Jans Abschied

  • Diese Story spielt kurz vor der Hochzeit mit Andrea.


    Jans Abschied


    Dezember 2002:


    Semir und Jan fuhren auf der A3 in Richtung Leverkusen. Den ganzen Tag war Jan schon sehr schweigsam. Semir sah ihn an. „Was ist eigentlich mit dir los? Seit der Fall erledigt ist, bist du sehr wortkarg.“ Jan nickte nur. „Ja was nun? Redest du mit mir darüber oder nicht?“ „Semir... ich möchte im Augenblick noch nicht darüber reden okay?“ „Gut... wenn du nicht willst. Hat es was mit dem letzten Fall zu tun?“ „Ja auch... weißt du während dieses Falles sind mir die Augen geöffnet worden. Ich denke wirklich über einen Ausstieg nach.“ „Das ist nicht dein Ernst, oder?“ „Doch. Ich denke wirklich darüber nach.“ „Hey... okay, der Fall war ziemlich aufreibend und...“ „Aufreibend? Überleg mal bitte, was wir dabei durchgemacht haben. Die Mistkerle von Läutner hätten uns fast umgebracht.“ Semir nickte. „Ja die waren wirklich nicht sehr nett zu uns. Aber das sind die doch meist nicht. Wenn wir...“ „Semir, ich will das nicht mehr. Ich will lieber einen ruhigen Job annehmen. Deshalb hab ich mich beim KK23 beworben.“ „Bei der Abteilung für Wirtschaftskriminalitäten?“ „Ja warum denn nicht? Ich kann Karriere machen. Im Büro sitzen, das ist immer noch besser als von einem Auto zerquetscht zu werden, oder mit ´ner Kugel im Bauch irgendwo zu liegen und langsam zu krepieren.“ „Hey... das war aber gar nicht der Fall. Du hattest doch keine Kugel im Bauch. Aber gut... wenn du willst... ich werde dich nicht aufhalten. Dann werde ich demnächst wohl wieder allein auf Streife gehen müssen.“ Jan sah ihn an. „Ja das wirst du wohl. Es tut mir Leid... aber der letzte Fall, hat alles verändert.“ Seine Gedanken schweiften zu dem letzten Fall, den die Beiden bearbeitet hatten.


    Rückblende:


    Es war der 18.4.2002. Jan und Semir waren unterwegs auf der Autobahn und ließen so langsam den Feierabend anklingen, als ein Porsche mit fast 180 Sachen an ihnen vorbei rauschte. „Der hat sie doch wohl nicht mehr alle und dass im Feierabendverkehr!“ stieß Semir aus und nahm die Verfolgung auf. Jan sah ihn an. „Semir, vergiss es. Den bekommst du nicht.“ „Ha... das sagst du. Ich weiß aber, dass gleich eine Baustelle kommt und wenn der so weiter rast, dann können wir unseren Feierabend vergessen.“ Semir konzentrierte sich auf die Straße. Er schaffte es immer näher an den Porsche heranzukommen. Dieser bremste ab und zog auf die Ausfahrt. „Der hat sie ja wohl nicht mehr alle!“ fluchte Semir, der sich nur mit Mühe auf die Abfahrtspur einordnen konnte und von einem Hupkonzert begleitet wurde. „Ja ist ja gut.“ stieß er aus. Dann kam er zur Kreuzung. Der Porsche war nicht mehr zu sehen. „Verdammt! Wo ist der hin?“ Jan zuckte mit den Schultern. „Ich sagte doch du bekommst ihn nicht.“ „Hast du wenigstens das Kennzeichen?“ „Ja was denkst du denn. Natürlich hab ich es.“ Jan hielt einen Zettel hoch. „Ja worauf wartest du denn? Ruf in der Zentrale an und frag den Halter ab.“ „Semir! Wir haben Feierabend. Das können wir auch morgenfrüh erledigen.“ Semir nickte. „Hast ja Recht. Aber den kriege ich, das schwöre ich dir. Ich lass mich doch nicht so einfach abhängen.“


    Am nächsten Morgen kam Semir noch vor Jan ins Büro. Er sah Andrea an. „Hey... wie geht es dir?“ fragte er. „Danke...sehr gut. Ich habe ganz fein geschlafen und schön geträumt.“ sagte Andrea. „Von mir?“ fragte Semir und sah sie mit seinem Hundeblick an. Andrea lächelte ihn zu, „nein.... von Jan.“ „Das ist gelogen. Ich sehe es dir an.“ grinste Semir zurück. „Semir. Von wem sollte ich träumen, wenn nicht von dir. Nein ganz im Ernst. Ich fahre gleich in den Urlaub. Das weißt du doch. Ich werde für drei Wochen die Sonne genießen. Einfach nur super.“ Semir sah sie an. „Aber bleib mir treu.“ sagte er und küsste sie. „Semir! Doch nicht vor allen Kollegen.“ gab Andrea zurück. „Na… die wissen das doch längst. Ist ja nichts Neues. Und außerdem... wir heiraten doch bald.“ „Morgen!“ rief Jan hinter Semir aus. „Andrea.. ich brauche den Halter dieses Fahrzeugs. Er hat Semir gestern abgehängt, und irgendwie gefiel es ihm überhaupt nicht.“ Andrea lachte. „Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Die Daten bekommst du gleich. Und das ist meine letzte Tat für drei Wochen.“ Jan nickte und verschwand ins Büro. Semir sah ihm hinterher. „Der lügt. Ich habe mich zurück gehalten, weil wir Rush Hour hatten. Das ist alles. Mich hängt nämlich keiner ab. So und nun… den Halter und dann ab in den Urlaub. Soll ich dich zum Flughafen bringen?“ Andrea nickte. „Ja… das wäre sehr lieb von dir.“


    „Meinst du denn, es könnte was Ernstes werden?“ fragte Anna in den Hörer. „Ja Anna. Ich brauche zwei deiner fähigsten Männer dafür. Es wird keine einfache Sache werden.“ „Ich verstehe.... Aber was darf ich den Beiden sagen?“ „Nichts. Ich komme heute noch zu dir und werde die Männer informieren. Wen hast du für mich?“ „Nun es sind eigentlich nur Jan Richter und Semir Gerkhan die dafür in Frage kommen.“ „Gut. Sag den Beiden bitte, sie sollen sich bereithalten. Sagen wir um Acht heute Abend.“ „Gut... ich sag es. Vielleicht könnten wir danach ja noch beide was essen gehen.“ „Gern Anna. Ich würde mich sehr freuen.“ „Ganz meinerseits Manfred.“ Anna legte auf und lächelte versonnen. Sie war bereits seit drei Monaten mit Manfred Leimers vom LKA zusammen. Außer Andrea wusste es keiner.“ Anna stand auf und ging zu Semir und Jan. „Haben Sie einen Augenblick Zeit für mich?“ fragte sie. Die beiden Männer sahen sie an und nickten. „Es geht um eine Sonderaufgabe. Das LKA hat uns um Hilfe gebeten und ich bin gewillt diese zu bewilligen.“ Semir sah sie an. „Was Besonderes? Wissen wir genaues darüber?“ „Heute Abend um Acht findet die Besprechung statt.“ Semirs Mund verzog sich. Anna bemerkte es sofort. „Ich hoffe doch Sie haben nichts Anderes vor?“ „Nein...Nein.... das kann ich verschieben.“ gab Semir sofort von sich. Jan grinste erneut. „Dann bis heute Abend in meinem Büro.“ Jan nickte. Anna verließ das Büro.

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  • Semir sah Jan an. Er stand auf und wollte gerade das Büro verlassen. „Wo willst du denn hin?“ „Na zum Flughafen. Ich bringe Andrea zu ihrem Flieger.“ Jan nickte. „Na… und was soll ich machen?“ „Du kannst doch den Bericht für Gestern schon mal schreiben.“ grinste Semir. „Das könnte dir so passen. Nein… ich mach dir einen anderen Vorschlag. Wir bringen Andrea gemeinsam zum Flieger und fahren dann auf die Piste.“ Semir nickte. Andrea kam herein. „So… hier hast du den Halter von dem Porsche. Ein gewisser Daniel Kühler. Adresse hab ich euch aufgeschrieben. Semir kommst du?“ Semir nickte. Jan stand ebenfalls auf. Andrea sah ihn an. „Ihr wollt mich aber jetzt nicht zusammen zum Flieger bringen oder?“ Jan nickte. „Doch und danach fahren wir zum Kühler.“ Andrea nickte. „Na noch sicherer kann ich ja eigentlich nicht zum Flughafen kommen. Wer von euch fährt?“ Semir sah sie an. „Was soll das denn für eine Anspielung sein? Ich meine mein Wagen ist ja noch heile…“ „Na komm… sonst verpasse ich das Flugzeug noch.“ Sie fuhren los und ließen Andrea am Flughafen aussteigen.


    Während Andrea eincheckte, fuhren Semir und Jan zu der Adresse, die Andrea herausgefunden hatte. Semir klingelte und ein Mann von ca. 70 öffnete die Tür. „Ja bitte?“ Semir sah den Mann an und dann zu Jan. „Sind Sie Daniel Kühler?“ fragte Jan. Der Mann nickte. „Ja bin ich. Was kann ich für Sie tun?“ Semir räusperte sich. „Sie haben einen Porsche mit dem Kennzeichen K-DX 113?“ Wieder nickte der Mann. „Sind Sie gestern mit dem Wagen unterwegs gewesen?“ Der Mann sah Jan strafend an. „Junger Mann... ich bin froh, dass ich mich noch zu Fuß weiterbewegen kann. Nein... ich war nicht mit dem Wagen unterwegs. Mein Enkel fährt das Auto. Er hat ihn von mir zum 18. Geburtstag geschenkt bekommen. Aber der Wagen läuft auf meinem Namen. Warum wollen Sie das denn wissen?“ „Ist Ihr Enkel gerade daheim?“ fragte Semir. Der Mann schüttelte den Kopf. „Nein... er wohnt ja nicht hier. Er wohnt in Münster. Nun sagen Sie mir endlich wer Sie sind!“ „Entschuldigung, Semir Gerkhan, Kripo Autobahn... das ist mein Kollegen Jan Richter. Wo finden wir Ihren Enkel denn?“ „Hat er wieder was angestellt?“ Jan zog die Augenbrauen hoch. „Wieso denn wieder?“ „Kommen Sie rein... ich kann nicht so lange stehen.“ Der alte Mann gab die Tür frei und Semir trat mit Jan in die Wohnung.


