Die Pferde sind los

  • „Hotte, Dieter... fangt die Pferde wieder ein.“, schrie Ben und wedelte aufgeregt mit den Armen. „Semir?“, rief er nach hinten und suchten in dem großen Blechchaos nach seinem Kollegen. „Hier... hier bin ich doch.“, erklang es von Semir und dieser kam hinter einem Haufen Blech, was mal ihr Dienstwagen war, hervor. „Ist alles in Ordnung?“, wollte Ben wissen und legte besorgt seine Hand auf Semirs Schulter. Dieser verzog das Gesicht und hielt sich seine Schulter. „Hast du dich verletzt?“, kam es dann von Ben. Semir lächelte nur. „Seltsam... sonst stell ich immer diese Frage.“, lachte er gequält. Seine Schulter war durch den Aufprall an Lenkrad und Türrahmen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. „Man, so einen schweren Unfall hab ich lange nicht mehr gesehen.“, meinte er nur und sah über das Trümmerfeld, dass sich den beiden bot. Was war passiert? Semir und Ben hatten einen LKW an den Randstreifen zum Kontrollieren gewunken, als von hinten ein weiterer LKW durch einen schnell überholenden Wagen so geschnitten wurde, dass er nach rechts rüberziehen musste und in den stehenden Laster gerauscht ist. Dieser wurde umgeworfen und nach vorne geschoben, was dem BMW und Semir nicht gerade gut tat, der im Wagen saß, um die Angaben des Mannes per Funk überprüfen zu lassen. Die Massenkarambolage war von da an nur vorprogrammiert.


    „Allerdings.“, entgegnete Semir nur und verzog vor Schmerzen das Gesicht. Die beiden sahen auf, als sie Hotte und Dieter mit den beiden aufgebrachten Pferden zurückkommen sahen. „Ganz ruhig, meine Süße.“, brummte Hotte nur und tätschelte immer wieder den Hals des Tieres, doch es wollte sich nicht beruhigen. Dieter führte das kleinere der Beiden, dass nicht weniger aufgeregt als die Mutter war. „Okay, wir sollten den Besitzer verständigen, dass er seine Tiere abholen soll.“, meinte Semir und ging zu den verunglückten Tiertransporter hinüber. Sein Blick stutzte, als er das weiße Pulver auf dem Boden sah. Kalk oder Salz konnte das wohl kaum sein. Sein Spürsinn ließ ihn schon fast erahnen, was das für ein Pulver war. Doch bevor er es prüfen konnte, wurde er auch schon wieder gestört. „Semir, da kommt der Besitzer des Transporters.“, rief Ben nur und Semir sah erstaunt hoch. „So schnell? Du wolltest doch erst anrufen.“, kam es erstaunt von ihm. „Ich... ich hab noch gar nix gemacht. Der tauchte plötzlich von alleine auf.“, kam es erwidernd von Semirs Partner und beide sahen, wie sich der zweite Pferdetransporter einen vorsichtigen Weg durch das weitgehend halbwegs aufgeräumte Trümmerfeld zum verunglückten Transporter bahnte. Ein hagerer, kleiner Mann mit einer dicken, grünen Weste, Kordhose und Reitstiefeln stieg aus. „Hallo Stefan Reiser... ich möchte meine Pferde mitnehmen.“, meinte er zu Hotte und Dieter, die noch immer die beiden Tiere an ihrem Zaumzeug festhielten. Semir und Ben sahen sich nur mit hochgezogenen Augenbrauen an und gingen dann auf den Mann zu.

  • „Gerkhan, Kripo Autobahn...mein Kollege Jäger… wir haben nichts dagegen, dass Sie die Tiere verladen. Der Wagen ist allerdings beschlagnahmt. Wir müssen ihn untersuchen.“, gab er bekannt. Reiser sah ihn erstaunt an. „Was? Wieso? Ich dachte, der Wagen selbst ist gerammt worden?“, wollte er wissen. Auch Ben sah Semir ziemlich fragend an. „Routine….reine Routine…“, lächelte Semir Reiser an. „Aber ich bekomme ihn zurück oder?“, harkte dieser nach. „Sicher… sobald wir fertig sind. Der Fahrer hat sich bei dem Unfall leicht verletzt und wird anschließend von uns verhört. Den bekommen Sie dann auch wieder.“, meinte Semir süffisant. Er mochte Reiser nicht. Dieser machte sich an die Arbeit die Tiere zu verladen. Dabei fiel Semir auf, dass er sich das Zaunzeug, was die Tiere trugen sehr genau ansah. Ben zwickte ihn. „Seit wann ist es Routine, einen Wagen, der unverschuldet in einen Unfall gerät, zu beschlagnahmen?“, wollte Ben wissen. „Wenn der Polizist, der sich da eben umgesehen hat, Spuren von Rauschgift findet.“, erklärte Semir leise. „Ahhhh ja…“, machte Ben und nickte nur. „Ich weiß nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Drogen mit den Tieren transportieren….ich hab nämlich mal gehört, das Pferde sich strickt weigern wenn sie Heroin in einem Wagen riechen…“, meinte Ben nachdenklich. „Ja sicher… wenn die Tiere es riechen…aber hast du mal daran gedacht, dass die den Stoff, wenn es so ist, in Tüten gut verpackt nicht riechen können?“, gab Semir zu bedenken.


    Robin Friedrichs sah vom RTW aus zu, wie die Polizisten in den Wagen gingen. Hoffentlich finden die nichts…, dachte er. Dann sah er den Kleineren auf sich zukommen. „So… außer der Platzwunde scheint nichts zu sein.“, riss der Sanitäter ihn aus seinen Gedanken. „Ja…danke…“, murmelte Robin und nahm seine Jacke. „Guten Tag… wie geht es Ihnen? Den Schrecken gut überstanden?“, wollte der Kleine wissen. „Ja sicher…ist nicht so schlimm.“, lächelte Robin. „Mein Name ist Gerkhan… Kripo Autobahn.“, stellte er sich vor. „Robin Friedrichs…“, entgegnete Robin. „Herr Friedrichs…. Wir müssen Ihre Aussage noch aufnehmen und den Wagen untersuchen lassen. Transportieren Sie immer Pferde?“, wollte Gerkhan wissen. Robin nickte. „Ja meistens für das Gestüt Reiser….ist was mit dem Wagen nicht in Ordnung?“, tat er erschrocken. „Nun ich weiß es noch nicht… aber Herr Reiser weiß dass wir ihn untersuchen wollen.“, lächelte Gerkhan. „Kann ich meine persönlichen Sachen noch rausholen?“, wollte Robin wissen. „Ja sicher…kommen Sie.“, lächelte der Polizist. Doch genau das wollte Robin nicht. Er wollte allein dort hin…er musste… dachte er nur. Doch der Polizist schien sich nicht abschütteln zu lassen. Also musste Robin sich was einfallen lassen…

  • Gemeinsam ging er mit Gerkhan zum Wagen. Doch dieser ließ ihn keinen Moment lang aus den Augen. So beobachtet hatte Robin sicherlich keine Chance, die Drogen aus dem Wagen zu holen. Immer wieder warfen sich beide verstohlene Blicke wie zwei rivalisierende Luchse, die sich das Futter streitig machen wollten. „Herr Friedrichs... wohin waren die Tiere unterwegs?“, wollte Semir wissen und sah den jungen Mann an. Sein rotblondes Haar hatte er zu einem Pferdezopf nach hinten gebunden. Dadurch wirkte sein Gesicht schmal und eingefallen. Seine blauen Augen stachen kalt aus seinen tief sitzenden Augenhöhlen hervor. Mit einem etwas gefährlich dreinschauenden Blick sah er Semir an. „Die Pferde, also die Stute und das Fohlen, kommen aus England. Herr Reiser hat sie dort vor drei Monaten auf einer Auktion erstanden.“, erklärte er und krabbelte in das Führerhaus, holte seine Sachen heraus und warf immer wieder einen verstohlenen Blick auf Gerkhan, doch dieser ließ den jungen Fahrer nicht aus den Augen. Mist, er kam nicht an die Drogen ran, die unter der Futterbox, schweißverpackt, lagen.


    Semir nickte nur. Er hatte Zweifel, was die Geschichte betraf, musste den Mann aber dann wieder ziehen lassen. Er ging zu Ben zurück und sah dem abfahrenden Pferdetransporter nach. Kurze Zeit später ruckte Ben mit dem Kopf herum. „So... und jetzt bringe ich dich erstmal zum Onkel Doc.“, bestimmte Ben und zog Semir am Arm mit sich. „Hey... jetzt warte doch mal. Es ist doch nur die Schulter.“, kam es erschrocken von Semir. „Eben... und deswegen werde ich dich jetzt ins Krankenhaus bringen. Keine Widerrede.“, fuhr Ben fort, um Semirs Diskussion zu beenden. „Hey, ich bin der Dienstältere. Wieso bestimmst du jetzt, wo es lang geht?“, zischte Semir nur. „Weil ich nicht verletzt bin.“, grinste Ben und nahm die Wagenschlüssel vom gebrachten Ersatzwagen. Murrend ließ sich Semir auf den Beifahrersitz fallen und von Ben zum Krankenhaus fahren, wo ein Arzt seine Schulter untersuchte. „Hmmm.. Herr Gerkhan, ich will mal so sagen... ihre Schulter wird einige Tage schmerzen, aber es ist nur eine Prellung. Also kein Grund zur Beunruhigung.“, meinte der Arzt und sah Semir an, der sich nur die Schulter rieb und auf der Behandlungsbank hin und her rutschte. „Gut... dann kann ich ja gehen.“, murrte er nur und sah Ben böse an. Dieser grinste nur, zog seine Schultern hoch und sah den Arzt an. „Ja, das können sie... sie sollten aber keine allzu schweren Bewegungen, sprich Hanteln, Kisten oder ähnliches, mit dem Arm heben. Die Schulter könnte auskugeln und weiter verzerren und dann... dann müssen wir operieren.“, erklärte der Arzt. „Keine Sorge, ich werde schon aufpassen.“, meinte Semir nur und nahm das alles auf die leichte Schulter. „Okay... dann ab ins Büro und den Bericht schreiben und mal sehen, ob Hartmut schon etwas hat.“, kam es sehr bestimmend vom Deutschtürken und Ben salutierte nur. „Jawoll Chef.“


    ...

