Eine wunderbare Begegnung

  • So hier ist sie…meine 100. Story. Eigentlich wollte ich ja eine der ganz brutalen Tom und Semir Story schreiben… aber diese hier ist wirklich so phantastisch geworden, dass sie es sich verdient hat die 100. zu sein. Und das liegt zum größten Teil nur daran, dass Navar mir geholfen hat, mit ihrer Gabe Gefühle so richtig toll zu umschreiben. Ich hoffe sie gefällt euch genauso wie sie mir und Manuela gefallen hat… Bitte für die100ste ganz viele Feeds… Danke für das Lesen


    Eine wunderbare Begegnung


    Mai 2006:
    Hartmut lief, bevor er zur Arbeit fuhr, über den Markt. Er wollte sich Obst besorgen, um unter anderem, seine Abwehrkräfte zu stärken. Er hasste den Markt. Die vielen Menschen machten ihn nervös. Ständig hielt er seine Hand an seinem Portemonnaie, damit niemand es unbemerkt stehlen konnte. Die Taschendiebe hatten gerade in Köln auf den Wochenmärkten Hochsaison. Tagtäglich las man von neuen Übergriffen in den Zeitungen und hörte die Warnungen im Radio, seine Wertsachen am Körper zu tragen. Hartmut sah auf die Auslage. Äpfel,… Bananen,… Orangen… Ihm lief das Wasser im Mund zusammen. Er kaufte hier ein paar Äpfel und dort ein paar Bananen oder am nächsten Stand einige Orangen. ‚Vitamin C ohne Ende’, dachte er frohen Mutes und ging gedankenverloren weiter. Plötzlich prallte er mit jemandem zusammen. „Oh... Entschuldigung... ich habe nicht aufgepasst“, stammelte er und sah sein Opfer an. Es war eine junge Frau, die in diesem Moment ihren Kopf hob. Dabei warf sie ihre langen, blonden Haare nach hinten und sah ihn an. Ihre erschrockenen Augen trafen Hartmuts staunende Augen… und es war, als hinge für beide der Himmel plötzlich voller Geigen! Die Sonne schien mit einem Mal strahlender vom blauen Himmel… die Vögel zwitscherten fröhlicher… und von weit her brauste in ihren Köpfen die romantische Melodie eines Symphonieorchesters auf! Euphorische Wellen wogten durch ihre Körper und ihre Herzen machten einen riesigen Sprung. „Ist meine Schuld...“, sagte sie verlegen und ging schnell in die Hocke, um das herunter gefallene Obst aufzusammeln. Doch genau das hatte Hartmut im gleichen Augenblick vor und sie stießen nun auch noch mit den Köpfen zusammen. „’tschuldigung!“ murmelte Hartmut erneut und griff zu einer Orange vor seinen Füßen. Gleichzeitig ging auch ihre Hand dorthin und so war eine Berührung vorprogrammiert. Als sie sich berührten, war es, als knisterte die Luft… und bei beiden sprang ein Funke über! Es war, als würde auf einmal heiße Lava durch ihre Adern laufen… Verschämt zog sie ihre Hand zurück.


    „Oh,... pardon“, sagte Sandra und schaute den Mann erneut scheu an. Diese roten Haare, deren wilde Locken an ein leidenschaftliches Feuer erinnerten,... diese blauen Augen, die in ihrer Klarheit an einen tiefen Bergsee erinnerten,… dieses schüchterne Lächeln, was mehr sagte als tausend Worte… Sie spürte, wie ihr Herz immer schneller schlug, wie es raste, wie es wild pochte,… und wie sie es gleichzeitig an diesen Fremden verlor. Schnell blickte sie zur Seite. ‚Was ist das denn?’, fragte sie sich irritiert. „Wollen wir auf den Schrecken einen Kaffee trinken gehen?“, bot der Fremde ihr in diesem Moment an. Sie nickte, obwohl sie innerlich ‚Nein!’ sagte. „Gern...“, gab sie zurück. „Na, dann wollen wir mal das Obst zurück in die Tüte packen und... dann gehen wir... ähm,… also,...“ Der Mann sah sich um. „Ah...! Da hinten..., da ist ein gemütliches Café“, lächelte er sie an. Sie spürte Hunderte von Schmetterlingen im Bauch. Ein Gefühl durchströmte sie, welches sie noch nie so intensiv erlebt hatte: Sie war verliebt! War das ihr Traummann? Konnte es tatsächlich sein, dass sie in Millionen von Menschen diesen Einen gefunden hatte? Sandra brachte kein Wort heraus, nickte nur stumm und packte ihr Obst in die Tasche. Anschließend gingen beide gemeinsam zum Café und begaben sich in eine hintere, ruhige Ecke. Sie setzten sich an dem kleinen Tischchen gegenüber, tauschten verstohlene Blicke und ein peinliches Schweigen entstand. Eine junge Kellnerin trat an ihren Tisch und zückte einen Bestellblock. „Zwei Café Latte bitte!“ bestellte Hartmut schnell und war froh, etwas sagen zu können. Sandra blinzelte ihn kokett an. „Sind Sie immer so voreilig?“, fragte sie. Dabei klopfte ihr Herz so laut, dass sie befürchtete, die anderen Gäste könnten es hören. „Oh..., wollten Sie was Anderes? Ich ändere es gern ab“, haspelte er entschuldigend. ‚Wie süß er ist!’ seufzte sie in Gedanken. „Was? Nein..., Latte ist schon okay“, sagte sie leise lächelnd.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Hartmut sah sie schwärmerisch an. ‚Sie ist schön…’, seufzte jetzt auch er in Gedanken, doch sofort korrigierte er sich: ‚Nein…, Sie ist wunderschön…! Quatsch! Sie ist bildschön…! Wie ein Engel…’ Verträumt holte er tief Luft, riss seinen Blick von ihrem ebenmäßigen Gesicht los und ließ ihn über ihr restliches Erscheinungsbild wandern. Die langen, blonden Haare kamen einem goldenen Weizenfeld gleich, das sich sanft im Wind wiegte und ihre grau-blauen Augen strahlten wie ein frischer Sommermorgen, der versprach ein herrlicher Tag zu werden. Der lächelnde Mund, dessen rote Lippen an einen vollmundigen Rotwein erinnerten und diese geschmeidige Figur, mit der sie sich wie eine schnurrende Katze bewegte. „Freund!“ sagte er plötzlich. Sie blickte ihn verwirrt an: „Wie bitte?“ „Freund..., Hartmut Freund“, stammelte er mit belegter Stimme. Sie lachte hell auf und in Hartmuts Ohren klang es wie zartes Glockenspiel. Wie aus weiter Ferne hörte er sie sagen: „Ach so,.... Sandra Bertrand.“ Sie reichten sich die Hände. Sofort verspürten beide dieses aufregende Kribbeln in der Magengegend,… diese feine Elektrizität, die zwischen ihnen strömte,… diese positiven Schwingungen, die sich offensichtlich auf der gleichen Wellenlänge befanden… Die Kellnerin kam und schweren Herzens mussten sie ihre Hände loslassen, damit die Bedienung ihnen die hohen Gläser hinstellen konnte. Nachdem die junge Frau verschwunden war, entstand ein weiteres Schweigen. Unsicher, was sie sagen sollten, nestelten sie an den Zuckertütchen, rührten mit ihrem Löffel im Kaffee oder versuchten unauffällige Blicke zum anderen zu werfen. Schließlich nahm Hartmut all seinen Mut zusammen: „Es tut mir wirklich leid... ich meine das mit den Obst. Ich hab nur auf das gesehen, was dort lag und das mir niemand an die Brieftasche geht...“ „Ist ja nichts weiter passiert“, sagte sie.


    „Das würde ich nun nicht so sehen“, meinte Hartmut leise und in seiner Miene spiegelten sich deutlich die Gefühle, die er für sie empfand. Verlegen schaute sie zur Seite und nickte verschämt. „Ja,.... ich auch nicht“, gab sie leise zurück. Hartmut spürte etwas… ein Kribbeln,… ein Flattern,… ein Rauschen,… ein… ein… Er wusste nicht genau, wie er es beschreiben sollte. ‚Aber so’…, dachte er, ‚... ist es wohl, wenn man sich bis über beide Ohren verliebt!’ Hartmut lächelte versonnen. „Was machen wir denn nun mit dem Fallobst?“ fragte er. „Wir könnten gemeinsam einen Obstsalat daraus machen“ gab sie lachend zurück. Freudig stimmte er ihr zu: „Gern!“ und hakte hoffnungsvoll hinterher: „Wie wäre es bei mir?“ Sandra blickte ihm tief in die Augen und hauchte: „Warum nicht?“ Hartmuts Augen fingen an zu leuchten. Er fühlte einen Kloß im Hals, räusperte sich und meinte dann mit rauer Stimme: „Gut, dann heute Abend. Sagen wir um sieben?“ Sandra nickte und gab ihm die Adresse, wo er sie abholen sollte.

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  • Er war pünktlich um sieben an dem vereinbarten Treffpunkt und sie wartete bereits auf ihn. Wie zauberhaft sie doch ausschaut!’ seufzte Hartmut und starrte sie einen Moment lang an. „Hallo…!“, sagte er verlegen und öffnete ihr galant die Autotür. Sandra stieg ein und Hartmut schlug vorsichtig die Tür zu. Mit wippenden Schritten lief er um das Auto herum, setzte sich hinter das Lenkrad und fuhr los. „Also,… meine Wohnung ist nicht das Beste. Nun ja,… als Junggeselle ist es schwierig Ordnung zu halten und… also… ich meine,… wir können auch woanders hin…“, stammelte er nervös. Irgendwie fand er nicht die richtigen Worte. Sandra lachte nur. „Das ist schon in Ordnung. Ich würde gern sehen, wie du wohnst. Eine Wohnung sagt sehr viel über den Menschen aus, der dort lebt“, gab sie zu. Hartmut fuhr in die Tiefgarage, parkte den Wagen und fuhr mit Sandra im Fahrstuhl nach oben. „So,… da wären wir. Mein bescheidenes Reich!“ lachte er unsicher und öffnete die Haustür. Mit einer einladenden Geste bat er sie hinein. Sandra trat ein und ließ ihren Blick durch die Räume wandern. Sie war angenehm überrascht, wie geschmackvoll die Wohnung eingerichtet war. „Schön ist es hier“, sagte sie anerkennend. Hartmuts Augen leuchteten auf. „Das ist doch nichts Besonderes“, gab er verlegen zurück. „Nein..., aber für einen Junggesellen doch sehr eindrucksvoll“, meinte sie daraufhin. „Komm setzt dich doch!“ Hartmut wies auf die einladend, bequeme Couch. Sandra setzte sich mit einer geschmeidigen Bewegung hin und warf ihm einen fragenden Blick zu: „Wollen wir den Obstsalat im Wohnzimmer machen?“ „Was…? Wie…? Ach so,... nein! Aber ich dachte, wir... also ich meinte... die Küche ist dort“, stammelte Hartmut und wies mit dem Finger nach rechts auf eine Tür. Sandra lachte. ‚Wie süß er doch ist!’ dachte sie bei sich. „Sag mal,... was machst du eigentlich, wenn du nicht gerade die Leute auf dem Obstmarkt umrennst?“ wollte sie wissen und erschrak. Automatisch hatte sie ‚Du’ gesagt. „Also ich meinte natürlich Sie... Hartmut...“ „Klingt irgendwie komisch, oder? Also ‚Du’?“ bot er ihr an.


