Von Berufsehre und Berufsrisiko

  • „So… ich hab alles. Das wird ein tolles Grillfest. Die Chefin hat ausdrücklich darauf bestanden, dass wir alle daran teilnehmen. Ist eigentlich eine klasse Idee mit dem Grillabend. Nur sie hätte es vorher ankündigen sollen. Jetzt müssen wir erst mal einkaufen…“, grinste Ben. Sie gingen gerade an der „Dresdner Bank“ vorbei, als Semir umgerannt wurde. „Hey!!!“, stieß er erschrocken aus und ging zu Boden. Der Mann, der ihn umgerissen hatte, sah ihn genauso erschrocken an. Dann jedoch zog er eine Waffe und legte auf Semir an. „Keine Bewegung!! Ich knall dich ab!!“, fauchte er wütend. Semir blieb reglos am Boden liegen. Auch Ben war so erschrocken, dass er nicht reagierte. Es folgen noch zwei Männer. „Lass es!! Los wir hauen ab!!“, schrie der zweite Mann. Die drei rannten auf den Wagen zu. Semir kam aus der Starre raus und reichte Ben die Hand. „Die kaufen wir uns!“, fauchte er wütend, denn mittlerweile hatten sie begriffen, dass es ein Überfall hier war. Schnell war das Eingekaufte auf dem Rücksitz verstaut und Semir sprang hinter das Lenkrad. Er startete und raste los, bevor Ben die Tür richtig schließen konnte. „Cobra 11 an Zentrale. Dresdner Bank auf der Neusser Strasse in Köln wurde soeben überfallen .Wir verfolgen die Räuber in Richtung A 1 auf der Neusser Strasse. Schickt einen Streifenwagen zur Bank!“, befahl Ben und schnallte sich jetzt erst an. „Scheiße!!“, stieß Semir aus und machte einen Schlenker, um einen Wagen der in zweiter Reihe parkten wollte. Ein Hupkonzert der nachfolgenden ließ er einfach ungeachtet. „Verlier ihn bloß nicht!“, ermahnte Ben seinen Partner. „Nur keine Sorge… niemand entkommt Semir Gerkhan.“, grinste dieser nur.


    Georg Paschner war mit seinen 78 Jahren geistig sehr fit. Er hatte sich einen Ruf gemacht, auf den er sogar Stolz war. Denn, er war in seiner Jugend der beste Panzerknacker, den es gab. Seit gut 15 Jahren hatte er sich nichts zu Schulden kommen lassen und die Polizei schien das Interesse an ihm gänzlich verloren zu haben. Sein alter Ford Escord hatte sicher schon bessere Tage gesehen, dennoch wollte er sich nicht von dem Wagen trennen. Denn dieser Wagen hatte schon so viele Brüche mitgemacht, dass es eigentlich eine Schande wäre, ihn einfach in die Schrottpresse zu packen. Nein.. dieser Wagen hatten einen besonderen Abgang verdient. Nicht einfach an den Haken und weg… etwas Spektakuläres wäre viel Besser. Georg reihte sich auf die A1 ein. Nur noch wenige Kilometer und er würde wieder dort sein, wo er sich wohlfühlte. Diese Familienbesuche waren das Schlimmste, was er kannte. Aber er drückte sich nicht davor. Als er so eine kurze Weile fuhr und darauf achtete, nicht die Geschwindigkeitsbegrenzung zu überschreiten hörte er ein Hupen und Sirenen. Ein Blick in den Rückspiegel zeigte ihm, dass die Polizei angerast kam. Schnell kontrollierte er noch einmal seine Geschwindigkeit und zog auf die rechte Spur um den Fahrzeugen den Vorzug zu lassen.

  • Ein schwarzer Mazda schoss im selben Moment an ihm vorbei, dahinter ein silberner BMW mit einer rot-blauen Lichtanlage am Sonnenschutz. Kann das sein?, dachte er und sah dann, wie der schwarze Mazda neben einem LKW langsamer wurde und die Beifahrerscheibe runtergelassen wurde. „Oh nein.“, dachte er nur, doch im nächsten Moment knallte es auch schon. Die Schüsse zerfetzten die Reifen des LKWs und der Fahrer verlor sofort die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Mazda zog davon, ehe das große Gefährt die Fahrbahnen sperren konnte und nach der Seite umfiel, die gesamte Ladung, etliche Mehlpakete, fielen auf die Fahrbahn und auch auf den BMW, der den Mazda verfolgt hatte. „Scheiße.“, stieß Ben aus und suchte Deckung, doch Semir stieg abrupt in die Eisen. Doch das nützte nichts. Das Auto war binnen weniger Sekunden unter einer weißen Wolke und dem Staub eingedeckt. Doch damit nicht genug. Die Wagen hinter ihnen schlidderten in den LKW und Benzin lief aus den Wagen, vermischte sich mit dem Mehl. „Shit. Sofort alle raus aus den Wagen.“, stieß Ben aus, als er sah, dass sich das Benzin langsam entzündete. Und tatsächlich. Noch ehe alle aus den Autos waren, gab es eine riesige Explosion, die mit einer enormen Druckwelle verbunden war. Die Scheiben barsten und überall flogen diese tödlichen Geschosse herum. Georg duckte sich unter sein Lenkrad so schnell es ging. Zum Glück war sein Auto weit genug weg, doch mit ansehen wollte er das grausige Schauspiel nicht. Von jeher hatte er Gewalt verabscheut. Bei seiner Arbeit hatte er immer darauf geachtet, dass es keine Opfer oder Beteiligten gab. Lautlos und Gewaltlos, das war stets sein Motto, mit dem er sich ein beträchtliches Sümmchen ergaunert hatte, dass irgendwo im Rheinland darauf wartete, ausgegeben zu werden.


    ...

  • Langsam kam er wieder aus seinem Versteck, rückte die verschobene, runde Brille wieder zurecht und sah sich um. Überall waren zerstörte Autoscheiben zu sehen, einige Autos brannten und viele Menschen gingen mit leichten Verletzungen über das einem Schlachtfeld ähnelnde Asphaltstück. Geschockt stieg er aus und sah sich um. Von weitem konnte er schon den Krankenwagen und die Feuerwehr hören. „Bleiben sie bitte im Wagen.“, bat ihn eine bekannte Stimme und er sah in ein ihm nicht unvertrautes Gesicht. Ja, er war es. Der Kommissar, der ihn vor s Jahren gejagt hatte, ihn für sechs Jahre hinter Gitter brachte. Das waren Zeiten. Damals hatte er mit ihm ein Katz-und-Maus-Spiel gespielt und leider verloren, doch nur ganz knapp. Georg formte seinem Mund zu seinem unverkennbaren, schelmischen Lächeln, doch der kleine Türke schien ihn nicht zu erkennen. „Steigen sie bitte wieder in ihren Wagen und halten sie ihre Papiere bereit.“, forderte er mit hustender Stimme, da er ziemlich viel von dem umherfliegenden Mehl abbekommen zu haben schien. Er sah aus, wie ein Schneemann, dachte sie Georg und stieg wieder ein. Durch seine Rückspiegel sah er, wie sich der kleine Polizist zu einem Großen gesellte, dem Aussehen nach zu urteilen, ein junger, rebellischer Typ von Gesetzeshüter. Dich habe ich bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen, dachte er sich und knabberte an seinem Daumen herum, so wie er es immer tat, wenn er sich sicher fühlte.


    „Ganz schönes Chaos.“, murmelte Ben und schüttelte seine Haare hin und her, um das Mehl halbwegs rauszukriegen. „Hm, das wird der Chefin gar nicht gefallen.“, murmelte Semir und sah sich zu dem Ford um, an dem er gerade vorbeigegangen war. Dieser Mann... der Fahrer kam ihm irgendwie bekannt vor, doch er wusste im Moment nicht, wo er das Gesicht schon mal gesehen hatte. „Wollen wir dann mal mit den Personalien anfangen?“, riss Ben ihn aus seinen Gedanken. „Was?“, fragte Semir erschrocken. „Hey, du siehst aus, als hättest du ein Gespenst gesehen.“, lachte der junge Hauptkommissar. „Ach was... die Personalien der Leute sollten wir schon aufnehmen.“, meinte Semir dann und ging ohne ein weiteres Wort an Ben vorbei. Dieser schüttelte nur den Kopf. „Der Junge wird alt.“, meinte er nur, zückte seinen Block und Stift und fing bei dem Ford Escord an. Vorsichtig klopfte Ben an die Scheibe, da der Fahrer in seiner Zeitung vertieft war. Ein älterer Herr sah ihn über den Rand seiner Brille an, kurbelte die Scheibe runter und lächelte Ben freundlich an.


