Bote wider Willen

  • Marius sah sich um. Niemand sah zu ihm. Das Abendessen für Joel Bauer stand vor ihm. Schnell hob er eines der Tütchen und ließ den gesamten Inhalt in den Kaffee von dem Gefangenen fallen. Er rührte das tödliche Getränk um und betrat mit dem Tablett die Zelle. „An die Wand lehnen!“ befahl er dem Gefangenen. Bauer tat wie ihm befohlen wurde und stützte sich so ab, dass er keine Gefahr für den Beamten bildete. Marius stellte ihm das Tablett auf den Tisch. „Guten Appetit..“ knurrte er und verließ die Zelle wieder. Nun musste er nur noch warten bis Bauer gegessen hatte. Das Kokain was er ihm pur untergemischt hatte würde sicher schnell wirken. „Marius....Bauer hat Besuch...bring ihn runter!“ befahl ein Kollege. Marius zuckte zusammen. Er nickte und holte Bauer raus. „Kann man nicht mal in Ruhe essen?“ fauchte der Gefangene, folgte jedoch dem Beamten sofort. Er brachte Bauer zum Besucherraum wo ein junger Mann auf ihn wartete. „Danke....bitte lassen Sie mich mit Herrn Bauer allein..“ bat dieser. Marius nickte und verschwand. Er stellte sich vor die Tür und versuchte zu lauschen, doch die Tür war zu dick, dass man was hören konnte. Wer war dieser Kerl? Wie ein Anwalt sah er nicht aus, aber auch nicht wie ein Komplize. Ob es ein Bulle war? Wenn ja...was tat er hier? Marius musste warten. Die Wirkung des Kokses war eh tödlich. Und ob er es nun oder erst in einer Stunde nahm, war egal. Bauer würde sterben. Der heutige Tag würde der letzte sein und niemand würde auch nur eine Träne der Trauer vergießen. Immer wieder sah Marius durch das Sichtfenster. Er wollte auf gar keinen Fall das dieser Typ da Bauer etwas zustecken konnte. Schließlich war es seine Pflicht darauf zu achten. „Hey.. Marius....alles klar?“ riss ein Kollege ihn aus den Gedanken. „Ja...sicher...sag mal...weißt du wer das da ist?“ wollte er wissen. Der Kollege sah durch das Fenster und schüttelte den Kopf. „Nee....“ kam als Antwort und schon ging er weiter. Marius sah erneut durch das Fenster. Es schien eine heiße Diskussion zu sein, die dort herrschte. Was wollte der Kerl von Bauer? Ob es um die Sache ging von der J. C. gesprochen hatte...Er wusste das Bauer den Koffer hatte und J. C. das Geld zurück wollte. Aber wer war der Kerl?


    „Verdammt Bauer...Sie können sich einen Vorteil verschaffen, wenn Sie endlich mit der Sprache rausrücken!! Ich lege ein gutes Wort für Sie beim Staatsanwalt ein..“ versuchte Ben. Bauer sah ihn an. „Sie wissen doch selbst, dass es vielleicht ein oder zwei Jahre weniger werden....da müssen Sie mir schon mehr bieten...Straffreiheit zum Beispiel..“ grinste Bauer. Ben schnaubte. „Hören Sie...ich weiß das dieser J. C. den Koffer gekauft hat...er hat meinen Kollegen und hat gedroht ihn zu verstümmeln, wenn ich ihm das Geld, was er Ihnen gegeben hat, nicht bringe....“ stieß Ben aus. „Bitte? Er will sich mein Geld holen?“ fauchte Bauer. „Ja...und Sie haben es in der Hand. Sagen Sie mir wer J. C. ist...ist es der Konsul?“ harkte Ben nach. Bauer schien begriffen zu haben, dass seine Felle davon schwammen. „Der Konsul? Ha...nur weil er Jayden Clay heißt...nein....drehen Sie die Buchstaben mal um.....dann werden Sie auf den Namen kommen.....und Sie werden ihn sicher in Ihrer Datei finden.“ Grinste Bauer. „Warum decken Sie den Kerl? Glauben Sie wirklich dass Sie eine Chance haben? Sie können nur was erreichen ,wenn Sei mit uns zusammen arbeiten..“ versuchte Ben erneut. „Herr Jäger...Sie wissen selbst, dass ich für den Handel bestimmt sechs Jahre bekomme. Danach brauch ich es erst gar nicht versuchen Fuß zu fassen...“ meinte Bauer nur. „Warum versuchen Sie es nicht mit ehrlicher Arbeit?“ schlug Ben vor. „Langweilen Sie mich nicht mit Ihrem Vortrag...Jäger...ich habe Hunger und ich will Abendessen...“ maulte Bauer. Ben atmete tief ein und aus. „Also gut....schade, dass Sie so uneinsichtig sind... aber ich kann es nicht ändern....“ Ben sah zur Tür und nickte. Der Beamte kam herein und brachte Bauer in seine Zelle zurück. Ben begleitete ihn noch bis zur Zelle und sah wie der Mann sich über das Essen hermachte. Sicher war alles schon kalt, doch es schien immer noch zu schmecken. Ben wusste nicht warum er dem Mann zusah. Er wollte sich gerade umdrehen, als er sah wie der Mann sich verkrampfte. „VERDAMMT!! ÖFFNEN SIE!!“ schrie er den Beamten an. Dieser starrte nur erschrocken auf ihn. Ben riss ihm die Schlüssel aus der Hand und suchte den passenden. Der Beamte rannte weg. Ben kümmerte sich nicht darum. Er musste Bauer helfen. Er war der einzige, der wusste wo Semir war. Bauer lag am Boden und röchelte. Schaum trat hervor. Der Mann zeigte eindeutig Vergiftungserscheinungen. „Einen Arzt!!“ schrie Ben durch den Gang. Er kniete sich zu Bauer runter. „Wer ist J. C.....?“ fragte er und brachte sein Ohr dicht an Bauers Mund.

