Gejagt

  • So,nachdem ich jetzt ziemlich lange gebraucht habe,um mir mal wieder eine eigene Story einfallen zu lassen, bekommt ihr jetzt wieder was zum Lesen.
    Viel Spaß :baby:
    ©



    GEJAGT


    Es war bereits das dritte Mal an diesem Morgen, dass Anna Engelhardt den Kopf zur Tür hereinsteckte und Semir fragend ansah. Und wie auch die beiden Male zuvor, schüttelte Semir erneut leicht lächelnd den Kopf.
    Annas Blick war eindeutig. „Sollte ihr Kollege eventuell doch noch zur Arbeit kommen, bevor ich Feierabend mache, dann soll er freundlicherweise sofort in mein Büro kommen!“
    Dann ging sie und Semir griff zum mindestens zehnten Mal an diesem Vormittag zum Telefon. Inzwischen war es nach elf.
    „Verdammt nochmal ,wo steckt der bloss wieder!“, sagte er leise zu sich selbst und wählte Toms Handynummer. Doch wie bei den Versuchen zuvor, blieb auch diesmal die Leitung stumm. „Scheisse...“, murmelte Semir,stand auf und ging aus der Tür.
    Petra saß an ihrem Schreibtisch und sah Semir fragend an.
    „Und?“
    „Ne...nichts. Hat er sich bei dir gemeldet?“
    Petra schüttelte nur den Kopf.“Nein,warum sollte er...“
    „Hätt ja sein können. Ich hatte in den letzten Wochen so das Gefühl, dass ihr beiden...“
    Erneut schüttelte sie den Kopf.“Nein Semir...wir habens probiert und es hat nicht funktioniert.“
    Semir ging nicht weiter darauf ein.“Ich fahr jetzt mal bei ihm vorbei. Wenn die Chefin fragt,wo ich bin...“
    Petra nickte,“Ja,alles klar, bei dem Unfall auf der A59.“
    Semir lächelte,“Danke.“
    Dann lief er aus dem Büro, stieg in den Wagen und machte sich auf den Weg zu Toms Wohnung. Petra sah ihm nachdenklich hinterher.



    Etwa fünfzehn Minuten später erreichte Semir das Haus, in dem Tom wohnte. Er parkte den BMW in der Einfahrt und stellte verwundert fest, das der CLK von Tom nirgendwo zu sehen war.
    Semir klingelte,aber ohne Erfolg. Kurzerhand zog er seinen Schlüsselbund heraus und öffnete mit dem Zweitschlüssel Toms Haustür. Langsam betrat er die Wohnung.
    „...Tom?“
    Keine Antwort. Semir ging ins Wohnzimmer,schliesslich nach oben . „Tom?“.Nichts.
    Semir sah sich um und war sich schnell sicher, das Tom sicher die ganze Nacht nicht hier gewesen war.
    „Ja toll“, sagte er zu sich selbst,“Wo hast du wieder geschlafen, mein Freund...“
    Dann verliess der die Wohnung wieder,schloss ab und ging zurück zum Wagen.
    „Ihr Kollege war heute Nacht nicht hier.“
    Semir drehte sich um. Toms neugierige Nachbarin aus dem Vorderhaus stand vor ihm und schloss gerade ihr Fahrrad an. Semir ging auf sie zu.
    „Nein?...Und woher wissen sie das?“
    „Na, ich kam zufällig gerade nach Hause,als er gestern Abend weggefahren ist, wissen sie. Und dann war sein Wagen die ganze Nacht nichtmehr hier.“
    Semir nickte. „Und,sagen sie Frau Hausmann...war er allein?“
    Die Frau lächelte nachdrücklich und schüttelte den Kopf. „Natürlich nicht, Herr Gerkhan! Wie immer war eine Frau dabei! Das ist ja wohl auch mittlerweile eine Zumutung...“
    Semir grinste nur in sich hinein und ging dann entgültig zu seinem Wagen. Na,dem würde er was erzählen,dachte er stumm. Vermutlich war er inzwischen längst im Büro und hatte bereits eine Abreibung der Chefin hinter sich...




    Doch als Semir wieder zurück in der PAST war,war Tom immer noch nicht da. Semir schüttelte den Kopf, sah zur Uhr und versuchte es erneut auf seinem Handy.
    „Das gibt es doch nicht!...Petra, bitte sag mir,dass er sich gemeldet hat, ja?“
    Doch auch Petra schüttelte den Kopf.
    Und schon kam die Chefin aus ihrem Büro gerauscht. „Semir, wo ist Kranich?!“
    „Ja Chefin...ich hab keine Ahnung.“
    „Es ist ihr Partner! Also sorgen sie dafür, dass er auftaucht! In dieser Dienststelle kann nicht jeder kommen und gehen,wann und wie es ihm gefällt! Irgendwo muss er ja sein! Fahren sie zu ihm nach Hause und sehen sie nach!“
    „Ja also...da war ich ja schon...“
    Die Chefin warf ihm einen wütenden Blick zu. „Ach, ich dachte ,sie waren auf der A59?! Na, wie auch immer, liegt er noch im Bett oder was?!
    „Äh, nein...zuhause,also,zuhause war er nicht.“
    Anna Engelhardt stemmte die Hände in die Hüften und sah von einem zum anderen.
    „Ja, sollen wir Kranich zur Fahndung ausschreiben,oder was?!“
    Semir blickte sie nachdenklich an und nickte vorsichtig,“Ja also...ich weiss auch nicht,Chefin.“
    In diesem Moment kam Bonrath eilig auf sie zu. „Ich hab hier was...Merkwürdiges,Chefin!“
    „Ja,was denn Bonrath?“ Sie sah ihm,immer noch schlecht gelaunt,entgegen und Dieter hielt ihr eine Meldung hoch.
    „Kollegen aus der Innenstadt haben einen Wagen versteckt am Hafenbecken gefunden.“
    „Ja,und was haben wir damit zu tun?! Bonrath?!“
    „Ja....es ist so...“Dieter sah zu Boden, „Es ist Toms Wagen....“
    „Was?!“ Semir sprang auf,griff nach dem Fax. Auch Engelhardt starrte Bonrath entgegen und sah ihm gleichzeitig an,dass das noch nicht alles war.
    „Dieter?!“
    „...Ja, und im Kofferraum liegt ein Toter....“

  • Es geht weiter.....


    Bereits in der nächsten Sekunde rannte Semir Richtung Tür.“Ich bin auf dem Weg dahin,Chefin!“ Ohne ihre Antwort abwartend war er aus der PAST und die anderen sahen ihm stumm nach. Anna Engelhardt wandte sich an Bonrath. „Sagen sie sofort den Kollegen vor Ort Bescheid,dass Semir unterwegs ist. Keiner soll da etwas anfassen! Schicken sie die Spurensicherung los und Toms Wagen kommt sofort danach zur KTU!“
    Dieter nickte,eilte zum Funk.
    Anna sah zu Petra, die wortlos an ihrem Schreibtisch sass und immer noch Semir nachsah.
    „Petra?...Sind sie in Ordnung?“
    „...Was?...Ja,ja...sicher.“



    Knapp zwanzig Minuten später sprang Semir aus seinem Dienstwagen und rannte durch die Absperrbänder auf die Kollegen und Toms Wagen zu.
    „Gerkhan,Kripo Autobahn! Wer ist der Tote?!“
    Der uniformierte Beamte schüttelte den Kopf.“Das wissen wir nicht. Keine Papiere.“
    Semir nickte nur und ging langsam auf den CLK zu. Sein Herz schlug nun bis zum Hals und die Vorstellung wer da vielleicht in dem Kofferraum liegen könnte,war furchtbar.
    Semir sah hinein und atmete kaum hörbar auf. Der Tote im Wagen war ihm auf den ersten Blick völlig unbekannt.
    Erleichtert wandte er sich an den Beamten.
    „Wer hat den Wagen gefunden?“
    „Zwei Obdachlose. Stehen da vorne.“
    „Okay...danke. Unsere Spurensicherung wird gleich hier sein. Achten sie darauf,dass keiner an den Wagen geht.“
    „Ja,selbstverständlich.“
    Dann ging Semir hinüber zu den zwei abgerissen aussehenden Männern. Ihr Alter war nur schwer zu schätzen,aber vermutlich waren beide so um die fünfzig. Der Schreck über ihren Fund stand ihnen immer noch ins Gesicht geschrieben.
    „Kripo Autobahn, guten Tag. Sie haben den Wagen entdeckt?“
    Beide nickten aufgeregt.
    „Ja! Benno und ich! Ich bin Georg. Kannst ruhig du sagen,machen ja alle.“
    „Ja,ist euch sonst was aufgefallen?“
    „Nee,Herr Kommissar,nix. Wir haben da geschlafen,da hinten neben der Brücke. Und als wir los wollten in die Stadt stand der Wagen da.“
    Semir sah Georg entgegen. „Das heisst,gestern Nacht noch nicht?“
    „Naja,als wir uns schlafen gelegt haben,war es so vielleicht Mitternacht und da war noch kein Auto da. Erst heute morgen,also vorhin.“
    „Wann war das?“
    „Mhm....ja,weiss nicht so genau. Gegen neun sind wir wach geworden....Na, und dann sind wir gleich gucken gegangen.Naja,so ein schönes Auto,da haben wir gedacht,da können wir vielleicht was abstauben oder so.“
    „Und statt dessen habt ihr den Toten gefunden?“
    „Ja! So ein Schreck! Wir haben dann gleich die Polizei gerufen!“
    Semir nickte.“Habt ihr jemanden gesehen?“
    „Nein,da war keiner.Nur der Tote!“
    Semir bedankte sich bei den Beiden und ging zurück zu den Kollegen am Wagen. Inzwischen war die Spurensicherung eingetroffen und Semir lief sofort zu dem Arzt der Gerichtsmedizin.
    „Horst! Kannst du mir schon was sagen?!“
    „Ja,sicher kann ich das...nämlich das ich vor fünf Minuten hier angekommen bin! Semir,seh ich aus wie ein Hexer?!“
    „Ja,schon gut.Sorry,es ist nur...“
    „Ich weiss,ja! Sobald ich irgendwas habe,geb ich dir sofort Bescheid.“
    „Danke.“
    Nachdenklich ging Semir um Toms Wagen herum. Da war nichts,was irgendwie auffällig war. Keine Schramme,keine Beule,nichts. Aber ein Toter im Kofferraum. Und Tom war verschwunden.
    Verdammt,Partner,was ist hier nur passiert,fragte sich Semir und griff zu seinem klingelnden handy. Die Chefin war am anderen Ende.
    Ihre Stimme klang ernst,vielleicht ernster,als Semir sie je gehört hatte.
    „Kommen sie ins Büro,Semir,sofort.“
    „Was ist los?“
    „Kommen sie einfach,ich erkläre es ihnen dann.“

  • Und wieder ein neues Stück zum Lesen. Und danke für die Feeds! :baby:


