Tödliche Inschrift

  • Semir und Andrea besuchten das kölnische Kulturmuseum, welches gerade eine Ausstellung mit mysteriösen Büchern und Bildern veranstaltete. Andrea hatte ihn bekniet mit ihm dorthin zu gehen. „Bitte... es ist doch nur noch heute... und du hast Urlaub... komm schon Semir...“, flehte sie regelrecht. Semir konnte es nicht ab, wenn Andrea bettelte und gab klein bei. „Also gut... wir gehen...“, stöhnte er. Und nun standen sie mitten in der Pulk von Kulturwissbegierigen und warteten auf Einlass. Doch es schien heute etwas länger zu dauern. „Man … warum dauert das denn so lange....?“, wollte Semir ungeduldig wissen. Endlich...nach einer guten Stunde wurde die Gruppe, zu der auch Semir und Andrea gehörten, eingelassen. Die junge Führerin bat die Gruppe direkt in den ersten Saal. Sie wies auf ein ziemlich abgegriffenes Buch. „Dieses Buch, was Sie vor sich sehen, ist nach einer Legende todbringend...“, erklärte die Führerin des Museums. Semir sah Andrea an. „Ein Buch auf dem ein Fluch liegt...ich schmeiß mich weg...“, grinste er. „Hey... du solltest das schon ernst nehmen. Du hast doch auch schon von vielen Dingen, die du nicht glauben wolltest, erfahren, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die sich dann bewahrheiten...und nun still...ich will hören, was sie sagt...“, lachte Andrea leise. Semir nickte und sie schlossen sich der Führung wieder an. „Dieses Buch ist vor über 700 Jahren in einem alten Kloster gefunden worden. Der Finder war ein alter Abt, der glaubte hier eine Möglichkeit gefunden zu haben, um die Welt zu ändern. Als er, so ist die Überlieferung, das Buch für seine Zwecke benutzte, passierten sonderbare Dinge. Drei Monate nachdem er sich mit dem Buch beschäftigt hatte, starb der Abt einen unnatürlichen Tod. Danach kam das Buch in eine Kirche in Rom, doch auch hier passierten sonderbare Dinge. So sagt man, weinte eine der Madonnen als das Buch dort auf dem Altar lag. Wenig später stürzte das Kirchendach ein. Die Reihe der Unglücke geht weiter. Auf der letzten Fahrt mit dem Schiff, die das Buch nach Deutschland brachte, sank auf der nächsten Fahrt als es gerade den Rhein verlassen hatte. Es ist gegen einen der Brückenträger gefahren. Man sagt hier, dass der Kapitän betrunken war. Eine Untersuchung hat ergeben, dass dieses Buch mit menschlichem Blut geschrieben wurde....“, erklärte die Museumsführerin. Semir schüttelte ungläubig den Kopf. Wie konnte man solch ein Blödsinn nur glauben, dache er.


    „Manno...warum muss ich die Berichte schreiben, während Semir in einem Museum herum läuft...!“, stöhnte Ben und warf den Stift auf den Tisch. „Na komm...hab dich nicht so...“, lachte Susanne, die ihm einem Kaffee hinstellte. „Ja aber... ich meine er kann jetzt mal so langsam wieder anfangen zu arbeiten... Seit er das mit dem Löwen überlebt hat und aus dem Urlaub zurück ist... und das ist jetzt schon 4 Tage her... hat er nichts anderes zu tun als mit Andrea hier und da hinzugehen....während ich hier in Arbeit ersticke...“, klagte Ben weiter. „Aber du hast doch im Augenblick nur die Berichte zu schreiben....“, kam von Susanne verwundert. „Ja genau....aber das sind noch sechs Stück...hier...das hier zum Beispiel.....und hier....woher soll ich denn wissen, was ich vor Tagen gemacht habe? Ich hatte andere Sorgen...ich musste Semir finden und mal wieder retten, weil er nicht auf sich aufpassen kann...“, grinste Ben. Susanne nickte. Sie ging zu ihn und massierte seine Schultern. „Oh...das tut gut....mach weiter...“, stöhnte Ben gekonnt. Susanne tat ihm den Gefallen. Sie knetete die Muskulatur von Ben durch. „Du bist total verspannt.“, meinte sie besorgt. „Ich habe ja auch keine Frau, die mich abends massiert...und verwöhnt....sag mal...wie wäre es, wenn wir uns Beide mal einen schönen Abend machen würden? Ich meine, du bist allein...ich bin es....warum tun wir uns nicht zusammen und sind gemeinsam einsam...“, grinste er. Susanne lachte hell auf. „Das ist gut...aber weißt du was...wir tun es.... ja...wir machen es. Lass uns was essen gehen...“, schlug sie vor. Ben nickte, fuhr den PC runter und sprang auf. „Dann komm...“, meinte er. „Whow...du bist aber schnell im Feierabend machen...“, lachte Susanne. Nur wenige Minuten später waren sie verschwunden. „Wo wollen wir denn überhaupt hingehen?“, wollte Susanne wissen. „Weißt du, da heute so ein herrlicher Sonnentag ist, dachte ich, wir gehen in eine der Bars am Rhein. Was hältst du davon?“, wollte er wissen und startete seinen Mercedes. „Au ja... einfach nur aufs Wasser sehen und dabei was schönes Trinken.“ „Und einfach zusammen sein.“, grinste Ben.


    Das Ehepaar Gerkhan saß nach ihrem Besuch im Museum im Lieblingsrestaurant. Semir hatte sich eine Cola bestellt und Andrea sich ein Wasser. „Weißt du, ich fand es heute sehr interessant. Danke, dass du mit mir gegangen bist.“, bedankte sich Andrea bei ihrem Mann. „Hab ich doch gerne gemacht, mein Schatz.“, liebäugelte er. „Hätte mir aber für meinen letzten freien Tag was anderes vorgestellt.“, murmelte er und trank von seiner Cola. „Sagtest du was, Semir?“, fragte Andrea nach. „Ähm... neee, nee hab ich nicht.“, meinte er sofort und ergriff ihre Hand. „Andrea, mein Schatz... ich werde morgen wieder arbeiten gehen. Schaffst du das ohne mich? Ich meine, nach deinem Schwächeanfall?“, wollte er fürsorglich wissen. Sie lächelte nur und sah ihn an. „Semir, ich schaff das schon. Du kannst ruhig arbeiten gehen. Wirklich, ich bin wieder fitt.“, entgegnete Andrea und sah ihren Mann mit liebevollen Augen an. Semir küsste seine Frau voller Leidenschaft und widmete sich seinem Essen, genau wie Andrea. Die Familie kehrte danach in ihr Haus zurück, wo sich Semir in seinen Lieblingssessel setzen wollte. Doch sofort wurde er mit einem Fauchen davon abgehalten. „Hey Felix, das ist immer noch mein Platz.“, knurrte Semir und wollte den frechen rot-weiß getigerten Kater vom Sessel nehmen, doch das ließ sich der Stubentiger gar nicht gefallen und fauchte sein Herrchen an. „Ey sag mal... du willst wohl Streit mit mir?“, fragte Semir und nahm die Spielzeugmaus in die Hand. „Na warte...“, lachte er und holte die Spielzeugmaus aus dem Flur, hielt sie Felix vor die Nase und warf sie dann in die andere Ecke des Wohnzimmers. Doch Felix blieb ruhig auf seinem Platz sitzen, legte sich sogar noch frech hin. „Du kleines...“, knurrte Semir und hörte dann aus der Küche nur ein Klappern. Erst da war Felix aufgesprungen und lief mit hochgestelltem Schwanz vom Wohnzimmer in die Küche. „Ha, klappt doch.“, grinste der Deutschtürke und setzte sich in seinen Sessel.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Ben und Susanne verbrachten einen wunderbaren Abend am Rheinufer und kamen sich dabei unweigerlich näher. „Ben, ich danke dir, für den wunderbaren Abend.“, meinte sie und sah ihn verlegen an. „Hey, der Abend ist doch noch nicht zu Ende. Ich meine, wir könnten doch noch tanzen gehen, oder? Was meinst du?“, wollte er wissen und sah sie mit seinen verführerischen, rehbraunen Augen an. „Ben... sei doch vernünftig... wir müssen doch beide morgen früh wieder pünktlich aus den Federn.“, meinte sie und sah ihn dennoch mit verliebten Augen an. Warum ... warum hatte sie das gesagt? Schon lange hatte sie keinen Mann mehr, aber Ben war ein Arbeitskollege... weiter nichts. Dabei sah er so gut aus... unausstehlich gut, dachte sie. „Aber es ist doch erst neun... komm, lass uns bis, sagen wir elf, tanzen gehen. Dann bringe ich dich nach Hause.“, meinte er und merkte, wie Susanne einknickte. „Okay, aber nicht lange...“, meinte sie und gab sich geschlagen. Beide verließen die Bar und ging ein eine nahe gelegene Diskothek. Sie mussten eine Weile anstehen. „Man, so eine lange Schlange...“, murrte er und blickte sich um. Dabei fielen ihm drei junge Männer auf, alle in schwarzen Lederjacken gekleidet, die abseits von den Wartenden standen und tuschelnd in Richtung Dom hinaufsahen. Ben dachte sich nichts weiter dabei und geleitete Susanne dann in die Diskothek, als sie an der Reihe waren. Es wurde bekannte Musik gespielt, alles, was nach deren beiden Geschmack war. Susanne und Ben tanzten bis zur verabredeten Zeit. Dann brachte Ben sie aber auch nach Hause. „Ich danke dir für den schönen Abend.“, meinte er, als sie vor der Tür standen und sich in die Augen sahen.


    Susanne sah ihn an. „Ben...ich...ich weiß, dass ich vielleicht einen Fehler mache... aber....gute Nacht...“, erklärte sie schnell und drehte sich um. Sie steckte den Schlüssel ins Schloss doch schloss nicht auf. Erneut drehte sie sich zu Ben. „Danke....der Abend war wirklich wundervoll...“, lächelte sie und küsste ihn sanft auf den Mund. Eigentlich sollte es nur ein freundschaftlicher Kuss werden, aber Ben zog sie fest an sich heran und der Kuss dauerte länger, wurde inniger. Susanne wehrte sich nicht dagegen. Nach einigen Minuten löste sie sich und lächelte unsicher. „Ähm...ich....“, versuchte sie zu erklären. Er lachte nur. „Susanne...wir sind erwachsen.... wer sollte es uns verbieten? Ich liebe dich...“, gab er zu. Susanne nickte. „Stimmt.... wir sind erwachsen und wir kennen uns ja schon ne ganze Weile...aber...ich habe Angst, dass die Kollegen....“, erklärte sie und zupfte nervös am Zeigefinger. „Hey... bei Semir und Andrea hat es doch auch geklappt...warum dann nicht bei uns?“, wollte er wissen. „Ben....ich werde darüber nachdenken okay...aber … lass es uns langsam anfangen...okay?“, bat sie. „Ja sicher...ich wollte dich bestimmt nicht überfallen.....seit dem Tod von Saskia... bist du die erste Frau, für dich ich wieder was empfinden kann...“, erklärte Ben, gab ihr einen Kuss auf die Wange und ging. Susanne sah ihm nach. „Du bist so eine dumme Kuh....da versucht dich der bestaussehendste Mann der PAST zu verführen und an alles was du denkst ist dein Ruf...“, tadelte sie sich selbst. Doch eine weitere Stimme sagte ihr: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben... es könnte doch was werden...“ Sie betrat ihre Wohnung, duschte und ging ins Bett.


    Mitten in der Nacht im Hause von Gerkhan. Das Ehepaar schlief tief und fest und einer schien sich daran zu stören. Wie konnte sich dieser Mensch nur herausnehmen sich im Bett gemütlich zu machen, während ich auf dem Boden schlafen soll....dachte sich vermutlich der Kater Felix als dieser ins Bett der Beiden sprang. Er versuchte sich auf dem Kopfkissen zu drehen und ging mit dem Schwanz ständig durch das Gesicht seines auserkorenem Herrchens. „Mensch Felix!!“, stieß dieser aus, der dadurch erwachte. Ein Griff und Felix wurde auf den Boden gesetzt. Doch der Kater war hartnäckig. Nur wenige Augenblicke später sprang er erneut hoch. Diesmal am Fußende. Doch warum sollte er auf eine wärmende Decke verzichten? So kroch er unter die Decke und drehte sich. „Felix...bitte!!“, kam von oben, als Felix sich auf die Füße legte. Wieder ging es auf den Boden. Vermutlich hätte jeder andere Kater es nun sein lassen. Nicht so Felix. Er sprang erneut aufs Bett. Sein Herrchen schien kalte Füße zu lieben, denn die Zehe lugten unter der Decke hervor. Sie bewegten sich und vielleicht war es der Raubtierinstinkt der Felix dazu verleitete in diese zappelnden Dinger zu beißen. „AUA!!!“, schrie es von oben. Felix erschrak und rannte aus dem Zimmer. „Du verdammter Kater....!“, fauchte sein Herrchen wütend. Doch er kam nicht... sondern drehte sich wieder um und schlief weiter. Felix sah durch die offenstehende Tür. Sollte er es noch einmal versuchen? Die Antwort war eindeutig ja, denn nur wenig später sprang er diesmal auf der anderen Seite auf das Bett. Er legte sich diesmal neben Frauchen und scheinbar hatte diese nur darauf gewartet, denn sofort kam ihre Hand. Felix wusste was das hieß....jetzt gab es eine Streichel- und Krauleinheit. Schnurrend ließ er es sich gefallen.

  • Irgendwo in einer Kneipe in Köln gingen dunkle Gedanken durch ein paar Köpfe. „Du willst ein Buch stehlen? Warum das denn? Mann geh in die Bibliothek und leihe es dir aus!!“, lachte Stefan und sah Bastian an. „Du verstehst es nicht... es ist nicht irgendein Buch, was du ausleihen kannst. Der Wert des Buches ist unbezahlbar....es steht dort nämlich drin, wo der heilige Gral zu finden ist...“, erklärte Bastian. Stefan hielt sich den Bauch vor Lachen. „Den heiligen Gral? Wir sind doch nicht mehr im Mittelalter...!“, prustete er heraus. Bastian sah ihn böse an. „Schon gut... Aladin... schon gut....“, hängte er deshalb ran. „Es war nicht Aladin, der danach suchte....sondern Zauberer und Magier.... verstehst du nicht? In diesem Gral sind die Geheimnisse des Lebens versteckt.....das ewige Leben....“, sinnierte Bastian. „Oh man...du bist Professor..... ich glaub es ja wohl nicht...ich dache bei dir ist etwas an Realität hängen geblieben...“, stöhnte Stefan, der wieder von einem Lachanfall geschüttelt wurde. „Oh man... jetzt pass doch mal auf... wir werden dieses Buch stehlen und dann diesen Schatz suchen. Man, stell dir das doch mal vor... dieses Buch führt uns zum Inbegriff des ewigen Lebens.“, sinnierte Bastian mit strahlenden Augen. Stefan kam dicht an ihn heran und schlug ihm mit der flachen Hand an die Stirn. „Hallo? Dir scheint es nicht gut zu gehen, oder? Was willst du mit dem ewigen Leben?“, stöhnte Stefan nur. „Man, vielleicht macht dich das glücklich... in dem Buch steht auch das Geheimnis wie man aus Metall, Kupfer und Eisen Gold herstellen kann.“, stieß Bastian aus. Das schien das Interesse seines Freundes zu wecken. „Was? Alles Metall zu Gold? Wow... Okay, ich bin dabei. Und wann soll es los gehen?“, wollte Stefan wissen. „Keine Angst, das sag ich dir schon noch.“, entgegnete Bastian und verabschiedete sich von seinem Freund. Draußen vor der Kneipe sah er sich um. Was für ein hirnloses Frettchen, dachte Bastian und holte sein Handy aus der Hosentasche hervor. „Konrad? Ich bin’s. Ich hab jemanden gefunden, der mit mir den Deal durchzieht.“, erklärte Bastian und sah noch einmal in die Kneipe hinein. „Sehr gut... dann holt das Buch wie besprochen. Sieh zu, dass du den Mitwisser dann los wirst.“, knurrte der Mann am anderen Ende der Leitung. „Keine Sorge... es wird der Fluch des Buches sein, der ihn trifft.“, lachte Bastian und legte auf.