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  • Chris sah seinen Gefangenen und grinste böse. „So…das sollte doch als Beweis für deinen Kollegen reichen, findest du nicht?“ verhöhnte er den Mann und hob den blutigen Fingernagel hoch. Erst hatte er ihn mit einem scharfen Messer weit unten angeschnitten und den Rest mit Hilfe einer Zange und mit brachialer Gewalt von dem kleinen Finger der linken Hand entfernt. Das Blut floss immer noch aus der Wunde. Gerkan stöhnte vor Schmerzen und Chris sah die Tränen an der Wange herunterlaufen. „Hab dich nicht so. Sieh es als gerechte Strafe für das an, was du mir angetan hast. Mir tat das auch weh….“ lachte Chris. „Und nun werden wir alles für die Übergabe vorbereiten...dein neues Zuhause ist auch schon fertig...“ lachte er und packte den blutigen Fingernagel in eine Schachtel. Er wollte Gerkan gerade von dem Stuhl ziehen, als es klopfte. Erschrocken drehte er sich zur Tür und sah die Gestalt von Jayden Clay vor der Tür stehen. Sofort wandte er sich wieder an Gerkan. Er zog ihn vom Stuhl und schleppte ihn ins angrenzende Schlafzimmer. Dort ließ er ihn einfach auf den Boden fallen und presste ihm die Hand zusätzlich auf den Mund. „Keinen Ton…..ich warne dich…Der Fingernagel war nur der Anfang…“ drohte er. Dann schloss er die Tür zum Schlafzimmer und legte eine Decke auf den Blutfleck am Boden. „Chris...sind Sie da?“ hörte er den Konsul rufen. „Ja...einen Augenblick nur...“ gab Chris zurück. Ein schneller Blick und schon ging Chris zur Tür. Der Konsul sah ihn an. „Ich mache mir Sorgen mein Junge...man sieht Sie überhaupt nicht...“ tadelte der Konsul. Er schien die Koffer, die Chris bereits gepackt hatte zu bemerken. „Sie wollen doch nicht verreisen oder?“ harkte er nach. „Ich...mein...“ suchte Chris schnell nach einer Ausrede. „Chris...was ist denn los mit Ihnen? Ich sehe Sie überhaupt nicht mehr...Sie sind doch nicht krank oder?“ wollte der alte Mann besorgt wissen. „Nein...aber...ich muss mich um meine Familie kümmern...mein Vater...er ... er hatte einen Unfall und...meine Mutter braucht mich jetzt...“ log Chris. Jayden Clay sah ihn bestürzt an. „Ist er schwer verletzt?“ harkte der Konsul nach. „Ja leider... wir rechnen mit dem Schlimmsten...“ nickte Chris und es gelang ihm sogar ein paar Tränen zu vergießen. „Ich werde für Sie eine Maschine buchen...“ versprach der Konsul. „Das ist sehr nett...aber ich habe schon einen Flug...“ lehnte Chris ab. „Also gut...wir werden uns dann in der Heimat wieder sehen und richten Sie Ihrem Vater die besten Genesungswünsche von mir aus...“ kam mit großer Anteilnahme vom Konsul „Danke...“ hauchte Chris und schluchzte leicht. Der Konsul drehte sich um und ging wieder in Richtung Haus. „Ach...ich werde gleich auch fahren, soll ich Sie mitnehmen zum Flughafen?“ fragte er noch einmal an Chris gewandt. „Nein...danke...nicht nötig...“lehnte Chris sofort ab. Er schloss die Tür und wartete bis Jayden Clay im Haupthaus verschwand.


    Semir versuchte den Schmerz zu unterdrücken. Chris hatte ihm für diese verdammte Aktion die Hände so festgebunden, dass er sich nicht wehren konnte. Chris hatte eine feine Zange genommen und so am Fingernagel gezogen bis er sich löste. Semir schrie während der Prozedur laut auf, doch durch den Knebel wurden die Schreie fast unhörbar erstickt. Er wünschte sich bewusstlos zu werden, doch dieser Wunsch wurde nicht erhört. Nun lag er hier. Der Finger pochte und nur langsam verebbte der Blutstrom. Die Hände waren nach wie vor wieder gefesselt, doch er sah die Wunde die diese Prozedur hinterlassen hatte. Bis das heilte würden einige Wochen vergehen...dachte er nur. Nur langsam ließ der Schmerz nach. Die Tür ging auf und Semir sah seinen Peiniger an. „So…das nächste Mal ist der ganze Finger dran. Aber das wird dein Freund sicher auch in Bewegung setzen und daran hindern, etwas Falsches zu tun…und nun werden wir abreisen...du in dein neues Zuhause und ich...ab in die neue Heimat...Brasilien ich komme...“ lachte Chris und beugte sich zu ihm runter. Semir trat aus purer Verzweiflung zu und traf. Mit einem Urschrei ging Chris zu Boden. Semir raffte sich auf und rannte einfach los. Die Türen waren offen und so konnte er auf das offene Gelände. Er musste Hilfe holen. Vor dem Haupthaus traf er mit einem Mann zusammen, den er schon einmal gesehen hatte. Den Konsul. „Gott...wer sind denn Sie?“ stieß dieser fragend aus. Erst jetzt schien der Alte zu bemerken, das Semir geknebelt war. Bevor er ihm jedoch helfen konnte knalle es. Mit einem verwunderten Ausdruck in den Augen ging der Konsul zu Boden. Semir blieb völlig erstarrt stehen und sah die Waffe, die Chris in den Händen hielt. Er glaubte sogar den Rauch im Mündungsbereich zu sehen. „Das ... war dein letzter Fehler...“ stieß Chris aus und rannte auf Semir zu. Dieser erwachte aus seiner Erstarrung. Er drehte sich von Chris weg und rannte los. Doch die Flucht endete schnell. Chris ließ erneut eine Kugel aus dem Lauf und diese schlug dicht bei Semir ein. Er blieb stehen und rührte sich nicht. Gegen dieses doch sehr durchschlagende Argument war eine Flucht sein Todesurteil. Doch das war eh über ihn gesprochen worden. Semir atmete heftig ein und aus. Die Angst konnte er nicht mehr zähmen. Das nächste was er verspürte war ein heftiger Schlag im Genick, welcher ihn ins Traumland beförderte.

