Puppenspiel

  • Andrea sah erstaunt aus dem Fenster, als Alex Mercedes vor der Tür anhielt und Dana ausstieg. Alex fuhr direkt weiter und Dana kam ins Haus. Andrea ging in den Flur und trocknete sich die Hände ab. „Dana, wo ist denn Papa`?“ „Der konnte nicht. Alex hat mich gefahren. Andrea, ich hab die Stelle!“ Dana freute sich sichtlich. Andrea nahm sie in den Arm. „Das ist doch toll.“ „In sechs Wochen werde ich dort drei Wochen arbeiten und dieser Dr. Schenefeld sagte sogar, dass er mir ein kleines Taschengeld bezahlt, wenn ich meine Arbeit gut mache. Der ist richtig nett. Danke, dass du mir den Kontakt hergestellt hast.“ „Schon gut. Enttäusche mich nur nicht. Es würde mir sehr unangenehm sein, wenn Martin mich darauf ansprechen würde.“ Dana nickte. „Keine Angst. Das tue ich nicht.“ „Hat Alex gesagt, warum dein Vater nicht konnte?“ Nun schüttelte Dana den Kopf. „Nur dass er verhindert sei.“ Andrea griff ihr Handy und wählte Semir an, der sich nach mehrmaligem Klingeln meldete. „Gerkhan!“ „Andrea hier. Schatz, warum hast du Dana nicht zum Vorstellungsgespräch gebracht, sondern Alex?“ „Andrea, Schatz… das hat einen besonderen Grund…“ „Ich höre!“ Andrea ließ ihre Stimme sehr kühl klingen. „Ich habe versucht, jemanden aus einem brennenden Wagen zu holen…und dabei habe ich mir die Hände verbrannt. Sie stecken derzeit in dicken Verbänden und damit kann ich kein Auto fahren.“ „Oh mein Gott! Konntest du die Person retten?“ Sie hörte wie Semir Luft einzog. „Leider nein, Alex hat mich noch rechtzeitig zurückgezogen, bevor der Wagen explodierte.“ Andrea hörte aus den Worten, dass er sich Vorwürfe machte. „Du hast getan, was du konntest. Du hast dein eigenes Leben riskiert, um das Leben eines anderen zu retten. Mehr konntest du nicht machen. Ich bin froh, dass dir nicht mehr passiert ist. Dana hat die Stelle.“ „Das freut mich. Ich bin heute auf jeden Fall früher zuhause. Mit den Händen kann ich eh nicht viel machen.“ „Alles klar. Und dann sehe ich mir deine Hände auch einmal an. Bist du denn krankgeschrieben?“ „Nein. Ich arbeite weiter. Es sind nur oberflächliche Verbrennungen mit Blasen. Der Arzt hat mir Salbe drauf getan und die Hände verbunden. Das wird morgen sicher schon besser sein. Wo ist Dana denn?“ „Warte, ich gebe sie dir!“ Sie sah Dana an und reichte ihr das Handy. „Papa? Ich hab die Stelle!“ „Das freut mich Schatz. Tut mir Leid, dass ich dich nicht selbst hinfahren konnte.“ „Schon gut. Wichtig ist, dass ich sie habe. Ich muss gleich noch weg.“ „Alles klar, komme mir aber nicht zu spät nach Hause. Du hast Schule!“ „Ja Papa…“ Dana gab Andrea das Telefon zurück und verschwand, während Andrea sich noch einmal von Semir verabschiedete.



    Während Alex mit Dana unterwegs war, kam Hartmut zu Semir. „Ich habe mir die Aufnahmen angesehen!“ Es klang sehr aufgeregt und Semir vermutete, das Hartmut etwas entdeckt hatte. „Okay, hast du etwas gefunden?“ Hartmut sah ihn erstaunt an. „Sonst würde ich ja nicht herkommen. Oder um deine Frage zu beantworten. Ja, ich habe etwas gefunden. Willst du es sehen?“ „Ja sicher!“ Hartmut bemerkte die verbundenen Hände. „Was hast du denn gemacht?“ „Die Hände verbrannt.“ „Das sehe ich? Hast du dich beim Kaffeekochen verbrannt?“ Hartmut grinste breit, doch Semir konnte nicht darüber lachen. „Nein, ich wollte nur jemanden aus einem brennenden Fahrzeug holen. Ist leider nicht gelungen.“ Das Grinsen erlosch sofort aus dem Gesicht des Technikers. „Sorry, das wusste ich nicht.“ Semir nickte. „Schon gut. Was hast du gefunden?“ „Ach so, ja, warte ich zeige es dir.“ Er legte die DVD ins Laufwerk und startete den Film. „Hier siehst du den Kerl reinkommen und wie er den Mann erschießt. Ich vermute mal, dass er mitbekommen hat, mit wem der Mann telefonierte Und dann drückt er ab.“ Semir stöhnte leise auf. „Ja Hartmut, das war uns auch bekannt.“ „Ja sicher! Aber ich habe mir die Aufnahmen ja anders angeschaut, als du. Ich habe mir die Hand mit der Waffe näher angesehen und das hier festgestellt.“ Er zoomte das Bild ran und die Hand wurde überdimensional vergrößert. Semir zog die Schultern hoch. „Ja und?“ Hartmut tippte auf den Monitor. „Siehst du dieses Mal?“ Semir schaute genauer hin. „Was ist das?“ „Das ist eine Tätowierung. Ein kleiner Totenkopf hinter Gitter.“ Semir beugte sich vor und sah sich das Standbild erneut an. „Also gut, das könnte sein…“ Hartmut zog ein Blatt Papier aus der Akte, die er mitgebracht hatte. „Hier, so sieht sie aus. Auf dem Bild ist es etwas undeutlich.“ Semir nahm das Blatt und musterte es genau. „Toll, schön ist zwar was anderes, aber immerhin. Und was sagt uns das jetzt?“ „Nun ja, ich habe mal recherchiert und herausgefunden, dass…“ In diesem Augenblick ging die Tür vom Büro auf.

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  • Alex betrat das Büro. „Deine Tochter hat…“ Sein Blick fiel auf das Bild, welches Semir in den Händen hielt. „Das Zeichen der Unbezwingbaren…“ „Bitte was?“ Semir sah seinen Partner erstaunt an. „Dieser Totenkopf! Er ist das Zeichen der Unbezwingbaren. Das ist eine Gruppierung von Inhaftierten in der Vollzugsanstalt Ossendorf. Ich kenne einige, die so ein Zeichen tragen…“ Alex schlug sich plötzlich mit der Hand an die Stirn. „Verdammt! Ich glaub, ich weiß wer der Kerl ist!“ Alex ging zu seinem PC und tippte etwas ein. Semir und auch Hartmut kamen um den Tisch und sahen auf den Monitor. „Wer ist er?“ „Hier!“ Alex drehte den Bildschirm. „Das ist Bruno Herfordt. Er ist von mir wegen Drogenhandel verhaftet worden. Während der Ermittlungen kamen dann noch Vergewaltigung und Förderung der Prostitution hinzu. Er hatte sich die Mädchen mit Drogen gefügig gemacht und richtig abkassiert. Die Mädels waren meist unter 20 Jahre. Das Jüngste war gerade 14. Er wurde zu acht Jahren Haft verurteilt. Das geschah vier Jahre bevor ich eingebuchtet wurde. Bruno Herfordt war einer meiner ersten Festnahmen. Wir trafen dann in Ossendorf wieder aufeinander und das war alles andere als nett. Als ich wieder entlassen wurde, da schwor er mir, dass er sich rächen und ich noch lange an ihm denken würde.“ Semir sah sich das Bild des Mannes an. „Wie groß ist er?“ „2,02 m. Er ist verdammt brutal…“ „Haben wir denn eine Adresse von ihm?“ Alex sah sich die Angaben an. „Die Akte ist nicht ganz aktuell. Wir haben nur die, die er vor der Inhaftierung hatte. Fraglich ob er dort wirklich noch wohnt.“ „Sehr fraglich. Wenn es eine Mietwohnung war, dann sicher nicht. Was ist mit Angehörigen?“ „Eine Schwester, und der Vater. Aber die wohnen in Siegburg.“ „Dann werden wir sie mal besuchen.“ Alex war einverstanden. Er schnappte sich die Autoschlüssel und Semir folgte ihm.


    Während der Fahrt sah Semir immer wieder zu Alex. „Meinst du, sie würde uns verraten, wo er ist?“ Sein Partner zog die Schultern hoch. „Das weiß ich nicht. Es ist gut möglich, dass sie, genau wie der Rest der Familie, keinen Kontakt zu ihm hat. Seine Familie war, außer seiner Schwester, nie bei ihm im Gefängnis. Sein Vater hat sich direkt von ihm abgewandt. Seine Mutter starb schon vor etlichen Jahren.“ Sie kamen nach einer Stunde am Ziel an und Semir sah auf das schöne Einfamilienhaus, welches sogar mit einer Rampe ausgestattet war. Er wandte sich kurz zu Alex um. „Der Vater ist seit einem Schlaganfall an den Rollstuhl gefesselt.“ „Ah okay…“ Semir drückte den Klingelknopf. Ein angenehmer Ton erklang von innen und sie warteten darauf, dass die Tür geöffnet wurde. „Kennen dich die Leute?“ Alex zog die Schultern hoch. „Kann sein. Ich habe meine Aussage vor Gericht gemacht, aber wie schon gesagt, die Familie war nicht sonderlich am Geschehen interessiert. Der Vater erlitt den Schlaganfall aufgrund der Verhaftung von Bruno Herfordt und… Herfordt war schon ganz schön sauer auf mich. Das hat er mich auch spüren lassen, als wir uns in Ossendorf zum ersten Mal begegneten. Wenn Paul und seine Freunde nicht da gewesen wären, dann hätten die mich totgeschlagen. Ich lag eine ganze Woche im Gefängniskrankenhaus und eine weitere Woche allein in der Zelle. Aber Herfordt hat immer wieder einen Weg zu mir gefunden.“ Semir hörte seinem Partner schweigend zu. Die Tür öffnete sich und eine ca. 40jährige Frau sah sie an. „Ja?“ „Frau Herfordt?“ „Ja, das bin ich! Was kann ich für Sie tun?“ Semir hielt mit seinen verbundenen Händen seinen Ausweis in die Höhe. „Gerkhan, Kripo Autobahn. Das ist mein Kollege Brandt.“ Die Frau sah zu Alex und kniff die Augen zusammen. „Alexander Brandt?“ Alex sah sie an. „Sie kennen mich?“ „Ich habe Sie oft genug gesehen. Sie haben unsere Familie zerstört! Sie sind schuld daran, dass mein Vater im Rollstuhl sitzt! Natürlich kenne ich Sie!“ Die Wut war deutlich zu hören. „Frau Herfordt, wir suchen Ihren Bruder! Wissen Sie wo er ist?“ Die Frau schüttelte den Kopf. „Warum suchen Sie ihn denn? Hat er etwas angestellt? Oder wollen Sie ihn nur einbuchten, weil er Ihnen im Weg ist?“ Sie sah wieder direkt zu Alex und schien Semir völlig zu ignorieren.


    Alex sah zu Boden. Es war ihm sehr unangenehm und Semir spürte genau, was mit seinem Partner war. „Frau Herfordt, wir haben sicher keine persönlichen Gründe. Es geht darum, dass Ihr Bruder eine junge Frau vergewaltigt und umgebracht hat! Außerdem steht er im Verdacht, einen Mann erschossen zu haben. Wissen Sie wo er ist?“ Cassandra Herfordt sah ihn erschrocken an. Semir entging nicht, dass sie zunehmend nervöser wurde. „Nein. Ich … ich habe schon seit längerem keinen Kontakt zu ihm.“ „Wann war es das Letzte Mal?“ „Das war vor…acht Wochen…“ Es kam so stockend, dass Semir es nicht glaubte. „Sie waren nicht zufällig vor einigen Tagen mit Ihrem Bruder auf einem Parkplatz und haben dort einen Mann überfallen, der angeschossen wurde?“ Cassandra Herfordt schüttelte sofort den Kopf. „Nein. Wie kommen Sie darauf?“ „Ein Mann wurde dort überfallen und ausgeraubt. Als er sich wehrte, wurde er angeschossen. Der Mann liegt im Krankenhaus. Nach Aussagen von Zeugen waren die Täter ein Mann und eine Frau. Sie können sich jetzt dazu bekennen, wenn Sie schuldig sind.“ Die Frau senkte ihren Kopf und sah sie dann von unten her an. „Sind Sie sicher, dass mein Bruder es war? Ist er auch schuld an Ihren Verletzungen?“ Sie wies auf seine Hände. „An der Frau wurden die DNA von Ihrem Bruder gefunden. Anders gesagt, ja, wir sind uns sehr sicher. Außerdem steht er im Verdacht einen Mann eiskalt erschossen zu haben. Wir haben die Aufnahmen einer Videoüberwachung. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir ihn haben.“ Cassandra Herfordt nickte. „Aber es kann doch auch ein Irrtum sein. Ich meine, mein Bruder mag ja…“ „Die Frau des Mannes, den Ihr Bruder erschoss, ist im achten Monat schwanger. Das Kind wird ohne seinen Vater aufwachsen und die Frau, die er entehrt und getötet hat, war gerade mal 28 Jahre alt. Helfen Sie, damit nicht noch mehr Personen sterben müssen.“ Cassandra Herfordt fing plötzlich an zu weinen. „Er hat mir doch versprochen, dass niemand mehr sterben muss. Er hat es mir doch versprochen!“ Semir sah Alex kurz an. „Sie waren auf dem Parkplatz nicht wahr? Und auch an der Tankstelle.“


    Cassandra Herfordt nickte ergeben. „Kommen Sie rein…bitte…“ Sie gab die Tür frei und ließ die Männer passieren. Im Wohnzimmer war der Mann im Rollstuhl. Dieser sah sie misstrauisch an. Cassandra Herfordt sah sich in Erklärungsnot. Doch sie hatte beschlossen, dass sie den Beiden alles sagen würde. Alles was sie wusste. „Papa, das sind Herren von der Polizei. Sie sind wegen Bruno hier.“ Der Mann wendete sich ab und zeigte deutlich, dass damit nichts zu tun haben wollte. Cassandra Herfordt nickte. „Lassen Sie uns in die Küche gehen, bitte…“ Die Männer folgten ihr. „Bitte setzen Sie sich doch…“ „Danke wir stehen lieber. Frau Herfordt, wo ist Ihr Bruder?“ Cassandra zog die Schultern hoch. „Ich weiß es wirklich nicht. Und ja, ich war auf dem Parkplatz und auch an der Tankstelle. Ich wollte meinem Bruder nur helfen, seine Rache vorzubereiten. Mehr nicht. Wirklich. Aber als er auf den Mann geschossen hat und in der Tankstelle die Frau anfasste, da war für mich Schluss. Aber er hat mich direkt danach weg geschickt. Ich weiß, dass ich für die Taten bestraft werde, aber bitte…ich werde nicht fliehen. Bitte lassen Sie mich bei meinem Vater. Er braucht mich. Ich kann ihn nicht allein lassen. Bitte…“ Sie sah die Männer flehend an. Diese tauschen Blicke aus und dann wandte sich der Kleinere wieder an sie. „Frau Herfordt, ich kann Sie derzeit wirklich bei Ihrem Vater lassen, aber Sie müssen zur Verfügung stehen. Für die Taten, werden Sie mit Sicherheit zur Verantwortung gezogen. Wissen Sie, was Ihr Bruder vorhat?“ „Ja…nein…also nicht wirklich. Ich weiß, dass mein Bruder sich an Ihren Kollegen rächen will.“ „Was hat das mit den Puppen auf sich?“ „Die Puppen haben alle Namen. Die Anfangsbuchstaben der Namen, ergeben dann Ihren Namen. Er hat es mir verraten, aber ich habe es am Anfang nicht verstanden.“ „Wenn sich Ihr Bruder meldet, dann geben Sie uns bitte Bescheid.“ Semir reichte ihr seine Visitenkarte. Cassandra nickte. „Ich werde Sie informieren, wenn ich etwas weiß.“ Semir und Alex lächelten die Frau an und verabschiedeten sich wieder. Cassandra schloss die Tür und fing an zu weinen. Bruno hatte ihr doch versprochen, keine Menschen mehr zu töten. Er hatte sie angelogen. Er hatte sie eiskalt angelogen. Das Telefon klingelte und sie hörte wie ihr Vater sich meldete. Sie ging zu ihm. Er hielt ihr den Hörer hin. „Dein Bruder!“ Cassandra nahm den Hörer in die Hand. „Warum hast du mich angelogen?“