    „Wissen Sie... mein Enkel war bis er 18 wurde ein sehr anständiger, netter und ehrlicher Mensch gewesen. Doch dann ist er irgendwie auf die falsche Bahn geraten. Warum wissen weder seine Eltern noch ich. Iron, ein Name den ich bis heute nicht verstehe, hat einige Diebstähle begangen. Nichts Schlimmeres, aber für mich reicht das schon. Wissen Sie, meine Schwiegertochter hat ihn Iron genannt, weil sie in diese Comicfigur „Iron-Man“ verknallt war. Wie ein Teenager...“ Daniel Kühler schüttelte den Kopf. Semir grinste leicht. „Nun ja... ist ja kein Verbrechen. Wo wohnt denn Ihr Enkel?“ „Ach so.... ja warten Sie.... das war in der Darmstädter Straße 24 in Münster. Was hat er denn diesmal gemacht?“ „Er ist nur mit ziemlich hoher Geschwindigkeit über die Autobahn gerast. Wir wollten ihn stellen, aber...er ist uns entwischt.“ Daniel Kühler nickte. „Er ist der Polizei entkommen? So ein Filou...“ „Nun ja... es war kein Spaß. Immerhin hat er die anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet...“ meinte Semir darauf. Kühler nickte. „ja sicher. Sie haben Recht. Aber wenn er erkannt hatte, dass Sie ihm als Polizei folgen, dann hat er sicher wieder was ausgefressen. Wäre ja nichts Neues.“ Semir stand auf und machte Jan ein Zeichen. „Danke Herr Kühler.“ sagte Semir und reichte dem Mann die Hand. „Würden Sie mir ein Gefallen tun, junger Mann?“ fragte Kühler Semir. „Kommt drauf an was es ist.“ gab dieser zurück. „Wenn Sie Iron kriegen, versohlen Sie ihm mal kräftig den Hintern.“ Semir lächelte. „Herr Kühler.... wir sind nicht für die Erziehung zuständig. Das ist Sache der Eltern. Und wenn Ihr Enkel über 18 ist, dann denke ich dürfte eine Trachtprügel sicher nichts mehr bringen.“ Kühler nickte. „Ja Sie haben Recht. Dass hätten die Eltern viel früher machen sollen, aber diese antiautoritäre Erziehung.... ist eine Verweichlichung. Damals da hat...“ Semir nickte. „Ja Herr Kühler. Wir müssen leider los...“ Er drängte Jan zur Tür und verließ mit ihm die Wohnung.

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  • „Und jetzt?“ fragte Jan, als sie im Wagen saßen. „Tja.... nach Münster fahre ich nicht. Ich gebe den Kollegen Bescheid, die sollen diesen Iron Kühler mal vorladen.“ meinte Semir nur. „Gut… das können wir tun. Und was machen wir bis heute Abend?“ „Na unsere Runde drehen. Wir fahren noch mal auf die A1 und dann auf die A4 zurück zur PAST.“ Jan nickte. „Dann gib Gas.“ Semir lachte leise. „Ich hoffe du bist angeschnallt.“ Er trat das Pedal durch. Jan sah ihn von der Seite her an und schüttelte den Kopf. Sie fuhren eine ganze Weile als plötzlich erneut ein Porsche an Semir vorbeizog. „Da ist Iron-Man wieder. Diesmal krieg ich ihn.“ Jan griff zur Kelle. Semir zog am Porsche vorbei und setzte sich vor den Wagen. Jan winkte mit der Kelle während er das Tempo verringerte und somit den Porsche ausbremste. Dieser folgte dem BMW. Jan und Semir stiegen aus und gingen zum Porsche. Semir sah den Fahrer an. „Fahrzeugpapiere und Führerschein bitte!“ sagte er. Der Fahrer zog seine Papiere und gab sie an Semir weiter. „Würden Sie bitte aussteigen!“ „Ja sicher… Was ist denn?“ „Sie sind etwas zu schnell gefahren, oder?“ „Na kommen Sie… das waren gerade mal 120!“ empörte sich der Mann. „Herr Kühler, ich rede nicht nur von heute. Sie waren doch bereits gestern schon auf dieser Strecke unterwegs.“ „Gestern? Nein. Gestern hab ich den Wagen verliehen.“ „An wen?“ „Das ist mir entfallen.“ Der Mann grinste Semir frech an. „Gut… wenn Sie dann bitte mal den Kofferraum öffnen würden!“ Kühler nickte und tat was gefordert wurde. Zumindest tat er so. Doch als er vor Semir stand stieß er ihm das Knie zwischen die Beine und stieß ihn weg. Er sprang in seinen Wagen und raste davon.


    „SEMIR!“ schrie Jan und rannte zu seinem Partner der sich am Boden wälzte. „Ich…bin … okay…“ stöhnte Semir schmerzerfüllt. Jan zog ihn vorsichtig hoch und brachte ihn zum Wagen. „Ich gebe die Fahndung raus!“ Semir nickte nur. Er erholte sich langsam und hörte wie Jan den Kollegen über Funk den Wagen beschrieb. Als dieser fertig war und das Mikro wieder einhängte sah er zu Semir und sagte nur: „So und nun fahre ich.“ Semir nickte nur und ließ sich auf den Beifahrersitz und zog die Tür zu. Jan fuhr zur PAST zurück. Es war gerade 15:00 Uhr. „Wenn ich den kriege, das schwör ich dir, dann wird er sich wünschen nicht geboren zu sein“ stieß Semir aus als er im Büro saß. Jan nickte. „Nun erhol dich erst mal. Tut es noch weh?“ Semirs Blick sagte eigentlich alles. „Wenn Andrea da wäre, würde sie mir jetzt einen Kaffee bringen.“ „Tja… schade aber sie ist nicht da.“ lachte Jan, „und ich hol dir keinen Kaffee.“ „Du bist mir ein schöner Freund…“ Semir ging selbst in die Küche und kam mit zwei Kaffee zurück. „Danke schön!“ sagte Jan nur und lachte. „Was hatte der Typ im Wagen, das er abhaut?“ fragte Semir. Jan drehte den Becher in der Hand. „Nun ja… es muss etwas sein, das wir nicht hätten sehen dürfen. Das kann viel sein. Drogen, oder ein Toter, oder Diebesgut, oder Waffen, oder…“ „Jan! Ist gut jetzt. Hast du schon was von der Fahndung?“ „Nein.“ „Dann müssen wir warten.“

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  • Miriam Leimers sah Iron an. „Und? hast du den Erpresserbrief schon übergeben?“ fragte sie kühl. Iron nickte. „Ja. Die Sekretärin von deinem Alten hat ihn sicher schon aus dem Briefkasten geholt. Scheiße nur, dass die Bullen mich auf der Autobahn angehalten haben. Wenn die mich jetzt verhaftet hätten, dann…“ Miriam lachte leise. „Wie bist du denen entkommen?“ „Nun ja… der eine von den Beiden hat sicher starke Schmerzen gehabt.“ „Oh…! Bist ja ein ganz böser.“ „Aber die haben meinen Führerschein. Wenn die jetzt anfangen zu schnüffeln, dann…dann finden sie auch raus, dass deine Entführung gar keine ist.“ „Was redest du denn da? Natürlich ist meine Entführung eine. Wir fordern immerhin ne Menge an Lösegeld.“ „Ja ne halbe Million. Als ob dein Alter soviel Kohle hat.“ „Die hat er. Glaube mir. Die hat er. Mein Vater ist nicht so bieder wie er tut. Ich weiß genau, dass er Dreck am Stecken hat. Und ich habe mir geschworen, dass er für den Tod meiner Mutter büßen wird.“ „Aber Miri…. Bist du denn davon überzeugt, dass er es war?“ Miriam nickte. „Ich habe es gesehen. Er sagt zwar immer, dass er es nicht wollte. Aber ich weiß es. Ich hab es gesehen. Verstehst du? Ich habe als neunjährige zusehen müssen, wie mein Vater meine Mutter umbringt. Wir werden ihn morgen früh anrufen, und dann werde ich ihm was vorheulen. Es wird so ernst klingen, dass er wirklich Angst bekommt. Er wird den Mord an meiner Mutter büßen!“ Miriam bekam Tränen in die Augen. Iron versuchte sie zu trösten.


    Gegen acht kam Manfred Leimers ins Büro von Jan und Semir. Anna gesellte sich zu ihnen. „Jan, Semir. Herr Leimers hat eine Bitte an Sie. Es ist ein Einsatz auf freiwilliger Basis. Manfred?“ „Ja… meine Herren, ich bitte Sie persönlich um Diskretion. Es fällt mir nicht leicht darüber zu sprechen, weil es mich persönlich betrifft. Deshalb komme ich auch zu Ihnen und nicht zu meinem Vorgesetzen, den ich hier bewusst raushalten möchte.“ Semir nickte. „Gut um was geht es?“ „Um meine Tochter.“ „Um Ihre Tochter?“ fragte Jan nach. „Ja… meine Tochter ist vor drei Tagen entführt worden. Der oder die Täter fordern eine halbe Million an Lösegeld. Wenn ich es nicht zahle, dann…“ Semir nickte. „Gut… Sie haben das Geld natürlich nicht.“ „Doch… das Geld ist kein Problem.“ Jan warf Semir einen Blick zu. „Sie haben eine halbe Million auf dem Konto?“ fragte er. „Nein… ja… also ich meine…“ stotterte Manfred. „Herr Leimers, wenn wir Ihnen helfen sollen, dann müssen Sie uns auch alles sagen.“ gab Semir zu bedenken. „Ja sicher. Wie gesagt, meine Tochter wurde entführt. Sie ist siebzehn. Vor drei Tagen ging sie ganz normal zur Schule und war wie immer. Als ich abends vom Dienst zurückkam, war sie immer noch nicht da. Ich habe versucht sie über das Handy zu erreichen, aber sie ging nicht ran. Ich hab die Freunde angerufen, doch niemand wusste wo sie ist. Gestern kam dann dieser Brief an.“ Er gab einen Brief der in einer Plastiktüte steckte an Semir. Dieser warf einen kurzen Blick darauf und nickte nur. „Haben Sie eine Vermutung wer dahinter stecken könnte?“ „Ich hab erst gedacht, das Iron damit was zu tun hat. Aber er weiß genauso wenig wo Miriam ist.“ „Iron? Iron Kühler?“ fragte Jan erstaunt. „Ja. Kennen Sie ihn?“ „Nun ja.... wir hatten das Vergnügen, wenn Sie so wollen. Er hat sich einer Kontrolle auf der Autobahn entzogen. Vor zwei Tagen.“ Leimers senkte seinen Blick zu Boden. „Was soll ich denn nur tun? Ich will meinen Engel zurück. Sie hat doch schon soviel mitmachen müssen.“ „Meinst du die Sache mit ihrer Mutter?“ fragte Anna. Doch Manfred Leimers schwieg.