    Sandra nickte zustimmend: „Okay... Und?“ Hartmut sah sie irritiert an: „Was denn?“ „Womit verdienst du dein Geld?“ fragte sie interessiert. „Ach so,... ich bin in der Technik. Also ich repariere, untersuche, montiere, erfinde... solche Sachen eben“, erklärte Hartmut. Er schaute kurz zur Seite, was Sandra nicht bemerkte. Er wollte einfach nicht sagen, dass er bei der Polizei als Kriminaltechniker arbeitete. Noch nicht. Er wollte nicht, wie es schon einmal der Fall gewesen war, nur wegen seiner Beziehung zur Polizei gemocht werden, sondern wegen seiner Person. Unterdessen riss Sandra die Augen auf: „Du hat eine eigene Werkstatt?“ „Ja,... ich meine: Nein… Also, sie gehört nicht mir. Ich arbeite nur dort“, stotterte Hartmut. Ihm wurde dieses Thema langsam zu heikel. Daher lenkte er Sandra schnell ab, indem er sie in die kleine Küche bat. Gemeinsam und unter viel Gelächter bereiteten die beiden einen leckeren Obstsalat zu. Später saßen sie sich bei Kerzenschein an dem runden Esstisch gegenüber und fütterten sich gegenseitig mit den süßen Obststückchen. Angeregt unterhielten sie sich dabei und kamen sich immer näher. Zu später Stunde, der Obstsalat war bis auf den letzten Bissen vernascht und die Kerzen schon sehr weit heruntergebrannt, beugten sie sich langsam über den Tisch. Zuerst berührten sich ihre Lippen ängstlich und sie gaben sich zögernd einen zarten Kuss. Doch nach einigen Sekunden entfachte in ihnen ein leidenschaftliches Feuer und es wurde eine wunderschöne Nacht…

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  • Am nächsten Morgen fuhren Semir und Tom bei der KTU vor. „Hey, Hartmut!” rief Semir. „Morgen, Jungs! Na, alles klar?“ fragte Hartmut ausgelassen, winkte ihnen zu und während er federnden Schrittes um die Ecke verschwand, hörte man, wie er fröhlich vor sich hin pfiff. Semir schaute Tom erstaunt an. „Was für Drogen hat der denn genommen?“ fragte er grinsend. „Keine Ahnung… Vielleicht zuviel Abgase geschnuppert?“ mutmaßte Tom mit der Schulter zuckend. Neugierig gingen sie hinter dem jungen Mann her. „Tag, Hartmut… Wie geht es dir denn?“ fragte Tom, als sie vor ihm standen. „Danke…. Mir geht es so gut wie nie zuvor“, trällerte Hartmut und ein freudiges Strahlen erhellte sein Gesicht. „Okay,… dann leih uns mal ein paar Minuten von deiner so kostbaren Zeit“, meinte Semir und hielt ihm eine kleine Tüte hin. „Dieses Zeug hier sieht nach Koks aus. Ist es aber nicht. Ich habe es heute bei einer Durchsuchung gefunden. Der Besitzer behauptet, das es Babypuder ist, aber das ist es sicher nicht.“ Hartmut nahm das Tütchen entgegen, warf einen kurzen Blick darauf und legte es auf die Ablage. „Ist ’ne Kleinigkeit. In zwei Stunden habt ihr das Ergebnis“, erklärte er. Semirs Kinnlade schlug nach unten. „In zwei Stunden?“ fragte er erstaunt. „Hartmut, was ist denn mit dir los? Sonst hast du so etwas innerhalb von zehn Minuten geprüft… Und jetzt brauchst du zwei Stunden?“ Hartmut zeigte auf seine Uhr: „Sorry Jungs, geht wirklich nicht schneller. Ich hab gleich Pause und da bin ich weg... Deshalb müsst Ihr etwas Geduld haben... Also, ich ruf euch an!“ Kaum hatte er den Satz ausgesprochen, ließ er das Tuch fallen, mit dem er seine Hände abgeputzt hatte und verschwand in Richtung Ausgang. Semir und Tom blieben verdutzt stehen und sahen ihm verwirrt nach.


    Vier Monate später:
    Tom und Semir waren sehr intensiv mit ihren Berichten beschäftigt, als Hartmut hereingestürzt kam. „Jungs! Ich brauch eure Hilfe“, rief er zur Begrüßung. Vor Aufregung war er völlig atemlos und er strahlte über das ganze Gesicht. Tom und Semir sahen zuerst sich, dann ihn an. „Ach? Wie heißt sie denn?“, fragte Tom grinsend und erinnerte sich die Sache mit Nathalie. Damals mussten Tom und Semir Hartmut seelisch unterstützen, damit er sie anzusprechen konnte. Dies klappte auch nach einigen Anläufen, was dann mit einer kurzen, aber heftigen Beziehung endete. „Was?… Wie…? Hä…?“, fragte Hartmut verdutzt. „Na, wie damals bei Nathalie?“ erinnerte Semir ihn. „Ach Quatsch...! Nathalie…“, verdrehte Hartmut die Augen und machte eine wegwerfende Geste, „…Das war mal. Diesmal ist es wirklich was Besonderes.“ Er sah Tom erwartungsvoll an und blickte dann zu Semir. „Ja und? Was ist es denn nun?“ fragte Semir erwartungsvoll. Hartmut schaute zu Tom. „Wie… ‚Was denn?’… Ach so,... ja also, ich ...“, Hartmut druckste einen Moment herum, holte tief Luft und stieß dann schnell hervor: „Ich will meiner Freundin einen Heiratsantrag machen!“ Simultan fielen Toms und Semirs Kinnladen herunter. Mit großen Augen starrten sich die beiden an.


    „Du willst heiraten?“ fragte Tom schließlich verwundert. Eifrig nickte Hartmut: „Ja,... es wird Zeit auch mal ein Leben außerhalb der KTU zu führen.“ Semir grinste: „Das ist eine großartige Idee. Wer ist denn die Glückliche?“ „Ähm..., Sandra heißt sie. Die ist absolut spitze!“ Sofort geriet Hartmut ins Schwärmen und erzählte den Beiden euphorisch und unter großen Gesten, wie er Sandra kennen gelernt hatte. „Das war vor genau vier Monaten, zwei Tagen und...“, Hartmut schaute schnell auf die Uhr, „…fünf Stunden. Sie war auf dem Markt und ich war auch da... Obst und Gemüse kaufen, wisst ihr? Nun ja..., was man halt so macht auf dem Markt… Sie kam mir auf jeden Fall entgegen und weil ich nur auf die Ware geschaut habe… sie hat natürlich auch nicht nach vorn geschaut… Na egal, jedenfalls hat es bumm! gemacht und wir sind zusammen gestoßen… Sie ließ vor Schreck ihr Obst fallen und ich meins... also, wir haben es aufgehoben und... ja... danach sind wir Kaffee trinken gegangen und haben uns zum Essen verabredet und... dann Kino... Tja, und nun will ich sie fragen ob sie meine Frau werden will.“ Am Ende seines Vortrages, blickte Hartmut begeistert von einem zum anderen.

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  • ausnahmsweise ein weiteres Stück....



    Tom und Semir hatten mit offenem Mund zugehört und jetzt schüttelte Tom zweifelnd den Kopf: „Hartmut, ihr kennt euch doch erst vier Monate…!“ fing er an. „Und zwei Tage!“, verkündete Hartmut voller Stolz. Tom schaute ihn perplex an und wollte gerade mit seinen Bedenken fortfahren, als Semir ihm breit grinsend über den Mund fuhr: „Und vergiss die fünf Stunden nicht!“ Ärgerlich warf Tom seinem Partner einen bösen Blick zu, der aber nur lässig mit den Schultern zuckte. Mit ernster Miene wandte sich Tom zurück zu Hartmut: „Was ich sagen will, Hartmut… Das ist nicht gerade eine sehr lange Zeit. Bist du sicher, dass du... ich meine... du könntest doch etwas mehr Zeit lassen.“ Als er Hartmuts leicht enttäuschten Gesichtsausdruck bemerkte, fügte er milde hinzu: „Denk an Semir und Andrea... Die versuchen es schon seit einigen Jahren, und bisher ist nicht viel daraus geworden. Außer, dass sie geheiratet haben. Die Streitereien laufen wie eh und je.“ Semir grinste Tom an: „Ja, aber wir haben nicht aufgegeben. Und wir sind fast ein Jahr verheiratet. Also immer noch zusammen.“


    Dann wurde seine Miene ernster und er wandte sich zurück an Hartmut: „Aber ich denke genau wie Tom. Was weißt du denn von ihr? Eltern... Freunde... Arbeit... finanzielle Seiten? Das ist alles wichtig.“ Hartmut nickte: „Ich weiß. Die Eltern sind vor ungefähr acht Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen. Sie hat wenige Freunde und arbeitet als medizinisch-technische Angestellte bei einer großen Chemiefirma. Finanziell ist sie unabhängig“, erzählte Hartmut. „Das ist ja schon mal etwas“, stimmte Tom anerkennend zu. „Wie hießt diese Sandra denn weiter?“ „Bertrand, Sandra Bertrand!“ hauchte Hartmut verliebt. Seine Augen verklärten sich, als er mit einem Seufzen fortfuhr: „Sie ist eigentlich französische Staatsbürgerin. Aber sie ist süß. Grau-blaue Augen... Blondes Haar... Eine Figur sag ich euch... ach...“ Tom lachte auf: „Hartmut, dich hat es ja wohl richtig erwischt. Aber ich denke, das schaffst du auch ohne uns.“ „Du musst ihr nur sagen: ‚Sandra, heirate mich!’… Das ist alles“, fügte Semir hinzu. „Ja, und du meinst, dass das ausreichend ist für so einen Engel?“, fragte Hartmut zweifelnd. Semir nickte: „Ja völlig... Alles andere solltest du dir für die Hochzeitsnacht aufheben. Das soll der schönste Moment für Frischvermählte sein“, meinte er ernst. „Wann willst du denn heiraten?“ wollte Tom neugierig wissen. „Na, ich dachte so an nächste Woche“, kam es trocken von Hartmut. Semir, der gerade einen Schluck Kaffee aus der Tasse nahm, verschluckte sich. „Mo... Moment...“, hustete er, „Du... du hast sie noch gar nicht gefragt… und willst trotzdem schon nächste Woche heiraten?“ Hartmut zuckte leichthin mit den Schultern. „Das krieg ich schon hin“, lachte er. „So..., ich muss zurück zur Arbeit. Es war schön, mit Euch zu reden. Danke, Jungs!“ Er hob zum Abschied die Hand, drehte sich auf dem Absatz um und wollte gerade durch die Tür verschwinden, als ihm noch etwas einfiel: „Ach, ja…, bevor ich es vergesse: Ihr seid natürlich meine Trauzeugen.“ Dann war er weg und ließ zwei zuerst verdutzt dreinblickende, dann vor sich hin prustende Kommissare zurück…

