Englischer Besuch

  • Englischer Besuch






    Der Engländer liebt das Gefühl, dass er über sich selbst lachen kann. Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu lachen.


    Peter Ustinov


    "Hier ist es!" Semir bremste auf Bens Äusserung und fand sich vor einem Starbucks wieder. "Ich wusste gar nicht, dass wir hier in Köln auch einen haben!" Ben zog eine verwirrte Grimasse. "Einen? Semir wir haben nicht mehr 1980! Wir haben inzwischen acht Starbucks." Mit einem Grinsen im Gesicht stieg Ben aus dem Auto und lief zum Eingang. "Acht Starbucks?" murmelte Semir zu sich selbst und schluckte. "Ben weiss sicher nicht einmal mehr wann der Erste eröffnet wurde, und ich weiss nicht mal dass es acht gibt…" Um sich abzulenken sah Semir nach draussen. Die Strasse wurde erst vor kurzem von Schnee und Eis befreit und wurde mit Salz eingestreut. Es war wirklich der kälteste Winter, den er bisher in Deutschland erlebt hatte. Selbst als abgehärteter Polizist sass er mit Wollmütze und Handschuhen im Auto, weil die Heizung nicht genug wärmte. Es herrschte gut minus zehn Grad. Als er kurz in den Laden blickte, sah er, dass Ben in einer langen Warteschlange stand und ahnte, dass dies noch dauern würde. Um sich abzulenken schaltete er das Radio an und sofort erklang ein Lied. "It was cold as ice!" schrie der Sänger durch die Lautsprecher und Semir verdrehte die Augen. "Das brauche ich grad gar nicht!" kommentierte er seine Handlung und spielte an der Senderkurbel rum. Nach zwei Handgriffen hatte er eine Satiresendung gefunden, die sich gerade über George W. Bush lustig machten und Semir liess sie laufen.


    Nach zehn Minuten kam Ben zum Wagen und stieg ein. "Entschuldige Partner", begann er und überreichte ihm einen grossen Becher, "eine alte Oma war an vorderster Front. Sie wollte die fünf Euro mit ihren Cents bezahlen." Semir lächelte und winkte ab. "Kenn' ich. Gefährliche Rasse. Besonders schlimm bei Lidl und Aldi!" Ben lachte und konnte mit einem Nicken nur zustimmen. "Ich hab' dir türkischen Kaffee mitgebracht. Wenn du das magst." Semir öffnete den Deckel und schnupperte kurz. Welch Wohlgefühl. "Du hast den richtigen Nerv getroffen", bestätigte er und nahm einen Schluck des heissen Getränks. "Was hast du?" fragte er nachdem er runter geschluckt hatte und Ben hatte wieder sein Spitzbubengrinsen im Gesicht. "Schokokaffee. Mit extra viel Sahne und Schokostreuseln!" Er machte grosse Augen und begann mit einem Plastiklöffel die Sahne abzunehmen. "Wie alt?" fragte Semir und Ben sah ihn mit sahneverschmierter Schnauze an. "30 wieso?" fragte er mit einem Grinsen und der Ältere schüttelte mit dem Kopf.


    Die Arme fest verschränkt, der Mantel fest an den Körper geschnallt und der Schritt bestimmt und schnell. So lief Joshua Etheridge über den Bürgersteg und blickte immer wieder um sich. Köln war schon eine kleine Stadt. Gegen seine Heimatstadt London wirkte sie wie ein Dorf. Ein grosses Dorf, aber ein Dorf. Aber es gefiel ihm. Wenn er was fragte, die Leute konnten ihm antworten. Die meisten Deutschen waren dem Englischen mächtig und die Wenigen die es nicht waren, halfen ihm mit Händen und Füssen. Er lief an einem Wagen vorbei, in dem zwei Leute miteinander diskutierten und dabei immer genüsslich an ihren Starbucksbechern nippten. Der einte wirkte südländisch. Er vermutete eine türkische Abstammung. Der Andere glich einem jugendlichen Rebell. Zwei Gegensätze seiner Meinung nach. Mit einem Lächeln lief er weiter. Immer wieder sah er sich um. Er fühlte sich beobachtet! Irgendwas stimmte nicht. Er ging über die Strasse. Erst als er die quietschenden Reifen hörte, sah er nach rechts. Doch da war es schon zu spät.


    Ben schrie auf als er sah, wie ein junger Mann von einem Auto erfasst wurde. Er wurde brutal auf das Heck des Wagens geworfen und fiel dann wieder auf die Strasse. "Scheisse", stiess Semir hervor und Beide stiegen sofort aus. Sie rannten auf den Wagen zu doch dieser fuhr mit erhöhter Geschwindigkeit davon. "Stehen bleiben du Arschloch!" rief Ben hinterher doch es brachte nichts. Semir sah sich den Mann an. Er wirkte ziemlich jung, konnte durchaus aber schon in Bens Alter sein. Das Haar war länger und reichte bis zum Hals. Doch vom Haarschopf aus floss Blut über die Stirn die Schläfe hinunter. Am Handgelenk befand sich eine grässliche Schürfwunde. Der Mann war bewusstlos. "Ben, ruf sofort einen Krankenwagen!" Ben nickte, zückte sofort sein Handy hervor und wählte die Notrufnummer. Die Augen des Mannes flackerten und öffneten sich leicht. Er verzog sofort das Gesicht, blieb jedoch in der Seitenlage, in den Semir ihn gedreht hatte, liegen. "Hilfe ist unterwegs", sprach Semir ihm zu und der Mann blickte verwirrt. "Anscheinend versteht er dich nicht", erkannte Ben und in dem Moment wo er was fragen wollte, fielen Schüssen. Semir beugte sich sofort über den Verletzten und zog seine Waffe. "Verdammt woher kommt das?" Ben sah sich um, die Waffe vor dem Körper gerichtet. "Keine Ahnung!" Doch so plötzlich die Schüsse kamen, so schnell waren sie auch wieder verschwunden.Und Ben konnte nichts erblicken. Kein Mensch. Keine Waffe. "Dass ist doch nicht möglich!" stiess er hervor. "You're from the police?" stockte der Mann hervor und Semir sah Ben verwirrt an. Dieser beugte sich über den Mann und nahm ein Papiertaschentuch hervor. Er nickte und fügte hinzu: "Don't worry. Assistance is on the way! Who are you?" Der Mann keuchte und sagte leise: "Joshua, Joshua Etheridge…" Dann schloss er die Augen.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Gewidmet an Christopher! Wenn es klappt, auf eine gute Zusammenarbeit!
    Und ein grosses Danke an Anja vom NCIS-Forum für den tollen Banner!



    Ben sass auf einer der Wartesessel vor dem OP-Raum und tippte immer wieder im gleichen Rythmus mit den Füssen. In der einten Hand war noch immer der Starbucksbecher. Semir sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an. "Sag mal, hast du das nicht schon fertig?" fragte er verwirrt und Ben nickte. "Das schon", begann er und öffnete den Becher, "aber da ist noch Sahne drin!" Semir verdrehte die Augen und packte Bens Becher. Mit einem Wurf hatte er ihn in einem Müllkorb geworfen. "Guter Wurf aber", lobte Ben und zog dann ein wehleidiges Gesicht, "aber da war noch Sahne drin!" Semir gab Ben eine Kopfnuss und nickte dann zur Operationstüre. "Hoffen wir, dass die Organe des Engländers keine Sahne sind." Ben konnte nur zustimmen. Eine junge Krankenschwester ging auf sie zu. "Herr Gerkhan?" Semir nickte und stand auf. "Da Sie ja von der Polizei sind, kann ich Ihnen dies bestimmt geben." Ohne ein Gegenwort zu erwarten, gab sie Semir einen Ausweis und ging wieder. Semir setzte sich und klappte ihn auf. Ben erhaschte sich einen Blick darauf. Beide Augenpaare weiteten sich.


    "Das ist ja n' Ding!" Ben nahm Semir den Ausweis aus den Händen. "Inspector Joshua Etheridge. 28 Jahre alt. Scotland Yard!" Semir riss den Ausweis wieder an sich und zog eine nachdenkliche Miene. "Worüber denkst du nach?" fragte Ben neugierig und kannte diesen Blick Semirs schon genau. "Was macht einer vom Scotland Yard hier in Köln?" murmelte er und Ben zuckte mit den Achseln. "Urlaub?" schlug er vor und Semir hob die Augenbrauen. "Und wird dabei zufällig überfahren und dann fallen noch Schüsse?" "Hast Recht. Fragen wir ihn am besten!" Semir zog die Mundwinkel hinunter. "Mit meinem Englisch?" fragte er und Ben grinste. "Wie gut hast du mich! Durch die vielen Geschäftsreisen mit meinem Vater habe ich mir ein Eins A Englisch angeeignet!" lobpreiste Ben sich selbst und Semir spürte gar einen Schwall Eifersucht. Das kleine Kind aus den armen Verhältnissen das nichts durfte, kochte in ihm hoch.


