Kein Mord bleibt ungesühnt

  • Kurz zur Information: Diese Story beginnt als Chris und Semir Andrea und Katrin aus dem Schacht gezogen haben. Sie erzählt einen Fall der mit Anna zu tun hatte als sie ihren Einsatz hatte. Die Story oder besser gesagt der Anfang der Story stammt aus einem andern Forum und sollte als Roling Playing Game laufen. Ich selbst hatte darin zwei Rollen. Leider ist das andere Forum sehr schnell in Vergessenheit geraten und ich habe die beiden Hauptaktreuren angeboten, die doch sehr interessante und sehr gefühlvolle Story weiterzuführen und hier zu eröffnen. Also meinen Dank an die beiden jungen Damen, die mir die Möglichkeit gegeben haben diese Story zu beenden. Von daher… bitte spart nicht mit Feeds, denen ich jetzt schon sehr gelassen entgegen sehen. Ach ja…. Die Story ist etwas länger als eigentlich geplant war… aber wenn man erst ins Schreiben kommt, dann ist das Ende zu finden sehr schwer…


    Chris wusste nicht wie lange er dort saß. Die Arme fest um den nassen und zitternden Körper seiner Tochter geschlungen. Immer wieder streichelte er ihr über die ebenso pitschnassen Haare, während Katrin ihren Kopf gegen seine Schultern gelegt hatte und leise weinte. Sie und Andrea hatte unbändige Angst durchlitten und nun löste sich die ganze Anspannung der letzten Stunden auf natürlichster Weise. In väterlicher Fürsorge drückte Chris Katrin einen Kuss auf die Stirn, während sie weiterhin herzzerreißend schluchzte und zitterte. „Es ist alles gut… du bist in Sicherheit.“ beruhigte er sie und sein Blick ging zu Semir, der nicht weit von ihm saß und Andrea in den Arm hielt. Auch sein Ausdruck sagte das, was Chris fühlte. Es war so verdammt knapp gewesen. So verdammt knapp. Semir nickte nur. Es waren keine Worte nötig. „ich werde dich nie wieder allein lassen. Nie wieder….“ sprach er weiter mit Katrin die sich an ihn klammerte. Er schloss die Augen. Wären sie nur wenige Minuten oder vielleicht sogar Sekunden später gekommen dann… Chris wollte nicht darüber nachdenken. Er wollte sich nicht ausmalen wie es gewesen wäre, wenn… nur der Augenblick zählte. Er hatte seine Tochter wieder. Langsam richtete er sich auf und zog Katrin mit sich hoch. „Komm… du musst dich umziehen…“ sagte er sanft. Katrin ließ alles mit sich machen. Sie war völlig aufgelöst und einfach nur froh, dass ihr Vater da war. Langsam brachte Chris sie zum Rettungswagen damit der Notarzt sich um sie kümmern konnte.


    In Semirs muss es fast genauso ausgesehen haben. Sie hatten den Kanal in letzter Sekunde gefunden. Aida lag auf dem Gitter, welches mit einem Vorhängeschloss verschlossen war. Katrin und Andrea sanken gerade weg. Sie hatten scheinbar keine Kraft mehr sich über Wasser zu halten. Doch bevor sie völlig versunken waren, griffen Semir und Chris beherzt zu und zogen die Beiden aus dem Wasser. Semir hob Aida kurz hoch. Das Kleinkind weinte laut. Andrea fing an zu husten. Semir nahm seine Frau und drückte sie fest an sich. Am Liebsten hätte er sie nie wieder losgelassen. Aida rechts in seinem Arm, bedachte er mit einem dicken Kuss. „Gott… ich hab euch wieder…. Ich hab euch wieder…“ weinte er. Er schämte sich seiner Tränen nicht. Das unterschied ihn von Chris, der sich stets unter Kontrolle hatte. „Ich hab euch wieder. Es wird alles wieder gut… schhhhht…. Alles wird wieder gut….“ weinte er leise und versuchte seine Frauen zu beruhigen. Er war nicht in der Lage aufzustehen. Andrea zitterte vor Kälte und vor Schock. Sie klammerte sich an ihrem Mann. Semir hielt seine Frauen fest. Er hielt sie so fest und wollte sie nie wieder loslassen.

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  • Der Notarzt kam und nahm ihn Aida ab. Erst sah Semir ihn wütend an und wollte sie nicht loslassen. „Sie muss ins Warme…geben Sie sie mir… bitte….“ ermahnte der Arzt ihn. Er nickte und überließ seine Tochter dem Notarzt. Zwei Sanitäter kamen und nahmen Andrea mit. Semir wischte sich die Tränen weg. „Mann…“ stieß er aus und ging mit weichen Knien hinterher. „Wir bringen die Drei ins Krankenhaus. Sie kommen am Besten hinterher!“ rief der Arzt und Semir hob genau wie Chris die Hand. Semir sah zum letzten Mal zu dem Kanal. „Das war knapp… so verdammt knapp.“ stieß er aus. Chris nickte. „Ja… aber wir haben es geschafft.“ antwortete er nur. Ein Auto hielt quietschend an. Semir und Chris sahen sich um. Der Wagen von Anna Engelhardt war da. „SEMIR! CHRIS!“ rief sie schon von weitem und kam angerannt. Semir nickte. „Wir haben sie….“ sagte er und in dem Ton lag alles, was er die letzen Stunden durchmachen mussten. „Wie geht es ihnen?“ fragte Anna besorgt. „Sie werden ins Krankenhaus gebracht. Wir fahren auch gleich hin. Aber erst werden wir uns trocken legen.“ versuchte Chris zu scherzen. Es gelang ihm nicht ganz. Der Mann, der durch Undercovereinsätze, durch Folter so hart geworden war, schien ein Wasserfall der Gefühle durchzumachen.


    „Gott…“ stieß auch Anna aus und schloss erleichtert die Augen. Sie würde alles dafür geben, die letzten vergangenen Stunden zu streichen. Die Nerven lagen blank und wenn es nicht so ernst gewesen wäre, dann hätten Semir und Chris jetzt einen Anpfiff bekommen, der sich gewaschen hätte. Aber als die beiden ihr vor wenigen Stunden erzählten, dass sie erpresst und als Druckmittel Andrea mit Aida und Katrin benutzt wurden, schwor sie sich innerlich für ihre Männer da zu sein. Sie abzuschirmen vor den Leuten der obersten Politik die nur auf die Vorschriften herumritten. Sie ließ die Scheu fallen. Hier galt die Menschlichkeit. Sie nahm Semir und Chris in den Arm. „Gott sei Dank…“ stieß sie aus. Gemeinsam gingen sie zum Wagen von Chris der nah am Geschehen stand. „Fahren Sie zum Krankenhaus, wenn Sie sich umgezogen haben und berichten Sie mir, wie die drei es überstanden haben.“ bat Anna. Semir und Chris versprachen es. Anna selbst fuhr zur PAST zurück.

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  • Frisch angezogen und getrocknet standen Semir und Chris nur eine Stunde später in dem Flur der Station wo die Angehörigen behandelt wurden. Bei allen Dreien war eine starke Unterkühlung festgestellt worden. Ansonsten waren die Drei abgesehen von dem Schock unversehrt. Dennoch wollten die Ärzte alle Drei auf Station zur Beobachtung behalten. Semir und Chris ließen sich nicht so einfach abspeisen. Sie waren sicher, dass die Drei mehr hatten als nur eine Unterkühlung. „Ich versichere den Dreien geht es soweit gut. Das einzige was ihnen passieren könnte wäre eine Erkältung die sie sich einfangen.“ besänftigte der Arzt die Beiden. Semir nickte. „Dürfen wir zu ihnen?“ fragte er leise. „Ja sicher… sie schlafen gerade. Wir haben den beiden Frauen eine Beruhigungsspritze gegeben, damit sie sich erholen können. Das Kind ist zum Glück noch sehr klein, und begreift nicht in welcher Gefahr es schwebte.“ lächelte der Arzt sei an und brachte sie zum Zimmer der Drei. Leise betrat Semir das Zimmer und sah auf Andrea, die schlafend im Bett lag. Das Gesicht war noch blass und die Haare völlig zerzaust. Aida lag daneben in einem Kinderbett. Er streichelte ihr Gesicht und die Kleine zuckte zusammen. Auch sie schlief tief und fest. „Mein kleiner Engel“ sagte Semir stolz und wieder kämpfte er mit den Tränen. Fast hätte er sie nicht mehr gehabt. Dann setzte er sich zu Andrea ans Bett. Er küsste sie auf die Stirn. „Hey… Schatz…“ sagte er leise mit erstickter Stimme…. „ich liebe dich…“ hängte er eine Weile später ran.


    Chris saß auf dem Bett seiner Tochter. Auch sie schlief. Das Gesicht war blass und die Haare lagen wirr um sie herum. Er zog ihr ein paar Strähnen aus dem Gesicht und streichelte es sanft. Auf dem Nachttisch lag Katrins Handy und eine kleine Wasserpfütze bildete sich drum herum. „Ich glaub ich werde dir ein Neues kaufen müssen. Handys mögen kein Wasser.“ lachte er leise. Er streichelte erneut sanft das Gesicht seiner Tochter. „Ich danke Gott dafür, dass er dich nicht zu sich geholt hat. Ich schwöre dir, dass ich dich nie mehr wieder allein lasse.“ sagte er und wischte sich verstohlen eine Träne weg. Er hätte nie gedacht, dass er so emotional reagieren könnte. Aber das hier war eine Ausnahme. Diese junge Frau, war das Liebste was er hatte und für sie würde er alles tun. Seine Gedanken gingen zurück als Katrin klein war. Er hatte kaum etwas mitbekommen, denn durch seinen Job war er fast nie zuhause. Früher hatte er gedacht es wäre besser so, doch jetzt hätte er am liebsten die Zeit zurück gedreht und jeden Augenblick mit Katrin verbracht. „Na komm… die Chefin wartet.“ riss Semirs Stimme ihn aus den Gedanken. „Ja… sicher..“ gab er etwas verklärt von sich. Er drückte Katrin schnell einen Kuss auf die Stirn und erhob sich. Ab ging die Fahrt zur PAST.

