Die Organisation

  • Hier die neue Story die mit Chris Hilfe entstanden ist. ich wünsche viele Feeds...


    Die Organisation



    „Morgen Ben, wie geht’s?“, begrüßte Semir seinen Partner, als er ins Büro kam. Doch als er hoch sah, war dort niemand. Semir ging noch mal zum Parkplatz. Da stand doch Bens Wagen. Aber wo war sein Partner? „Hey, Familienvater, was macht die Kunst?“, klopfte ihm plötzlich Ben auf die Schulter von Semir. „Uff. Na sag mal, wo kommst du denn her?“, wollte der Deutschtürke wissen und rieb sich seine, von Bens Pranke lädierte Schulter. Dass noch jemand mit in den Raum kam, nahm er zuerst gar nicht wahr. „Semir, darf ich dir meinen alten Schulfreund vorstellen? Daniel Bremer, einer der besten Jungjournalisten seines Jahrgangs.“, stellte Ben den jungen Mann vor. Semir reichte ihm freundlich die Hand. „Ben, du übertreibst jetzt aber.“, meinte der dunkelblonde, junge Mann mit dem kleinen Kinnbart. „Ich habe gerade meine erste Story vor mir, aber das war es auch schon.“, meinte er. „Und worüber schreibst du, Daniel?“, wollte Semir interessiert wissen und reichte ihm eine Tasse Kaffee, die er sich eben eingeschenkt hatte. „Das ist ne interessante Frage. Ich weiß noch selbst nicht, was es werden kann, aber mein Informant sagte mir, er habe sehr, sehr interessante und brisante Neuigkeiten.“, erklärte der Mann und Ben und Semir hörten gespannt zu. „Siehst du Semir, er hat schon einen Informanten.“, lachte Ben und strich dem Journalisten durchs Haar, so, als wären es Brüder und keine Freunde. „Ich muss los. Bleibt es bei morgen Abend?“, wollte Daniel wissen und schnallte sich seine Umhängetasche um. „Klar, ich besorg die Pizza und du die Pokerchips.“, erklärte Ben. „Cool... Wer kommt denn noch?“, fragte der Journalist. „Nun, zwei Jungs von der Band und er hier.“, Ben deutete auf seinen Kollegen. „Das heißt, wenn dich deine Familie loslässt.“, lachte er. Semir grummelte. „Nur keine Sorge, Andrea ist mit den Kids bei Schwiegereltern, damit Mama sich ganz in Ruhe mit dem neuen Familienzuwachs beschäftigen kann.“, murrte er nur. „Okay, dann bis Morgen Abend.“, verabschiedete sich Daniel.


    Thomas Grawe stand in seinem Büro und sah auf die ruhende Stadt hinaus. Sein Mitarbeiter Ingo Krieger kam auf ihn zu, wagte es jedoch nicht, ihn anzusprechen. „Haben sie herausgefunden, mit wem er sich treffen will?“, wollte Grawe wissen. „Allem Anschein nach mit einem Journalisten. Und das schon ziemlich bald.“, erklärte Krieger, rückte seine runde Brille zurecht und verschränkte die Arme vor seinem Körper. „Wann?“, wollte der Chef nach einer theatralischen Pause wissen. „Heute Abend.“, entgegnete Krieger. „Okay, wissen sie, wo?“ „Allerdings... und ich weiß, wo der Journalist wohnt.“, erklärte er. „Nein, das ist noch nicht genug. Beide müssen weg. Sorgen sie dafür und keine Zeugen. Es muss aussehen, wie ein Selbstmord. Unsere Organisation darf durch nichts in Gefahr geraten. Legen sie die Beiden schön aufs Eis.“, wies er an. „Gut, ich mach mich gleich auf dem Weg zum Treffpunkt.“, meinte Krieger und wollte gehen. „Schalten sie beide aus und bringen sie mir das Material.“, fügte Grawe hinzu und zog genüsslich an seiner Zigarre. Niemand durfte sich ihm und seiner Organisation entgegenstellen. Schon gar nicht so ein kleiner Gerechtigkeitsfanatiker. Nein, das würde er unter keinen Umständen zulassen. Wie lange hatte er dafür gebraucht, um alles aufzubauen? Alles war perfekt. Er konnte in dieser Stadt ungeniert operieren. Richter, Staatsanwälte, Polizisten und Politiker... sogar die Briefträger standen auf seiner Gehaltsliste, wenn sie ihm nützlich sein konnten. Gegen so ein Netz konnte ein Einzelner nicht viel unternehmen. Grawe würde diesen kleinen Mann zertreten wie ein lästiges Insekt.


    Daniel sah auf, als sein Informant auf den Platz kam. „Hey... ich hab nicht viel Zeit...ich glaub, die sind mir auf die Schliche gekommen...Dani...du musst verdammt gut aufpassen, wenn du die Daten auswertest...niemand darf davon wissen.“, ermahnte Gino ihn. „Keine Angst...hey...ich hab nen Freund bei der Polizei.“, lachte Daniel „Ich mache keine Witze... du gräbst da in einem Sumpf, wo die Leute über Leichen gehen...“, gab Gino zu bedenken. „Gino...lass uns das später besprechen. Hast du endlich die Namen, die ich brauche?“, wollte Daniel wissen. Gino nickte, griff in seine Hemdtasche und sah sich verschwörerisch um. „Hier...da stehen alle Namen drauf, die dich interessieren. Ich sag dir...die meisten Verbrecher sind in der oberen Etage zu finden.“, versprach Gino. „Das ist für mich ein gefundenes Fressen...das ist...wie ein sechser im Lotto...“, lachte Daniel. Gino reichte ihm den Stick. „Hör zu...ich kann dir nicht mehr helfen....ich muss verschwinden. Mit dem Geld, was du mir gibst, werde ich mich im Ausland irgendwo zu Ruhe setzen...die werden mich nie wieder sehen.“, versprach Gino. Daniel reichte ihm die Hand. „Ich wünsche dir alles Glück der Welt und....pass auf dich auf.“, ermahnte er seinen Informanten. Dann ging Daniel vom Platz zu seinem Wagen. Er wollte gerade aufschließen als er eine Bewegung hinter sich spürte. Er drehte sich um und sah in das Gesicht eines Mannes. „Guten Tag...haben Sie eine Minute Zeit für uns?“, wollte der Mann wissen. Normalerweise hätte Daniel sicher nein gesagt, aber die Waffe in der Hand des Mannes ließ keine Gegenwehr zu.


    Gino sah, wie die Männer mit Daniel in ein Auto stiegen und abfuhren. Verdammt...sie waren ihm näher als er dachte. Er musste weg...schnell weg....sie durften ihn nicht bekommen. Er stand auf und rannte in die Richtung Maisfelder. Er rannte einfach mitten hinein. Hier konnte er sich verstecken und hoffen, das man ihn nicht fand. Er musste weg...einfach weg...irgendwo hin, wo sie ihn nicht vermuteten. Der Mais stand bereits in voller Pracht und verdeckte ihn. „Er muss hier sein!! Sucht alles ab und wenn ihr das Feld niedermacht!!“, hörte er einen Mann schreien. Verdammt...sie wussten, wo er war...sie würden ihn umbringen....Daniel...er musste ihn verraten haben...dieser Feigling....dachte Gino entsetzt und rannte weiter. Hinter ihm hörte er eine Maschine sich ihren Weg durch das Feld bahnen und ahnte, dass die Maschine nicht nur den Mais erntete, sondern Jagd auf ihn machte. Wo sollte er hin? Vor der Maschine konnte er sich nicht verstecken. Irgendwann würde der Mais so niedrig sein, dass er keine Versteckmöglichkeit hat. Gino rannte weiter. Er hörte Autos....als musste die Straße nicht weit sein...dort konnte er einen Wagen anhalten und dann war er in Sicherheit...ja...er musste zur Straße kommen. Er rannte los und tatsächlich erreichte er die Straße bevor der Drescher ihn hatte. Er winkte heftig mit den Armen und eine dunkle Limousine hielt an. Der Fahrer kurbelte die Scheibe runter. Gino war glücklich und riss die Tür auf. „Sie müssen mich mitnehmen!! Schnell!!“, stieß er aus. Doch als er in den Wagen sah, bemerkte er die Waffe die auf ihn gerichtet war. „Klar nehme ich dich mit, mein Freund. Steig ein...“, befahl der Fahrer. Gino sah ihn an und dachte angestrengt nach. Aber jede Flucht war tödlich. Doch, wenn er einstieg starb er auch. Egal, was passierte...

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  • „Wollen wir Feierabend machen?“, fragte Ben und streckte sich. Semir sah seinen Kollegen nur an, grinste und nickte nur. „Würde ich sagen...wollen wir noch was trinken gehen?“, fragte Semir nur. Ben lächelte. „Herrenabend für den alten Strohwitwer?“, lachte der junge Hauptkommissar. „Hey, bei mir wartet nur der Kater zu Hause und irgendwie mag ich heute keine Tiefkühlpizza.“, murrte er nur und sah, wie Ben auflachte. „Okay, und wo wollen wir hingehen?“, fragte Ben und packte seine Jacke über die Schulter. „Wie wäre es mit La Corona?“ „Klingt toll...und was ist das?“, fragte Semir interessiert. „Pure Verwöhnung...“, grinste Ben nur. „Hey, vergiss nicht, ich bin verheiratet.“, meinte Semir mahnend. „Macht doch nix...komm, lass uns fahren.“ Gemeinsam verließen sie das Büro und gingen auf dem Parkplatz hinaus. „Ein herrlicher Frühlingsabend...“, kam es von Ben und er spürte richtig, wie ihm die Frühlingsgefühle packten. „Wer fährt?“ „Ich natürlich...“, kam es grinsend von Ben. „Fein, dann muss ich wieder aufpassen.“, lachte der Deutschtürke nur und ließ sich auf den Beifahrersitz des Mercedes fallen. „Sehr witzig...“, konterte Ben nur und schmiss seinen Körper hinter das Lenkrad. „Okay...jetzt erzähl mir mal, was das La Corona ist?“ „Eine Bar...nein, eigentlich ein...ich kann es dir nicht richtig beschreiben...es ist eine Sauna mit Cocktailbar... das ist glaub ich die passende Beschreibung.“, kam es nachdenklich von Ben. „WAS? Ben, ich bin verheiratet...“, knurrte Semir nur vorwurfsvoll. „Jetzt komm, gönn dir doch mal was.“, meinte Ben nur und schien Semir überzeugen zu können, denn das Fauchen in Semirs Gesicht wich immer mehr einem Grinsen, das breiter und breiter wurde. „Okay, also gut... aber nur zwei...drei Stunden.“ Ben jubelte nur still.


    „So Junge, du wirst jetzt auf deinen Stuhl steigen...“, forderte der Mann hinter Daniel, als sie in seiner Wohnung standen. Daniel spürte die Pistole in seinem Rücken. Dennoch wollte er sich nicht so einfach aufgeben. Es war nur ein Mann und ein anderer wartete unten im Wagen. Aus den Augenwinkeln sah sich der junge Journalist um. Vor ihm stand einer seiner Essstühle, darüber ein Seil an der Lampe. „Na wird’s bald?“, fauchte der Mann nur. Der junge Mann machte einen Schritt auf den Stuhl zu, wirbelte jedoch sofort mit seinem Fuß und Körper rum, zerschlug dabei eine Wasserflasche auf dem Kopf des Angreifers. Dieser ging stöhnend zu Boden und ließ die Waffe fallen, war aber nicht so benommen, wie Daniel es sich gewünscht hatte. Schnell rannte er zur Tür hinaus, hastete die Stufen hinunter und auf die Straße hinaus. „Hey, bleib stehen...“, schrie schon die Stimme hinter ihm. Doch Daniel dachte nicht daran. Er zuckte zusammen, als der erste Schuss fiel. Doch kein Einschlag war zu spüren. Schnell rannte er weiter und musste stoppen, als ihn ein Wagen fast über den Haufen fuhr. „Hey, ich brauch ihren Wagen...kommen sie, schnell raus...“, forderte der junge Journalist und zog schon den Fahrer aus seinem eigenen Auto raus. „Ey man, das ist mein Auto.“, schrie der Mann hinter dem Dieb her. Doch schon ging er in Deckung, da ein Mann hinter ihm auf seinen Wagen schoss, ein anderer Wagen angefahren kam und der Mann in das Auto sprang. Die Verfolgungsjagd ging auf die Autobahn und in den feierabendlichen Berufsverkehr hinein. Daniel sah sich immer wieder um. Es dauerte nicht lange, bis seine Verfolger im Rückspiegel erschienen. Der Wagen kam immer dichter und dichter und war bald neben ihm. Dann spürte er ein Ruckeln und konnte den Wagen nicht mehr unter Kontrolle halten. Das Auto brach aus, schnellte über beide Spuren und durch die Leitplanke, direkt in einen mit hochentzündlichen Methan gefüllten Gastank. Die Explosion trieb den Wagen in die Luft und ließ ihn brennend auf einem Rastplatz landen. Auch die sofort herbei eilenden Menschen mit Feuerlöschern konnten den Insassen nur noch vor dem Verbrennen retten, aber scheinbar nicht vor dem Tod.

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  • „Hier? Ben...wenn ich hier erkannt werde, dann....dann kannst du dich schon mal darauf vorbereiten, dass ich für eine sehr, sehr lange Zeit bei dir einziehe.“, stöhnte Semir als er erkannte, das der Club in einer nicht gerade unbekannten Gegend war. „Semir, wer sollte dich denn hier erkennen?“, lachte Ben und klingelte. „Ist das ein Privatclub?“, fragte Semir irritiert. Ben nickte. „Natürlich....das ist eine Bar, wo die Mädchen schweigen können und die Gäste nie jemanden gesehen haben...“, bestätigte er. Semir atmete erleichtert aus. Ben schüttelte nur den Kopf und sah ihn an. Die Tür ging auf. „Guten Abend.....die Herren...“, säuselte eine junge asiatisch aussehende Frau. Ben und Semir traten ein. Der Gang war in einem roten Samt gehalten und das sanfte Licht führte zu dem richtigen Flair. Semir sah sich um. „Wie wollen Sie sich verwöhnen lassen? Zunächst eine Ganzkörpermassage auf asiatischer Art, anschließend ein Wellness-Vollbad und dann vielleicht ein Saunabesuch?“, schlug die Frau vor. Semir sah Ben an und nickte. „Ja...das volle Programm...“, bestätigte Ben. Die Frau nickte leicht. „Wenn die Herren dann die Masseure aussuchen wollen...wir haben dort Dina, Laira, Yuniko und Funaki, sowie Dalielle...“, stellte sie die Mädchen vor. „Ähm....gibt es auch männliche Masseure?“, fragte Semir heiser. „Nicht in diesem Bereich...die Herren sind für die weiblichen Gäste bestimmt...“, lächelte die Asiatin. „Oh....nun dann nehme ich...Liara...“ wählte Semir aus. „Sehr gern...und Sie?“, wandte sich die Frau an Ben. „Ich nehme Yuniko, Funaki und Dalielle...“, wählte Ben. Semir sah ihn an. „Boah....drei? Wieso denn drei?“, harkte er nach. „Weil du dir auch mehr als nur eine aussuchen darfst...“, grinste Ben ihn an. „Dann will ich auch noch eine...“, beschwerte Semir sich. Die Asiatin nickte. „Sie bekommen dann noch Dina dazu...“, lächelte sie freundlich. Den Beiden wurden die Räume zugewiesen wo die Massage stattfinden sollte.