  • Stefan Reiser kam wieder auf seinem Gestüt an. Es lag inmitten eines riesigen Waldgebietes, bot aber für Ausritte und Training genügend Freiflächen. „Soll ich die Tiere gleich in den Stall bringen?“, wollte Robin wissen und sah Stefan an. Dieser nickte und ging dann auf den Stall zu. „Bring sie gleich in ihre Boxen und gib ihnen Futter und was zu trinken. Hoffentlich haben sie die Reise gut überstanden.“, meinte er nur und wandte sich dann von Robin ab. Dieser führte die beiden neuen Pferde behutsam aus den Transporter, direkt in den Stall und die vorgesehene Box hinein. Stefan ging durch den Stall, auf das Hauptgebäude zu, wollte sich eine Erfrischung in der Küche holen, als ihm eine Hand unsanft an der Schulter packte. „Pedro möchte dich sehen.“, zischte ihn Arnaud an. Erschrocken drehte sich Stefan um. „Was... was will euer Chef von mir?“, fragte er nur. „Du weißt genau, was er will. Er kann es nicht leiden, wenn man sich an seinem Eigentum vergreift.“, lachte der Franzose und stieß den Pferdewirt vorwärts, die Treppe hinauf und in ein weites Zimmer hinein. Der Raum war kaum beleuchtet, obwohl es draußen schon dunkel wurde. Zitternd blickte sich Stefan um. Außer Arnaud waren noch drei weitere Menschen im Zimmer. Zwei hatten sich neben ihm aufgebaut und einer saß in der Dunkelheit, nur die glimmende Spitze der Zigarre war erkennbar. Er hatte seinen Blick gesenkt, denn Stefan wusste genau, was die Männer von ihm wollten. „Du hast mich belogen, Stefan...“, kam es nur von einer knorrigen Stimme aus der Dunkelheit hervor. „Was... nein... nein, das habe ich nicht.“, erwiderte der Gestütsleiter sofort, doch eine gehörige Ohrfeige von Arnaud brachte ihn zum Schweigen. „Du bist eine Ratte, Stefan. Ein Parasit, der sich an der Arbeit anderer bereichern will.“, fuhr die Stimme fort. „Weißt du, was wir mit Parasiten machen? Wir zerquetschen sie.“, fauchte es plötzlich aus dem Nebel und im nächsten Moment spürte der Mann, wie sich blitzschnell ein Seil um sein Hals geschwungen wurde und es mit brachialer Gewalt zugezogen wurde. Röchelnd und keuchend versuchte er nach Luft zu ringen, doch es nutzte nicht. Sein Kampf mit dem Tod dauerte nur wenige Minuten, ehe er leblos auf den Boden zusammensackte. Dann kam der Mann aus der Dunkelheit. „Tja, du warst zu gierig. Bringt ihn zur Autobahnbrücke und hängt ihn dort auf.“, wies der Mann seine Helfer an. „Oui Monsieur.“, kam es nur von Arnaud und mit einem Schnipsen gab er den beiden Männern die Anweisung, den Leichnam fortzuschaffen.


    „Mann...der ist schwer...wo willst du ihn denn abladen?“, wollte Bernd wissen. Toni sah ihn an. „Ein Verräter hängt....und wo kann man jemanden aufhängen?“, grinste er fragend. Bernd zog die Schultern hoch. „Na an einer Brücke... so wie Arnaud es gesagt hat... und wo sind die meisten Brücken in Deutschland?“, stellte Toni die nächste Frage. „Sind wir hier bei wer wird Millionär oder was?“, fauchte Bernd wütend. „Oh man... du verstehst wohl keinen Spaß. Wir hängen ihn über die Autobahn.... Selbstmord, verstehst du... Arnaud ist schon ein gerissener Kerl...was?“, grinste Toni. Bernd nickte. Sie fuhren auf die A4 und hängten den toten Reiser an die Fußgängerbrücke die über die Autobahn führte. Hier gab es auch in der Vergangenheit immer wieder Freitode und hier würde der Mistkerl sicher nicht auffallen. Mit vereinten Kräften schafften sie den nicht gerade leichten Reiser über das Brückengeländer, legten ein Seil um den Hals und ließen den Leichnam dann fallen. Es knackte leise. „Das war das Genick.....“, grinste Toni. Er und Bernd sahen sich verstohlen um. Um diese Zeit war niemand mehr auf der Brücke. Sie stiegen wieder ein und fuhren ab. Eine viertel Stunde brauchten sie bis sie wieder bei Arnaud waren und das Ausführen der beauftragten Arbeit bestätigten. „Ich werde einen neuen Verwalter für die Stallung brauchen... aber erst macht ihr Beide den Job... versorgt mir meine Tiere sehr gut.... ihr wisst was rauskommt, wenn man mich enttäuscht.“, warnte er die Beiden. Bernd und Toni nickten stumm.


    Robin Friedrichs sah verstohlen um die Ecke. Er hatte das Gespräch zwischen Arnaud und Stefan Reiser mitbekommen und auch was Arnaud mit Reiser gemacht hatte. Niemand hatte Robin gesehen, aber ihm war klar, dass er höllisch aufpassen musste. Was wenn dieser Arnaud auch etwas gegen ihn hatte? Was, wenn er ihn auch umbringen würde? Stefan Reiser hatte Robin schließlich schon in sein Vertrauen gezogen. Er kam ungesehen in sein Zimmer und holte sein Handy raus. Die Nummer die er wählen musste, kannte er in und auswendig. „Ja ich bin’s.... Reiser ist tot... Arnaud Mitterand hat ihn erwürgt...“, gab er durch, als sich jemand am Ende meldete. Er hörte kurz zu. „Ja sicher... ich bin vorsichtig...aber die Bullen von der Autobahn könnten sich für mich interessieren. Ihr müsst mich vor denen schützen... sonst ist alles in Gefahr.“, raunte er leise. Gleichzeitig horchte er, was draußen passierte. Robin hatte große Angst, dass er ebenfalls von Arnaud beobachtet und umgebracht werden würde. „Nein....ich werde ganz sicher nichts sagen... ich halte dicht. Egal was passiert. Ich kann nicht weiter sprechen... die werden sonst noch aufmerksam. Im Augenblick spiele ich ein Vabanque- Spiel.“, gab er durch. Ohne die Antwort abzuwarten legte er auf.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Schon am nächsten Morgen wurden Ben und Semir ins Büro von Kim Krüger gerufen. Beide sahen sich erschrocken an, als sie die Information von Susanne erhielten. „Ich hab meinem Wagen nichts getan...“, meinte Ben grinsend. „Ja Moment... mein Auto wurde gerammt...da konnte ich auch nichts für...“, gab Semir sofort zurück. „Gut... dann ist da was Anderes... komm ... Auf in die Höhle der Löwin...“, lachte Ben. Gemeinsam gingen sie hin und klopften artig wie es sich gehörte an die Tür. „Frau Krüger....Sie wollten uns sprechen?“, wollte Semir wissen, als sie ein leises Herein hörten und zur Tür hineinschauten. Krüger war nicht allein. Bei ihr saßen zwei Männer, die Semir nicht gerade unbekannt waren. „Oh... was für eine Überraschung....Axel Reifner und Kurt Körber...“, meinte er nur und reichte den Männern die Hand. Kim sah ihn erstaunt an. „Sie kennen die Beiden?“, wollte sie wissen. „Ja... in der letzten Fortbildung waren wir gemeinsam einsam...“, erklärte Semir grinsend. „Semir.... Gerkhan... ich dachte echt, dass dir das Seminar nichts gebracht hat und du deinen Hut nimmst....“, ärgerte Kurt ihn. „Ja... das ist mein Partner Ben Jäger... Ben... das sind die schlechtesten Hauptkommissare des BKA...“, grinste Semir. Ben gab beiden die Hand. „Hi...“ sagte er nur. „Schön....dann haben wir die Höflichkeitsfloskeln ja abgeschlossen. Es geht um Stefan Reiser...“, erklärte Kim sachlich. „Stefan Reiser... das ist doch der Besitzer des Gestüts, wo die Tiere von gestern hingehörten...“, kam sofort von Ben. „Ja genau....“, bestätigte Kurt. „Ja und was hat das BKA damit zu tun? Seid ihr so unterbelastet, dass ihr unsere Arbeit machen wollt?“, scherzte Semir. „Leider nein....es geht um folgendes. Sagt dir der Name Arnaud Mitterand etwas?“, wollte Axel wissen. Semir nickte. „Du meinst diesen komischen Franzosen, der in Mafiakreisen verkehrt?“, harkte er nach. Diesmal nickte Axel. „Ganz genau... es ist der Verdacht aufgekommen, dass Arnaud mit Hilfe von Reisers Tiertransporten Drogen schmuggelt...“, erläuterte er weiter.


    Ben sah die beiden BKA-Leute nur an. „Und was haben wir damit zu tun? Wir untersuchen nur einen Unfall.“, erwiderte er. Kurt Körber hob seinen Kopf und blickte Ben tief in die Augen. „Herr Jäger... sie haben doch bei diesem Reiser im Wagen Drogen gefunden oder nicht?“, wollte er wissen. „Mein Partner und seine Spürnase ... ich habe mich um den Unfall gekümmert.“, erwiderte er nur und deutete auf Semir. „Was? Semir hat... da hast du ja mal was richtig gemacht, Kleiner.“, lachte Axel nur und zog Semir auf. Dieser grinste nur und klopfte dem BKA-Beamten auf die Schulter. „Ein blindes Huhn findet ja bekanntlich auch ein Korn.“, erwiderte er nur und sah Kim an. „Aber was ist nun das Anliegen des BKA’s?“, wollte Kim wissen Die beiden Beamten sahen sie nun an.