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  • In der PAST ließ Anna sich auf ihren Stuhl sinken und stützte ihren Kopf mit den Armen auf dem Schreibtisch ab. Ihre Gedanken gingen zurück zu Chris und Semir… „Das war ein wahres Glück“ sagte sie leise zu sich selbst. Glück – wie oft hatte Anna schon in ihrer dienstlichen Karriere und vor allem bei Semir und Chris dieses Wort erleichtert im Hinterkopf gehabt, weil es wieder einmal überaus brenzlig geworden war? Sie wusste es nicht, denn sie konnte es schon lange nicht mehr an ihren beiden Händen abzählen, so oft geschah es allein in einem Monat. Die beiden zogen das Unglück magisch an und erst recht das Chaos, wenn sie an die mittlerweile wöchentlichen Verschrottungen ihrer Dienstwagen dachte. Und doch konnte sie ihnen nicht böse sein, obwohl sie sich jedes Mal mit ihren Vorgesetzten auseinandersetzen und sich nur Vorwürfe anhören musste, weil Unmengen an Kosten entstanden wie in keiner anderen Dienststelle. Sie setzen ihr Leben für ihre Freunde und Familien aufs Spiel, um sie unbeschadet aus den Fängen von Verbrechern zu befreien, und was sie am meisten schätzte, das gleiche taten sie auch bei Menschen, die sie nicht einmal kannten. Sie stellten stets ihr Wohlbefinden zurück, um jemanden zu retten und all das wussten ihre Vorgesetzten nicht. Sie sahen nur die enorm hohen Summen und nicht die eigentliche Leistung, aber wer hätte es auch anders erwartet? Für die Herren der oberen Etage zählten eben andere Dinge als für diejenigen, die mit derartigen, außergewöhnlichen Menschen direkt zusammenarbeiteten. Diese Gedanken gingen Anna durch den Kopf als sie im Büro saß und auf Semir und Chris wartete. Nur wenig später saßen die Beiden vor ihr und sagten, dass es den drei Geretteten entsprechend gut ging. Anna schloss die Augen. „Gott sei dank.“ wiederholte sie erleichtert. „Ich denke aber auch, dass Sie sich erst einmal erholen sollten. Mindestens eine Woche.“ Den letzten Teil fügte sie mit einem Blick auf Semirs Arm hinzu, bei dem deutlich ein Streifschuss - natürlich bis dato noch unbehandelt - zu sehen war. „Ich werde Ihre Urlaubsanträge selbstverständlich bestätigen.“ Ein leichtes, fast schon entschuldigend wirkendes Lächeln blitzte über ihre Züge, immerhin war es ihr Vorschlag gewesen und auch wenn sich Anna schon jetzt auf Widerreden gefasst machte, würde sie sich dennoch nicht von ihrer Entscheidung abbringen lassen


    Als Anna den Urlaub ansprach, hatte Chris mit so etwas beinahe schon gerechnet. Im ersten Augenblick war es sich nicht ganz sicher, ob er sich darüber freuen sollte. Sich um seine Tochter zu kümmern klang verlockend und es war auch höchste Zeit, doch gleich eine ganze Woche von der Chefin in den Urlaub geschickt zu werden fand er dennoch übertrieben. Ein flüchtiger Blick zu Semir hinüber zeigte ihm, dass dieser ebenfalls ganz und gar nicht begeistert über diesen Zwangsurlaub war, der ihnen ihre Chefin da aufbrummen wollte. "Frau Engelhardt, das ist wirklich nicht nötig, bis morgen sind wir wieder fit. Zumal Sie aufgrund der Explosion auf der Autobahn wohl kaum auf uns verzichten können." versuchte er ruhig und in gewohnter Art und Weise zu argumentieren. Anna lächelte. Sie hatte damit gerechnet, dass nun wieder Argumente kamen, die gegen den Urlaub sprachen. Semir konnte dem nur beipflichten. „Das ist wirklich nicht nötig… ein wenig Schlaf genügt vollkommen.“, fügte er mit einem zweifelnden Lächeln hinzu. Er hasste es, mit Anna argumentieren zu müssen, viel zu oft zog man da das kürzere Streichholz und das konnte einen in den Wahnsinn treiben. „Ich dulde heute keine Proteste mehr. Sie haben sehr viel durchgemacht, Ihre Familien brauchen jetzt Ihren Beistand, um das Geschehene zu verarbeiten. Und vor allem nutzen Sie mir sehr wenig, wenn Ihre Gedanken die ganze Zeit nicht auf der Autobahn sondern Zuhause sind.“ Sie sah beide Männer eindringlich an. Sie sahen geschafft aus und sie konnte es ihnen auch nicht verdenken. Immerhin ging es ihr nicht anders, als Christina in Gefahr war und daher konnte sie sehr wohl aus Erfahrung sprechen. „Diese Woche dient nicht nur Ihnen zur Erholung. Sie ist vielmehr wichtig für Andrea, Aida und Katrin, weil sie Ihre Nähe jetzt brauchen. Stellen Sie ein einziges Mal Ihren Arbeitswahn zurück und denken an Ihre Familien!“ unbewusst hatte sie einen gewissen ermahnenden und anklagenden Ton aufgelegt, in der Hoffnung so zumindest ein Fünkchen Verstand in ihnen wachzurütteln. Als Semir erneut aufbegehren wollte stand sie auf: „Schluss, aus. Noch ein Wort und ich verlängere auf 2 Wochen, also überlegen Sie sich stark, noch einmal zu widersprechen.“ Ein leichtes Lächeln blitze dennoch auf, während sie beide neuerlich musterte, sie sahen aus wie kleine Schuljungen, die bei einem Streich erwischt wurden.

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  • Urlaub - für jeden Normalsterblichen war dieses Wort schon bei der Aussprache eine Erholung und wenn man es sogar in Aussicht hatte, war die Vorfreude umso größer. Und ausgerechnet bei diesem Substantiv spaltete sich die Meinung und vor allem die Einstellung von Menschen, wie sie damit umging, in 2 deutliche Gruppen. Die einen, man konnte sie auch getrost Arbeitsmuffel nennen, waren froh, wenn ihr Feierabend endlich in greifbare Nähe rückte und sie keine Minute länger mehr in ihrem verstaubten Büro oder in irgendein anderen Gebäude verbleiben mussten. Schon beim morgendlichen Aufstehen grauste es ihnen, an die folgenden Stunden zu denken und meist waren es dann auch diese Personen, die es vorzogen, lieber einige Minuten später ihren Arbeitsplatz zu betreten, um so ihrem Frust Ausdruck zu verleihen. Und dann gab es da noch die andere Gruppe, für die ein Leben ohne ihren Beruf gar nicht mehr in Frage kam. Viele nannten sie liebevoll Workaholics, weil sie wie Alkoholiker von Schnaps abhängig von ihrer täglichen Arbeit waren und es ihnen schlecht ging, wenn sie mal nicht ihr Büro betreten konnten. Sie nahmen sich, wann immer es möglich war, eine Beschäftigung mit nach Hause und erledigten diese auch bei allen möglichen Krankheiten. Natürlich verstand die eine Gruppe das Verhalten der anderen nicht, aber doch waren sie voneinander abhängig. Denn die Workaholics erledigten gerne die noch offenen Tätigkeiten der Arbeitsmuffel und so wurde von ganz alleine einem Ausgleich geschaffen, ohne den eine Firma vermutlich Kopf stehen würde.


    Susanne sah auf die Uhr. Es war schon nach 17. 00 Uhr. Sie packte ihre Tasche ein, verabschiedete sich von den Kollegen und fuhr nach Köln. Das Wetter war immer noch sehr schön und so beschloss sie, noch einen Spaziergang am Rhein zu machen. Sie fuhr in die Innenstadt und stellte ihren Wagen in der Tiefgarage direkt am Dom ab, zog ihre Sportschuhe an und lief dann gemütlich am Rheinufer entlang. Obwohl es schon fast Abend war, war es noch angenehm. Die Sonne sank langsam und die Strahlen spielten mit dem alten Vater Rhein. Es glitzerte und sah wunderschön aus. Susanne setzte sich auf die Bank und genoss den Feierabend. Das einzige was fehlte war eine nette Bekanntschaft, dachte sie und schloss die Augen. Wie lange war das nun schon mit Mark her? Sie überlegte. Drei Jahre? Ja, ungefähr, fiel es ihr ein. Drei Jahre, als sie ihn in Flagranti erwischte. Ausgerechnet mit ihrer besten Freundin. Marlene… Susanne versuchte nicht daran zu denken. Sie wollte nicht traurig werden. Nicht heute… dafür war es schon zu lange her. Nicht für so einen Mistkerl….Sie sah wieder auf das Wasser. Die Ausflugsschiffe fuhren immer noch. Das wäre auch eine Möglichkeit, Menschen kennen zu lernen. Eine Fahrt auf dem Rhein. Einfach die Seele baumeln lassen und genießen, dachte sie weiter. Aber nicht heute. Vielleicht ein anderes Mal und dann in Begleitung. Das sie nur wenig später ihrem Traummann begegnen sollte, war ihr noch nicht bewusst.

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  • Peter Neuman war endlich frei. Er war vor drei Wochen entlassen worden. Nach zehn langen Jahren. Zehn Jahre die er unschuldig im Gefängnis verbrachte. Jetzt war er frei und jetzt konnte er endlich anfangen zu beweisen, dass er damals unschuldig war. Wie erfuhr man innerhalb kürzester Zeit möglichst viel über einen Menschen? Damit hatte sich Peter Neumann nun schon den ganzen Tag beschäftigt. Als er heute morgen Anna Engelhardt auf der Autobahn-Baustelle gesehen hatte, war ihm endlich klar geworden, dass er etwas unternehmen musste und vor allem konnte, um endlich seine Unschuld im Mordfall seines Vaters zu beweisen. 10 lange Jahre hatte der gut aussehende Mann hinter Gittern verbracht und kein noch so guter Anwalt hatte ihn aus dieser miserablen Lage befreien können. Und heute war es dazu zu spät. Er hatte die Strafe abgesessen und nun war er pleite. Er konnte gerade noch eine einfache Mietwohnung bezahlen und dies auch nur durch seinen spärlichen Lohn als Bauarbeiter. Nein, leicht hatte es Peter ganz sicher nicht. Doch darüber beschwerte er sich auch nicht. Was wirklich an seinen Innereien nagte war die Tatsache, dass er seine mittlerweile 10 Jahre alte Tochter noch nie hatte in die Arme schließen können. Und um das nachzuholen, so dachte Peter, lohnte es sich zu kämpfen. Er dachte an die Polizistin zurück, der er die zehn Jahre zu verdanken hatte.


    Anna Engelhardt war die kühne Polizistin gewesen, die vor 10 Jahren sein Versteck aufgespürt hatte und ihn festgenommen hatte. Sie war es, die Peter die Chance vermasselt hatte, seine Unschuld zu beweisen. Und so war den ganzen Tag über in Peters Kopf die Idee gereift, dass genau sie es war, die jetzt dafür sorgen sollte, dass er nicht mehr als der Mörder galt. Anna Engelhardt. Sie war mittlerweile Vorgesetzte von Angestellten einer ganzen Autobahndienststelle. Sie schien recht viel Einfluss zu haben und ihren Job gut zu machen. Das jedenfalls hatte Peter durch Nachforschungen noch an diesem Tag herausgefunden. Die Quoten der inhaftierten Verbrecher schienen bei dieser PAST recht hoch zu liegen. Anscheinend waren genau diese Polizisten recht gut im Ermitteln. Warum also nicht das Risiko eingehen und die Polizisten dazu bringen, endlich die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen?

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  • Peter hatte seinen Plan in kürzester Zeit ausgearbeitet. Es klang vielleicht total wahnsinnig, doch wenn er die Kriminalrätin in seine Gewalt brachte… dann konnte er andere Leute dazu zwingen, den Fall für ihn zu lösen. Also war jetzt wirklich vorerst nur noch die Frage: Wie erfuhr man innerhalb kürzester Zeit möglichst viel über einen Menschen? - Peters Plan bestand darin, sich mit den Leuten kurzzuschließen, die tagtäglich viel mit Anna Engelhardt zu tun hatten. Und eine dieser Personen war Susanne König. Die Frau war als Sekretärin in der PAST tätig und wusste sicherlich viel über ihre Vorgesetzte. Kurzerhand hatte Peter also die PAST beschattet und war Susanne König anschließend mit seinem Polo gefolgt. Die junge Frau führte ihn zum Rheinufer. Anscheinend war sie hier, um ein wenig Sport zu treiben. Peter parkte sein Auto unweit von ihrem Wagen, in der Parkgarage. Jetzt brauchte er nur noch mit ihr ins Gespräch kommen. Unauffällig folgte er ihr, bis sie sich schließlich wieder auf den Rückweg machte. Peter tat so, als würde er nach einem Straßenschild suchen. „Entschuldigung!“, sprach er Susanne schließlich an und setzte ein charmantes Lächeln auf, „Ich bin neu hier und habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wo ich mein Auto geparkt habe…“, er kratzte sich verlegen am Kopf, „Können Sie mir vielleicht sagen, welches der kürzeste Weg zur Parkgarage ist?“, fragte er spontan.