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  • Chris beugte sich über den Konsul. Er war tot. „Schade... Konsul...aber Sie hätten lieber Angeln gehen sollen...“ meinte er kühl und ging zurück zu Semir, der nicht weit davon lag. Er schulterte ihn und trug ihn über den hinter dem Haus angrenzenden Acker. Dort hatte er bereits vor einigen Tagen ein knapp zwei Meter tiefes und einen Meter breites Loch gegraben. Die Wände waren mit Blech verkleidet worden, damit die Erde nicht nachrutschte. Hier würde er Gerkan begraben, sein Geld holen und dann nach Brasilien abziehen. Niemand würde ihn vermissen. Nicht einmal der Konsul...verdammt...den musste er direkt mit begraben...dachte er direkt. Aber nicht in dieses dunkle Verlies. Das gehörte Gerkan allein. Wenn der Bulle Pech hatte, dann würde er tagelang in diesem Loch sein. Langsam verdursten und verhungern. Das war genau das, was er wollte. So hatte er noch genügend Zeit zu fliehen, bevor die Kollegen ihn und den Konsul fanden. Es wusste niemand, dass er hier lebte...oder dass der Konsul hier wohnte. Schließlich war alles unter der diplomatischen Immunität unter Verschluss. Niemand der Kollegen würden den Konsul angreifen. Das war politischer Hochverrat und wurde auch in Deutschland hart bestraft. Chris grinste als er die Stange mitten in dem Loch sah. Sie war mit den Blechwänden vereint und verhinderte das Umkippen. Nun würde sie als Gegenstand benutzt um Gerkan die letzten Stunden seines Lebens zu erschweren. Chris öffnete die Handschellen und löste eine vom Handgelenk. Dann ließ er Gerkan an den Armen runter. Die Kette der Handschelle ließ er über die Stande laufen und fesselte den freien Arm wieder. So konnte sich Gerkan nicht einmal den Knebel herausziehen. „Ruhe in Frieden... Niemand wird dich stören und du wirst auch niemanden stören“ murmelte er und grinste gemein. Der Deckel verschloss das eiserne Grab von Semir. Das Grab selbst wurde mit Erde für Fremde unsichtbar gemacht. Nach einer guten Stunde war er fertig. Er ging ein paar Schritte zurück und betrachtete sein Werk. Niemand der sich hier auskannte würde vermuten, dass nur wenige Meter unter ihm, ein Mensch dem Tod geweiht war. Doch nun musste er zunächst den Konsul bestatten und dann sein Beweismittel an Jäger leiten. Danach würde er zum Revier fahren und mit den Kommissaren nach dem verschwundenen Kollegen suchen. Chris lachte verächtlich auf. Wie einfach doch Menschen zu manipulieren waren.


    Ben fuhr zurück zur PAST. Kim erwartete ihn bereits, denn er hatte sie von unterwegs aus darüber informiert das Bauer verstorben war. Er ging direkt in ihr Büro. „Er ist an einer Überdosis Kokain gestorben.“ gab Ben bekannt. „Konnte er Ihnen noch etwas sagen?“ wollte Kim wissen. Ben schüttelte den Kopf. „Nicht wirklich...er hat mir nur verraten, dass J. C. nicht der Konsul ist...aber ich vermute, dass dieser Mistkerl nicht weit davon entfernt ist. Chefin...wir müssen nur wissen, wo ...“ versuchte Ben erneut. „Ben....wir können uns nicht in diese diplomatischen Geschehen einbringen...das ist einfach...“ Kim suchte nach Gründen die sie Ben erklären konnte. „Verdammt hier geht es doch nicht um politische Belange....hier geht es um Semir!!!“ schrie Ben. Kim sah ihn warnend an. „Ben....“ versuchte sie erneut. Sein Handy unterbrach das Gespräch. „Hier ist J. C..... Ich habe Ihnen einen Beweis hinterlassen, dass Gerkan wirklich bei mir ist....Sie sollten keine Tricks versuchen...“ hörte Ben nur. Der Mann legte wieder auf. Die Tür ging auf und Chris Jensen kam herein. „Haben wir schon eine neue Spur?“ wollte er direkt wissen. Ben schüttelte den Kopf. „Herr Jäger...das hier...das lag auf Ihrem Wagen...ich...ich hab es extra mit Handschuhen angefasst, damit keine Fingerabdrücke von mir drauf sind..“ erklärte Jensen und reichte Ben einen kleinen dicken Umschlag. Ben sah Kim an. „Was ist das?“ fragte sie leise. Ben zog sich ebenfalls einen Handschuh an und öffnete den Umschlag vorsichtig. Eine kleine Schachtel kam zum Vorschein. „Was soll das denn?“ fragte Ben heiser. Er hatte eine leise Vorahnung was in der Schachtel war. „Ich...ich...“ sagte er leise. Chris nahm ihn die Schachtel ab und öffnete sie. „Oh...mein Gott...“ stieß er aus und wurde weiß. Ben sah ihn an. „Was ist es?“ fragte er. „Ein Fingernagel...extrem blutig...“ stieß Chris aus und zeigte das „Etwas“ hoch. Kim schluckte merklich. „Dieser Teufel...“ kam von ihr. Ben stand auf. „Ben!! Wo wollen Sie denn hin?“ rief sie ihm nach. „Ich werde mir den Konsul vorknüpfen!“ kam als Antwort zurück. „Das werden Sie nicht!!“ widersprach Kim sofort und rannte ebenfalls aus dem Raum. Sie kam direkt zu Susanne an den Schreibtisch, die Ben ein Schreiben zeigen wollte. „Das lasse ich nicht zu...wir wissen nicht ob der Fingernagel wirklich zu Semir gehört..“ sagte sie und nahm das Schreiben an sich. Susanne sah sie geschockt an. „Gut...dann lassen wir es überprüfen...und morgen kommt dann der dazu gehörige Finger!! Und einen weiteren Tag ein zweiter Finger!! Wollen Sie das? Wollen Sie dass man Semir verstümmelt?“ schrie Ben verzweifelt.