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  • „Okay... der oder die Entführer verlangen das Geld in gebrauchten nicht durchlaufend nummerierten Scheinen. Sie sagen, es wäre kein Problem, das Geld zu beschaffen?“ „Nein.... ich hab es bereits veranlasst.“ Semir nickte. „Okay... die Übergabe soll am Rastplatz „Lustheide“ stattfinden. Der Überbringer darf kein Familienmitglied sein. Ist ja sonderbar. Wieso denn nicht?“ „Ich weiß es nicht. Ich meine vielleicht könnten Sie beide....?“ Semir nickte. „Ja ist sicher kein Problem. Haben Sie ein Lebenszeichen von Ihrer Tochter?“ „Nein.... gar nichts.“ „Okay... hier steht nur der Übergabeort, keine Zeit. Wenn die Erpresser ein weiteres Mal anrufen, dann fordern Sie, mit ihrer Tochter sprechen zu dürfen.“ Leimers sah Semir pikiert an. „Ich weiß wie ich in solchen Fällen zu reagieren habe, Herr Gerkhan.“ Semir nickte. „Ich weiß dass Sie es wissen. Nur normalerweise geben Sie diesen Ratschlag an Erpressungsopfer, aber diesmal sind Sie das Opfer und deshalb sicher nervlich sehr angespannt.“ „Entschuldigung. Ich bin wirklich ziemlich fertig.“ „Schon gut.“ lächelte Semir. „Wir sollten uns nun bei Ihnen einrichten, Fangschaltung einbauen, Observierung... das volle Programm,“ gab Jan vor. Leimers nickte. „Ja... fahren wir.“ Sie verließen das Büro.


    Im Auto sah Leimers angestrengt aus dem Fenster. Anna und Jan saßen vorn, während Semir mit Leimers hinten saß. Semir spürte das er nervös war. „Herr Leimers, wo ist eigentlich Ihre Frau?“ „Sie ist tot... schon fast zehn Jahre.“ „Oh... Verzeihung das wusste ich nicht.“ „Schon gut. Und wenn ich jetzt auch noch Miri verliere....mein Leben wäre ohne Sinn.“ Semir nickte nur. „War es ein Unfall?“ Leimers nickte. „Ja... ein tragischer Unfall...“ sagte er leise. Leimers atmete tief durch. „Herr Gerkhan, ich möchte, dass Sie die Geldübergabe machen. Allein.“ Semir nickte. „Wenn die Erpresser es so fordern werde ich es tun. Sie müssen die Ruhe bewahren. Wir holen Miriam schon raus. Aber sagen Sie, warum sind Sie nicht zu ihrem Vorgesetzten gegangen?“ „Das ist eine andere Geschichte.“ gab Leimers fadenscheinig an. Der Rest der Fahrt lief schweigend ab. Im Haus von Leimers machten sich die Techniker daran, das Telefon anzuzapfen und die Anlagen aufzubauen. Nun hieß es warten auf den Anruf. Es wurde eine Zerreißprobe. Leimers sah immer öfter zur Uhr. Die Nacht verging ohne ein Lebenszeichen. Gegen neun Uhr morgens, klingelte das Telefon. Leimers sprang zum Gerät und musste von Semir gebremst werden. Er sah kurz zum Techniker und als dieser nickte sah er Leimers an. „Sie wollen mit Ihrer Tochter sprechen... vergessen Sie das nicht.“ Leimers nickte. „Leimers!“ meldete er sich. „PAPA!!! Bitte hilf mir!“ schrie am anderen Ende Miriam. „Miri! Gott Kind....ich werde alles tun. Hörst du... halte durch!“ „PAPA !!!“ dann war es kurz still. Eine verzerrte Männerstimme erklang. „Das reicht!“ Es knackte. Das Gespräch war beendet. Leimers zitterte. Semir nahm ihn den Hörer aus der Hand. „Hey... alles okay?“ fragte er besorgt, denn Leimers war sehr blass. Die Augenringe der durchwachten Nacht waren bläulich. Aber er nickte. „Was machen sie mit ihr. Haben Sie die Stimme gehört. Meine Kleine muss schreckliche Angst haben.“ Er fing an zu weinen. Semir sah zum Techniker, doch dieser schüttelte den Kopf. Das Gespräch war zu kurz.

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  • Anna sah zu Semir, als Leimers sich ins Bad begab um sich frisch zu machen. „Was halten Sie davon?“ fragte sie. Semir zuckte mit den Schultern. „Er ist ziemlich fertig.“ „Ja... aber das meine ich nicht. Sie hörte sich am Telefon sehr theatralisch an, finden Sie nicht?“ Semir wog den Kopf. „Nun ja... das Mädchen hat sicher Angst.“ „Sie kennen Miriam nicht. Ich habe bereits das Vergnügen gehabt. Ich habe das unbestimmte Gefühl, dass sie Manfred die Schuld an dem Tod ihrer Mutter gibt.“ Semir sah sie an. „Ist er schuld?“ „Nun ja... indirekt. Die beiden haben sich gestritten. Ein Wort gab das andere und Gaby war eine Frau, die sich nichts gefallen ließ. Manfred erzählte mir, dass sie ihn ohrfeigen wollte. Er schlug zurück.... und sie ist unglücklich gefallen. Schädelbasisbruch.“ „Und Miriam?“ „Er sah zu spät, dass die Keine, sie war neun, ebenfalls im Raum stand. Der Fall wurde untersucht. Es war eine Verkettung von unglücklichen Umständen. Aber ich vermute, das Miriam dies nicht so sieht.“ „Sie meine, Miriam hat ihre Entführung selbst inszeniert um ihren Vater für den Tod der Mutter zu bestrafen?“ „Es ist nicht ganz auszuschließen, Semir. Sehen Sie mal wo er bleibt?“ Semir nickte und ging in Richtung Bad. Als er klopfen wollte, hörte er Leimers reden.


    „Hör mal.... ich habe andere Sorgen, als dir zu sagen wann wieder eine Razzia bei dir stattfindet. Mit dem Drogentransport habe ich nichts zu tun. Verdammt noch mal, Läutner! So langsam reicht es mir. Ich steige aus! Ich will nicht mehr, hörst du!“ Es entstand eine Pause und Semir vermutete, dass Leimers zuhörte was der Mann am anderen Ende sagte. „Nein! Ich ziehe einen Schlussstrich. Ich habe bemerkt, dass Geld nicht alles ist.!“ Wieder eine Pause. „Willst du mir drohen? Du? Du wärest schon längst im Knast und würdest den anderen Häftlingen in den Arsch kriechen, wenn ich es nicht verhindert hätte!“ Semir öffnete die Tür. Er sah wie Leimers erschrocken das Handy einsteckte. „Alles in Ordnung?“ fragte Semir und tat als hätte er nichts gehört. „Ja... sicher... soweit es möglich ist.“ „Dann kommen Sie bitte raus. Es könnte sein, dass der Erpresser wieder anruft.“ Leimers nickte und ging an Semir vorbei. „Herr Leimers? Haben Sie mir noch was zu sagen?“ Leimers schüttelte den Kopf. „Nein, was sollte das auch sein.“ „Gut!“ Semir nickte kurz und ging hinter Leimers her. Der Name Läutner brannte sich in sein Hirn. Er wollte genaueres erfahren und Jan damit beauftragen herauszufinden, wer dieser Läutner war. Das Telefon klingelte gerade als Leimers und Semir wieder im Wohnzimmer waren. Leimers meldete sich. „Hör genau zu! Ich weiß du hast die Bullen im Haus. Einer von Ihnen wird mir das Geld bringen. Du darfst aussuchen wer und gibst mir den Bullen dann ans Telefon!“ Leimers reichte Semir den Hörer. „Ja?“ fragte er. „Wer bist du?“ „Semir Gerkhan von der Kripo Autobahn!“ „Okay, Bulle. Du wirst mir mein Geld bringen. In drei Stunden erwarte ich dich am Rastplatz. Keine Tricks, sonst ist die Kleine Geschichte verstehst du?“ „Ja sicher. Wann lassen Sie das Mädchen gehen?“ „Sobald ich die Kohle habe, erfährst du wo sie ist und kannst sie holen. So und nun zur Übergabe. Gib mir deine Handynummer!“ Semir nannte sie und danach brach das Gespräch ab.

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  • Jan sah Semir an. „Und?“ „Ich habe eine Aufgabe für dich, die glaub ich mit diesem Fall zu tun hat. Bin mir allerdings nicht sicher. Fahr bitte in die PAST und überprüfe mal einen Läutner. Ich weiß nicht genau was der Typ macht, aber es hat mit Razzien zu tun. Ich vermute entweder Drogen- oder Mädchenhandel.“ „Was hat das mit diesem Fall zu tun?“ „Ich habe eben Leimers telefonieren hören. Es ging darum, dass er jemanden Informationen zukommen lässt, eben diesem Läutner. Ich wüsste nur gern, wer es ist.“ Jan nickte. „Alles klar. Und was machst du?“ „Ich fahre jetzt zum Übergabeort und wickle das ab.“ „Viel Glück.“ Semir nickte und nahm den Koffer mit dem Geld. Als er in den Wagen stieg, spürte er wie Leimers ihn beobachtete. Er drehte sich zu ihm um und nickte aufmunternd. Am Rastplatz war niemand zu sehen. Semir sah auf die Uhr. Es war noch gut eine halbe Stunde Zeit. Er überlegte auszusteigen und sich umzusehen, verwarf den Gedanken jedoch wieder. Sein Handy klingelte. Er sah auf das Display. Es war Jan. „Was gibt es?“ „Du wolltest ja Infos über diesen Läutner. Das ist einer der größten Drogenbosse in Düsseldorf. Bisher haben in unregelmäßigen Abständen Razzien in seiner Bar „Kokette“ stattgefunden. Alle ohne Befund. Der Laden war stets sauber. Niemand konnte ihm was nachweisen.“ „Irgendeine Verbindung zu Leimers?“ „Nein zumindest nicht privat. Beruflich sieht es da anders aus. Leimers hat sechs der Razzien angeführt. Ansonsten haben die Beiden nichts miteinander zu tun. Ach so... Leimers wurde nachdem die Razzien immer wieder negativ ausgingen versetzt.“ „Okay... bringt uns nicht viel weiter. Ich muss Schluss machen. Wir sehen uns später.“ Semir beendete das Gespräch. Doch kaum hatte er es weg gelegt, klingelte es erneut. „Ja?“ „Hör genau zu. Ich sehe dich. Also wage nicht irgendwelche Tricks klar?“ „Ja sicher.“ „Steig aus und geh zu der Bank. Dort wirst du den Koffer abstellen. Anschließend gehst du zum Wagen zurück und schließt dich mit den Handschellen am Lenkrad fest. Vorher legst du den Autoschlüssel auf den Beifahrersitz! Denk daran ich sehe dich sehr gut!“ „okay!“ Semir stieg aus und ging zur Bank.