    Susanne sah den Mann an. „Die Parkgarage? Es gibt viele? Welche war es denn?“ fragte sie etwas irritiert. Was hatte er? Vergessen wo sein Auto steht? Sie schmunzelte leicht. Irgendwie typisch für Köln. Sie selbst hatte es auch schon einmal vergessen und über eine Stunde im großen Parkhaus gesucht um dann festzustellen, dass sie es in einem anderen hatte. „Oh ja… kenne ich. Das ist mir auch mal passiert.“ lachte sie deshalb. „Wir können ja gemeinsam suchen. Wissen Sie denn wenigstens in welcher Garage Sie es abgestellt haben?“ fragte sie erneut. „Oh je… sie war wohl in der Nähe des Doms…“, der Bauarbeiter drehte sich um und schaute zu dem großen Gebäude hoch, „Aber wo genau…“, er grübelte und sah wieder zu Susanne, „Tut mir wirklich Leid…“, er lächelte verlegen und versuchte, so charmant und sympathisch wie möglich rüber zu kommen, „… wie gesagt, ich bin neu in der Stadt und mein Orientierungssinn ist auch nicht der Beste.“, er grinste und machte dann deutlich, dass er wirklich verloren war, wenn man ihm nicht half. Susanne sah sich den Mann an. Dieses dunkle Haar, die Augen. Er sah gut aus, gestand sie in Gedanken. Sicher war er verheiratet. So ein Mann ist doch nicht frei. Sie erschrak über ihre eigenen Gedanken. Was war denn mit ihr los? Wie konnte sie denn direkt daran denken, mit diesem Mann etwas anzufangen? War sie so süchtig nach einer Beziehung? „Also ich hab mein Auto auch mal gesucht und gefunden.“ lachte sie um ein Gespräch anzufangen und um ihre Gedanken etwas zu kontrollieren.

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  • Natürlich wusste Peter, dass es in Köln weit mehr als nur eine Parkgarage gab. Eigentlich gab es tausende Möglichkeiten um sein Auto zu parken, jedoch musste er sich ein wenig dumm anstellen, damit er mit seinem Plan Fuß fassen konnte Peter blickte entschuldigend drein. „Tatsächlich?“, fragte Peter und musterte die junge Frau. Peter zog seine Augenbrauen hoch, „Wirklich? Es ist nett von Ihnen, dass Sie mir helfen wollen. Aber bitte nur, wenn es Ihnen keine Umstände macht!“, er hob abwehrend seine Hände. Er durfte schließlich nicht zu aufdringlich sein. Peter seufzte und drehte sich erneut um. „Wissen Sie, ich war mir sicher, dass ich das Auto ohne Probleme wieder finde…“, er machte eine kurze Pause und kratzte sich am Hinterkopf. „Welche Parkgarage ist denn hier in der Nähe?“, fragte der Ex-Sträfling und ging neben Susanne her. „Am Dom…. Tja… da gibt es ja einige.“ stöhnte sie lachend. „Ich bin übrigens Tobias Heer.“, erklärte Peter nach einigen Schritten, blieb stehen und reichte seiner Gesprächspartnerin die Hand. Er hielt es für sinnvoll, einen falschen Namen zu verwenden. Eine Sekretärin schnüffelte vielleicht gerne rum und für den Fall der Fälle musste ja nicht gleich jeder wissen, dass Peter Neumann sein Unwesen trieb. Doch erst einmal musste ein Grundvertrauen zu Susanne hergestellt werden – je mehr Vertrauen, desto weniger Misstrauen und dann gab es hoffentlich auch keine Nachforschungen. Susanne reichte ihm die Hand. "Susanne König" sagte sie. "Also... ich würde sagen, wir fangen direkt am Dom an. Wenn Sie sagen es war in der Nähe des Doms, gibt es zum Glück nur drei Parkgarage. Allerdings sind die ziemlich hoch. Das höchste hat acht Etagen." lachte Susanne. Der Mann gefiel ihr. Er war nicht so wie die anderen, die ständig mit den Vorwürfen kamen, Frau am Steuer... und so weiter, dachte sie. "Gehen wir erst einmal in das da..." sagte sie und wies auf das Haus, wo ihr Auto stand.


    Der Mann der sich als Tobias Heer vorgestellt hatte nickte nur. Susanne ging neben ihm her und eine Weile sagte keiner ein Wort. "Also... Sie wissen wirklich nicht in welcher Etage? War es eher in der Mitte? oder oben?" fragte sie. Es kam keine Antwort. Susanne sah ihn von der Seite an. Es schien ihm peinlich zu sein. War er doch einer dieser Männer, die Fehler nie zugaben? "Also ich parke meist auf der unteren Ebene. Und dann immer sehr dicht am Fahrstuhl. Man weiß ja nie, was passieren kann. Vor drei Jahren, als ich nach Köln gezogen bin, da habe ich mein Auto auch hier in einem der Garagen geparkt und vier Stunden gebraucht es wieder zu finden" erzählte Susanne lachend. "Aber ich habe es wiedergefunden" hängte sie an und dachte daran was er eben gesagt hat Mein Orientierungssinn ist nicht gerade der Beste. Echt witzig, dachte sie. Männer sind doch sonst immer so stolz darauf. Als sie anbot gemeinsam mit ihm zu suchen, war als würde er sehr glücklich darüber sein. Nur wenn es Ihnen keine Umstände machte. Sie lachte leise. Wenn es Umstände wären, hätte ich es sicher nicht angeboten. Sie gingen in die unterste Etage. Doch egal welches Auto in welcher Reihe sie sahen. Seines war nicht dabei. "Nur nicht die Hoffnung aufgeben. Hier stehen sicher nicht so viele Autos und wir finden es sicher. Was für ein Auto fahren Sie denn?" fragte sie. „Einen VW. Genauer gesagt einen Polo. In diesem netten grün.“, erneut lachte Peter, „Tut mir Leid. Wäre es ein Cabrio gewesen, hätte ich Sie als Dankeschön für Ihre Mühen zu einer Spritztour eingeladen – vorausgesetzt, wir finden das Auto noch.“, er grinste, „Aber vielleicht kann ich mich sonst irgendwie revanchieren?“, das Auto ward zwar noch nicht gefunden, doch ein wenig zu flirten würde an dieser Stelle sicherlich nicht schaden.

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  • Wo bleiben denn die Feeds?????


    Äußerlich zeigte der Ex-Häftling aber nichts weiter, außer natürlich das charmante Lächeln und er versuchte so viel Sympathiepunkte wie nur möglich zu sammeln. Obwohl die Frau es vermutlich gar nicht wirklich mitbekam, berührte er sie Bruchteile einer Sekunde länger, als es eigentlich nötig gewesen wäre, doch Peter verstand es, zu einer Person schnell Kontakt aufzubauen. Er wusste, wie man Menschen manipulieren konnte, damit sie einen dahin brachten, wo man sie brauchte. Das war auch wieder eine der Sachen, die Peter im Gefängnis gelernt hatte. Er tat das hier nicht gerne, keine Frage, doch sobald er eine Frau mit einem Kind sah, wurde er an Isabelle und Sophia erinnert und daran, dass man ihm die beiden genommen hatte. Das war nicht fair und es musste jemand dafür büßen. Er wollte sie nicht umbringen. Aber er wollte den wahren Mörder seines Vaters haben. Er wollte ihn vor Gericht sehen. Und die Männer von Engelhardt werden alles tun um das Leben von ihr zu schützen.


    Susanne sah Tobias an. Wie süß er ist… so verlegen. Oder täuschte das nur? Sie gingen schweigend in das Parkhaus. „Wie gesagt, ich habe mein Auto unten stehen. Wollen wir dort anfangen? Oder lieber etwas weiter oben? Sind Sie mit dem Fahrstuhl runter oder rauf gefahren?“ Susanne sah ihr Gegenüber an. Er wirkte irgendwie völlig hilflos. "Sie sind also hier aus der Gegend" fragte er wie beiläufig. "Nein... ich wohne zwar in Köln aber eher auf dem Land. Ich meine dieser Lärm im Stadtkern... das ist nichts für mich. Ich habe beruflich genügend Lärm um mich, da brauche ich am Abend Ruhe zum abschalten." lachte sie. "tut mir leid, dass ich Sie so belästige..." meinte er als sie durch das Parkhaus liefen. " Sie belästigen mich doch gar nicht... wie gesagt, ich weiß wie es ist, wenn man sein Auto "verlegt". Es ist irgendwie peinlich." Susanne versuchte dass es nicht komisch klang. Hoffentlich verstand er das jetzt nicht als Beleidigung oder dachte, dass sie ihn für dumm hielt. „Und auf die Revanche komme ich zurück.“ Sie zeigte ein charmantes Lächeln. "Ich denke wenn wir das Auto gefunden haben, könnten Sie mich ja zu einem Eis einladen. Ich kenne hier einen sehr guten Italiener. Das beste Eis in Köln. Versprochen..." sagte sie. Doch im gleichen Augenblick, dachte sie. ~mein Gott, was mache ich denn? Ich flirte gerade mit einem verdammt gut aussehenden Mann. Und fühlte mich sogar wohl dabei. Wie nett er doch ist.~ "So... hier sind wir ganz unten in der Garage", stellte sie sinnloser Weise fest, als die Fahrstuhltüren aufgingen. Susanne trat raus.


    Ihm war egal welcher Vorschlag von der jungen Frau kam. Peter nahm alles an. Hauptsache er kam an sein Ziel. Er brauchte Susanne König nur um seinen Plan zu verfolgen. Obwohl er nicht leugnen konnte, dass sie durchaus sympathisch war. Sogar sehr sympathisch. „Klingt gut.“ meinte er gelassen und sie betraten die Garage. „Nun… was arbeiten Sie denn wenn ich fragen darf?“ wollte er wissen, als sie in den Fahrstuhl betraten. Er wusste ja, dass sie bei der Polizei arbeitete, doch sicher war es sinnvoll nachzufragen. Sie sah ihn an. „Nun ja… ich meine, wenn es da so laut zugeht, so dass Sie sich nach Feierabend in eine Einöde verkriechen, könnte man meinen Sie würden in einer Disco arbeiten. Lassen Sie mich raten… Sie sind Tabledancerin…“ schmeichelte er ihr. Susanne sah ihn an. „Ich bin Sekretärin. Und ich nehme die Einladung gerne an.“ erläuterte sie ohne weiter darauf einzugehen. Peter alias Tobias freute sich sehr, dass die Frau zustimmte, und seine Revanche annahm. Er war der Überzeugung sie genau dorthin zu bekommen, wo er sie brauchte. Wenn alles so einfach war, wie das Flirten mit ihr, dann konnte nichts schief gehen.


