Rollstuhlblues

  • Liebe Leut :) eine neue Story, spannender denn je und mit soviel Gefühl das könnt ihr gar nicht glauben :D Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich auf eure Kritik und auf das Lob.



    Teil 1
    Der Montagmorgen ließ nicht lange auf sich warten der Regen prasselte unenthörlich auf das Dach seiner Wohnung und weckte Ben aus seinem Schlaf. Seine Augen blinzelten kurz doch das grelle Tageslicht ließ sie wieder zufallen. Sein Kopf brummte, zu allem Überfluss läutete auch noch Ben´s Handy. Seine Finger tasteten sich voran und suchten das hektisch läutende Ding dessen Ton immer lauter wurde genervt hielt der junge Hauptkommissar es an sein Ohr.
    „Guten Morgen Schlafmütze!“ kam es aufgeweckt von der anderen Seite und sofort wurde das Handy ein Stück weggehalten. Er konnte es nicht leiden so geweckt zu werden und vor allem nicht am Montagmorgen.
    „Weißt du wie spät es ist?“ kam es als erste Frage von Semir der Montags immer besonders gut aufgelegt war Ben hatte sich noch nicht erklären können warum.
    Ein leises Brummen folgte und der junge Polizist wälzte sich einmal in seinem Bett und stieß auf Widerstand sofort machte er sich laut bemerkbar und rieb sich schmerzhaft seinen Kopf.
    „Ach verfluchte Kacke aua!“
    „Es ist 8:00 und seit 10 Minuten ist Dienstbeginn! Willst du dass die Chefin dich versetzt?“
    Er schüttelte den Kopf. Nein! Das wollte er auf keinen Fall und er versuchte so schnell er konnte in seine Jean zuschlüpfen.
    „Bin in 10 Minuten da!“ meinte Ben und zog sich noch das T-Shirt über seinen Oberkörper bevor er auflegte, einen kurzen Zwischenstopp im Bad einlegte, sich noch eine Kleinigkeit aus dem Kühlschrank stibitzte und schließlich seine Wohnung verließ.
    Noch im Halbschlaf schlurfte er zu seinem Wagen er schloss kurz noch die Augen bevor er Platz nahm und dann war Ben bereit seinen Dienst zu beginnen. Der Motor heulte auf und die Reifen setzten sich allmählich in Bewegung. Das Wetter ließ zu wünschen übrig als er aus der Garage fuhr und schlug dementsprechend auf Ben´s Stimmung ein.
    Gerade als er auf dem Revier ankam und seinen Wagen parken wollte kam auch schon Semir und platzierte sich auf dem Beifahrersitz.
    „Was denn?“ fragte Ben und ließ den Motor noch laufen.
    „Du kommst genau richtig es gibt Arbeit!“ lächelte der Deutschtürke und schnallte sich an. In Windeseile parkte Ben das Auto wieder aus und sie fuhren Richtung Autobahn.
    „Klärst du mich mal auf?“ forderte er den Deutschtürken auf und schaltete einen Gang hoch.
    „Es wurde eine Bank ausgeraubt und die Täter flüchten in einem blauen Sharan!“ ließ der Ältere seinen Kollegen wissen und zückte die Waffe!
    „Wenn man vom Teufel spricht!“ schimpfte Semir und schon fielen die ersten Schüsse. Der Wagen von Ben gleichte einem Sieb so durchlöchert war das Blech. Die Flüchtigen drückten das Gaspedal des Wagens durch und rasten schließlich von der Autobahn und bogen sofort in einen kleinen Waldweg ein der mit Kies ausgelegt war.
    „Wo ist er hin?“ fragte Semir und sah nervös hin und her und dann kurz zu Ben der das Auto auch aus den Augen verloren hatte!
    „Ja wie wo ist er hin ich dachte du hättest ihn gesehen!“ motze sein jüngerer Kollege und verlangsamte das Tempo seines Mercedes.
    „Hier lang!“ befahl Semir und zeigte nach rechts in das kleine Waldstück.
    „Bist du dir sicher?“ fragte Ben unsicher nach und bog langsam ein.
    „Ja man und jetzt fahr!“


    Die Reifen knirschten unter den Kieselsteinen und wenige Zeit später kamen sie vor einem alten Gebäude zum halten.
    „Weiter?“
    „Hier ist zuende die müssen doch hier irgendwo sein! Los komm!“ befahl Semir seinem Kollegen und stieg aus. Leise zog Ben den Schlüssel ab und stieg ebenfalls aus. Das alte Gebäude sah verfallen aus und nicht gerade einladend es roch nach Schimmel und der Regen machte alles noch viel feuchter. Die Türe wurde bereits unsanft aus der Verankerung gerissen und lag im nassen Laub. Als sie das Gebäude betraten blies ein leichter Windstoß durch Ben´s Haare er drehte sich um und sah in Semir´s verzerrtes Gesicht!
    Er zeigte auf den Gang um klar zumachen das Ben weitergehen sollte und er ihm Deckung gab.


    „Ok ich geh vor!“ flüsterte der Jüngere und hielt die Waffe bereit er fühlte sich sicher schließlich stand Semir hinter ihm. Mit leisen Schritten ging er vorwärts seine Blicke wanderten schnell von links nach rechts um nichts zu verpassen und jede kleinste Bewegung einzufangen. Er warf noch einen letzten Blick zu Semir der ihm das Zeichen gab weiter zugehen um sich umzusehen. Es herrschte Stille und nur Ben´s Atem war zuhören jedes kleinste Knistern drang an seine Ohren als er durch die Gänge des Gebäudes schlich.
    Plötzlich hörte er Semir seinen Namen rufen der erste Schuss fiel und ein Stich durchzog Ben´s Körper als er sich windete, der zweite Schuss traf den Gangster der vor Ben´s Füßen zu liegen kam! Der laute Knall dröhnte noch immer in den Ohren des jungen Polizisten. Alles um ihn herum schien sich plötzlich zu verzerren und zu verschwimmen.
    „Ben? Geht’s dir gut?“ fragte der ältere und rüttele seinen Freund an den Schultern. Doch Ben reagierte nicht seine Füße sackten in sich zusammen sie fühlte sich taub an und sein Körper schmerzte fürchterlich. Das über ihn gebeugte Gesicht von Semir schien sich zu drehen die dunklen Flecken vor Ben´s Augen wurden immer größer und inzwischen hatte sich auch sein T-Shirt rot gefärbt und das Blut breitete sich allmählich am Boden aus. Die Gedanken in Ben´s Kopf würfelten sich zu einem Brei zusammen bis er bewusstlos wurde!

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  • Teil 2
    Das Blut benetze den kalten Boden des Gebäudes ein lautes schluchzen hallte durch die verlassenen Räume. Der Deutschtürke tätschelte seinen Partner ab doch er reagierte noch immer nicht. Vorsichtig legte er den schweren Kopf von seinem Partner auf seinen Schoß und fischte sein Handy hervor.
    „Ich brauch hier einen Krankenwagen, schnell! Wir sind bei Kilometer 65 abgebogen in einen Waldweg! Ein Verletzer mit Schusswunde der andere ist bereits tot bitte schnell!“ quasselte er hektisch in das Telefon und legte schnurstracks wieder auf ohne auf eine Antwort zu warten! Er widmete sich wieder Ben der kurz mit den Augen zuflackern begann.
    „Es kommt gleich Hilfe!“ ließ Semir ihn wissen doch für Ben klang die Stimme unklar und dumpf. Noch immer spürte er den Stich in Rücken und wie das warme Blut aus ihm herausfloss und den Boden immer mehr rot färbte.
    Die Sirene des RTW ließ Semir hochfahren.
    „Ich bin gleich wieder da Kumpel!“ vorsichtig legte er Ben´s Kopf ab und rannte hinaus in den Regen um den Krankenwagen heranzuleiten.
    Die Sanitäter rannten mit den Koffern in das Haus und schafften Ben an das Tageslicht um besser zusehen!
    „Ich brauche einen Ambubeutel, sofort mit Herzdruckmassage beginnen!“ befahl einer der Helfer und gleichmäßig wurde 2-mal beatmet und 30-mal der Druck auf die Brust abgegeben.
    „Er muss sofort ins Krankenhaus machen sie weiter mit der Herzdruckmassage!“
    Der andere Sanitäter tat ihm wie befohlen und machte sofort weiter als sie ihn auf die Trage hievten und in den Krankenwagen schoben!


    Der Regen wurde stärker und er peitschte in Semir´s Gesicht als der Krankenwagen davonfuhr! Einige Minuten hielt er inne und wählte Susanne´s Nummer und sagte ich was passiert war. Dann stieg er in den Mercedes von Ben und fuhr dem Krankenwagen hinterher.


    „Was ist passiert?!“ rief jemand durch den Gang des Krankenhauses und zog den Duft nach Desinfektion durch seine Nase und stieß ihn wieder aus. Schnell drehte Semir den Kopf und blickte in Andrea und Susannes Gesicht. Sie sahen ihn verlegen an und warteten auf eine Antwort. Die Tränen schossen in Semir´s Augen und er sah die beiden mitleidig an. Was hatte er nur gemacht?
    „Ich weiß nicht ich hab abgedrückt und dann… ich dachte der Typ schießt ich… ich hab... ich glaube ich hab ihn getroffen!“ Semir´s stimme bebte ihm wurde übel und er wollte gar nicht daran denken was jetzt noch alles auf ihn zukam. Er fühlte sich schuldig, er fühlte sich schlecht und verzweifelt.
    „Wo ist er?“ fragte Susanne vorsichtig sie wartete einige Sekunden dann schaute Semir kurz auf.
    „Im OP sie müssen die Kugel herausholen, außerdem ist er bewusstlos geworden er hat soviel Blut verloren!“ ließ er die beiden Frauen wissen und senkte wieder den Blick. Ihn ließ der Gedanken nicht los das er schuld daran war das Ben jetzt unter das Messer musste.
    Mitfühlend legte Andrea ihre Hände um ihren Mann und tröstete ihn es war nicht das erste Mal das er um das Leben seines Partners bangen musste.


    Die Truppe wartete lange Semir ging nervös auf und ab und nicht einmal den angebotenen Kaffee nahm er entgegen so sehr zog es ihn hinunter. Seit 2 Stunden hatte er nun nichts mehr von Ben gehört kein Arzt war durch die Türe gekommen. Doch langsam packte ihn die Ungeduld er wurde zunehmend nervöser und ging zu der Frau die für die Station zuständig war.
    „Wie lange dauert das denn noch?“ fragte er als sich plötzlich die Schiebetüre mit einem leisen quietschen öffnete und der Arzt im weißen Kittel vortrat.
    „Herr Gerkhan?“ sah er fragend in die Runde und sofort war Semir zur Stelle seine Hände schwitzten und an dem Gesichtsausdruck von dem Arzt konnte er erkennen das dieser nicht so gute Nachrichten mit sich herumtrug.
    Der Arzt faltete seine Hände zusammen seufzte und holte dann tief Luft.
    Auch Andrea und Susanne waren herbeigekommen um sich die Nachricht anzuhören. Was würde er sagen? Waren es gute oder schlechte Nachrichten? Semir würde es sich nie verzeihen wenn Ben etwas Ärgeres zugestoßen war und ihn dann sein ganzes Leben dieser blöde Zwischenfall im Kopf herumsauste. Er hoffte auf nichts schlimmeres auch wenn es ihm nicht erspart blieb er würde auf jeden Fall seinem Partner beiseite stehen wenn er Hilfe brauchte und Ben tat es ihm wahrscheinlich gleich.

  • Teil 3


    Langsam schien auch Ben wieder zurückgefunden zu haben er blinzelte schwach und ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Mit der Hand fuhr er über seine Stirn um den überschüssigen Schweiß wegzuwischen. Er fühlte sich komisch sein Rücken schmerzte und irgendwie begann plötzlich alles zu kribbeln. Er fixierte die Wand es fühlte sich an als wäre er ganz leer!


    „Er ist was?“ fragte Semir entsetzt und auch die Blicke der Frauen ließen den Arzt nicht los. Dem Deutschtürken wurde heiß und kalt und es knurrte auffällig in seiner Magengrube.
    „Gelähmt! Die Wirbelsäule wurde bei dem Schuss verletzt wir konnten den Splitter nicht vollständig entfernen! Der Arzt reichte Semir einen kleinen Behälter mit der Kugel seine Augen wurden größer und ein kalter Schauer rannte über seinen Rücken! Er hatte richtig gelegen es war doch seine Schuld! Wegen ihm würde Bennie wieder einen Schritt tun können! Und Ben würde es ihm wahrscheinlich nie verzeihen! Er musste sich setzen der Krankenhausgeruch stieg ihm in die Nase und ließ seinen Magen umdrehen mit vorgehaltenen Händen stürzte er in die Toilette des Krankenhauses. Er sah auf und starrte in sein Spiegelbild es sah verfallen aus, die Augen rot und seine Finger umklammerten noch immer fest den kleinen Behälter. Im Hintergrund hörte er wieder die Stimme des Arztes der mit seiner Schilderung fortfuhr.
    „Ein Splitter ist zurückgeblieben er drückt auf den Nerv es wäre sehr riskant ihn zu entfernen!“
    Was meinte er mit riskant würde Ben dann nie wieder laufen können? Und wenn nicht dann ebenso oder was?


    Als er zurück kam sah ihn Andrea mitleidig an sie drückte ihm einen Kuss auf die Wange und
    mit flüsternder Stimme fragte er ob Ben nun wach sei und er folgte dem Arzt der zustimmend nickte.
    „Ihr wartet besser hier!“ meinte Semir zu Andrea und Susanne als sie an der Tür angekommen waren und er betrat ohne sie das Zimmer. Noch immer sah Ben an die weiße Wand über ihm, die Tränen sammelten sich in seinen Augen und wurden immer röter vor Verzweiflung er wusste nicht wie er reagieren sollte. Die annähernden Schritte von Semir rissen ihn aus den Gedanken und seine Augen blickten tief in die seines Freundes. Eine letzte Träne huschte über das Gesicht seines älteren Partners die er verschämt wegwischte er lächelte sanft doch es verschwand sofort wieder als Ben ihn ernst ansah!
    „Er äem.. der Arzt hat mir die Kugel gegeben… es ist meine!“ stellte Semir fest seine Stimme bebte und auch Ben hörte gespannt zu. Er wusste was jetzt kam sein Partner musste sich nicht bemühen er hatte den Stich gespürt der durch seinen Körper zog er spürte seine Füße nicht! Er musste ihm keine Erklärung liefern keine Entschuldigung und schon gar kein Mitleid!
    „Du hast nichts falsch gemacht!“ murmelte Ben betrübt wieder füllten sich seine Augen mit Tränen ohne das er es gewollt hätte. Auch Semir spürte dass Ben angeschlagen war und nahm seine Hand.
    „Zusammen schaffen wir das ich helf dir versprochen! „versprach Semir seinem Partner der wieder an die weiße Wand über ihm sah um nicht wieder in Tränen auszubrechen.
    „Danke! Das ist lieb von dir!“ lächelte Ben und schluckte wieder.


