Eiskalt erwischt ...

  • So hier ist die nächste Story von uns...viel Spaß beim Lesen und das Feeden nicht vergessen!!!
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    Sanne sah Marvin an. „Ich liebe dich...“, hauchte sie und küsste ihn. Dass Marvin mit 20 gute vier Jahre älter war, als sie selbst, störte ihr nicht. Und auch sonst niemanden… denn Sanne war seit drei Jahren allein. Aus dem Heim in Holland war sie abgehauen, weil sie die Enge einfach nicht ertragen konnte. Ihr Vater saß im Gefängnis. Als er vor drei Jahren verhaftet wurde und sie erfuhr, das er all die Jahre mit Drogen dealte...ja sogar ihre Mutter ermorden ließ, wollte sie nichts mehr von ihm wissen. Sie besuchte ihn nicht im Gefängnis. „Hey…Sannchen…was ist denn los?“, riss Marvin sie aus den Gedanken. „Nichts…ist schon gut.“, wiegelte sie ab und wischte sich eine Träne weg. „Du denkst wieder an deinen Vater nicht wahr? Sanne…er hat dich einfach sitzen lassen…er ist ein Verbrecher…du solltest keine Träne an ihm verschwenden...nie wieder verstehst du?“, tröstete er sie. „Ich weiß… aber er hat meine Mutter getötet….als ich noch ein Baby war. Mir hat er erzählt, dass sie einen Unfall hatte…ja...klar...einen Autounfall...aber er war dafür verantwortlich. Er hat mich das Leben lang belogen…, Klar...für mich hat er alles getan…aber…“, sie stockte. Er beugte sich über sie und küsste sie sanft. „Hör mal… dein Vater ist im Knast und dort wird er auch bleiben. Wir haben andere Sorgen…“, kam von Marvin. Sanne sah ihn an. „Sorgen? Welcher Art?“, wollte sie wissen. Sie war für ihre 16 Jahre sehr erwachsen. Auch ein Punkt, der ihr Schicksal mit sich brachte. „Ich….habe…weißt du...ich habe versucht uns ein Leben aufzubauen...eines, wo du nichts tun musst…aber...ich bin...ich weiß nicht...ich schäme mich so…ich…“, stammelte er verzweifelt. „Marvin…was ist los?“, kam forsch die Nachfrage von Sanne. „Ich hab mir Geld geliehen...von einem Kredithai...und...er will das Geld nächste Woche zurück haben, aber das schaffe ich nicht…“, klagte er sein Leid. „Wie viel?“, fragte Sanne. „Fünfzehntausend…“, gab Marvin kleinlaut von sich. „Marvin!! Das ist ein Vermögen…Wie willst du es denn zurückzahlen?“, wollte sie wissen. „Das ist es doch…ich…ich…du musst mir helfen...bitte...ich kenne da ein paar Leute, die für eine Nacht mit dir…mir so viel zahlen...es sind fünf Mann...für jeden dreitausend…das machen die...wirklich...bitte Sanne...hilf mir…du bist meine einzige Rettung...nur du…“, weinte Marvin. Sanne sah ihn an. „Ich soll meinen Körper verkaufen?“, harkte sie nach. „Sanne, es wäre nur das eine Mal…wirklich...nur das eine Mal...bitte...ich weiß, dass es ein hoher Preis ist...aber...ich weiß nicht wie wir es sonst schaffen sollen….“, nickte Marvin.


    „Ja und dann…das musst du dir nur mal vorstellen…dieser Typ steht da und meint zu mir...was willst du Zwerg denn von mir…“, lachte Semir. „Das frag ich mich auch immer…ich meine, vor dir müssen die Verbrecher doch gar nicht zittern.“, grinste Ben. „Ich zeig dir gleich, wie gefährlich ich sein kann.“, warnte Semir. „Also gut...und was hast du gesagt?“, wollte Ben wissen. „Nun ja...ich hab gesagt, ich verhafte dich wegen Drogenbesitz. Worauf er nur lachte und meinte, das ich dafür etwas mehr brauche als nur eine große Klappe. Tja, und dann hab ich den 2-Meter-Mann mit einem einzigen Schlag zu Boden gebracht…“, kam stolz von Semir. „Ach…bist auf ne Leiter und hast ihn dann einfach geschlagen oder wie?“, gluckste Ben. Er kannte die Geschichten, die Semir immer größer darstellte, als sie eigentlich waren. „Nein…ich habe Karate angewandt...ja wohl!! Das kann ich….und damit hab ich dann….“, erzählte Semir weiter. „Ja...ich weiß schon...damit hast du einen Ast vom Baum abgeschlagen und den armen Kerl das Ding übergezogen...“, vollendete Ben den Satz. Semir schüttelte nur den Kopf. „Nicht ganz…aber fast...“, bestätigte Semir. „Sag mal...wenn Ayda ins Bett geht…erzählst du ihr dann auch Geschichten?“, wollte Ben plötzlich wissen. Semir sah ihn an. „Blödmann.“, knurrte er nur und steuerte den Wagen auf den Parkplatz hinaus. Es war kurz vor Dienstschluss und die Schicht der Beiden ging zu Ende. Das war ihre letzte Fahrt vor einem ruhigen Wochenende. „Was wirst du an deinem freien Wochenende machen?“, wollte Ben von seinem Partner wissen. „Da das Wetter so schön ist, werden wir wahrscheinlich morgen grillen und ansonsten ist Gartenarbeit angesagt. Du weißt ja, Rasen mähen und Bäume sprengen.“, grinste Semir nur. „Ach ja, das kleinbürgerliche Leben in der Vorstadt.“, stichelte Ben nur. „Komm, hast du was besseres vor?“, knurrte Semir, der sich immer darüber aufregte, wenn Ben über seinen Lebensstil herzog. „Ich werde mit meiner Harley und ein paar Freunden eine kleine Spritztour machen. Wir wollen quer durch die Eifel fahren und uns dann einen gemütlichen Gasthof suchen...“, schwärmte Ben. „Okay, okay...du hast gewonnen.“, gab Semir nur bekannt.

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    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Sanne überlegte nicht lange. „Gut, ich mach's...aber nur um dir zu helfen.“, entgegnete sie und sah dann wie Marvin den Kopf hob und sich sein trüber Blick wieder aufhellte. „Wirklich...das...das würdest du für uns tun?“, wollte er wissen und rieb ihr liebevoll den Unterarm. „Ja...“, bestätigte sie noch einmal. Marvin umarmte sie und gab ihr einen langen, intensiven Kuss. „Wann soll ich es machen?“, fragte sie und hoffte innerlich, dass die ganze Sache einmalig sein und schnell vorbei gehen würde. „Wenn ich die Typen gleich anrufe, dann würden sie es wahrscheinlich noch diese Nacht tun wollen...ist das okay?“, fragte er mit einer sanften, engelsgleichen Stimme. „So schnell?“, stieß Sanne aus und sah ihren Freund an. Doch dann überlegte sie...Das Geld würden sie wirklich brauchen und es war ja nur diese eine Nacht. „Na gut...ruf sie gleich an.“, bestimmte sie und schon sprang Marvin aus dem Bett, ging in die Küche und telefonierte. Sanne blieb im Bett zurück und ließ sich alles noch einmal durch den Kopf gehen. Fünfzehntausend Euro...wie konnte ihr Freund nur so viel Geld sich von einem Mann leihen, der dafür bekannt war, dass er Wucherzinsen verlangen würde. Nun...nun musste sie, ihrem Freund zuliebe, ihren Körper verkaufen.