    Hotte und Dieter hatten Nachtdienst. „Wir benötigen die Kripo hier vor Ort...am Besten rufen wir Ben und Semir an...“, knurrte der dickliche Hotte. Dieter stimmte dem zu. „Tja...der arme Kerl ….wie gut, dass man wenigstens das Gesicht noch erkennen kann. Viel ist von dem Auto ja nicht da. Ich versteh das nicht...keine Bremsspur....keine Kurve oder Nässe...die Straße ist völlig trocken...wie soll der bitte gerutscht sein...“, tadelte er die Fahrweise des Toten. Hotte zog die Schultern hoch. „Vielleicht war das ja auch ein Selbstmord...wenn du bedenkst, er ist allein gewesen... und dieser Methantanker steht ja auch schon einige Wochen hier. Immerhin konnte man ihn nicht übersehen...“, vermutete er. Dieter sah ihn an. „Du meinst, er wollte sich umbringen? Na ich kenne da aber viel angenehmere Möglichkeiten in den Tod zu gehen. Außerdem...er hätte hier ja auch andere gefährden können. Wie leichtsinnig ist das denn?“, fauchte Dieter wütend. Hotte lachte leise. „Solchen Leuten ist es doch egal, ob sie andere mitnehmen. Niemand kann sie nach dem Gelingen zur Rechenschaft ziehen. Außerdem ist es doch gar nicht so abwegig...wie oft hast du denn schon Idioten aus dem Graben gezogen. Oder wie vor vier Wochen die junge Frau die sich vor die Brücke setzte....die hatte auch zwei andere Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen...so sonderbar wäre das nicht. Bei denen schaltet irgendwas ab...sag ich dir...“, erklärte Hotte seinem Freund. „Ja was ist denn nun? Holen wir die Beiden oder machen wir es selbst und sagen den Beiden morgen früh Bescheid?“, wollte Dieter nun wissen. Hotte grinste. „Wir lassen die Beiden ihren Feierabend genießen...ist auch mal verdient...“, legte er fest. „Gut.... dann machen wir uns ran...“, meinte Dieter und rieb sich die Hände. „Sieh mal...der Typ war scheinbar nicht einmal angeschnallt.“, rief er als er sich über den verbrannten Fahrersitz beugte. „Wie kommst du denn darauf?“, wollte Hotte wissen. „Na...weil die Schnalle nicht in dem Gegenstück steckt. Das ist doch auch ein Hinweis dass es ein Selbstmörder war...“stöhnte Dieter leise.

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  • Semir lag nur mit Handtuch bekleidet auf einer weichen angewärmten Bank. Die Hände der beiden Mädchen glitten über seinen Körper und massierten ihm seinen Nacken und den Rücken. Er hatte die Augen geschlossen und genoss die leicht schmerzhaften Knetbewegungen. Das war eine verdammt gute Idee von Ben, sich mal verwöhnen zu lassen. Sicher...Andrea massierte ihn auch aber gegen diese Hände, die den Beruf sicher erlernt hatten, konnte auch Andrea nicht punkten. Schnurrend und mit geschlossenen Augen genoss Semir jegliche Berührungen der Damen. „Ohhhhhhhh...das tut so gut.“, hörte man nur von ihm. Die Damen kicherten und sahen sich nur an. „Sind sie zum ersten Mal hier?“, wollte Liara wissen. „Bin ich...ich kannte das vorher nicht.“, meinte Semir und nahm dann einen Schluck seines Cocktails. „Sie sind vollkommen verspannt. Sie müssen locker lassen...selbst ihre Füße sind verspannt.“, kam es von Dina. „Bitte nicht aufhören...“, schnurrte Semir nur und spürte jegliche Bewegung der Hände beider Mädchen an seinem Körper. Beide sahen sich an und grinsten nur vielsagend. Nach der Massage ging es für Semir in den hinteren Bereich mit den großen Wellnessbecken. Der angenehm klimatisierte Raum war mit asiatischer Malerei und Kunstgegenständen verziert, dass man denken konnte, man sei Gast in einer japanischen oder chinesischen Palastanlage. „Hey, und wie haben dir die Mädchen gefallen?“, begrüßte Ben ihn, der schon in einem der Whirlpools lag und sich seinen Cocktail und einige köstliche Kleinigkeiten, die ihm die Angestellten reichten. „Ein Traum sag ich dir...“, schwärmte der Deutschtürke. Ben lachte. „Aber nicht, dass du Andrea untreu wirst. Vergiss nicht, du bist ein glücklicher, glücklicher Familienvater.“, grinste Ben nur. „Ja, ja... ich weiß.“, kam es nur augenrollend von Semir zurück, der sich genüsslich in das warme Wasser gleiten ließ und nun auch die kleinen asiatischen Köstlichkeiten von einem Mädchen mit glänzenden Mandelaugen gereicht bekam. „Semir...“, weckte ihn Bens Worte aus seiner Starre, als er ihr in die Augen sah. „Was denn? Gucken wird ja mal erlaubt sein, oder?“, knurrte er nur und lachte dann selbst über seine Worte.


    Gino saß ängstlich auf einen Stuhl und wimmerte vor sich hin. Die letzten vier Stunden wurde er geschlagen, getreten und mit glimmenden Zigaretten bearbeitet. „Also, noch mal von vorne...warum hast du uns verraten, Gino?“, fragte Norbert Fleischer und packte den Mann unterm Kinn. Das rechte Auge des Mannes war vollkommen aufgequollen von den Schlägen und die Lippe an mehreren Stellen aufgeplatzt. Blut lief seinen Hals hinunter und den nackten Oberkörper entlang. Gino gab keine Antwort. Das schien den Mann vor ihm aber zu freuen, denn wieder fuhr die mit einem Schlagring versehene Faust in Ginos Magengrube und ließ den Mann vor Schmerzen aufschreien und sich krümmen, soweit es die Seile, die ihn am Stuhl hielten, zuließen. „Los, mach schon. Sag mir, warum?“, fauchte Norbert erneut und riss den geschwächten Gino an dessen Haare hoch. Ein Aufschrei hallte von den Trägern und Wänden der Lagerhalle wieder, in der sie sich befanden. Nur eine Lampe brannte über dem Kopf des Opfers und gab nur einen kleinen Lichtkegel von sich. „Lass ihn.“, ertönte plötzlich eine Stimme aus dem Dunkeln. Sie war tief und ruhig, dadurch furchteinflößend. Mit dem gesunden Auge versuchte der gefesselte Gino, den Ursprung der Stimme auszumachen, doch vergebens. „Er wird uns nichts sagen. Knips ihn aus und entsorg die Leiche irgendwo an einem ruhigen Platz, wo man ihn nicht so schnell findet.“, hörte er. Seine Augen weiteten sich schreckerfüllt. Er wusste, dass er sterben würde und das die Leute keine Skrupel kannten. Aber so? Unweigerlich musste er an seine schwangere Freundin denken. „Tja, mach’s gut, Freundchen.“, lachte Norbert nur und entsicherte seine Waffe. Mit ihr ging er um den auf dem Stuhl sitzenden Gino herum, stieß ihm dann die Pistole in den Nacken und spannte den Hahn. „Leb wohl.“, hörte er die vor Hohn triefende Stimme Norberts und dann hallte auch schon der Schuss. Blut spritzte auf den Boden und der Kopf sackte nach hinten weg. „Okay, bring ihn weg von hier und dann mach hier gründlich sauber.“, wies die Stimme ihn an.

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  • Sichtlich entspannt und innerlich gereinigt, schloss Semir die Haustür auf, streifte sich die Schuhe ab und hörte dann schon das nach ihm rufende Mauzen vom großen Schrank. Semir sah hinauf und Felix sah ihn mit seinen großen Augen an. „Hey Kater, hab ich dich warten lassen? Tut mir Leid...“, redete Semir mit ihm, doch das Katzentier machte nur einen Satz auf den nächst tieferen Schrank und dann auf den Boden, flitzte dann in die Küche und mauzte sein Herrchen zu sich. „Okay, okay, du hast Hunger...“, kam es nur von Semir und schon füllte er seinem einzigen Mitbewohner, solange Andrea mit den Kindern bei Schwiegereltern war, eine Dose feinstes Katzenfutter in den Napf. „So, bon appétit.“, grinste der Deutschtürke nur und stiefelte ins Wohnzimmer, schmiss sich auf die Couch und war alsbald eingeschlafen. Doch lange hielt der Schlaf nicht vor. Es war gerade mal eine halbe Stunde vergangen, als er ein lautes Scheppern hörte. Sofort sprang er auf und rannte in die Küche. „FELIX!!! Was hast du denn nun angestellt? Man, was suchst du denn da oben?“, tadelte er den Kater, der auf der Spüle saß und zwei der Töpfe herunter geworfen hatte. „Na komm du Quälgeist... wir machen es uns auf der Couch gemütlich und schauen Fernsehen...“, murmelte Semir, hob die Töpfe auf und nahm den Kater auf den Arm. Im Wohnzimmer legte er sich auf die Couch, doch Felix schien keine Lust zu haben und sprang runter. Semir sah ihm kopfschüttelnd hinterher und schloss erneut die Augen. Es dauerte nicht lang bis der nächste Krach ihn hochriss. Diesmal war es die Gardinenstange. Ein klägliches Jaulen war aus dem Stoffhaufen. „Oh Mensch Felix....ich hab mich doch entschuldigt...okay....soll ich dir die Pfoten küssen, das du mir vergibst?“, knurrte Semir. Er wusste genau, warum Felix dieses Theater veranstaltete. So wollte er seinem Herrchen zeigen, was er davon hielt, dass er den ganzen Tag ohne Futter auskommen musste.


    Der nächste Morgen kündigte sich mit Sonnenschein und Vogelgesang an. Semir schlug die Augen auf. Es war fünf Uhr. Er schlug die Decke zur Seite und stand auf. Es sah den Kater auf dem Kopfteil von Andrea liegen und lachte leise. Bis Mitternacht hatte es gedauert und Felix endlich Ruhe einkehren ließ. Dieser Kater war wirklich sehr einfallsreich, wenn es darum ging, sich in den Mittelpunkt zu rücken. Nachdem er Töpfe herunter geworfen und die Gardine runter gerissen hatte, fing er an, Semir persönlich zu traktieren. Scheinbar war Felix der Meinung auch mal die Massage machen zu müssen. Als Semir sich ins Bett legte, schlich der Kater hinterher und wartete sogar bis Semir auf dem Bauch lag. Dann sprang er hoch und fuhr seine Krallen aus. Dann lief er über Semirs Rücken, was dieser natürlich gar nicht lustig fand. Felix war verdammt nachtragend. Erst als Semir ihm versprach, es nie wieder zu tun, mauzte der kleine Kerl und rollte sich auf dem Kissen ein. Semir ging unter die Dusche, frühstückte und vergaß auch nicht den Napf von Felix aufzufüllen. Nicht, dass der Kater am Abend erneut solche Attacken auffuhr. Gegen Acht fuhr er ins Büro und wartete auf Ben. Dieser kam gegen halb zehn und sah ihn an. „Wie ist es denn mit dem Pokerabend? Findet der noch statt oder wie?“, grinste Semir. „Ja klar...am Wochenende....Du bist auch noch dabei oder?“, harkte Ben seinerseits nach. „Klar doch.... Andrea und die Kinder kommen ja noch nicht zurück. Und den Abend mit deinem Freund Daniel und die Chance von dir die Kohle wieder zu gewinnen, die du mir letztens abgenommen hast, lass ich mir nicht entgehen...“, grinste Semir.

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  • Simone und Anja, zwei Schülerinnen, die gerade mit ihrer Klasse auf Klassenfahrt waren, rannten in den Toilettenraum. „Boah...ich muss so dringend...das ist echt übel, dass die keine Busse mit Toilette buchen...ich meine, unsere Alten bezahlen doch dafür...“, fluchte Simone und öffnete die Tür. Anja nickte und sah in den Raum. Das nächste, was sie ausstieß war ein lauter Schrei. Keifend und in extremer Höhe riss der Schrei die Erwachsenen aus ihrem Trott. Der Lehrer Dr. Peter Sinnerdorf kam angerannt und sah, was das Mädchen so erschrocken hatte. Fürsorglich zog er das Mädchen aus der Toilette und rief die Polizei, während sich die anderen Erwachsenen um die beiden Mädchen kümmerten die laut weinten. Vergessen war der Druck der die Beiden auf die Toilette trieb. Es dauerte nicht lange bis die Polizei vor Ort war. Ein junger Mann, der ziemlich verwegen aussah, und ein älterer in Jeansjacke traten auf ihn zu. „Jäger Kripo Autobahn..... Mein Kollege Semir Gerkan. Sie haben die Leiche gefunden?“, wollte der Mann wissen und zeigte sein Ausweis vor. „Nein...zwei meiner Schülerinnen...sie wollten nur zur Toilette gehen und...“, erklärte Sinnerdorf. „Können wir mit den Mädchen sprechen?“, bat der Ältere. Sinnerdorf nickte. „Aber viel können die Beiden sicher nicht sagen... wir sind ja erst auf dem Platz gefahren.“, erklärte der Lehrer. „Vielleicht haben die Beiden dennoch etwas oder jemanden gesehen...“, gab der Ältere von sich, während der Jüngere sich in die Toilette begab. „Ich hole die Beiden...aber bitte....etwas Rücksicht. Die Mädchen haben sicher noch nie Tote gesehen...“, ermahnte der Pädagoge. Der Polizist nickte leicht. „Ist nicht das erste Mal, dass ich mit Schülern spreche...“, lächelte er.


    Semir wartete und nur wenige Minuten später kamen zwei junge Mädchen auf ihn zu. Die eine vollkommen verstört und die andere stützte sie, tröstete sie. „Hallo, ich bin Semir Gerkan von der Autobahnpolizei. Wer bist du?“, wollte er wissen. „Anja...Anja Weber.“, erklärte das kleine Mädchen und schluchzte immer und immer wieder. „Kannst du mir sagen, was passiert ist?“, fragte Semir und fasste das Mädchen vorsichtig an dessen Schulter an. Ihre grünen Augen waren durch die Tränen vollkommen verschwommen und aufgedunsen. „Ich...Wir wollten nur auf Toilette gehen und dann...dann...dann lag er da...“, schluchzte sie und versuchte, ihre Worte fest klingen zu lassen. „Konntest du sonst noch jemanden sehen?“, kam dann die nächste Frage von Semir. „Nein...da...da war kein anderer...“, schluchzte sie und brach dann zusammen. „Kann ich sie jetzt zum Arzt bringen?“, wollte Simone wissen. Der Hauptkommissar nickte nur und ging dann zu Ben in die Toilette. Dort war auch schon der Gerichtsmediziner bei seiner Arbeit. „Hallo Doc... wie sieht's aus?“, wollte Semir wissen und sah sich nach Ben um. Dieser lehnte an einer Toilettentür und war ganz grün im Gesicht. „Semir, so was hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Der arme Kerl hier...ich kann es nicht beschreiben.“, kam es vom Arzt und dieser schien wirklich fertig zu sein, da er keinen seiner zynischen Witze machte. Semir kniete sich neben das Tuch und hob es hoch. Erschrocken fuhr er zusammen, ließ das Tuch wieder fallen und musste versuchen, sein Frühstück im Magen zu behalten. „Oh Gott...Kopfschuss?“, fragte der Deutschtürke angewidert. „Allerdings...aber die Folterungsmerkmale sind interessanter. Er wurde geschlagen und getreten, außerdem hab ich acht bis zwölf Brandwunden gezählt.“, erklärte der Doc. „Haben wir einen Namen?“, fragte Ben, der sich langsam wieder erholt hatte. „Persönliche Sachen hab ich schon der Spusi gegeben.“, erklärte der Arzt und verabschiedete sich dann. Auch Semir und Ben traten wieder ins Freie und atmeten erstmal zwei bis drei Mal tief durch, zogen die Luft tief in die Lunge und ließen sie dort zirkulieren, bevor sie wieder ausatmeten.