    Als er wenig später die PAST erreichte und sofort in Richtung von Engelhardts Büro ging,bemerkte er sofort die Blicke der Kollegen.. Niemand sagte etwas,einige sahen zu Boden. Semir betrat das Büro der Chefin,sie war nicht allein. Der Mann,etwa Mitte vierzig,war ihm unbekannt,doch dafür kannte er die Frau,die neben ihm sass umso mehr.
    Anna nickte ihm zu. „Da sind sie ja,Semir.“
    Er sah sie fragend an.“Was ist hier los?“
    Bevor Anna antworten konnte, war Staatsanwältin Schrankmann bereits aufgestanden und blickte ihm entgegen. „Gerkhan, wo ist Kranich?!“
    Semir sah sie an, dann zur Chefin und schliesslich zu Schrankmanns Begleiter. Woher zum Teufel,wusste Schrankmann bereits davon.
    „Beantworten sie meine Frage, wo ist Kranich?“
    „Das wüsste ich selbst gerne....“,erwiderte Semir leise. Schrankmann lachte laut auf.
    „Wollen sie mich für dumm verkaufen! Er ist doch wohl ihr Partner, nicht wahr?!“
    Semir antwortete nicht. Inzwischen war der Mann neben Schrankmann ebenfalls aufgestanden,reichte Semir die Hand.
    „Clemens Berger, Bereich interne Ermittlungen.“
    Semir sah ihn an,drückte kurz seine Hand,wandte sich dann an Engelhardt.
    „Was wird hier gespielt? Und vor allem,muss ich hier mitspielen?“
    „Ich fürchte ja,Semir....Es gibt seit einigen Tagen Ermittlungen gegen Tom...“
    „Was soll der Quatsch...Was für Ermittlungen?“
    „Herr Berger wird es ihnen erklären.“
    Sie nickte Berger zu und er begann zu reden. „Ich kann mir vorstellen,das sie das ,was ich ihnen jetzt erzählen werde,vermutlich nicht gerne hören wollen,aber es ist nunmal nicht zu ändern.“
    Semir antwortete ihm nicht,sah ihn nur verständnislos an. Berger fuhr fort.
    „Wir haben in den letzten Tagen mehrere Hinweise bekommen,das Hauptkommissar Kranich sich an illegalen Drogengeschäften beteiligt.“
    „Was bitte?! Das ist doch kompletter Blödsinn! Was sollen das denn für Hinweise...“
    „Bitte lassen sie den Kollegen Berger ausreden,Gerkhan!“,kam sofort die Stimme der Schrankmann.
    „Die Hinweise darauf waren anonym und zunächst haben wir sie nicht ernst genommen. Doch mittlerweile sahen wir uns aufgrund der Sachlage gezwungen,Ermittlungen aufzunehmen....An welchem Fall arbeiten sie und Kranich momantean?“
    „Nichts Besonderes...Eigentlich arbeiten wir alte Berichte auf. Und Tom hatte noch mit einer Spedition zu tun, die mehrfach mit nicht verkehrssicheren LKWs erwischt wurden. Nichts Aufregendes.“
    „Waren sie jemals mit Kranich zusammen bei dieser Spedition?“
    „Nein....das war auch nicht notwendig.Wie gesagt, Routine.“
    Berger nickte nur,reichte Semir eine Akte. „Nach Lage der Ermittlungen,die wir aufgrund der Hinweise eingeleitet haben,ist der Besitzer dieser Spedition,Wolfgang Heller, in Drogengeschäfte verwickelt. Und es ist für wahrscheinlich zu halten,das Kranich das herausgefunden hat und jetzt kräftig in dieser Sache mitmischt.“
    „Bitte?!“ Semir blickte Berger an und spürte Wut in sich aufsteigen. Doch Berger nickte nur.
    „Ich kann gut verstehen,das sie...“
    „Ich muss mir diesen Quatsch nicht länger anhören! Chefin?“
    Doch Anna schüttelte den Kopf,sah Semir an. „Hören sie dem Kollegen bitte zu,Semir.“
    Clemens Berger nickte Anna dankend zu und sprach weiter.
    „Kranich hat sich für sein Schweigen gut bezahlen lassen,glauben sie mir.“
    „Verdammt nochmal,was für ein Schwachsinn !“
    „Ach ja?!“, mischte sich jetzt Schrankmann ein“Wo ist er denn,ihr Kollege?!“
    Semir starrte sie an,war kurz vorm Explodieren. Und gerade,als er etwas erwidern wollte,kam Petra herein.
    „Entschuldigung,aber der Tote ist identifiziert worden. „
    „Ja,Petra?“ Anna sah sie an und Petra brachte ihr eine Akte.
    „Ein gewisser Wolfgang Heller, Geschäftsführer der Spedition Heller . Seine Tochter hat ihn heute früh als vermisst gemeldet.“
    Im Büro herrschte völliges Schweigen. Semir schloss einen Moment lang die Augen. Und als er sie wieder öffnete,stand Schrankmann direkt vor ihm.
    „Wo ist der Tote gefunden worden?!“
    Semir schwieg und schliesslich war es die Chefin,die antwortete. „Die Leiche lag im Kofferraum von Kranichs Dienstwagen,Frau Staatsanwältin....Der Wagen wurde heute morgen am Hafen gefunden.“
    Wieder war es still im Büro. Petra,die immer noch in der Tür stand,verliess wortlos das Büro und die Tür fiel zu.
    Schrankmann sah Engelhardt an. „Sie geben jetzt unverzüglich eine Fahndung nach Hauptkommissar Kranich heraus,Frau Engelhardt! Und ich will die Berichte der Spurensicherung und der Gerichtsmedizin! Und zwar,sobald sie ihnen vorliegen!“
    Nun war auch Anna aufgestanden,sah die Staatsanwältin an. „Und wegen welchen Vergehens soll ich Tom Kranich zur Fahndung ausschreiben lassen,Frau Schrankmann?!“
    „Wegen Mordverdacht,Frau Engelhardt!“

  • Hallo....und weiter geht es.... ;)



    „Das glauben sie doch selbst nicht!“
    „Was ich glaube,ist völlig unerheblich! Die Fakten sprechen wohl für sich!“
    Nun konnte Semir sich nicht weiter beherrschen. „Fakten! Was denn für Fakten?!Wenn ich das hier alles richtig verstanden habe,haben sie ein paar anonyme Hinweise und sonst garnichts!“
    „Herr Gerkhan,mässigen sie ihren Ton! Lesen sie den Bericht von Herrn Berger! Und danach werden sie verstehen,warum ich nicht anders vorgehen kann! Ihr Partner hat sich für sein Schweigen bezahlen lassen und nachdem er das Geld hatte, hat er...“
    „Ja?!! Was hat er dann,Frau Schrankmann?!! Was dann?!!“
    „Es sieht nicht gut für ihn aus Gerkhan!“
    Damit ging sie zur Tür. Berger folgte ihr,drehte sich dann nochmal zu Semir um.
    „Wissen sie Herr Gerkhan,ich habe schon oft Dinge in dieser Richtung erlebt. Und oft bei Beamten,wo man nie damit rechnen würde! Ich weiss, es ist schwer nachzuvollziehen,dass Polizeibeamte zu so etwas fähig sind. Aber glauben sie mir,einige tun es!“
    In diesem Moment packte Semir Berger am Jackett und schob ihn wütend gegen die Wand. Sofort kam Annas scharfe Stimme. „Semir!“
    Semir funkelte ihn an,liess dann jedoch los. „Berger,sie kotzen mich an!“
    Berger rückte wortlos sein Jackett zurecht und verliess das Büro. Schrankmann sah zu Semir, dann zu Engelhardt.
    „In Anbetracht der Umstände halte ich es für besser, dass Herr Gerkhan auf keinen Fall an dieser Sache weiterarbeitet,Frau Engelhardt! Die kompletten Ermittlungen laufen nur noch über Hauptkommissar Berger!“
    Damit verliess auch die Staatsanwältin das Büro und rauschte aus der PAST. Die Kollegen sahen ihr nach,während Semir die Tür von Annas Büro zuknallte.
    Die Chefin sah ihn an,schüttelte leicht den Kopf. „So kommen wir nicht weiter,Semir....“
    „Glauben sie diesen Quatsch etwa?!“
    „Darum geht es nicht....Ich habe Bergers Ermittlungsakte gelesen,Semir,und danach zu urteilen,sieht es wirklich nicht gut aus für Tom. Und jetzt kommt auch noch der Tote dazu...“
    „Chefin! Tom ist verschwunden! Wer weiss,was die mit ihm gemacht haben!“
    „Und wer ist `die`,Semir?“
    „Na,diese Mistkerle,die ihm was anhängen wollen! Wir müssen ihn da rausholen!...Chefin?“
    Anna Engelhardt gab ihm wortlos die Ermittlungsakte. Das Telefon klingelte.
    Sie griff nach dem Hörer,hörte stumm zu und legte mit einem kurzen danke auf. Semir sah genau,das es keine guten Nachrichten gewesen waren.
    „Das war die Gerichtsmedizin. Wolfgang Heller ist erschossen worden. „
    „Ja,das weiss ich selbst.War ja nicht zu übersehen!“
    „Ja,aber es gibt etwas,das sie noch nicht wissen,Semir.Ich wollte es nicht erwähnen,als Schrankmann und Berger hier waren....Während sie auf dem Weg hierher zurück waren,Semir,hat die Spurensicherung Toms Waffe am Rhein gefunden. Nur etwa zwanzig Meter vom Tatort entfernt. Das Ergebnis der Ballistiker gerade am Telefon ist eindeutig.Heller wurde mit Toms Dienstwaffe getötet....Und es sind ausschliesslich Toms Fingerabdrücke auf der Waffe.“

  • Fortsetzung für euch :)


    Semir sah sie an,schüttelte den Kopf. „Aber deshalb glauben sie doch wohl nicht,das Tom...“
    „Ich sagte bereits,das es unerheblich ist,was ich glaube! Ich kann ihnen aber sagen,was Schrankmann und Berger glauben werden,wenn sie das erfahren.“
    „Chefin,ich muss Tom finden! Bitte!“
    „...Ich schlage vor,sie nehmen sich ein paar Tage.....Urlaub?.“
    Semir verstand,nickte und ein leichtes Lächeln zog über sein Gesicht. Anna sah ihn an.
    „Sie haben natürlich jede Unterstützung,die sie brauchen. Nur offiziell....“
    „Schon klar,Chefin.Verstehe.“
    Damit nahm er Bergers Akte und ging hinüber in sein Büro. Wortlos liess er sich an seinen Schreibtisch sinken und begann zu lesen. Er musste herausfinden,was hier vor sich ging. Und vor allem machte er sich unendliche Sorgen um Tom.
    Petra kam herein, sah ihn fragend an und schloss die Tür.
    „Was ist passiert,Semir?“
    Bevor er antworten konnte,ging die Tür erneut auf und Hotte und Dieter betraten sein Büro. Wieder schloss sich die Tür.
    „Wenn du Hilfe brauchst,Semir....auf uns kannst du zählen!“
    Semir nickte,sah die drei an.
    „Tom steckt in Schwierigkeiten....“
    Dann informierte er sie über das,was er wusste.



