Zeit der Vergeltung

  • Takeo Omnasanchi war in seinem Garten beschäftigt, als plötzlich ein Mann hinter ihm auftauchte. „Omnasanchi! Ich will mit ihnen sprechen.“, hörte er Kazuya Tanaka rufen. Abrupt drehte er sich um. „So, du also...was führt dich zu mir?“, wollte Omnasanchi wissen. „Duz mich nicht...Ich bin der alten Zeiten wegen hier...meine Kinder...sie wollen...“, kam es leise von Kazuya. „Das hab ich mir schon gedacht….aber du solltest doch wohl besser wissen, dass wir nur die Gesetze unserer Heimat vertreten…“, gab Omnasanchi kühl zurück. „Du vertrittst die Gesetze nicht..du bist es und du weißt genau, dass Umeko das sicher nicht wollte. Sie ist seit über zwanzig Jahren tot…es ist genug Blut geflossen oder nicht?“, fauchte Kazuya. „Natürlich…aber du hast damit angefangen. Zwei meiner Söhne sind tot…zwei…!! Ist das gerecht? Willst du mir auch Yuri nehmen und Cho? Sie haben nichts damit zu tun…genauso wenig wie Saburo oder Isamu!! Sie waren unschuldig!!“, schrie Takeo seine Wut und Trauer heraus. „Ich habe nichts mit dem Tod deiner Söhne zu tun….du solltest in deinen eigenen Reihen nach dem Täter suchen. Yuri ist machtbezogen und er wird dich sicher eines Tages töten um an deine Stelle zu treten. Überlege doch mal…du hast Sato verstoßen….Isamu und Saburo sind tot…nur noch zwei bleiben….Yuri und Cho…denkst du, sie trauern genau wie du? Denkst du das wirklich? Lass meine Familie in Ruhe!! Mehr will ich nicht. Ich will das du meine Kinder in Frieden lässt!!“, fauchte Kazuya zurück. „Kazuya….du hast nichts begriffen. Als damals Umeko starb…habe ich geschworen ihre Ehre im Namen der Yakuza wieder herzustellen, damit sie in Japan begraben werden kann und mit ihre Ahnen an einem Tisch im Reich der Toten sitzen darf. Du hast es vernichtet… du hast sie in fremde Erde gelegt…sie wird nie die Ehre haben, die sie brauchte…“, warf Takeo ihm vor. „..und was ist mit deinem Sohn…mit Sato….? Er hätte auch allen Grund deine Familie zu vernichten…!“, kam von Kazuya.
    „Semir…wir müssen hier raus…irgendwie…“, fluchte Ben und zerrte an der kleine Kette die ihm am Boden hielt. „Ja das weiß ich auch….verdammt, die haben uns angekettet wie Hunde…“, antwortete Semir. Der Boden war kalt und langsam kroch die Kälte in den Beiden hoch. „Wie sollen wir ermitteln, wenn die Kerle sich gegenseitig bekämpfen. Und weißt du was meine Befürchtung ist…die Alten wollen, dass wir etwas herausfinden, aber die Jungen nicht. Die werden einen fürchterlichen Krieg anzetteln bis eine Seite vollständig ausgelöscht ist….“, hängte Semir nachdenklich an. Er und auch Ben ließen das Zerren an den Fesseln. Die ließen sich nicht ohne Hilfe lösen. „Wir müssen das Beste daraus machen. Wenn ich nur wüsste, was dieser Kerl vorhat. Er hat uns sein Gesicht gezeigt und was das heißt ist doch wohl klar…wir werden nicht überleben, weil wir ihn sonst einbuchten…“, stieß Ben aus. „Witzbold….ich lass mich nicht so einfach umbringen….das wird ein harter Kampf, das schwöre ich dir…“, antwortete Semir. „Ich hab Hunger...“, knurrte Ben. „Ist ja mal was ganz neues…. Du und Hunger….“, lachte Semir leise. „Hey…ich hab vor vier Stunden das letzte Mal was gegessen…das ist eine verdammt lange Zeit...“, verteidigte Ben sich. Wie auf Befehl ging die Tür auf und eine junge Frau kam herein. Sie trug ein Tablett mit Reis und Fleisch. Semir und Ben sahen die Frau an. Sie kannten sie nicht. „Helfen Sie uns…bitte…“, ging es bei Ben los. Doch die Frau nahm die Schüssel und fing an Ben zu füttern. „Hören Sie…Sie können doch nicht bei dieser Sache mitmachen. Ihre Komplizen werden uns töten….wollen Sie für immer ins Gefängnis?“, mischte Semir sich nun ein. Die Frau sah ihn an. Verstand sie überhaupt, was er sagte? Nur kurz darauf entstand ein Lärm und die Frau zuckte ängstlich zusammen. Mehrere Männer stürmten den Raum in dem Semir und Ben festgehalten wurden.


    Takeo drehte Kazuya den Rücken zu. Und auch Kazuya drehte sich weg. „Wir waren mal Freunde…wir sind verwandt…eine Familie...“, stieß Kazuya aus. „Wir waren nie eine Familie…Freunde ja…bis du unsere Familie verschandelt hast. Du hättest Umeko niemals ehelichen sollen und nun geh! Ich kann dich nicht in meine Nähe haben!!“, stieß Takeo aus. Tatsächlich ging Kazuya. Takeo blieb allein. Er nahm eine Tasse seines Tees, welcher eben von Cho serviert wurde. Nur wenig später wandte er sich in Krämpfen. „Vater!! Nein…!“, schrie Cho und versuchte ihren Vater zu retten. Doch er erstickte nach einem langen heftigen Todeskampf. Cho brach zusammen. Der Schaum der aus dem Mund ihres Vaters trat, zeigte deutlich, dass er vergiftet wurde. Wie sollte sie das ihren Brüdern erklären? Sie hatte den Tee serviert…den Tee, den Kazuya als Friedensangebot überreicht hatte…Frieden? Nein…es war sein Plan, Takeo zu töten…und er hatte es vollendet… Cho hatte dem alten Freund vertraut, doch nun war klar…dass er mit dem Tod ihres Vaters und auch mit dem Tod ihrer Brüder zu tun hatte. Yuri kam aus dem Haus gestürmt und sah seinen Vater im Garten liegen. „Was ist passiert?“, fauchte er seine Schwester an und zog sie dicht an sich. Sie konnte vor Schock kaum sprechen, doch die feurige Wange, die ihr Yuri eben verpasst hatte, spürte sie deutlich. „Tanaka...er...er hat mir...der Tee...“, stammelte Cho nur und damit war für Yuri alles klar. „Das bedeutet Krieg...Blutrache...“, fauchte der junge Japaner und ging zu seinem aufgetunten Mitsubishi. Unterwegs rief er seine Leute zusammen.

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  • „Semir und Ben...ich hätte nicht übel Lust, sie hier festgekettet zu lassen.“, fauchte Kim, als sie im Raum stand und ihre beiden Männer sah. „Chefin, wir...wir können nichts dafür...“, versuchte sich der Deutschtürke zu verteidigen. „Ersparen sie mir Einzelheiten...ich will nur wissen, warum sie sich getrennt haben?“, knurrte sie und ließ dann letztendlich doch die Ketten aufschweißen. „Wir...wir haben uns gedacht, es ist so effektiver zu ermitteln.“, meinte Ben nur und schüttelte die Ketten ab. Vorsichtig stand er auf und fasste sich an die Stirn, dorthin, wo das schon getrocknete Blut war. Eine große und deftige Beule zeichnete sich ab. „Ben...sie lassen sich jetzt erst mal versorgen und dann werden sie beide zum Revier zurückfahren.“, erklärte die Chefin. „Aber Frau Krüger, wir haben wichtige Beweise, denen wir nachgehen müssen.“, knurrte Semir, doch die Frau duldete jetzt keinerlei Widerworte. „Semir, das war keine Bitte sonder ein Befehl und danach werden sie sich gefälligst richten.“, fauchte sie und ließ die Kommissare nach draußen bringen. Die vor Ort festgenommene Japanerin wurde mit zum Verhör genommen. „Chefin, es ist nichts mit mir. Sagen sie das diesem...“, fauchte Ben, als ihn der Arzt auf die Trage zurückdrücken wollte. „Herr Jäger, sie haben einen Spaten abbekommen. Wir werden ihren Kopf eingehend untersuchen, ob irgendwelche bleibenden Schäden davongetragen wurden. Also mucken sie hier nicht auf.“, zischte der Mediziner und schaffte es, letztendlich Ben auf die Trage zurückzudrücken. „Ben...sie fahren ins Krankenhaus und ehe sie nicht wieder dienstfähig sind, will ich sie nicht in der Nähe der PASt sehen.“, knurrte Kim und ließ die Türen des Krankenwagens zuschlagen. „Aber Chefin, mit wem soll ich denn jetzt ermitteln?“, fragte Semir empört. Kim grinste. „Da werden sie wohl einige Tage mit mir vorlieb nehmen müssen...“ „Sie?“, kam es entsetzt von Semir. „So ist es und solange Herr Jäger nicht von den Ärzten entlassen wird, wird sich daran auch nichts ändern.“, meinte sie und fuhr mit Semir zur PASt zurück.


    Satoshi, Yoshi und Chiyo fuhren zu Satoshis derzeitigem Versteck, einer alten Glasbrennerei. „Hier können wir bleiben. Bald wird Yuri Rache an uns nehmen wollen und dann, dann werden wir ihn und seine Sippe endlich haben.“, stieß der Japaner aus und seine Augen waren voller Hass, Wut und Zorn. Yoshi nickte nur. „Was ist mit den beiden Polizisten? Wir können sie nicht ewig in dem Keller lassen...“, wollte er wissen. „Nur keine Sorge...ihnen wird nichts passieren. Sie werden schon friedlich sein.“, entgegnete der Japaner. „Und was, wenn nicht? Sie werden uns doch daran hindern wollen, dass wir die anderen beiden von Omnasanchi umbringen.“, meinte Chiyo. „Es ist ganz einfach...Yuri und auch die Polizei werden hinter euren Vater her sein, weil er Takeo ermordet hat. In der Zeit haben wir Ruhe vor beiden und können Yuri und Atsushi töten. Dann ist die Rache perfekt und ich werde neues Oberhaupt der Yakuza.“, lachte Satoshi und die beiden Geschwister sahen sich nur an. „Du hast Vater eine Falle gestellt? Warum nur, Yoshi?“, fauchte Chiyo ihren Bruder an. „Es gab keine andere Möglichkeit. Er wird wieder frei kommen, sobald man merkt, dass er nicht der Mörder von Yuri und Atsushi ist.“, entgegnete der Koch mit fester Stimme. Seine Schwester war zwar jünger, als er, aber hatte großen Einfluss auf ihn. „Nein, nein, da mache ich nicht mit. Er ist unser Vater...“ „Wir haben keine Wahl mehr...Halt zu uns Chiyo, es wird alles gut.“, unterbrach Yoshi seine Schwester. „Wie kann alles gut sein? Wie…wenn Vater wegen Mordes angeklagt wird? Welche Beweise sprechen gegen ihn? Du hast ihn geopfert? Du…“, schrie Chiyo ihn an. „Ich habe es getan, damit wir endlich wieder als Familie zusammen leben können! Dazu war ich verpflichtet. Takeo hat nur den Preis gezahlt, den er zahlen musste….das Leben seiner Söhne und seines…die Familie wird ausgelöscht werden…“, stieß Yoshi aus. Chiyo sah ihn nur an. Sie verstand ihren Bruder nicht mehr. Dann sah sie zu Satoshi und sah sein zufriedenes Grinsen. „Du….du hast Unheil über uns gebracht…warum bist du gekommen?“, wollte sie wissen.


    Semir war auf dem Weg nach Hause, als ihn ein Fahrzeug bedrängte. „Verdammt, was soll das!!“ fauchte er wütend und versuchte seinen Wagen in der Spur zu halten. Sein Blick ging zu dem Wagen. Er erkannte Yuri, den Sohn von Takeo. „Okay…okay…schon klar…“, stieß er aus und zog seinen Wagen auf den nächsten Parkplatz Yuri folgte. Als Semir seinen Wagen stoppte hielt Yuri neben ihn. Bevor Semir aussteigen konnte kam Yuri auf ihn zu und zog einen weiteren Mann vom Beifahrersitz. Diesen setzte er neben Semirs Wagen. Es war Takeo, aber er bewegte sich nicht. Semir sah ihn langsam an. „Was soll das?“, fragte er heiser. „Tanaka….er hat meinen Vater getötet…meine Schwester war dabei….ab sofort sollten Sie und Ihr Kollege sich aus der Sache raushalten, denn nun gibt es die Blutrache, wie es von der Yakuza vorgeschrieben ist. Halten Sie sich zurück und machen Sie sich die nächsten Tage ein schönes Leben. Vielleicht finden Sie an der Autobahn in einigen Tage ein paar dreckige Japaner….aber die haben nur die verdiente Strafe erhalten…“, stieß Yuri aus. Er drückte seinem toten Vater einen Kuss auf die Stirn und faltete seine Hände. Dann fuhr er ab. Semir blieb am Parkplatz stehen, sah Yuri nach wie er um die Ecke verschwand und rief die Kollegen der Gerichtsmedizin an. Es dauerte eine knappe halbe Stunde bis die Kollegen eintrafen. Der Gerichtsmediziner sah sich den Toten an. „Der Tod ist schon ein paar Stunden her…nach den Augen zu urteilen ist er vergiftet worden. Woran werde ich sicher bei der Obduktion ermitteln. Den Täter müsst ihr suchen...“, knurrte der Arzt. „Ich weiß wer der Täter ist….“, stieß Semir aus. Er rief Kim Krüger an und teilte ihr mit, dass er zu Kazuya Tanaka fahren wird und ihn wegen Mordens verhaftet. „Semir!! Sie fahren nicht allein!! Hören Sie! Semir... ? Semir???“, rief Kim durch das Funkgerät. Semir hängte das Mikro ein und fuhr los.

  • Yuri fuhr zurück zum Haus und sah Cho am Boden des Wohnzimmers sitzen. „Trauere nicht, Schwester….ich werde den Mörder von Vater stellen und dann töten…“, gab er von sich und nahm Cho in den Arm. „Du wirst morgen nach Japan zurück fliegen und dich dort der Yakuzafamilie anschließen. Erzähle ihnen, was hier in Deutschland passiert ist und die Familie wird die dortigen Tanakas alle auslöschen. Einen nach dem Anderen…egal ob Frau, Mann oder Kind…jeder der diesen Namen trägt und mit Kazuya verwandt ist, wird sterben…“, versprach Yuri. Cho sah ihn nur an und nickte. Yuri war der Älteste und mit dem Tod seines Vaters übernahm er die Macht. „Pack deine Sachen und ich bringe dich zum Flughafen. Du musst nicht dabei sein, wenn ich mit der Rache anfange. Die erste die sterben wird, ist Chiyo….sie wird langsam sterben….“, erklärte Yuri voller Hass. Cho antwortete nicht, sie würde niemals Widerworte geben. Sie hatte als Frau nichts zu sagen sondern nur zu gehorchen. Langsam ging sie die Treppen hoch und packte ihren Koffer. Nur wenig später brachte Yuri seine Schwester zum Flughafen und telefonierte mit Angehörigen im fernen Japan. Er kündigte die Rückkehr von Cho an um sie in Japan in guten Händen zu wissen. Cho checkte ein und Yuri fuhr zurück nach Hause. Er wusste genau, welche Aufgaben ihn nun erwarteten. Alle seine Feinde sollten sich ab sofort in Acht nehmen….er war nicht so weich wie sein Vater. Mit schnellem Bleifuss fuhr er zum Restaurant von Kazuya Tanaka und wartete auf ihn in seinem Wagen. Um ein Entdecken zu vermeiden, ließ er sich weit in den Wagensitz gleiten und beobachtete das Restaurant. Keine Sekunde darauf, fuhr ein weiterer Wagen vor dem Restaurant vor und der kleine Bulle stieg aus. Das war die Gelegenheit, beide auf einen Schlag zu kriegen, dachte Yuri nur und zog seine Waffe aus dem Halfter. Langsam ließ er das Fenster runter und wartete auf den geeigneten Augenblick. Da...da kam der Bulle mit Kazuya wieder raus, hatte ihn in Handschellen gelegt. Jetzt, dachte er nur und schoss sein ganzes Magazin auf die beiden Menschen leer. Kazuya ging als erster zu Boden und ehe der Polizist merkte, was geschah, zerrissen auch ihn die Kugeln. Schnell ließ er den Motor aufheulen und schnellte mit quietschenden Reifen davon. Zurück blieben die leblosen Körper eines Restaurantbesitzers und eines Polizisten.