    Iron sah aus seinem Versteck zu wie der Polizist genau das tat, was er verlangte. Als dieser wieder zurück zum Wagen ging und sich ankettete, sprang er auf und zog sich seine Maske über. Dann holte er sich den Koffer. Er drehte sich zu dem Polizisten um und winkte frech. Dann ging er zu seinem Wagen, den er auf dem Parkplatz versteckt parkte und fuhr an dem Polizisten vorbei. Dieser hatte sich tatsächlich ans Lenkrad gekettet und sah ihn wütend an. Neben Iron saß Miriam und küsste ihn. Iron reagierte etwas wütend, weil der Polizist sie immer noch sehen konnte. „Bist du wahnsinnig? Der sieht das doch.“ Miriam lachte. „Warum denn nicht… ich hab das Stockholm-Syndrom. Das kauft mir jeder ab.“ „Verdammt du bist zu leichtsinnig. Wir müssen erst einmal in Sicherheit sein. Dann wirst du heute Abend zu deinem Vater fahren und ihm weinend in die Arme fallen. Er wird froh sein, seinen Engel wieder zu haben.“ Miriam nickte. „Ja, aber es ist nicht das was ich wollte. Wir haben jetzt nur das Geld. Ich will dass er zugibt meine Mutter umgebracht zu haben.“ „Ja… schon klar.“ Iron war wütend. Er hasste es, ein Spielball zu sein. „Wann willst du also heimgehen?“ fragte er. Miriam schloss die Augen. „Wenn er es gesagt hat. Dann fahre ich nach Hause und … vergiss es.“

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  • Semir sah dem Wagen nach. Wenn er sich nicht täuschte war das Mädchen mit im Wagen. Der Beschreibung nach, konnte es Miriam sein. Er nahm die Handschellen, die er nicht hat einschnappen lassen ab und hängte sich an den Wagen. In sicherem Abstand folgte er ihnen. Er dachte darüber nach, warum das Mädchen ihren Entführer geküsst hatte. Wenn ein Opfer so etwas machte, dann konnte es sich eigentlich nur um das Stockholm-Syndrom handeln. Dabei identifiziert sich das Opfer mit seinem Peiniger. Bei Frauen ist es oft so, dass sie sich in ihren Feind verlieben. Viele von diesen Feinden nutzen das schamlos aus und entledigen sich später auf die für Verbrecher übliche Art und Weise. Doch war es bei Miriam auch so? Eigentlich schien sie kein Weichei zu sein. Laut ihrem Vater war sie eine starke Persönlichkeit. Semir sah den Wagen von der Autobahn abfahren. Er griff zum Mikro. „Herr Leimers, ich bin jetzt an den Erpresser dran. Ihre Tochter sitzt ebenfalls im Wagen. Soweit ich es erkennen konnte geht es ihr sehr gut.“ „Danke, Herr Gerkhan.“ Semir verschwieg dem Vater, was er noch gesehen hatte. Er wollte das Mädchen nach Hause bringen und anschließend mit Jan Iron verhören. Der Wagen hielt in der Kölner Innenstadt an. Semir wollte erneut seine Position durchgeben, wartete jedoch nun noch etwas damit. Er beobachtete die Beiden wie sie Hand in Hand in ein Haus gingen. Semir stieg aus und ging hinterher. Er sah auf die Klingelschilder. Doch den Namen Kühler oder Leimers sah er nicht. Er hatte nicht gesehen, wohin die beiden gingen. Eine ältere Frau kam ihm entgegen. „Entschuldigung. Eben waren hier noch zwei junge Leute gewesen. Wissen Sie wo die beiden wohnen?“ Die Frau nickte. „Ja… ein hübsches Paar. Direkt unter dem Dach. Die letzte Wohnung quasi.“ Semir bedankte sich und stieg die Treppen hinauf. Vor der Tür der besagten Wohnung horchte er kurz. Er überprüfte seine Waffe und trat die Tür ein.


    Miriam saß mit Iron in dessen Wohnzimmer. „Weißt du...jetzt wo dein Vater gezahlt hat, werden wir nach Amerika auswandern. Dort kaufen wir eine Farm und fangen an....“ Sie lachte laut auf. „Meinst du wirklich, ich will nach Amerika? Auf irgendeine Farm leben und Kinder gebären? Du spinnst doch. Mensch Iron... ich will meine Leben genießen.“ Iron sah sie enttäuscht an. „Aber das können wir doch auch.“ „Iron! Ich sagte ich will mein Leben genießen. Du bekommst deinen Anteil und dann trennen sich unsere Wege.“ Nun ahnte er, dass er nur Mittel zum Zweck war. „Du liebst mich gar nicht. Du missbrauchst mich für deinen Plan deinen Vater fertig zu machen. Nebenbein kassierst du mal eben 250.000 Euro und verschwindest... Ist das alles?“ Sie lächelte ihn an und streichelte sanft sein Gesicht. „Du hast es erfasst.“ sagte sie kühl. „Aber...ich dachte... ich meine du hast doch gesagt, dass....“ „Iron... hast du wirklich geglaubt, dass ich so etwas wie dich lieben kann?“ Sie lachte verächtlich. In diesem Augenblick flog die Wohnungstür auf. Miriam und Iron erschraken. „Okay! Der Spaß ist vorbei!“ sagte der Mann, der mit gezogener Waffe im Raum stand. Iron und Miriam hoben die Hände. „Iron Kühler! Sie sind verhaftet!“


    Semir hatte nur einen Blick für die beiden jungen Leute. Doch plötzlich spürte er einen Luftzug und sah wie die Augen des Pärchens sich entsetzt aufrissen. Er wollte sich umdrehen als er einen Schlag verspürte. Stöhnend ging er zu Boden. Er wälzte sich herum und sah einen maskierten Mann über ihn stehen. Dieser zielte mit der Waffe auf ihn. „Keine Bewegung Bulle, sonst war es deine letzte!“ hörte er wie durch Watte. Langsam glitt er in die Dunkelheit.

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  • Iron sah den Mann an, der den Polizisten niedergeschlagen hatte. „Was soll das denn?“ fragte er erstaunt. Nun betraten zwei weitere Männer den Raum. Auch sie waren bewaffnet. „Guten Abend. Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Läutner. Ich bitte euch nun mit mir zu kommen. Bitte kein Aufsehen, keine Schreierei, sonst werde ich sehr ungemütlich.“ Miriam wurde hochgezogen. „Na, du bist also die Kleine von Leimers?“ Miriam nickte. „Sehr gut. Du darfst mich begleiten.“ Iron sah tatenlos zu. Er sah wie der Polizist sich wieder regte. „Sorgt bitte für die Beiden.“ sagte Läutner und verschwand mit Miriam. „MIRAM!!“ schrie Iron auf einmal und erwachte aus seiner Starre. Er wollte seiner Freundin helfen, doch die Handlanger von Läutner verhinderten es. Einer von ihnen schoss auf Iron. Iron spürte den Einschlag der Kugel und ging mit einem erstaunten Blick zu Boden. Läutner kam noch einmal zurück. „Du Idiot!“ schrie er den Schützen an. Ein kurzer Blick zeigte ihm, das Iron tot war. „Verpackt den Bullen und dann nichts wie weg hier!“ gab Läutner von sich und zog die vor Schreck erstarrte Miriam mit sich.


    Semir kam langsam wieder zu sich. Er hörte den Schuss und zuckte zusammen. Dann wollte er sich bewegen, doch es ging nicht. Etwas hielt ihn fest. Er öffnete die Augen und spürte nun die Fesseln an den Hand- und Fußgelenken. Vor ihm standen immer noch die Männer und zielten auf ihn. Jetzt ist es aus, dachte er. Doch der Anführer so schien es, befahl den Beiden die Wohnung umgehend zu verlassen. „Verhindere dass er um Hilfe schreit und kommt raus!“ Semir sah wie der Mann zu ihm kam und den Mund verklebte. Er ließ ein Stöhnen hören und spürte dafür eine Waffe am Kopf. Der Mann, der die Befehle gab beugte sich zu ihm runter. „Komm mir nicht noch einmal in die Quere, Bulle. Und richte deinem Kollegen Leimers aus, er bekommt seine Kleine wieder, wenn er sich an meine Forderung hält!“ Der Mann ging. Semir blieb ruhig liegen und wartete eine Weile ab. Kopfschmerzen breiteten sich aus. Es war dunkel. Semir konnte nichts erkennen, da das Licht ausgeschaltet war. Vorsichtig robbte er bis zur Wand. Er musste nur versuchen diese verdammten Fesseln los zu werden. Er robbte durch die Wohnung. Es dauerte eine Weile bis er ein Messer fand welches am Boden lag. Semir drehte es sich so, dass er die Fesseln durchschneiden konnte. Als es endlich soweit war stand er auf, zog sich das Klebeband vom Mund und machte Licht. Am Boden sah er Iron liegen. Er fühlte den Puls, doch es nichts mehr. Iron war tot. Semir griff zum Handy und rief die Kollegen der Spurensicherung. Jan kam sofort angefahren, als er hörte was passiert war.

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  • „Semir? Bist du in Ordnung?“ Semir nickte. „Was ist denn hier passiert?“ Semir erzählte Jan alles. „Du willst doch nicht sagen, dass Miriam ihre Entführung selbst geplant hat.“ „Doch scheint ganz so. Sie war mit Iron zusammen.“ „Aber sie hätte doch sicher Geld von ihrem Vater bekommen, wenn sie was gesagt hätte.“ „Ich weiß nicht Jan… Ich denke es ging ihr nicht in erster Linie um das Geld.“ „Ja worum denn dann?“ „Weiß ich noch nicht. Aber wir müssen das Mädchen finden, denn jetzt ist sie wirklich in Gefahr.“ Semir stand auf und stöhnte kurz auf. „Was ist?“ fragte Jan. „Mein Kopf. Es geht schon.“ Sie fuhren zu Leimers nach Hause. Als sie ihm erzählten was geschehen ist sah er Semir an und ließ sich auf die Couch fallen. „Mein Gott… warum?“ „Das sollten Sie uns sagen. Herr Leimers, woher stammt das Geld?“ „Das ist Nebensache. Wo ist meine Tochter?“ „Das weiß ich leider nicht. Iron, wäre der einzige gewesen, der etwas hätte sagen können, doch der ist leider tot.“ „der arme Junge. So sinnlos. Warum macht Miriam das? Sie hätte von mir alles bekommen, was sie nur wollte.“ „Woher haben Sie das Geld?“ Semirs Stimme wurde ungehalten. „Wo ist es? Kann ich es wiederhaben?“ „Das Geld ist beschlagnahmt.“ gab Jan an. „Wir müssen meine Tochter finden.“ Semir nickte. „Herr Leimers... wer ist Läutner?“ Manfred zuckte zusammen. „Ich weiß nicht wen Sie meinen.“ „Ach nein? Am Abend vor der Geldübergabe haben Sie im Bad telefoniert. Ich habe das Gespräch teilweise mitbekommen. Und heute als ich ihre Tochter aus den Fängen von ihrem Freund befreien wollte, wurde ich niedergeschlagen. Ich soll Ihnen Grüße ausrichten. Sie sollen die Infos die sie ihm schulden geben, oder Miriam passiert was. Das war Läutner richtig? Also lügen Sie mich nicht an. Was haben Sie mit Läutner zu tun?“ Semir wurde laut. „Das ist etwas Privates und geht Sie nichts an.“ „Oh doch... und wissen Sie warum? Ich habe mich schlau gemacht. Läutner ist einer der bekanntesten Drogenhändler in Düsseldorf. Sie haben ihm ständig Tipps gegeben und ihn vor Razzien gewarnt. Und jetzt wollten Sie aufhören ihm Hinweise zu geben. Er hat ihre Tochter. Schon mal auf den Trichter gekommen?“ Manfred sah ihn an. „Das ist absurd.“ „Ach ist es das? Ich wette das Geld stammt von Läutner. Sie haben es von ihm bekommen als Bezahlung für die Tipps. Ist es nicht so?“ Manfred schwieg.