    Sie liefen einige Reihen ab. Doch zunächst war alles negativ. Dann endlich... „Bingo!“ lachte Peter auf und lief ein paar Schritte vor. „Da vorne steht es ja schon! Vielen Dank. Ich wüsste echt nicht, was ich ohne Sie getan hätte…“ lachte er gespielt erleichtert, als sie vor dem Polo standen. Susanne sah skeptisch auf das grüne Fahrzeug, das sicher schon bessere Tage gesehen hatte. „Das ist Ihr Wagen?“ fragte sie überrascht. Peter nickte beschämt. „Wo ist Ihr Italiener?“ stellte er schnell die Gegenfrage um sie abzulenken. „Was?“ kam irritiert von ihr. „Na das Eis. Schon vergessen?“ fragte er lachend. „OH…“ kam von ihr. „Ja also er ist oben.. der Italiener… meine ich…“ stammelte sie verlegen und ging ein paar Schritte zurück auf ihrem kleinen roten Golf. „Mein Auto… ich lege nur meine Sachen da rein…“ lenkte sie von ihrer Unsicherheit ab. Peter nickte. „Gut… dann gehen wir jetzt ein Eis essen.“ Meinte Susanne und lächelte nervös. Peter machte eine leichte Verbeugung. „Wenn Sie mir dann den Weg zeigen würden…“ bat er sie höflich. Susanne sah ihn musternd an. Der Wagen... er war Schrott. So ein Wagen passte doch nicht zu so einem Mann. Er war so süß... so nett... so... reiß dich zusammen, verdammt noch mal!! ermahnte sie sich in Gedanken. Die Frage von Tobias nach dem Italiener riss sie aus den Gedanken. Nur wenig später waren sie auf der Straße und sie zog ihn zum Café. Sie suchte sich einen Platz direkt am Ufer aus. Hier war einfach nur ein sehr schöner Blick. Wie gut, dass es heute warm war, dachte sie. Wieder ging der Blick zu ihm. Diese Augen… so schön klar…so schön blau… wie das Meer…. „Sind Sie verheiratet?“ fragte sie plötzlich und war selbst entsetzt über ihre Frage. Wieso hatte sie so ein lockeres Mundwerk. Bist du wahninnig? Du kennst den Mann doch gerade mal ne knappe Stunde, schimpfte sie im Unterbewusstsein mit sich selbst. Was machst du wenn er nun aufsteht und geht? fragte sie sich selbst.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Die Frage kam so überraschend, dass selbst Peter einen Moment perplex war. „Was?“, fragte er und blickte seine Gesprächspartnerin an, „Oh – ähm… nein, bin ich nicht.“, er lächelte wieder und unbewusst fuhr er mit dem Daumen über die Stelle, wo er eins seinen Ehering getragen hatte. Am Liebsten würde er ihn auch jetzt tragen, doch um seinen Plan nicht zu gefährden, hing der Ring stattdessen an einer langen Kette um den Hals des ehemaligen Häftlings, wie eine Hundemarke. „Sie etwa?“, revanchierte sich Peter, der bemerkte, dass die Frage Susanne anscheinend peinlich gewesen war. „Ich? Nein… ich bin solo und nur Sekretärin.“ gab sie leise von sich und verfluchte ihre unbedachten Worte. „Nur „Na hören Sie mal, von morgens bis abends von den Vorgesetzten herumgescheucht zu werden ist doch nicht gerade im Handumdrehen erledigt, oder?“ ließ Peter die Anerkennung formuliert. Er war einen Moment stehen geblieben und hatte Susanne betrachtet. Peter konnte es sich wirklich vorstellen, dass es im Büro manchmal so zuging, wie in einer Disco. Man hatte die Aufgabe, sich um jeglichen Papierkram zu kümmern, musste telefonieren, Termine vereinbaren und verschieben und Kaffee kochen. Ja, Peter hatte gehört, dass Sekretärinnen den besten Kaffee der Welt kochten… meistens. „Nein. Da haben Sie Recht.“ lachte Susanne wieder. „Ich glaube Sie haben ganz schön Mumm in den Knochen und wissen wo’s lang geht.“, erklärte Peter wenig später und nickte dabei bekräftigend.
    „Und noch eine Frage:“, fügte er dann hinzu, „Was halten Sie davon, wenn wir das ‚Sie’ ablegen und zum ‚Du’ umsteigen?“, erneut reichte er ihr die Hand: „Ich bin-“, nur ein Moment der Unachtsamkeit und beinahe hätte sich Peter verraten, doch im letzten Moment kam ihm noch das „Tobias.“, über die Lippen und er hoffte, dass Susanne zu abgelenkt war, um diesen kurzen Augenblick des Zögerns zu erkennen. Susanne sah ihn an und lächelte. „Susanne. Okay… sagen wir du.“ stimmte sie zu. Susanne sah ihn ständig über den Becherrand an. Er ist niedlich…. Unverheiratet… er ist frei. Ob mit uns was werden kann? Du bist eine Närrin. Wie kannst du denn davon ausgehen, dass er dich mag. „Möchtest du sonst noch etwas über mich wissen?“ hörte sie ihn sagen. Sie schüttelte den Kopf. „Nein… entschuldige, wenn ich so neugierig bin. Aber.. nun ja… das liegt vermutlich am Job.“ erklärte sie und spürte sofort, dass es ein dämliche Entschuldigung war. Wie kam sie nur da raus? „Ich arbeite bei der Polizei, weißt du… also als Sekretärin. Und mein Chef ist eine Chefin. Wir sind eine Familie und ich glaube … nun ja… irgendwie geht das Verhören der Kollegen auf mich über.“ lächelte sie. ~ hoffentlich geht er jetzt nicht direkt~ dachte Susanne als nächstes. Sie sah ihn indirekt an. „Ich wollte wirklich nicht neugierig sein. Ich hoffe doch sehr, dass du es verstehst. Es kommt nicht häufig vor, das mich jemand anspricht, weil er sein Auto verloren hat. Männer fragen ja meist nicht…“ obwohl sie versuchte das Thema zu wechseln. „Wollen wir uns jetzt mal was bestellen?“ fragte sie nervös.

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  • Peter lächelte. „Ja sicher“ meinte er nur und dachte ein weiterer Schritt in Richtung Freundschaft mit Eigennutz war getan. Gemeinsam bestellten sie zwei große Becher Eis. Peter aß gerne Eis, allerdings wünschte er sich sehr mit seiner Tochter Sophia essen zu können. Er fragte sich welche Eissorte ihr wohl am Besten gefiel? Vielleicht war es Schokolade oder Vanille? Oder vielleicht doch eher Wallnuss? Wie sah es mit den neueren Sorten aus, wie Kinderschokolade oder Daim? Peter selbst hatte sich einen Becher mit Schokolade und Wallnuss bestellt und genoss jeden Löffel der kalten Köstlichkeit. „Wirklich gut...“ sagte er anerkennend mit vollem Mund, doch es kam ziemlich undeutlich herüber. Er entschuldigte sich sofort. „Tut mir Leid...“ lächelte er. „Ab 50% wird’s undeutlich...oder wie war das gleich?“ Trotzdem nahm er erneut einen Löffel voll Eis und schob ihn in seinen Mund. Es schmeckte hier wirklich fantastisch, da musste er Susanne Recht geben. So verging die Stunde doch recht schnell und sie sah auf die Uhr. „Oh... ich muss... morgen ist Frühdienst und... meinst du... du findest deinen Wagen allein wieder?“ fragte sie keck und dachte im gleichen Moment...ups... da ist es wieder, das Fettnäpfchen und voll rein getreten. „Entschuldige...“ ließ sie schnell noch folgen. „Schade... es wird gerade gemütlich... aber ich verstehe es natürlich..“ gab Peter von sich. Frühdienst war immer anstrengend und er wollte auch nicht Schuld daran sein, wenn Susanne übermüdet zur Arbeit kam. Er zückte sein Portmonee heraus und legte für die Bedienung das Geld bereit. „Und um deine Frage zu beantworten... ja... ich finde es wieder. Oberstes Parkdeck, richtig?“ lachte er. Susanne wurde rot. „unten....“ berichtigte sie. Peter nickte. „ich weiß...“ gab er zu und schrieb etwas auf den Bierdeckel. Diesen reichte er ihr. „Hier... falls du mal Hilfe auf der Suche nach deinem Auto brauchst, oder einfach nur mit mir Eis essen willst...“ lächelte er ihr freundlich zu. Susanne nahm den Deckel und nickte. Sie verabschiedeten sich und gingen ihre Wege.


    Eine halbe Stunde später kam Susanne in ihrer Wohnung an. Sie schloss die Tür auf und betrat ihr kleines aber feines Reich. Sie betätigte den Lichtschalter und ging den Flur entlang. Die Schuhe abgeworfen, die Tasche auf die Garderobe und ab in die Küche. Nur noch eine Kleinigkeit essen und noch etwas fernsehen. Sie sah auf die Uhr. Es war schon 20:00 Uhr. Sie machte sich ein Toast und ging ins Wohnzimmer. Die Nachrichten wollte sie auf jeden Fall sehen. Dann würde sie ins Bett fallen und vermutlich von Tobias träumen. Sie sah ihn vor ihrem inneren Auge. Tobias… ein so schöner Mann und das Beste er war frei. Er war nett. Nett? Er war bezaubernd. Susanne atmete ein paar Mal tief durch. Sie war verliebt. Sie war wirklich verliebt. Konnte es wirklich sein? Konnte es sein, dass sie sich in diesem Mann, der ausgerechnet sie fragte als er sein Auto suchte… Wusste er wirklich nicht wo das Auto stand und war das eine Anmache? Nur um sie kennen zu lernen? Susannes Gefühle waren völlig durcheinander. Was hatte der Mann mit ihr gemacht. Sie konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Wie sollte sie denn die Nacht überstehen? „Duschen…“ sagte sie sich selbst. „Eine kalte Dusche hilft immer“. Sie ging ins Bad und duschte. Doch die Gedanken an Tobias waren nicht weg. Wie schön wäre es, wenn er hier wäre… sie und er… ganz allein. Susanne malte sich die Situation aus. „Du bist ein Närrin“ schallte sie sich selbst. Es war eine schöne Bekanntschaft, aber da wird sicher nicht mehr draus. Also ab ins Bett. Morgen musst du früh raus. Und wenn du jetzt nur an ihn denkst, dann wird es eine kurze Nacht. Sie ging in ihr Schlafzimmer und zog sich um. Dann legte sie sich ins Bett. Sie nahm ihr zweites Kissen und hielt es fest. Sie kuschelte sich fest im Kissen und erwischte sich dabei, daran zu denken, dass dieses Kissen Tobias wäre. Mit diesem schönen Gedanken schlief sie bald ein und träumte von ihm.


    Till Schuster genoss jeden einzelnen Atemzug, beidem sich seine Lungen mit der kalten Luft füllten. Er fühlte sich frei und unbeschwert. Es war einfach nur herrlich an diesem kühlen aber trockenen Frühlingstag am See zu laufen. Die Sonne war bereits vor einer knappen halben Stunde hinter den Zinnen des Doms verschwunden und die Dunkelheit fing an sich auszubreiten. Es störte Till jedoch recht wenig. Gleichmäßig lief er sein zügiges Tempo weiter. Er war jetzt schon in Topform und könnte die kommende Marathonsaison kaum abwarten. Aber wie sollte es auch anders sein? Vielmehr als der Sport war ihm seit seinem missglückten Auftrag in Italien vor etwas mehr als einem Jahr auch nicht geblieben. Es wäre töricht gewesen sich nach der Zwangspause auf Kuba sofort wieder in die Arbeit zu stürzen, obwohl er bis jetzt noch nie eine Spur hinterlassen hatte, die auf Till Schuster deuten könnte. In Floren, und vermutlich auch dem Rest von Italien, fahndete man nach einem Christan Weiland, der vermutlich für den Tod eines fragwürdigen Geschäftsmannes verantwortlich war. Dennoch hielt er es einfach für zu riskant. Bei dem Gedanken an die italienischen Behörden, die ein Phantom suchten, entglitt ein kurzes Schmunzeln seinen Mundwinkeln. Sie würden ihn nie fassen. Dafür war er seit knapp 11 Jahren im Geschäft und verstand auch etwas davon. Noch heute erinnerte er sich an jedes Detail seines ersten Morden, den er gegen Bezahlung ausgeführt hatte. Nur kurz darauf war er im Kosovo angeschossen worden. Für Manche war dies wohl ein eindeutiges Zeichen aufzuhören, aber für Till war es die Bestätigung damit weiter zu machen. Etwas andres war ihm durch die Verletzung nicht geblieben. In seiner Einheit zurückkehren konnte er eh nicht mehr. Nur für einen kurzen Moment schweiften seine Gedanken in die Vergangenheit.