    Satoshi und Yoshi waren indes wieder auf dem Weg zum Hause von Omnasanchi. „Ich werde den Sprengsatz legen...sieh du zu, dass uns keiner dabei beobachtet.“, meinte der Japaner und sah den Koch eindringlich an. Yoshi nickte nur und schaltete die Kameras mittels Sprühfarbe aus. Er wusste nicht, ob ihn jemand sah. Es war das erste Mal, dass er so etwas tat. Die Worte von Chiyo hallten in seinem Kopf nach. War es richtig, den eigenen Vater für die Ziele der Rache zu opfern? War das der Weg seiner Bestimmung? Noch ehe Yoshi richtig darüber nachdenken konnte, war Satoshi wieder zurück. „Gut, lass uns verschwinden. Wir werden diese Brut ein für allemal auslöschen und dann werde ich Chef der Yakuza sein und ihr habt dann nichts mehr zu befürchten.“, meinte er mit angeschwollener Stimme. „Ja, das ist das Beste.“, meinte der junge, japanische Koch nur und ließ den Kopf hängen. Die Gedankenbisse, die Chiyos Worte hinterlassen hatten, wurden mit jedem weiteren Wort größer und größer. Sollte er noch den alten, vergangenen Riten seiner Kultur nachjagen? Rache war ein Relikt aus einer früheren Zeit, doch jetzt war es zu spät, um alles rückgängig zu machen. Jetzt hieß es nur noch...Auge um Auge. Omnansanchis Kinder und Verwandte würden alles tun, um sich an den Tanakas zu rächen. Ein furchtbarer Krieg würde über Jahre hinweg toben, wenn sie ihnen nicht zuvor kamen.


    Semir kam langsam wieder zu sich. Er spürte die Schmerzen in seiner Brust, doch nirgends an ihm war Blut zu sehen. „Wie gut, dass ich das Ding angezogen habe.“, knurrte Semir und zog unter seiner Jacke die kugelsichere Weste hervor. Er sah auf Tanaka, konnte aber nur noch den Tod feststellen. Eine Kugel hatte ihn direkt in die Stirn getroffen, vier andere Einschüsse verteilten sich über den gesamten Brustkorb. Wer...wer konnte das nur getan haben, dachte Semir und sofort fielen ihm die Worte von Yuri Omnasanchi ein. Es würde ein Krieg der beiden Familien geben...Leichen würden die nächsten Tage bestimmen, so in etwa hatte er sich doch ausgedrückt oder nicht? Semir setzte sich auf die Stufen des Restaurants und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Er merkte nicht, wie Kim angefahren kam. Wütend stieg die Chefin aus, wollte Semir sofort eine Standpauke halten, sah dann jedoch den toten Körper von Kazuya Tanaka am Boden liegen. „Semir? Alles in Ordnung mit ihnen?“, wollte sie dann besorgt wissen. Der Deutschtürke nickte nur, nahm aber nicht die Hände vom Gesicht. Erst nach wenigen Minuten sah er zu Kim auf. „Chefin, ich würde jetzt genauso dort liegen, hätte ich nicht das Ding hier angehabt.“, meinte er mit heiserer Stimme und hielt ihr die Weste hin. Kim konnte deutlich die fünf Kugeln, die sich in der schweren Schutzweste eingebohrt hatten, fühlen. Eine davon war dicht am Herzen eingeschlagen. Es war ein Wunder, dass Semir noch so lebendig auf der Treppe saß. „Wissen sie schon, wer das getan hat?“, wollte sie wissen. Der Mann nickte. „Ich vermute, dass Yuri Omnasanchi dafür verantwortlich ist. Er hat seinen toten Vater zu mir auf den Rastplatz gebracht und gesagt, dass er dafür Rache an den Tanakas nehmen würde. Und das hat er ja auch. Scheinbar war ich ihm dabei im Weg.“, lachte Semir verbittert und dankte innerlich seinem Schutzengel, dass er ihn davor bewahrte, ohne Weste das Restaurant zu stürmen. „Kommen sie, ich fahre sie zur PASt zurück und dann kümmern wir uns um diese Blutfehde...Es muss doch möglich sein, einen Anhaltspunkt für den Verursacher zu finden. Susanne soll mal die gesamten Datenbänke der japanischen Botschaft durchforsten. Irgendwas müssen wir doch machen oder wir stehen bald in einem See aus Blut und Leichen.“, zischte Kim und half Semir hoch. Die Fahrt zur PASt verlief schweigend und nachdenklich. Regen fiel unaufhörlich und benetzte die Straßen.

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  • Ben saß im Behandlungszimmer. „Mensch mir fehlt nichts...ich entlasse mich selbst…ich bin okay.“, stieß er wütend aus. Der Arzt sah ihn nur milde lächelnd an. „Sie haben eine Gehirnerschütterung und müssen mindestens zwei Tage liegen...und das werden Sie hier tun….“, gab er ruhig von sich. „Ich kann genauso zuhause liegen!!“, maulte Ben und zog sich sein Shirt an. „Das weiß ich…aber Sie werden es hier machen…oder muss ich erst Frau Krüger anrufen?“, drohte der Arzt. „Schon gut…ist okay…aber morgen gehe ich nach Hause...“, wiegelte Ben ab. Er ließ sich von einer sehr attraktiven Krankenschwester ins Zimmer bringen. Nur wenig später lag er im Bett und starrte die Decke an. Er spürte einen Druck im Kopf und Übelkeit aufsteigen. „Wenn Sie Schmerzen haben, dann klingeln Sie …ich bin dann sofort für Sie da.“, hauchte die Schönheit. Ben nickte und sah der Schwester hinterher, als sie das Zimmer verließ. Vielleicht sollte er doch ein oder zwei Tage hier bleiben und sich verwöhnen lassen. So schlecht war es hier doch nicht. Er konnte den ganzen Tag liegen und Fern sehen. Was war denn so schlimm… und Semir kam sicher mit Krüger sehr gut zu Recht. Immerhin war es ja nicht das erste Mal, dass die Beiden gemeinsam auf Streife gingen. Er schloss die Augen und schlief kurz darauf ein. Der letzte Gedanke der ihn beherrschte war, wie der Name der Krankenschwester war.


    Semir und Kim fuhren nachdem die Leiche von Tanaka abtransportiert wurde zur PAST. „Sind Sie sicher, dass Sie nicht verletzt sind?“, wollte Kim wissen. Semir sah noch einmal an sich herunter. „Ja…das Blut ist von Tanaka…die sind doch völlig wahnsinnig geworden…dieser Yuri hat mich gewarnt...ich soll mich raus halten oder es passiert was…und seit einigen Minuten bin ich mir sicher, dass es ein sehr guter Rat war.“, knurrte Semir leise. „Das mag sein…aber wir können nicht zulassen, dass sich die Leute gegenseitig umbringen…und mir ist egal warum. Mord bleibt Mord…“, gab Kim von sich. „Ja sicher….ich werde nachher zu Yuri Omnasanchi fahren und ihn verhaften...“, kam leise von Semir. „Wir…Semir…wir werden hinfahren. Sie werden nicht allein fahren…damit das klar ist...“, warnte sie ihn erneut. Semir nickte nur. Er schloss die Augen. Der Tag heute war sehr anstrengend…denn so oft er auch dem Tod von der Schippe gesprungen war, so wie heute war es noch nie. „Semir?“, riss Kim ihn aus seinen Gedanken. „Ja..alles okay….ich hab verstanden.“, kam erschrocken von ihm. „Sie sollten sich auf jeden Fall untersuchen lassen.“, schlug sie vor. „Nein… ist nicht nötig. Wir müssen den Krieg verhindern…das ist wichtiger…ich komme schon klar...“, lehnte Semir ab. „Also gut….rufen Sie Susanne an und sagen ihr, dass sie alles über die Familien zusammen tragen soll. Von mir aus soll sie sich in die japanischen Rechner hacken. Wir müssen alles wissen…jede Kleinigkeit…“, forderte sie ihn auf .Semir nickte und griff zum Handy. „Susanne..Semir hier….such bitte alles und ich meine wirklich alles raus was du über die Familien Tanaka und Omnasanchi herausfinden kannst. Ich will von der Geburt des ersten dieser Familie bis zum Letzten alles wissen!“, befahl Semir. Susanne versprach sich darum zu kümmern.


    Yuri fuhr zum Haus zurück. Ohne seine Schwester und seinem Vater war es einsam. Sein Bruder Atsushi kam herein. „Was hast du getan?“, wollte er wissen. „Ich habe den Mörder von Vater gerichtet…nun sind die Kinder da…und auch sie werden sterben….“, gab Yuri von sich und zündete eine Kerze an. Auf dem Altar standen mittlerweile drei Bilder die mit einem schwarzen Flor versehen. Da Yuri nun die Stelle seines Vaters einnahm, war es seine Pflicht auch das Ritual der Toten zu vollziehen. Er hatte seinem Vater oft genug zugesehen und wusste was zu tun ist. Atsushi sah ihm zu. „Yuri…ich weiß nicht….aber denkst du es ist richtig?“, wollte er von seinem Bruder wissen. „Störe mich nicht bei der Zeremonie…“, befahl Yuri. Atsushi ging hinaus. Er wusste genau, dass nun sehr schwere Zeiten für die Familie anfingen. Ab sofort musste man aufpassen wohin man ging und mit wem. Überall konnte der Feind lauern und ihn ermorden. Atsushi kehrte noch einmal zurück zu seinem Bruder und hielt einen japanischen Brief in der Hand. „Der Yakuzarat hat geschrieben...sie wollen keine Blutfehde zwischen ihnen und den Tanakas. Ihre Geschäfte mit der Familie würde das erheblich stören. Sie legen uns nahe, die Fehde zu beenden oder wir werden bestraft.“, gab der Bruder den Brief wieder. Yuri stand wütend auf und riss Atsushi das Papier aus der Hand. „Das können die nicht machen...“, fauchte er und ging aus dem Schrein hinaus. Sein Bruder blieb alleine zurück. Doch schon bald sollte er ganz alleine sein.

  • Na auch wenn ihr nicht feedet...die Story geht weiter.....für die heimlichen Leser unter euch. :)


    Semir und Kim fuhren auf den Parkplatz der PASt vor. „Susanne, hast du schon was?“, wollte Semir wissen, als er die PASt betrat. Kim folgte ihm auf dem Fuße. „Leider nein, aber der Obduktionsbefund von Takeo Omnasanchi ist schon da...Er liegt in deinem Büro.“, erwiderte Susanne. Semir nickte Kim zu und ging dann in sein Büro. Schnell nahm er den Ordner an sich und las ihn durch. „Im Mageninhalt befanden sich nachweisliche Spuren von Curare...“, hieß es in dem Obduktionsbericht. Curare...das hatte er doch schon mal gehört. Genau...bei Isamu. Da war es doch auch Curare...Das war der gemeinsame Nenner. Sofort stürzte Semir aus dem Büro und ging zu Susanne. „Susanne, finde doch mal raus, wo in Köln und Umgebung Laboratorien oder sonstige Einrichtungen mit Giften, insbesondere mit Curare, zu tun haben.“, bat Semir und die Sekretärin nickte. „Gut, mach ich...“, entgegnete sie und ging gleich an die Arbeit. „Semir, was ist denn?“, wollte Kim wissen, als der Deutschtürke nur so durch das Großraumbüro flitzte. „Das Gift bei Takeo Omnasanchi ist identisch mit dem Gift vom Mord an Isamu...Das ist kein Zufall. Susanne, hast du schon die Familiengeschichte überprüft?“, fragte er dann wieder die Sekretärin. „Aber das wisst ihr doch schon...“, entgegnete sie entgeistert. „Verzeih, ich meinte, ob du schon was über diesen Satoshi herausgefunden hast?“ „Kommt in zehn Minuten...jetzt mach ich erstmal den Abgleich mit den Giften.“, stöhnte sie vor der Arbeitswut des Deutschtürken. „Semir, ich will wissen, was sie vorhaben.“, knurrte Kim und hielt Semir fest. „Chefin, ich habe den Verdacht, dass dieser Yuri hinter alldem steckt. Deswegen will ich ihn jetzt verhaften.“, stieß er aus. „Nein Semir, wir werden ihn verhaften. Kommen sie...“, legte Kim fest und schon waren beide verschwunden. Susanne sollte ihnen noch die Daten, die sie herausfand, aufs Handy schicken.


    Yuri machte einige Schritte über den Kiesweg und las sich den Brief durch, als er durch einen starken Druck über den Weg und die Blumen geschleudert wurde. Glas splitterte und Holz barst durch die Explosion. „Atsushi...nein...“, schrie er, als er die Flammen aus dem Schrein schießen sah, die sich sofort auf das ganze Haus übertrugen. Er wollte noch in die Flammen rennen, doch dann warf sich jemand auf ihn. „Sie können da nicht mehr rein...seien sie vernünftig.“, hörte er die Stimme des kleinen Polizisten sagen. „Sie...sie sind doch tot?“, stieß Yuri verwundert aus. „Das hätten sie wohl gerne...“, fauchte Semir zurück und drehte ihm die Arme auf den Rücken. „Nicht...mein Bruder ist noch da drin...“, schrie er und wollte sich loseisen, doch Semir hatte ihn mit den Füßen vollkommen am Boden festgenagelt. Kim trat einige Schritte auf das Gebäude zu, doch die Flammen und eine zweite Explosion machten sämtliches Überleben zunichte. Keine Hoffnung, darin noch lebend jemanden zu finden. „Yuri Omnasanchi, ich verhafte sie wegen des Verdachts des mehrfachen Mordes und Mordversuchs in mehreren Fällen.“ Semir zog den Japaner auf die Beine. „Sie wissen ja gar nicht, Gerkhan, mit was für einem Gegner sie sich eingelassen haben. Sie sind schneller tot, als sie Amen sagen können.“, fauchte der Japaner und fing an, seine Mundwinkel zu einem bedrohlichen Grinsen hochzuziehen. „Ach ja...sie haben es versucht und auch nicht geschafft. Wollen wir doch mal sehen, ob andere da mehr Glück haben.“, entgegnete Semir nur und schaffte Yuri zum Wagen. Kim informierte die Feuerwehr, die wenig später eintraf und mit den Löscharbeiten begann. Es dauerte über drei Stunden, bis das Feuer soweit unter Kontrolle war und vollkommen gelöscht werden konnte. „Frau Krüger, wir haben in einem Nebengebäude eine Leiche gefunden.“, meldete der Einsatzleiter der Kameraden. Kim nickte und folgte dem Mann in die verbrannten Überreste.


    „So…Yuri Omnasanchi…Sie sind der Letzte Ihrer Familie….damit ist die verdammte Fehde zu Ende…Sie werden für immer in den Knast wandern und dort werden Sie verrotten!“. fauchte Semir Yuri wütend an, als sie im Vernehmungszimmer saßen. „Glauben Sie das? Ich bin nicht der Letzte…da gibt es noch einen…und der ist der Drahtzieher…das weiß ich…was hab ich davon, wenn ich als Kronzeuge vor Gericht gegen diesen Mann aussage?“, wollte Yuri wissen und führte sich auf wie ein Sieger. Semir lachte verächtlich. „Und wer soll dieser ominöse Unbekannte sein?“, wollte er wissen. „Satoshi…er ist der Sohn meines zweitältesten Bruders Sato…..vor vielen Jahren hat mein Vater ihn verstoßen…und er musste die Yakuza verlassen. Satoshi will die Ehre seines Vaters wieder herstellen….aber das wird ihm nicht gelingen…und er bringt seine ganze Familie um…jetzt hat er sogar Atsushi umgebracht. Wir hatten nichts mit dieser Fehde zu tun…und Satoshi hat sich mit den Tanakas zusammen getan. Wollen Sie die größte Yakuzavereinigung in Deutschland vernichten?“, forderte Yuri Semir heraus. „Hören Sie auf mit diesem Mist….Sie haben Tanaka umgebracht und ich wette, Sie wollten auch Ihren Vater und Ihre Brüder aus dem Weg haben, damit Sie an die Spitze kommen! Sie wollten nicht warten, bis ihr Vater eines natürlichen Todes starb und haben mit Curare nachgeholfen….“, fauchte Semir wütend. Kim klopfte an und kam herein. „Semir…einen kurzen Augenblick…“, bat sie. Semir sah auf Yuri und nickte dann. „Ich bin gleich zurück und ich rate Ihnen, dass Sie mir dann alles sagen…“, fauchte er ihn an. Vor der Tür sah er Kim an. „Was ist denn?“, wollte er wütend wissen. „Semir…wenn Yuri Omnasanchi Recht hat, dann wäre das ein großer Schlag gegen die organisierte Kriminalität…“, gab sie zu. „Ja…genau…wenn er Recht hat….er mag aus den Reihen der Yakuza stammen, aber ich denke nicht, dass er so viel weiß, dass er die Yakuza hier ans Messer liefern kann.“, widersprach Semir. Kim nickte. „Also gut...ich werde es mit der Staatsanwaltschaft abklären…wenn sie Interesse haben, dann werden wir ihn ins Zeugenschutzprogramm aufnehmen.“, schlug sie vor und verschwand in ihr Büro. Semir sah ihn kopfschüttelnd nach. „Das kann ja nur noch beschissener werden…“, maulte er.