    Ehe sie ihre Gedanken weiterspinnen konnte, kam Marvin zurück. „Ich habe mit allen fünfen gesprochen...der erste kommt in zwei Stunden.“, erklärte er. „Du wirst mich aber nicht mit diesen Typen alleine lassen oder? Ich meine, du bleibst in der Wohnung...wenn die mir...“, sie verschluckte die letzten Worte, als Marvin ihr den Zeigefinger auf die Lippen legte. „Ssscht, ich bleibe im Wohnzimmer, keine Sorge...ich lasse nicht zu, dass sie dir etwas antun werden.“, meinte er nur und küsste sie zärtlich. Zwei Stunden später hörte sie nur die Türklingel und kurz darauf trat ein hochgewachsener, rundgewordener Mann mittleren Alters in das kleine Schlafzimmer. Sein lüsterner Blick durchdrang Sanne sofort. Er sagte nichts, doch dieser Blick verriet alles. Langsam zog er sich seine Sachen aus und kam vorsichtig zu ihr ins Bett. „Ich habe es etwas abenteuerlicher...“, meinte er und nahm seine Krawatte, verband dem Mädchen damit die Augen und fing an, seinen Körper an den ihren hin und her zu reiben. Sie merkte seine große, gierige Hand, die immer wieder abwechselnd ihre Brust knetete oder sich um ihren Mund schloss. Hoffentlich ging es schnell vorbei, dachte sie.

  • Semir kam pünktlich mit den Beginn der Abendnachrichten zu Hause an und wurde gleich von seiner ältesten Tochter mit einem Hechtsprung und einem lauten, langgezogenen „Papaaaaaa“ begrüßt. „Hey, meine kleine Prinzessin...wo ist die Mama?“, wollte der Kommissar wissen, gab Ayda einen dicken Schmatzer und nahm sie auf den Arm hoch. Erst jetzt merkte er, wie seine Tochter doch gewachsen und schwerer geworden ist. „Mama ist im Garten und sonnt sich...Schwesterchen schläft schon und Felix liegt in deinem Sessel.“, erzählte sie mit schneller Stimme. Semir musste lachen über seine Tochter. „Dann gehen wir doch mal die Mama wecken.“, meinte er, zog sich schnell die Schuhe aus und ging mit seinem Prinzesschen auf die Terrasse. „Ja und...Felix auch...der liegt in deinem Stuhl...“, wiederholte Ayda. „Ja genau…du machst den Kater und ich Mama...einverstanden?“, wollte Semir grinsend wissen. Ayda überlegte kurz und war einverstanden. Semir ging zum Liegestuhl und sah Andrea dort liegen. Völlig entspannt ließ sie sich von der Sonne braten. Er sah ihren Körper und erkannte dass die ersten Anzeichen für einen Sonnenbrand entstanden. „Hey…Andrea…“, sagte er leise und küsste seine Frau. Diese schlug die Augen auf. „Semir? Was machst du denn schon zuhause?“, fragte sie erstaunt. „Was ist das denn für eine Begrüßung…“, spielte Semir den Empörten und grinste gleichzeitig. „Du hast übrigens einen Sonnenbrand an deinen wunderschön geformten Oberschenkel…“, frotzelte er. Andrea sah auf ihr Bein. „Oh…gut, dass du es mir sagst. Hast du Hunger?“, wollte Andrea wissen. „Ja…wie ein Bär…“, bestätigte Semir. „Dann werde ich dir was machen…bringst du die Kinder rein…? Und vergiss unseren Königstiger nicht.“, meinte Andrea und deutete auf Felix, der Semir nur mit einem müden Blick empfing. Semir lachte. „Du meinst wohl eher Quälgeist…“


    ...

  • Sanne stand unter der Dusche. Sie fühlte sich so dreckig…und elendig. „Nur noch zweimal…noch zwei…dann war das Geld verdient…sagte sie sich. „Bist du fertig Schatz…der Mann ist da...“, hörte sie Marvin sagen. „Ja..ich komme…bin gleich soweit…“, gab sie zurück. Fünf Minuten später stand sie im Schlafzimmer. Der Mann, der sie diesmal anfassen durfte, war knappe 30 Jahre alt, hatte ein total vernarbtes Gesicht. „Leg dich hin…und du wirst einen richtigen Mann kennen lernen...“, versprach er und winkte sie an sich ran. Sanne legte sich bereitwillig hin und spreizte die Beine. „Oh nein…nicht so….dreh dich um!“, befahl der Mann. Sanne tat es und wünsche sich dass es schnell vorbei war. Doch der Mann war unersättlich. Immer wieder veränderte er die Stellung und verlangte von ihr mitzumachen. Nach einer guten Stunde war er endlich durch. Sanne fühlte sich ausgelaugt. Sie wollte nur noch schlafen. „Geh duschen..eine halbe Stunde und dann kommt der letzte…“, sagte Marvin und massierte sie. „Marvin…ich kann das nicht…es ist ekelhaft. Die Kerle sind….so…so…“, weinte sie. „Hey…es ist doch nur dieses eine Mal..versprochen…sobald ich dem Kerl sein Geld zurück gegeben habe, ist alles wie früher. Hier ich hab was, dass dich etwas ablenkt…“, lächelte er und hob eine kleine blaue Pille hoch. Sanne sah sie sich an. „Was ist das?“, wollte sie wissen. „Das ist eine Pille die dich das hier vergessen lässt. Sanne…ich finde das toll, dass du das für mich machst…du bist großartig im Bett und….ich liebe dich…“, lächelte er sie sanft an. „Aber…diese Kerle..sie sind…ekelhaft….“, klagte Sanne. Es klingelte. „Verdammt…das ist der letzte…Sanne..mach dich schnell fertig und nimm die Pille…bitte, es ist dann einfacher für dich.“, flehte er und küsste sie. Dann stand er auf und ging zur Tür.


    „Wie war dein Tag heute?“, wollte Andrea wissen. „Sehr ruhig….nichts los. Man merkt, dass viele verreist sind und ich hoffe, dass es am Wochenende so bleibt. Dann kann ich endlich den Garten mal auf Vordermann bringen.“, meinte Semir nur und schob sich die Gabel in den Mund. „Mhhhhh….das Sauerkraut…lecker…absolute Klasse.“, lobte er Andrea. Sie lachte laut auf. „Semir…das ist Rotkohl…kein Sauerkraut.“, berichtigte sie ihn. „Ach echt…schmeckt aber so….“, grinste er. „Unverschämter Kerl…“, knurrte Andrea und küsste ihn. „Dafür muss ich dich bestrafen…“, gab sie dann bekannt. „Ach und wie?“, wollte er wissen. „Das zeige ich dir, sobald die Kinder im Bett liegen…“, drohte sie. „Oh…jetzt hab ich Angst..muss ich Verstärkung rufen?“, lachte er leise. „Untersteh dich...mit dir werde ich schon allein fertig...“, lachte Andrea und küsste ihn. Ayda sah dem Treiben ihrer Eltern zu. „Layla…es wird Zeit, dass wir ins Bett gehen…Mamma und Papa wollen allein sein...“, erklärte die fünfjährige ihrer kleinen Schwester. Andrea und Semir sahen sich an und lachten laut los. „Wir müssen aufpassen…die Kleine ist verdammt altklug...“, meinte Andrea nur. „Wie der Papa…“, grinste Semir und gab ihr schnell einen Kuss. „So…meine Prinzessin…ab in die Badewanne und dann ins Bett.“, gab er dann bekannt und hob Ayda hoch. „Papa..ich bade doch allein….“, widersprach Ayda. „Oh…ehrlich…? Darf ich kein weißer Hai mit dir mehr spielen?“, wollte Semir wissen und verzog sein Gesicht als würde er weinen. „Aber Papa….doch…darfst du...nicht weinen…“, lachte Ayda, die genau sah, dass ihr Vater nur so tat. „Braves Mädchen…“, lobte er seine Tochter und trug sie ins Bad. Andrea sah im kopfschüttelnd nach. Wenn es um seine Kinder ging, wurde Semir selbst zum Kind und sie durfte nach der Wasserschlacht das Bad reinigen.