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  • auch wenn es kaum noch Feeds gibt... ich setze mal noch was ein...


    Vermutlich hätte sich Mancher für sein jetziges Leben ein Bein ausgerissen, aber er empfand es schlicht und einfach langweilig. Gerne hätte er mit jemanden in einem stressigen Job getauscht. Jeden Morgen ein ausgiebiges, entspanntes Frühstück und anschließend ins Fitnessstudio oder, wenn das Wetter es erlaubte eine Runde Golfen mit den Freunden. Die Nachmittage verbrachte er meist in Cafés und betrieb hier und da Smalltalk mit flüchtigen Bekannten, oder aber er lief wie er es jetzt gerade tat. Hin und wieder fuhr er nach Bottrop um die dortige Indoor-Skihalle zu nutzen und seiner großen Leidenschaft neben dem Laufen nachzugehen. Abends zog er häufig durch die Szenebars in Köln und Umgebung. Meistens ging er von dort nicht allein nach Hause. Nein... das entsprach nicht seinen Vorstellungen von einem erfüllten Leben. ~Wie hieß die Frau noch gleich, mit der er die letzte Nacht verbracht hatte? Sabina, oder Sabrina? Nein, es war vermutlich doch Sabine gewesen…~ Till schnaubte. Es war unwichtig. Diese Frauen waren nett für eine Nacht, aber auf keinen Fall taugten sie für mehr. Es war schon lange her, dass er mehr als eine Nacht mit derselben Frau verbracht hatte. „Ein Jammer…“ dachte er laut. Es war nicht so, dass er sich nach einer Familie sehnte, ganz bestimmt nicht. Aber er schätzte die Möglichkeit sich mit einer gleichwertigen Partnerin unterhalten zu können. Jedenfalls über einen bestimmten Zeitraum. Till beschleunigte sein Tempo. Langsam wurde es Zeit sich nach neuen Aufgaben umzusehen. Er überlegte ob er gleich morgenfrüh Kontakt zu seinen Mittelsmännern in Italien und Russland aufnehmen sollte. Ja... sicher wäre es besser. Dann hätte das Lotterleben endlich mal wieder ein Ende. Zufrieden lächelte er. Heute Abend würde er das Leben allerdings noch einmal in vollen Zügen genießen. Und wer wusste schon, wem man begegnen würde? Till legte einen Schlusssprint ein und erreichte wenige Minuten später seinen silbergrauem Porsche. Zufrieden ließ er sich hinter das Steuer gleiten und startete den 350PS starken Motor.


    Irgendwann hat glücklicherweise jeder Tag ein Ende und das galt auch für Anna Engelhardts Dienst. Heute so schien es, war es noch anstrengender als die vergangenen beiden Tage verlaufen war, woran Semir nicht ganz unschuldig war. Die Chefin der Autobahnpolizei war noch lange nicht mit dem vielen Papierkram fertig geworden und hatte sich kurzerhand dazu entschlossen heute einmal früher die PAST zu verlassen und den Abend wesentlich gemütlicher als die letzen 2 Tage ausklingen zu lassen. Nun gut... dafür hatte sie nun auch einen bedeutend größeren Stapel an Akten auf dem Beifahrersitz liegen, aber das war es ihr wert. Noch ein oder zwei Nachtschichten in der Dienststelle mehr und sie würde wahrscheinlich gar nicht mehr in der Lage sein, auch nur an Konzentration zu denken. Und noch mehr Koffein im Blut wäre möglicherweise sogar gesundheitsschädigend, dachte sie zeitgleich mit ironischer Belustigung. Doch mit einer anderen Droge wäre Anna vermutlich gar nicht mehr in der Lage gewesen, die viele, demotivierende Arbeit zu überstehen, die tagtäglich den gleichen Inhalt hatte- die Bombenexplosion und die Entführungen. Und da es auch ihr Autobahnabschnitt gewesen war, den diese Irren aussuchen mussten, hatte sie die „ehrenvolle“ Aufgabe vom Polizeipräsidenten erhalten, das Voranschreiten der Bauarbeiten zu überwachen.

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  • Manchmal fragte sie sich wirklich, ob die ganzen hohen Tiere in ihren riesigen Büros saßen und dachten, dass sich alle anderen nur langweilen würden und man ihnen somit unbedingt mehr zu tun geben musste. Aber gut... ob sie sich nun aufregte oder nicht, ändert tat es nichts und so musste sie wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und die nächsten Wochen mit mehr Arbeit zubringen. Denn nicht nur die Tage fanden irgendwann ein jähes Ende, sondern auch jede noch so schlimme „Beschäftigung“ im Berufsleben. Mit diesem motivierenden Gedanken startete Anna Engelhardt ihren Lexus IS, schaltete ihr Abblendlicht ein und verließ mit fortschreitender Dämmerung den Parkplatz der Autobahnpolizei um sich auf den Weg in die Kölner Innenstadt zu machen und endlich ihren Feierabend zu beginnen. Es war ein Weg, der sich schon vor Jahren in ihr Gedächtnis eingebrannt hatte und den sie mittlerweile im Schlaf absolvieren konnte. Zunächst passierte sie wie schon Stunden zuvor den gesperrten Abschnitt der Autobahn und war erleichtert, dass sich zumindest nicht der Verkehr staute. Ein wirklich seltenes Bild, denn sonst waren die Autofahrer mit einer Änderung der Fahrstrecke generell überfordert. So konnte sie ohne große Hindernisse der Umleitung folgen und befand sich nur zehn Minuten später in Köln, dessen meisten Straßen sie wahrscheinlich wie ihre Westentasche kannte. Im Radio wurde gerade ihr Lieblinslied abgespielt – „When did your heart go missing“, als sie um die nächste Ecke bog und leicht tippte sie mit ihren Fingerkuppen auf das Lenkrad, während ihre Augen das Auto vor ihr musterten um einen gewissen Sicherheitsabstand einzuhalten.


    Es wirkte alles routiniert, so wie bei jedem Autofahrer, der schon jahrelange Praxis auf den Schultern hatte. Angst oder gar eine verkrampfte Sitzhaltung während einer solchen Fahrt hatte sie schon eine Ewigkeit nicht mehr, wenn überhaupt war es zu Beginn ihrer Probezeit gewesen. Auch die nächste Ampelkreuzung ließ sie wie gewohnt hinter sich und fuhr nun parallel zum Rheinufer, wo sich der aufgehende Mond zu spiegeln begann. An ruhigen Tagen hätte sie gerne einen solchen Anblick genossen und vielleicht sogar für wenige Momente gehalten, denn besonders auf diese Weise konnte man Berufsstress hinter sich lassen. Aber heute, ja heute Abend wollte Anna einfach nur noch nach Hause und sich wenigstens für 5 Minuten auf ihre Couch legen und die Seele baumeln lassen. Ruhe, nach etwas anderem sehnte sie sich gar nicht. Ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen, als irgendein schrecklicher Rocksong laut und besonders schrill durch die Autoboxen hallte und der eintretenden Ruhe so einen Abbruch tat, sodass Anna mit einem Stirnrunzeln ihre Aufmerksamkeit für den Bruchteil einer Sekunde von der Fahrbahn abwandte und den Lautstärkeregler um ein Vielfaches in die leise Richtung drehte.


    Mittlerweile fuhr Till Schuster in seinem Porsche die Straße parallel zum Rheinufer entlang. Seine Laune war immer noch bestens. Aus den Boxen tönte der „Sound of Silenc“. Ausgelassen sang Till mit: „... when my eyes were stabbed by the flash of a neon light. That split the night … and touched the sound of silence... Kurz wandte er seinen Kopf zur Seite und besah sich den Mond, der voll und rund über dem Rhein schimmerte. Es war sehr selten der Fall, aber jetzt war er für ein paar Sekunden unachtsam. Zu spät bemerkte er, dass der vor ihm fahrende Lexus unmerklich, aber dennoch langsamer wurde. Till fluchte laut auf Italienisch und trat heftig auf die Bremse. Werder das Fluchen noch das Bremsen halfen ihm noch. Die Front seines Porsches stieß mit dem Heck des Lexus zusammen. Till fluchte noch heftiger, schaltete das Warnblinklicht ein und brachte sein Auto schließlich zum stehen. Seine Gute Laune war in den Keller gefallen und missmutige Falten hatten sich auf seiner Stirn gebildet. Er seufzte kurz und entstieg schließlich seinem Wagen. Das war es wohl mit dem netten Abend… dachte er nur.

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  • Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit im Straßenverkehr und es konnte im nächsten Augenblick geschehen, was man niemals erwartet, ja gar überhaupt erahnt hätte. Während eines solchen kleinen Momentes vergaßen viele Autofahrer den Fakt, dass sie sich in einem belebten Verkehr befanden und auch wenn es vielleicht ruhig erschien, konnte man niemals voraussagen, ob in den nächsten Sekunden vielleicht ein Fußgänger, ein Kind über die Straße ging oder ein Auto aus der Seitenstraßen zu schnell ohne die Vorfahrt zu beachten herausschoss. Vorausschauendes Fahren und permanente Konzentration waren während einer Autofahrt wesentlich wichtiger als die Lautstärke des Radios oder der Sender, welcher mit einem Mal ein geschmackloses Lied ausstrahlte und man dem natürlichen Trieb nachbeben musste, einen Neuen zu wählen. Oft genug wurde man im Fernsehen oder überhaupt in den Medien darauf hingewiesen, wenn wegen einer solchen Unachtsamkeit ein schwerer Unfall geschehen war oder wenn neue Statistiken zu diesem Thema veröffentlicht wurden. Und die Mehrheit der Bevölkerung ignorierte derartige Warnungen, da jeder in der Annahme lebte, einem selbst könnte so etwas niemals passieren, weil man mit genügend Achtsamkeit die tägliche Autofahrt meisterte. Bis es zu spät war. Dann plötzlich hatte man all die Warnungen im Gedächtnis und war nur noch in der Lage, sich über seine eigene Dummheit zu beklagen. Doch ändern tat dies natürlich nichts.