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  • Semir kam zu sich und sah sich zunächst verwundert um. Es war dunkel um ihn herum, aber nicht völlig. Er konnte genau sehen, dass er in einem sehr engen Raum war. Um das Licht zu sehen, musste er nach oben schauen. Eine dumpfe Ahnung kam auf. Er war begraben…lebendig begraben in irgendeinem unterirdischem Verschlag. Er wollte mit seinen Händen den Knebel lösen, als er merkte, dass seine Hände über ihn gefesselt waren. Der kleine Finger an der linken Hand pochte. Er zog sich hoch und versuchte den Knebel zu entfernen. Nach mehreren Versuchen schaffte er es. Von irgendwo kam ein Lichtschein her und er ließ das Gefängnis von ihm in eine schwaches Licht werfen. Er sah die Wände und stieß ein leises Stöhnen aus. Diese Wände ähnelten einem Versteck aus dem er Andrea mal befreit hatte. Damals als sie in die Hände einer Räuberbande fielen und Andrea als Geisel genommen wurde. Er war begraben…und er würde hier nicht ohne fremde Hilfe heraus kommen, aber er konnte um Hilfe rufen. „HILFE!!“ fing er an. Es hörte sich dumpf an dennoch war es nicht leise. „HILFE!!“ wiederholte er. Nichts…es passierte gar nichts. Mit den Füßen konnte er den Boden seines Gefängnisses nicht erreichen, also musste das Loch tiefer sein, als er Groß war. „HILFE!! HELFT MIR DOCH!!“ schrie er erneut. Es passierte nichts. Nach einer guten Stunde hörte er auf. Seine Stimme war heiser und er hatte Durst. Die Luft war in diesem Loch extrem trocken und das legte sich auf die Stimmbänder nieder. Niemand schien ihn zu hören. Seine Arme schmerzten durch das Gewicht was an ihnen hin. Der Finger schmerzte nicht mehr so. „Oder ich habe mich daran gewöhnt..“ sagte er leise. Er spürte Durst und Hunger. Wie lange wollte dieser Mistkerl ihn hier hängen lassen? Kam er überhaupt wieder? Hatte Ben vielleicht schon eine Spur wo er sich befand und wusste er, wer Chris Jensen in Wirklichkeit war? Semir schloss die Augen und wollte sich etwas ausruhen. Er musste mit den Kräften haushalten. Seine Gedanken gingen zu seiner Frau und seinen Kindern. „Andrea…hilf mir…..ich liebe dich…“ sagte er leise.


    Andrea schreckte auf. Sie hatte sich zum Schlafen niedergelegt und hörte plötzlich Semirs Stimme in Gedanken. „Andrea…hilf mir…ich liebe dich..“ Sie machte Licht und sah sich um. „Semir?“ fragte sie. Doch dann wusste sei wo sie war… Fern von Semir. Sie war bei ihren Eltern. „Andrea? Was ist denn los mein Kind. Warum schreist du so…?“ fragte ihre Mutter und strich ihr sanft über den Arm. „Semir..ich..ich hab ihn gehört…er …er hat um Hilfe gerufen…Ich muss mit Ben sprechen...“ stieß Andrea aus und griff zu ihrem Handy. Sie wählte Bens Nummer. „Hallo?“ hörte sie die Stimme des Partners ihres Mannes. „Ben….was ist mit Semir?“ wollte sie sofort wissen. „Andrea….ich…“ fing Ben an. Andrea hörte sofort dass etwas nicht stimmte. „Ben….Semir schreit um Hilfe…was ist passiert? Wo ist er?“ harkte sie nach. „Andrea….Semir wurde aus eurem Haues entführt…und….verkauft…“ erklärte Ben leise. „Wie bitte? Verkauft? An wen? Wie?“ schoss Andrea die Fragen verwirrt ab. „Joel Bauer….der Drogenhändler..hat ihn entführt und dann wie Vieh versteigert. Nun hat ihn ein gewisser J. C. der das Geld zurück haben will. Bauer ist tot..und…wir haben keine Ahnung wer J. C. ist..“ erklärte Ben weiter. „Das kann doch nicht sein…ich … Ben ich habe ihn gehört…es geht ihm nicht gut….Ich habe Angst…“ hauchte Andrea ins Telefon. „Ich bringe ihn dir zurück…versprochen. Ich habe auch Hilfe vom LKA….wir werden ihn finden…“ versprach Ben mit gepresster Stimme. „Ruf mich an, wenn du was Neues hast …bitte…ich…ich werden sofort zurück kommen…“ gab Andrea von sich. „Das werde ich…versprochen…“ kam von Ben zurück. Andrea legte auf und sah Margot an. „Mama….“ weinte sie leise. Margot nahm sie in den Arm und wiegte sie sanft hin und her. „Schon gut mein Schatz…es wird alles gut…..hörst du…es wird alles gut...“ versuchte sie ihre erwachsene Tochter zu beruhigen. „ich will ihn nicht verlieren…ich brauche ihn doch…“ schluchzte Andrea herzzerreißend. „Das wirst du auch nicht. Du musst fest daran glauben und schon bald bist du wieder bei ihm. Du wirst sehen…..“ sprach Margot auf sie ein.