    Sie schwiegen und dann ging auch Semir schweren Herzens und Ben lag lange Wach er quälte sich einzuschlafen doch er schaffte es einfach nicht er plagte sich lange. Für kurze Zeit ließ er seine Augen zufallen doch dann wurde er schon von der Schwester geweckt und jetzt wurde ihm erst klar das er vielleicht nie wieder mit Semir auf Streife fahren konnte oder sollte er die Gangster im Rollstuhl verfolgen? Die Vorstellung zauberte ein Lächeln auf seine Lippen doch die Vorstellung nie wieder laufen zu können andere um Hilfe bitten weil man es selber nicht kann jagte die Gänsehaut über seinen Körper. Er brauchte Bewegung er wollte laufen, autofahren und mit Semir die Verbrecher jagen, sie hinter Gitter bringen doch er kam sich vor als wäre er an sein Bett gefesselt und sein Körper fühlte sich 10 mal schwerer an als vorher.
    Die Physiotherapeutin hatte ihm bereits erlaubt aufs Klo zu gehen bzw. zufahren die Bezeichnung gehen fand er ganz und gar nicht freundlich und das erste Mal als er sich in den Rollstuhl hievte kippte er heraus und lag hilflos am Boden herum. Auch wenn er kräftig war schaffte er es dennoch nicht wieder hochzukommen und wieder stand das Wasser in seinen Augen als er alleine am Boden lag und ihn die Schwestern wieder ins Bett heben mussten.
    Ben fühlte sich verletzt es schämte sich für das das er nun im Rollstuhl saß, das Essen vermied er und auch Besuch hatte er abgelehnt sogar von Semir. Er wollte keinen sehen er wollte keinen Sprechen er wollte kein Mitleid er wollte seine Ruhe er brauchte Zeit zum Nachdenken. So allmählich schoss es ihm ein was er noch alles vor sich hatte und das machte ihm Angst! Er wollte nicht mehr daran denken doch es fiel ihm schwer und bereitete ihm große Kopfschmerzen!

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  • Auch in dieser Nacht fiel es ihm schwer einzuschlafen er versuchte sich hin und her zuwälzen doch seine Füße wollten nicht so wie er. Als die Sonne aufging und durch die Jalousien schien schlief er endlich ein. Auch als er eine Stunde später wieder aufwachte lehnte er das Essen ab er hatte keine Lust obwohl er eigentlich früher jede Stunde etwas zu sich genommen hatte. Doch die Schmerzen waren noch nicht verschwunden und der Arzt verordnete eine Röntgenaufnahme. Der Tag war lange und von lauter medizinischen Sachen vorgeherrscht um weitere Erkenntnisse zu finden. Die ganzen Prozeduren machten Ben müde und am Ende des Tages wurden seine Augenlider immer schwerer und langsam schaffte er es einzuschlafen.


    „Wie geht es ihm?“ fragte Semir den Arzt da er ihn hergebeten hatte und ihm etwas mitteilen wollte.
    „Er schläft jetzt seit 4 Stunden er hatte in den letzten Tagen sehr wenig Schlaf außerdem haben wir ein paar Untersuchungen angestellt wahrscheinlich werden wir den zurückgebliebenen Splitter doch entfernen können!“ erklärt er in einfachen Worten und für Semir leicht verständlich.
    „Kann er dann wieder laufen?“
    „Es wird höchstwahrscheinlich eine Schwellung zurückbleiben die etwas Zeit braucht auszuklingen mit etwas REHA bekommt man das wieder gut hin!“
    Semir fiel ein Stein vom Herzen. Ben würde wieder laufen können. Innerlich hüpfte er vor Freude.


    Seine Augen flackerten sein Herzschlag wurde immer schneller, der Schweiß rann in Strömen über sein Gesicht, das Blut wurde immer heißer und kochte innerlich als Ben die Augen aufriss. Noch immer spürte er wie sein Herz heftig gegen den Brustkorb trommelte und der Schweiß Tropfen für Tropfen über seinen kalten Rücken flüchtete. Durch das offene Fenster zog der kalte Wind und streichelte die Vorhänge die einen unheimlichen Schatten im Raum hinterließen. Die Blitze am Himmel erhellten für kurze Zeit den Raum und brachten ihn zum Zittern und automatisch wanderten seine Hände zur der Klingel. Nach kurzer Zeit betrat auch schon eine Schwester den Raum und schaltete das Licht ein, Ben musste blinzeln.
    „Sie haben geläutet Herr Jägerkann ich ihnen helfen?“
    „Ich äem.. könnten sie das Fenster schließen bitte!“
    „Natürlich! Kann ich sonst noch etwas tun?“ fragte sie freundlich und stand mitten im Raum als Ben den kopfschüttelte.
    Der Raum verdunkelte sich wieder, an einschlafen war jetzt nicht mehr zu denken seine Augen wanderten Nachdraußen und sahen den Blitzen zu wie sie unglaubliche Formen bildeten und so schnell wieder verschwanden wie sie gekommen waren und nach kurzer Zeit folgte ein lauter Donner. Man hörte zwischendurch das leise Ticken der Uhr und auch die Zeit schien nicht zu vergehen.


    Am Morgen hing ein weißer Schleier über der Stadt und der Regen schlug gegen das Krankenhausfenster. Der Wind peitschte die Tropfen heftig gegen die Scheibe und auch in Bens Kopf pochte es unenthörlich und die Geräusche schmerzten in den Ohren des Patienten.
    Dann betrat auch schon der Arzt zur täglichen Visite das Zimmer und begrüßte seinen verschlafenen Patienten.
    „Sie sehen mir ein bisschen krank aus am besten messen wir ihre Temperatur! Haben sie in der Nacht geschlafen?“ fragte er doch er wusste ohnehin das sein Schützling wieder einmal kein Auge zugetan hatte und reichte Ben das Fieberthermometer.
    „Nein!“ antwortete dieser Kurz und knapp auf die vorherige Frage und nahm mutwillig das Thermometer entgegen.
    „Wollen sie heute Besuch haben? Ihr Kollege war gestern kurz da und hat nach ihnen gefragt!“ klärte er ihn auf und kritzelte etwas in seine Mappe hinein.
    „Den Splitter können wir doch entfernen Herr Jäger es wird eine Schwellung zurückbleiben die aber abklingen wird und ihre derzeitige Situation erheblich verbessern wird! ich habe sie für heute eingetratgen wenn das für die in Ordnung geht!“
    Das Tüten des Thermometers nahm Ben gar nicht wahr erst als ihn der Arzt darauf hinwies zog er es hervor und reichte es ihm.
    „Das mit dem Besuch geht in Ordnung aber nur von Semir!“ machte der Patient dem Arzt klar und zog die Decke etwas höher um die Wärme nicht zu verlieren.
    „Sie haben etwas Fieber ich gebe ihnen etwas! Wenn sie etwas brauchen melden sie sich bitte!“
    Ben blieb nichts anderes übrig er konnte ja nicht davonlaufen. Er zog sich die Decke über den Kopf und schloss die Augen. Er beschloss einfach nicht mehr soviel nachzudenken es einfach dabeizubelassen. Die Schritte die auf ihn zukamen hörte er immer deutlicher und kamen schließlich zu halten, langsam schob er die Decke herunter und blickte in das besorgte Gesicht von Semir
    „Alles gut!“ bestätige Ben und der Blick entspannte sich allmählich wieder.
    „Schöne Grüße von den Kollegen!“ richtete sein älterer Kollege aus.
    „Danke! Kannst du mir einen Gefallen tun? Die werden mich heute wahrscheinlich unters Messer legen und…kannst du da sein wenn ich aufwache?“ fragte der Jüngere schüchtern und sah seinen Freund groß an.
    „Na klar Partner! Versprochen!“ versprach Semir.


    Doch noch wussten die beiden noch nicht was noch alles auf ihn zukam!

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  • Zu Mittag war es dann soweit Ben wurde in einen grünen Mantel gepackt und eine Haube für die Haare übergezogen. Es waren nur noch ein paar Minuten bis zur OP und Bens Hand hielt Semir´s so fest das sie sich weiß färbte.
    „Wir sehen uns versprochen!“ meinte Semir und ein Lächeln tauchte in Bens Gesicht auf. Die grüne Haube war schon leicht verschwitzt so nervös war Ben in diesem Moment als sie ihn durch die Türe zum OP schoben und Semir ihm mitleidig hinterher sah. Die Schwester unterhielt sich mit Ben als sie ihm die Spritze für die Narkose gaben. Die Stimme verschwamm langsam Ben blinzelte noch kurz und sank dann in einen tiefen Schlaf.


    Nervös wartete Semir vor der Tür genauso wie vor einer Woche als sie seinen Partner eingeliefert hatten mit der Diagnose das er Gelähmt war doch mit dieser Operation würde alles wieder so wie vorher werden das dachte er zumindenstens. Er sah kurz auf die Uhr und die Zeit schlich nur so dahin er ging spazieren um den Kopf freizubekommen, telefonierte mit dem Revier und berichtete Andrea. Schließlich waren zweieinhalb Stunden vergangen. Der Arzt hatte gesagt es würde nicht länger als eine Stunde dauern! War das ein gutes oder schlechtes Zeichen? Semir wollte gar nicht daran denken und verdrängte den Gedanken an einen Fehler. Gerade als Semir entschlossen hatte sich etwas zu Trinken zu holen öffnete sich die Milchgläserne Schiebetüre zum OP die ernsten Blicke des Arztes erwarteten nichts Gutes!
    „Keine Sorge ihrem Kollegen geht es soweit gut die OP hat länger gedauert als erwartet da wir einen Zwischenfall hatten!“ der Arzt zögerte leicht und sah in das besorgte Gesicht von Semir dem vor Aufregung fast schwarz vor den Augen wurde.
    „Wollen sie sich nicht setzen sie sehen etwas blass aus!“ wies ihn der Arzt darauf hin doch Semir verneinte er wollte endlich wissen was passiert war.
    „So eine OP ist sehr riskant und es ist uns ein kleiner Fehler unterlaufen“
    Semir’s Herz pochte immer heftiger er sollte endlich mit der Wahrheit herausrücken und nicht solange herumreden er wollte endlich zu seinem Kollegen.
    „Den Splitter konnten wir erfolgreich entfernen doch dabei wurde ein kleiner Nerv verletzt. Wir werden sofort nocheinmal die Nervenströme testen ob überhaupt noch eine Nervenleitung besteht.“ Dem Deutschtürken wurde plötzlich ganz schwindelig! Was sollte das heißen ein Fehler? Hatte er noch eine Chance? Er blickte wieder in das Gesicht des Arztes.
    „Die Chance dass ihr Kollege wieder gehen wird liegt bei 50:50“ erklärte er und sah dabei auf seinen Beeper.
    Der Arzt zeigte auf den Aufwachraum und meinte noch zu Semir er solle Ben´s Angehörigen Bescheid geben.


    Mit sicheren Schritten traten er und der Arzt an das Bett heran Ben war bereits wach der Arzt hatte ihn noch aufgeklärt was passiert war dabei sahen seine geröteten Augen in Semir´s die auch glänzten und mit den Tränen rangen.
    „Ich will nicht mehr Semir!“ murmelte Ben leise als der Arzt fertig mit der Schilderung war und die beiden alleine ließ.
    „Hör auf soetwas zu sagen du schaffst das! Wir schaffen das! Sie haben einen Fehler gemacht und die werden das wieder richten glaub mir!“ wollte Semir ihm versichern und packte seine Hand.


    Sobald Ben richtig wach war fuhren sie ihn samt Bett auf die Neurologie wo sie ihm kleine Elektroden auf die Haut hefteten. Die Hand von Semir hatte er noch immer nicht losgelassen er fühlte sich besser wenn er bei ihm war er strahlte etwas Hoffnung aus.
    „Nun Herr Jäger der Nerv wurde nur minimal verletzt. Es wird einen Bluterguss geben und eine Schwellung. Das kann über sehr lange Zeit andauern sie werden zuerst nur ein Kribbeln spüren. In einem halben Monat werden wir nocheinmal messen umzusehen ob sich etwas verändert hat!“ erzählte der Neurologe den beiden und schrieb etwas auf einen Zettel.
    „Sobald die OP Wunde gut verheilt ist dürfen sie ab nächster Woche vorerst Nachhause! Die REHA Termine bekommen sie dann ebenfalls“ meinte er und reichte den geschriebenen Zettel der Schwester hinter der Leitungsstelle.
    Er reichte den beiden die Hand und Ben wurde wieder zurück auf seine Station gebracht.



    In dieser Nacht war es ruhig man hörte nur den Wind der durch die Fugen des Gebäudes pfiff, Ben lag lange wach er konnte nicht einfach so einschlafen seine Gedanken störten ihm bei diesem Versuch. Er dachte über so vieles nach was ihm durch den Kopf lief nie war ihm schlimmeres passiert eine kleine Schusswunde oder ein Kratzer waren bei weitem nicht so schlimm wie das jetzige. Er wollte doch noch soviel erledigen in seinem Leben. Ihn plagte das Gefühl nicht verstanden zu werden vorallem was seinen Vater betraf der sowieso zu allem eine schlechte Meinung hatte. Er spreizte seine Finger und legte sie auf sein Gesicht er kam sich wie gefangen vor wie im Knast gefesselt an einem Ort und vielleicht kam er von dort nie wieder weg.