    In diesem Moment ging die Türe auf und ein Arzt trat hervor. „Herr Gerkhan und Herr Jäger?“ Semir nickte und schüttelte dem Mann die Hand, Ben tat es ihm gleich und fragte sofort, wie es ihm geht. „Er hatte Glück im Unglück sozusagen. Eine Platzwunde am Kopf, eine leichte Gehirnerschütterung und zwei gebrochene Rippen. Ich behalte ihn zur Sicherheit diese Nach hier.“„Können wir zu ihm?“ fragte Ben und der Arzt nickte. „Ja, aber er ist noch bewusstlos. Wollen sie wirklich warten bis er wach ist?“ Semir bestätigte und der Doktor führte sie zu dem Zimmer. Er öffnete die Türe und führte sie hinein. „Sollte sich der Zustand ändern, rufen Sie mich bitte!“ „Natürlich!“ Die Tür klackte und der Arzt war verschwunden. Semir nahm sich einen Stuhl und setzte sich an den Beistelltisch, der im Zimmer stand. Er blickte den Engländer an, der bleich im Bett lag. Um den Kopf ein Verband, um die Verletzung am Handgelenk ein ABC-Pflaster und eine Kanüle in der linken Hand fügte ihm Kochsalz zu. „Ich liebe ja solche Tage“, bemerkte Ben sarkastisch und gesellte sich neben Semir. „Da bist du nicht der Einzige“, stimmte der Deutschtürke ihm zu und massierte sich kurz die Stirn. „Was hat Hartmut eigentlich gesagt, nachdem du ihn kontaktiert hast?“ Ben zuckte mit den Achseln. „Was wohl? Dass er sich mit Dieter und Hotte darum kümmern wird.“ Semir seufzte und ging auf den Verletzten zu. Er wirkte wirklich noch jung. Er sah eher wie anfangs, statt Ende Zwanzig aus. In solchen Situationen merkte er allmählich, dass er nicht mehr zu den Jungen gehörte. Denn wenn er einen solchen jungen Mann hilflos sah, fühlte er sich wie ein Vater.


    Ben betete seine Ellbogen auf die Knie und legte sein Kopf auf die Hände. In diesem Moment schreckte Joshua auf und sah verwirrt um sich. Er keuchte und seine Augen waren weit aufgerissen. „Wow langsam!“ beruhigte Semir ihn und hatte vergessen, dass der Junge eigentlich nur Englisch konnte. So musste er zuerst nachdenken, nachdem er Joshuas verwirrten Blick sah. „Hey Joshua“, begann Ben und gesellte sich an das Bettende, „we’re the guys from the police. Remember?“ Langsam nickte Joshua und sank mit schmerzverzerrtem Gesicht wieder ins Kissen. „Where am i?“ Semir lächelte und versuchte es. „At the hospital“, antwortete er und Ben nickte ihm lobend zu. „You’ve got two broken rips and a brain concussion.“ Joshua fasste sich an den Kopf und fühlte den Verband. Zwei gebrochene Rippen und eine Gehirnerschütterung, dass hatte ihm noch gefehlt. Semir nickte Ben auffordernd zu. „Ah yes! Joshua, i can say Joshua?“ Der Angesprochene nickte. „Good. Joshua, we know, that you’re a inspector from scotland yard.“ Joshua schien nicht überrascht zu sein.“Why are you here?” fragte Ben direkt und auffordernd. „An investigation“, antwortete Joshua und Semir sah Ben verwirrt an. „Eine Ermittlung“, übersetzte der Jüngere korrekt und Semir dankte. Wie angenommen. „What kind of investigation?“ fragte Ben und Semir brauchte keine Übersetzung für die Frage. Er wusste dass Ben nach der Ermittlungsart fragte. „I search a murder from London, here in cologne. A serial killer. He kills german peoples. I think he has nazi backrounds. There just german. Nothing else.” Ben sah auf. “Er sucht einen Serienmörder der in London nur Deutsche ermordet hat. Er ging zwar nicht weiter ein aber ich würde sagen, der ist hier nach Köln geflohen.“ Semir nickte und beugte sich zu Joshua. „Do you need help?“ fragte er mit ziemlichen Akzent und Joshua sah die Beiden an.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Die Sonne war gerade aufgegangen als Ben und Semir das Krankenhaus betraten und in den Aufzug stiegen. Joshuas Zimmer befand sich direkt am Anfang des Ganges. Sachte klopfte Semir an die Türe und sie wurden auf Englisch hineingebeten. Joshua lag in seinem Bett und hatte dicke Augenringe. „Are you okay?“ fragte Ben besorgt und Joshua nickte mit einem Lächeln. „Yeah, everythings fine“, antwortete Joshua mit überraschend munterer Stimme und Ben ging an sein Bett. „Last night, we’re going to your room and steal some clothes for you.“ Er überreichte dem Engländer eine Sporttasche. “Oh, that’s nice! Thank you very much!“ Bei diesem Satz blickte er auch Semir an und dieser winkte ab. „You’re sure, you want already go?“ Joshua nickte und war schon daran sich umzuziehen. “I hate hospitals!” kommentierte er knapp und Semir brauchte für diesen Satz keine Übersetzung. „Okay“, sagte der Deutschtürke dann und als Joshua fertig war nickte er zur Tür, „let’s go!“ Joshua sah mit grossen Augen Bens Mercedes an. „You like it?“ fragte Semir mit starkem Dialekt und um ein Missverständnis zu verhindern nickte Joshua bloss. Er stieg ein und verzerrte kurz das Gesicht. Ein stechender, feuerheisser Schmerz zog durch seine Seite und klang erst ab, als er bereit und angeschnallt im Auto sass. Semir setzte sich auf den Beifahrersitz und Ben setzte sich ans Steuer. „Dann gehen wir mal“, murmelte er und zündete den Motor.


    Joshua sah sich immer wieder um. Von der Autobahn aus hatte er die deutsche Stadt noch nie gesehen. „How do you say „cologne“ in german?“ fragte er und Semir drehte sich nach hinten, nachdem Ben ihn den Satz übersetzt hatte. „Köln“, antwortete er und zeigte auf den Dom, den Mann nun erblicken konnte. „And that’s the „Kölner Dom.“ Joshua versuchte es nachzusagen aber schon am „ö“ scheiterte er. Er musste lachen. „German is a really hard language“, stellte er fest und Ben lachte. „Er sagte dass Deutsch eine schwere Sprache ist“, sagte er zu Semir und dieser grinste. „Sag‘ ihm, dass für mich Englisch genau so schwer ist.“ Ben tat wie ihm befohlen. „Oh really? But you’re english it’s mutch better than my german“, erwiderte er und Semir blickte Ben an. Dieser fühlte sich wirklich wichtig, als Dolmetscher. „Er hat dein Englisch gelobt.“ Semir errötete und bedankte sich bei Joshua.


    Susanne staunte nicht schlecht, als Ben und Semir mit einer solchen schicken Begleitung antanzten. „Wao, wer ist denn das?“ fragte sie mit Neugier in der Stimme und Ben lächelte. „Joshua, that’s Susanne König. The good soul of our team.“ Susanne streckte die Hand aus und errötete, als der Engländer ihr einen Handkuss gab. „Oh, noch ein guter, alter, englischer Gentleman“, süssraspelte sie und die beiden deutschen Polizisten verdrehten auf Kommando die Augen. Sie winkten Joshua in ihr Büro. Dieser nahm die schwarze Jeansjacke ab und hängte sie auf. „Nice“, murmelte er und verzog das Gesicht erneut. „Much pain?“ fragte Ben knapp und Joshua winkte nur ab. Ben erblickte eine Akte auf seinem Schreibtisch und öffnete sie. „Hey, Hartmuts Bericht!“ kündigte er an und Semir ging zu ihm. „Who’s Hartmut?“ fragte Joshua und hatte hörbar Mühe, den Namen auszusprechen. „He’s our „CSI“-Guy“, scherzte Ben und Joshua musste grinsen. „Great“, erwiderte er und ging auf die Beiden zu. „Anhand der Reifenspuren und Lackspuren konnte er das Auto ausmachen. Einen alten Ford Mustang.“ Er übersetzte es dem Engländer und dessen Gesicht verdunkelte sich. „That’s his car“, murmelte er mit tiefer Stimme und Semir brauchte dafür keine Übersetzung. „Das heisst er ist wirklich hier!“ Ben nickte und sah, wie Joshuas Gesicht sich noch mehr verfinsterte.


    Dieter und Hotte klopften an die Türe und öffnete sie zugleich. „Dürfen wir kurz unseren englischen Besuch begrüssen?“ fragte Hotte mit seinem herzlichen Ton und Semir verschränkte die Arme. „Er ist doch keine Zirkusattraktion“, grummelte er und Joshua winkte ab. „It’s okay Semir“, begann er und legte kurz eine Hand auf den Arm des Deutschtürken, „hey Guys!“ Er ging auf Dieter und Hotte zu und stellte sich vor. „Scotland Yard?“ staunte Dieter und Joshua nickte. „Wao, wie in den Edgar Wallace Filmen mit „Blacky“ Fuchsberger!“ Joshua musste lächeln denn die Namen „Wallace“ und „Fuchsberger“ waren ihm bekannt. „So, dann wollen wir euch nicht aufhalten“, Dieter und Hotte schüttelten Joshua die Hand, „see you!“ Mit diesem Satz waren sie verschwunden. „Nice guys!“ Ben zog eine Augenbraue hoch. „Sometimes“, scherzte er und blickte noch einmal auf die Akte. „Sieh mal einer an“, stellte er fest und zog ein Dossier aus der Akte, „Hartmut hat sogar schon mit dem Scotland Yard Kontakt aufgenommen.“ Bei dem Namen seiner Dienststelle wurde Joshua hellhörig und beugte sich über das Dossier. „Die haben uns die ganzen Ermittlungsnotizen geschickt. Your notice Joshua.“ Der Engländer nahm das Dossier an sich und nickte. „Hm…must say thanks to Jasmine McFadden“, murmelte er und spürte die fragenden Blicke von Semir und Ben. „That’s my good soul“, sagte er mit einem Zwinkern und die Beiden verstanden.


    Nur noch eines – dachte er immer wieder doch die Mordlust war stets stärker. Er musste es einfach tun. Er konnte die Deutschen nicht ausstehen. Sie hatten seinen Vater auf dem Gewissen. Sie mussten einfach sterben! So auch dieser Neureichensohn, der diesen Scotland Yard Typ zusammen mit seinem Partner rettete. Einfach furchtbar. Er musste handeln. So drehte er den Schalldämpfer an das Gewehr und blickte durch die Zielvorrichtung. Er war gerade frei. Handeln…handeln! Die Finger krümmten sich um den Abzug. Schiess du Idiot, schrie die innere Stimme, schiess verdammt noch Mal.