    Tom lief zum wohl hundertsten Mal in dem kleinen Raum hin und her. Wütend trat er gegen die Eisentür und es schepperte laut. Es war zum Verrücktwerden. Er sah auf seine Armbanduhr und versuchte nachzuvollziehen,wie lange er sich bereits in diesem verdammten Loch hier befand. Das Letzte,woran er sich erinnerte,war,dass er Julia nach Hause gebracht hatte und auf dem kurzen Weg zurück zu seinem Wagen gewesen war. Dann hatte er noch den Schatten hinter sich wahrgenommen,den harten Schlag am Hinterkopf,mehr nicht.
    Und später,als er wieder langsam mit wahnsinnigen Kopfschmerzen zu sich gekommen war,hatte er in diesem feuchten dunklen Keller gelegen. Vorsichtig fuhr er sich mit der Hand über die Platzwunde am Hinterkopf und fluchte erneut. Sein Handy,Ausweis sowie die Dienstwaffe waren verschwunden.
    Tom nahm sich die Selterflasche,die auf einem winzigen alten Holztisch stand, dazu die Packung mit den Keksen und liess sich auf den einzigen Stuhl in diesem Raum sinken.
    Was, zum Teufel, ging hier vor sich. Er konnte sich absolut keinen Reim darauf machen.
    Zunächst hatte er sich darauf konzentriert irgendwie einen Weg zu finden,um aus diesem Loch entkommen zu können,doch mittlerweile wusste er,dass es aussichtslos war. Keine Fenster,kein Lüftungsgitter und eine stabile Eisentür als Ausgang. Wieder fluchte er leise, öffnete die Kekse und aß wütend einen Schokoladenkeks nach dem anderen. Wenigstens für essen und trinken hatten die Kerle,denen er das hier zu verdanken hatte,gesorgt.Nur wenn man vom Vorrat der Selterflaschen und den Lebensmitteln ausgehen würde,musste er sich anscheinend auf eine längere Zeit einrichten. Und genau das machte ihm Angst!
    Tom warf die Tüte in die Ecke,stand auf,ging erneut zur Tür und trat dagegen.
    „Hey! Hört mich hier irgendjemand?! Was soll der Scheiss!“
    Stille. Nichts. Tom setzte sich zurück auf den Stuhl,sah auf die verdreckte Matratze am Boden. Ein bißchen hinlegen würde seinem brummenden Schädel sicher guttun,doch alles in ihm sträubte sich dagegen,sich auf dieses versiffte Teil zu legen. Und so lehnte er sich auf dem Stuhl sitzend gegen die Wand und schloss die Augen. Er begann an Semir zu denken und daran,dass sie sicher längst nach ihm suchen würden. Die Frage war nur,wie gross die Chancen waren ,ihn hier zu finden.....

  • Guten Morgen :baby:



    Währenddessen hatte Semir sich die bisherigen Ermittlungen von Berger vorgenommen und als er die Akte weglegte, lief ihm ein kalter Schauer den Rücken hinunter. Zusammen mit dem ,was in den letzten Tagen von Berger herausgefunden worden war und den Ereignissen von letzter Nacht, fügten sich anscheinend immer mehr Puzzleteile zu einem grossen zusammen und Semir war klar,das hier jemand am Werk war,der Tom bis aufs Tiefste hassen musste!
    Die Chefin betrat sein Büro,sah ihn an. „Und? Haben sie es durch?“
    Semir nickte. Er wusste auch nicht,was er sonst noch sagen sollte. Anna setzte sich an Toms Schreibtisch,sah ihn an.
    „Lassen sie uns versuchen,dass alles zusammenzufassen,Semir.“
    „Das hat ja wohl schon Berger getan, Chefin! Jeder,der das hier liest und einigermassen klar denken kann,wird genau das glauben,was hier steht. Dass Tom Hellers Drogengeschäfte aufgedeckt hat und sich dafür hat bezahlen lassen,den Mund zu halten. Sehen sie sich diese Fotos an,Chefin...Heller gibt Tom eine Tasche...und ein paar Stunden später liegt er tot in Toms Dienstwagen! Verdammt!...Dazu die anonymen Hinweise,perfekt inzeniert!“
    Die Chefin schwieg. Semir stand auf,griff nach seiner Jacke.
    „Was haben sie jetzt vor?“
    „Naja...ich hab ja Urlaub,was? ...Ich muss die Frau finden,mit der Tom gestern Abend gesehen wurde. Vielleicht ist das eine Spur.“
    „In Ordnung.Ich werde zu der Tochter von Wolfgang Heller fahren,Semir. Wir bleiben in Kontakt.“
    „Laut der Schrankmann sind wir raus aus der Sache,Chefin...“
    „Ich werde mir von niemandem verbieten lassen,in dieser Sache zu ermitteln,Semir.Verlassen sie sich darauf.“
    Semir nickte lächelnd und verliess das Büro.



    Wenig später erreichte er Toms Wohnung. Davor auf der Strasse stand ein schwarzer Wagen mit zwei Männern . Bergers Leute und Semir schüttelte nur leicht den Kopf. Als ob Tom so dumm sein würde hier aufzutauchen,wenn er das alles, wofür er beschuldigt wurde,wirklich getan hätte.
    Semir ging an dem Wagen vorbei,kümmerte sich nicht um die Blicke der beiden und sah aus dem Augenwinkel,wie einer von ihnen sofort telefonierte. Semir konnte sich denken,dass sie Berger informierten,doch auch das interessierte ihn nicht.
    Dann klingelte er an der Tür der neugierigen Frau Hausmann, die Tom anscheinend als eine der Letzten gesehen hatte. Sie öffnete,sah ihn verwundert an.
    „Ach,sie wieder!“
    „Ja,ich wieder. Sagen sie,Frau Hausmann, ich würde ihnen gerne noch ein paar Fragen stellen.“
    „Mir? Ja, sagen sie bloß,sie haben Herrn Kranich immer noch nicht wiedergefunden? Ja, das sind Verhältnisse....nicht zu glauben!“
    „Frau Hausmann,ich brauche ihre Hilfe....Die Frau,die sie gestern mit meinem Kollegen gesehen haben, haben sie sie vorher schon mal gesehen?“
    Sie lachte laut auf. „Ha, nein,bestimmt nicht. Da würde ich mich erinnern....Und wissen sie, es ist ja auch so,dass selten eine der Damen mehr als einmal hier auftaucht. Eine hat sich mir mal vorgestellt,da war ich...naja,zufällig gerade im Hof, und sie hat sich vorgestellt. Und ich hab gesagt,das konnte ich mir ja nicht verkneifen,wissen sie! Ich hab gesagt...“, Immer noch lachte Frau Hausmann,“...dass ich mir ihren Namen nicht merken bräuchte,da wir uns vermutlich sowieso niemehr wiedersehen würden. Ha,ha,da hat mich der Herr Kranich vielleicht böse angesehen,sag ich ihnen!“
    Semir nickte nur .Wenn das alles hier vorbei sein würde,müsste er Tom unbedingt nahelegen,seine Wohnung zu wechseln,dachte er stumm. Doch jetzt brauchte er diesen Drachen von Nachbarin dringend und so bemühte sich Semir freundlich zu bleiben.
    „Frau Hausmann,das ist ja alles wirklich sehr interessant, nur im Moment geht es mir vor allem um die Frau von gestern.Haben sie vielleicht einen Namen gehört, rein zufällig,natürlich?“
    Sie dachte nach.
    „...Nein...oder warten sie...Julia...ja,das war es. Julia.“
    „Sind sie sicher?“
    „Ja,das bin ich. Julia,so nannte Herr Kranich die Dame.“
    „Würden sie sie wiedererkennen?“
    „Ich denke schon....sehen ja irgendwie alle gleich aus,wissen sie. Aber doch,ja,ich würde sie wohl erkennen.“
    Semir nickte,gab ihr seine Karte.
    „Sollte diese Julia hier nochmal auftauchen,Frau Hausmann,bitte rufen sie mich an. Egal zu welcher Zeit. Es ist wirklich wichtig.“
    „Ja,das werde ich tun. Und sehen sie zu, dass Herr Kranich hier auftaucht. Der ist mit den Treppen dran diese Woche!“
    Semir verdrehte die Augen und verabschiedete sich schnell.

  • Fortsetzung


    Als Nächstes fuhr Semir zu Hartmut. Dieser kam ihm direkt entgegen und sah nicht sehr glücklich aus.
    „Hartmut?“
    „Ja....komm mit. Ich hab noch was gefunden...leider.“
    Semir folgte ihm zu Toms Wagen,der gleich vorne in der Halle stand.
    „“Also, auf dem Rücksitz hab ich Rückstände von Heroin gefunden. Nur winzige Spuren zwar,aber eindeutig. Und Stofffasern einer Sporttasche oder sowas ähnlichem....tut mir leid,Semir.“
    „Hat Schrankmann den Bericht schon?“
    „Nein...Berger auch nicht. Aber lange kann ich den nicht zurückhalten. Das Telefon klingelt ununterbrochen.“
    Semir nickte nur und ging zurück zu seinem Wagen. Sein Handy klingelte. Petra.
    „Ja,Petra?!“
    „Semir,ich hab alle Gefängnisse durch. Nirgendwo ist in der letzten Zeit jemand entlassen worden,der sich an Tom würde rächen wollen....“
    Ihre Stimme klang resignierend.
    „Okay Petra,danke trotzdem. Ist die Chefin schon aus der Spedition zurück?“
    „Nein.“
    „Dann komm ich jetzt nochmal ins Büro. Bis dann!“
    „Ja....Semir?“
    „Sag ehrlich, meinst du, Tom geht’s gut?“
    „...Ich weiss es nicht....“
    Dann legte er auf.



    Julia Heller sah der Polizeibeamtin nach, wie sie das Speditionsgelände verliess und davonfuhr. Es war nicht schwer gewesen,die trauernde Tochter zu spielen. Ihr Vater hatte ihr nie etwas bedeutet und es war gut,dass er tot war. All die Jahre hatte sie ihm die Schuld am Tod ihrer geliebten Mutter gegeben und endlich war Gerechtigkeit eingekehrt. Und zusätzlich würde auch Roman noch seine Rache an dem Polizisten bekommen. Es lief alles nach Plan und es war so einfach gewesen! Julia griff zum Handy.
    „Ich bin es,Roman. Die Polizei ist weg. Zuerst war dieser Berger hier,dann noch eine Beamtin von der Kripo Autobahn.“
    „Und? Was hast du ihnen erzählt? Wie sehr du um ihn trauerst?“ Die Stimme am anderen Ende klang zufrieden. Julia lächelte ins Telefon.
    „Ja,genau wie wir es geplant haben,Roman. Und sie haben nach Kranich gefragt,und ob ich von Drogengeschäften weiss....Ich hab ihnen erzählt das Vater und Kranich über merkwürdige Dinge geredet haben und ich Kranich gestern Abend zur Rede stellen wollte...“,sie lachte,“Sie haben jedes Wort geglaubt,Roman.“
    „Sehr gut,Kleines! Dieser verdammte Bulle wird für all das bezahlen, was er meinem Bruder angetan hat! Für jeden einzelnen Tag! Timo soll nicht umsonst gestorben sein,das kannst du mir glauben! Und dann fangen wir beide,du und ich, ein neues Leben an.“
    „Wie geht es jetzt weiter,Roman?“
    „Du spielst weiter die trauernde Tochter,mehr nicht. Wir sehen uns heute Abend. Und ich werde die nächsten Spuren legen,die Kranich entgültig das Genick brechen werden.“
    Dann legte er auf und Julia Heller konnte nicht ahnen,dass Roman damit ihren eigenen Tod meinte.

