem Auto mitgefahren ist. Oder er ist zum Parkplatz Ville zurück. Wir sollten auch dort schauen.“ schlug Bachmann vor. Ben nickte. „Ja, das ist gut möglich. Aber ich denke nicht, dass er rational denken kann. Er steht unter Schock und ist unberechenbar!“ mahnte Ben erneut. „Ja das sagten Sie bereits. Warum steht er unter Schock?“ wollte Bachmann wissen. „Wir vermuten, dass er seinen Freund ermordet hat. Vielleicht aus Gier oder im Effekt. Das können wir klären wenn wir ihn haben.“ gab Ben von sich. „Gut, dann ziehen wir den Kreis größer. Irgendwo muss er ja stecken. Aber seid vorsichtig. Hier gibt es einige gefährliche Stellen wo es gute vier Meter runter geht!“ mahnte Bachmann seine Schüler. Ben sah ihn an. „Okay… weiter geht es! Wir haben keine Zeit zu verlieren!“ forderte er die Schüler auf und wieder trennten sich die Wege. Ben griff zum Handy und wollte Semir anrufen, doch er bemerkte, dass er keinen Empfang hatte. „Hier im Wald hat man selten Empfang. Ist einfach zu dicht bewaldet.“ gab eine Schülerin von sich. Ben sah sie an. „Wie heißt du?“ wollte er wissen. „Nathalie….Steiners. Warum?“ kam von der jungen Frau. „Nur so….okay Nathalie, kennst du dich hier im Wald aus?“ fragte Ben weiter nach. „Nicht mehr als meine Freunde auch.“ meinte sie nur. „Gut, dann los! Wir werden nun zum Parkplatz gehen und dort nachsehen. Mein Kollege hat sicher schon die andere Richtung angepeilt.“ sagte er und ging in Richtung Parkplatz. Die Schüler folgten brav.

    Semir rannte hinter dem Jungen her. Noch sah er ihn und versuchte ihn in die Arme der Polizeischüler zu treiben. Es war nicht so einfach, wie er es sich gedacht hatte, denn der Junge war nicht dumm. Er schoss in die Luft und rief wieder „Stehenbleiben!“ doch es verklang ungehört. Und plötzlich war der Junge verschwunden. Semir stand auf einer Lichtung und sah sich um. Der Weg gabelte sich in drei Richtungen, doch welchen sollte er nun nehmen? Wo war der Bursche hin? Semir drehte sich im Kreis und entschied sich dann für die goldene Mitte, denn das wäre sein Weg gewesen, wenn er auf der Flucht wäre. Er rannte los und fand sich kurz darauf vor einem Abhang wieder. „FUCK!“ stieß er aus und kam gerade noch zum Stehen. Vor ihm ging es gute 4 Meter runter. Hier war kein Weiterkommen. Der Abgrund schien ne ganze Strecke zu gehen, also konnte der Junge hier nicht lang gelaufen sein...oder....verdammt...wenn er doch hier lang gelaufen war, dann wäre es möglich, dass der Junge abgestürzt ist...Semir versuchte unter sich etwas zu erkennen. Er machte einen weiteren Schritt auf den Abgrund zu, als er ein Geräusch hinter sich hörte. Er wollte sich umdrehen und machte einen Schritt nach hinten. „Halt!! Stehenbleiben!!!“ warnte er noch, doch da packte ihn die Person und reflexartig hielt Semir sich an ihm fest, als er den Halt verlor. Gemeinsam ging es nach unten. Semir ließ den Mann los und riss die Arme hoch um sein Gesicht zu schützen. Immer wieder rollte er weiter und kam gegen einen Baum. Der Aufprall ließ ihn aufschreien und er spürte den heftigen Schmerz, der ihm die Luft nahm. So ging es weiter und so mancher Baum stand im Weg. So machte er mit dem einen oder anderen Baum eine schmerzhafte Bekanntschaft. Dann war er unten angekommen und blieb reglos liegen. Auch die zweite Person, die sich als Thomas Moor herausstellte, kam bewustlos auf dem Weg an.