    Miriam sah den Mann vor sich ängstlich an. „Nun, Miriam... ich darf dich doch so nennen, oder?“ Miriam nickte nur. „Sieh mal. Das Geld was ich hier habe, ist es deins?“ Wieder nickte Miriam. „Und von dem Jungen, der leider verstorben ist, nicht wahr? Habt ihr deinen Papa erpresst und wolltet euch ein schönes Leben machen?“ Er lachte leise. Miriam fing an zu weinen. „Ich will bitte nach Hause.“ „Na... wer wird denn gleich auf die Tränendrüse drücken. Ich tu dir doch nichts. Du darfst sogar gleich mit Papi telefonieren. Du brauchst keine Angst zu haben, Miriam. Ich werde dir nichts tun, solange dein Vater macht, was ich will.“ Miriam nickte nur. Läutner hielt ihr das Telefon entgegen. „Na los. Sag ihm was ich will und was ich mache, wenn ich es nicht bekomme!“ Miriam wählte die Nummer ihres Vaters an. Sie horchte eine kurze Weile und dann sagte sie:“ Papa? ...“ Läutner nahm den Hörer aus der Hand. „So, Leimers... du hast gehört wen ich habe. Ich will wissen wann der Transport von der beschlagnahmten Drogen über die Bühne geht. Ich will diese Ladung haben. Also sieh zu, dass du die Informationen besorgst. Die Bezahlung ist für dich sicher mehr als Gold wert, oder?“


    Manfred horchte in sein Handy. Er sah wie Semir in beobachtete. „Ja sicher. Ich rufe zurück. Im Augenblick kann ich nicht.“ Er beendete das Gespräch. „War das Läutner?“ fragte Semir. „Nein... das war...ein Kollege.“ „Ach und nur weil ein Kollege anruft, werden Sie so nervös? Verdammt noch mal. Wir können Ihnen nur helfen, wenn Sie uns alles erzählen. Leimers.... bitte...!“ Manfred sah ihn an. „Vielleicht haben Sie Recht. Ich kann nicht mehr. Aber Läutner lässt niemanden mehr los. Er hat mich in der Hand. Er hat Miriam.“ Semir nickte. „Dann erzählen Sie uns alles. Und zwar wirklich alles.“ Manfred atmete tief durch. „Gut... es ging alles vor Miriams Geburt los. Seit damals bekommt Läutner von mir Informationen. Er hat sehr gut bezahlt. Ich konnte das Geld brauchen. Ich war gerade frisch verheiratet und ein Kind war unterwegs. Ich wollte meiner Familie doch so viel bieten. Das geht nicht mit einem Gehalt eines Polizisten. Also hab ich mir ein Nebeneinkommen gesucht. Ich bin in einigen Kneipen rund gegangen und habe mich erkundigt. Läutner war gerade am Anfang seiner Karriere als Drogenhändler und er sprang sofort an. Am Anfang hatte ich so umgerechnet gute 1000 Euro mehr in der Tasche. Doch je größer Läutner wurde umso großzügiger waren seine Summen. Gaby... meine Frau kam dahinter als Miriam neun war. Sie stritt sich mit mir, weil sie nicht glauben wollte, dass ich wirklich korrupt bin. Ich habe beteuert, dass ich es nur für sie und Miriam getan habe... Sie ... Sie wollte meinen Vorgesetzten informieren. Ich habe sie geschlagen und sie ist sehr unglücklich gefallen. Sie starb auf dem Weg ins Krankenhaus an Hirnblutungen. Erst als meine Frau am Boden lag, sah ich das Miriam im Raum stand. Sie hat alles mit angesehen. Sie stand da und....sie sah mich anklagend an. Verstehen Sie mich nicht? Ich wollte Gaby nicht töten. Es war ein Unfall....“ Semir nickte. „Und um den gewohnten Lebensstil aufrecht zu erhalten, gaben Sie Läutner immer wieder Infos vor Razzien.“ Manfred nickte. „Ja... ich sagte ihm dass ich nicht mehr will. Das war sicher das Gespräch was Sie gehört haben. Aber er drohte mir, dass er niemals zulassen würde, dass ich aussteige. Er würde etwas finden, um mich dazu zu zwingen. Tja... und diesmal ist es nicht anders.“

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  • Semir sah auf Manfred. „Was sollen Sie diesmal für ihn tun?“ „Ich weiß das nächste Woche eine Ladung von beschlagnahmten Drogen des Zolls statt. Er will von mir die Route wissen.“ „Läutner will sich den Stoff unter den Nagel reißen?“ Manfred nickte. „Gut.... dann werden wir die Kollegen vom Drogendezernat informieren. Sie sollen den Typen aus dem Verkehr ziehen. Wir kümmern uns um Miriam. Welche Bars hat dieser Läutner?“ Manfred zählte die Bars auf. Semir nickte. „Okay... Jan und ich werden uns trennen und die Bars unsicher machen. Sie werden sich zurückhalten. Geben Sie den Kollegen vom Drogendezernat das an, was Sie wissen. Sie regeln alles weitere. Und sobald das hier vorbei ist, sollten Sie wirklich einen Schlussstrich ziehen und sich selbst anzeigen.“ Manfred nickte und reichte Semir die Hand. „Danke..“ Semir übersah die Hand. „Wenn es hier vorbei ist, dann können Sie mir danken.“ sagte er und verließ das Zimmer. Jan sah ihn an, als er das gemeinsame Büro betrat. „Was ist dir denn über die Leber gelaufen?“ fragte er, denn Semir kochte innerlich. „Was machst du heute Abend?“ fragte Semir anstatt zu antworten. „Nichts Besonderes. Wieso?“ „Nun ich dachte wir könnten den Herrn Läutner mal etwas nervös machen und in seinen Bars nach Miriam Ausschau halten.“ Jan nickte. „Du bist sicher, das Läutner die Kleine hat?“ Semir nickte. „Leimers hat es gerade zugegeben.“ Jan sah ihn an. „Nun denn... auf zur Kneipentour. Trennen wir uns, oder gehen wir gemeinsam durch?“ „Allein ist mir zu riskant. Wir bleiben zusammen. Wenn ich dann Probleme bekomme, kannst du mich ja raus hauen. Oder umgekehrt.“ gab Semir zu bedenken. „Richtig... obwohl... dass ich in Not gerate, denke ich weniger. Ich weiß mich ja zu benehmen.“


    Am Abend gingen Semir und Jan los. Sie starteten in der Bar „Kokette“. Die Bar selbst war sehr modern eingerichtet. Das Licht war gedämmt wie es sich für einen solchen Laden gehörte. Nachdem Manfred auch Anna alles erzählt hatte, gab sie grünes Licht für Semir und Jan. Niemand von den vier ahnte, ab sofort eine aufregende und auch schmerzvolle Woche vor sie lag. Die ersten die das spürten waren Jan und Semir. Ihre Ankunft war Läutner nicht verborgen geblieben. Er beobachtete die Beiden von seinem Büro aus. Peer van Haag stand bei ihm. „Die beiden sind ziemlich neugierig.“ sagte er. Läutner nickte. „Ja... und bei dem Kleineren ist es ein Wiedersehen. Ich will dass du sie im Auge behältst. Sobald sie in irgendeiner Weise aktiv werden, sind sie auszuschalten. Aber tötet sie nicht. Ein Druckmittel gegen die Polizei ist immer gut. Besorg mir eine Unterkunft für die Beiden und für Miriam.“ Peer nickte und verschwand. „Was machst du wenn die jetzt aktiv werden?“ „Ich habe genügend Leute um mich herum, die mich schützen können. Und die zwei werden mir sicher nicht gefährlich.“ Er lachte zuversichtlich.


    Jan saß mit Semir an der Bar. Er sah sich aufmerksam um. Miriam war nicht zu sehen. „Semir? Was meinst du... die Kleine da vorn... die sieht mir nicht gerade danach auch, dass sie schon volljährig ist.“ Semir drehte sich um. Ein Mädchen machte die Gäste an. Sie war sehr aufreizend gekleidet. Den Männern gefiel es natürlich und sie fassten das Mädchen überall an. Es schien ihr nicht zu stören. Sie lachte und warf sich den Männern an den Hals. Semir stand auf und ehe Jan ihn festhalten konnte zog er das Mädchen von dem Tisch weg. „Geh besser nach Hause, Kleines.“ Sagte er. „Hey! Opa... lass mich gefälligst in Ruhe!“ schrie das Mädchen. Schon standen mehrere männliche Gäste auf um das unschuldige Ding zu schützen. Einer von ihnen stieß Semir brutal den Ellenbogen in die Seite. Semir schrie auf und ging zu Boden. Jan kam ihn zur Hilfe. „Okay! Meine Herrschaften! Beruhigen Sie sich! Wir sind von der Polizei!“ Er zeigte seinen Ausweis. Die Männer setzten sich wieder an den Tisch. Doch ein weiterer Mann kam zu ihnen. „Meine Herren, Sie stören den friedlichen Ablauf des Abends meiner Gäste. Verlassen Sie bitte umgehend diese Örtlichkeit!“ sagte er zu Jan, der Semir hochzog. „Herr Läutner?“ fragte Semir gepresst. „Nein... Herr Läutner ist nicht im Hause. Und nun gehen Sie bitte, ehe ich ungemütlich werde.“ Semir sah den Mann tief in die Augen und zeigte ihm sein Ausweis. „Sie sollten froh sein, dass wir nicht ungemütlich werden. Hätten Sie die Güte mir ein paar Fragen zu beantworten?“ „Natürlich, aber lassen Sie uns in mein Büro gehen, dort redet es sich besser.“ Semir sah Jan an und nickte. Sie folgten dem Mann ins Büro.