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  • Das Abendessen im holländischen Gefängnis von Venlo war fast zu Ende, als einer der Wärter auf einen einsam sitzenden Insassen zutrat. „Kalvus...mitkommen...“, fauchte der Mann und wartete nicht einmal, bis der Gefangene ihm folgte. Sander Kalvus, einer der gefährlichsten Gegenspieler, die Semir und Ben je hatten. Verantwortlich für den Tod von Chris Ritter und anderen Kollegen, einst Oberhaupt eines europaweit operierenden Drogenumschlagsringes. Ohne lange zu überlegen, folgte der Mann und wurde in einen der vielen Besucherräume gebracht. „Ihr Anwalt will sie sprechen.“, knurrte der Sicherheitsbeamte und schlug die Tür wieder zu. Kalvus ließ sich auf den Stuhl fallen und sah auf die halb im Schatten stehende, an der Wand gelehnte Gestalt, die scheinbar seine Hände in den Taschen seiner Anzugshose vergraben hatte. „Holtzer, was wollen sie denn hier?“, kam es knurrend von Kalvus, der sich durch seine graumelierten Haare fuhr. „Herr Kalvus, ich muss ihnen etwas mitteilen, was ihnen nicht gefallen wird...“, meinte der Anwalt und trat aus dem Schatten, ließ sich auf den Stuhl fallen und lehnte sich nach vorne. „Es geht um ihre Tochter...scheinbar wird sie dazu gezwungen, mit Männern für Geld zu schlafen.“, erklärte er dem gleichgültig dasitzenden Mann. Sofort sprang Sander Kalvus auf, der Stuhl fiel scheppernd nach hinten. „Was sagen sie da...Meine Lysanne soll auf den Strich gehen?“, fauchte er und schlug mehrmals erst auf den Tisch und dann gegen die Wand. „Sie lügen man...“, fauchte er und packte Holtzer am Kragen. „Leider nein...ein Klient hat mich vor drei Stunden ein Bild von einem Mädchen aufs Handy gesimst...Das ist doch ihre Tochter oder nicht?“, wollte der Jurist wissen und hielt dem Gefangenen das Handy hin. Mit starrem Blick sah Kalvus auf das Display. „Ich will den Kerl, der dafür verantwortlich ist...“, fauchte er und schäumte vor Wut.


    Ben fuhr derweil mit seiner Harley die Bergstraßen hinauf und folgte seinen Bandfreunden, mit denen er den Ausflug unternahm. Schon bald erreichten sie den für die Reise vorgesehenen Gasthof. Die Maschinen rollten aus und das Knattern erlosch langsam, nachdem alle den Motor abgestellt hatten. „Man, war dass eine Fahrt...“, meinte Riko und zog sich als erstes den Helm ab. „Die Sonne brennt ganz schön...jetzt brauch ich erstmal ein Bier.“, lachte Sven und ging auf die Gaststätte zu. „Ich weiß gar nicht, was ihr habt? War doch ne tolle Spritztour...“, grinste Ben und setzte sich auf einen der außen stehenden Holzbänke mit direktem Tisch davor. „Ja, du hast auch mehr PS unter dem Hintern.“, grinste Riko nur und bestellte für die ganze Gruppe eine Runde Bier und Wasser. Ungewollt lauschte Ben derweil einem Gespräch, was seine Aufmerksamkeit als Hauptkommissar auf sich zog.

  • „Ich sag’s euch. Sie ist bald soweit...noch ein paar von diesen Dingern hier und das Mädel frisst mir aus der Hand.“ Unauffällig versuchte Ben sich zu dem Mann umzudrehen, doch dieser saß hinter einer Ecke, seine Stimme war aber deutlich zu hören. „Ben...Ben hallo...kannst du dich mal um uns kümmern? Vergiss nicht, wir wollten an diesem Wochenende endlich mal wieder ein paar neue Songs schreiben...“, knurrte Sven und schlug dem jungen Hauptkommissar gegen die Schulter. „Was...ja...ja, bin ja schon da...“, murmelte Ben und nahm einen weiteren Schluck aus dem Bierkrug. Doch das eben gehörte konnte er so schnell nicht vergessen. Und dann hörte er den Kies knirschen. Schnell ruckte er mit dem Kopf herum. Er musste diesen Mann sehen. „Ben, hier sind wir...“, fauchte Riko und just in diesem Moment kam der Mann um die Ecke, gerade, als Ben sich wieder seinen Bandkollegen zugewandt hatte. Verflucht, dachte er nur, als er nur noch die Rückansicht des Mannes zu Gesicht bekam. Er packte das eben Gehörte in seinem Gehirn weg und widmete sich dann Riko und Sven.


    „So Prinzesschen, jetzt geht’s aber ab ins Bett...Der Papa liest dir auch noch was vor.“, meinte Semir, als er seine Tochter aus der Wanne hob und mit dem Handtuch abrubbelte. „Die Geschichte vom Drachen?“, fragte Ayda freudig aufgeregt. „Wenn du das hören willst...klar...“, lachte Semir. Ayda liebte die Geschichte von dem furchtlosen Ritter, der seine Prinzessin vor einem Drachen rettete und sie dann heiratet. „Layla schläft aber schon...also ganz leise…okay?“, wollte er wissen. Ayda nickte und sprang in ihr Bettchen. Semir setzte sich neben ihr und nahm das Märchenbuch. Während er ihr die Geschichte vorlas, schmiegte sich das kleine Mädchen eng an ihn. Er las und nach knappen zehn Minuten war Ayda eingeschlafen. Sanft rückte er das Mädchen im Bett so hin das sie bequem lag. Er küsste ihr sanft auf die Stirn. „Schlaf schön meine Prinzessin.“, hauchte er leise und löschte das Licht. Er ging ins Wohnzimmer und sah Andrea an. „Und nun….bekomme ich meine Strafe…ja?“, fragte er hoffnungsvoll. Andrea lachte auf. „Du bist der erste, der sich auf die Strafe freut was?“, wollte sie wissen. Semir setzte sich neben ihr und nahm sie in den Arm. „Deine Strafen sind die Besten...“, lobte er sie. „Na dann lass ich dich nicht länger warten….komm türkischer Hengst…ich liebe dich…“, kam von ihr. Semir grinste. „Ich weiß…“, meinte er nur. Andrea sah ihn an. „Du bist so ein Egoist…“, tadelte sie ihn. „Werde ich dafür auch bestraft?“, wollte er hoffnungsvoll wissen und grinste breit. Gemeinsam gingen sie ins Bett, wo Semir seine Strafe bekam.


    ...