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  • Sandra Bertrand stand an ihrem Pult im Labor und machte ihre Versuche. Doch mit ihren Gedanken war sie ganz woanders… Mit zwanzig hatte sie ihre Eltern verloren. Ein tragischer Unfall… Leise lachte sie verbittert auf. Dieser Unfall war tragisch, das war schon richtig… Aber sie blieb dabei, dass es kein normaler Unfall gewesen war! Ihre Eltern sollten damals gegen Frederík de Clerc aussagen, einem französischen Mafiaboss. Der tat natürlich alles, um dies zu verhindern. De Clerc hatte sich einen Namen gemacht im Drogenhandel, besonders mit der Herstellung und dem Verkauf von Ecstasy-Pillen, sowie anderen Rauschmitteln. Er ließ die Pillen in seinen gut getarnten Drogenküchen im großen Stil herstellen und sein straff organisiertes Netz an Dealern verkaufte das Zeug an die Süchtigen. Ihre Eltern waren Wissenschaftler gewesen und stellten für de Clerc die Pillen her. Obwohl sie zu jedem Zeitpunkt genau wussten, welche Auswirkungen ihr Tun hatte, waren sie in der Beziehung eiskalt. Das Geld, dass es ihnen ermöglichte im Luxus zu leben, hatte sie skrupellos gemacht. Dann kam es jedoch, das ihr jüngerer Bruder Alan ebenfalls süchtig wurde und durch diese Pillen in den Tod getrieben wurde. Durch diesen Schicksalsschlag waren ihre Eltern endlich wach geworden. Sie sammelten Beweise und als sie genug hatten, um De Clerc etwas anhängen zu können, wandten sie sich an die Polizei. Als es zu den ersten Aussagen kam, wurden sowohl sie, als auch ihre Eltern unter Polizeischutz gestellt. Doch De Clerc war ein Mann, der überall seine Beziehungen hatte. Er fand heraus, wo die Familie versteckt gehalten wurde und es gelang de Clerc ihre Eltern zu töten. Seitdem war sie allein. Ganz allein... Sie wischte sich eine Träne weg, die sich in ihr Auge gestohlen hatte. Vor ihrem geistigen Auge erschien ihr Hartmut und ein glückliches Lächeln umspielte ihre Mundwinkel. Sollte sie endlich mit ihm das Glück in ihrem Leben, wonach sie schon so lange suchte, gefunden haben? Sie hatte ihn auf dem Marktplatz kennen und lieben gelernt. Er war zwar etwas sonderlich, aber sehr süß und so zuvorkommend. Am liebsten würde sie ihn fragen, ob sie heiraten wollen. Doch irgendwie hatte sie Angst davor, soviel Emanzipation zu zeigen. Und trotzdem… sie konnte sich durchaus ein Leben an Hartmuts Seite vorstellen…


    Frederík de Clerc sah seinen Angestellten hart an: „Pierre! Ich sagte doch, dass du diese kleine Schlampe zu mir bringen solltest! Verdammt noch mal, sie ist die Einzige, die weiß, was die Eltern den Bullen in Deutschland erzählt haben! Ich will sie in meinen Reihen wissen. Sie hat vielleicht Unterlagen von ihren Eltern... Ich will wissen, wo sie ist, was sie macht und wer mit ihr befreundet ist. Wenn wir den wunden Punkt haben, dann wird die Kleine die Stellung ihrer Eltern einnehmen und für uns arbeiten. Also sieh zu, dass du mir bald was lieferst… Und vergiss nicht: deine Familie ist in meiner Hand! Ob es ihr gut geht, oder nicht... liegt ganz bei dir.“ „Fred..., bitte..., lass Leona und die Kinder da raus. Sie haben nichts damit zu tun“, flehte Pierre und fügte versichernd hinzu: „Ich habe dich bisher nicht enttäuscht. Ich werde sicher nicht damit anfangen.“ „Das höre ich wirklich sehr gern. Enttäusche mich auch diesmal nicht und wir werden gute Freunde bleiben. Und du weißt ja: wenn dir etwas passieren sollte, sind Leona und die Kinder abgesichert. Ich werde mich persönlich um sie kümmern.“ Frederík lächelte ihn teuflisch an. Pierre schloss die Augen. Er konnte sich schon denken, was de Clerc mit Leona anstellen würde. Ein Zittern ging durch seinen Körper. De Clerc war zu allem fähig. Pierre nickte ergeben und verließ den Raum.

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  • Hartmut fuhr um vier zur Chemiefabrik und wollte Sandra abholen. Er parkte direkt vor der Einfahrt, wo sie schon stand. Er stieg aus und ging zu ihr. „Hallo!“, sagte er und drückte ihr einen Kuss auf den Mund. Sie nahm ihn in den Arm und hielt ihn fest. „Und was machen wir heute?“ fragte sie neckisch, als er sich von ihr löste. „Nun, heute stelle ich dir zwei gute Freunde vor“, sagte er mit einem breiten Lächeln. Sandra legte ihren Kopf schräg: „Na dann… Und wo?“ „Bei mir in der Werkstatt. Die Jungs müssen arbeiten und da dachte ich,… wir könnten,… ich meine,… also nur wenn du willst“, stammelte Hartmut. Sandra lachte auf: „Hartmut, irgendwann bringe ich dir bei, Sätze zu beenden.“ Sie stiegen in den Wagen und Hartmut lenkte seine Lucy auf die Autobahn. Nur kurze Zeit später kamen sie an der KTU an. Er fuhr mit ihr zu einem Seiteneingang, da er verhindern wollte, dass sie am Haupttor das große Schild las, auf dem hingewiesen wurde, dass hier das Labor für „Kriminal-technische Untersuchungen“ war. Hartmut hielt ihr die Tür auf und deutete eine leichte Verbeugung an. „Du bist ein echter Gentleman!“ lobte ihn Sandra, während sie an ihm vorbeischlüpfe. „Sandra komm…, die Jungs haben sicher wenig Zeit.“ Verlegen schaute sich Hartmut um. Doch Gott sei Dank waren die anderen Kollegen so sehr mit ihren Arbeiten beschäftigt, so dass sie ihn erst nicht bemerkten. Erleichtert atmete er auf. „Ja, ist ja schon gut…“, grinste Sandra und gemeinsam gingen sie ins Laboratorium.


    In der Zeit, wo sie auf Hartmut warteten, langweilte sich Semir und spielte mit einigen Geräten im Labor herum. Eines der hauchdünnen Röhrchen fiel zu Boden und zersprang in tausend kleine Stücke. Erschrocken sah er sich um. Tom sah ihn tadelnd an: „Mensch, pass doch auf!“ Semir sah zu Boden, wo die Scherben lagen und schob diese, sich verlegen umblickend, mit dem Fuß unter den Tisch. „Was denn? Hab doch gar nichts gemacht…“, tat er scheinheilig und versuchte möglichst unschuldig zu gucken. Tom schüttelte nur missbilligend den Kopf. „Jungs? Wo seid ihr denn?“, hörten sie Hartmut in diesem Augenblick rufen. Ihm entgegen gehend antworteten sie: „Hier, Hartmut!“ „Ah…, sehr gut!“ Hartmut kam mit Sandra um die Ecke. Mit leuchtenden Augen zeigte er auf seine Freundin: „Jungs, das hier ist Sandra.“ Sich nur schwer von ihrem Anblick losreißend, deutete er auf Tom und Semir: „Sandra, das sind Semir Gerkhan und Tom Kranich.“ Semir reichte Sandra die Hand. „Hallo…, freut mich Sie kennen zu lernen“, sagte er freundlich. Sie nickte: „Danke, ganz meinerseits.“ Tom tat es Semir nach. „Sind Sie auch für die Technik hier?“, fragte Sandra interessiert und schaute die beiden an. Semir schüttelte den Kopf. „Nein… Wir sorgen eher für die Arbeit“, antwortete er zweideutig und grinste Hartmut an. „Ähm…, ja genau... Ohne Tom und Semir hätte ich jedenfalls wesendlich weniger zu tun“, meinte er nur ausweichend. Sandra hatte mal erwähnt, dass sie, seit ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kamen, alles, was mit Polizei zusammenhing hasste. Bisher konnte Hartmut sie nicht überzeugen, dass es auch gute Polizisten gab, so hielt er es für besser, Semir und Tom nur als gute Freunde vorzustellen. Die Beiden waren eingeweiht und verrieten zunächst nichts. Sandra sah sich interessiert in der Werkstatt um. „Hey,… du hast ja hier ein sehr gut ausgestattetes Labor.“


    Plötzlich riss sie die Augen auf und deutete auf ein Mikroskop: „Wow…! Das ist ja ein VK-9700! Das ist das neueste auf dem Markt…! Dieses Mikroskop ist der absolute Wahnsinn!“ rief sie aus und ging direkt zum Pult. Sie schaute hindurch. „Es hat eine 18.000fache Vergrößerung sowie 3D-Messungen mit einer Auflösung von 0,001µm!“ stieß sie begeistert aus. Hartmut lächelte freudig, als er ihre Begeisterung spürte. „Ja…, die Auflösung ist wirklich extrem. Die räumliche Analyse ist für mich das Größte und hat mir schon so oft geholfen. Und besonders die 3D-Darstellungen sind genial. Das Gerät ist mit meinem PC gekoppelt und ich kann die Daten direkt einlesen lassen. Die Darstellungen sind so real, dass man glaubt, die winzigsten Bakterien anfassen zu können. Sieh mal…, hier kannst du sogar das Bild wie eine Projektion an die Wand werfen.“ Hartmut demonstrierte es ihr und Sandra ging zu dem Bild, was an der Wand erschien. „Fantastisch! Dieses Prisma,… die Farben,… das ist echt super…! Mensch, wenn ich so etwas in meinem Labor hätte, dann wären die Analysen viel einfacher und nicht so anstrengend für die Augen.“ Sandra strahlte. Während sich Hartmut und Sandra voller Begeisterung über das Mikroskop unterhielten, warf Semir Tom einen genervten Blick zu, der genau zeigte, was er dachte: ‚Oje,… noch so eine Laborratte!’ Nachdem Sandra sich alles angesehen hatte, wandte sie sich an Hartmut. „Gehen wir jetzt Eis essen, wie du es mir versprochen hast?“, fragte sie mit einem reizenden Augenaufschlag. „Tja…, Jungs wie ihr seht… Ich muss schon wieder los!“, seufzte Hartmut glücklich und drehte sich um. Er verließ mit Sandra die KTU und ließ Tom und Semir einfach stehen.



    FEEDS!!!!!

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  • „Was für eine hübsche Braut!“, staunte Tom, als er mit Semir den beiden hinterher schaute. „Ja, irgendwie sogar etwas zu schade für Hartmut. Oder?“, zweifelte Semir. Tom lachte: „Na, die passen doch gut zusammen.“ „Ja sicher…, hast schon Recht. Was machen wir denn jetzt noch?“ fragte Semir. „Na, unsere Runde drehen! Was denn sonst?“, meinte Tom und klimperte mit dem Autoschlüssel. „Gut, aber du weißt ja: Wenn wir das nächste Auto schrotten, hängt uns die Chefin Überstunden an“, erinnerte ihn Semir leicht mit dem Finger drohend. „Und das wäre der Beziehung zwischen Andrea und mir im Moment nicht zuträglich. Also, du fährst vorsichtig, ja?“ Inzwischen waren die beiden am Auto angekommen. „Na klar… wie immer!“, grinste Tom über das Wagendach hinweg und setzte sich ans Steuer. Semir schüttelte den Kopf und stieg ebenfalls ein. Während sie ihre Runden machten, drehte sich ihr Gesprächsthema nur um Hartmut und seine Freundin. „Na…, das wird sicher eine sehr schöne Hochzeit mit ganz viel Schnickschnack. So wie ich Hartmut kenne, wird der sicher einiges an Technik auf der Party haben“, mutmaßte Semir. Tom zuckte leicht mit den Schultern: „Tja, lassen wir uns überraschen… Ich gönne es ihm. Er muss auch mal so langsam an etwas anderes denken, als an Autos, Mord und den ganzen Kram.“ Zustimmend nickte Semir. Der Rest der Fahrt verlief ruhig und nach getaner Arbeit fuhren beide zur PAST zurück und schrieben die Berichte.