  • „Wir wollten Sie um Hilfe bitten. Wir vermuten, dass dieser Mitterand nicht alleine arbeitet. Es geht uns vor allem um die Hintermänner... und nur die sind uns wichtig. Was mit den Drogen passiert, ist für uns nur zweitrangig. Wir wollen einen großen Schlag gegen das organisierte Verbrechen führen.“, erklärte Axel Reifner und die beiden Autobahnkommissare sahen ihre Chefin an, die interessiert zuhörte. „Im Klartext heißt das, wir sollen die Drecksarbeit für Sie machen und Sie ernten das ganze Lob.“, fuhr Ben dazwischen. Axel und Kurt sahen ihn nur an, dann lachten sie. „Junge, Sie haben Humor... aber so in etwa. Wir haben schon einen V-Mann im Gestüt, doch gestern bekamen wir einen Anruf, dass Reiser von Mitterand umgebracht wurde. Nun fragen wir uns, was der Grund ist. Sie beide sollen für uns dort verdeckt ermitteln. Mitterand liebt Pferde und sucht immer passable Leute für die Arbeit auf dem Gestüt.“, erklärte Axel und sah wieder zu Kim. „Das sollen meine Leute selbst entscheiden.“, erklärte sie und sah Ben und Semir an. Doch bevor sie antworten konnten, kam Susanne reingestürmt. „Ben, Semir... wir haben einen Toten an der Fußgängerbrücke auf der A4.“, erklärte sie und schnell entschuldigten sich die Kommissare, machten sich dann auf den Weg zur Brücke.


    „Okay... was hältst du von dem Anliegen der beiden?“, wollte Ben wissen. Semir sah ihn an, als sie aus dem Wagen stiegen. „Ich weiß nicht, aber das Ganze hört sich nach mehr an, als sie uns erzählt haben.“, erwiderte er. „Woher kennst du die beiden eigentlich... ich meine, die sehen nicht gerade nach Fortbildungsbekanntschaften aus.“, kam es nachdenklich von Ben, als er neben Semir zum Tatort ging. „Du wirst lachen, es sind Fortbildungsbekanntschaften. Vor einigen Jahren hab ich drei Lehrgänge beim BKA besucht und die beiden saßen jedes Mal drin. Von daher kennen wir uns. Sie sind eigentlich ganz nette Kollegen, nur sehr geheimnisvoll und ziemlich ehrgeizig. Was sie wollen, das versuchen sie auch mit allen Mitteln zu kriegen. Sollten wir uns zur Zusammenarbeit entschließen, wird das sicherlich kein Spaziergang mit den beiden.“, erklärte Semir. „Na zum Glück haben wir noch nicht zugesagt.“, kam es nur von Ben. Nach einigen Minuten standen sie dann neben Dr. Wegener, der sich schon mit der Leiche beschäftigte. „Hallo Doc...“, begrüßte Semir ihn nur. „Ach, hallo ihr beiden.“, erwiderte er und stand aus der Hocke auf, deutete auf die Leiche. „Kein schöner Tod, sag ich euch.“ „War es Selbstmord?“, wollte Ben wissen und sah sich den Toten an. Es war wirklich Reiser, auch wenn Ben ihn nur ein kurzes Mal gesehen hatte, erkannte er ihn. „Da bin ich mir noch unschlüssig. Ich muss ihn erst aufmachen. Was ich euch schon sagen kann, ist, dass das Genick brach, als er sich hier aufgeknüpft hat.“, erwiderter Wegener und sah kurz zu den Beiden hoch.

  • „Gibt es Spuren eines Kampfes?“, wollte Semir wissen und sah sich um. „Nein, bisher haben die Kollegen der KTU noch nichts gefunden. Ich denke, es war Selbstmord.“, meinte der Gerichtsmediziner und packte zusammen. „Was meinst du, Semir?“, wollte Ben wissen, als sie dem Gerichtsmediziner nachsahen. „Also wenn Kurt und Axel Recht haben, dann war das kein Selbstmord. Die Frage ist... hat ihn jemand ermordet und es nach Selbstmord aussehen lassen oder hat ihn jemand gezwungen, hier hinunter zu springen und sich das Genick brechen zu lassen.“, kam es nachdenklich von ihm. „Wir sollten mal zu Hartmut fahren und ihm nach den Drogen aus der Futterbox fragen.“, bestimmte Semir dann und sah sich nochmals um. Hier konnten sie nicht viel machen. Ben ließ sich noch einmal von den KTU-Leuten die Spurenlage zeigen und fuhr dann mit Semir zu Hartmut in die KTU.


    Hartmut nahm gerade sein frisch belegtes Baguette heraus, als Ben und Semir in die KTU kamen. Ben griff sofort zu dem Brot und biss hinein. „Das ist ein toller Service…“, grinste Ben und genoss das Sandwich sichtlich. Hartmut nahm es ihm weg. „Das ist meins! Du kannst dir doch wohl selbst was kaufen. Jedes Mal muss ich in die Röhre gucken, weil du hier alles aufisst…das geht so nicht Ben…“, tadelte Hartmut ihn. Doch Ben ließ sich davon nicht beeindrucken. „Hast du schon was gefunden? Die Reinheit des Heroins zum Beispiel?“, fragte er kauend. „Nein…weil es kein Heroin war, sondern Kokain. Und zwar 100%. Das Zeug ist unverschnitten. Schon die kleine Menge die ihr da gefunden habt, hat einen Wert von knapp sechstausend Euro. Aber… das ist ja nicht alles…komm, ich zeig euch mal was…“, meinte Hartmut und winkte die beiden Hauptkommissare zum Fahrzeug was in der großen Halle stand. Ben ließ Semir den Vortritt und sah verstohlen zum Baguette, welches neben der Tastatur lag. „Vergiss es Ben!“, ermahnte Hartmut ihn ohne ihn anzusehen. Ben ließ es tatsächlich. „So hier… das ist eine der Stelle, die mit dem Kokain bedeckt war. So und hier…. Hinter dieser Verkleidung habe ich drei Beutel gefunden. Aber mit Heroin…und hier…“, zählte Hartmut auf und rannte um das Fahrzeug herum. Immer wieder sah er zu Ben damit dieser nicht sein Baguette nahm.


    ...

  • Arnaud sah Bernd an. „Ich brauche vernünftige Leute hier… verdammt noch mal. Aber diesmal werde ich sie sehr genau überprüfen…Aber Leute, die anpacken können und nicht bei jedem Wehwehchen aufheulen…“, fauchte er ihn an. Bernd nickte. „Ja sicher… Toni und ich machen uns gleich mal in den Kneipen schlau, wo wir auch unseren Robin gefunden haben…er ist doch gut… oder?“, wollte Bernd wissen. „Ja… der Junge ist sehr schweigsam. Eine sehr gute Tugend. Pass mir gut auf den Kleinen auf…“, ermahnte Arnaud ihn. Bernd nickte. „Nur keine Sorge… der Kleine ist hier so sicher wie in Abrahams Schoß.“, lächelte er nur. „Was ist mit dem Hänger? Die Drogen da drin sind bei den Bullen. Wir brauchen sie wieder. Ich verzichte nicht auf das Geld. Hast du das Versteck gefunden, wo Reiser seine geklaute Ware untergebracht hat?“, kamen die Fragen von Arnaud. „…. Ja und nein…“, gab Bernd von sich. Arnaud kniff die Augen zusammen. „Was?“, fragte er nach. „… also der Hänger ist beschlagnahmt und soweit ich erkennen konnte, haben die Bullen nichts gefunden. Das Versteck ist von Reiser verdammt gut gewählt. Wir suchen noch. Aber ich schaffe das…und mit den Bullen müssen wir uns was einfallen lassen.“, erklärte Bernd sofort. Arnaud nickte. „Ich will Ergebnisse sehen und ich will hier einen neuen Mann…einer der sich mit Pferden auskennt…“, wiederholte er.


    Semir sah Axel an, der in der Pathologie auftauchte. „Und der Tote?“, wollte Axel wissen. „Kannst ihn dir ansehen… vielleicht kennst du ihn ja.“, meinte Semir nur und wies auf den Tisch. Axel sah kurz hin. „Reiser… unser Gestütsbesitzer….bzw. der Strohmann…“, meinte er nur. „Ja den hab ich auch erkannt. Dieser Arnaud ist scheinbar nicht gerade zimperlich…“, kam nachdenklich von Semir. „Tja… ich hoffe sehr, dass Robin es schafft, nur ist er noch ziemlich unerfahren. Ich meine, der Junge ist gerade 26 Jahre alt. Der hat die Polizeischule als Bester abgeschlossen. Dennoch habe ich Angst um ihn. Er ist in der Höhle des Löwen und ich habe seinem Vater versprochen gut auf ihn aufzupassen.“, erklärte Axel. Semir sah ihn an. „Du willst uns überreden, den Undercover zu machen?“, grinste er nur. „Semir… wenn ihr es nicht macht, wer dann? Ich meine…. Arnaud Mitterrand macht einfach weiter. Er verkauft Drogen an Kinder. Schickt die Mädchen auf den Strich und…“, erklärte Axel. Semir nickte „Ich verstehe das schon. Aber… ganz ehrlich…meinst du nicht das Arnaud misstrauisch wird, wenn wir zu zweit auftauchen?“, wollte Semir wissen. Axel lachte nur. „Glaubst du nicht, ich hätte mir nicht schon Gedanken darüber gemacht.“, lachte er und stützte sich auf den Seziertischrand ab. Skeptisch sah Semir den BKA-Mann an und zog die Augenbraue hoch. Aus seinem Jackett zog Axel nur vielsagend ein kurzes Blatt und reichte es an Semir weiter. Dieser warf einen Blick drauf und las es sich durch. Nach einigen Minuten musste er lachen. „Was? Ich und Ben als Brüder? Das ist nicht euer Ernst oder?“, wollte der Deutschtürke wissen und sah Axel nur an. „Eigentlich schon... wir werden euch noch eine passende Vita geben... die passende Ausstattung und einige Wissenseinlagen und dann werden wir euch auf die Piste schicken.“, lachte er nur und sah Semir an. Dieser grinste, aber dennoch wollte er nicht glauben, dass dieser Plan klappte. Doch im Moment gab es keinerlei Alternativen, als direkt auf dem Gestüt zu ermitteln. Und sicherlich würde Arnaud Mitterand keine offiziellen Polizeiermittlungen dulden. „Ist mal was anderes.“, kam dann nur von Semir und überlegte sich schon, wie er Ben diese gute Nachricht beibringen sollte. „Semir, alles in Ordnung?“, wollte Axel wissen. „Ja... alles bestens.“, erwiderte er und beide sahen auf, als Dr. Wegener ins Zimmer kam.