    Der nächste Morgen kam für Semir wieder einmal viel zu früh. „Hmmm... Felix.“, stieß Semir wieder knurrend aus, da ihn der Schwanz der Katze dauernd unter der Nase entlang fuhr und ihn zum niesen brachte. Felix, vom Geräusch erschrocken, fuhr auf und sprang aus dem Bett. „Dummer Kater.“, knurrte Semir hinter dem Stubentiger her, der mit seinem Kopf durch den Türspalt schaute. „Semir...“, kam es verschlafen von Andrea. „Machst du heute dir das Frühstück? Ich fühl mich nicht gut.“, fügte sie kränkelnd hinzu. Sofort saß Semir neben seiner Frau. „Schatz, was hast du denn... Lass mal deine Stirn fühlen.“, meinte der Mann sofort und fuhr mit seiner Hand fürsorglich über Andreas Stirn. „Wow, du glühst ja. Ich rufe Doktor Sprung an... Er wird dich sofort untersuchen. Ich kümmere mich um alles andere.“, kam es aufgeregt vom Deutschtürken. Schnell sprang er aus dem Bett, schlüpfte in seinen Bademantel und ging zum Telefon. Schnell war der Doktor verständigt, der versprach, sofort rüber zu kommen. Wie gut, dass er in der Nachbarschaft wohnte, dachte Semir nur und ging wieder zu seiner Frau zurück. „Schatz, der Arzt kommt gleich.“, meinte er und küsste seine Frau fürsorglich auf die Stirn. Das „Dankeschön“ war kaum zu hören. Semir ging wieder aus dem Schlafzimmer, holte seine Tochter aus dem Bett, wusch sie und half ihr beim Anziehen. Dann ging er mit ihr und dem hinter ihm herkommenden Kater in die Küche, machte für Beide schnell das Essen fertig. Felix hockte mit abwartendem, gespannten Blick vor seiner Futterschüssel und sah Semir dabei zu, wie er das Dosenfutter in die Schüssel füllte. „So, hast du eigentlich nicht verdient.“, meinte Semir und widmete sich seiner Tochter, die ihre Frühstücksflocken ganz alleine mit einem viel zu großen Löffel versuchte zu essen. Auch darum kümmerte er sich. In all der Hektik vergas er fast die Türklingel, die auf einmal ertönte.


    Ben wurde nicht so brutal von seinem Haustier geweckt, was natürlich daran lag, dass er keins hatte. Noch nicht. Langsam schleppte er seinen noch schlafenden Körper ins Bad und unter die Dusche. Nach ausgiebiger Dusche stellte er seine Bohnenmahlmaschine an und ließ die Kaffeebohnen zerkleinern, während ihn von seinem Küchenkalender eine Notiz direkt ins Auge stach. „Papa... Geburtstag“ war dort mit rotem Stift eingetragen und das Datum war in drei Tagen. Oh man, dachte sich Ben, dann muss ich mich aber schnell nach einem Geschenk umsehen. Die Bohnen waren durchgelaufen und das Pulver in die Kaffeemaschine umgefüllt. Während der morgendliche Kaffee seinen gewohnten Gang nahm, dachte er an den gestrigen Abend zurück. Was für eine tolle Frau Susanne doch war, gestand er sich lächelnd ein. Vielleicht würde das wirklich was werden. Doch sie wollte es ruhig angehen lassen und das hieß für Ben, keine überstürzten Handlungen. Er würde es ganz gemächlich anlaufen. Vielleicht hätte sie ja Spaß daran, ihn zum Geburtstag seines Vaters zu begleiten, dachte er. Ja, das war eigentlich die Idee... es war nichts gezwungenes und dennoch konnten beide zusammen sein. Das Piepsen seiner Maschine riss ihn aus den Gedanken und ein Blick zur Uhr mahnte ihn zur Eile. Schnell war der Kaffee getrunken, ein schnell geschmiertes Brötchen hinuntergeschlungen und schon schwang sich Ben in seinen Wagen, um Semir abzuholen.

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  • „Ben.....hallo....ähm...hör mal...können wir noch etwas warten...? Andrea liegt mit hohem Fieber im Bett und...der Kindergarten macht erst in einer halben Stunde auf...ich meine...wir können Aida in die KiTa bringen und dann hat sie Ruhe...“, bat Semir. Ben hörte, wie besorgt er war. „Was hat Andrea denn? Grippe?“, wollte Ben sofort wissen. „Ich weiß es nicht...gestern Abend war alles in Ordnung und nun....“, meinte Semir achselzuckend. „Gut...weißt du was....ich ruf Susanne an und die kann das dann der Krüger sagen. Ich kümmere mich um Aida und Felix...wo steckt der Tiger denn?“, wollte Ben wissen und sah sich suchend um. „Der schlägt sich schon den Bauch voll... mir kommt er heute nicht unter die Augen....stell dir vor...der hat mich heute Nacht in die Zehe gebissen....das tat richtig weh!“, beschwerte Semir sich. Ben lachte laut. „Miau“... kam von der Tür her. „Hey...da bist du ja....na mein Süßer?“, grinste Ben und ließ sich auf die Knie zum Kater runter. „Hast heute Nacht Hunger gehabt und bist zum Kannibalen geworden?“, wollte er wissen und sah Semir grinsend an. „Du findest das richtig lustig, was?“, fauchte er doch dann musste er auch lachen. Felix sah ihn mit schiefen Kopf an. Den Schwanz hatte er hoch aufgestellt. „Mit dir hab ich mir vielleicht was aufgehalst...“, grinste er dann und streichelte den Kater sanft. „Miau...“, kam zurück und ein tiefes Schnurren war zu vernehmen. Es klingelte erneut. „Das wird der Arzt sein....einen Moment...“, meinte Semir und ging zur Tür. „Doc....meine Frau...sie hat hohes Fieber...“, erklärte Semir und wies den Doc zum Schlafzimmer. Ben sah den Beiden nach. „Mama...gehen....“, meinte Aida, die an seinem Hosenbein zog. „Mama ist leider krank, meine Süße....was hältst du davon, wenn wir beide noch etwas spielen und dann zum Kindergarten fahren?“, schlug Ben vor und lenkte das Kind ab. „Oh ja.....weißt du was... gestern im Kindergarten....hab ich.....eine Fee gemalt...“, erklärte die Kleine stolz. „Whow......!“, machte Ben. Er fand es klasse, wenn die Kleine von ihren Abenteuern erzählte. „Wo hast du denn deine Fee?“, wollte er wissen.


    Semir sah wie Dr. Sprung Andrea untersuchte. „Hmmm.....tief einatmen...!“, bat er und horchte Andrea ab. „Mir ist schlecht.....ich fühl mich so heiß....aber ich friere...“, klagte Andrea. „Ja...das sieht nach einer Erkältung aus, aber ich kann ihnen keine Tabletten verschreiben... allein schon wegen dem Kind...“, kam nachdenklich vom Arzt. „Ich....bin...müde...“, lächelte Andrea. „Ich bin gleich fertig.....die Lungen sind frei, das ist schon mal sehr gut... Sie sollten heute viel schlafen und sich ausruhen...“, bat der Arzt. „Ich rufe deine Mutter an... dann kann sie sich um Aida kümmern. Mein Schatz, du bleibst bitte im Bett...“, kam von Semir sanft aber bestimmend. Andrea nickte nur. „Okay.... Sie können sich wieder anziehen. Herr Gerkhan, sie sollten ihr einen kalten Umschlag machen...“, empfahl Dr. Sprung. Semir nickte und verschwand. Während er einen Lappen mit kühlem Nass einweichte, wählte er seine Schwiegermutter an. „Margot!! Ich bin’s.....Andrea liegt mit hohem Fieber im Bett und ich muss zum Dienst....kannst du...?“, bat er freundlich. „Danke...du bist ein Engel....danke...Margot...ich bringe Aida in die KiTa. Der Schlüssel ist wie immer unter der Matte...“, erklärte er. Dann legte er Andrea den kalten Lappen auf die Stirn und küsste sie sanft. „Mama kommt gleich....“, gab er von sich. „Danke....du bist so gut zu mir...“, lächelte Andrea leicht. „Ich liebe dich einfach nur....Ich bring Aida in den Kindergarten....und fahre dann mit Ben zum Dienst...und du bleibst im Bett...ist das klar?“, fragte er liebevoll. Andrea nickte. Sie hatte die Augen geschlossen. „Ich werde schlafen...“, versprach Andrea.


    „Oh...Herr Gerkhan.....das wir Sie auch mal wiedersehen...“, lachte die Kindergärtnerin. „Meine Frau liegt im Bett...hat sich wohl nen Virus eingefangen...deshalb bringe ich die Kleine heute her... und am Nachmittag holt meine Schwiegermutter sie wieder ab...“, erklärte Semir und hob seine Tochter noch einmal hoch. „Sei brav!!“, ermahnte er sie und gab ihr einen Kuss. „Wenn alle Kinder so brav wären wie Aida... dann hätte ich sehr viel Ruhe hier...“, lachte die Kindergärtnerin. Sie brachte Aida ins Gebäude und Semir fuhr zum Dienst. Ben sah ihn auf der Fahrt an. Sie schwiegen beide. „Machst dir Sorgen um sie?“, wollte Ben wissen. „Ja sicher.....sie ist so selten krank. Aber heute.... sie war so schwach...“, murmelte Semir leise. „Was sagt der Doc denn?“, harkte Ben nach. „Ein Virus....aber sie darf keine Medikamente nehmen... wegen dem Kind....“, klagte Semir weiter. „Klar, das darf sie nicht gefährden.“, meinte Ben nur und war mit seinen restlichen Gedanken bei zwei Problemen. Erstens... wie sollte er sich gleich verhalten, wenn er Susanne wiedersah und zweitens... was schenkt man seinem Vater zum 65. Geburtstag? „Hey Partner, alles in Ordnung mit dir?“, wollte Semir dann wissen und sah Ben an. „Was?“, kam es nur erschrocken zurück. „Du bist so abwesend. Alles in Ordnung?“, wollte Semir wissen. „Na ja, ich weiß nicht, was ich meinem Vater schenken soll. Er wird in drei Tagen 65 Jahre alt. Hast du eine Idee?“, wollte Ben wissen. Doch Semir fiel auf Anhieb auch nichts ein. „Mal Susanne fragen... sie hat doch immer so gute Ideen.“, meinte Semir. Ben nickte nur. Wenn Semir wüsste, dass er und Susanne gestern zusammen aus waren, würde das bald die halbe PASt wissen.

  • Rolf und Niels kamen am Kulturmuseum an. „So, was sollen wir denn dieses Mal holen?“, wollte Niels, der jüngere von beiden, von seinem Partner wissen. „Tja, auf der Liste steht, dass wir ein altes Buch von hier über den Stadtring zum Dom bringen sollen.“, erwiderte er und ging auf den Hintereingang zu, klingelte und wartete. Die Kuratorin öffnete ihnen. „Ah, sie sind schon da.... gut, hier ist das Buch. Bitte behandeln sie es mit äußerster Sorgfalt und vor allem... fassen sie es nicht mit bloßen Händen an.“, bat sie. „Schon klar...“, erwiderte Rolf, da er schon öfters alte Bücher transportiert hatte, wusste er, was der menschliche Schweiß bei einem Buch diesen Alters anrichten konnte. Er nahm die hölzerne Kiste an sich und legte sie vorsichtig in den Wagen. „Okay, dann fahren wir mal los.“, meinte Rolf und Niels nickte nur. Beide stiegen ein und fuhren los. Keiner der drei Menschen ahnte, dass sie beobachtet wurden. „Okay, da ist der Wagen, Stefan. Wir schlagen auf dem freien Stück zwischen den beiden Brücken zu. Da ist die rechte Leitplanke weg ... so können wir sie in den Graben drängen.“, erklärte Bastian. Stefan nickte und startete den Wagen. Die beiden Wagen fuhren fast hintereinander her. Die beiden Sicherheitstransporteure ahnten nichts von der drohenden Gefahr, unterhielten sie sich doch über ihre jeweiligen Urlaubspläne. „Und, was machst du nächste Woche?“, wollte Niels wissen. „Tja, ich werde mit meiner Frau in an die See fahren. Und du und deine Freundin, wo wollt ihr hin?“, fragte Rolf. „Ich weiß noch nicht. Vielleicht mal nach Berlin. Soll ja eine schöne Stadt geworden sein.“, grinste er. Bald waren die beiden Wagen auf dem freien Teil der Autobahn. Jetzt nahm das Unglück unweigerlich seinen geplanten Lauf.


    Semir und Ben waren nur einige hundert Meter weiter hinter dem Transportwagen. „Warum hast du dir heute nicht frei genommen und hast Andrea mal gezeigt, dass du für sie da bist?“, wollte Ben wissen. Erschrocken sah sein Partner ihn an. „Wie? Ben, ich erwarte mein zweites Kind. Ich muss schon jetzt jede Arbeitszeit nutzen, um die Ausstattung für das zweite Kinderzimmer bezahlen zu können.“, knurrte er. „Schon klar.“, kam es von Ben. „Was wäre so schlimm gewesen, einfach mal einen Tag frei zu nehmen und dafür die Nachtschicht an einem anderen Tag zu übernehmen?“, wollte der Jungkommissar wissen. „Ben, du weißt doch, wie Krüger ist.“ „Ich bin sicher, dass sie das genehmigt hätte. Gib es zu, du willst dich nicht um sie kümmern, weil du Angst hast, dass du dich anstecken könntest.“, lachte Ben. „So ein Quatsch. Ich hab doch keine Angst, vor so etwas kleines, wie einer Bakterie.“, fauchte der Deutschtürke seinen Partner an. „Ich und Angst. Ich will dir mal was sagen. Wenigstens komm ich nicht jeden Abend in eine leere Wohnung nach Hause.“ „Nee, du lässt dich ja lieber von deinem Kater in den Zeh beißen.“, konterte Ben und sah dann auf die rechte Spur vor ihm. „Idiot.“, grummelte Semir nur und blickte aus dem Fenster. Beide hörten plötzlich nur kreischendes Blech und peitschende Schüsse. „Shit, was wird das denn?“, stieß Semir aus und zog sofort seine Waffe aus dem Halfter.


    Rolf verriss das Lenkrad, als der Wagen ihn von links touchierte. „Was ist das denn für ein Idiot?“, schrie er wütend. Niels sah sich um. „Hey....der ist doch besoffen!! Soll das ein Scherz sein???“, gab er zurück. Es war kein Scherz und die Männer in anderen Wagen zeigten es ihnen sehr deutlich als die Kugeln in den Wagen drangen. Niels schrie auf, als eine ihn in die Schulter traf. Sofort trat Blut aus der Wunde. „Ralf!! Tu was!!“, schrie er verzweifelt. „Ich versuch es ja.....was ist mit dir?“, stieß Ralf aus und versuchte den Wagen in der Spur zu halten. Im Rückspiegel sah er plötzlich Blaulicht. „Die Polizei... endlich... Niels... die Polizei ist da...“, stieß er lachend vor Erleichterung aus. Ein weiterer Rempler brachte ihn dann doch von der Straße ab und der Wagen geriet im Graben in Schräglage. Niels stieß ein tiefes Stöhnen aus, als Ralf durch diese unnatürliche Lage gegen ihn gedrückt wurde. Nur kurz darauf wurde die Tür aufgerissen. Rolf wandte seinen Blick zu der Person und das erste was er sah, was die Mündung der Waffe. Rolf schloss mit seinem Leben ab. Doch der Mann schoss nicht. Er zog schnell den Schlüssel ab und schlug die Waffe auf Rolfs Kopf. „ROLF!!“, schrie Niels. „Halt die Klappe oder ich verpass dir Blei!!“, fauchte eine Stimme. Niels wusste nicht ob der Mann Ernst machte und verhielt sich ruhig. Die Tür schlug zu und kurz drauf hörte Niels wie die Türen zum Laderaum geöffnet wurden.