    Pierre ließ seine Kontakte glühen. Dann kam der Anruf eines alten Freundes. Der Freund nannte ihm eine Adresse und Pierre fuhr hin. Wenn dieser Kontakt nicht gelogen hat, dann hatte er endlich die Person gefunden, nach der er gesucht hatte. Nun musste er nur noch warten und herausfinden, wer hierher kam und wer dort wohnte. Dann, am Abend, wurde er von allen Zweifeln erlöst. Sie war es! Eindeutig! Sie hatte sich nicht sehr stark verändert. Er machte ein paar Fotos. Nun musste er nur wissen, ob sie tatsächlich Informationen hatte. Wenn nicht, würde er sich hier nicht lange aufhalten. Am nächsten Morgen beobachtete er, wie sie einen weißen Kittel über den Arm tragend aus dem Haus trat. Sie fuhr mit dem Bus zu einer Chemiefabrik, wo sich offensichtlich ihre Arbeit befand. Er stellte sich auf den Parkplatz und wartete geduldig. Am späten Nachmittag sah er, wie sie von einem groß gewachsenen, schlanken, jungen Mann abgeholt wurde. Sofort machte er ein paar Fotos von dem rothaarigen Unbekannten.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Am nächsten Abend sah er Sandra in ein Restaurant gehen… eben in Begleitung des jungen Mannes. Pierre fluchte leise. ‚Sie hat schon Anschluss gefunden. Das ist nicht gut!’ dachte er ärgerlich. Nun ja…, bei ihrem Aussehen ist es auch kein Wunder. ‚Dann werden wir mal schauen, wo du wohnst und wann du allein bist.’ Er stieg aus, betrat das Restaurant und schaute sich um. Er entdeckte das junge Paar und setzte sich mit dem Rücken zu ihnen an den Nachbartisch. „… und dann hat der Professor doch glatt das Reagenzglas fallen lassen“, hörte er Sandra lachend erzählen, während ihr Begleiter schweigend zuhörte. „Doch das war nicht das Lustigste. Er hatte die Flüssigkeit schon fertig und die ergoss sich über den Ärmel. Der färbte sich auf einmal blau. Das war echt witzig. Das ganze Hemd weiß… nur diese eine Stelle war blau…“ Schallend fing auch ihr Begleiter an zu lachen. Anschließend holte er tief Luft. „So, jetzt aber Schluss mit der Arbeit. Lass uns den Abend genießen! Wollen wir was bestellen?“, fragte Hartmut und sah Sandra liebevoll an. „Ja sicher“, nickte sie und warf einen Blick auf die Speisekarte. Nach einer Weile schaute sie über den Rand der Karte hinweg zu Hartmut und hauchte: „Ich nehme den „Teller für Verliebte“ und einen Salat. Dazu ein Glas Weißwein.“ Hartmut antwortete mit angeschlagener Stimme: „Ja, das hört sich gut an. Den nehme ich auch…“ Er winkte dem Kellner und bestellte. Der Abend wurde sehr schön. Gegen Mitternacht fuhr Hartmut Sandra nach Hause. „Willst du noch mit reinkommen?“ fragte sie. Hartmut sah sie hoffnungsvoll an: „Nur wenn es dich nicht stört.“ Unwillkürlich musste sie auflachen: „Ich bin schon erwachsen. Also komm.“ Hand in Hand gingen sie auf das Apartmenthaus zu, in dem Sandra wohnte. Sie waren so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie den Verfolger nicht bemerkten.


    Hartmut sah sie an. „Hier wohnst du?“, fragte er erstaunt. Sandra nickte und lachte leise. „Ja sicher. Warum sollten wir sonst hier her fahren? Meinst du ich bin eine, die sagt…bring mich nach Hause, ich wohne dort und dort… und dann schicke ich dich wieder weg?“ Sie lachte herzhaft. „Nein…, also nicht wirklich…“, stammelte Hartmut etwas verwirrt. „Aber wir sind schon eine ganze Zeit zusammen. Und bisher hast du nie gewollt, dass ich dich bis in die Wohnung bringe. Ich meine…“ „Na los…, komm. Ich will dir meine Welt zeigen“, ermunterte ihn Sandra mit einem sanften Seitenknuff und fügte vielsagend hinterher: „Oder hast du Angst, dass etwas passiert, wie in deiner Wohnung?“ Hartmut, der vor Aufregung kaum zu atmen wagte, schluckte schwer und brachte kein Wort hervor. Sandra, die Hartmuts schüchterne Art liebte, verschränkte ihre Arme hinter seinem Nacken und gab ihm einen sinnlichen Kuss. Dann flüsterte sie leise an seinem Ohr: „Hey…, wir sind seit vier Monaten zusammen. Ich habe nichts gegen eine Wiederholung.“ Sie schaute ihn schließend lächelnd an und dabei blitzte es verlangend in ihren Augen auf. Hartmuts Gedanken verfielen in einen wahren Freudentaumel und er konnte nur nicken. Sandra nahm seine Hand, zog ihn in den Flur und die Treppe rauf. Sie wohnte im Halbparterre. „Komm rein. Ich mach uns einen Kaffee und dann werden wir es uns gemütlich machen“, sagte Sandra und wies Hartmut ins Wohnzimmer. Hartmut schaute sich interessiert um. „Schön hast du es hier“, gab er nach einer Weile anerkennend von sich. „Danke!“, rief Sandra aus der Küche und schaltete die Kaffeemaschine ein. Sie kam zu Hartmut ins Wohnzimmer und warf einen zufriedenen Blick in die Runde. „Ja, ich habe dafür lange sparen müssen. Aber im Endeffekt hat es sich doch sehr gelohnt.“ Sie richtete ihr Augenmerk auf ein kleines Bild, welches auf einer Anrichte stand. „Schade, das meine Eltern es nicht mehr sehen konnten, wie ihre Tochter das Leben meistert“, seufzte sie. Hartmut hörte den traurigen Klang in ihrer Stimme: „Du hast bisher nie etwas Genaues über deine Eltern gesagt. Was ist mit ihnen passiert?“ Sandra sah ihn an. „Nun ja…, es ist Vergangenheit. Ich habe damit abgeschlossen. Tote sollte man ruhen lassen“, sagte sie auf einmal abweisend.

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    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Hartmut nickte mitfühlend: „Ich verstehe schon… Du willst es nicht erzählen, weil es weh tut, nicht wahr?“ Sandra warf ihm einen Blick zu, in dem sich Traurigkeit und Liebe vermischten. Hartmut war so verständnisvoll, so liebevoll, so ganz ohne Arglist… Eigenschaften, die sie in dieser Form bei einem Mann nur selten erlebt hatte. Sie war ihm für seine Art, ihr Mitgefühl und Anteilnahme zu zeigen, sehr dankbar. Mit einem Male kullerten leise Tränen an ihren Wangen hinunter. „Ja…, es tut weh. Es tut sogar sehr weh“, sagte sie mit erstickender Stimme. Hartmut ging zu ihr hin und nahm sie vorsichtig in den Arm. „Hey, mein Engel, nicht weinen!“, versuchte Hartmut sie zu trösten. Behutsam strich er mit einer Hand über ihr Haar und mit der anderen streichelte er sanft ihren Rücken. Eine Zeit lang sagte er nichts. Er wusste auch nicht, was er sagen sollte. Irgendwie fühlte er sich hilflos… Aber er musste doch etwas tun, um ihr zu helfen! Also tat er das, was er in solchen Situationen immer tat: Er plapperte drauf los. „Vielleicht hilft es ja, wenn du mir erzählst, was mit Deinen Eltern passiert ist. Manchmal soll so etwas Wunder bewirken… also das reden meine ich… Mir hilft es immer, über das, was mich bedrückt oder beschäftigt zu reden… dann fühle ich mich leichter… Egal, ob das bei der Arbeit oder privat ist… Ich rede fast immer… Ich will dich ja nicht bedrängen, aber… sieh mal… ich würde dir gern zuhören…“ Sandra, die mit einem leisen Lächeln den Kopf hob, legte ihren Zeigefinger auf seine Lippen und augenblicklich verstummte Hartmut. Einen Moment sah sie in seine blauen Augen, die so viel Vertrauen ausstrahlten und auf einmal wusste sie, dass er Recht hatte. Sie schloss kurz ihre Augen und dachte nach: ‚Vielleicht hilft das Erzählen ja wirklich…’ Schließlich fasste sie einen Entschluss. Sie löste sich aus seinen Armen, nahm seine Hand und setzte sich mit ihm aufs Sofa. Während sie seine Hand umklammerte und ihren Blick gesenkt hielt, begann sie stockend zu erzählen:


    „Es war vor acht Jahren… Meine Eltern waren im Dienst von Frederík de Clerc. Er hat den größten Drogenring von Frankreich unter sich. Meine Eltern waren damals, so wie ich jetzt, in der Chemie tätig. Nur mit dem Unterschied, das sie die Drogen für de Clerc hergestellt haben. Irgendwann wollten sie nicht mehr vor allem als mein Bruder an diesem Dreck gestorben war. Sie gingen zur Polizei. Sie machten eine Selbstanzeige und stellten sich als Kronzeugen gegen de Clerc zur Verfügung. Für die Polizei war es natürlich die Gelegenheit gegen de Clerc vorzugehen.“ Sie machte eine kurze Pause und hing einen Augenblick ihren Gedanken nach. Schließlich hob sie leicht den Kopf und sah Hartmut traurig an: „Tja,… und dann sind wir nach Deutschland ausgewandert. Wir wollten hier ein neues, ruhiges Leben anfangen. Doch nur wenig später merkten wir, das de Clerc auch hierher Verbindungen hat und dann…“. Plötzlich stockte sie, wendete ihren Blick von ihm ab und atmete tief durch. Deutlich konnte Hartmut in ihrem Gesicht sehen, wie weh ihr die Erinnerungen an die Ereignisse taten. Verbittert sprach sie weiter: „Dann hatten meine Eltern einen Unfall. Sie waren auf der Autobahn unterwegs, als plötzlich die Bremsen versagten. Verschleiß hieß es später. Aber ich weiß genau, das de Clerc dahinter steckte.“ Sandra machte eine Pause und in ihren Augen schimmerten Tränen. Hartmut merkte sehr wohl, dass es ihr schwer fiel, ihm alles zu erzählen. Aber er sah auch, dass es ihr gut tat, sich von den schmerzlichen Gedanken zu befreien. Sie erzählte ihm weitere Details und weinte zwischendurch erlösende Tränen. „Du hältst mich sicher für eine Heulsuse?“, sagte sie auf einmal. „Aber nein! Wie kommst du denn darauf? Ich will nur, dass du dich besser fühlst... Und hilft es?“ Fürsorglich strich er ihr über das Gesicht und wischte die Tränen fort. Sandra nickte mit einem leisen Seufzer. „Ja…, danke…!“, kam es erleichtert von ihr.