  • Nach der letzten Woche musste sich Ben erholen und zwar von sich selbst und dem ganzem drum herum. Der Arzt meinte sie würden ihn am liebsten stationär aufnehmen für die REHA doch Ben hatte abgelehnt. Sein bester Freund hatte ihn als unvernünftig bezeichnet und stundenlang auf ihn eingeredet. Doch er verstand die Aufregung nicht keiner konnte ihn dazu zwingen. Er war nicht klar im Kopf. Waren es die Medikamente? War es einfach noch der Schock? Die Nachhause fahrt verlief ohne weitere Zwischenfälle. Sein älterer Kollege schien beleidigt zu sein über die Unvernunft seines Partners und schwieg ihn die ganze Fahrt lang an. Doch Ben verstand die Situation nicht, scheinbar wollte er sich damit abfinden auch wenn er noch eine Chance hätte es wollte einfach nicht in seinen Kopf. Er warf nur einen kurzen Blick zu Semir dessen Kopf vor Wut rot anlief und ihn schüttelte.
    „Ich versteh dich nicht!“ meckerte er und hielt den Wagen an.
    „Du musst nicht mit hoch kommen!“ meinte Ben und Semir lud den Rollstuhl aus.
    „Kannst du mir bitte sagen wieso du das machst? Wieso zerstörst du dein ganzes Leben? Unser Leben? Ist dir das denn nicht wichtig?“ überhäufte Semir Ben mit fragen doch er schien wieder abwesend zusein als er sich in den Rollstuhl hievte. Er ignorierte jegliche Fragen die ihm zu diesem Thema gestellt wurden als würde er sie nicht wahrnehmen, als wären sie nicht da. Er bedankte sich zum Abschied fürs rüberbringen und Ben fuhr Richtung Eingangstüre.


    Still und alleine saß er nun in der dunklen Wohnung, gefesselt an den Stuhl mit den Rädern unten dran. Er fühlte sich nicht gut er konnte jemanden die Schuld daran geben was passiert war doch es ging nicht! Noch nicht! Ben war wütend, wütend auf sich selbst, wütend auf die Welt um ihn herum und wütend auf das Gefährt unter ihm. Am liebsten wäre er aufgestanden und gegangen, hätte sich nicht mehr umgedreht um nicht wieder dieses Leid ertragen zu müssen. Ein glatter Durchschuss hätte ihn umgebracht „Wäre vielleicht besser gewesen“ stellt er in seinen Gedanken fest die sich festzukrallen schienen. Ihn würde keiner vermissen, keiner brauchte ihn was sollte man auch mit jemanden anfangen der im Rollstuhl saß? Die Spiegel in seiner Wohnung mied er immer denn wenn er an ihnen vorbeifuhr sah er jemand anderen, nicht mehr den alten Ben. Jedesmal kam es ihm so vor als würde ein Fremder vor dem Spiegel vorbeirollen. Sein ganzer Körper schmerzte und zitterte bei jeder kleinster Bewegung seines Oberkörpers. Das sitzen machte ihm zuschaffen er wollte raus aus dem Ding.


    Noch immer kam er sich alleine vor, er zog sich immer mehr zurück wie ein kleines Tier dass Angst vor dem Licht hatte. Er wollte nicht hinaus er hasste die Blicke der Leute die ihn anstarrten als wäre er von einem anderem Planeten und er hasste es wenn Semir immer zu auf ihn einredete und ihm klar machen wollte das es eigentlich doch nicht so schlimm wäre. Hatte er das Wirklich gesagt? Nein er hatte gemeint dass wenn ihn die Leute anstarrten das das nicht so schlimm wäre. Ja! Für ihn aber für Ben nicht das stand fest! Immer wieder wollte ihm sein Hinterkopf klarmachen dass Semir einfach durchschießen hätte sollen dann müsste er diese Qualen nicht ertragen.
    Er konnte es nicht mehr ertragen er musste dem allen ein Ende setzen auch wenn er noch eine Chance hatte zulaufen doch das blendete er aus er sah nur sich und den Rollstuhl alles andere war in eine dunkle Ecke gerückt. Er verstand es nicht, es wurde ihm nicht klar für ihn gab es keine Chance, für ihn gab es keine Zukunft, keine Hoffnung alles war weg immer wieder tauchte das Spiegelbild auf das ihn mit strafenden Blicken ansah. Ohne weiter groß nachzudenken fasste er an die Stangen seines Rollis und buxierte ihn langsam und sicher in die Küche der Wohnung. Seine Blicke fielen auf den Messerblock.


    „Keine Hoffnung! Keine Chance! Keine Zukunft!“ immer wieder schossen diese Gedanken durch seinen Kopf und hefteten sich fest wie kleine Reißnägel. Seine rechte Hand wanderte zu dem Fleischmesser. Er betrachtete die Klinge die im Licht glänzte man sah ihr die Schärfe an, langsam testete er sie und ließ sie zart über seine Haut gleiten sie streifte seine Adern. Die Kälte trieb ihm die Gänsehaut auf den Rücken und ließ seine Härchen zu Berge stehen. Das Messer glitt über seinen muskulösen nackten Arm. Sein Herz pochte heftig gegen die Brust er spürte wie das Blut pulsierte und immer heißer wurde als die scharfe Klinge immer wieder seine Haut streifte. Keiner würde ihn vermissen, keiner hatte eine Chance gegen ihn, gegen seinen Willen. Er vermehrte den Druck auf der Haut und langsam kam das Blut zum Vorschein.

  • Teil 7
    Plötzlich wurde er aus seinem Versuch das Messer tiefer in die Haut zudrücken herausgerissen, das Messer fiel zu Boden und klirrte auf dem Parkett und kam dort zum liegen. Noch immer schlug sein Herz und das Blut bildete kleine Rinnsale auf der nackten Haut. Ein weiteres Mal klingelte es an der Haustüre, seine Blicke wanderten zuerst zu dem Messer, dann zu seinem Arm und anschließend zu der Tür die nun ein drittes Mal von sich gab das jemand hereingelassen werden wollte aus welchem Grund auch immer. Er schüttelte den Kopf und setzte sich in Bewegung. Das Summen ertönte und ein paar Sekunden später klopfte es an der Tür und Semir trat herein der ihn mit entsetzten Augen ansah.
    „Was hast du denn gemacht?“ fragte er besorgt und packte Ben´s blutenden Arm. Er brauchte eine Ausrede und zwar eine verdammt gute denn die Wahrheit war nicht drinnen. Denn wenn er die preisgeben würde, würde ihn Semir sofort in die Klapse einliefern.
    Er drehte sich um und seine Blicke hielten bei dem Messer das vorhin zu Boden gefallen war
    „äem ich wollte etwas kochen und dann ist mir das Messer aus der Hand gerutscht und..!“ seine Stimme bebte hoffentlich war das richtig angekommen.
    „Das müssen wir verbinden! Bevor du noch mehr Blut verlierst!“ stellte Semir fest und wuselt durch Bens Wohnung Richtung Badezimmer um den Erste-Hilfe Koffer zu holen.
    Er schüttete den ganzen Koffer auf das Bett und holte sich zwei Mullbinden eine zum Pressen und eine zum festmachen. Mit der einen Hand drückte er die erste Kompresse fest auf die blutende Wunde und fixierte sie anschließend mit festem Zug. Die Wunde war zum Glück nicht allzutief um noch mehr Blut zu verlieren.
    „Das müsste klappen! Hättest du gesagt das du Hunger hast dann hätte ich dir was mitgenommen! Außerdem seit wann kochst du, du isst sowieso nur Pizza und Salat?“ wollte Semir wissen und hob das Messer auf an dem ein wenig Blut klebte er warf seinem Freund einen skeptischen Blick zu.
    Hatte er es rausgefunden? Was musste er sich jetzt anhören? Dass sie ihn in die Klapse einliefern würden wenn er sich nicht sofort zusammenreiße? Wieder begann sein Herz fester zu schlagen genauso wie vorhin bei dem Messer das über seine Haut gelaufen war.
    Noch immer blickte Semir ihn skeptisch an und ließ über die silberne Klinge das Wasser laufen bis das Blut verschwamm. Der Deutschtürke schüttelte den Kopf er steckte das Messer zurück und rückte den Block etwas aus Reichweite, anscheinend hatte er schon gewittert was los war traute sich aber nichts zusagen.
    „Los komm lass und mal rausgehen!“ forderte sein Partner den Jüngeren auf der unschuldig den Kopf senkte.
    „Wir haben zuweit nicht Platz im Lift, außerdem regnet es!“ Ben versuchte immer eine kleine Ausrede zu finden sei es das Wetter, die Stimmung oder seine Umgebung.
    „Ich kann auch Zufuß gehen du kommst doch zu den Knöpfen hoch oder?“ fragte sein Deutschtürkischer Freund bekam aber keine Antwort!
    „Du bist seit Tagen hier in der Wohnung“
    Ich will nicht Semir!“ wollte Ben ihm zu verstehen geben aber anscheinend kam er nicht so überzeugend rüber und sah beschämend aus dem Fenster.
    „Mach schon wieso denn nicht?“
    „Du verstehst das nicht Semir!“ flüsterte Ben mit brüchiger Stimme und schluckte den Kloß in seinem Hals hinunter. Wieder schossen die Tränen in seine Augen und die Überforderung ließ die Dämme brechen und ihn schluchzen. Noch immer hatte er seinen Kopf Richtung Fenster gedreht und sah den Leuten zu die unten auf der Straße vorbeijoggten.
    „Gibst du jetzt etwa auf?“ wollte sein Freund wissen und trat neben ihn und legte seine Hand auf die Schulter von Ben, wieder kam keine Antwort zurück.



    „Gib dich doch nicht auf Ben der Arzt meinte du hättest eine Chance wenn du daran arbeitest“
    „Ja 50 %!“ motze Ben seine Stimme zitterte und er spürte wie die Wut ihn ihm aufstieg.
    „Komm schon Man!“
    „Weißt du wie das ist wenn du weißt das du dich nicht bewegen kannst und das vielleicht nie wieder? Weißt du wie beschissen es ist wenn man nicht über eine Türschwelle kommt weil sie zu hoch ist? oder weißt du wie es ist wenn du draußen herumfährst und alle Leute dich anstarren und denken: Der arme Kerl noch so jung! Ich kann kein Mitleid gebrauchen und von dir genauso wenig!“
    „Was ist denn nur los mit dir?“ fragte Semir etwas verdutzt nachdem sein Partner ihn so angefahren hatte dieser schüttelte nur den Kopf. Die Tränen stiegen in seinen Augen doch er versuchte sie wieder hinunterzuschlucken er kam sich irgendwie unverstanden vor, so alleine und verlassen.
    „Ich will dir helfen!“ versuchte Semir einen weiteren Anlauf er spürte wie unangenehm es Ben war und er Angst hatte.
    „Du willst mir helfen du hättest mich auch gleich ganz abknallen können als du geschossen hast und nicht nur die Hälfte!“ schnauzte Ben und fuhr in die Küche.
    „Ich hab das Gefühl du willst nicht verstehen! Ich bin dein bester Freund ich halte zu dir und das weißt du!“
    „Ich weiß!“ zwinkerte Ben doch ein Lächeln brachte er nicht heraus und so ernst gemeint war es wiederum auch nicht! Er wollte das Semir ging. Ihn wieder alleine ließ das er sich wieder in seine eigene Welt zurückziehen konnte. Er wollte einfach in Ruhe gelassen werden, das ganze drum herum machte ihn nur müde und brachte ihn Gefühlsmäßig auf die tiefste Ebene die es gab!

  • Teil 8
    Semir hatte noch zehn weitere Minuten auf seinen Freund eingeredet und verschwand dann kurz danach als sein Handy läutete und Susanne ihm einen Auftrag erteilte. Er war ein klein enttäuscht von Ben, er verstand nicht so recht warum er nichts mit sich machen ließ. Für kurze Zeit sah er Ben tief in die Augen die gefährlich zu glänzen begannen und kurz davor waren alle Dämme zu brechen. Er fasste Bens Hand und hockelte sich nieder dass er auf seiner Augenhöhe war dieser schluckte fest und war gespannt auf das was kam. Er wartete doch irgendwie schien Semir nichts herauszubringen er holte Luft wollte anfangen etwas zu sagen und brach schließlich ab.
    „Ich muss los!“ spuckte Semir aus und klopfte Ben auf die Schulter
    „Ruf an wenn du was brauchst Kumpel!“ meinte er und warf Ben noch einen letzten Blick zu bevor die Türe ins Schloss fiel.


    Nun war Ben wieder alleine, es herrschte unheimliche Still um ihn herum der Regen vor dem Haus hinterließ kleine Tropfen auf der Scheibe die eifrig am Fenster herunterrutschten und einen kleinen See auf der Fensterbank bildeten. Er fühlte sich komisch und sein schwerer Seufzer machte ihm klar das er jetzt an dem Zeitpunkt angekommen war wo er etwas unternehmen musste. Vielleicht hätte er einfach ein Ende setzen müssen er hätte einfach nur schneller sein müssen, nicht solange überlegen dürfen und dann wäre jetzt alles vorbei. Die ganzen Gedanken wären weg und auch Ben wäre dem Licht näher gekommen. Aber irgendetwas in ihm sagte das das nicht gerade klug war daran zu denken. Er war nicht Selbstmordgefährdet er liebte doch sein Leben oder nicht? Er hatte schon soviel erlebt und eigentlich noch soviel vor wenn er anfing daran zu arbeiten.


    Ein greller Blitz erhellte den Raum und es zogen wieder dunkle Wolken am Himmel auf und der Regen schlug geräuschvoll auf die Fensterscheiben der Wohnung. Er hätte diesen Satz vorhin einfach nicht sagen dürfen, er ärgerte sich über sich selbst was hatte er sich nur dabei gedacht zu sagen „Du hättest mich auch gleich ganz abknallen können als du geschossen hast und nicht nur die Hälfte!“. Ein weiterer Blitz erhellte den Raum und anschließend folgte der laute Donnerhall der die Gläser im Kasten zum zittern brachte. Er durfte nicht warten er musste etwas unternehmen, er musste daran arbeiten egal wieviele Rückschläge noch kamen, egal welche Schmerzen entstehen er hatte schließlich Semir an seiner Seite der ihn unterstützte.