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  • „Das ist ein Überfall!!“, stieß Ben aus und zog ebenfalls seine Waffe. Mit kreischenden Bremsen hielt er den Wagen an und sprang fast gleichzeitig mit Semir aus dem Wagen. „Polizei!! Hände hoch!!“, schrie Semir und richtete die Waffe auf die Männer am Wagen. Ben tat einen Schritt in die Richtung als einer der Männer sich umdrehte und unvermittelt schoss. Ben fiel zu Boden und hob die Arme schützen vor dem Kopf. Die Kugeln schlugen dicht vor ihn in den Boden. Semir erwiderte das Feuer und Ben nutzte die Sekunden um hinter seinen Wagen in Deckung zu kommen. „Geben Sie auf!! Ben? Bist du okay?“, hörte er Semir fragen. „Ja...ich ruf Verstärkung...“, stieß er aus. Er zog sich in den Innenraum und gab den Funkspruch durch. „BEN!! Ich hab keine Munition mehr!!“, schrie Semir plötzlich. Ben griff ins Handschuhfach und schob Semir ein Magazin hin. „Ich bin gleich wieder dabei... wir müssen versuchen die Kerle auszuschalten... gib mir Feuerschutz!“, bat Ben und kroch aus dem Wagen heraus. Er sah kurz zu dem Brückenträger, der fast direkt am Dienstwagen war. „Ich versuch da rüber zu kommen... deck du sie mal mit Blei ein!!“, ging es bei ihm weiter. Nur Sekunden später schoss Semir schnell und präzise auf die Männer, die sofort in Deckung gingen. „Los Ben!!“, schrie Semir. Ben sprang auf und rannte zum Pfeiler. „Los wir hauen ab!!“, hörte Ben gerade von einem der Männer sagen. „Nicht mit mir... Freunde...“, drohte er leise und stellte sich vor den Männern. „Okay...ihr seid verhaftet!“, fauchte er wütend. Er richtete die Waffe auf den Mann, der vor ihm stand, während der zweite auf Semir schoss und dieser in Deckung verschwand. „Waffe weg!“, fauchte Ben. Doch der Mann vor ihm grinste nur. Und wenig später wusste Ben auch warum. In seinem Rücken nahm er eine Bewegung wahr und kurz darauf einen Schlag ins Genick. Ben stöhnte und brach zusammen.


    „Ben....? Hey...komm schon...“, sagte Semir und schlug seinem Partner leicht ins Gesicht. „Oh...das war unfair...“, stöhnte dieser und griff sich an den Nacken. „Wo sind sie?“, wollte er wissen. „Sorry....sind mir entkommen.... die haben mich dermaßen eingedeckt das ich nichts tun konnte...“, entschuldigte Semir sich. Ben erhob sich. „Was ist mit den Leuten im Wagen?“, harkte Ben nach. „Sind verletzt aber nicht lebensgefährlich. Einer hat eine Schusswunde. Der Arzt kommt gleich.“, erklärte Semir. „Was hat der Wagen geladen?“, kam die nächste Frage. „Keine Ahnung...der Wagen ist vom Museum.“, ging es mit Semir weiter. Ben ging zum Wagen und öffnete den Laderaum. „Oh.....das sieht nach ziemlich wertvoller Fracht aus...“, hörte Semir ihn lachen. Neugierig ging er hin. Ben hielt ein Buch in der Hand. „Hey....du solltest es nicht so einfach anfassen....wer weiß wie alt es ist...“, schlug Semir vor. Ben lachte leise auf. „Das ist ein verdammt alter Schinken....ist wohl aus der Kiste gefallen, als der Wagen in den Graben fuhr.“, meinte er nur. Neugierig sah Ben das Buch an und war versucht, es aufzuschlagen. Doch als er es anfasste, brach ein Wind los und sog die Luft hoch. Blätter fingen an zu tanzen und der Himmel verdunkelte sich. „Was ist denn jetzt los?“, stieß Ben aus und legte es in die Kiste zurück. Das Schloss, mit dem das Buch umgeben war, leuchtete düster auf. „Semir... hast du das auch gerade gesehen?“, fragte Ben leicht verunsichert. „Nö, was denn?“, wollte sein Partner wissen und kam zu Ben. „Das Buch... es hat geleuchtet.“, kam es zurück. Semir lachte auf. „Ben, du has zu viel Filme gesehen. So was gibt es nicht.“, beruhigte Semir ihn. „Los komm, zur PASt zurück und den Bericht schreiben.“, meinte der Hauptkommissar und zog Ben von der Bücherkiste weg. Doch der Jungkommissar konnte nicht sagen, dass ihn die Vorfälle unberührt ließen.


    Stefan und Bastian rasten mit ihrem Wagen nur so über die Autobahn. „Verdammt, das ist ja nur so schief gegangen.“, stieß Stefan aus. Ich dachte, wir schnappen uns das Buch. Aber nein... du musstest uns ja die Polizei auf den Hals hetzen.“, fauchte Stefan seinen Mitstreiter an. Bastian verdrehte nur die Augen. „Hey, was kann ich denn dafür, dass die Bullen so schnell hinter uns waren?“, zischte er nur. „Du hättest es besser planen sollen. Und jetzt? Das Buch... wir müssen das Buch kriegen... ich will mein Gold haben, dass du mir versprochen hast.“, zischte er nur und wusste nicht, dass er sich langsam sein eigenes Grab schaufelte. Bastian fuhr auf einen Rastplatz. „Jetzt reicht mir dein Gemecker aber...“, fauchte er, zog seine Pistole und setzte sie Stefan auf die Brust. Dieser riss seine Augen weit auf und Blut trat aus dem Mund, als der Schuss in die Bauchhöhle drang. „Ich brauche dich nicht mehr...“, zischte Bastian, öffnete die Beifahrertür und stieß seinen „Freund“ einfach hinaus. Mit quietschenden Reifen fuhr er davon. Stefan blieb regungslos liegen und blutete aus. Bastian wählte indes eine bekannte Nummer an. „Konrad, ich bin's. Es klappte leider nicht alles nach Plan... wir haben das Buch nicht bekommen...“, erklärte er schnell und wartete auf eine Antwort, die auch prompt kam. „Das ist schlecht. Hast du wenigstens den Mitwisser beseitigt?“, wollte der Mann am anderen Ende der Leitung wissen. „Ja, er ist tot. Wie soll ich jetzt weitermachen?“, wollte er wissen. „Hol mir das Buch... egal wie...“, forderte sein Gesprächspartner. „Ich verstehe.“, meinte Bastian und legte dann auf. Er wusste, was er zu tun hatte. Das Buch musste geholt werden. Egal, um welchen Preis.

  • „Ben, das ist doch Unsinn... Das Buch hat doch keine eingebauten Glühbirnen, die bei Berührung aufleuchten.“, stieß Semir verächtlich aus. Was Ben ihm da auf der Fahrt zur PASt erzählte war für ihn nur Blödsinn, aber wie sollte er das seinem Kollegen klar machen, ohne ihn dabei zu verletzen? „Semir, ich weiß, was ich gesehen habe. Glaub mir, das Buch hat rot aufgeleuchtet. Und was ist mit dem dunklen Himmel?“, wollte Ben wissen. „Ach... Wolken schieben sich immer vor die Sonne... da wird es meistens dunkel.“, konterte Semir nur und lenkte den Wagen zur Ausfahrt auf die PASt, doch schon kam ein Funkspruch, der ihn sofort wieder rausfahren ließ. „Semir, Ben... Leichenfund auf einem Rastplatz. KTU und Pathologe sind schon vor Ort.“, meinte Susanne durchs Funk. „Okay, wir sind dran.“, gab Ben durch. „So, und das ist jetzt eine ganz normale Leiche. Oder glaubst du auch, ET hat sie dort hingelegt?“, stichelte Semir. „Sehr witzig. Man, ich weiß, was ich gesehen habe. Ich bin doch nicht irre.“, zischte Ben nur und verschränkte die Arme vor seinem Körper. „Oh... jetzt sei doch nicht bockig.“, murrte Semir, doch Ben schwieg. „Na schön, du Dickkopf. Das kann ich auch.“, knurrte er und von diesem Moment an redeten beide kein Wort mehr, bis sie am Fundort der Leiche eintrafen. Ohne einen Ton stiegen sie aus und gingen direkt auf den Pathologen zu, der schon bei seiner Arbeit war. Semir sah den Arzt interessiert zu. „Und wissen wir schon woran er gestorben ist?“, wollte er wissen. „Ja... akute Bleivergiftung... Einschuss in der Brust und das aus nächster Nähe. Er liegt allerdings noch nicht sehr lange hier...“, gab der Doch von sich. „Hmm....okay....Wissen wir, wer er ist?“, harkte Semir weiter nach. „Nein...kein Ausweis. Da müsst ihr wohl warten, bis die Obduktion durch ist...und dann eventuell ein Zahnabgleich oder aber die Fingerabdrücke Aufschluss geben.“, kam von Doc, der sich von seiner Arbeit nicht abhalten ließ. „Danke...den Bericht wie immer so schnell wie möglich...“, ermahnte Semir ihn. „Klar doch...wie immer...“, knurrte der Doc.


    Semir ging zu Ben, der nachdenklich am Wagen lehnte. „Hast du heute keine Lust oder was?“, wollte Semir wissen. Ben antwortete nicht. „Hey....nun schmoll doch nicht... ich wollte mich nicht über dich lustig machen... wirklich nicht... tut mir Leid, wenn es so rüber gekommen ist...“, entschuldigte Semir sich. Ben sah ihn an. „Semir... schon gut... ich meine... vielleicht war es ja nur ein Reflex und das Schloss wurde von einem Scheinwerfer angestrahlt... egal...vergessen wir es einfach...“, grinste Ben. „Genau....tja der Typ wurde aus nächster Nähe erschossen. Das schein jemand auf Nummer sicher zu gehen. Wir sollten uns mal umsehen... vielleicht finden wir ja die Patronenhülse...“, meinte Semir. Ben sah ihn an. „Wenn der Typ hier erschossen wurde, vermutlich... aber was, wenn er im Auto erschossen wurde? Dann wirst du keine Hülse finden. Die liegt dann nämlich im Auto...“, gab Ben zu bedenken. „Ja okay... wenn er im Auto erschossen wurde. Aber die Patrone ist ja in ihm... und damit können wir ein ballistisches Gutachten erstellen lassen...“, kam von Semir. „Ja du Schlaumeier....was machen wir jetzt?“, wollte Ben wissen. „Auf den Bericht warten... das tun wir...außerdem hab ich Hunger...“, gab Semir von sich. „Hunger? Das ist ein Stichwort....ja.... essen könnte ich auch...“, nickte Ben. Semir ging auf die Fahrerseite und wollte gerade einsteigen, als er laut fluchte. „Was ist denn?“, wollte Ben wissen. „Hab mir den Fingernagel abgebrochen...verdammt...ziemlich tief sogar....aua tut das weh...“, stieß Semir aus. „Komm steig ein, du Memme...“, lachte Ben. „Weißt du, wie weh das tut? Das ist wie Felix... wenn er mir in die Zehe beißt...“, klagte Semir. Er startete den Wagen und fuhr los.


    Andrea lag schlafend im Bett, als Felix ins Zimmer kam. „Miau...“, machte der Kater leise und sprang hoch. Sanft ging er zu Andreas Gesicht und stupste sie mit der feuchten Nase an. Sie schlug die Augen auf. „Hey...Tiger...“, sagte sie schwach und streichelte den Stubentiger. „Aber Katze....geh doch mal vom Bett...“, tadelte Margot und wollte den Kater gerade runternehmen. „Lass ihn....er ist sehr fürsorglich...“, kam leise von Andrea. „Aber du brauchst Ruhe...und wer weiß was der für Krankheiten hat...“, gab Margot besorgt zurück. „Felix ist ein so liebevoller Kater... er weiß, dass es mir schlecht geht und will mich nur trösten...ich habe Durst...“, klagte Andrea. Margot nickte „Dann solltest du etwas Wasser trinken...warte ich helfe dir...“ Margot zog Andrea leicht hoch damit sie trinken konnte. Felix sah neugierig zu und wartete bis Andrea wieder ihre Hand zum Kraulen fertig machte. Schnurrend lag der Kater neben seinem Frauchen und schloss die Augen. „Ich werde dir jetzt eine Hühnersuppe kochen und dann hole ich die Prinzessin ab. Meinst du, ich kann dich allein lassen? Oder soll ich Semir anrufen, damit er Aida abholt?“, wollte Margot wissen. „Nein... geht schon... ich schlafe einfach.... ist sicher nur ne Erkältung, die mich hier flach gelegt hat...“, lächelte Andrea. „Das kriegen wir schon hin... also gleich wird gegessen und dann wieder geschlafen... und morgen sieht es sicher alles wieder gut aus.“, lächelte Margot beruhigend. Sie fühlte Andreas Stirn. „Du hast immer noch sehr hohes Fieber. Ich werde dir kalte Wickel machen...das hilft immer.“ Margot verschwand ins Badezimmer, während Andrea mit einem glühend heißen Kopf im Bett lag und das Fell von Felix nur so mit ihren Fingern durchpflügte. Schnurrend ließ sich der Miniaturtiger das gefallen und blieb regungslos auf dem Bett, besser gesagt, auf der Seite von Semir liegen. Die Augen geschlossen, drehte sich nur manches Mal der Kopf und der Schwanz bewegte sich zum Schnurren im Takt hin und her.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Ben und Semir saßen im Büro und warteten auf die ersten Ergebnisse. „Man, so rein gar nix tun zu können nervt auch auf die Dauer.“, stieß Ben aus und drehte seinen Bleistift zwischen seinen Fingern hin und her. Semir, gerade dabei, sich ein Pflaster über den abgebrochenen und ziemlich heftig blutenden Fingernagel zu kleben, sah ihn nur kurz an. „Du kannst ja mal herausfinden, was diese schießwütigen Verrückten von der Autobahn stehlen wollten. Ich meine, was kann an diesem Buch schon besonders sein.“ „Hmm, gute Idee.“, kommentierte Ben nur, ließ sich von der Sicherheitsfirma den Auftraggeber nennen, rief dann dort an und versuchte dort jemanden zu erreichen. Doch dort schienen gerade alle zum Mittag zu sitzen, denn keins der Telefone wurde abgehoben. „Was für eine Arbeitsmoral diese Leute doch haben.“, stieß Ben aus und ging dann ins Internet, googelte nach dem Buch und wurde alsbald fündig. „Semir... komm mal her.“, kam es besorgt von Ben. Der Deutschtürke sah auf und kam zu seinem Partner um den Tisch herum. „Hey, das Buch kenn ich doch...“, stieß Semir aus und wurde von Ben komisch angeblickt. „Ja, was denn? Meine Frau wollte mal ein bisschen Kultur schnuppern.“, erklärte er auf Bens Grinsen hin. „Schon klar...“, lachte dieser und widmete sich wieder dem Bildschirm. „Lies mal... nach Angaben dieser Website soll auf dem Buch ein jahrhundertealter Fluch lasten. Das Buch wurde mit Blut eines Menschen geschrieben, eines Mönches, der sich dem Studium der Alchemie widmete. Kurz bevor er deswegen von der Inquisition verbrannt wurde, belegte er das Buch mit einem Schwur. Derjenige, der das Buch aus boshafter Neugier lies, soll vom ewig piesackenden Pech für seine Mitmenschen und sich selbst verfolgt werden. Alle, die das Buch für ihre habgierigen Ziele und Zwecke missbrauchen wollen, sollen auf ewig verflucht sein und ein baldiger Tod sei ihnen sicher.“, las Ben vor. Semir lachte auf. „Glaubst du etwa diesen Unsinn?“, wollte der Deutschtürke wissen. Doch Ben schwieg, blickte nur verloren zu seinem Partner auf. „Semir... ich hab das Buch doch geöffnet.“, stieß er aus.