    Semir und Joshuas Gesichter wurden bleich, als sie den roten Punkt auf Bens Brust bemerkten. Instinktiv packten Beide ihren Kollegen und zogen ihn runter. Ein leises Zischen war zu vernehmen und das Einschlagen in die Wand. „Holy shit!“ keuchte Joshua und schlich sich zum Fenster. Doch da war niemand. „Was war das?“ Semirs Stimme zitterte. „Keine Ahnung…aber…danke dass ihr mich gerettet habt“, murmelte Ben und stand auf. Dabei sah er Joshua an. „Thanks for save my life.“ Joshua winkte ab. “I need my gun”, murmelte er und sah Ben an, “he wants you Ben.”

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • "Wieso eigentlich immer ich in letzter Zeit?" beschwerte sich Ben und sah das Loch in der Scheibe. "Keine Ahnung. Rückst du allen immer auf die Pelle?" Ben hob auf Semirs Kommentar eine Augenbrauhe und blickte zu Joshua. Dieser puhlte mit einem Taschenmesser die Kugel aus der Wand. "Have you got something to..." Ben verstand und nahm aus seiner Schublade eine Plastiktüte. Mit dem letzten Ruck zog Joshua die Kugel aus der Wand und diese landete wohlbehalten in der Tüte. Semir ging zu Türe und beordnete Hotte zu sich. "Bring das zu Hartmut." Verwundert sah der beleibte Polizist die Kugel an. "Ein Anschlag. Sag ihm, er soll die Kugel so schnell wie möglich untersuchen!" Hotte nickte und verschwand wieder. Ben setzte sich und musste das Geschehene sacken lassen. Ein wahnsinniger Killer hatte es nun auf ihn abgesehen. Welch rosige Aussichten! Er spürte eine Hand auf seiner Schulter und erblickte Joshua. "Hey, Semir and i will protect you. If i have my gun!" Semir ging auf diesen Kommentar hinaus und kam nach einer halben Stunde wieder. Mit einer Dienstwaffe. Er gab sie Joshua und dieser sah ihn verwirrt an. "Sag ihm, dass es zwar nicht seine seie, aber sie wird ihm helfen!" Ben tat wie ihm befohlen und Joshua bedankte sich bei Semir. Dieser übergab ihm bei dieser Gelegenheit auch gleich ein Halfter für die Waffe.



    Daneben! Wie konnte er daneben schiessen! Dieser verfluchte Joshua! Immer brachte dieser Inspector nur Ärger ein. Nicht nur, dass er ihm hinterherschnüffelte nein! Er musste sich auch noch mit diesen verdammten Deutschen verbinden. Wie konnte man dies nur tun? Deutsche sind Abschaum. Deutsche sind Mörder, die auch seinen Vater auf den Gewissen haben. Verfluchter Hitler! Verfluchter zweiter Weltkrieg! Und alle hatten mitgemacht! Auch wenn nun einige Zeit vergangen war, musste er doch ohne Vater aufwachsen! Und seine Mutter, hielt nicht viel von ihm. Mit vier ins Heim gebracht! Was für eine Zukunft!
    Nun konnte er sich rächen. Und er würde sich rächen! Das Volk sollte qualvoll in ihrem eigenen Land verrecken. Und bei diesem Reichen Söhnchen, würde er den Anfang machen! Schliesslich schlug ja der Mordanschlag an Etheridge fehl!




    "Now we've got a problem! He wants Ben. And maybe you Semir!"
    "Kann man wohl sagen", murmelte Ben und schluckte kurz. In ihm kamen die Erinnerungen des Sarges wieder hoch. Und auch da wahr ein kranker Mann im Spiel. Noch einmal wollte er das nicht durchmachen! Schon allein die Angst schnürte ihm die Kehle zu und er zitterte vor Angst. "Ben?" fragte Semir besorgt, kniete sich besorgt vor ihn und nahm seine Hände. Ben schüttelte kurz mit dem Kopf. "Ist es wegen..." Weiter brauchte Semir nicht zu gehen. Ben nickte und zeigte so, dass er nicht weiter drauf eingehen wollte. Joshua sah ihn an. "Ähm...he...buried..." stockte Semir hervor und Joshua verstand sofort. "While he was alive!" ergänzte er und legte eine Hand auf Bens Schulter. "Don't worry...i've said, we will protect you! And that's true. You know that!" Ben nickte leicht und biss sich kurz auf die Unterlippe. Er schämte sich, ein derartiges Zeichen von Schwäche zu zeigen! Besonders vor einem Fremden.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Joshua steckte den Schlüssel in das Schloss seiner Zimmertür. Er und Semir beschlossen, um Ben zu schützen, dass Joshua bei ihm blieb. Jedenfalls über die Nächte. Der Englänger wollte nicht, als er davon erfuhr, dass Semir seine Familie dadurch noch mehr vernachlässigte. Er beschloss, Bens Beschützung in den Abendstunden zu übernehmen. Er winkte die Beiden ins Zimmer. Er ging zu dem einzigen Schrank im Raum und holte eine überdimensionale Sporttasche hervor. "Just a little moment", sagte er und packte einige Kleider hinein. "No problem", erwiderte Ben und sah um sich. Seit dem Schuss hatte er das Gefühl, stets beobachtet zu sein. "Hey, alles wird gut", versuchte Semir ihn aufzuheitern. "Weiss ich doch", erwiderte der Jüngere doch Semir sah die Zweifel in seinen Augen. "Joshua? Are you ready?" Der Engländer zog den Reissverschluss auf Bens Frage hin zu und nickte. "Let's go!"



    Langsam schwang die Türe auf und Joshua betrat den Hausflur. Er staunte nicht schlecht. Ihm schien Bens Appartement zu gefallen. "Fantastic", stiess er erstaunt hervor und konnte seine Blicke kaum beruhigen. "Yeah...must say thanks to my father..." murmelte Ben mit sarkastischem Unterton. Er mochte es nicht. Sein Vater hatte es ihm gekauft. "Damit du wieder auf die richtige Bahn kommst", hatte er ihm damals gesagt. Dieser Mensch wollte wirklich, dass Ben das Leben als Polizist aufgab. Doch das wollte er nicht. Besonders seit er mit Semir zusammenarbeitete, sah er dies alles nicht mehr als Rebellion gegen seinen Herr Gevater an. Nein. Es war zur seiner Passion geworden.
    "Wheres my room?" fragte Joshua und Ben wies ihn zum Gästezimmer. Joshua lächelte. "Looks better than my room in this suspect hotel." Nach diesem Satz warf er die Tasche auf das Bett. "Okay", begann Semir und richtete so die Blicke auf sich, "du wirst niemals alleine gelassen Ben. Auch wenn du das sicher wieder übertrieben findest! Ich möchte es so!" Ben nickte bloss und übersetzte dies Joshua. "Joshua, du übernimmst eben wie abgesprochen den Schutz über die Nacht." Der Engländer salutierte.




    Entkommen! Sie waren ihm entkommen! Wie konnte dies nur geschehen! Sie waren vorbereitet, dass ahnte er nun. Besonders dieser kleine Kommissar. Er war erfahren. Der ruhige Pool zwischen den zwei jungen Heissporen. Er war der Schlüssel, er war der Knackpunk. Semir, Semir Gerkhan, so hiess er. Verheiratet. Eine Tochter. Die Schlüssel! Die einzige Möglichkeit. Wenn er an diesem komischen Typen vorbeikam, so hatte er freie Bahn auf die beiden jungen Polizisten! So war es! Er musste es tun! Bald war es soweit!



    Der Abend dämmerte und Ben machte sich bettfertig. Mit Boxershorts, T-Shirt lief er barfuss durch die Wohnung und sah, wie Joshua gebannt durch die Fenster starrte. Die eine Hand, stets an der Waffe. "You must not do that!" ermahnte Ben den Englänger und sagte ihm so, dass er dies nicht tun musste. "Of course i must!" erwiderte Joshua. Er fühlte sich schuldig. Er und Semir hatten ihm das Leben gerettet und so konnte er es ausgleichen. Danach waren sie quitt. Das war er sich sicher. Ben ging zum Kühlschrank und nahm die Milch heraus. Er genehmigte sich ein Glas und beobachtete Joshua. So angestrengt und übervorsichtig, hatte der Engländer etwas von Semir. Dieser Gedanke brachte ihn zum Lachen. Joshua drehte sich um. "What?" fragte er und Ben winkte ab. "Nothing, absolutely nothing!"

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Semir parkte seinen Wagen in die Garage, schloss diese und ging zur Haustür. "Lassen Sie mich los!" hörte er Andrea schreien und Aida weinte aus voller Kehle. Semir nahm seine Waffe und hielt sie in Anschlag. "Hilfe!" Andreas Stimme überschlug sich und Semir fragte sich, wann er seine Ehefrau zum letzten Mal so Kreischen gehört hatte. "Sie Schwein!" Semir schlug die Türe auf und sah direkt die Szene die sich abspielte. Ein maskierter Mann hielt Andrea fest und wollte sich gerade an Aida vergehen. "Weg von meiner Frau!" mahnte Semir und hielt den Finger schon um den Abzug. Doch bevor er abdrücken konnte drang ein Knall in seine Ohren und er fühlte einen feuerheissen Schmerz im Bauch. Voller Schock liess er die Waffe fallen und sah an die schmerzende Stelle hinunter. Würde er es nicht besser wissen hätte er gedacht, dass ihm jemand Rotwein über das Hemd gegossen hätte. Doch es war kein Rotwein, es war Blut. Es war sein Lebenssaft, der in Mengen aus einer Schusswunde floss. Er fühlte, wie seine Beine nachgaben und er ging zu Boden. "Nein", Andrea schlug gegen den Angreifer, der seine eine Hand an einer abgesägten Schrottflinte hatte. "Sie Schwein! Sie Mörder!" kreischte sie mit Tränen in den Augen und bevor sie sich wieder wehren konnte, hielt er ihr ein genässtes Tuch vor die Nase. Ihre Welt versank in erbarmungsloser Dunkelheit.