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  • Bruno sah erstaunt auf sein Handy. „Was meinst du damit?“ Cassandra atmete tief ein. „Du hast mir versprochen, dass du niemanden mehr töten willst. Die Polizei war gerade hier. Ein gewisser Semir Gerkhan und dieser Alexander Brandt. Sie haben mir gesagt, dass du eine Frau vergewaltig und umgebracht hast. Und einen Mann hast du auch erschossen. Ich habe ihnen alles erzählt.“ Bruno schloss die Augen. Das konnte doch wohl nicht wahr sein. Er sah ein, dass er einen Fehler gemacht hatte, als er Cassandra zur Komplizin machte, doch das war nicht mehr zu korrigieren. Wie konnten die Bullen auf seine Spur kommen? Wie konnten sie wissen, dass er Jana….er hatte doch ein Kondom genutzt. „Lass es dir erklären, Cassy…Also das mit dem Mädchen, sie hat mich angemacht und sie wollte mit mir Sex haben. Sie hat mich regelrecht angefleht, es zu tun!“ „Du hast sie umgebracht!“ „Nein! Ich hatte Sex mit ihr, aber ich habe sie nicht getötet! Ich schwöre dir! Ich habe sie nicht getötet!“ „Du lügst! Du hast mir auch gesagt, dass du nicht auf den Mann schießt und du hast ihn angeschossen!“ Bruno stutzte. „Soll das heißen, dass der Mistkerl noch lebt?“ „Ja, und da kannst du froh sein! Ab heute hast du auch keine Schwester mehr! Ich werde mich für das, was ich getan habe, verantworten, aber mit dir bin ich fertig!“ Es knackte in der Leitung. Bruno sah auf das Telefon. So eine dumme Pute, dachte er nur. Was glaubte sie denn, wie er ans Ziel kommen sollte, wenn er nicht über Leichen ging? Sollte er den Bullen freundlich bitten, sich ihm zu stellen? Er sah wieder zum Eingang des Hauses, wo er bereits seit einigen Stunden stand. Das Mädchen, welches mit dem Bullen gefahren war, bog gerade um die Ecke. Bruno grinste leicht. Er hatte sich bereits Chloroform von einem Bekannten besorgt und einen Lappen getränkt. Jetzt wird der Bulle für alles büßen, was er ihm angetan hatte. Es blieben ihm nur wenige Meter, bis das Mädchen zuhause war.


    Er stieg aus und schlich an das Mädchen heran. Dann packte er sie von hinten und hielt ihr den Lappen auf Mund und die Nase gedrückt. Das Mädchen strampelte wie wild und versuchte sich zu befreien, doch Bruno hielt sie eisern fest. Nur langsam erstarb die Gegenwehr und als sie völlig erschlaffte, nahm er seine Hand wieder weg. Schnell prüfte er die Vitalfunktionen. Das Mädchen schlief tief und fest. Er packte sie ins Auto und nahm dann ihren Rucksack sowie eine Puppe, die er in den Rucksack stopfte. Er legte ihn vor der Eingangstür zum Haus und verschwand dann mit seinem schlafenden Opfer. Jetzt wo der Bulle wach war, würde es noch mehr Spaß machen. Bruno war sich sicher, dass Alexander Brandt nun alles tun würde, um ihn zu treffen und er wusste schon, wo dieses Treffen stattfinden sollte. Doch erst würde er ein paar Tage warten, damit der Bulle Angst bekam. Mit dem Mädchen würde er sich schon ein paar Tage vergnügen. Das war in seinen Augen nur gerecht. Er lenkte seinen Wagen sicher durch Köln und parkte diesen nur eine halbe Stunde später auf dem großen Hof der alten Buchdruckerei. Ein Blick auf das Mädchen, zeigte ihm, dass sie sicher schon sehr bald wach werden würde. Bis dahin musste sie sicher untergebracht werden. Er stieg aus und zerrte das bewusstlose Mädchen aus dem Wagen, schulterte sie und trug sie anschließend in ein noch sehr gut erhaltenes Gebäude. Hier hatte er einen dieser Räume schon richtig eingerichtet. Fesselungsmaterial hatte er sich auch schon besorgt. Er legte das Mädchen auf das Bett und band ihr zuerst die Hände und dann die Beine am Bett fest. So konnte sie nichts unternehmen. Als sie vor ihm lag, fuhr er mit seiner Hand über ihre Brust. Hitze stieg in ihm auf, doch dann mahnte er sich selbst zur Zurückhaltung.

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  • „Also wenn das so stimmt, was diese Frau sagt, dann lagen wir gar nicht so verkehrt. Die Namen der Puppen, sollen deinen Namen ergeben. Kannst du dir vorstellen, was der Kerl von dir will?“ Alex nickte nachdenklich. „Mich umbringen. Ist ja klar, in seinen Augen habe ich seine Familie zerstört. Das hatte seine Schwester ja auch behauptet. Sie war ganz schön geschockt, als sie erfuhr, dass ihr Bruder zwei Menschen ermordet hat.“ „Drei! Er hat drei Menschen ermordet. Diesen Mann im Auto, der verbrannt ist, geht auch auf sein Konto.“ stellte Semir richtig. Er sah auf die Uhr und spürte deutlich die Müdigkeit aufsteigen. „Es ist jetzt halb neun. Was wollen wir denn jetzt noch machen?“ Sein Blick ging auf seine Hände, die sich wieder bemerkbar machen. „Feierabend?“ Alex sah ihn kurz an. Semir dachte nach und nickte dann. „Ja, wir können noch ein Feierabendbier trinken und du kannst auf der Couch pennen. Dann können wir morgenfrüh direkt gemeinsam wieder los.“ „Tun deine Hände weh?“ Alex sah ihn besorgt an. „Ja, es brennt ein bisschen. Andrea wird sich bestimmt gleich darum kümmern.“ Sie fuhren gemeinsam zu Semir und nur wenig später stand Alex Wagen auf Semirs Einfahrt. Alex bremste ab und sah einen Rucksack vor der Tür liegen. „Sag mal, ist das nicht der Rucksack von Dana?“ Semir sah hin und stieg aus. Er nahm den Rucksack und nickte dann. „Ja, das ist ihr Rucksack. Wie kommt er denn hier hin?“ Als er ihn öffnen wollte, geriet er wieder wegen den Verbänden an seine Grenzen und deshalb übernahm Alex es. „Ich schau mal rein.“ Er öffnete den Rucksack und zuckte zusammen. „Verdammt!“ „Was ist?“ Semir wurde neugierig. Alex griff in die Tasche und zog die Puppe hervor. Semir spürte Übelkeit aufsteigen. In diesem Augenblick ging die Tür auf und Andrea stand im Rahmen. „Semir, Dana ist noch nicht zuhau….“ Sie stockte mitten im Satz, als sie den Rucksack sah. „Der gehört doch Dana. Sie hat ihn mitgenommen!“ Sie sah zu Semir und bemerkte, dass er blass war. „Hatte sie einen Unfall?“ Semir sagte nichts. „Sag was mit ihr ist! Ist sie verletzt? Liegt sie im Krankenhaus?“ Langsam wandte sich Semir zu ihr. „Ich, ich….“ Er sah Alex hilfesuchend an. „Lass uns erst einmal reingehen.“ Im Wohnzimmer bemerkte Andrea die Puppe, die Alex trug. „Was ist das für eine Puppe?“ Semir schluckte schwer und so übernahm Alex das Antworten. „Das ist eine der Puppen, die unser Gegner bei seinen Opfern zurück lässt.“ Andrea wandte sich zu Alex. „Willst du damit sagen, dass dieser Kerl Dana in seiner Gewalt hat?“ Semir nickte. „Oh mein Gott!“ Er ließ sich in den Sessel fallen. „Ich versteh das nicht! Was will er von Dana? Ich kenne den Kerl doch gar nicht!“ Andrea nahm ihn in den Arm. „Ich frage mich, woher er deine Adresse kennt. Meinst du seine Schwester hat sie ihm verraten? Ich glaube nämlich nicht, dass Dana ein Zufallsopfer ist.“


    Semir ging im Wohnzimmer auf und ab. „Was wollen wir denn jetzt machen? Wo sollen wir sie suchen?“ Er schien ratlos. Alex hielt ihn fest, als er an ihm vorbei ging und drückte ihn in den Sessel. „Du lässt dir jetzt erst einmal die Hände versorgen. Andrea, kümmerst du dich bitte darum?“ Alex sah die Exfrau von seinem Partner an, die nickte und das Wohnzimmer verließ. Er wartete bis Andrea raus war und wandte sich dann an Semir. „Wir wissen was er will. Er will mich und er bekommt mich. Ich werde mich selbst gegen Dana tauschen. Wenn er Kontakt mit uns aufnimmt, werde ich es ihm sagen.“ Semir schüttelte den Kopf. „Das wirst du nicht tun! Wir werden Andrea und die Kinder unter Schutz stellen und dann werden wir uns das Schwein kaufen.“ Er ballte seine verbundenen Hände und ließ sie erst wieder locker, als Andrea anfing den Verband abzunehmen. Als sie frei waren, sah er sie sich an. Einige der Blasen waren aufgeplatzt und es brannte leicht. „Ich werde dir Brandsalbe drauf tun und dann wieder verbinden. So kannst du es auf gar keinen Fall lassen.“ Semir nickte nur. Andrea fing an die Salbe zu verteilen, während er sich an Alex wandte. „Alex, wir müssen uns einen Plan zu Recht legen. Seine Schwester weiß ganz sicher, wo er ist. Wir sollten sie noch mal besuchen. Wir müssen ihm eine Falle stellen und Dana dort rausholen. Ich hoffe nur, dass er sie nicht anpackt, denn wenn, dann werde ich ihn umbringen.“ Semirs Stimme klang sehr entschlossen und Alex ahnte, dass es keine leere Drohung war. Er stand auf und nahm sein Handy. Semir beobachtete ihn dabei. „Was willst du jetzt machen?“ „Ich werde die Chefin darüber informieren!“ Semir sprang auf. Andrea erschrak bei der Aktion so heftig, dass sie nach hinten kippte und auf den Boden fiel. „Semir!“ Dieser sah sie an und half ihr, indem er sie auf die Beine zog. Dabei platzten weitere Blasen an seiner Hand, doch er ignorierte es. „Nein! Wir werden die Chefin nicht informieren! Sie wird mich von dem Fall abziehen und das ist…“ „Das ist genau richtig! Semir, ich weiß dass du dich nicht kaltstellen lässt, aber in diesem Fall müssen wir die Unterstützung von Krüger haben! Wir brauchen sie! Du wirst mit Andrea und den Kleinen hier bleiben und auf sie aufpassen. Ich werde Dana dort rausholen!“ Semir sah ihn erstaunt an. „Willst du mich verarschen? Alex, du wirst dich nicht allein dem Kerl stellen! Ich lasse mich nicht kaltstellen, das hast du ganz richtig erkannt! Und wenn du dafür bist, dann werde ich auf eigene Faust meine Tochter da rausholen!“ Alex hörte, das Semir es ernst meinte und hob beschwichtigend die Hände. „Ja, schon gut. Aber wir müssen die Chefin einweihen. Wir brauche sie. Es führt kein Weg daran vorbei. Glaub mir, es ist besser.“ Semir wandte sich von ihm ab und fuhr sich mit den Händen durchs das Gesicht. Dann stöhnte er auf und senkte den Kopf. „Du hast ja Recht.“ Andrea sah ihn an. „Setz dich, ich will deine Hände verbinden.“ Semir führte den sanften Befehl aus und setzte sich. Alex wählte Kim Krüger an, die sich direkt meldete. „Herr Brandt? Was gibt es?“ Alex sah noch einmal zu Semir und antwortete dann. „Chefin, der Kerl hat Dana entführt.“ Am anderen Ende war nur Schweigen. „Chefin?“ „Ja, ich bin noch dran. Wo sind Sie? Wo ist Gerkhan?“ Alex lächelte bitter. „Wir sind bei Semir zuhause.“ „Ich bin gleich bei Ihnen! Sorgen Sie dafür, das Gerkhan die Füße still hält, bis ich da bin.“

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  • Dana wachte auf und wollte sich bewegen, doch schnell bemerkte sie die Fesseln, die sie hier hielten. Sie richtete sich soweit es ging auf und sah sich um. Der Raum war nicht ganz dunkel. Erinnerungen kamen in ihr hoch. Erinnerungen aus der Vergangenheit. Als sie neun war, da wurde sie von ihrem eigenen Onkel entführt und ihre Väter wurden erpresst. Damals ging es um irgendeine Formel. Dann erinnerte sie sich an dieser Sache in Belgien, wo ihr Vater und Semir versuchten sie aus den Händen eines Menschenhändlerringes zu befreien. Es war das Todesurteil für ihre Eltern. Dana fing an zu zittern. Sie erinnerte sich daran, dass sie eigentlich schon fast vor der Haustüre war, als sie von hinten gepackt wurde. Ein Lappen, der unangenehm roch wurde ihr auf Mund und Nase gedrückt und dann schlief sie ein. Sie hatte sich gewehrt, aber gegen diese Person, die sie festhielt, konnte sie nichts tun. Sie spürte einen seltsamen bitteren Geschmack auf ihrer Zunge. Dana versuchte sich weiter zu erinnern, doch da war nichts. Wo war sie wohl hier? Was konnte man von ihr wollen? Die Tür ging auf und das Licht an. Dana schloss geblendet die Augen. Als sie sie wieder öffnete, sah sie einen Mann vor sich stehen, der in ihren Augen riesig war. Sie nahm allen Mut zusammen. „Was wollen Sie von mir?“ Sie versuchte dabei ihre Angst nicht zu zeigen, doch es gelang ihr nicht. Ihr war es unangenehm, wie der Mann sie anschaute und bei ihr kamen wieder die Wut und ihre Trotzigkeit durch. „Glotz doch nicht so! Man, was willst du?!“ Der Mann grinste nur und sah sie von oben bis unten an. Sie versuchte die Beine anzuziehen, was anhand der Fesseln scheiterte. Nun kam er ihr näher. „Lass mich! Bitte….lassen Sie mich…bitte…“ Dana fing an zu weinen. Angewidert drehte sie ihr Gesicht weg und hoffte, dass der Mann wieder ging. „Aber, aber… wer wird denn so abweisend sein?“ Der Mann fuhr mit seinem Finger über ihren Arm. Schon diese Berührung löste bei Dana Unwohlsein aus. „Sieh mich an!“ Langsam drehte Dana ihr Gesicht zu ihm und sah ihn an. „Wir werden nun deinen Freund anrufen.“ „Wen?“ Dana war etwas erstaunt. „Wir werden Alex anrufen. Alexander Brandt. Er ist dein Freund. Du brauchst es gar nicht zu leugnen. Ich habe gesehen, wir ihr euch geküsst habt.“ Der Mann lachte. „Alex ist doch nicht mein Freund! Der ist doch doppelt so alt wie ich! Was wollen Sie von mir?“ „Du bist nicht seine Freundin?“ Dana schüttelte heftig den Kopf. „Nein! Alex ist der Kollege von meinem Vater! Und nun mach mich endlich los!“ „Du hast ihn geküsst! Du musst seine Freundin sein!“ Der Mann wurde wütend. „Ich bin nicht die Freundin von ihm. Ich habe ihn nur geküsst, weil er ein guter Freund ist!“ Der Mann drehte sich um und ließ die Tür wieder ins Schloss fallen.