    „Wer ist zu so etwas im Stande?“, fragte sich Semir, der sich als erster wieder gefangen hatte. „Das sind Tiere, keine Menschen.“, schimpfte Ben nur und ließ sich von einem Kollegen der Spurensicherung die persönlichen Gegenstände geben. „Gino Fetucci, 32 Jahre...“, erklärte Ben und musste schon wieder übel aufstoßen. „Man...32 Jahre...viel zu jung.“, knurrte Semir und schlug auf die Motorhaube. „Wo wollen wir anfangen?“, fragte Ben dann nach einer Weile. „Ich denke, wir fahren zuerst zur Wohnung des Opfers. Also los...“, kam es anweisend von Semir und schon waren sie im BMW auf den Weg nach Köln-West. Ben war während der Fahrt beschäftigt, Daniel zu erreichen. „Verdammt, er meldet sich nicht.“, kam es besorgt vom jungen Hauptkommissar. Semir sah ihn nur an. „Wie habt ihr euch überhaupt kennen gelernt?“, fragte der Deutschtürke. „Warte mal, wir waren ungefähr in der achten Klasse. Daniel war gerade zugezogen und der Neue in der Klasse. Du weißt ja, wie es Neuen in der Schule ergeht, wenn sie nicht Fußball spielen oder ein Frauenschwarm sind, oder?“, wollte er wissen. Semir nickte nur. „Allerdings.“ „Okay, ich hab ihn jedenfalls damals vor der Schlägerbande der Klasse gerettet. Seitdem sind wir unzertrennlich gewesen, doch auch die Jahre in der Schule verändern einen. Daniel wurde vom ruhigen, introvertierten Knirps zu einem...ja, sieh ihn dir an... das war er am Ende des Abiturs.“, erklärte Ben. Semir nickte nur. „Habt ihr euch seit damals häufig gesehen?“, fragte er dann. „Nein, wir sind jeder unseren eigenen Weg gegangen. Daniel war damals auch viel im Ausland, hat dort zum Teil studiert und seine ersten Reportagen erarbeitet. Aber er ist dennoch auf dem Teppich geblieben.“ „Das ist die Hauptsache...Wir sind da.“, kam es von Semir und schon wurde der BMW in eine Parklücke gelenkt. „In solchen Momenten hasse ich unseren Job.“, stieß Semir aus, als er an dem Klingelschild mit dem Namen Fetucci klingelte. „Ich weiß, was du meinst.“, stöhnte auch Ben.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Semir klingelte. Nur wenig später öffnete eine junge Frau die Tür. Sie war ganz offensichtlich schwanger und er sah Ben irgendwie hilfesuchend an. „Ja bitte?“, fragte die junge Frau. Semir räusperte sich. „Semir Gerkan.... Kripo Autobahn...mein Kollege Ben Jäger... Frau.... Delorca?“, fragte er. Die junge Frau nickte. „Vanessa Delorca...“, bestätigte sie. „Ähm....könnten wir für einen Augenblick reinkommen?“, bat er. „Ja sicher....was kann ich denn für die Polizei tun? Ist was mit Gino?“, wollte Vanessa wissen. Wieder warf Semir einen Blick zu Ben. „Ähm...ja...setzen Sie sich doch bitte...“, kam leise von Ben. Vanessa sah von einem zu Anderen. Es schien irgendwie ein Warnsignal zu sein, wenn Polizisten so etwas sagten. Sie ließ sich langsam in den Sessel sinken. „Er hatte einen Unfall nicht wahr?“, wollte sie wissen. „Nun ja....Frau Delorca....wir....also ….“, versuchte Ben sein Glück. „Er ist tot?“, kam heiser von der Frau. Ben nickte. Semir atmete tief ein und beobachtete die Frau sehr intensiv. Doch sie weinte nicht. Sie saß nur da und streichelte über den gewölbten Bauch. „Wie weit sind Sie?“, lächelte Semir. „Ich...bin Anfang des sechsten Monats...“, kam als Antwort. „Es ist ein Wunschkind....“, erklärte Vanessa. Sie stand auf und bewegte sich wie eine Marionette. Semir sah wie sie zu Zigaretten griff und sich eines der Glimmstängel ansteckte. Sofort sprang er auf und nahm ihr sanft aber bestimmt die Zigarette ab. „Tun Sie es nicht....“, bat er leise mit sanfter Stimme. Vanessa sah ihn an und brach zusammen. „OH!!!! Okay... setzen Sie sich......ganz ruhig ...“, redete Semir auf sie ein und konnte sie mit Ben auf die Couch verfrachten. „Wir informieren einen Arzt...Frau Delorca...wir müssten ein paar Fragen stellen....“, versuchte Semir. Vanessa nickte. „Ich versuche zu helfen...“, weinte sie leise. „Hat Gino Feinde gehabt?“, fing Ben an. Vanessa schüttelte den Kopf. „Feinde? Nicht das ich wüsste... ich meine...er war ein einfacher Angestellter....wieso sollte er denn Feinde haben?“, kam verbittert von Vanessa. „Als was hat er denn gearbeitet?“, harkte Semir nach.


    Dieter sah Hotte an. „Hast du Semir eigentlich was von dem Toten erzählt?“, wollte er wissen und biss in sein Brötchen. „Nee...du?“ kam von Hotte kauend. „Nein...aber das ist ja eh nur ein Unfall gewesen...ich meine....der Typ hat sich umgebracht...“, dachte Dieter nach. „Ja...ist so...warum sollten wir die Beiden damit belasten?“, bestätigte Hotte. Sie schrieben ihren Bericht und machten dann die Runde. Es war nur Routine bis gegen Nachmittag. Kim Krüger kommandierte die Beiden zur Radar-Kontrolle ab. Sie packten das Equipment ein und fuhren zur Autobahnausfahrt „Was meinst du, wie viele wir heute einsacken....hier fahren die Leute besonders schnell...“, gab Dieter von sich. „Na und....? Wir haben doch nichts davon, außer viele Anzeigen zu schreiben und Überstunden dafür zu machen. Willst du sie heute zurecht weisen?“, grinste Hotte. „Na...das überlasse ich dir...mit deiner imposanten Erscheinung machst du viel mehr Eindruck...“, lachte Dieter nur zurück. Hotte schlug sich auf seinen Bauch. „Das ist alles schwer erarbeitet worden.....“, gab er zurück. Die Flachserei zwischen den Beiden wurde jedoch schneller unterbrochen als es ihnen lieb war. Gleich zwei Fahrzeuge fuhren in die Radarfalle. Während Dieter die Kelle schwang belehrte Hotte die Autofahrer über die Folgen des Vergehens. Die Fahrer versprachen sich zu bessern und fuhren los. Innerhalb der nächsten zwei Stunden bekamen sie eine stattliche Summe für die Stadtkasse herein. „Ich versteh es nicht...wieso können die nicht vorher das Tempo drosseln und gut ist?“, fragte Hotte sich. „Sei froh...sonst müssten wir den ganzen Tag im Büro sitzen...“, lachte Dieter nur.


    „Er...Gino ist...war...war Informatiker bei Mediotex Enterprizes, einer...einer großen Firma in Düsseldorf.“, erklärte Vanessa und versuchte ruhig zu atmen. Semir sah seinen Kollegen fragend an. „Das ist eine der größten Firmen in ganz NRW. Eine große Firma, die sich auf Computerchips aller Art spezialisiert hat.“, erklärte Ben schnell. Semir nickte. „Ja genau...er war einer, der den neuen Chip C.H.R.I.S. 23/3 entwickelt hat.“, weinte Vanessa und strich sich beruhigend über den Bauch. Endlich kam der Notarzt und Semir und Ben ließen die Frau in Ruhe. Auch hatten sie keinerlei Fragen mehr und der Notarzt würde ihnen sowieso sämtliche Fragen unterbinden. „Okay, was nun?“, wollte Ben wissen. „Fahren wir erstmal zu dieser Firma... zu diesem Mediotex Ding.“, schlug Semir vor. Ben nickte und setzte sich auf den Beifahrersitz. Sein Handy klingelte. „Ben Jäger an der Strippe...“, meldete er sich. „Hey Doc, was gibt’s?“ Semir sah zu seinem Partner, als er hörte, dass es der Pathologe war. „Okay, wir sind gleich bei dir.“, gab der junge Hauptkommissar bekannt und sah Semir auffordernd an. „Scheint als ob die Firma auf uns warten muss.“, murmelte Semir nur und startete dann den Motor. „Hmm, der Doc will uns mit seinen Gruselgeschichten erfreuen.“, entgegnete Ben und tippte auf seiner Handytastatur herum. „Wem schreibst du?“, wollte Semir gleich wissen. „Daniel...ich wollte ihm sagen, wann wir uns morgen Abend treffen.“, erwiderte der junge Hauptkommissar nur und ließ seine Finger wieder über die Tasten des kleinen Mobiltelefons schnellen. „Wieso rufst du nicht einfach an? Dann würden auch deine Stimmbänder nicht einrosten?“, grinste der Deutschtürke. Doch Ben streckte ihm nur die Zunge entgegen. Semir grinste nur und lenkte den BMW dann in Richtung Pathologie. Der Verkehr war fließend und so kamen sie schnell voran. Nach einer guten viertel Stunden standen beide schon in der großen Halle mit den drei Untersuchungstischen, auf denen jeweils eine mit einem weißen Tuch abgedeckte Leiche lag. „Ah, da seid ihr ja schon. Eigentlich dachte ich, ich könnte noch mein Brötchen aufessen, bevor ihr kommt.“, lachte Dr. René Furchtlos und biss in sein Boulettenbrötchen hinein. „Wie kannst du hier nur essen?“, kam es angewidert von Ben, dem der Geruch schon ein flaues Gefühl im Magen verursachte. „Ich habe Hunger.“ „Okay, dann iss und erzähl uns, was du hast.“, forderte Semir nur.

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  • Kauend ging Furchtlos zum Tisch und hob das Tuch an, deckte so den Kopf des Opfers auf. „Tja, wie ich euch schon heute morgen sagte, er ist ziemlich übel misshandelt worden. Tödlich war letztendlich der Genickschuss. Der arme Kerl ist hingerichtet worden.“, erklärte der Pathologe und deckte dann das Tuch wieder über die Überreste. „Wie? Sonst hast du nichts?“, kam es knurrend von Semir zurück. „Jetzt warte doch mal...ich bin doch noch lange nicht fertig. Die Schnitte in seinem Gesicht stammen von einem Schlagring, aber von einem der billigen Sorte. Ich konnte kleine Messingablagerungen im Gewebe sicherstellen. Außerdem fand ich fremde DNA unter seinen Fingernägeln. Scheinbar hat er sich zu anfangs noch gewehrt, bis man ihn dann brutal gefesselt hat.“, erklärte der Mediziner und biss dann wieder in sein Brötchen hinein. „Konntest du schon die DNA zuordnen?“, wollte Semir wissen, doch ein Kopfschütteln des Pathologen kam nur als Antwort. „Sie ist nicht in unserer Datenbank.“, erklärte er. „Okay, sonst noch etwas?“, wollte Ben wissen und versuchte, sein Frühstück im Magen zu behalten. „Nein, sonst nichts.“, entgegnete Dr. Furchtlos. Die beiden Kommissare gingen dann wieder aus dem Saal und waren im Nu an der frischen Luft. „Man, wie kann ein Mensch nur da unten arbeiten und dabei auch noch essen?“, kam es nur von Ben. Semir musste grinsen. „Hey, du kannst doch auch überall essen, oder?“ „Ja, aber nicht zwischen toten Körper...Semir, das mache selbst ich nicht.“ „Okay, also, fahren wir jetzt erstmal zur Firma und sehen uns da ein bisschen um.“, erklärte der Deutschtürke und stieg in seinen BMW. Die Fahrt von der Pathologie zum Firmensitz von Mediotex Enterprizes dauerte eine halbe Stunde. Semir parkte vor einem dieser großen Glastowers und sah an dem großen Gebäude hoch. „Wieso müssen sich eigentlich solche Firmen immer so hässliche Potenzdinger hinsetzen?“, fauchte er und ließ die Blicke schweifen. An der Tür und den grimmig dreinblickenden Sicherheitsbeamten in den schwarzen Anzügen mit ebenso schwarzer Sonnenbrille blieb er hängen. „Nicht gerade einladend oder?“, kam es von Ben. Ein Nicken von Semir bestätigte dies und schon schritten beide auf den Eingang zu.


    Annette Lippener sah auf, als die beiden Männer an die Info traten. „Guten Tag...wie kann ich Ihnen helfen?“, fragte sie freundlich. Der jüngere Mann sah sie an, doch er sagte nichts. Der Ältere grinste leicht und stieß den jüngeren an. „Gerkan, Kripo Autobahn.....der Träumer hier ist mein Kollege Ben Jäger...wir hätten gern mal den Inhaber gesprochen...“, bat der Ältere. Annette erschrak leicht. „Polizei? Ist was passiert?“, harkte sie nach. „Das würden wir gern mit dem Chef besprechen...“, wich Gerkan aus. Annette nickte und griff zum Telefonhörer. „Guten Tag...Lippener hier....ich habe hier zwei Herren von der Polizei, die zu Ihnen möchten..“ gab sie durch. „Warum?“, kam die Gegenfrage. „Das weiß ich nicht...die wollen es mir nicht sagen...“, erklärte sie. „Ich bin in drei Minuten unten....“, war die Antwort. Ein Knacken zeigte ihr, dass der Mann aufgelegt hatte. Sie lächelte die beiden Männer vor sich an. „Bitte gedulden Sie sich einen Augenblick...Herr Meypfaffe ist gleich bei Ihnen...“, gab sie bekannt. „Danke...“ lächelte der Jüngere. „Gern doch...“, meinte sie und sah ihn an. Er schob ihr eine Visitenkarte zu. „Nur falls Sie mal Polizeibegleitung brauchen...“, lächelte er. „Danke...ich werde es mir merken.“, versprach sie. Gerkan zog Jäger zu eine Besucherecke. Doch er ließ seinen Blick nicht von ihr. Annette lachte leise. Der Typ sah ja echt zum Anbeißen aus..... ob er wohl verheiratet war?