    Die Alarmglocken schrillten und das Wachpersonal rannte durch die Gänge. „Los, er muss hier irgendwo sein. Findet ihn und vor allem... findet das Buch.“, stieß der Chef vom Sicherheitsdienst aus und schrie seine Leute an. Diese nickten nur und verschwanden in den diversen Gängen. Bastian drückte sich fest an eine Wand und ließ den Sicherheitsmann vorbei. Schnell glitt er aus seinem Versteck und rannte zu dem Seil, mit dem er sich durch eines der Dachfenster Zugang zum Museum in Wuppertal verschafft hatte. Wie ein Affe kletterte er mit seiner in einem Rucksack befindlichen Beute nach oben und warf dann, da ihm mehrere Wachleute auf den Fersen waren eine Nebelgranate in den Raum hinein. Mit katzengleicher Anmutigkeit sprang er vom Dach herunter und stieg in seinen Wagen. Der Motor heulte auf und die Reifen quietschten, als er durch das Tor fuhr und fast einen Radfahrer überrollte. „Jetzt muss ich nur das Auto los werden.“, dachte er und sah sich nach einem großen, unübersichtlichen Parkhaus um. Die Polizei schien noch nicht hinter ihm her zu sein. Doch das würde bald folgen. Schnell fuhr er von der Straße ab und bog in eines der Parkhäuser ein. Schon im nächsten Moment hörte er die ersten Martinshörner und sah, wie die Streifenwagen ihm fast entgegen gekommen wären. Schnell kletterte er vom Cockpit des Transporters in die Ladefläche und zog sich seine Wechselklamotten an. Handy und Waffe nahm er aus dem schwarzen Overall und kippte auf das ganze Zeug dann Benzin, sowie auf den restlichen Wagen. Da er ganz oben stand, würde das Feuer schon nicht so dramatisch sein, dachte er. Schnell war ein anderer Wagen gefunden, geknackt und kurz geschlossen. Der Transporter wurde in Brand gesetzt und Bastian verschwand aus dem Parkhaus. „Konrad? Ich bin's. Ich hab das Buch hier bei mir und bin jetzt auf dem Weg zu dir.“, meinte Bastian in sein Handy.


    „Ja und? Meinst du, dass du deswegen verflucht bist....?“ lachte Semir prustend. „Das ist gar nicht so abwegig...hier steht nämlich, das der Entdecker des Buches eines sehr grausamen Tod gestorben ist und seine Helfer hatten alle Unfälle... dem einen ist das Messer aus der Hand gefallen, als er gerade ein Hähnchen teilte.... zwei Finger hat er sich abgetrennt. Und ein Anderer ist beim Wechseln seines Autoreifen von seinem Auto erdrückt worden... Der Wagenheber ist abgerutscht als er unter dem Wagen war...“, las Ben vor. „Was macht er denn beim Reifenwechseln unter dem Wagen?“, wollte Semir wissen und grinste breit. „Das solltest du schon ernst nehmen.... denk doch mal an deinen Finger.... Ich meine, es ist passiert, nachdem ich das Buch geöffnet habe....“, gab Ben zu bedenken. „Ben... das wäre auch passiert, wenn du es nicht geöffnet hättest... ich hab halt daneben gegriffen... mehr nicht... und sterben tu ich daran nicht... auch verliere ich deswegen keinen Finger...“, spielte Semir es runter. Er glaubte nicht an Flüche und Verschwörungen. „Semir...ich bin eigentlich auch einer, der nicht an so was glaubt, aber vielleicht ist da ja doch was dran... und wenn... dann denke ich, werden wir bald einen der Gangster tot auffinden.“, prophezeite Ben. „Bist du unter die Hellseher gegangen oder was... Halten wir uns lieber an die Realität und die sagt, dass es Zeit wird, was zu essen... kommst du mit?“, wollte Semir wissen. „Klar, wenn es ums Essen geht immer.“, grinste Ben. Gemeinsam fuhren sie zum Rastplatz, wo Schröder mal wieder einen Stand eröffnet hatte. „Hey Schröder!!! Freut mich dich mal wieder zu sehen. Was hast du denn diesmal an deinem Stand anzubieten?“, lachte Semir und fiel seinem alten Freund in die Arme. „Mensch Semir......wie geht es dir denn? Was macht Andrea? Und wer ist das?“, wollte Schröder wissen und wies auf Ben. „Das ist mein neuer Partner....Ben Jäger... Mensch wir haben uns ja lange nicht mehr gesehen. Ben....das ist der beste Koch und der beste Organisator den man nur kennen kann...“, stellte Semir Schröder vor. „Kai– Uwe Schröder...“, sagte Schröder nun selbst und reichte Ben die Hand.

  • „Was deine Frage angeht...ich habe mal wieder die gute alte Hausmannskost im Angebot... Currywurst mit Pommes oder auch Brathähnchen vom Grill...garantiert Frisch! Und sogar Nachtisch.... Tiramisu...selbstgemacht.“, strahlte Schröder. Ben sah sich die Auslage an. „Dann geh ich mal die gesamte Tageskarte runter...“, grinste er. „Ähm....Semir.....wenn der soviel essen kann, wie ich ihm auftische, wird er nicht mehr lange so schlank sein...“, gab Schröder zu bedenken. „Nur keine Sorge... er kann es sich leisten etwas mehr auf den Rippen zu bekommen. Außerdem verbrennt er schnell. Du glaubst gar nicht, was der alles verdrücken kann...“, grinste Semir. „Na... wenn das so ist...“, lachte Schröder und begab sich wieder in seinen mobilen Imbiss. Nur wenig später waren die Speisen für die Hauptkommissare angerichtet und serviert. „Und was für einen Fall habt ihr derzeit?“, wollte Schröder in der alten Manier wissen. „Derzeit nur ein Überfall auf einen Transporter der ein mit Menschenblut geschriebenes Buch transportierte. Die Kerle hatten es auf dieses Buch abgesehen.“, erklärte Semir und schob sich die erste Pommes in den Mund. „Das Buch der Bücher!!!?“, stieß Schröder aus. Ben sah ihn sofort an. „Sie kennen es?“, wollte er wissen. „Oh... das ist sehr übel... jeder der dieses Buch anfasst und auch nur darin liest... ist vom Pech verfolgt... ich selbst kenne einen, der nur durch das Ansehen des Buches in Ohnmacht gefallen ist und hat sich den Schädel am Glastisch aufgeschlagen... eine schwere Gehirnerschütterung war die Folge... der gute lag drei Wochen im Krankenhaus...“, erzählte Schröder. „Siehst du! Das sind doch wohl mehr als sonderbare Geschehnisse oder?“, stieß Ben kauend aus.


    Semir rollte mit den Augen. Wie konnten zwei erwachsene Menschen nur so abergläubisch sein?, dachte er bei sich. „Jetzt hört schon auf. Das sind nur Geschichten, die man sich ausgedacht hat, um Menschen wie euch zum Narren zu halten. So etwas wie Flüche gibt es nicht.“, stieß Semir aus und kaute den nächsten Pommes. Ben sah ihn nur an. „Semir, es gibt genug Dinge, die man nicht erklären kann. Warum sollte also ein...“ „An alle Einheiten... Einbruch in das Wuppertaler Buchmuseum. Täter ist mit einem silbernen Kleintransporter unterwegs. Erbitten dringendst Unterstützung.“, schnarrte es aus dem Funk. „Tja, ich glaube, wir müssen unsere tiefgründigen Gespräche vertagen.“, meinte Semir und schob seinen Teller mit Pommes wieder zu Kai-Uwe zurück. „Och man, warum muss das eigentlich immer beim Essen sein.“, knurrte Ben und forderte eine Mitnehmtüte vom Wirt. Dieser nickte und wenige Augenblicke später hatte Ben ein wahres Fresspaket in seiner Hand. „Aber wehe ich finde einen Ketchupfleck auf meinen Sitzen.“, knurrte Semir lachend. „Oh man... Ja Papa.“, kam es nur augenrollend von Ben zurück. Schon im nächsten Moment fuhren sie los und sahen sich auf der Autobahn um. Während Ben kauend und mampfend nach dem Wagen Ausschau hielt, sah Semir immer wieder zu seinem Partner hinüber. „Semir, ich passe schon auf, dass ich deine Sitze nicht bekleckere.“, knurrte Ben irgendwann. „Ja, ist ja gut.“, grinste der Deutschtürke nur und widmete sich dann ebenfalls der Straße.


    Bastian brachte das Buch zu Konrad. Vorsichtig transportierte er das in einer Holzkiste eingeschlossene Buch die Stufen hinauf, öffnete die Tür und betrat die großzügig eingerichtete Villa. „Nun, hast du es endlich?“, kam plötzlich ein düstere Stimme hinter ihm hervor. Schlagartig drehte sich der junge Mann um, ließ beinahe die Kiste aus der Hand fallen. „Man, hast du mich aber jetzt erschreckt.“, meinte er erleichtert. „Hast du so ein schlechtes Gewissen?“, fragte ihn der Mann und ging an ihm desinteressiert vorbei. Bastian folgte ihm ins Wohnzimmer und stellte die Kiste auf dem gläsernen Tisch ab. „Und was hast du jetzt mit dem Buch vor?“, wollte Bastian wissen, doch Konrad sah ihn nur an. „Weißt du, was in diesem Buch geschrieben steht?“, wollte er wissen. „Nee, sicherlich irgendwelche Geheimnisse.“, meinte er. „Ganz recht und eins davon wird uns reich machen. In diesem Buch steht der geheime Ort, wo der Bischofsschatz zu finden ist.“, gab Konrad bekannt. „Der was?“, stieß Bastian nur aus. „Der Schatz des ersten Bischofs von Köln. Einige Schriften besagen, er wurde beim Bau des Domes in eine geheime Kammer des Bauwerkes eingeschlossen und soll erst dann wieder frei gelegt werden, wenn die Stadt die Hilfe des Schatzes nötig hat. Bis heute wurde aber nichts gefunden. Weil die Schrift mit der Anweisung verschollen war.“, erklärte Konrad und zog sich weiße Handschuhe über. „Und das ist die Schrift?“, wollte Bastian wissen. „Exakt. Die Geschichten mit dem Fluch dienen nur zur Abschreckung. Daran ist kein wahres Wort.“, meinte er. Doch Bastian schien nicht davon überzeugt zu sein. „Bist du sicher? Ich meine, was wissen wir denn schon über das Buch? Es heißt, es ist mit Blut geschrieben worden. Was, wenn es wirklich verflucht ist?“, stieß er mit angsterfüllter Stimme aus. Konrad lachte auf. „Man, bist du ein Angsthase... Das sind Geschichten um kleine Kinder zu erschrecken. Was bist du... ein Baby oder ein Mann?“, fauchte Konrad den jungen Mann vor sich an.

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    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Semir und Ben waren indes auf dem Weg in die Stadt zum Museum. Da sie ja mit dem Fall schon zu tun hatte, war es nicht verkehrt, vor Ort nach dem Rechten zu sehen und bei den Kollegen anzufragen, was für Ergebnisse sie schon hätten. Sie fuhren gerade an einem Parkhaus vorbei, als plötzlich.... „SEMIR... TRITT IN DIE EISEN!!“, schrie Ben und sah angsterfüllt nach oben. Erschrocken brachte der Deutschtürke seinen Wagen zum Stehen und das gerade noch rechtzeitig. Vor ihnen landete ein brennendes Wrack, was mal einst ein Lieferwagen war. Doch damit nicht genug. Semirs Manöver kam für die hinter ihm fahrenden Fahrzeuge so überraschend, dass mehrere Wagen sich in das Heck des BMWs schoben. „Na klasse... schon wieder ein Dienstwagen hin.“, fauchte er wütend. „Man sei froh, dass du nicht Schrott bist....“, stieß Ben aus und versuchte unbemerkt von Semir einen roten Fleck vom Sitz zu entfernen. „Du hast ja gekleckert!!“, schrie Semir auf einmal. „Ja man... bei deinem Bremsmanöver ist mir eine Pommes runter gefallen. Das bekomme ich nachher schon raus... obwohl... fällt ja eigentlich bei der Beule nicht mehr auf...“, grinste Ben. „Ha, ha.... sehr witzig... wo kam der Wagen eigentlich her?“, wollte Semir wissen. „Von oben!“, gab Ben zurück und wies auf das Parkhaus. „Danke...wäre ich jetzt nicht drauf gekommen...“, knurrte Semir und stieg aus. Doch er musste mit einem raschen Sprung zur Seite einen heranrasenden Wagen ausweichen. „Man!!!“, fauchte er wütend und richtete sich wieder auf. „Siehst du...seit ich das Buch aufgemacht habe, hast du nur noch Pech...“, meinte Ben, der nun wieder auf den Fluch zu sprechen kam. „Ben....das ist absoluter Blödsinn...... Außerdem habe ich das Buch nicht angefasst sondern du, also müsstest du auch das Unglück haben und nicht ich...“, stieß Semir aus. Er ging zu dem Wrack, welches mitten auf dem Platz lag. „Hoffe, da war keiner mehr drin...“, murmelte er und rief die Kollegen zur Hilfe.


    Nur eine halbe Stunde später waren die Hauptkommissare im Museum. „Das ist eine Katastrophe!! Eine absolute Katastrophe!!“, stieß der Museumsdirektor aus. „Was ist es denn für ein Buch?“, wollte Semir wissen. „Das Buch von Amadeus Romanus Lauch von Baldarin...das war ein Mönch der anfing, sich der Alchemie zu verschreiben. Das Buch wurde mit seinem eigenen Blut geschrieben...er hat es geschrieben..... und auf diesem Buch liegt ein Fluch. Die Diebe sind dem Tode geweiht, wenn sie es öffnen...“, erklärte der Direktor. Semir rollte die Augen. „Nicht Sie auch noch.....“, stöhnte er leise. „Was soll das heißen?“, wollte der Direktor wissen. „Nichts... mein Kollege hatte das Buch kürzlich in der Hand, als es gestohlen werden sollte. Nun ja.....und er behauptet es habe geleuchtet, als er es öffnete...“, erklärte Semir. Der Direktor sah Ben an. „Oh mein Gott... Sie haben es geöffnet? Haben Sie es auch gelesen?“, wollte er wissen. „Nein...dazu war es zu dunkel, aber es leuchtete feuerrot...“, erklärte Ben. „Das ist Ihr Glück.....dann sind Sie nicht zum Tode verflucht...“, kam beruhigend vom Direktor. „Na das ist doch was... Sagen Sie, glauben Sie an diesen Quatsch?“, harkte Semir nach. „Ja absolut. Das Buch hat schon viele Todesopfer gefordert. Am schlimmsten sind die, die versuchen die Alchemie nachzumachen, die der Mönch dort hinein geschrieben hat. Zum Beispiel, aus allem, was das Land zu bieten hat, Gold zu machen.... das ewige Leben zu erfahren, mit nur einem Trunk.....Es gibt keine Beweise, dass es funktioniert, aber viele glauben es.“, kam von dem Direktor. „Gut... haben Sie Kameras? Kann es sein, dass der oder die Täter vielleicht gefilmt wurden?“, fragte Semir gelangweit. „Leider nein... die Kamera tut ihren Dienst nicht mehr, seit... seit das Buch hier ist...“, kam verachtend von dem Direktor. „Oh...dann hat die Kamera wohl auch im Buch gelesen.“, lachte Semir.