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  • Satoshi sah Yoshi an. „Und….damit war es der Vorletzte aus der Familie…. Omnasanchi….jetzt ist nur noch Cho und Yuri da…. Cho werde ich einfach verkaufen… sie ist hübsch und schweigsam wie es sich für eine Frau gehört…unsere Jungs in Japan werden sie bereits in Empfang genommen haben.“, lachte Satoshi. Yoshi sah ihn an. „Wie willst du denn an Yuri rankommen? Er ist bei den Bullen und da wird er sicher nicht so schnell wieder rauskommen…“, gab er besorgt von sich. Satoshi lachte leise. „Er wird einen Weg finden, sich aus der Situation zu winden. So wie immer…der gute Yuri…..warte es ab…du wirst es erleben wie hinterhältig die Familie ist. Wir haben die Deckung von der Yakuza, die gerade große Geschäfte mit uns abschließt….also wird Yuri nichts gegen uns unternehmen können.“, versprach Satoshi. Yoshi lachte leise. „Ja sicher….was denkst du wird die Yakuza machen, wenn sie wissen das du eine Fehde auslöst? Was denkst du, wie lange wir leben werden? Wer sagt dir nicht, dass gerade in diesem Augenblick Leute der Yakuza in Köln landen um die Fehde zu verhindern?“, schrie Yoshi, der langsam die Übersicht verlor. „Hey…. Beruhige dich…glaub mir…ich erreiche mein Ziel…ob nun mit dir…. Oder ohne dich und deine Schwester…“, kam kühl von Satoshi.


    Yoshi ahnte nicht wie Recht er hatte, denn in diesem Augenblick landete eine Maschine aus Japan mit sechs Mann an Bord. Sie ließen sich ohne Probleme vom Zoll kontrollieren und checkten aus. „Das Hotel liegt mitten in der Stadt, aber es ist ein sehr vernünftiges Hotel unter der Leitung von Yamutashi Kantaka….er ist uns treu ergeben…“, erklärte Ryo den Männern. Diese nickten schweigend. Sie ließen sich mit einem Taxi ins Hotel bringen und warteten in der Halle auf den Mann, der das Hotel leitete. „Ich bin erfreut, euch hier begrüßen zu dürfen. Ich habe auch Neuigkeiten für euch. Atsushi ist ebenfalls eines gewaltsamen Todes gestorben. Und ich vermute dass Satoshi dahinter steckt…er hatte der Familie Rache geschworenen und führt diese sehr systematisch aus. Aber nun ist Yuri bei der Polizei. Er steht unter Mordverdacht…“, erzählte der alte Mann. „Da ist er wenigstens in Sicherheit...vorerst...“, meinte Ryo und ging mit der Gruppe auf den Fahrstuhl zu. „Wir werden uns Satoshi vornehmen...er darf diese Fehde nicht weiter vorantreiben. Unsere Geschäfte sind dadurch zu stark gefährdet. Und das hat oberste Priorität.“, fauchte Ryo. Yamutashi nickte nur. „Ich werde herausfinden, wo sich Satoshi aufhält...es gibt hier nicht viele Verstecke.“, meinte er und verneigte sich, bevor die Gruppe in den Fahrstuhl stieg und auf ihr Zimmer fuhr. Doch Yamutashi wusste nicht, dass in seinem Hotel auch Japaner arbeiteten, die Satoshi und dessen Familiengeschichte kannten und kein gutes Wort für die Yakuzas übrig hatten.


    Satoshi ging in seinem Versteck auf und ab, überlegte sich jetzt jeden einzelnen Schritt. Er musste an Yuri rankommen, doch wie war das zu schaffen, solange er in Polizeigewahrsam war? Er musste es irgendwie schaffen, dass Yuri aus der Station gebracht wird. Oder er musste in die Station...verkleidet vielleicht? In seine Gedankengänge bohrte sich das nervende Geräusch seines Handys hinein. „Hai?“, meldete er sich. Er brauchte nur einige Sekunden zuhören, dann wurde ihm schnell bewusst, wie ernst seine Situation im Moment war. Schon im nächsten Moment hatte er wieder aufgelegt. Yoshi kam herein. „Gut, dass du kommst...wir haben ein Problem...“, fauchte Satoshi sofort los und sah den jungen Koch an, während er ihn nach draußen zum Auto schob. „Und was ist das für ein Problem?“, wollte dieser nur wissen. „Die Yakuza haben Männer ausgeschickt, die mich nach Japan zurückbringen sollen...es sind die sechs Samurai.“, stieß Satoshi aus. Yoshi sah mit großen Augen auf das Lenkrad. „Und nun? Sie werden uns beide töten...Was hast du vor?“ „Keine Panik, wir müssen Yuri einfach vor den Samurais bekommen. Hilfst du mir?“, wollte er wissen. Yoshi zögerte einige Sekunden. Innerlich kämpfte er mit sich selbst und seinen Rachegefühlen. Er hatte seinen Vater verloren und das durch Yuris Hand. Die Ehre gebot ihm, dass er den Mörder zur Strecke brachte. Aber galt das auch für Mord? „Also, was ist nun?“, fauchte Satoshi den Mann an. „Gut, ich helfe dir, aber umbringen musst du ihn alleine. Ich will nichts mehr mit deiner Rache zu tun haben.“, zischte Yoshi und sah den Mann neben sich an. „Mir auch recht...los, finden wir heraus, wo Yuri ist.“, meinte Satoshi und startete den Motor seines Wagens.

  • „So, haben sie sich meinen Vorschlag überlegt?“, kam es selbstsicher von Yuri, als Semir zurück in den Verhörraum trat. Der Hauptkommissar musste sich sehr zusammenreißen, um nicht die Beherrschung zu verlieren. Wie ihn doch dieser selbstgefällige Japaner ankotzte. „Für den Mord an Tanaka und den Mordversuchen an meinem Partner und mir werden sie sich zu verantworten haben, egal, wie viel sie uns sagen...“, knurrte er und hätte sich am liebsten dafür selbst gescholten. Wie konnte man nur mit Verbrechern Geschäfte machen? Kim trat ein. „Herr Omnasanchi...ich habe eben mit der Staatsanwaltschaft gesprochen...sie sind sehr interessiert an ihrem Wissen. Dafür bieten sie ihnen einen Deal an. Sie lassen die Mordanklage für Tanaka fallen und werden sie nur wegen versuchten Mordes an Herrn Gerkhan anklagen...Wenn sie mitspielen, sind sie in fünf Jahren wieder auf freiem Fuß.“, meinte Kim und sah den Japaner abwartend an. Sie konnte regelrecht spüren, wie Semir neben ihr wie ein Vulkan zu brodeln anfing und kurz vor dem Ausbruch stand. Ein scharfer, zurechtweisender Blick von ihr jedoch genügte, um ihn zum Einhalt zu zwingen. „Fünf Jahre...für alles...kein schlechter Tausch...“, meinte Yuri und ließ sich lässig nach hinten fallen. „Gut, sie werden gleich von uns zum BKA nach Wiesbaden überführt.“, entgegnete Kim und zog den zum Widerspruch ansetzenden Semir nach draußen. „Chefin, das ist nicht ihr Ernst, oder? Ich soll...wir sollen für diesen Scheißkerl Chauffeur und Kindermädchen spielen? Haben sie daran gedacht, dass da draußen noch immer ein geisteskranker Mörder auf eine Gelegenheit wartet, um ihn zu ermorden? Wieso sollen wir da noch ein Ziel für ihn abgeben?“, fauchte Semir die Chefin an. „Semir, es ist so, dass das BKA uns keine Beamten schicken kann...wir müssen wohl oder übel ihn hinbringen. Und was den Killer angeht, so können wir ihn vielleicht aus der Reserve locken. Trotzdem, sie sollten genug Munition und vorsichtshalber die kugelsichere Weste einstecken.“, schlug sie vor. „Tolle Aussichten.“, fauchte der Deutschtürke nur.


    Mit einer großen Wut im Bauch machte Semir sich daran, Yuri in den Wagen zu bringen und dann mit Kim Krüger los zu fahren. Sein Handy klingelte, bevor er anrollen konnte. „Ben!! Wie geht es dir?“, wollte er wissen als er seinen Partner hörte. „Gar nicht gut…ist wohl doch schlimmer als gedacht...“, kam klagend von Ben. „Du...das wird schon….ich würd gern mit dir sprechen, aber ich muss Yuri Omnasanchi nach Wiesbaden bringen...er stellt sich als Kronzeuge zur Verfügung und das BKA ist ganz scharf darauf. Ich bin also wieder Kanonenfutter, weil dieser Satoshi Yuri umbringen will..und was noch schlimmer ist, die Krüger fährt mit…“, fauchte Semir wütend. Kim sah ihn erstaunt an. „Oh…dann geht es dir vermutlich schlimmer als mir...Semir…pass gut auf euch auf…das sind keine Kinderspiele mehr.“, kam besorgt von Ben. „Danke...ich gebe mein Bestes...“ Semir beendete das Gespräch. „Wie geht es Herrn Jäger?“, wollte Kim wissen und ging nicht auf das ein, was Semir gesagt hatte. „Gut…soweit hörte es sich an…“, meinte Semir nur und fuhr los. „Chefin….Sie tragen hoffentlich auch die Schutzweste?“, wollte er nach einer Weile wissen. „Selbstverständlich...ich habe keine Lust eine Zielscheibe abzugeben.“, gab Kim zurück. „Wir sind eine Zielscheibe…ich denke, wir werden nicht lange warten müssen, bis Satoshi zum Gegenangriff geht. Ich vermute nämlich, dass ich längst von diesem Kerl beobachtet werde…zumindest seit ich Omnasanchi verhaftet habe.“, sagte Semir nachdenklich. „Sie könnten Recht haben….warten wir es ab. Ich denke, wir sind in gut zwei Stunden da…bei Ihrem Fahrstiel eher früher.“, lächelte Kim. Semir gab Gas. Er wollte so schnell wie möglich die Tour hinter sich haben.


    Satoshi sah den silbernen BMW vom Hof fahren. „Dann werden wir doch mal sehen, wohin du willst…“, murmelte er und hängte sich an. Er fuhr mit drei Personen im Wagen, die den Vorteil hatten, Befehle ohne Nachfragen auszuführen. Bei Yoshi saßen ebenfalls drei Personen mit den gleichen Eigenschaften im Fahrzeug. Zu zweit wollten sie Yuri aus den Fängen der Polizei befreien. „Yoshi….hör mir genau zu…ich denke sie werden Yuri zum BKA bringen. Dieser Mistkerl hat vor als Kronzeuge gegen uns auszusagen…wir müssen ihn daran hindern. Er muss sterben und mit ihm die Bullen die ihn sicher schon vernommen haben.“, gab er über Funk durch. „Satoshi…das geht zu weit…ich meine…Yuri töten okay…aber nicht die Polizei…da mache ich nicht mit…wir müssen sie ausschalten ja…aber nicht töten…“, kam von Yoshi. „Du Weichei… aber gut…ich werde mir was Anderes einfallen lassen… ich hab‘s sogar. Wir werden sie auf ein einsames Gelände scheuchen, die Funkgeräte zerstören und auch für keinen Handyempfang sorgen….dann werden wir die Bullen betäuben, fesseln und zurück lassen, während wir mit Yuri abfahren. Yuri wird seine Strafe nicht entgehen…“, erklärte Satoshi weiter. „Also gut….ich kenne da ein alten Bauernhof…wenn wir es geschickt anstellen, dann werden die beiden dort in der Scheune sicher Schutz suchen…sie ist ungefähr 15 km vor uns….also lass uns loslegen.“, antwortete Yoshi. „So ist es gut…okay…hast du Chloroform?“, wollte Satoshi wissen. „Ich weiß nicht…warte….ja…hier im 1. Hilfe Koffer ist tatsächlich Chloroform…“, gab Yoshi durch. „Sehr gut…dann halte alles bereit…ich werde nun loslegen…du reihst dich hinter ihnen ein, damit sie nicht ausbrechen können….ich werde sie von der Straße drängen…direkt an dem Weg, der zum Bauernhof führt.“, befahl Satoshi.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Auch Ryo war mit seinen Leuten bereits unterwegs. Sie kamen an dem Versteck an, wo sich Yoshi und Satoshi sich aufhalten sollten. Doch von den Beiden war nichts zu sehen. Eine junge Frau in Jeans und Shirt kam gerade herein und erschrak als Ryo sie ansah. „Wo ist Yoshi und Satoshi?“, fragte er harsch. „Wer sind Sie? Was wollen Sie von ihnen?“, fragte die junge Frau. Ryo machte einen Schritt auf sie zu. „Du bist Chiyo richtig?“, kam die Frage von Ryo. Die junge Frau nickte. „Du kennst mich?“, wollte Ryo wissen. Diesmal schüttelte sie den Kopf. „Ich bin Ryo…ich bin Samurai und stehe im Dienste der Yakuza….dein Bruder und Satoshi stören die Geschäfte mit deiner Familie…wir können das nicht zulassen. Du wirst mir sagen, wo sie sind…“, forderte der Mann drohend. Chiyo sah ihn ängstlich an. „Aber…ich…ich…“, stammelte sie. Sie wusste, dass diese Männer auch da waren um sie zu bestrafen. „Hör zu, Mädchen...entweder du sagst uns, wo die beiden sind oder ich drehe dir deinen schönen Hals um.“, fauchte er und warf in Windeseile ein kleines Nylonseil um Chiyos Hals und zog es rasch zu. Erschrocken und vollkommen starr röchelte das Mädchen und versuchte sich aus dem Griff des Mannes zu befreien, versuchte zu treten, doch auch das gelang ihr nicht. „Sag mir, wo die Beiden sind und ich lasse dich am Leben...“, forderte Ryo und sah mit gleichgültigem Blick, wie Chiyo immer weiter blau anlief. Erst im letzten Moment löste er das Seil und sofort kippte die junge Japanerin zu Boden. Gierig zog sie die Luft in ihre Lungen ein und hustete vor sich hin. Mit gebrochenem Blick sah sie zu dem Mann auf, der wieder auf sie zukam. „Wo sind sie?“, wollte er wissen und seine Finger verkrallten sich in Chiyos Haaren, rissen ihren Kopf nach hinten. „Sie...sie wollen Yuri töten...Er...er ist von der Polizei weggebracht worden und die beiden haben sich an sie gehängt...Ich weiß nicht, wo sie sind...“, weinte Chiyo und hoffte, dass die Männer gnädig mit ihr waren. „Sie sind doch sicher in einem Wagen unterwegs...Los, Kennzeichen, Farbe und Marke...“, forderte der Samurai. Um ihr Leben bangend, gab Chiyo diese Informationen preis. „Gut...wir werden dich mitnehmen...bete, dass wir deinen Bruder finden, bevor er Yuri etwas antun kann...“, fauchte Ryo und zog die Frau brutal hoch.


    „Verdammt, was soll denn das?“, fauchte Semir, als sich ein Wagen direkt vor ihn setzte und begann, ihn auszubremsen. Der Kommissar zog nach links rüber, doch der Wagen folgte ihm. „Semir, hinter uns ist noch einer und er fährt ziemlich dicht...“, auf, wollte Kim sagen, doch schon wurden sie vom Wagen hinter ihnen gerammt. „Mein Wagen, verdammt...“, fauchte Semir und versuchte auszuweichen, die beiden Angreifer auszumanövrieren. Kim sah nach hinten und merkte, dass Yuri unruhig wurde. „Die...die sind hinter mir her...die wollen mich töten...“, zischte er ängstlich und sah Kim an. „Tun sie doch was...“, forderte er. „Denken sie, wir sind hier beim Däumchen dreh?“, schrie Semir zurück und riss das Lenkrad nach rechts rum, auf den Standstreifen rüber. Doch die beiden Wagen folgten ihm, wohin Semir auch lenkte. „Verdammt, wir kommen hier nicht raus... Wir müssen runter von der Autobahn.“, knurrte Semir und sah dann einen kleinen Feldweg, der nur durch einen Schlagbaum von der restlichen Schnellfahrtstrecke getrennt war. Eine Chance ist es auf jeden Fall, dachte er und riss das Steuer nach rechts rüber. Der BMW riss den Schlagbaum nur so entzwei und ruckelte über den Waldweg hinweg. Die beiden Fahrzeuge schienen nicht so schnell reagieren zu können und so gewannen Semir und Kim einen gewissen Vorsprung. „Man, das war knapp...“, stieß er aus und sah, Luft schnappend, nach hinten. Yuri schnappte nach Luft und richtete sich langsam wieder auf. „Was sind sie denn für Flaschen? Sie sollen mich beschützen, dabei liefern sie mich fast in die Schusslinie aus.“, fauchte Yuri und sah mit bösem Blick durch den Rückspiegel. Semir stoppte den Wagen und drehte sich mit wütendem Blick um. „Wenn sie nicht wollen, dass ich sie an den nächsten Baum binde und ihnen diesen Kerlen zum Fraß vorwerfe, dann sollten sie jetzt verdammt noch mal die Klappe halten.“, schrie Semir und war kurz davor, diesen Kerl in den Kofferraum zu sperren. „Semir, wo sind wir?“, wollte Kim wissen. „Ich habe keine Ahnung, aber wir sollten den Weg erstmal weiterfahren. Irgendwann müssen wir wieder auf eine Straße kommen.“, entgegnete der Deutschtürke mit wieder ruhigem Ton. Langsam fuhr er weiter den Waldweg entlang.