    „Hallo…sind Sie verletzt?“, fragte Ben den alten Herrn freundlich. „Nein… mir geht es gut… Ich bin unverletzt….Danke der Nachfrage..“, lächelte dieser zurück. „Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte….“, bat Ben. Auch hier nickte der alte Mann und kramte in seinem Handschuhfach. „Sagen Sie… ist das nicht Herr Gerkhan… dahinten?“, wollte der Mann wissen. „Ja… richtig. Kennen Sie ihn?“, kam erstaunt von Ben. „Nun ja…. Kennen…ja wenn Sie es so sehen, schon…“, lächelte sein Gesprächspartner und reichte ihm die Papiere. „ Hab ich etwas angestellt? Ich meine, ich habe den Unfall ja nicht verursacht… bin nur unfreiwillig…“, verteidigte sich der Mann. „Nein Herr Paschner…. Ist alles nur Routine. Wir müssen alle Beteiligten festhalten, für den Fall von Spätfolgen…“, erklärte Ben sachlich. „Oh ich verstehe…Herr…?“, kam fragen von Paschner. „Jäger… Ben Jäger Kripo, Autobahn…“, stellte sich Ben vor. „Oh… Kripo Autobahn… ich dachte schon, das Gerkhan versetzt wurde…“, lachte Paschner. „Woher kennen sie meinen Kollegen?“, harkte Ben nach. „Ist eine lange Geschichte. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob er mich noch kennt. Wir hatten ein paar Mal das Vergnügen… wenn Sie so wollen.“, erklärte Paschner. „Ah ja…“, machte Ben nur. „So, wenn Sie irgendwelche Probleme haben dann melden Sie sich bitte. Aber passen Sie auf, dass der Wagen nicht auseinanderfällt. Sieht älter aus, als Sie…“, lachte Ben nur. Paschner startete und fuhr los.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
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    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Semir kam zu ihm. „Und? Nen neuen Freund gefunden?“, grinste er. „Nein.. eher einen alten Freund von dir… Zumindest wenn ich ihm glauben darf…“, entgegnete Ben. „Ach echt? Wie heißt der denn?“, harkte Semir sofort nach. „Ein gewisser Georg Paschner…“, meinte Ben. „Wie bitte? Georg Paschner???“, kam entsetzt von Semir. Ben sah auf das Papier. „Ja… steht hier…. wer ist das denn?“, wollte nun Ben wissen. „Georg Paschner ist der ehemals beste Panzerknacker in NRW. Der hat mich vor einigen Jahren regelrecht vorgeführt… aber ich habe ihn bekommen. Das müsste jetzt sechs Jahre her sein.. glaub ich… dass der schon wieder draußen ist…“, tadelte Semir leicht irritiert. „Nun ja.. wenn er seine Strafe abgesessen hat… ich muss sagen er ist ein sehr netter Mensch…“, grinste Ben leicht. „Komm….dahinten das Auto müssen wir noch überprüfen. Die Kerle sind leider weg.“, murmelte Semir und zog Ben zu einem Fahrzeug welches mit mehreren Männern besetzt war. „Guten Tag… Gerkhan, Kripo Autobahn. Ist jemand von Ihnen verletzt?“, wollte er wissen „Nein.. Hören Sie, wir haben es eilig… es wäre schön, wenn Sie uns einfach weiterfahren lassen…“, kam von dem Fahrer. „Nicht so eilig. Sie sind hier in einem Unfall unmittelbar beteiligt und ich benötige bitte die Personalien, damit wir alle Beteiligten festhalten können.“, beruhigte Semir ihn. „Ja sicher…“, knurrte der Fahrer und gab ihm die geforderten Papiere. Semir schrieb sich die Namen auf und gab die Ausweise lächelnd zurück. „Dann fahren Sie bitte vorsichtig aber zügig an der Unfallstelle vorbei…“, bat er. Der Fahrer nickte und fuhr los.


    Georg Paschner fuhr bei Köln-Ehrenfeld ab. Nur noch ein paar 100 Meter und er war zuhause. Eigentlich könnte er doch noch Rosi besuchen? Sie freute sich doch, wenn ihr alter Herr zu Besuch kam. Kurz entschlossen fuhr er in Richtung Nippes weiter. Knappe fünf Minuten später stand er vor dem Haus seiner Tochter. Schon von weitem hörte er, dass sie im Garten war. „Alexandra!!! Mario!!“, rief Georg laut als er in den Garten kam. „OPA!!! OPA!!!!“, kamen freudige Kinderstimmen und schon rannten die Zwillinge auf ihn zu. „Ach Papa… das ist ja toll, dass du kommst….ich hab gerade das Essen fertig. Du isst doch mit oder?“, fragte Rosi, die seit vier Jahren von ihrem Mann geschieden war und so die Zwillinge allein aufzog. „Aber sicher doch… deine Küche lasse ich mir doch nicht entgehen…“, lachte Georg und ließ sich am Tisch nieder. Die beiden Zwillinge setzten sich links und rechts neben ihren Opa und sahen ihn erwartend an.

  • „Opa, hast du uns was mitgebracht?“, fragte Alexandra und sah Georg mit ihren großen Knopfaugen an. Georg lachte auf und putzte demonstrativ lange seine Brille, während das warme Essen vor sich hindampfte. „Opa...“, murrte Mario und zog an Georgs Hemdzipfel. Wieder lachte Georg nur und setzte sich seine Brille wieder auf. „Na... dann kommt mal mit raus zum Auto.“, meinte er nur und die Zwillinge sprachen nur von der Bank und rannten zum Auto ihres Großvaters. „Du verwöhnst die Kleinen zu sehr.“, tadelte Rosi, doch Georg strich ihr nur sanft über das Gesicht. „Lass mich doch... wenn sie schon keinen Papa mehr haben, dann sollen sie wenigstens einen großzügigen Opa haben.“, meinte er und ging seinen beiden Enkeln hinterher.


    „Da ist er...“, murmelte Matthias und sah sich zu seinen beiden Begleitern um, die auf der Rückbank saßen. Alle drei sahen, wie Georg wieder aus dem Haus kam und zwei große Pakete aus dem Kofferraum holte und mit den beiden Kindern wieder ins Haus trug. Anton und Hannes beugten sich nach vorne und sahen sich den Mann an, den sie schon seit etlichen Kilometern verfolgten. „Das ist er?“, fragte Hannes ungläubig. „Das soll der große Paschner sein? Das ist ein alter Mann.“, zischte er und Anton nickte nur. „Ja, er mag etwas in die Jahre gekommen sein, doch seine Fertigkeiten sind immer noch die selben geblieben. Glaubt mir, der Kerl wird uns zu reichen Leuten machen. Die Beute aus seinem letzten Bruch ist nie gefunden worden und nur er kann wissen, wo das Zeug versteckt ist.“, meinte Matthias. „Alles schön und gut, aber wie willst du das aus ihm rauskriegen?“, wollte Anton wissen und sah durch den Rückspiegel auf Matthias. „Keine Sorge... wenn er nicht freiwillig mit uns kooperieren will... ich sehe da gerade zwei potentielle Gründe vor mir, warum er es doch tun wird.“, lachte er und deutete auf die beiden Kinder, die mit den großen Paketen in der Hand wieder ins Haus verschwanden. Hannes und Anton sahen sich an und grinsten teuflisch.


    ...

  • „Hier... das ist er.“, meinte Semir und knallte Ben die Akte vor die Nase. Dieser nahm kauend den dicken Wälzer in die Hand und schlug den Deckel auf. „In Verdacht, 109 Einbrüche begangen zu haben.“, las Ben erstaunt und schluckte seinen Bissen runter, als er das las, sah dann zu Semir. „Wie hast du ihn damals geschnappt?“, wollte er wissen. Semir ließ sich in seinen Stuhl fallen und atmete schwer aus. „Das war gar nicht so leicht. Mein damaliger Partner Jan und ich waren vom LKA auf diesen Herren angesetzt worden, da er sich gerne Hotels, Spielhallen und Videotheken, aber auch schon mal Juweliere und Museen vornahm, die alle günstig an der Autobahn oder an einer Straße zur Autobahn gelegen waren.“, fing Semir an zu erzählen und nahm einen Schluck aus seinem Kaffeebecher. „Immer wieder ist er uns durch die Lappen gegangen... glaub mir, für seine damaligen 72 Jahre war er noch so fit wie ein 40jähriger Leistungssportler... jedenfalls, jede Falle, die wir ihm gestellt haben, schien er erkannt zu haben. Sperrten wir die Autobahnauffahrten, verschwand er über die Hinterhöfe und umging so die Straßensperren.“, Semir lachte kurz auf. „Einmal allerdings hat er mir das Leben gerettet.“, meinte er und sah an die Decke. Ben sah seinen Partner erstaunt an. „Wie das?“, fragte er und lauschte gespannt den Worten seines Partners.


    „Ich verfolgte ihn gerade über die Dächer von Köln... und ich war kurz davor, ihn zu schnappen. Er stand an einem Dachrand und wollte auf ein anderes springen, das aber gute vier Meter von diesem Dach entfernt war. Ich kam gerade um die Ecke, als er sprang und es tatsächlich rüber schaffte. Da dachte ich mir, was der kann, kann Semir auch.“, erzählte der Deutschtürke und klimperte mit seinem Ehering gegen seinen Kaffeebecher. „Und dann?“, fragte Ben, als sein Partner eine dramatische Pause zu machen schien. „Ich schaffte es nicht, konnte noch den Rand des Daches fassen, mich aber nicht ohne Hilfe hochziehen. Paschner kam zurück, sah, wie ich dort hing und zog mich hoch.“ „Und wieso hast du ihn da nicht gleich festgenommen?“, fragte Ben und sah, dass Semir etwas peinlich berührt auf den Fußboden starrte. „Ich wollte gerade, aber er schien es zu ahnen... Ben, er hat mich an das Geländer der Feuerleiter mit meinen eigenen Handschellen gefesselt und mir frech zum Abschied gewinkt.“, stieß Semir aus. Ben musste sein Lachen unterdrücken, doch die Tatsache, dass sein Partner von einem alten Mann überrumpelt wurde, war doch zu komisch. „Lachst du etwa?“, schnaubte Semir und sah Ben böse an, doch ehe er antworten konnte, kam Susanne rein. „Ben, Semir... die Chefin will euch sofort sprechen.“, meinte sie und war auch schon wieder verschwunden.