    „Wo sind Jäger und Gerkhan?“, kam von Kim Krüger wütend, als sie erfahren hatte, dass schon wieder ein Dienstwagen in der Werkstatt stand. „Die sind zum Büchermuseum....ein Diebstahl.....“, erklärte Dieter sofort. „Was haben wir damit zu tun? Das ist doch wohl immer noch Sache der Polizei vor Ort?“, schrie Kim wütender. „Nun ja...die haben den Wagen verfolgt... und... er ist ihnen entkommen.....deshalb versuchen sie nun die Ermittlungen aufzunehmen...“, erklärte Hotte und drehte dabei den Bleistift nervös durch seine Finger. „Ich will die Beiden umgehend bei mir sehen! Umgehend!!“, fauchte Kim und ging wieder in ihr Büro. Die Tür fiel mit lautem Knall ins Schloss. „Oh man... wie kann man an 365 Tagen im Jahr nur so eine miese Laune haben?“, tadelte Hotte. „Na...bei Semir und Ben ist es schwer immer zu lachen... das war glaub ich der Dienstwagen Nr. 115... da würde ich als Chefin auch ausrasten...“, stimmte Dieter der Krüger zu. Wenige Minuten später kam Kim rausgestürmt und raste durch das Büro auf ihren Wagen zu. Sie musste hier weg... sich abreagieren... immer wieder machten ihr diese beiden Kommissare das Leben zur Qual. Warum musste sie sich nur so aufregen, dachte sie. Nein, sie durfte das nicht so an sich ranlassen. Wie wurde eigentlich ihre Vorgängerin damit fertig? Anna Engelhard war doch sicherlich noch zu finden. Vielleicht könnte sie Kim ein paar Tipps geben. Immerhin kannte sie die Leute lange Zeit und hat sicherlich schon einige zerbeulte Dienstwagen erlebt. So fuhr Kim durch die Stadt und suchte sich ein nettes Café, wo sie auf ihre Gesprächspartnerin, die sie per Telefon zu einem Treffen eingeladen hatte, wartete.

  • „Das ist kein Witz, Herr Gerkhan. Das ist bitterer Ernst.“, stieß der Direktor aus. „Ihr Kollege und sie sind in großer Gefahr.“, meinte er. Sofort weiteten sich die Augen von Ben. „Wieso bitte ich? Er hat doch das Buch aufgeschlagen und nicht ich.“, fauchte Semir zurück und lehnte sich auf eine Stange. „Der Fluch des Buches... er trifft nicht denjenigen alleine... meist sind auch die unmittelbaren Personen, Freunde, Familie und dergleichen, betroffen. Leute, die damit gar nichts zu tun haben, werden vom Fluch heimgesucht.“, erzählte der Museumsdirektor. Ben war sprachlos. Semir hingegen lachte nur drei Mal auf. „Dann sollte ich dich wohl in Zukunft in eine Zelle sperren, bis der Fluch vorbei ist.“, grinste er. „Ähm... wie kann ich mehr über diesen Fluch erfahren?“, wollte Ben dann wissen. Semir sah ihn verärgert an. „Hör auf damit... so was gibt es nicht.“, zischte er, doch Ben ließ sich nicht davon abbringen. „Ich kenne da einen Historiker, der sich seit Jahren mit diesem Buch befasst hat. Aber ich sollte sie warnen... er ist ein bisschen... sagen wir schwierig.“, meinte der Mann und schrieb Ben eine Adresse und eine Telefonnummer auf. Ben nahm den Zettel entgegen und in diesem Moment klingelte Semirs Telefon. „Hartmut, was gibt’s?“, wollte Semir wissen. „Semir, ich habe die Identität des Tote festgestellt. Könntet ihr rüberkommen, dann brauch ich nicht alles über Telefon zu erklären. Das wird nämlich sonst zu teuer.“, lachte Hartmut. „Alles Klar, wir sind gleich da.“, meinte Semir nur und legte auf. „Los, komm, du Unglücksvogel und nimm deinen Fluch mit.“, wies der Deutschtürke an und überließ damit die eigentliche Arbeit den Stadtkollegen, machte aber gleichzeitig deutlich, dass sie ebenfalls ein Interesse an dem Fall hatten.


    Hartmut werkelte an seiner Bank herum, als er das Kreischen von zwei Bremsen hörte. „Ah, da seid ihr ja schon. Ich hab schon auf euch gewartet.“, meinte der KTU-Techniker, als die beiden Kommissare in die Werkstatt kamen. „So, dann schieß mal los. Wir warten.“, kam es angespannt und bestimmend von Semir. „Was ist denn dir über die Leber gelaufen?“, wollte Hartmut wissen. „Ach, lass mal... also, wer ist unser Kunde?“, knurrte Semir nur. „Stefan Langhagen... ein alter Bekannter, jedenfalls für die Kollegen aus Kiel.“, meinte Hartmut und reichte dem Kommissar die Akte zu. „Wie jetzt... aus Kiel?“, kam es brummend von Ben. „Na ja, Stefan Langhagen kam erst vor anderthalb Monaten aus der Kieler Haft raus und ist dann gleich hierher.“, meinte Hartmut. Semir nickte nur. „Und, was hat er so ausgefressen?“, wollte Ben wissen. „Tja, so schwer war er gar nicht, aber es hat für vier Jahre gereicht. Seit 1998 ist er eigentlich nur straffällig geworden. Verschiedene Delikte... Autodiebstahl, kleinere Raubüberfälle auf Tankstellen, Spielhallen und Nachtcasinos.“, rezitierte der KTU-Chef aus dem Gedächtnis. „Und wie haben die Kollegen ihn dann gekriegt?“, wollte Ben wissen und sah Hartmut nur an. „Tja, die Kollegen aus dem Norden scheinen was auf dem Kasten zu haben. Sie haben ihm eine Falle gestellt und zack.. war er im Netz.“, lachte Hartmut. „Tja, dann werden wir uns mal die Wohnung des Opfers vornehmen.“, schlug Semir vor. Ben nickte, doch kaum waren sie aus der KTU raus, hörten sie einen Schrei und ein höllisches Poltern. Sofort drehten sich die beiden um und rannten erneut in die KTU. Hartmut lag am Boden und fluchte wie ein Rohrspatz. „Verdammt....diese Idioten...ich sagte doch der Karton mit den Kabeln gehört nicht nach unten....“, fauchte er wütend und rappelte sich auf. „Hartmut...bist du okay?“, wollte Semir wissen und half ihm hoch. „Ja sicher doch...diese verdammten Azubis...“, knurrte Hartmut wütend. Semir und Ben grinsten leicht und verschwanden.


    Sie fuhren in die Wohnung, wo der Tote gewohnt haben sollte. Der Hausmeister war nicht darüber begeistert die Tür zu öffnen und erst als Ben ihm erklärte, was ihm passieren könnte, wenn er es nicht tat, gab der Mann den Schlüssel heraus und die beiden erklommen die Treppen. Es dauerte wenige Augenblicke, bis sie vor der Tür standen. Ben schloss die Tür auf und sie traten ein. „Whow...sehr häuslich...“, meinte Ben, als er das Licht anmachte und sich vor einer Müllhalde stehen sah. „Arbeit für die Spurensicherung...“, meinte Semir nur und griff schon zum Handy. „Warte … lass uns erst einmal umsehen...“, kam von Ben. Schon ging er durch die leeren Pizzakartons und Bierdosen. Auch Semir sah sich um. „Man... der Typ hat wohl nichts von Saubermachen gehört...“, stöhnte er. „Ja und genau das ist unser Glück... sieh mal!“, rief Ben aus dem Wohnzimmer. Semir ging hin. „Was ist... hast du noch was zu essen gefunden?“, frotzelte er seinen Partner. „Sehr witzig... nein einen Routenplan des Transporters mit dem das Buch zum Museum transportiert werden sollte. Also war er mit von der Partie und er ist der erste, dem der Fluch mit aller Härte getroffen hat.“, stieß Ben aus. „Och Ben... hör doch endlich mal auf mit dem Fluch...“, stöhnte Semir genervt. „Semir... er wurde ermordet... das ist der Fluch... dieser Typ sagte doch, dass jeder, der das Buch in Händen hält und darin liest, vom Fluch mit aller Härte getroffen wird... und du musst zugeben...der Tod ist hart...“, grinste Ben. „Ben... noch ein einziges mal... ES GIBT KEINEN FLUCH!!!“, fauchte Semir erneut. „Wir werden sehen... ich glaube an diesen Mysterien...“, kam trotzig von Ben. „Ben... der Mann wurde erschossen...einfach erschossen... wie oft haben wir schon Menschen gehabt, die erschossen wurden? Genau... etliche... und nicht alle sind von einem Fluch besessen... die hatten zum Teil einfach Pech...“, erklärte Semir.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Anna Engelhardt kam im Café an. Sie war gespannt auf Kim Krüger ihrer Nachfolgerin in der PAST. Vor allem wollte sie wissen, wie Semir und Ben mit der doch recht jungen Frau zu Recht kamen. Sie sah sich um. „Frau Engelhardt?“, fragte jemand in ihrem Rücken. Anna drehte sich um und nickte. Vor ihr stand eine schlanke Frau mit langen Haaren. „Kim Krüger...“, stellte sie sich vor. „Schön Sie kennen zu lernen...“, lächelte Anna und setzte sich an den Tisch. „Kaffee und ein Stück Käsekuchen...bitte...“, bestellte sie bei der Kellnerin. „Für mich nur einen Kaffee, schwarz...“, hängte Kim an. „Sie sind also meine Nachfolgerin. Wie läuft es denn?“, wollte Anna wissen. „Nun ja....eigentlich sehr gut... Frau Engelhardt, weshalb ich Sie eingeladen habe ist die Tatsache, dass ich Probleme mit zwei Herren habe...“, fing Kim nach einer Weile an. Anna lächelte. „Semir und Ben...“, fragte sie nach. Kim nickte. „Ja...sie sind aufmüpfig... uneinsichtig... halten sich an keine Regeln und treiben die Steuern in die Höhe...“, klagte Kim ihr Leid. Anna nickte. „Wissen Sie... ich gebe Ihnen einen guten Rat... Semir und Ben sind sehr gute Männer, die zwar manchmal sehr ungewöhnliche Ermittlungsmethoden haben und auch das Eigentum des Staates nicht achten, aber...sie haben damit Erfolg und das sollte vor allem stehen...“, erklärte sie. Kim sah sie an. „Aber ich kann doch nicht alles durchgehen lassen... ich habe es mit Strafe versucht, aber die Beiden stecken es einfach weg. Die machen sich sogar lustig über mich, wenn ich sie zur Raison ziehe...“, ging es mit Kim weiter. „Frau Krüger....ich kenne Semir seit über 20 Jahren. Er weiß sehr genau, was er kann und was nicht... glauben Sie mir... auch wenn er sich uneinsichtig zeigt. Sie sollten versuchen, sich etwas aus den Fällen zurück zu halten. Wenn die Beiden nicht unter Druck geraten, dann werden sie sehr gute Arbeit leisten...“, versprach Anna. Kim nickte. „Das ist also Ihr Geheimnis. Sie glauben gar nicht, wie oft ich zu hören bekommen... wenn Frau Engelhardt noch da wäre, dann....“, stöhnte Kim. Anna lächelte. Es war ein schönes Gefühl zu wissen, dass man sie nicht vergessen hatte. War es doch schon zwei Jahre her.


    Konrad studierte das Buch genau. Bastian saß einfach in einer Ecke und beobachtete das Geschehen seines Bosses genau. „Wow, die alten Mönche wussten, warum sie ihre Geheimnisse hinter ihr Latein verbargen. Wenn das ein machtbesessener Adliger in die Finger bekommen hätte, wäre das fatal geworden. Hör dir das an...“, meinte er und las dann etwas auf Lateinisch vor. „Und was heißt das jetzt auf Deutsch?“, wollte Bastian wissen und hob das Glas Wasser, was er sich eingegossen hatte. „Das muss ich selbst erst entschlüsseln. Bis wir uns den Schatz holen können, kann einige Zeit vergehen. Jedoch haben wir ja genug Zeit. Der Dom ist ja wegen Innenbauarbeiten sowieso gesperrt. Also brauchen wir nicht hetzen.“, meinte Konrad. Bastian nickte und zog sich zurück. Auch Konrad verschwand in sein Arbeitszimmer und nahm das Buch mit. Er schloss die Tür hinter sich zu, schaltete das Licht auf seinem Schreibtisch an und legte das Buch vorsichtig auf eine lederne Unterlage. Er schlug es wieder auf und fuhr mit den Fingerspitzen über das unbeschriebene Stück der Seite. „Ah.“, stieß er aus und zog seinen Finger zurück. Er hatte sich an der alten Buchseite geschnitten und sah sich seinen blutenden Finger an. Ein Tropfen fiel auf das Buch und verschwand zischend in den Seiten. Eine kleine Wolke schwarzen Rauches stieg auf und im Innern formte sich ein Kreuz, dies verschwand und ein Totenkopf erschien. Dann verschwand die ganze Erscheinung. Was war das, dachte sich Konrad und war erschrocken in seinen Stuhl zurückgewichen. Er wusste nicht, dass in diesem Haus der Tod in dieser Nacht Einzug halten würde.


    Ben und Semir verließen die Wohnung und fuhren dann zur Pathologie. Der Doc wusch sich gerade die Hände, als die beiden Hauptkommissare zur Tür rein kamen. „Ah, hallo Jungs. Ich bin gerade fertig geworden.“, meinte der Pathologe und sah auf, ging dann wieder zum Tisch hinüber, wo sie auf die abgedeckte Leiche von Stefan Langhagen sahen. „Okay, was wisst ihr schon und was kann ich euch noch sagen?“, wollte er wissen, bevor er das Tuch vom Kopf des Toten hob. Ben sah angewidert weg. „Sag bloß, du hast dich noch immer nicht an den Anblick von Leichen gewöhnt?“, lachte Dr. Wegener. „Kann man das denn je?“, wollte er mürrisch wissen. Semir sah nur schweigend auf die Leiche und dachte nach. Woher kenne ich ihn nur, dachte er und ließ nicht von dem Toten ab. „Was kannst du uns sagen?“, wollte Ben wissen. Dr. Wegener ging zum Tisch rüber, holte sein Klemmbrett hervor und las vor. „Zwei Einschüsse in der Brust... einer zerfetzte die Lunge und die andere das Herz. Das benutzte Kaliber war 9mm.“, erklärte er. „Was ist mit Krankheiten oder anderen auffälligen Symptomen?“, wollte Ben wissen und stieß Semir kurz und unauffällig an. Dieser sah auf und hörte dann den Berichten des Pathologen zu. „Nichts. Keine Krankheiten, kein Gebrechen.... Wenn er nicht diese beiden Dinger in den Körper gepumpt bekommen hätte, würde er noch über achtzig werden.“, meinte Dr. Wegener und warf den Bericht auf den Tisch. Semir nickte und nahm ihn in die Hand. „Siehst du Ben, kein Fluch.“, meinte Semir grinsend. „Sieht so aus.“, murrte Ben und sah nach draußen. „Weißt du was, machen wir Schluss für heute. Ich werde noch diesen Historiker aufsuchen und dann mir ein entspannendes Bad gönnen.“, meinte Ben. Semir nickte nur. „Das ist mir nur recht. Dann kann ich mich um meine kranke Frau kümmern.“, grinste Semir. Beide machten sich auf den Weg nach Hause.

  • Ben steuerte seinen Wagen zu der angegebenen Adresse. Als er vor dem Haus parkte, wurde er auf einmal müde, sein Kopf fiel aufs Lenkrad und schon in der nächsten Sekunde war Ben eingeschlafen. Doch es war kein tiefer Schlaf. Ben bewegte sich wie im Nebel und durchwatete ein Zimmer. Plötzlich stand er in einer großen Blutlache und folgte dieser automatisch. Plötzlich sah er Andrea am Boden liegen, um ihr herum Blut und daneben Semir sitzen ,seine Hände voll Blut und wie gebannt sah er zu Ben hoch. „Warum hast du das getan?“, fragte er ihn. Plötzlich schreckte Ben aus seinem Schlaf wieder hoch, als hätte ihn ein Blitzschlag getroffen. Was war das gerade? War das ein Traum oder ein Blick in die Zukunft? Er wusste es nicht. Hoffentlich würde dieser Historiker ihm eine Antwort geben können.