    Kim Krüger kam nur eine halbe Stunde nach der Information von Alexander Brandt bei Semir an. Sie klingelte und wurde von Andrea empfangen. Im Wohnzimmer saßen Alex und Semir und sahen sie an. „Was genau ist passiert?“ Semir räusperte sich. „Wir können nur Vermutungen anstellen. Dana ist wohl vor der Haustür abgefangen und verschleppt worden.“ Seine Stimme klang leise. „Als wir hier ankamen, fanden wir nur Danas Rucksack mit der Puppe.“ Kim wandte sich an Alex, der die Puppe hochhielt. „Okay, also ein weiteres Rätsel?“ „Nein, nicht mehr. Wir haben seine Schwester vernommen. Sie hat zugegeben, bei den ersten beiden Überfällen dabei gewesen zu sein. Und sie hat mir erklärt, was das mit den Puppen auf sich hat. Herfordt selbst, weiß es aber wohl noch nicht. Aber sie weiß nicht, wo ihr Bruder ist.“ „Wie wahrscheinlich ist es, dass sie lügt?“ Kim sah zu Semir, doch dieser beteiligte sich nicht an dem Gespräch. Andrea bemerkte es natürlich und setzte sich neben ihn. Sie versuchte ihm Mut zu machen, doch es gelang nicht. „Wenn er ihr etwas antut, werde ich ihn töten.“ Kim sah ihn erschrocken an. „Herr Gerkhan, ich kann nicht zulassen, dass Sie an dem Fall mitarbeiten. Sie sind raus!“ Semir stand auf „Oh nein, Frau Krüger! Meine Tochter ist in den Händen eines Wahnsinnigen und ich werde sie da rausholen! Sie werden mich nicht davon abhalten!“ „Herr Gerkhan, ich kann Sie nicht daran mitarbeiten lassen. Sie sind persönlich involviert und da sind die Vorschriften ganz…“ „Ich scheiße auf die Vorschriften! Ich will meine Tochter zurück und ich werde sie mir zurückholen. Alex wird mir dabei helfen!“ Semir verließ das Wohnzimmer und nur wenig später schlug die Haustür zu, doch Alex sprintete sofort hinterher. Andrea wandte sich an die Vorgesetzte von ihrem Exmann. „Frau Krüger, ich weiß, dass Sie eigentlich Recht haben, aber Sie müssen Semir verstehen. Er hängt sehr an Dana und…“ Andrea versuchte Partei für Semir zu ergreifen. „Andrea, das ist mir schon klar, aber ich kann keine Ausnahme machen. Das geht einfach nicht.“ Andrea nickte und lächelte leicht. „Sie wissen doch genau wie ich, dass Sie ihn nicht aufhalten können. Er würde sich auch über die Gesetze und Befehle hinwegsetzen. Ich weiß nicht, wie er reagiert, wenn er diesem Kerl gegenübersteht, aber ich würde Ihnen vorschlagen, Alex als Aufpasser mitzugeben. Lassen Sie ihn weitermachen.“ Kim stöhnte leise auf. Andrea hatte Recht. Semir würde sich einen Dreck um Gesetze und Vorschriften kümmern und sie so auslegen, dass es ihm passte. „Also gut…“ stimmte sie nach einigen Minuten zu.

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  • Alex setzte sich zu Semir auf die Bank, die vor der Eingangstür stand. „Hey Partner, du musst sie auch verstehen.“ Semir wandte sich ihm zu. Die Tränen in seinen Augen waren deutlich zu sehen. „Warum Alex? Was will der Kerl von Dana? Sie hat doch gar nichts damit zu tun.“ „Ich weiß. Ich habe mir die ganze Zeit schon überlegt, wie er an deine Adresse gekommen ist. Ich vermute, das Herfordt mir gefolgt ist, als ich Dana abholte und dann Zuhause absetzte. Sie hat mir einen Kuss auf die Wange gedrückt und sich dafür bedankt. Wenn ich weiter gehe, dann denke ich, dass Herfordt glaubt, Dana sei meine Freundin. Deshalb hat er sie vermutlich geholt. Er will sich an mir rächen und will mir Schmerzen zufügen.“ Semir stöhnte leise auf. „Wenn er erfährt, dass sie nicht deine Freundin ist, dann hat sie keinen Wert für ihn. Er wird sie genau die Jana Kreutzer umbringen!“ „Das ist nicht gesagt. Natürlich kannst du Recht haben, aber es bringt nichts, sich den Kopf zu zerbrechen. Wir werden morgenfrüh direkt wieder zu Cassandra Herfordt fahren und sie um Hilfe bitte.“ Semir hob seinen Kopf. „Warum erst morgen? Was, wenn Dana diese Nacht nicht überlebt? Was wenn er sie….“ Er stockte und sah zum klaren Sternenhimmel. Alex verstand ihn ohne Worte. Er wusste zwar nicht, wie ein Vater fühlte, aber er konnte sich vorstellen, dass es die Hölle war, durch die sein Partner gerade ging. Er wollte zur Antwort ansetzen, als das Handy von Semir klingelte. Semir zog das Gerät vor und sah auf das Display. Sofort ging sein Blick zu Alex. „Die Nummer kenne ich nicht!“ Alex nickte. „Okay, stell direkt auf laut!“ Semir tat es und meldete sich mit einem unsicheren „Ja?“ „Gib mir Alexander Brandt!“ Alex beugte sich vor. „Hier ist Alexander Brandt. Herfordt, lass das Mädchen laufen! Sie hat nichts damit zu tun!“ Herfordt lachte laut. „Das sehe ich anders. Sie ist eine ganz Niedliche und sie wehrt sich mit Händen und Füßen. Sie hat richtig Temperament. Weißt du, was sie behauptet? Sie sei gar nicht deine Freundin. Sie denkt wirklich, dass ich es glaube“ Semir hörte wie der Kerl laut lachte. „Herfordt! Wo ist die Tochter meines Kollegen? Wo ist Dana?“ Am anderen Ende wurde es still. „Herfordt?! Melde dich, verdammt noch mal! Wo ist das Mädchen?!“ Alex brüllte in das Telefon.


    Bruno Herfordt senkte das Handy. Er dachte über das, was Brandt sagte nach. Dieses Mädchen war die Tochter vom Kollegen? Wollte Brandt ihn auch verarschen? Oder sollte das Mädchen doch die Wahrheit sprechen. „Wo ist meine Tochter?! Ich schwöre dir, dass ich dich umbringe, wenn ihr auch nur ein Haar gekrümmt wird!“ Er musste zugeben, dass die Verzweiflung echt klang. Bruno lachte leise. „Wollt ihr mir Theater vorspielen? Dann habt ihr beide eine 1. Also gut, spielen wir euer Spiel. Ich spiele nämlich gern… Wenn ihr ruhig bleibt, dann wird ihr nichts passieren. Ich will nur Brandt haben. Dafür bekommt ihr die Kleine wieder.“ „Wo ist sie? Ich will mit ich sprechen, bitte.“ Die Stimme klang flehend. „Warte!“ Bruno war bereit, diesen Wunsch zu erfüllen und ging in das Zimmer wo das Mädchen war. Er setzte sich ans Bett und hielt dem Mädchen das Handy ans Ohr. „Da ist jemand, der dich sprechen will.“ Das Mädchen richtete sich auf. „Hallo?“ Sie sprach kläglich. „Dana, Schatz…geht es dir gut? Hat er dich angefasst?“ „PAPA!! HOL MICH HIER RAUS!! Bitte!! Ich will nach Hause!“ Bruno nahm das Handy weg. „Hast du gehört Papa, sie will nach Hause.“ „Bitte, lassen Sie sie gehen. Was wollen Sie für sie?“ Bruno lachte erneut. „Nicht viel. Nur Brandt. Mehr nicht. Gib ihn mir!“ Direkt darauf hörte er die Stimme seines Feindes. „Herfordt, lass das Mädchen laufen. Ich werde alles tun, was du willst.“ „Das könnte ich mir überlegen. Brandt, hast du schon mein Geheimnis heraus bekommen? Weißt du was mein Markenzeichen sagen soll?“ Herfordt grinste breit. Doch es verschwand als Alex Brandt ihm sagte, was er hören wollte. „Ja, ich weiß, dass du mir damit meinen Namen nennen willst. Lass die Tochter meines Kollegen gehen!“ „Ach komm! Sei doch kein Spielverderber! Meine Schwester hat es verraten, nicht wahr? Sie hat dir gesagt, was ich dir damit sagen will. Aber egal… So und nun kommen wir zu dem, was du für deine Freundin tun musst.“ Er hörte, wie der Mann tief durchatmete. „Sie ist nicht meine Freundin! Sie ist noch ein Kind. Herfordt, lass sie gehen…bitte. Es ist eine Sache zwischen dir und mir.“ „Nein, noch nicht. Erst werden wir das Spielchen noch zu Ende spielen. Wäre doch schade um die Puppen. Finde die nächste Puppe! Ach ja, solltest du oder dein Kollege auch nur versuchen, das Mädchen zu finden, werde ich sie langsam töten. Davor wird sie noch wissen, was ein wirklicher Mann ist.“ Bruno beendete das Gespräch und grinste. Doch nicht lange und er wurde wieder ernst. Dann hatte das Mädchen doch nicht gelogen? Aber egal… auch wenn sie nicht seine Freundin ist, sie ist ein Druckmittel und er würde es gnadenlos ausnutzen. Er legte das Handy weg und setzte sich auf die Couch. Vor ihm am Boden stand ein Kasten Bier. Er nahm sich eine Flasche und dachte über seine Schwester nach. Sie hatte ihn verraten und dafür musste sie zahlen. Entschlossen stellte er die noch ungeöffnete Flasche auf den Tisch, nahm zwei der Puppen, die er noch hatte und verließ seine Wohnung. Nur zwei Stunden später war er wieder zuhause und genoss das Bier. Gegen fünf in der Frühe legte er sich ins Bett und war schnell eingeschlafen.

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    Beethoven wurde taub
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  • Am nächsten Morgen machte Andrea für Alex und Semir, der die Nacht nicht geschlafen hatte, Frühstück. Semir rührte nichts an. Er wickelte seine Hände aus und warf den Verband in den Müll. „Semir, du musst etwas essen. Du hast gestern schon nichts gegessen. Bitte…“ Er sah Andrea mit müden Augen an. „Ich habe keinen Hunger. Ich nehme nur einen Kaffee.“ Auch Alex sah seinen Partner besorgt an. „Packst du ein paar Brötchen ein, falls er unterwegs Hunger bekommt`?“ Andrea nickte. Nur eine halbe Stunde später ging es los. Für Semir dauerte alles viel zu lang, bis sie endlich an der Haustür von Cassandra Herfordt ankam. Sie stiegen aus und gingen zur Eingangstür. Als sie davor standen, sahen sie die deutlichen Aufbruchspuren. Die Tür selbst war nur angelehnt. Semir, wie auch Alex, zog seine Waffe. Alex stieß die Tür auf. „Frau Herfordt?! Hier ist die Polizei!“ Es kam keine Antwort. Alex sah zu Semir und der nickte. Die Konzentration schien bei ihm wieder vorhanden zu sein. Sie gingen, die Waffe im Anschlag, durch das Haus. Nach einigen Minuten sahen sie den Vater im Rollstuhl sitzen. Er drehte ihnen den Rücken zu. „Herr Herfordt?“ Semir ging auf den Mann zu und drehte ihn um. Dann schrie er ungewollt auf. Das Gesicht des Mannes, war keines mehr. Da war nur Blut und Fleischfetzen. Auf dem Schoß des Toten saß eine dieser Puppen. Es sah aus, als würde der Mann sie festhalten. Auch wenn Semir schon sehr oft Leichen gesehen hatte, hier drehte sich ihm der Magen um und er musste würgen. Mit der Hand vor dem Bauch gehalten, rannte er raus und würgte, als er vor der Tür stand. Alex ging weiter. Er nahm sich Raum für Raum vor und fand dann in einen der oberen Räume Cassandra Herfordt im Bett liegend. Dass sie tot war, musste Alex erst gar nicht prüfen. Die Wunde in der Schläfe sprach Bände. Auf dem Bett lag ebenfalls eine Haba-Puppe. Alex nahm sie auf. Sie hieß „Xaver“ Er nahm sein Handy und rief die Kollegen der Mordkommission. Nachdem er mit dem zuständigen Kollegen gesprochen hatte, suchte er nach Semir, der vor der Tür saß. „Geht es wieder?“ Semir sah ihn an. „Es sah so grausam aus. Sorry. Ich habe „Denny“, das ist der Name der Puppe für den Vater, gefunden“ „Ich habe Xaver gefunden. Cassandra Herfordt ist ebenfalls tot.“ Semir senke seinen Kopf und stöhnte leise auf. „Dann können wir Dana nicht so schnell finden.“ „Das ist nicht gesagt. Wir werden die Bude hier auf den Kopf stellen. Wir müssen nur warten, bis die Kollegen der Mordkommission da sind. Ich verstehe nur nicht, warum er das Spiel weiterspielen will. Es ist doch völlig sinnlos geworden.“ Alex versuchte seinem Freund und Partner Mut zu machen, doch auch seine Hoffnungen schwanden, Dana schnell zu finden und aus den Händen des Wahnsinnigen befreien.


    Es dauerte eine ganze Stunde, bis die Kollegen der Mordkommission ankamen und Semir staunte nicht schlecht als er einem sehr bekannten Kollegen gegenüber stand. „Bohm…“ Alex sah ihn erstaunt an. „Du kennst ihn?“ „Leider ja. Er ist ein eingebildetes Arschloch, das nur darauf aus ist, Ruhm zu erfahren. Ich wette, das vor der Tür jede Menge Journalisten stehen, die von ihm informiert wurden.“ Alex ging tatsächlich zum Fenster. „Da ist alles ruhig.“ „Guten Morgen die Her….Gerkhan? Was machen Sie denn hier?“ Alex bemerkte den kühlen Unterton von Bohm. „Guten Morgen, mein Name ist Alexander Brandt, ich bin der Kollegen von Herrn Gerkhan. Wir haben die Leichen gefunden.“ Bohm musterte ihn. „Martin Bohm…Mordkommission. Was hat die Autobahnpolizei hier zu suchen?“ „Wir sind gerade an einem Fall dran, in dem Tankstellen und Raststätten überfallen werden. Wir haben leider schon mehrere Tote zu bedauern.“ Bohm nickte. „Nun ja, bei Herrn Gerkhan habe ich nichts erwartet. Er steht ja für Chaos. Was ist denn hier passiert? Ich meine, das hier ist weder eine Tankstelle an der Autobahn noch eine Raststätte.“ Er drehte sich nach seinen Leuten um und grinste breit. „Sehr witzig. Ich lache mich gleich tot. Frau Herfordt war eine Zeugin. Sie ist, oder besser war die Schwester unseres Hauptverdächtigen.“ Bohm zog die Augenbrauen hoch und nickte. Dann sah er Semir an. „Haben Sie es wieder vergeigt? Ich verstehe echt nicht, warum Sie überhaupt noch im Polizeidienst sind.“ Semir stand auf und stellte sich vor Bohm hin. „Ich verstehe auch nicht, wie Sie eingebildetes Arschloch überhaupt Polizist werden konnte.“ Alex zog Semir zurück. „Stell dich doch nicht auf eine Stufe mit ihm. Lass mich das machen.“ Semir sah ihn an und setzte sich wieder. Alex ging zu Bohm zurück. „Herr Bohm, wir waren hier um Frau Herfordt noch einmal zu vernehmen, da ihr Bruder im Verdacht steht, ein 17jähriges Mädchen entführt zu haben. Dies steht im Zusammenhang mit unserem Fall. Wir haben Sie nur von Amtswegen informiert.“ Bohm musterte ihn von oben bis unten. „Sie sind Alexander Brandt?“ Alex nickte. „Ich habe doch mal von Ihnen gehört. Sie sind doch der, der im Knast war, nicht wahr? Kein Wunder dass Sie bei der Autobahnpolizei gelandet sind. Die nehmen einfach jeden Dreck.“ Alex schluckte und musste sich sehr zusammen nehmen, um nicht zu explodieren.