    „Papa…. Warum willst du nicht zu mir ins Haus ziehen? Ich habe doch genügend Platz und du musst nicht in diesem Rattenloch wohnen…“, fragte Rosi und sah ihren Vater an, der sich liebevoll um die Kinder kümmerte. „Ach meine Kleine…. Die letzten Tage habe ich auch darüber nachgedacht, aber erst muss ich etwas bereinigen… ein alter Freund hat mich daran erinnert. Und dann werde ich zu euch ziehen. Meine letzten Tage will ich in der Familie verbringen.“, sagte Georg. „Papa… du wirst nicht sterben…“, kam entsetzt von Rosi. „Meine Liebe... irgendwann muss auch ich mich vor dem Herrn Gott rechtfertigen. Und bis ich das tun muss, habe ich noch einiges zu regeln. Wenn du nichts dagegen hast, werde ich mich tatsächlich hier bei dir breit machen.“, meinte Georg und strich seiner Enkelin über den Kopf. „Die Kleine wird dir immer ähnlicher…Sie sieht aus wie du, als du klein warst. Das gleiche Engelsgesicht was ich von dir in Erinnerung habe. Schade, dass Mama sich es nicht anders überlegt hatte. Sie hätte sich bestimmt gefreut Alexandra kennen zu lernen. Warum musste der Herr sie so früh zu sich geholt?“, wollte er wissen. Rosi sah ihn traurig an. „Mama hat bis zur letzten Minute gegen den Krebs gekämpft, aber sie hat den Kampf verloren. Papa… sie war 65. Ich weiß, dass sie sich sehr gefreut hätte, wenn du da gewesen wärest. Aber leider ging es ja nicht. Papa… sie hat es dir nie nachgetragen…. Sie hat mir gesagt… dass sie dir alles verzeihen könnte. Alles was du getan hast…“, erklärte Rosi. Georg sah sie an. „Sie wusste alles…. Sie wusste, wie ich mein Geld verdiente.“, nickte er.

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  • „Meine Herren… hätten Sie die Güte mir zu erklären, was das für ein Chaos auf der Autobahn gewesen ist?“, wollte Kim wissen und sah die beiden Hauptkommissare wütend an. „Ähm.. Chefin…. Wir wollten nur die Bankräuber stellen. Das der Fliehende solch einen Unfall baut, konnten wir nun wirklich nicht ahnen…ich meine… wir wollten lediglich...“, versuchte Semir zu erklären. Ben sah von einem zum Andern. „Was haben die denn erbeutet?“, wollte er wissen. „Nun wenn ich der Bank glauben darf, waren es über 650.000 Euro. Es sollen nach Aussage vier Mann gewesen sein. Alle maskiert und alle über dreißig, da waren sie sich einig. Was ist mit dem Kennzeichen?“, kam von Kim. „Nun… Das Kennzeichen wurde gestern als gestohlen gemeldet. Wir haben es bereits überprüft. Wer bearbeitet den Fall? Ich meine, wir könnten ja auch versuchen den Fall zu lösen. Immerhin waren wir unmittelbar dabei…“, kam von Semir. Kim sah ihn an. „Hat Sie nicht einer der Täter zu Boden gerissen? War er da noch maskiert?“ wollte Kim wissen. Semir sah sie an. „Nein….war er nicht… ich werde versuchen mich daran zu erinnern.“, versprach Semir und rannte raus. Ben sah ihm nach. „Ist noch was?“, fauchte Kim ihn an. „Nein… ich dachte…Sie wären noch nicht fertig.. ich meine … Sie sehen so aus, als würden Sie noch was wollen…“, stammelte er und verschwand ebenfalls.


    „Und wie war das Gesicht? Oval…oder eher kantig, rund?“ wollte der Profiler wissen. „Es war.. rund… ja.. rund wie ein Mondgesicht…“, grinste Semir. „Okay.. die Augenpartie?“ harkte der Zeichner nach… „Die Augen…. Die Augen… Moment… ähm….. braun und mandelförmig.. glaub ich…“, kam von Semir. Der Zeichner tippte auf der Tastatur herum und zog die von Semir angegebenen Merkmale in das vorgezeichnete Gesicht hinein. Nach einer halben Stunde waren beide mit dem Bild fertig und der Drucker spuckte das fertige Gesicht aus. „Lass es gleich mal durch die Datenbank laufen.“, bat Semir und ging dann zu Ben zurück, der im Büro saß und eine Banane aß. „Hast du nicht vorhin erst gegessen?“, fragte Semir und ließ seine Jacke über den Stuhl gleiten. „Das ist mein Dessert.“, mampfte Ben nur und hatte immer noch die Akte vom Paschner vor der Nase. „Wieso beschäftigst du dich denn jetzt damit?“, fragte Semir. „Ich interessiere mich eben dafür... wusstest du, dass die Beute aus seinen letzten drei Brüchen noch nicht gefunden worden ist....“, meinte Ben und warf die Schale in den Mülleimer, verfehlte ihn jedoch um Haaresbreite. Semir sah ihn böse an. „Ja, ich heb es ja schon auf.“, murrte er nur und schmiss die Schale in den Eimer.

  • Florian, Mark und Tobi saßen in einem alten, verlassenen Gestüt und begutachteten ihre Beute, die sie gemacht hatten. „Boah, seht euch das an... das viele Geld.“, meinte Florian voller Freude und schmiss die Geldscheine hoch in die Luft. „Mensch Flo... komm mal wieder runter... wir können das Geld nicht ausgeben, solange draußen die Bullen nach uns suchen.“, zischte Tobi, der Kopf der Bande. „Wo ist eigentlich Axel?“, wollte er wissen. „Der entsorgt das Fluchtfahrzeug... müssen die Bullen ja nicht gleich finden.“, meinte Mark und sah sich um, als die rostige Tür knarrte. Ein hochgewachsener Mann mit rundem Gesicht und braunen, mandelförmigen Augen, vom Typ her ein Halbjapaner, trat ein. „Ich habe den Wagen im nahegelegen Stausee versenkt. Nur leider ist mir dabei was eingefallen...“, meinte er und sah in die Runde. „Und was ist dir eingefallen?“, wollte Tobi wissen. „Der eine Bulle... der hat mich kurz ohne Maske gesehen.“, stieß er aus. „Verdammt, ich hoffe, das Gedächtnis des Bulle ist schlecht. Ansonsten haben wir ein Problem.“, stieß Mark aus. Doch Tobi schüttelte nur den Kopf. „Nicht wir haben ein Problem... er hat ja nur Axel gesehen, nicht uns...“, meinte er flüsternd und zog seine Waffe. „Was hast du vor, Bruderherz?“, fragte Flo. „Ich hasse es, mit zu vielen Leuten teilen zu müssen.“, meinte er und ohne mit der Wimper zu zucken schoss er Axel über den Haufen. Mark und Flo sahen entsetzt auf den am Boden liegenden Axel, während Tobi nur seine Waffe wegsteckte. „Los, schaffen wir ihn zum Wagen... dann kann ihn die Polizei rausfischen und hat dennoch keine Spuren.“, meinte er und packte die Tasche mit dem Geld, während seine Kompagnons die Leiche nahmen und aus der Scheune trugen.


    ...

  • Georg Paschner ging zu seinem Wagen und stieg ein. Sein beruflicher Scharfsinn ließ ihn auf den Wagen, versteckt unter den Blättern der großen Eiche, dennoch aufmerksam werden. „Na... hat mich Semir doch wiedererkannt oder sind das schon die Freunde vom LKA?“, dachte er und grinste frech. Dann stieg er in seinen Wagen und startete den Motor. „Okay, es geht los, Leute.“, meinte Matthias und startete den Wagen. Doch er konnte ja nicht ahnen, dass sie schon lange entdeckt worden waren. „So Freunde, dann wollen wir euch mal abschütteln.“, meinte Georg und ließ seinen alten Wagen aufheulen, wendete und fuhr an dem alten Mercedes vorbei. Dieser wendete ebenfalls und verfolgte ihn ... er versuchte es jedenfalls. Denn Georg war ein Meister seines Fachs und ließ seinen Ford um die Kurven gleiten. Der Mercedes schlidderte hinterher, streifte dabei fast einen Briefkasten und einen Hydranten. „Mensch Matthias... pass doch auf.“, schrie Anton ihn an. „Was denn? Ich will den Alten nur nicht verlieren...“, schimpfte er und riss abermals das Lenkrad rum, doch dieses Mal kam er nicht so leicht um die Kurve. Eine Litfasssäule brachte den Wagen zum Stehen. „Verdammte Scheiße... wo hast du bloß Autofahren gelernt?“, schimpfte Hannes und hielt sich seinen Kopf, den er sich am Türrahmen angeschlagen hatte. Auch Anton hielt sich seine Nase, die er sich an der Rücklehne angeschlagen hatte. „Shit, er ist weg.“, zischte Matthias und befühlte Nacken und Stirn nach etwaigen Wunden.


    Georg sah in seinen Rückspiegel und lachte auf. „So Jungs, das war wohl nix.“, lachte er und nahm sein Handy hervor, dass er sich gekauft hatte. Da er von diesem Ben Jäger die Karte bekommen hatte, wollte er doch mal hören, ob sein alter „Freund“ Semir Gerkhan ihn noch kannte und vermisste. „König... Autobahnpolizei Neuss...“, meldete sich eine jung klingende, weibliche Stimme. „Hallo Frau König... sagen sie, ich habe eine Frage... arbeitet Herr Semir Gerkhan bei ihnen?“, wollte er wissen. „Allerdings, aber Herr Gerkhan ist im Moment sehr beschäftigt... Möchten sie etwas von ihm?“ „Ja, könnten sie mich bitte mit seinen Apparat verbinden.“, bat Georg und Susanne tat ihm den Gefallen. Nach einer Weile hörte er die ihm bekannte und wohl tuende Stimme. „Ja Semir hier?“, meldete sich der Mann. „Guten Tag Herr Gerkhan…oder soll ich besser sagen Semir?“, lachte Georg in den Hörer. „Wer ist da?“, wurde nachgefragt. „Oh… das ist nicht fair… ich bin ein guter alter Freund, wobei die Betonung auf alt liegt und Sie erkennen mich nicht?“, tadelte Georg den Polizisten. „Ich weiß nicht wer Sie sind. Also entweder sagen Sie es mir oder ich lege einfach auf.“, kam fauchend die Antwort. „Oh…da war ich als 72jähriger wohl nicht der einzige der Sie über die Dächer gejagt hatte?“, lachte Georg. „Paschner? Was wollen Sie?“, kam nun die Antwort. „Ich würde mich gern mit Ihnen unterhalten. Sagen wir über die alten Zeiten sprechen….Geben Sie einem alten Mann die Ehre, Sie zu einem Essen einladen zu dürfen?“, wollte Georg wissen.