    Ben stieg aus und klingelte bei dem Namen Henker. „Was für ein toller Name für einen Historiker...richtig passend.“, knurrte er leise. Ein alter, knorriger Mann öffnete die Tür. „Ja?“, fragte der Kauz. „Ich suche den Herrn Henker...“, erklärte Ben und stellte sich vor. „Der steht vor Ihnen...Julius Henker...aber keine Angst...bisher habe ich meinen Namen noch nicht umgesetzt...“, grinste der Alte. „Das beruhigt mich jetzt ungemein...“, meinte Ben nur. „Was führt die Polizei zu mir?“, wollte Henker wissen. „Es geht um ein Buch.....von Amadeus Romanus Lauch von Baldarin“, gab Ben bekannt. „Sie meinen DAS BUCH!!! Es ist DAS BUCH!!! Sie sollten nicht so abfällig von diesem Buch sprechen... es verdient unsere Ehrfurcht...“, kam erbost von dem Alten. „Es ist ein Buch.....auf dem ein Fluch lastet...“, kam von Ben. „Nein...das ist nicht richtig....nicht auf dem Buch liegt der Fluch... Jeder, der es anfasst wird von einem Fluch belegt, den der Schreiber in seinen Zeilen gelegt hat. Passen Sie auf... es geht so... mit jedem Wort welches der Schreiber zu Papier bringt, sagt er eine Formel und je mehr er schreibt um so intensiver wird der Fluch. Doch damit hat sich Amadeus nicht zufrieden gegeben, denn er hat den Fluch auch auf das Umfeld des Frevlers gelegt. Das heißt jeder, der mit einer Person, die das Buch berührt oder gar gelesen hat, bekannt ist, wird vom Unheil heimgesucht.“, kam verschwörerisch von dem Alten. Bei den Worten hob er die buschigen Augenbrauen. Ben sah ihn irritiert an. „Was ist, wenn derjenige, der das Buch berührt hat, weil es bei einem Unfall zum Beispiel aus seiner Box gefallen ist....und es nur wieder hinein gelegt hat?“, wollte Ben wissen. „Sie meinen, ohne zu lesen was darin steht?“, harkte der Alte nach. Ben nickte. „Da ist, denke ich, kein Unterschied. Um das Buch berühren zu dürfen, muss man eine besondere Formel sprechen...“, erklärte der Alte.


    Ben sah ihn unentwegt an. Der Alte hatte eine ziemlich ungewöhnliche Art über diese Dinge zu reden. „Ja, aber was ist, wenn es unwissentlich geschah?“, wollte Ben wissen. Der Alte grinste leicht. „Woher soll das Buch wissen, dass derjenige, der es gerade öffnet, keine bösen Gedanken hegt?“, stellte er die Gegenfrage. Ben schloss die Augen. „Ich habe es angefasst, als es bei einem Überfall den Gangstern quasi runtergefallen ist. Ich hab es nur in die Kiste zurück getan und es hatte geglüht...es war...“, versuchte Ben es nun direkt. „Das ist nicht gut....das ist gar nicht gut....“, stöhne der Alte. Ben wurde es heiß. „Was soll das heißen?“, fragte er heiser. „Mein Tee....er ist kalt...wie soll er denn wirken, wenn er nicht heiß ist...?“, grinste der Alte und wies auf die Tasse. „Ich meine das Buch!“, stieß Ben aus. „Oh ja.... das Buch....nun ja....Wenn Sie eine gute Seele haben, dann dürfte nichts passieren....wenn Sie jedoch böse Gedanken hegen, dann machen Sie sich bereit...“, kam von Henker. „Worauf bereit?“, wagte Ben heiser zu fragen. „Auf den Tod...mein Freund... denn das ist die Strafe für alles Böse, was sich dem Buch bemächtigt.“, kam verschwörerisch von dem Alten. „Was kann man denn gegen das Buch tun?“, wollte Ben wissen. „Gegen das Buch? Gar nichts....aber gegen den Fluch.....da hilft nur Beten....beten...beten....“, der Alte machte eine Pause. „Das hilf?“, fragte Ben hoffnungsvoll. „Keine Ahnung... kann sein...ich meine, die Kirche sagt ja immer, wer betet dem wird vergeben....aber ob das bei dem Fluch hilft... probieren Sie es doch aus...“, schlug der Alte vor. „Sie können mir also nicht sagen, wofür man diese Sachen die dort geschrieben stehen nutzen kann?“, wollte Ben wissen. Er rieb sich die Augen. „Das hab ich nicht gesagt....bisher haben wir nur über den Fluch gesprochen...“, grinste Henker. „Herr Henker....ich muss wissen, warum die Gangster sich dieses Buch ausgesucht haben. Es ist seit gestern Nacht in der Hand von Unbekannten...“, erklärte Ben. „Das ist nicht gut...das ist gar nicht gut... Also Amadeus war ja ein Alchemist....er hat Formeln in das Buch geschrieben... mit seinem Blut....wissen Sie... er hat sich in die Finger gestochen...das Blut gesammelt und dann mit einer Gänsefeder auf das Papier gebracht....Eine sehr schmerzhafte Art und Weise ein Buch zu schreiben.....da finde ich doch heute den PC und seine Tastatur viel besser...“, scherzte der Alte.

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  • Semir ging zu Andrea und fühlte die Stirn. „Hey....du bist ja immer noch so heiß...“, sagte er sanft und küsste sie leicht. „Schatz...mir geht es gar nicht gut....ich bin ...völlig erledigt...“, stöhnte Andrea. „Soll ich lieber den Doc noch einmal kommen lassen? Er muss dir doch was geben können....“, wollte Semir wissen. „Mama hat ihn schon angerufen.... er kommt gleich. Sie macht mir Wadenwickel... wie früher als ich noch Kind war..“, lächelte Andrea schwach. „Wo ist Mama denn?“, wollte Semir wissen, denn seine Schwiegermutter hatte er noch gar nicht entdeckt. „Sie ist mit Aida noch draußen....“, erklärte Andrea müde. „Okay, ich schau nach ihr.“, meinte Semir und ging kurz aus dem Zimmer, als er plötzlich ein Poltern hörte. Abrupt blieb er stehen und drehte sich wieder um. Schnell war er wieder im Schlafzimmer und sah, wie Andrea bewusstlos aus dem Bett hing und ihr Blut aus der Nase auf den beigen Bettvorleger lief. „ANDREA!!!“, schrie Semir und war binnen weniger Sekunden bei seiner Frau. Das Blut schoss ihr nur so aus der Nase und ließ sich nicht stoppen. „Mama...“, schrie Semir und sofort war Margot da und riss die Augen weit auf. „Schnell... ruf einen Krankenwagen.“, flehte Semir regelrecht und sofort war seine Schwiegermutter verschwunden. „Schatz... bitte wach auf... komm schon.“, flehte der Deutschtürke und tätschelte seiner Frau vorsichtig die Wange. Doch Andrea blieb bewusstlos. Wo bleibt nur der Krankenwagen?


    Ben setzte sich dem Historiker gegenüber. „Können sie mir noch mehr sagen? Ich muss wissen, was das Buch beinhaltet.“, bat Ben regelrecht. „Was kann es anrichten?“ Der Mann sah ihn nur an. „Warum wollen sie das eigentlich wissen? Das Buch ist doch hoffentlich in Sicherheit oder verbrannt. Das wäre eigentlich das Beste.“, knurrte er und wischte sich mit der Hand über die Halbglatze. Sein roter Pullunder war am linken Ellbogen eingerissen und einzelne Tabakspuren zierten seinen Bauch. „Nein, das Buch wurde heute um die Mittagszeit gestohlen.“, gab Ben bekannt und sofort sah der Historiker ihn entsetzt an. „Und damit rücken sie jetzt erst raus?“, fauchte er den Kommissar an und stand sofort auf, ging zu seinem Bücherschrank hinüber. „Warum rücken junge Menschen erst immer mit der Wahrheit heraus, wenn es im Haus brennt?“, knurrte Henker und sah immer wieder das Bücherregal durch. „Was suchen sie denn? Kann ich ihnen helfen?“, wollte Ben wissen. Henker sah den Jungkommissar nur schief an. „Sind sie dafür nicht der Falsche?“, meinte er knorrig. Ben zog die Augen zu Schlitzen. „Ich habe Lesen gelernt.“, zischte er und ging auf das Regal zu. „Nein, nein, nein... schieben sie mich mal nach links.“, bat er und zog dann ein Buch aus dem Schrank. „So, das dürfte helfen.“, murmelte er. „Wobei helfen?“, fragte Ben. „Gegen Rheuma... natürlich um das Buch und sein Fluch für immer zu vernichten.“, stieß er aus und warf die alte Schwarte auf seinen Schreibtisch. „So, dann wollen wir doch mal sehen.“, stieß er aus und zog sich blickdichte, weiße Handschuhe an. Doch als Ben sich über seine Schulter lehnte, klingelte das Handy des Kommissars. „Semir? Was ist denn... Hallo? Oh mein Gott... ich komme sofort.“, stieß er aus und verschwand, blieb aber in der Tür stehen. „Herr Henker... ich... mein Kollege... seine Frau... sie... sie blutet stark aus der Nase.“, stieß Ben aus. Der Historiker drehte sich um. „Klingt nach dem Fluch... ich will mir das ansehen.“ „Was sind sie? Der Exorzist?“ „So was in der Art. Jetzt fahren sie mich schon.“


    Semir saß vor dem Behandlungsraum und sah auf die Tür. Doch noch immer kam kein Arzt zu ihm. Stattdessen stürmten Ben und Julius Henker den Gang entlang gestürmt und stoppten neben Semir. „Was ist passiert?“, wollte Ben sofort wissen. „Andrea... sie ist.... sie ist plötzlich umgefallen... und Blut... überall Blut, Ben... sie hat aus der Nase geblutet... ich weiß nicht, was sie hat... kein Arzt sagt mir etwas.“, stieß er weinend hervor. Plötzlich ging jedoch die Tür auf und ein Mann im weißen Kittel kam mit einem Klemmbrett unter dem Arm hervor. „Herr Gerkhan, ich bin Dr. Werther... ich habe ihre Frau gerade untersucht.“, erklärte der rothaarige Mediziner mit der Brille und dem buschigen Oberlippenbart. „Was... was hat meine Frau... warum ist sie ohnmächtig geworden und warum das Blut aus der Nase?“, wollte Semir wissen. Doch der Mediziner musste mit den Schultern zucken. „Herr Gerkhan, es scheint, dass ihre Frau an einer seltenen Krankheit leidet... Diese Krankheit kenne ich nur aus historischen Medizinbüchern.“ „Was ist es?“, wollte Semir wissen und versuchte, so stark wie er nur konnte, zu sein. Wichtig war jetzt Andrea und das Kind. Doch diese Geheimniskrämerei des Mediziners machte ihn verrückt. „Sagt Ihnen der Name Kala-Azar etwas?“, wollte der Arzt wissen. Semir schüttelte den Kopf. „Hat meine Frau das denn?“, stellte er die Gegenfrage. „Nun....die Symptome weisen darauf hin, allerdings ist sie eher im Mittelmeerraum zu finden und ist nicht so stark... ich vermute das Ihre Frau sogar Leishmania donovani hat. Wie lange geht es ihr schon so schlecht?“, harkte der Arzt nach. „Sie klagt seit gestern über Magenschmerzen und Fieber....ich dachte es wäre ne Erkältung oder so...“, kam kleinlaut von Semir. „Nun....dann ist es noch nicht zu spät. Wir werden ihr Antibiotika geben, dann sollte es in wenigen Tagen vorbei sein... aber sie muss hier bleiben....“, ermahnte der Arzt. Semir nickte. „Ist dieses Katalading...ansteckend? Wir haben noch ein Kind und... meine Frau... sie ist schwanger...“, gab er zu bedenken. „Nur keine Sorge...das ist nicht ansteckend. Und das ungeborene Kind wird direkt immunisiert. Wir werden das Antibiotika sehr sanft dosieren, um das Kind nicht zu gefährden...“, beruhigte der Arzt ihn. „Danke... wie lange... muss sie denn hier bleiben?“, wollte Semir noch wissen. „Nun, ich denke, erst einmal bis zum Wochenende...dann sehen wir weiter....“, bestimmte der Doc. Semir bedankte sich erneut. „Kann ich zu ihr?“, fragte er. „Nein...lassen Sie ihre Frau jetzt schlafen... das wird schon wieder...“

  • „Das ist gar nicht gut... Sehen Sie was Sie mit Ihrem Anfassen angestellt haben?“, fauchte Julius leise. „Was??? Ich??? Aber ich hab doch ….Sie meinen das ist der Fluch?“, harkte Ben nach. Julius nickte. „Semir...das ist dieser Historiker...Julius Henker...“, stellte Ben den Mann vor. Semir nickte nur kurz und sah Ben an. „Andrea ist sehr krank....sie muss hier blieben...“, stieß er leise aus. „Hier ist sie besser aufgehoben...Herr Henker meint übrigens, dass ich Schuld daran habe, das Andrea krank ist... er sagt auch dass es der Fluch ist.“, erklärte Ben. Semir rollte die Augen. „Ben...bitte...ich habe jetzt wirklich andere Sorgen als mich mit dem Fluch zu beschäftigen...“, knurrte er wütend. Er ließ Ben einfach stehen und ging auf den Parkplatz. „Semir!! Nun warte doch mal!! Henker hat mir erklärt, wie es ausgehen kann und....ich meine...ich hab...als ich vor seiner Tür stand.....einen Tagtraum gehabt und da hab ich Andrea bluten sehen...du hattest die Hände voller Blut und ich dachte....“, versuchte Ben zu erklären. Semir blieb stehen. „Ben...zum letzten Mal...es gibt keinen Fluch! Kapier das endlich. Der Doc hat mir gesagt, dass das, was Andrea hat, normalerweise im Mittelmeerraum zu finden ist... und wir hatten Urlaub in Ägypten gemacht... das liegt zufällig am Mittelmeer... dort wird sie sich vermutlich infiziert haben und die Krankheit dauert, bis sie ausbricht... also ganz natürlich... und kein Fluch.... und nun hör auf davon zu reden!!“, fauchte Semir ihn an.


    Margot wartete zuhause mit Aida auf die Rückkehr von Semir. Endlich hörte sie den Schlüssel. „Nein...Ben...nein.... es ist nichts und hat nichts damit zu tun.... ich will nichts mehr hören...“, hörte sie ihn sagen. „Semir? Was ist mit Andrea?“, unterbrach Margot das Gespräch mit dem Kollegen. „Sie hat Kalamara....“, erklärte Semir. „Was ist das?“, wollte Margot wissen. „Guten Abend gnädige Frau....Seine Frau hat Kala-Azar... das ist eine bakterielle Erkrankung und sie wird im Krankenhaus bleiben. Dort ist sie in guten Händen.... entschuldigen Sie.... ich bin Julius Henker... Historiker von Beruf...“, stellte Julius sich vor, denn Semir redete schon wieder mit Ben. „Oh das hört sich gar nicht gut an...“, stieß Margot aus. „Historiker ist eine sehr schöner Beruf....man hat immer mit der Vergangenheit zu tun und man vergisst dabei, dass man selbst schon antik ist...“, lächelte Julius. „Das mein ich doch gar nicht...ich meine die Krankheit...“, berichtigte Margot ihn. Julius lächelte nur kurz. „Hören sie... kann man diesen ganzen Zauber nicht brechen?“, wollte Ben wissen und sah zu Semir, der gedankenverloren in die Gegend sah. Doch dann fuhr er auf. „Ben... hör auf damit. Es gibt diesen Fluch nicht. Mach dich nicht verrückt und vor allem, mach mich nicht verrückt. Ich verlier schon den Verstand.“, zischte Semir und ließ seinen Kopf in den Schoß sinken. Margot kam auf ihn zu. „Komm Semir, ich mach dir schnell was zu essen. Du musst bei Kräften bleiben.“ Dann wandte sich an Ben und Julius Henker. „Bitte, gehen sie jetzt und führen sie ihr abergläubisches Geschwafel woanders weiter.“, bat sie energisch und strich ihrem Schwiegersohn aufmunternd über die Schultern. Ben nickte und schob den Historiker zur Tür raus.