  • Guten Abend ihr Lieben :baby:



    Semir,Petra,Hotte und Dieter sassen bei Engelhardt im Büro. Sie berichtete von ihrer Unterhaltung mit Hellers Tochter.
    „Berger war kurz vor mir vor Ort, hat Julia Heller ebenfalls befragt...“
    Semir unterbrach sie. „Wie heisst seine Tochter? Julia?!“
    „Ja...warum?“
    „Das ist auch der Name der Frau,die gestern Abend mit Tom gesehen wurde.“
    „Dann hat sie die Wahrheit gesagt,Semir. Frau Heller behauptet, dass sie gestern Abend eine Verabredung mit Tom hatte....“
    „Weshalb?“
    „Nun,sie hatte das Gefühl,das ihr Vater und Tom etwas vor ihr verheimlichten. So jedenfalls hat sie sich ausgedrückt. Ihr Vater hätte Tom eine Tasche übergeben und es wäre von Geld die Rede gewesen.“
    Semir schüttelte den Kopf,sprang auf..“Dann lügt sie,Chefin! Haben wir ein Foto von dieser Julia Heller?“
    Petra nickte sofort.“Besorg ich gleich!“
    „Danke! Dieter,ihr fahrt zu Toms Nachbarin und lasst euch von der nicht vollquatschen! Ich will nur wissen,ob sie Julia Heller wiedererkennt.“
    „Alles klar,Semir. Machen wir.“
    Petra und die beiden verliessen das Büro. Semir sah zur Chefin.“Wir müssen sie überwachen! Glauben sie mir,sie lügt!“
    „Semir...sowohl auf mich als auch auf Berger macht Julia Heller den Eindruck,als ob sie über den Tod ihres Vaters wirklich verzweifelt ist. Und sie hat glaubhaft versichert, dass....“
    „Chefin! Was wollen sie damit sagen?!“
    Anna sah ihn fest an,erhob sich.
    „Semir, haben sie mal eine Sekunde darüber nachgedacht, wie gross ihr Vertrauen,ihre Freundschaft Tom gegenüber.....
    „Nein!“,er schrie jetzt förmlich,“Nein,hab ich nicht! Das brauch ich auch nicht! Niemals würde Tom soetwas...“
    „Semir....die Beweislage gegen Tom ist erdrückend...verstehen sie mich nicht falsch,nur...“
    „Sie glauben diesen Schwachsinn also?!“


    Sie schwieg, sah ihn nach wie vor fest an. Dann schüttelte sie den Kopf.
    „Ich möchte genauso gern wie sie glauben, das nichts davon wahr ist, nur es wird unendlich schwer sein, das zu beweisen. Und ich will nicht,dass sie sich in etwas verrennen,Semir....“
    „Das tue ich nicht,Chefin! Ich werde meinen Partner finden! Und ihn da rausholen! Es muss irgendwas geben! Irgendjemanden,der im Stande ist sowas zu planen und durchzuziehen! Und diesen jemanden werde ich finden! Verlassen sie sich darauf!“
    Gerade kam Petra zurück in Engelhardts Büro.
    „Chefin,Semir, vielleicht hab ich was...ich bin mir nicht sicher.“
    „Ja?!“
    „Ich bin nochmals die Gefängnisse durch. Es ist niemand entlassen worden,der in Frage kommen könnte. Aber es gab einen Selbstmord in Ossendorf, vor acht Wochen. Timo Zermatt. Ich hab mir die Akte kommen lassen....Tom hat diesen Zermatt vor sechs Jahren verhaftet. Wegen Mordes.“
    Semir griff sofort nach der Akte. „Zermatt?...Sagt mir nichts.“
    „Aber mir...“,kam die Stimme der Chefin,“Zeigen sie mal her,Semir.“
    Sie blätterte einen Moment in der Akte,nickte dann. „Ein Geldtransportüberfall. Zermatt hat beide Fahrer erschossen. Tom kam hinzu,hat ihn festgenommen, er kam lebenslänglich hinter Gitter....Sie waren zu der Zeit im Urlaub,Semir.
    „Und jetzt hat er sich selbst umgebracht....gibt’s Angehörige?“
    „Keine Ahnung. Petra,finden sie das bitte heraus. Wir müssen jeder Spur nachgehen...“
    „Ja,mach ich.“
    „Gute Arbeit,Petra.“
    Sie lächelte kurz und ging hinaus. Anna sah zu Semir.
    „Petra und Tom, gibt es da was,das ich wissen sollte...?“
    „...Ehrlich gesagt, keine Ahnung....“
    „Na,ich hoffe nur, das gibt nicht so ein Hin und Her wie damals mit ihnen und Andrea.“
    Semir musste ebenfalls kurz lächeln,hatte aber im Moment ganz anderes im Kopf. Die Sorge um Tom liess ihn keinen anderen Gedanken mehr fassen.

  • Zwar spät,aber doch noch eine Fortsetzung... :]



    Tom hörte die Schritte, kurz bevor sich jemand an der Tür zu schaffen machte. Dann fiel Licht herein und er schloss geblendet die Augen.
    „Und? Sind sie mit der Unterbringung zufrieden?“ Dann hörte Tom ein Lachen und sah schliesslich in den Lauf einer Waffe. Den Mann,der etwa drei Meter vor ihm in der Tür stand, hatte er noch nie zuvor gesehen. Jedenfalls konnte er sich an dieses Gesicht nicht erinnern. Langsam stand er von seinem Stuhl auf.
    „Ich würde das Hotel gerne wechseln“, antwortete Tom dann mit fester Stimme und der Mann grinste erneut.
    „Ja, im Moment schlecht, Kranich! Aber keine Sorge,es dauert nichtmehr lange.“
    „Was ,zum Teufel, soll das? Wer sind sie?“
    „Das werden sie noch früh genug erfahren. Jetzt gibt es zunächst andere Dinge zu tun.“ Der Mann gab ihm zwei Blätter,ein leeres sowie ein beschriebenes und einen Stift.
    „Schreiben sie diesen Text!“
    Tom griff nach dem Blatt ,begann zu lesen und schüttelte dann den Kopf.
    „Sie glauben nicht im Ernst,dass ich sowas schreiben werde?!“
    „Oh doch, da bin ich mir sogar ziemlich sicher,Herr Hauptkommissar!...Sehen sie mal,ich habe in den letzten Wochen viel Zeit mit ihrem Leben verbracht. Ich weiss, dass sie eine Schwester haben und ein süsses Patenkind....viele nette Freunde.....Und die Situation all dieser Menschen wird sich vermutlich recht schnell verschlechtern,wenn sie jetzt nicht sofort diesen Text schreiben werden! Haben wir uns verstanden?!“
    Tom starrte dem Kerl entgegen und machte zwei Schritte auf ihn zu. Sofort spannte sich der Abzug der Waffe.
    „Beim nächsten Schritt drücke ich ab.“
    „Ich werde diesen Schwachsinn nicht schreiben“, erwiderte Tom erneut und setzte den rechten Fuss nach vorne. Im gleichen Moment fiel der Schuss. Toms Hand griff mit einem kurzen Aufschrei zu seinem linken Oberarm und er ging in die Knie. Sofort lief Blut den Arm hinunter.
    „Ich habe sie gewarnt,Kranich! Und jetzt schreiben sie! Ansonsten werde ich mich mal mit der kleinen ,wie heisst sie gleich....Aida beschäftigen!“
    Tom schloss kurz die Augen,hielt sich den Arm und griff schliesslich nach dem Kugelschreiber. Wortlos begann er zu schreiben.
    „Na bitte! Man muss nur die richtigen Argumente haben, was?!“
    Tom antwortete nicht.

  • Weiter gehts.......


    Bonrath und Hotte sahen Semir an.
    „Mein Gott,diese Hausmann....“
    „Ja,ja,Hotte,ich weiss! Was denn jetzt?“
    „Also,sie hat diese Julia Heller eindeutig wiedererkannt. Und sie schwört,dass die beiden äusserst vertraut miteinander umgegangen sind. Sprachen von schönem Abend und so weiter und das Tom ihr eins der schönsten Restaurants der Stadt zeigen wollte.“
    Semir nickte,sah zu Anna. „Und ihnen hat sie erzählt,sie wollte Tom zur Rede stellen,Chefin....Die Wahrheit ist,sie hat ihn in eine Falle gelockt,jede Wette!“
    „Und ihren eigenen Vater getötet?...Semir.“
    „Ja,was weiss ich,Chefin,aber da ist doch was faul. Ich fahr jetzt zu der Dame hin!“
    „Nein,nein,das werden sie gewiss nicht tun! Da werden sie nur wieder von Bergers Leuten gesehen! Die lassen die Spedition beobachten.“
    „..Was ist mit diesem Zermatt? Angehörige?“
    „Ein Bruder...Roman Zermatt. Keine Vorstrafen, nie auffällig geworden. Lebt hier in Köln.“
    „Gut,dann fahr ich jetzt da...“
    „Nein,für heute machen sie Schluss,Semir. Es ist spät genug.Fahren sie nach Hause und kommen sie zur Ruhe. Morgen fahren sie dann zu Zermatt und ich werde nochmal mit Julia Heller reden. Und mit Berger.Wir müssen irgendwie zusammenarbeiten.“
    „Ich habe nicht das geringste Bedürfnis mit Berger....“
    „Sie sind offiziell ohnehin in Urlaub,Semir. Vergessen sie das nicht!“
    „...Sicher. Werd ich dran denken.“
    „Semir?“
    „Ja...alles okay,Chefin.ich....ich fahr dann mal nach Hause.“
    Damit verliess er die PAST und Anna sah ihm zweifelnd nach.



    Julia klingelte bei Roman und er öffnete die Tür. Lächelnd zog er sie an sich.
    „Schön dich zu sehen, Liebling! Alles läuft perfekt!“
    „Hat Kranich alles geschrieben?“
    „Sicher hat er das! So,du nimmst den Brief und fährst in dieses Wochenendhaus von deinem Alten. Dann rufst du die Polizei.“
    „Alles klar,Roman! Wann können wir verschwinden?“
    „Es dauert nichtmehr lange,Baby. Vertrau mir!“
    Sie nickte und küsste ihn. Dann verliess sie eilig seine Wohnung .
    Roman Zermatt sah ihr nach. Dann zog er sich Handschuhe über und holte ein langes Tuch aus einer Kiste. Er lächelte kalt,steckte es ein und verliess ebenfalls die Wohnung. Wenn er sich beeilte,würde er vor Julia im Haus ihres toten Vaters sein.



    Tom sass immer noch in dem dunklen Kellerraum.Er hatte sich das Jackett ausgezogen und die Wunde am Arm mit einem abgerissenen Stoffstreifen seines Hemdes notdürftig verbunden. Es schmerzte höllisch,schien aber sonst nicht allzu schlimm zu sein. Nachdenklich hielt er das Blatt mit dem vorgeschriebenen Text in der Hand,dass der Kerl hier liegengelassen hatte. Er konnte sich keinen wirklichen Reim darauf machen,doch anscheinend versuchte dieser Mistkerl ihn irgendwie massiv in Schwierigkeiten zu bringen.
    ...Wenn sie weiterhin unbehelligt mit ihrer Ware arbeiten wollen,sollten wir uns treffen. Bringen sie mit,was wir vereinbart haben. Ich rufe sie an....
    Tom fragte sich,worum es ging und was in den vergangenen fast 24 Stunden bloss geschehen war. Das durfte doch alles nicht wahr sein!