    Wieder fielen Bens Blicke auf die Straße vielleicht tat es ihm wirklich einmal gut hinauszukommen so wie sein Kollege es ihm geraten hatte. Auch wenn es jetzt gleich regnen sollte. Er senkte seinen Kopf und entschloss schließlich hinunterzufahren. Um die frische Luft zu genießen und die Regentropfen zu spüren. Die erste Hürde war die Türschwelle und die Enge im Lift, die Drückknöpfe die etwas weiter unten angebracht waren erleichterten es ihm sichtlich an sie heranzukommen. Das Summen des Fahrstuhls erklang ein leichter Ruck und schon ging es ein paar Stockwerke tiefer.


    Zu seinem Glück war die große schwere Türe die hinausführte offen so dass er problemlos hinaus konnte. Einzelne Tropfen landeten auf der Straße die sich allmählich vermehrten und ein angenehmes Rauschen in Bens Ohren hinterließen. Seine Haare waren kurze Zeit später klitschnass und auch sein T-Shirt klebte nass an seiner Haut. Er war alleine auf der Straße, keine Leute, keine Autos nur Ben.


    Zum ersten Mal fühlte Ben sich richtig wohl in seiner Haut und vergaß den Rollstuhl, die Probleme und die Gedanken die ihn seit einigen Tagen unenthöhrlich verfolgten. Das einzige was er hörte war das gleichmäßige Rauschen des Regens der auf ihn einprasselte. Er saugte die frische Luft tief in seine Lungen und stieß sie wieder fest aus er fühlte sich frei, streckte die Arme aus, ließ seinen Kopf zurückfallen und genoss einfach das feuchte Nass das auf seinem Gesicht landete. Er wollte nicht zurück in seine Wohnung denn hier fühlte er sich wohl und so könnte er die nächsten zwei Stunden auch verbringen. Einfach nur ihm Regen stehen die Tropfen spüren und dem Klang zuhören wenn er auf den Straßen niederschlug.


    Langsam wurde ihm klar das auch kleine Dinge die man sonst so hasste etwas Schönes waren und einem große Freude bereiten konnten Nun fielen ihm auch wieder die Worte von Semir ein „Ich halte zu dir“ genau diese Sätze liefen durch seinen Kopf. Er wahr froh in ihm so einen guten Freund gefunden zu haben. Er würde ihm bei jeder Gelegenheit helfen und genau das würde Ben auch machen. Er war glücklich wenn sein Kumpel in der Nähe war, er hatte Spaß und das war das einzige was man brauchte wenn man aufgebaut werden wollte.



    Bewusst fasste er in seine Hosentasche und fischte sein Handy hervor und gab die Nummer von Semir ein bald leuchtete ein kleines Bild auf und das Tüten erklang.
    „Ja?“ kam es vom anderen Ende
    „Ben?“ fragte die Stimme wieder und wirkte wie gewohnt ruhig und überlegt.
    „Kannst du vorbeikommen?“ fragte Ben in den Hörer und wartete auf die Antwort
    „Ist was passiert?“ kam eine weitere Frage von seinem Freund dem man schon anhörte das er sich bereits in Bewegung gesetzt hatte.
    „Schnell komm vorbei! Es ist herrlich hier!“ ließ Ben ihn wissen, legte auf und genoss weiter den warmen Sommerregen.



    Habe überlegt ob das der letzte Teil sein soll.. das Ende würde ja passen :) Aber das dürft ihr entscheiden obs ihr noch einen Teil wollt oder nicht :)

  • „Was machst du da?“ fragte Semir der sein Auto neben Ben zum Stehen brachte dieser sah total verzaust aus und war von oben bis unten nass.
    „Das ist super!“ gab er knapp von sich und schloss wieder seine Augen.
    „Was ist los?“ flüsterte Semir verwirrt doch Ben hatte noch immer die Augen geschlossen und genoss den Regen.
    Semir stellte den Wagen ab und wartete auf Bens Reaktion bis der Regen etwas nachließ.
    „Ich hab genug können wir reingehen?“ wollte er von Semir wissen der ihn noch immer etwas nachdenklich ansah. Was war nur los mit ihm? Wieso war sein Freund plötzlich so komisch drauf? Er war so glücklich vor ein paar Stunden sah man nur in Leere Augen und einen Menschen der bereits mit seinem Leben abgeschlossen hatte. War das eine Eingebung? dachte sich der Ältere und nickte zustimmend auf Bens Frage.
    „Fahre schon mal rauf ich komm gleich nach!“ meinte Semir und sah zu wie Ben den Rollstuhl wieder in den Wohnblock fuhr.
    Noch immer perplex von dem Geschehenen musste Semir erst einmal durchatmen. Was sollte er jetzt machen? Was sollte er jetzt sagen? Und wieso um Gottes willen machte er sich solche Sorgen obwohl doch alles in Ordnung war? Es war so wie er es wollte doch irgendetwas sagte ihm das noch einiges auf ihn zukommen sollte. Er stieß einen tiefen Seufzer aus und stieg aus dem Wagen aus. Mit langsamen Schritten näherte er sich dem Wohnblock und ging durch die Türe. Der Lift summte als er herunterfuhr und die Türen sich knarrend öffneten und er eintrat. Die Anzeige verriet ihm dass er jetzt im letzten Stock angekommen war. Die Türe von Ben´s Wohnung stand einladend weit offen
    „Wo bleibst du denn?“ kam es aus der Wohnung. Sein jüngerer Kollege lächelte ihn an als Semir die Wohnung ein weiteres Mal betrat.
    „Was ist los?“ fragte Ben besorgt und sah Semir schräg an.
    „Gar nix!“ kam es leise zurück
    „Freust du dich nicht für mich? Weißt du als ich da draußen stand war ich total glücklich, frei von allem und das es eigentlich nicht schlimm ist und das man für Dinge kämpfen muss egal wie schmerzhaft und schwer sie sind egal wieviele Rückschläge es gibt! Verstehst du? Mir ist etwas klar geworden!“ erklärte Ben seinem Freund der leicht schluckte und nickte.


    Ben kniff die Augen zusammen er wusste das Semir etwas bedrückte er fuhr näher an ihn an und gab ihm einen Schubs
    „Danke! Du hilfst mir doch oder?“ wollte Ben wissen und sah zu Semir hoch der ihm in die Augen blickte.
    „Natürlich Kumpel!“ antwortete er und ein Lächeln huschte über sein Gesicht.
    „Ich hab vorhin im Krankenhaus angerufen und ab Montag komme ich stationär auf die Reha! Ist das nicht toll?“
    „Ja das is super! Ich freu mich für dich das du dich endlich dazu durchgerungen hast!“ meinte Semir und klopfte ihm brüderlich auf die Schulter.
    „Du freust doch gar nicht!“
    „Doch es ist nur… ach nichst ich freu mich doch ich hol dich am Montag ab versprochen okey?“
    „Geht klar“ lächelte Ben und ließ es gut sein.
    Nachdem Semir nach einiger Zeit gegangen war ging Ben sich schließlich heiß duschen, zwängte sich dabei in die Dusche hinein und ließ sich danach müde ins Bett fallen. Das war vielleicht ein Abend, ein toller Abend ohne Sorgen und Probleme.


    Der Morgen sah noch fröhlicher aus die Regenwolken waren außer Sicht und die Sonne drängte sich durch die Vorhänge in die Wohnung. Das Läuten der Türklingel brachte ihn aus seiner gemütlichen Aufwachphase er hörte wie ein Schlüssel herum gedreht wurde und jemand seine Schuhe in die Ecke warf und mit schnellen Schritten auf ihn zu kam
    „Ben? Los komm steh auf, mach schon?“ forderte ihn eine bekannte Stimme auf und zog die Decke von seinem Kopf.
    „Was willst du denn?“ fragte Ben noch im Halbschlaf und drehte sich weg.
    „Komm wir haben nicht ewig Zeit!“ forderte ihn Semir auf und packte Bens Arme um ihn hochzuziehen.
    Kurz bevor Ben bereit war verschwand Semir noch in der Toilette. Als er zurück kam sah ihn Ben ganz überrascht an als würde er ihn zum ersten Mal sehen.
    „Was los?“ wollte Semir wissen und wischte sich die Hände an seiner Jean.
    „Setz dich hier hin!“ forderte Ben ihn auf und Semir befolgte langsam der Anweisung.
    „Siehst du das?“ flüsterte Ben und zeigte auf seine kleine Zehe die sich minimal bewegte, ein breites Grinsen zeichnete sein Gesicht und strahlte dabei Semir an der ihm um den Hals fiel.
    „Das ist ja super oder?“ freute er sich, stand auf und zeigte zur Haustüre
    „Können wir?“ fragte der Deutschtürke als sich Ben fertig ungezogen hatte und in den Rollstuhl umsetzte.
    „Wo ist deine Tasche?“ fragte Semir und sah sich im Raum um
    „Im Vorzimmer!“ ließ ihn Ben wissen und dann konnte die Fahrt in die Klinik auch schon beginnen.

  • Teil 10
    Wünsch euch viel Spaß beim Lesen :) näheres erfahrt ihr Morgen :)


    „Du weißt das Montagmorgen nicht die beste Zeit ist um mich so brutal aus dem Bett zuwerfen oder?“ fragte Ben und schloss den Reißverschluss seiner Jacke.
    Doch Semir war zu aufgeregt um ihm zuzuhören außerdem musste er sich auf die Straße konzentrieren.
    „Du kommst doch mal vorbei oder?“ wollte Ben wissen und sah dabei auf sein Handy
    „Sprichst du mit ihm oder mit mir? Tschuldigung ich hab dir nicht zugehört!“
    Ben sah auf und steckte sein Handy in die Jackentasche zurück.
    „Natürlich hast du nicht zugehört!“ lächelte Ben ihn an und sah aus dem Beifahrerfenster.


    Nach einer Stunde Fahrt waren die beiden endlich angekommen. Semir räumte sorgfältig den Rollstuhl aus dem Auto, klappte ihn auf und schob ihn zu Ben hinüber.
    „Auf los geht’s los oder?“ fragte Ben und sah seinen Freund traurig an.
    „Du schaffst das!“ meinte Semir und sah zu wie Ben sich in den Rollstuhl umsetzte.
    „Bringst du mich noch rein?“ murmelte Ben und schon setzte sich der Rollstuhl in Bewegung Richtung Haupteingang.
    Die Aufnahme erfolgte ohne Probleme und kurzerhand stand er schon in seinem Zimmer.
    „Du packst das!“ machte ihm Semir Mut und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter ein Lächeln huschte über Bens Gesicht.


    Die Nacht war stürmisch und an Schlafen war nicht zu denken, die Lichter der Stadt erhellten den Raum und störten Ben´s Träume. Doch wenige Zeit später packte ihn dann doch die Müdigkeit und seine Augenlider fielen ohne zu zucken zu.
    Der Morgen war schon etwas ansehnlicher denn Ben war frisch, munter und bereit in den Tag zu starten um endlich mit den Therapien zu beginnen.
    Um Punkt 8 Uhr wurde auch schon das Frühstück gebracht worüber sich Ben sofort hermachte und alles bis auf den letzten Krümel verputzte. Zufrieden und mit vollem Magen wartete er nun auf die Visite.
    Schon nach ein paar Minuten wurde die Tür ein weiteres Mal geöffnet und ein junger Arzt trat herein er lächelte Ben freundlich entgegen und schüttelte ihm die Hand.
    „Sie müssen Herr Jäger sein mein Name ist Dr. Jahn ich betreue sie in der nächsten Zeit haben sie die erste Nacht gut überstanden?“ fragte er und blätterte in seiner Akte
    „Ja ganz gut!“ gab Ben von sich
    „Wir werden zuerst noch ein paar Untersuchungen anstellen und am Nachmittag können sie mit den ersten Übungen beginnen die ihnen unsere Physiotherapeutin zuteilt!“ ließ der Arzt seinen Patienten wissen.
    Ben nickte zustimmend und hatte auch keine weiteren Fragen er ließ einfach einmal alles auf sich zukommen.
    Auf Anweisung des Arztes kamen sofort einige Schwestern die ihm wieder Elektroden an die Haut hefteten um damit die Nervenströme zu testen.
    „Das sieht gut aus Herr Jäger!“ betonte eine von den beiden und riss den Zettel ab der aus dem Gerät gedruckt wurde.
    „Ich werde das sofort weiterleiten sie dürfen sich jetzt erstmal erholen am Nachmittag kommt Fr. Bachleitner zu ihnen wegen den Therapien“ erklärte ihm die jüngere Schwester und schenkte ihm ein Lächeln bevor sie wieder aus dem Zimmer verschwanden.
    Den restlichen Vormittag verbrachte Ben damit sich das Klinikgelände anzusehen und rollte durch den Park, genoss die Sonnenstrahlen und war schon voller Aufregung wegen des kommenden Nachmittags. Die Sonne blendete seine Augen als er über den Weg fuhr und dabei übersah er eine junge Frau die gerade Richtung Klinik ging und mit ihm kollidierte und dabei unsanft am Boden landete.




    „Ogott Entschuldigung ich äem ich bin so ein Tollpatsch entschuldigen sie“ stotterte Ben und reichte ihr die Hand um sie hochzuziehen.
    „Das macht doch nichts kann doch mal passieren!“ meinte die junge Frau und lächelte ihn an. Er wusste nicht wielang er sie einfach nur ansah, ihre braunen Augenschimmerten und ihre dunklen Haare glänzten im Licht.
    „Geht’s ihnen gut?“ fragte sie plötzlich und brachte Ben aus seinem Traum.
    „Äem ja natürlich.. hoffentlich bekommt man den Fleck wieder raus!“ bemerkte Ben und zeigte auf die verschmutzte Hose.
    „Ach das macht gar nichts ich wechsel die Hose mind. 10x am Tag!“ lachte sie und sah auf die Uhr
    „Sie entschuldigen mich meine Patienten warten!“ ließ sie ihn wissen und zeigte Ben nocheinmal ihr Lächeln bevor sie mit schnellen Schritten ins Gebäude verschwand. Er sah ihr nach und fuhr anschließend zurück in sein Zimmer wo er auch schon von der Physiotherapeutin freundlich empfangen wurde. Sie sah nett aus und begutachtete ihren Patienten genau.