    Regen und Donner, Blitz und dichte Wolken. Das Wetter wurde diese Nacht nur von einem bestimmt. Regen, Regen und nochmals Regen. Pladdernd fiel das aus dem Himmel strömende Nass gegen die Fensterscheiben des einsam stehenden Hauses von Julius Henker. Innen drin jedoch war alles Lebende noch auf den Beinen, obwohl die nahe gelegene Kirchturmuhr gerade die zweite Morgenstunde geschlagen hatte. Ben hielt sich nur noch mit viel Kaffee und dem Willen, diesen Fluch zu brechen, auf den Beinen. Julius warf ein Buch nach dem anderen von seiner Stehleiter auf seinen Schreibtisch und rief immer wieder „Nein“ aus, wenn er das nicht fand, was er suchte. „Herr Henker, wonach suchen wir eigentlich?“, wollte Ben wissen und sah zu dem alten Kauz hoch. „Nach einem mittelalterlichen Rezept für Steinpilzsuppe.“, entgegnete er. Ben hielt inne und sah ihn an. „Natürlich nach der Aufhebung des Fluches. Ich hatte irgendwo eine Aufzeichnung eines Mönches, der einen Mitbruder von dem Fluch befreien konnte... Ah, da ist es.“, stieß er aus und stieg mit einem unhandlichen, in Lederumschläge eingebettetes Buch in den Armen von der Leiter. Ben stellte sich interessiert hinter dem Historiker. „Hmm, ich muss es erst übertragen... Das kann dauern.“, meinte der Mann nachdenklich. Entgeistert sah Ben den Mann an. „Was? Ich muss nun noch länger mit dem Fluch behaftet bleiben?“, stieß er aus. „Jetzt regen sie sich mal ab. So schlimm wird’s nicht.“ „Haben sie einen an der Waffel? Sie haben doch gesehen, was ich im Krankenhaus angerichtet habe.“, fauchte der Jungkommissar. „Okay, okay... kommen sie morgen Abend wieder. Bis dahin dürfte ich es geschafft haben.“, versicherte Julius. Ben nickte ergeben und fuhr vollkommen übermüdet nach Hause. Er wusste noch nicht, dass dieser Tag ihm mehr bringen sollte, als die anderen Tage.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Konrad wachte schweißgebadet auf. Er war über dem Buch eingeschlafen und sah sich verwirrt um. Gott sei dank, das war sein Haus, seine eigenen vier Wände. Schnell klappte er das Buch zu und ging aus dem Zimmer. „Bastian... ist das Frühstück schon fertig?“, wollte er wissen, doch von seinem Helfer kam keine Antwort. „Bastian?“, rief er erneut durch das Haus. „Verdammt, wo steckt der Kerl denn nur?“, zischte Konrad und ging in das Zimmer, das er seinen Besucher gegeben hatte. Dort bot sich ihm ein schreckliches Bild. Bastian war vollkommen verkrampft, lag regungslos da und hatte beide Hände an den Hals gepresst. Doch ehe Konrad etwas unternehmen konnte, nahm er einen beißenden Geruch wahr. „Shit.“, stieß er aus, riss sich den Arm vor Mund und Nase und schnellte durch das Zimmer zum Fenster. Mit einem heftigen Ruck hatte er es geöffnet und ließ die giftigen Dämpfe raus. „Blausäure.“, murmelte er und näherte sich angewidert der Leiche. „Bastian, warum nur?“, fragte er und fühlte den Puls des Mannes, der mit verzerrten Blick zur Decke starrte. Er sah sich auf dem Boden um. Gab es den Fluch wirklich? War das der späte Fluch des Buches? Nein, das verwarf er, als er am Boden eine zerbrochene Ampulle fand. „Von wegen Fluch.“, zischte er und ging aus dem Zimmer raus. Was sollte er jetzt tun? Die Polizei konnte er nicht rufen. Die würden doch sofort alles auf den Kopf stellen, wenn sie den Kerl hier finden würden. Nein, er musste die Leiche los werden und das schnell. Doch wer war für den Tod seines Helfers verantwortlich? Es klingelte an der Haustür und Konrad zuckte zusammen. Er schlich zur Tür und sah durch den Spion. Vor der Tür standen vier Mann, die ganz Unheimlich aussahen. Und nach dem was hier bereits passiert war, hielt Konrad es für besser, die Tür nicht zu öffnen. „Herr Singer? Wir wissen, dass Sie da sind...öffnen Sie bitte. Wir wollen nur das was uns eh gehört!“, hörte er einen der Männer in einem gebrochenen Deutsch sagen. Die Kerle wollten das Buch? Verdammt, er musste es vor denen in Sicherheit bringen. Es ist seines...nur seines, sagte er leise zu sich. Dann rannte er in sein Zimmer und nahm das Buch. Er schlich in die Küche und sprang durch das Fenster.


    Ben sah noch einmal zum Haus von Henker und zog sich den Kragen seiner Jacke hoch. „Super.....vermutlich regnet es auch nur, weil ich verflucht bin...“, knurrte er. Dann setzte er sich in den Wagen und machte sich auf den Weg nach Hause. Er überlegte ob er noch einmal Semir anrufen sollte, aber dann entschied er sich dagegen. Semir hatte sicher genügend damit zu tun, in Sorgen um Andrea zu tauchen. Verdammt...wieso hatte er das Buch auch angepackt...verdammt aber woher sollte er auch wissen, was es auf sich hatte. Ben schüttelte wütend den Kopf. Und plötzlich stieg er in die Eisen. In seinen Gedanken hatte er fast vergessen, dass er am Steuer eines Autos saß. Die Ampel vor ihm war auf rot gesprungen und er konnte gerade noch halten, bevor er in den Querverkehr fuhr. Ben schloss die Augen. „Okay.. Ben Jäger.....reiß dich zusammen...so geht das nicht...Semir hat Recht... es gibt keine Flüche...es ist alles nur Einbildung...alles nur Illusion...“, ermahnte er sich selbst. Die Ampel sprang um und Ben fuhr weiter. Nicht weit von seinem Haus schoss plötzlich ein Mann auf die Straße und rannte ihm vor den Wagen. Ben stieg erneut in die Eisen und sprang aus dem Wagen. Erschrocken sah er die Person die fast auf der Motorhaube lag. „Sind Sie in Ordnung?“, fragte er sofort besorgt. Der Mann nickte. Er hielt eine Tasche fest im Griff. „Ich muss weg...bitte....ich muss weg...“, stieß dieser aus. Ben sah ihn prüfend an. „Ich bin von der Polizei... Sie sind in Sicherheit.“, versuchte er den Mann zu beruhigen, doch nun sah der Mann ihn erstaunt an. Ben überlegte, doch einen Notarztwagen zu rufen und griff zum Handy, als er auf der Straße woher der Mann kam, vier Gestalten sah. „Sind das Ihre Freunde?“, wollte er wissen. Erschrocken sah der Mann sich um. „Ich muss weg!! Schnell...die Kerle...sie haben...“, schrie er und rannte um den Wagen herum. Er setzte sich auf den Beifahrersitz. „Gut...dann nehmen wir halt den Wagen und unterhalten uns.“, stöhnte Ben und stieg ebenfalls ein. Er sah nicht wie der Mann den Inhalt aus der Tasche unter den Rücksitz schob, denn nur wenige Augenblicke später fielen Schüsse. „SCHEISSE!!!“, schrie Ben und versuchte mit erhöhtem Tempo aus der Gefahrenbereich zu kommen. „Was wollen die Kerle von Ihnen?“, wollte er während der Fahrt wissen. „Ich weiß es nicht.... die haben meinen Freund umgebracht und... ich...ich konnte gerade noch ...“, erklärte der Mann. Wieder fielen Schüsse. Sein Fahrgast stieß einen sonderbaren Ton aus. „Tun Sie doch was!!“, schrie er panisch. „Mach ich doch...ich versuche uns wegzubringen!“, knurrte Ben zurück.


    „Semir.... du musst was essen und dann solltest du dich hinlegen. Du siehst grausam aus...“, meinte Margot zu ihm, als sie am Tisch saßen. Semir stocherte lustlos im Essen herum. „Ich hab keinen Hunger...“, sagte er leise und schob den Teller zur Seite. „Nein...das geht nicht... komm du hilfst Andrea nicht, wenn du hier hungerst... und vielleicht auch noch krank wirst... sie ist doch gut aufgehoben....“, munterte Margot ihren Schwiegersohn auf. „Margot...ich… ich...“, suchte Semir nach Worten. „Schon gut....komm iss wenigstens die Hälfte von dem, was auf dem Teller ist... mir und Aida zu liebe...“, lockte sie ihn. Semir schmunzelte leicht. Er hatte schon Hunger, aber die Sorge um seine geliebte Frau und seinem ungeborenem Kind fraßen ihn auf. „Was wenn sie...?“, fragte er leise. „Quatsch!! Das wird sie nicht... du wirst sehen, Andrea wird am Wochenende wieder daheim sein... hab Vertrauen... und nun iss!“, kam von Margot. Semir nickte und schob einen Löffel der Suppe in seinen Mund. Tatsächlich schmeckte es ihm, doch er konnte sich nicht auf das Essen konzentrieren. Immer wieder schweifte er mit seinen Gedanken zu Andrea ab. Warum... warum musste immer ihn alles Schlimme im Leben passieren? Wie viele Partner hatte er schon überlebt? Fünf. Und davon waren drei im Dienst verstorben. Und immer wieder waren er oder seine Familie das Ziel von Gangstern und mystischen Geheimorganisationen. Was würde er bis seiner Pensionierung noch alles erleben?

  • Ben fuhr schnell und konzentriert die Straße entlang. „So, jetzt sagen sie mir, was diese Brüder von ihnen wollten. Nach der Aufmachung zu urteilen, waren es vier schwarzgekleidete Gestalten in langen Mänteln.“, stieß Ben aus und sah seinen Beifahrer nur an. Dieser blickte auf die Waffe am Gürtel des Kommissars. „Ich... ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Vielleicht sollte ich alleine weiterfahren.“, stieß er aus und wollte an der roten Ampel aus den Wagen springen. Doch geistesgegenwärtig hielt Ben seinen Fahrgast fest. „Wo wollen sie denn hin? Sie werden mir jetzt erklären, was die Männer von ihnen wollten und was sie da haben.“, zischte der Jungkommissar und ergriff die Tasche. Doch der Mann hielt sie ebenfalls fest. Beide zogen so sehr daran, dass es irgendwann der Stabilität der Tasche zuviel wurde und sie auseinander riss. „Was ist das denn?“, fauchte er und sah über den Rand des Wagens. Doch sein Blick war schreckerfüllt, als er sah, was da auf dem Boden lag. „Das... das ist...“, stammelte er und spürte dann einen kurzen Ruck an seinem Gürtel. Er blickte auf und sah in die Mündung seiner eigenen Pistole. „Was soll denn das?“, wollte er vorsichtig wissen. „Sie sind Bulle und damit eine gute Versicherung für mich und mein Vorhaben. Außerdem ist mir mein Helfer weggestorben. Sie werden ihn ersetzen.“, lachte Konrad Singer.


    Doktor Werther sah auf die Werte von Andrea, als er wieder in der Intensivstation stand. „Merkwürdig.“, murmelte er und sah auf das Gerät. Die Werte müssten sich nach der Behandlung eigentlich verbessert haben, dachte er, doch es war anders. Alles auf den Geräten war unverändert. „Herr Doktor... was ist mit Frau Gerkhan?“, wollte die Schwester wissen. Der Arzt blickte sie sorgenvoll an. „Eigentlich sollte das Antibiotika das Fieber senken und das Nasenbluten stoppen, aber immer noch ist alles unverändert.“, erklärte er und sah zur Schwester hinüber. „Was sollen wir jetzt machen?“, fragte sie. Der Doktor konnte nur mit den Schultern zucken. „Hoffen wir, dass sie bald wieder gesund wird.“, meinte der Arzt und ging wieder aus dem Zimmer. Die Schwester nickte nur und wischte mit einem feuchten Lappen die Stirn der Patientin ab. Doch es war ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der Lappen brachte nur die augenblickliche Kühlung. Es war nicht dauerhaft. Immer wieder wälzte sich Andrea hin und her. Die Augen waren fiebrig und sie zitterte wie Espenlaub. „Arme Frau Gerkhan...“, kam es nur von der Schwester. Sie wandte sich zum Gehen und ließ die Patientin allein zurück. Allein mit ihren heftigen Fiberstößen und den dadurch verbundenen Träumen. „Semir... Semir... Aida...“, murmelte Andrea immer wieder vor sich her und schmiss sich nach links und rechts. Ihr Traum war heftig. Sie war in einem großen, hohen Raum, doch was war das? Überall brannte es und Semir lag unter einem großen Balken begraben. „Semir... Semir...“, murmelte sie immer und immer wieder. Ihr war heiß und kalt zugleich. Dieser Traum brachte sie beinahe um den Verstand. Würde sich das Ganze bewahrheiten?


    Julius Henker saß über dem Buch und kritzelte mit seinem Bleistift ein Wort nach dem anderen auf einen Zettel nieder. „Was für eine Plackerei.“, stieß er aus, warf seinen Bleistift hin, schob die Brille auf die hohe Stirn und rieb sich müde die Augen. Wieder blickte er auf das Buch, wo er sich immer wieder Notizen machte und die Übersetzung des mittelalterlichen Latein anfertigte. „Ich mach mir jetzt einen Tee.“, knurrte er und wollte aufstehen. Sein Blick fiel unweigerlich auf eine Stelle, die er fast übersehen hätte. Seine Sinne wurden neugierig und schon saß er wieder über dem Buch und übersetzte den Part, der ihn ins Auge gestochen war. „Der Fluch berührt den, der mit reinen Händen und klaren Augen das Buch der Bücher berührt. Seid daher unrein und blind, solltet ihr versuchen das Buch zu lesen.“, stand plötzlich auf seinem Übersetzungszettel. „Das ist es... Das ist es... So muss man das Buch lesen.“, feierte er und griff zu seinem Handy. „Laura...mein Schatz...hier ist dein Opa...“, sagte er sanft. „Opa...wie geht es dir?“, hörte er sie sagen. „Mein Schatz...ich brauche deine Hilfe bei einer meiner Arbeiten...ich brauche dich....hörst du...?“, fragte er. „Aber Opa...ich bin doch noch ein Kind...ich gehe zur Schule und...“, erklärte seine Enkelin, die 15 Jahre alt war. „Genau deshalb brauche ich dich... ich brauche deine Unschuld...“, versuchte er dem Kind zu erklären. „Aber Opa.....wie willst du das denn machen....“, lachte das Mädchen. „Nein...du hast mich falsch verstanden. Laura...ich brauche dich als Person. Du hast doch mal gesagt, dass du meine Arbeit entdecken willst... nun, ich biete dir die Chance...aber du musst dich entscheiden....und zwar sofort...“, stellte Julius seine Enkelin vor die Wahl.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • „Hören Sie....geben Sie auf...das Buch ist verflucht und der Tod....“, versuchte Ben seinen ungebetenen Fahrgast zur Aufgabe zu bewegen. „Von dem Fluch hab ich schon gehört aber das ist alles nur Humbug!!“, fauchte Konrad. „Nein...ist es nicht...ich hab es gesehen... die Frau meines Kollegen wurde vom Fluch getroffen...mein Kollege selbst...und ich....alles nur, weil ich das Buch angefasst habe...verstehen Sie, ich hab es nur angefasst...“, versuchte Ben zu erklären. „Ich kann die Schriften nicht lesen....ich brauche Hilfe dabei...wenn du so schlau bist, dann kannst du es doch lesen....und deshalb wirst du mir helfen.... wenn nicht, dann bring ich dich um...“, fauchte Konrad den Polizisten an. „Ich? Ich kann das nicht... aber ich kenne jemanden der es kann... ich.... wir könnten zu ihm und....“, meinte Ben nur. „Wer ist das?“, wollte Konrad wissen. „Ein Historiker... jemand, der sich mit dem Buch und dessen Inschrift beruflich beschäftigt... er wird es sicher lesen können....“ Konrad überlegte einen Augenblick. „Also gut... fahr los... aber ich warne dich....die Waffe wird auf dich gerichtet sein und damit dürfte ja wohl klar sein, wer das Sagen hat... also keine Tricks!“, warnte Konrad ihn. Ben nickte. Er fuhr in Richtung Julius Henker.