    „Sooo, also, wer will den Bericht von euch haben?“, wollte Wegener wissen und sah beide an. Doch Axel deutete nur auf Semir. „Er ermittelt... ich will es nur hören.“, lachte er. Der Pathologe nickte nur und reichte den Bericht an Semir weiter. „Was ich sagen kann, nachdem ich mir die Leiche angesehen habe, ist, dass dieser Reiser zweimal getötet wurde.“, erklärte Wegener und bemerkte, wie die Gesichter der Beiden entgleisten. „Was?“, kam es nur erstaunt von Semir. „Nun... der Mann ist erst erwürgt worden... das hat aber nur zur Bewusstlosigkeit des Mannes geführt. Der Mörder muss aber glauben, dass der Mann bereits tot war, als sie ihn ans Brückengeländer gehängt hatten. Das gab ihm dann den Rest. Durch den Ruck des Fallens und die Festigkeit des Stricks brach dann das Genick.“, erklärte er dann und Semir staunte nicht schlecht, als er den Ausführungen lauschte. „Hm, scheint, als wollte da jemand auf Nummer sicher gehen.“, meinte er und sah Axel fragend an. „Das kann sich nur um Arnaud Mitterands Handschrift handeln, aber ich bin sicher, dass es einen großen Hintermann gibt und den gilt es zu finden.“, führte Axel aus. Semir nickte. „Okay, ich werde mit Ben reden und ruf dich an.“, erklärte er und verabschiedete sich von Axel und Dr. Wegener. Semir merkte nicht, wie Axel fies grinste. Er verließ ebenfalls die Pathologie und nahm sein Handy hervor. „Ich bin's... Pass auf, ich hab sie rumgekriegt. Bereite alles vor und wir treffen uns dann am alten Wasserturm, um die letzten Einzelheiten zu besprechen. Was?... Ja klar... Ach was, den Dreien wird hoffentlich nichts passieren. Wichtig ist, dass wir Mitterand und diesen Hintermann kriegen.“, kam es nur von Axel und dann legte er auf. Das war ein wichtiger Schritt in seiner Karriere. Jetzt konnte... nein, jetzt durfte nichts schief gehen.


    Ben sah auf, als Semir zurück ins Büro kam und lächelte. „Na... war's schön in der Pathologie?“, wollte er wissen und blickte auf den Zettel, den Semir ihn vor die Nase legte. „Was ist das?“, wollte er mit hochgezogener Augenbraue wissen. „Das... das ist das, was die BKA-Boys für uns vorgesehen haben, wenn wir den Undercover-Einsatz machen.“, erwiderte Semir nur und ließ sich in den Stuhl fallen. „Hä? Heißt das, du hast dich überreden lassen?“, kam es nur verwirrt von Ben. „Nein noch nicht... ich wollte erstmal deine Meinung dazu hören.“, erwiderte Semir und wollte sich seinem Mittagessen widmen. „Ben... wo ist mein Lachsbrötchen?“, wollte er wissen und sah auf die leere Verpackung, die sich in seinem Schreibtischfach befand. Ben senkte schlagartig den Kopf und verschwand in den Tiefen des Zettels. „Das ist jetzt nicht wahr oder?“, fauchte Semir und knüllte die Verpackung zusammen, warf sie nach Ben, doch dieser wich nur aus. „Hey... war nur Spaß... hier ist es.“, lachte er und zog neben sich das Lachsbrötchen hervor. „Dein Glück.“, lachte Semir, nahm es ihm schnell weg und biss rein. Ben widmete sich wieder dem Zettel. „WAS? Wir beide... Brüder... Ich seh dir nicht einmal ähnlich.“, kam es dann von ihm. Doch Semir erwiderte nichts. Er ließ sich alles nur durch die Gedanken gehen. Eigentlich war es eine super Tarnung. So konnten sie zu zweit auftreten, ohne Verdacht zu erwecken. „Überleg doch mal…wir könnten uns gleichzeitig einschleusen. Entweder sie nehmen uns im Doppelpack oder gar nicht.“, gab er zu bedenken. „Ja sicher… nur wir haben nicht einmal Ahnung von Pferden… also ich nicht…“, erklärte Ben. „Ja sicher… die Beiden werden uns einen Crashkurs geben. Wir werden uns einen Trick einfallen lassen müssen…“, meinte er. „Ja sicher… Man Semir… das ist die Realität…und nicht irgendein Kitschkrimi…“, meinte Ben nur. „Weißt du was… Ben… du bist so richtig demotivierend…aber gut… wenn du sagst, wir machen das nicht… dann nicht.“, kam beleidigt von Semir. Er verschränkte die Arme vor der Brust und drehte sich demonstrativ von Ben weg.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • „Hallo Axel…hier ist Robin… hör zu Arnaud sucht Leute….. er will Fachkräfte. Und…ich weiß, dass Bernd und Toni heute Abend in der „Liese“ sein werden um wieder Männer anzuheuern. Du hast gesagt, ich bekommen Unterstützung.“, erklärte Robin. „Ja… ich bin dran. Ich habe zwei Leute von der Autobahnpolizei. Die sind gut…wirklich…. Du kennst den einen…. Er war an der Unfallstelle.“, erklärte Axel. „Oh man… Axel….ich weiß nicht, ob die Beiden für mich eine Hilfe sind? Ich meine, die sind von der Autobahn…die jagen Raser oder sonst harmlose Typen. Aber hier geht es um die Mafia!!“, gab Robin zu bedenken. „Die Beiden sind gut…sie sind Hauptkommissare und sie haben auch den Beruf gelernt… Robin…. Du bekommst Hilfe…. Heute Abend in der „Liese“ alles klar….“, Axel legte auf. Er rief Semir an. „Hör zu…ich habe Neuigkeiten… Arnaud sucht Leute… heute Abend in der „Liese“. Wir werden was arrangieren und dann kommt ihr rein…Ich habe da auch schon eine Idee…“, erklärte Axel. „Augenblick.. ich habe meinen Partner nicht überreden können, er kneift…“, kam von Semir. „Ich kneife überhaupt nicht!!“, hörte er im Hintergrund. „Semir… werdet euch einig…..Robin braucht Hilfe….“, ermahnte Axel. „Wir machen es…“, kam bestimmt von Semir. „Hey… wie wäre es, wenn du mich mal vernünftig gefragt. Ich bin dabei!!“, hörte er diesmal Jäger rufen. „Also gut… seid heute Abend um neun in der „Liese“ Alte Kölner Strasse in Düsseldorf.“


    Semir legte grinsend auf. „Warum machst du es dir eigentlich immer so schwer? Dieser Einsatz wird ein Spaziergang und wir müssen keinen Bericht schreiben…“, meinte er. „Ach, meinst du, die Krüger verzichtet darauf?“, wollte Ben wissen. „Ja sicher… außerdem ist es auch vorteilhaft, wenn wir in der Natur arbeiten. Ausreiten, Ställe ausmisten, die Tiere pflegen. Und lange schlafen….“, machte Semir es ihm schmackhaft. „Lange schlafen? Na ich denke nicht. Falls du es nicht mitbekommen hast…ich bin dabei…!“, wiederholte Ben seine Einverständnis. „Super….und Axel wird uns was zu Recht legen, damit wir da reinkommen. Was genau wird er mir nachher sagen. Bin gespannt. Wir sollen auf jeden Fall heute Abend um Neun in der „Liese“ sein. Dann werden wir uns mal mit dem Vorleben von Ralf und Leon Weißberg beschäftigen. Wer willst du sein?“, grinste Semir. „Ich bin Leon…passt zu mir…du Ralf…hört sich doch kleiner an oder?“, wollte Ben wissen. „Sehr witzig… echt.. also gut… du bist Leon…. Dann sieh mal auf dein PC…da siehst du was du schon alles ausgefressen hast, wen du kennst und woher du kommst…. Ich bin dein älterer Bruder Ralf…habe…was????“, rief Semir aus, als er den Lebenslauf von Ralf Weißberg las. Ben warf einen Blick auf den Bildschirm und musste laut loslachen. Sofort ruckten die Köpfe der Kollegen zu ihnen herum.

  • Axel legte auf als Kurt rein kam. „Wer war das?“, wollte er sofort wissen und reichte Axel seine Pizza rüber. „Semir Gerkhan…. Er und Jäger werden es tun. Somit werden wir Arnaud schon sehr bald hinter Gitter sehen.“, meinte er andächtig. „Ich weiß nicht… meinst du, die Beiden schaffen das?“, harkte Kurt nach. „Ich kann diesen Undercover genauso wenig machen wie du…wir sind Arnaud Mitterand doch bekannt. Also würden dann nur die Jungs dafür in Frage kommen, die noch nie Kontakt mit diesem Mistkerl hatten. Das aber sind Jungs ohne Erfahrung und das ist mir zu gefährlich. Semir und Ben sind ausgebildet und haben Erfahrung. Die können sich auch wehren. Außerdem ist die Aufklärungsquote der Beiden vorbildlich.“, meinte Axel. Er nahm ein Stück seiner Pizza. „Und nun werden wir uns was für heute Abend überlegen, damit die Beiden leichter reinkommen…“, kam kauend von ihm. Kurt sah nachdenklich zum Fenster hinüber. Eine ganze Weile verging, dann schnipste er mit den Fingern. „Ich hab’s... Robin hat doch gesagt, dass Mitterand seine Leute schickt.“ Axel bejahte dies durch ein Kopfnicken. „Pass auf... wir werden einfach dort hingehen und offiziell eine Festnahme vornehmen... an einen der beiden. Ben und Semir sollen dann dazwischen gehen. So werden sie das Vertrauen der Leute gewinnen und gleichzeitig können sie zeigen, dass sie die Männer sind, die Mitterand sucht.“, erklärte er. „Das ist gut... das ist sogar sehr gut. „Okay, dann machen wir das so. Ich werde Semir nachher instruieren. Aber jetzt erstmal die Dossiers hoch laden und sehen, was die beiden dazu sagen.“, lachte Axel. Kurt horchte auf. „Was hast du Künstler denn den beiden verpasst?“, wollte der BKA-Mann wissen und sah seinen Kollegen an. „Etwas ganz feines... Semir wird es sicherlich nicht freuen, wenn ich denke, dass er die Rolle zugewiesen bekommt.“, lachte Axel und lud die Datei hoch, denn er wusste, Arnaud würde sich sicherlich über seine beiden Neuzugänge informieren und da musste alles vorbereitet sein.