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  • „Herr Bohm, ich war mir ganz sicher, dass ich die Ermittlungen leite und nicht Sie!“ kam auf einmal eine Stimme hinter Alex her. „Ja, entschuldigen Sie, Herr Fingerhut…“ Bohm senkte seinen Kopf und ging aus dem Zimmer. Alex drehte sich zu den Mann um. „Tobias Fingerhut, ich bin der Leiter der Mordkommission.“ Der Mann reichte Alex die Hand. Dieser ergriff sie. „Alexander Brandt, das dort ist mein Kollegen Gerkhan.“ Fingerhut drehte sich zu Semir und nickte ihm kurz zu. „Was glauben Sie, was hier passiert ist?“ „Wir vermuten, dass der Täter ein gewisser Bruno Herfordt ist.“ Tobias Fingerhut hob eine Augenbraue. „Wie kommen Sie darauf?“ „Wir bearbeiten gerade einen Fall, in dem Herr Herfordt involviert ist. Seine Schwester hat uns bereits informiert, dass er der Täter ist. Er hinterlässt an jedem Tatort eine dieser Haba-Puppen. Hier haben wir zwei gefunden.“ Fingerhut nickte. „Sehr gut kombiniert. Aber kann es nicht sein, dass sie auch eine der Puppen hier hatte? Ich meine, die Beiden gehörten doch zu seiner Familie oder?“ „Ja und Nein. Sie hatte keinen Grund sich so eine Puppe hier zu lagern. Wir vermuten, dass Herfordt die beiden umgebracht hat, weil sie ihn verraten hat. Sein Vater hatte nicht viel von ihm gehalten. Außerdem waren wir gestern schon einmal hier und da wäre uns die Puppe aufgefallen.“ „Sie hätte sie doch auch im Schlafzimmer liegen lassen können. Sie waren doch sicher nicht im Schlafzimmer oder?“ „Da haben Sie schon Recht, dennoch sehe ich es als bewiesen, dass Bruno Herfordt seinen Vater und auch seine Schwester umgebracht hat.“ „Und wissen Sie wo er sich aufhält?“ Alex schüttelte den Kopf. „Wir hatten gehofft, dass seine Schwester oder sein Vater uns helfen könnte. Leider sind wir zu spät gekommen.“ „Was mich überhaupt nicht wundert. Vermutlich sind Sie über die Autobahn gekrochen…“ Wieder mischte Bohm sich ein und handelte sich einen wütenden Blick von Fingerhut ein. „Entschuldigen Sie mich einen Augenblick?“ Der Leiter der Mordkommission lächelte Alex freundlich zu und nahm dann Bohm am Arm und verließ kurz den Raum. Als er wiederkam, war er allein. „Entschuldigen Sie diesen Herrn, ich habe ihn jetzt mal mit einer sinnvollen Arbeit beschäftigt.“ Alex grinste leicht. Ihm gefiel Fingerhut. „Wie kann ich Ihnen helfen?“ Alex zog die Schultern hoch. „Sie übernehmen diesen Mord und wir werden uns darum kümmern, hier Hinweise zu finden, die uns den Aufenthaltsort von Herfordt verraten.“ „Einverstanden, sehen Sie sich um.“


    Dana wurde wach, als die Tür geöffnet wurde. Der Mann, der sie hier festhielt brachte ein Tablett rein. „So jetzt werden wir gemütlich frühstücken.“ Er stellte das Tablett auf den Tisch, der mit zwei Stühlen bestückt war und kam zu ihr. Er löste die Fesseln und als Dana sich aufrichtete, sah sie ihn nur an. Sie sagte nichts und rieb ihre Hand- und Fußgelenke, an denen sich die Fesselungsmale verdeutlichten. „Komm, setz dich auf den Stuhl!“ Dana stand langsam auf. Die Tür in die Freiheit stand immer noch offen. Sie sah ihn kurz an und als er ihr den Rücken zudrehte, rannte sie einfach los. Auch wenn sie nicht wusste wo sie war, so musste sie alles versuchen um zu entkommen. Doch sie kam nicht weit, denn scheinbar hatte der Mann damit gerechnet. Sofort sprintete er hinter ihr her und holte sie ein, bevor sie eine weitere Tür erreichte. Er hebelte ihr die Beine weg und warf sich auf sie. „NEIN!! HILFE!!“ Dana schrie und trat um sich, damit sie ihn von sich weghalten konnte, doch auch hier war er ihr deutlich überlegen. „Lass mich!! Lassen Sie mich doch gehen!! Bitte!!“ sie fing wieder an zu weinen, als er sie endlich gebändigt hatte. Er hielt ihre Hände an den Boden gedrückt und hockte über sie. „Du hast wirklich Temperament, aber du musst noch lernen es auch so einzusetzen, dass du damit etwas ausrichten kannst. Ich kenne da ein paar Leute, die richtig viel Geld dafür zahlen würden, wenn sie dich besitzen könnten. Aber erst bin ich dran.“ Er beugte sich tief zu ihr und wollte sie küssen. Dana drehte angewidert ihr Gesicht weg und er liebloste ihren Hals. Sie weinte und flehte darum, dass er aufhörte. Dann hielt seine rechte Hand ihre beiden Hände fest, während seine andere Hand an ihrem Körper entlangfuhr, zwischen ihre Beine inne hielt und dann unter dem T-Shirt wieder nach oben ging. Dana bäumte sich auf und wandte sich hin und her. „Bitte nicht….bitte nicht!“ flehte und weinte sie, doch Bruno Herfordt hörte nicht auf. Sie hörte, wie sein Atem hektischer wurde. „Du wirst dir noch wünschen, dass ich nicht aufhöre, glaube mir.“ Er richtete sich wieder auf und schlug Dana mit flachen Hand heftig ins Gesicht. Ihr Kopf flog zur Seite und sie spürte wie Blut von der Lippe floss. Auch ihre Nase fing an zu bluten. Sie war für einen Augenblick völlig benommen. Herfordt stand auf und zerrte sie ebenfalls hoch. „Und noch einen Fluchtversuch wirst du nicht wagen, haben wir uns verstanden? Das nächste Mal, werde ich mich nämlich nicht zurückhalten.“ Er brachte Dana wieder zurück in ihr Gefängnis. „Und jetzt mach dich sauber, dann frühstücken wir!“ Dana war wieder klar und nickte nur.

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  • Alex durchsuchte die Schränke und auch Semir beteiligte sich wieder. Von Bohm fiel jede Spur. Als Semir einen Ordner aus dem Schrank holte und durchblätterte, fiel ihm ein Bild in die Hände. Es zeigte ein Einfamilienhaus vor dem ein älteres Ehepaar saß. „Guck mal!“ Alex kam zu ihm. „Okay, das ist nicht dieses Haus hier. Vielleicht die Großeltern. Wir müssten nur herausfinden, wo das Haus steht.“ Semir blätterte weiter im Ordner. „Hier! Altenfeldstraße 48 in Köln Rodenkirchen! Das ist wirklich das Haus von seinen Großeltern! Er und seine Schwester haben es geerbt! Ich wette, dass er Dana dort hingebracht hat!“ Entschlossen klappte er den Ordner wieder zu und griff zum Handy. „Chefin! Ich…wir haben eine Spur! Wir brauchen das SEK in der Altenfeldstraße 48 in Köln-Rodenkirchen! Dort ist ein Haus, welches Herfordt gehört!“ „Ich informiere sofort das Einsatzteam! Kommen Sie auch sofort dort hin. Wenn er Dana dort wirklich festhält, dann werden wir sie auch finden!“ „Ich bin schon unterwegs!“ Er beendete das Gespräch und sah Alex an. „Lass uns hinfahren bitte!“ Alex nickte und meldete sich bei Fingerhut ab. „Ich wünsche Ihnen viel Glück!“ „Danke!“ Als sie das Haus verließen, kamen sie an Bohm vorbei, der damit beschäftigt war, im Garten Fußspuren zu sichern. Dabei leuchtete er das ganze Gelände ab. „Haben Sie ein neues Betätigungsfeld? Aber übersehen Sie ja keinen Abdruck!“ Alex konnte es nicht unterlassen, Bohm zu verhöhnen und auch über Semirs Gesicht huschte ein leichtes Grinsen. Dann fuhren sie zur Adresse, die sie herausgefunden hatten und wieder wurde der türkischstämmige Kommissar auf eine harte Geduldsprobe gestellt. „Ich werde mich umsehen!“ Alex hielt ihn fest. „Vergiss es! Wir warten hier auf das SEK! Semir, du wirst Dana so nicht retten können. Wenn er dich sieht, dann hat er genügend Zeit sich Dana zu greifen und sie als Geiseln zu nutzen! Wir warten bis das SEK da ist!“ Semir wollte sich losreißen, doch dann sah er auch ein, dass sein Freund und Partner Recht hatte. Er würde Dana in größerer Gefahr bringen, wenn er nun allein loszog. Nur zehn Minuten nach ihrem Eintreffen, kam das SEK an und Semir war dankbar, als er in das Gesicht des Einsatzleiters sah. „Alex, schön dass du da bist.“ Der Mann sah ihn an und lächelte zuversichtlich. „Nur keine Angst, wir holen deine Kleine da raus, das verspreche ich dir!“ Die Männer vom SEK legten ihre Schutzausrüstung an und Hoffmann teilte sie in Gruppen ein. „Mark, du gehst mit drei Leuten auf die Rückseite des Hauses und versucht einen Weg ins Haus zu finden! Jürgen, du gehst auf das Gelände und schaust dir alle Fenster an! Nimm eine flexible Kamera mit und versuche Bilder zu sammeln!“ Er wandte sich wieder an Semir. „Komm, wir gehen in den Bulli und sehen uns die Bilder an, die wir da bekommen.“ Semir nickte und folgte dem Freund vom SEK. Auch Alex schloss sich an.


    Alex Hoffmann schaltete den Monitor schon ein und ließ alle Anwesenden am Funkverkehr teilhaben. „Hier Jürgen, habe das Haus und das erste Fenster erreicht. Es ist alles ruhig. Nichts zu sehen. Die Terrassentür ist einfach zu öffnen. Ich würde sagen, wir gehen da durch!“ Alex Hoffmann dachte kurz nach und bestätigte dann. „Verstanden, ihr habt grünes Licht!“ Er sah kurz zu Semir, der sich nervös die Hände rieb. „Jürgen, pass auf! Wir wissen nicht, ob die Zielperson im Haus ist und mit wie vielen Komplizen wir rechnen müssen.“ „Verstanden!“ Es dauerte eine Weile bis der Mann sich wieder meldete. „Bin drin, Alex. Das Haus unten scheint leer. Es gibt keinen Hinweis, dass hier jemand im Haus ist. Werde mir die erste Etage ansehen. Mark geht in den Keller!“ Alex griff wieder zum Mikro. „Verstanden!“ Semir sah ihn an. „Alex, was machen deine Leute da? Ich muss wissen, ob Dana dort drin ist! Kann ich nicht auch rein?“ Alex lachte leise auf. „Nein Semir. Warte hier, bis meine Leute das Haus durchsucht haben. Du bist mir schon so nervös genug und ich möchte nicht, dass du einen meiner Jungs niederschießt.“ Semir sah ihn erstaunt an, doch dann blieb er ruhig sitzen. „Jürgen an Alex! Obergeschoss ebenfalls nicht bewohnt.“ „Verstanden, Alex an Mark! Hast du etwas?“ „Mark an Alex. Ich habe hier eine Jacke gefunden. Ansonsten sind die Räume leer.“ „Verstanden. Habt ihr alle Räume durch?“ „Nur noch die Garage. Wir werden jetzt reingehen! Mark Ende..“ Nur wenig später kamen die Männer wieder aus dem Haus und zu Alex an den Bulli. Jürgen hielt die Jacke in der Hand, die Semir ihn sofort abnahm. „Das ist Danas Jacke! Die hatte sie an!“ Er sah sich die Jacke an und bemerkte Blut. „Das ist Blut! Das ist Blut….er… er hat sie umgebracht“ Semir drückte sich die Jacke vor die Brust und sah zu seinem Partner. „Er hat sie umgebracht!“ Tränen kamen in seine Augen. „Semir, das weißt du doch gar nicht. Sie ist viel zu wertvoll für ihn.“ Semir wollte zum Dienstwagen gehen, als Alex Hoffmann ihn festhielt. „Semir, es tut mir Leid. Ich hätte sehr gern geholfen.“ Semir nickte. Er war sehr enttäuscht und auch Hoffmann gefiel es überhaupt nicht, dass er hier nichts fand. Semir reichte ihm die Hand. „Danke, dass ihr da ward.“ „Kein Ding. Wenn was ist, dann ruf an!“ Alex Hoffmann rief seine Mannschaft zusammen und fuhr wieder ab.

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  • Alex Brandt, Semir und Kim blieben zurück. Semir ließ sich am Dienstwagen zu Boden sinken und vergrub sein Gesicht in der Jacke seiner Tochter. Genau in diesem Augenblick fing es an zu regnen. Dann folgten ein greller Blitz und ein lauter Donner mit einem nachhallenden Grummeln. Der Himmel färbte sich in einem violetten Ton und sah irgendwie bedrohlich aus. Der Regen wurde immer stärker und endete in einem Wolkenbruch. Die Tropfen wurden immer größer und klatschten auf den Boden. Es bildeten sich überall Pfützen und binnen weniger Minuten waren die Polizisten vollkommen durchnässt. „Semir, steh auf! Wir sind schon ganz nass! Lass uns fahren!“ Doch Semir reagierte nicht. Er lehnte den Kopf gegen das Auto und ließ den Regen ins Gesicht laufen. Die Augen hatte er geschlossen. „Wo sollen wir nur suchen? Sie ist bestimmt schon tot.“ Alex packte Semir an den Arm und zog ihn hoch. „Das ist Blödsinn! Noch braucht er sie! Rein mit dir, bevor du dir den Tod holst!“ Kim öffnete die hintere Autotür und Alex drückte Semir ins Auto. Dann ging er ums Auto herum und setzte sich ans Steuer, während Kim sich zu ihrem Wagen begab. „Wir treffen uns an der PAST!“ Alex hupte kurz, um zu bestätigen, dass er es gehört hatte. Ein besorgter Blick ging in den Rückspiegel. Semir saß wie apathisch auf dem Rücksitz. „Wir werden sie finden, das verspreche ich dir. Wir werden Dana finden.“ Semir sah ihn an und nickte. „Ich habe Angst. Angst davor, dass meine Tochter gerade durch die Hölle geht. Hast du Jana gesehen? Sie war grausam zugerichtet worden. Was wenn er es auch bei Dana macht?“ Alex schüttelte den Kopf. „Das wird er nicht. Er will mich und wir werden ihn eine Falle stellen. Ich werde der Köder sein und wenn es sein muss, dann werde ich mich gegen Dana austauschen.“ „Das kann ich nicht von dir verlangen!“ Alex warf ihn erneut einen Blick durch den Rückspiegel zu. „Du verlangst es ja auch nicht. Herfordt hat auch einen schwachen Punkt und da werden wir ihn greifen.“ Semir lehnte sich nach vorn. „Er hat seine Schwester und seinen Vater ermordet. Es gibt nichts wo man ihn greifen kann. Nichts, verstehst du? Ich werde es nicht zulassen, dass du dich an ihm auslieferst!“


    „Es wird aber nicht anders möglich sein. Wir können Dana nur rausholen, indem wir ihm glauben lassen, dass ich mich ihm stellen werde. Semir, ich habe keine Angst vor ihm! Ich schaffe das schon!“ Semir stöhnte auf und fuhr sich mit den Händen über den Kopf. „Also wenn du dich wirklich opfern willst, dann wirst du nicht allein gehen!“ Alex lächelte leicht und nickte. „Natürlich. Ich bin ja nicht dämlich und gehe ohne Rückendeckung in die Höhle des Löwen. Du wirst sehen, dass wir ihn ganz schnell packen und Dana befreien.“ „Was weißt du von Herfordt?“ „Ich habe ihn damals verhaftet. Wir hatten ihn eine Falle gestellt und er ist rein getappt. Das war damals in der alten Buchdruckerei in Porz. Die ist allerdings seit mehr als drei Jahren pleite und steht leer.“ Sie erreichten die PAST und gingen nur wenig später ins Büro. Als erstes zogen sie sich trockene Sachen an und genossen den heißen Tee, den Susanne ihnen auf den Tisch gestellt hatte. Semir wandte sich wieder an Alex. „Dann könnte er sich doch auch dort eingenistet haben. Ich meine, dort würde ihn sicher niemand suchen.“ Er sprang auf, schnappte sich seine Jacke und wollte aus dem Büro. „SEMIR! Warte doch mal! Du kannst nicht so einfach mal eben auf das Gelände und alles durchsuchen!“ Semir blieb tatsächlich stehen und drehte sich zu ihn um. „Alex, ich kann und ich werde es. Ich bin die Polizei und dieses Schwein hat meine Tochter in seiner Gewalt! Ich werde alles tun, um sie dort raus zu holen! Hilfst du mir oder nicht?“ Alex stöhnte auf. „Natürlich helfe ich dir, aber ich bin dafür, dass wir nicht allein hingehen!“ „Wir können jetzt nicht mehr warten! Alex, Dana schwebt in großer Gefahr! Ich will sie da raus holen! Die Krüger können wir von unterwegs informieren und auch Hoffmann. Ich will ihn und seine Truppe haben!“ Alex nickte ergeben. Sie verließen die PAST. Kaum waren sie vom Parkplatz hörten sie Kims Stimme über Funk. „Verdammt Gerkhan, Brandt! Was haben Sie beide vor!“ „Chefin, Alex weiß vielleicht wo Herfordt Dana versteckt hat. Wir sind auf dem Weg in die alte Buchdruckerei nach Porz. Dort hat er vor seiner Inhaftierung gearbeitet und …“ „Sie werden das Gelände nicht erkunden, bevor das SEK da ist!“

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  • Semir und Alex kamen an der alten Buchdruckerei an. Als Alex den Wagen anhielt stieg Semir aus. „Was willst du jetzt machen?“ Alex sah seinen Partner an und tat es ihm nach. „Ich werde mich umsehen!“ „Nein, das wirst du nicht tun Semir! Du wirst hier auf das SEK warten!“ Semir schnaubte wütend. „Alex, wenn das SEK da ist, könnte es für Dana zu spät sein! Wir müssen jetzt rein! Das SEK kann uns den Rücken stärken! Außerdem ist es ja noch nicht sicher, das Dana wirklich hier ist.“ Alex rollte die Augen. „Semir, du bist unverbesserlich. Also gut, wir sehen uns um.“ Er gab klein bei, denn er wusste auch, dass er nichts gegen Semirs Sturheit ausrichten konnte. Gemeinsam gingen sie auf das leerstehende Gebäude zu, welches ihnen ins Auge fiel. Die Tür war nur angelehnt. Die Beiden sahen sich an. „Okay, das ist schon mal sehr auffallend!“ Semir zog die Tür auf. Sie knarzte etwas. Semir zögerte, denn er wollte sich ja nicht verraten. Doch dann sah er auch ein, dass wenn Herfordt hier war, er sicher gehört hatte, dass sie kamen. Nun gab es kein Zurück mehr. Sie erreichten eine Halle und sahen sich um. Sie war vollkommen leer und jeder Schritt von ihnen hallte durch den großen Raum. Semir legte seinen Zeigefinger auf die Lippen und sah Alex an. Dieser nickte nur. Doch obwohl sie versuchten sich möglichst lautlos durch den Raum zu bewegen, war es nicht einfach. Überall langen Gegenstände auf dem Boden. Alte Rohre, die aus der Wand gerissen wurden, Papier das raschelte oder aber auch Holzlatten, die man hier reingebracht hatte. Dann sahen sie eine stählerne Treppe, die zu einer Galerie führe, die die Halle der Höhe nach trennte und in einen höher gelegenen Raum führte. Semir nickte und wies auf die Treppe. Alex machte ein OK-Zeichen um anzuzeigen, dass sie gemeinsam nach oben gingen.