    Satoshi sah zufrieden in den Rückspiegel und griff zum Funkgerät. „Sehr gut...der Weg führt sie direkt zum Bauernhof...“, hörte er Yoshi sagen. „Gut, dann werden wir uns jetzt auch dorthin begeben. Sicherlich sind wir vor ihnen da und dann, wenn es dunkel ist, holen wir uns Yuri.“, entgegnete Satoshi und hängte das Funkgerät wieder ein. Jetzt würde er seine Rache bekommen...die Rache für das Unrecht, dass seinen Vater und seine Mutter wiederfahren ist. Schon bald war er Oberhaupt der Yakuza in Deutschland und dann würde er sich diese beiden Bullen vornehmen. Doch zuerst würde Yoshi drankommen. Dieser Kerl wusste einfach zuviel. „Wie willst du das jetzt machen? Die sind doch bewaffnet…die knallen dich ab, bevor du auch nur Piep sagst…“, riss Yoshi ihn aus den Gedanken. „Nur keine Sorge….sie werden schon nichts machen…wir sind zu Acht...und die nur zu zweit…“, grinste Satoshi. „Die haben aber sicher mehr als acht Kugeln.“, gab Yoshi zu bedenken. Satoshi sah ihn verächtlich an. „Mach dir bloß nicht in die Hosen… wenn dir was nicht passt kannst du auch gehen….“, schlug er vor. „Ich…ich will dich nicht im Stich lassen…wir werden uns die Position des Oberhauptes teilen. Du wirst nach außen der Boss sein und ich werde denken…“, kam von Yoshi überheblich. Satoshi lachte leise. „Klar doch…du als Denker und ich als Täter… und nun werden wir mit den Jungs dorthin gehen…schön geduckt…damit die alles an Munition verschießen… und dann….werden die beiden schlafen und wir werden uns mit Yuri beschäftigen. Sag mal….deine Schwester….ist sie eigentlich verheiratet?“, wollte Satoshi plötzlich wissen. „Nein…warum fragst du?“, kam sofort von Yoshi. „Nun…. Sie gefällt mir….so als Zweitfrau….“, lachte Satoshi laut. „Lass die Finger von meiner Schwester!! Sie ist zu schade für dich!!“, ging Yoshi ihn sofort an. Sie kamen an dem Bauernhof an. Tatsächlich war der BMW noch eine ganze Weile weg. „Super…okay…Jungs ihr verteilt euch!“, befahl Satoshi.

  • Semir und Kim kamen endlich am Bahnhof an. Von dem Verfolger war nichts zu sehen. „Sie scheinen aufgegeben zu haben.“, meinte Kim nachdenklich, als sie nach hinten schaute. Yuri war auf dem Rücksitz längst zusammen gezogen und machte sich so klein wie nur möglich. „Verdammt…bringen Sie mich endlich in Sicherheit!!“, schrie er verzweifelt. „Halt die Klappe…“, fauchte Semir zurück und konzentrierte sich auf dem holprigen Weg. Endlich kamen sie an. „Okay…ich schütze Sie und Sie bringen Omnasanchi in die Scheune.“, schlug Semir vor und zog seine Waffe. Er stieg aus und richtete die Waffe auf den Weg. Kim zerrte ihren Gefangenen aus dem Wagen und rannte mit ihm in die Scheune. „Okay…Semir!! Jetzt Sie!!“, rief Kim zu und Semir rannte ebenfalls los. In der Scheune selbst war es dunkel. Die Fenster waren längst geborsten und auch sonst schien es ziemlich in sich zu fallen. „Zwar nicht gerade das Hilton aber immerhin bietet sie Schutz.“, murmelte Semir, als er sich umsah. „Semir…gehen Sie dort oben hin…vielleicht können Sie von dort sehen, wo die Mistkerle stecken die uns verfolgt haben.“, bat Kim. Semir verschwand. Die Leiter war nur mit Vorsicht zu genießen und er sah sich oben um. Hier lag ein Heuballen neben dem Anderen. Und auch eine dieser Ladeluken. Semir ging hin und sah raus. Nichts von den Verfolgern zu sehen. Er ahnte nicht, dass die Verfolger direkt hinter ihm waren und nur auf die beste Gelegenheit warteten ihn in ihre Gewalt zu bekommen.


    Ryo sah Chiyo an. „Du musst keine Angst haben…wenn du die Wahrheit gesagt hast, dann wird dir nichts passieren. Du bist noch jung und man kann dich noch erziehen. In Japan suchen wir ständig Frauen, die wir dann mit ehrenwerten Männern verheiraten…das ist deine Bestimmung.“, gab er bekannt. „Ich werde nicht heiraten…wenn, dann suche ich mir meinen Mann selbst aus.“, kam nun etwas selbstsicherer von Chiyo. Normalerweise war sie nicht so einfach einzuschüchtern, doch sie wusste, dass die Yakuza extrem brutal war, wenn man ihre Geschäfte störte. Ryo lachte leise. „Du wirst tun was ich sage….sieh mal…dein Vater hat mit uns einen Vertrag auf Lebzeiten abgeschlossen und er hat mit Sicherheit auch die Klausel gelesen, die besagt, dass alles was ihm gehört, nach seinem Tod der Yakuza überschrieben wird. Seine Kinder inbegriffen…und du bist nach den Gesetzten der Yakuza noch nicht entscheidungsberechtigt….und nun wirst du schweigen, Weib….“, forderte er sie auf. Chiyo sah ihn trotzig an. „Ich bin keine Japanerin….ich habe nur japanisches Blut in mir…aber ich bin Deutsche!!“, schrie sie ihn an. Ryo holte aus und gab ihr eine Ohrfeige. So heftig, dass Chiyos Nase anfing zu bluten. Sie taumelte und fiel kurz zu Boden. „Du wirst mit uns kommen, ob du willst oder nicht. Und jetzt sag mir nur eins...wo sind Satoshi und Yoshi?“, fauchte Ryo. „Sie...sie sind am alten Bauernhof in der Nähe vom Laacher See.“, gab sie kleinlaut von sich und schon wurde sie wieder hochgezogen, unter wildem Fuchteln und Schreien zum Wagen gezogen und in den Kofferraum gesperrt. „So, und wehe ich höre einen Mucks von dir...“, zischte Ryo und schlug kurz auf die Klappe, um seine Worte zu verdeutlichen.


    Satoshi und seine drei Begleiter nahmen hinter einer alten Planierwalze Deckung und sahen auf die Scheune. „Sicherlich sind sie da drin...wir werden jetzt mal ihre Aufmerksamkeit wecken.“, meinte er und sah einen seiner Handlanger an. Dieser verstand sofort und verließ das Versteck, feuerte auf die Scheune einige Schüsse ab und zog so die Aufmerksamkeit des ersten Bullen auf sich. Dieser erwiderte das Feuer und schnell brachte sich der Japaner hinter einem Futtertrog in Sicherheit. Jetzt eröffneten Satoshi und die anderen das Feuer und versuchten, den kleinen Bullen möglichst nicht zu treffen, doch die Kugeln dicht bei ihm einzuschlagen lassen. „Shit...Chefin, die kommen mir langsam zu nahe.“, rief Semir nach unten. Kim hatte inzwischen Yuri an einen dicken Balken gebunden und warf durch Zufall einen Blick aus dem Fenster, dass zur anderen Seite des Hofes zeigte. „Semir, ich hab hier selbst ein paar Probleme. Sie müssen leider allein mit denen fertig werden.“, meinte Kim, durchschlug das Fenster mit einer alten Axt und feuerte auf die vier Angreifer. Sofort sprangen diese in Deckung und deckten Kim mit Kugeln zu. „Verdammt...“, schrie sie auf. „Chefin...sind sie getroffen?“, fragte Semir besorgt. „Nein, alles in Ordnung...nur das Holz hält den Kugeln nicht ganz stand. Ich muss aufpassen, wo ich mich hinstelle.“, erklärte Kim und schon im nächsten Moment durchschlug eine Kugel dicht neben ihrem Bein das Holz. „Verdammt...jetzt reicht es mir...“, knurrte Kim und schoss zurück. Auch Semir versuchte, die Angreifer auf Distanz zu halten. Immer wieder musste er sein Magazin wechseln und nachladen. „Semir?“, hörte er bald Kim rufen. „Ja?“ „Können sie mir ein Magazin leihen...ich hab keine Munition mehr und diese Typen sind echt hartnäckig.“, fauchte Kim. Semir sah in seine Taschen und merkte, dass er selbst nur noch ein Magazin hatte. „Hier Chefin, aber wenn die Kerle nicht bald abhauen, dann war's das mit uns.“, meinte er und warf es nach unten. Die Knallerei ging noch einige Minuten weiter, doch dann zogen sich die Angreifer zurück und Semir und Kim konnten aufatmen. Doch für wie lange?

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  • Die Nacht kam schnell und mit ihr die Dunkelheit. Semir sah immer noch gebannt auf das Gelände hinaus. Doch innerlich spürte er, wie er immer müder und müder wurde. „Gibt es irgendwas zu sehen?“, wollte die Chefin wissen. „Nein, nichts...aber sie sind da draußen. Irgendwo...und warten, dass wir einschlafen.“, meinte der Deutschtürke. Kim nickte nur. „Semir, kommen sie runter...wir werden uns mit der Wache abwechseln. Sie können sich jetzt für drei Stunden schlafen legen, während ich meine Augen aus dem Fenster werfe.“, meinte sie und sah ihren Kollegen an. Nickend ging er an ihr vorbei und plötzlich meldete sich sein Magen mit einem lauten Knurren. „Oh man...entschuldigen sie, Chefin...“, beteuerte er, doch auch Kims Magen verlangte nach Nahrung. „Hmm, ich seh mal, ob in einem der Nebenräume etwas essbares zu finden ist.“, meinte sie und verschwand hinter den Strohballen. Semir sah ihr nach und ließ dann seine Blicke zu Yuri schweifen, der immer noch an den Stützbalken gefesselt war. „Na, wie geht es uns?“, wollte Semir wissen, obwohl es ihm eigentlich egal war. „Gerkhan, sie werden hier nicht mehr lebend rauskommen. Diese Kerle sind schon dicht bei ihnen.“, meinte Yuri nur und sah ihn mit seinem japanischen Grinsen an. „Das wollen wir doch mal sehen...wenn meine Chefin etwas zu essen findet, beißen sie mir nicht in die Hand.“, knurrte Semir zurück und sah sich nach Kim um. Eigentlich müsste sie doch schon längst wieder da sein. Nach allem, was er sehen konnte, gab es doch nur noch eine weitere Tür, neben den großen Holztoren. Die lange Abwesenheit seiner Chefin gefiel Semir überhaupt nicht. Vorsichtig nahm er seine Waffe an sich, überprüfte sie. „Shit...“, stieß er aus, als er merkte, dass er nur noch eine Kugel vorrätig hatte. Doch die musste reichen. Langsam ging er auf die Tür zu und stieß sie auf. Kim Krüger lag am Boden. „Chefin!!“, stieß Semir aus und beugte sich über ihr. Doch in diesem Augenblick bemerkte er unmittelbar neben ihm eine Bewegung. Bevor er sich jedoch umdrehen konnte griffen ihn zwei Arme und umarmten ihn. Semir fing an zu strampeln und schlug den Kopf nach hinten. Ein Schrei und die Lockerung zeigten ihm, dass er getroffen hatte, dennoch hatte er keine Erholungspause, denn wie ein Dampfhammer explodierte eine Faust in seinem Magen. Semir ging aufschreiend zu Boden und krümmte sich vor Schmerzen. Nur wenig später hatte er einen nach Chloroform stinkenden Lappen im Gesicht. Er versuchte die Hand weg zu bekommen, doch der Mann war stärker. Semir trat aus und windete sich im Griff des Mannes. All sein Mühen wurde vernichtet, denn mit jeder Bewegung atmete er das Betäubungsmittel ein. Langsam spürte er wie er wegsackte und dann kam die Dunkelheit.


    Yuri hörte das Rumoren. Er war immer noch gefesselt und bekam es mit der Angst zu tun. „Gerkhan? Krüger? Wo sind Sie?“, stieß er fragend aus. Es kam keine Antwort. „HEY!!! Hilfe!!“, schrie er. Dann endlich hörte er Schritte. Nur wenig später wurden die schlafenden Körper von Kim Krüger und Semir Gerkhan vor seine Füße geworfen. Yuri sah auf die Bewusstlosen und dann langsam an den Beinen hoch, die sich vor ihn aufbauten. „Hallo Yuri….schön dich zu sehen.“, kam von einer Stimme die ihm bekannt war. „Satoshi…was soll das? Willst du mich auch töten? Willst du noch mehr Schuld auf dich laden? Du hast schon meine ganze Familie ausgelöscht…sie war auch deine!!“, schrie Yuri und riss an den Fesseln. „Aber Yuri….wie kommst du denn darauf….ich will dich doch nicht töten…noch nicht…wir werden jetzt eine kleine Rundfahrt machen. Und was die Familie angeht…sie war nie meine….wo wart ihr denn, als euer Vater meinen Vater, euren Bruder, verstoßen hatte? Ihr habt euch doch daran geweidet!! Oh nein...und weißt du was…noch ist die Familie nicht kaputt…Cho fehlt noch...aber um die werde ich mich auch noch kümmern…“, drohte Satoshi. „Lass unsere Schwester in Ruhe!! Sie hat am Wenigsten damit zu tun!!! Sie war noch ein BABY!!!“, schrie Yuri verzweifelt. Satoshi sah auf die schlafenden Polizisten. „Niemand kann dich schützen…nicht einmal die Polizei..ist das nicht grausam…“, lächelte er Yuri an. „Was hast du mit ihnen getan…? Das ist gegen das Gesetz der Yakuza..! Es dürfen keine Unbeteiligten getötet werden!! Die Yakuza ist bereits hinter dir her und wird dich auch bekommen!!“, versuchte Yuri. Satoshi nickte nur. „Ja…ich weiß…und die Beiden hier werden nicht sterben… sie werden nur schlafen und wenn sie aufwachen, wird es sein, als würden sie einen Alptraum gehabt haben…kein Grund zur Sorge also….wir werden nun gehen…“, befahl Satoshi. „NEIN!!! NEIN!! BITTE NICHT!!!“, flehte Yuri. Er wusste genau was ihm nun bevorstand.


    „Bringt ihn zu unserem Wagen und dann werden wir uns um die Beiden hier kümmern….ich hab da schon eine tolle Idee...“, grinste Satoshi als er die Handschellen von Yuri löste. Yoshi nickte und brachte Yuri mit einem Gehilfen zum Wagen und warf ihn, gefesselt und geknebelt, in den Kofferraum. Dann ging er zurück in die Scheune, wo Satoshi und die anderen die Polizisten versorgten. Der Polizist wurde mit dem Rücken an den Pfeiler gebunden während man die Kollegin auf seinen Schoß setzte und sie mit den Armen um den Pfeiler festmachte. Anschließend nahm er ein kleines Seil und band die beiden Köpfe der Polizisten so zusammen, dass sie Mund auf Mund lagen. Jeder der nun hereinkam würde denken dass sie sich küssten. In dieser Szenerie war etwas Belustigendes dennoch lachte Yoshi nicht darüber. „Warum tust du es so?“, wollte er von Satoshi wissen. „Ist doch ein schönes Paar…findest du nicht?“, lachte der Mann. „Das ist gar nicht lustig…lass und abhauen, bevor die Anderen hier sind.“, knurrte Yoshi und drehte sich wieder um. „Du hast Recht….wollen wir unser Turtelpärchen doch mal allein lassen. Der Junge wird sich wundern, wenn er wach wird.“, gluckste Satoshi. Sie verschwanden und nahmen die Fahrt wieder auf. „So…nun wird meine Rache bald vollendet sein…und dann kann ich mein Leben genießen….“ kam versonnen während der Fahrt von Satoshi. „Willst du zurück nach Japan?“, wollte Yoshi wissen. „Nein, ich denke, ich werde hier in Deutschland bleiben und mir hier große, lukrative Geschäfte an Land ziehen.“, lachte er und sah Yoshi an. „Und was willst du machen?“, kam die Gegenfrage von Satoshi. „Weit weg gehen...vielleicht dahin auswandern, wo die Yakuza mich und meine Schwester nie finden können.“, meinte er.