    Und genau diese Gedanken gingen Anna durch den Kopf als sie den starken Ruck merkte, der durch den Lexus ging und sie nur noch eins tat… Bremsen! Es geschah alles automatisch, als sei sie eine Maschine, die die eingegebenen Befehle befolgte, während ihr Kopf zu verarbeiten begann, wie so etwas passieren konnte. War es ihre Schuld gewesen? Hatte sie etwas übersehen? Letztlich stellte sie den Motor ab, doch aussteigen wollte sie im ersten Augenblick gar nicht. Sie war immer noch mit der gedanklichen Analyse des Warums beschäftigt und merkte so auch nicht das leichte Schleudertrauma und den Schmerz, den der Gurt bei dem Aufprall verursacht hatte. Gut… es war bei Weitem nicht ihr erster Unfall, doch es wäre eine Lüge zu behaupten, dass man sich an so etwas gewöhnen konnte. Zum einen rechnete man niemals damit und zum anderen hinterließ es immer wieder einen Schrecken gepaart mit Erleichterung, dass nichts Schlimmeres geschehen war. Und genau dieser Fakt veranlasste letztlich, dass sie den Gurt abschnallte und das Auto verließ, sich den Nacken reibend, aber dennoch gesund. Bis dato hatte sie nicht einmal gewusst, was genau vorgefallen war. Viel zu sehr war sie von dem starken Ruck erstaunt gewesen. Erst jetzt sah sie den stehenden Porsche mit Warnblinklicht und den Mann, welcher neben dem Gefährt stand.


    doch noch mehr erleichterte es sie, als sie feststellte, dass er und nicht sie Schuld an dem Unfall war. Ein kurzer prüfender Blick um festzustellen, ob es noch andere an diesem Unfall beteiligt gewesen waren und erst dann setzte sie sich in Bewegung um den Mann am Auto die Leviten zu lesen. „Haben Sie denn keine Augen im Kopf?“ fragte sie laut den Schuldigen und zog ihren schwarzen Blazer gerade. Sie selbst war erstaunt über die Wut, die mit ihren Worten rüber kam, wo sie doch eben noch sehr ruhig gewesen war. Scheinbar hatte sie den Schock überaus schnell überwunden und nun ging es in die emotionale Phase über, in der sie zwar klar denken konnte, aber trotzdem überreagierte. „Hier ist doch keine Autobahn, auf der man wie ein Irrer herumrasen kann!“ Sie blieb wenige Meter vor dem Unbekannten stehen und sah ihn wütend mit zornigen Augen an, während sie ihren schmerzenden Nacken rieb. Gott, als ob dieser ganze Tag heute nicht schon stressig genug gewesen wäre. Musste auch noch etwas Derartiges passieren? Das setzte einem wirklich die Krone auf.


    Till Schuster sah die Frau an, die ihn soeben beschimpfte. Er sah sich seinen Wagen an und dachte nur… Na toll… das dauert mindestens einen Tag bis das repariert ist. Ob ich mir gleich einen neuen kaufen sollte? Allerdings konnte er es nicht ganz von sich weisen. Er war natürlich schneller als erlaubt gefahren. Die üblichen 20 km/h, damit er keine Probleme bekam, wenn er erwischt wurde. Aber schließlich fuhr er doch einen schnellen Wagen. Er sah die Frau genauso wütend an, wie sie ihm. Wenige Sekunden später legte sie allerdings keck zur Seite und musterte sie. Normalerweise gaben die meisten Mädchen klein bei, wenn er sie böse ansah. Doch bei dieser dunkelhaarigen Frau schien es nicht zu funktionieren. Sie war überhaupt nicht beeindruckt. Sein Interesse war geweckt. „Verzeihen Sie… ich… es tut mir wirklich Leid. Ich war völlig in Gedanken. Haben Sie sich weh getan?“ fragte er und ging einen Schritt auf sie zu. Dabei musterte er ihr Gesicht. Ihre dunklen Augen funkelten ihn immer noch wütend an. Doch die Gesichtszüge wirkten eher weich und freundlich. „Es tut mir wirklich unendlich leid…“ schwor er und täuschte Besorgnis vor. „Soll ich einen Krankenwagen rufen?“ harkte er nach.

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  • „Mir geht es gut, danke“, entgegnete sie nüchtern und machte sich eine gedankliche Notiz, nicht noch einmal eine solche Schwäche zu zeigen. Ihr Nacken schmerzte zwar leider weiterhin wie die Hölle und sie war in ihrem Inneren auch genauso aufgewühlt, wie noch Minuten zuvor, doch nun galt es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um das Anstehende in die richtigen Bahnen zu lenken. Immerhin wollte sie sich von dem anderen Fahrer ver-sicherungstechnisch nicht linken lassen, also hieß es Professionalität walten zu lassen! Ein freudloses Lächeln glitt über ihre Lippen, so schnell konnte etwas passieren, wenn man in Gedanken war. Kein Wunder, dass man Handys beim Autofahren verbot, wenn schon derartige Kleinigkeiten einen Unfall herbeiführen konnten. „Sie brauchen keinen Krankenwagen zu rufen, mir geht es wirklich gut!“, versicherte sie noch einmal, dieses Mal mit mehr Nachdruck, und richtete sich demonstrativ ein wenig weiter auf, während sie ihre Arme vor der Brust verschränkte.


    Er mochte zwar ein Mann und genauso wütend wie sie sein, doch Anna Engelhardt hatte in ihrem Polizeidienst schon weitaus einschüchternder Personen erlebt, vor denen sie dennoch ihren Mann gestanden hatte. Emanzipation war das Stichwort, Frauen brauchten sich nicht alles gefallen zu lassen. „Ihnen ist doch bewusst, dass Sie für den Schaden aufzukommen haben?“ Es war mehr eine Feststellung als eine Frage, immerhin war er ihr aufgefahren und nicht umgekehrt, also würde sie mit Sicherheit keinen Finger krumm machen. Zumindest war er zuvorkommend, musste sie sich selbst eingestehen. Jeder andere Mann hätte sie vermutlich genauso angefahren, wie sie es eben bei dem Fremden getan hatte. Immerhin gab es ja das allgemeine Klischee, das Frauen nicht Autofahren können. Sie holte kurz Luft und strich sich durch das schwarze Haar, während sie nun die folgenden Schritte überlegte. „Ich denke wir sollten erst einmal die Polizei rufen, um den Unfall zu melden.“ erklärte sie vernehmlich und machte sich in Gedanken schon darauf gefasst, das nun gleich zu hören, dass es doch nicht notwendig wäre und man den Schaden unter sich regeln lassen könnte…. Doch Anna hatte sich vorgenommen, dies auf gar keinen Fall durchgehen zu lassen. Sie nahm ihr Handy aus dem Wagen und rief die Kollegen der städtischen Wache an. Als sie erneut in ihrem Wagen sah und das Chaos auf der Rückbank in ihr Blick fiel, stöhnte sie leicht gequält auf.


    Till sah der Frau nach und schmunzelte. Vermutlich hatte sie damit gerechnet, dass ich mich gegen die Polizei wehre, aber warum sollte ich. Ich bin versichert und der Wagen ist in einem ordentlichen Zustand. Er zückte sein Portmonee aus der Tasche und lächelte sie an. „Es ist selbstverständlich, dass ich für jeglichen Schaden aufkomme.“ Sagte er bestimmt. „Es war schließlich meine Schuld und außerdem … habe ich damit Ihren Abend ruiniert… an. Sie rufen die Polizei und ich den Abschleppdienst…“ hängte er und fuhr sich charmant lächelnd durch die Haare. Dann fiel sein Blick auf den Porsche, dessen Schnauze ziemlich demoliert war und er dachte, dass der Wagen sicher morgen wieder flott ist, wenn das Trinkgeld stimmte. Doch eigentlich könnte er sich auch direkt einen neuen Wagen holen. Einen Boxter… ja er wollte sich morgen einen Boxter kaufen. Es dauerte knapp eine Minute, bis der Abtransport des Porsches geregelt war. Während dieses Telefonates hatte Till seine unfreiwillige Crash-Partnerin nicht aus den Augen gelassen. Offenbar ließ sie sich von Männern grundsätzlich nichts gefallen und vermied es ihnen gegenüber Schwäche zu zeigen. Innerlich musste er grinsen wie ein kleines Kind. Der Abend könnte doch noch einen guten Ausklang finden. Belustig stellte er fest, dass dies der teuerste Flirtversucht werden würden, den er bis jetzt unternommen hatte. Eine innere Stimme sagte ihm aber, dass es das auf jeden Fall wart sein würde denn eine Frau solchen Kalibers fand man nicht an jeder Straßenecke. Nachdem er aufgelegt hatte, fasste er sich sofort entschuldigend an den Kopf. „Wie unhöflich von mir. Soll ich Ihren Wagen aus sofort in eine Werkstatt bringen lassen? Ich komme natürlich auch für die Kosten eines Mietwagens auf, das heißt eigentlich meine Versicherung…“ lächelte er und hielt ihr seine rechte Hand hin. „Ich bin übrigens Till Schuster… der Crashpilot Ihres Vertrauens“ stellte er sich lachen vor.


    Es war für Anna sehr seltsam um es gelinde auszudrücken, dass der Unbekannte so überaus verständnisvoll war und nicht einmal den Versuch anstelle, zumindest ein wenig Schuld von sich abzuwälzen. Immerhin war es doch nur menschlich, nicht alles auf seine Schultern zu laden, aber der andere Autofahrer verhielt sich ganz und gar nicht so wie es wahrscheinlich jeder nicht nur erwartet sonder vor allem gewohnt war. Nicht zu letzt aus diesem Grund zogen sich ihre Augenbrauen leicht in die Höhe, während sie den dunkelhaarigen Mann betrachtete. Zweifel nagten in ihrem Inneren, denn sie konnte nicht mit Bestimmtheit sagen, ob das alles ehrlich gemeint war oder ob hier ein guter Schauspieler am Werk war. Doch andererseits wollte sie sich auch nicht beschweren, denn einen schreienden Mann hätte sie heute Abend nicht mehr ertragen.


    Das Schicksal meinte es eben zum Abschluss des Tagens etwas besser mit ihr. „Gut…“ entgegnete sie nur kurz angebunden. Dieses Mal jedoch ein weniger freundlicher, als er ihr versicherte, für den Schaden aufzukommen. So etwas konnte man, wenn überhaupt nur noch bei einem Gentleman erwarten, was sie dazu veranlasste, ihm etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Ihr Blick bleib nur für einen kurzen Moment etwas länger an den blauen durchaus interessanten Augen ihres Gegenübers haften, ehe sie damit begann, die allzu vertraute Nummer der Polizei zu wählen, noch ehe er ihrem Vorschlag zugestimmt hatte. „Glauben Sie mir… das haben Sie nicht. Es war nur so komisch es auch klingen mag, ein krönender Abschluss.“ lächelte sie ihn an während sie telefonierte. Sie erwischte sich dabei, dass sie den Mann der sich als Till Schuster vorgestellt hatte häufiger ansah. „Polizeidienststelle Köln, Meier am Apparat!“ hörte sie ihren Gesprächspartner. „Engelhardt, guten Abend“, erwiderte sie seine Worte und führte ein kurzes Gespräch mit der Person am anderen Ende der Leitung, welches damit endete, das eine Streife vorbeikommen würde um die Aussagen und den Unfall aufzunehmen.

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  • Anna bedankte sich und klappte ihr Handy zu, ehe sie sich wieder den beiden Fahrzeugen und dem Halter des andren Wagens zuwendete. „Tja… dann werden wir jetzt mal auf die Polizei warten.“ lächelte sie etwas nervös. Sie versuchte den Mann einzuschätzen. Beruflich könnte er sehr wohl in der Sparte Banker oder Anwalt zu finden sein, oder aber Millionär von Beruf? Sie hörte dann seinen Vorschlag sich auch um ihren Wagen zu kümmern. Nett, dachte sie doch dann lehnte sie ab. „Danke… ist schon in Ordnung. Mein Wagen scheint nicht so viel wie Ihrer abgekommen zu haben. Ich werde ihn morgen selbst in die Werkstatt bringen. Bis dahin wird er mich sicher noch von A nach B bringen.“ erklärte sie. „Anna Engelhardt“ erwiderte sie schließlich auf die Vorstellung. „Sie scheinen den Unfall ja recht ruhig hinzunehmen. Jeder Andere wäre vermutlich innerlich explodiert, wenn er darüber nachdenkt, welche Kosten auf ihn zukommen.“ erklärte sie.