    Dana saß am Boden. Sie fror ein wenig, denn der Mann hatte ihr die Jacke abgenommen. Nun saß sie hier und war an einem ziemlich stabil aussehenden Rohr gebunden. Neben ihr, fast in Reichweite, lag eine Puppe. Ihr Name, das konnte sie sehen, war „Benny“. Was es damit auf sich hatte, wusste sie nicht. Der Mann, der sie hier festhielt, hatte sich schon seit Stunden nicht mehr gezeigt. Sie wusste nicht, ob er auch hier im Gebäude war, oder ob er sich verdrückt hatte. Doch plötzlich hörte sie ein Geräusch. Sie sah erschrocken in die Richtung und zog sich zusammen. Dana senkte ihren Kopf und sah zu Boden. Die Fesseln schnitten ihr tief Fleisch und taten weh. Der Mann hatte sie nun geknebelt und Tränen liefen ihr über das Gesicht. Dann stand der Mann vor ihr und sie sah ihn flehend an. „Na, warum weinst du denn? Noch habe ich dir doch gar nichts getan. Aber wir könnten es uns auch gemütlich machen, was meinst du?“ Er streckte seine Hand aus und strich ihr sanft durch das Gesicht. Dana zuckte zurück. Sie wollte nicht von diesem Mann berührt werden. Doch dieser ließ nicht locker. Er griff an ihr Kinn und drückte zu. Dana stieß einen unverständlichen Laut aus und sah ihn flehend an. Er hockte sich hin und dann fuhr seine Hand über ihren Körper. Dana weinte immer mehr und scheinbar ließ es ihn nicht kalt, denn er hielt plötzlich inne. „Also gut, du bekommst noch einmal einen Aufschub. Weißt du, ich habe mir etwas überlegt….“ Wieder stoppte er und horchte. „Hast du das auch gehört? Das ist bestimmt dein Papi. Er will seine kleine Prinzessin zu sich holen.“ Er griff zu der Kette, die Semir Dana geschenkt hatte und riss sie brutal vom Hals des Mädchens. Dann legte er es auf den Boden. Er erhob sich wieder. „Jetzt werde ich noch ein bisschen mit ihm und Alex spielen und dann werde ich ihn töten. Dein Auftritt Baby…!“ Herfordt löste ihre Fesseln und zerrte sie hoch. Dana trat aus und versuchte sich loszureißen, doch der Mann drehte ihr einfach den Arm auf den Rücken und drückte ihn schmerzhaft nach oben. Da sie immer noch den Knebel trug, hörte keiner die Schreie. Es ging durch die große Halle eine Treppe hinauf und dann blieben sie auf einem Übergang stehen. „Weißt du was gleich passieren wird? Du wirst eine Runde schwimmen gehen. Ich hoffe du kannst nur mit den Füßen paddeln, denn deine Hände werden zusammen gebunden sein. Mal sehen wie lange du durchhältst.“ Dana sah ihn erschrocken an. Sie war zwar eine gute Schwimmerin, aber ganz sicher nicht mit gefesselten Händen. Damit konnte sie sich gar nicht oben halten. Sie versuchte sich loszureißen, doch der Mann hielt sie fest und zerrte sie nun wieder vom Übergang runter. Es ging durch eine zweite Halle und dort war tatsächlich ein Pool untergebracht. „Das hier habe ich selbst gebaut. Er ist vier Meter tief und das Wasser ist eisig. Was meinst du? Wollen wir mal schauen wie gut du schwimmen kannst?“ Er lachte höhnisch. Geschickt fesselte er seiner Gefangenen die Hände auf den Rücken und gab ihr einen Stoß. Das Mädchen fiel in den Pool und versuchte sich verzweifelt über Wasser zu halten.

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  • Schnell erklommen sie die Treppe und sicherten sich gegenseitig. Dann hatten sie den Übergang erreicht und gingen vorsichtig weiter. Immer wieder drehten sie sich um die eigene Achse, um die Gegend zu erkunden. Doch ungehindert erreichten sie den Raum. Sie sahen sich um und bemerkten, dass dies nur ein Zwischenraum war und wenige Meter vor ihnen, ein weiterer Übergang mit Treppe kam. Sie betraten die zweite Galerie. Semir sah nach unten und erstarrte. Etwa einen Meter unter ihnen war ein riesiger Pool. Auf der Wasseroberfläche schwamm ein menschlicher Körper. „NEIN!!“ Semir stieß den Schrei aus und sprang einfach runter, bevor Alex reagieren konnte. Doch dann sah er, was sein Partner so erschrocken hatte. Unten im Wasser trieb eine reglose Person mit dem Gesicht nach unten. Nur anhand der Haare erkannte er Dana und sprang hinter seinen Partner her. Er tauchte kurz unter und schaffte es dann mit Semir zusammen, Dana an den Rand zu bringen. Alex stemmte sich aus dem Wasser und zerrte Dana heraus. Auch Semir hievte sich aus dem Wasser. Sofort kniete er sich vor seiner Tochter und rüttelte sie sanft. „Dana, Hey Schatz! Sieh mich an! Sie mich an!“ Dana regte sich nicht und lag auf der Seite. Alex löste die Fesseln und gemeinsam fingen sie an, die Wiederbelebung durchzuführen. Während Semir seiner Tochter Mund-zu-Mund beatmete, massierte Alex das Herz des Mädchens in rhythmischen Bewegungen. Semir sah verzweifelt auf Dana, die bewusstlos vor ihm lag. Ihre Haare klebten völlig durchnässt an ihrem Gesicht. „Mach weiter, Semir! Wir schaffen es!“ Alex riss ihn aus seiner Tatenlosigkeit und wieder beatmete er sie. Nach unendlich scheinenden Minuten, hustete Dana und würgte Wasser hervor. Semir drehte seine Tochter sofort auf die Seite, damit das Wasser aus dem Mund laufen konnte. Doch Dana schien immer noch sehr benommen. Sie blieb apathisch liegen und regte sich nicht. Alex stand auf und wählte den Notruf, während Semir seine Tochter in dem Arm hielt. Tränen füllten seine Augen. Dana hustete heftig. Wieder kam Wasser hervor. Dann blieb sie wieder ruhig liegen und schloss die Augen. „Dana?“ Er war völlig auf seiner Tochter fixiert und hörte gar nicht. wie Alex die Rettungskräfte rief. „Brandt hier! Ich brauche einen RTW in die Industriestraße 48! Bewusstlose Person!“ Nicht weit von ihnen, hörten sie Geschepper. Semir sah Alex mit traurigen Augen an und dieser nickte. „Schon gut, bleib du bei ihr. Ich werde mir das Schwein schnappen.“ „Danke Alex. Pass auf dich auf, der Kerl ist verdammt gefährlich!“ Alex grinste leicht und nickte dann. Semir hielt ihm seine Waffe hin. „ Hier nimm meine Waffe. Dann hast du eine größere Chance. Er wird sicher nicht hier her kommen.“ Doch Alex lehnte ab. „Du kennst dieses Schwein nicht. Er wird jede Möglichkeit nutzen, um noch mehr Druckmittel gegen mich zu bekommen. Und die Chance, werde ich ihm sicher nicht einräumen. Bin gleich zurück“ Alex schlug seinem Freund noch einmal aufmunternd auf die Schulter. „Sie wird wieder. Wenn der Arzt da ist, kommst du mir nach.“


    Kim Krüger hatte den Notruf gehört und fluchte verhalten. Warum konnten ihre Männer nicht einmal einen Befehl ausführen? Doch dann dachte sie an Dana. Es schien doch schon ziemlich knapp gewesen zu sein, dennoch würde sie nicht drum herum kommen, den Beiden die Leviten zu lesen. Sie und das SEK gingen in Begleitung der Rettungskräfte, die mittlerweile eingetroffen waren, durch die große Halle und fanden schnell den Übergang und den Raum, in dem Semir sich um seine Tochter bemühte. Kim ging die Treppe runter, die neben dem Pool endete und sofort auf Semir zu. „Gerkhan! Können Sie nicht einmal einen Befehl akzeptieren? Müssen Sie….wie geht es ihr?“ Die Wut gegen Semir war umgehend verraucht. Sie sah besorgt auf Dana, die wieder ohne Bewusstsein war. Der Notarzt kümmerte sich sofort um sie und nur wenig später schlug das Mädchen die Augen auf. „Papa?“ Die Stimme klang leise und verzweifelt zugleich. „Ich bin hier…ja…schau mich an, Schatz. Ich bin hier…. Es wird alles gut. Es wird wieder alles gut.“ Semir weinte vor Freude und drückte Dana an sich. Der Arzt ließ ihnen ein paar Minuten Zeit, bis er dann die Behandlung fortsetzte. Langsam beruhige sich auch Semir wieder. Er wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und strich Dana sanft über die Wange. „Ich muss Alex helfen. Aber ich komme gleich wieder, okay?“ Dana nickte leicht. Sie wurde von den Sanitätern auf eine Trage gelegt und zum Rettungswagen gebracht, während Semir an Kim vorbei in die gleiche Richtung lief, in der Alex vor kurzem verschwunden war. Kim versuchte ihn einzuholen. „Gerkhan! Sie werden nicht allein gehen! Verdammt noch mal! Bleiben Sie stehen!“ Er tat es. „Chefin, der Kerl ist hier irgendwo. Er hätte meine Tochter fast umgebracht! Es fehlte nicht mehr viel und Dana wäre ertrunken! Alex ist allein hinter diesem Teufel her! Er braucht unsere Hilfe!“ Kim sah ihn an. „Also gut. Wissen Sie wo?“ Semir schüttelte den Kopf. „Gut, dann werden Sie und ich dorthin gehen und…“ „Nein! Bitte, lassen Sie mich und Alex das erledigen. Bringen Sie meine Tochter in Sicherheit. Bitte…“ Kim senkte den Kopf. „Also gut…aber wenn Sie in 30 Minuten nicht wieder raus sind, werde ich Sie suchen!“

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  • Alex schlich durch die Gänge, des alten Firmengebäudes und rechnete an jeder Nische, dass Bruno Herfordt ihn anspringen würde, doch nichts passierte. Nach einigen Schritten kam er in die nächste Halle, die schon länger nicht mehr benutzt wurde. In einer Ecke fand Alex einen Stapel mit Leinensäcken, die sicher schon bessere Zeiten gesehen hatte. Nicht weit von dem Stapel, sah Alex einen Lichtstrahl unter einer Stahltür hervorkommen. Mit seinem Fuß versetzte er der Tür einen leichten Stoß und hielt seine Waffe zielgerichtet in den Raum. Der Hammer war gespannt. Hinter der Tür lag schmaler Gang mit weiteren Türen. Zwei dieser Türen waren ebenfalls nur angelehnt und lockten Alex an. Er spähte den Gang runter und wieder rauf, bevor er ihn betrat. „Okay, wieder keine Überraschung. Langsam wird es langweilig.“ Kurz entschlossen eilte er auf die angelehnte Tür zu und hatte sie fast erreicht, als ein dumpfes Poltern in seinem Rücken ihn herumfahren ließ. Seine Skepsis erwies sich schlagartig als berechtigt, denn eine Achse mit zwei Stahlrädern rollte durch den schmalen Gang auf Alex zu. Es war eine riesige Kabelrolle, wie man sie aus dem Straßenbau kannte. Und sie rollte unbeirrbar auf ihn zu. Alex spürte leichte Panik aufkommen. Es gab keine Möglichkeit dieser Rolle zu entkommen. „Renn Alex! Renn!!“ Die Stimme von Herfordt hallte durch den Gang. Den Worten folgte ein lautes Lachen, das jedoch vom lauten rumpeln der Rolle fast übertönt wurde. Alex drehte sich um und rannte um sein Leben. Durch die Schräge in dem Gang gewann die Rolle immer mehr an Geschwindigkeit und Alex wusste, dass er keine Chance hatte, gegen sie davon zu laufen. Dann sah er seine Chance. Ein weiterer Raum ohne Tür kam in Sichtweite und Alex schaffte es gerade noch in den Raum zu springen um der Rolle zu entgehen. „Nicht schlecht Alex….gar nicht einmal so schlecht…“ Die Stimme von Herfordt triefte vor Hohn.


    Semir schlich ebenfalls durch die Gänge des Gebäudes, doch er hatte eine andere Richtung eingeschlagen als Alex und ahnte nicht, in welcher Gefahr sein Partner gerade steckte. Er vermied es Alex zu rufen, um Herfordt nicht auf sich aufmerksam zu machen. Immerhin war dieser Verbrecher skrupellos und nahm auf nichts und Niemand Rücksicht. Semir sah Dana wieder auf dem Wasser liegen und war abgelenkt. Doch dann rief er sich wieder zur Wachsamkeit auf. Seine Waffe hielt er krampfhaft in der Hand und richtete immer erst die Waffe in einen Raum, bevor er sich selbst hinein begab. Der erste Raum, den er betrat, schien einmal ein Büro gewesen zu sein. Die Schreibtische standen immer noch bereit und waren mit einer dicken Staubschicht belegt. Spinnweben hingen von der Decke und auch an den Stühlen, hatten sich diese Krabbeltiere eingenistet. Semir ging weiter. Er sah eine Tür, die ebenfalls angelehnt war. Vorsichtig ging er zu ihr und stieß sie mit der linken Hand auf. Dann rümpfte er die Nase, denn der Geruch war streng und ließ Übelkeit aufsteigen. Er verließ das Büro und ging wieder auf den Gang. Ein Geräusch ließ ihn herumfahren. Es war ein dumpfes Geräusch, ein Grollen was er nicht zuordnen konnte, aber es kam von der anderen Seite des Gebäudes. Instinktiv wähnte Semir seinen Partner in Gefahr und rannte los. In der großen Halle blieb er stehen und horchte. Die Richtung des Grollens konnte er nicht wirklich ausmachen, aber es kam von seinem Standort aus von oben. Mit großen Schritten erklomm er die Stufen der metallenen Treppe und erreichte die Galerie, die die Halle trennte. Sie lag in knapp 2,5m Höhe. Er kam genau bis zur Mitte, als die Galerie plötzlich nachgab. Während des Sturzes ließ Semir seine Waffe fallen und versuchte noch das Geländer zu greifen, doch es reichte nicht. Er stürzte mit dem Teil der Brücke ab und schlug auf den Boden. Semir spürte einen scharfen Schmerz im linken Bein und blieb benommen liegen. Er bemerkte jemanden neben sich. Doch bevor er etwas unternehmen konnte, wurden seine Hände an eine der Stahlstreben der eingestürzten Galerie gefesselt. Als er klar sah, sah er in die Mündung seiner eigenen Waffe. Langsam ging sein Kopf weiter hoch und er sah die riesige Gestalt vor ihm stehen, die ihn böse angrinste.