    „Das darf doch wohl nicht wahr sein... Dieser verdammte...“, knurrte Semir nur und verwünschte jetzt schon Axel. „Och Semir... nun nimm es doch nicht so schwer.“, lachte Ben und kicherte in sich hinein. „Du findest das auch noch witzig... ich jedenfalls nicht. Das wird er mir büßen... ich als...“ „Warmer Bruder und Stallbursche.“, lachte Ben nur. „Lach nicht... was steht denn bei dir?“, wollte Semir dann wissen und sah auf Bens PC-Bildschirm. „Leon Weißberg... geboren 1980 in ...“, Semir lachte auf. „... in Dresden. Dein Dialekt hast du aber gut abgelegt.“, stichelte er dann. „Wenigstens hab ich eine Frau als Bettnachbarn.“, erwiderte Ben nur. Semirs Lachen verschwand. „Okay... lassen wir das. Was für Vorstrafen haben wir denn?“, wollte er neugierig wissen und sah auf seinen PC, genau wie Ben. „Also ich habe hier schwere Körperverletzung, Diebstahl und Hehlerei.“, zählte Semir seine Identität auf.

  • „Wow... ich scheine etwas draufgängerischer zu sein... schwere Körperverletzung mit fünfzehn, Drogenhandel mit siebzehn und Überfall auf einen Juwelier mit achtzehn. Ganz schönes Register... ach und dann hab ich noch meine Ex-Freundin ausgenommen, steht hier.“, meinte Ben. Semir lachte auf. „War das Date nicht gut?“, lachte er. „Was weiß ich denn... ob das die Typen überzeugen wird? Ich bin mir da nicht so sicher.“, kam es nachdenklich von Ben. „Warum denn?“, wollte Semir wissen. „Na ja... mit einem Bruder, der auf Männer steht, ist da ein bisschen schwierig Eindruck zu machen, oder?“, grinste er. „Witzig... sehr witzig.“, kam nur grummelnd von Semir.


    Arnaud stand am Zaun des Auslaufgeländes seiner Pferde und beobachtete die beiden aus England neu eingetroffenen Tiere, wie sie sich mehr und mehr in die große Herde integrierten. Er hatte eine Vorliebe für diese Tiere, auch als Gangster hatte man Sinn für das Schöne im Leben. Seine Leidenschaft waren schon immer die Pferde. Dass er für die französische Mafia arbeitete war nur sein Job. Er war der Verbindungsmann für die neuen Märkte ihrer Drogen hier in Deutschland. Der Boss vertraute ihm voll und ganz. Seitdem er aus Frankreich fliehen musste, hatte er hier bei Arnaud Unterschlupf gesucht und wurde hier auch nicht behelligt. Schließlich war alles hier legal und vollkommen in Ordnung. Dennoch hatte er immer das Gefühl, von Spitzeln umgeben zu sein. Robin kam auf ihn zu. „Arnaud... der Chef möchte sie sprechen.“, gab er bekannt und sofort ging Arnaud in das Zimmer hinauf, wo Gérard Roquefort in seinem Sessel saß und auf ihn wartete. „Sie wollten mich sprechen, Chef?“, machte Arnaud auf sich aufmerksam. „Ja... hast du das mit Reiser erledigt?“, wollte er wissen. „Der Kerl ist tot, doch von dem Geld haben wir noch nichts gefunden. Das kann aber nicht mehr lange dauern.“, erwiderte er. „Gut... und dann noch eins. Meine Tochter Jo... also eigentlich Josephine... sie ist jetzt in dem Alter, wo sie alle möglichen Kerle anschleppt. Ich will, dass du einen Mann zu ihrem Schutz abstellst, bevor sie sich im Bettsport ausprobiert. Ist das klar?“, wollte Gérard wissen und Arnaud nickte nur. „Ich werde einen meiner neuen Männer auf die Kleine ansetzen.“, erwiderte er und verließ das Zimmer.


    ...

  • Gegen neun kamen Semir und Ben in der Kneipe an. Semir trug ein Satin-Hemd in einem zarten Rosa sowie eine enge Jeans. „Ich spiele nicht schwul…das sag ich dir…“, knurrte er seinen Partner an. „Ja ist ja gut… kommst du Schatzi?“, fragte Ben und verstellte seine Stimme. Semir knuffte ihn in die Seite. „Also gut… die Show kann beginnen….“, meinte er nur. Es dauerte fast zwei Stunden bis Axel und Kurt in die Kneipe kamen und einen Aufstand verursachten. „Herr Bernd Röder! Sie sind verhaftet.. und täten gut daran, sich nicht zu wehren…“, ermahnte Axel den Mann an der Bar. Semir sah Ben an und nickte. Sie sahen wie Bernd Röder sich erschrocken umsah. Semir nahm sein Glas und wollte Axel noch einen Denkzettel für seine Vita geben. „Was soll das denn?“, fauchte Bernd und griff Axel an, der sofort zum Arm griff und ihn auf den Rücken drehte. Kurt sah diesem zu und nickte Semir unmerklich zu. Dieser nahm sein Tomatensaft, den er sich bestellt hatte und ließ den Inhalt des Glases auf Axels Hemd laufen. „Oh…pardon…Süßer.“, säuselte er. Axel sah ihn erstaunt an. „Was…verdammt noch mal!“, faucht er, ließ wie gewollt Bernd los, Dieser schlug mit der Faust zu und Axel ging zu Boden. Nun kam auch Kurt auf den Plan und wollte eingreifen, doch Ben stellte ihm ein Bein. Kurt flog quer durch die Kneipe und stieß mit dem Kopf gegen die Theke. „Raus hier!“, hörte Axel Bernd sagen und grinste zufrieden. Ben und Semir taten so als würden sie vorn abhauen.


    Bernd sah Toni an und nickte. „Hey…ihr Beiden solltest mit uns hinten raus kommen. Die kriegen Verstärkung!“, ermahnte Bernd die Beiden. „Oh…du bist ja echt fürsorglich…“, meinte Semir leise. Bernd reichte ihm die Hand. „Danke…. Das war wirklich gut….“, bedankte er sich. Semir kniff ein Auge zu und lächelte. „Nichts für Ungut… ich hasse Bullen…“, meinte er lapidar. Ben nickte „Ja und er hasst noch was ganz anderes…“, grinste er. Semir sah ihn warnend an. „Ach und was?“, wollte Toni nun wissen. „Er hasst es lange an einem Ort zu bleiben. Hey… war nett eure Bekanntschaft zu machen, aber wir müssen weiter… wir suchen nen Job…“, erklärte Ben. Bernd nickte. „Kennt ihr euch mit Tieren aus?“, harkte er nach. „Nun ja… wenn es zweibeinige Stuten sind ja…“, lachte Ben. „Nein vierbeinig… aber das ist zweitrangig. Wir brauchen Männer, die anpacken können und die auch mal ein Auge zudrücken…“, erklärte Toni nun. „Ach und wo?“, wollte Semir nun wissen. „Sagt ja und ihr werdet es sehen…“, schlug Bernd vor. In der Kneipe kam es zu Tumult. „Die Bullen bekommen Verstärkung…los weg hier!“, ermahnte Toni die Drei. „Na bevor ich wieder in den Knast gehe, dann lieber mit euch…. Verdammt… unser Wagen steht vorn. Da kommen wir nicht ran…“, knurrte Semir wütend. „Dann fahren wir mit unserem…kommt!“, lachte Bernd und zog Semir mit sich.


    Axel stand nur kurz darauf im Toilettenraum der Kneipe und versuchte den Tomatensaft aus dem Hemd zu bekommen. „Das hat der Mistkerl extra gemacht…er weiß genau, dass ich Tomatensaft hasse… es gibt nichts Schlimmeres!“, fauchte er wütend. Kurt sah ihn grinsend an. „Du hättest ihn halt nicht als schwulen Hund einsetzen sollen. Da wird das Ego von dem Kleinen angekratzt… selbst Schuld…“, meinte er nur. „Man, das war doch nur ein Witz….aber er macht gleich Ernst… aber das wird er mir bezahlen…. Das ist eine Kneipenrunde auf seine Kosten, das schwöre ich dir.“, schimpfte Axel weiter. „Ich denke mal das unsere beiden Freunde hier jetzt von Mitterand überprüft werden. Möchte echt nicht in deren Haut stecken. Wann wird Robin sich melden?“, wollte Kurt wissen. „Sobald er mit den Beiden gesprochen hat. Ich denke mal spätestens morgen Mittag… Verdammt….das Zeug geht nicht raus!!“ Kurt sah ihn an. „Jetzt lass sein... wir müssen jetzt auf die drei Jungs acht geben und aufpassen, dass man ihnen nicht auf die Schliche kommt.“, meinte er nur und Axel nickte. „Die Rechnung von der Reinigung stell ich Semir persönlich in Aussicht.“, knurrte er und ging mit seinem Kollegen aus der Kneipe. Jetzt konnten sie nur noch warten, bis sich Robin meldete und Ergebnisse vorlagen.


    Bernd und Toni fuhren mit Ben und Semir weit in die Pampa hinaus. Obwohl es dunkel draußen war und die Nacht düster trüb war, versuchten beide Kommissare etwas in der Dunkelheit zu erkennen. „Wo fahren wir hin?“, wollte Semir wissen und versuchte dabei, etwas zart zu klingen, was Ben Schwierigkeiten bereite, da er versuchte, nicht zu lachen. „Hör auf... du verrätst uns noch.“, zischte Semir leise und kaum hörbar zu seinem Partner. „Wir bringen euch zu unserem Boss... Wie gesagt, er sucht immer wieder Leute, die fest anpacken können.“, erwiderte Toni und beobachtete die Beiden genau. „Wie heißt ihr eigentlich?“, wollte er dann wissen. „Der große hier ist Leon Weißberg... mein Bruder.“, erklärte Semir und sah den skeptischen Blick von Bernd durch den Rückspiegel. „Ich bin Ralf ... Ralf Weißberg.“, fügte der Deutschtürke hinzu und wieder spürte er den Blick von Bernd durch den Spiegel in seinem Körper. Verlegen blickte er nach unten. „Ihr seid also Brüder, ja?“, kam es dann nur von Bernd und wieder nickten Ben und Semir. „Gut... ihr müsst wissen, unser Boss ist nicht sehr einfach. Am Besten, ihr tut, was er von euch verlangt. Dann habt ihr ein leichtes Leben.“ „Und wenn nicht?“, kam die Frage von Ben. „Tja, dann könntet ihr euch wünschen, euer Leben wäre vorbei.“, antwortete Toni und lächelte mit einem teuflisch falschen Grinsen. Wo sind unsere beiden Helden da nur wieder hinein geraten?