    Der Mann nickte nur zustimmen. Normalerweise hätte er selber nach so einem Unfall gelinde gesagt, schlecht Laune gehabt und überlegt den Unfallbeteiligten unauffällig um die Ecke zu bringen. Aber heute war es anders. Er war überrascht, aber es störte ihn nicht wirklich. „Sie haben Recht. Viele Menschen, vor allem die männliche Gattung geht an die Decke wenn dem Lieblingsspielzeug etwas passierte. Aber ich bin froh, dass niemandem körperlich etwas passiert ist, außer dass Sie vermutlich nun Kopfschmerzen haben... also von dem Aufprall...“ lächelte er. Sie nickte nur. „Und Sie sollten auf jeden Fall zum Arzt gehen, so ein Schleudertrauma kann unangenehme Folgen haben...“ hängte er an. „Sind Sie Arzt?“ fragte Anna Engelhardt erstaunt. „Stellen Sie sich vor, es hätte nicht Sie und Ihren Wagen, sondern plötzlich ein Kind auf der Straße gestanden?“ gab er zu bedenken, anstatt ihre Frage zu beantworten. Sie stimmte zu, das wäre sicher schlimmer gewesen. Der Tod eines Kindes lässt sich durch nichts bezahlen. Ihre Blicke trafen sich. Wenige Sekunden später sah er auf den Rhein und lächelte. „außerdem... hat der Unfall auch einen Vorteil. Ich bin Ihnen begegnet und kenne sogar Ihren Namen...“ erklärte er.


    Etliche Autos fuhren an der Unfallstelle vorbei und schauten neugierig was passiert war. Anna Engelhardt hatte diese Gaffer. Am liebsten hätte sie ihnen etwas hinterher gerufen um ihrem Ärger Luft zu machen. Doch leider hätte das auch nichts geändert. Es war ein typisches Verhalten der Menschen, sobald es eine Abwechslung im Alltag gab, oder sie von einem Unfall nicht selbst betroffen waren, wollten sie herausfinden, was geschehen ist und wie schlimm es überhaupt war. Gaffer, die daran schuld sind, wenn den Verletzten nicht geholfen werden kann, weil sie die Rettungswege blockieren. Weil sie nur zusahen, anstatt selbst Hand anzulegen. Doch am schlimmsten waren die Gaffer die auch noch Fotos von den Opfern machten, die blutend auf der Trage lagen oder wieder belebt wurden. Fotos mit denen sie dann prahlten. Es interessierte die Gaffer nicht, dass sie damit das Persönlichkeitsrecht mit Füßen traten, aber es waren die Menschen, die dann den Mund aufmachen, wenn sie selbst in einer solchen Situation waren. Gut... Anna wusste von diesen Menschen und hatte oft genug damit zu tun, dennoch konnte sie es nicht verstehen. Zum Glück war bei ihr nur Sachschaden entstanden der mit Geld ausgeglichen werden konnte. „Ja zum Glück...“ antwortete sie auf seine Bedenken und lächelte ihn leicht an. Der Schmerz in ihrem Nacken war schon fast wieder vergessen, denn das Gespräch begann sie langsam von dem eigentlichen Geschehen abzulenken. Ja, sie hatten beide im Grunde doch einen Schutzengel, dass nicht mehr geschehen war. Immerhin konnte in der heutigen Zeit so viel passieren, was man niemals für möglich gehalten hätte. Und der Ansicht schien auch ihr Unfallgegner zu sein, was sie ihm mehr als positiv anrechnete. „Es wäre wirklich schlimm wen es verletzte oder gar tote Kinder gab.“ stimmte sie zu. Jedes Mal zog sich ihr Magen zusammen, wenn sie derartige Nachrichten im Radio oder Fernsehen sah, oder in der Zeitung lesen musste, es bei ihrem Beruf sogar hautnah mitbekam, Semir und Chris darüber berichteten. Doch plötzlich veränderte sich der Ausdruck auf ihrem Gesicht. „Herr Schuster... versuchen Sie mit mir zu flirten?“ fragte sie direkt. Dennoch war es ihr nicht unangenehm, im Gegenteil sie fühlte sich geschmeichelt.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Till Schuster erwiderte das Lächeln. „und wenn? Was spricht denn dagegen?“ stellte er die Gegenfrage und legte den Kopf schief. „Nun ja.... ich weiß nicht...“ kam ehrlich von Anna zurück. „Wir sollten wenn der Unfall aufgenommen wurde vielleicht zusammen einen Kaffee trinken gehen. Ich meine auf den Schrecken hin...“ lächelte er sie weiterhin an. Anna schüttelte den Kopf. „Ich würde gern, aber ... ich muss noch arbeiten...“ entschuldigte sie sich. „Das ist sehr schade. Aber fünf Minuten? Nur fünf Minuten... meinen Sie nicht, Sie könnten diese von Ihrer wertvollen Zeit opfern?“ harkte er beharrlich nach. Anna lächelte. „Also gut... auf einen Kaffee mehr oder weniger kommt es nicht mehr an.“ stimmte sie zu. Endlich kam auch die Polizei zum Unfallort. Anna sah die Männer an und erkannte, ihr nicht ganz unbekannten Kollegen. „Guten Abend, Frau Engelhardt. Heute mal nicht mit Ritter und Gerkhan auf der Autobahn?“ begrüßte sie der Ältere der Beiden und einem leichten Lächeln während er seine Mütze aufsetzte. „nein... ich habe bereits Feierabend, Herr Schmidt. Und außerdem sind die Beiden im Urlaub.“ Erwiderte sie und tat einen Schritt zur Seite, damit die Herren sich neben sie stellen konnten. „Sie haben dem Kollegen Meier, der heute Funkdienst hat von einem Unfall berichtet. Wie ich sehe, ist es Ihr eigener Wagen.“ Stellte der jüngere der Polizisten fest. Anna nickte. „Ja leider... ich bin aus Kriminaloberrätin auch nicht davor gefeit.“ lachte sie leise. „was genau ist denn passiert?“ wollte der junge Polizist wissen. „Nun ja....“ fing Anna an und sah zu Till Schuster. „Ich bin Schuld.“ gab er zu. „Ich habe nicht aufgepasst und bin ihr aufgefahren.“ endete er und sah Anna an. „Wenn ich allerdings gedacht hätte einer solch hübschen Frau zu begegnen, dann denke ich sollte ich es öfter tun.“ Lachte er anschließend. Doch das brachte ihm einen warnenden Blick der Polizisten ein. „Besser nicht... nicht jeder ist so wie Polizeioberrätin Anna Engelhardt“ erwiderte Schmidt. „Polizeioberrätin?“ kam erstaunt von Till.


    Die Erstarrung die seinen Körper befiel, wich allerdings nach wenigen Sekunden einer unendlichen Belustigung. Das setzte dem Ganzen noch die Krone auf! Anna Engelhardt war ausgerechnet Polizistin! Der Profikiller und die Polizistin! Perfekter Stoff für einen Hollywood Blockbuster! Langsam fing Till an zu glauben, dass das Schicksal hier seine Finger im Spiel hatte. Als einer der uniformierten Beamten allerdings auf den Unfall zusprechen kam, wurde er sofort wieder ernst. „War ja auch eher als Scherz gedacht.“ entschuldigte er sich. Anna stimmte dem zu. „Ja und außerdem hat er die Absicht gehabt mit mir einen Kaffee zu trinken.“ Lachte sie nur. Die Polizisten sahen sie an. „Sie sind aber beide nicht verletzt oder?“ fragte der Ältere. Till und Anna verneinten. „Gut... dann würde ich sagen, Sie informieren die Versicherungen und dann regelt sich das ganze von allein. Der Wagen kann jetzt abgeschleppt werden.“ Der jüngere Polizist schrieb den Unfallbericht und übergab jeweils eine Durchschrift an Till und eine an Anna. „Glücklicherweise hält sich der Schaden bei Ihnen noch in Grenzen, Frau Engelhardt“, entgegnete der jüngere Polizist, als er das Nicken der Kriminalrätin wahrgenommen hatte und sah sich das Heck des Lexus an, so wie es bereits Anna nur Minuten zuvor getan hatte. Der ältere Polizist hatte bewusst beim Sprechen Till angesehen, schließlich hatte ja er den Schaden zu tragen. „Selbstverständlich“, erwiderte die Chefin mit freundlicher Stimme und lächelte beide Männer leicht an, in der Hoffnung, dass diese gesamte Situation endlich ein Ende finden würde.

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    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Till besah sich ebenfalls noch einmal den Schaden am Heck des Lexus. Wenn es hochkommt werden es knappe dreitausend Euro. So wie er es sah, brauchte der Wagen lediglich eine neue Stoßstange, die Kofferraumklappe müsste nur etwas ausgebeult werden, neue Farbe drauf, fertig. Doch sein Wagen... nun ja... der hatte ausgedient. Schade er fuhr eigentlich sehr gern den Boxter. Aber so hatte er wenigstens die Möglichkeit den Cayman S zu versuchen. Aber... er hatte ja genügend Geld. Da fielen ein paar hunderttausend nicht auf, dachte er und überlegte bereits welches Autohaus er mit seinem Besuch beglücken sollte. „Also, “ fing er schließlich an „um ehrlich zu sein, wenn es nach mir geht, dann würde ich den Schaden lieber aus eigener Tasche bezahlen. Ich habe es nicht so mit dem ganzen Papierkram. Wenn das also auch ein Möglichkeit wäre?“ Er sah erst den Polizisten und dann Anna fragen an. „Sie würde uns allen Arbeit ersparen“ fügte Till hinzu. „Außerdem würden wir dann hier schneller fertig werden, oder?“ Er sah gen Himmel. Seine Vermutung war richtig gewesen. Einige Regentropfen hatten sich schon auf seinen Kopf verirrt. „Ich kann nämlich wirklich nicht auch noch verantworten, dass die Dame wegen mir zu allem Überfluss noch nass wird!“ Wie um dem gesagten Nachdruck zu verleihen kam in dem Moment der bestellte Abschleppwagen an um den Porsche abzutransportieren. Und als ob es bestellt war, wurde der Regen stärker und hinterließ auf dem ausgedorrten Erdboden schnell einen nassen Fleck, ehe er wieder gänzlich in der Vergessenheit verschwand. Doch nicht lange darauf schüttete es wie aus Kübeln. Ein wahrer Wolkenbruch ging los.


    „In Ordnung“, richtete sich der ältere Polizist an Till und musterte ihn ebenso überrascht. „Ich muss zugeben, dass man derartige Vorschläge äußerst selten hört. Ich hoffe doch, Sie haben keine Geheimnisse.“ Der Polizist lachte über seine ausgesprochenen Worte und verschränkte seine Arme vor der Brust, während der Regen weiter an Intensität zunahm. Ein Lächeln glitt über Annas Lippen, als Till seine Sorge um sie offen äußerte und diese wieder über das was wäre wenn nachzudenken begann. Aus diesem Grund bemerkte sie auch nicht, dass sich der Abschleppwagen näherte und so das Ende des Gespräches ankündigte, was wohl nicht zuletzt an ihrer Position lag, denn sie hatte ihren Rücken der Straße zugewandt. „Gut, sollen wir Sie vielleicht nach Hause fahren?“, richtete sich der Kollege bei diesem Stichwort an Till, immerhin würde dieser mit Sicherheit nicht zu Fuß nach Hause gehen wollen. „Ich kann Sie auch mitnehmen“, schlug Anna mit einem Lächeln vor und war über ihre eigenen Worte erstaunt, schließlich lag es schon eine Weile zurück, dass sie einen Fremden in ihr Auto gelassen hatte. Und wenn, war es meist auch nur beruflich gewesen, um irgendwelche Verbrecher zur PAST zu bringen. Mittlerweile hatte sich zu dem Beginn des Regens auch noch mäßiger Wind dazugesellt und trieb somit die Tropfen immer weiter ins Gesicht. Langsam wurde es wirklich unangenehm, sich weiter draußen auszuhalten.