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  • Anna sah Manfred an. „Warum?“ fragte sie nur. „Anna, ich weiß du warst Gabys beste Freundin. Ich habe sie wirklich geliebt.“ „Was glaubst du hat Miriam dazu gebracht ihre eigene Entführung zu machen?“ „Ich weiß es nicht. Sie hat alles bekommen. Alles was sie wollte.“ „Nein... nicht alles Manfred. Hat sie dich nicht manchmal gefragt, warum du es getan hast? Warum ihre Mutter nicht mehr da ist?“ „Doch das hat sie.“ „Und was hast du ihr geantwortet?“ Ein bitteres Lachen war zu hören. „Ich habe sie vertröstet. Sie solle besser fragen, wenn sie älter ist. Ich würde es ihr dann erklären.“ „Wann hat sie das letzte Mal gefragt?“ „Das war vor ungefähr drei Monaten. Anna... ich habe das Gespräch immer wieder hinaus gezögert. Ich wollte es ihr nicht sagen.“ „Sie sieht dich als Mörder.“ Manfred weinte und nickte. „Ja... ich weiß es.“ Anna sah den Mann mitleidig an. „Manfred.... sobald Miriam wieder hier ist, solltest du ihr erklären was damals abgegangen ist. So wie ich sie kenne, wird sie dir verzeihen. Vielleicht nicht sofort, aber sicher irgendwann.“ Er nickte nur. Die Angst um sein Kind war zu groß im einen klaren Gedanken fassen zu können.


    Miriam saß in dem Raum wo sie Läutner festhielt auf dem Bett. Es gab kein Fenster. Sie hatte um Hilfe gerufen, aber es kam niemand. Keiner sah nach ihr. Was war mit Iron? War er wirklich tot? Wo war ihr Vater? Warum geschah das auf einmal? Sie weinte und verfluchte nun den Plan mit der Entführung. Es hatte alles so schön geklappt. Woher kannten die Männer die Adresse von Iron? Sie saß in der Falle. Angst machte sich breit. Angst vor den Männern die von Läutner immer wieder zu ihr geschickt wurden, um nach ihr zu sehen. Einer von ihnen hat sie ganz komisch angesehen. Ekel packte Miriam. Sie wollte nur eins. Sie wollte nach Hause zu ihrem Vater. Sie wollte ihn um Verzeihung bitten. Dann beschloss sie, hier auszubrechen. Sobald sie die Gelegenheit hatte, den Mann der ihr Essen und Trinken brachte zu überwältigen wird sie es tun. Koste es was es wolle. Sie sah sich im Raum um. Hier war nichts was sie hätte als Werkzeug nutzen könne. Sie musste sich auf die Kraft ihres zarten zierlichen Körpers verlassen. Nun hieß es Geduld zu haben.


    „Das Mädchen ist doch wohl eindeutig minderjährig.“ wetterte Semir im Büro. „Nun ich habe keinen Türsteher und die Kneipe ist für jeden zugänglich. Natürlich werde ich die Kleine sofort auf die Straße setzen. Es ist bereits veranlasst. Sie können gern zusehen.“ Der Mann stand auf und zeigte nach unten. Semir blickte hin. Tatsächlich brachte der Barmann das Mädchen raus. Er drehte sich zu dem Mann um. „Herr Siebert... es ist doch wohl offensichtlich, das die Kleine für Sie arbeitet, oder?“ Der Mann sah ihn an. „Herr.... Gerken. Wie kommen Sie denn darauf. Das hier ist eine einfache Bar und kein Bordell.“ „Ja sicher... deshalb wird hier auch jeder Mann sofort von einer Frau angemacht.“ „Nun, das ist ein Geschäft. Aber die Frauen machen nichts Verbotenes, oder?“ „Dass nicht, aber es ist verboten, Minderjährigen Alkohol auszuschenken. Und die kleine dort ist ja wohl eher eine Animierdame, oder?“ „Herr Gerken… wir haben hier keine Minderjährigen. Und nun sollten Sie sehen, dass Sie das Lokal verlassen. Oder haben Sie einen Durchsuchungsbefehl?“ Semir sah Jan an. Dieser nickte. „Gut… kenne sie eine Miriam Leimers?“ fragte Semir nun direkt. Siebert sah Semir an. „Nein… wer ist das?“ „Sagen wir mal so, das Mädchen wird vermisst.“ Siebert lächelte. „Nun das ist schade. Ein hübsches Mädchen. Ich rufe Sie an, wenn ich sie sehen sollte.“ Semir und Jan gingen.

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  • „Der lügt wie gedruckt.“ stieß Jan an. Semir nickte nur und blickte sich um. „Was hast du?“ fragte Jan. „Ich weiß nicht... ich hab das Gefühl wir werden beobachtet.“ Nun sah auch Jan sich um. „Ich kann nichts erkennen.“ sagte er. Semir nickte. „Ich auch nicht... wie gesagt ist nur ein Gefühl. Na komm auf zu nächsten Kneipe.“ Jan und er stiegen in den Mercedes ein und fuhren die anderen Kneipen von Läutner ab. Doch egal wo sie hinkamen, sie stießen auf eine Mauer des Schweigens. „Was jetzt? Wir haben alle durch.“ Sagte Jan morgens um vier.“ „Tja... das war wohl nichts. Okay... fahren wir nach Hause und legen uns etwas hin. Um neun fahren wir zur PAST und fragen Leimers ob er noch einen Ort wüsste wo Miriam....hey... warte mal. Fahr zur noch mal zur „Kokette“. Ich werde mich da noch einmal umsehen.“ „Semir! Das klingt nicht gut.... das klingt gar nicht gut. Was hast du vor?“ „Hmm... ich will mir die Lage ansehen. Hinterhof, Nebengebäude die Dinge die du als eigentlicher Gast gar nicht zu sehen bekommst.“ „Gut... aber nicht allein.“ Semir grinste ihn an. „Ich dachte du bist müde...“ „Bin ich auch, Semir. Bin ich. Aber ich lass dich da nicht allein rumklettern. Am Schluss bekommst du die Lorbeeren und ich guck dumm aus die Wäsche...“ „Gut... dann gehen wir beide rein und wir bekommen beide den Anschiss der Chefin.“ Jan lachte. „Oder so.“


    Siebert griff zum Telefon als die beiden Polizisten das Lokal verlassen haben. „Läutner! Sie waren eben bei mir. Die ahnen was. Wir müssen das Mädchen hier wegschaffen und zwar schnell. Die kommen sicher zurück und werden weiter schnüffeln. Eines der Mädchen haben sie sich schon rausgepickt. Marion. Sie ist wieder bis über beide Ohren zugekifft und hat sich an die Gäste rangeschmissen.“ „Schaff Marion weg. Am besten für immer.“ „Du willst sie.....“ „Ja... gib ihr was vom Heroin und gut ist. Es sterben so viele an dem „Goldenen Schuss“. Das arme Ding hat es halt übertrieben.“ „Okay... du bist der Boss. Was ist mit den Bullen?“ „Hmmm... ich denke das Problem wird sich von selbst lösen. Ich kommen gleich ins „Kokette“ und sehe mich um. Die suchen nach der Kleinen von Leimers. Scheinbar hat der eine Bulle eins und eins zusammen gezählt, oder Leimers hat geredet. Das ist auch ein Problem, was wir beseitigen müssen.“ „Okay... ich warte bis du hier bist.“ „Ja ach ruf Alex und Sascha an. Die können uns helfen, wenn die Bullen sich dort rum treiben.“ „Na die sind eh schon hier. Also ich meine Alex und Sascha. Außerdem sitzt Bernd noch am Tisch. Aber ich denke nicht, dass die Bullen heute noch mal wiederkommen.“ „Na ich weiß nicht. Die lassen sicher nicht so schnell locker.“ Siebert legte auf.


    Jan hielt mit etwas Abstand vor der Bar. Semir stieg aus und Jan folgte ihm. „Wir sollten erst einmal nach hinten gehen. Vielleicht finden wir dort etwas.“ Jan nickte. „Pass bloß auf, das dich keiner der Wachhunde sieht.“ Semir sah ihn an. „Ich hab keinen Hund gesehen.“ sagte er und grinste. „Ich meine diese zweibeinigen Hunde.“ gab Jan an. Semir ging los und schlich über den Hinterhof des Nachbargebäudes. Der Hof der Bar wurde durch eine Mauer von dem Hof des Nachbargebäudes getrennt. Semir schob sich eine Mülltonne hin und kletterte darüber. Er sah kurz über das Gelände. Jan war mittlerweile oben auf der Mauer. Semir winkte ihm zu und Jan sprang fast lautlos runter. „Wohin?“ fragte er. Semir zeigte nach links. Jan ging los, während Semir nach rechts ging. Eine Weile schlich Semir an der Hauswand entlang. Dann hörte er wie sich ein Schlüssel in der Tür zum Hof drehte. Er versteckte sich hinter einem Kistenstapel und sah wie ein Mann, den er als Siebert erkannte jemand mit sich zog. Dann sah er dass es sich um das Mädchen handelte. Semir zog seine Waffe.

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  • Siebert zog Marion auf den Hof hinaus. „Komm schon! Ich hab was für dich. Ein Geschenk von Läutner. Gefällt dir sicherlich.“ Marion wehrte sich. Die Angst war ihr anzusehen. Sie wusste genau, dass Siebert ihr sicher etwas antat, weil sie sich zugedröhnt an die Gäste rangeschmissen hatte. „Bitte Max... lass mich. Entschuldige... ich werde es nie wieder tun. Bitte lass mich doch...“ weinte sie. Doch Siebert zog sie brutal weiter. „Komm...verdammt ich hab noch Anderes zu tun, als mich mit dir herum zu schlagen!“ „NEIN!! Bitte.... ich will das nicht“ flehte Marion. Siebert drängte sie an die Wand und zeigte ihr eine Spritze. „Hier... sieh mal.... ein Gratisschuss für dich. Das willst du doch, oder?“ fragte er leise. Marion schüttelte den Kopf. „Nein.. ich.... ich will das nicht.“ „Oh doch... du willst es. Na komm....gib mir deinen Arm.“ Er zog Marions Arm zur Seite und setzte die Spritze an. Marion spürte wie das Heroin in ihre Adern floss. Nur kurz darauf fühlte sie sich leicht und bekam den Rest von dem, was sich abspielte nicht mehr mit. „Hände hoch! Lassen Sie das Mädchen in Ruhe!“ schrie jemand, aber Marion hörte wie durch Watte.


    Siebert erschrak als die Stimme erklang. Er hob die Hände. Die Spritze steckte immer noch im Arm von dem Mädchen, aber das Gift war noch zur Hälfte drin. „WEG da!“ schrie ihn der Mann an. „ An die Wand! Beine auseinander!“ folgten die Befehle. Siebert tat was der Mann sagte. Dann kam dieser aus seinem Versteck. „Sie?“ fragte Siebert überrascht. „Ja ich! Sie sind verhaftet.“ Siebert lachte. „Herr Gerken.... Sie sind allein.“ „Das macht kein Unterschied und ich würde mich an Ihrer Stelle nicht darauf verlassen!“ „Komm schon... Mädchen. Steh auf und komm zu mir.“ Wieder lachte Siebert. „Marion ist high.... die wird sich nicht rühren, weil sie sich gerade in ihren Träumen befindet.“ „SIEBERT!!“ rief jetzt jemand aus der Bar. „JA!“ rief dieser zurück ehe sich der Polizist darauf konzentrieren konnte. Ein Mann kam auf den Hof und der Polizist gab einen Warnschuss ab.