  • Guten Morgen :baby:


    Julia betrat das kleine Wochenendhaus ihres Vaters. Im Gegensatz zu seinem Haus in der Stadt war die Polizei hier noch nicht gewesen. Wie auch; niemand wusste hiervon,das Haus lief noch auf den Namen ihrer Mutter.
    Es war ein gutes Gefühl für Julia zu wissen,dass er ihr hier niemehr entgegen kommen würde.
    Der Polizist, er tat ihr ein wenig leid, doch es war nicht zu ändern.
    Sie zog sich die Einmalhandschuhe an,die Roman ihr gegeben hatte,nahm den Brief aus der Plastikhülle und legte ihn auf den Wohnzimmertisch. Dann öffnete sie noch ein paar Schubladen,so,als wenn sie etwas gesucht hatte und ging zum Telefon.
    „Herr Kommissar Berger,entschuldigen sie,dass ich sie so spät anrufe,aber ich habe im Wochenendhaus meines Vaters etwas gefunden! Bitte kommen sie schnell....ich glaube,es ist wichtig!“ dann gab sie die Adresse durch ,bedankte sich und legte auf.
    Im selben Moment trat ein Schatten hinter ihr hervor und erschrocken fuhr sie herum. Erleichtert sah sie Roman vor sich stehen.
    „...Roman! Oh Gott,hast du mich erschreckt....Was tust du hier?“ Sie lächelte ihn an,immer noch erschrocken von seinem plötzlichen Auftauchen.
    Er lächelte ebenfalls, ging auf sie zu.
    „Ich vollende meinen Plan,Kleines!“
    „Was...was meinst du?“ Sie sah ihn an und irgendetwas in seiner Stimme machte ihr Angst.
    „Nun,du hast alles so gemacht,wie ich es geplant habe,Julia! Perfekt,sozusagen. In etwa dreissig Minuten wird die Polizei hier sein...und weißt du,was sie finden wird?“
    Roman zog ein langes Tuch hervor und Julia bemerkte,dass er ebenfalls Handschuhe trug.
    „Nein....“
    „Ein durchwühltes Haus wird sie finden und die tote Tochter von Wolfgang Heller,die hier Tom Kranich beim Suchen nach Beweisen gegen ihn überrascht hat!“ Er lachte wie irre und Julia wich immer weiter zurück. „Siehst du das Tuch hier?! Überall Fingerabdrücke von dem Bullen!“ Und im gleichen Augenblick sprang er auf sie zu. Das Tuch umschlang ihren Hals und sie begann zu schreien. Doch gegen die Kraft von Roman hatte Julia nicht den Hauch einer Chance!
    Als es vorbei war,liess Zermatt sie achtlos liegen. Dann begann er das komplette Haus zu zerwühlen. Und wenige Minuten später hatte er den perfekten Tatort geschaffen. Zufrieden nahm er nun den Brief mit Kranichs Handschrift, faltete ihn klein zusammen und schob ihn der toten Julia Heller in den Ausschnitt ihres BHs. Dann verliess er in aller Ruhe das Haus, stieg auf sein Motorrad und fuhr davon.



    Anna Engelhardt stand erschüttert vor der Leiche von Julia Heller. Berger stand neben ihr,beobachtete ebenfalls die Arbeit der Spurensicherung. Anna sah ihn an.
    „Danke,dass sie mich verständigt haben,Herr Berger.“
    „Das ist für mich selbstverständlich,Frau Kollegin. Ich bin nicht ihr Feind,ich mache auch nur meine Arbeit.“
    „Was wissen sie bereits?“
    „Frau Heller wurde erwürgt. Kurz vor ihrem Tod hat sie mich angerufen und hierher bestellt.Sie sagte,sie hätte etwas Wichtiges gefunden....Als wir ankamen,war sie bereits tot.“
    „...Und das was sie gefunden hat,hat wohl auch der Täter gesucht.“
    „Ja,so wie es hier aussieht.“
    Anna nickte.
    „Herr Berger, Frau Engelhardt!“ Die Stimme des Arztes der Spurensicherung liess sie aufhorchen. „Hier...sehen sie mal. Das dürfte sie interessieren.“ Er kniete neben der Toten,zog einen Zettel hervor,faltete ihn auseinander und steckte ihn in eine Plastikhülle.Dann gab er ihn Berger.
    Sie lasen den Text und Anna stockte kurz der Atem. Berger sah sie an. „Was halten sie davon?! Eine weitere Spur ,würde ich sagen! Vielleicht gelingt es uns,anhand der Handschrift herauszufinden,wer....“
    Anna unterbrach ihn. Es machte keinen Sinn es zu verschwiegen und das wusste sie auch.
    „Das können wir uns sparen,Berger.Es ist die Schrift von Tom Kranich.“
    Berger liess das Blatt sinken,sah sie an. Anna nickte stumm.
    „Berger,ich wäre ihnen dankbar,wenn sie mich weiter auf dem Laufenden halten würden.“
    „Sicher,Frau Engelhardt....und eines noch. Das tut mir leid.“
    Anna Engelhardt sah ihn erneut fest an,schüttelte den Kopf.
    „Das braucht ihnen nicht leid zu tun,Herr Berger! Ich bin nach wie vor davon überzeugt,das sich alles aufklären wird.“
    „Ihre Überzeugung Kranich gegenüber in allen Ehren,Frau Kollegin,aber so wie sich der Tatort hier darstellt...“
    „Ich weiss selbst,wie das aussieht!“ Damit drehte sie sich um und ging zu ihrem Wagen.

  • So,der versprochene Teil kommt.....


    Toms Armbanduhr zeigte mitten in der Nacht vier Uhr an,als die Tür seines Gefängnisses aufgestossen wurde. Zermatt stand in der Tür,warf ihm Handschellen zu.
    „Fesseln!“,sagte er nur.
    Tom nahm langsam die Handschellen und wollte sie um seine Handgelenke legen,da kam wieder Romans Stimme.
    „Nein! Auf dem Rücken! Los,mach schon“
    „...Solche Angst haben sie vor mir...?“erwiderte Tom und legte sich mühsam die Handschellen an. Sein Arm schmerzte dabei höllisch.
    „Wir wechseln das Zimmer,Kranich! Los,raus! Und keine Tricks,kapiert?!“
    „...sicher“ Tom war aufgestanden und ging vor Roman her. Als sie die Kellertreppe erreichten, bohrte sich der Lauf der Waffe in Toms Rücken.
    „Bleib stehen! Ich will nicht,das du da oben was siehst!“ Und schon zog er Tom eine schwarze Kapuze über den Kopf.“So,Treppe hoch!“
    Ein paar Minuten später sass Tom im Laderaum eines Transporters und sie fuhren los. Das Ruckeln hinten auf der Ladefläche gab seinem Arm förmlich den Rest und er schloss die Augen und versuchte an was anderes zu denken. Gleichzeitig dachte er darüber nach,ob er hier eine Chance zur Flucht bekommen würde.
    Sie waren etwa zwanzig Minuten lang unterwegs,als der Wagen stoppte. Kurz darauf zog Zermatt ihn am verletzten Arm von der Ladefläche und Tom schrie kurz auf.
    „Stell dich nicht so an,Bulle! Meinen Bruder hat auch niemand gefragt,wies ihm geht!“
    Dann stockte seine Stimme sofort,denn anscheinend hatte er bemerkt,dass er über etwas geredet hatte,was er nicht hätte tun wollen. Tom hatte es jedoch trotzdem wahrgenommen,ohne dem Kerl darauf zu antworten.
    Er zog ihm die Kapuze ab und trotz der Dunkelheit konnte Tom sehen,das sie auf irgendeinem alten Firmengelände sein mussten. Zermatt lachte dreckig.
    „Kannst dich ruhig umgucken,Kranich! Hier kommt nie einer vorbei!“
    Tom antwortete nicht. Zermatt schubste ihn weiter in eines der Gebäude.
    „So,rein da!“
    Tom betrat den Raum,der in Dunkelheit nicht viel anders aussah als der zuvor.
    „Und was soll das jetzt? Hier ist es auch nicht komfortabler als vorher....“
    „Hältst dich wohl für witzig,was?! Ich wollte dich aus meinem Haus weghaben! Ich weiss ja nicht,wie schlau deine Bullenfreunde sind....Hier,der Schlüssel,kannst dir die Handschellen abmachen! Bin ja kein Unmensch!““
    Tom sparte sich eine Antwort.Er wollte den Kerl nicht reizen. Schon knallte die Tür zu und Zermatts Schritte entfernten sich.
    Tom, dessen Augen sich langsam an die Dunkelheit gewöhnt hatten , sah sich um. Und sofort sah er,das etwas anders war als in dem Versteck zuvor. Eine Kleinigkeit nur,aber zumindest etwas, was eine winzige Chance bedeutete!

  • So,jetzt erfahrt ihr,ob Tom fliehen kann....... ;)


    Eilig machte er sich daran,sich von den Handschellen zu befreien. Es war schwierig und dauerte lange,bis er den kleinen Schlüssel am Rücken in das Schloss gesteckt bekam und es schaffte die Handschellen aufzuschliessen. Erleichert atmete er ein paarmal tief durch und rieb sich die Handgelenke.
    Dann stand er auf und ging in die Mitte des Raumes,sah nach oben. Ein Lüftungsgitter, klein zwar ,aber mit etwas Geschick würde er sicher durchpassen. Schon zog er sich den kleinen Tisch,der im Raum stand, unter das Gitter ,kletterte hinauf und versuchte an das Gitter zu gelangen. Die Schmerzen im Oberarm machten ihn fast verrückt,doch es ging nicht anders.
    Komm schon Kranich,stell dich nicht so an,redete er wie mit sich selbst und begann an dem Gitter zu rütteln.
    Nach einer Zeit,die ihm wie eine Ewigkeit vorkam,fiel das Lüftungsgitter endlich hinunter. Tom liess es zu Boden gleiten und hielt sich erstmal minutenlang den Arm.
    Wieder sah er sich in dem Raum um,stapelte einige alte Bretter und die Selterkiste,die der Kerl wohl hier reingestellt hatte, übereinander auf den Tisch und versuchte sich von dort hochzuziehen. Und schliesslich gelang es endlich!
    Tom kroch durch die schmale Röhre nach rechts und erreichte nach einer Weile ein weiteres Gitter. Diesmal reichte ein kräftiger Fusstritt und es flog aus der Verankerung. Und kurz darauf stand er vor dem Gebäude unter freiem Himmel!
    „Na also...“,murmelte er leise und sah sich um. Es wurde bereits langsam hell .
    Tom hatte nicht die geringste Ahnung,wo er sich befand und in welche Richtung er überhaupt gehen sollte. Dieses Gelände hier waren die einzigen Gebäude weit und breit und wenn es hier eines ganz bestimmt nicht gab,dann waren das Menschen.
    Er erinnerte sich an das Geruckel in den letzten Minuten der Fahrt hierher und entschied sich für den staubigen holprigen Weg,der nach Osten führte. Irgendwo musste es dann schliessliche ein vernünftige Strasse geben,an der er einen Wagen anhalten konnte. Und ein handy hatte schliesslich heutzutage jeder dabei.Er würde Semir anrufen, sich abholen lassen und in spätestens einer Stunde würde sich die ganze Sache aufgeklärt haben.
    Tom lief los und nach einer halben Stunde hatte er tatsächlich eine kleinere Landstrasse erreicht. Da der Berufsverkehr so langsam einsetzte,waren auch tatsächlich bereits einige Autos unterwegs. Zufrieden stellte er sich an den Strassenrand und begann zu winken.
    Hupend fuhren die Wagen an ihm vorbei und er fluchte laut. Dann aber sah er an sich herunter und ihm wurde klar,warum nicht ein einziger Autofahrer Anstalten machte,neben ihm anzuhalten. Sicherlich sah er furchtbar aus.
    Doch dann,plotzlich,hielt tatsächlich ein kleinerer LKW neben ihm . Tom öffnete eilig die Beifahrertür und der Fahrer sah ihn an.
    „Wie sehen sie denn aus?!“
    „Ja,ich weiss! ...Können sie mich mitnehmen? Haben sie ein Telefon? Ich bin...“
    „Ne,Telefon ist nicht,Akku leer“, Der Mann sah ihn irgendwie merkwürdig an.,“Aber steigen sie ein.Zur nächsten Raststätte kann ich sie mitnehemn.“
    Tom nickte dankbar und stieg ein. Immer noch musterte der Fahrer ihn nachdenklich und Tom lächelte.
    „Ja...ich seh n`bißchen mirgenommen aus. Aber ich bin Polizeibeamter,keine Sorge.“
    „Ja,ja...schon klar....Ach ,Moment noch,ich geh nochmal pinkeln.“ Schon stieg der LKW Fahrer aus und schlug sich ein paar Meter in die Büsche. Tom sah ihm nach und dabei fiel sein Blick auf die Titelseite der Zeitung,die vor ihm am Armaturenbrett lag.
    `Polizei sucht Hauptkommissar der Autobahnpolizei!` Daneben ein Foto von ihm. Tom grinste und griff nach der Zeitung. Na bitte,Semir und die Kollegen machten sich Sorgen, dachte er lächelnd und begann zu lesen. Doch dann, nachdem er die ersten Sätze gelesen hatte, spürte er wie ihm heiss und kalt wurde. Und schlagartig wurde ihm vieles,was in den letzten Stunden und Tagen passiert war, auf einmal so klar wie niemals etwas zu vor! Gehetzt sah er sich nach dem LKW Fahrer um,griff nach der Zeitung und stieg aus. Zwischen den Büschen hörte er die Stimme des Mannes,der mit Sicherheit mit der Polizei tefefonierte.
    Tom rannte über die Strasse und verschwand dort zwischen den Bäumen.