    Endlich rückte der ersehnte Feierabend, den sie eigentlich schon vor einer halben Stunden antreten wollte, in greifbare Nähe und konnte den versprochenen Kaffee in angenehmer Gesellschaft verbringen, dachte sie und stieß ein leises Stöhnen aus. Und danach.... sinnierter sie weiter, ging es erst einmal in die Badewanne, die mit heißem Wasser gefüllt und im Schaum würde sich versinken, den Rosenduft des Badezusatzes genießend würde sie sich völlig entspannen können. Vielleicht noch einen Rotwein genießen. Doch als sie so überlegte wie sie den Abend noch gestalten konnte fiel ihr Blick wieder auf die Akten in ihrem Auto. Nun ja... der Job eines Chefs war eben bei weitem nicht so entspannend, wie es vermutlich die Mehrheit der Menschen annahm und daher musste sie ab und an, wie auch heute Abend in den sauren Apfel beißen und eine Nachtschicht einlegen. Sobald der normale und manchmal demotivierende Alltag zurück gekehrt ist und der Tag von ihrer Chaostruppe und flüchtenden Drogendealern versüßt wird würde sie vermutlich drei Kreuze machen. Sie dachte daran, wie es ist, wenn sie sich wieder stundenlang mit den Polizeipräsidenten auseinandersetzen musste, weil Semir und Chris einen Dienstwagen geschrottet haben, oder auf einer anderen Weise die Staatskasse belasteten. Aber heute stand erst einmal die Erholung an und ein Kaffee in netter Begleitung.


    Till Schuster stand etwas verloren da und beobachtete wie sein Wagen aufgeladen wurde. „Tja... adios du mein Auto...“ murmelte er. „Oh mist...“ stöhnte er dann und die hübsche Polizistin sah ihn an. „Was denn?“ wollte sie wissen. „Ich habe gar nicht daran gedacht, dass ich gar keine Möglichkeit habe, nach Hause zu fahren..“ lächelte er verlegen. Die Polizistin nickte. „Da wüsste ich eine Möglichkeit... Wie wäre es, wenn ich Sie mitnehme? Wir wollten doch eh einen Kaffee trinken. Und anschließend kann ich Sie nach Hause fahren...“ schlug sie vor. Till war begeistert und schwang sich nach ihrer Einladung auf den Beifahrersitz. „Dann bitte in die Mönchsgasse 18“ lächelte er sie an. Anna nickte. „Tja... mein Taxameter ist derzeit defekt. Aber dafür ist wenigstens ein Essen drin...“ lachte sie zurück. Till war einverstanden. So einer Frau sollte man keinen Wunsch abschlagen, dachte er und malte sich bereits aus, wie es wohl im Bett laufen würde und was er noch alles anstellen musste, bis es so weit war. „Dann würde ich sagen, ich hole Sie morgen zeitig ab?“ fragte er. Anna nickte. „Direkt nach Feierabend? Wir könnten uns auf der Dienststelle treffen und gemeinsam fahren.“ Schlug sie vor. Und wieder stimmte er zu. Anna horchte den leisen Tönen aus dem Radio. Ob es ein Wink des Schicksals war, dass aus den Boxen momentan irgendein Liebeslied erklang?

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  • Kaum wahrnehmbar schüttelte Anna ihren Kopf. Wie kam sie um alles in der Welt auf derartige Gedanken? Das war absolut nicht ihre Art und mit über 50 würde sie auch gar nicht mehr damit anfangen, das zumindest glaubte sie noch jetzt. „Ich weiß nun übrigens, wie Sie sich revanchieren können“, sprach die Chefin in die Stille hinein und unterbrach so zum Glück auch ihre eigenen Überlegungen. „Sie können mich mal zum Essen einladen.“ Sie fand den Vorschlag durchaus human, immerhin wollte sie ihn wegen eines solchen kleinen Unfalls nicht weiter leiden lassen. Es reichte ja schon, dass er die mit Sicherheit hohen Kosten der Reparatur auf seine Schultern lud. So fuhren sie zum Lieblingscafé von Anna und tranken Kaffee und andere Getränke. Gegen acht Uhr am Abend fuhren sie zur Wohnung von Till. Letztlich war die Fahrt viel zu schnell vorüber und sie parkte ihren Wagen vor dem Tor von Tills Wohnhaus, welches einen gewissen Reichtum erahnen ließ. „Ich gebe Ihnen am besten meine Karte“, erklärte sie mit entschlossener Stimme und griff nach der auf dem Rücksitz liegenden Handtasche, um aus ihrem Portemonnaie ein rechteckiges Papierstück herauszuholen. „Es steht sowohl meine Handynummer als auch meine Dienstnummer darauf. Dann bis demnächst...“, sprach sie weiter und lächelte Till erneut an. „Es hat mich wirklich gefreut, Sie kennen zu lernen.“ Es war ehrlich gemeint und auch wenn sie den Mann neben sich nicht kannte, hatte sie schon jetzt eine gewisse Sympathie für ihn entwickelt. Zufrieden grinste Till. Der Abend war perfekt gewesen! Fröhlich pfeifend ging er in Richtung Eingang und lief die Treppen zu seinem Penthouse hinauf.


    Semir wachte am nächsten Morgen erschrocken auf. Warum klingelte der Wecker denn nicht. Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass es bereits zehn war. Um elf wollte Chris ihn abholen und gemeinsam zum Krankenhaus fahren. Semir duschte schnell und ließ die Kaffeemaschine ihren Job machen. Chris war pünktlich. „Und? Gut geschlafen?“ fragte er Semir. Dieser nickte. „Ja… ging so… ich war mit meinen Gedanken nur bei Aida und Andrea. Am liebsten hätte ich dort eh übernachtet.“ Meinte er nur. „Mir ging es genauso. Ich freu mich schon auf eine Woche mit Katrin. Ich kann alles nachholen, was … nein… das ist nicht richtig. Ich kann gar nichts nachholen. Was gäbe ich da für, wenn ich mir früher die Zeit genommen hätte für sie und ihrem kleinen Bruder da zu sein. Doch jetzt…. Ist es zu spät…“ kam leise von Chris. Semir schüttelte den Kopf. „Es ist nie zu spät, Chris. Wenn du ab sofort für Katrin da bist, dann wirst du sehen, dass ihr eine sehr schöne Vater-Tochter-Beziehung aufbauen könnt. Es hat doch die letzte Zeit sehr gut geklappt. Du kannst die Uhr nicht zurück drehen, aber bleib nicht mit ihr stehen. Was hast du denn vor?“ versuchte Semir ihm die Gewissensbisse zu nehmen. Chris zog die Schultern hoch. „Ich weiß noch nicht genau… schauen wir mal. Erst einmal nach Hause und den heutigen Tag mit ihr verbringen und dann werde ich ihrer Mutter sagen, dass ich sie bei mir behalten möchte. Wenn sie sich keine Erkältung eingefangen hat, dann werde ich mit ihr wegfahren. Nur sie und ich…“ beschloss er. Semir nickte. „Na das klingt doch gut…“ gab er zufrieden von sich. Nur wenig später standen sie bereits im Krankenhaus.

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  • Semir und Chris gingen über den langen Gang und blieben kurz vor der Tür stehen und sahen sich an. Sie holten tief Luft und dann klopfte er an. „Ja?“ hörten sie von draußen. Sie traten ein und Chris bemerkte mit Schrecken, das Katrin nicht in ihrem Bett lag. Andrea bemerkte es natürlich sofort. „Sie ist im Bad.“ sagte sie leise. Semir begrüßte seine Frau mit einem dicken Kuss. Aida schlief direkt neben ihr im Bettchen. „Ist sie okay?“ fragte Semir sofort und sah besorgt auf seine Tochter. Andrea nickte. „Sie ist nur sehr müde. Die Strapazen waren einfach zu viel für so ein kleines Wesen.“ erklärte sie und streichelte ihrer Tochter über den Kopf. „Der Arzt vermutet, dass sie sich eine Erkältung zugezogen hat. Habt ihr den Mistkerl?“ wollte sie wissen. Semir sah zu Chris und dieser nickte. „Ja… wir haben ihn. Er ist tot.“ gab Semir leise zu. In seiner Stimme lag allerdings auch etwas Zufriedenheit. Andrea schloss die Augen. „Das ist gut…“ sagte sie nur. Die ganze Zeit schon hielt Semir ihre Hand. „Ich wüsste nicht, was ich getan hätte, wenn ich euch beide….ich meine wenn ….“ seine Stimme erstickte. Andrea zog ihn an sich heran. „Hey… schon gut… ich lebe noch und Aida auch… Wir sind nicht tot…“ sprach sie auf ihn ein und hielt ihn einfach nur fest. Plötzlich musste sie laut lachen. „Warum bist du eigentlich nicht arbeiten?“ wollte sie wissen. „Zwangsurlaub…“ sagte er nur kurz und knapp. Andrea nickte wissend. „Weißt du denn schon wann ihr wieder nach Hause dürft?“ wollte er wissen. „Ja… heute… wir können nach der Visite fahren.“ gab Andrea bekannt und streichelte sein Gesicht. Sie wusste genau, wie er sich gefühlt haben musste… hilflos in einer Situation wo das Leben von ihr und den Kindern auf dem Spiel stand. Er als Spielball von Gangstern. Ständig die Drohung vor den Augen, dass ihr oder Aida oder auch Katrin etwas angetan wird. „Hey… alles okay?“ rief Semir sie aus den Gedanken. Andrea nickte.. .“Ja… alles okay..“


    Chris fühlte sich völlig verloren und irgendwie sogar überflüssig. Doch dann hörte er das Geräusch einer sich öffnenden Tür und er drehte sich um Katrin kam ins Zimmer und sah ihn. „PAPS!!“ rief sie freudig und sprang Chris in die Arme. “Hey... alles klar bei dir?” fragte er und sah sie besorgt an. „Ja sicher… man das war vielleicht ne Sache…“ stieß Katrin aus. Chris nickte nur. Er spürte wieder wie ihm die Tränen in die Augen schossen. Er nickte und schluckte einmal kurz. „Ja…. Ähm … wie geht es dir?“ stellte er die nächste Frage. „Danke… mir geht es gut. Ich finde es nur nicht so schön hier zu sein. Ich würde heute lieber mit dir den Tag verbringen, aber ich denke mal, dass du gleich wieder arbeiten musst. So wie immer…“ kam traurig von ihr. Chris schüttelte den Kopf. „Nein… ich habe eine ganze Woche für dich. Nur du und ich…“ erklärte er leise und zog ein neues Handy aus der Tasche. Er gab es seiner Tochter und die sah ihn mit strahlenden Augen an. „WHOW!!! Was für ein geiles Handy!!!“ freute sie sich. „Eine ganze Woche? Nur du und ich? Ganz allein?“ fragte sie erstaunt nach. Chris nickte. „Ja aber nur wenn du es willst. Ich meine vielleicht willst du ja auch… also zu Mama…oder so…?“ kam etwas zweifelnd von Chris. Katrin schüttelte den Kopf. „Nein… aber du musst es ihr sagen…“ gab sie zu verstehen. „Ich habe ihr eine SMS geschickt.“ erwiderte Chris worauf ein schallendes Gelächter von Katrin folgte. „Du bist ganz schön feige. Aber hast Recht… es reicht aus. Außerdem ist Mama eh mit dem Kleinen beschäftigt.“ grinste Katrin. Sie freute sich endlich mit ihrem Vater etwas zu unternehmen.



    FEEDS????

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