  • Sanne lag im Bett und sah Marvin an. „Marvin…ich will das nicht mehr...gib das Geld an den Kredithai zurück und dann können wir in Ruhe leben. Wir suchen uns einen Job und dann ist so etwas nie wieder nötig. Ich kam mir so dreckig vor…diese Tablette, die du mir gegeben hast…sie hat mir echt geholfen. Während dieser Kerl auf mich lag, hab ich wunderschöne Farben gesehen….geträumt von einem Bach und ich lag mitten drin…es war schön…aber...“, beklagte Sanne. Marvin lächelte sie an. „Nur keine Sorge….es wird nie wieder so sein...“, beruhigte er sie. Sanne war zufrieden. Sie ahnte nur nicht genau, wie Marvin dies meinte. Denn er war eiskalt und würde sie an die Drogen bringen und dann auf den Strich schicken. Wenn sie erst einmal süchtig war, dann würde sie freiwillig die Beine breit machen… wenn nicht…dann gibt es keine Wunderpille. „Ich liebe dich und mir hat es genauso weh getan…wie du mit diesen Männern im Bett lagst. Aber, hat es dir nicht auch etwas gefallen? Ich meine bist du…?“, wollte er wissen. Sanne dachte kurz nach. „Nun ja…ich…habe ..nein…nicht so wie bei dir…“, lächelte sie dann. „Du bist wunderschön…viele Kerle würden ein Vermögen zahlen, um mit dir zu schlafen…“, machte er ihr Komplimente. „Weißt du…wenn ich 18 bin, dann erbe ich das, was mein Vater mir zugedacht hatte. Der Nachlass meiner Mutter ist sehr groß und…wir können uns dann ein Leben im Luxus machen...“, erzählte Sanne. Marvin horchte auf. „Ich dachte, du bist im Heim groß geworden?“, harkte er nach. „Nein…ich war zwölf als ich ins Heim musste. Mein Vater musste ins Gefängnis und da sich sonst keiner um mich kümmerte musste ich ins Heim…“, erzählte Sanne zum ersten Mal von ihrer Familie. „Dein Vater sitzt im Knast? Warum das denn?“, kam die nächste Frage von Marvin. „Das weiß ich gar nicht so genau….“, gab Sanne zu.


    Ben und seine Freunde suchten sich ein gemütliches Hotel und checkten ein. Zunächst saßen sie noch in der hoteleigenen Bar bis sie gegen Mitternacht gingen sie in ihre Zimmer. Ben dachte erneut über die Gesprächsfetzen nach, die er mitbekommen hatte. Wenn er nicht gerade ein Kriminalist wäre, würde er das sicher vergessen haben, doch irgendwie kam es ihm vor, als würde es hier um die Prostitution gehen. Und dieser Typ war ein Zuhälter…doch wer war das arme Ding? „….noch ein paar Tage und sie ist soweit….“ hallte es in seinem Kopf. Doch die Müdigkeit zollte ihren Tribut. Mit den Gedanken an dieses arme Mädchen, was in die Fänge von skrupellosen Zuhältern war. Er ahnte zu diesem Zeitpunkt nicht, dass er sich mit dieser Sachen noch beschäftigen würde. Die Drei bezogen ihre jeweiligen Zimmer und verabredeten sich den morgigen Samstag zum Frühstück. Ben sagte zu und ließ sich einfach ins Bett fallen, war innerhalb weniger Minuten eingeschlafen. Doch wirklich schlafen konnte er nicht. Immer wieder hallten ihm die Worte wie eine Endlosschleife durch den Kopf und immer wieder sah er die Rückansicht des Mannes. Er wusste nur, dass er jung war. Über das ganze Gegrübel schlief Ben alsbald doch noch ein. Seine Gedanken über den Mann sollten alsbald eine Bestätigung der anderen Art finden.


    „Ich gebe ihnen die Adresse von ein paar Leuten. Sie werden sich darum kümmern, dass dieses Schwein bestraft wird...und zwar, richtig fertig gemacht wird.“, fauchte Kalvus seinen Anwalt an, reichte ihm ein Stück Papier. „Lassen sie das mich lieber auf legalem Wege regeln...Ich kann...“ „Nein, nein, nein...ich will, dass diese Schweine alle bluten...sie sollen alle dafür bezahlen, dass sie meine Tochter besprungen haben.“, zischte Kalvus und lehnte sich bedrohlich weit über den Tisch. Holtzer wich einige Zentimeter zurück. „Meine rechte Hand ist mir immer noch treu ergeben...suchen sie ihn auf und sagen sie ihm, was sie mir gesagt haben. Er wird dann schon wissen, was zu tun ist.“, fauchte Kalvus und hämmerte gegen die Tür. „Und wehe, sie vermasseln es...dann sind sie dran.“, drohte der Haftinsasse, kurz bevor der Wärter die Tür öffnete und ihn wieder in seine Zelle brachte. Holtzer verließ das Gefängnis von Venlo und fuhr zurück nach Deutschland. Die Adresse, wo er Kalvus „rechte Hand“ finden würde, kannte er gut. Er war oft selbst genug zum abendlichen Pokerspielen dort. „Roman...“, rief Holtzer durch das dunkle und mit Rauch verhangene Lokal. Durch die Nebelwand trat eine großgewachsene Person mit einer Schlägervisage auf den Anwalt zu. „Ah, du wieder mal...willst du mich wieder abzocken, oder wie?“, fauchte Roman Fischer und zog an einer dicken Zigarre. „Hier, das ist vom Chef...er will, dass ihr das sofort erledigt.“, meinte der Anwalt und reichte dem Hünen einen Zettel von Kalvus. „Ich verstehe...lass das unsere Sorge sein, Anwältchen...wir machen das schon.“, lachte der Mann und klopfte dem Jurist nur auf die Schulter. „Gut, denn ich will damit nichts zu tun haben.“, fauchte Holtzer und verschwand wieder.

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  • Marvin sah Sanne an. „Wohin führst du mich?“, wollte sie wissen. Ihre Augen waren verbunden. Ihr Freund hatte eine Überraschung für sie, hatte er ihr versprochen. „Ssscht, das ist eine Überraschung.“, lachte er und führte seine Freundin nur weiter über einen langgezogenen Hof in ein Gebäude hinein. „So, hier lang.“, meinte er nur und zog Sanne einen weiteren Gang entlang, ein paar Stufen hinunter und dann in einen großen Raum, der nach Zigarren und einem eigenartigen, aufdringlichen Rasierwasser roch. „So, das ist sie also...“, lachte plötzlich eine Stimme. Erschrocken fuhr Sanne zusammen und riss sich die Augenbinde ab, als eine schmierige Hand ihr Gesicht berührte. Sie sah in grausam kleine Augen. „Was...was soll das? Wer...wer sind sie?“, wollte Sanne wissen und versuchte, sich aus dem Griff zu befreien, der sie festhielt. „Ich bin dein neuer Arbeitgeber und du wirst in den nächsten Wochen die Beine ganz schön breit machen müssen.“, lachte er und zog an seiner Zigarre, blies ihr den Rauch mitten ins Gesicht. Sanne sah sich suchend um. „Marvin? Was...was hat das zu bedeuten?“, wollte sie wissen. „Ich will ehrlich sein, Schätzchen? Du wirst mir eine Menge Kohle einbringen und so lange du hier bist, verdiene ich eine Menge Geld mit dir...und in zwei Jahren, wenn du dein Geld bekommst, werde ich noch reicher sein.“, grinste er nur und wollte gerade gehen, als sich ihm Sanne an den Hals warf. „Du dreckiges Stück...“, schrie sie und schlug mit ihren Fäusten und Händen gegen die Brust des Mannes. Dann holte sie aus und kratzte ihm mit ihren langen Fingernägeln drei lange Rillen in die Wange ein. „Du verdammtes Miststück...“, schrie Marvin und wollte sie schlagen, doch der Bordellbesitzer hielt ihn zurück. „Hey, hör auf, mir meine Ware zu beschädigen...“, fauchte er und reichte dem Mann dann einen Umschlag. „Hier ist dein Geld...los, hau ab.“, forderte er und dann verschwand Marvin.