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  • Na dann will ich mal nicht so sein Elina...wie sagt der Kölner so schön : "da sin mer dabei...dat es prima!!"


    Ben legte sein Handy weg. „Verdammt wo bist du nur…Semir….“ stieß er aus. Chris Jensen sah ihn an. „Wir werden ihn finden…ganz sicher….“ versprach er. Ben stieß einen verächtlichen Ton aus. „Aber nicht wenn wir hier rumsitzen und auf den Anruf warten. Susanne muss doch die Anruferliste längst gecheckt haben..“ stieß Ben aus und verließ das Büro. Er ging zu Susanne und sah sie an. „Ben…die Liste ist ausgewertet. Aber er hat seine Nummer unterdrückt….das Handy ist nicht zugeteilt…also eine Preepaid…wir können sie nicht zurück verfolgen…“ erklärte sie. Ben sah sie traurig an. „Danke…“ kam leise von ihm. Er ging mit hängendem Kopf zurück ins Büro, schnappte sich die Jacke und verließ ohne Chris zu sagen wohin er ging, das Büro. Nur kurz darauf hörte Chris den Motor aufheulen. Er selbst griff zum Handy und klingelte Bens Handy an. „Ja…“ hörte er kurz darauf. „J.C. hier….haben Sie das Geld?“ wollte Chris wissen. „Ich…nein….“ kam die Antwort. „Oh…aber Sie haben doch mein Geschenk erhalten oder? Und Sie haben sicher schon festgestellt, dass es von Gerkan ist. Wenn Sie mich weiter hinhalten, dann werde ich Ihnen den Rest des Fingers schicken….“ warnte Chris und beendete das Gespräch. Er sah zu Susanne, die in ihrer Arbeit vertieft war und trat auf ihren Schreibtisch zu. „Ich muss noch mal weg, Frau König…wenn Herr Jäger zurück kommt, sagen Sie ihm bitte dass ich einer Spur nachgehe…“ bat er die Sekretärin. Susanne nickte ihm freundlich zu. „Mach ich...“ lächelte sie. Chris verließ ebenfalls die PAST. Er setzte sich in seinen Peugeot und fuhr zum Gelände wo er immer noch das Haus hatte. Er musste sich vergewissern, ob der Bulle gut untergebracht war. Für den Weg brauchte er wenige Minuten. Er ging um das Haus und befreite die Platte von der Erde. Dann hob er sie hoch und sah höhnisch auf den Mann, der ihn flehend ansah. „Oh…der Knebel ist weg…aber das macht nichts….“ lachte er. „Bitte…ich...ich hab Durst…bitte...“ flehte Gerkan. Chris hatte ein Erbarmen mit ihm und nahm die Wasserflasche die er aus dem Haus geholt hatte. Er öffnete sie und ließ das Wasser daraus in Gerkans Gesicht laufen. Dann ließ er den Deckel wieder über das Loch gleiten. „Nein…holen Sie mich hier raus…bitte….“ schrie Gerkan verzweifelt. „Halt dein Maul, oder ich knebel dich wieder!“ fauchte Chris. Er lehnte sich in seinem Wagen zurück. Morgen würde er wieder zum Revier fahren und nach weiteren Neuigkeiten fragen. Jetzt meldete er sich erst einmal ab. Er wählte die Nummer und hörte kurz darauf die Sekretärin der PAST. „Frau König….Jensen hier…sagen Sie bitte Herrn Jäger Bescheid, dass ich einen Termin beim Zahnarzt habe. Mir ist eben ein Zahn abgebrochen…ich bin morgen wieder im Büro…und dann finden wir den Kollegen sicher.“ „Sehr gern…gute Besserung.“ Kam als Antwort zurück. Chris legte grinsend auf. Er stieg aus und holte seine Koffer. Nun musste er nur noch ins Hotel und die Übergabe vorbereiten. Übermorgen war es soweit. Und im Büro konnte er sich an der Angst die sein Kollege um seinen Partner ausstand, weiden.


    Ben kam zurück in die PAST. „Susanne…hat Hartmut schon den Bericht über den Fingernagel geschickt?“ wollte er wissen. Susanne nickte. „Es ist eindeutig von Semir.“ gab sie bekannt. „Verdammt…“ stieß Ben aus. „Ben…da ist noch was….ich…überwache doch dein Handy…und… als du weg bist…da hast du ja auch gesprochen. Kurz aber immerhin…. und…als ich den Anruf zurück verfolgte…da…da ist mir aufgefallen, dass es von hier angerufen wurde...“ erklärte Susanne. Ben sah sie an. „Bitte was?“ harkte er nach. „Man hat dich vom Revier aus angerufen…auf dein Handy…und es ist die Nummer der Preepaidkarte..“ endete Susannes Bericht. „Wer war außer Jensen im Büro?“ harkte er nach, denn ihm kam ein übler Verdacht. „Nur er….sonst niemand. Es war kein Fremder hier…“ bestätigte Susanne seinen Verdacht. „Überprüfe bitte Christopher Jensen…irgendwas stimmt mit dem Typen nicht..“ bat er Susanne. Sie hob einige Papiere hoch. „Hab ich bereits gemacht. Der Mann ist seit Jahren schon nicht mehr als Polizist tätig, bezieht aber da er krank ist, weiterhin sein Gehalt…“ erklärte Susanne. „J…C…… Jensen…Christopher….verdammt das ist es. Der Mistkerl …“ stieß Ben aus und rannte zu Kim ins Büro. Sie erschrak als er die Tür aufstieß. „Ben!“ fauchte sie ihn an. „Chefin…Ich weiß wer J.C. ist..“ stieß er aus. „Wer?“ harkte sie sofort nach. Ben reichte ihr die Personalakte. Kim las sie durch. „Verdammt..wo ist er jetzt?“ fragte sie. „Nicht da…aber er wird sicher zurück kommen. Der Kerl ist schon so lange aus dem Polizeidienst raus, dass er wohl vergessen hat wie effektiv sie arbeiten kann…ich werde ihn umbringen…für das was er Semir angetan hat...“ stieß Ben wütend aus. Er ballte seine Fäuste und wünschte sich den Mann in seine Finger zu bekommen. „Christopher Jensen….er hat die Buchstaben seiner Initialen einfach umgedreht…verdammt….Ben…wir müssen jetzt besonders vorsichtig vorgehen…Wenn er merkt, dass Sie hinter sein Geheimnis gekommen sind, dann ist Semirs Leben kein Cent mehr wert...“ gab Kim leise von sich. „Wie stellen Sie sich das vor?“ fragte er heiser. „Wir werden ihm eine Falle stellen. Ihn mit seinen eigenen Waffen schlagen. Holen Sie das Geld aus der Asservatenkammer…und stellen Sie den Koffer provokativ in Ihr Büro auf den Tisch.“ schlug sie vor und erklärte Ben ihren Plan.