    Pierre stand vor dem Haus. Er schrieb sich das Kennzeichen des Wagens auf, welches dem Pärchen gehörte. Nun brauchte er nur seine Kontakte anrufen und nachfragen, wem das Auto gehörte. Er gluckste vor sich hin, wenn er an den Wagen dachte. Wie ein Spielzeugauto, so bunt war es. Aber es sah nicht schlecht aus, musste er zugeben. Sobald er nun wusste, wie der Typ mit Nachnamen hieß, würde es zur Sache gehen. Das einzige, was er im Restaurant mitbekommen hatte, war das der Name von dem Mann Hartmut war. Mehr nicht... Aber das würde sicher nicht lange dauern und er würde wissen, wo der Mann wohnte. De Clerc würde sich bestimmt freuen, wenn endlich Resultate folgten. Leona und die Kinder wären dann in Sicherheit. Pierre wusste sehr wohl, wie brutal de Clerc mit Familien umging, die versagten. Er war oft genug dabei gewesen…

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  • „Standet ihr denn nicht unter Polizeischutz?“, wollte Hartmut unterdessen wissen und nahm Sandra, deren Tränen noch immer über ihr Gesicht rannen, in den Arm. Er versuchte sie zu trösten. „Ich meine…, wenn deine Eltern Kronzeugen waren, dann dürften sie doch nicht so einfach ohne Schutz auf die Straße.“ Sandra lachte unter ihren Tränen verächtlich auf: „Natürlich hatten sie Schutz. Aber de Clerc hat seine Leute überall, auch bei der Polizei… Kurz bevor meine Eltern diesen Ausflug in den Tod machten, gaben sie mir einen Umschlag. Ich habe ihn im Labor versteckt. Darin sind sämtliche Beweise, die de Clerc für immer aus dem Verkehr ziehen könnten. Aber ich vertraue der Polizei nicht. Der Deutschen genauso wenig wie der Französischen!“ Während sie die letzten Sätze aussprach, trat ein verbitterter Ausdruck auf ihr Gesicht. „Nun…, du vielleicht nicht… Aber ich…“, druckste Hartmut verlegen. „Weißt du…, Semir und Tom…Das sind sehr gute Polizisten! Sie sind bei der Kripo Autobahn und…“ „Das sind Polizisten?“ Unmerklich zuckte Sandra zusammen. „Ja…“, bestätigte Hartmut vorsichtig. „Und wenn du willst, dann können die sicher dafür sorgen, dass dieser Clerc oder wer hinter Gitter kommt.“ „Aber es gibt doch keine Zeugen mehr. Deshalb ist es doch irgendwie sinnlos!“, meinte Sandra verzweifelt. „Nein,… aber du sagst doch, du hast Beweise. Und wenn wir die an Tom und Semir geben, dann können die was tun“, erklärte Hartmut eifrig. Sandra blickte ihn hoffnungsvoll und zugleich ängstlich an: „Würden sie denn was tun? Ich meine…, de Clerc ist brutal. Er wird sicher Mittel und Wege finden, um an die Unterlagen heranzukommen. Wer weiß, vielleicht steht sogar schon einer seiner Schergen vor meiner Tür und…“ Sandra stockte mitten im Satz. „Na, dann rufe ich die Beiden an und sie kommen her. Die werden dir sicher helfen!“, sagte Hartmut zuversichtlich und atmete tief durch. Er nahm all seinen Mut zusammen und fügte hinzu: „Und wenn alles vorbei ist, musst du keine Angst mehr haben und wir können heiraten….“ Jetzt war es raus und erwartungsvoll hielt er inne. Sandras erstaunte Augen richteten sich auf ihn. „Heiraten…? Wir…?“, fragte sie ungläubig. „Ja, weißt du… ich dachte… ich meine… sieh mal…“, stotterte er verlegen herum. Sandra strahlte ihn an. „Ja, sehr gern… wirklich sehr gern“, hauchte sie glücklich.


    „Nun ja…, okay..., ich verdiene nicht so viel und die Kinder müssten warten. Aber weißt du…, ich meine, wir könnten ja gemeinsam… Äh… ‚Ja?’ Hast du ‚Ja’ gesagt?“ Erst jetzt realisierte Hartmut die Antwort von Sandra. „Ja…, ich liebe dich über alles!“ Sie fiel ihm um den Hals und Tränen der Rührung rollten über ihre Wangen. „Und ich würde dich für mein Leben sehr gern heiraten. Aber zunächst müssen wir dafür sorgen, dass de Clerc für den Mord an meine Eltern in den Knast geht. Dann können wir über die Hochzeit reden.“ Sie befreite sich aus seiner tröstenden Umarmung, blickte in seine vertrauensvollen Augen und meinte: „Ruf deine Freunde an.“ Hartmut griff zum Handy, wählte eine Nummer und nur wenig später hörte er Semirs Stimme: „Semir! Du und Tom, ihr müsst bitte in die Kleine Gasse 9 kommen… Sandra Bertrand. Bitte…, es ist wichtig! Ich brauch euch hier. Das heißt, eigentlich braucht Euch Sandra.“ „Mensch, Hartmut, worum geht es denn?“, lachte Semir am anderen Ende. „Ist sie umgefallen, als du sie gefragt hast, oder was?“ „Ach quatsch!“ Hartmut verdrehte die Augen. „Sie hat ‚Ja’ gesagt. Nein… Es geht um etwas Anderes. Bitte…, es ist wichtig!“ Semir hörte den flehenden Ton und wurde sofort ernst: „Okay…, wir kommen gleich vorbei.“ Hartmut beendete das Gespräch und Sandra sah ihn ängstlich an: „Sind die beiden wirklich gut?“ „Ja…, es sind die Besten die ich kenne“, versicherte er ihr. „Und außerdem sind es meine Freunde!“

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  • Semir steckte nachdenklich sein Handy ein. Er nahm den letzten Schluck seines Bieres und sah Tom an. „Tja…, dann wird es wohl bald eine Hochzeit geben“, grinste er. Tom riss die Augen auf: „Wie…? Sie hat ‚Ja’ gesagt?“, kam erstaunt von ihm. „Ja, sie hat ‚Ja’ gesagt. Hartmut möchte, dass wir zu ihm kommen. Es ist was Wichtiges, sagt er“, erklärte Semir. „Hat er durchblicken lassen, worum es ging?“, fragte Tom und sah auf die Uhr. Es war schon zehn Uhr durch. „Nein…, aber es hörte sich wirklich dringend an. Er betonte, dass Sandra uns braucht. Fahren wir hin?“ Tom nickte: „Ja, wir fahren hin. Wo wohnt sie?“ Semir nannte ihm die Adresse und Tom fuhr los. „Was meinst du, ist so wichtig?“, grübelte Tom während der Fahrt. „Keine Ahnung. Ich kenne das Mädchen ja nicht.“ Semir zuckte mit den Schultern. „Na, Mädchen ist gut. Sie ist doch mindestens 30. Aber sie sieht gut aus. Und demnächst wird sie dann Sandra Freund heißen…. Nette Zusammenstellung“, grinste Tom frech. Semir sah ihn spitzbübisch an: „Na, es gibt Schlimmeres.“ Tom bemerkte den neckischen Ton und hakte vorsichtig nach: „Was zum Beispiel?“ „Sandra Kranich!“, kam es von Semir trocken zurück. „Ha … ha, Witzbold.” Tom zog eine Grimasse. Zu seiner Erleichterung stellte er fest, das sie ihr Ziel erreicht hatten: „So, hier muss es sein…“ Semir sah sich suchend um. „Guck mal, da drüben steht Lucy… Und hier ist die Nr. 9. Wir sind richtig…“ Tom hielt vor dem Haus an und stieg mit Semir aus. Sie klingelten bei Bertrand und kurz darauf wurde ihnen aufgemacht.


    „Hallo!“, rief Hartmut den beiden freudig zu. „Schön, dass ihr da seid.“ „Nun ja…, wenn du uns so lieb bittest, deiner Zukünftigen zu helfen… Ähm..., wobei eigentlich?“, fragte Tom neugierig. Hartmuts Miene nahm einen ernsten Ausdruck an: „Das wird sie euch am besten selbst erzählen. Kommt erst mal rein… Wollt ihr was trinken?“ „’ne Cola, wenn du hast“, sagte Semir und Tom stimmte zu. Sie gingen hinter Hartmut her und sahen Sandra auf dem Sofa sitzen. „Hallo …“, begrüßte Semir sie und hob die Hand. Sandra schaute ihn nervös an. „Hallo… Setzen Sie sich doch“, forderte sie die Kommissare mit einer einladenden Handbewegung auf. Semir setzte sich in den einen Sessel und Tom nahm den anderen. „Hartmut deutete an, dass Sie unsere Hilfe bräuchten…“, fing Semir an. Sandra nickte langsam und fragte schließlich zögerlich: „Sagt Ihnen der Name Frederík de Clerc etwas?“ Ihre Stimme hatte einen verächtlichen Ton angenommen. Semir und Tom tauschten einen erstaunten Blick miteinander. „Das ist einer der führenden Drogenhändler in Frankreich, stimmt’s?“, vergewisserte sich Tom. „Er ist der führende Drogenbaron! Das ist wahr“, bestätigte Sandra und mit einem Zittern in der Stimme fuhr sie fort: „Meine Eltern haben für ihn Drogen hergestellt. Bis sie sich der Polizei stellten und als Kronzeugen aussagen wollten. Tja…, nur kurz darauf kamen sie bei einem Unfall ums Leben. Bremsversagen… Die Polizei hat es als einen ganz normalen Unfall abgetan und den Fall zu den Akten gelegt. Aber ich weiß, es war Mord! Ausgeführt im Auftrag von de Clerc… Meine Eltern wussten so viel, dass er für immer hinter Gitter gekommen wäre, wenn es eine Verhandlung gegeben hätte.“ Sie konnte ihre Tränen nicht länger unterdrücken und weinte leise. Semir sah betreten zu Hartmut, der sie schützend in den Arm nahm. Sandra erzählte weitere Einzelheiten und Semir und Tom hörten aufmerksam zu. Immer wieder stockte sie, während sie davon berichtete, was sie wusste. Was ihre Eltern ihr erzählt hatten. Als sie endete, sah sie die beiden hoffnungsvoll an. Doch Semir tauschte einen skeptischen Blick mit Tom, der ebenfalls zweifelnd dreinschaute.



    Ihr seid ein wenig Schreibfaul....gell? Wo bleben eure Feeds????