    „MARVIN!! NEIN!! DU KANNST MICH DOCH NICHT HIER LASSEN!!“, schrie Sanne hinter ihm her, doch Marvin drehte sich nicht um. „Komm..ich zeige dir dein Zimmer!“, fauchte der Mann sie an. „NEIN!! ICH WILL NICHT!!“, weinte Sanne und versuchte sich gegen den Mann zu wehren, doch dieser fackelte nicht lange und schlug mit der flachen Hand zu. Lysanne Kalvus ging zu Boden und weinte leise. Sie wusste nun, wo sie gelandet war. Fabian Fenner zog sie hoch. „Du wirst tun, was ich sage… du gehörst mir! Ist das bei dir angekommen?“, wollte er von ihr wissen. Sanne sah ihn ängstlich an und nickte. „Sehr schön…und nun komm!“, forderte er sie wieder auf.

  • Diesmal ging Sanne mit. Sie ging mit ihm mit. Das Zimmer lag im ersten Stock und war zweckmäßig eingerichtet. Ein großes Bett, ein Stuhl, ein Tisch und ein anliegendes Badezimmer. „Das ist ein neuer Arbeitsplatz. Mach dich fertig….Klamotten findest du im Schrank! Der erste Kunde kommt in einer Stunde!“, gab Fabian bekannt. Er stieß Sanne ins Zimmer und verschloss die Tür. Lysanne ließ sich auf das Bett fallen und weinte nur. „Papa...bitte hilf mir….“, schluchzte sie. Noch ahnte sie nicht, dass alles für ihre Rettung in die Wege geleitet war. Sie bemerkte nicht einmal, wie die Zeit verging. Erst als die Tür sich öffnete und Fabian mit einem weiteren Mann herein kam erwachte sie aus ihrer Lethargie. Doch es war zu spät. Fabian sah sie wütend an und bat den Gast wieder raus. Er schloss die Tür von innen und kam drohend auf Lysanne zu.


    „Guten Morgen Ben…..gut geschlafen?“, wollte Sven wissen, als Ben ziemlich verschlafen beim Frühstück erschien. „Nee...gar nicht…aber egal…in meinem Job bekomme ich manchmal noch weniger Schlaf. Habt ihr mir noch mal was übrig gelassen?“, wollte er wissen. „Hier ist Selbstbedienung…also auf und ab zum Buffet...“, lachte Riko. „Danke…ich geh ja schon…sieht gut aus…was ist das denn da?“, wollte Ben wissen und wies auf den Teller. „Das ist Schinken….echter Parmaschinken.“, erklärte Sven. „Sieht auch lecker aus…hey…wie die Braut da…whow…“, stieß Ben aus und sah in den Raum. Die Köpfe der Jungs rückten rüber. „Wo denn?“, wollte Sven wissen und sah Ben wieder an, der am kauen war. Sven sah auf seinen Teller. Er war leer. „BEN!! Du bist hinterhältig!“, knurrte er und musste dann lachen. Er fiel immer wieder auf solchen Trick rein. „Ist schon wieder weg...“, meinte Ben grinsend. Riko sah ihn an. „Dafür zahlst du die Runde heute Abend...“, drohte er. Ben nickte. „Ist so gut wie erledigt...“, versprach er. Sven und Riko holten Nachschlag und dachten diesmal direkt an Ben. Sie saßen noch eine ganze Weile am Tisch und tranken Kaffee. „Das Zeug ist echt gut…absolute klasse...“, lobte Ben das heiße Getränk. „Sag mal…was machen wir denn heute Abend?“, wollte Sven wissen. „Wir fahren gleich weiter…ich würde sagen in das nächste Dorf und nisten uns da heute Nacht ein...und morgen geht es ja schon wieder zurück. Am Montag hab ich Frühschicht.“ erklärte Ben. Riko und Sven waren einverstanden. Ein schöner Tag war geplant.


    ...

  • „AUA!!!“, schrie Semir und schoss regelrecht aus dem Bett. Etwas hatte ihn gebissen und das konnte nur eins heißen. Felix der Familienkater hatte Hunger. „Du verdammtes Mistvieh!!“, stieß Semir aus. Doch er konnte seinem Lebensretter aus alten Tagen nie lange böse sein. „Kannst du dir nicht mal ne andere Möglichkeit suchen, mich zu wecken…sanfter?“, wollte er wissen und kraulte dem Kater den Nacken. Sofort war ein Schnurren zu hören. „Siehst du...ich bin auch sanft zu dir…“, beklagte Semir sich. „Miau...“, kam von dem Kater. „Ja…du hast gut reden...wenn du so weiter machst dann fällt mein Zeh ab…“, erklärte er und schlurfte in die Küche. Er füllte den Napf des Katers und verzog sich wieder ins Bett. „Was ist denn schon wieder…?“, murmelte Andrea verschlafen. „Felix hatte Hunger...“, erklärte Semir und kuschelte sich eng an seine Frau. „Semir…ich bin noch müde…“, wies Andrea ihn an. „Aber ich will doch noch mal eine Strafe von dir bekommen…“, murmelte Semir und streichelte seine Frau über das Gesicht. Er küsste sie. „Wenn du nicht aufhörst, dann darfst du heute Abend auf der Couch schlafen…“, drohte Andrea verschlafen. Sofort verzog Semir sich auf seine Seite. „Das ist unfair…“, knurrte er. Nun drehte Andrea sich zu ihm um. „Wenn du jetzt brav bist, bekommst du die Strafe heute Abend…“, versprach sie und küsste ihn. „Okay…einverstanden...“, lachte Semir. Er schloss die Augen und war wenig später wieder eingeschlafen.


    Der Samstag ging bei Familie Gerkhan mit dem gemeinsamen Frühstücken los. Doch erstmal musste Semir Brötchen holen fahren. Schnell schwang er sich aufs Fahrrad und fuhr zum nahegelegenen Bäcker, dessen Verkäuferin ihn schon freundlich grüße. „Na Semir, mal wieder Wochenendeinkauf für die Familie?“, wollte Inge wissen. „Genau so ist es...gib mir mal 6 Normale, 2 Käsebrötchen und einen Mohnzopf.“, bat er und erhielt nach wenigen Minuten die frisch aus dem Ofen gekommenen Brötchen, bezahlte und fuhr zurück zur schon sehnsüchtig wartenden Familie. „Na endlich...hast wieder einen Schwatz mit Inge gehalten?“, stichelte Andrea, als sie ihrem Mann die frischen Backwaren abnahm und in den Brotkorb füllte. „Hey, du weißt doch, ich kann einfach dieser Frau kein Gespräch abschlagen...“, lachte er und setzte sich in seinen Terrassenstuhl. Das schön helle Wetter und die wärmenden Strahlen der Sonne luden förmlich zu einem Terrassenfrühstück ein. „Man, der Rasen muss aber wirklich mal gemäht werden.“, meinte Andrea und sah ihren Mann nur vielsagend an. „Ja, ich mach ja nachher schon.“, kam es nur kauend von Semir zurück. „Sehr gut, und wenn du schon dabei bist, kannst du auch gleich das Planschbecken für die Kinder aufstellen.“ „Au ja...“, rief Ayda freudig aus und klatschte dabei vergnügt in die Hände. „Klar mach ich...denn davon hab ich ja auch was...“, grinste Semir nur und aß weiterhin sein Brötchen. Auch Andrea grinste nur vielsagend. Es sollte für beide ein angenehmer Nachmittag werden.