    Semir sah Ben zweifelnd an, während er telefonierte. „Sie wollen mich zum Essen einladen?“, fragte er erstaunt. „Ja Semir… sie sind einer der Leute die ich gern wiedersehen möchte. Nur keine Sorge… ich bin geläutert. Keine Straftaten mehr. Schlagen Sie meine Einladung bitte nicht aus.“, kam von dem Anrufer. „Paschner…. Ich bin…“, fing Semir an. „Tun Sie mir den Gefallen. Ich schätze Sie sehr. Sie waren der einzige, dem ich es damals zugetraut habe, mich zu fassen und Sie haben es ja auch getan. Oder nehmen Sie mir das Anketten auf dem Dach immer noch übel? Denken Sie daran, dass ich Ihnen eigentlich das Leben gerettet habe.“, ermahnte der Anrufer. Semir grinste leicht. „Das habe ich nicht vergessen, Georg….also gut… wann?“, wollte Semir nun wissen. „Sagen wir am Freitagabend um acht. Ich werde Sie abholen…“, schlug Georg vor. „Sie wollen mich abholen? Ich fahre lieber selbst…“, meinte Semir nur. „Gut… die Adresse ist die Neue Kempener Strasse 18 in Köln Nippes. Und bringen Sie Geschenke mit… die Kinder sind 8 Jahre alt…“, lachte Georg. Semir warf einen Blick in die Akte. „Dort wohnen Sie doch gar nicht…“, kam erstaunt von Semir als er die Adressen verglich. „Meine Tochter… sie kann besser kochen. Wenn Sie wollen bringen Sie doch Begleitung mit…“, schlug Georg vor. „Ich denke, ich kann das sehr gut allein bewältigen.“, lachte Semir nur. „Das meinten Sie damals auch…“, ermahnte Georg ihn. Es schien dem alten Verbrecher regelrecht Spaß zu machen, ihn zu verhöhnen. „Bis Freitagabend dann...“, murmelte Semir und legte auf.

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  • „Wer war das denn?“, wollte Ben wissen. „Ein alter Bekannter…“, murmelte Semir nachdenklich. „Ach ja… und du hast deinen alten Bekannten nicht zufällig auf dem Bildschirm?“, grinste Ben. Semir rollte die Augen. „Also gut… es war Paschner. Er hat mich zum Essen eingeladen. Will über die alten Zeiten sprechen. Vielleicht finde ich heraus, wo die Beute ist. Dann wäre der Fall wenigstens von Damals gelöst.“, kam von Semir. „Warum hat er denn so eine Sehnsucht nach dir?“, harkte Ben nach. „Ich weiß nicht… er sagte etwas von alten Mann die Möglichkeit geben... ich meine, es könnte ja sein, dass er vielleicht nicht mehr lange lebt. Ich weiß es nicht. Das erfahre ich am Freitag. Und so lange muss auch Ben Jäger warten.“, grinste Semir nur. Dennoch fragte er sich genau das gleiche. Warum hatte Paschner Sehnsucht nach ihm? Wollte er ihm die Verstecke seiner Beute bekannt geben? „Semir! Ben!!“, riss Susannes Stimme ihn aus den Gedanken. „Wir haben einen Leichenfund… im Sandwerk Horrem.“, stieß Susanne aus. Semir sah zu Ben. „Ja und... ist doch nicht unser Bereich“, meinte Ben nur. „Doch…denn so wie es ausschaut ist es der Mann, den Semir aus der Bank hat kommen sehen…“, erklärte Susanne. Und wenig später waren die Männer unterwegs.


    Nach einigen Minuten Autofahrt kamen Ben und Semir am Sandwerk an. Die KTU und der Doc waren schon vor Ort und bei der Arbeit. „Okay, sehen wir uns mal unseren toten Bankräuber an.“, meinte Ben und streifte sich ein paar weiße Handschuhe über. Semir tat es ihm gleich und beide stiegen in die Grube hinunter, wo der Doc schon bei seiner Arbeit war. „Hallo Wegener.“, begrüßte Semir den Pathologen. „Hallo Semir... Ben.“, meinte er nur, ohne von der Leiche aufzusehen. „Und, was haben wir hier?“, wollte Ben wissen. „Ein junger Mann japanischer Herkunft... Schätzungsweise zwischen 20 und 25 Jahre alt... tot.“, gab der Doc nur wieder und sah grinsend zu Ben hinauf. „Ne echt? Ich dachte, der tut nur so.“, erwiderte er. „Ich glaube kaum, dass sich jemand, der einen gesunden Menschenverstand hat, sich dafür bezahlen lässt, dass er hier drei Stunden im Dreck liegt und vor sich hinblutet.“, entgegnete der Arzt. „Hallo... könnten wir wieder zur Realität zurückkommen.“, fuhr Semir dazwischen. „Also... der Tod trat gestern zwischen elf Uhr und Mitternacht ein. Direkter Schuss ins Herz.“, meinte der Arzt dann. „Kannst du uns schon sagen, ob er hier ermordet wurde?“, wollte Semir wissen, während sich Ben nach den Papieren erkundigte. Der Arzt schüttelte den Kopf. „Der Schuss ging direkt durch den Körper und muss eine ziemliche Schweinerei angerichtet haben. Nein, dafür ist hier zu wenig Blut.“, erwiderte Wegener und erhob sich. „Alles andere wie immer nach der Obduktion.“, verabschiedete er sich. „Semir... unser Tote hieß Axel Yamamoto und wohnte etwas außerhalb von Köln. Er war 23 Jahre alt.“, las Ben aus dem Personalausweis vor und reichte ihm Semir, der sich noch immer den toten Körper ansah.

  • „Scheint ganz so, als ob seine Komplizen nicht mit ihm teilen wollten.“, meinte Kim, als sie wieder im Büro saßen und Bericht erstatteten. „Sieht ganz danach aus, Chefin.“, entgegnete Semir und auch Ben nickte zustimmend. „Gut... konnten wir schon die anderen Bankräuber identifizieren?“, wollte Kim dann wissen. „Hartmut wertet noch die Bänder der Videokamera aus, aber da die Kerle Handschuhe und Masken getragen haben, denke ich nicht, dass wir eine gute Chance haben.“, erwiderte Semir nur und tippte nervös mit seinen Fingern auf der Armlehne herum. „Semir, haben sie irgendwas?“, fragte Kim nach. „Nein, es ist nichts.“, erwiderte er. Die Chefin seufzte kurz auf. „Also stehen wir am Anfang. Nun gut, meine Herren, ich habe eine Anfrage vom LKA bekommen, der ihre Mitarbeit betrifft.“, entgegnete sie dann und reichte den beiden Kommissaren ein Schreiben rüber. „Um was geht es?“, wollte Ben wissen. „Um diesen Mann... Georg Paschner.“, erwiderte sie und sah, wie Semir mit großen Augen auf das Bild starrte. „Semir... was ist denn?“ „Ähhh... nichts.“, log er und schüttelte sich kurz. „Was will denn das LKA von uns?“, wollte er dann wissen, um von alledem abzulenken. „Sie brauchen dringend ihre Mitarbeit. Laut Ermittlungsakten ist die Beute von Paschners letzten drei Einbrüchen nie gefunden worden. Das LKA ist zur Zeit überlastet und da sie Semir schon mal mit dem Fall zu tun hatten, bat man uns um Unterstützung.“, erklärte Kim und reichte ihm den Bogen mit der Anfrage.


    „Glaubst du an Zufälle?“, fragte Ben ihn, als sie wieder in ihrem Büro saßen. „Was... warum?“, kam es nur von Semir. „Na überleg doch mal... Paschner ruft dich an und lädt dich zum Abendessen ein, um mit dir über alte Zeiten zu plaudern. Dann das mit dem LKA... du sollst für sie wieder einmal den Suchhund spielen. Semir, also wenn du mich fragst, für mich sieht das alles danach aus, als ob Paschner dich herausgefordert hat.“, meinte Ben. „Hm...“, machte Semir nur nachdenklich und sah zum Fenster raus. „Überleg doch mal... du hast ihn damals eingebuchtet und scheinbar hat er geahnt, dass ihn die Polizei nicht in Ruhe lässt. Was, wenn er wirklich sterben sollte... So ein letztes Katz-und-Maus-Spiel wäre doch da der ideale Abschluss eines Lebens, oder?“, sinnierte Ben vor sich hin. „Du guckst eindeutig zu viele Krimis mein Lieber.“, lachte Semir nur. „Aber, nur für den Fall, du hast Recht... dieses Mal werde ich mich von diesem Kerl nicht vorführen lassen. Morgen werde ich ihn gleich darauf ansprechen und ich hoffe, er sagt mir freiwillig, wo seine Beute ist.“ „Ja, das wird er auch sicherlich tun.“, lachte Ben nur.