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  • Jan hörte den Schuss und dachte sofort an Semir. Er rannte in die Richtung und sah wie gerade ein Mann auf seinen Partner losging. Nun gab auch er einen Schuss ab und er traf. Der Angreifer ging zu Boden. Mit schnellen Schritten ging Jan zu Semir, der sich die Rippen hielt. Er nickte ihm dankbar zu. „Bist du in Ordnung?“ fragte Jan besorgt. „Ja... geht schon. Siebert ist mir abgehauen... Aua.... verdammt. Der hat dem Mädchen hier ne Spitze verpasst. Heroin nehme ich an. Vermutlich mehr, als sie vertragen kann. Ruf einen Notarzt. Ich suche Siebert.“ Jan nickte und griff zum Handy, während Semir dem verletzten Mann am Boden die Handschellen anlegte. Dann sah Jan nur wie Semir verschwand. Er selbst kümmerte sich um das Mädchen, das an der Wand lehnte und mit großen Augen in ihrer eigenen Welt wanderte. „Hey... hörst du mich?“ versuchte Jan mit ihr zu sprechen. Doch sie zeigte keine Reaktion. Er hörte nur kurz darauf die Sirenen. Der Notarzt und die Kollegen kamen. Jan erklärte ihnen, was zu tun war und rannte in die Richtung in der Semir verschwunden war.


    „SIEBERT! Bleiben Sie stehen!“ schrie Semir, als er den Mann vor sich sah. Doch der dachte nicht daran. Semir rannte hinterher. Ein Schuss hallte und dicht bei Semir schlug die Kugel in die Häuserwand. Semir verschwand in einem Hauseingang. „Siebert! Geben Sie auf!“ Er spähte um die Ecke. Niemand war zu sehen. Er ging vorsichtig weiter. Wieder fiel ein Schuss, diesmal pfiff die Kugel dicht über Semirs Kopf hinweg. Semir ließ sich zu Boden fallen, dabei verlor er seine Waffe. Sie rutschte unter einem parkenden Wagen und ehe er sie sich holen konnte, stand Siebert vor ihm und legte auf ihn an. Semir sah ihn in die Augen. „Wer sollte hier nun aufgeben?“ fragte Siebert höhnisch. „Machen Sie keinen Mist....Herr Siebert.“ sagte Semir leise. „Komm ganz langsam hoch... keine falsche Bewegung ich habe nämlich einen ganz nervösen Zeigefinger, klar?“ sagte Siebert drohend. Semir nickte. Aus den Augenwinkeln sah er Jan in seine Richtung kommen.

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  • Jan sah wie Semir zu Boden ging und wie Siebert ihn bedrohte. Er schlich sich vorsichtig an die Beiden heran. Siebert schien ihn nicht wahrzunehmen. Als er dann hinter ihm stand presste er ihm die Waffe in die Seite. „Waffe weg!“ zischte er. Siebert versteifte sich und hob die Hände. „Bist du in Ordnung, Semir?“ fragte Jan und warf einen Blick auf seinen Partner. „Ja... alles klar. Danke.“ Semir nahm seine Waffe und stand auf. „Herr Siebert, ich verhafte Sie wegen dem Verdacht auf Verabreichung von Drogen an Minderjährige. Und Widerstand gegen die Staatsgewalt, außerdem wegen Waffenbesitz und...“ „Spar es dir!“ stieß Siebert aus. Jan legte Siebert die Handschellen an und dann ging es zurück zur „Kokette“. Dort übergaben sie Siebert den Kollegen, die ihn in Jans Wagen setzten. Anschließend gingen sie noch einmal in die Bar. „Okay! Alle Gäste bitte an die Wand. Wir werden von jedem die Personalien nehmen. Das gilt auch für die Angestellten!“ hörte Semir einen Kollegen der Sitte rufen. „Ihr übernehmt. Wir fahren zur PAST und verhören den Siebert.“ sagte er zu einem der Männer und verließ mit Jan die Bar.


    Axel Gierke und Sascha Beeren, sahen wie die Männer mit Siebert abfuhren. „Den holen wir da raus.“ sagte Axel und Sascha nickte nur. „Was machen wir mit den Bullen?“ fragte er. „Klär ich ab.“ Axel griff zum Handy und rief Läutner an. „Zwei Bullen haben Siebert verhaftet.“ „Verdammt! Wo sind sie?“ „Die fahren gerade von der Bar ab.“ „Wer sind die Bullen?“ „Ein Großer und ein Kleinerer. Fahren einen blauen Mercedes.“ „Ja... ich ahnte es. Okay... wir müssen Siebert da raus holen. Schnapp euch die Bullen und sorgt dafür, dass sie mir nie wieder in die Quere kommen. Aber sie sollen noch nicht sterben. Ich brauche sie nächste Woche.“ „Alles klar. Wo sollen wir sie hinbringen?“ „Siebert weiß wohin.“ Axel beendete das Gespräch. „Wir sollen sie schnappen.“ Sascha grinste und hängte sich an den Mercedes ran. Es ging auf die Autobahn. „Was sollen wir denn mit denen machen?“ „Siebert weiß was zu tun ist. Aber sie dürfen noch nicht sterben, soviel sagte Läutner.“ „Der ist wohl sozial eingestellt, was?“ lachte Sascha. Axel sah ihn an. „kümmere du dich ums Fahren.“ „Ja wie sollen wir sie stoppen? Mitten auf der Autobahn?“ „Wir drängen sie ab und holen sie dann. Versuch sie an die Leitplanke zu pressen.“ Sascha nickte und tat was Axel befahl. Er holte den Mercedes ein und fuhr mit ihm gleich auf.

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  • okay... okay... gibt noch etwas aber ob es euch hilft? Ich weiß nicht so genau


    Semir sah an Jan vorbei und bemerkte den großen Kastenwagen neben ihnen. „Was will der denn?“ fragte er leise. Jan warf einen kurzen Blick hin. „Na... sicher will er überholen.“ meinte dieser nur und verringerte das Tempo. Doch als der Wagen ebenfalls verringerte wurde Jan nervös. „Ich hab ein ziemlich blödes Gefühl.“ Semir nickte und zog seine Waffe. Siebert saß mit Handschellen gefesselt auf der Rückbank und sah ebenfalls hinaus. Er erkannte den Wagen sofort und grinste. „Ihr solltet besser rechts ran fahren.“ sagte er. „Darauf kannst du lange warten“ drohte Semir. „Jan.... gib Gas!“ Jan trat das Pedal durch und der Mercedes schnurrte an dem Kastenwagen vorbei. Doch bevor er ihn ganz passierte, da rammte der Wagen den Mercedes. Jan stieß einen leisen Schrei aus und versuchte den Wagen abzufangen. Dieser wurde immer weiter an die Leitplanke gedrängt. Semir sah entsetzt zu. „Scheiße! Jan! tu was!“ schrie er. „Ja was denn? Die haben uns eingeklemmt!“ Semir sah an seiner Seite aus dem Fenster. Funken sprühten. „Runter ich schieße!“ sagte er und Jan duckte sich. Doch die Fahrerkabine von dem Kastenwagen war nicht auf gleicher Höhe. Semir senkte die Waffe wieder. „Scheiße!“ stieß er aus. „Was nun?“ fragte Jan. „Gebt auf!“ lachte Siebert siegessicher. Semir sah ihn wütend an. „Sie sollten Ihren Leuten dort sagen, dass sie aufgeben.“ Er griff zum Funkgerät. „Cobra 11 an Zentrale! Wir werden bedrängt! Auf der A3 in Richtung PAST! Beeilt euch!“ „Zentrale verstanden!“ kam durch. „hoffe nur die beeilen sich wirklich.“ stieß Jan aus und versuchte den Wagen zu kontrollieren.


    „Herzberger! Bonrath! Raus! Semir und Jan brauchen Hilfe.“ Sofort rannten die beiden los und zwängten sich in ihren Porsche. Zwei Streifenwagen fuhren ebenfalls los. Anna sah ihnen besorgt nach. Manfred Leimers kam zu ihr. „Anna! Ich will helfen. Bitte.“ Anna nickte. „Okay... ruf diesen Läutner an. Sag dass er die Informationen bekommt. Aber er soll deine Tochter dafür gehen lassen.“ Manfred nickte. Er griff zum Handy und rief Läutner an. „Du wirst meine Tochter freilassen, wenn du die Infos bekommst und danach sind wir quitt!“ stieß Manfred ins Handy. Er horchte eine Weile. „Nein! Ich will und ich kann nicht mehr. Ich werde mich selbst anzeigen und.... Was soll das heißen?“ .... „Lass Miriam in Ruhe, hörst du!“ ... „Bitte... lass mich mit ihr reden.“ ... „Hallo! Hallo!“ Er ließ das Handy sinken. Anna sah ihn an. „Was ist?“ fragte sie. „Er sagt Miriam wird solange bei ihm bleiben, bis der Transport in seinen Händen ist. Anna... wir müssen den Transport zu Läutner bringen. Er sagt, er bringt sie sonst um.“ „Gut... ich werde mit dem Zoll telefonieren. Wir müssen Läutner bekommen.“ Anna ging in ihr Büro.

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  • Der Mercedes verformte sich immer mehr. „Wo bleiben denn die Kollegen!“ stieß Semir fluchend aus. Während der ganzen Zeit achtete keiner von ihnen auf Siebert, der es irgendwie geschafft hatte die Handschellen zu öffnen. Blitzschnell griff er zu einem Messer, welches er in seinem Stiefelschacht versteckt hatte und hielt es Semir, der völlig überrascht wurde an den Hals. „So... halt an oder er ist tot!“ drohte er und drückte das Messer fester ran. Jan sah entsetzt zu Semir, der sich nicht zu rühren wagte. „Jan! Nicht!!“ stieß er gepresst aus. „Das ist nicht gut, was du deinem Freund rätst.“ Er drückte das Messer noch fester an und Semir spürte wie es anfing zu bluten. „Hey... okay! Ich stoppe!“ kam von Jan. „Wie haben Sie die Handschellen öffnen können?“ wollte er von Siebert wissen. „Man muss nur an den richtigen Stellen die richtigen Freunde haben. Du hast es gar nicht bemerkt, dass einer der Bullen, keiner war, sondern einer meiner Freunde.“ lachte Siebert. Jan stoppte. Der Kastenwagen stellte sich etwas vor ihn und die Männer stiegen aus dem Wagen aus. „Okay... wir steigen jetzt aus und begrüßen unsere neuen Freunde.“ lachte Siebert. Als Semir die Tür öffnete zischte Siebert ihn an. „Du bleibst noch ganz ruhig sitzen, klar?“


    Miriam saß in ihrem Gefängnis auf dem Bett. Es war ein fensterloser Raum. Sie hatte viel geweint und sich dafür verflucht, dass sie eine solche Dummheit gemacht hatte. Wenn sie bei ihrem Vater gewesen wäre.... Verdammt! Sie stand auf und ging zur Tür. Sie trat dagegen und schrie laut. Doch niemand hörte es. Zumindest kam niemand zu ihr.