    „Mensch nun lass doch mal diese Flirterei....das ist ja peinlich...“, raunte Semir Ben zu. „Was? Wieso denn? Sie ist doch süß...“, grinste Ben nur zurück. Bevor Semir etwas sagen konnte trat ein ca. 50jähriger Mann vor ihnen. „Dr. Peter Meypfaffe...“, stellte sich der Mann vor. Semir reichte ihm die Hand. „Semir Gerkan....Kripo Autobahn...mein Kollege Ben Jäger...es geht um einen Mitarbeiter von Ihnen ein gewisser Gino Fetucci....kennen Sie ihn?“, wollte Semir wissen. „Fetucci? Das ist doch einer meiner Programmierer....er müsste eigentlich gerade an seinem Arbeitsplatz sein...wir können ihn gern besuchen. Hat er was ausgefressen?“, wollte Meypfaffe wissen. Semir hörte die Sorge in der Stimme. Doch war diese echt? „Her Meypfaffe wir sind ganz sicher, dass Herr Fetucci nicht am Arbeitsplatz ist...deswegen sind wir hier...“, gab Semir zu verstehen. „Hatte er einen Unfall?“, fragte Meypfaffe erstaunt. „Nun ja....ähm...könnten wir uns irgendwo ungestört unterhalten?“ wollte Semir wissen. „Ja sicher...wir können in mein Büro gehen...folgen Sie mir bitte...“ kam leise von dem Geschäftsmann. Nur wenig später saßen sie in einem recht gemütlich eingerichteten Büro. „Darf ich Ihnen einen Kaffee bringen lassen?“ wollte Meypfaffe wissen. Semir und Ben nahmen das Angebot an. „Okay... was ist jetzt mit Herrn Fetucci?“, kam die Frage von Meypfaffe. „Er ist tot....erschossen....genauer gesagt. Die Leiche wurde auf einer Autobahnraststätte entdeckt und es scheint ganz so als hätte man ihn schwer gefoltert, bevor er den Kopfschuss bekam.“ erklärte Semir. „Oh mein Gott...das ist ja schrecklich...das ist...“, stammelte der Direkter der Firma.

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  • „An was hat Herr Fetucci gearbeitet?“, wollte Ben wissen, der bisher ruhig gewesen war. Bevor Meypfaffe antworten konnte, kam der Kaffee. Die Männer warteten bis die Sekretärin wieder raus war. „Er hat C.H.R.I.S 23/3 entwickelt...also den größten Teil davon...und....oh mein Gott...gefoltert sagen Sie....ich hoffe nur, dass er nichts verraten hat....“, stöhnte der Direktor. „Was bitte ist dieses Chris?“, wollte Ben wissen. „Ein neuer Chip....Carbonnanotube High Resistical Isolate Servicechip. Er ist einzigartig und wir haben die Abnehmer bei den höchsten Staatsstellen...“, erläuterte der Mann. „Ähm....wir sind keine Fachleute...was bitte kann dieser Chip, was andere nicht können?“, wollte Ben wissen. „C.H.R.I.S.... ist eine Sensation....aber um Ihnen das zu erklären würden Jahre vergehen...ich selbst kenne mich nicht damit aus...ich meine, das sind meine Leute, die dafür bezahlt werden. Dieser Chip wird für die Staatssicherheit hergestellt. Er soll erst in die Computer der Regierung eingebaut werden. Sie sind so sicher,....nein...die sind sicherer als alles was es auf der Welt gibt...“, erklärte der Mann weiter. „Können sie uns wenigstens sagen, was dieser Chip im Groben kann?“, fragte Semir nach und zog damit die Aufmerksamkeit des Mannes ganz auf sich. „Nun C.H.R.I.S. ist ein hochempfindliches Sicherheits- und Speichergerät, das selbst gegen Erdbeben, Hochwasser und Feuer gefeilt ist.“, erklärte der Mann. Bens Blicke schweiften umher und fixierten eine Kamera, die ihn und Semir alleine zu beobachten schien. War ihm nur so oder konnte er sehen, wie die Kamera schärfer gestellt wurde? „Und was nützt das in unseren Breitengeraden? Gut Feuer versteh ich noch, aber Hochwasser und Erdbeben?“, kam es lax von Semir. „Der Chip ist ja nicht nur für Deutschland bestimmt. Wir exportieren auch. Zum Beispiel nach China, in die USA oder Japan. Alles Länder, wo Hochwasser oder zumindest Erdbeben an der Tagesordnung sind.“, erwiderte Meypfaffe. „Ach so...“, kam es nur erstaunt von Semir. „Ist sonst noch was? Ich müsste denn arbeiten...immerhin muss ich jetzt einen Programmierer ersetzen...Verdammte Sache so was.“, kam es kühl von Meypfaffe. Ben verzog den Mund zu einem verächtlichen Lachen. „Ein Menschenleben scheint sie nicht besonders zu interessieren.“ „Herr Jäger...in unserer Branche ist ein Menschenleben sehr wichtig. Immerhin ist mir mit Herrn Fetucci einer meiner wichtigsten Mitarbeiter verloren gegangen. Nun muss ich einen neuen Informatiker einstellen, der muss sich erst mit dem Projekt vertraut machen und die Unterlagen studieren. Das kostet Zeit und Geld. Und beides kann nun die Konkurrenz nutzen. Dahingehend sollten sie ermitteln.“, knurrte er und ließ die beiden Autobahnpolizisten stehen. Semir sah seinen Partner an. „Was sollte das denn eben?“, knurrte er. „Entschuldige mal, aber ich finde, das war eine berechtigte Frage.“, konterte Ben mit beleidigtem Tonfall. „Ja, komm...wir gehen.“, entgegnete Semir nur. „Wie schön, dass wir mal wieder einer Meinung sind.“, kam es laut vom jungen Hauptkommissar zurück. Wieder warf er seinen Blick zur Kamera hinauf, wieder war sie auf ihn gerichtet.


    Grawe sah von seinem Büro aus auf den Bildschirm und steuerte die Kamera. Dieser junge Mann hatte ein rebellisches Gesicht. Deutlich konnte er Mut, Entschlossenheit und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn in den Augen und der Körpersprache lesen. Mit seinen Fingern und dem Joystick steuerte der Firmenvorsitzende die Kamera hin und her, folgte den beiden Männern bei jeder Bewegung, die sie machten. Der kleinere, ältere war nicht so schnell zu lesen. Doch Grawes Eigenschaft, die Charakterstärken anderer Menschen schon bei deren Anblick einzuschätzen, ließ sich auch hier nicht überlisten. In der Körpersprache las er die gleiche Gerechtigkeitsfanatik, wie bei dem jungen Mann, aber dafür auch Vorsicht und Erfahrung. Getrennt voneinander schienen diese Komponenten nicht viel wert zu sein, doch wenn sich beide gut ergänzten, und das schien hier der Fall zu sein, dann könnten diese beiden Herren der Polizei deutlich gefährlicher sein, als es auf dem ersten Blick schien. „Herr Grawe? Chef?“, riss ihn plötzlich die Stimme von Krieger aus den Gedanken. „Wer sind diese beiden?“, wollte er wissen. „Irgendwelche Autobahnpolizisten...sie untersuchen den Tod von Fetucci.“, gab der Handlanger wieder. „Und warum sind die dann schon hier? Ich hoffe, sie haben es nicht bei diesem Journalisten so dilettantisch angestellt?“, knurrte der Chef der Firma. „Nein, da können sie ganz beruhigt sein.“, erwiderte Krieger und sah geknickt zu Boden. „Dennoch...gehen wir kein unnötiges Risiko ein. Durchsuchen sie die Wohnung von diesem Journalisten. Sollte sich da was finden, bringen sie es mir.“, knurrte Grawe und widmete sich dann wieder den beiden Polizisten. „Ja Chef...was ist mit der Polizei...Sollen wir da was unternehmen?“, wollte Krieger wissen. „Nein, im Moment noch nicht...sie haben keine Ahnung, um was es geht. Das soll auch so bleiben. Allerdings könnte uns die Witwe einige Kopfschmerzen bereiten. Kümmern sie sich darum.“, befahl der Mann und winkte Krieger dann aus dem Büro.

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  • Derweil gingen Semir und Ben nebeneinander zum Wagen zurück. „Industriespionage...Meinst du, das wäre ein ausreichendes Motiv?“, wollte Semir wissen. „Genug um jemanden so zuzurichten? Sicherlich...überleg doch mal, was für Werte dahinter stecken? Da geht es um Millionen, wenn nicht sogar um Milliarden, Semir.“, erklärte Ben. Der kleine Zwist von eben schien vergessen zu sein. „Hmm, mal sehen, was Hartmut über diesen C.H.R.I.S. weiß.“ „Schon ein lustiger Name für so einen kleines Ding.“, grinste Ben nur. Er stieg ein und Semir, der bereits am Steuer platz genommen hatte gab Gas. Sie fuhren zur KTU und fragten Hartmut nach seiner Meinung. „C.H.R.I.S.? Ihr kennt das nicht...das ist die Revolution auf dem Computermarkt. Ich erkläre es mal so, als seid ihr gerade in der ersten Klasse der Grundschule...Also stellt euch mal vor, ihr hättet einen Computer und sitzt in der Antarktis auf einer Eisscholle...Das Wasser um euch herum steigt und ihr steht schon mit dem Füßen im Wasser...der Computer natürlich auch, aber C.H.R.I.S. ist gegen Wasser geschützt...da könnt ihr sogar in der Wüste mit dem Computer surfen, ohne das der Chip Schaden nimmt.“, erklärte Hartmut voller Euphorie. Semir grinste. „Hartmut...wenn ich in der Antarktis auf einer Eisscholle schwimme, dann sicher ohne Computer...der hat dort doch gar keinen Strom....und in der Wüste auch nicht...das hinkt doch irgendwie...“, gab er zu bedenken. Hartmut sah ihn an. „Was???“, fragte der Techniker etwas verwirrt. Doch er ließ sich nicht davon abhalten weiter über das Wunderding der Technik zu schwärmen. „Ja und dieser Chip hat noch eine Besonderheit....er kann nämlich...“, machte er weiter und wurde vom Telefon unterbrochen. „Moment.“, lächelte er und hob an. „Freund...KTU!“, meldete er sich. Das Lächeln verschwand und er hörte zu. „Ja...wo?“, wollte er wissen. „Alles klar...ich fahre sofort hin...ja....hab ich...danke...“, gab Hartmut von sich und legte auf. „Tja...Jungs...ich würde es euch ja gern erklären, aber die Pflicht ruft...“, meinte er nur. „Sag mal, Hartmut...noch eine Frage...würde es sich lohnen für solchen Chip Spionage zu betreiben?“, wollte Semir wissen. „Für diesen Chip...würde sich sogar der Tod lohnen...“, grinste Hartmut und verschwand.


    Krieger sah sich vorsichtig um. Niemand war zu sehen, also war es kein Problem die Tür zu öffnen. Er nahm seinen Dietrich und ließ das Schloss aushaken. Er drückte die Klinke und verschwand in die Räume. Es war recht dunkel. Er nahm sich Raum für Raum vor. Ordnung musste er nicht halten, schließlich würde hier niemand nach Hause kommen. Nach und nach riss er die Schubladen aus den Schränken und Kommoden und leerte den Inhalt einfach auf dem Boden. Er drehte die Laden um, um versteckte Unterlagen zu finden, doch es war nichts. Plötzlich klingelte ein Handy. Krieger zuckte zusammen. Doch dann bemerkte er, dass es nicht sein Handy war, sondern eines von diesem Reporter. Er schüttelte nur den Kopf. Nach einer guten Stunde war er durch und hatte gar nichts gefunden. Unverrichteter Dinge verließ er die Wohnung. Er vergaß nicht, die Tür wieder abzuschließen. Im Wagen rief er Grawe an. „In der Wohnung von dem Reporter ist nichts. Ich fahre jetzt zu der Frau von Fetucci....melde mich dann wieder.“, gab er durch und legte direkt auf ohne auf Antwort zu warten. Er startete den Motor und ordnete sich in den fließenden Verkehr mit ein. Die Fahrt zum Haus von Fetucci würde eine gute halbe Stunde dauern. Er nahm sich vor, die Frau von Fetucci richtig in Angst zu versetzen um an Informationen zu kommen und danach würde er die Zeugin einfach erledigen. Davor hatte er keine Skrupel... wenn es sein musste würde er sogar ein unschuldiges Baby töten.


    „Tja....wenn Fetucci wirklich so wichtig war und so ein brisantes Geheimnis mit sich herum trug, dann könnten die Kerle ,die es im angetan hatten, ja von der Konkurrenz sein. Und wer ist die Konkurrenz?“, stöhnte Semir. Ben nickte. „Ja ….das ist eine sehr gute Frage. Vielleicht weiß Susanne ja, wer das ist oder kann es herausfinden.“, grinste er und griff direkt zum Funk. „Ja Susanne...Ben hier...sag mal kannst du mal herausfinden, wer die Konkurrenz von der Firma... Mediotex Enterprizes...ich buchstabiere...Martha, Emil... Dora.... Ida... Otto... Theodor... Emil … Xanthippe... Neues Wort...Enterprizes...wie das Raumschiff nur mit Z...“, gab Ben durch. „Ich werde es versuchen...“, kam von Susanne zurück. Während Semir sich auf den Verkehr konzentrierte wartete Ben auf die Antwort. „Sag mal...hast du Daniel jetzt eigentlich erreicht?“, wollte Semir wissen. „Nein...er meldet sich überhaupt nicht...als ob er verschwunden ist. Ich werde heute Abend mal zu seiner Wohnung fahren und ihn aus dem Bett holen...ich wette nämlich, dass er mal wieder Tage durchgemacht hat und nun halb tot im Bett liegt...“, drohte Ben lachend. „Ben...Semir...die wahre Konkurrenz von der Firma ist die Sima de Technologie Ltd...in Aachen. Der Inhaber ist ein gewisser Fabrizio de Sima.... Die Firma ist aber sauber genau wie der Chef...“, erklärte Susanne. „Okay, wir fahren trotzdem mal rüber.“, entgegnete Ben und hing das Mikro wieder an seinen Platz zurück. Semir nickte nur und fuhr zur angegebenen Adresse. Wieder standen sie vor einem dieser Glaskolosse, der sich senkrecht in den Himmel erhob. „Und wieder so eine Potenzverlängerung dieser Industriefuzzis.“, knurrte Ben, als er an dem Ding hoch sah. Semir nickte nur zustimmend. „Sag mal, haben wir diese Gorillas nicht schon bei Mediotex gesehen?“, kam es plötzlich von ihm und zeigte auf den Eingang. Ben ließ seine Blicke in die angegebene Richtung schweifen. „Man, die verkaufen die immer doppelt, aber an verschiedenen Firmen, damit es nicht auffällt.“, grinste Ben und beide schritten auf den Eingang zu.