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  • Alex hatte seinen Sprung über die Achse verlängert und war durch die offene Tür gehechtet. Für ihn war es ein Flug ins Ungewisse, denn er wusste nicht, was ihn dort erwartete. Und als er landete, verfluchte er seinen riskanten Sprung sofort. Als er sich aufrichten wollte, sah er ein Gitter vor sich. Und bevor er sich ganz aufrappeln konnte, knallte eine Tür ins Schloss. Sofort wirbelte er herum und fluchte verhalten. Er war in einem Käfig gefangen. Bruno Herfordt hatte ihn in eine Falle gelockt und er war wie ein Anfänger hinein getappt. Doch auch jetzt zeigte sich sein Gegner nicht. Stattdessen kam eine blecherne Stimme über einen Lautsprecher. „Jetzt bist du da, wo ich dich haben wollte. Das war sehr umsichtig von dir, Alex. Aber noch ging es mir zu einfach. Weißt du wo ich gerade bin?“ Eine Pause entstand. „Nein, nicht wahr? Ich stehe hier vor der Galerie, wo dein Freund runter gefallen ist. Er sitzt hier neben mir und sieht gar nicht gut aus. Scheint das Bein gebrochen zu haben.“ Bruno Herfordt lachte gluckend. Alex reagierte nicht. Er wusste nicht, ob Herfordt ihn nur reizen wollte, oder ob Semir wirklich bei ihm war, doch nur wenige Sekunden später bekam er die Gewissheit. „Du glaubst mir nicht, oder? Warte, ich werde es dich hören lassen! Na los! Sag was zu unserem Freund!“ Es rauschte, doch es kam nichts. Dann zog ein markerschütternder Schrei durch den Raum. „Bruno!! Lass ihn!!“ Alex hatte Semir sofort erkannt. „Nur keine Sorge, noch werde ich ihn nicht töten. Aber wenn du ihn retten willst, dann solltest du mich finden! In genau vier Minuten wird die Tür wieder offen sein, dann darfst du nach mir suchen!“ Bruno lachte erneut. „Was soll das? Du willst mich. Okay! Du hast mich! Lass Semir in Ruhe!“ „Wir haben doch gerade sehr viel Spaß!“ Bruno Herfordt verhöhnte ihn nach Strich und Faden. „Ich habe keinen Spaß! Verdammt was soll das Ganze?“ „Ich will dir die Rechnung präsentieren, Brandt! Du hast mich in den Knast gebracht! Du hast meine Familie zerstört! Aber du hast eine Chance! Wenn du mich findest, dann lasse ich dich und deinen Freund gehen. Wenn nicht, dann wirst du zusehen, wie er stirbt.“ „Herfordt! Lass ihn in Ruhe! Er hat nichts damit zu tun! Es ist eine Sache zwischen dir und mir!“ Doch Bruno Herfordt ließ sich davon nicht aufhalten. „FUCK!!“ Alex schlug wütend gegen das Gitter.


    Bruno Herfordt sah grinsend auf den Mann, der ihn voller Angst ansah. „Nur keine Sorge, noch bist du nicht dran. Du bist sehr wichtig für mich. Mit dir werde ich Alex bekommen.“ „Sie werden ihn nicht kriegen. Meine Kollegen werden jeden Augenblick hier sein und Sie festnehmen.“ Semir versuchte heraus zu finden, was bei ihm alles kaputt war, Definitiv war das Bein gebrochen, aber was noch? Auch wenn der Sturz nicht hoch war, so konnten auch hier noch schwere Verletzungen vorhanden sein. Als Herfordt gegen sein gebrochenes Bein trat, konnte Semir seinen Schmerzschrei nicht unterdrücken. „Deine Kollegen? Du meinst diese Schnarchnasen vom SEK?“ Bruno prustete lauthals los. „Vor denen habe ich keine Angst. Sie werden nämlich nicht zu mir kommen, solange du hier bei mir bist. Genauso wird Alex auch handeln. Solange ich dich hier habe, wird er nichts machen.“ Semir lehnte seinen Kopf gegen die Strebe der Galerie, an der er nun gefesselt war. Die Schmerzen ebbten endlich ab und er atmete tief durch. „Noch fünf Minuten. Dann wird Alex uns suchen. Das heißt er muss ja nur hier her kommen und wir können spielen. Was denkst du, wie du sterben wirst? Ertrinken? Mit dem Bein kannst du nicht einmal strampeln. Nicht so wie deine Tochter. Ein tolles Mädchen übrigens. Sie hat nicht aufgegeben.“ Wieder lachte Bruno auf. „Oder lieber eine Kugel? Vielleicht mehrere? Eine ins Bein, eine in die Schulter, in den Arm, in den Bauch? Oh ja…ein Bauchschuss ist sehr schmerzhaft. Habe ich schon hinter mir.“ Semir wusste, dass er Herfordt hilflos ausgeliefert war. „Sie machen mir keine Angst, Herfordt.“ Semir versuchte kühl zu wirken, doch es schien ihm nicht wirklich zu gelingen. Herfordt konnte mit ihm machen, was er wollte. Er konnte sich nicht wehren. „Noch drei Minuten. Wird Zeit, dass ich mich verstecke. Du wirst mich nicht verraten!“ Semir musste lachen. Glaubte Herfordt wirklich, dass er einfach zusieht, wie er Alex in die Falle lockte? „Nein, du wirst mich nicht verraten. Weißt du warum? Weil du nichts sagen kannst.“ Herfordt zielte mit der Waffe auf Semirs Stirn und Semir starrte wie gebannt in die Mündung. War sein Leben nun vorbei?

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  • Kim sah Alex Hoffmann an. „Die 30 Minuten sind um.“ Sie griff zum Funkgerät. „Gerkhan? Krüger hier, melden Sie sich!“ Sie lauschte, doch es kam nichts. „Brandt?! Hören Sie mich?“ Auch hier war Funkstille. „Das sieht nicht gut aus, Alex. Gerkhan sollte sich eigentlich melden. Wir sollten reingehen. Wie willst du nun vorgehen?“ Alex lächelte leicht. Er sah kurz auf das vor ihm liegende Gelände. „Da wir das Gebäude nicht kennen und es scheinbar sehr weitläufig ist, werden mir der Drohne arbeiten. Wir schicken sie vor und lassen das Gelände erkunden. Weißt du ungefähr wo sich die Beiden aufhalten?“ „Das letzte Mal hab ich sie am Pool gesehen. Das ist die große Halle dort vorn. Da sind zwei Galerien und zwei Hallen, die wohl hintereinander liegen. Aber genau kann ich es dir nicht sagen.“ Alex nickte nachdenklich. „Gut, dann müssen wir vorsichtig sein. Aber es sind definitiv nur Alex, Semir und die Zielperson am Ort?“ Kim nickte. „Nach meinen Informationen ja. Soweit ich weiß, hat dieser Herfordt keine Komplizen.“ Alex sah seine Männer an. „Die Scharfschützen können wir vergessen, solange die Zielperson in einem der Gebäude ist. Ich vermute, dass es genügend Ausgänge gibt. Also, geht das Gelände ab und sichert alle Türen! Keiner darf das Gelände verlassen! Mark, du gehst mit der Drohne rein! Jürgen, Matze und Patrick, ihr unterstützt ihn!“ Die Angesprochenen nickten und machten sich für den Einsatz fertig. Sie zogen sich die Schutzkleidung an. Mark Ringer testete die Drohne und als sie nach seiner Meinung ordnungsgemäß funktionierte, ging er vorwärts. „Das Gelände ist ziemlich unübersichtlich. Mark, wenn du drin bist, dann bitte keine Alleingänge! Ich will, das du immer im Schutz der Begleiter bleibst, klar?“ Der Angesprochene nickte. Es ging los. Kim sah Alex an. „Und was jetzt?“ „Wir werden uns die Bilder, die wir von der Drohne bekommen, im Wagen ansehen und dann hoffen, dass wir die Jungs schnell finden.“ „Ich hoffe nur, dass wir noch rechtzeitig kommen. Dieser Herfordt ist unberechenbar.“


    Alex versuchte alles, um die Käfigtür aufzubekommen, doch egal was er auch tat, es klappte nicht. Dicht über dem Boden sah er was die Türen verschlossen hatte. Ein Infrarotstrahl, den er unterbrochen hatte, als er durchging, ließ die Tür zuschnappen. Scheinbar war Bruno Herfordt um einiges intelligenter, als er ihm zugedacht hatte. Die Tür schien mit einem Zeitschloss gesperrt zu sein. Ihm blieb nichts anders übrig, als darauf zu warten, dass sich die Tür, wie von Herfordt angekündigt, von allein öffnete. Auch wenn er nicht wirklich daran glaubte, doch dann klickte es tatsächlich. Alex ging an die Tür und probierte, ob sie sich öffnen ließ. Sie schwang tatsächlich auf. Was hatte Herfordt vor? „So, nun geht mein Spiel weiter. Such mich! Wenn du mich innerhalb der nächsten zehn Minuten findest, dann bist du frei und kannst mit deinem Freund diese schönen Hallen verlassen! Wenn du es nicht schaffst, dann werde ich deinem Freund für jede Minute, die du länger brauchst, eine Kugel verpassen. Was meinst du, wie viele er verträgt?“ Bruno lachte und Alex hielt sich die Ohren zu. Er drehte sich im Kreis, denn die Stimme seines Feindes kam von überall zugleich. Dann entdeckte er die Lautsprecher an der Wand. Alex überlegte kurz. Er musste Semir finden und aus der Schusslinie bringen. Wenn das, was Herfordt gesagt hatte, wahr war und Semir abgestürzt ist, musste er in die große Halle zurückgehen. Er ging in den Gang, wo er vor der großen Rolle davongelaufen war. Jetzt war der Gang leer. Doch Alex war sehr misstrauisch. Er traute Herfordt jede Gemeinheit zu, doch es blieb ruhig und er erreichte die Halle ungehindert. Als er durch die Tür trat, hallte ein Schuss und Alex zuckte zusammen. Er sah sich um. Von seinem Standort aus, konnte er die große Halle übersehen und bemerkte dass eine der Galerien zusammengebrochen war. Nicht weit von der Einsturzstelle lag ein Mann am Boden. „SEMIR!!“ Alex sah sich panisch um und entdeckte eine Art Feuerleiter an der Wand. Schnell kletterte er sie runter, um seinem Freund zur Hilfe zu eilen. Unten angekommen, rannte er in die Richtung der zerstörten Galerie, doch er kam nicht an seinen Freund ran. Knappe zwei Meter trennten ihn noch, als der nächste Schuss fiel. Die Kugel schlug dicht bei Semir auf und löste Betonsplitter raus. „NEIN! Lass ihn! Herfordt, lass ihn! Er hat nichts damit zu tun!“


    Bruno grinste leicht. Brandt hatte ja mehr Angst um seinen Freund, als um dieses Mädchen. Damit hatte er nicht gerechnet, doch das hieß auch, dass er sicher alles für seinen Freund tun würde. Das sollte er doch ausnutzen. Er sah Alex nicht weit von seinem Partner stehen. Die Hände hatte er erhoben. „Bitte, lass ihn! Es ist eine Sache zwischen dir und mir! Ich mach dir einen Vorschlag, Bruno! Wir beide gehen an einem anderen Ort. Da kannst du dann mit mir machen, was du willst. Aber lass meinen Freund gehen!“ Er musste grinsen, als er sah, wie Alex sich suchend nach ihn umsah. Er wusste ja genau, dass er ihn nicht finden würde. Sein Versteck war gut gewählt. Bruno antwortete nicht und legte an. Er spannte den Hahn und zielte auf den am Boden liegenden Mann. Doch dann senkte er die Waffe wieder. Eigentlich war es keine schlechte Idee. Wenn er mit Alex woanders war, dann konnte er sich so richtig austoben. Sein Freund würde ganz sicher nicht stören, denn der hatte selbst mit sich zu tun. „Bruno! Lass uns woanders hingehen und wir kämpfen Mann gegen Mann!“ Bruno drückte den Knopf am Mikro. „Also gut! Du wirst dich jetzt ergeben! Wirf dein Handy und deine Waffe weg!“ Der Polizist zögerte einen Augenblick, doch als Bruno erneut auf den Kollegen schoss, handelte er schnell. Die Waffe fiel dem Mann aus der Hand, als sei die siedend heiß und auch das Handy wurde auf den Boden geworfen. „Bruno, lass mich kurz nach meinem Freund sehen! Dann gehöre ich dir!“ Bruno lachte laut auf. „Seit wann bist du denn so sentimental?“ „Bitte, ich möchte wissen, wie schwer er verletzt ist! Er hat dir doch nichts getan!“ „Ist ja gut, du Nervensäge. Schau nach ihm, aber wage keine Tricks. Ich habe ihn genau im Visier!“ Bruno sah wie sein Feind zu dem am Boden liegenden Mann ging und sich hinhockte. Doch auch nach fünf Minuten erhob er sich nicht. Wieder drückte er den Knopf am Mikro. „Nun mach hinne! So lange kann es doch gar nicht dauern!“

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  • Alexander Hoffmann ging mit Kim Krüger in die mobile Einsatzzentrale und sah über den Monitor das weitere Vorgehen. „Die Drohne ist mit einer Kamera ausgerüstet. So kann ich quasi mitverfolgen, was dort passiert. Das ist eine verdammt gute Sache, denn da ich mit den Augen der Drohne sehe, kann ich meine Leute vorwarnen, wenn sie etwas bemerkt, was meine Jungs noch nicht sehen. Schau!“ Kim sah auf den Bildschirm. Sie sah die große Halle, die sie schon kannte, auf dem Monitor. Von dieser Halle gingen mehrere Räume ab und auch die Galerien waren deutlich zu erkennen. Die Bilder der Drohne waren scharf. „Die ist ja richtig gut.“Sie konnte am Bildschirm genau erkennen, was in den Räumen vorging. „Die Jungs sind nicht in Gefahr, wenn sie durch das Gebäude gehen. Eine sehr sinnvolle Erfindung.“ Sie sah Alex kurz lächelnd an. „Ja, das ist es wohl. Wie sind Alex und Semir denn nun wieder in so eine Scheiße geraten?“ Kim stöhnte leise auf. „Eine lange Geschichte. Die Zielperson war mit Brandt im Gefängnis und noch schlimmer, er hatte ihn damals verhaftet. Du kannst dir ja vorstellen, dass es für ihn kein Spaß war, als er ausgerechnet im Gefängnis wieder auf diesen Herfordt stieß. Als er entlassen wurde, hatte er nichts anderes zu tun, als Rache an Brandt zu verüben.“ Kim erzählte dem Einsatzleiter alles, was sie von dem Fall wusste. „Dann ist es ein persönlicher Grund?“ Kim nickte. „Ja, Herfordt gibt Alex die Schuld an seinem verkorkstem Leben. Wie immer suchen diejenigen, die es selbst in der Hand haben, die Schuld bei Anderen. Irgendwie hat Herfordt dann wohl in Dana die Freundin von Alex gesehen. Alex hatte Dana von der Schule abgeholt und nach einen Vorstellungsgespräch nach Hause gebracht und wir vermuten, dass Herfordt Alex gefolgt ist. Dann hat er Dana entführt um etwas gegen ihn in der Hand zu haben.“ Hoffmann nickte nachdenklich. „Er geht über Leichen.“ Kim sah ihn kurz an. „Ja, er hat sogar seine Schwester und seinen Vater ermordet.“