    Auch Ben, Riko und Sven schwangen sich auf ihre Feueröfen, nachdem sie das Gepäck ordentlich verstaut hatten. Die Maschinen brodelten los und die Motoren blubberten auf, als die drei vom Hof des Gasthofes fuhren. Wieder ging die Fahrt die Serpentinen rauf und wieder runter. Vorbei an alten, unheimlich wirkenden Bäumen, die einem dieser Gruselmärchen entsprungen zu sein schienen. Ben konnte sich dennoch nicht von dem Blick lösen und hätte beinahe die Kurve nicht gekriegt. Doch als geübter Fahrer war dies kein ernsthaftes Problem. Bald schon führte sie die Straße auf freies, von Wiesen und Weiden durchzogenes Gelände. Kühe grasten auf den flachen Ebenen und an den einzeln liegenden Hügeln fraßen sich Schafe gierig an dem saftigen Gras satt. Immer wieder überholten sie mutig einige schleichende Autofahrer oder spielten mit sich gegenseitig Fangen. Doch schon bald ereilte das Gefühl des Hungers und so legten sie an einem Rastplatz, unweit eines kleinen Badesees eine Pause ein. „Okay, ich hab hier Frikadellenbrötchen, einmal Käse-Tomate-Morzarella-Brötchen und noch ein Frikadellenbrötchen...wer will was?“, fragte Ben und hielt die Fresspakete einzeln hoch. Sven musste grinsen. „Dass wir dir die Brote anvertraut haben und sie noch da sind, grenzt an ein Wunder.“, lachte er. „Okay, dann kriegst du die Portion für Fleischlose...“, konterte Ben und packte ihm einfach das Tomaten-Käse-Brot vor die Nase. „Hey, so war das eigentlich nicht gedacht...“, begehrte Sven auf. Riko lachte nur und biss in sein Frikadellenbrötchen. „Tja, selbst Schuld...“, grinste er nur und hielt seine Stärkung mit beiden Händen fest, ehe sich das ein anderer schnappen konnte. Dazu hatte Ben jedem ein Wasser hingestellt. Die Drei genossen die sichtliche Ruhe und Entspannung dieses Ausfluges.

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    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • So da Chris nicht da ist, von mir ein paar Teile nacheinander.....


    Roman streifte sich die Handschuhe von den Fingern, als er aus dem Kühltransporter zurückkam. „So, der ist...wie sagt man so schön...auf Eis gelegt. Der wird keiner mehr was antun.“, grinste er und sah Klaus an, der damit beschäftigt war, die blutige Folie wieder aufzurollen. „Das war ja fast zu einfach...er hat gewinselt wie ein Baby...“, lachte er. „Ja, aber dadurch wissen wir immer noch nicht, wo Kalvus Tochter ist...“, zischte Roman und schloss die Ladefläche des Kühllasters, ohne dabei seine Fingerabdrücke zu hinterlassen. „Wieso musstest du ihn auch die volle Dosis geben...ich hatte doch gesagt, klein anfangen...“, knurrte er seinen Mitarbeiter an. „Das Gerät war wohl noch auf die hohe Voltzahl vom letzten Mal eingestellt. Sorry Boss...“, versuchte sich Klaus zu entschuldigen, doch die flache Hand von Roman machte ihm deutlich, wie schwer er versagt hatte. Roman holte aus und schlug ihm ins Gesicht. Klaus steckte es ein, ohne etwas zu tun. „Das nächste Mal wirst du es vorher testen...ist das klar?“, fauchte Roman. Klaus nickte nur. Er rieb sich die Wange, wo sich die fünf Finger von Roman abbildeten. „Und nun wirst du dich in den Bordellen umsehen...irgendwo wird die Kleine sein…“, befahl Roman. Klaus nickte nur und machte sich an die Arbeit. Er fuhr zunächst nach Düsseldorf, da er von einem Informanten erfahren hatte, dass sich Frischfleisch in den Bordellen befand. Vielleicht hatte er direkt Glück und fand die Kleine von Kalvus. Klaus verstand nicht, warum Roman alles tat, was dieser Typ sagte. Er war doch im Knast...und konnte nichts unternehmen…aber das war nicht seine Sache. Ihm war wichtiger dass er Preis stimmte und er sein Geld auch bekam.


    „HEY!!! Das ist unfair!!“, lachte Semir als Ayda ihm einen Eimer mit kaltem Wasser über den Kopf schüttete. „Na warte!! Jetzt holt der Papa dich...!“, meinte er und lud seine Wasserpistole nach und spritzte dann seine Tochter nach. Ayda lachte und gluckste vor Freude. Sie genoss die Tage mit ihrem Vater, die viel zu selten waren und auch Semir genoss es für seine Familie da zu sein. Der Tag neigte sich dem Ende und es wurde kühler. Semir und Ayda mussten dem Wasser für den heutigen Tag auf Wiedersehen sagen und sich in ein Handtuch wickeln. „So….Layla muss gleich ihre Flasche haben….gibst du sie ihr?“, wollte Andrea von Semir wissen. „Ja…gern…“, zitterte Semir. „War das Wasser zu kalt?“, lachte Andrea. „Nein…es war herrlich…“, strahlte Semir nur. Gegen sieben gingen sie alle rein. Ayda wurde kurz abgeduscht und eingecremt, da die Haut des Mädchens durch die Wasserschlacht mit ihrem Vater ziemlich durchgeweicht war. Andrea bereitete Layla für das Bett vor und auch Ayda schien völlig fertig zu sein. Gegen halb acht waren die Mädchen im Bett und schliefen bereits tief und fest. „Es war ein herrliches Wochenende...“, meinte Semir, als er bei Andrea auf dem Schoß lag. Andrea streichelte über die Stirn ihres Mannes. „Ja..schade nur, dass sie so selten sind…“, meinte sie und beugte sich zu ihn um ihn zu küssten. Semir kam ihr entgegen. „Ich verspreche dir, dass sie demnächst öfter sind...“, kam von Semir. „Semir…versprich nichts, was du nicht halten kannst. Du weißt nie, was passiert. Wie dein Dienst ist oder was du an Überstunden leisten musst. Ich finde es schön, dass wir wenigstens manchmal so unbeschwerte Tage haben können….“, erklärte Andrea


    „Whow…..das war gut...“, kam von Ben, als sie die Gitarren weglegten und das kleine Feuer in der Feuerstelle löschten. Riko nickte. „Schade nur, dass das Wochenende schon fast um ist. Du wirst sicher wieder Dienst machen und die Autos schrotten…macht dir das eigentlich wirklich Spaß? Ich meine… du müsstest doch gar nicht arbeiten…“, wollte er von Ben wissen. „Ich müsste nicht, aber ich will. Und ja…es macht mir Spaß über die Autobahn zu rasen und die bösen Buben zur Strecke zu bringen.“, bestätigte Ben. „Jeder hat seinen Spaß. Wie kommst du denn mit den Kollegen zu Recht? Gibt es da nicht mal so etwas wie Machtgehabe?“, harkte er nach. Ben schüttelte den Kopf. „Nein…sicher…es gibt schon mal ein paar Auseinandersetzungen aber…nichts, was nicht innerhalb weniger Augenblicke wieder vergessen ist…“, erklärte Ben. „Wer ist denn eigentlich höher gestellt….du oder dein Partner?“, kam die nächste Frage. Ben grinste. „Tja…wir sind beide Hauptkommissare…und wir stehen gleich. Er hat natürlich mehr Erfahrung, aber das hat nicht viel zu sagen. Wichtig ist, dass wir uns aufeinander verlassen können, wenn es darauf ankommt.“, erklärte Ben bereitwillig. „Und wie oft kommt es vor, dass ihr so richtig in der Klemme sitzt?“, fragte Riko nach. „Das passiert schon mal, aber nicht oft. Wir wissen ja, wen wir jagen und können die Risiken einschätzen. Wir gehen so wenig Risiko ein, wie nur möglich…“, antwortete Ben. „Und was wenn es nicht möglich ist?“, wollte Sven wissen. Ben lächelte. „Dann hoffen wir, dass wir Hilfe von außen bekommen…“, gab Ben grinsend von sich.