    Ben konnte nicht schlafen. Nervös lag er in seinem Bett. Genervt von der Tatsache, stand er auf und begab sich Richtung Küche, wo Joshua sass. "Joshua", begann er und der Engländer sah auf, "can we go to Semir?" Joshua zog irritiert eine Augenbraue hoch was, wegen des dicken Verbandes um seine Stirn, ein wenig lächerlich aussah. "Please", flehte Ben und Joshua zuckte kurz mit den Schultern. "If you want. You're the Boss!" Ben lächelte erleichtert und zog sich schnell an. Zusammen gingen sie zu der Garage, stiegen in Bens Mercedes und fuhren los. Als sie ankamen, hörten sie einen Knall und Andreas wütende, verzweifelte Stimme. "Semir!" Ben rannte los, die Waffe gezückt. Joshua tat es ihm gleich. Sie gingen zur Tür und nickten einander zu. Wie auf Kommando hoben sie Beide das rechte Bein und traten die Türe ein. Doch zuerst konnten sie nichts erblicken. "My god! Semir!" Joshua kniete zu Boden und zog seine Jacke aus. Ben sah seinen Freund. Leichenblass. Das Blut aus der Wunde fliessend. Der Atem ging nur stockweise. "Get the ambulance!" schrie Joshua doch schien er zunächst Ben nicht aus seinem Schock ziehen zu können. "Damn it Ben! He dies! Get the fucking ambulance!" Joshuas harte Wortwahl liess Ben erst wieder aus der Trance holen und er zückte sofort sein Handy.



    Semirs Lider flackerten und er erblickte den Engländer, wie er seine Jacke zeriss und einen Stoffetzen auf seine Wunde drückte. "A-andrea..." stiess er hervor und er fühlte, wie Joshua seinen Oberkörper auf seine Knie bettete. "Hold on Semir", flüsterte Joshua und sah zu Ben hinauf. Dieser beugte sich zu ihnen und sah mit weit aufgerissenen Augen Semir an. "Oh Gott." Joshua ahnte, dass Ben vollkommen unter Schock stand. Das Bild des blutenden Partners. Es musste grauenhaft sein. Als Einzelkämpfer kannte er dieses Gefühl zum Glück nicht. "Go outside Ben", bat er und Ben ging ohne ein Widerwort aus dem Raum. Da ahnte sogar Semir, der der Ohnmacht schon wieder nah war, dass Ben nicht zurzeit der war, der er eigentlich war. "My Wife...he..." Doch weiter kam der Deutschtürke nicht. Seine Augen schlossen sich und der Brustkorb hob sich nicht mehr! "No! Semir!" Joshua legte ihn sofort auf den Boden und bettete seine Hände auf die Brust. Herzmassage, Mund zu Mund Beatmung!




    Mit lautem Geheul näherte sich der Krankenwagen und Ben wies, immer noch total abwesend, die Leute in Semirs Haus. Die Notärzte erblickten Joshua, mit Semirs Blut befleckt, immer noch dabei, sein Leben zu erhalten. "Alles gut, wir sind nun da." Der Engländer brauchte keine Übersetzung. Er wusste, was dies bedeutete. Er löste sich von Semir und sah, wie der eine Sanitäter schon routinemässig die Infusion legte. "Blutdruck sehr tief!"



    Joshua fuhr sich einmal durchs Haar und ging hinaus. Er konnte nichts mehr tun. Seine Arbeit war getan. Er sah, wie Ben auf einem Vorsprung sass. Regungslos. Der Engländer seufzte und ging auf ihn zu. Er legte eine Hand auf die Schulter. "Ben?" fragte er besorgt und der junge Polizist drehte sich zu ihm um. Das Gesicht schneeweiss, der Schock immer noch ins Gesicht geschrieben. "It wasn't your fault", versuchte er ihn aufzuheitern. Er versuchte ihm auch rein zu reden, dass sein Gefühl richtig war. Wären sie nicht losgefahren, hätten sie Semir am Morgen bestimmt tot aufgefunden. "Joshua", begann Ben stockend und der Engländer sah ihn an, "help me. I want this guy! Death or alive!" Joshua nickte. Natürlich würde er ihm helfen.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • So, damit Elvira wegen mir nicht noch einen Herzkaspar kriegt, hier ein neuer Teil ;)





    Ben blickte zu Joshua, der auf der Wartebank lag und eingeschlafen war. Die Operation dauerte nun schon über drei Stunden und der junge Polizist fragte sich allmählich, ob Semir aus dem Raum wieder lebend herauskommen würde. Er hatte die Hände gefaltet und die Ellbogen auf den Knien gebettet. So sass er da. Er hörte, wie Dieter und Hotte, die er selbstverständlich verständigt hatte, mit einander sprachen. Die Sorge und Angst in ihren Stimmen war nicht zu überhören. Doch es waren sie, die Joshua ermutigt hatten, eine Mütze Schlaf zu nehmen, da dieser von den heftigen Rucken der Wiederbelebung, heftige Schmerzen in der Brust verspürte. Seine gebrochenen Rippen machten ihm zu schaffen. Selbst Ben sagte ihm, wenn auch mit zeimlich gedrückter Stimme, dass er sich eine Pause gönnen sollte.




    Ben glaubte, dass der Zeiger der Uhr stehen geblieben war. Er fühlte sich einsam. Nicht alleine gelassen, einfach nur einsam. Der grässliche Gedanke, dass Andrea und Aida in der Hand dieses Mörders waren, führten auch noch dazu, dass die Schuldgefühle immer mehr zunahmen. Doch wer trug wirlich die Schuld? Sie, weil sie Joshua gerettet haben? Oder Joshua selbst? Nein, sie hatten ja die Hilfe angeboten.
    Ben schniefte kurz und spürte, wie eine einzelne Träne aus seinem Auge lief, kurz über die Wange ging und dann auf die eine Hand tropfte. "Ben?" fragte eine bekannte Stimme und er sah hoch. Hotte stand vor ihm und hatte ein Papiertaschentuch in der Hand. "Komm Junge. Kein Grund sich zu schämen", sagte er mit seiner bekannten, beruhigenden Stimme und strich ihm über den Rücken. "Ist immer noch kein Arzt gekommen?" fragte Ben mit zitternder, heiserner und bedrückter Stimme. Hotte schüttelte mit dem Kopf. "Dieter hat Hartmut informiert. Er untersucht Semirs Haus genau. Wie du es angeordnet hast." Der gute Hartmut. In solchen Situationen zeigte der durchgeknallte KTU-Beamte seine wahre Grösse. "Hotte, das dauert einfach zu lange!" stöhnte Ben entnervt und Hotte konnte nur zustimmen.




    Ben erschrack, als sich die Operationstüre öffnete und eine Frau in Semirs Alter hinaustrat. Sie blickte auf die Gruppe. "Gehören sie zu Semir Gerkhan?" Ben nickte und zückte seinen Dienstausweis. "Jäger, Kripo Autobahn. Ich bin sein Partner." Versuchte er möglichst emotionslos zu sagen. "Also Herr Jäger. Herr Gerkhan hatte während der Operation einen weiteren Herzstillstand", sofort verkrampfte sich Bens Magen, "doch ihr Kollege ist ein eiserner Kämpfer. Allerdings besteht immer noch hohe Lebensgefahr. Ein hoher Blutverlust, ausserdem wurden Arterien verletzt. Wir haben ihn auf die Intensiv verlegt." In diesem Moment wachte Joshua auf. Er sah auf die Ärztin. Sie sprach perfekt Englisch und übersetzte ihm alles. Er sah besorgt zu Ben. "Kann ich zu ihm?" fragte Ben zögernd und die Ärztin seufzte. "Meinetwegen", sagte sie und nickte auf die hintere Gruppe, "allerdings kann ich es nur Ihnen gestatten. Ihre Kollegen müssen hier bleiben." Ben sah nach hinten. Natürlich sah er es den Leuten an, dass sie Semir auch gerne gesehen hätten, doch die Vernunft siegte.