    Alex hocke sich neben Semir und sah, dass er gefesselt war. Semir hob den Kopf und nun sah Alex auch, dass er einen Knebel trug. Sein Partner schüttelte den Kopf. Alex zog ihn den Knebel ab. „Alex, er bringt dich um, wenn du mit ihm gehst!“ „Schon gut. Was ist mit dir?“ „Mein Bein schmerzt, ist vielleicht gebrochen. Ansonsten geht es mir gut.“ Alex sah nach oben auf die zerstörte Galerie und versuchte die Höhe zu schätzen. Das waren sicher 2,5 Meter und aus dieser Höhe kann man sich schon einiges brechen. Er sah sich nach der Waffe seines Partners um, denn der Halfter war leer. Vermutlich hatte Semir sie beim Sturz verloren und sie lag nun unter dem ganzen Schutt. „Wo ist deine Waffe?“ „Er hat sie.“ „Hast du noch irgendwo etwas, das mir helfen kann? Dein Handy?" "Nein, ich weiß nicht wo es ist." Alex suchte mit den Augen noch einmal die nähere Umgebung von seinem Partner ab. Doch auch er sah nichts. "Okay Semir, ich weiß dass es dir nicht passt, aber ich werde mit Herfordt jetzt gehen. Nur so kann ich dein Leben retten.“ Semir nickte. Er wusste dass Alex Recht hatte. Herfordt würde ohne zu zögern auf ihn schießen, um ihn zu bekommen. Er legte die Hand auf Semirs Schulter. „Es wird alles gut. Bis später.“ „Was machst du da so lange?“ Brunos Stimme unterbrach ihn wieder. Alex erhob sich. „Darf ich ihm die Fesseln lösen?“ Anstatt eine Antwort, halle ein Schuss und Alex glaubte den Luftzug der vorbeifliegenden Kugel zu spüren. Im gleichen Augenblick schrie Semir auf.Sofort sah Alex auf seinen Freund. Blut schoss aus einer Wunde an der Schulter.„Das war meine Antwort! Die bleiben dran! Und du legst dir deine an!“„Ich habe keine dabei! Ich kann nur seine nehmen!“ „Willst du mich verarschen? Ich weiß, dass du welche dabei hast! Leg sie dir an, oder die nächste Kugel trifft sein Herz!“ Alex sah sich um, doch von Herfordt sah er nichts. Dann zog er seineHandschellen aus der hinteren Hosentasche und legte sie sich an. „Alex, nicht…“ Alex lächelte seinem Partner aufmunternd zu. Dann ging er ein Stück von Semir weg und hob die nun gefesselten Hände. „Okay, ich bin bereit!“ „Fein! Dann werde ich nun zu dir kommen. Aber ich warne dich, ein Trick von dir und ich werde deinen Freund von seinen Schmerzen befreien. Er hat doch Schmerzen, oder?“ Nur wenig später stand Herfordt vor ihm und grinste breit. „So sieht man sich wieder, Alex. Und nun werden wir diesen schönen Ort verlassen. Ich habe mir schon überlegt wo wir hingehen. Ich meine, du hast doch sicher deine Freunde von SEK mitgebracht oder?“ „Ich bin allein“ „Du lügst mich an! Du bist nicht allein! Du hast ihn da mitgebracht und du hast sicher auch das SEK im Schlepptau! Aber egal! Los! Da geht es lang!“ Er winkte mit der Waffe in Richtung Westen. Alex folgte dem Befehl. Doch dann blieb Bruno stehen. „Oh, ich hab noch etwas vergessen. Ich hab ja noch ein Geschenk für deinen Freund!“

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  • Kim und Alex Hoffmann wechselten einen Blick. „Eiskalt was?“ Kim nickte. Sie sah wieder auf den Bildschirm und bemerkte, dass die Drohne nun langsamer flog. Auch Alex bemerkte es und drückte den Knopf am Mikro. „Mark, was ist los?“ „Wir sind uns nicht ganz sicher. Wir haben ein Schuss gehört. Es kommt aus einer der Hallen vor uns. Wir gehen rein!“ „Verstanden…“ Gebannt starrten Alex und Kim auf die Bilder die sie sahen. Die Drohne flog auf eine eingestürzte Galerie zu und Kim bemerkte die reglose Person am Boden. „Da liegt jemand am Boden, siehst du das?“ Kim deutete auf die Stelle. Sofort drückte Alex den Sprechknopf. „Mark, wir sehen eine Person am Boden. Sie bewegt sich nicht. Ansonsten scheint dort niemand zu sein.“ „Verstanden, wir gehen vor!“ Sie sahen auf dem Bildschirm, wie sich die Männer immer mehr der Person am Boden näherten. „Alex, die Halle ist save! Wir werden uns jetzt um den Mann kümmern!“ „Verstanden! Seid vorsichtig! Wir sind auch gleich da.“ Mark lächelte leicht. „Keine Sorge, so einfach wirst du mich nicht los. Ich bin schließlich dein Nachfolger.“ „Nur über meine Leiche!“ Mark hörte das Alex leise lachte, doch sofort wurde er wieder ernst. „Thommy, du kommst mit! Die Anderen sichern uns!“ Mit seinem Kollegen ging er auf den am Boden liegenden Mann zu. Als er bei ihm stand, erkannte er den Hauptkommissar der Autobahnpolizei. Sofort drückte er den Knopf am Mikro. „Es ist Semir! Er scheint schwer verletzt! Ich brauche sofort den Notarzt hier!“ „Was ist mit ihm?“ Es war die Stimme von Kim Krüger. Mark drückte erneut den Knopf. „Er blutet am Kopf und an der Schulter und ist bewusstlos. Außerdem ist er gefesselt! Mehr kann ich nicht sagen.“ „Okay, wir sind gleich da!“ Mark berührte den Mann. „Semir? Kannst du mich hören?“ Es kam nichts. „Mark, wo seid ihr? Wir sind jetzt am Eingang! Der Notarzt ist bei uns!“ „Verstanden! Vom Eingang rechts halten, dann ungefähr 40 m geradeaus!“ Mark dirigierte den Notarzt sowie die Vorgesetzte von Semir in die Halle. Nur wenige Minuten später waren sie bei ihm. Kim hockte sich vor Semir hin. „Gerkhan? Hören Sie mich? Sehen Sie mich an! Was ist passiert?“ Ein Stöhnen kam von Semir. „Gerkhan, was ist passiert?“ Langsam hob er den Kopf und sah seine Vorgesetzte an. „Ich bin abgestürzt. Mein Bein… und eine Kugel… in der Schulter“ „Okay, der Arzt ist auch da. Wissen Sie wo Brandt ist?“


    „Er ist mit….Herfordt weg, um mein Leben zu retten. Wo ist Dana?“ „Sie ist im Krankenhaus. Bleiben Sie ruhig liegen.“ Semir sah sie an und nickte nur. Er schloss die Augen. Kim Krüger stand auf, als der Arzt sich an seine Seite hockte. „Dr. Andreas Behrends, was ist passiert?“ „Ich bin abgestürzt.“ Semir wies mit der Hand nach oben und der Blick des Arztes folgte dieser. „Okay, wissen Sie welchen Tag wir heute haben?“ „Donnerstag…“ „Sehr gut, wie heißen Sie?“ „Gerkhan, Semir Gerkhan…Doc ich bin soweit okay. Nur das Bein und die Schulter schmerzen.“ „Das zu beurteilen, überlassen Sie bitte mir. Wenn ich hier drücke, schmerzt es?“ Der Arzt tastete Semir akribisch ab. Hin und wieder drückte er tiefer und registrierte zufrieden, dass von seinem Patienten nichts kam. Doch als er das Bein abtastete, veränderte es sich. „Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber es könnte gebrochen sein.“ Er forderte auf, das Semir sich aufsetzte, damit er die Schulter begutachten konnte. „Die Kugel steckt noch in der Wunde. Da werden Sie wohl ein paar Tage im Krankenhaus bleiben.“ „Das geht nicht! Ich muss meinen Freund finden!“ Semir begehrte auf, doch er wusste selbst auch, dass es nicht mehr möglich war. Nun kam Kim Krüger wieder in sein Blickfeld. „Ich werde Brandt suchen! Sie werden sich versorgen lassen. Haben Sie irgendetwas mitbekommen, wohin Herfordt und Brandt sind?“ Semir sah seine Vorgesetzte an. „Nein. Herfordt hat mich niedergeschlagen, bevor er mit Alex verschwand. Vorher hat er mir noch eine Kugel verpasst.“ Kim Krüger sah sich um und entdeckte auf dem Gestänge der eingestürzten Galerie eine Puppe sitzen. „Er hinterlässt immer noch sein Markenzeichen.“ Sie stand auf und ging zur Puppe. „Tina“ stand auf der Brust. Sie nahm sie und sah wieder zu Semir, der nun von Sanitätern auf die Trage gelegt wurde. Anschließend ging es im Verbund zum Krankenwagen. Kim stellte sich noch einmal an die Trage, die gerade in der Schiene des Krankenwagens eingerastet war. „Ich werde Brandt finden und dann kommen wir zu Ihnen.“ Sie lächelte Semir zuverlässig an. „Ich helfe Ihnen, sobald man mich wieder entlässt. Wird nicht lange dauern.“ Ein Blick zum Arzt, der den Kopf schüttelte, sagte alles. Dann wanderte ihr Blick wieder zu Semir. „Ich denke, bis dahin werde ich Brandt bereits gefunden haben. Für Sie ist jetzt das Aus gekommen.“


    Semir wurde in die Notaufnahme gebracht und wartete darauf zum Röntgen gebracht zu werden. Die Schmerzen waren erträglich und somit war er sich sicher, dass das Bein nicht gebrochen war. Die Kugel würde wenig Probleme machen, diagnostizierte er sich selbst und war in Gedanken schon dabei, Alex aus den Klauen von Herfordt zu befreien. Dann endlich war es soweit. Das Röntgenbild wurde angefertigt und nach einer halben Stunde war der Arzt bei Semir. „Sie haben ja noch einmal Glück gehabt. Das Bein ist nicht gebrochen. Eine starke Prellung und eine Zerrung, aber das ist nicht unbedingt ein Krankenhausaufenthalt wert. Die Operation wegen der Kugel schon. Sie werden zwei Tage hier bleiben und dann können Sie wieder raus. Das Bein sollten Sie wenn es möglich ist, schonen. Nicht zu viel laufen.“ Semir nickte. Er war erleichtert, dass es kein Bruch war. Der Arm konnte in der Schlinge getragen werden und so konnte er sich an der Suche nach Alex beteiligen. „Können wir die OP ein wenig rausschieben?“ Der Arzt sah ihn erstaunt an. „Wie meinen Sie das?“ „Nun ja, die Kugel später rausholen. Dann kann ich meinen Partner erst einmal finden.“ Nun musste der Arzt auflachen. „Nein, ganz sicher nicht! Sie werden gleich in den OP gebracht und dann wird die Kugel rausgeholt!“ Semir nickte und lächelte ihn unsicher an. Ein Versuch war es wert. Tatsächlich wurde Semir direkt nach dem Gespräch in den OP gebracht und war nach einer guten Stunde im Aufwachraum. Als er aus der Narkose erwachte, sah er in die besorgten Augen von Andrea und Dana. „Hey, da bist du ja wieder.“ Andrea lächelte ihn erleichtert an. „Unkraut vergeht nicht.“ Semir wandte sich an Dana. „Wie geht es dir?“ „Ich bin okay…“ Das Mädchen lächelte ihn an. Sie hielt seine Hand und Semir schloss noch einmal die Augen. „Dana, ich glaub wir lassen ihn noch ein wenig schlafen.“ „Ja, ich glaub es ist besser.“ Beide gaben ihm einen Kuss und dann war er wieder allein. Semir schlief noch einmal ein.


    Kim und Alexander Hoffmann durchsuchten das Gebäude, doch sie konnten weder Alexander Brandt noch Bruno Herfordt finden. „Das kann doch nicht wahr sein! Wo können sie denn sein?“ Hoffmann hob seine Hände. „Ich weiß es nicht. Sie müssen eigentlich hier sein. Wir haben alle Ausgänge bewacht. Niemand ist raus, das haben mir meine Leute auch bestätigt.“ „Lass uns nochmal die Pläne ansehen. Vielleicht finden wir da die Lösung.“ Kim drehte sich um und ging den Weg zurück, den sie gekommen waren. Immer wieder sahen sie sich um und hoffte, den Fluchtweg von Herfordt zu finden. Doch es gab keine Hinweise. „KIM! Hier…eine dieser Puppen!“ Kim rannte zu Alex Hoffmann, der einen anderen Weg eingeschlagen hatte. Als Kim ihn erreicht hatte, nahm sie die Puppe und sah auf den Namen. „“Nina“. Warum macht er weiter? Oder warte….das ist ein Hinweis. Dieser Gang…wohin führt er?“ „Er führt in die zweite Halle. Aber die Halle ist ebenfalls leer. Kim, wir haben alle Hallen durch. Meine Männer haben auch nichts gefunden. Vielleicht hat er die ja auch nur verloren.“ Kim Krüger schüttelte den Kopf. „Nein. Herfordt hat diese Puppen immer an einem Tatort hinterlassen. Das war sein Markenzeichen. Das heißt, dass auch diese Puppe einen Hinweis gibt.“ Alexander Hoffmann stöhnte auf. „Das ist mir echt zu hoch. Warum sollte er….oh verdammt…Kim, der Kerl hat uns verascht. Er ist mit Brandt sicher schon längst unterwegs. Er kennt sich hier verdammt gut aus und ist mit Brandt aus dem Gebäude entwischt, bevor wir alle Ausgänge sichern konnten. Das ist die einzige Möglichkeit.“ „Alex für Mark!“ Alex drückte den Knopf am Mikro. „Alex hört! Habt ihr was?“ „Ja und nein. Hier liegt eine dieser Puppen. Sie heißt „Anton“ „Verstanden!“ „Thomas an Alex!“ „Alex hört!“ „Wir haben hier eine Puppe gefunden. Sie heißt „Dominik“.“ Kim stutzte. „Herfordt kann nicht an drei Orten gleichzeitig gewesen sein. Frag die Beiden, ob sie noch andere Spuren gefunden haben.“ Alex tat es, doch seine Kollegen verneinten es. Kim schloss die Augen. „Wir gehen das gesamte Gelände noch einmal ab! Wir werden die Gebäude alle noch einmal durchsuchen!“ Alexander Hoffmann sah sie an. „Kim, das wäre dann schon zum vierten Mal. Wie oft willst du das denn noch machen?“ Kim erwiderte seinen Blick. „Bis ich Alexander Brandt gefunden habe!“

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    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Alex wachte auf und wollte sich an den Kopf fassen, doch dann spürte er, dass seine Hände auf dem Rücken gefesselt waren. Er spürte Kopfschmerzen und nun kam auch die Erinnerung zurück. Bruno Herfordt hatte Semir durch einen Einsturz einer der Galerien in seine Gewalt bekommen und ihn, Alex, gezwungen sich zu ergeben. Natürlich hatte er es getan um Semir zu retten. Er hatte sich die Handschellen angelegt und ergeben, doch Bruno Herfordt gab sich damit nicht zufrieden. Bevor er mit Alex verschwand, ging er noch einmal zu Semir zurück und schlug ihn nieder. Alex ging trotz der gefesselten Hände auf ihn los und versuchte ihn zu überwältigen, doch Bruno Herfordt kämpfte nicht fair und holte ihn mit einem fiesen Tiefschlag von den Beinen und schlug ihn ebenfalls nieder. Scheinbar hatte Herfordt den Schlüssel für die Handschellen gefunden und Alex die Hände nun auf dem Rücken gefesselt. „Na, wieder wach?“ Die Stimme von Herfordt riss ihn aus seinen Gedanken. Alex versuchte sich aufzusetzen und kämpfte sich mühsam in eine aufrechte Position. Nicht weit von ihm, saß Herfordt auf einem Stuhl und sah ihn höhnisch an. „Was ist mit Semir?“ Herfordt stand auf. „Na, wenn ihn die Bombe nicht zerfetzt hat, dann dürfte er sicher mit schweren Verletzungen im Krankenhaus liegen. Vielleicht überlebt er es nicht.“ Alex schluckte. „Er hat dir nichts getan! Er hatte mit der ganzen Sache nichts zu tun!“ Bruno grinste. „Ich weiß, aber er ist ein Freund von dir und ich habe mir geschworen, dass du darunter zu leiden hast, dass du mich ins Gefängnis gebracht hast. Du hast mir acht Jahre meines Lebens gestohlen! Nur wegen dir, sind meine Schwester und mein Vater tot! Du hast mich dazu gebracht, dass ich sie töten!“ Alex lachte auf. „Das ist totaler Schwachsinn!“ Er sah sich in dem Raum, wo sie sich befanden, um. Da es hier keine Fenster gab, musste der Raum unter der Erde liegen. War es ein Kellerraum? Waren sie von dem Gelände der Buchdruckerei trotz Bewachung entkommen? „Wann werden deine Freunde wohl aufgeben?“ „Wenn sie dich haben.“ Alex sah Bruno Herfordt an. „Warum kämpfen wir nicht Mann gegen Mann? Das wäre doch nur fair!“ „Oh, das werden wir. Aber du wirst verlieren.“