  • Ben schlief noch, als die Schwester am nächsten Morgen zur Tür reinkam. Doch, als die Tür mit einem Knall an den Schrank donnerte, schreckte er hoch. „Guten Morgen, Herr Jäger...ich will nur schnell bei ihnen den Blutdruck messen.“, gab sie lächelnd von sich. Mit einem halbwegs wachen Auge lächelte er ihr zu. „Der ist gerade in die Höhe geschnellt...“, lächelte er und richtete sich auf. Die junge Schwester mit den roten Haaren und den kleinen Sommersprossen auf der Nase zog nur kurz die Augenbraue hoch und sah den Patienten an. „Versuchen sie gerade, mit mir zu flirten?“, grinste sie nur und legte den Pressverband an, pumpte dann die Luft hinein und las die Zahl vom Barometer ab. „Stört sie das, Schwester...“, versuchte Ben erneut und sah an ihr hinunter. Ein süßes Fahrgestell hat sie ja, dachte der junge Hauptkommissar und blickte ihr dann in das wunderbar und perfekt geformte Gesicht. Ihre blauen Augen blickten Ben plötzlich an. „Alexandra...die meisten hier rufen mich allerdings Alex...“, meinte sie, ließ die Luft entweichen und nahm das Blutdruckmessgerät wieder von Bens Arm. „So, wir sehen uns dann gleich zum Frühstück wieder.“, entgegnete sie, ehe Ben etwas sagen konnte. Verdammt, die ist klasse, dachte Ben nur, ich muss ihre Telefonnummer haben.


    Langsam wachte Semir aus seiner Ohnmacht wieder auf. Er wollte den Kopf bewegen, doch irgendwas hinderte ihn daran. Langsam schlug er beide Augen richtig auf und dann sah er Kims noch lebloses Gesicht vor sich. Er wollte etwas sagen, doch dann merkte er, dass sein Mund scheinbar dicht an ihren gepresst war. Panik stieg in ihm auf. Er versuchte seine Hände frei zu bekommen, doch das gelang ihm noch weniger, als Abstand zu Kim zu kriegen. Auch merkte er, dass Kim auf seinem Schoß saß und sich mit jeder Bewegung etwas in Semirs Hose regte. Klar, Kim ist eine attraktive Frau, aber er war doch verheiratet...nur schien das im Moment den da unten nicht zu interessieren. Plötzlich wurde Kim wach und sah Semir mit großen Augen an. Sie versuchte etwas zu ihrem Mitarbeiter zusagen, doch das gelang nicht wirklich. Ihre Worte hörten sich wie ein wütendes Genuschel an. „Kann ich dem hübschen Pärchen helfen?“, hörten sie plötzlich eine Stimme und Semir versuchte aufzusehen, konnte aber dennoch nur die Füße erkennen. Die Schritte gingen hinter den Pfeiler und lösten das Seil. Endlich konnten Semir und Kim den Kopf bewegen und die Münder von einander lösen. „Danke...würden sie uns los machen? Die Schlüssel sind in meiner Hosentasche.“, bat Semir und sah den Mann an. Ihr Retter war ein Japaner. „Nicht so schnell, mein Freund. Zuerst müssen sie mir einige Fragen beantworten...ich suche Satoshi Omnasanchi und Yoshi Tanaka...sie sind hinter Yuri Omnasanchi her, den sie in ihrer Obhut haben, aber, wie ich sehe, sind sie bereits überrumpelt worden. Deshalb kann ich ihnen nur noch eine Frage stellen, wo sind sie hin?“, wollte der Japaner wissen, ohne seinen Namen preis zu geben. „Hören sie, machen sie uns los. Das ist hier nämlich eine sehr peinliche Situation...und außerdem können wir ihnen da nicht helfen...“, fauchte Kim. Doch der Japaner stand nur auf und wandte sich seinen Helfern zu. „Schade, aber wir werden ihn auch ohne ihre Hilfe finden. Ich denke, ich weiß, wo er ist.“, kam es vom Japaner. „Hören sie, das ist Aufgabe der Polizei und nicht ihre. Sie können doch nicht....“, doch Kims harsche Worte wurden von dem Japaner einfach mit einem weißen Leinentuch unterbunden, dass er der Kommissarin in den Mund stopfte. „Frauen sollten besser den Mund halten, wenn man sie nicht fragt.“, lachte er und ging. „Hey, sie können uns doch nicht...Hey...HALLO...“, schrie Semir ihnen hinterher, doch sie waren schon weg.


    Einige Stunden war er nun schon unterwegs auf Streife. Gleich würde sein Dienst zu Ende sein. Nur noch zur Wache zurück, Wagen und Waffe wegschließen und dann zu Frau und Tochter nach hause, dachte sich der Streifenpolizist Jan Wagner, als er mit dem Polizeiwagen die verschlungenen Waldstraßen abfuhr. Als er am alten Bauernhof vorbeikam, warf er einen Blick nach links und bremste dann ab. War da nicht ein Wagen abgestellt? Die berufliche Neugier war in Wagner geweckt und so fuhr er ein Stück zurück, bog in die Auffahrt ein und parkte neben den silbernen BMW. „Anton 17 an Zentrale..ich habe eine Halternachfrage…“, gab er durch. „Dann schieß mal los!“, forderte der Mann ihn am anderen Ende auf. „D – DB 3308…“, gab Jan durch. „Okay… warte bitte…“, kam zur Antwort.


    Während er auf das Ergebnis wartete versuchte Semir seiner Chefin das Tuch aus dem Mund zu ziehen. „Chefin…was Sie da spüren..ich…also ich kann da nichts für…das…das ist nicht mit Absicht…“, verteidigte er sich, als er den Blick von Kim sah. „Mmmhnnnmmmm...“, machte Kim. „Ja…Moment…ich…ich ziehe es Ihnen raus…“, nickte Semir und versuchte den Lappen mit den Zähnen zu packen. Dabei war eine Berührung mit Kims Lippen nicht zu vermeiden. Nach einigen Versuchen schaffte Semir es tatsächlich. „Danke..Semir….nur keine Sorge…ich kann das für ich behalten….ist etwas unangenehm…“, lächelte Kim. „Sie haben gut reden….wenn Andrea das erfährt, dann schlafe ich wieder wochenlang auf der Couch...“, knurrte Semir. „Dieser Satoshi wird für diese Sache bestraft werden… nur müssen wir ihn kriegen, bevor der Japaner ihn schnappt.“, kam von Kim. Semir sah sie an. „Ähm…Chefin…wie wollen wir hier raus? Sie kommen ja wohl kaum an meine Schlüssel ran oder?“, wollte er wissen. Kim lächelte. „Ich denke, es wird schwer, aber nicht unmöglich….allerdings könnte es sein, dass ich Ihnen wehtun muss.“, erklärte sie. „Ähm…was genau wollen Sie denn machen?“, harkte Semir nach. „Ich hab mal einen Kurs gemacht. Akrobatik….zwar nicht mit gefesselten Händen aber…vielleicht klappt es ja…Ich muss nur auf die Beine kommen…“, erklärte Kim. „Chefin…Ihre Beine sind…aber etwas… lang und…die Arme sind unter meinen gefesselt, das heißt, dass Sie…ziemlich nah...an mir dran sind und….ich weiß nicht, ob das ...also…“, versuchte Semir sie abzuhalten. „Nur keine Sorge…bei mir kommen sicher keine Gefühle auf…und Sie konzentrieren sich einfach darauf, dass es Arbeit ist…“, ermunterte Kim und fing an. Tatsächlich kam sie mit ihrem Oberkörper sehr nah an Semir heran um sich abzustützen Da Semir sich noch weniger bewegen konnte als sie. Sein Kopf drückte an den Holzpfeiler und Sie mit ihrem Oberkörper von vorn dagegen. Er drehte seinen Kopf gerade noch zeitig zur Seite um wenigstens Luft zu bekommen.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • „Jan…der Wagen ist auf einen gewissen Semir Gerkhan zugelassen. Er ist ein Kollege der Kripo Autobahn und auf dem Weg nach Wiesbaden, wie mir die Kollegen sagten.“, erklärte der Mann aus dem Funk. „Nun…ich denke nicht, dass er hier Rast macht...okay...ich sehe mal nach…“, gab Jan zurück und stieg aus. Mit gezogener Waffe ging er in das Haupthaus. Doch schon nach wenigen Schritten war ihm klar, dass hier niemand war. Er machte sich auf den Weg zur Scheune und entdeckte dort ein Bündel am Pfeiler. Mit der Taschenlampe leuchtete er da hin und sah in zwei erschrockene Gesichter. Wenn er nicht die Fessel gesehen hätte dann hätte er vermutlich laut losgelacht. „Ich kann auch später wiederkommen...“, gab er dennoch von sich. „Lassen Sie den Mist und helfen Sie uns lieber…das ist nicht das, wonach es aussieht!“, fluchte die Frau. „Ja sicher...“, meinte Jan nur und befreite die Beiden aus ihrer doch ziemlich misslichen Lage. „Ich bin Jan Wagner vom der Dienststelle 43 in Langel….was zum Teufel tun Sie hier?“, wollte er von den Beiden wissen. „Kriminalhauptkommissarin Kim Krüger…mein Kollege Semir Gerkhan. Wir waren dabei, einen Kronzeugen nach Wiesbaden zu bringen und sind hier überfallen worden…“, erklärte Kim und zog ihren Ausweis. „Ich weiß…also, dass er Semir Gerkhan ist…der Wagen steht ja draußen und ich hab ihn überprüfen lassen, weil es mir ziemlich komisch vorkam, dass hier ein Fahrzeug steht…“, erklärte Jan. „Danke dafür…“, murmelte Semir und versuchte sich etwas zu Recht zu machen. „Kann ich irgendwas für Sie tun?“, wollte Jan wissen. „Nein danke…oder doch…haben Sie etwas zu Trinken und zu essen?“, wollte Semir wissen. „Ja sicher…wir sind nicht weit von der Wache entfernt…am besten fahren Sie hinter mir her und dann können wir dort was essen…“, schlug Jan vor. „Das ist gut..dann können wir direkt die Fahndung nach Satoshi Omnasanchi durchgeben...“, meinte Kim nur. Semir nickte. Gemeinsam fuhren sie mit Jan zur Station und leiteten alles in die Wege.


    Satoshi und Yoshi erreichten eine alte Lebensmittelherstellungsfabrik und ließen Yuri in die große Halle ziehen. „Mmmmmmnmhhhhh...“, fauchte der Japaner durch den dicken Knebel, den er verpasst bekommen hatte. „Zier dich nicht so, Yuri...du wirst gleich erlöst sein...oder sollte ich eher sagen, aufgelöst sein.“, lachte Satoshi und sah sich den alten Bau genau an. Dort in der Mitte stand ein großer Bottich mit Öl und darüber eine Kette mit einem Haken, die lang genug zu sein schien, um bis auf den Boden zu reichen. Yoshi trat neben ihn. „Was hast du jetzt vor?“, wollte er wissen, doch Satoshi antwortete nicht, legte nur den Hauptschalter um und schon fing die Fabrik wieder an, ihre Tätigkeit aufzunehmen. Er stand vor der Schalttafel und sah auf die einzelnen Knöpfe, Räder und Schalter. „Los...bindet ihn an die Kette...“, forderte Satoshi seine Leute auf und schon führten sie seine Befehle aus. Yuri wurde an die Kette gebunden, der Knebel blieb allerdings an Ort und Stelle. „Okay...dann wollen wir mal beginnen.“, lachte er und drehte an einem Rad. Die Flamme unter dem Kessel loderte auf und züngelte am Kessel hinauf. Yuri stieß unwirkliche Laute in seinen Knebel, denn er wusste, was sein Gegner mit ihm vorhatte. „Ohhh, ich glaube, du bekommst Angst, oder Yuri?“, lachte der Japaner. „Keine Angst, du hast noch Zeit. Der Kessel und das Öl müssen erst heiß werden...“ Yoshi sah die beiden Landsleute an. In Yuris Augen war deutlich die Angst um sein Leben zu sehen. Satoshis Augen waren dagegen voller Hass und Zorn. Er wollte diesen Mann am liebsten auf der Stelle töten. Doch er wartete...es war ein tödliches Warten auf eine tödliche Art zu sterben.


    Semir und Kim wurden von Jan in ein kleines, aus Backstein erbautes Haus gebracht, ein typisches Kleinstadtrathaus. „Hallo Kollegen, das sind Kim Krüger und Semir Gerkhan von der Autobahnpolizei...sie suchen einige Japaner...“, meinte Jan, als er in das nicht sehr große Büro kam und sich alle Köpfe nach ihm umdrehten. Eine junge Frau stand auf und kam an den Tresen heran. „Jule Westphal...“, stellte sie sich vor und reichte beiden Kollegen die Hand. Semir lächelte freundlich, doch dann meldete sich ein dringendes Bedürfnis an. „Sorry, aber wo sind hier die Toiletten?“, wollte er wissen. Jan lachte. „Komm, ich zeig sie dir...“, meinte er und ging mit Semir in den hinteren Teil der Wache. Kim sah hungrig auf die auf einem Schreibtisch stehenden Sandwiches. „Entschuldigung, aber könnten wir etwas zu essen haben? Und vielleicht einen Tee oder Kaffe, wenn mein Kollege wiederkommt?“, bat Kim die junge Kollegin. „Klar, kein Problem...kommen sie einfach mit nach hinten in die Küche.“, forderte sie die Chefin der Autobahnpolizei auf. Kim lächelte zufrieden und folgte Jule einfach. Gemeinsam setzten sie sich in die Küche und Jule setzte jeweils Wasser für Tee und Kaffee an. „Was hat sie eigentlich hergeführt?“, wollte sie wissen und setzte sich neben Kim. Die Polizistin fing an, zu erzählen. Natürlich erzählte sie nicht, wie Semirs Körper in dieser Situation reagiert hatte. Die Kollegin brauchte ja nicht alles wissen. „Da haben sie ja allerhand erlebt.“, gab Jule von sich, als Semir und Jan zu ihr in die Küche kamen. Gierig setzte sich der Deutschtürke vor den Teller mit den Sandwiches, die Jule aus dem Büro hatte mitgenommen, und aß eins nach dem anderen mit großem Appetit. „Haben sie einen Anhaltspunkt, wo die Japaner sein könnten?“, wollte Jan wissen. „Ich denke, du wolltest nach Hause?“, gab Jule von sich, bevor Kim oder Semir antworten konnten. „Ich hab meiner Frau gesagt, dass es später wird.“, entgegnete er. „Also?“, wandte er sich dann wieder an Semir und Kim. „Nein, ich weiß es, ehrlich gesagt nicht. Gibt es denn irgendeinen Ort hier in der Nähe, wo sich jemand verstecken könnte?“, wollte Semir wissen. „Nun ja, der alte Bauernhof, aber das ist eher unwahrscheinlich, nachdem ich sie da gefunden hatte...“, lachte Jan, doch der Witz kam nicht gut an. „Sonst noch etwas?“, knurrte Semir und trank seinen Kaffee.


    Yuri wurde langsam runter gelassen. Satoshi nahm ihn den Knebel raus. „Sag mir nur eins..Satoshi…warum? Warum willst du uns alle töten...?“, stieß Yuri ängstlich aus. „Euer Vater hat meinen Vater verstoßen…ihr ward immer gut behütet….hattet alles was man haben konnte!! Ich musste mich auf der Straße durchschlagen…musste mit ansehen, wie meine Mutter von einer Straßenbande vergewaltigt und umgebracht wurde!!! Mit meinem Vater war ich allein….und daran ist nur euer Vater schuld!!! Wenn er zu meinem Vater gehalten hätte, dann wäre meine Mutter noch am Leben und ich könnte ein schönes Leben führen…genau wie ihr!!“, schrie Satoshi wütend. „Was kann ich für die Sünden meines Vaters? Ich bin dein Onkel!! Ich…“, schrie Yuri zurück und wieder senkte sich die Kette an der er hing. Er roch schon das heiße Öl. „Erschieß mich!!! Bitte…lass mich nicht so sterben…nicht so…ich ... habe dir nichts getan bitte….“, schrie Yuri. Satoshi sah zu Yoshi. „Siehst du...ich sagte dir doch, dass er jammern wird...flehen um eine andere Art zu sterben…mit seinen Brüdern hatte er kein Mitleid….denn damit wurde er immer weiter in die Hierarchie nach oben gesetzt und als sein Vater starb, nahm er den Platz des Herrschers ein…doch das wird bald mein Platz sein….und nicht seiner…er hat den Platz meines Vaters eingenommen.“ stieß Satoshi aus. „Du kannst ihn haben!!! Ich gebe ihn dir!! Ich ordne mich unter...bitte…. gemeinsam können wir….bitte... Satoshi...bitte…“, flehte Yuri. Satoshi sah ihn an. „Du bist erbärmlich….eine Schande für den Namen Omnasanchi….“, stieß er verächtlich aus. Er stellte sich an die Hebemaschine und ließ Yuri weiter absinken. Diesmal schneller und Yuri versank im heißen Öl. Die Schreie des Mannes gingen durch Mark und Bein bis alles still war. Satoshi sah Yoshi an. „So ist meine Rache fast vollkommen…“, meinte er nur leise. „Was heißt fast? Willst du Cho auch töten? Sie ist in Japan….und wird sicher von der Yakuza geschützt…du wirst nicht an sie rankommen...“, gab er zu bedenken. Satoshi lächelte. „Nein…ich meinte nicht Cho…ich meine dich...“, erklärte er und richtete seine Waffe auf Yoshi. Dieser zog sich an die Wand zurück.