    ...

  • Der Tag verging schnell. Georg war mittlerweile in seiner Wohnung und rief Rosi an. „Sag mal… ich möchte am Freitag jemand zum Essen einladen. Einen alten Freund und ich würde ihm sehr gern etwas Besonderes gönnen…“, bat er seine Tochter. „Papa… ist es ein Freund von Damals? Von deiner Zeit vor dem Gefängnis?“, fragte sie besorgt. „Nun ja… ja vor der Zeit, aber es ist der Mann dem ich vieles verdanke. Nur keine Sorge, mein Kind… ich gerate nicht mehr auf die schiefe Bahn. Ganz sicher nicht. Ich will mich nur einfach gut unterhalten. Und dafür ist mein Freund das Beste…“, beruhigte er sie. „Also gut… ich lasse mir was einfallen. Irgendwas das ich berücksichtigen?“, wollte Rosi wissen „Ja… bitte kein Schwein… lieber Lamm oder Rind. Er ist ein Türke und …“, erklärte er. „Okay… kein Problem. Ich mache alles fertig. Um acht?“, wollte sie wissen. „Ja eine perfekte Zeit. Ich nehme übrigens dein Angebot an und ziehe ab Freitag bei dir ein.“, lachte er. „Das freut mich Papa…wirklich… du wirst dich sicher hier mit den Beiden sehr wohl fühlen…“, hörte er von Rosi. Georg legte nachdenklich auf. Nur wenige Minuten später stand er auf und holte einen Brief aus der Schublade. Er zog den Zettel heraus und las in Gedanken. „Sehr geehrter Herr Paschner, ich bedauere Ihnen mitteilen zu müssen, dass die Untersuchung ergeben hat, dass der Krebs, der Ihre Leber befallen hat nicht mehr heilbar ist. Sie haben nach Schätzungen unserer Experten knappe sechs Monate zu Leben. Die Ärzte unseres Hauses sind für Sie da, sofern Sie Hilfe benötigen oder es mit Ihren Angehörigen besprechen wollen. Wir haben ausgebildete Psychologen im Hause, die Sie auf ihren schwersten Wegen begleiten können. Mit freundlichen Grüßen, Prof. Dr. Dr. Hafenstein.“, Georg ließ den Brief sinken. Er spürte wie ihm eine Träne über die Wange lief. Warum musste das sein? Bereits im Gefängnis hatte er die Probleme geahnt. Doch er wollte es nicht wahr haben.


    Matthias, Hannes und Anton saßen in ihrem Wagen und sahen auf das Fenster, welches zur Wohnung von Paschner gehörte. „Meinst du, er sagt uns das freiwillig? Der Typ hat sechs Jahre geschwiegen… wie willst du ihn denn zum Reden bekommen?“, wollte Mathias wissen. Hannes grinste. „Er wird uns dort hin führen. Es ist ganz einfach ,wenn man das richtige Druckmittel hat. Ich bin dabei herauszufinden, wer die kleine Maus war, von der er sich verabschiedet hat. Ich nehme an seine Tochter. Vom Alter her kommt es hin. Und sie hat Kinder. Seine Enkel…. Die können uns sicher auch helfen…“, grinste er böse. Matthias schüttelte den Kopf. „Sorry aber mit Kindern ist nicht…. da ist die Polizei immer so böse… nee…. Auch die Mutter ist nicht mein Ding… was Anderes oder aber etwas das die Polizei still hält… Ich mache bei keiner Entführung mit…das kannst du dir abschminken…“, kam auch von Anton. „Ja gut… dann werden wir ihn eben beobachten und hoffen, dass er irgendwann die Sachen herausholt… ihr seid doch dämlich!!“, fauche Hannes wütend. Eine Weile schwiegen sie. „Also gut… was machen wir?“, stöhnte Anton. „Nun ich hätte da ne Idee… wenn Paschner wieder zu der Kleinen mit den Kindern geht, werden wir den Besuchskreis erweitern. Wir laden uns ein und werden ihn zwingen die Beute zu holen…“, schlug er nun vor. „Ist doch nicht viel Anders als die Entführung…!“, beschwerte Mathias sich. „Nun sehe ich schon etwas anders. Immerhin halten wir sie in ihren eigenen vier Wänden fest. Sie können sich frei bewegen und tun, was sie möchten. Nur nicht raus gehen und kein Kontakt zur Außenwelt…“, lachte Hannes.


    Semir machte um sieben Feierabend. „So… ende der Fahnenstange erreicht…“, grinste er und sah zu seinem Partner. „Ben? Bist du auch soweit?“, wollte er wissen. „Ja sicher… ich lese gerade wie gespannt die Akte von Paschner….“, grinste er. Semir stand auf und ging um den Schreibtisch. „Was liest du da genau?“, wollte er wissen. „Deinen Bericht…“, lachte Ben und wies auf den Bildschirm. „Haha, sehr witzig, Herr Jäger.“, murrte Semir nur und gab Ben einen Katzenkopf. „Was denn... dein Bericht liest sich besser, als einer dieser Drei-Groschen-Romane.“, lachte Ben nur und strich sich über die Stelle, wo Semir ihm einige verpasst hatte. „Wie darf ich das denn verstehen?“, fragte Semir nur und sah seinen Partner über die Schultern. „Hier... Nachdem mich Paschner wieder nach oben gezogen hatte, wurde ich von ihm an das Geländer der Feuertreppe mit meinen eigenen Handschellen gekettet. Während ich versuchte, den Verdächtigen zur Aufgabe zu zwingen, zwinkerte dieser mir nur zu und ließ mich auf dem zugigen, kalten und regnerischen Dach zurück.“, las Ben vor und bekam sich nicht mehr ein vor Lachen. „Jaja, lach du nur... aber ich möchte dich mal sehen, wenn du da dreißig Minuten auf dem nassen Dachboden sitzt und dir die Regentropfen gegen die Stirn knallen.“, schimpfte Semir nur. „War für dich bestimmt spaßig.“, erwiderte Ben nur trocken. „Sehr witzig.“, zischte der Deutschtürke und verließ wutstapfend den Raum. Ben lachte ihm nur hinterher und las weiter.


    Georg Paschner saß schweigend auf seinem Bett und weinte still vor sich hin. Er wollte doch seine Enkel noch aufwachsen sehen und jetzt hatte er laut Professor Dr. Dr. Hafenstein noch knapp sechs Monate zu leben. Doch... was, wenn sich der Doktor irrte? Es gab doch immer wieder Fälle, wo der Krebs zwar weit vorgeschritten war, doch auch hin und wieder sich ruhig verhielt und nicht weiter streute. Ja... positiv denken, doch für den Fall der Fälle wollte er, dass es seiner Familie gut ging. Die Beute aus seinen letzten drei Raubzügen, die Münzsammlung, die Diamanten und das Geld vom verkauften Monet, waren doch noch versteckt. Das waren gut und gerne um die 8 Millionen Euro, doch Moment... noch immer waren es ja Diebesbeute... Nur ein ehrlicher Finder würde das Geld bekommen. Semir... schoss es ihm durch den Kopf. Warum sollte Semir nicht die Beute finden? Von der Versicherung würde er dann immerhin zehn Prozent kriegen und die konnte er doch dann Georgs Familie zukommen lassen. Ja... heute Abend würde er ihn darauf ansprechen. Sein Blick wanderte zur Uhr. Verdammt, er musste ja los. Ist ja schon zehn nach sieben.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Matthias, Anton und Hannes sahen auf, als der alte Mann in seinen Ford hüpfte und losfuhr. „So... und dieses Mal werden wir uns nicht abhängen lassen.“, zischte Hannes und startete seinen Wagen. „Lass dich aber nicht wieder von einer Litfasssäule küssen.“, mahnte Matthias nur und sah den Ford an sich vorbeiziehen. „Keine Sorge... dieses Mal wird er uns nicht entkommen. Ich habe einen kleinen Peilsender in seinen Wagen versteckt.“, lachte Hannes und wendete den Wagen. Wie erwartet, entdeckte sie der Fahrer des Fords und schnellte um die Kurven. „So... dann wollen wir doch mal sehen, ob er uns so leicht entkommen kann.“, lachte Matthias und schaltete das Peilgerät ein. „Okay, da ist er...“, meinte er lachend. „Gut, dann lassen wir uns jetzt zurückfallen.“, entgegnete Hannes und ging vom Gas. Der Mercedes wurde langsamer und schon bald war der Ford außer Sichtweite. „So... nun wird die Überraschung für ihn noch größer, wenn wir dann plötzlich bei ihm auftauchen.“, lachte Hannes und fuhr gemütlich die Straßen entlang, die der Ford auf dem Radar auch gefahren war.


    Rosi sah aus dem Fenster, als der Wagen ihres Vaters vorfuhr. Alexandra und Mario stürmten an ihr vorbei und rannten nach draußen. „OPA.“, riefen sie wieder erfreut im Chor und er öffnete nur die Arme, drückte seine beiden Lieblinge eng an sich. „Ach meine Beiden...“, meinte er nur und merkte, wie ihm dabei eine Träne über die Wange hinunterlief. „Opa, was ist denn?“, fragte der Kleine und sah seinen Großvater nur an. „Nichts, mein Kleiner.“, erwiderte Georg nur und ging dann mit den Beiden ins Haus zurück. Rosi sah ihn an und küsste ihn auf die Wange. „Ist was passiert, Papa?“, fragte sie, als sie seine roten Augen sah. „Nein, ich hab mir nur eine Wimper ins Auge gerieben...“, entgegnete er nur und ging dann mit seiner Tochter in das Wohnzimmer. „Dein Besuch dürfte gleich hier sein, wenn er pünktlich ist...“, meinte sie. „Gut... sehr gut.“, murmelte Georg nur. „Nun sag mir doch mal, wer ist es, der heute kommt?“, wollte Rosi wissen. Ihr Papa lachte auf. „Es ist der Polizist, der mit damals verhaftet hat.“ Rosi sah ihn an. „Und du lädst ihn zum Essen ein?“, fragte sie leicht verwirrt. „Warum nicht... außerdem muss ich etwas sehr wichtiges mit ihm bereden.“, meinte Georg und horchte auf, als es klingelte. Er sah kurz aus dem Fenster. Da stand er... der silberne BMW.