    "Geh' nur Ben", begann Dieter, "Genau, wir können noch später zu ihm!" ergänzte Hotte und Joshua nickte bloss. Ben folgte der Ärztin und diese hielt vor dem Zimmer. "Sie müssen die Schutzkleidung anziehen. Ihr Kollege hat ein geschwächtes Immunsystem. Wir wollen kein Risiko eingehen."
    "Natürlich." Ben tat wie ihm befohlen und zog sich die Kleidung an. Schliesslich dann noch die Schutzmaske. Sie nickte und öffnete die Türe. Ben glaubte, dass sein Herz stehen bleiben würde. Semir lag in einem schneeweissen Bett. In seiner Nase eine Atemhilfe und durch eine Infusion wurde ihm Blut zugeführt. Das EKG zeigte seine Herzschläge an. Mit zitternden Beinen ging Ben auf das Bett zu und sah die Elektroden des EKG-Gerätes. Oder zumindest die Kabel davon, die unter dem Krankenhausleibchen verschwanden. "Hey Kumpel", flüsterte Ben und nahm sich einen Stuhl. "Was machst du auch für Sachen?" Er nahm Semirs Hand und drückte fest zu. "Ich werde Andrea und Aida heil zurückbringen. Das schwör ich dir bei Gott!" Er verzog das Gesicht, um aufkommende Tränen zu verdrücken. "Siehst du? Wegen dir Idiot heule ich noch beinahe!" Doch das "beinahe" war gelogen. Die Tränen bahnten sich ihren Weg. Er fühlte sich wie das letzte Weichei. Das allerletzte Weichei.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Andrea erkannte langsam die Umrisse des Raumes. Es schien eine Art Keller zu sein. Sie war immer noch ziemlich verwirrt wegen des Chloroforms, dass dieser schmierige Typ ihr verpasste. Trotzdem spürte sie die Tränen, die ihr übers Gesicht liefen. "Semir..." schluchzte sie leise und hörte dann ein leises Wimmern. "Aida?" Das Wimmern hörte auf und ein amüsiertes Glucksen war nun zu vernehmen. "Ich bin da mein Schatz. Alles nicht so schlimm!" Dann öffnete sich die Türe. Und da bemerkte Andrea erst, dass sie an einen Stuhl gefesselt war. Ein maskierter Mann kam auf sie zu und hielt ihr die Waffe an die Schläfe. Dann zeigte er ein Handyfoto von Ben. Sie schüttelte mit dem Kopf. "Niemals", erwiderte sie mit Angst in der Stimme. Auch wenn es um ihr Leben ging. Sie wusste, dass Semir es ihr nie verziehen hätte, wenn sie Ben verraten würde. Der Mann holte aus und traf sie mit der Waffe an den Kopf. Sofort bildete sich eine Prellung an der Stirn.


    Hartmut rannte den langen Gang entlang und erblickte Joshua. Er hatte von Hotte und Dieter gehört, dass Semir und Ben mit einem Engländer zusammenarbeiten würde. "Excuse me", begann er und Joshua drehte sich um, "are you Joshua Etheridge?" Er nickte. Hartmut öffnete eine Akte und erklärte Joshua, dass die Kugel aus einer Merkel Doppelflinte war. Eine Jägerwaffe. Ausserdem wurde auf dem Boden Reste eine Pflanze gefunden, die allerdings zu gängig in Köln war. Joshua bedankte sich und Hartmut gab die Informationen an die beiden uniformierten Polizisten weiter.
    Joshua ging zur Intensiv und wartete davor. Eine Schwester kam auf ihn zu und er fragte nach Ben. Sie nickte und ging zum Zimmer.


    "Herr Jäger?" Ben sah auf und erblickte eine Krankenschwester in seinem Alter. "Sie werden verlangt. Ausserdem wollte ich Sie sowieso gerade holen." Ben nickte dankend und drückte noch einmal Semirs Hand. "Halt durch Kumpel." Er ging hinaus und sah Joshua, vor der Station stehen. Dieser erblickte seine geröteten Augen und sah ihn mitleidend an. "Okay?" fragte er knapp und Ben nickte. Joshua gab genau die Informationen wieder, die Hartmut ihm gab. "You've said, this serial killer comes from england right?" Joshua nickte. Das konnte nur eins bedeuten. Eine Merkel war eine deutsche Waffe. Er musste sie also hier gekauft haben. Hier in Köln. Er ging zum Raum, wo Hartmun, Dieter und Hotte standen. "Hartmut, kannst du alle Waffenläden hier in Köln nach einem Engländer befragen, der eine Merkel kaufte?" Hartmut salutierte und ging schon davon.



    "And you come with me!" Auf Bens harschen Ton gab Joshua keine Widerworte. Sondern folgte ihm einfach. Sie stiegen in Bens Mercedes und fuhren zu Semirs Haus. Ben wollte nochmal nachsehen, er hob die Absperrung und Joshua ging danken, unten drunter. Sie betraten das Haus. Die Blutlache, die Semir hinterliess, war noch deutlich sichtbar. "Let's have a look!" befahl Ben und die Beiden begannen, noch einmal gründlich das Haus zu durchsuchen.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Joshua lief die Treppe hinauf und sah sich alles genau an. Spuren, Indizien, nichts durfte übersehen werden. Schliesslich standen zwei Menschenleben auf dem Spiel. Jeder seiner Schritte war bedacht. Dass hier bereits die Männer der KTU, für ihn eher CSI, gewütet hatten, war sofort erkennbar. Er ging auf eines der Zimmer zu und öffnete die Türe. Sofort drang ihm das leiche Klingeln einer Spieluhr ins Ohr. Es musste das Zimmer der Tochter sein. Er ging hinein und sah das umgefallene Bett. Er muss das arme Kind mit Gewalt rausgeholt haben. Auf dem Boden lag ein Teddy, dessen Arm herausgerissen wurde. Als Joshua ihn berührte, stellte er sich vor, wie das Mädchen schrie, als dieser Wahnsinniger ihr den Teddy entreissen wollte. Wie sie weinte und mit aller Kraft versuchte ihr Spielzeug zu retten. "Poor thing", murmelte er und stand auf. Den Teddy immer noch in seiner Hand. Das Fenster stand offen und klirrende Kälte erfüllte den Raum.



    Ben suchte derweil im Wohnzimmer, wo zerbrochene Vasen am Boden lagen und diverse Decken heruntergerissen wurden. Andrea musste sich ziemlich gewehrt haben. Er ging in die Knie um sich die Vasen genauer anzusehen. Vielleicht hatten Hartmuts Leute was übersehen. Nicht dass er Hartmut als Laie bezeichnen würde aber, man konnte nie wissen.
    Er erschrack, als etwas eiskaltes, seinen Hals berührte. Erst recht bekam er es mit der Angst zu tun, als er den Klang hörte, den er zu gut kannte. Das Entsichern einer Waffe! "Don't move!" hauchte ihm eine dunkle Stimme ins Ohr. Sie klang wie viele Stimmen in den Horrorfilmen, bei denen man am liebsten wegerannt hätte. "Ben, i found..." Joshuas Augen weiteten sich und er hechtete zur Seite, als der Unbekannte seine Waffe auf ihn richtete. Sofort schlug eine Kugel in die Wand ein. Ben setzte zu einem Tritt an und traff seinen Angreifer am Schienbein. Dieser knickte ein und gab einen schmerzlichen Schrei von sich. "Das war für meinen Freund!" schrie Ben doch in diesem Moment hatte er eine Faust im Gesicht. Er spürte seine Lippen aufplatzen und das Blut aus der Nase laufen. Vor seinen Augen explodierten hunderte von Sternen.



    Unter Schmerzen, die Rippen machten ihm wieder zu schaffen, richtete Joshua sich auf und rannte auf den Typ zu. Dieser wollte die Gunst von Bens Verwirrung ausnutzen und aus dem Fenster springen. Doch Joshua schaffte es, seine Jacke zu packen. Aber diese riss und der Mann verschwand. "Damn it!" fluchte der Engländer und blickte zu Ben. Dieser spuckte Blut und Speichel und hustete mehrfach. "Scheisse", verfluchte er sich selbst und hielt sich die Hand vor die Nase. Joshua kramte in seiner Tasche und reichte ihm ein Taschentuch. Ben nickte dankend. Joshua sah auf den Boden und erblickte die zerissene Tasche. Aus dessen glitzerte etwas silbernes. "Ben!" Der Deutsche blickte zu dem Engländer und dieser zog, mit einem Taschentuch versteht sich, ein kleines Armbändchen hervor. Auf der silbernen Plackette war ganz klar der Name "Aida" zu lesen. "Semirs Daughter?" Ben nickte. "We must take this to Hartmut!" Joshua nickte.




    Der rothaarige KTU-Beamte sass vor seinem Laptop und sah auf, als er ein Auto hören konnte. Er blickte aus dem Fenster. Ben und Joshua. Sehr gut! Zum rechten Zeitpunkt. Er fuhr die Maus auf das Druckersymbol. Das Gerät spuckte ein beschriebenes Blatt Papier hervor.
    "Hartmut!" Der Angesprochene sah auf. "Pünktlich auf die Minute!" Ben zog eine Augenbraue hoch. Das Taschentuch immer noch auf die blutenden Stellen. Joshua war gefahren, zwar mit Anfangsschwierigkeiten aufgrund des verkehrten Verkehrsverhältnisses, doch war er ein sicherer Fahrer. "Ich habe einen Waffenladen gefunden. Der Besitzer war sehr kooperativ. Ein Käufer einer Merkel war Engländer und besass einen Waffenschein. Er hatte eine Kopie des Scheines und sie mir zugesendet." Joshua nahm das Blatt und sah sich das Foto an. Ben fragte ob er es wäre. "Yes", antwortete Joshua knapp. "Okay", Ben nahm sein Handy hervor und wählte Susannes Nummer. "Susanne? Hier ist Ben! Nein ich weiss nichts neues über Semirs Zustand! Und nein ich bin nicht erkältet! Hör zu, du musst mir eine Fahndung rausgeben! Hartmut wird dir das Foto schicken! Der Mann heisst. Gregor O' Malley. Englischer Staatsbüger. Und sag dem Scotland Yard Bescheid." Susanne notierte sich alles und legte dann auf.