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  • Schließlich wandte sich Semir an Sandra. „Frau Bertrand, es ist zwar schön und gut, dass Sie uns alles erzählen, aber haben Sie Beweise für Ihre Anschuldigung?“, gab Semir zu bedenken. „Ich meine, de Clerc hat mit Sicherheit sehr gute Anwälte. Da ist mit Behauptungen nicht viel zu machen.“ Die junge Frau lächelte ihn zaghaft an: „Sagen Sie ruhig Sandra zu mir.“ Semir nickte. „Dann sind wir Tom und Semir“, lächelte er sie freundlich an. Sie fuhr ernst fort: „Ich habe aber Beweise! Meine Mutter hatte mir einen Umschlag gegeben, kurz bevor sie gefahren sind. Sie ahnte wohl, dass es diesen Unfall geben wird. Und das sie auf de Clercs Abschussliste standen, war ja nichts Neues. Er hatte schon sehr oft versucht, sie zu töten. Sogar mich! Dabei hatte ich mit der ganzen Sache bis dahin nichts zu tun und habe ihm nie etwas getan!“, kam leise von ihr. „Bist du de Clerc schon mal persönlich begegnet?“, wollte Tom wissen. „Ja sicher. Meine Mutter hatte mich mal mitgenommen. Er war sehr nett zu mir. Aber meiner Mutter hat das natürlich gar nicht zugesagt. Später habe ich erfahren, das er weit mehr von mir wollte, als nur meine Freundschaft.“ Sandra schüttelte sich vor Ekel. „Nun ja,… wie gesagt,… meine Eltern haben für ihn gearbeitet. Sie haben sehr viele Beweise gesammelt und diese befinden sich in einem Umschlag. De Clerc hatte vor einigen Monaten versucht, mich zu bekommen. Er hat einen gewissen Pierre Bocour auf mich angesetzt. Ich selbst habe ihn nie gesehen. Aber ich hatte einen Freund in den Reihen von de Clerc. Er warnte mich immer rechtzeitig, wenn Bocour mir auf der Spur war. So konnte ich immer früh genug fliehen und mich in Sicherheit bringen. Auch wenn es bedeutete, das ich schon dreimal umziehen musste. Aber wenigstens rettete es mir das Leben.“ Gedankenverloren hing sie einem Moment ihren Erinnerungen nach, dann sprach sie weiter: „Doch leider habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm. Es kann durchaus sein, das er inzwischen tot ist. Er sagte damals wörtlich, dass Bocour der beste Mann in de Clercs Reihen ist… Eiskalt, gnadenlos und ohne jede Skrupel soll er sein. Bisher hat er mich nicht bekommen. Das heißt aber nicht, dass es in Zukunft dabei bleiben wird.“ Sandra hob ihren Blick und schaute Tom und Semir traurig an. „Ich habe Angst. Aber ich kann der Polizei nicht vertrauen. De Clerc hat überall seine Kontakte. Auch bei der deutschen Polizei.“ Semir hörte den ängstlichen Unterton und konnte sich gut vorstellen, wie Sandra zur Polizei stand. „Versteht mich bitte nicht falsch. Hartmut sagte, man könne Euch trauen. Aber…, bisher habe ich nur schlechte Erfahrung mit der Polizei gehabt. Für mich sind alle käuflich. Jeder hat seinen Preis. Und de Clerc wird sicher nichts unterlassen, euch auch in sein Boot zu zerren.“ Verachtung machte sich bemerkbar. „Nun, wir sind keine Freunde von de Clerc“, versicherte ihr Tom. „Vertrau uns.“ Sandra sah ihn ehrlich an: „Ihr seid Hartmuts Freunde. Und er hat gesagt, man kann Euch vertrauen. Also tu ich es.“


    Semir nickte zufrieden: „Wo sind diese Beweise?“ „In meinem Spind an meiner Arbeitstelle. Ich habe sie in einen Umschlag getan. Da sind Bilder von de Clerc, seinen Geschäftspartnern und einige Analysen von neuartigen Drogen drin. Ich bin Chemikerin…“ Semir erinnerte sich an ihren Enthusiasmus in Hartmuts Labor, lächelte schief und murmelte: „Ja,… das hab ich mir schon fast gedacht. Also beruflich gesehen.“ Unterdessen fuhr Sandra fort: „…und was die Formeln der Drogen angeht… Ich weiß genau, um was es sich dabei dreht... Ecstasy ist nichts dagegen! Ich werde meine Eltern rächen, indem ich Ihnen beiden helfe, de Clerc für immer einzusperren“, erklärte sie entschieden. Semir und Tom blickten sich kurz an und wussten, das sie dasselbe dachten. „Okay…, dann sollten wir diese Beweise holen. Wie wäre es, wenn wir beide hinfahren und Tom und Hartmut warten hier auf uns?“, schlug Semir vor. Sandra sah Hartmut fragend an und dieser nickte ihr aufmunternd zu. Entschlossen stand sie auf: „Okay…, so werden wir es tun. Ich komme jederzeit ins Labor.“ Auch Semir erhob sich und machte eine ausholende Geste in Richtung Tür: „Gut, dann fahren wir.“ Sie verließen die Wohnung, stiegen in Toms Mercedes und fuhren los.

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  • Pierre sah, wie Sandra aus dem Haus kam. Doch diesmal in Begleitung eines anderen Mannes. Seine Neugier war geweckt. Wohin wollten die beiden? Unauffällig hängte er sich ran, als sie losfuhren. Schnell merkte er, dass es zum Labor von Sandra ging. „Was wollt ihr denn um diese Uhrzeit hier? Ist das etwa ein Kollege von dir? Und warum holt er dich ab?“, stellte er sich selbst murmelnd die Fragen. Er bemerkte, wie der Wagen auf das Firmengelände fuhr. Da er selbst nicht rauf konnte, wartete er vor dem Tor. Es dauerte nicht lange und die Beiden kamen wieder heraus gefahren. Nun fuhren sie zurück zum Haus und gingen hinein. Kaum hatte er geparkt, holte Pierre sein Handy hervor und rief de Clerc an: „Hier ist Pierre… Ich habe sie gefunden.“ „Gut gemacht, Pierre“, antwortete de Clerc zufrieden. „Schnapp sie Dir und bring sie zu mir“, forderte de Clerc. „Das geht gerade nicht“, druckste Pierre umher. „Sie hat im Augenblick drei Männer bei sich.“ „Drei?“, fragte de Clerc erstaunt. „Na, ich wusste doch, sie ist nicht so harmlos, wie sie tut… Was sind das für Männer?“, fragte er argwöhnisch. „Nun, der eine scheint ihr Freund zu sein“, ließ Pierre seinen Boss wissen. „Die Anderen kamen später. Ich werde mir den Wagen mal näher ansehen. Sie ist eben mit einem der Typen zur Firma gefahren und wieder zurück. Vielleicht haben die ja was abgeholt, was nun im Wagen liegt.“ Er stieg mit dem Handy am Ohr aus und ging zum Mercedes. Nach einem flüchtigen Blick ins Wageninnere, registrierte er die Funkanlage und das Blaulicht. Entsetzt riss er die Augen auf. „Verdammt, das sind Bullen!“, stieß er ins Handy. „Dann steht sie unter Polizeischutz“, fluchte de Clerc. „Wir müssen schnell tätig werden. Wir müssen die Kleine beseitigen. Von mir aus beseitige alle. Sie darf nicht reden! Oder warte…, nein…. Wir müssen erst wissen, was sie aus der Firma geholt haben. Unternimm etwas! Egal wie und was… ich nehme an, das es Beweise sind, die mich belasten. Also besorge sie mir!“ Pierre hörte das wütende Schnauben von de Clerc und versuchte ihn zu beruhigen: „Ja, okay…, bin dabei, Frederík… ich bin schon dabei…!“


    Frederík de Clerc knallte in seiner Villa, die am Stadtrand von Paris in einem parkähnlichen Garten stand, wütend den Hörer auf die Gabel. Diese verdammte Schlampe konnte ihn fertig machen und das durfte nicht passieren! ‚Na warte, ich werde nun härtere Geschütze auffahren. Du wirst Dir schnell überlegen, ob du irgendwelche Informationen an die Bullen weiter gibst’, grummelte er in Gedanken. „André,… Marc,… Jacques!“ rief er laut und kurz darauf kamen drei bullige Männer zu ihm. „Ihr werdet umgehend nach Köln fliegen. Ins gute alte Deutschland. Dort werdet ihr euch mit Pierre treffen und ihn unterstützen. Ich komme etwas später nach.“ André sah ihn an: „Worum geht es?“ Frederík fauchte: „Das wird euch Pierre erzählen, wenn ihr ihn trefft. Los, seht zu, das ihr loskommt!“ Zwanzig Minuten später fuhren die Männer zum Flughafen und stiegen in das nächste Flugzeug.

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  • So nach gut sechs Stunden im Krankenhaus hier der nächste Teil...


    Zur gleichen Zeit öffnete Semir den Umschlag und nahm die Papiere raus. Er sah sich die Sachen an und pfiff anerkennend: „Das ist ja wie ein Sechser im Lotto!“ Er reichte die Papiere an Tom weiter. Nickend stimmte Tom seinem Partner zu, nachdem er ebenfalls Blick darauf geworfen hatte: „Oha..., sehr brisante Sachen! Wir sollten es umgehend der Staatsanwältin übergeben.“ Er sah Sandra fragend an: „Ist de Clerc in Deutschland?“ Sandra schüttelte den Kopf. „Nein..., er ist in Paris. Ich glaube nicht, dass man ihm hier was anhaben kann.“ Semir stand auf: „Da wäre ich mir jetzt nicht so sicher. Aber eins ist klar: Sandra, ist in Gefahr! Die Hochzeit wird abgesagt werden müssen. Tut mir leid, Hartmut...“ Semir stockte auf einmal und sah Sandra verlegen an. „Hartmut hat mir zwar einen Antrag gemacht und ich hab ‚Ja’ gesagt... Aber wir heiraten ja nicht sofort...“ Sie lächelte Hartmut verträumt an. „Hat de Clerc schon mal versucht, an die Unterlagen heran zu kommen?“, fragte Tom und riss Sandra in die Realität zurück. Sandra nickte: „Ja, schon mehrmals. Erst letzte Woche, da erzählte mein Kollege mir, dass ein Mann dort gewesen wäre und einen Umschlag abholen wollte. Mein Kollege wusste, wie wichtig dieser Umschlag für mich ist. Ohne mich vorher zu informieren hätte er ihn niemals rausgerückt und hat ihn abgewiesen. Vor einem halben Jahr wurde in meiner Wohnung eingebrochen. Ich vermute, es waren de Clercs Leute, die diese Unterlagen gesucht haben. Aber ich habe keine Beweise dafür. Ach ja,… und vor nicht mal acht Tagen hat man mein Auto aufgebrochen. Am hellen Tag... Niemand hat was gesehen! Die Scheiben waren eingeschlagen und das Auto völlig durchwühlt. Aber weder Autoradio, noch Navigationsgerät oder sonst etwas wurde gestohlen.“


    „Haben Sie den Einbruch in der Wohnung und das aufgebrochene Auto bei der Polizei angezeigt?“, fragte Tom. „Ich muss gestehen... nein, habe ich nicht.“ Verlegen schaute sie zu Boden. „Wisst Ihr, Tom..., Semir..., ich habe kein Vertrauen zu der Polizei. Weder zu der deutschen noch zu der französischen Polizei“, rechtfertigte sie ihre Entscheidung. „Dann sind die Spuren nicht gesichert worden.“ Enttäuschung klang in Hartmuts Stimme. „Nein... Hartmut“, sagte Sandra entschuldigend. „Ich wusste ja, das de Clerc mich nicht in Frieden lassen wird, genau wie meine Eltern. Er will die ganze Familie auslöschen.“ Semir beobachtete, wie sie nervös ihre Hände knetete und er spürte ihre Angst. „Es ist wirklich schade“, zuckte er bedauerlich mit den Schultern. „So hätten wir vielleicht einen Ansatzpunkt gehabt. Aber wie dem auch sei,… wenn wir es in die Hand nehmen sollen und vorausgesetzt, die Chefin gibt ihr Okay…“ er sah Hartmut viel sagend an, „... dann werden wir dich in einer Schutzwohnung unterbringen und bewachen. Hartmut wird der einzige neben uns sein, der weiß wo du bist! Keine Arbeit, keine Einkäufe... nichts, wo man dich bedrängen oder gar Schlimmeres antun könnte“, erklärte er Sandra ernst. Sie nickte ergeben: „Ich verstehe. Aber es ist kein Problem für mich. Ich habe eh noch sehr viel Urlaub stehen. Den werde ich jetzt nehmen.“ Tom stand auf. „Na, komm Semir.... Dann wollen wir die Chefin mal einweihen… Hartmut? Bleibst du über Nacht hier?“ Statt einer Antwort straffte Hartmut den Rücken und nickte entschlossen.