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  • uops...na dann halt hier... den neuen Teil...;)


    Auch dieses freie Wochenende ging für unsere Helden zu Ende und schon war der Montag wieder da. „Morgen...“, gab Ben etwas verschlafen von sich, als er ins Büro kam. Seine Schritte stoppten, als er den leeren Stuhl seines Partners sah. „Äh...“, kam es verwundert von dem jungen Hauptkommissar und sofort ging er zu Susanne wieder vor. „Sag mal, ist Semir noch gar nicht aufgetaucht?“, wollte er wissen. Susanne blickte ihn an. „Nein, ich wundere mich auch...immerhin ist er der erste von euch beiden.“, grinste sie. Ben erwiderte das Lächeln. „Dann bin ich wohl dieses Mal der Erste.“, lachte Ben und wollte schon in sein Büro zurückgehen, als ihm plötzlich und unverhofft jemand auf die Schultern schlug. „Morgen Kollege...“, ertönte die kecke Stimme von Semir und schon war der Deutschtürke an Ben vorbei ins Büro geschlüpft. Der junge Hauptkommissar folgte seinem Kollegen, stellte sich dann mit verschränkten Armen in die Tür und sah seinen Partner nur an. „Los...sag es...“, forderte Ben grinsend. „Was soll ich sagen?“, fragte Semir nur. „Ich war früher da, als du...ich hab dich geschlagen...“, präzisierte Ben. „Toll, du warst ein Mal früher da, als sonst...soll ich dir dafür ein Euro geben?“, feixte Semir nur. „Nö, aber du könntest mir einen Kaffee holen.“, grinste Ben nur. „Träum weiter...den kannst du dir selbst holen...aber erstmal machen wir unsere morgendliche Runde auf der Autobahn.“, bestimmte Semir und war schon auf dem Weg zum Parkplatz.


    Der BMW brauste über die Autobahn und suchte sich seinen Weg durch den morgendlichen Berufsverkehr. „Und, wie war dein Wochenende?“, wollte Semir von seinem Partner und Freund wissen. „Klasse...so eine Motorradtour ist doch was feines. Wenn der Wind dir um die Nase weht und du nichts weiter als die Maschine unter dir spürst.“, grinste Ben und sah zu Semir hinüber. „Ja, und die vielen Käfer, die einen ins Gesicht fliegen oder die Fliegen oder...“, fing Semir an. „Ja klar Semir...Wie war eigentlich das Familienwochenende?“, wollte Ben dann wissen. „Sehr gut...endlich hatte ich mal wieder Zeit für meine Kinder. Wir haben einfach die Sonne genossen und im familieneigenen Pool gebadet.“, lachte der Deutschtürke. „Äh Semir...ihr habt keinen Pool...dafür reicht ja nicht einmal euer Garten aus.“, meinte Ben stichelnd. „Ja hallo? So ein Planschbecken ist doch auch was Feines...“, grummelte der Deutschtürke nur. „Alles klar...“, lachte Ben und warf einen kurzen Blick nach rechts. „Hmm, ich glaub, der verliert hier seine halbe Ladung...“ Semir sah ebenfalls nach rechts. Ein Laster, der direkt neben dem BMW fuhr, schien ein Leck zu haben. „Holla...der verschmiert die ganze Fahrbahn. Na, den holen wir besser mal raus, ehe noch etwas passiert.“, bestimmte Semir nur. Ben nickte und holte die Kelle hervor, ließ das Fenster runter und fuchtelte mit seiner Polizeikelle vor der Scheibe des Lkws herum. Dieser reagierte und gemeinsam fuhren sie auf den nächsten Rastplatz hinaus. „Was ist denn los? Ich hab mich doch an die Geschwindigkeit gehalten?“, knurrte der Fahrer und streckte seinen Kopf zum Fenster hinaus. „Meister, ich glaube, ihre Kühlung hat ein Leck. Haben sie das nicht gemerkt?“, meinte Ben nur und deutete nach hinten. „Was? Oh verdammt, das war aber noch in Ordnung, als ich los bin.“, fauchte Günther Neuroth und kletterte aus seinem Führerhaus. „Was haben sie denn geladen?“, wollte Semir wissen. „Fleisch...oder anders gesagt, gefrorene Schweinehälften, die ich von einem Schlachter hole und an eine Großmetzgerei liefere.“, erwiderte der Mann und sah sich sein Kühlaggregat an. „Oh man...der Schlauch ist abgefallen...kein Wunder, dass das Ding nicht kühlt.“, fauchte er nur und fummelte die Öffnung des Schlaues wieder an die Maschine. „Ich seh mir mal die Ladung an...“, meinte Ben nur und ging nach hinten, ließ die Verladefläche runterfahren und sprang mit einem Satz hoch. „Kann ich mal ihre Papiere sehen?“, bat Semir den Mann und dieser nickte nur. Plötzlich forderte ein Schrei Semirs volle Aufmerksamkeit. „Ben? Ben?“, rief Semir nach hinten und hechtete ebenfalls auf die Ladefläche. Ben war zu Boden gesunken und zeigte nur mit zitternder Hand auf einen der Haken.

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  • Semir folgte der Richtung und musste schlucken. „Oh…das..ist aber kein Schwein….“, stieß er aus. „Nee…nicht wirklich..mir ist schlecht...“, kam von Ben. Er sprang von der Ladefläche und holte tief Luft. „Kann ich jetzt weiterfahren?“, wollte der Fahrer wissen. Semir kam ebenfalls runter. „Der Wagen ist konfisziert….können Sie mir sagen, wie es sein kann, dass eine Leiche da drin ist?“, fragte er. „Wie bitte? Aber…das …das….ist unglaublich...“, stammelte der Fahrer. „Nein..leider nicht…“, gab Semir zurück und rief die Spurensicherung. Er sah zu Ben, der an der Leitplanke saß und ging hin. „Na geht’s wieder?“, wollte er wissen. Er schlug Ben ermunternd auf die Schulter. „Ja...schon gut…boah....wie ekelhaft…“, meinte Ben. „Ja…ich werde mal sehen, ob der Typ Papiere bei sich hat. So wie der aussieht, waren die letzten Stunden kein Zuckerschlecken…“, kam von Semir. Er zog sich Handschuhe an, kletterte erneut auf die Ladefläche und ging zu der Leiche. „Zeig mir mal, wer du bist…“, murmelte Semir und durchsuchte die Leiche. Er fand sogar eine Brieftasche. „Na, wenn einem die Arbeit so leicht gemacht wird…ist es doch klasse.“, lachte er und zog den Ausweis heraus. „Marvin Keller….“, las Semir vor. „Hey…dass ihr Beide mal wieder was Schlimmes anstellt war mir eigentlich klar...“, riss ihn eine Stimme aus den Gedanken. Semir sah auf. „Wegener…wie geht’s?“, wollte er wissen. „Danke der Nachfrage…dank euch kann ich keinen Feierabend machen, aber sonst geht es mir gut...“, knurrte der Gerichtsmediziner, der sich nach seinem anstrengenden Nachtdienst eigentlich auf sein Bett freute. „Komm rauf, die Arbeit hängt hier.“, grinste Semir und reichte dem Arzt die Hand. Mit einem Ruck zog er ihn auf die Fläche. Wegener sah sich den Leichnam an. „Also wenn ich das so sehe…diese Stelle am Hals sieht aus wie Elektroschockermale…aber genaueres wie immer nach der Obduktion.“, erklärte er. „Ja sicher.. und du weißt wie immer…“, grinste Semir. „Ja...ich weiß...so schnell wie möglich…“, knurrte Wegener zurück.