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  • Am späten Nachmittag des nächsten Tages saß Ingo Hufnagel in seinem Büro und beendete gerade sein Diktat. Er sah zum Telefon. Jayden wollte doch eigentlich mit ihm am bevorstehenden Wochenende wieder auf die Jagd gehen. Warum meldete er sich nicht? Ingo hatte es jetzt schon mehrfach versucht ihn zu erreichen. Doch nichts. Verdammt wieso meldet Jayden sich denn nicht? fragte er sich in Gedanken. „Herr Hufnagel…ich würde heute gern etwas früher gehen…meine Schwester hat doch ihr Baby bekommen und…“ unterbracht die Sekretärin seine Gedanken. „Was? Ja sicher….Gratulieren Sie den frisch gebackenen Eltern von mir ganz herzlich..“ lächelte er und griff erneut zum Telefon. Die Sekretärin nickte und verschwand. Ingo hörte das Freizeichen doch Jayden meldete sich nicht. „Verdammt wenn du dich nicht meldest, dann komme ich halt ohne Vorankündigung...und wehe du machst Party ohne mich..“ grinste er leise. Er verließ das Büro und schloss ab. Dann stieg er in seinen Wagen und fuhr zum Grundstück von Jayden Clay Er kam eine knappe Stunde später an. Ingo hielt seinen Wagen vor dem Haus und stieg aus „Jayden!!“ rief er. Es kam keine Antwort. „Ey…wo steckst du Haudegen denn?“ Wieder keine Antwort. Ingo sah sich um und entdeckte nicht weit von der Tür etwas auf dem Boden. Er bückte sich und hob es auf. Es war einer der Münzen die er Jayden zur Erinnerung an alte Zeiten gab. Eine Uralte Münze, die sie damals in ihrer Studentenzeit gefunden hatten. „Jayden?!“ rief er erneut. Es blieb still. Ingo konnte sich nicht mehr erklären warum er es tat, aber er ging um das Haus auf den alten Acker. „JAYDEN!!!“ schrie er lauter. Er sah sich suchend um. Zwei Stellen waren frisch gegraben… „Bist du unter die Schatzsucher gegangen?“ fragte er rufend. Es kam keine Antwort. „Hilfe…..ich bin hier….helfen Sie mir…“ hörte er leise. Ingo sah sich suchend um. Niemand war zu sehen. „Merkwürdig…“ meinte er nur und sah sich erneut um. Irgendwas stimmte hier nicht. Er ging zu der einen Stelle und schob mit dem Fuß den Sand weg. Eine Hand kam zum Vorschein. „Oh mein Gott…“ stieß er aus. „Hilfe! Ich bin hier!!“ hörte er erneut. Es war nicht weit von der Fundstelle der Leiche. Ingo ging der Stimme nach und blieb bei einem weiteren frischen Haufen stehen. „Hallo?“ fragte er. „Hier…Hilfe….bitte…helfen Sie mir…“ kam erneut zurück. „Warten Sie…ich...ich rufe die Polizei…bleiben Sie ganz ruhig…ich bin gleich bei Ihnen...“ stieß Ingo aus und griff zu seinem Handy. Er wählte den Notruf und gab den Leichenfund sowie die Adresse durch. „so…hören Sie mich?“ fragte er. „Hilfe….bitte….“ kam leise zurück. Es hörte sich nicht sehr gut an. Ingo kniete sich hin und schob die Erde zur Seite. Es dauerte etwas bis er die Blechplatte freigelegt hatte. Er zog sie hoch und sah in das Loch. „Oh….Gott…..“ stieß er aus, als er den Mann darin sah.