    Semir stand auf. Er war nicht in der Lage zu schlafen. Auch wenn er die Müdigkeit spürte... aber er konnte nicht. Er musste ins Krankenhaus fahren... er musste zu Andrea. Ohne Margot oder Aida zu wecken fuhr er ins Krankenhaus und schlich sich au die Station, wo Andrea lag. Mit großer Überredungskunst schaffte er es, auf das Zimmer von Andrea zu kommen. Blass lag seine Frau im Bett und der Atem ging heftig. „Es geht ihr noch nicht besser, oder?“, fragte er besorgt. Die Schwester nickte. „Wir kämpfen gegen das Fieber an, aber egal, was wir ihr geben.....das Fieber steigt. Sie war schon über 40. Wenn es so weiter geht, dann...“, die Schwester stockte. Doch Semir sah sie erschrocken an. „Was dann?“, fragte er nach. „Ähm...dann müssen wir... ihr stärkere Mittel geben.“, lächelte die Schwester milde. „Sie lügen... sie wird sterben... und mit ihr unser Kind... das wollten Sie sagen oder? Sie wollten sagen, dass sie dem Tod geweiht ist?“, fragte er heiser. Tränen liefen wie von selbst. Er ging zu Andrea und drückte die Hand. Sie war klamm und feucht. „Aber... sie darf nicht sterben... sie darf nicht... verstehen Sie... sie darf nicht...“, kam von ihm leise kaum hörbar. „Sie sollten den Doc sprechen... er kann Ihnen sicher mehr sagen. Lassen Sie ihre Frau doch einfach schlafen...“, schlug die Schwester vor. Semir sah auf Andrea. „Bitte... verlass mich nicht... hörst du... ich brauche dich... Aida braucht dich... bitte... Andrea... bitte...“, weinte er leise. Er merkte nicht, wie die Schwester das Zimmer verließ und den Doc holte.


    „Doktor... bitte kommen Sie schnell... Herr Gerkhan ist bei seiner Frau und er ist völlig aufgelöst...“, erklärte sie. Sofort schoss der Arzt aus seinem Stuhl hoch. „Es ist doch weit nach zehn! Wieso werden denn Besucher noch ins Zimmer gelassen? Frau Gerkhan braucht Ruhe und keine Aufregung!!“, fauchte er wütend und rannte ins Zimmer. Doch als er sah, wie der Mann am Bett hockte und einfach nur weinte wurde sein hartes Herz weich. „Holen Sie bitte starken Kaffee und dann stellen Sie ein weiteres Bett hier ins Zimmer. Herr Gerkhan wird bei seiner Frau bleiben. In dem Zustand kann ich den Mann auf gar keinen Fall Autofahren lassen...“, wies er die Schwester an. Diese verschwand während der Arzt zu Herrn Gerkhan ans Bett ging. „Herr Gerkhan... kommen Sie... lassen Sie ihre Frau schlafen... kommen Sie...“, sanft zog er den Mann hoch. „Nein, ich will bei meiner Frau bleiben.“, kam es angestrengt von Semir. „Sie müssen sich ausruhen. Ich...“, doch im gleichen Moment wurde das Gespräch der Beiden durch ein tödliches Piepsen erschüttert. Erschrocken blickten Semir und der Arzt auf den Monitor. Eine durchgehende Linie zeigte sich dort, wo sonst die Herzfrequenz angezeigt wird. „Verdammt.“, stieß der Mediziner aus und war sofort bei Andrea am Bett. Aber auch Semir stürmte zu seiner Frau. „Andrea... Andrea... rede mit mir.“, schrie er immer wieder und hielt ihre Hand. „Gehen sie raus.... Herr Gerkhan .... machen sie, dass sie raus kommen.“, fauchte der Arzt den Deutschtürken mit harscher Stimme an. Doch Semir wollte nicht gehen. Er blieb stehen, doch dann wurde er von zwei kräftigen Schwestern aus dem Zimmer gebraucht und musste draußen warten. Dennoch klebte er an der Scheibe und sah, wie die Mediziner Andreas Herz immer kräftiger massierten und ihr Brustkorb sich immer noch nicht hob, was ein Zeichen eigenes Atmen war. Doch nichts. Was war mit Andrea?

  • Julius wartete auf seine Enkelin, als plötzlich die Türklingel ertönte. „Ah, da bist du...“, er stockte mitten im Satz, als er Ben und einen weiteren Mann vor der Tür sah. Der zweite Mann richtete sofort die Pistole auf Henker und dieser hob erschrocken die Hände. „Er sagt, sie können das Buch hier lesen. Stimmt das?“, wollte Konrad Singer wissen. Julius nickte nur. „Dann los... hier ist das Buch. Sie werden mir helfen, den Schatz aus dem Dom zu finden oder ich töte erst ihn und dann sie.“, fauchte er und drückte den Jungkommissar am Historiker vorbei. Julius Henker ging zurück zu seinem Schreibtisch und schon einen Stapel Papiere über das ,was er recherchiert und übersetzt hatte. Er musste unter allen Umständen verhindern, dass dieser Gangster sich die Geheimnisse des Buches zunutze machte. „Also, los... lesen sie schon.“, fauchte Singer den Mann an. „Ja, aber... wissen sie denn gar nichts über den Fluch?“, fragte Henker und öffnete vorsichtig und unbemerkt eine Schublade an seinem Schreibtisch. „Was machen sie da? Hände weg... Los.“, fauchte Singer und stieß Ben dem Mann so stark entgegen, dass dieser ihn auffangen musste. Dabei riss er aber auch die Unterlagen vom Tisch, die Henker angesammelt hatte. „Ahhh, was haben wir denn hier?“, zischte Konrad und bückte sich nach den Unterlagen. Ben wollte gerade mit dem Fuß ausholen, die Waffe dem Mann aus der Hand schlagen, als sich Konrad erschrocken umdrehte und vollkommen panisch abdrückte. Ein Aufschrei und Ben fiel getroffen zu Boden. „Oh mein Gott... sie haben ihn erschossen.“, stieß Julius aus und wollte sich neben den am Boden liegenden Mann knien, der ohne Bewusstsein war. „Hände weg... sie werden mir jetzt helfen oder ich werde sie töten.“, fauchte er und zog den Mann von Ben weg, nahm die Papiere und stieß ihm zum Wagen. „Los, sie fahren. Ab zum Dom und dann werden wir den Schatz heben.“, fauchte Konrad. „Sie sind verrückt.“


    Die Fahrt ging langsam vonstatten. Der Historiker war schon lange kein Auto mehr gefahren und so waren die Eingewöhnungsschwierigkeiten doch mehr als lästig für Konrad. „Fahren sie ordentlich oder wollen sie, dass wir auffallen.“, stieß er aus und drückte dem Mann die Pistole in die Seite. „Nehmen sie das Ding weg oder wollen sie, dass ich den Wagen gegen eine Laterne setze?“, zischte Henker und betete inständig, dass der junge Hauptkommissar in seinem Haus noch lebte und schnell gefunden werden würde. Der Kölner Stadtverkehr, seit einiger Zeit durch unzählige Baustellen mehr als zähflüssig, war an diesem frühen Morgen mehr als verstopft. Teilweise ging es nur im Kriechtempo voran. Doch nach einiger Zeit erreichten die beiden Männer den Kölner Dom, wo zu dieser frühen Morgenstunde keine Menschenseele war. Nur die vielen Tauben tummelten sich auf den Treppen, die nun beide Männer betraten und dadurch die Vögel aufscheuchten. „Und wie sollen wir da jetzt rein kommen?“, fragte Julius und grinste den Mann schadenfroh an. „Denken sie nicht, ich wäre darauf nicht vorbereitet.“, höhnte Konrad Singer nur und zog einen Schlüsselbund aus der Tasche. Vorbereitend hatte er sich einen Nachschlüssel für die Domtüren machen lassen. „Los, rein da.“, fauchte er den Historiker an, als er das große Portal aufgeschlossen hatte. Die Männer schlüpften durch die Tür und zogen sie hinter sich zu. Doch sie wurden von vier dunkel gekleideten Gestalten beobachtet. Was würde nun passieren?


    Semir sah, wie die Ärzte sich den Schweiß von der Stirn wischten und ihm zunickten. Dann kam der Arzt heraus. „Doc?“, fragte er besorgt. „Sie hatte einen Herzstillstand... Herr Gerkhan... das Kind. Wir wissen nicht, wie lange es noch diesem Stress aushält... Sie müssen sich im Klaren sein, dass das Kind...“, versuchte der Arzt ihm zu erklären. Semir schüttelte den Kopf. „Nein....sagen Sie es nicht... sagen Sie nicht, dass das Kind.... sterben muss... bitte... sagen Sie das nicht....“, weinte Semir leise. Der Arzt lächelte leicht. „Nein... es wird sicher nicht sterben. Sie ist jetzt im siebten Monat und wir können es notfalls holen. Wenn es sein muss. Aber... die Geburt wäre zu viel für ihre Frau in diesem Zustand... es könnte sein, dass Sie sich entscheiden müssen....“, gab der Mann in Weiß zu verstehen. Semir sah zu seiner Frau. Tränen liefen ihm über das Gesicht. „Ich will mich nicht entscheiden... ich will beide haben... ich will es..“, kam forsch aber leise hoffend von ihm. „Sie sollten sich etwas hinlegen... ich habe ein Bett ins Zimmer Ihrer Frau schieben lassen. Sie dürfen bei ihr sein...“, lächelte der Arzt. Semir nickte nur. Er sah nicht, wie der Arzt eine Spritze aufzog und zuckte zusammen, als diese in seinem Oberarm entleert wurde. „Was ist das?“, fragte er erstaunt. „Nur eine kleine Einschlafhilfe....legen Sie sich hin.“, nickte der Arzt ihm zu. Semir tat was der Arzt sagte und legte sich ins Bett. Es dauerte keine zwanzig Minuten bis er völlig weg getreten war.


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    Eine kurze info ; Das ist für eine kurze Zeit mein letzter Teil in der Story, denn am Samstag findet mein Umzug in die neue Wohnung statt. Aber Chris wird so lange weiterposten...

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Laura kam am Haus ihres Opas an. Sie wunderte sich, dass die Tür offen stand und drückte sie auf. „OPA!!!“, rief sie laut und vernehmlich. Doch es kam keine Antwort. „Opa...ich bin es! Wo bist du?“ Laura ging ins Wohnzimmer und blieb erschrocken stehen. Auf dem Boden lag ein Körper. „Opa?!“, schrie sie und fiel vor der Person auf die Knie. Vorsichtig drehte sie ihn um. Unter dem Körper war eine große Blutlache und das Shirt der Person wies im Bereich des Bauches einen großen roten Fleck auf. „Oh....mein Gott...“, stieß das halbe Kind aus. Doch Laura wurde von ihren Eltern dazu erzogen, sofort Hilfe zu holen, wenn sie glaubte, es war notwendig. Und das hier sah ganz klar nach Notwendigkeit aus. Sie wollte aufstehen und zum Telefon greifen, als der Mann vor ihr am Boden sie plötzlich ansah. „Hilfe...“, sagte er nur leise. „Ja...sicher... ich rufe die Polizei und einen Notarzt... ich... bleiben Sie liegen... ich...“, stammelte Laura. Nur wenig später rief die sie Hilfskräfte. Es dauerte wenige Minuten, die Laura wie Stunden vorkamen, bis es endlich an der Tür klingelte. Sie hatte dem Mann am Boden ein sauberes Tuch auf die Wunde gedrückt. „Okay... wir werden jetzt weiter machen...“, lächelte der Sanitäter und nahm sich den Verletzten vor. „Hören Sie mich? Sehen Sie mich an!“, forderte er den Verletzten auf, der immer wieder abdriftete. „Ja.. ich... bin.. Polizist...“, stieß der Mann leise aus. Laura sah zu dem Verletzten. „Er lag schon hier... ich wollte zu meinem Opa... und...“, erklärte sie gerade dem Polizisten in Uniform. Der Verletzte wurde sofort auf eine Trage gelegt. „Wir bringen ihn ins Marien... er muss sofort operiert werden...“, erklärte er. Der Polizist nickte nur und sah kurz auf den Verletzten. „Verdammt das ist ja Ben Jäger!“, stieß er aus. „Sie kennen ihn?“, wollte der Sanitäter wissen. „Ja... und wo er ist, ist sein Partner nicht weit... vermutlich auch verletzt oder sogar ….“, der Mann stockte und wandte sich an Laura. „Ist noch jemand hier?“, wollte er wissen. Laura schüttelte den Kopf. „Nur er...“, gab sie bekannt.


    Konrad sah Julius an. „Mach schon!! Wo ist der Schatz?“, trieb er den Mann an. „Sie wissen gar nicht, worauf Sie sich einlassen. Das mit dem Fluch ist kein Witz....es gibt bereits Tote... was wollen Sie denn noch?“, fauchte Julius und ging den langen dunklen Gang entlang. Doch dann ertönte ein Geräusch, welches die Männer zusammenzucken ließ. „Was war das?“, wollte Konrad wissen. „Es hörte sich an wie eine Tür. Vielleicht sind wir nicht allein. Das wird der Geist des Autors sein. Er hat geschworen, jeden eigenhändig zu töten, wenn ...wenn er versucht den Schatz zu heben. Ich will nicht sterben... Sie brauche nur geradeaus gehen... dann sehen Sie ihn...“, meinte Julius nur. Konrad sah ihn an. „Wollen Sie damit sagen, dass Sie obwohl Sie das Buch lesen können, den Schatz nicht wollen?“, fragte er erstaunt. „Was soll ich mit dem Blutgold... Nein, ich verschwinde. Schaufeln sie sich ihr Grab selbst.“, fauchte Julius und wandte sich zum Gehen, doch Konrad packte ihn nur, drehte den Historiker zu sich um und schlug ihn mit dem Knauf der Waffe k.o. Stöhnend ging der Mann zu Boden und blieb bewusstlos liegen. „So, um dich kümmere ich mich später.“, lachte Konrad und stieg weiter in die Gruft hinab, die sich direkt hinter dem Altar in dem großen Dom befand. Der Gang war stockfinster. Nur das schummrige Licht, das sich durch die vielen Kirchenfenster brach, warf einen schüchternen Strahl in die Einstiegsöffnung hinein. „Dann wollen wir mal.“, meinte er zu sich selbst und knipste sein Feuerzeug an. Der kleine Lichtstrahl erhellte nun die nähere Umgebung und so ging Konrad immer weiter in den Gang hinein.


    „Los, saugen sie... ich kann ja gar nichts sehen.“, stieß der Chirurg aus und sofort war die Schwester mit dem entsprechenden Gerät am Operationstisch, saugte das aus der Wunde austretende Blut ab und füllte den nächsten Beutel mit Ersatzblut am Tropf nach. „Verdammt, wo ist dieses kleine Mistding?“, fluchte der Arzt und suchte in der Wunde mit großer Sorgfalt nach der eingetretenen Kugel. „Doktor machen sie schnell. Er wird instabil.“, stieß die Anästhesistin aus und deutete kurz auf den Monitor. Ben lag unter einen dieser riesigen Operationstücher, war an ein Beatmungsgerät geschlossen und lag unbeweglich da. Die grelle Lampe über ihn leuchtete genau in die Wunde rein, die er durch seine eigene Pistole davongetragen hatte. „Shit, ich kann sie nicht finden. Wo ist ...“ Plötzlich ließ ein grell kreischender Ton die Ärzte aufschrecken. Der Monitor mit der Herzfrequenz zeigte die Nulllinie an. „Verdammt, schnell Herz-Rhythmus-Massage.“, fauchte er die anderen Assistenzärzte an. Sofort begannen diese mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. Doch so einfach schien es ihnen der Tod nicht zu machen. Bens Körper blieb mindestens vierzehn Minuten ohne Regung. „Komm schon Junge, bleib bei uns.“, stieß einer der Ärzte aus. Doch noch immer regte sich keine Besserung am Gerät. „Verdammt, nun mach schon... kämpfe... kämpfe.“, stieß der Chefchirurg aus und presste immer kräftiger auf das Herz, während einer seiner Assistenten immer den Bildschirm im Auge behielt.

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