    Siebert lachte leise, doch das verschwand auf einmal, als er die Sirenen hörte. „Scheiße!“ stieß er aus. „Geben Sie auf!“ sagte Jan und sah ihn an. „Ich hab deinen Kollegen in meiner Gewalt! Also sorg dafür, dass die Kollegen verschwinden, sonst ist er tot!“ Jan schüttelte den Kopf. Er warf einen Blick auf Semir, der sich nach wie vor nicht bewegte. „Er weiß dass er irgendwann den Löffel abgeben muss. Aber wollen Sie wirklich wegen einem Mord in den Knast?“ Siebert sah zu seinen Freunden, die schnell das Weite suchten. „Haut ab!“ schrie er als Hotte und Dieter zum Wagen kamen. Jan machte ihnen ein Zeichen stehen zu bleiben. Siebert war nervös und in dieser Situation konnte es eskalieren. „Okay... was wollen Sie?“ „Ich will weg hier!“ Jan nickte. „Dann lassen Sie meinen Kollegen frei... sie können fahren!“ Siebert sah ihn an und lächelte nervös. „Das ist ein Trick!“ Jan hob die Hände. „Kein Trick! Lassen Sie ihn gehen.“ Er sah wie Siebert den Druck des Messers verringerte und Semir die Augen schloss. „Er wird mich erst fahren“ forderte Siebert nun von Jan.

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  • Hotte und Dieter sahen sich an und dann zu Jan als der Wagen abfuhr. „Hör mal... das war nicht klug. Wer weiß wenn der austickt was passiert?“ Jan nickte und rannte zum Porsche. „Ich leih ihn mir nur aus. Ihr könnt mit den Kollegen zurückfahren.“ „Aber Jan! Das geht doch nicht! Das sieht doch ein Blinder, dass es ein Polizeiauto ist!“ rief Dieter. Jan ignorierte es einfach und folgte dem Mercedes. Dieter und Hotte sahen dem Wagen hinterher. „Wehe dem Wagen passiert was“ drohte Dieter obwohl er nicht damit rechnete, den Wagen in dem Zustand wieder zu sehen, wie er ihn zwangsweise übergeben hatte.


    Semir spürte seine Waffe in der Seite. Siebert hatte sie genommen und dafür das Messer weggesteckt. Vorsichtig fuhr Semir mit der Hand über seinen Hals. Als er sie wegzog war Blut daran. „Wenn du friedlich bist, passiert gar nichts.“ Semir nickte nur. Er sah kurz in den Rückspiegel und sah den Porsche im sicheren Abstand hinter sich fahren. Er ahnte schon wer dort am Steuer saß. Siebert sah nur nach vorn auf die Straße. „So du fährst gleich auf dem Parkplatz ab, klar?“ Semir nickte nur und ordnete sich ein. Er fuhr auf den Parkplatz. Siebert nahm die Waffe weg. „Aussteigen!“ befahl er und öffnete selbst die Tür. Semir stieg aus. Siebert hielt die Waffe immer noch auf ihn gerichtet. „Los! Wir machen einen kleinen Spaziergang!“ Siebert stieß Semir zu einem Weg. Semir hob leicht die Hände.


    Jan sah das Semir auf den Parkplatz lenkte und fuhr in einem Abstand ebenfalls rauf. Schon von weitem sah er seinen Dienstwagen. Er versteckte den Porsche, stieg aus und schlich zum Mercedes. Niemand war drin. Er sah sich um. Auch in der Umgebung schien niemand zu sein. Verdammt, fluchte er tonlos. Er öffnete die Motorhaube des Mercedes und machte den Wagen unbrauchbar. Wenn Siebert wirklich hier irgendwo steckte, dann konnte er nun nicht mehr weg. Aber wo war Siebert mit Semir hin? Eigentlich war die einzige Möglichkeit, dass sie im Wald verschwunden waren. Jan ging zu dem Weg und wollte gerade in Richtung Wald gehen, als eine Person aus dem Gebüsch kam. Jan erkannte Siebert sofort. Er zog die Waffe und versteckte sich hinter einen Baum. Als Siebert an ihm vorbei war sprang Jan hinter dem Baum hervor und presste Siebert die Waffe in den Rücken. „Okay... das Spiel ist vorbei! Wo ist mein Kollege?“ Siebert hob die Hände. „Wenn Sie mich nicht gehen lassen, finden Sie ihn nie!“ drohte er. Jan nahm die Handschellen und legte sie Siebert an. Er drückte die Schellen fest zu und Siebert stöhnte auf. „Die bekommst du garantiert nicht mehr auf. So... wo ist mein Kollege?“

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  • Semir lag am Waldboden und kam langsam zu sich. Siebert hatte ihn niedergeschlagen. Als er sich aufrichten wollte, spürte er dass er mit seinem Gürtel gefesselt war. Es dauerte nicht sehr lange und er war frei. Langsam stand er auf und hielt seinen Kopf. „AUA!“ stieß er leise aus und ging dann zum Weg. Etwas weiter entfernt sah er zwei Männer stehen. „JAN!“ rief er als er seinen Partner erkannte. Der Mann drehte sich um und wartete auf ihn. „Bist du in Ordnung?“ fragte er Semir. „Ja... geht schon.“ „Du blutest“ „Ist nicht so schlimm. So.... Herr Siebert.... das hat ein Nachspiel.“ gab Semir leise von sich und sah Siebert an. „Na komm! Ich hab den Wagen lahm gelegt, als ich gesehen habe, dass ihr hier im Grünen rum schleicht. Hab echt Angst um dich gehabt.“ „Ha, ha.... komm ich will ins Warme.“ Sie gingen mit Siebert zum Mercedes. Allerdings wusste Jan zwar wie man den Wagen lahm legte, aber nicht wie er wieder fahrbereit wurde. Er sah Semir an. „Was machen wir jetzt?“ fragte er. Semir grinste ihn an. „Der Porsche hat einen schönen kleinen Kofferraum. Darin könnte er es sich bequem machen und wir fahren. Ich lasse Hartmut den Wagen abholen und gut ist.“ Siebert sah von einem zum Anderen. „Das könnt ihr nicht machen! Ich protestiere!“ Jan grinste ihn nur an.


    „Was liegt gegen Siebert vor? Wir müssen darauf achten, dass er nicht durch einen der windigen Anwälte sofort wieder draußen ist.“ fragte Anna, als Semir und Jan eine Stunde später in ihrem Büro standen. „Nun ja... Freiheitsberaubung, Abgabe von Rauschmitteln, Entführung, Körperverletzung...“ gab Semir an. „Gut... das reicht aus um ihn für eine Weile in Untersuchungshaft zu nehmen. Semir, lassen Sie Ihre Wunden behandeln!“ Semir nickte und verließ das Büro. Jan setzte sich. „Jan.... Manfred ist sehr nervös. Während Sie mit Siebert beschäftigt waren, hat dieser Läutner angerufen. Er will dass wir den Wagen mit den Drogen zu ihm bringen.“ Jan lachte laut auf. „Das ist doch wohl nicht Ihr Ernst!“ Anna nickte. „Leider ja. Ich habe bereits mit dem Zoll und mit der Staatsanwaltschaft gesprochen. Staatsanwältin Schrankmann wird sicher gleich herkommen. Sie hat sich bereit erklärt das Verfahren gegen Manfred einzustellen, wenn er sich von Läutner distanziert und dazu beiträgt Läutner zu verhaften. Außerdem muss er ohne Bedingungen aus dem Polizeidienst treten. Das heißt keine Pensionsansprüche aus der Dienstzeit.“ Jan nickte. „Wer ist denn diese Schrankmann? Kann man mit ihr reden?“ Anna zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht... ich selbst kenne nur ihren Vorgänger Lukas Simmerath. Aber ich denke schon, dass sie ihr Handwerk versteht.“


    Nur eine Stunde später waren Anna, Manfred, Jan und Semir mit der Staatsanwältin Claudia Schrankmann in Annas Büro. „Nun Herr Leimers? Wie lautet Ihre Entscheidung?“ fragte sie. Jan sah Semir an. Die Stimme gefiel ihm überhaupt nicht. Sie hörte sich zickig an. Semir grinste nur. „Frau Schrankmann, ich weiß dass es nicht richtig war. Ich helfe Ihnen Läutner zu bekommen und werde anschließend den Polizeidienst quittieren.“ Die Staatsanwältin nickte zufrieden. „Gut....“ Sie wandte sich an Semir. „Sie sind Herr Gerkhan?“ Semir nickte. „Gut... Frau Engelhard hat sie in hohen Tönen gelobt, das gleiche gilt für Sie Herr Richter. Nun ich bin ja noch nicht überzeugt davon. Wenn ich mir so ihre Personalakten ansehe, dann kosten Sie dem Staat recht viel. Besonders was das Dienstwerkzeug angeht, scheinen Sie nicht gerade zimperlich zu sein.“ Semir sah sie an. „Es ist nun mal sehr gefährlich auf den Autobahnen. Da kann es schon mal passieren, dass ein Unfall verursacht wird, wenn man jemanden verfolgt.“ Schrankmann nickte. „Ja.... ich sehe auch dass es im letzten Monat sechs Dienstwagen waren. Und an diesen Unfällen hatten Sie natürlich keine Schuld, richtig?“ „Frau Schrankmann, wir sollten uns auf den Fall konzentrieren. Die Art wie Herr Gerkhan und Herr Richter mit ihrem „Dienstwerkzeug“ umgehen, können wir ein anderes Mal diskutieren.“ warf Anna ein. „Ja stimmt. Wir sicher sehr interessant.“ meinte Schrankmann. „Der Zoll ist damit einverstanden, dass Herr Gerkhan und Herr Richter den Wagen mit den Drogen fahren. Wir haben jede Menge an Begleitschutz aufgestellt und werden umgehend zugreifen, wenn die Verbrecher von Läutner versuchen, die Drogen zu stehlen.“ sagte sie stolz. Semir schüttelte den Kopf. „Ich hoffe nur, Sie glauben nicht, dass Läutner selbst am Überfall beteiligt sein wird, für so dumm halte ich Sie nämlich nicht.“ gab er zu verstehen und fing sich sofort einen warnenden Blick von Anna ein, die natürlich die Ablehnung der Staatsanwältin von Semir her genau spürte.

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