    „Hallo ich bin Eleonore Bachleitner ich bin die Physiotherapeutin hier in der Klinik! Wie geht es ihnen Herr Jäger?“ sie schüttelte zur Begrüßung seine Hand und wartete auf seine Antwort.
    „Ganz gut danke!“
    „In den nächsten Tagen werden wir erst einmal passive Übungen machen das heißt ich werde ihnen die Füße durchbewegen und ihnen zeigen wie sie es auch selbst anwenden können später können wir mit den Elektroden anfangen das kennen sie ja bestimmt schon nur hier kommen sie auf die Beine ich hab gehört sie können sie schon ein wenig bewegen?“ fragte sie und sah ihn neugierig an
    „Äem ja meine Zehe!“
    „Das ist gut das ist schon ein Anfang sie werden sehen das geht schneller als sie denken!“ lächelte sie voller Elan.
    „Für die ersten Übungen ist es besser wenn wir sie im Bett durchführen!“ erklärte sie ihm und Ben befolgte ihre Anweisungen und legte sich in sein Bett zurück. Nun fing sie an Ben´s Beine durch zubewegen.

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  • „Hier für dich!“ sagte Semir und reichte seinem Freund ein gefaltetes Blattpapier, Ben nahm es entgegen und machte es auf.
    „Danke! Ist das von Ayda?“ fragte Ben und legte es auf seinen Nachtisch so dass er es gut sehen konnte
    „Ja!“ antwortete Semir
    „Sag ihr dass ich sie lieb hab ok?“ machte ihm Ben klar.
    „Wollen wir in den Park rausgehen?“ fragte Ben seinen Kumpel und setzte sich in seinen Rollstuhl
    „und wann hast du deine nächste Therapie?“
    „Erst in einer Stunde wieder!“ gab er von sich während Semir neben ihm her ging.


    Die Vögel zwitscherten und irgendwie war Ben wieder zufrieden, Semir war da und er war noch immer recht zuversichtlich was die Therapie anging.
    „Heute haben sie wohl Begleitung mit passen sie bloß auf ihn auf!“ lachte jemand und hielt vor Ben´s Füßen an der leicht abbremste.
    „Ja er passt auf das ich keinem über die Füße fahre!“ ließ er sie wissen und sie kicherte dabei fielen ihre braunen Locken ins Gesicht.
    „Ich bin übrigens Frau Dr. Amélie Eckschlager“ lächelte Amélie und streckte Ben die Hand entgegen
    „Ich äem ich bin Ben“ nuschelte er schüttele die Hand und wurde rot. Was war nur los mit ihm? Sonst war er nicht so schüchtern?
    „Ich muss wieder los meine Patienten warten nur ungern sie kennen das ja bestimmt! Tschüss“
    „Äem Tschüss“ sagte er dann doch etwas lauter zum Abschied und sah ihr wieder hinter her.
    „Hallo? Hallo? Wer war das?“ fragte Semir verdutzt und beugte sein Gesicht zu Ben hinunter solange bis er ihn registrierte.
    „Ich hab sie zusammengefahren!“ meinte Ben leicht abwesend
    „Du hast waaas? Das ist typisch du“ stieß Semir überrascht hervor und lächelte.
    Nun sah er wieder auf lachte und fuhr weiter vorwärts.
    „Heute Früh haben sie in meine Füße hineingepieckst! Und ich hab schon ein klein wenig gespürt!“
    „Das ist klasse Ben“ lobte ihn Semir und war froh darüber dass es Ben wieder etwas besser ging doch er wusste nicht dass diese euphorische Laune bald wieder vorüber war.


    Später war Ben wieder allein, Semir war wieder abgereist und musste wieder Dienst schieben. Momentan fühlte sich Ben einfach nur Müde außerdem war ihm langweilig und das Essen war auch nicht gerade das Beste was auf Ben´s Gemüt schlug. Sein Magen rumohrte am liebsten hätte er jetzt Pizza mit feinem Salamibelag und mit ganz dick Käse darauf. Er zog die Decke über sein Gesicht und schloss die Augen. Plötzlich fühlte er sich wieder ein paar Zentimeter kleiner, er war wieder alleine er wollte jemanden zum Reden, jemanden mit dem man lachen konnte und vor ihm saß und ihm nicht durchs Handy sagte „Du schaffst das ich weiß das!“. Eigentlich sollte er doch glücklich sein aber das war er nicht. Als er über die Decke blinzelte sah er wie sich die Türe öffnete
    „Herr Jäger geht es ihnen gut?“ fragte jemand und Ben sah auf.
    „Ja ich bin nur etwas Müde“ gab er zu und fuhr sich über sein Gesicht. Schon wieder ein neuer Arzt?
    „Ich weiß es ist bei ihnen sehr viel los und pausenlos stellen sich neue Leute vor aber glauben sie mir ich kenne das!“ erklärte der junge Mann. Er war unter seinem Kittel normal gekleidet und sein Klemmbrett mit dem Kugelschreiber trug er fest unter seinem Arm. Mit dem Dreitagebart sah er nicht wirklich wie ein Arzt aus. Mit schwitzigen Händen fasste er Ben´s Hand, rückte seine Brille zurecht und stellte sich vor
    „Also ich bin Dr. Henning ich bin Psychologe“
    „Kommen sie jetzt jeden Tag?“ fragte Ben und hatte sich schon so etwas in die Richtung gedacht. Der Typ sollte schnell wieder verschwinden er wollte nicht mit einem fremden Heini über seine Gefühle reden und ihm irgendwelche Sinnfragen beantworten. Er wollte dass die Therapien schnell vorüber gingen doch nicht alles im Leben lief so glatt.
    „Nein nein natürlich nur einmal in der Woche oder auch öfters wenn sie mich brauchen!“
    „Sie haben meine Frage noch nicht beantwortet!“ fragte Dr. Henning plötzlich und riss Ben aus seinen tiefen Gedanken.
    „Sie können sich doch noch an die Frage erinnern oder?“ wollte er ein weiteres mal wissen und lächelte ihn an.
    „Ob es mir gut geht? Ja momentan geht es mir sehr gut“ ließ Ben ihn freundlich wissen und Dr. Henning kritzelte sofort irgendetwas auf sein Board.
    Schon ging die Zimmertüre wieder auf und die Physiotherapeutin trat mit einem breiten Grinsen ein. Warum waren die hier alle nur so glücklich?
    „Dann werde ich wieder gehen und sie und Frau Bachleitner nicht weiterstören! Ich wollte mich nur vorstellen! Wir werden uns nächste Woche nocheinmal sehen. Danke!“ bedankte er sich und verschwand wieder.


    Nun konnte die nächste Therapie beginnen. Doch Ben konnte sich nicht so richtig darauf konzentrieren.
    „Sie machen Fortschritte Herr Jäger der Schmerztest heute früh sagt klare Ergebnisse wenn das so weiter geht dann können wir bald mit aktiveren Übungen beginnen. Heute halten wir uns aber noch an die Elektrobehandlungen. Morgen Früh komme ich ebenfalls zu ihnen dann versuchen wir ein paar andere Sachen“ erklärte Frau Dr. Bachleitner und heftete die Elektroden an seine Beine. Er nickte zustimmend und versuchte sich einfach zu entspannen.

  • Nächster Teil :) hie rhab ich mich ein wenig auf Semir konzentriert ;)



    Das klirren des Windspiels vor der Terrasse brachte ihn um seinen Schlaf. Irgendwann würde er das Ding abreißen. Der Atmen seiner Frau berührte seine verschwitzte Haut und überzog ihn mit Gänsehaut. Vorsichtig schob Semir die Decke zur Seite und berührte den Boden mit seinen nackten Füßen. Mit leisen Tritten schlich er sich aus dem Schlafzimmer, den Flur entlang bis ins Bad. Mit einer kurzen Handbewegung legte er den Lichtschalter um und schloss geräuschlos die weiße Holztüre. Das helle Badezimmerlicht ließ ihn kurz blinzeln. Seine Beine führten ihn zum Waschbecken. Sein Atem bildete einen weißen feinen Belag auf dem Spiegel der sofort wieder verschwand. Mit seiner Handfläche wischte sich Semir die Schweißtropfen von der Stirn. Er sah in sein eigenes Gesicht, die tiefen Gräben unter seinen Augen von den schlaflosen Nächten und den qualvollen Alpträumen, seine Augen gezeichnet von Hoffnungslosigkeit und Trauer blickten ihn an und schienen sein Verhalten zu beobachten. Jede kleinste Bewegung fingen sie ein und setzten sich in seinem Gedächtnis fest. Immer wieder ratterten die Bilder die er in seinen Träumen sah wie ein Film über den Spiegel. Immer wieder dieselben Bilder mit immer wieder den gleichen Gedanken und mit denselben Bewegungen. Wieder drang das klirren an seine Ohren das es unerträglich machte sich zu konzentrieren. Noch immer sah er in den Spiegel in sein müdes Gesicht. Immer näher rückte er an seines Gleichen und berührte ihn fast mit der Nasenspitze als plötzlich jemand an der Tür klopfte.
    „Schatz? Alles in Ordnung?“ kam es dumpf von draußen und mit müden Blicken sah er auf die weiße Badezimmertüre. Sein Atem wurde schwerer sein Körper wurde heiß, sein Herz schien immer schneller zu schlagen und die Schweißperlen auf seiner Stirn flüchteten über seine Nasenspitze. Gekonnt schnappte er sich ein Handtuch und wischte einmal darüber. Er musste nur die Türklinke fassen und antworten.
    „Klar ist alles in Ordnung! Ich äem lass uns wieder ins Bett gehen Schatz!“ meinte er drückte ihr einen Kuss auf die Wange, wanderte wieder über den Flur zurück ins Bett. Seine Frau legte ihren Kopf auf seine Brust und war innerhalb von einigen Minuten wieder eingeschlafen. Nur er nicht denn er starrte an die dunkle Wand über ihm wieder hörte man das Klirren des Windspiels und den Wind der durch die Bäume rauschte. Er konnte nicht sagen dass er nicht schlafen konnte. Das konnte er schon lange nicht mehr denn immer wieder sah er wie sein Freund zu Boden sank, der immer wieder seine Worte ihn einfach abzuknallen wiederholte und diese Situation brannte sich in sein Gedächtnis ein. Kaum schloss er die Augen war es wieder soweit alles fing wieder von vorne an wirklich alles bis ins kleinste Detail. Heute war Semir noch bei ihm gewesen hat gelacht doch lange konnte er das nicht. Er konnte seinen Freund nicht anlügen und ihm sagen er würde jeden Tag brav arbeiten gehen. Denn das machte er schon einige Zeit nicht mehr. Doch er wollte nicht das man ihn leiden sah genauso wenig wenn man Ben bemitleidete. Für ihn war es immer dieselbe Geschichte mit den erlebten Ereignissen die nun nicht mehr weggingen, die nun Schuld daran waren das er nicht mehr ganz frisch im Kopf war. Das Bild als die Kugel auf Ben zuraste würde er nie wieder wegbekommen. Er konnte sich noch so oft entschuldigen und Ben noch so oft besuchen um nicht aufzufallen einfach das keiner Verdacht schöpfte wie es ihm wirklich ging und jeder daran glaubte mit einer Entschuldigung und den Besuchen wäre es getan. Jeder würde glauben seine Schuldgefühle wären schon längst in den Tiefen verschwunden doch in Wirklichkeit hatten sie ihn fest im Griff und würden ihn in der nächsten Zeit nicht mehr so schnell loslassen.

  • Da guck ich ins Dokument und seh das ja schon das nächste Kapitel fertig ist O.O hat ich ganz vergessen :o


    „Was war denn letze Nacht los mit dir?“ wollte Andrea von ihrem Mann wissen der müde den Kopf hob.
    „Schlecht geträumt! Ich fahr wenn ich Ayda in die Schule gebracht habe zu Ben!“
    „Merkst du das? Immer wenn was los ist flüchtest du zu Ben! Du weichst aus und du merkst es nicht einmal!“ warf Andrea, Semir vor als die beiden am Frühstückstisch saßen und mit den Kindern aßen.
    „Tut mir leid er ist mein Freund ihm geht es schlecht er braucht mich!“
    „Nein Semir dir geht es schlecht und wahrscheinlich schlechter als ihm wenn du alles in dich hineinfrisst!“
    „Was soll ich deiner Meinung nach machen?“ fragte Semir
    „Rede mit ihm darüber!“
    Er seufzte und stand auf „Ich werds versuchen!“ murmelte er und drückte Emely einen Kuss auf die Wange.
    „Bist du fertig mein Schatz?“ fragte er Ayda die ihre Schultasche auf den Rücken hob.
    „Ja tschüss Mami!“
    „Tschüss kleine Maus!“ hörte man noch bevor die beiden das Haus verließen.
    „Papa?“ fragte sie als sie sich im Kindersitz anschnallte
    „Ja was ist?“ wollte Semir wissen
    „Kann ich einmal mitkommen um Onkel Ben zu besuchen?“ wollte sie wissen und lächelte
    „Ja wenn es ihm besser geht meine Süße!“ antwortete ihr Vater und startete den Motor des Wagens.