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  • Auf in den 2. Prüfungstag


    Thomas hatte sich gegen einen Baum gepresst. Er hatte den Vorteil, sich im Wald auszukennen, denn mehr als einmal war er hier mit Thorsten herum gelaufen und hatte Paintball mit seinen Freunden gespielt. Er kannte jeden Winkel in diesem verdammten Wald und auch die Abgründe. Der Mann stand nicht weit von ihm entfernt und Thomas hatte eine geniale Idee. Wenn er den Kerl da runter stieß dann hatte er wieder Luft und konnte sich am See verstecken. Von dort aus konnte er jeden sehen, der sich daran machte ihm zu folgen. Doch erst musste er diesen Kerl dort loswerden. Thomas sah, wie sich der Mann über den Abhang beugte. Jetzt nur ein Stoß und er war seine Sorge los. Vorsichtig näherte sich der Junge, achtete dabei penibel auf jeden Stock oder Ast, der im Weg lag. Knack...ein Ast wurde übersehen. Thomas erschrak und blickte zu seinem Sneaker hinunter. Die zwei zerbrochenen Stücke lagen rechts und links neben seinem Schuh. Er hob seinen Blick und sah, wie Semir sich umdrehte. Verdammt, die Waffe, dachte Thomas nur und stürmte auf den Mann zu. „Halt...bleiben sie stehen...“, schrie Semir nur und hob die Waffe, doch ehe er einen Schuss abgeben konnte, hatte Thomas ihn gepackt. Durch den Aufprall fielen beide den Abgrund runter. Thomas, der noch immer an dem Polizisten klammerte, flog mit in die Tiefe. Beide lösten sich und schlugen auf den steilen Hang auf die Bäume. Thomas erging es dabei schlimmer. Er schlug mit dem Gesicht auf einen scharfkantigen Stein auf. Eine große Wunde bildete sich an der Schläfe und der Wange. Auch dem Polizisten ging es nicht besser. Sein Gesicht wurde vollkommen verschrammt und sein Arm schien ein begehrtes Zielobjekt für die kleinen Felsen zu sein. Als sie unten ankamen blieben beide reglos liegen. Thomas lag etwas verdreht da und dicht bei ihm lag die Waffe des Polizisten. Staub wirbelte durch die Luft und kleine Steine rollten den Abhang hinunter und legten sich wie eine Decke auf die beiden reglosen Körper.

    Ben und auch die anderen Gruppen hörten die Schüsse, doch sie konnten die Richtung nicht eindeutig orten. „Wo kam das her, verdammt!“ knurrte Ben nur und rannte los. Die Gruppe folgte ihm. An einer Kreuzung stieße sie mit der zweiten Gruppe zusammen. Es war die von Semir. „Wo ist mein Kollege?“ wollte Ben sofort wissen. „Er hat einen Verdächtigen verfolgt und wollte ihn uns in die Arme treiben. Kurz vor der Lichtung haben wir uns getrennt.“ erklärte ein junger Mann. „Wo genau war das?“ fragte Ben weiter. „Knappe zehn Minuten von hier. Aber wenn er den falschen Weg genommen hat, dann ist er sicher abgestürzt.“ kam von dem Jungen. Ben sah ihn ernst an. „Wie heißt du?“ fragte Ben nach. „Joachim Hufnagel...“ erwiderte der Junge. „Okay…kennst du dich hier im Wald aus?“ hakte Ben weiter nach. „Ja….ich bin hier in der Nähe aufgewachsen. Ich wollte Ihren Kollegen davon abhalten, aber er hält mich wohl doch für ein Kind.“ meinte Joachim nur. Ben nickte. „Okay Jo…was meintest du mit abstürzen?“ fragte er weiter. „Die Lichtung, oder besser der Weg teilt sich in drei Richtungen. Links geht es zum Parkplatz und rechts zur Landstraße und ein paar Feldern. Geradeaus geht es direkt in den Abgrund. Und wenn er da ist, dann wird er sicher abstürzen. Da geht es gute drei oder vier Meter steil runter. Da sind schon einige Wanderer abgestürzt und ein paar haben das auch mit ihrem Leben bezahlt.“ erzählte Joachim weiter. Er zog Ben mit und auch die Anderen wollten folgen, doch Ben winkte ab. „Ihr bleibt hier!“ befahl er und rannte mit Joachim zur Lichtung. „Seien Sie vorsichtig…der Abhang kommt ohne Vorwarnung!“ gab der Junge von sich. Ben nickte. Er hatte Angst um Semir, der vermutlich in einer extremen Gefahr schwebte ohne es zu sehen.