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  • „Guten Tag, was kann ich für sie tun?“, wollte die Empfangsdame in der nicht so geräumigen, aber gut ausgeleuchteten Halle. Ben grinste auch dieses junge Ding wieder an. Semir knuffte ihn in die Seite. „Hör auf...wir sind dienstlich hier.“, raunte er Ben nur an. „Ist ja gut...gönnst mir aber auch kein bisschen Spaß.“, grinste Ben nur. „Ja, wir möchten gerne mit dem Firmeninhaber Fabrizio de Sima sprechen.“, erklärte Semir dann und zeigte seinen Ausweis vor. „Autobahnpolizei? Ist Herr de Sima zu schnell gefahren?“, wollte sie lachend wissen. „Nein, es geht um Mediotex Enterprizes. Es sind wirklich nur einige Fragen.“, erklärte Semir schnell und sah sich dann wieder um. Hier hingegen genauso viele, wenn nicht sogar noch mehr Kameras, wie bei der Firma Mediotex. Diese Computer spezialisierten Firmen schienen alle eine angeborene Panik zu besitzen oder zumindest unter Verfolgungswahn litten. „Tut mir Leid, aber Herr de Sima ist außer Haus.“, erklärte die Empfangsdame und sah über ihre halbmondförmige Brille. „Und wann wird er wieder im Haus sein?“, kam es ungeduldig von Semir. „Tja, das kann ich nicht sagen. Er trifft sich heute mit dem Vorstand unserer Hausbank, danach ist er bei einem Geschäftsessen und heute Abend hat er einen weiteren, wichtigen Termin.“, erklärte die Dame hinter ihrem Schreibtisch. „Und wo trifft er sich mit dem Bankvorstand?“, kam es knurrend von Semir, der langsam immer größer wurde. Ben jedoch hatte eine Idee. „Semir, ich glaube, ich weiß, wo wir ihn finden.“, gab Ben bekannt und zog seinen Kollegen am Arm nach draußen. „Ach, dann sag mir mal, wo?“, knurrte Semir ihn an. „Diese Tante da drin...hat sie es dir per Telepathie gesagt?“ „Nein, aber denk doch mal nach, wo treffen sich solche Bonzen immer, wenn sie etwas wichtiges zu besprechen haben?“, kam es anstoßend von Ben. Dann fiel es Semir wie Schuppen von den Augen. „Natürlich...auf dem Golfplatz.“


    Der Golf Club Ford im Norden von Köln war ein beliebter Treffpunkt für genervte Ärzte, hochgradig nervöse Anwälte und eben schmierige Geschäftsleute, die sich mit anderen schmierigen Geschäftspartnern treffen, um zum Teil dubiose und für Angestellte oder Aktionäre gefährliche Geschäfte abschließen wollen. „Okay Douglas...du bist dran...wenn du den Ball mit einem Schlag puttest, gehst du in Führung.“, kam es von Matthis van Steuben, der sich lässig auf seinen Golfschläger stützte und durch seine entspiegelte Sonnenbrille auf den unsicher wirkenden Golfspieler sah, der sich zum Schlag bereitmachte. „Zehn Euro, dass dein Schoßhündchen daneben langt.“, kam es leise von Fabrizio de Sima, der mit genau derselben Lässigkeit neben dem holländischen Banker stand und durch seine noch dunklere Sonnenbrille auf den armen Bankassistenten sah, der mit seinem Putter ausholte und den Ball schlug. Das kleine, weiße Ding rollte in Richtung Loch, wich dann jedoch durch den aufkommenden Wind nach links ab und verfehlte das Ziel nur um wenige Millimeter. „Das Ding geht dann wohl an dich, Fabrizio...“, lachte Matthis und nahm dann seinen Golfschläger, visierte seinen Ball an und lochte ihn ohne Probleme ein. „Fein, jetzt du, Fabrizio...ein Schlag...und...wer kommt denn da?“, kam es von Matthis, als er sah, dass über den grünen Rasen zwei komisch gekleidete Gestalten latschten. Alle drei Männer sahen hoch und blickten durch ihre Brillen. „Sehen irgendwie wie Unruhestifter aus.“, kam es prophezeiend von Matthis. Die beiden „Eindringlinge“ sahen ihnen entgegen. „Macht ihr mal weiter...ich will mir die Beiden ansehen...“, meinte Fabrizio und reichte seinen Schläger dem Mann neben sich. „Guten Tag...kann ich ihnen helfen?“, wollte er wissen, als er den Männern entgegen ging. „Kann schon sein. Wir suchen Fabrizio de Sina...“, gab der kleinere Mann bekannt. „Sie haben ihn gefunden....“, lächelte Fabrizio und hielt den Männern die Hand hin.


    „Semir Gerkan, mein Kollege Ben Jäger. Wir sind von der Kripo Autobahn und ich hoffe sehr, dass Sie mir helfen können.“, erklärte Semir und nahm die Hand. Ein kurzer fester Druck „Nun...das können wir sicher herausfinden. Wie kann ich Ihnen helfen?“, wollte Fabrizio de Sina wissen. „Kennen sie einen gewissen Gino Fetucci?“, wollte Semir wissen. Fabrizio überlegte. „Nein...wer ist das?“, kam die Gegenfrage. „Ein Mitarbeiter Ihrer Konkurrenz. Wir haben ihn tot an der Autobahn gefunden und müssen nun herausfinden, warum er tot ist.“, warf Ben ein. „Oh....das tut mir sehr Leid....aber was habe ich mit der Konkurrenz zu tun?“, lächelte Fabrizio. „Nun das wollen wir ja herausfinden. Ist es richtig, dass Sie und Mediotex im Konkurrenzkampf liegen, was einem Regierungsauftrag angeht?“, harkte Semir nach. „Ja, das stimmt. Und ich bin mir sicher, dass wir den Auftrag viel besser erledigen würden als Mediotex... aber das steht gar nicht zur Debatte. Der Kunde, hier ist es die Regierung, sucht sich den Hersteller aus...und damit ist die Sache erledigt. Ich werde sicher immer wieder ein Gegenangebot zu Mediotex machen...davon lebt das Geschäft...“, erklärte Fabrizio de Sina. „Sie kennen den Mann also nicht?“, wollte Semir erneut wissen. „Nein...leider nicht... Es tut mir Leid, aber meine Geschäftsfreunde warten...und ich lasse die Herren ungern warten. Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an mein Büro...wir machen dann einen Termin aus...“, erklärte Fabrizio und gab zu verstehen, dass er nichts mehr sagen wollte. „Vielen Dank....“, kam von Semir artig und sie verschwanden.

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  • Nur wenig später saßen sie wieder im Auto. „Das war ja nicht gerade ergiebig.“, meine Ben nur. „Nee nicht wirklich....na vielleicht ist es ja wirklich nur ein Problem von Mediotex...ich meine, vielleicht wollen die es der Konkurrenz anhängen. Was ist denn jetzt mit dem Pokerabend? Kommen jetzt alle oder nicht?“, wollte Semir wissen. „Keine Ahnung. Lass uns doch auf dem Rückweg einfach mal zu Daniel fahren. Dem werde ich was erzählen.....er meldet sich überhaupt nicht mehr....und das ist nicht fair.“, erklärte Ben. Semir war einverstanden. Sie fuhren in die Straße wo Daniel wohnen sollte. Als sie vor der Wohnung standen, sahen sie sofort, dass die Tür aufgebrochen war. Mit einem Blick verständigten sich die beiden Kommissare und hatten fast gleichzeitig die Waffen in der Hand. Aus der Nachbarwohnung kam eine junge Frau die erschrocken zu den Beiden sah. „Gehen Sie wieder in die Wohnung und verschließen Sie die Tür. Wir sind von der Polizei!“, befahl Semir und zeigte seinen Ausweis. Die Frau nickte und verschwand direkt. Semir hörte wie sie abschloss. „Braves Mädchen...“, grinste er zu Ben und nickte. Sie stürmten in die Wohnung. Ben warf sich mit einer Rolle in den Wohnraum. Hier sah es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen, doch von Daniel war keine Spur zu sehen. „Sauber!!“, rief er Semir zu. „Hier auch....scheinbar ist der Einbrecher schon weg. Aber er hat verdammt gründliche Arbeit geleistet. In der Küche ist keine Tasse mehr heil...“, erklärte Semir der seine Waffe einsteckend ins Wohnzimmer kam. „Daniel ist nicht hier...soviel steht fest...aber wo ist er...verdammt irgendwas stimmt hier nicht.“, murmelte Ben nachdenklich. Semir nickte nur und sah sich dann um. „Hier ist nichts mehr da, wo es sein soll. Aber wo ist dein Freund?“, fragte er Ben. Doch auch dieser hatte keine Antwort. „Rufen wir erstmal Hartmut an. Der soll mit seinen Leuten herkommen und alles protokollieren. Wir fahren inzwischen zur Arbeit von Daniel. Ich meine, irgendwo muss er ja stecken.“ Ben nickte. „Ich rufe Hartmut an. Dann fahren wir.“, bestimmte Ben und war schon am telefonieren.


    Katja sah auf, als die beiden Polizisten zur Tür reinkamen. „Hallo, ich suche Daniel Bremer. Ist er hier?“, wollte Ben wissen, als er in der Redaktion der Zeitung stand, bei der sein Freund angestellt war. Katja sah sich um, doch der Platz ihres Kollegen war verwaist. „Tut mir Leid, aber ich habe ihn seit gestern nicht mehr gesehen.“, kam es besorgt von Katja. Ben seufzte schwer und ließ den Kopf hängen. „An was hat er denn gearbeitet?“, fragte Ben, doch die Frau sah ihn nur fragend an. „Keine Angst, ich bin von der Polizei und ein Freund von Herrn Bremer.“, erklärte Ben und zückte seinen Ausweis. Die junge Frau mit dem Pferdeschwanz nickte. „Er hat vor einigen Wochen eine Reportage über den Auftrag der Regierung angefangen und dabei die beiden beteiligten Firmen unter die Lupe genommen.“, erklärte sie. Ben nickte nur und machte auf dem Absatz kehrt. Semir sah ihn fragend an, wollte aber nichts sagen und ging hinter seinem Partner und Freund her. „Semir, ich weiß, da muss etwas passiert sein. Ich meine, Daniel verschwindet doch nicht so einfach, wenn er an einer Reportage arbeitet. Das ist nicht seine Art.“, kam es mit zittriger Stimme von Ben. Semir blickte ihn an und sah, wie Ben wie ein unruhiges Tier im Käfig hin und her lief. „Da muss etwas passiert sein.“ „Ben, vielleicht finden wir ihn, wenn wir nach seinem Kennzeichen suchen.“, erklärte Semir und griff zum Funk. „Susanne, ich bin's. Hör mal, ich brauch von dir die Überprüfung eine Halterabfrage...Daniel Bremer.“, gab Semir durch und wartete ab. Ben sah ihn erwartungsvoll an. „Semir, bist du noch da?“, kam es von Susanne. „Ja, ich bin hier...“, entgegnete er. „Der Wagen wurde vorletzte Nacht in einen Unfall verwickelt. Der Wagen des Halters fuhr in einen Gastank und ging in Flammen auf. Der Fahrer ist ums Leben gekommen.“, kam es von Susanne. „Was? Ist der Wagen als gestohlen gemeldet?“, fragte Semir entsetzt. „Nein, alles ist normal...bis auf, dass der arme Kerl tot ist.“, entgegnete Susanne und legte auf. Ben sah seinen Partner und Freund an. „Was...was ist denn?“, wollte er wissen. „Ben, es...es sieht so aus, als sei dein Freund verunglückt.“, gab der Deutschtürke bekannt. „Was...nein...nein...nein, das...das kann nicht sein. Semir...du musst...das...das ist ein Irrtum.“, stieß Ben aus und ließ sich auf die Motorhaube fallen. „Ben, es tut mir Leid.“, meinte Semir betroffen und fasste seinem Freund auf die Schulter. „Semir, ich kann es nicht glauben und werde es nicht glauben. Ich muss ihn sehen.“, gab er bekannt und wollte sich in den Wagen schwingen, doch Semir war schneller und setzte sich auf die Fahrerseite. „Hotte und Dieter haben den Unfall bearbeitet. Die werden auch die persönlichen Gegenstände haben.“, erklärte der Deutschtürke und startete den Wagen.

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  • Dieter und Hotte saßen am Schreibtisch, als die beiden Kommissare mit einem Wind in die PASt schnellten, dass bald die ganzen Akten zu Boden geflogen wären, die sich auf deren Schreibtischen stapelten. „Dieter, ihr habt doch den Unfall aufgenommen, mit dem Gastank, oder? Habt ihr die Gegenstände des Opfers hier?“, wollte Semir wissen. Der lange Polizist nickte nur, griff in eine Schublade und holte eine kleine Plastiktüte hervor. „Viel ist es nicht... ich meine, das Feuer war schnell und beinahe hätte man ihn gar nicht mehr identifizieren können.“, erklärte er. Semir schüttete die Tüte auf dem Tisch aus und verteilte alles so, dass man es ohne Zweifel sehen konnte. Dann ließ er Ben die Dinge in Augenschein nehmen. „Oh nein...Semir, das...das ist Daniels Armband. Das...das haben wir alle zum Abschluss von unserem Direktor bekommen. Darauf ist Name und Abschlussjahr eingraviert.“, Bens Stimme klang zittrig und erschrocken. Semir nahm ihm das Armband aus der Hand. Vorsichtig wischte er mit einem Tuch den Ruß ab. „Daniel Bremer...Abschlussjahrgang 2000.“, las er und sah Ben an. „Oh verdammt...“, stieß Semir aus. „Deshalb konntest du ihn nicht erreichen.“, hängte er an. Ben sah Dieter und Hotte an. „Warum habt ihr nicht vorher was gesagt?“, fauchte er sie an. „Moment mal, das war ein Unfall. Ein ganz normaler Unfall, vielleicht sogar Selbstmord.... woher sollten wir denn wissen, dass es dein Freund ist?“, kam genauso wütend von Hotte zurück. Ben sah ihn nur an und fluchte leise. Wütend ließ er die Tür zum Büro zu knallen. „Das ist doch wohl...“ mischte Dieter nun auch mit. „Dieter...Hotte...bitte....ist alles okay...“, beruhigte Semir die Beiden, nahm die Akte und ging zu Ben.


    „Hey.....alles klar?“, wollte Semir wissen und legte Ben die Hand auf die Schulter. „Nein...Semir...“, kam leise zurück. Ben sah seinen Freund an. Tränen waren zu sehen. „Warum? Ich meine...er hätte garantiert keinen Grund Selbstmord zu begehen... Er hätte doch sonst nicht den Pokerabend zugestimmt....Semir....da steckt mehr dahinter...“, mutmaßte Ben. „Wir werden es schon herausfinden. Erstmal gehen wir die Akte durch. Du solltest aber Dieter und Hotte nichts krumm nehmen. Sie wussten es ja nicht...“, schlug Semir vor. Ben nickte nur. „Willst du einen Kaffee?“, wollte Semir wissen. „Nein...ich brauch keinen Kaffee...lass uns anfangen...ich will wissen, was Hartmut am Auto gefunden hat, ob es Spuren für ein Verbrechen gibt. Ich glaube nicht an einem Selbstmord....nicht Daniel....niemals er...“, redete Ben leise. Es schien jedoch, als würde er sich selbst Hoffnung machen wollen. Semir nickte nur. Er las die Akte und ging mit Ben die Einzelheiten durch. „Also die Todesursache scheint klar...durch den Aufprall wurde der Nackenwirbel zerschmettert oder einfacher ausgedrückt. Er hatte einen Genickbruch. Allerdings gibt es keine anderen Gewalteinwirkungen, die natürlich auch nicht ausgeschlossen werden können, weil der Körper zu 75 % verbrannt ist. Von der Haut ist nichts übrig...“ Semir sah Ben an. Dieser saß einfach nur auf seinem Stuhl und sah aus dem Fenster.