    FEEDS

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  • Auf der Fahrt zur PAST stöhnte Semir kurz. „Schon zwei Uhr durch… Wie gut dass wir erst heute Abend zum Dienst müssen.“ Tom nickte nur. Wenig später waren sie in der PAST. Anna sah auf, als die beiden ihr Büro betraten. „Was machen Sie denn noch hier?“ fragte sie mit hochgezogenen Augenbrauen. „Das gleiche könnte ich Sie fragen“, erwiderte Semir zur Antwort. „Nun…, ich hatte noch etwas zu erledigen“, rechtfertigte sich die Chefin. „Aber Sie sind doch nicht hier, um nach mir zu sehen, oder?“ „Nein, deshalb nicht“, schüttelte Tom mit dem Kopf. „Nein… Es geht um Hartmuts Freundin. Sie hat ein kleines Problem“, erklärte Semir und setzte sich Anna gegenüber. „Hartmuts Freundin?“ Das Erstaunen in Annas Stimme war echt. Tom grinste: „Ja,… er hat eine Freundin. Eine richtig hübsche sogar!“ Semir verdrehte die Augen und wandte sich wieder ernst an seine Vorgesetzte: „Also, diese Freundin ist Französin. Ihre Eltern waren Angestellte von Frederík de Clerc, dem Drogenhändler. Also, ich meine damit den größten französischen Drogenhändler.“ Überrascht beugte sich Anna nach vorn: „Der Name sagt mir etwas. Doch was hat das mit Hartmuts Freundin zu tun?“ Semir erzählte ihr, was er aus Sandras Erzählung wusste und fügte am Ende hinzu: „… und diese Freundin hat nun Unterlagen, die ausreichen, um de Clerc endlich in den Knast zu bringen! Er ist untergetaucht und derzeit unerreichbar für die französischen Behörden.“ Anna hörte schweigend zu und dachte einen Augenblick nach. „Das ist ja alles schön und gut. Gibt sie uns denn die Unterlagen?“, wollte sie von Tom und Semir wissen. Semir nickte: „Ja, aber wir müssen die Frau unbedingt schützen. Sie wurde bereits mehrmals bedroht und es ist nicht ausgeschlossen, das de Clerc sie ebenfalls töten will.“ „Verstehe!“ Sie warf ihnen einen ernsten Blick zu: „Sie beide wollen den Schutz übernehmen?“ Eifrig stimmten Tom und Semir dem bei. „Nun ich werde mit Interpol sprechen. Dort sollte man auf jeden Fall Bescheid wissen“, meinte Anna und griff zum Telefon. „Nein!“, rief Semir und Anna zog ihre Hand erschrocken zurück. Erklärend fuhr er fort: „Sehen Sie…, Sandra sagt, dass de Clerc Informanten bei der Polizei hat. Vermutlich sogar bei Interpol! Wenn Sie dort Bescheid geben, dann…“ „Semir! Ich kann das nicht allein entscheiden. Aber keine Angst…“, beruhigte ihn Anna. „Ich kenne dort auch jemanden.“


    Hartmut saß mit Sandra im Wohnzimmer. „Sag mal…, unsere Hochzeit… Ich meine…, also wir könnten sie ja nach der Sache angehen. Also, wenn du wirklich noch willst…“, stammelte er. „Hartmut, du bist ein komischer Kauz!“ lachte sie leise. „Ich sagte doch ja. Was willst du denn noch? Ich liebe dich, genau so wie du bist!“ Sie gab ihm einen innigen Kuss, den er leidenschaftlich erwiderte. Gerade als es anfing, sehr gemütlich zu werden, trat jemand die Tür mit lautem Krachen auf. Erschrocken zuckten die beiden zusammen und Hartmut sah in Richtung Tür. Ein Mann stand da und richtete bedrohlich eine Waffe auf die beiden. Sandra stieß einen leisen Schrei aus und der Mann richtete seinen Blick auf sie. „Wo sind die Unterlagen?“, wollte er barsch von ihr wissen. Hartmut, der Sandra schützend in den Armen hielt, stieß heftig aus: „Verschwinden Sie!“ Seine Stimme klang wütend und er versuchte seine Angst nicht zu zeigen. Mutig stand er auf und stelle sich dem Mann in den Weg. Der Mann lachte verächtlich auf. „Was willst du denn?“, fragte er und stieß Hartmut zurück auf das Sofa. Sich an Sandra zurückwendend, fauchte er: „Wo sind die Unterlagen? Und komm mir nicht damit, dass du sie nicht hast. Ich hab gesehen, dass du Bullen hier hattest. Das Blaulicht war im Auto nicht zu übersehen. Na, komm schon Kleines. Du willst doch nicht, das ich deinem Freund wehtue, oder?“ „Lassen Sie Hartmut in Ruhe!“, flehte sie mit zittriger Stimme. „Ich besorge Ihnen die Unterlagen… Aber bitte, tun Sie ihm nichts.“ Der Fremde lachte kalt. „Nun, ich denke das genügt mir leider nicht. Ich brauche schon mehr als nur dein Wort. Wenn die anderen wieder kommen, wirst du ihnen erklären, dass du es dir anders überlegt hast, klar?“ Er unterstrich seine Worte, indem er mit der Waffe eine drohende Geste in Hartmuts Richtung machte. Sandra schluckte schwer. „Lassen Sie uns dann gehen?“, fragte sie vorsichtig. Doch der Mann zuckte nur unschlüssig mit den Schultern und gab keine Antwort…

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  • Unterdessen hatten Semir und Tom das Okay von Anna bekommen und fuhren zurück zu Sandra und Hartmut, um ihnen die gute Nachricht zu überbringen. Nachdem sie geklingelt hatten, öffnete Sandra die Tür nur einen schmalen Spalt. „So…, das wäre geregelt“, sagte Semir und wollte in die Wohnung. „Ich habe es mir anders überlegt“, wimmelte sie ihn ab und blockierte den Eingang. „Hartmut hat wohl etwas übertrieben. Ich brauche keinen Schutz. Gebt mir bitte die Unterlagen zurück“, forderte Sandra. Semir sah sie alarmiert an. „Alles in Ordnung?“, fragte er vorsichtig. „Ja sicher…“, kam es viel zu schell von ihr. Tom bemerkte, dass sie sehr nervös war. „Wo ist denn Hartmut?“, erkundigte er sich. „Er ist gegangen. Vor ungefähr fünf Minuten.“ Semir warf Tom einen Blick zu und in dessen Miene war deutlich zu lesen: Hier stimmte etwas nicht! „Was ist denn los?“, fragte Semir forsch. „Du warst doch eben noch begeistert davon, wenn de Clerc in den Knast wandert. Warum dieser Sinneswandel?“ Dabei versuchte er mit einem Blick in den Spiegel, der im Flur hing, zu erkennen, was in der Wohnung passierte. Er konnte Hartmut in gespannter Haltung auf dem Sofa sitzen sehen. Es schien aber noch eine andere Person im Raum zu sein. Hartmut starrte nervös in eine Ecke. „Ich habe mich geirrt. Gib mir bitte die Unterlagen!“ Sandras Stimme klang kühl, aber ihre Augen flehten, ohne dass sie es wollte, um Hilfe. „Die habe ich im Auto. Ich muss sie erst holen“, erklärte Semir stockend, während in ihm eine Idee aufkeimte. Auffordernd wedelte Sandra unterdessen mit der Hand: „Ja! Dann zu.“ Semir machte zu Tom mit dem Kopf ein Zeichen zum gehen. Dieser sah ihn nur fragend an. Langsam schloss Sandra die Tür. Augenblicklich Semir zog Tom raus.


    „Kannst du mir mal erklären, was das soll?“, wollte Tom ungehalten wissen, als sie vor dem Haus standen. „Da ist doch was faul!“, fauchte Tom. „Ich weiß!“, zischte Semir und zog ihn etwas weiter weg. „Hartmut sitzt im Wohnzimmer und wird anscheinend bedroht. Sandra hatte Angst. Hast du das nicht bemerkt?“, fragte er, während er zur Rückseite des Hauses ging. Sandra wohnte im Halbparterre und so war es einfach in die Zimmer zu sehen. Semir zog sich an der Fensterbank hoch und warf einen Blick in den Raum. Es war das Schlafzimmer. Das Fenster war nur angelehnt und als Semir es berührte, schwang es auf. Skeptisch sah Tom ihn an: „Was willst du denn jetzt machen?“ Semir grinste: „Ich will wissen, wer den Beiden das Leben schwer macht. Mehr nicht. Heb mich hoch!“ Tom stellte sich mit dem Rücken an die Wand und machte Räuberleiter. „Hey,… du willst doch wohl nicht den Helden spielen, oder?“ Semir gluckste: „Was heißt denn spielen…? Ich bin einer!“, und schwang sich ins Zimmer. „Pass bloß auf, Du Held!“, spottete Tom. „Der könnte bewaffnet sein… Oder es könnten mehrere sein. Soll ich nicht lieber auch mit rein?“, flüsterte er besorgt hinterher. „Nein…, ich mach das schon. Hol du die Unterlagen und bring sie rein. Lenk sie ab und wir werden von beiden Seiten angreifen“, kam es von Semir ebenfalls leise zurück.

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  • So leute.... hier der nächste teil.....


    „Was ist, wenn Sie die Unterlagen haben?“, fragte Sandra erneut. Der Mann sah sie kalt an: „Wir drei werden eine Reise antreten, von der ihr Beide nicht wiederkehrt… Wo bleibt der Typ denn?“, fragte der Mann ungeduldig. „Er kommt sicher gleich“, versuchte Sandra ihn zu beruhigen. Sie hatte Angst, dass dieser Verbrecher Hartmut etwas antat. „Das hoffe ich sehr!“, fauchte der Mann. „Ich will hier nicht übernachten und mein Finger wird langsam nervös.“ Hartmut, der Sandras Hand hielt, blickte in ihre ängstlichen Augen und nahm all seinen Mut zusammen: „Hören Sie…, es ist ja noch nichts passiert. Ich meine…, wenn Sie jetzt aufgeben, dann… also ich könnte…“ Schnell verstummte er, als der Fremde ihn wütend ansah. Hinter dem Mann ging eine Tür auf und für einen kurzen Moment konnte Hartmut Semirs Gesicht erkennen. Es fiel ihm schwer, sich nichts anmerken zu lassen. Plötzlich klingelte es. Der Mann winkte mit der Waffe und Sandra stand auf. Während sie zur Tür ging, hielt der Mann die Waffe auf Hartmut gerichtet und spannte den Hahn. „Mach keinen Mist, hörst du!“, drohte er hinter Sandra her. Diese nickte nur ergeben.