  • „Susanne…Semir hier… wir sind überfallen worden….informiere das BKA. Krüger und ich werden uns auf die Suche machen…“, erklärte Semir über Funk. „Verstanden Semir...seid ihr in Ordnung? Soll ich Ben informieren?“, wollte Susanne wissen. „Nein…Ben soll sich erholen…. Wir schaffen das schon…“, antwortete Semir und beendete das Gespräch. Er sah Kim Krüger an. „Chefin…ich würde sagen, dass Sie wieder zur PAST fahren...ich werde mich auf die Suche nach den Japanern machen...“, kam fest entschlossen von Semir. „Sie können doch nicht allein hinter den Männern hergehen…das ist viel zu gefährlich…“, begehrte Kim auf. „Ich weiß….aber wenn ich mich in Gefahr begebe….“, erklärte Semir. „Sie wären ohne Schutz…das ist viel zu gefährlich. Sie wissen sehr genau, dass das, was in der Scheune war, dazu diente Sie und mich zu erniedrigen. Eine Warnung mehr nicht…aber was wenn Sie….in die Fänge dieser Bande geraten? Meinen Sie, dass man dann Rücksicht übt?“, wollte Kim wissen. „Nein, nehme ich nicht an, aber ich will nicht, dass Sie in diese Gefahr geraten. Frau Krüger...Sie helfen mir mehr, wenn ich weiß, dass jemand im Büro sitzt und die Fäden zieht…bitte…“, kam von Semir. Kim dachte kurz nach. Semir hatte Recht…. Wenn sie im Büro saß, konnte sie mehr agieren als hier vor Ort. „Ich werde Ben zu Ihnen schicken. Er war nicht so schwer verletzt und kann sicher wieder eingesetzt werden...“, gab sie zu verstehen. „Danke Chefin…“, lächelte Semir. „Aber erst werden wir zurück fahren…vom Büro aus, können Sie dann nach Hause…schlafen, sich duschen und dann morgen mit Ben los. Und das ist ein Befehl…kein Wunsch. Heute können wir eh nichts tun...“, gab Kim von sich. Semir nickte nur.


    Ryo sah seine Leute an. „Satoshi wird sich an einem Ort verstecken, wo er Yuri umbringen kann. Ungestört…wo kann das sein?“, dachte er nach. Yoko, seine rechte Hand, sah ihn an. „Ich denke, dass der Polizist es sicher weiß….oder aber Chiyo…“, gab er zu bedenken. „Nein…der Polizist sicher nicht….Chiyo….? nein...würdest du eine Frau, die ihren Mund nicht halten kann, dein Geheimnis erzählen…aber vielleicht können wir den Polizisten zur Mithilfe bewegen….finde seinen Namen heraus…!“, befahl Ryo. „Hai...“, entgegnete Yoko nur und verschwand dann, während Ryo sich mit Chiyo beschäftigte. „So, und ich hoffe, wir finden die beiden noch rechtzeitig, ehe sie unserem Freund etwas antun können. Ansonsten sehe ich schwarz für dich und deine Zukunft.“, fauchte er und tätschelte der jungen Japanerin das Gesicht. „Fass mich nicht an, du dreckiges...“, fauchte sie, verstummte aber sofort, als sie die Hand des Mannes auf ihrer Wange fühlte. Sie brannte höllisch von der Ohrfeige und Tränen schossen ihr ins Gesicht. „Ich werde dich nicht anfassen, aber eins sollte dir klar sein...so spricht niemand mit einem ehrenwerten Samurai. In unserer Heimat hätte ich dich jetzt dafür töten können.“, fauchte Ryo, schulterte Chiyo und sperrte sie wieder in den Kofferraum.


    Semir fuhr nach Hause, wo schon sehnsüchtig Andrea und die Kinder auf ihn warteten. „Semir endlich...ich hab mir schon Sorgen um dich gemacht...du bist nicht ans Handy gegangen. Ist was passiert?“, wollte Andrea sofort wissen und strich Semir über die Bartstoppeln auf seiner Wange. „Nein, nein, ist alles in Ordnung...wir waren nur...“, Semir erzählte Andrea, was vorgefallen war, verschwieg ihr aber die äußerst peinliche Situation, in der Kim und er, besonders er, sich befanden. Eine Frau, und besonders Andrea, brauchte ja nicht alles wissen, was gleich wieder zur rasenden Eifersucht geführt hätte. „Warum habt ihr euch dann nicht gemeldet?“, wollte sie wissen und ging mit Semir ins Wohnzimmer. Semir tastete nach seinem Handy und fischte nur noch einige Überreste davon aus seiner Tasche. Das Display war vollkommen zerstört und auch das Tastenfeld hatte schon bessere Zeiten gesehen. „Tja, scheinbar muss ich ein neues Diensthandy beantragen...“, gab er von sich. „Ob das Kim gefallen wird, wenn du neben den Dienstwagen auch noch die Diensthandys schrottest.“, grinste Andrea nur. „Sehr witzig...ich brauch jetzt erstmal ein heißes Bad und dann etwas zu essen.“, meinte Semir nur und Andrea nickte. „Ich mach dir gleich was zu essen. Ruh du dich inzwischen in der heißen Wanne aus.“ Vorsichtig küsste sie ihn auf die Wange und zog dann ihren Kopf zurück. „Vergiss das Rasieren nicht.“, grinste sie ihm nach. „Ich werde es versuchen.“, scherzte Semir nur und stieg die Treppen zum Badezimmer hinauf. Binnen weniger Minuten waren die dreckigen und durchgeschwitzten Klamotten vom Körper gezogen und das Badewasser mit dem darin befindlichen Badeöl umhüllte langsam seinen geschundenen und lädierten Körper. Semir genoss dieses Bad, ohne dabei auf Felix zu achten, der auf der Waschmaschine aus einem Schläfchen aufwachte.

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  • Ben sah auf, als der Arzt zur Tür reinkam. „So Herr Jäger, ich denke, wir können sie entlassen.“, gab er bekannt. „Oh, so schnell schon?“, kam es staunend und zugleich enttäuscht vom jungen Hauptkommissar zurück. Der Mediziner grinste ihn an. „Sie wollen wohl noch länger unser Gast sein? Tja, tut mir Leid, aber sie können gehen.“, meinte er und verließ dann das Zimmer. Langsam schwang sich Ben aus dem Bett, ging zum Schrank und zog seine Klamotten an. Erstmal duschen und dann was essen, dachte er nur noch, als er die Schuhe anzog und seine Jacke über die Schulter warf. Auf dem Flur begegnete ihn Schwester Alex und beide liefen fast ineinander. „Sie werden entlassen?“, fragte sie enttäuscht. „Ja leider...“, meinte er und wandte sich schon zum Gehen, als er sich noch einmal umdrehte und sie nach ihrer Telefonnummer fragte. „Die habe ich ihnen gerade in die Tasche gesteckt.“, lächelte sie und tatsächlich tastete Ben ein kleines Kärtchen hervor. „Hey...“, dachte er nur laut, sah ihr nach und ging zum vor dem Krankenhaus befindlichen Taxistand. Immer wieder hielt er die Karte in der Hand und drehte sie irgendwann um. „Ich habe in zwei Stunden Schichtende...es wäre nett, wenn sie mich anrufen würden und wir was trinken gehen könnten. A.“, las er auf der Rückseite. Grinsend drehte er sich noch einmal um. Dann verschwand er in Richtung Ausgang. Auf der Fahrt nach Hause überlegte er, ob die Einladung von Alex annehmen sollte oder nicht. Warum nicht? Er war doch eh allein. Semir und Kim waren unterwegs nach Wiesbaden und würden nicht vor morgen zurück sein. Außerdem fühlte er sich krank und brauchte eine Krankenschwester, dachte er nach und grinste breit. Dann griff er zum Handy und wählte die Nummer an. „Alex...hier ist Ben…ich hole dich später ab.“, verkündete er. „Du bist doch eben erst weg…warum hast du es mir nicht dort gesagt?“, lachte sie. „Na ich muss doch die Nummer prüfen…ob sie stimmt...“, gab er durch.


    Yoko hatte seine Informationsquelle angezapft und erfahren, dass der Polizist Semir Gerkhan hieß, doch die Adresse ließ sich nicht herausfinden. Als Yoko nach der Frau fragte, bekam er samt Adresse alles heraus. Er ging mit seinen Informationen zurück zu Ryo. „So….da ich annehme, das die beiden zusammen sind, werden wir ihn dort sicher auch antreffen…fahren wir hin…und dann werden wir sehen. Irgendwie bekommen wir ihn dazu mit uns zusammen zu arbeiten. Eine sanfte Überredung klappt sicher immer.“, lächelte Ryo und ließ seine Leute in die Fahrzeuge steigen. „Wir werden morgen in aller Frühe zuschlagen….jetzt ist es wichtig dem Körper die Ruhe zu gönnen…wir fahren ins Hotel. Morgen früh um fünf werden wir uns die Hilfe holen, die wir benötigen. Ich sehe da keine Probleme, Herrn Gerkhan davon zu überzeuge, dass es besser ist, uns zu helfen, als sich gegen uns zu stellen.“, versprach Ryo. „Hai…!“, kam von Yoko. Sie fuhren los und verbrachten eine weitere Nacht im Hotel. Sie ahnten nicht, dass es für ihren Schützling bereits zu spät war und dieser nicht mehr unter den Lebenden weilte. „Was hast du vor? Wie willst du ihn dazu bringen, uns zu helfen? Er sagte doch in der Scheune, dass er nicht weiß, wo sie sind?“, gab Yoko während der Fahrt zu bedenken. „Er ist bei der Polizei…und hat sicher seine Methoden es heraus zu finden. Ich bin mir sicher, dass er es schaffen kann, an die Information zu kommen, wo sich Satoshi und Yuri sich befinden.“, lächelte Ryo. „Ja, aber wie willst du ihn dazu bringen?“, wiederholte Yoko. „Nun…die Frau… die bei ihm war…du erinnerst dich, dass Satoshi sich einen Spaß daraus machte sie Mund auf Mund zu fesseln. Das tut man nur, wenn die beiden zusammen sind. In Deutschland muss man nicht erst heiraten um mit einer Frau zusammen zu sein. Diesen Brauch hab ich nie verstanden, aber wie dem auch sein. Ich denke, er wird alles für seine geliebte Frau tun.“, lächelte Ryo.


    Kim fuhr ebenfalls nach Hause. Sie fühlte sich müde und völlig ausgelaugt. Ihre Gedanken gingen zu Yuri Omnasanchi… was machten wohl diese Männer mit ihm? Lebte er noch? Es schien doch ziemlich unmöglich. Diese Japaner waren extrem grausam und sie wusste sehr genau, dass sie und Semir großes Glück hatten so aus der Lage heraus zu kommen. Auch wenn es Semir peinlich war..sie musste zugeben, dass es ihr ebenfalls unangenehm war so etwas ausgelöst zu haben. Was dachten sich die Japaner dabei? Das waren doch eigentlich sehr sittenbewusste Menschen. Wie konnten sie die Beiden in eine so missliche Lage bringen. Was soll es… es ist vorbei. Sie ging in ihr Bad und ließ sich die Wanne volllaufen. Als Duft nahm sie Lavendel, es beruhigte und ließ sie sicher gut einschlafen. Tatsächlich verhalfen die Dämpfe dazu, dass sie in der Wanne einschlief und erst erwachte, weil sei fror. Die Haut war völlig schrumpelig und müde stieg sie aus dem bereits kalten Wasser. Nach dem Abtrocken rieb sie ihre vom Wasser aufgeweichte Haut intensiv ein und kroch dann ins Bett. Schnell war sie wieder eingeschlafen. Doch ihre Ruhe sollte nicht lange währen. Der Morgen dämmerte und noch immer schlief Kim seelig und zufrieden in ihrem Bett. Sie merkte nicht, wie sich sechs Männer Zutritt zu ihrer Wohnung über die Terrasse verschafften. „Okay...ganz leise...wir wollen sie doch nicht allzu früh aufwecken.“, zischte Ryo und seine Begleiter nickten. Als Samurai war es ihm verboten, sein Gesicht zu verhüllen, außer mit den traditionellen Helmmasken, die seine Vorfahren immer im Kampf getragen hatten. Vorsichtig positionierten sich die sechs Männer um das große Bett herum. Kim drehte sich langsam von einer Seite zur anderen und wachte, durch den plötzlichen Lufthauch irritiert, langsam auf. Erschrocken blickte sie auf die schwarz gekleideten Männer, von denen sofort sechs Hände nach ihr griffen, eine presste sich auf ihren Mund, und sie aus dem Bett zogen.

  • „Keine Angst, Frau Krüger, wir wollen nur mit ihnen reden...“, versprach Ryo und hob langsam die Hand von ihrem Mund. „Verzeihen sie, die frühe Störung, aber für uns Samurai ist Überraschung nun mal alles.“ Kim saß in ihrem großen Korbsessel und schüttelte die Hände ab, die sie festhielten. „Was wollen sie und wer sind sie?“, fauchte die Hauptkommissarin und versuchte, aufzustehen. Doch sofort wurde sie von einem anderen Japaner zurück in den Sessel gedrückt. „Hören sie, Kim, ich nenne sie jetzt mal Kim, wir sind nur hier, um Satoshi Omnasanchi daran zu hindern, dass er Yuri umbringt. Deswegen ist es von großer Wichtigkeit, dass wir beide schnell finden.“, erklärte er. „Sie und ihr Freund werden uns dabei helfen.“ „Freund? Ich verstehe nicht ganz? Was für ein Freund?“, kam es irritiert von Kim, die ihre Angst nach außen nicht zeigte. Ryo lachte auf. „Ihr Freund, mit dem sie in der Scheune so eng aneinandergebunden waren...“, präzisierte er. Jetzt verstand Kim, was diese Kerle von ihr wollten. „Das ist nicht mein Freund...Herr Gerkhan ist mein Mitarbeiter...ich bin seine Chefin...mehr nicht.“, erklärte sie. „Oh, ich dachte, weil sie...nun gut, dann werden sie beide uns helfen. Wir haben doch ein gleichsames Interesse daran, dass Yuri Omnasanchi am Leben bleibt. Beide wollen wir ihn finden.“, erklärte Ryo. „Und deswegen kommen sie morgens um fünf Uhr in meine Wohnung?“, zischte die Kriminalhauptkommissarin die Männer an. „Ich weiß nicht, wo ihr Freund steckt, aber glauben sie mir, sie sollten uns die Sache überlassen. Und jetzt, verschwinden sie...“, fauchte Kim. Ryo nickte und wies seine Männer zum Rückzug an. „Hier ist meine Karte...rufen sie mich an, wenn sie neue Ergebnisse haben. Und denken sie daran, wir beobachten sie.“