    Vanessa sah auf, als die Tür plötzlich gegen die Wand schlug. Sie sah den Mann in die Wohnung kommen und hielt unbewusst ihre Hände vor ihrem Bauch. Sie sah angsterfüllt in den Lauf der Waffe, die der Mann auf sie richtete. „Keinen Ton...!“, warnte er. Vanessa nickte. „Was wollen Sie....? Ich hab kein Geld....ich...“, fing sie an zu erklären. „Behalt deine Kröten für dich...ich suche den Stick, den Gino hatte! Und lüg mich nicht an!!“, fauchte der Mann. „Ich...ich weiß nicht....was Sie wollen...Gino ist tot...ich....“, weinte Vanessa. Sie spürte, wie sich das Baby regte. „Ich sagte, du sollst mich nicht anlügen....wo hat er ihn versteckt?“, fauchte der Mann und schlug zu. Vanessa schrie auf, als der Waffenlauf ihren Kopf traf. Kurz darauf wimmerte sie leise vor sich hin. Der Mann hockte sich neben ihr und griff in ihr Haar. „Hör zu Baby...ich will dir nichts tun, aber ich will die Sachen, die Gino gehabt hat....also wo ist es?“, wiederholte er die Frage. Vanessa sah ihn angsterfüllt an. „Ich....er....“, stammelte sie. „Ja, ich höre?“, lächelte der Mann süffisant. „Er...hat es....einem Freund gegeben...“, stieß sie aus. „Einem Freund... und du kennst doch sicher seinen Namen oder?“, grinste der Mann und streichelte ihre Brust. „Ja....er...er heißt Ben Jäger...“, kam leise von ihr. „Sehr schön...und wer ist das?“, harkte der Mann weiter nach. „Ein Freund....mehr weiß ich nicht...“, weinte Vanessa. Sie log um ihr und das Leben des Babys zu retten. Wie konnte sie auch ahnen, dass der Mann sie eh erschoss. „Danke.....dann werde ich den Freund deines Freundes mal besuchen....grüß mir Gino...“, lachte der Mann, legte die Waffe an Vanessas Kopf und drückte eiskalt ab.

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  • „Hartmut? Wo steckst du denn?“, rief Semir, als sie in der KTU ankamen. „Hier hinten....was gibt es denn so wichtiges...?“, war die Antwort. „Es geht um den Wagen wo der angebliche Selbstmord gewesen ist...“, erklärte Semir. „Was heißt denn angeblich? Seid ihr euch nicht sicher oder was?“, wollte Hartmut neugierig wissen. „Vermutlich war es kein Selbstmord, aber dazu müssen wir wissen, was du herausgefunden hast...“, lächelte Semir. „Kein Problem...“, entgegnete Hartmut, ging zu eine der Aktenablagen und fischte eine der Akten heraus. „Hier, eigentlich keinerlei Auffälligkeiten, wenn man davon absieht, dass der Wagen vollkommen ausradiert wurde.“ „Das heißt...“, wollte Semir wissen. „Wenn da mal Spuren waren, sind sie jetzt jedenfalls in Rauch aufgegangen.“, erwiderte Hartmut. Ben stöhnte auf. „Ist das wirklich alles? Man Hartmut, dann sieh dir den Wagen nochmals genauer an. Das kann kein Unfall gewesen sein.“, fauchte er wütend. „Denkt ihr, das hab ich nicht schon längst?“, knurrte der rothaarige Techniker und hielt den Kommissaren eine weitere Akte hin. „Der hintere Reifen ist vollkommen zerfetzt.“ „Kann das nicht durch den Brand oder die Hitze passiert sein?“, wollte Semir wissen. „Nein, das Feuer hatte nur den vorderen Teil erwischt und die Explosion hat zwar die Reifen zum Platzen gebracht, aber eben nur die drei noch gefüllten. Der hier war schon vor dem Aufprall kaputt.“, erklärte der Techniker. „Das heißt...es war kein Selbstmord.“, stieß Ben aus. „Das kann ich nicht ausschließen. Es lässt sich aber auch nicht mehr sagen, warum der Reifen platzte. Scheinbar ist er so dann von der Fahrbahn abgekommen. Was dann passierte, war eine Verkettung unglücklicher Umstände.“, stellte Hartmut richtig. „Mir egal. Semir, Daniel hätte sich doch nie umgebracht. Da muss was hinter stecken.“, kam es verschwörerisch von Ben. Doch Semir sah das Ganze mehr als skeptisch. „Ben, du hast Hartmut doch gehört. Es kann ebenso ein Unfall gewesen sein.“ „Glaubst du mir etwa nicht?“, fragte der junge Hauptkommissar angegriffen. „Du hast doch die Wohnung gesehen? Ich meine, da muss doch jemand was ganz bestimmtes gesucht haben.“, knurrte er. „Ben, beruhig dich.“ „Nein Semir...versteh doch, Daniel war mein Freund. Von allen in unserer Klasse war er immer der Ausgeglichenste. Wenn du mir nicht helfen willst, dann mach ich das alleine.“, kam es bockig von Ben und sofort verschwand er aus der KTU. „Ben...Ben!!“, rief Semir seinem Freund nach, doch dieser hatte sich schon in den Wagen gesetzt und brauste davon. „Klasse...wieso muss das immer so ein Sturkopf sein?“, fauchte Semir.


    Ben fuhr mit rasantem Tempo über die Autobahn. Er musste einfach weg. Weg aus der KTU und weg von Semir. Wieder glaubte er ihm nicht. Warum...warum nur? Es war wie damals, als er die Leiche in der gegenüberliegenden Wohnung seines Freundes gesehen hatte. Da hatte Semir ihm auch nicht geglaubt und Ben beinahe den Job verloren, weil er einen kleinen Jungen verletzt hatte. Plötzlich riss ein lautstarkes Hupen Ben aus den Gedanken. Schnell stieg er in die Eisen und brachte seinen Wagen noch rechtzeitig vor der Kreuzung zum Stehen. „Kannst du nicht aufpassen, du Arsch?“, schrie ihn ein LKW-Fahrer an und machte wilde Gesten. Gekonnt ignorierte Ben diese und fuhr dann, als die Ampel endlich wieder für ihn auf Grün umschaltete, weiter. Er wollte sich noch einmal Daniels Wohnung ansehen. Er wollte nicht glauben, dass Daniel so einfach bei einem Unfall oder durch Selbstmord ums Leben kam. Nein, für ihn stand fest, dass mehr an der Sache dran war, als es auf dem ersten Moment schien. Was hatte diese Katja gesagt? Daniel war an dieser Story über die beiden Firmen dran? Darüber würden sich doch irgendwelche Unterlagen bei ihm finden lassen. Ben parkte den Wagen vor dem Haus und stieg dann die Treppen zur Wohnung seines Freundes hinauf. Mit einem kurzen Klick seines Dietrichs war die Tür offen und er durch den engen Spalt geschlüpft. Vorsichtig besah er sich das Chaos und ging dann zum Computer seines Freundes. Doch der war nicht mehr da. Entweder hat Hartmut ihn oder die Einbrecher, dachte Ben laut und noch ehe er diese Worte dachte, hörte er ein Geräusch an der Tür. Sofort stellte er sich neben den Türrahmen, nahm seine Waffe in Anschlag und wartete ab, bereit, den Eindringlich zu empfangen. „Daniel?“, hörte er plötzlich die ihm bekannte und zittrige Stimme einer Frau. Sofort nahm er die Waffe runter und gab sich zu erkennen. „Hallo Frau Bremer...“, begrüßte der junge Hauptkommissar Daniels Mutter. „Ben...was...wo...wo ist Daniel?“, fragte sie und ging einige Schritte auf den Polizisten zu. „Ich...es...es ist etwas schreckliches passiert.“, gab er bekannt. Die großen Augen der kleinen, zierlichen Frau blickten ihn traurig an. Sie ahnten schon, was er sagen wollte. Doch als Ben es sagen wollte, versagte seine Stimme. Sein Hals fühlte sich an, als ob er einen Kloß im Hals hätte. „Ben, bitte sag mir, was mit meinem Sohn ist?“

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  • „Er ist tot...“, erklärte Ben leise. Daniels Mutter sah ihn an. Sie lachte leise. „Das ist nicht wahr.... das ist wieder einer der Scherze, wie ihr sie früher gemacht haben....er kommt sicher gleich aus dem Schrank und lacht mich aus...“, sagte sie leise mit zittriger Stimme. Ben schüttelte den Kopf. „Nein...Frau Bremer...ich wünschte es wäre ein Scherz, aber....er ist tot....“, erklärte Ben. Seine Stimme erstickte und nun erkannte auch Daniels Mutter, dass es kein Witz war. „NEIN!!! NEIN!!“, schrie sie laut und weinte laut. Ben nahm die Mutter seines Freundes in den Arm und versuchte sie zu trösten. Doch es war schwer jemanden Trost zu spenden, wenn man um dieselbe Person trauerte. Es dauerte eine Weile bis Charlotte Bremer sich beruhigt hatte. „Wie...?“, fragte sie leise. „Er wurde umgebracht....“, erklärte Ben mit fester Stimme. „Aber warum? Was hat Daniel getan? Er war doch nur Reporter.....mehr nicht...“, wollte Charlotte wissen. „Ich weiß es nicht....aber ich werde es herausfinden. Ganz egal wie...ich werde es herausfinden....das verspreche ich Ihnen.“, kam leise drohend von Ben. „Ben....wie willst du das machen? Allein? Gegen wie viele willst du kämpfen? Was weißt du?“, versuchte Charlotte heraus zu finden. Doch hier konnte Ben keine Antwort geben. „Ich ...werde alles tun.....um seinen Mörder zu finden.“, versprach Ben erneut. Charlotte stand auf und fing an die Wohnung zu säubern. Ben sah ihr eine Weile dabei zu. Er wusste, dass sie es tat um die Gedanken zu fangen. Er erinnerte sich daran, wie oft Daniel und er Charlotte erschrocken hatten, als sie Kinder waren. Immer wieder fiel den Beiden etwas ein, aber das war vorbei...es wird nie wieder solche Scherze geben...nie wieder. Ben wurde nun zum weiteren Male damit konfrontiert, dass der Tod unwiderruflich war.


    „Dieser verdammte sture Mistkerl...“, stieß Semir aus als er zur Wohnung von Ben fuhr. Allerdings war hier niemand. Okay....dann zu der Wohnung von Daniel. Sicher will Ben dort etwas finden was es nicht gab...dachte er nach und trat das Pedal durch. Es dauerte einige Minuten bis er die Wohnung erreichte und den Wagen von Ben vor der Tür entdeckte. „Na dann zieh dich jetzt mal warm an...“, fauchte Semir, verließ seinen Wagen und ging in die Wohnung. Die Tür war angelehnt „Ben?“, fragte Semir vorsichtig an, bevor er in die Wohnung trat. Es kam keine Antwort. Dennoch wusste Semir, dass Ben hier war. Er betrat die Wohnung. Im Wohnzimmer saß Ben auf der Couch und hielt sein Handy in der Hand. „Sag mal spinnst du jetzt total? Meinst du, du kannst mit dem Kopf durch die Wand, wann es dir passt?“, schrie Semir ihn an. Ben erschrak. „Was willst du hier?“, fragte er wütend. „Was ich will? Ben....kapier endlich, dass es auch ein Unfall gewesen sein kann....kann....sagte ich...nicht, dass es einer ist....also raff deine letzten klaren Gedanken zusammen und komm zur Vernunft!“, fauchte Semir zurück. „Semir....was soll ich dir noch erklären...ich sage dir, dass Daniel niemals Selbstmord begehen würde und du glaubst mir nicht...ich kannte ihn, nicht du!! Ich hab mit ihm die Kindheit verbracht, nicht du!!“, fauchte Ben zurück. „Das ist deine Meinung....was willst du denn jetzt machen? Einen Durchsuchungsbefehl anfordern für die Firmen auf einen Verdacht hin? Ben...es gibt keine Anzeichen dafür...“, versuchte Semir zu erklären. „Ja, aber auch keine, die dagegen sprechen und wenn du mir nicht helfen willst, dann werde ich es allein durchziehen...darauf kannst du einen lassen.. und nun hau ab!!“, fauchte Ben ihn an. Er stand auf und ließ Semir einfach stehen. Dieser sah ihm etwas sprachlos nach. Doch dann regte er sich und rannte hinterher. Gerade als Ben einsteigen wollte, hielt Semir ihn fest. „Du verdammter sturer Hund! Ich sagte, du sollst deine Gedanken sortieren, bevor du handelst... Ich habe nicht gesagt, dass ich dir nicht glaube aber mit dem, was wir derzeit haben, können wir nichts anfangen.“, schrie Semir seinen störrischen Partner an. „Ich werde schon etwas finden...Semir...ich will dich nicht mit da reinreißen...wir sehen uns morgen.“, erklärte Ben nun schon ruhiger und stieg in seinen Wagen. Semir ließ ihn fahren und sah ihm einfach nach. Wenn er gewusst hätte, dass Ben damit in noch größere Schwierigkeiten geriet hätte er ihn nicht fahren lassen.