    Andrea hörte, wie sich die Türe öffnete und begann schon, vor Angst zu zittern. "You're husband is alive!" grummelte eine Stimme und diese war wuterfüllt. Andreas Englisch reichte, um dies zu verstehen. Sie atmete erleichtert aus und vergoss ein paar Freudetränen. "You're friends are searching you! And me!" Er richtete die Waffe auf Aida. Andrea schrie auf. "No! Not my child!" flehte sie und die Tränen vermehrten sich. "Where can i find Ben Jäger! Where is his appartement?" Andrea hatte Angst. Und diese siegte über die Vernunft. Ihre Tochter war, neben ihrem Mann, ihr ein und alles. Sie nannte die Adresse. "Thank you..." Der Mann verliess den Raum und die Polizistenfrau begann bitterlich zu weinen, während Aida sich aufrichtete und aus der Schachtel hinauslugte. "Mama?" fragte sie mit zitternder Stimme.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Ben wollte gerade sein Handy zurückstecken als es klingelte. Er sah auf das Display. Das Krankenhaus! Er atmete tief durch und nahm ab. "Kommissar Ben Jäger", begrüsste er den Anrufer. Es war die Ärztin, die Semir operiert hatte. Joshua sah Ben mit ängstlicher Miene an. Natürlich ahnte er woher der Anruf kam und natürlich hatte auch er Angst um Semir. Er hatte sie ja, genau gesehen, in den Schlamassel gebracht. Ben nickte immer wieder. Schliesslich verabschiedete er sich und hängte auf. Synchron fragten Hartmut und Joshua, nach dem Ergebnis. "Er ist ausser Lebensgefahr", stiess Ben erleichtert hervor und ein Lächeln entfuhr ihm. "Ist er aufgewacht?" fragte Hartmut und übersetzte Joshua zugleich die Frage. Ben schüttelte mit dem Kopf. "Die Ärztin meinte aber, es sei nur eine Frage der Zeit." Das Gleiche sagte er dann auf Englisch. Joshua lächelte zufrieden. "You want visite him?" fragte er und Ben nickte. "Also Hartmut", Ben nahm das, im Taschentuch gewickelte, Bädchen hervor, "untersuch das Bitte! Auf alles! Vielleicht gibt es uns einen Hinweis!" Danach gingen er und Joshua aus dem Raum. "Aye, aye Sir", murmelte Hartmut und machte sich sofort an die Arbeit.



    Ben parkte das Auto und stieg synchron mit Joshua aus. Sie gingen zur Intensivstation, wo die Ärztin stand und mit einer Schwester über eine Akte sprach. Sie lächelte als sie Ben und Joshua auf sie zukommen sah. "Sie wollen anscheinend zu Herrn Gerkhan", bemerkte sie überflüssigerweise. Ben nickte und sah zu Joshua. "I can wait", sagte er mit einem Lächeln im Gesicht. Ben folgte der Ärztin. "Seine Aktivitäten sind zufriedenstellend. Er ist wahrhaftig eine Kämpfernatur Herr Jäger. Ich hatte noch nie einen Patienten so um sein Leben kämpfen sehen." Sie bat Ben wieder, die Schutzkleidung anzuziehen. Ben ging in den Raum, wieder zum Bett. "Semir?" flüsterte er sanft und die Erleichterung erschlug ihn fast. "Ich bin's Ben..." Wieder nahm er die Hand. Und dieses Mal, erwiderte sich der Druck. "Ben?" Semirs Lider flatterten und die Augen öffneten sich langsam. Semir wirkte verwirrt und ängstlich. "Was ist passiert?" stockte er hervor und hatte noch sichtlich Mühe mit dem Atmen, da er für den Satz längere Zeit brauchte. "Joshua und ich haben dich gefunden....gott ich habe gedacht du wärst tot..." Semir versuchte zu lächeln. "Ich...ich sterbe nicht so leicht..." scherzte er und Ben grinste leicht.




    "Was ist mit Andrea und meiner kleinen Aida?" fragte Semir und sein Gesicht wurde wieder ängstlich. Ben stockte. Doch er war ihm die Wahrheit schuldig. "Wir werden sie finden Semir! Lebendig und genau so frisch wie immer! Das schwöre ich!" In Semirs Augen sammelten sich Tränen. "Du musst mir nichts schwören...bring sie einfach wieder ...und Ben?" Ben lauschte aufmerksam. "Pass bitte auf dich auf!" Ben nickte. "Natürlich!" erwiderte er und wusch Semir eine herablaufende Träne aus dem Gesicht.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Zerstören! Einfach nur zerstören! Das musste er tun. Der Fuss der Waffe schlug in die Spiegel hinein, schmiss zerbrechliche Gegenstände um und zerstörte die Scheiben von Fotorahmen. Weg. Einfach alles musste weg! Wände wurden verschmiert und stets wurde das Nazikreuz gezeichnet und mit rot durchstrichen. Nieder mit den Deutschen! Nieder mit den Mördern seines Vaters. Er hatte doch ausser ihm niemanden mehr! Seine Mutter hasste ihn. Er war doch nur eine Last für sie. Und das machte sie ihm durch Schläge immer wieder klar. Dank ihr hatte er diese fürchterlichen Narben im Gesicht, durch die er sich nie mehr im Spiegel ansehen konnte.
    Weg, töte sie einfach alle! Die innere Stimme war unbarmherzig und mörderisch. Sie machte sich zum ersten Mal bemerkbar. Sie befahl ihm, einen deutschen Einwanderer zu ermorden. Töten, einfach nur töten! Er musste es einfach tun. Für seinen Vater, für die gefallenen Engländer.
    Mit Freuden bestaunte er sein Werk und ging aus der Wohnung. Einbruchspuren? Wieso? Er war Perfektionist. Niemand würde es merken. Er schlich sich aus dem Wohnungshaus und verschwand.




    Ben kam aus der Intensivstation und erblickte Joshua, der geduldig im Wartesaal auf der Wartebank sass und sich die "Bunte" einführte. Auch wenn er kein Wort davon verstand. Anscheinend reichtem ihm die Bilder. Er sah auf als er Ben erblickte. "Hey", begrüsste er ihn und ging auf ihn zu. "And?" Ben erzählte, wie's Semir ging. Joshua nickte und hörte sich die Erzählung ohne Widerworte und Einwende an. "Okay, i hope, Hartmut has something for us! We must find Semir's Wife and his daughter!" Ben nickte nur zustimmend und erschrack, als sein Handy vibrierte. Er hatte vergessen, es auszuschalten! Eilig gingen sie aus dem Gebäude und Ben nahm ab. Es war die Hausmeisterin des Wohnhauses, in dem er lebte. Sie war aufgeregt und erzählte was von einem Einbruch in seiner Wohnung. Sie wollte, wie besprochen, sauber machen gehen als sie das Chaos ansah. "Rühren Sie nichts an Frau Steinbruck! Danke dass sie mich angerufen haben!" Ben gab Joshua die Informationen weiter und sie riefen Hartmut an. Ben, der sich inzwischen von dem heftigen Schlag wieder erholt hatte, stieg in den Mercedes ein und fuhr los, als auch Joshua sich in dem Wagen befand.


    Als sie ankamen, rannten sie zu der Wohnung und erblickten das Chaos. "He was here", murmelte Joshua und erkannte das Muster genau. So war er eigentlich immer in die Wohnungen eingedrungen und hatte die Deutschen umgebracht, hier allerdings, musste es eine Warnung sein. Ben ging durch die Wohnung. Er sah auf den Boden. Lauter zerstörter Bilderrahmen. Bilder von ihm mit seiner Band, mit seiner Schwester, Semir, Andrea, Aida und Saskia. Er ah sich die zerstörten Wekre an. Lauter zerissene Erinnerungen. Er seufzte schwer und blickte die Zeichen. Joshua erklärte ihm, dass dies sein Markenzeichen seie.
    "He's serious. He will kill Andrea and the poor Aida..." Ben schoss auf und schrie, dass man dies verhindern sollte. In diesem Moment kam Hartmut an und keuchte. "Gut dass ich euch endlich gefunden habe!" stiess er erleichtert hervor und lächelte. "Was hast du für mich?" fragte Ben und ignorierte Hartmuts entsetzten Blick, als er die Wohnung sah. "An Aidas Kettchen habe ich Pollen einer Pflanze gefunden, die nur hier wachsen!" Er nahm eine Karte hervor und zeigte auf ein Industriegebiet. "Die Firma wurde doch vor einem halben Jahr geschlossen!" Hartmut nickte auf Bens Vermutung. "In diesem Gebiet müssen sie sein!"

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Joshua legte sich die Schussweste an und blickte über die ganzen SEK-Beamte. Er seufzte. Die ganze Fahrt über dachte er, wie er der Frau und deren Tochter erklären solle, dass dies eigentlich seine Schuld war. Er selbst hatte eine kleine Schwester, die für ihn das grösste war. Er wollte sich gar nicht vorstellen, so jemand wichtiges zu verlieren. Und nun hatte er dafür gesorgt, dass beinahe eine Familie auseinandergerissen wurde. Er atmete tief durch und riss sich den Verband vom Kopf. Ben sah ihn verwundert an. Er sagte ihm, er könne so besser sehen. Ben erblickte die lange Narbe, am Haaransatz. "We will make it", versuchte er den jungen Engländer aufzumuntern. Er hatte es vollkommen vergessen. Auch wenn er sich die Schuld an Semirs Lage gab, Joshua gab sich bestimmt die Schuld an allem. Joshua antwortete nicht. Er entsicherte seine Waffe. Das lange Pflaster an seinem Handgelenk war schon dreckig. "Let's go!" sagte er bestimmt und Ben nickte. Sie teilten sich auf. Ansonsten war das Gebiet zu übersichtlich.