    Yoshi sah auf den Waffenlauf und das teuflische Grinsen des Mannes, den Geist, den er heraufbeschwor, um seine Mutter zu rächen. Und jetzt...jetzt würde ihn dieser Geist zum Verhängnis werden. „Du bist der Einzige, der gegen mich aussagen kann. Auf meine Leute ist Verlass, sie halten still. Ich werde, bis Gras über die Sache gewachsen ist, in der Schweiz Zuflucht suchen und mir da ein angenehmes Leben machen. So, und jetzt gas bye bye...mein Flieger geht in drei Stunden.“, zischte der Japaner. „Satoshi das...das kannst du nicht tun...“, kam es mit zitternder Stimme von Yoshi. „Ach nein? Na, dann pass mal auf...“, grinste er und krümmte langsam den Finger. Doch Yoshi bekam etwas neben sich zu fassen, scheinbar eine alte Ölkanne, und schleuderte sie gegen Satoshis Waffenhand. Der Schuss schlug in der Mauer ein und die Waffe fiel dem Japaner aus der Hand. Das nutzte der junge Koch und floh. Schnell raus hier, dachte er und rannte ins Freie. Doch schon war Satoshi wieder hinter ihm und gab einige gezielte Schüsse auf ihn ab. Yoshi konnte die Luft der Kugeln regelrecht neben sich spüren, als sie an im vorbeizischten. Er erreichte die Straße und rannte nach links weiter. Plötzlich bremste er ab und blieb stehen. Satoshi war vor ihm aufgetaucht, die Waffe direkt auf ihn gerichtet. „Du entkommst mir nicht...“, fauchte er und schoss zwei Mal. Yoshi merkte, wie die Kugeln in seinen Körper drangen. Er spürte den Schmerz, doch noch kippte er nicht um. Mit letzter Kraft schmiss er sich gegen eine Tür und fiel in die Küche eines Bistros. „Hey, was soll das...Oh mein Gott...“, stieß einer der Köche aus und beugte sich zu dem jungen Japaner hinunter. Ein Anderer sah in die Gasse hinaus, doch da war niemand mehr. „Schnell einen Arzt...“


    Semir schreckte hoch, als sein Telefon klingelte. Er nahm es und meldete sich verschlafen „Egal wer da ist…ich bring dich um.“, knurrte er ins Telefon. „Semir…Kim hier…ich hatte eben unangenehmen Besuch.“, hörte er Kim. Sofort war er hellwach. „Wie bitte? Sind Sie in Ordnung?“, wollte er besorgt wissen. „Ja...mir geht es gut. Können Sie zu mir kommen?“, bat Kim. „Ja sicher…ich bin gleich bei Ihnen.“, versprach Semir und beendete das Gespräch. Andrea sah ihn verschlafen an. „Wo gehst du hin?“, wollte sie wissen. „Das war Kim Krüger…sie…hatte nächtlichen Besuch…von der unangenehmen Sorte….ich muss zu ihr...“, erklärte er. „Ist sie in Ordnung?“, wollte auch Andrea wissen. „Ja…es geht ihr gut…aber sie will, dass ich zu ihr komme. Schlaf du weiter…ich melde mich bei dir.“, lächelte Semir und küsste seine Frau. Andrea nickte und schlief wieder ein. Semir fuhr zu Kim. Dabei kam er an dem Restaurant vorbei, wo Yoshi im Sterben lag. Er hatte Blaulicht an und so wurde er direkt angehalten. Er kurbelte das Fenster runter. „Sie müssen uns helfen….bitte…der Mann stirbt...schnell!!!“, schrie ihn ein Mann im Kochanzug verzweifelt. Semir ahnte, dass es ernst war und stieg aus. Er wurde von den Männern in die Küche gebracht und sah den schwer verletzten Mann am Boden liegen. „Verdammt! Rufen Sie einen Notarzt,…schnell!!“, forderte er den Koch auf. „Ist schon informiert…“, gab er bekannt. „Hallo…hören Sie mich?“, wandte Semir sich an den Verletzten. „Sa…to.. shi….er… hat….Yuri… .ge…tötet.. und…mich… auch….“, stieß Yoshi aus. „Nicht so viel reden… der Arzt kommt gleich…ganz ruhig…nicht reden…“, gebot Semir ihm. „Ich…..ster…be…Sa…to…shi…. er…wird…Schweiz….. gehen…“, kam leise von dem Mann. Semir sah ihn an, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. „Wohin genau? Wissen Sie wohin genau?“, fragte er nach. „Nee…in….“, hauchte Yoshi. Sein Kopf fiel zur Seite. Die Augen starrte Semir an. Langsam fuhr der Deutschtürke dem Toten über die Augen und schloss sie. Dann stand er auf. „Die Kollegen kommen gleich….sagen Sie ihnen, dass der Mann Yoshi Tanaka hieß…“, gab er bekannt und verschwand.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Semir schreckte hoch, als sein Telefon klingelte. Er nahm es und meldete sich verschlafen „Egal wer da ist…ich bring dich um.“, knurrte er ins Telefon. „Semir…Kim hier…ich hatte eben unangenehmen Besuch.“, hörte er Kim. Sofort war er hellwach. „Wie bitte? Sind Sie in Ordnung?“, wollte er besorgt wissen. „Ja...mir geht es gut. Können Sie zu mir kommen?“, bat Kim. „Ja sicher…ich bin gleich bei Ihnen.“, versprach Semir und beendete das Gespräch. Andrea sah ihn verschlafen an. „Wo gehst du hin?“, wollte sie wissen. „Das war Kim Krüger…sie…hatte nächtlichen Besuch…von der unangenehmen Sorte….ich muss zu ihr...“, erklärte er. „Ist sie in Ordnung?“, wollte auch Andrea wissen. „Ja…es geht ihr gut…aber sie will, dass ich zu ihr komme. Schlaf du weiter…ich melde mich bei dir.“, lächelte Semir und küsste seine Frau. Andrea nickte und schlief wieder ein. Semir fuhr zu Kim. Dabei kam er an dem Restaurant vorbei, wo Yoshi im Sterben lag. Er hatte Blaulicht an und so wurde er direkt angehalten. Er kurbelte das Fenster runter. „Sie müssen uns helfen….bitte…der Mann stirbt...schnell!!!“, schrie ihn ein Mann im Kochanzug verzweifelt. Semir ahnte, dass es ernst war und stieg aus. Er wurde von den Männern in die Küche gebracht und sah den schwer verletzten Mann am Boden liegen. „Verdammt! Rufen Sie einen Notarzt,…schnell!!“, forderte er den Koch auf. „Ist schon informiert…“, gab er bekannt. „Hallo…hören Sie mich?“, wandte Semir sich an den Verletzten. „Sa…to.. shi….er… hat….Yuri… .ge…tötet.. und…mich… auch….“, stieß Yoshi aus. „Nicht so viel reden… der Arzt kommt gleich…ganz ruhig…nicht reden…“, gebot Semir ihm. „Ich…..ster…be…Sa…to…shi…. er…wird…Schweiz….. gehen…“, kam leise von dem Mann. Semir sah ihn an, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. „Wohin genau? Wissen Sie wohin genau?“, fragte er nach. „Nee…in….“, hauchte Yoshi. Sein Kopf fiel zur Seite. Die Augen starrte Semir an. Langsam fuhr der Deutschtürke dem Toten über die Augen und schloss sie. Dann stand er auf. „Die Kollegen kommen gleich….sagen Sie ihnen, dass der Mann Yoshi Tanaka hieß…“, gab er bekannt und verschwand.


    Kim wartete auf Semir und sah ständig aus dem Fenster. Es dauerte ziemlich lange bis es endlich klingelte. „Chefin…sind Sie wirklich in Ordnung?“, wollte Semir wissen, als sie öffnete. „Ja….kommen Sie….Was…was ist das? Sind Sie verletzt?“, fragte Kim, als sie Semirs blutigen Hände sah. „Nein…das Blut ist nicht von mir…auf dem Weg hierher…da bin ich am Restaurant vorbei..und…Yoshi Tanaka ist erschossen worden..von Satoshi… Aber er konnte mir noch verraten das dieser Mistkerl sich absetzten will und ich weiß auch wohin.“, knurrte Semir. „Wohin? Aber warten Sie…der Besuch, den ich hatte…es waren diese Samurai..die uns in der Scheune schon befreit hatten..oder halbwegs wenigstens….sie sind auf der Suche nach Satoshi und wollen verhindern, dass dieser Yuri und Yoshi tötet….aber das ist für Yoshi leider zu spät.“, erzählte Kim von ihrem Besuch. „Für Yuri auch…Yoshi sagte mir, dass er tot ist…“, erklärte Semir und machte sich sauber. „Konnte er noch etwas sagen, bevor er starb?“, rief Kim hinter ihm her, während er im Bad war. „Nicht viel…nur das Satoshi sich in die Schweiz absetzen will. Aber wann und wohin wusste Yoshi auch nicht...zumindest hat er nichts gesagt…“, gab Semir zur Antwort. „Hat er gesagt, wo er Yuri getötet hat?“, kam die nächste Frage von Kim. „Nein….auch nicht…aber ich denke mal wir werden ihn noch fin…“, Semir stockte als er ins Wohnzimmer trat. Kim war nicht mehr allein. Sechs Mann standen im Zimmer. „Was wollen Sie hier?“, stieß er fragend aus. „Nur keine Sorge…wir werden Ihnen nichts tun. Wir sind nur hinter Satoshi her, um ihn nach unseren Regeln zu bestrafen. Sie haben gesagt, dass Yoshi tot ist und auch Yuri?“, harkte der Mann nach. Semir nickte. „Setzen Sie sich bitte, Herr Gerkhan...dann können wir uns besser unterhalten...“, lächelte der Japaner ihn an. Semir sah ihn skeptisch an. Er wusste nicht genau, was er von dieser Situation halten sollte. Er konnte diese Freundlichkeit von dem Japaner nicht deuten und genau das machte ihn unsicher. Semir setzte sich auf den Sessel. „Und nun erzählen Sie uns alles, was Yoshi Ihnen noch erzählen konnte.“, bat der Mann. „Sagen Sie mir erst Ihren Namen!“, forderte Semir ihn auf. Der Japaner lächelte. „Namen sind Schall und Rauch….sie können nichts bewirken…aber ich bin so frei..mein Name ist Ryo…und das sollte Ihnen reichen.“, kam von ihm zur Antwort.


    „Und was wollen sie von uns?“, wollte Semir wissen und sah die Männer an. Die fünf anderen hatten sich um Kim und ihn herum aufgebaut. „Wir wollen Satoshi finden. Genau wie sie...also, warum helfen wir uns nicht gegenseitig. Sie sagten, dass Yoshi ihnen etwas gesagt hat. Erzählen sie es uns...“, forderte der Japaner und machte einen Schritt auf Semir zu. „Yoshi hat gesagt, dass Satoshi in die Schweiz will...er hat aber nichtgesagt, wann und wie...dazu blieb ihm die Zeit nicht mehr.“, erklärte der Hauptkommissar. „Und wie können wir herausfinden, wie Satoshi uns entkommt? Denn das wird er wahrscheinlich...“, fauchte Ryo den Mann an. „Es gibt nur zwei Wege, um in die Schweiz zu kommen...ab Frankfurt fährt ein Zug direkt nach Basel und ansonsten mit dem Flieger...“, entgegnete Semir und sah, dass Ryo angestrengt nachdachte. „Gut, sie nehmen den Flughafen Köln/Bonn und wir überwachen den Bahnhof in Frankfurt.“, gab Ryo bekannt und zog mit seinen Leuten wieder ab. Kim atmete auf und zog die Luft erleichtert ein. „Semir...“, kam es vorsichtig von ihr. Der Angesprochene drehte sich zu ihr um. „Ich will diesen Kerl haben...und zwar bevor diese Japaner ihn finden.“, fauchte Kim und ging ins Nebenzimmer, um sich anzuziehen. „Ich...ich warte dann mal unten im Wagen auf sie, Chefin...“, meinte er und wollte schon das Zimmer verlassen, als sie ihn zurückpfiff. „Semir, bleiben sie hier...sie haben doch noch nicht gefrühstückt und ich auch nicht.“, erklärte sie. Semir nickte nur und kam wieder ins Wohnzimmer zurück. Schnell war Kim ungezogen und deckte den Tisch. Der Deutschtürke half ihr und wenige Minuten später aßen sie gemeinsam.


    Ben war inzwischen von seinem Rendez-vouz zurück und schlief in seinem Bett, als sein Handy klingelte. Auf und ab sprang es auf seinem Nachttisch herum und beleuchtete das halbe Zimmer. „Egal, wer dran ist, du bist tot...“, knurrte Ben, als er das Handy am Ohr hatte. „Ben, ich bin's...ich bin bei der Krüger...komm bitte sofort her. Wir haben ein Problem...“, hörte er Semirs Stimme. „Semir...kann das nicht bis morgen warten?“, fauchte Ben ins Telefon und wollte schon wieder auflegen. „Yoshi Tanaka wurde erschossen...“, kam es dann von Bens Kollegen. Jetzt wurde Ben neugierig. „Ich komme sofort...bei der Krüger sagst du?“, meinte er verschlafen und legte dann auf. Langsam schwang er sich aus dem Bett und ging unter die Dusche. Noch vollkommen in Gedanken, stieg er aus der Duschwanne und stieß sich den Fuß am Rand. „AU verflucht...“, fauchte Ben und rieb sich den Zeh. Schnell humpelte er aus dem Bad und zog sich an. Unten stieg er in seinen Wagen und fuhr zu Kim Krüger. Es war jetzt kurz vor sieben und somit fast Dienstbeginn. Wenn auch erst in einer Stunde. Während Ben so durch die Straßen fuhr, fiel ihm ein Wagen auf, dessen Fahrer sich nervös umzusehen schien. „Na, dich kenn ich doch....“, kam es plötzlich von Ben und er erkannte Satoshi dort im Wagen sitzen, der scheinbar zum Flughafen fuhr. „Oh verdammt...“, fauchte er und hängte sich schnell dran. Unterwegs griff er zu seinem Handy und wählte Semir an. „Semir...ja, ich bin's...der Typ, dieser Satoshi, er fährt vor mir in Richtung Flughafen...“, erklärte Ben schnell. „Wie hast du ihn denn so schnell gefunden?“, wollte der Deutschtürke wissen. „Fahnderglück.“, lachte der junge Hauptkommissar nur und legte wieder auf. Er durfte den Wagen nicht verlieren. Doch die Erfahrung, die er im Laufe der Partnerschaft mit Semir gesammelt hatte, sollte sich auch dieses Mal bezahlt machen.

  • Semir sah zu Kim. „Ben...er hat Satoshi gefunden...er ist auf dem Weg zum Flughafen.“, gab Semir bekannt. Sofort war Kim aufgesprungen und hatte sich ihre Waffe geholt. „Haben sie ihre bei?“, wollte sie dann wissen. Doch Semir musste sich eingestehen, dass er seine nicht bei hatte. „Nein tut mir Leid...“, entgegnete er und sah Kim an. „Okay, sie nehmen meine und ich werde ins Büro fahren...ich will nur eins, schnappen sie sich den Kerl.“, fauchte Kim und reichte die Waffe an Semir weiter. Er nickte entschlossen und fuhr los. „Ben!! Wo bist du genau?“, wollte er über Funk wissen. „Ich bin jetzt auf der A4 bei KM 238….Satoshi ist immer noch vor mir…er scheint ein paar Probleme mit seinem Wagen zu haben. Wie lange brauchst du noch?“, kam die Gegenfrage von Ben. „In zehn Minuten..bin auf der Auffahrt 46. Sobald ihr an mir vorbei seid, werde ich mich auch dranhängen. Dann nehmen wir ihn in die Zange und stellen ihn.“, gab Semir zurück. „Alles klar...bis gleich...“, antwortete Ben. Semir hängte das Mikro wieder ein und konzentrierte sich auf den Verkehr. „Komm schon…weg da!!“, schrie der den Vordermann an, der ihn natürlich nicht hörte. Schleicher gab es auch zu dieser Zeit. Semir setzte zum Überholen an und zog an dem Wagen vorbei.


    Ben sah wie Satoshi abfuhr. Was soll das denn? Da geht es nicht zum Flughafen, dachte er bei sich und hängte sich an. Er wollte über Funk Semir Bescheid geben, als Satoshi in die Eisen stieg und mit quietschenden Reifen stehen blieb. Ben versuchte auszuweichen, doch er schaffte es nicht. Beim Aufprall schlug Ben mit dem Kopf gegen das Lenkrad und sah für einen Augenblick Sterne. Bevor er wieder klar sehen konnte wurde die Tür auf der Beifahrerseite aufgerissen. „Ganz friedlich!!“, warnte ihn Satoshi und setzte sich. Die Waffe war auf Ben gerichtet. „Okay…schon gut…“, versuchte er ihn zu beruhigen. „Los…zum Flughafen und keine Tricks…!“, warnte Satoshi. Ben nickte und fuhr auf die Autobahn zurück. „Ben? Wo bist du?“, hörte er Semir fragen. Er sah Satoshi an. „Hör mir genau zu...Bulle...ich hab deinen Freund hier…freier Abzug….keine Eskorte..wenn du dich ran hängst, dann knall ich ihn ab!“, fauchte Satoshi über Funk. Von Semir kam nichts. „Hast du mich gehört?!“, schrie Satoshi. „Ja…verstanden…“, kam gepresst zurück. „Sehr gut….“, lachte Satoshi. Ben lenkte den Wagen durch den Verkehr während er über einen Ausweg nachdachte. Wenn er nun zwischen die Fronten geriet, war nicht mehr viel mit Überlegen. Er musste etwas tun…aber was? „Wo ist deine Waffe?!“, wollte Satoshi wissen. Ben wies auf seinen Gürtel. Satoshi nahm sie und entleerte die Waffe. „Es tut mir wirklich leid…Sie und Ihr Kollege waren nicht eingeplant, aber…. Nun ja…wir werden eine Lösung finden.“, kam nachdenklich von Satoshi. „Wo wollen Sie hin? In die Schweiz? Glauben Sie wirklich, dass Sie dort den Samurai entkommen können? Sie sind bei uns sicher….wenn Sie leben wollen...“, versuchte Ben auf die psychologische Tour. Satoshi lachte. „Ich bin schlauer als die Samurai...ich werde die Leitung der Yakuza in Deutschland übernehmen..in ganz Deutschland...“, kam überheblich von Satoshi. „Und was wollen Sie mit mir machen, wenn wir den Flughafen erreicht haben?“, fragte Ben nach. „Wir werden sehen…erst einmal den Flughafen erreichen.“, gab Satoshi von sich.