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Arnaud kam um die Ecke, als ihm Josefine, genannt Jo, entgegenkam und in ihr kleines Auto steigen wollte. „Wo willst du hin, Jo?“, fragte er wütend und hielt sie am Arm fest. Die junge, rothaarige Dame sah ihn mit funkelnden Augen an. „Lass mich los, Arnaud, oder ich sage es meinem Vater.“, fauchte sie zurück und wollte sich losreißen, doch der Mann hielt sie fest. „Das kannst du vergessen. Ich soll auf dich aufpassen... und das werde ich tun.“ „So... ich bin aber keines von deinen dämlichen Pferden.“, schrie sie und funkelte ihn mit ihren giftgrünen Augen an. Arnaud schwang seine Hand hoch, holte aus und wollte zuschlagen, doch in diesem Moment kam der Wagen von Bernd und Toni aufs Gelände gefahren. „Hast du ein Glück...“, schnauzte er sie an, nahm ihr den Schlüssel weg und stieß sie von sich. „Dreckschwein.“, zischte sie und verschwand wieder im Haus. Arnaud sah ihr kopfschüttelnd nach, wandte sich dann aber dem Wagen zu. „Bernd, Toni... wen bringt ihr da mit?“, wollte er wissen und sah die beiden Männer, die aus den hinteren Türen des Wagen ausstiegen, mit skeptischem Blick an. „Das sind unsere Neuzugänge. Leon und Ralf Weißberg.“, stellte er die beiden vor. Arnaud sah sie immer noch von oben herab an. „Ich hoffe, ihr könnt mit Pferden und Menschen umgehen.“, knurrte er nur. „Besonders mit den männlichen Menschen.“, kam es nur schnurrend von Semir. Alle Anwesenden sahen ihn an. Arnaud wusste nicht, wie er reagieren sollte, lachte dann aber los. „Du gefällst mir... für dich habe ich eine besondere Aufgabe. Aber jetzt will ich erstmal wissen, was ihr so auf dem Kerbholz habt. Toni... bring sie zu ihrer Unterkunft. Ich kümmere mich morgen um euch.“, meinte Arnaud und Toni brachte beide Brüder in ihre Unterkünfte.


    Toni brachte die Brüder in ein kleines Nebenhaus und schloss die Tür auf. „So... das ist euer neues Zuhause. Ihr findet hier eigentlich alles, was ihr braucht. Solltet ihr was benötigen, was eingekauft werden muss, sagt mir bescheid... Ich fahre dann in die Stadt und hole es. Ihr werdet bis auf weiteres leider nicht das Gelände verlassen dürfen.“, gab Toni bekannt. „Und was ist mit Essen?“, kam es von Leon alias Ben. „Heute nicht mehr... tut mir Leid. Ihr werdet bis morgen warten müssen.“, erwiderte er und schloss die Tür hinter sich. Nur kurz darauf war ein Schlüssel zu hören. „Ja super.....“, stieß Ralf aus. „Hey... das die vorsichtig sind, war doch wohl anzunehmen. Bin nur mal gespannt, was uns erwartet. Ich hab Hunger!“, maulte Leon. Ralf alias Semir grinste leicht.

  • „Hast du den nicht immer?“, wollte er wissen. „Ja und....ein gesunder Körper muss auch geölt werden....verstehst du?“, grinste Leon. „Ja sicher....“, lachte Ralf nur. Während sie redeten sahen sie sich aufmerksam im Raum um. Es schien hier keine Mikrofone zu geben. „Ich hab nix.“, kam nun von Semir. „Ich auch nicht... also gut....Richtmikrofone?“, wollte Ben wissen. „Kann ich mir nicht vorstellen. Ich meine, die Typen sehen nun nicht so aus, als seien sie von der technischen Seite...“, meinte Semir nur. „Ja...welche Rolle dieser Typ wohl für dich hat?“, harkte Ben nach. „Das würde ich auch gern wissen. Steh mal Schmiere, ich rufe Axel an...“, grinste Semir.


    Axel ging ans Telefon. „Wir sind drin.“, gab Semir durch. „Hör mal...das mit dem Hemd...das war eine absolute Schweinerei!“, beschwerte Axel sich. „Ach und mich als warmen Bruder hinstellen nicht, oder was?“, konterte Semir sofort. „Also gut... war ein kleiner Fehler....ich fand nur, es passte zu dir... Außerdem....was nicht ist, kann ja noch werden. Habt ihr schon was für uns?“, wollte Axel wissen. „Nein... derzeit sitzen wir im Zimmer und haben Hunger. Mein Bruder verhungert schon...“, lachte Semir. „Oh...Vielleicht kann Robin euch was besorgen. Er meldet sich heute Abend auch noch. Ich sag ihm dann Bescheid.“, versprach Axel. „Das wird Ben sicher beruhigen...“, säuselte Semir. Axel konnte nicht anders, er musste laut loslachen. „Das steht dir wirklich....Semir....mein Liebling....“ Bevor Semir was antworten konnte, legte Axel auf. Kurt kam herein. „Und...hast du dich beschwert...sieht übrigens gut aus.... dieser rosa Streifen auf deinem Hemd... wertet das Ding richtig auf.“, lachte er Axel sah ihn an. „Die Reinigung bezahlt mein Liebling...“, säuselte er. Kurt lachte noch mehr. „Du hast Semir aber nicht so angesprochen oder?“, wollte er wissen. „Doch...“, grinste Axel. „Und was hat er gesagt?“, harkte Kurt nach. „Weiß ich leider nicht... bevor er antworten konnte... aber er hat sicher geflucht...“, lachte Axel.


    ...

  • Arnaud sah Bernd und Toni an. „Was wisst ihr über die Beiden?“, wollte er sofort wissen. „Bisher noch nichts. Ralf scheint schwul zu sein. Leon ist ein ziemlich arroganter Typ. Aber sie haben uns geholfen, als die Bullen Bernd festnehmen wollte. Dieser Typ vom BKA....Axel Dingsda...“, knurrte Toni. Arnaud nickte. „Ich werde sie überprüfen....bzw. überprüfen lassen. Das volle Programm... diese Art zum Einschleichen kenne ich von den Bullen....Das ist eine alte Masche.... Habt ihr die Handy abgenommen?“, harkte Arnaud weiter nach. Bernd sah Toni an. „Nein....ich mein, das sind keine Gefangenen, sondern Mitarbeiter....warum sollten sie nicht telefonieren...“, kam erstaunt von ihm. Arnaud lachte leise. „Stimmt...sind nur normale Mitarbeiter... hoffe, die werden sich beweisen. Für den Schwuli habe ich eine besondere Aufgabe.... er wird Josephine bewachen. Unser Freund hat nämlich die Sorge, dass sie zu früh die Beine breit macht...“, gab er bekannt. Bernd lachte leise. „Na...bei Ralfi dürfte das dann ja kein Thema sein...“, nickte er. „Gib den Beiden was zu essen....ich habe in der Küche noch ein paar Reste stehen. Will doch nicht, dass sie verhungern. Lass Robin es reinbringen. Der Junge kann ruhig mal was tun.“, schlug Arnaud vor. Wenig später wurde Robin instruiert, das Essen für die beiden „Neuen“ herzurichten und es ihnen zu bringen. Robin nickte nur und nahm das Tablett vorsichtig in beide Hände. Als er vor der Tür stand, sah er sich vorsichtig um. Keiner von Arnauds Leuten zu sehen. Nervös nahm er seine Hand unter dem Tablett hervor und drehte den Schlüssel rum.


    Ben und Semir drehten sich herum, als sie den Schlüssel hörten und den schmalen Kopf von Robin durch die Tür lugen sahen. „Ich bring euch etwas zu essen.“, meinte er vorsichtig und trat in das Zimmer hinein. Die beiden Kommissare blickten ihn an, als er ohne ein Wort das Tablett auf den Tisch stellte und sich wieder zum Gehen wandte. Doch in der Tür blieb er stehen, drehte sich um und kam wieder auf die beiden zu. „Seid ihr hier, um mir zu helfen?“, fragte er schnell und flüsternd. Immer hatte er die Angst, entdeckt zu werden. Semir nickte nur. „Keine Sorge Robin, wir werden diese Typen schon aushebeln.“, meinte er lächelnd, doch das schien dem jungen Polizisten gar nicht zu gefallen. „Ihr wisst nicht, wie gefährlich diese Typen sind.“, zischte er und kam mit seinem Gesicht an die Kommissare dichter heran. „Wisst ihr, was mit meinem Vorgänger passiert ist?“, wollte Robin wissen. „Wie denn? Wir sind erst eineinhalb Stunden hier.“, kam es nur murrend von Ben, der schon dauernd hungrig zum Tablett rüberäugte. „Er ist verschwunden.... Ich habe mit den anderen Stallburschen versucht, zu sprechen, aber sie alle schweigen... aus Angst. Diese Kerle sind gefährlich. Es sind kalte, unberechenbare Mafiosos, für die ein Menschenleben nicht viel zählt.“, erklärte der junge BKA-Mann. Semir nickte mit hochgezogener Augenbraue. In ihm arbeitete es. Sein Bauchgefühl meldete ihm, dass es vielleicht besser gewesen wäre, auf den Einsatz zu verzichten. Doch nun konnten sie kaum noch nein sagen. „Wir werden halt extrem vorsichtig sein müssen.“, meinte der Deutschtürke nur. „Das wird nicht reichen... Ich warne euch... seht euch vor. Hier gibt es mehr zwischen Schmiede und Koppel, als das bloße Auge erkennt.“, mahnte Robin und verschwand dann wieder. Er ließ zwei verdutzt dreinschauende Autobahnkommissare zurück. „Hm, was meint er nur damit?“, wollte Ben wissen. „Keine Ahnung... aber ich habe so das dumpfe Gefühl, als würden wir es noch herausfinden.... Na ja, essen wir erstmal.“, kam es nur von Semir und gemeinsam machten sie sich über die Reste an Wurst, Käse und Brot her, die Robin ihnen zusammen mit einem Krug Wasser und ein paar Weintrauben gebracht hatte. Danach begaben sich beide in die sehr bequem aussehenden Betten und fielen in einen intensiven, aber kurzen Schlaf.