  • Semir stoppte vor dem Haus und stieg aus. Etwas nervös griff er zu seiner Waffe und legte sie ins Handschuhfach. Bei Georg Paschner brauchte er sie nicht. Er war nie auf Brutalität aus und wenn Semir geahnt hätte was ihm gleich widerfuhr, hätte er die Waffe mitgenommen. Er ging zur Tür, klingelte und nur kurz darauf hörte er das Lachen von fröhlichen Kindern. Wenig später ging sie auf. Vor ihm standen zwei Knirpse, ca. 8 Jahre alt. „Hallo…Ich bin der Semir…“, stellte er sich vor. Der Junge stellte sich vor seine Schwester. „Ich bin Mario und das ist Alexandra…“, gab er freundlich zurück. „Hallo…. Ähm….ist denn….“, wollte Semir gerade fragen als Georg Paschner um die Ecke kam. „Hallo…“, sagte der alte Mann und reichte Semir die Hand. Semir ergriff sie. „Haben Sie Geschenke mitgebracht?“, grinste Georg. „Ähm....“, fing Semir an als nun auch eine Frau auf die Bühne trat. „Papa…du bist schon selbst wie die Kinder…“, tadelte sie ihn. „Hallo… ich bin Rosi Paschner...“, lachte die nett aussehende Frau. „Gerkhan… Semir Gerkhan…“, reichte Semir ihr die Hand. „Kommen Sie rein.“, bat die Frau und führte Semir ins Wohnzimmer, wo bereit der Tisch gedeckt war. Es roch lecker nach gebratenem Fleisch. „Nehmen Sie Platz…“, bat sie. Semir nickte nur und setzte sich neben Georg, der am linken Ende des Tisches saß. „Ich hoffe Sie haben sich darauf vorbereitet…“, raunte Semir ihm zu. „Ich bin vorbereitet. Aber dazu später. Genießen Sie zunächst mal Rosis Küche. Anschließend werden die Kinder ins Bett gebracht und dann können wir Beide in aller Ruhe reden.“, schlug Georg vor. Semir nickte. Er war gespannt darauf, was Paschner ihm sagen wollte.


    Hannes, Anton und Mathias stellten sich hinter dem silbernen BMW, der fast vor der Tür stand, wo auch der Wagen von Paschner stand. „So und was nun?“, wollte Mathias wissen. „Jetzt… werden wir freundlich klingeln und Paschner bitten uns sein Versteck zu verraten. Ganz einfach. Kontrolliert eure Waffen. Ich will keine böse Überraschung.“, ermahnte Hannes. „Und was wenn die Besuch bekommen?“, harkte Anton nach. „Dann wird er weg geschickt… ganz einfach. Du wirst sehen, wenn du Paschner drohst den Kindern was zu tun, wird er sofort einlenken…“, lachte Hannes und prüfte selbst den Lauf seiner Waffe. „Alles klar?“ fragte er noch einmal. Anton und Mathias nickten. „Gut… Masken auf und dann los.“, befahl Hannes. Die Drei stiegen aus. Sie gingen zur Tür und klingelten. Ein fröhliches Kinderlachen war zu hören, doch dann kam eine Frau an die Tür. „Ja bi….“, wollte sie gerade fragen, als sie vermutlich durch die Masken erschrocken war. Hannes drängte sie zurück ins Haus und hielt ihr die Waffe an den Kopf. Mit weit aufgerissenen Augen sahen zwei Kinder sie an. Instinktiv schienen sie zu spüren, dass dies ein ungebetener Besuch war. „Wo ist Paschner?“, fauchte Hannes. Die Frau hob die Hand und wies ins Wohnzimmer. Hannes stieß sie vor sich her während die Kinder bereits weinend vorliefen. Im Wohnzimmer saßen zwei Männer. Sofort hatten Anton und Mathias die Waffen auf die Männer gerichtet, von denen der Jüngere sofort aufsprang.


    ...

  • Semir sah zur Tür, als er die Kinder weinen hörte. Wenig später wurde die Tochter von Georg ins Wohnzimmer gestoßen. Sofort sprang er auf und sah den Männern entgegen. Die Waffe richtete sich auf ihn, als sie ins Wohnzimmer stürmten. „Nur nicht so schnell!“, warnte einer von ihnen. Semir hob die Hände. „Was zum Teufel soll das?“, fragte nun Georg Paschner. Er stand auf und machte einen Schritt auf die Männer zu. Semir hielt ihn auf. „Georg…ganz ruhig…ich nehme an, dass die Männer uns gleich sagen werden, was sie wollen..“, ermahnte er ihn zur Vorsicht. Der scheinbare Anführer sah ihn an. „Wie recht du doch hast….“, lachte er. Hannes ging langsam zu Paschner, stieß Semir zurück auf die Couch und ließ auch Rosi auf das Sofa fallen. Georg sah seine Tochter mit fragendem Blick an, sie nickte nur, gab ihm zu verstehen, dass es ihr gut ging. Sofort gesellten sich die beiden Zwillinge zu ihr und sie drückte sie fest an sich. „Was wollen sie?“, fragte Georg nun wieder und sah auf seine Familie, die vor den Männern zu zittern begann. „Ihre Beute, die sie versteckt haben... Sagen sie uns, wo sie ist und wir sind ganz schnell wieder weg.“, lachte der Mann unter seiner Maske hervor. Georg dachte, er hört nicht richtig. „Deswegen sind sie hier? Nur deswegen bedrohen sie meine Familie?“, fragte er fauchend und tat wieder einen Schritt auf die drei Maskierten zu.


    Semir sprang auf. „Georg...“, meinte er nur und wollte ihn am Arm packen, doch einer der Maskierten stieß den Deutschtürken zurück auf das Sofa. „Wer ist das? Ich rate dir, dich ruhig zu verhalten, oder du hast ein drittes Nasenloch.“, zischte einer der Eindringlinge und stieß Semir den Lauf seiner Waffe an den Kopf. Jetzt musste Georg schnell was einfallen lassen oder es würde gleich einen Toten geben. Noch dazu einen Polizisten und das wollte er bestimmt nicht. „Das ... das ist der Freund meiner Tochter.“, log Georg schnell und drehte sich zu beiden um. Hoffentlich verstand Semir diesen Wink. „Ja... ja, das stimmt.“, fuhr Rosi in die Bresche und antwortete, bevor Semir es tun konnte. Dabei klang sie erstaunlich überzeugend, dachte Georg. „Gut, dann sollte er sich besser ruhig verhalten oder ich blase ihm das Licht aus.“, fauchte der eine, der vor dem Deutschtürken stand und nervös mit der Waffe vor dessen Nase herumspielte. „Paschner, wenn sie nicht wollen, das mein Freund hier völlig austickt, sollten sie uns lieber sagen, wo die Beute ist.“, fauchte der Anführer. Georg lachte verächtlich auf. Er war lange genug mit solchen Leuten eingesperrt gewesen, wusste, dass man sich auf deren Wort nie verlassen konnte. „Welche Garantie habe ich, dass sie uns danach wieder verlassen?“, fragte er sicher und mit ruhiger Stimme. „Gar keine... aber ich denke, sie haben keine andere Wahl, als uns zu vertrauen.“, lachte Hannes unter seiner Maske hervor. Georg sah zu seinen beiden Enkeln, die ängstlich und völlig still an ihrer Mutter geklammert hangen. Er musste sie so schnell, wie möglich aus diesem Alptraum erlösen... Er überlegte einen Moment. Wie gut, dass er die meisten Sachen immer an verschiedenen Orten versteckt hatte. So brauchte er den Dreien vielleicht nur einen Teil der Beute in den Rachen zu werfen und konnte dennoch für Rosi und ihre Kinder den Rest aufheben.