    Ben´s Nacht war heute schleichend vorübergegangen denn er lag die ganze Zeit wach. Wieder hatte er sehr geschwitzt und die Decke auf den Boden geworfen. Das Frühstück ließ er stehen, der Gang zur Toilette war momentan zu anstrengend und kostete viel Zeit.
    „Sie müssen etwas mehr Trinken Herr Jäger!“ wies ihn die Schwester noch daraufhin aber Ben hatte nicht einmal Lust dazu. Wenn er aus dem Fenster sah, sah er einen großen grünen Baum der rauschte wenn der Wind durch pfiff und sich darin wiegte. Plötzlich ging die Türe zu Ben´s Krankenzimmer schwungvoll auf und die Physiotherapeutin trat ein. Achja sie kam ja jetzt zweimal am Tag fiel Ben ein und lächelte ihr entgegen.
    „Sie sehen etwas müde aus geht es ihnen gut?“ fragte die junge Frau besorgt
    „Ich habe nur etwas schlecht geschlafen!“ ließ er sie wissen.
    „Ich darf ihnen sagen das die Therapie gut voran geht sehen sie sie können schon gut die Fußgelenke kreisen lassen das können sie immer wieder zwischendurch üben das ist sehr gut. Wir werden heute wieder mit den aktiven Übungen beginnen und danach die Elektrotherapie.“
    „Ok“ nickte Ben
    Zuerst führte die Therapeutin die Übungen vor danach war Ben an der Reihe. Er musste die Fußgelenke kreisen und streckte sie und zog sie zu sich. Auch das Austrecken beider Beine ging mit viel Anstrengung schon gut voran.
    „Ich weiß das ist sehr anstrengend für sie wenn sie genug haben müssen sie es nur sagen. Am besten sie machen die Übung 3x mal vor dem Umsetzen in den Rollstuhl und Abend auch noch 3 x mal wenn sie können auch öfters“ erklärte sie ihm und ließ ihn die Übung selbst durchführen. Die Übung brachte Ben mächtig ins Schwitzen und machte ihn müde. Als er genug hatte folgte die altbekannte Elektrotherapie und hier konnte er sich wieder entspannen.
    „Wenn sie nächste Woche bereit sind könnten wir die ersten Übungen im Wasser machen!“ schlug sie vor.
    „Ja? Kommen da noch andere Untersuchungen hinzu?“ fragte er
    „ Dr. Jahn weiß das besser als ich aber ich denke bevor wir mit der Therapie beginnen wird er zuerst noch Untersuchungen anstellen ja!“ meinte sie und sah auf die Uhr.


    Nach der Therapie war er nun wieder alleine und konnte sich halbwegs etwas entspannen er bewegte seine Zehen und streckte ab und zu seine Füße was ein gutes Gefühl hinterließ. Sein Handy klingelte lauthals als er abhob
    „Hei Ben ich komm jetzt vorbei ist da sin Ordnung?“ fragte
    „Musst du nicht arbeiten?“ wollte Ben wissen doch Semir hatte schon aufgelegt.





    ACHTUNG: Fortsetzung am 6. Juli !!!

    Edited once, last by CaroLine ().

  • Hi
    Ich danke euch für eure Geduld ich hoffe ihr bleibt der Gesichte noch treu :)
    Eigentlich wollte ich ja am 6.Juli wieder anfangen da ich da wieder genügend Zeit habe dann hab ich mir gedacht da ich ohnehin jetzt zeit habe schreibe ich heute etwas für euch ^^ und stelle das Kapitel morgen rein. ABER morgen hat es bei uns bis zu 39 Grad das heißt Computer ist gestrichen das Boot, die Hunde werden eingepackt und ab gehts zum See danach gehts dann gleich in den Stall. Da ich dann immer so spät heimkomme hab ich keine Lust mehr. Darum bekommt ihr die Fortsetzung heute :) und sogar in einer etwas längeren Ausführung


    Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen :)


    Grimmig sah Ben seinen Kollegen an als er ihm gesagt hatte dass er psychisch total fertig war und ihn sogar Frau Krüger beurlaubt hatte. Er verstand nicht warum er es so lange vor ihm geheim gehalten hatte und mit dem Gewissen zu ihm gekommen war es ginge ihm gut. Mit einer langsamen für ihn anstrengenden Bewegung striff er seine Füße über das Bett und ließ sie hinunter baumeln. Er sah seinem Freund in die Augen der beschämend den Kopf senkte und am liebsten im Erdboden versunken wäre. Hätte er es doch für sich behalten dann wäre er jetzt nicht in diese dumme Situation gekommen. Noch immer fixierte er ihn er erwartete wohl eine Entschuldigung, eine Frage oder eine Antwort.
    „Das ist nicht dein ernst oder?“ wollte Ben wissen und wurde immer wütender
    „Ich...“ fing Semir an doch Ben unterbrach
    „Man was soll das wieso sagst du nichts?“
    „Ich dachte das belastet dich dann noch mehr!“ bemerkte Semir und sah Ben dabei an
    „So ein Blödsinn das war ein Unfall es war nicht deine Schuld keiner hat Schuld lenk dich ab geh mal Laufen oder sag der Krüger du willst wieder arbeiten aber mach irgendwas“
    „Du hast ja recht“ murmelte Semir
    „und Andrea?“ wollte Ben wissen und zog seinen Rollstuhl näher ans Bett
    „Ach lass uns nicht länger drüber reden sie ist sowieso schon so schlecht aufgelegt!“
    „Du machst mich fertig!“ lächelte Ben ihn verschmitzt an und setzte sich in seinen Rollstuhl um
    „Du mich auch man!“ lachte Semir und klopfte Ben sanft auf die Schulter
    „Sag es mir aber nächstes Mal sofort!“ meinte Ben und fuhr aus dem Zimmer und danach neben seinem Freund her durch den Gang. Die wöchentlichen Spaziergänge machten ihn glücklich und schaffte ihn aus der Klinik außerdem konnte er sich so nach Amelie umsehen die er immer in ihrer Pause dort antraf denn sie stimmte ihn noch besser. Nach kurzer Zeit ließ Semir seinen Freund auch schon wieder alleine denn er musste Emely vom Kindergarten abholen. Nun stand Ben ganz alleine im Park und wartete bis die Zeit vorüberstrich.



    „Lust auf nen Kaffee? Ich könnte einen Vertragen sie auch?“ fragte ihn plötzlich jemand und er blickte in Amelies Gesicht das ihm freudenstrahlend entgegen lächelte. Er kam sich etwas überrumpelt vor und blickte in ihre Rehbraunen, glänzenden Augen, ihre Haare schimmerten in der Sonne und noch immer stand ihr ein Fragezeichen im Gesicht. Was hatte sie gerade gefragt Ben hatte die Frage wieder vergessen ihr Lachen riss ihn dann aus den Gedanken
    „Äem ja klar sehr gerne!“ antwortete er ließ ihr den Vortritt sie kicherte leise und ging vor.


    Ben erzählte der jungen Ärztin von seinem Job dem Unfall von Semir und den Kindern und sein Erlebnis als er im Regen stand und sich einfach gehen ließ. Ben wusste nicht wielange sie dort gesessen hatten es kam ihm vor als wären es nur ein paar Sekunden gewesen. Er beobachtete sie wie sie ihre Haare zurecht richtete die Uhr kurz fixierte und ihm danach freundlich entgegen lächelte. Gerade wollte er etwas sagen stand sie auf „Soll ich sie noch aufs Zimmer begleiten?“ fragte sie und wurde rot wie eine Tomate was Ben zum schmunzeln brachte „Wollen wir uns duzen?“ schlug er vor und sie fing den Satz nocheinmal an „Soll ich dich noch auf dein Zimmer begleiten?“ er nickte.



    Kurz vor der Zimmertüre hielt Amelie plötzlich inne und sah Ben einfach nur an. Sie lächelte und der Schatten an der weißen Wand näherte sich Ben gefährlich. Ihre roten Lippen näherten sich seinen und ein elektroschockähnlicher Ruck fuhr durch seinen Körper als sich ihre Lippen sanft berührten. Seine rechte Hand fuhr behutsam durch ihre Haare bis in den Nacken und drückte sie leicht zu sich um den Kuss zu intensivieren. Zärtlich strich er ihre weichen Wangen die sich bereits leicht rosa gefärbt hatten. Noch immer hatten sie die Augen geschlossen um den Kuss weiter zu genießen. Mit beiden Händen griff er nun vorsichtig ihr Gesicht um den Kuss schließlich aufzulösen. Ein strahlen zeichnete ihr Gesicht
    „Ich muss gehen!“ ließ sie ihn wissen, sah auf die Uhr und drückte ihm zum Abschied noch einen letzten Kuss auf die Wangen, Ben sah ihr nach bis sie verschwunden war.



    Der Wind bließ durch das offene Fenster des Krankenzimmers und ließ die Vorhänge aufblähen. Von weiten hörte man die Musik der nahegelegenen Dorfdisko die die ganze Nacht dieselben Lieder in einer Dauerschleife über die Boxen vorspielte. Die Uhr hatte bereits die 12 Uhr Marke erreicht und durch die Schritte am Gang vernahm Ben dass die Nachtschwester ihre gewohnte Runde durch die Zimmer machte. Sie stellte ihm immer dieselben Fragen obwohl sie die Antwort sowieso schon wusste. Entweder sie fragte nach ob er schon schläft und wenn er mit Nein antwortete wurde sofort eine Schlafstörung festgestellt und Ben musste sich wieder eine Stunde mit dem Psychiater zufrieden geben. Die Schritte wurden etwas lauter und kamen näher durch das leise Klopfen was Ben so vor kam als wäre ein Vogel gegen die Scheibe gedonnert machte sie sich bemerkbar. Die Tür öffnete sich einen Spalt „Her Jäger?“ fragte sie in die Dunkelheit spätestens jetzt wäre er aufgewacht wenn er nicht schon munter wäre. Er fasste über seinen Kopf hinweg um das Bettlicht einzuschalten das schlagartig den ganzen Raum erhellte „Ich kann ihnen etwas bringen damit sie besser einschlafen können!“ schlug sie wieder vor doch Ben verneinte denn er wollte ohne Mittelchen ruhig schlafen. Die Nachtschwester bemühte sich um sein Wohlbefinden und gab schließlich auf ihm weitere Fragen zu stellen wünschte ihm eine Gute Nacht und wanderte zum nächsten Zimmer.


    Inzwischen hatte der Stundenzeiger der Uhr bereits die eins erreicht und hörte nicht auf weiterzulaufen. Vielleicht hätte er doch ein Schlafmittel nehmen sollen oder etwas gegen seine Beine dann ginge alles schneller oder ein Mittelchen für Schmetterlinge im Bauch. Bei dem Gedanken überzog sich seine Haut mit wohliger Wärme und langsam beruhigte sich sein Gemüt und ließ ihn schließlich einschlafen trotz der Musik der Diskos draußen in der Nacht.

  • Ein lautes klirren riss Ben aus seinem Schlaf er wälzte sich herum und sah in das verzweifelte Gesicht der Praktikantin die das Tablett auf den Boden fallen gelassen hatte „Es tut mir so leid“ jammerte sie und sammelte sofort die Glasscherben ein und besorgte einen Putzfetzen um den Kaffe damit aufzusaugen „Sie bekommen sofort etwas zu essen!“ versicherte ihm die zweite Schwester die inzwischen auch dazugestoßen war. Er musste lächeln und schüttelte den Kopf als er sein neues Frühstück bekam „Betty bring Herrn Jäger bitte zur Therapie!“ befahl die Stationsschwester der Praktikantin die ohnehin schon total aufgelöst war wegen dem Tablettvorfall am Gang.
    „Tschuldigung nochmal wegen vorhin Frau Kittl hat gesagt ich soll sie zur Therapie runterbringen können wir gehen?“ fragte sie mit großen Augen ihre Hände waren verschwitzt und sie zitterte leicht „Wir fahren gehen kann ich noch nicht so gut!“ erklärte Ben ihr und zog den Rollstuhl herüber „Ogott es tut mir so leid heute ist erst mein zweiter Tag“ ließ sie ihn wissen und hielt den Rollstuhl fest damit er nicht wegrollte.
    „Schon gut beruhig dich doch erstmal es ist alles ok!“ bestätigte Ben und musste lachen was die Praktikantin noch mehr verunsicherte.


    Am Gang fing er die Stationsschwester ab „Was für eine Therapie habe ich denn heute sonst kommt doch immer Frau Bachleitner aufs Zimmer ist sie krank?“ fragte er und die Schwester verneinte „Nein Frau Bachleitner geht es gut sie hat heute ihren freien Tag sie hat ihnen doch gesagt das sie ab nächster Woche die Wassertherapie beginnen können sobald wir positive Ergebnisse haben oder nicht?“ Achja sie hatte da so irgendetwas erwähnt aber dass es so schnell gehen würd e hätte er sich nicht gedacht „Keine Angst Herr Jäger soviel anderes wird dort auch nicht gemacht!“ erklärte sie ihm und verschwand hinter ihrem Tresen.
    Die Praktikantin schob Ben in den Aufzug und betätigte den Knopf der in den Keller führte
    „Haben sie das schon immer?“ fragte sie plötzlich und sah ihn neugierig an. Ben wandte seinen Blick und blickte sie verwirrt an! Was hatte er schon immer? Zwei Füße, Zwei Hände und einen Kopf? Sie etwa nicht? Noch immer starrte er sie an und der Aufzug stockte es stieg jemand ein und begrüßte die beiden freundlich. Nachdem der Mann wieder ausgestiegen war bewegte sich der Fahrstuhl endlich in den Keller „Das war ein Arbeitsunfall!“ fasste er sich kurz und schluckte. Er hasste es darüber zusprechen das fiel ihm gar nicht so leicht. Der Piepston bestätigte dass sie nun im Keller angekommen waren, die Praktikantin schob den Rolli durch einen langen Korridor.


    „So wir sind da nach der Therapie wird sie dann wieder jemand abholen“ „Danke“ sagte Ben und folgte den Fliesen die ihn direkt in das Schwimmbad brachten wo er auch schon erwartet wurde „Sie müssen Herr Jäger sein ich bin Katharina“ begrüßte sie ihm und schüttelte ihm die Hand „Mit dem gehen lassen wir uns noch Zeit wir sollten zuerst einige Bewegungsübungen durchführen bevor wir die Beine etwas mehr belasten“ erklärte sie ihm und zeigte ihm den Umkleideraum. Er hatte Angst vor dem was kam wie sollte er sich verhalten? Wieso war er so unruhig?


    Die Schwester half ihm sich auf den Boden zusetzen und sich zum Beckenrand zubewegen er spürte das kalte Wasser das um seine Füße herumfloss. Die Therapeutin setze sich neben ihn „Ich brauche jemanden der Freude an der Therapie hat die meisten Leute denken es würde ihnen nichts bringen aber das ist nicht so wenn sie dann merken das das Wasser ihnen fast ihren ganzen Körper abnimmt und einfach trägt ohne etwas zumachen wollen sie fast gar nicht mehr aufhören. Am Anfang möchte ich das sie mir sagen wenn es ihnen zuviel wird oder wenn sie etwas nicht wollen okey?“ fragte Katharina „Ich richte mich da vollends an ihnen wenn sie heute schon wollen das stehen zu probieren dann möchte ich zuerst das wir die Übungen machen!“ ließ sie ihn wissen und glitt ins Wasser hinein und lehnte sich an den Beckenrand „Los kommen sie schon!“ forderte sie ihn auf doch Ben war etwas unsicher sich ins Wasser hineinzulassen „Es passiert nichts!“ versicherte Katharina und fasste sein Handgelenk langsam rutsche er weiternachvorne und sein Körper tauchte immer tiefer in das Wasser.