    Semir fluchte verhalten. Satoshi schien Ben bemerkt zu haben und nun war sein Partner in den Fängen dieses Irren. Wie sollte er nun handeln? Wenn er sich anhängte, war Ben tot…nein…nein…Moment…solange sie den Flughafen nicht erreicht hatten, war Ben sicher…Satoshi sagte, er dürfte sich nicht anhängen…also fuhr er vor…damit war er früher da und konnte eine Falle für Satoshi vorbereiten. Semir fuhr auf die Autobahn und gab Gas. Er kam gut voran und war froh, dass Ben noch nicht soweit war. Semir griff zum Handy und wählte Kim an. „Chefin….Satoshi hat Ben in seiner Gewalt. Er verlangt freien Abzug. Ich brauche ein SEK-Team am Flughafen!“, gab er durch. „Semir? Wie zum Teufel konnte das passierten?“, wollte Kim wissen, doch auf diese Frage wusste Semir keine Antwort. „Chefin…ich weiß es nicht...“, gab er deshalb zu. „Also gut…ich werde alles in die Wege leiten...“, erklärte Kim. Das Gespräch war beendet. Semir steckte sein Handy ein und sah in den Rückspiegel. „Au verdammt...“, stieß er aus. Denn im Spiegel sah er im Wagen hinter ihm ein japanisches Gesicht. Es war das von Ryo. „Wieso ist der denn hier? Der Bahnhof liegt doch in der anderen Richtung...“, knurrte er. Es schien, als würden diese Japaner ihn beobachten. Ja sicher….wie sonst sollten sie wissen, wo er hin fuhr. Nun musste er zwei Sachen verhindern…1. Das Satoshi mit Ben verschwinden konnte und zum 2. Dass die Japaner Satoshi töteten. Würde er es schaffen? Sicher nicht, wenn das SEK dort auftauchte. Erneut griff er zum Handy. „Chefin..vergessen Sie das SEK….ich hab die Yakuza direkt hinter mir… und wenn das SEK auftaucht, gibt es ein Blutbad. Ich melde mich, sobald ich alles erledigt habe...“, erklärte er. „Semir…das ist Wahnsinn!!“, stieß Kim aus. „Ich weiß Chefin…wünschen Sie mir Glück…..oder besser noch…viel Glück...“, gab er zurück.


    Ben hielt sich an die vorgegebene Geschwindigkeit, dennoch merkte er, wie nervös Satoshi mit jedem abgefahrenen Kilometer wurde. Deutlich spürte er den Lauf der Waffe in seiner Seite. „Hören sie, es hat doch gar keinen Sinn...mein Kollege...“, fing Ben an, doch schon fiel ihn Satoshi dazwischen. „Ihr Kollege und sie hätten sich da raushalten sollen. Jetzt müssen sie mit den Konsequenzen leben.“, fauchte der Japaner und sah sich immer wieder um. Ben musste sich was einfallen lassen. Gleich kam die Ausfahrt zum Flughafen. Ans Funkgerät konnte er nicht und auch sonst keinem eine Nachricht geben. Was sollte er tun? Dieser Irre würde ihn sicherlich eiskalt erschießen, sobald sie den Parkplatz erreicht hatten. „Was werden sie mit mir machen?“, fragte Ben wieder. „Keine Sorge, sie dürfen lange schlafen.“, entgegnete Satoshi nur. Auf diese Worte hin musste Ben schlucken. Lange schlafen...das konnte ja nur eins bedeuten. Jetzt musste sich der junge Hauptkommissar schnell etwas einfallen lassen. Was, wenn er...Satoshi war nicht angeschnallt...wenn er den Wagen einfach gegen einen anderen setzen würde...und zwar genau auf der Beifahrerseite. Oder er würde vorher rausspringen. Das war es doch...Mit einem leichten Blick zur Seite ließ Ben die Hand zum Gurtverschluss gleiten und machte sich bereit. Gleich würden sie auf dem Parkplatz vom Flughafen sein. Hoffentlich standen dort genug parkende Autos herum, die einen schönen Prellbock abgaben. Mit leicht verstohlenem Blick sah Ben zu Satoshi rüber, doch dieser schien nicht zu merken, was der Kommissar vorhatte. Das war die Gelegenheit, die er brauchte.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Dreißig Minuten zuvor kam Semir auf den Parkplatz an und brachte seinen Wagen direkt vor dem Eingang zum Stehen. Sofort sprang er raus, lief um den BMW und auf den Wagen der Japaner zu. „Warum folgen sie mir? Sie wollten doch den Bahnhof in Frankfurt überwachen?“, fauchte der Deutschtürke und Ryo kam ihm aus dem Wagen entgegen. „Herr Gerkhan, in ihrem eigenen Interesse...überlassen sie Satoshi uns...gehen sie nach Hause und lassen sie sich von ihrer Frau verwöhnen. Das hier ist unsere Sache...es wäre sehr tragisch, wenn ich sie töten müsste.“, knurrte der Japaner unmissverständlich. Der Deutschtürke sah ihn mit aufgerissenen Augen an. Diese Männer würden ihren Auftrag erfüllen und jeden umbringen, der sie daran hinderte, das war Semir klar, als er die Augen seines Gegenübers sah. „Ryo...sie sollten das uns überlassen. Für ein Mord werden sie lebenslang eingesperrt.“, versuchte Semir ihn zu überzeugen, doch das schien den Mann nicht zu interessieren. „Glauben sie wirklich, sie werden mir etwas nachweisen können? Denken sie nicht, ich wüsste, wie ich einen Mann umbringe, ohne Spuren zu hinterlassen? Herr Gerkhan, sie unterschätzen uns und jetzt sollten sie machen, dass sie wegkommen oder...“, drohte Ryo und stieß Semir zur Seite. Mit seinen Begleitern betrat er den Flughafen und verteilte sich in dem Terminal. Der Hauptkommissar musste sich etwas einfallen lassen. Da kam ihm eine Idee. Hoffentlich würde es klappen.


    Ben bog von der Autobahn ab und näherte sich dem Flughafenparkplatz. „Okay...fahren sie dort in die Lücke und keine Tricks.“, fauchte Satoshi und nahm die Waffe aus Bens Rippen, versteckte sie unter seine Jacke, zielte aber noch auf den jungen Hauptkommissar. Ben beschleunigte den Wagen, noch immer ruhte seine Hand auf dem Gurtverschluss, die andere ging langsam zum Türgriff. Mit den Knien steuerte er den Wagen leicht nach links. Dann drückte er das Pedal vollkommen runter, löste den Gurt und warf die Tür auf. Gekonnt und ehe Satoshi reagieren konnte, ließ Ben sich aus der Tür fallen und rollte sich auf dem Asphalt ab. Er konnte nur hören, wie der Wagen in die parkenden Autos crashte. Metall kreischte und Glas splitterte. Nach einigen Minuten raffte Ben sich auf, wischte sich den Splitt von den Händen und fühlte seinen Kopf. Eine kleine, blutende Platzwunde zeichnete sich an der Stirn ab und ein spitzer Stein schien sich in sein Kinn gebohrt zu haben. Jedenfalls merkte er dort eine blutende Schürfwunde. Er rannte zum Wagen. Vollkommen verbeult und mit qualmendem Motor hatte sich der Mercedes zwischen zwei parkenden Autos verkeilt. Ben riss die Beifahrertür auf, doch Satoshi war verschwunden. „Verdammt...“, stieß er aus und sah sich um. Nirgends war eine Spur zu finden. Er sah zum Gebäude. So schnell konnte Satoshi doch gar nicht sein. Wie war er so schnell heraus gekommen? „Das war ein verdammt übler Trick...Bulle!“, stieß eine Stimme plötzlich neben ihn aus. Ben drehte sich um und starrte in die Waffenmündung. Langsam sah er wie der Finger sich krümmte. Das war es nun…dachte Ben und sah Satoshi an.


    Semir rannte los. Er musste versuchen, die Japaner von Satoshi fern zu halten. Aber wie...dazu musste er ihn erst einmal finden. Parkplatz…schoss ihm in den Kopf. Aber welcher…verdammt der Parkplatz war riesig...wo sollte er…egal…erst einmal hin...sagte er sich und rannte in Richtung Parkplatz. Er lief durch die Reihen und sah sich suchend um. Hier standen etliche Fahrzeuge. „Das kann doch nicht wahr sein?“, hörte er jemanden sagen. Semirs Neugier war erwacht. Er sah hin und sah den Blechhaufen… „Ben…“, murmelte er. Das war Bens Handschrift…Er drehte sich um und bekam gerade noch mit, dass Ben mit Satoshi im Flughafengebäude verschwand. „Verdammt…..das geht nicht...“, murmelte er und rannte erneut los. Wenn Ryo Satoshi sah, dann würde Ben auch sterben müssen. Er musste etwas tun…aber was….was konnte er tun? Suchend sah er sich um. Er musste die Flughafenpolizei aufmerksam machen….und dann hatte er die zündende Idee. Er nahm seine Waffe und schoss in die Luft. Ein Schreien ging durch die Hallen und auch Ben und Satoshi sahen sich erschrocken um. Satoshi geriet in Panik, stieß Ben von sich und rannte kopflos weg. Semir rannte zu Ben. „Alles klar Partner?“, fragte er besorgt. „Ja…danke...das …das war knapp…und jetzt schnappen wir den Kerl.“, knurrte Ben. „Waffe weg!!!“, schrieen die Kollegen der Bundespolizei. „Schon gut...wir sind Kollegen...“, stieß Semir aus und hob den Ausweis. „Okay…was hat das zu bedeuten?“, wollte der Mann vor ihm wissen. „Der Mann der eben weg ist…ist ein gesuchter Mörder...wir müssen ihn stellen…aber hier sind noch mehr hinter ihm her. Nur wollen die ihn töten...“, erklärte Semir während er mit den Beamten durch das Gebäude rannte. Weitere Kollegen brachten die anwesenden Passagiere in Sicherheit.

  • Ryo hörte die Schüsse. „Dieser verdammte Mistkerl…warum hält er sich nicht raus, wie wir es wollen?“, stieß er wütend aus. „Wir sollten uns darum kümmern. Da hinten ist Satoshi!“, kam von seinem Nebenmann. Ryo sah hin. „Sehr gut...ihr wartet hier!“, befahl er seinen Gefolgsleuten und rannte auf Satoshi zu. Er kam sehr nahe heran. „Hallo Satoshi!“, sagte er als er hinter ihm stand. Satoshi sah ihn erschrocken an. „Ryo!!“, kam aus seinem Mund. „Lass uns etwas gehen, alter Freund, und tu bitte nichts unbedachtes…“, ermahnte Ryo ihn. Er nahm Satoshi die Waffe einfach aus der Hand und dieser wehrte sich nicht einmal. „Ryo…ich…hör zu...“, versuchte er ein Gespräch anzufangen. „Die Yakuza ist sehr böse auf dich…du hast die Oberhäupter enttäuscht und deshalb bin ich da….du weißt, was nun ist. Aber ich gebe dir die Chance deine Ehre wieder herzustellen….“, lächelte Ryo ihn an. Satoshi sah ihn an. Er wusste genau was Ryo meinte… Harakiri…es war der einzige Weg. „Du wirst es tun...nicht hier…aber du wirst…denk an den Rest deiner Familie… Du willst doch, dass sie nicht leiden müssen in der fernen Heimat oder?“, lächelte Ryo ihn an. Satoshi nickte. „Ich….Ryo...bitte...lass sie in Ruhe…bitte…“, flehte er. „Wenn du es getan hast, dann brauchen sie die Yakuza nicht fürchten….wir werden uns darum kümmern…“, erklärte Ryo ihn. Satoshi atmete tief durch. „Also gut…wie?“, wollte er wissen. „Hier auf dem Flughafen kommt es nicht gut, wenn man mit dem Schwert zusticht...es sind ja auch Kinder hier...nimm diese Kapsel…jetzt…!“, forderte Ryo auf und reichte ihm eine. Satoshi nahm sie und legte sie in den Mund. „Beiß zu!“, forderte Ryo ihn auf.


    Semir sah die Gruppe der Japaner in der Menge stehen. „Verdammt…sie haben ihn…wir sind zu spät!“, stieß er aus. „Und was jetzt? Wenn wir hingehen, dann richten die ein Blutbad an.“, kam von Ben. Semir nickte. „Ist vielleicht doch besser, wenn wir uns raushalten…“, murmelte Semir leise. „Du willst nichts unternehmen? Semir…die bringen ihn um!“, kam überrascht von Ben. „Ben...das sind Samurai…die Kerle sind gefährlicher als ein Skorpion….die lassen nicht mit sich reden...ich weiß es…lass sie es regeln.“, bat Semir erneut. „Nein...das geht nicht…du kannst diesen Kerl dort nicht in den Tod gehen lassen!“, empörte er sich. Da fast alle Passagiere aus dem Gebäude gebracht waren wurde nun auch Ryo auf die Beiden aufmerksam. Er winkte seine Leute zu sich und sprach mit ihnen, dann winkte er Semir und Ben heran. „Und nun?“, wollte Ben wissen. Semir zuckte nur mit den Schultern. „Gehen wir zu ihnen.“, meinte der Deutschtürke und ging auf die Japaner zu, die einen Kreis um etwas gebildet hatten. Ben folgte nur widerwillig und hielt seine Hand dicht an der Waffe. „Herr Gerkhan...sie sollten sich da raus halten und nun haben sie den Samurais schon wieder dazwischen gefunkt.“, fauchte Ryo und sah den Deutschtürken an. „Das ist nun mal mein Job. Geben sie mir Satoshi und dann verschwinden wir wieder...“, knurrte Semir und wollte hinter Ryo sehen. „Nun, ich fürchte, sie kommen zu spät.“, meinte der Samurai und ging einen Schritt zur Seite. Auch die anderen Samurais taten einen Schritt zurück und dann sahen Semir und Ben, was dort am Boden lag. Satoshi lag zusammengekrümmt da, hielt die Hände über Kreuz vor die Brust und sah starr auf die Füße seiner Mörder. Das letzte Zucken war getan und der Japaner lag vollkommen regungslos am Boden. „Wie sie sehen, hat er sich selbst gerichtet...“, meinte Ryo und lächelte zufrieden.


    „Und das soll ich ihnen glauben?“, fauchte Ben und trat einen Schritt auf Ryo zu. „Das müssen sie wohl...sie haben keinerlei Beweise für einen Mord und das wir bei ihrer Chefin in der Wohnung waren, kann man als ein Irrtum auslegen.“, grinste der Samurai. Ben ging den Mann an, packte ihn am Kragen und holte aus. „Ben...nicht...“, stieß Semir aus und hielt Bens Faust fest. Ryo lachte nur und wich einige Schritte zurück. „Sie haben recht, wir können ihnen nichts beweisen.“, zischte der Deutschtürke und sah seinen jungen Kollegen an. „Semir, wir können sie aber nicht so einfach gehen lassen.“, knurrte der Hauptkommissar und sah den Deutschtürken an. „Ben, das müssen wir aber...dieses Mal haben wir verloren.“, kam es nur resigniert von Semir. „Das...das kann ich nicht glauben...Semir, wir sind die Guten, wir gewinnen immer.“, zischte er. „Nun, dieses Mal nicht...leben sie wohl...“, meinte Ryo und stieg über die Leiche von Satoshi rüber, seine Männer folgten und sie gingen zu ihrem Flieger. Für Semir und Ben blieb jetzt nur noch eins zu tun....die Leiche zu beseitigen und den Fall in all seinen grausamen Einzelheiten zu einem Bericht formen. Dabei wollte Ben am Anfang nur japanisch essen gehen und nun waren zwei Familien vollkommen ausgelöscht. Das war die traurige Bilanz des Falles.



    Ende.


    Danke liebe Leser für eure Feeds und schon bald geht es weiter mit einer Gemeinschaftsstory mit Chris.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

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