    Andrea schluchzte. Vielleicht war Ben nun schon tot. Ihretwegen. Die Tränen flossen ihr über die Wangen. Aida krabelte aus der Kiste und ging zu ihrer Mutter. "Mama?" fragte sie immer wieder und strich ihr über die Wange. Sie, hatte der Entführer anscheinend nicht gefesselt. Sie kletterte auf den Schoss ihrer Mama und schmiegte den Kopf an ihre Brust. Andrea legte ihren Kopf auf der ihrer Tochter. "Ach meine Kleine..." flüsterte sie und schreckte auf, als sie Stimmen hörte. Konnte das wirklich sein? "Ich bin hier!" schrie sie verzweifelt und sofort schlug die Türe auf. Ein junger Mann kam hinein, die Waffe im Anschlag. "Misses Gerkhan?" fragte er und Andrea nickte heftig. Der Mann steckte die Waffe ein und zog ein Taschenmesser hervor. "I'm Joshua Etheridge. Scotland Yard. I'm here to safe you." Er schnitt die Fesseln auf und Aida ging von ihrer Mutter hinunter. "Okay", begann er und sah, wie die Arme Frau kaum stehen konnte. Sie war erschöpft. Ohne Wasser und ohne Nahrung, musste sie hier verharren. Die Tochter jedoch, sah gesund aus. Hatte der Typ sich etwa um dieses zarte Wesen gesorgt? Er nahm die Frau auf den Arm und das Kind hielt sich instinktiv, an seiner Hose fest.


    "Seht doch!" rief ein SEK-Beamter und Ben sah, wie Joshua mit Andrea auf dem Arm hinauskam. Zu seiner rechten tappste Aida, die freudig aufgluckste, als sie Ben sah. "Benbenben!" sang sie vergnügt und der Angesprochene ging auf sie zu. "Oh Schätzchen!" stiess Ben erleichtert aus und nahm sie in den Arm. Joshua legte Andrea sanft auf den Boden. "She needs a doctor", murmelte er besorgt und strich Andrea eine dreckige Haarsträhne aus dem Gesicht. "Ich bleibe bei Ihnen", murmelte eine tiefe Stimme und ein kräftiger SEK-Beamte kam auf sie zu. "Danke", bedankte sich Ben und der Mann ruf sofort mit seinem Handy einen Krankenwagen. "Suchen wir das Schwein!" Ben und Joshua liefen los.



    Jedes Gebäude durchsuchten sie. Doch es war einfach zuviel. Also teilten sie sich wieder auf. Ben ging in eine kleine Halle, ganz aussen am Gelände. "Joshua?" fragte er durch den Funk und der junge Mann meldete sich. "Nothing", antwortete er betrübt und Ben hielt die Waffe wieder auf Anschlag. Dann, hinter ihm! Ein Geräusch, er drehte sich um und hatte sofort einen Kinnhaken im Gesicht. Er fiel zu Boden und musste sich zunächst sammeln. Doch zu spät. Die eisige Kälte der Waffe, war schon bereits in seinem Nacken. "Say Goodbye to the world, Ben Jäger", murmelte eine Stimme und ein Schuss erklang.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • So, da ich sonst Angst habe das Elina nicht schlafen kann, hier noch ein Teil. Es neigt sich dem Ende zu. Aber ein paar Teile werden noch folgen. ;)




    Doch statt eines heftigen Schmerzes oder einer erlösenden Schwärze, spüre Ben wie etwas feuchtes seinen Körper benetzte. Dieses feuchte war feuerheiss. Als er sich getraute, nachzusehen sah er, wie seine Schultergegend mit Blutspritzern befleckt war. Hinter ihm fiel etwas zu Boden. Als er sich umdrehte, sah er Joshua mit der Waffe in der Hand. Aus der Mündung der Pistole, rauchte es noch ein wenig und der Engländer atmete tief ein und aus. Hinter Ben, lag ein Mann anfangs sechzig. Sehr guter Zustand des Körpers für dieses Alter. In seiner Stirn, klaffte ein Loch aus dem Blut floss. Joshua hatte ihn erschossen. Der junge Mann zitterte sichtlich und ging in die Knie. "Shit", flüsterte er immer wieder und auch noch so manch andere Fluchwörter. "Shit, holy shit..." Ben versuchte sich zu beruhigen und stand auf. Er ging auf ihn zu und sah genau, was Joshua fehlte. Er hatte noch nie einen Menschen getötet, um einen Anderen zu retten. "Josh..." Er hielt die Hand hin. "Give me the weapon!" Wie in Trance nickte Joshua und gab Ben die Pistole. Seine Hände bebten und als er die Waffe losliess, atmete er erleichtert auf. So, als wäre ihm eine schwere Last von den Schultern gefallen. "It's okay", sagte Ben und legte die Waffe auf den Boden. "You have saved my life." Er hielt ihm die Hand hin und zog ihn hoch. "Thank you very much!"



    Die SEK-Beamten stürmten die Halle und alle blieben stehen, als sie die Leiche am Boden erblickten. "Alles okay", beruhigte Ben die Massen und winkte ab. "Er ist erledigt!" Er legte eine Hand auf Joshuas Schultern und ging mit ihm hinaus. Es begann eine leichte Bise zu wehen. "Hey", sagte Ben und klopfte auf seine Schultern. "That was fantastic."
    "I've never killed a person before", begann Joshua und schluckte schwer, "my first time..." murmelte er und Ben drückte ihn, aus Zeichen der Dankbarkeit, kurz an sich. "Here your first words in german! Attention!" Joshua zog eine Augenbraue hoch. "Danke für alles!" Der Englände rlegte den Kopf schief. "Thank you for all!" Joshua winkte ab. Er begann wieder damit, dass dies alles nicht geschehen wäre, wenn er nicht angefahren worden wäre. Ben kam mit dem alten Spruch: "Wenn, wenn, wenn! Wenn meine Oma hätte wäre sie ein Bus!" Für Joshua auf Englisch versteht sich. Der Engländer lachte und nickte. "Thank you Ben. Danke für alles!"



    Hotte und Dieter gingen den langen Gang zur Intensiv entlang. Beide hielten je ein Händchen Aidas. "Was wird sich dein Papa freuen!" sagte Hotte mit grossem Lächeln im Gesicht und meldete Aida bei der Ärztin an. Sie erzählten ihr auch, dass es Andrea gut ginge und sie nur ein Bett zum Schlafen brauche. "Ich danke Ihnen", sagte sie und nahm das Mädchen bei der Hand. "Lass uns nach Andrea sehen." Hotte nickte auf Dieters Vorschlag hin und sie verschwanden.
    Semir richtete seinen Blick auf die Türe, wo seine Ärztin hereinkam und mit Aida auf dem Arm reinkam. "Herr Gerkhan, Besuch für sie." Semir stiegen die Tränen in die Augen. "Papa!" jauchzte Aida vergnügt und sprang aufs Bett. Jedoch schien sie zu spüren, dass es Semir nicht gut ging. Behutsam entging sie der Wunde und legte ihren Kopf auf die Brust. "Mein kleiner Sonnenschein!" schluchzte Semir und küsste seiner Tochter aufs Haar.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Zwei Wochen später


    "What?" fragte Ben verwundert und ging aus dem Hotelzimmer, in dem er und Joshua übernachteten, seit seine Wohnung verwüstet wurde. "You go to Semir. I have important things to do!" erwiderte Joshua und stiess Ben die Treppe hinunter. "Go, go!" drängte er und Ben drehte sich um. Er sah, wie Joshua zur Tür zeigte und hob die Hände. "Schon gut", sagte er und ging hinaus. "Perfect", murmelte Joshua und nahm sein Handy hervor. Dann tippte er eine Nummer. "Susanne?" fragte er und die Angerufene antwortete. "It works? Perfect!" Er hängte auf und ging in sein Zimmer zurück. Dort spielte er mit einem Wohnungsschlüssel. Bens Wohnungsschlüssel. Er packte seine Geldbörse und ging auch aus dem Haus.


    Vor Bens Wohnung standen Dieter und Hotte, im Overall und Farbtöpfen in den Händen. Susanne hatte ein ganzes Packet Bilderrahmen bei sich. Hartmut stand mit Glasern da und salutierte Joshua. "Everybody's here!" verkündete er und Joshua hielt den Daumen hoch. Er befahl einige Sachen und schon öffnete die Wohnungstür. Er wollte Ben einen Gefallen tun. Denn in den letzten zwei Wochen hatte der Deutsche immer ein offenes Ohr für ihn, da er mit der Tatsache immer noch nicht so recht klar kam, jemanden erschossen zu haben. Ausserdem hatte Joshua nach der Aktion noch einige Schmerzen und Schwindelanfälle. Ben kümmerte sich liebevoll um ihn und nun, wollte er etwas zurückgeben.
    Dieter und Hotte begannen, neue Tapeten anzulegen und die Zimmer neu zu streichen. Und Joshua, malerisch sehr begabt, hatte noch etwas besonders vor. Er erfuhr nämlich, dass Ben ziemlich talentiert in der Musik war und das wollte er ausnutzen.


    Semir strich sich sein Brötchen und sah auf, als es klopfte. "Herein!" bat er mit klarer Stimme und sah, wie Ben hereinkam. "Sieh mal an." Semir sah hinter Ben. "Hast du nicht jemanden vergessen?" Ben zog eine Augenbraue hoch. "Fallst du Joshua meinst, der hat mich brutal aus dem Hotel gestossen!" Ben setzte sich und sah sich Semir an. Sein Partner hatte sich in den zwei Wochen wirklich gut geschlagen. Die Farbe war wieder ihm Gesicht, die Geräte konnten entfernt werden und die Genesung schritt gut voran.
    "Wann kannst du wieder gehen?" frage Ben und Semir grinste. "Wenn es gut kommt, heute Nachmittag. Die Ärzte müssen nur nochmal checken ob hier", er zeigte auf seinen Bauch, "alles wieder funktioniert." Ben strahlte. "Was bin ich froh!"
    Das Gespräch wurde unterbrochen, als das Telefon klingelte. Semir nahm ab. Es war Andrea. Auch sie war in Joshuas Plan eingeweiht. Sie, durfte das Krankenhaus bereits zwei Tage nach der Entführung wieder verlassen. "Du musst Ben hinhalten Semir! Irgendwie!" befahl sie und weihte auch ihren Mann in den Plan ein. Semir nickte immer wieder und verabschiedete sich. "Andrea?" Semir nickte. "Was wollte sie?" "Nur fragen wie's mir geht!" Ben zog eine Augenbraue hoch. Was sollte diese Geheimnistuerei?