    „Okay, sie kriegen die Beute... aber er darf mich begleiten.“, meinte Georg und zeigte auf Semir, der sofort etwas angespannt da saß. „Ohhh nein... nachher verpfeift ihr uns noch...“, zischte der Anführer der Drei. „Sie haben meine Tochter und meine Enkel hier als Geisel... Glauben sie, ich wäre so dumm, ihr Leben für ein paar lumpige Euro aufs Spiel zu setzen.“, zischte Georg und sah in die Augen des Maskierten. Sie waren voller Gier und Menschenverachtung. „Gut, aber einer meiner Freunde wird euch begleiten und der Kleine wird nur gefesselt mit dir gehen... Wir werden ständig über Telefon Kontakt halten... Sollte meinem Freund irgendetwas passieren, ist deine Familie tot... Hast du mich verstanden?“, fauchte er Georg an. Dieser nickte nur und sah dann, wie Semir brutal von den beiden Kerlen nach oben gezogen und seine Arme auf den Rücken gedreht wurden. Semir stöhnte kurz auf und merkte dann, wie ihm die Hände mit Kabelbindern eng zusammengebunden wurden. „Los, und denkt immer daran... ein falscher Trick und die Kleine wird als erstes daran glauben.“, zischte Hannes und nickte Anton dann zu. Dieser stieß Semir und Georg nach draußen, die Waffe immer in Semirs Nacken haltend. „Los einsteigen.“, fauchte er, als sie bei dem Ford standen.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Georg stieg ein und sah Semir kurz an. „Tut mir Leid.“, flüsterte er nur steckte den Schlüssel ins Zündschloss. „Mir auch.“, meinte Semir kurz und bekam sofort einen Schlag in den Nacken verpasst. „Hier wird nicht gequatscht.“, fauchte ihr Aufpasser und sah sich immer wieder um. Die Hand dabei am Handy. „Ja... wir fahren jetzt los.“, meinte er nur, als Georg den Wagen startete und die Straße entlang fuhr. Innerlich musste er überlegen, von was er sich trennen konnte, ohne, dass es für Rosi einen zu großen Verlust bedeutet hätte. Hoffentlich würden die Typen nicht merken, dass er ihnen nicht alles geben wollte. „Lassen Sie uns wirklich gehen, wenn Sie die Beute haben?“, fragte Georg nach einer Weile. Semir sah ihn nur an. „Klar doch…. wir wollen nur das Geld!“, lachte der Mann hinter ihm. Georg nickte. „Georg….ich …“, warf Semir ein, doch sofort hatte er die Waffe im Nacken. „Du hältst die Schnauze!“, fauchte der Mann wütend. Semir zog wütend Luft ein. Georg sah ihn besorgt an. „Alles okay?“, fragte er leise. Semir nickte nur. „Wo fahren wir hin?“, harkte der Mann nach. „Dort hin, wo das Geld liegt…“, kam leise von Georg. „Wo ist das?“, kam die nächste Frage. Georg antwortete nicht. „Aaahhh…“, machte Semir plötzlich und Georg warf einen kurzen Blick zu ihm. Der Mann hinter Semir drückte ihm mit dem Arm die Luft ab. „Lassen Sie ihn doch!!“, bat Georg. „Wo fahren wir hin?“, wiederholte der Verbrecher die Frage. „Zum Friedhof…!“, antwortete Georg. „Friedhof?“, lachte der Mann. „Was für ein geniales Versteck!“, prustete er und ließ Semir los.


    Hannes sah Rosi an. „Wann gehen die Kinder schlafen?“, wollte er wissen. „Eigentlich liegen sie schon im Bett…“, erklärte sie leise. Hannes nickte. „Dann sollten sie jetzt auch ins Bett gebracht werden. Du darfst es ruhig tun. Aber ich warne dich… solltest du das Telefon anfassen, ist deine Tochter die erste, die ich mir vornehme…“, drohte Hannes. Rosi nickte. Sie hatte Angst. Angst um Alexandra und Mario, Angst um ihren Vater und auch um den Polizisten. Was würde passieren, wenn die Männer herausfinden, dass es ein Polizist ist, der in ihrer Gewalt war? Sie nahm Alexandra, die bereits auf dem Sofa eingeschlafen war auf den Arm und sah Mario an. „Komm…. Ihr müsst ins Bett…“, sagte sie lächelnd um ihn zu beruhigen. „Mama…. Wo ist Opa?“, wollte Mario wissen. „Er kommt gleich… aber du und Alex ihr müsst schlafen…“, erklärte sie weiter. „Aber Mama…“, maulte Mario. „Nein.. komm.. wir gehen nach oben…“ Sie trug Alexandra die Stufen hoch. Der Verbrecher, der sie hier festhielt blieb einfach sitzen und nur kurz darauf hörte sie sogar den Fernseher laufen.

  • Mario sah sie an. „Mama…. Was wollen die Männer von Opa?“, fragte er. „Ich weiß es nicht Mario… aber der Opa macht das schon…“, lächelte sie. Doch sie musste sich eingestehen, dass auch sie Angst um ihren Vater hatte. Sie wusste ja, was die Männer wollten, doch das konnte sie schlecht ihren Kindern sagen. „Schlaft schön…“, lächelte sie und wischte verstohlen eine Träne weg. Sie gab Alexandra, die gerade wieder wach wurde einen Kuss dann Mario. „Bitte bleibt im Bett… bitte..“, flehte sie regelrecht. Die Kinder nickten. Sie schienen zu ahnen, dass es besser war, wenn sie das taten was ihre Mutter sagte. Rosi verließ den Raum und ging die Treppe runter.


    „Wie weit denn noch?“, fauchte der Mann hinter Semir. „Wir sind gleich da…“, versprach Georg. Semir sah nur nach draußen. Er rührte sich nicht, denn seit Fahrtbeginn spürte er den Waffenlauf im Nacken. Das die Männer weder ihn, noch Georg oder Rosi und die Kinder laufen ließen, war klar. Auch wenn sie nicht wussten, dass Semir Polizist war, würde die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Abenteuer lebend überstanden sehr gering sein. „Man…sieh zu!!“, fauchte der Kerl. „Ja ich fahre schon. Aber wenn ich schneller fahre, dann wird die Polizei vielleicht aufmerksam und das wollen Sie doch sicher nicht.. oder?“, fragte Georg. Nach wenigen Minuten kamen sie am Friedhof an. Georg hielt seinen Wagen an und sah durch den Rückspiegel nach hinten. „So und nun?“, wollte er wissen. „Jetzt werden wir alle gemeinsam aussteigen und du wirst das Geld holen... solltest du mich allerdings verarschen, ist dein Freund hier tot, klar?“, zischte ihr Aufpasser und drückte Semir die Waffe noch stärker in den Nacken, sodass dieser erneut aufstöhnte. Langsam reichte es Semir, doch was konnte er schon mit gefesselten Händen unternehmen? Vor allem, da dieser Mistkerl genau auf seinen Kopf zielte und nicht lange zu fackeln schien. Er würde seine Drohung sofort in die Tat umsetzen.


    ...

  • Anton blieb mit Semir an einer Kreuzung auf dem Friedhof stehen. „Okay, wo lang?“, wollte er wissen und sah Georg an. Dieser überlegte kurz. Er war zwar schon lange nicht mehr hier, aber er kannte noch den Weg. „Es ist gleich da vorne.“, meinte er und zeigte auf das Grab unter dem großen Nussbaum. Seine Frau liebte Nüsse über alles und er hatte dafür gesorgt, dass sie in der Nähe dieses schönen Baumes ihre letzte Ruhe fand. „Gut... hol das Geld. Aber versuch keine Tricks... ich beobachte dich genau von hier und sobald du auch nur einen falschen Hust machst, hat der Kerl ein Loch im Kopf, verstanden?“, fauchte Anton und Georg nickte nur. Er sah kurz zu Semir, dieser nickte ebenfalls und Georg ging langsam und mit leicht wackeligen Knien in den Gang hinein, kniete sich dann vor das Grab seiner Frau, Marga Paschner. Es war ein Doppelgrab und eines Tages würde er wieder mit ihr vereint sein. Er hoffte, dass es nicht so schnell sein würde, doch der Krebs... langsam spürte er die Schmerzen in seiner Leber. Schnell drückte er sich eine Tablette aus der Packung und schluckte sie runter. Dann sah er, dass jemand frische Blumen hingestellt hatte... Tulpen, Margas Lieblingsblumen. „Hey, du sollst da keine Wurzeln schlagen.“, schrie Anton zu ihm rüber. Diese Worte holten ihn in die Realität zurück. Er nahm die kleine Schippe, die am Grabstein lehnte und buddelte nach eine der luftdichten Zigarrenkisten, die er hier versteckt hatte. Er hatte insgesamt acht vergraben... drei alleine hier. Der Rest lag im Garten seiner Tochter, unter der großen Schaukel der Kinder. Eine war zur Hälfte leer... Ausgaben, die er nach seiner Haftentlassung getätigt hatte, die beiden anderen jedoch waren noch voll. Er nahm eine und die angefangene und legte die dritte zurück in ihr Versteck. Er zählte die Scheine durch... es waren große Scheine... 500 und 1000-Euro-Noten, aber auch einige 50er und Hunderter waren dabei, doch der größte Teil waren 500er und 1000er. „Was ist nun?“, kam schon wieder die Stimme von Anton. Georg richtete sich auf und ging auf den Mann zu, der Semir immer noch im Griff hatte und die Waffe ihm jetzt in die Seite presste. „Hier... mein ganzes Geld... 450.000 Euro.“, meinte Georg und reichte dem Mann die beiden Schachteln. Skeptisch lugte Anton hinein. Dann jedoch weiteten sich seine Augen. Er sah nicht, dass Semir Georg angrinste, da dieser was ahnte, doch Georg schüttelte nur den Kopf. „Okay, zurück zum Wagen.“, schnauzte Anton und stieß Semir vorwärts. Auch Georg wurde in Richtung Wagen gestoßen. Die Fahrt ging wieder zurück zum Haus der Tochter.