    Früh um sieben Uhr wurden beide jäh mit einem polternden Hämmern gegen ihre Tür geweckt. „Hey, ihr Beiden... los raus... in einer Stunde gibt es Frühstück.“, fauchte Bernd nur durch die dicke Tür. Sofort schreckten Ben und Semir hoch. „Ja... ja, wir kommen gleich.“, gab Semir nur als Antwort mit verschlafener Stimme und sah dann zu Ben, der sich wieder in sein Kissen hatte fallen lassen. „Na komm Leon... Bruderherz... aufstehen und die Pferde füttern.“, kam es lachend von Ralf. „Hmmmmmmm...“, knurrte Ben nur und schwang sich dann ebenfalls aus dem Bett. Nach einer halben Stunde waren sie fertig und gingen in das Untergeschoss, wo der große Speisesaal war und alle Angestellten an einem langen Tisch saßen. Arnaud saß neben dem Kopfende und blickte auf, als er die beiden Neuen sah. „Ah... da seid ihr ja endlich. Setzt euch und esst, es wird ein anstrengender Tag für euch.“, meinte er nur schnell und neugierig sahen beide auf den leeren Stuhl am Kopfende. Sie hatten sich neben Robin gesetzt und Ben lehnte sich leicht zu dem Jungen rüber. „Für wen ist denn der Stuhl dort am Ende des Tisches?“, wollte er kauend wissen und das so sehr, dass ihn Toni, der den Dreien gegenüber saß, von seinem Teller aufblickte. „Das geht dich nichts an, Leon. Für dich ist nur wichtig, wer dir die Befehle und deinen Lohn gibt. Und den einen siehst du vor dir und der andere sitzt dort hinten.“, er deutete auf Arnaud, der mit Genuss und Schweigen eine geschmierte Brotscheibe aß und aus den Augenwinkeln alle Angestellten zu beobachten schien. „Hab ja nur gefragt.“, kam es von Leon alias Ben und er und Ralf alias Semir machten sich schweigend, aber durch Blicke kommunizierend, über das Essen her.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
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    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Um acht Uhr wurden beide von Toni in das Arbeitszimmer von Arnaud gebracht, der vor einem Computer saß und wie gebannt auf den Bildschirm starrte. Wieder trafen sich die Blicke der beiden Brüder. „Scheint, als ob er die Akte über uns gefunden hat.“, dachte Semir nur und Ben bejahte dies mit einem Nicken. „Hier sind die beiden neuen.“, gab Toni bekannt und Arnaud sah auf, als er beide vor sich hatte. Semir und Ben traten etwas nervös ein. „So…wer ist wer?“, wollte Arnaud wissen. „Ich bin Ralf…das ist mein Bruder Leon…“, ergriff Semir das Wort und wies auf Ben. „Du bist schwul?“, kam die nächste Frage. Semir sah zu Ben und nickte dann. „Ja…aber…also ich… meine...“, versuchte er zu erklären. „Ich will nicht hören warum und wieso. Die Jungs lässt du aber in Ruhe….damit das klar ist. Ich habe für dich einen besonderen Auftrag. Aber dazu gleich mehr. Was habt ihr in der Vergangenheit so getrieben?“, harkte Arnaud nach. Er zündete sich eine Zigarre an und blies den Rauch in die Luft. „Wir sind erst seit sechs Wochen wieder aus dem Bau. Er hat einen der Bullen niedergeschlagen. Außerdem hat er ihn als Geisel benutzt und gedroht ihn abzuknallen falls wir verfolgt werden. Tja…. Auf der Flucht hat er den armen Kerl dann einfach aus dem fahrenden Auto geworfen…“, fiel Ben ins Gespräch ein. Semir sah ihn etwas erstaunt an. Doch er sagte nichts. „Bist nicht zimperlich, was?“, lachte Arnaud und sah Semir an. „Nicht wenn ich im Recht bin…“, kam etwas gleichgültig von Semir. „Ach und wann bist du im Recht, Ralfi?“, lachte Arnaud. „Ich habe immer Recht!“, gab Semir bestimmt von sich. „Okay…. Du bist gleich dran. Leon…du wirst mit Robin im Stall arbeiten. Ausmisten, Pferde auf die Koppel bringen, die Tiere bewegen, füttern…pflegen….ist das angekommen?“, Arnaud ließ seine Stimme forsch klingen. Leon alias Ben nickte nur und beide verschwanden wieder aus dem Zimmer.


    Josefine saß beleidigt in ihrem Zimmer. Sie wollte raus und anstatt hier tun und lassen zu dürfen, wie sie es wollte, wurde sie eingesperrt. Wer war sie denn? Sie war doch die Tochter vom großen Boss und Arnaud behandelt sie wie eine Gefangene. Das ist absoluter Mist…sie wollte tanzen gehen. Marco wartete sicher schon am Treffpunkt. Nicht einmal anrufen konnte sie ihn. Arnaud hatte ihr das Handy weggenommen. Josefine ging ans Fenster und schaute raus. „Gut…wenn ich die Männer nicht draußen haben darf, dann eben die, die hier sind…. Robin zu Beispiel….der ist auch süß. Und sicher ist er auch für Zärtlichkeiten zugänglich.“, dache sie bei sich. Und dann sah sie, wie Robin mit einem weiteren Mann zum Stall ging. „Hey…. Der ist ja süß….“, rief sie leise aus, als sie den dunklen Wuschelkopf sah. Wer das wohl war? Egal….ihn wollte sie haben. Die Tür zu ihrem Zimmer ging auf. Sofort huschte Josefine zu ihrem Bett und legte sich rauf. Arnaud und ein weiterer Mann traten ein.

  • „Josi….das ist Ralf…er wird auf dich aufpassen. Ab sofort wirst du keinen Schritt mehr ohne ihn machen…das ist der Wunsch deines Vaters, also respektiere ihn!“, befahl Arnaud. „Mein Vater, ja? Hat mein Vater vergessen, dass ich in Kürze 18 werde? Dann kann er mir gar nichts mehr verbieten…und diese Flitzpiepe wird mich sicher nicht beschützen können!!“, fauchte sie wütend. Arnaud lachte leise. „Sie hat das Temperament von ihrer Mutter geerbt. Das war eine Spanierin.“, erklärte er und sah Ralf an. „Du kannst hier im Zimmer mit ihr schlafen.“, befahl er regelrecht. Josefine sah ihn erschrocken an. „Wie bitte? Bei mir? Du hast doch wohl ein Ei am Wandern!!“ regte sie sich auf. Auch Semir gefiel der Vorschlag überhaupt nicht. „Ich würde lieber bei Leon schlafen.“, sagte er deshalb. „Würdest du ja? Und wie stellst du dir das vor? Oder warte…soll Josefine vielleicht bei euch da drüben?.....ja…wieso eigentlich nicht… passt auf… du Ralfi, Leon und Josefine werdet in dem Nebengebäude untergebracht. Da sind zwei Räume…einer für dich und dein Bruder und einen für Josefine… Sie wird abends aber eingesperrt, klar?“, warnte Arnaud. Ralf nickte nur.


    „Man….du hast dir also mal wieder den besten Job unter den Nagel gerissen…ganz toll Ralf…vielleicht sollte ich auch schwul werden…“, fauchte Ben alias Leon gespielt wütend. „Hey… was kann ich dafür….ich bin es halt… und auf die Schwester da aufzupassen ist sicher nicht einfach.“, konterte Semir alias Ralf. „Ja sicher… du schwitzt sicher bei der Arbeit. So eine hübsche kleine Maus….ist natürlich sehr viel anstrengender als eines der schönen edlen Tiere…“, lachte Leon. Josefine sah von einem zu Andern. Dann stand sie auf und stellte sich vor Ben hin. „Du bist ein ganz süßer, weißt du das eigentlich, Leon…?“, gurrte sie fragend. Ben sah sie nur an. „Ja sicher… meine Mama hat das auch immer gesagt….schieb ab, Kleines…“, gab er ihr einen Korb. Josefine sah ihn mit flammenden Augen an. „Das macht man nicht mit mir, das sag ich dir. Mich weist man nicht ab.“, zischte sie und trat wieder an Ben heran, wollte mit ihren Fingern an seinem Arm entlang fahren, doch Ben packte ihre Hand, drehte sie zur Seite. „AU... du tust mir weh...“, schrie sie auf, als Ben sie in ihr Zimmer brachte, aufs Bett warf und die Tür abschloss. „So ein kleines...“, knurrte er und ließ sich erschöpft auf seine Liege fallen. „Na was denn? Sie ist doch ganz niedlich...“, stichelte Semir nur und bekam von Ben ein Kissen an den Kopf geworfen. Beide legten sich nach dem ersten, anstrengenden Tag zur Ruhe und schliefen alsbald ein. Doch wenn sie glaubten, dass sie das Mädchen so einfach zur Ruhe bringen konnten, hatten sie sich geschnitten.


    ...

  • Josefine rüttelte an der Tür, immer und immer wieder. „Wenn ihr glaubt, ich bleibe hier drin, dann habt ihr euch aber geschnitten.“, hatte sie Leon hinterher gebrüllt und machte sich nun am Schloss zu schaffen, doch als dieses nicht nachgab, ging sie zum Fenster und versuchte es dort. Die Zimmer langen nicht allzu hoch, sie und die beiden Kerle waren im ersten Stock untergebracht und neben dem Fenster verlief die Regenrinne. Sie schlüpfte hinaus, zog sich vorher ihre Jacke und Schuhe an, steckte sich ihr Geld ein, und glitt elegant an der Regenrinne zu Boden. „Ihr werdet Ärger bekommen, dafür sorge ich schon.“, drohte sie den Beiden durch das Fenster und schlich sich langsam vom Hof. Sie hatte sich mit Marco einige Meter vom Gestüt weg, im Wald verabredet. Von da aus wollten sie gleich auf die Party fahren. Warum durfte sie kein normales Leben führen? Warum musste sie ihr Vater immer wegsperren und versuchen, vor allen zu beschützen? Sie verstand es nicht und sie wollte es auch nicht verstehen. Sie lief und lief und lief und merkte nicht, wie sie von Toni dabei beobachtet wurde, als sie leise das Tor vom Gestüt öffnete und in den Waldweg hineinlief. Dieser zögerte nicht und rannte hinterher. „Hallo Liebling...“, säuselte sie außer Atem, als sie am Wagen von Marco ankam und dieser sie mit seinen Armen an sich schlang. Beide küssten sich, doch es wurde ein sehr kurzer Kuss. „Ach nein... du schon wieder.“, fauchte plötzlich eine Stimme und erschrocken drehten sich die beiden um. Toni stand vor ihnen, riss Josi von dem Jungen weg. Sie wehrte sich, trat und schlug nach ihm. „Lass mich los, du hirnloser Gorilla.“, schrie sie. „Lass sie los.“, forderte auch Marco und ging auf Toni los, doch dieser blockte den Angriff ab, holte aus und schlug zu. Bewusstlos sackte Marco mit blutender Nase zusammen. „NEIN... du hast ihn getötet.“, schrie Josefine und schlug immer wieder auf den Mann ein, doch dieser schulterte sie letztendlich nur und trug sie, wild keifend und zeternd, zum Gestüt zurück.