  • Gute Nacht :)



    Er lief einfach durch das Waldstück,bis er erschöpft die nächste Strasse erreichte. Dann liess er sich erstmal gegen einen Baum sinken und begann die Zeitung zu lesen.
    Es war nicht zu glauben! Sie suchten ihn tatsächlich als Mörder und korrupten Beamten,der in Drogengeschäfte verwickelt war. Sogar eine Belohnung für sachdienliche Hinweise,wie es nett formuliert war,hatte die Staatsanwaltschaft bereits ausgesetzt. Kein Wunder,dass der LKW Fahrer so fleissig telefoniert hatte, dachte Tom fassungslos. Gleichzeitig wurde ihm klar,dass es wohl in den nächsten Minuten in der ganzen Gegend von Polizisten wimmeln würde. Er musste weg von hier,wenn er nicht von dem einen Gefängnis direkt in die U-Haft wandern wollte.
    Mühsam stand er auf,liess die Zeitung liegen und ging weiter.
    In der Ferne hörte man die ersten Sirenen. Klar,der LKW Fahrer hatte ganze Arbeit geleistet!
    Tom fluchte vor sich hin und blieb dann abrupt stehen, als direkt vor ihm ein etwa zehn Meter breiter Kanal auftauchte.
    „Na,grossartig....“,murmelte er und sah nach rechts und links. Doch eine Brücke oder irgendwas in dieser Art war nirgendwo zu sehen.
    „...Na dann...ist ja jetzt auch egal...“ Und kurz darauf war er in dem dreckigen Wasser und schwamm auf die andere Seite. Wenigstens wusste er anhand des Kanals jetzt in etwa,wo er war und versuchte sich in Gedanken die Landkarte vorzustellen. Wenn seine Orientierung stimmte,musste nicht weit von hier die A46 sein.
    Klatschnass stieg er die Böschung hinauf und hielt sich den Arm. Dann lief er weiter und überlegte,wo er hinsollte. Der Erste der ihm einfiel war Semir,doch diesen Gedanken verwarf er direkt wieder. Wenn tatsächlich das Dezernat für Interne Ermittlungen an der ganzen Sache dran war,dann war Semir sicher der Erste,den sie überwachen würden. Tom lief weiter,dachte nach.
    Schliesslich erreichte er endlich die A46 und gönnte sich einen Moment Pause am Strassenrand. Plötzlich hielt ein kleiner Fiat Panda am Strassenrand und eine Frau,sie musste mindestens fünfundsiebzig sein,sah ihn durch die Seitenscheibe an und winkte ihm zu. Tom stand auf ,öffnete die Beifahrertür.
    „Na junger Mann,Probleme? Sie sehen ja schlimm aus!“ Sie lächelte wissend,“Bestimmt Ärger mit der Freundin,was? Da kenn ich mich aus!...Na,steigen sie mal ein.“
    Trotz der Situation musste jetzt auch Tom lächeln.
    Die alte Dame deutete auf den Beifahrersitz.
    „Kommen sie,ich beisse nicht.“
    „Nett von ihnen...aber danke,ich bin total nass.“
    „Ach,nun machen sie mal halblang,ich bin nicht empfindlich. Wo wollen sie denn hin? Also an ihrer Stelle würde ich nochmal mit ihr reden,das klärt sich bestimmt. Wissen sie,die Frauen von heute sind manchmal etwas schwierig, aber wenn sie mit ihr reden,dann...Hat sie sie rausgeschmissen?“
    Tom stieg ein,überlegte kurz und nickte dann.
    „...Ja,so ähnlich...danke.“
    „Na sehen sie. Hab ichs doch gewusst“
    Dann gab sie Gas.
    „Wo wollen sie denn hin, junger Mann?“
    Tom sah sie an und nannte dann eine Strasse, die nur ein paar Hundert Meter von Petras Wohnung entfernt lag. Warum ihm gerade Petra in diesem Moment eingefallen war,wusste er selbst nicht.
    „Na, das ist kein Problem,das liegt genau in meiner Richtung. Und dann reden sie mit ihr und alles wird sich klären,glauben sie mir.“ Sie lachte und klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. Tom nickte nur und beschloss schon jetzt ,sich das Kennzeichen der alten Dame zu merken. Und wenn das alles hier vorbei war,würde er mit einem grossen Strauss Blumen bei ihr vorbeifahren.

  • Zu später Stunde noch einen neuen Teil ;)
    Danke für die netten feeds, weiter so!!! :]



    Semir stürmte schon früh an diesem Morgen in die PAST. Auch die Chefin war bereits dort und anscheinend war sie garnicht zuhause gewesen. Semir warf wütend die Zeitung auf den Tisch.
    „Verdammt nochmal,warum tut Berger das?! Die suchen Tom wie einen Schwerverbrecher!“
    Die Chefin sah ihn nur an.“Dann warten sie erstmal ab,was die Zeitungen morgen schreiben werden.“
    „Wieso?“
    „Es gibt Neuigkeiten,Semir.Leider keine Guten!“
    „Was ist los?“
    „Heute Nacht bekam ich einen Anruf von Berger.Julia Heller wurde umgebracht. „
    Semir starrte sie an.“Was?! Warum haben sie mich nicht sofort....“
    „Semir,vergessen sie nicht,das sie offiziell aus der Sache raus sind.Ich war selbst am Tatort. Frau Heller ist erwürgt worden. Eben kam der Bericht von Hartmut.... Das Tuch,mit dem die Tat verübt wurde ist voll mit Toms Fingerabdrücken. Ausserdem hat man einen handschriftlichen Brief gefunden,auf dem er um einen Treff wegen irgendeiner `Ware`mit Julias Vater bittet. Es ist eindeutig Toms Handschrift.“
    Semir schüttelte den Kopf.
    „Das gibt es doch nicht! Was denn noch?! Was kommt da noch alles....verdammt!“
    „Staatsanwältin Schrankmann hat gerade angerufen. Sie gehen davon aus, das Tom diesen Brief gesucht hat,dabei von Julia überrascht wurde und sie getötet hat.“
    „Chefin,der Schrankmann muss doch klar sein,dass Tom niemals so dumm wäre überall seine Fingerabdrücke zu hinterlassen!“
    „Das hab ich sie auch gefragt.Es interessiert sie nicht,wie dumm Tom ist....Für sie zählen nur die Fakten. Genau so hat sie es formuliert.“
    Semir war kurz davor zu explodieren,zwang sich aber zur Ruhe.
    „Sonst irgendwas,Chefin? Eine Spur von Tom?“
    Sie schüttelte den Kopf.
    In diesem Moment klingelte das Telefon und sie hob ab. Und schon an ihrem Gesichtsausdruck konnte Semir erkennen,dass etwas passiert war.
    Kurz darauf legte sie auf, erhob sich und winkte ihm mitzukommen.
    „Was ist?!“
    „Das war Berger! Ein LKW Fahrer meint Tom erkannt zu haben! Kommen sie!“
    Sie rannten aus dem Büro.



    Tom stieg zwei Strassen von Petras Wohnort aus dem Panda,bedankte sich nochmals und seine Begleiterin fuhr davon.
    Er sah zur Uhr und hoffte,das Petra noch zu Hause sein würde. Glücklicherweise waren kaum Passanten auf der Strasse und kurz darauf klingelte er an ihrer Tür.

  • Und weiter gehts! :baby:


    „...Tom!“Sie starrte ihn an und er ging eilig an ihr vorbei in die Wohnung und schloss die Tür.
    Petra sah ihn immer noch an und nahm ihn dann einfach in den Arm.
    „Tom!...Gott sein Dank...wir,wir haben uns solche Sorgen gemacht!“
    Er umarmte sie ebenfalls, erleichtert,endlich bei jemandem angekommen zu sein,dem er vertrauen konnte. Petra sah ihn erneut an,erschrak jetzt über sein Aussehen.
    „Wie geht’s dir...du siehst furchtbar aus...bist du verletzt?“
    „...Nein....Ich brauch erstmal ne Dusche!“
    „Was ist denn bloss passiert?“
    „Ja,das wüsste ich auch gerne!...Ich versteh überhaupt nichts.....“
    Er ging langsam durch in den Wohnbereich und Petra schob ihn,nass wie er war,erstmal auf die Couch.
    „Komm,setz dich....und zieh das nasse Zeug aus.“
    Er sah sie an,lächelte. „Unter anderen Umständen wäre das ganz reizvoll....“
    Petra erwiderte sein Lächeln und schüttelte den Kopf.“Du bist unmöglich! Warte,ich seh nach,ob ich irgendwas zum Anziehen für dich habe.“
    Sie verschwand im Schlafzimmer und Tom ging ins Bad. Mühsam zog er sich das Jackett aus und beeilte sich, das zerrissene und blutverschmierte Hemd auszuziehen,bevor Petra zurückkommen würde. Sein Oberarm war mittlerweile um die Schusswunde herum dick angeschwollen und puckerte wie verrückt. Vorsichtig entfernte er den Stofffetzen Hemd ,den er darum gewickelt hatte und besah sich die Wunde im Spiegel.
    Dann stand Petra im Bad . Sofort sah sie die Verletzung.
    „Du bist ja doch verletzt!“
    „Ja...geht schon.“
    Schon sah sie auf seinen Arm und erschrak.
    „Tom,das sieht schlimm aus! Du musst in die Klinik!“
    „Ja,super Idee! Dann können wir auch gleich die netten Kollegen rufen!“
    Er zuckte zusammen,als Petra vorsichtig den Arm berührte, um nach der Wunde zu sehen.
    „Tom,die Kugel ist noch drin! Und das sieht schon total entzündet aus...“
    „Petra,jeder Arzt ist verpflichtet,Schussverletzungen sofort zu melden. Also bleibt das jetzt wie es ist....Ich dusch jetzt.“
    „Du kannst doch damit nicht...“
    „Das ist mittlerweile auch schon wurscht.Ich bin schon durch irgend so einen Drecksweiher damit geschwommen.“
    „...Okay....hier,ich hab ne Jeans und ein Shirt von meinem Bruder im Schrank gehabt, müsste passen.“
    „...Danke.“
    „Ich...ich mach dir was zu essen...und einen Kaffee,ja?“
    Er nickte lächelnd und Petra ging aus dem Bad.
    Dann rief sie in der PAST an,sagte Hotte,dass sie sich nicht gut fühlte und etwas später kommen würde.
    Sie holte ihren Verbandskasten aus dem Auto und wartete,das Tom aus der Dusche kam.
    „....So,jetzt fühl ich mich schon besser.....hab die ganze Zeit in irgendeinem Kellerloch gesessen.“ Dankbar nahm er den Kaffee und setzte sich auf einen der Stühle in der Küche.
    Petra wickelte eine Kompresse und einen Verband um seinen Arm und Tom gab sich alle Mühe nicht laut aufzuschreien,so tat es weh. Doch Petra merkte es trotzdem.
    „Du brauchst garnicht den Helden zu spielen....“
    „Ich spiel das nicht...ich bin Einer!“ Er lachte.
    „Tom,du brauchst einen Arzt.Ehrlich.“
    „Ich brauch diesen Mistkerl,der versucht, mir das alles anzuhängen,was in der Zeitung steht!“
    Sie antwortete nicht und konnte sich denken,was in ihm vorgehen musste. Fragend sah er sie an.
    „Was ist in den letzten anderthalb Tagen passiert,Petra?“
    Sie setzte sich zu ihm und begann zu erzählen,was sie wusste.
    Und als sie fertig war,sah er noch blasser aus als zuvor. Kopfschüttelnd sah er sie an.
    „Das ist doch alles nicht zu glauben!“
    Petra nahm seine Hand.
    „Pass auf,du legst dich jetzt hin,ja? Und ich fahr ins Büro.Vielleicht gibt es was Neues.“
    Überraschender Weise protestierte er nicht.
    „...okay...“
    „Und ich rufe meinen Bruder an. Er ist Chirurg in der Uniklinik in Düsseld...“
    „Nein,auf keinen Fall! Ich will nicht noch deinen Bruder hier reinziehen! Es reicht schon,das ich hier bei dir...“
    „Tom,jetzt hör auf! Du brauchst einen Arzt,sieh es doch ein!...Und was das andere betrifft...ich bin froh,das du hergekommen bist.“
    Sie sahen sich an und für ein paar Sekunden lang schien es,als ob sie beide an den Abend von vor vier Wochen zurückdachten. Als sie beide nicht so recht gewusst hatten,was sie füreinander empfanden. Und irgendwie hatten sie es beide immer noch nicht herausgefunden.
    Schnell stand sie auf.
    „Ich komm zurück,so schnell ich kann,Tom.“
    Er nickte. Petra sah sich nochmal um.
    „Tom? Was ist mit Semir,der Chefin?...Alle machen sich Sorgen.“
    „Ich muss erst wissen,was los ist,Petra. Ich bin mir sicher,sie werden Semir überwachen lassen...“
    „Okay....bis später.“
    Wieder nickte er,sah ihr nach. Und kaum das die Wohnungstür zugefallen war,legte er sich erschöpft auf die Couch,versuchte den schmerzenden Arm zu ignorieren und schloss die Augen.

  • Einen schönen Sonntag für euch :baby:


    Semir und Anna Engelhardt waren mittlerweile zurück in der PAST. Die Strassensperren,die Berger hatte errichten lassen sowie eine Suche mit Hunden in der Gegend,wo der LKWFahrer Tom gesehen hatte,war bisher erfolglos geblieben. Jedoch hatte er Tom anhand der Zeitungsfotos eindeutig erkannt,wie er versicherte.
    Semir war einfach nur froh,den Freund offentsichtlich am Leben zu wissen und es war nur gut,dass Berger ihn nicht gefasst hatte. Und doch verstand er nicht,wieso Tom sich nicht bei ihm meldete. Die Chefin schien seine Gedanken zu erraten.
    „Wenn es wirklich Tom war,wird er einen guten Grund haben sich nicht zu melden,Semir.“
    „Ja?“,er sah sie an“Und welcher sollte das sein?“
    Sie antwortete nicht,sah sich im Büro um.
    „Wo ist eigentlich Petra?“ Sie blickte zur Uhr. Hotte kam auf sie zu.
    „Die hat angerufen,dass sie etwas später kommt...Fühlt sich nicht gut.“
    „Ja,nachzuvollziehen....Semir,ich schlage vor,dass sie zu diesem Roman Zermatt fahren. Vielleicht kommen wir dort weiter.Und was anderes können wir im Moment ohnehin nicht tun.“
    Er nickte. Gerade kam Petra herein.
    „Hallo....entschuldigen sie,Frau Engelhardt,dass ich...“
    „Schon in Ordnung.“
    „ich hab sehr schlecht geschlafen und...“
    „Geht es ihnen jetzt besser?“
    „Ja,danke....Gibt es was Neues?“
    Mit kurzen Worten erzählte Anna ihr die Ereignisse der Nacht und des frühen Morgens. Petra nickte nur,setzte sich an ihren Schreibtisch. Irgendwie wirkte sie mit ihren Gedanken woanders,dachte Semir nachdenklich. Doch dann machte er sich eilig auf den Weg zu Zermatt.



    Roman Zermatt öffnete die Haustür und sah Semir fragend entgegen.
    „Ja,bitte?“
    „Guten Morgen.Gerkhan,Kripo Autobahn. Herr Zermatt?“
    „Ja, das bin ich. Kripo Autobahn? Bin ich zu schnell gefahren,was? Das passiert mir leider manchmal.“
    Semir schüttelte nur den Kopf.Wie sehr er diese Frage hasste....
    „Darum geht es garnicht,Herr Zermatt. Kann ich einen Moment reinkommen....es geht um ihren Bruder.“
    Zermatt sah ihn an und sein Blick verdunkelte sich.“Mein Bruder...ist tot,Herr Gerkhan.“
    „Ja....mein Beileid. Ich hätte jedoch noch ein paar Fragen.“
    „...Ja, bitte. Kommen sie herein.“
    Zermatt gab die Tür frei. Semir betrat das Haus,alles erschien völlig unauffällig. Roman sah ihn an.
    „Worum geht es?“
    „Nun...ihr Bruder hat sich im Gefängnis das Leben genommen.“
    „Ja, er ist dort zugrunde gegangen, wenn sie es genau wissen wollen.“
    „Herr Zermatt,die Polizei ermittelt gegen einen Kollegen von mir und ich würde gerne....“
    Zermatt unterbrach ihn. „Ich habs heute morgen in der Zeitung gelesen.Sie meinen Kranich, Hauptkommissar Kranich.“
    „Ja....er hat ihren Bruder damals verhaftet...“
    „Ja,ganz recht! Was soll das?! Was wollen sie von mir?“
    „Nun,verstehen sie mich nicht falsch....aber es könnte doch sein,dass jemand meinem Kollegen Schaden zufügen will.“
    „Ach,und das soll ich sein,ja?! Merkwürdige Ermittlungsmethoden,die die Polizei da hat,finden sie nicht auch? Aber das ist typisch....eine Krähe hakt der anderen kein Auge aus,was?!“
    „Darum geht es nicht,Herr Zermatt.“
    „Nein?!“,Zermatt sah Semir wütend entgegen“Ich wird ihnen mal was sagen! Kranich ist schuld am Tod meines Bruders und es interessiert mich....“
    „Ihr Bruder hat zwei Menschen getötet.“
    „...Und es interessiert mich einen Scheiss,was mit ihrem Kollegen passiert! Und wenn es stimmt was in der Zeitung steht,wird er hoffentlich in den Knast wandern!“
    Semir erwiderte Zermatts Blick. „Ich möchte wissen,was sie in den letzten zwei Tagen gemacht haben,Herr Zermatt. Und zwar zeitlich genau! Ausserdem würde ich mich gerne in ihrem Haus umsehen.“
    „Das können sie gerne tun,sofern sie einen Durchsuchungsbefehl haben.“
    „Das ist eine Sache von wenigen Minuten,glauben sie mir.“, log Semir.
    Zermatt schien zu überlegen, nickte dann.
    „Bitte sehr! Ich habe nichts zu verbergen,Herr Kommissar.“

  • So ihr Lieben, melde mich jetzt für 5 Tage ab....fahre mit meiner Kindergartengruppe auf grosse Reise :D
    Aber die Story ist fertig und Stephanie ist so nett und stellt euch jeden Tag ein bißchen was rein. Also dann bis Freitag, liebe Grüüse, Dagmar



    Semir begann durch Zermatts Haus zu laufen und der Kerl folgte ihm auf Schritt und Tritt. Wenn er nervös war,so liess er es sich nicht anmerken. Semir ging durch die Zimmer des Erdgeschosses,schliesslich sah er oben im dach nach. Nichts Auffälliges.
    „Und? Sind sie jetzt zufrieden?“
    „Noch nicht ganz,Herr Zermatt.Das Haus hat einen Keller?“
    „Ja...voller Gerümpel!“
    „Ich würde mir das trotzdem gerne ansehen.“
    Roman schwieg und ging vorraus zur Kellertreppe. Er öffnete die Tür zum Keller und Semir ging die Treppe nach unten.
    Es roch etwas feucht und Semir öffnete die Türen der ersten zwei Kellerräume. In dem einen lagerten ein paar Vorräte,in dem zweiten jede Menge modriger Kisten. Vor einer dritten stabilen Eisentür blieb Semir stehen,drückte die Klinke hinunter.Die Tür war verschlossen.
    „Könnten sie bitte aufschliessen.“
    „...Das Schloss klemmt. Und ausserdem werden sie da drin auch nichts finden.“ Zermatts Stimme hatte einen anderen Tonfall angenommen,was Semir sofort registrierte. Er sah ihn fest an.
    „Öffnen sie bitte die Tür.“
    Einen Moment lang war es völlig still und die beiden sahen sich an. Dann griff der Kerl nach dem Schlüssel und öffnete die Tür.
    Semir betrat den kleinen Raum. Ein Stuhl stand da ,ein kleiner Tisch und am Fussboden lag eine alte zerrissene Matratze. Ansonsten war der Raum leer. Semir wollte sich gerade zu Zermatt umdrehen,als die Tür zugeschlagen wurde und sich der Schlüssel im Schloss drehte. Dann hörte man sich eilig entfernende Schritte. Semir fluchte,zog die Dienstwaffe.
    „Zermatt! Verdamm!“ Schnell gab er zwei Schüsse auf das Schloss ab und die Tür sprang auf. Semir rannte nach oben und sah gerade noch einen blauen Audi vor der Haustür davonrasen.
    Er spurtete hinterher,wollte in seinen wagen springen und sah im gleichen Moment den zerstochenen Vorderreifen.
    „Scheisse!“ Schon griff er zum in den Wagen zum Funk.“Cobra 11 für Zentrale! Flüchtendes Fahrzeug auf der Triftstrasse Stadtauswärts. Blauer Audi,Kennzeichen nicht sichtbar! Achtung,Täter vermutlich bewaffnet! Und ich brauche die Spurensicherung in der Triftstrasse 20 bei Zermatt!“
    Dann eilte Semir zurück ins Haus. Wenn Zermatt so plötzlich durchgedreht und geflüchtet war,konnte das nur einen Grund haben. Irgendwas musste da unten in diesem Keller gewesen sein!
    Semir sah sich um,konnte aber zunächst in dem fast dunklen Raum nichts entdecken.
    Etwa zwanzig Minuten später waren die Kollegen vor Ort. Und nur wenig später rief Hartmut nach Semir.
    „Hast du was?!“
    „Ja. Also,der Kerl hat sich Mühe gegeben, alles sauberzumachen, aber hier sind Blutspuren an der Matratze,Semir. Entweder hat er sich zu sicher gefühlt oder er ist nicht schnell genug fertig geworden.“
    „Du meinst,wenn Tom hier war,ist er noch nicht lange weg?“
    „Ganz genau,Semir....wenn ich das hier analysiert habe,kann ich dir das noch zeitlich genauer sagen....“
    „Hartmut,beeil dich! Und welche Blutgruppe das ist....“,Semir stockte kurz,dachte wieder an Tom. Hartmut nickte nur.
    „Ich mach so schnell wie ich kann!“