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  • Ben fuhr zu Vanessa Delorca. Wenn jemand helfen konnte, dann sie. Er würde sie schon zum Sprechen bringen, dachte er und stieg vor dem Haus aus. Er nahm die Treppen und klingelte an der Tür. „Frau Delorca?“, fragte er und stieß die nur angelehnte Tür ganz auf. Keine Antwort. „Frau Delorca...ich bin es...Ben Jäger, Kripo Autobahn...wo sind Sie?“, fragte er erneut. Er betrat die Wohnung. Im Wohnzimmer sah er dann die Frau liegen. „Verdammt....“, stieß er aus, rannte hin und drehte sie vorsichtig auf den Rücken. Die Wunde in der Stirn war nicht zu übersehen. „Diese verdammten Schweine....“, stieß er wütend aus und rief Semir an. „Hast du dich endlich beruhigt?“, kam es als Begrüßung. Ben rollte nur mit den Augen. „Hör endlich auf, so stur zu sein und komm schnell zur Wohnung von Frau Delorca.“, stieß Ben knurrend aus. „Warum? Was ist denn passiert?“, kam es dann besorgt von Semir. „Vanessa Delorca...sie...sie ist tot.“, stieß Ben nur aus. „Bin sofort bei dir.“, entgegnete sein Partner und legte auf. Ben steckte sein Handy wieder ein und sah auf die tote Frau. „Derjenige, der dir das angetan hat, wird dafür büßen. Das verspreche ich dir, Kleines.“, stieß er aus und fuhr mit der Hand langsam über Vanessas Augenpartie. Die Augen schlossen sich und Ben merkte, dass er dabei auch durch die Wunde gewischt und nun Blut an den Händen hatte. Es war nicht nur ihr Blut, sondern auch das Blut des ungeborenen Kindes. Nur wenige Minuten später hörte er Schritte im Flur. Ben drehte sich um und Semir stand vor ihm. „Was...was ist hier passiert?“, wollte er wissen. „Sieh doch hin und mach die Augen auf. Sie haben sie erschossen.“, fauchte Ben und erhob sich, jedoch nur, um sich einige Meter weiter auf die Couch fallen zu lassen. „Ben...hör auf...das hier hat nichts mit Daniel zu tun.“, versuchte Semir seinen Partner zu beruhigen. „Ach nein...erst Gino Fetucci, dann mein Freund Daniel und jetzt die Frau des ersten Opfers, Vanessa Delorca.“, stieß Ben aus und wischte sich mit einem Tuch das Blut von der Hand. „Semir, da stecken diese Firmen dahinter. Die Frage ist nur, sind sie allein oder arbeiten sie zusammen? Und was wollen sie verbergen, wofür drei Menschen sterben mussten?“


    Semir ließ den Kopf hängen. „Ben...wir haben aber keinerlei Beweise dafür.“ „Dann werden wir die finden. Wir wissen doch, wonach wir suchen müssen.“, kam es wieder von Ben. „Okay, ganz ruhig. Lass uns erstmal die Beweise sichten, bevor wir vorschnelle Schlüsse ziehen.“, versuchte Semir und hielt Ben sofort an der Schulter fest, als er wieder aufspringen wollte. „Ben, bitte...lass es uns professionell anstellen.“, meinte der erfahrene Hauptkommissar. Ben atmete tief durch und nickte dann. „Okay...dann rufe ich die Spurensicherung.“, kam es knurrend, aber ruhiger vom jungen Hauptkommissar. „Ja Hartmut, wir haben hier Arbeit für dich. Und ruf den Pathologen an.“, meinte Ben nur und klappte dann das Handy wieder zu. Dann sah er zu seinem Partner. „Semir, es...es tut mir Leid, aber...“ „Hey, schon okay. Ich weiß, was du durchmachst. Es ist verdammt schwer, da noch die Professionalität zu behalten.“, gestand Semir und setzte sich neben Ben auf die Couch. Beide starrten auf den leblosen Körper. „Wir werden den Mörder schon finden. Keine Sorge...“, versuchte Semir seinen Partner aufzubauen und klopfte ihm auf die Schulter. Ben sah ihn mit einem lächelnden Blick an und nickte nur. „Das werden wir. Und dann bring ich ihn eigenhändig in den Knast.“, knurrte Ben und beide sahen auf, als die ersten Techniker in die Wohnung traten.


    Krieger kam zurück ins Büro von Thomas Grawe. „Und?“, fragte dieser nur und schrieb weiter. „Die Frau ist tot, aber sie hatte das Zeug nicht.“, kam es von Krieger. Der Chef sah auf und stand dann von seinem Stuhl auf. „Was soll das heißen? Heißt das, die Polizei hat alles? Denn, wenn das so ist, können sie gleich hier aus dem Fenster springen, bevor ich mit diesem Bleistift ihr Herz raus schneide.“, fauchte Grawe und hielt seinem Mitarbeiter den Bleistift gefährlich dicht vor die Nase. „Ähm... sie...sie hat gesagt, dass ein gewisser Ben Jäger die Sachen hat.“, erwiderte Ingo Krieger und wich einige Schritte zurück. „Finden sie heraus, wer das ist und wie viel er für das Material will und dann schalten sie ihn unauffällig aus, aber erst, wenn ich es sage.“, fauchte Grawe und schmiss seinen Mitarbeiter dann raus. Sofort widmete er sich wieder seiner Arbeit. Krieger machte sich auch an seine und rief seinen Mitarbeiter Norbert Fleischer an. „Norbert, ich brauch dich mal wieder. Such dir noch einen Mann und überprüf dann einen gewissen Ben Jäger...ich will alles wissen. Was?...Nein, umbringen sollt ihr ihn nicht. Das machen wir erst auf Kommando. Also, an die Arbeit.“, zischte der Mann seinen Gesprächspartner am Telefon an und legte dann auf.

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  • „Ach endlich wieder zuhause...“, stieß Andrea aus und nahm ihre beiden Töchter aus dem Wagen. „Ayda, schau mal nach ob der Papa schon da ist.“, bat sie ihre größere Tochter. Es dauerte keine fünf Minuten und Ayda war wieder da. „Papa ist nicht da...“, kam etwas atemlos von der Fünfjährigen. „Das ist gut....dann überraschen wir den Papa ja richtig. So aber nun gehen wir erst einmal rein...“, schlug Andrea vor. Ayda nahm ihren kleinen Koffer und zog ihn hinter sich her. Andrea trug den jüngsten Spross der Familie im Kindersitz ins Haus und stellte sie in der Küche auf den Tisch. „Emily hat Hunger...!“, rief Ayda die sofort bei ihrer Schwester war. „Ja sie bekommt was...ich hab auch Hunger. Was essen wir denn?“, wandte sich Andrea an ihre große Tochter. „Nudeln...mit Ketschup...“, strahlte Ayda. Andrea lachte. „Na....da hat der Papa ja was angestellt....“, meinte sie nur. „Papas Nudeln sind gut...“, meinte Ayda. „Ja sicher....und noch besser ist der Ketschup dazu. Aber heute bin ich damit einverstanden. Aber erst bekommt Emily ihre Flasche...“, stellte Andrea fest. Ayda half ihrer Mutter beim Zubereiten des Fläschchens und durfte ihre kleine Schwester sogar füttern. Anschließend gab es die ersehnten Nudeln mit Ketschup. Ayda konnte es, seit Semir es mal für sie gekocht hatte, nach Möglichkeit jeden Tag essen. Andrea hatte eigentlich nichts dagegen, aber sie wollte auch das ihre Tochter gesund ernährt wurde. „So...“, meinte sie nach dem Essen. „Nun werden wir aufräumen und was machen wir dann?“, wollte Andrea von ihr wissen. „Dann spielen wir Memory...“, strahlte die Kleine. „Memory? Aber da gewinnst du doch immer.“, lachte Andrea.


    Hartmut kam mit seinem Team in Vanessas Wohnung und zuckte zusammen, als er die Tote sah. „Oh mein Gott...die war ja schwanger...“, stieß er aus. „Ganz genau...und dieser Mistkerl, der es getan hat, läuft noch frei herum...ich will ihn haben...also untersuch bitte alles sehr genau... ich will jede noch so kleinste Faser von dem Kerl haben.“, fauchte Ben. Hartmut nickte und machte sich an die Arbeit. Auch der Pathologe war bereits vor Ort und untersuchte die Tote. „Also sie wurde vorher geschlagen...die Hämatome sagen das hier aus...Sehen Sie hier...und hier...“, wies er auf einige Stellen, die dunkler waren. „Doc...wir wissen, dass sie tot ist und das ungeborene Kind ebenfalls....was ich von Ihnen will, ist die Kugel, damit wir die Waffe finden und damit den Killer...“, kam von Ben. Semir legte ihm die Hand auf die Schulter. „Wir gehen jetzt raus...komm...“, bat er seinen jungen Kollegen. Sie gingen zum Auto und Ben lehnte sich gegen die Motorhaube. „Warum Semir? Was kann so wichtig sein, das man drei Leben auslöscht?“, fragte Ben leise. „Ich weiß es nicht, aber ich habe gelernt, das viele Menschen für sehr wenig umgebracht werden. Ben.....auch wenn es abgedroschen klingt, solange wir keine Beweise haben, können wir nichts machen. Wir müssen die Akten durchforsten und auch die von Fetucci und von Daniel. Wir müssen nochmals bei den Arbeitsstellen der Beiden anfragen und da sollten wir hinfahren...“, schlug Semir vor. Ben nickte, stieg ein und Semir fuhr los. Die Fahrt verlief ohne Worte. Die Zeitung für die Daniel als freier Journalist tätig war schien ein recht großes Unternehmen zu sein. Das Gebäude war sehr imposant. „Sieht auch nicht besser aus, als die von den Industriegebäuden oder?“, grinste Semir. Er versuchte Ben aufzuheitern, doch es gelang nicht.


    Mark Richter sah die Beiden Männer an, die sein Büro betraten. „Herr Guran und Herr Jäger richtig?“, fragte er. „Nicht ganz...Gerkan und Jäger....“, berichtigte Semir ihn. „Was kann ich für die Autobahnpolizei tun? Bin ich etwas zu schnell gefahren?“, lächelte Richter. „Nicht das ich wüsste...es geht ja nicht um Sie, sondern um den freien Mitarbeiter Daniel Bremer...“, erklärte Semir weiter. „Daniel? Was ist mit ihm?“, wollte Richter wissen. „Daniel ist tot...“, stieß Ben aus. Mark Richters Mundwinkel zogen sich nach unten. „Tot?“, fragte er heiser nach. „Ja...er wurde....“, fing Ben an. „... er hatte einen tödlichen Unfall wo wir vermuten, dass es kein normaler Unfall war. Selbstmord ist nicht ausgeschlossen...“, unterbrach Semir ihn. „Selbstmord? Daniel? Niemals.....jeder andere aber nicht er!“, widersprach Mark Richter sofort. Ben sah sich um. Katja, die er schon einmal wegen Daniel befragt hatte, war nicht da. „Was macht sie da so sicher?“, hörte er Semir nur sagen. Wieder mit dem Finger in die Wunde, dachte er nur und versuchte sich, zu beherrschen. „Daniel war auf einem steilen Weg nach ganz oben. Er hatte die Reportage an der Angel. Etwas über zwei Firmen. Mehr wollte er aber nicht verraten. Wenn Daniel arbeitete, dann meist alleine.“, erklärte Mark und sah die beiden Polizisten an. „Hat er irgendwelche Aufzeichnungen hinterlassen?“, fragte Ben dann und sah Mark mit festem Blick an. „Nein, alles, was er an Aufzeichnungen macht, hat er immer bei sich aufgehoben, an einem nur ihm zugänglichen Ort.“, erwiderte Mark. Semir nickte. „Sagen sie, hat Daniel Bremer irgendwann den Namen Gino Fetucci erwähnt?“, fragte der Deutschtürke. Nun fing Mark an, zu überlegen. „Warten sie mal...ja...ja, ich glaube, den Namen hat er mal in einem kurzen Gespräch erwähnt.“ „Und worum ging es da genau?“, harkte Ben nach. „Daniel meinte nur, dass dieser Gino sein Ansprechpartner bei der Firma...“ „Mediotex Enterprizes?“, kam Ben dem Mann zuvor. „Ja genau...bei Mediotex ist. Sonst eigentlich nichts weiter.“, entgegnete Mark nur. „Danke.“, meinte Semir und beide Kommissare verließen die Redaktion wieder. „Kommt dir das jetzt immer noch so komisch vor, Semir?“, fing Ben gleich auf dem Flur an. „Ich meine, dass die Verbindung der Beiden Mediotex Enterprizes ist?“ Semir sah ihn nur an. „Ben, dein Freund hat eine Reportage über die Firma geschrieben und Gino war sein Ansprechpartner. Aber, um dein Gefühl zu beruhigen, fahren wir sofort zu Mediotex und sprechen noch einmal mit dem Firmenchef.“, erklärte Semir und stieg in den Wagen.

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  • „Herr Grawe...hier sind zwei Polizisten, die sie sprechen möchten.“, hörte der Geschäftsführer von Mediotex Enterprizes die Stimme seiner Sekretärin durch die Sprechanlage. Der Mann sah von seinen Papieren hoch und überlegte. „Sagen sie den Herren, sie möchten sich noch einen Augenblick gedulden.“, entgegnete Thomas Grawe und sah durch den Bildschirm für die Kamera ins Vorzimmer. Das waren doch die beiden Herren, die schon einmal in seiner Firma waren. Was wollten die denn nun schon wieder hier, dachte er nur. Dann nahm er sein Telefon, wählte per Schnellwahltaste das Handy von Krieger an. „Ingo, sag mal, schlaft ihr, oder was? Ich hab schon wieder die Polizei im Haus. Was ist eigentlich mit euch los? Ich dachte, ihr hättet jeden ausgeschaltet, der damit zu tun hat?“, fauchte er ins Telefon, noch ehe sein Gesprächspartner abgenommen hatte. „Chef, wir haben alle ausgeschaltet, glauben sie es mir. Wir machen keine halben Sachen.“, verteidigte sich der Sicherheitschef. „Und warum sind diese beiden Komiker dann wieder da?“, fauchte Grawe zurück. „Sollen wir sie ausschalten?“, kam prompt der Vorschlag von Krieger. „Damit wir dann die ganze Polizei auf dem Hals haben? Sind sie verrückt? Unser Vorhaben ist noch nicht abgeschlossen. Nein, das regeln wir offiziell. Lassen sie mich das machen. Finden sie nur alles über diesen Ben Jäger heraus.“, knurrte Grawe und legte dann auf. „Frau Sommer, die Herren können rein kommen.“, meinte er dann nach Betätigung der Sprechanlage. „Sehr wohl, Herr Grawe.“, erwiderte die Sekretärin nur und schon im nächsten Moment ging die große Tür zum Büro auf. Nun sah Grawe die beiden Polizisten erstmals aus voller Nähe, die er sonst nur bei dem ersten Besuch mit der Kamera verfolgt hatte.


    „Semir Gerkan und Ben Jäger, Kripo Autobahn.“, stellte sich Semir vor und hielt dem Mann, der von der Größe eine Zwischenstufe zwischen Semir und Ben war. Sein wallendes Haar war durch Gel nach hinten gestylt und der schwarze Nadelstreifenanzug, mit der pechschwarzen Krawatte und dem perlweißen Hemd, saß tadellos am Körper. Der Mann nickte freundlich und reichte beiden Kommissaren die Hand. „Was kann ich denn für die Herren von der Polizei tun?“, wollte der Firmenchef wissen und bot seinen beiden Gästen einen Platz vor seinem Schreibtisch an. „Es geht um einen ihrer Mitarbeiter und einen Journalisten, die in den letzten Tagen ums Leben kamen. Beide verbindet diese Firma miteinander.“, fing Semir an. „Wie kann ich da helfen?“, wollte Thomas Grawe wissen. „Sagen Sie es uns...“, lächelte Semir ihn an. Grawes nickte. „Nun...ich weiß, dass Herr Fetucci sich mit einem Journalisten treffen wollte. Aber ich denke nicht, dass es die Firma betrifft. Vielleicht wollte er ja nur seine Arbeit vorstellen. Herr Fetucci war ein wunderbarer Mitarbeiter. Einer, dessen unfreiwilliges Ausscheiden sehr schmerzhaft für die Firma ist. Ich habe immer noch keinen Ersatz gefunden.“, klagte der Firmenchef. „Mir ist es vollkommen egal, ob Sie einen gefunden haben!! Daniel wurde umgebracht, weil er was raus gefunden hatte! Etwas, womit Sie nicht einverstanden waren!! Das ist der wahre Grund für den Tod von Fetucci, Daniel und von einer jungen schwangeren Frau, die nichts mit der Sache zu tun hatte!!! Aber eins schwöre ich Ihnen, Grawe....Ich werde Sie in den Knast bringen!! So wahr ich Ben Jäger heiße!!“, schrie Ben ihn wütend an.