    Semir ließ den Mann nicht aus den Augen. Er stand ziemlich mittig im Zimmer, drehte ihm den Rücken zu und seine Konzentration war in Richtung Tür gerichtet. Hartmut saß auf dem Sofa und rührte sich nicht. Verstohlen sah er Semir an und dieser machte mit der linken Hand die Geste für „sprechen“. Hartmut verstand und fing an, mit dem Mann zu reden. Während er ihn ablenkte, schlich sich Semir an ihn ran. Kaum stand er hinter ihm, drückte er dem Gangster seine Waffe in den Rücken. „Waffe weg und Hände hoch!“, sagte er scharf. Der Mann erstarrte und tat was Semir wollte. „An die Wand und Beine auseinander!“, kam von ihm auffordernd der nächste Befehl. Er half etwas nach, als der Mann bockte. Er tastete den Mann auf die übliche Weise ab und legte ihm Handschellen an. Tom kam mit Sandra in den Raum. Zuerst erschrak Sandra, war aber im nächsten Augenblick erleichtert. Sie schloss kurz die Augen und lief dann zu Hartmut. „Bist du in Ordnung?“, fragte sie und wie, um sich zu vergewissern, strich sie mit ihren Händen über sein Gesicht und seine Arme. Hartmut lächelte, nahm ihre Hände und küsste ihre Fingerspitzen. „Ja, ich bin okay!“, versicherte er ihr. Stolz wies er auf Tom und Semir: „Ich sagte doch, das sie sind gut sind.“ „Ja…, du hast Recht. Es sind wahre Freunde“, sagte Sandra mit belegter Stimme. Hartmut legte tröstend den Arm um sie: „Es ist vorbei. Es kann Dir nichts mehr passieren.“ Er ahnte nicht, dass dies nur ein Vorgeschmack auf das war, was noch kam…


    „So, und nun erzählen Sie mir, was Sie von den beiden wollten!“, forderte Semir nur kurze Zeit später im Verhörraum den Verhafteten auf. „Ich?“, fragte dieser naiv. Semir sah Tom genervt an. Er hasste es, wenn er den Verdächtigen immer alles aus der Nase ziehen musste. Auf ein Zeichen hin, übernahm Tom die weitere Befragung: „Ja sicher, Sie…, Pierre Bocour… Sie sind geboren am 14.02.1978 in Paris. Vorbestraft wegen diverser Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Hier in Deutschland wie auch in Frankreich. Arbeiten Sie für Frederík de Clerc?“ „De Clerc? Kenne ich nicht“, antwortete der Mann gelangweilt. „Ich will meinen Anwalt.“ Tom beachtete den Einwand nicht und wollte weiter wissen: „Was wollten Sie von Sandra Bertrand?“ „Ich kenne sie aus Frankreich. Das heißt ihre Eltern… Was wollen Sie eigentlich von mir? Ich habe nichts getan, außer eine Freundin zu besuchen!“, begehrte Pierre auf. Semir beugte sich neugierig vor: „Ach, machen Sie solche Besuche immer mit einer Waffe in der Hand?“ Pierre schwieg. „Sie sind vorläufig festgenommen. Wegen unerlaubtem Waffenbesitz und Freiheitsberaubung. Führ ihn ab, Siggi!“

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  • Mittlerweile war auch Frederík de Clerc in Köln angekommen und hatte sich in einem Hotel einquartiert. Er versuchte mit Pierre Bocour Kontakt aufzunehmen, doch dieser meldete sich nicht. Nur kurz darauf bekam er Besuch von seinen Leuten. „Chef…, wir haben gesehen wie Pierre abgeführt wurde. Er hat der Kleinen wohl etwas zu sehr auf den Zahn gefühlt. Zwei Bullen haben ihn festgesetzt“, berichtete André. Marc und Jacques nickten zustimmend. „Die haben ihn wie einen Schwerverbrecher abgeführt. Und die Kleine haben sie auch mitgenommen.“ De Clerc dachte nach. „Wisst ihr, wohin sie gebracht wurden?“, fragte er schließlich. „Nein… Wir sind ihnen nicht gefolgt….“, gab André leise zu. Wütend funkelte De Clerc ihn an. „Natürlich nicht! Da hättet ihr ja denken müssen!“, schnaubte er verächtlich. André wagte einen Versuch, seinen Boss zu besänftigen: „Chef,… aber wir haben die Nummer von dem Wagen, mit dem die Bullen Pierre weggebracht haben.“ „Ja, und? Was für ein Wagen ist das?“, raunzte de Clerc. „Ein blauer Mercedes CLK“, antwortete André. „Ja und? Habt ihr auch das Kennzeichen?“ „Ne- LK 3470.“ De Clerc nickte zufrieden. „Dann werden wir mal herausfinden, wer den Wagen fährt und wo dieser Bulle arbeitet.“


    „Frau Bertrand, wir können für Ihren Schutz sorgen. Das ist kein Problem. Aber Sie müssen sich an das halten, was wir Ihnen vorschreiben. Keine Spaziergänge ohne Begleitung. Keine Einkäufe, oder sonst irgendwas, dürfen sie allein machen. Keine Telefonate…“, erklärte Anna, als Sandra in ihrem Büro saß. Sandra senkte für einen Moment den Kopf, dann sah sie Anna entschlossen an: „Ihre Kollegen haben es mir bereits erklärt. Aber ich befürchte nur, dass de Clerc sich nicht davon abhalten lässt. Er hat seine Leute überall. Auch bei der Polizei. Es würde mich nicht wundern, wenn er bereits in Köln ist.“ In diesem Augenblick kam Andrea rein und reichte der Chefin ein kleines Stück Papier: „De Clerc hat vor vier Stunden in diesem Hotel in Köln eingecheckt.“ Sandra zuckte erschrocken zusammen und wollte fluchtartig von ihrem Stuhl aufspringen. Anna hob beruhigend die Hände: „Keine Angst, Frau Bertrand, Sie sind hier in Sicherheit!“ Auf den Zettel zeigend, erklärte sie: „Damit haben wir schon gerechnet und alle Hotels um Mithilfe gebeten.“ An Andrea gewandt, fragte sie: „Wo sind Tom und Semir?“ „Sie verhören diesen Pierre Bocour. Aber er streitet alles ab“, gab Andrea zur Auskunft. „Sie sollen zu mir kommen. Mit Hartmut!“, ordnete Anna Engelhardt an. Andrea drehte sich augenblicklich um, um die drei zu holen…

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  • Semir blickte Tom an, als Bocour weggebracht wurden. „Der schweigt. Aber wohl eher aus Angst. Er hat vor irgendwas Angst“, mutmaßte Semir. „Die Frage ist nur, wovor?“, zuckte Tom ratlos mit den Schultern. „Na, vor de Clerc“, antwortete Semir. „Wenn der wirklich so eine große Nummer ist, kann ich das sogar verstehen.“ „Ja, in Frankreich… Aber hier…?“, gab Tom zu bedenken. „Wir müssen unbedingt mit den Kollegen von Interpol Kontakt aufnehmen. Die sollen de Clerc mal vorladen.“ „Meinst du, das bringt was?“ Zweifelnd zog Semir die Stirn in Falten. Andrea kam ihnen entgegen. „Ihr sollt zur Chefin. Mit Hartmut“, ließ sie die beiden wissen. „Ja okay… Hartmut ist nur mal eben für Königstechniker“, meinte Tom und deutete mit dem Daumen über seine Schulter. Andrea lächelte ihn strahlend an: „Na, dann holt ihn.“ Tom und Semir stöhnten auf, ergaben sich aber ihrem Schicksal und gingen in Richtung der Toiletten, wo gerade die Spülung betätigt wurde. Hartmut kam raus. „Oh,… da seid ihr ja! Ich wollte euch noch mal Danke sagen. Ihr habt echt ’ne klasse Arbeit geleistet“, begrüßte er sie. „Na, ist doch keine Sache gewesen“, wehrte Semir mit einem verlegenen Lächeln ab. „Hartmut, die Chefin hat grünes Licht gegeben. Sandra ist schon bei der Chefin. Sie wird in eine Schutzwohnung gebracht. Du kannst mit ihr dort hin“, erklärte Tom. Hartmut sah beide an. „Ja, aber was ist denn mit meiner Arbeit? Ich meine…“ „Hartmut,… die KTU hat doch wohl genügend Leute. Die werde doch mal ein paar Tage ohne Dich auskommen… In der Zwischenzeit machst Du Dir ein paar schöne Tage mit Sandra.“ Semir zwinkerte verschwörerisch: „Vorflitterwochen, wenn du so willst.“ Hartmuts Gesichtsfarbe machte mit einem Mal seinen Haaren Konkurrenz. Hastig räusperte er sich: „Wenn ihr das so seht… Könnte vielleicht ein Test sein, ob wir beide miteinander auskommen.“ Tom und Semir kicherten in sich hinein. Für Hartmut musste immer erst alles mit einem Versuch erprobt, mit einem Test überprüft werden oder mit einem Experiment bestätigt werden! Dann wurde Tom wieder ernst: „Du hast doch Lucy hier?“ „Ja, sicher…, wir sind doch mit beiden Autos hierher gekommen. Sie steht auf dem Parkplatz vorm Gebäude... Warum fragst du?“ In Hartmuts Stimme schwang Panik und seine Augen wurden vor Schreck tellergroß. Er kannte das: Immer wenn Tom oder Semir nach Lucy fragten, lag sein Wagen Stunden später in Einzelteilen in irgendeinem Graben! Doch zu seiner Beruhigung erklärte Tom jetzt: „Nun, ich vermute, dass wir bereits von de Clerc beobachtet werden. Du und ich, wir fahren mit Lucy. Semir nimmt meinen Wagen und folgt uns dann später.“ „Ah, ich verstehe!“ Hartmuts Augen leuchteten erleichtert auf und er lachte breit. „Ihr wollt eine falsche Spur legen.“ „Richtig!… Dazu brauchen wir nur noch zwei Dummies. Die werden unsere Klamotten tragen und dann kommen die zu Semir ins Auto, damit er nicht so allein ist!“ Tom grinste Semir an. Dieser nickte. „Also gut…, ich fahre mit dem CLK und ihr fahrt…, na ihr wisst schon. Aber lasst mir etwas Zeit. Sonst fliegt es zu schnell auf“, meinte er dann nur und verschwand.


    André, Marc und Jacques standen in Sichtweite des Mercedes auf dem Parkplatz der PAST. „So…, dann werden wir unserer Madam doch mal ein Tauschobjekt anbieten. Sobald der Mercedes losfährt, werden wir uns anhängen und die Herren bitten, unsere Gäste zu sein. Sicher werden sie zustimmen. Ihren Freund aus unseren Fängen zu retten, ist dann Sandras Aufgabe. Sie wird sicher ja sagen und uns die Papiere und Fotos überlassen. Und dann heißt es ‚Au revoir’ für beide“, lachte André und überprüfte seine Waffe. Marc sah ihn an. „Die sind doch sicher auch bewaffnet!“, gab er zu bedenken. André nickte. „Na sicher…, aber wir werden dafür sorgen, dass sie nicht zum Schuss kommen. Lass mich nur machen. Wir bekommen diesen Rotschopf schon“, meinte er selbstsicher. Dann sahen, sie wie der Wagen in die Werkstatt fuhr. „Ha…, die glauben wohl dass wir Scharfschützen auf den Dächern haben…“, lachte Jacques.

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