    Er spürte wie etwas über seinen Rücken geschlungen wurde „Die Schwimmschlange hält sie etwas!“ er ließ sich zurückfallen. Seine Füße hingen wie Blei hinunter und er versuchte sie etwas zu Bewegen um ihm Wasser umherzutreiben. Leicht strampelnd mit der Therapeutin an seiner Seite schwamm er durch das Becken „Das geht doch schon ganz gut Frau Bachleitner hat gut mit ihnen geübt!“ lobte sie „Naja!“ brachte Ben ein und spritze sein Gesicht nass „Was naja komm ich zeig ihnen was!“. Sie brachte ihn langsam zum Beckenrand wo er sich mit dem Rücken dagegen lehnen musste. Vorsichtig nahm sie seine Füße zog sie einmal zu sich und einmal zu Ben „Sehen sie und wenn wir das oft genug machen können sie das bald von selbst!“ lachte sie.


    Nachdem die Therapie beendet war fühlte sich Ben viel erleichterter als davor und auch vielen ihm langsam die Augen zu obwohl nicht einmal Abend war abgesagt „Wir sehen uns dann morgen!“ hatte ihm die Therapeutin noch nachgerufen bevor ihn die Praktikantin in Windeseile zu den Untersuchungen gebracht und eineinhalb Stunden vollgelabert hatte. Das surren des Handys riss ihn aus seinen Gedanken das kleine Briefchen auf dem Bildschirm leuchtete hektisch aus bis er es öffnete „Ich kann heute nicht kommen tut mir leid! Semir!“ er schloss den Brief wieder und legte das Handy zurück an seinen Platz. Komisch drückte sich Semir etwa? Das ging jetzt schon seit 2 Tagen so dahin! Irgendetwas hinterließ ihn Ben ein seltsames Gefühl, ein Gefühl das etwas nicht stimmte!

  • In den nächsten Tagen waren Ben und seine Therapeutin Katharina nur am Üben und ausprobieren und schon langsam schien alles so funktionieren wie Ben es wollte. Die Bewegungen kehrten langsam wieder zurück. Die Wassertherapie tat ihm gut und auch die Bewegungstherapien mit Frau Bachleitner wurden schon so weit ausgebaut das sie alle bald zufrieden mit Bens Zustand waren.
    Außerdem schlief Ben in der Nacht jetzt viel besser die ganze Bewegung tat ihm gut und seine Muskeln arbeiteten bei jeder kleinsten Bewegung wieder mit. Jeden Tag ging ein Stück mehr und die Aufnahmen seiner Wirbelsäule ließ große Zuversicht sehen denn auch die Ärzte waren guter Dinge sodass Ben seine Therapie mit Katharina jeden Tag hatte und die anderen Therapie nur alle 2 Tage.


    Die Fortschritte schienen ihm großen Spaß zumachen und jeder teilte diese Freude mit ihm auch die sonst so grantige Krankenschwester die ihm immer seine Tropfen brachte war plötzlich freundlicher geworden. Er genoss in seiner Freizeit die Sonne oder wartete auf Amelie die er immer im Park antraf. Einmal kamen sogar Susanne und Frau Krüger zu Besuch um sich über seinen Zustand zu informieren. Nur einer hatte sich schon länger nicht gemeldet und das war Semir, sein bester Freund, sein Arbeitskollege, sein Seelenverwandter, dem dem er alles anvertrauen konnte egal was es war. Auf Anrufe schien er nicht zu antworten und auch die SMS kamen sofort retour und langsam dachte Ben er wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben oder ihm war etwas zugestoßen. Dieser Gedanke quälte ihn von in der Früh bis zu den Therapien die um 10 Uhr anfingen.


    Hier waren sie wie weggeblasen hier dachte er nur an sich und die Anweisungen von Katharina die ihm schon ans Herz gewachsen war denn sie war ebenfalls sehr zuversichtlich und die beiden Verstanden sich wirklich prächtig. Außerdem holte Katharina ihrem Patienten immer aus dem Zimmer ab und erklärte ihm auf dem Weg in den Lift alles Mögliche über neue Therapien und den heutigen Plan. Der Tagesablauf des jungen Polizisten war ziemlich zugemauert so dass er nicht einmal eine Minuten Zeit hatte an Semir zudenken oder an sein Handy ob wieder eine neue Nachricht drauf war. Kaum lag er in seinem Bett und schlief weg ohne Gedanken an irgendetwas.


    „In einer Woche können wir die ersten Gehübungen ohne Wasser machen Herr Jäger“ hatte ihm Katharina gestern freudig überbracht das hieß er musste wieder etliche Untersuchungen ertragen bevor es weiter ging. Doch das war Ben momentan egal er war glücklich und sobald keine Rückschläge kamen war alles in Ordnung.
    „Frisch und Munter?“ begrüßte Katharina ihn immer wenn sie ihn abholte und antwortete mit einem freudigen Natürlich zurück. Jedesmal war die Therapie anders und genau das machte sie zu etwas besonderen.


    Was Amelie anging verbrachte er jede freie Minute mit ihr im Park wenn sie eben ihre Pause hatte. Die beiden lachten unternahmen etwas oder Amelie erzählte ihm eine Geschichte von ihr.
    Eines morgens als Ben aufwachte hatte er einen schlechten Schlaf und draußen regnete es in Strömen was nichts gutes hieß. Er tastete seine Füße ab und spürte sie als er sie aus dem Bett hob und seine Zehen den kalten Boden berührten. Ein klopfen erfüllte den Raum und ließ seine müden Blicke zur Tür wandern die sich einen Spalt öffnete „Komm rein!“ forderte Ben die Gestalt auf die das Zimmer betrat und ersteinmal ihre langen nassen Haare ausdrücke „Woher weißt du das wir zusammenpassen?“ fragte Amelie plötzlich und sah in Bens verschlafenes Gesicht. Was sollte er darauf antworten? Er hat Spaß mit ihr sie machte ihn glücklich und das war die Hauptsache! Wollte sie das hören? Was ist wenn er falsch antwortete? Er durfte nicht zulange nachdenken die Antwort musste sofort kommen hier durfte man nicht denken!


    Noch immer fixierten ihre Augen seine müden Blicke und er schien noch immer zu Überlegen. Erst das verwirrte Schulter zucken riss ihn aus den Gedanken doch er hatte noch immer keine Antwort parat. Er fing an zuschwitzen seine Hände waren feucht und er versuchte sie in seiner Bettdecke trocken zuwischen. Wenn er jetzt nicht sofort antwortete war vielleicht alles vorbei keine Dates mehr im Park, keine Küsse mehr austauschen oder ihrer zarten Stimme lauschen. Die Antwort! Schoss es ihm wieder durch den Kopf aber irgendwie schien in seinem Kopf Dunkelheit zu herrschen. Er hatte in den letzten Tagen nicht daran gedacht er dachte nur an sich und an die Therapien und an Katharina! Katharina schoss es ihm durch den Kopf und er sah tief in Amelies Augen „Ich weiß es nicht!“ antworte er kurz und knapp „Ehrlich?“ wollte Amelie wissen doch Ben fand auch dazu keine Antwort denn so schnell Amelie gekommen war verschwand sie auch wieder „Amelie?“ rief er ihr nur nach und sie ließ ihn alleine im Zimmer zurück.


    Und schon kam die nächste Frau in sein Zimmer „War das ihre Freundin?“ fragte die junge Wassertherapeutin „Ich weiß es nicht!“ antwortete Ben und packte seine Badehose und fuhr mit Katharina in das Wasserbecken in den Keller wo seine tägliche Therapie begann. Hier konnte er nicht darüber nachdenken was gerade passiert war. Vielleicht war es auch besser so!

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  • Teil 16 - Semir!



    „Sie können jetzt nicht rein!“ schnauzte ihn die Dienstältere Krankenschwester an und schob ihn von der Türe weg „Wer hat ihnen erlaubt mir zu verbieten in das Zimmer meines besten Freundes zu gehen!“ kam es arrogant zurück und noch immer versuchte er die etwas stärkere Frau zur Seite zu bewegen „Er will sie nicht sehen!“ plötzlich ließ er von ihr ab und schüttelte ungläubig den Kopf „So ein Blödsinn das glauben sie doch selber nicht erzählen sie das ihrer Chipstüte aber nicht mir verdammt!“ fauchte er sie böse und betrat das Zimmer.
    „Ben?“ fragte er das Knäuel unter der Bettdecke das vorsichtig hervorlugte so als wollte er nicht gesehen werden.
    „Tut mir leid Herr Jäger er hat sich einfach durchgedrängelt!“ erklärte die verzweifelte Schwester und wartete auf Bens Antwort ein grinsen zog sich über sein Gesicht und seine Blicke fielen zuerst zu Semir und dann zu der Krankenschwester „Schon in Ordnung“ murmelte er leise, dann verschwand die Schwester wieder und ließ die beiden alleine im Zimmer.
    Semir fischte sich einen Sessel herbei und setze sich neben Bens Bett
    „Die haben gesagt du willst seit zwei Tagen nicht mehr zur Therapie! Wieso das denn?“ wollte Semir wissen.


    „Sie ist weg weil ich keine Antwort wusste ich hab sie angelogen! Ich hätte einfach sagen sollen das sie mich glücklich macht mit ihrem Lachen und ihren Geschichten!“
    „Hä?“„Egal! Wo warst du eigentlich wenn man dich braucht?“ „Ich weiß auch keine Antwort“ nuschelte sein Deutschtürkischer Freund und senkte seinen Blick „Ach!“ „Ok naja Andrea meinte Abstand täte mir ganz gut!“ „Abstand von was?“ fragte Ben nach und trank einen Schluck Wasser aus seinem Glas „Naja!“ brachte Semir hervor und zeigte unbemerkbar auf seinen Kumpel „Von mir?“ er zuckte mit den Schultern und Ben sah ihn mit großen Augen an „Hat sie noch alle? Na geht’s wenigstens wieder? Ich hätte dich hier gut brauchen können man hörst du! Verdammt!!!“ schimpfte Ben und schon klopfte jemand an die Zimmertüre „Jetzt nicht!“ rief er nachvorne und wartete bis Semir etwas sagte „Es tut mir ja auch leid!“ „Man wenn du sowas machst dann sag mir wenigstens Bescheid! Ich bin dir doch nicht böse wenn dus mir sagst!“ Semir stieß einen Seufzer aus und sah seinen besten Freund an „Versprochen?“ wollte Ben wissen und Semir nickte zustimmend und umarmte Ben.


    „Wieso bist du nicht sauer?“ fragte Semir nach „Weißt du momentan bin ich nur glücklich das alles so funktioniert wie ich es will und das mir keiner dazwischen funkt! Ich bin doch sauer!“ erklärte er doch er wollte es dabei lassen „Katharina ist spät dran bringst du mich hinunter?“ Semir nickte und Ben rutschte in seinen Rollstuhl. Kurz vor der Glastür die ins Schwimmbad hineinführte hielt Ben an „Danke das du wieder da bist Semir!“ sein Freund lächelte und klopfte ihm auf die Schultern „Tut mir leid das ich dich so sitzen hab lassen ich bin auch froh das ich wieder da bin!“ „Sag deiner Frau sie soll nie wieder so einen Blödsinn machen!“ lachte Ben und fuhr auf den Fließenboden „Richt ich ihr aus!“.Die Therapie machte er ohne Semir der wartete draußen auf ihn und aß zuerst einmal etwas.


    Seine Wassertherapie dauerte länger als sonst und Katharina durchlöcherte ihn auch nicht mit irgendwelchen Fragen warum er die letzten Tage nicht da gewesen ist. Sie war ruhiger als sonst und alles was sie sagte waren Anweisungen oder Aufgaben die sie ihrem Patienten mitgab. Inzwischen waren die beiden soweit das das gehen im Wasser kein Problem mehr war und schon bald durfte er ohne die blöde Schwimmnudel gehen und auch bald ohne Wasser wenn alles weiterhin so gut lief. Das Unterwasserlaufband war schon auf ihn abgestimmt und half ihm, ihm mehr Halt zu geben wenn er mit seinen Füßen den Boden berührte.

  • Fast 2 Monate waren vergangen seit Ben in die Reha kam und nach etlichen Untersuchungen am Vortag durfte er heute das erste Mal stehen. Mithilfe von Frau Bachleitner und Katharina fuhren die beiden in den großen Turnsaal wo er sich erst einmal bei dem Barren festhalten sollte und sich hochziehen durfte. Er spürte die warmen Hände von Katharina die ihn am Rücken unterstützen und Sicherheit gaben. Die Stimme von Frau Bachleitner redete beruhigend auf ihn ein und leitete seine einzelnen Schritte an. Auf seiner Stirn bildeten sich langsam die Schweißtropfen die über sein Gesicht flüchteten, sein Herz schlug immer schneller aber es schmerzte nichts. In seinen Gedanken konzentrierte er sich nur auf den nächsten Schritt ob er weit sein soll klein, fest, weich, hart, links, rechts, vorwärts oder zurück, halten oder gehen. Er ließ sich zurück fallen und sein Rollstuhl fing ihn auf. Seine Beine zitterten „Wir machen Schluss für heute 4 Schritte sind gut wir machen morgen weiter!“ meinte Frau Bachleitner und klopfte Ben lobend auf die Schulter. Er blickte zu Katharina die ihn mit einem milden Lächeln belohnte und ihn sofort wieder mit ihrer gewöhnlichen Miene ansah. Er ließ die Blicke von ihr ab und wurde wieder auf seinen Stock gebracht.