    Derweil saß Andrea zu Hause auf der Couch und wartete mal wieder auf ihren Göttergatten. Er hatte doch versprochen, dass es nicht so spät werden würde und jetzt war es schon wieder halb eins. Langsam verlor Andrea die Geduld mit diesem Mann. „Ist doch immer wieder das selbe.“, murrte sie und griff erneut zum Telefon, wählte Semirs Handy an, doch da ging wieder nur die Mailbox ran. „Das gibt ein Donnerwetter, wenn du nach Hause kommst.“, prophezeite sie ihm schon in Gedanken und wählte Ben an. „Jäger?“, meldete sich eine verschlafene Stimme am anderen Ende der Leitung nach dem achten Klingeln. „Ben... ich bin's Andrea.“, meldete sie sich und sofort konnte man ihre Sorge und ihre Wut in der Stimme mitschwingen hören. „Andrea... jetzt sag nur, Semir ist noch nicht bei dir.“, tippte Ben sofort. „Allerdings... und du kannst dem Herren bestellen, sollte er sich bei dir melden, dass er die nächsten Tage auf dem Sofa schlafen darf, wenn er nicht sofort an sein Handy geht und nach Hause kommt.“, fauchte sie. „Andrea... ganz ruhig. Semir ist nicht bei mir. Er wollte doch heute zu diesem Georg Paschner.“, beruhigte Ben sie. „Was... aber ist heute nicht eigentlich euer Herrenabend gewesen?“, erwiderte Andrea erstaunt. „Tja, er zog es vor, mit einem Verbrecher zu speisen, den er mal eingebuchtet hat. Ist er denn noch nicht da?“, fragte Ben und Andrea verneinte dies. „Gut, ich versuche es mal und sollte er sich nicht melden, fahre ich rüber.“, beruhigte Ben sie und beide legten dann auf.


    Hannes sah aus dem Fenster, als der Ford wieder vor der Tür stand. „Okay, sie sind zurück. Los, bring die Frau schon mal in den Keller und mach dich fertig.“, wies er Matthias an. Dieser packte Rosi am Arm und zerrte sie zur Kellertreppe. Die Haustür ging auf und Anton, Semir und Georg kamen rein. „Hier... er hat es gefunden und was für ein Fund.“, lachte Anton und reichte Hannes die beiden Schachteln. „Wow, das sind bestimmt an die 500.000 Euro. Gut, bring beide in den Keller und dann lass uns von hier verschwinden... mir ist schon ganz warm unter dem Ding.“, stieß Hannes aus und Anton stieß Semir die Kellertreppe runter. Polternd fiel dieser mit der Schläfe gegen eine Kiste und blieb benommen liegen. Georg rannte die Stufen hinunter und nahm Semirs Kopf vorsichtig hoch. Dann fiel die Tür ins Schloss und alle hörten nur noch, wie die Haustür ins Schloss fiel. Dieser Schrecken war also vorbei. Rosi kam zu Georg und zu Semir, der immer noch am Boden lag. „Rosi sieh bitte nach, ob du etwas findest, damit wir ihm die Fesseln durchschneiden können.“, bat Georg und versuchte Semir wieder klar zu bekommen. „Semir… kommen Sie schon…“, sagte er und tätschelte das Gesicht. „Hier Papa… damit dürften wir es aufbekommen.“, sagte sie. Georg nahm die Kneifzange und löste Semir die Fesseln. „Wo sind die Kinder?“, wollte er wissen. „Sie liegen im Bett. Sie schlafen sicher tief und fest…“, kam leise von Rosi. „Also gut… Rosi… kommst du durch das Fenster raus?“, wollte Georg weiter wissen und wies auf das Kellerfenster. „Früher konnte ich es. Jetzt weiß ich nicht. Was ist mit Herrn Gerkhan?“, wollte sie wissen. „Scheint etwas weggetreten zu sein.“, murmelte er als ein Stöhnen von Semir kam. „Oh…. Da sind Sie ja wieder.“, lächelte Georg und half Semir auf die Beine. „Geht es wieder?“, wollte er besorgt wissen. Semir nickte und verzog direkt das Gesicht. „Ja danke… verdammte Kerle…“, fauchte er wütend. Georg nicke. „Ja… aber sie sind weg. Nur kommen wir hier nicht raus…“, gab er zu bedenken. Semir sah sich um. „Das Fenster?“ fragte er nach. „Keine Chance…“, meinte Rosi, die Semir erst jetzt sah. „Wo sind die Kinder?“ wollte er sofort besorgt wissen. „Oben im Zimmer…“ sagte sie leise. In diesem Augenblick hörten sie wie sich der Schlüssel im Schloss drehte. Alle sahen die Treppe hoch. Die Tür ging auf und gab zwei kleine Wesen frei, die weinend an der Treppe standen.

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    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Rosi rannte sofort hoch und nahm ihre Kinder in den Arm. „Das war sehr gut, Mario… das hast du sehr gut gemacht.“, lobte sie ihren Sohn. „Mama… sind die bösen Männer weg?“, kam ängstlich von Alexandra. „Ja mein Schatz… sie sind weg.“, nickte Rosi. Sie weinte erleichtert, dass den Kindern nichts passiert war. Georg half Semir die Treppen hoch. „Mir ist schlecht…“, stieß Semir aus. „Sie scheinen eine Gehirnerschütterung zu haben.“, mutmaßte der Alte. Semir nickte nur. Ihm war schwindelig und er hatte Kopfschmerzen. Er zog sein Handy raus und wollte Andrea anrufen. Es war mittlerweile schon zwei Uhr nachts. Dennoch wollte er es versuchen. Er ließ das Telefon klingeln und hörte die verschlafene Stimme seiner Frau. „Andrea….hilf mir bitte..“. sagte er leise. „Semir?! Was ist los?“, harkte seine Frau nach die umgehend hell wach schien. „Wir hatten unangenehmen Besuch…mir ist Schlecht…“ Semir erhob sich und lief so schnell es ging ins Bad. „Semir!! Wo bist du?“, fragte Andrea. „Hallo… Frau Gerkhan…, hier ist Georg Paschner… Ihr Mann ist bei mir... Neue Kempener Strasse 18 in Köln Nippes. Ich glaube, es wäre gut, wenn Sie einen Arzt mit bringen würden…” gab Georg durch, der das Handy in die Hand nahm. Er hörte Semir im Bad würgen und bat seiner Tochter, sich darum zu kümmern. „Ich bin gleich da…“ versprach die Frau und beendete das Gespräch.


    Ben war schon fast dort, als sein Handy klingelte. „Jäger...“, meldete er sich. „Ben... Andrea hier... Semir ist in der Neuen Kempener Straße 18 in Köln Nippes. Er schein verletzt zu sein.“, erklärte Andrea knapp. „Alles klar Andrea... ich bring ihn dir wieder... aber das war doch sicherlich ein Scherz, dass er auf der Couch schlafen muss, oder?“, fragte Ben leicht lachend. Andrea lachte auf. „Wenn es ihm gut geht...“, erwiderte sie nur und legte auf. Ben grinste nur und bog dann in die Straße ein, die ihm Andrea genannt hatte. Da stand ja auch Semirs BMW und schon kam der Krankenwagen hinterher. Ben parkte seinen Mercedes hinter Semirs Wagen und stieg aus. Er ging auf den Eingang zu und klingelte. „Hallo... Ben Jäger von der Polizei. Bitte machen sie die Tür auf.“, rief er nach drinnen und schon hörte er Schritte und wie die Tür aufgeschlossen wurde. „Hallo...“, meinte er und sah die Frau an. „Oh Hallo... sie sind von der Polizei?“, fragte sie und sah an Ben hinunter. Er trug im Moment nur eine Jogginghose und ein Kapuzenshirt. Er lächelte und hielt ihr nur seinen Ausweis unter die Nase. „Oh... kommen sie rein.“ „Wo ist mein Partner... Semir Gerkhan?“, wollte Ben wissen, doch bevor er die Antwort der Frau bekam, hörte er schon ein grobes Würgen aus dem Badezimmer. „Ah... ich hör schon.“, lachte er und stieg die Treppe zum Bad hinauf..

  • Semir wischte sich mit einem Tuch den Mund ab, dass ihm Georg gereicht hatte. „Geht’s wieder?“, fragte er nur und Semir nickte dankend. „Sagen sie mal...“, fing Semir an, doch Paschner unterbrach ihn. „Georg, einfach nur Georg und ich werde dich Semir nennen...“, lachte er nur und reichte Semir freundschaftlich die Hand. Dieser grinste und nahm die Hand an. „Okay... also, Georg, das war doch nicht die ganze Beute, oder?“, vermutete Semir laut nachdenklich. Georg sagte nichts, wankte nur mit dem Kopf hin und her. „Vielleicht... vielleicht auch nicht.“, antwortete Georg und sah auf, als die Tür aufging. „Dich kann man aber auch nicht alleine lassen.“, lachte plötzlich eine Stimme. Semir sah auf und fasste sich an die Stirn. „Ben... du hier?“ „Ja... ich freue mich auch, dich zu sehen.“, lachte der junge Polizist auf und reichte dem alten Herren die Hand. „Sie sind dann wohl Georg Paschner... hab schon viel von ihnen gehört.“, meinte Ben und drückte die Hand des Herren. „Ich hoffe, nur gutes.“, lachte Georg und sah zu Semir, dem immer noch schwindelig war. „Semir?“, hörte er dann die Stimme seiner Frau. „Oh bitte nicht...“, meinte er leise, doch schon war Andrea mit den Sanitätern im Badezimmer und sie untersuchten die Platzwunde von Semir. „Was machst du nur wieder.“, meinte Andrea besorgt und besah sich die Wunde. „Ist halb so schlimm.“, erwiderte Semir nur und wandte sich dann Ben zu. „Hör zu... ich will diese Mistkerle finden.“, stieß Semir aus und fasste sich wieder an die Stirn. „Sie werden jetzt erstmal mit uns ins Krankenhaus kommen.“, meinte der Notarzt und sah den Deutschtürken energisch an. „Muss das wirklich sein?“, wollte Semir mit wehleidigem Gesicht wissen. „Ja, das muss sein, Semir Gerkhan.“, stieß Andrea aus und sah ihren Mann eindringlich an. „Na gut.“, gab er kleinlaut wieder. Ben und Georg grinsten nur. „Geh nur, ich mach das hier schon.“, meinte Ben, während Semir von Andrea und den Sanitätern nach draußen zum Wagen gebracht wurde.


    ....