    Ben und Semir wurden von dem Krach geweckt, der vor ihrer Tür stattfand. „Was ist denn los?“, wollte Ralf wissen, als er die Tür aufmachte und sofort landete eine Faust in seinem Gesicht, die ihn unvorbereitet traf und er nach hinten taumelte. Sofort war Leon bei seinem Bruder und hielt ihn fest. „Ihr solltet auf die Kleine aufpassen... Könnt ihr denn gar nichts richtig machen?“, fauchte Toni und schob Josefine zu den beiden ins Zimmer. „So... von heute an wird sie hier schlafen. Egal, was der Boss sagt... und passt gefälligst besser auf die Kleine auf, sonst erlebt ihr, wie sauer Arnaud werden kann und ich auch.“, schrie er und knallte dann die Tür zu. Semir oder Ralf hielt sich immer noch seine Nase und betastete sie vorsichtig. „Ist alles in Ordnung mit dir, Ralf?“, wollte Leon wissen und sah seinen Bruder an. Dieser zuckte nur mit den Schultern und warf der Kleinen dann einen strafenden Blick zu. „So... ich denke, das Ganze haben wir dir zu verdanken. Jetzt müssen wir auf dich verzogene Göre auch noch die Nacht über aufpassen.“, fauchte er und wischte sich mit einem Taschentuch das Blut ab. Josefine stand mit verschränkten Armen vor ihm und hatte die Augen zu gehässigen Schlitzen geformt. „Denkst du, mir macht das Spaß, Tunte.“, schrie sie und ließ sich auf Bens Bett fallen. „Wie war das?“, fauchte Semir sie an und wollte sie schon übers Knie legen.


    Ben warf Semir ein Coolpad hin, welches er im Kühlfach gefunden hatte. Er nahm ein Seil und band Josefine ans Bett fest. „Spinnst du?“, fauchte sie ihn an und versuchte sogar nach ihn zu treten. „Hey.. pass mal auf du kleine Mistbiene….ich will heute Nacht schlafen und nicht vor dir sitzen wie ein Hund. Es reicht, dass mein Bruder deinetwegen eine gebrochene Nase hat! Also Klappe…. Es sei denn du willst auch noch einen Knebel haben…“, drohte Ben ihr an. „Das wagst du nicht!! Das sage ich alles meinem Vater!!“, schrie Josefine. Ben sah sie warnend an. „Halt die Klappe!“, fauchte er sie an. „Aber…ich wollte doch nur Marco treffen…und Toni hat ihn einfach zusammen geschlagen!! Er hat ihn umgebracht!!“, fing Josefine nun an zu weinen. Ben setzte sich zu ihr. „Marco ist dein Freund oder?“, wollte er wissen. „Ja…ich liebe ihn, aber mein Vater lässt mich hier wie eine Sklavin halten…ich will weg hier…“, weinte Josefine. Ben streichelte ihr sanft den Rücken. „Hey… wenn du dich still verhältst, sehe ich nach diesem Marco…aber nur dann…“, schlug er vor. Josefine schniefte. „Wirklich?“, wollte sie wissen. „Ja sicher... wo ist er denn?“, kam von Ben die Frage. „Am Schuppen…wenn du raus gehst, direkt links und dann rechts. Toni hat ihn sicher umgebracht…“, weinte Josefine wieder. „Bin gleich zurück.“, versprach Ben und verschwand. Semir kam zurück. „Du kleine verdammte…hey… wo ist mein Bruder hin?“ fragte er. Es hörte sich irgendwie verschnupft an.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Ben ging über den Hof in Richtung Schuppen. Davor lag tatsächlich jemand. Ben rannte hin. Ein Junge von knappen 18 Jahren vermutlich etwas älter lag im Dreck. Ben drehte ihn vorsichtig um. „Hey!“, rief eine Stimme. Ben erkannte Robin. „Robin…hilf mir mal.“, bat er. Gemeinsam mit Robin schaffte er den bewusstlosen Jungen in die Scheune. „Toni hat ganz schön hingelangt… aber selbst Schuld… was macht er sich auch an Josi ran…“, meinte Robin. „Hey.. das ist kein Grund den Jungen so fertig zu machen. Sind die zu allem so brutal?“, wollte Ben wissen und verarztete den Jungen. „Ja sicher… was meinst du denn. Ich bin deshalb ständig vorsichtig. Wenn die herausfinden, dass wir Bullen sind, dann können wir uns selbst die Kugel geben…Die werden uns nicht laufen lassen.“, gab Robin zu bedenken. „Ja, aber sie wissen nicht, dass wir welche sind. Hilf mir mal. Wie kriegen wir den Jungen denn hier weg?“, wollte Ben wissen. Er untersuchte den bewusstlosen Jungen, stellte jedoch keine größeren Verletzungen fest. „Ich denke er ist über die Weide gekommen. Da ist ein Loch im Zaun und…nun ja… ich muss es flicken…bisher habe ich es nicht geschafft.“, lächelte Robin.


    Toni lehnte an der hinteren Wand der Scheune und hörte zu. Sehr interessant. Bullen also….Und wenn Robin und dieser Leon Bullen sind, dann war Ralfi sicher auch einer. Klar…. Die treten ja immer im Rudel auf. Was sollte er nun tun? Arnaud stecken, dass die Drei schnüffeln? Oder sollte er noch abwarten? Vielleicht sollte er Arnaud vorschlagen, dass er den Dreien erst einmal die Handys abnimmt und natürlich Ausgangssperre. Moment… ja… Arnaud wollte doch ab Morgen für mindestens zwei Wochen weg fahren… mit dem Big Boss nach Frankreich zurück. Und Toni war sein Verwalter, also würde er Toni beauftragen auf das Gestüt aufzupassen. Wie genial…das passt doch. Okay… nun musste er nur noch einen Plan überlegen, wie er die Drei so richtig fertig machen konnte. Sicher würden ihm die anderen dabei helfen….vielleicht sollte er mit dem Schwuli anfangen. Doch erst wollte er noch mehr erfahren. Er horchte weiter. Aber es schien sich kein weiteres Gespräch zu ereignen. Toni überlegte, was er machen sollte. Da kam ihm die Idee... War es nicht immer das schwächste Glied in einer Kette, dass die Kette zum Zerreißen brachte? Und ganz klar... Robin war das schwächste Glied zwischen diesen Bullen. Er würde sich ihn schnappen und einer Wahrheitskur unterziehen. Toni hatte auch schon das richtige Mittel dafür. Schnell sah er nochmals zu den Beiden hinüber und verschwand dann in sein Quartier.

  • „Was machen wir jetzt mit dem Jungen?“, wollte Robin wissen und sah Ben fragend an. „Erstmal weg von hier. Wer weiß, was diese Kerle noch mit ihm anstellen.“, murrte er und griff den Arm des Jungen, wollte sich ihn über die Schulter packen, als dieser schreckhaft aufwachte und nach Ben schlug. „Hey Junge, lass das.“, stieß dieser aus und ließ ihn sofort wieder fallen. „Was habt ihr mit Josi gemacht? Wo ist sie?“, fauchte er und wollte auf die beiden Männer losgehen, doch Ben hielt ihn fest und presste seine Hand auf den Mund des Jungen. „Kannst du nicht die Klappe halten oder willst du, dass Arnaud sich dir zur Brust nimmt?“, zischte er und sah Marco eindringlich an. „Wir wollen dich nur von hier weg bringen. Also, sag uns, wo und wie du hergekommen bist und wir lassen dich los.“, erklärte Ben sachlich und ruhig. Marco blieb nichts anderes übrig, als dem Mann zu glauben, zumal er nicht wie die anderen Schläger aussah, die auf diesem Gestüt arbeiteten. Er nickte und der Fremde nahm die Hand von Marcos Mund. Ben atmete durch. „Okay, wie bist du hergekommen?“, wollte er wissen und sah sich um. „Mein Wagen... er steht dort hinten am anderen Ende des Geländes.“, erwiderte der Junge und deutete auf den Rand des Zaunes. „Okay... wir bringen dich schnell hin und dann verschwinde von hier, bevor Arnaud etwas von dir weiß. Klar?“, fragte Ben und Marco nickte. Robin und Ben brachten Marco zu seinem Wagen und der Junge stieg ein. Ben hielt die Tür fest und Marco sah auf. „Hör zu, es ist vielleicht besser, wenn du dich hier einige Tage nicht sehen lassen würdest, bis man deinen Besuch vergessen hat.“, mahnte Ben. Marco wollte was erwidern, ließ es dann jedoch und fuhr los. Ben und Robin gingen zurück zu ihren Quartieren und wünschten sich eine gute Nacht. Beide ahnten nicht, dass es die letzte gute Nacht für sie war.


    Nach dem Frühstück, bei dem alle drei mit misstrauischen Augen von Toni beobachtet wurden, hatte Semir und Ben im Stall zu tun. Während Semir das Fohlen und dessen Mutter striegelte, räumte Ben eine leere Pferdebox aus. „Sag mal, findest du nicht auch, dass Toni uns heute ziemlich beobachtet hat?“, kam es schnaufend von Ben, als dieser das Heu aus der Box in eine Schubkarre warf und neues Heu auslegte. Semir sah über das Fohlen und nickte nur. „Ob der irgendwas ahnt?“, kam es nachdenklich vom Deutschtürken. „Ich weiß nicht, aber warum sollte er uns sonst so beobachten. Vielleicht ist unsere Tarnung doch nicht so perfekt. Vielleicht solltest du mehr an deiner Rolle als warmer Bruder arbeiten...“, kam es grinsend von Ben. Geschockt schnellte Semir aus der Box und war im selben Moment neben Ben. „Was soll ich? Du spinnst wohl... Ich bin glücklich verheiratet.“, fauchte er laut und deutlich hörbar. „Das ist gut zu wissen.“, kam es von Bernd, der in diesen Moment in den Stall getreten war.