    Semir eilte zurück ins Büro. Die Chefin kam ihm bereits entgegen, schüttelte den Kopf.
    „Zermatt ist verschwunden! Den Audi haben Kollegen an der Rheinbrücke sichergestellt.“
    „Mist!“
    „Was ist in Zermatts Haus?“
    „Hartmut ist dran,Chefin.Ich bin mir sicher,dass Tom dort war.“
    „Dann steckt wirklich dieser Zermatt dahinter?!“
    Semir nickte. „Ja,aber nur fehlen die schlüssigen Beweise!...Petra soll nochmal...wo ist sie?“
    Anna zuckte die Achseln.“Sie ist wieder nach Hause. Fühlte sich nicht...“
    Semir nickte nur,ging in sein Büro und überlegte. Da stimmte doch was nicht,dachte er stumm. Petra würde niemals nach Hause fahren,während alle Kollegen hier nach Tom suchten. Schon griff er nach seiner Jacke,die er gerade erst ausgezogen hatte und ging aus dem Büro.
    „Wo wollen sie hin,Semir?“ Die Stimme der Chefin.
    „Zu Hartmut....“
    Schon war er verschwunden und sie sah ihm nachdenklich hinterher.



    Petra schloss eilig ihre Wohnungstür auf und war kurz darauf neben Tom. Zunächst dachte sie,er würde schlafen,doch schon sah er sie an, richtete sich auf.
    „Und?! Erzähl!“
    Sie setzte sich neben ihn, fand,dass er noch schlechter aussah als vorhin.
    „Tom...Julia Heller ist tot.“
    „...Nein?!“
    Petra nickte. „Sie suchen dich nun auch deshalb...“
    „Ja,klasse! Natürlich....“,Er stand auf,ging durchs Zimmer,“Ich bringe hier anscheinend reihenweise Menschen um!“
    „Tom....“
    „Verdammt! Ich muss irgendwas tun!“
    „Tom,ich...ich hab mit meinem Bruder telefoniert. Er kommt her,sobald er eine Stunde aus der Klinik weg kann.“
    „Petra,ich hab dir gesagt,es sollen nicht nochmehr Menschen hier mit reingezogen werden.“
    Doch sie schüttelte den Kopf,wollte gerade etwas erwidern,als es klingelte. Tom fuhr zusammen und sie legte ihm eine Hand auf die Schulter.
    „Ich seh nach.“
    „Ist jemand hinter dir....?“
    „Nein...Unsinn. Setz dich hin.“
    Sie ging zur Tür,sah durch den Spion und öffnete schliesslich. Semir sah sie fragend an und eilte an ihr vorbei in den Flur.
    „Ist er hier?!“
    Schon war er im Wohnzimmer,sah auf Tom und lächelte zufrieden.
    „Dacht ich es mir doch!“
    Dann standen sie sich gegenüber und keiner von beiden sagte erstmal etwas.
    Schliesslich war es Semir,der als Erster zu reden begann.
    „Wird auch Zeit,dass ich dich gefunden hab! Frau Hausmann ist stinksauer...die Treppen müssen gemacht werden.“

  • soo, im Auftrag von Dagmar, die 1 Woche auf Kita-Reise ist, stelle ich nun die nächsten Teile ein, also nicht wundern*gggg*


    :baby:


    Tom sah ihn an,lächelte leicht. Er sah schlecht aus,das hatte Semir sofort bemerkt. Und nachdem was alles passiert war,war das ja auch kein Wunder. Trotzdem konnte Semir nicht einfach so darüber hinwegsehen, dass Tom sich nicht bei ihm gemeldet hatte. Irgendwie war er sauer und auch enttäuscht.
    Tom schwieg immer noch, wusste nicht recht ,was er sagen sollte.
    „Willst du nen Kaffee,Semir?“ Petras Stimme. Er nickte.
    „Ja,gerne...ich hab Zeit. Falls Tom beabsichtet, heute noch irgendwas zu sagen....Ach, und kurz rasieren würde dir auch guttun.“
    Nun musste Tom entgültig lachen und fuhr sich über die Bartstoppeln am Kinn.
    „Ja...Rasierapparat fehlt hier bei Petra.“
    Semir nickte und konnte nichtmehr richtig sauer sein. Im Grunde war er jetzt einfach froh,das Tom okay war. Lachend umarmte er seinen Partner und zuckte erschrocken zurück,als dieser aufschrie.
    „...Aah!“
    „Sorry...Was ist mit dir?!“
    Tom hielt sich den Arm und liess sich vorsichtig auf die Couch sinken.
    „...Schon okay....kannst du ja nicht wissen....“
    „Hey,was hast du?!”Semir sah ihn an.
    „Nichts weiter....erzähl mir lieber,was im Büro los ist.“
    Aber Semir liess sich nicht abwimmeln. „Was ist mit deinem Arm?! Petra?!“
    „Er hat eine Schußverletzung,Semir. Und die Kugel ist auch noch drin.“
    Semir sah wieder zu Tom.
    „Bist du übergeschnappt? Dann fahren wir jetzt in die Klinik!“
    Tom schüttelte den Kopf. „Nirgendwo fahren wir hin,Semir. Erst muss ich beweisen,dass ich mit dem ganzen Scheiss nichts zu tun habe,sonst sitz ich gleich in U-Haft.“
    „Blödsinn! Ausserdem sind wir nah dran!Sagt dir der Name Zermatt was?“
    Tom dachte nach.
    „Zermatt?...ja,irgendwie schon....“
    „Timo Zermatt,du hast ihn wegen Mord verhaftet.“
    „Ja...richtig.Der hat einen Werttransport überfallen,nicht wahr .Muss aber schon paar Jahre her sein.“
    „Na bitte,das Köpfchen funktioniert ja noch! So,und den Rest erzähl ich dir auf dem Weg ins Krankenhaus.Komm!“
    Erneutes Kopfschütteln. „Vergiss es,Semir....Was ist mit Zermatt?“
    „Der ist tot.Selbstmord.Und es sieht so aus,als ob sein Bruder,Roman Zermatt, jetzt den grossen Rachefeldzug gegen dich gestartet hat.“
    Es klingelte. Petra eilte zur Tür,sah dabei zu Semir.

  • „Da kommt das Krankenhaus zu mir nach Hause.“
    Semir sah sie verständnislos an,während Tom sich seufzend zurücklehnte. Das fehlte ihm gerade noch.
    Der Mann,der hereinkam,war etwa Ende dreissig und hatte enorme Ähnlichkeit mit Petra.
    Fragend sah er sie an.“Was gibt’s denn so Dringendes?“
    „Wir brauchen deine Hilfe, Marcus....“
    „So? Und wobei?“
    Sie stellten sich einander vor und Marcus Blick blieb bei Tom hängen.
    „Wenn ich mich nicht täusche,hab ich ihr Foto heute Morgen in der Zeitung gesehen. Was machen sie bei meiner Schwester....ach,Moment,das ist die Abteilung,in der du arbeitest,Petra?“
    Sie nickte. „Tom braucht deine Hilfe,Marcus.“
    Marcus Schubert sah von seiner Schwester zu Tom,zu Semir und wieder zu Petra.
    Tom winkte bereits ab. „Nein,es ist nicht nötig, ich....“
    „Ja,was denn nun? Jetzt bin ich ja schon mal hier.“
    „Mein Partner hat eine Schussverletzung am Arm,Herr Schubert.“ Mischte sich Semir ein.
    Marcus stellte seine Tasche ab. „Ja,dann zeigen sie mal...Petra,ich gehe davon aus,das du weißt,was du tust. Und sie beide auch...Schussverletzungen sind meldepflichtig....“
    „Marcus,was du alles in der Zeitung gelesen hast...kein Wort davon stimmt.Tom ist unschuldig! „
    „Na,wenigstens etwas“, erwiderte Schubert nur.
    Tom zog sich währenddessen widerstrebend das Shirt aus. Schubert entfernte den Verband und besah sich die Wunde. Semir,der daneben stand ,warf nur einen kurzen Blick drauf und wandte sich sofort wieder ab.
    Marcus untersuchte Toms Arm ,der dabei immer wieder das Gesicht verzog.
    „Ja,was soll ich dazu sagen. Die Kugel steckt ziemlich tief im Muskel und ausserdem hat sich die Wunde bereits entzündet. Es wird höchste Zeit,das das anständig versorgt wird.Vor allem muss die Kugel raus,so schnell wie möglich.“
    „Ja,dann los ,Doc“, sagte Tom nur, obwohl er sich momentan wirklich Schöneres vorstellen könnte. Marcus lächelte kopfschüttelnd.
    „Wie sind nichtmehr im wilden Westen. Dazu brauch ich einen anständigen OP mit sterilen Instrumenten und einer Narkose. Kommen sie,wir fahren zu mir in die Klinik.“
    Semir nickte sofort zustimmend,während Tom bereits den Kopf schüttelte.
    „Nein,das geht nicht.“
    „Verdammt Tom,jetzt mach nicht so ein Theater! Der Doktor sagt ,die Kugel muss da raus,also los!“
    „Semir...hast du eine Ahnung,wie vielen Menschen wir dort begegnen?“
    „Ja,vielen! Und das ist mir völlig wurscht! Ich kümmere mich schon darum ,glaub mir!“
    „Ja,und genau das ist der nächste Grund,Semir...ich will niemanden von euch,Petra nicht,dich nicht und vor allem sie nicht,Doktor,da mit reinziehen.“
    Bevor Semir erneut etwas erwidern konnte,ergriff Marcus das Wort. „Wir nehmen meinen Wagen. Ich habe einen eigenen Parkplatz hinter der Klinik.Von dort können wir durch den hinteren Eingang direkt auf meine Station. Das klappt schon.“
    Petra sah ihren Bruder dankbar an . Semir sah wieterhin zu Tom.Dieser schien nachzudenken,nickte schliesslich.