    Semir sah in das Gesicht des Anwalts. „Hilfe….bitte….holen Sie mich hier raus…“ bat er. Auch wenn er nicht genau wusste ob dieser Anwalt nicht auch in der Sache verstrickt war. „Herr Gerkan? Sind Sie das? Was ist denn passiert?“ harkte der Anwalt entsetzt nach. Semir hörte dass es ernst gemeint war. „Helfen Sie mir….“ bat er erneut. „Ich habe die Polizei angerufen..sie wird sicher gleich hier sein..“ versuchte Ingo Hufnagel ihn zu beruhigen. Wenig später waren die Sirenen zu hören. „Ich werde die Beamten hier her holen…gleich können Sie dort raus..“ versprach der Anwalt und verschwand. Nur wenig später sahen mehr Gesichter in Semirs Gefängnis. „Okay…ganz ruhig…wir holen Sie raus….wer sind Sie?“ wollte der Beamte in Uniform wissen. „Semir….Gerkan…Kripo Autobahn…“ kam leise und heiser von Semir. Er hatte die letzten Stunden so viel geschrien dass er heiser wurde. „Okay…Sie werden schon seit längerem vermisst….ich werde jetzt die Handschellen öffnen und mein Kollege hält sie fest…“ erklärte der Beamte. Semir nickte nur. Seine Stunden des Aufenthaltes in diesem Loch waren gezählt. Der Beamte der ihn festhielt zog ihn nur wenig später aus dem Loch. Semir blieb am Rand liegen. „Der Arzt kommt sofort…bleiben Sie liegen…“ bat der Beamte dennoch. Semir schloss die Augen. „danke…“ kam leise von ihm. Der Notarzt untersuchte ihn. „Wann haben Sie das letzte Mal was getrunken oder gegessen?“ wollte er von Semir wissen. „Ich weiß es nicht….“ gab Semir zu. „Wissen Sie wie lange Sie in dem Loch waren?“ kam die nächste Frage. „Zu lange….“ meinte Semir nur. Er wurde auf die Trage gelegt und in den Krankenwagen verfrachtet. „Ich muss telefonieren…bitte…“ flehte Semir, denn er musste Ben informieren. „Das können Sie wenn wir Sie untersucht haben….“ ermahnte der Arzt. Er setzte Semir eine Spritze und nur wenig später fühlte Semir sich federleicht. Die Schmerzen waren verschwunden. Endlich…. „Rufen Sie seine Kollegen an und sagen ihnen, dass wir ihn ins Marien bringen…“ bat der Notarzt den Beamten in Uniform. Dieser nickte nur. Der Krankenwagen mit Semir fuhr ab.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Kim zuckte zusammen als das Telefon klingelte. Sie und Ben hatten ihren Plan ausgebrütet, wie sie Chris Jensen überführen konnten ohne Semir zu gefährden. Doch egal wie sie sich drehen und wendeten….solange sie nicht wussten wo Semir war, konnten sie ihn nicht festsetzen. „Krüger..Kripo Autobahn…“ meldete sie sich müde. Doch schnell erhellte sich ihre Miene. „Danke…vielen Dank…das ist eine sehr gute Nachricht…wo sagten Sie? …. Im Marien….vielen Dank….“ stieß Kim aus und legte auf. Ben sah sie an. „Was gibt es?“ wollte er wissen. „Man hat Semir gefunden…er liegt im Marienkrankenhaus…. „ erklärte sie Ben sprang auf und wollte raus. „Ben…denken Sie bitte daran, dass Chris Jensen noch festgesetzt werden muss. Wie wir es jetzt machen ist egal…..sobald er das Revier morgen früh betritt werden wir ihn festnehmen…“ gab sie bekannt. „Ich muss zu Semir….ich….“ kam nur von Ben. „…ich werde Sie begleiten…“ lächelte Kim nur. Sie zog sich ihre Jacke an und gemeinsam verließen sie das Büro. Susanne sah sie an. „Ist was passiert?“ fragte sie. Ben sah zu Kim. Sie nickte. „Ruf bitte Andrea an….“ fing er an. Susanne schluckte leise. „Ist…er…?“ fragte sie und sprach ihre Vermutung nicht aus. „Nein…er lebt...er liegt im Marien, aber Jensen darf es nicht erfahren…bitte….“ kam von Ben. Susanne nickte. „Ist klar….soll ich euch anrufen, wenn er auftaucht?“ harkte sie nach. „Ja…tun Sie das…und sagen Sie Andrea sie kann schon mal einpacken aber soll nicht vor morgen herkommen, damit wir den Kerl erst einmal festnehmen können…“ gab Kim den Befehl. Susanne nickte erneut und griff zum Telefon. Sie fuhren los. Die Fahrt dauerte Ben viel zu lange und er war nervös. „Ben….konzentrieren Sie sich…“ ermahnte sie ihn als er plötzlich auf die Bremse ging, weil der Vordermann bremste. „Entschuldigung…“ murmelte Ben. Endlich kamen sie an. Sie wurden direkt in die Ambulanz geschickt wo Semir noch behandelt wurde. Doch sie brauchten nicht lange warten, denn als sie den Flur betraten wurde dieser in einem Bett vorbeigeschoben. „Kim Krüger…Kripo Autobahn…ich bin die Vorgesetzte von Herrn Gerkan….“ stellte sich Kim bei dem Pfleger vor. Dieser warf einen kurzen Blick auf den Ausweis und nickte dann. Er hatte die Augen geschlossen, doch als er Kims Stimme hörte schlug er sie auf. „Chefin…“ fragte er heiser. „Hey… Partner…“ begrüßte Ben ihn und schluckte. Semir reichte ihm die unverletzte Hand. „Hast mich nicht gefunden….“ lächelte er leicht „Dr. Stahl ist da vorn…er kann Ihnen alles sagen...“ lächelte er und schob das Bett weiter. Ben bemerkte den Verband um Semirs linke Hand. Wut stieg in ihm auf.