    Dort wurde er schon von seinem besten Freund erwartet der aufgeregt mit einer Zeitung herumfuchtelte und ihn herbeiwinkte „Guck mal Strand, türkises Meer und eine Insel nur für die Familie ist das nicht super?“ fragte er Ben und drückte ihm die Zeitung in die Hand „Schön und gut aber ich hab andere Dinge im Kopf als Urlaub!“ „Verzieh doch nicht so eine Miene!“ „Hallo bist du von deinem Traumtrip wieder zurück? Ich kann laufen da ist mir türkises Meer und ein Sandstrand völlig egal!“ „Das ist doch toll?“ Hatte er ihm überhaupt zugehört? Jetzt fing das schon wieder von vorne an Ben seufzte und stimmte anschließend doch freudig zu „Wollen wir in den Park gehen?“ fragte Semir und wollte Bens Rollstuhl schon wenden „Sei mir nicht böse aber ich bin etwas müde von der Therapie!“ „Mh gut dann bekommst du deine Überraschung halt nicht!“ lächelte Semir und ging einen Schritt zurück. Jetzt hatte er Bens volle Aufmerksamkeit und er wurde hellhörig „Was denn für eine Überraschung?“ wollte er wissen und wurde neugieriger „Naja die siehst du nur wenn wir hinaus gehen!“ „Ist es was großes?“ fragte Ben wieder nach und fuhr an Semir vorbei Richtung Lift „Ich weiß es nicht!“ gab sein Freund von sich und ging ihm hinterher.


    „Wie du weißt es nicht? Du hast sie doch mitgenommen die Überraschung? Ist es was zu Essen? Ich hab plötzlich mächtig Kohldampf!“ „Sei doch nicht so neugierig! Nein man kann es nicht essen es wär viel zu trocken!“ lachte Semir als die beiden mit dem Lift hinunter fuhren „Ist es hübsch?“ fragte er nach einer Zeit wieder „Wie mans nimmt!“ „Also hässlich? Will ich es wirklich sehen?“ „Hör auf jetz!“
    Ben schwieg bis der Lift das Erdgeschoss erreicht hatte und sie das Gebäude verließen „Aber ehrlich jetzt man kann es echt nicht essen oder?“ Ben musste lachen und Semir stimmte mit ein „Warte hier ich hol es schnell du musst die Augen zumachen wenn ich es sage!“ befahl ihm der Deutschtürke und ging Richtung Auto. Was hatte er nur vor? Fragte sich Ben und war schon so aufgeregt dass er unbewusst mit seinen Beinen sanft ausschlug. Er sah wie Semir etwas Schwarzes von der Rückbank seines BMW fischte und hinter dem Rücken versteckte „Augen zu!“ hörte er von weitem „und nicht schummeln!“ Ben schüttelte den Kopf „Ist es was zum Knuddeln?“ fragte er wieder nach wie ein kleines Kind.


    „Also!“ fing Semir an und fast wollte Ben schon wieder die Augen aufreißen „Soll ich dann aufspringen?“ wollte Ben wissen und bereitet sich schon vor „Lieber nicht! Ok du darfst die Augen aufmachen!“ Ben riss die Augen neugierig auf und ein breites Grinsen ging über sein Gesicht. Seine Blicke sprangen von Semir zur Überraschung und wieder zurück „Du bist der beste weißt du das?“ „Ich weiß“ sagte Semir triumphierend und reichte ihm seine Gitarre. Seine Finger glitten über die feinen Saiten der Gitarre und hinterließen einen weichen Klang „Das du dir nicht mehr die Diskomusik anhören musst vor deinem Fenster!“ lachte er und Ben strahlte noch immer wie ein Honigkuchenpferd „Woher weißt du das?“ wollte er wissen und spielte etwas „Naja ich hab jeden Tag auf der Station angerufen und nachgefragt wie es dir so geht das ich nicht immer das Ungewisse habe!“ erklärte ihm sein Freund und freute sich mit ihm! Ben summte eine Melodie und spielte dazu mit der Gitarre.


    „Ach guck wer da kommt!“ machte ihn Semir auf eine Frau aufmerksam „Ogott stell dich vor mir das sie mich nicht sieht bitte sieh mich nicht bitte bitte“ „Ben?“ kam eine bekannte Frauenstimme „Verdammt! Hei Amelie!“ begrüßte er sie etwas bedrückt „Tut mir leid das ich letzes mal einfach abgehauen bin!“ murmelte sie und warf ihre braunen Locken in den Nacken. Irgendwie sah sie doch ansprechend aus also nicht so schlecht, eine neun schoss es Ben durch den Kopf und sofort wollte er die Gedanken wieder los werden! Jetzt bewertete er auch schon Frauen nach Zahlen! „Das war blöd!“ spuckte er plötzlich aus und wollte sich sofort selbst dafür eine runterhauen „Also ich meine das ich nichts gesagt hab! Wir sollten es einfach lassen Amelie!“. Semir sah seinen besten Freund verwirrt an er wusste das Amelie ihm jedes Mal ein Lächeln auf die Lippen gezaubert hat und aufeinmal nicht mehr? Was passierte hier überhaupt gerade? In Amelies Gesicht sah man ein großes Fragezeichen „Äem nein so war das auch nicht gemeint ich meinte wir sollten uns besser kennenlernen bevor wir mehr eingehen!“ Jetzt war Ben auch verwirrt hatte er doch vorher etwas anderes gesagt! „Ich hab dich gefragt woher du weißt dass wir zusammenpassen!“ „Du bringst mich zum Lachen! Du machst mich glücklich! Du wischst alles meine Sorgen beiseite und siehst nur mich und nicht das um uns herum! Außerdem hab ich meine Gitarre dank ihm hier jetzt und ich kann dir etwas vorspielen und immer wieder dein Lächeln beobachten!“ Ben fielen tausend Gründe ein auch wenn das jetzt nicht gerade die besten waren warum sie zusammenpassten und fragte sich warum er das letzte Mal nicht mal einen Grund gewusst hatte.



    „Das war aber nicht alles oder?“ „Nein es gibt tausend Gründe Amelie!“ so sicher war sich Ben aber doch nicht wollte es aber dabei belassen und es nocheinmal versuchen. Für seine „1000 Gründe“ erntete er einen langen Kuss von Amelie der ihn wieder glücklich und sicher stimmte.

  • Schon in den darauffolgenden zwei Wochen nach langem anstrengendem Üben und tiefen schlafenden Nächten stand für Ben das Laufband auf seinem Tagesplan.
    „Also laufen kann man das ja nicht nennen!“ jammert Ben angestrengt und schnaufte nach jedem weiterem Schritt den er machte.
    „Du schaffst das du bist weit gekommen und das schafft du auch noch!“ ermutigte ihn Semir der daneben stand und seinem Freund das Handtuch reichte um sich den Schweiß aus dem Gesicht zuwischen „Ich kann nicht mehr!“ seufzte er und ließ sich in einen Sessel zurückfallen „Gibst du jetzt auf?“ wollte Semir wissen „Ich kann nicht mehr das ist anstrengend und meine Beine schmerzen ich kann einfach nicht mehr!“ nörgelte Ben. Der Ehrgeiz hatte ihm seit er das Laufband benutzte verlassen genau wie seine Motivation „Immer dasselbe!“ nuschelte er wieder „Ich hab heute keine Lust mehr!“ sagte er zu der Therapeutin die gerade zurückkam „Ok Herr Jäger machen sie am besten etwas Pause sie sollen sich nicht überfordern das ist eine große Anstrengung für ihren Körper lassen sie sich Zeit!“.


    Auch die Nacht lief für Ben nicht gerade gut einmal ging es auf mit der Therapie und nach kurzer Zeit wieder bergab. Er lag wach und immer wieder schwirrten Gedankenfetzen durch seinen Kopf „Aufgeben“ dieses Wort wiederholte er mindestens 10-mal bevor er nach 4 Stunden endlich einschlief. Am nächsten Morgen war Ben wieder früh wach und machte sich gleich auf zu seinem „geliebten“ Laufband das er schon langsam nicht mehr sehen konnte. Doch bevor das geschah fuhr er in den Keller um Katharina zu berichten was in der letzten Zeit so alles geschehen war „Hi äem ist Katharina da?“ fragte er einen jungen Mann „Nein sie arbeitet leider nicht mehr hier tut mir leid“ entschuldigte er sich und ließ Ben alleine zurück. Wieso arbeitet sie nicht mehr hier? Was sollte das heißen? Wo war sie? Ein feuchter Kuss auf die Wange riss ihn aus seinen Gedanken „Hier bist du ja ich hab dich schon überall gesucht was machst du denn hier?“ fragte Amelie und drehte seinen Rollstuhl „Katharina also ich wollte zu Katharina!“ verzweifelt warf er noch einen Blick zurück bevor ihn Amelie um die Ecke fuhr.


    „Wer ist diese Katharina?“ wollte Amelie wissen als sie im Trainingsraum angekommen waren wo sich Ben auf sein Laufband stellte „Meine Wassertherapeutin“ „Sie war deine Therapeutin!“ stellte Amelie fest „Ich glaube daraus wird nichts Ben!“ „Was denn?“ „Na das hier!“ sie zeigte zu Ben und anschließend zu ihr „achso das meinst du!“ „Du denkst an jemand anderen und das merk ich du musst es mir nur sagen es ist okey Ben!“ erklärte sie etwas angeschlagen „Mach sie glücklich!“ lächelte sie ihn an und lächelte ihn mild an „Tut mir leid ich dachte es würde funktionieren!“ sagte er ein wenig bedrückt immer hin hatte er 2 Wochen versucht für die da zu sein. Er nickte und im gleichem Moment betrat Semir den Raum als Amelie ihn schnurstracks verließ „Was ist mit ihr?“
    „Auseinander du weißt schon!“ „Wie geht’s dir?“ „Wie solls mir gehen? Amelie ist weg Katharina ist auch weg und ich hasse dieses verdammte Laufband!“ „Aber jetzt geht’s doch erst richtig los! Das hier steht dir besser als der Rollstuhl!“ wollte Semir ihn aufmuntern „Schon gut! Die wollen mich nächste Woche schon gehen lassen und einmal in der Woche muss ich reinkommen dann nur mehr 2-mal im Monat!“ Plötzlich fiel ihm auf eine Woche war gar nicht mehr so lange und dann war endlich alles vorbei der ganze Trubel und das ganze drumherum er freute sich auf seine eigenen vier Wände.

  • Ben sah aus dem Fenster des Autos und die Natur die in Windeseile an ihm vorbeizog er drehte sich zu Semir der sich auf das Fahren konzentrierte „Lässt du mich dort drüben raus?“ „Wieso das denn ich dachte du willst noch in die PAST mitfahren?“ „Heute nicht bitte lass mich dort drüben raus!“ „Wie kommst du dann nachhause?“ wollte Semir wissen und hielt den Wagen an „Mach dir darüber keine Sorgen ich schaff das!“ zwinkerte Ben „Danke“ sagte er noch zum Abschluss und ging einen kleinen Wiesenweg hinunter. Durch die Bäume sah man verdächtig etwas glitzern und dann tauchte ein kleines Häuschen auf das direkt am See lag. Langsam Schritt für Schritt und jeden Schritt spürte er in seinem ganzen Körper, sein Herz schlug immer schneller nur noch 3 Treppen fehlten und dann würde er vor der grünen Holztür stehen. Er wollte sich umdrehen, wieder zurück gehen aber er konnte nicht denn seine Füße weigerten sich. Ein Niesen ließ ihn herumfahren und in den Garten blicken der direkt zum See führte. Es fehlten nur noch ein paar Meter die ihn trennten vom jetzt und hier.
    „Bist du auch so aufgeregt wie ich?“ fragte er sich selbst und ging ums Haus herum und blickte in das Gesicht von Katharina die ihn anlächelte auf ihn zukam und ihn umarmte „Ist der See kalt?“ wollte er wissen und sah tief in ihre Augen die freudig glänzten und den See im Hintergrund spiegelten „Willst dus ausprobieren?“ fragte sie und drehte sich um, um ins Haus zurück zu gehen „Ich wart hier auf dich!“ versicherte Ben ihr. Er fischte sein Handy aus der Hosentasche und sah zurück ob Katharina zurückkam „Semir?“ flüsterte in den Hörer und lehnte sich an einen großen Apfelbaum „Wo bist du!“ wollte Semir wissen und im Hintergrund hörte man Ayda seinen Namen rufen „Mach ich das richtige?“ fragte Ben „Wieso fragst du das mich! Find es heraus!“ „Danke das du über die Zeit immer bei mir warst!“ stellte er fest und warf wieder einen Blick zur Terrassentüre „Kein Problem wir sind ja Partner und bald gehst wieder an die Arbeit!“ lachte der Deutschtürke „Sag den Kindern ich hab sie lieb“ „Ja“ „Danke ich muss Schluss machen tschau tschau!“


    Das nasse, kalte Gras kitzele seine Fußsohlen und die Halme drängten sich durch seine Zehen „Kommst du?“ rief er zurück und setze vorsichtig einen Fuß vorwärts „Wo bleibst du denn?“ rief er nochmals zurück und schon wurde er von hinten umschlungen und zärtlich am Hals geküsst er drehte sich langsam um und legte seine Hände auf ihre Hüften bevor er sie zart auf den Lippen küsste „Ich bin schneller im Wasser als du wetten?“ forderte er sie auf und sie musste Kichern „Das ist nicht dein ernst oder?“ „Mein voller ernst!“ lachte er und rannte los direkt auf den Spiegelglatten See „Nein!“ hörte er von hinten rufen und schon setze Ben zum Sprung ab und landete ihm Wasser. Das Wasser schoss in seine Ohren und seine Nase langsam öffnete er die Augen unter Wasser. Hier ging alles so langsam alles lief an ihm vorbei der Unfall, die Reha, die Therapien und Amelie. Ein lächelndes Gesicht kam ihm entgegen und küsste ihn jemand packte ihn an den Unterarmen und zog ihn an die Oberfläche. Er prustete das Wasser aus und holte tief Luft „Das heißt dann wohl ich hab gewonnen!“ „Blödsinn!“ lachte sie wieder und drückte ihn sanft unter Wasser und schwamm davon „Ich krieg dich noch wart ab“ rief er hinterher und schwamm ihr eilig nach.


    ENDE

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