    „Kim, es hat keinen Sinn. Sie sind nicht mehr hier.“ Kim sah ein, dass Hoffmann Recht hatte. Wenn Brandt und Herfordt hier wären, dann hätten sie die Beiden finden müssen. Aber hier gab es nichts, außer diesen Puppen. „Diese eine Puppe hatten wir in der Nähe der Tür gefunden. Vermutlich hat Herfordt mit Brandt das Gelände verlassen. Die Frage ist nur, wie wir Brand nun finden können.“ Kim stöhnte leise. „Gerkhan, wird mir das nie verzeihen.“ Hoffmann schüttelte den Kopf. „Ich denke, Semir wird es genau wie wir sehen. Wir haben alles viermal abgesucht. Wir haben jeden Stein umgedreht. Sie sind nicht mehr hier.“ Kim nickte erneut. Sie verließen das Gelände und sie fuhr zum Krankenhaus. Sie fragte sich zu Semir durch und stand nur wenige Minuten später an seinem Bett. „Wie geht es Ihnen?“ Semir richtete sich auf. „Soweit gut. Was ist mit Alex? Haben Sie ihn gefunden?“ Kim senkte den Kopf. „Haben Sie ihn gefunden?“ „Nein. Sie sind verschwunden. Herfordt muss irgendwie mit Brandt entkommen sein. Wir haben das Gelände zigmal abgesucht. Nichts. Wir haben drei weitere Puppen gefunden.“ Semir nickte und schlug die Decke beiseite. Kim stutzte. „Was soll das denn jetzt werden?“ „Ich werde Alex suchen!“ Sie sah, wie er aufstehen wollte, doch mit seinem verletzten Bein direkt zusammengebrach. „Ich denke nicht, dass Sie dazu fähig sind, Gerkhan. Sie können ja nicht einmal laufen!“ Sie half ihn wieder ins Bett. „Alex ist in Gefahr. Herfordt will ihn töten und ich will nicht wieder einen Partner verlieren! Ich muss ihn suchen!“ „Sie bleiben hier! Ich werde ihn suchen. Ich werde ihn auch finden und diesen Herfordt wieder dorthin bringen, wo er hingehört.“ „Und wo wollen Sie anfangen?“ Semir legte sich wieder hin, denn er hatte eingesehen, dass er nichts machen konnte. „Nun, ich denke ich werde mir die Akten noch einmal vornehmen. Dort muss es einen Unterschlupf geben. Herfordt ist bereits zur Fahndung ausgeschrieben. Und ich werde die Bevölkerung mit einspannen.“ „Wenn Sie Hilfe brauchen, dann geben Sie mir bitte Bescheid.“ Kim lächelte. „Ich werde Sie auf dem Laufenden halten, Gerkhan. Mehr nicht.“ Sie stand auf und verabschiedete sich. „Ich setzte mein Vertrauen in Sie. Finden Sie Alex…bitte Frau Krüger.“ Kim drehte sich noch einmal zu Semir um. „Ich gebe mein Bestes, dass verspreche ich Ihnen.“ Sie verließ den Raum.


    Alex stand Herfordt ohne Fesseln gegenüber. „Und jetzt wirst du sterben, Alex.“ Herfordt grinste überheblich. Alex sah, dass er ein Messer in der Hand hielt. Herfordt ging mit einem Urschrei auf ihn los. Alex hatte die Abwehrhaltung angenommen und empfing seinen Feind mit einem Schlag in den Magen. Obwohl Herfordt es hätte sehen müssen, duckte er sich nicht weg und lief voll in den Schlag rein. Er ging zu Boden und krümmte sich vor Schmerzen. Das Messer hielt er eisern fest. Herfordt brauchte nicht lange um sich von dem Schlag zu erholen und ging erneut auf Alex los. Diesmal hatte er das Messer hoch erhoben. Alex kreuzte seine Arme und fing die Messerhand ab. Er trat zu und stieß Herfordt so zu Boden. Alex fing an zu tänzeln. Er wollte Herfordt möglichst kein Ziel bieten. „Los komm her, Alex! Oder bist du zu feige? Na los! Mach mich fertig! Das willst du doch oder?“ Alex schaffte es in den Rücken von Herfordt zu kommen und packte ihn an den Schultern. Er zog ihn nach hinten, worauf Herfordt das Gleichgewicht verlor und erneut zu Boden ging. Alex wollte sich auf ihn werfen und wurde von einem Tritt Herfords empfangen. Herfordt lag wie eine Schildkröte auf dem Rücken und trat um sich. Alex ging zu Boden und krümmte sich. Herfordt sprang auf und umschlang von hinten den Hals von Alex. Mit einem Arm drückte er erbarmungslos zu, während die Hand mit dem Messer auf Alex zukam. Alex packte die Messerhand und hielt sie fest. Mit der anderen Hand versuchte er sich mehr Luft zu verschaffen, doch er schaffte es nicht. Er spürte, wie seine Kräfte aufgrund von Luftmangel, immer mehr schwanden. Er sammelte alle Kräfte zusammen und ließ den linken Arm nach hinten schnellen. Herfordt grunzte und der Griff lockerte sich. Alex machte sich schwer und ließ sich fallen. Doch er war schnell wieder auf den Beinen und ging nun mit einer unbändigen Wut auf Herfordt zu. Eine Schlagserie folgte. Herfordt war von dieser heftigen Gegenwehr überrascht und steckte die Schläge ein. Er taumelte gegen die Wand und ging zu Boden. Alex setzte nach.

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  • Kim sah sich erneut den Plan des Geländes an. „Das gibt es doch gar nicht! Die müssen noch auf dem Gelände sein! Die können nicht abgehauen sein! Susanne! Versuchen Sie alles über diese Druckerei herauszufinden. Ich brauche jemanden, der sich dort auskennt!“ Susanne nickte und machte sich an die Arbeit. Es dauerte fast eine Stunde, bis sie endlich jemanden gefunden hatte. „Ich habe Hubert Leichtner gefunden. Er war damals Hausmeister in der Druckerei und kennt sich sehr gut aus. Er wird gerade von Jenny abgeholt.“ Kim sah sie an und nickte dankbar. Tatsächlich war eine viertel Stunde später ein ca. 80jähriger Mann bei ihr im Büro. „Herr Leichtner, wir müssen wissen, wo man sich sehr gut verstecken kann.“ „Ja, da gibt es den alten Bunker. Den kennen nicht viele. Wissen Sie, die Druckerei war schon in den Kriegszeiten erbaut worden. Man hat immer gehofft, dass der Führer diese Firma besuchte, aber das blieb aus. Dennoch hatte man einen Bunker gebaut, indem der Führer sicher untergebracht war, sollte etwas passieren. Aber wie schon gesagt, es blieb aus.“ Kim sah ihn an. „Wo genau ist der Bunker? Wie weit von der Druckerei entfernt?“ „Er ist genau unter dem Gebäude. Man kann den Bunker durch eine der Galerien betreten. Man muss nur wissen wo der Eingang ist.“ Leichtner lächelte sie an. „Sie wissen wo der Eingang ist?“ „Ja natürlich! Ich habe mich auch darum gekümmert, dass er nicht verfällt. Die Wände sind einwandfrei und auch die Funktionen der Türen. Alles ist in so einem Zustand, als wäre der Bunker gerade erst gebaut worden.“ Kim hörte den Stolz in der Stimme. „Sie kennen Bruno Herfordt?“ Leichtner überlegte kurz. „Bruno? Ja…ja doch, der Name sagt mir was. Warten Sie…ich hatte mal das Vergnügen mit dem Mann. Er war mit mir öfter in dem Bunker.“ „Herfordt kennt den Eingang?“ „Ja! Er ist einer von wenigen.“ Kim verließ ihr Büro. „Susanne! Informieren Sie Alexander Hoffmann! Er soll mit seinem Trupp noch einmal zur Druckerei fahren! Ich fahre mit Herrn Leichtner vor!“ Susanne nickte und führte den Befehl aus.



    Alex stand keuchend Bruno Herfordt gegenüber, der ebenfalls ziemlich erschöpft war. „Bruno, lass es gut sein!“ Alex stöhnte leise. Er hielt sich die linke Seite, wo das Messer von Herfordt eine Wunde hinterlassen hatte. Es blutete stark. „Oh nein! Einer von uns wird lebend rausgehen und du wirst es nicht sein, das verspreche ich.“ Bruno grinste ihn böse an. Doch Alex hatte einen Vorteil. Er war durchtrainiert. Bruno Herfordt konnte zwar sehr gut kämpfen, aber ihm fehlte das Training. Beide atmeten schwer und beäugten sich. Jeder war darauf bereit, zu reagieren, wenn der Gegner wieder angriff. Alex schloss kurz die Augen. Die Schmerzen, die die Stichwunde verursachten waren stark. Wenn Herfordtseine Schwäche erkannte, dann würde er wirklich hier sterben. „Wo sind wir hier?“ Bruno lachte auf. „Wir sind in einem Luftschutzbunker. Keiner kennt den Eingang. Keiner außer mir. Er liegt direkt unter der großen Halle der Druckerei. Wir sind hier ungestört. Lass es uns beenden. Du bist doch schon verletzt. Stell dich mir und stirb!“ Wieder ging er mit einem Schrei auf Alex los. Die Hand mit dem Messer erhoben, bereit seinem Gegner den Todesstoß zu versetzen. Alex machte einen Schritt zur Seite, doch er rutschte aus und schlug mit dem Kopf auf den Boden. Für einen Augenblick war er benommen. Herfordt nutzte seinen Vorteil und warf sich auf ihn. „Jetzt stirbst du!“ Alex kreuzte seine Arme und fing die Hand mit dem Messer ab. Herfordt setzte sein ganzes Gewicht ein, um die Messerhand zu senken. Doch dann schaffte Alex es, das Handgelenk zu packen. Er wandte sich unter Herfordt und schaffte es, ihn abzuschütteln, indem er seine Beine zur Hilfe nahm und ihn regelrecht von sich runterzog. Allerdings war Bruno kein Gegner, der sich so einfach ausschalten ließ. Er stieß mit dem Messer in Alex Schienbein, worauf dieser aufschrie. Herfordt lachte gehässig, während Alex das Blut aus der Wunde laufen spürte. Er kroch aus Brunos Reichweite und hielt sich sein Bein. Doch Bruno gab nicht auf. Er grunzte und rannte wieder auf Alex zu, der immer noch am Boden hockte. Als dieser sich zur Seite warf, war es zu spät. Bruno stolperte durch den eigenen Schwung und schlug zu Boden. Ein Schrei folgte. Bruno blieb liegen.

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  • Kim und Leichtner erreichten das Gelände kurz nach dem Eintreffen von Alexander Hoffmann und seiner Truppe. „Kim? Was soll das denn? Susanne sagte mir, dass wir uns hier treffen. Willst du das Gelände noch einmal absuchen, oder wie?“ „Nicht ganz. Alex, das ist Hubert Leichtner. Er war einmal Hausmeister in der Druckerei und weiß von einem Bunker, der hier direkt unter dem Gelände ist.“ Hoffmann stutzte. „Du meinst, dieser Herfordt versteckt sich mit Brandt im Bunker?“ Kim nickte. „Okay, wo ist der Eingang?“Der alte Mann zeigte auf das Gelände. „Dann folgen Sie mir!“ Er ging vor. Kim und Alex folgten ihm mit den Männern des SEK. Sie gingen in die große Halle. „Wo ist der Eingang?“ Hubert Leichtner sah sich um. „Da hinten! Da müsste es gewesen sein. Mensch, seit die Hallen leer stehen, haben sie sich sehr verändert. Aber ich bin mir sicher, dass er hier in der Halle ist.“Sie gingen zu einem der Pfeiler und Leichtner sah ihn sich an. „Nein, das ist er nicht…“ Er ging zum nächsten und zum nächsten und immer weiter. Schon sehr bald waren sie in der Halle durch. „Dann muss es doch die andere Halle gewesen sein. Kommen Sie!“ Leichtner ging weiter. Alexander Hoffmann hielt Kim am Arm fest. „Meinst du wirklich, dass er weiß wo der Bunker ist, wenn es hier überhaupt einen gibt?“ Kim lächelte unsicher. „Ich hoffe es. Es ist unsere letzte Chance Brandt zu finden.“ „Entschuldige mal, aber der Alte da irrt hier durch die Hallen. Wer weiß ob er nicht senil ist?“ Kim lächelte leicht und ging zu dem Alten. „Herr Leichtner, wo ist denn nun der Eingang?“ „Einen Augenblick, ich hab es gleich. Ja, ich bin mir ganz sicher, dass der Eingang dort am Pfeiler ist. Er muss es einfach sein.“ Der Mann ging auf den nächsten Pfeiler zu, als sie die zweite Halle erreicht hatten. Er ging um den Pfeiler herum und jubelte. „Hier!! Ich hab es doch gewusst. Der Eingang ist hier!“ Er drückte einen Knopf und tatsächlich öffnete sich der Pfeiler. Kim sah Alex Hoffmann an. „Kommen Sie! Ich führe Sie durch die Räume.“ Leichtner wollte vorgehen, doch nun hielt Kim ihn zurück. „Danke, den Rest werden wir allein machen. Sie haben uns sehr geholfen, Herr Leichtner.“ „Aber…. Sie werden sich da unten verlaufen. Glauben Sie mir! Das da unten ist ein Irrgarten.“




    Alex hockte an der Wand gelehnt am Boden. Herfordt hatte sich jetzt schon seit einigen Minuten nicht mehr gerührt. „Herfordt?“ Alex sah seinen Kontrahenten an. „Herfordt? Willst du mich jetzt reinlegen?“ Es kam keine Antwort. Nach einigen Minuten Zögern stand er auf und ging vorsichtig auf seinen Feind zu, der nach wie vor am Boden lag. Er tippte ihn mit dem Fuß an, denn er rechnete immer noch mit einem Trick, doch Herfordt reagierte nicht. Alex ging neben Herfordt auf die Knie und drehte ihn auf den Rücken. Unter dem Körper hatte sich eine große Menge Blut gesammelt. Das Messer stach bis zum Schafft in seinem Bauch. Herfordt stöhnte leise und sah ihn flehend an. „Hilf mir…“ „Das sieht übel aus für dich, Bruno. Du brauchst einen Arzt. Wie kommen wir hier raus?“ Die Augen des Verbrechers flackerten, doch dann grinste er leicht. „Es gibt keinen Weg hier raus. Du wirst genau wie ich sterben.“ Er schloss die Augen. „Das ist Blödsinn! Wir können beide überleben! Wo ist der Schlüssel?“ Ohne auf die Antwort zu warten, durchsuchte Alex seinen Feind und fand nach wenigen Minuten den Schlüssel. Jetzt brauchte er nur noch die Tür zu finden, doch erst musste er sich um die Wunde von Herfordt kümmern. Er zog Herfordt vorsichtig das Hemd aus und drückte es auf die Wunde. „Töte mich!“ Die Stimme von Herfordt war schwach und kläglich. „Ganz sicher nicht!“ Alex stand auf und leuchtete die Wände ab. Er fand das Schloss und öffnete nur wenig später die Tür. Dann ging er zu Bruno. „Los, wir werden jetzt hier raus gehen.“ Bruno sah ihn an. „Warum?“ Alex verstand die Frage nicht. „Was warum?“ „Warum hilfst du mir?“ „Weil ich dich hinter Gitter sehen will!“ „Alex, ich werde nicht mehr ins Gefängnis gehen. Töte mich…“ Alex zog den Mann hoch, doch er merkte schnell, dass er mit Bruno sicher nicht weit kommen würde. Der Mann verlor sehr viel Blut und er ahnte, dass er es nicht schaffte. Er ließ ihn wieder zu Boden sinken. „Hör zu, Bruno. Ich werde sehen, dass ich Hilfe bekomme. Dann holen wir dich, okay?“ Diesmal antwortete Bruno nicht. „BRUNO!! Hey, wach auf!! Bruno!!“ Doch Bruno regte sich nicht mehr.Alex suchte nach dem Puls, doch er fand keinen. Bruno Herfordt war tot.

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