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    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Semir kam zu sich und mit dem Schmerz kam die Erinnerung. Er versuchte sich zu bewegen, doch irgendwie wollte es nicht klappen. Seine Muskeln gehörten ihm nicht. Er sah über sich die Bäume und den Abhang, der sich aus seiner Sicht weit nach oben streckte. „Oh scheiße…“ stieß er aus. Er versuchte seinen linken Arm zu heben, doch sofort schoss der Schmerz durchseinen Körper und trieb ihm die Tränen ins Gesicht. Er entschloss sich ruhig liegen zu bleiben, zumindest was den Körper anging. Er erinnerte sich wie es zu dem Sturz kam und hörte gleichzeitig ein Stöhnen dicht bei ihm. Er drehte vorsichtig den Kopf und sah den jungen Mann, den er verfolgt hatte. Semir bemerkte die sonderbare Art wie er da lag. Er sah das Bein dicht bei ihm, aber irgendwie war es verdreht. Es sah sehr unnatürlich aus. Als der junge Mann sich bewegte schrie er auf. „Hey…hörst du mich? Bleib ruhig liegen, hörst du? Du bist verletzt….“ versuchte er ihn anzusprechen. Es kam keine Antwort. „Hallo….Hilfe….!!“, rief Semir. Wieder bewegte er sich. Eine Schmerzwoge durchzog seinen Körper. Mühsam versuchte er mit der linken Hand an sein Handy heran zu kommen. Er schaffte es mit großer Mühe und zog es hervor. Als er auf das Display sah, stand dort „Kein Netz“. „Oh verdammt…war ja klar….“, stöhnte er leise. Der Junge bewegte sich erneut und nur kurz darauf folgte ein Schrei. Semir sah ihn an. „Bleib liegen…du hast dir vermutlich alle Knochen gebrochen.“ erklärte Semir leise. Ihm ging es nicht wirklich besser. Der rechte Arm ließ sich nicht bewegen und irgendwie kam es ihm vor, als würde er gar nicht ihm gehören. Das linke Bein sah auch nicht besonders aus und wer weiß, was sein Rücken mitbekommen hatte. Er hatte kaum eine Stelle die nicht schmerzte. Im Gesicht war verkrustetes Blut zu spüren, weil es die Haut spannte. Semir versuchte sich aufzurichten, erstarrte jedoch als er einen Druck in der Seite spürte. Er bemerkte sofort, dass es eine Waffe war. Vermutlich seine eigenen. „was soll das?“ fragte er leise. „Los, du verdammter Mörder! Du und dein Freund haben Thorsten zusammengeschlagen! Dafür wirst du bezahlen! Hilf mir!!“ fauchte ihn der Junge mit scharfer Stimme. „Ich bin Polizist und….“ versuchte Semir zu erklären. Er schloss die Augen. Das Atmen tat ihm weh und er hatte irgendwie das Gefühl, als würde seine Brust verengt sein. „Pack die Waffe weg. Ich bin verletzt und kann dir nicht gefährlich werden.“ versuchte Semir. „Willst du mich verarschen? Los hilf mir! Ich muss weg!“ forderte ihn der Junge auf. Er verstärkte den Druck der Waffe und Semir stöhnte erneut auf. „Lass das…ich kann nicht. Ich bin wirklich Polizist. Thomas….Thorsten ist tot…er wurde erschlagen, aber das waren nicht wir. Nimm die Waffe weg….lass uns reden.“ bat Semir leise. Er wusste genau, dass der Junge so extrem unter Druck stand, dass er unberechenbar war.