    Kim ging direkt auf den Arzt zu. „Dr. Manfred Stahl“ stellte er sich vor als sie vor ihm stand. „Kim Krüger….ich bin die Vorgesetzte von Herrn Gerkan…das ist Ben Jäger..sein Dienstpartner…“ erklärte die gutaussehende Frau. Dr. Stahl nickte. „Was ist mit Herrn Gerkan?“ wollte Kim wissen. „Nun…er hat einen kleinen Flüssigkeitsverlust, aber der ist wirklich geringfügig….Blaue Flecke….und Kopfschmerzen, die wohl von einem oder mehreren Schlägen auf den Kopf rühren. Der kleine Finger an der linken Hand ist angebrochen und ohne Nagel. Man hat ihm scheinbar diesen mit einem ziemlich harten Ruck vom Finger gerissen. Das Nagelbett ist stark beschädigt und der Wuchs des neuen Nagels wird sicher eine ganze Weile dauern, aber der Nagel wird nachwachsen. Die Wunde ist etwas entzündet weil auch Dreck auf der unbedeckten Wunde gefallen ist….aber wie gesagt…das wird heilen. Er sollte dennoch erst einmal schlafen und zur Beobachtung hier bleiben.“ endete der ärztliche Bericht. Ben nickte. „Darf ich zu ihm?“ fragte er. Dr. Stahl schüttelte den Kopf. „Lassen Sie ihn jetzt erst einmal schlafen….es geht ihm gut und er ist in guten Händen…“ lehnte er es ab. „Okay….okay….aber morgen darf ich zu ihm?“ harkte Ben nach. „Ja sicher…morgen zur Besuchszeit….dann ist er wach und freut sich bestimmt wenn man an ihn denkt…“ lächelte der Arzt. Kim und Ben fuhren zurück zur PAST. Susanne sah sie erwartungsvoll an. „Und?“ fragte sie nach. „Es geht ihm gut…“ stieß Ben erleichtert aus. „Dann können wir den Mistkerl endlich festsetzen…“ hängte er an und ballte die Fäuste. Kim sah natürlich diese Reaktion. „Ben…wir werden uns zurückhalten okay?“ warnte sie ihn. Ben nickte. „Nur keine Sorge….ich kann mich beherrschen…“ knurrte er leise. Der nächste Tag konnte kommen. Und er kam schneller als es Chris Jensen sicher lieb war. Ben hatte in der PAST im Mannschaftsraum geschlafen und wartete nun in seinem Büro auf Chris Jensen. Gegen acht kam der Wagen von Chris Jensen auf den Platz gefahren. „Er kommt..“ hörte er den Kollegen vom Parkplatz im Ohr. Ben stellte den Koffer mit dem Geld auf den Tisch und öffnete ihn. Chris betrat mit einem freundlichen Hallo das Büro und sah ihn an. „Was soll das? Ist es das Geld für den Kollegen?“ harkte er nach. Ben nickte. „Ich habe die Asservatenkammer geplündert…“ kam kühl zurück. „Herr Jäger…ich hoffe sehr, dass wir Herrn Gerkan bald finden…diese Warterei macht einen wahnsinnig…“ erklärte er sanft. Ben nickte und musste sie zusammenreißen nicht zu explodieren. Aber noch war es zu früh. „Wann und wo soll das Geld denn übergeben werden?“ harkte Chris nach. Ben zog die Schultern hoch. „Keine Ahnung….“ murmelte er und sah durch das große Fenster. Ben räusperte sich. „Warum sagen Sie es mir nicht J. C.?“ ließ er nun die Katze aus dem Sack. Chris Jensen sah ihn erstaunt an. „Bitte was?“ harkte er nach.


    Ben sah ihn an. „sie haben mich doch verstanden….J. C…. sonst sind Sie doch auch nicht so schwerhörig…oder irre ich mich?“ wollte er wissen. Er richtete seine Waffe auf Christopher Jensen. „Ich versteh nicht ganz…“ stammelte Chris. „Sie verstehen sehr gut. Ein tolles Spiel wirklich….sehr toll…..warum?“ wollte Ben wissen. „Sehr gut…..wirklich….Sie sind sehr gut…Ben Jäger…aber damit bringen Sie Semir in Gefahr. Nur ich weiß wo er ist….und wenn ich Ihnen nicht sage, wo Sie ihn finden, wird der Junge verhungern…oder verdursten…oder ertrinken…oder ersticken….alles grausame Todesarten finden Sie nicht?“ verhöhnte Chris ihn. Doch das war zu viel. Ben sprang auf Chris zu. Schlug mit der Waffe zu und legte alle Wut in den Schlag. Chris schien nicht damit gerechnet zu haben und musste einen harten Schlag ins Gesicht verdauen. Er schlug gegen die Tür. Die Haut über den Wangenknochen platzte auf und das Blut trat hervor. Doch Ben hatte noch nicht genug. Er legte die Waffe weg und schlug mit den nackten Fäusten zu. Die Schläge drückten all den Hass aus, den er gegenüber diesem Mann spürte. Er zog ihn hoch und schlug noch einmal zu. Immer wieder. Chris lag nach einigen Schlägen stöhnend am Boden. Die Tür ging auf und Kim trat ein. „Ben…?“ fragte sie. „Schon gut…das war nur für den Finger…..alles andere kann der Richter verurteilen…“ stieß Ben atemlos aus. Kim nickte zwei Beamten zu, die Chris auf die Beine zogen und ihm die Handschellen anlegten. „Ohne mich…werden Sie Gerkan nicht finden…“ stieß Chris aus und lachte gehässig. Doch nun sah Kim ihn an. „Zum Glück gibt es noch andere Menschen die wachsam sind… wir haben den Konsul oder besser seine Leiche gefunden und Semir auch…Er wird bereits im Krankenhaus behandelt….und nun raus mit diesem Dreck!“ fauchte sie. Chris sah sie erstaunt an. „Ich komme wieder!! Und dann rechnen wir ab Jäger!!“ schrie er wütend und versuchte sich gegen die Männer aufzulehnen. Doch er hatte keine Chance. Kim wandte sich erneut an Ben. „So…und nun ist endgültig Feierabend. Sie nehmen sich für den Rest frei und fahren zu Semir ins Krankenhaus. Richten Sie ihm die besten Genesungswünsche aller Kollegen aus…“ lächelte sie ihn an. Ben nickte. Er rieb sich über den rechten Handrücken, der etwas blutete.


    Ende.


    Danke für die vielen Feeds......ihr seid einfach nur klasse

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

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