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Nachdem die Tapete und die Farbe getrocknet war, nahm Joshua seinen Entwurf hervor und holte die Utensilien, die er für seine Überraschung brauchte. "Let's go!" murmelte er und begann mit seinem Werk.
    In diesem Moment kam Andrea hinein. Sie hatte eine grosse Tasche Lebensmittel bei sich und etliche Tüten Chips. "Verpflegung!" jauchzte Hotte und ging auf sie zu. "Das habe ich geahnt", kicherte sie und gab Hotte direkt eine Packung der Knusperspezialitäten. "Schöpft Ben Verdacht?" fragte Susanne und Andrea zuckte mit den Achseln. "Semir versucht ihn hinzuhalten. Hoffentlich schafft er das. Ausserdem "soll" Semir ja heute entlassen werden." Hartmut grinste frech. Die Wahrheit war nämlich, dass Semir schon gestern hätte gehen dürfen. Aber, um Ben hinzuhalten, konnte er den Arzt zu diesem "Untersuchungsspiel" überreden und ihn hinhalten. Sie ging zu Joshua und erblickte seinen Entwurf. "Hey, that's beautiful!" lobte sie und der Engländer drehte sich um. "Thanks", er zog eine verwunderte Miene, "where's Aida?" Andrea erzählte, dass sie die Kleine, bis zur grossen Überraschung, bei ihren Grosseltern liesse.


    Ben und Semir sahen sich die Aufzeichnung eines Fussballspieles an und unterhielten sich über die letzten Ereignisse. Semir versuchte, so gut wie möglich naturell zu wirken aber er hatte es ja schon geschafft, Jan und seine Anderen Partner reinzulegen - wieso sollte es dann auch nicht bei Ben klappen? "Sag mal", begann er und Ben sah ihn an, "wollen wir was in der Cafeteria zum Mittag essen? Ich lade dich auch ein." Ben lächelte. "Da kann ich ja schlecht nein sagen", erwiderte er und Semir warf sich die Decke vom Leib.


    Andrea begab sich in die Küche Bens. Eine der wenigen Räume, die ungeschadet zurückgelassen wurden. Sie sorgte für den krönenden Abschluss, dieses Abends. Gemäss Joshuas Planung, sollte man Ben zuerst überraschen, dann mit ihm essen und dann würde der Engländer noch für die Abendunterhaltung sorgen. Denn gleichzeitig war dies auch die Abschiedsparty von Joshua. Er musste wieder nach England. Komme was wolle.
    Andrea hatte sich besondere Spezialitäten ausgedacht. Aber auch solches, dass Semir mit seiner Verletzung vertrug. Als routinierte Köchin hatte sie damit keine Probleme.
    Hartmut sah sich Joshuas Werk an, dass inzwischen Formen an der Wohnzimmerwand annahm. "Geil", kommentierte er nur und konnte nur den Daumen hochalten, als Joshua ihn ansah. "You doing the wrong Job!" Joshua musste grinsen. "I don't think so", antwortete er mit Leichtigkeit in der Stimme und fuhr sein Werk fort.


    "Also kannst du heute nachmittag raus?" fragte Ben und Semir nickte. Sie gönnten sich was leichtes. Semir einen Salat und Ben ein Schnitzelbrot. "Dann fahr ich dich, wenn ich sowieso schon da bin!" Semir nickte begeistert. Alles lief nach Plan!

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • Der Nachmittag brach an und Ben half Semir, die letzten Sachen zusammenzupacken. Der Arzt schüttelte Semir die Hand und verabschiedete sich von ihm. Ben trug Semirs Tasche da dieser noch keinen grossen Balast tragen durfte. Sie begaben sich zu Bens Privatauto. Dem alten, weissen, restaurierten Porsche. Ben öffnete den Kofferraum und schmiss die Sporttasche hinein. Als er vorne einstieg, war Semir schon auf dem Beifahrersitz und angeschnallt. "Wo solls hingehen?" fragte Ben und Semir grinste. "Was hälst du, wenn wir ein bisschen in deiner Bude aufräumen und dann ein Bierchen nehmen." Ben zog eine Augenbraue hoch. "Du sollst dich doch schonen!" mahnte er und Semir grinste. "Nur ein bisschen. Komm schon! Irgendwann musst du es ja machen." Ben stutzte. Jedoch widersprach er nicht. Er startete den Motor und fuhr los. Semir bastelte sich aus seinem Schal eine Augenbinde. Sein Handy vibrierte und er nahm es hervor. "Sms?" Semir nickte und öffnete sie.



    Sind fertig!
    Werden uns verstecken.
    Den Duft des Essens konnten wir auch einigermassen wegblasen. ;)
    Bis Später mein Schatz
    Andrea



    "Was wichtiges?" fragte Ben und Semir schüttelte mit dem Kopf. "Nur das mein Guthaben bald aufgebracht ist", log Semir und steckte das Mobilgerät wieder ein. Ben blickte auf Semirs Faltobjekt. "Sag mal, hast du im Krankenhaus einen Origamikurs besucht oder was wird das?" Semir grinste. "Das wirst du noch sehen Ben! Das wirst du noch sehen!" Ben bog in das Parkhaus seines Wohnhauses ein und ging mit Semir hinauf. Er entschied sich, die Augenbinde auszulassen und die Tatsache, dass sich die Anderen versteckt hatten, auszunutzen. "So, da..." Ben suchte in seinen Jackentaschen und sah Semir mit grossen Augen an. "Stimmt etwas nicht?" "Mein Schlüssel!" stiess Ben hervor und suchte auch noch in seinen Hosentaschen. "Herrgott mein Schlüssel ist geklaut worden!" Semir drückte die Türklinke hinunter. "Schon wieder ein Einbruch?" fragte er und machte die Türe auf. "Langsam geht das an die Nieren", seufzte Ben und sah sich in seiner Wohnung um. "Was zum Teufel?" Alles war wieder renoviert. Die Fenster, die Wände. Die Fotos waren wieder aufgestellt und sorgsam in Rahmen gelegt worden.




    Ben rieb sich die Augen und sah sich nochmals um. "Ich glaub ich träume!" Semir zwickte ihn in den Oberschenkel und Ben quiekte kurz auf. "Hey!" beschwerte er sich und Semir zuckte mit den Achseln. "Sieht nicht so aus als ob du träumst!" scherzte er und Ben sah sich um. "Das ist ja unglaublich!" Bens Mund formte sich zu einem Lächeln. "Das ist absoluter Wahnsinn!" Joshua schlich sich von hinten an und hielt Ben die Augen zu. "Guess who i am!" Ben löste die Hände, drehte sich um und sah Joshua direkt ins Gesicht. "Suprise!" sagte der Engländer und alle kamen aus ihren Verstecken. "Ihr seid ja verrückt!" sagte Ben gerührt und Joshua schubste ihn in Richtung Wohnzimmer. Dort sah Ben Joshuas Werk. Es war ein Bild das die Musik beschrieb. Musiknoten, Gitarren, Klaviertasten. "You've done this?" Joshua nickte und Ben umarmte ihn. "Thank you very much!" Joshua winkte ab und sagte, dass dies nicht nur sein Verdienst sei. Alle hätten mitgeholfen.




    Der Abend verlief dann festlich. Alle assen von Andreas Köstlichkeiten und tauschten die verschiedensten Sachen aus. Joshua hatte auch noch Aida abgeholt und konnte ihr Armband zurückgeben. Er hatte die Ehre, das Mädchen den ganzen Abend auf dem Schoss zu halten. Ben hielt eine kurze Dankesrede und erfuhr, dass Joshua auch kein schlechter Sänger war. Hartmut und Dieter hatten ihn beim Zeichnen beobachtet und dann seine Gesangskünste zum besten bekommen. Also nahm Ben seine Gitarre und sang mit dem Engländer, zum krönenden Abschluss, ein Duett, welches mit donnerndem Applaus geehrt wurde.




    Am nächsten Nachmittag war die Zeit des Abschieds gekommen. Ben, Semir, Andrea und Aida, hatten Joshua zum Flughafen gebracht. "It's time to say goodbye!" sagte der junge Mann wehmütig und Andrea umarmte ihn zärtlich. "Danke für alles!" schniefte sie und hob Aida zu ihm hoch. "Goodbye my little sweetheart", murmelte Joshua und nickte zu Semir, "and take care to your father!" Aida gluckste und küsste Joshua auf die Wange. Semir ging auf ihn zu. Diese Verabschiedung fand ohne Worte statt. Sie umarmten sich und Semir klopfte dem jungen Mann auf die Schulter. Dann sah Joshua zu Ben. Seinem engsten Bekannten in der Zeit hier in Deutschland. Auch hier folgte eine Umarmung. "We will see you again!" versprach er dem Engländer. Die Ansage kündigte an. Das sich Joshua zum Flugzeug begeben musste. "Thanks for all!" sagte er noch und winkte zum Abschluss. Dann verschwand er in der Menge ohne zu wissen, dass er unsere Freunde bald wiedersehen würde.




    Ende




    So leute, ich danke euch für das vieeeele Feedback und falls ihr es bis zur Fortsetzung nicht aushalten könnt. Lest doch "Illusion" von Christopher007 und mir. Dort taucht Joshua bereits wieder auf und hält unsere Deutschen wieder auf Trab.




    Und falls ihr einfach mal wieder was neues von mir lesen wollt. Freut euch auf die Story:





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    Um was es geht sei an dieser Stelle nicht verraten. Ich werde euch nur versprechen, dass es ziemlich knallen wird und diese Geschichte wohl länger sein wird, wie die Anderen vorher. :D

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

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