    „SEMIR!!“, rief Ben als sie am Abhang standen. Weit unter ihnen lagen zwei Männer am Waldboden. „Fuck!! Wir müssen runter!“ sagte er und sah Joachim an. „Wie kommen wir runter?“, wollte er wissen. „Da hinten…da führt ein Weg runter…“, erklärte der Junge. Er drehte sich nach rechts und lief los. Ben rannte hinterher und zog sein Handy um die Rettung zu rufen, Er hatte Glück dass er oben wo er stand Netz bekam. „Wir brauchen sofort zwei RTW im Hürther Wald! Parkplatz Ville!“ erklärte er. Seine Sorge galt Semir und dem Jungen der ebenfalls abgestürzt war. Das konnten die Beiden nur mit schweren Verletzungen überstanden haben. „Schneller!“ bat Ben. Joachim sah ihn an. „Wir müssen auch auf dem Weg aufpassen. Es geht links und rechts runter. Wenn wir blind durchlaufen, sind wir die nächsten die unten liegen!“ mahnte der Polizeischüler. Sie brauchten gute fünf Minuten bis sie unten waren, doch diese Zeit kam Ben wie eine Ewigkeit vor. Endlich hatten sie die verletzten Personen erreicht, doch als Ben näherkam blieb er plötzlich stehen und hielt auch Joachim zurück. „Bleib weg!! Ich knall den hier ab!“ schrie der Mann, der neben Semir lag. Er unterstrich den Befehl mit einem kurzen Stoß mit der Waffe in Semirs Seite, der sofort aufschrie. Ben hob die Hände. „Hey…Junge…sei nicht dumm. Du bist schwerverletzt. Lass dir helfen und nimm die Waffe weg. Die Rettung ist bereits informiert. Komm schon… sein vernünftig.“ sprach Ben ruhig. „Das ist nicht richtig. Ihr wollt mich umbringen…genau wie Thorsten….wir...wir wollten doch nichts Böses…“ kam von dem Junge. Ben hörte anhand der Stimme, dass es dem Jungen alles andere als gut ging. „Ich bin Ben…wie heißt du?“ wollte Ben nun wissen. „Thomas….Moor...“ kam vom den Jungen zurück. „Thomas... Thommy…darf ich dich so nennen?“, wollte Ben wissen. Der Mann nickte und verzog das Gesicht. Er musste starke Schmerzen haben. Auch Semir stöhnte immer wieder auf, als er sich bewegte. „Also…Thommy… du und mein Kollege, ihr seid schwer verletzt… wirf die Waffe weg und ich kümmere mich um euch…ich will nur helfen…okay?“, harkte Ben nach. Er sah, dass der Junge kraftlos war. Dennoch war die Bedrohung für Semir nicht ohne. Die Kraft abzudrücken, hatte der Verletzte sicher und Ben war sich sicher, dass er es tun würde. Er machte einen Schritt. Sofort spannte sich Thomas wieder und drückte die Waffe in Semirs Rippen. Semir stöhnte auf. „Hey…hör mal…lass es uns regeln….wie wäre es, wenn du und ich eine Regelung treffen?“, mischte sich nun Joachim ein. Bens Kopf ruckte herum. „Halt dich bitte raus!“, fauchte er ihn an. Joachim sah ihn nur an. „Was meinst du…? Du willst doch hier weg oder? Der Typ dort kann dir nicht helfen …. er ist verletzt… genau wie du… was meinst du wie lange du das noch machst? Wenn ich dich so betrachte hast du beide Beine gebrochen….der linke Arm scheint auch etwas sonderbar…vermutlich die Rippen und andere Körperteile sind geprellt… wie willst du denn hier weg? In einem Rollstuhl? Man Junge…du machst es nicht lange!“, redete Joachim unbeirrt weiter.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

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