So meine allerliebste Gitti....
Dominique lag am Boden mit zwei Schusswunden. Eine an der Schläfe und eine der Brust. Er fühlte sofort den Puls. Er schlug sehr schwach. An der Heizung lag Tom. Ebenfalls mit Schusswunden im Körper und einer Kette die sich um sein Hals schlang. Semir ließ sich vor Tom nieder und löste die Kette. Mit einem ächzenden laut entspannte sich der Körper soweit es die Fesseln zuließen. Er zog sein Taschenmesser heraus und löste die Kabelbinder. Vorsichtig legte er Tom bequemer hin und fühlte den Puls. Schwach aber er schlug. Semir gab Tom ein paar leichte Ohrfeigen. Doch sein Freund öffnete die Augen nicht. Der Atem ging stoßweise. Als er die Schusswunden untersuchte, bekam er Angst. Tom war der Tod näher als dem Leben. Semir stand auf und griff mit zitternden Händen zum Handy und rief den Notarzt. Dann rief er Andrea an. „Ich bin’s... ich bin bei Tom... ... Andrea... hier sieht... hier sieht es aus... wie auf einem Schlachtfeld. Dominique und Tom... sie sind... schwer verletzt. Ich hab... die Rettung schon angerufen..“ sagte er schwerfällig und beendete das Gespräch. Tränen über so viel Brutalität liefen fast wie von selbst. „Semir....“ hörte er leise von Tom mit einer krächzenden Stimme. Er sah zu seinem Partner. Tom hatte die Augen auf. Sofort war Semir bei ihm. „Hey... Partner... alles okay. Der Arzt kommt gleich. Beweg dich nicht... hörst du... bleib einfach ruhig liegen.“ sagte er sanft und hielt Toms Hand. „Do...mi... sie ist... schwer verletzt... Der Mistkerl... er hat ... auf sie ge...ge...schossen.“ kam schwer von Tom. Semir nickte. Er brachte es nicht übers Herz, Tom zu sagen, dass es seine Freundin überhaupt nicht gut aussah. „Nicht reden... du bist selbst schwer verletzt.“ beruhigte er ihn. „Sie...ist...schwer...verletzt...“ kam erneut von Tom. Semir nickte nur. Tom schloss die Augen. Semir nahm ein Kissen was auf dem Sofa lag und schob es unter Toms Kopf, der erneut das Bewusstsein verloren hatte.
Der Notarzt kam und untersuchte Tom. „Er hat sehr viel Blut verloren, außerdem einen gebrochenen Arm, gequetschten Kehlkopf, mehrere Hämatome und starken Flüssigkeitsdefizit. Beten Sie, dass er stark genug ist, das zu verarbeiten.“ meinte er nur zu Semir und ließ Tom abtransportieren. Bei Dominique legte er einen Notverband an und ließe sie ebenfalls abtransportieren. „Wo ist mein Kollege und die Frau?“ fragte Semir. „Auf dem Weg zum Marien-Hospital. Sie können gleich nachkommen.“ meinte der Arzt und verschwand. Semir rief die Spurensicherung. Als sie da waren, fuhr er zum Krankenhaus. Auf dem Weg dorthin, wurde er von Anna Engelhardt gerufen. „Semir? Was ist mit Tom?“ wollte sie wissen. „Chefin... ich bin auf dem Weg zu ihm ins Marien. Es sieht nicht gut aus... Dieser Bogener hat ein wahres Blutbad in Toms Wohnung veranstaltet. Dominique ist wie Tom sehr schwer verletzt. Es sieht sehr kritisch aus. Er hat zwei Schusswunden, gebrochenen Arm, gequetschten Kehlkopf und mehrere Hämatome, soweit der Arzt. Genaueres konnte er noch nicht sagen. Bogener ist nicht mehr hier. Wir müssen ihn zur Fahndung ausschreiben…“ erklärte Semir. „Gut... hören Sie... Andrea ist ziemlich durch den Wind. Sobald Sie etwas mehr wissen, melden Sie sich sofort.“ befahl die Chefin. Semir hängte ein. Das Andrea so reagierte, war klar. Sie und Tom waren nicht nur Kollegen. Sie war mit ihm befreundet. Wie oft haben die Drei schon Abenteuer erleben müssen. Immer sind sie wieder raus gekommen. Mal mit mehr, mal mit weniger Schrammen.