    Semir sah erschrocken zu seinem Partner der scheinbar nun ganz ausrastete. Er konnte nicht verhindern, dass Ben Grawe am Kragen packte und an sich riss. „Ben!! Das reicht!!“, schrie er seinen Kollegen an und löste seine Hand am Kragen. „Herr Gerkan....Sie sind mein Zeuge...Herr Jäger hat mich grundlos angegriffen.“, stieß Grawe aus und richtete seinen Anzug wieder zurecht. „Ich werde gar nichts bezeugen...nehmen wir es einfach als Missverständnis hin. Ich werde meinen Kollegen hier an die frische Luft bringen...er ist etwas durch den Wind...“, entschuldigte Semir sich für Ben. „Tun Sie das, aber für mich ist diese Angelegenheit nicht vergessen...“, versprach Grawe. Semir und Ben verließen das Gebäude. „Bist du jetzt total durchgedreht, oder was?“, fauchte Semir ihn an, als sie vor dem Auto standen. „Willst du ihm Zucker in den Arsch blasen? Der Mistkerl steckt ganz tief mit drin...das spürte ich.“, fauchte Ben zurück. „Ben....wir haben nicht einmal einen Verdacht...was, wenn er sich jetzt bei der Krüger über dich beschwert? Die wird dich sofort beurlauben und dann darfst du zu unserem Psychodoc. Willst du das? Willst du so den Mord aufklären?“, wollte Semir wissen. Ben sagte nichts. „Das ist mir scheiß egal und wenn er zum Polizeipräsidenten geht und sich beschwert...ich werde ihm nachweisen, dass er der Drahtzieher ist....das schwöre ich dir. Und das tue ich mit oder ohne deine Hilfe...“, kam von Ben. Semir schüttelte nur den Kopf. „Steig ein, wir fahren zur Wache zurück!“, befahl Semir. Ben tat es ohne Gegenworte. Die Rückfahrt verlief schweigend.

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    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Grawe nahm den Hörer als die Männer raus waren. „Ich hab diesen Ben Jäger, er ist Bulle und eben ausgerastet...“, gab er durch. Dann hörte er eine Weile zu. „Nein...noch nicht....erst einmal werde ich ihn kaltstellen lassen.“, lachte er. Wieder horchte er. „Oh...du musst nicht alles wissen. Ich habe meine Kontakte und die werde ich nun spielen lassen. Wir werden Herrn Jäger erst fertig machen und dann werden wir ihn besuchen und uns die Informationen holen. Und dann werden wir ihn töten...“, lachte Grawe. Er legte auf um den Hörer erneut aufzunehmen. „Ja...Grawe hier...ich brauche deine Hilfe. Du bist doch der Boss von allen Polizisten oder? Ich meine, auch von den der Autobahn?“, fragte Grawe. „Ja sicher...was liegt denn an?“, kam die Anfrage von Peter Rubenstein. „Ich wurde von einem Polizisten angegriffen...ein gewisser Ben Jäger von der Autobahnpolizei. Er war mit einem Kollegen Semir Gurkan oder so hier. Der war zwar besonnen, aber Jäger ist völlig ausgerastet. Er hat mir gedroht...“, erklärte Grawe die Sachlage. „Das tut mir sehr Leid. Ich werde mich darum kümmern.“, versprach Rubenstein. Grawe lächelte zufrieden und bedankte sich. Dann legte er auf. Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und dachte kurz nach. Sobald er den Bullen ruhig gestellt hatte, würde der Kampf los gehen. Wenn Fetucci die Sachen wirklich dem Bullen gegeben haben, dann wird er sie sicher nicht bei sich tragen. Vielleicht waren sie per Post auf dem Weg zu ihm, oder sind bereits bei ihm in der Wohnung oder in der Wache? Das wird ihm Jäger schon erzählen.


    Als Semir und Ben in die Wache kamen wurden sie direkt zu Kim Krüger zitiert. „Was zum Teufel fällt Ihnen ein, in einem abgeschlossenen Fall zu ermitteln? Und vor allem einem unbescholtenen Bürger so anzugehen, Herr Jäger??“, schrie Kim die Beiden an. „Chefin...ich....“, fing Semir an. „Semir, mit ihnen rede ich nicht. Ich will es von Ben wissen. Was haben sie sich dabei nur gedacht?“, fauchte Kim den jungen Hauptkommissar an. „Chefin, ich weiß, diese Firma ist Schuld am Tod von drei Menschen und dieser Grawe...“, fing Ben an. „Haben sie irgendeinen Beweis dafür? Sie haben doch nur eine entstellte, hingerichtete Leiche, einen bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Wagen und das war's. und ob die schwanger Frau damit zu tun hat ist doch gar nicht sicher!“, fauchte Kim dazwischen und ließ sich dann in ihrer Wut in den Stuhl zurückfallen. „Daniel hat sicherlich irgendwo Unterlagen versteckt. Ich kenne ihn. Er machte nie etwas, ohne sich vorher abzusichern. Wir müssen nur diese Unterlagen finden und dann...“, meinte Ben und stützte sich dabei auf dem Tisch von Kim ab. „Nein, nein, nein...der Fall ist nicht mehr ihrer.“, erklärte Kim dann wütend und war wieder aufgesprungen. „Was sagen sie da?“, kam es zornig von Ben. „Der Polizeipräsident entzieht ihnen den Fall und auch die Staatsanwältin ist sehr ungehalten über ihrer beider Vorgehen. Beide verlangen, dass ich ihnen eine gehörige Disziplinarstrafe aufbrumme. „Chefin, das ist doch wohl nicht ihr Ernst. Wenn, dann nur mir...Semir hat damit nichts zu tun.“, entgegnete Ben und sah seinen Partner nicht an. Doch Semir wollte nicht, dass Ben die Schuld allein trug. „Nein, das ist nicht wahr. Ich habe genauso Schuld.“, kam es freundschaftlich von Semir. Ben drehte den Kopf zu seinem Partner und lächelte. Semir erwiderte das Lächeln. „Gut, wenn sie es so wollen. Semir, bis auf weiteres werden sie Innendienst schieben und Ben...sie sind bis auf weiteres beurlaubt...und sollte mir zu Ohren kommen, dass sie dennoch ermitteln, dann...“, fauchte Kim und ließ die Drohung offen. Ben und Semir sahen sich nur an. „Und jetzt verschwinden sie.“, knurrte die Chefin und schickte beide nach draußen. „Danke Kumpel...“, kam es leise von Ben. „Schon okay...aber Ben, du solltest dich daran halten, was die Chefin sagt. Ich weiß, Daniel war dein Freund...aber, riskier nicht deinen Job. Und jetzt komm, ich lad dich zu mir ein.“, meinte Semir und ging mit Ben zu seinem Wagen.


    Grawe blickte auf die in Dunkelheit gehüllte Stadt und zog an seiner Zigarre. Nun war es fast geschafft. Der Chip war bereits im Testlauf und in den Regierungscomputern installiert. Auch diese unsägliche Affäre mit Gino Fetucci konnte daran nichts mehr ändern. In wenigen Tagen würde der C.H.R.I.S. Chip an den Start gehen und dann konnte ihn nichts mehr aufhalten. Für Thomas Grawe erfüllte sich dann der lang ersehnte Traum. Alle und alles würde er dann kontrollieren können. Wieder nahm er einen tiefen Zug, behielt den Rauch dann in seinem Mund und blies ihn nach einigen Minuten in Ringform aus. Ingo Krieger kam in das Büro seines Chefs. „Ich habe alles, was sie über diesen Jäger wissen wollten.“, meinte er und blieb dabei an der Tür stehen. Sein Chef saß in einem Sessel und mit dem Rücken zu Krieger, sah so auf die Stadt. „Sehr gut...gib es mir und dann mach Feierabend. Heute werden wir nichts mehr unternehmen. Und auch morgen verhalten wir uns ruhig. Wenn ich diesen Jäger richtig einschätze, wird er sich selbst ins Aus manövrieren.“, erklärte Grawe und schickte mit einer einzigen Handbewegung seinen Mitarbeiter nach draußen. Ingo Krieger ging und schloss die Tür hinter sich. „Diese Polizisten werden lernen, was es heißt, wenn man sich mit mir anlegt.“, lachte Thomas Grawe und nahm dann einige Fotos auf, die den kleineren der beiden Polizisten zeigten, wie er sich von einem leichten, asiatischen Mädchen massieren ließ. „Das sind wirklich schöne Erinnerungsfotos.“, lachte er und steckte sie in einen Umschlag. „Mal sehen, wann ich diese Bombe platzen lasse.“, lachte er und zog erneut an seiner Zigarre.

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  • Andrea sah vom Tisch auf, als sie den Schlüssel im Schloss hörte. „Da kommt der Papa.“, meinte sie lächelnd zu Ayda. Sofort war der kleine, fünfjährige Wirbelwind vom Stuhl gehüpft und rannte auf die Tür zu. „Papaaaaaa...“, stieß sie aus und sprang Semir direkt in die Arme. „Hallo Prinzesschen, wieso seid ihr denn schon wieder da?“, fragte der stolze Papa erstaunt. Ben grinste nur, als er das ihm so lieb gewonnene Mädchen auf den Armen von Semir sah. Kurz darauf tauchte auch schon der Stubenkater in der Tür auf und sah Ben mit herausfordernden Blicken an. „Hey Felix...“, begrüßte der junge Hauptkommissar den Kater. Andrea stutzte etwas. „Ähm....wir wollten dich überraschen...aber scheinbar ist die Freude nicht ganz auf deiner Seite...“, kam etwas enttäuscht von ihr. „Doch...doch...ich freu mich wirklich...“, dementierte Semir sofort und gab seiner Frau einen Kuss. „Wo ist denn die Kleine?“, wollte er dann wissen. „Sie schläft, die Autofahrt war zu anstrengend für sie.“, erklärte Andrea. „Okay....ich hab Hunger.“, meinte Semir. „Ben willst du auch was essen?“, bot Andrea an. „Ja danke, aber nur wenig. Hab keinen richtigen Hunger...“, kam von dem jungen Hauptkommissar. Andrea sah Semir an. Irgendwas stimmte nicht, das spürte sie. „Semir...kannst du mir mal bitte helfen.“, bat sie deshalb ihren Mann. Dieser sah sie an und der Blick von ihr, zeigte ihm deutlich, nicht nein zu sagen. „Ja sicher...Schatz...“, lächelte er nervös. Er schien genau zu wissen was nun kam. Andrea und Semir gingen in die Küche. „Was bitte ist los?“, wollte Andrea harsch wissen. „Nichts...wir haben...“, fing Semir an. „Semir...das ist nicht richtig. Ich sehe genau, das etwas mit Ben nicht stimmt...also raus mit der Sprache!“, forderte Andrea ihren Mann auf.


    Grawe saß an seinem Schreibtisch und las sich das durch, was er von Ben Jäger erfahren konnte. „Whow...ein reicher Bulle...Mist...dann ist mit Bestechung nichts zu machen. Geld wird dem Kerl nicht reizen....“, knurrte er. Die Adresse war jedoch weniger nobel...vielleicht konnte man über die Familie an ihn heran, oder aber auch Freunde und Kollegen... es musste mehr geben, als das was hier stand. Semir Gerkan....ein Freund und Kollege...ja...dieser Gerkan schien gefährlicher zu sein. Wie wäre es, wann man diesen aus dem Verkehr zieht und Jäger damit unter Druck setzt? Nein....zu auffällig....viel zu aufwendig, wenn die Kollegen dahinter kommen. Dann wäre der ganze Plan mit dem Chip hinfällig...aber man konnte diesem hübschen Bullen sicher irgendwie in Misskredit bringen. Wollen wir doch mal sehen, was für Vorlieben er hat... dachte Grawe und versuchte mehr über das Privatleben herauszufinden. Er wählte die Nummer der Autobahnpolizei. „Guten Tag...mein Name ist Manfred Schulze...ich hätte gern Herrn Hauptkommissar Ben Jäger gesprochen.“, sülzte er ins Telefon. „Es tut mir Leid, aber Herr Jäger hat bereits Feierabend...“, war die Auskunft. „Kann ich ihn irgendwie privat erreichen?“, wollte er wissen. „Leider nein....ähm....ich kann ihn aber eine Nachricht hinterlassen.... dann wird er sich melden, wenn er wieder da ist.“, erklärte die freundliche Stimme. „Oh...das ist schade, weil...seine Freundin hat bei mir etwas bestellt und nicht abgeholt. Sie hatte mir seine Karte hier gelassen und bat dort anzurufen, wenn das Bestellte da ist...“, erklärte Grawe. „Seine Freundin? Herr Jäger hat keine Freundin.... Es tut mir Leid, aber Sie scheinen einer Betrügerin auf den Leim gegangen zu sein. Sie sollten sie anzeigen.“, gab die Frau am anderen Ende den Tipp. „Vielen Dank...ich werde darüber nachdenken...Auf wiederhören.“ Grawe legte auf. Verdammt.... also war nichts mit Freundin entführen und die Herausgabe erpressen....er musste sich etwas Anderes einfallen lassen.


    „Also, bitte, ich höre...“, forderte Andrea ihren Mann auf zu erklären. „Ben...hat einen guten Freund verloren. Und....weil er sich nicht an die Vorschriften hält, wurde er suspendiert...“, erklärte Semir und hoffte, dass es damit erledigt war. „Und du?“, harkte Andrea nach. „Ich? Ich bin nicht suspendiert....ich habe Innendienst....“, lächelte Semir. „Innendienst? Warum? Ich meine, wenn du nichts getan hast? Warum wirst du dann bestraft?“, wollte Andrea wissen. „Nein, ich bin nur, weil Ben suspendiert wurde, in den Innendienst versetzt...das ist schon okay...“, lächelte Semir. „Das ist nicht okay....du sagst mir doch nicht alles....!“, mutmaßte Andrea. „Andrea...bitte....es ist gut so...ich will Ben helfen...er will den Mörder seines Freundes finden. Denn, dass er ermordet wurde ist klar...“, kam fest von Semir. „Und ihr wollt euch wieder über die Vorschriften hinweg setzen...“, stöhnte Andrea. „Nur wenn es nicht anders geht...“, lächelte Semir und nahm seine Frau in den Arm. „Semir, du weißt, dass ich immer zu dir halte und auch zu Ben, aber bitte...pass auf dich auf....ich brauche dich...wir brauchen dich...“, bat Andrea. Semir lachte leise. „Ich werde auf mich und auf Ben aufpassen.“, versprach er und gab seiner Frau einen dicken Kuss. Beide gingen wieder ins Wohnzimmer zurück, wo Ben saß und Ayda auf seinem Schoß saß. Der Stubenkater der Gerkans schlich dem jungen Hauptkommissar immer wieder um die Beine. „Soll ich euch irgendwie in der Küche helfen?“, wollte er wissen, doch sofort klammerte sich Ayda um Bens Hals. „Nein...Ben muss mit mir spielen...bitte.“, kam es vom kleinen Blondschopf. „Okay, okay, ich spiel was mit dir.“, entgegnete Ben und hob die Kleine dann hoch, ging mit ihr ins Kinderzimmer. Andrea sah beiden nur nach und verschwand dann in die Küche, um das Essen vorzubereiten.

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