    Lysanne lag auf ihrem Bett und weinte nur. Fabian hatte ihr schmerzhaft gezeigt, was passierte, wenn sie sich gegen seinen Befehl stellte. Die Tür ging auf und Josefine kam herein. „Hey…Kleines…geht es wieder?“, wollte sie besorgt wissen. „Ich will hier weg!! Ich will das nicht...“, weinte Lysanne. „Komm…nimm das...es hilft zwar nicht dabei dich hier raus zu bringen, aber es hilft dir zu vergessen.“, erklärte Josefine. Lysanne sah sie an. „Was ist das?“, fragte sie schluchzend. „Ich weiß nicht...aber danach ist es anders…“, meinte Josefine. Lysanne nahm eine der blauen Tabletten und schluckte sie runter. „Du solltest dich waschen… die Kunden kommen sicher in ein oder zwei Stunden und Fabian kennt kein Pardon.“, schlug Josefine vor. „Ich will das aber nicht…“, begehrte Lysanne auf. „Sanne…du kannst dich nicht dagegen wehren. Er wird dich dafür bestrafen. Die Schläge waren nur der Anfang…ich … glaube mir, ich weiß es...“, kam leise von Josefine. „Hat er das bei dir auch gemacht?“, wollte Lysanne wissen. „Nicht nur er….weißt du…als ich hier gekauft wurde, da...da dachte ich …ich müsste sterben. Florian hat mir Kunden ran gebracht und…ich habe erst nicht gewollt, er hat mich dann windelweich geprügelt und eingesperrt. Tagelang….war ich im Keller ohne Licht, ohne Kontakt zur Außenwelt…und eines Tages kam er mit sechs Mann in meine Zelle…alle haben…“, Josefine stockte. „…seit dem weiß ich, dass es besser ist freiwillig mitzumachen…“, hängte sie an. Lysanne sah sie an. „Mein Vater wird mich retten…das weiß ich…mein Vater wird mich hier raus holen...irgendwie…“, gab sie leise von sich. „Dein Vater? Weiß der denn, wo du bist?“, wollte Josefine wissen. „Er sitzt im Gefängnis, doch ich weiß, dass er genau weiß, was ich tue…und er wird mich hier raus holen lassen…“, versprach Lysanne. Josefine sah sie an. „Merkst du die Wirkung schon?“, fragte sie denn Lysanne legte sich hin und fing an zu kichern. Josefine stand auf und ging zur Tür. „Arme kleine Sanne…“, murmelte sie und verließ das Zimmer.

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  • „Was zum Teufel soll das heißen?“, fauchte Sander Kalvus seinen Anwalt an. „Wir haben….ihren Freund geschnappt, aber die Idioten haben ihn umgebracht, bevor er sagen konnte, was mit Lysanne ist…wir suchen weiter…“, versprach der Anwalt. „Das dauert mir zu lang…wir müssen einen anderen Weg finden….einen anderen….ich muss Lysanne da raus holen…unbedingt…“, murmelte Kalvus. „Was denn? Verdammt die Leiche ist sicher schon von der Polizei gefunden worden…“, gab der Anwalt zu verstehen. Kalvus Kopf ruckte rum. „Das ist es...die Polizei...die Polizei muss helfen...und ich weiß auch schon, wer das machen kann.“, knurrte Kalvus und merkte, wie ihn der Anwalt mit fragenden Blicken durchbohrte. „Wen meinen sie? Doch nicht etwa...“, fing Holtzer an. „Doch...genau den...den meine ich...“, stieß Kalvus wütend hervor. Seine Faust donnerte auf den Tisch, wie en Hammer auf den Amboss. „Aber...aber er hat sie ins Gefängnis gebracht...ich meine, warum denken sie, dass er ihnen helfen wird?“, wollte Holtzer wissen und sah seinen Mandanten mit fragenden Blicken an. „Weil er einen Sinn für Gerechtigkeit hat. Ich kenne ihn gut genug...ich weiß, wie verbissen er mich gejagt hat.“, lachte er und ließ sich dann in die Zelle bringen. Doch in der Tür drehte er sich wieder um. „Bringen sie ihn zu einem Gespräch hier her...ich will es ihm selbst erklären.“, forderte der Mann und drehte sich dann wieder um.


    Semir und Ben warteten, bis die Spusi den Transporter untersucht hatte und die Leiche abtransportiert wurde. Danach fuhren sie ins Büro zurück, um mit der klassischen Polizeiarbeit weiterzumachen. „Okay, mal sehen, was der Computer über diesen Marvin Keller hat.“, meinte Ben und tippte mit seinen Fingern auf der Tastatur herum. Semir stand hinter seinem Kollegen und sah Ben über die Schulter. „Okay...man, ganz schönes Register hier...“, stieß Ben plötzlich aus. „Hmm, was ist das? Vorwürfe wegen illegaler Prostitution...das war vor drei Jahren...ihm konnte nie was bewiesen werden.“, kam es von Semir. „Haben wir eine Adresse? Dann fahren wir da jetzt mal hin.“, kam es von Semir und schon schnappte er sich seine Jacke. Ben schrieb sich schnell die Adresse auf und folgte ihm, während er seine Jacke hinter sich her zog. Sie stiegen in den Mercedes und fuhren los. Nach einer halben Stunde erreichten sie eine der vielen Hochhaussiedlungen in Köln. „Hier möchte doch keiner begraben sein.“, kam es murrend von Ben. Dem konnte Semir nur beipflichten. „Wie gut, dass ich ein Eigenheim habe...“, grinste Semir nur. Sie gingen auf die entsprechende Hausnummer zu und fuhren in die vierte Etage. „Klopfen?“, wollte Ben wissen. „Klopfen.“, bestätigte Semir nur und im nächsten Moment flog die Tür auf. „Sehr guter Tritt.“, lobte Semir nur. „Danke Papa...“, grinste Ben nur und beide gingen langsam in die Wohnung hinein. „Okay, du Küche und Bad und ich die anderen Zimmer.“, schlug der Deutschtürke vor. Ben nickte nur und streifte sich seine weißen Handschuhe über. Er fing mit den Schränken unter der Spüle an, doch außer den üblichen Putzmitteln und Scheuerlappen waren dort nur noch einige Wollmäuse zu finden. Der junge Hauptkommissar nahm sich den nächsten Schrank vor. Doch auch hier fanden sich nur leere Töpfe und die üblichen Wollmäuse. Seine Schritte lenkten ihn weiter ins Badezimmer und sogleich machte er sich am Badezimmerschrank zu schaffen. Aber auch hier wurde er nicht fündig. Beim Umdrehen stieß er gegen eine Kachel an der Seite der Badewanne. Scheppernd fiel diese auf den Boden und zog Bens Aufmerksamkeit auf sich. „Na, was haben wir denn da?“ Vorsichtig zog Ben ein kleines, wasserdicht eingepacktes Döschen hervor. „Semir, ich hab hier was...“, rief er durch die Wohnung und sofort kam sein Kollege angerannt. „Was ist? Was schreist du denn so rum?“, kam es nur von Semir. „Hier schau mal...nach der Babypille sieht das doch nicht aus, oder?“, meinte Ben und hielt seinem Kollegen das geöffnete Döschen unter die Nase. „Nee, aber was ist das?“, wollte der Deutschtürke wissen und sah seinen Partner an. „Lass wir das mal von Hartmut checken. Ich hab da hinten auch was interessantes gefunden...jede Menge benutzter Kondome und eine dieser Pillen.“, meinte der Deutschtürke und sah Ben an. „Weißt du, wonach das aussieht? Das ist ein Mini-Bordell.“, stieß Semir aus.

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  • Der nächste Morgen begann mit einer Hiobsbotschaft in der Zeitung. Als Ben und Semir ins Büro kamen hörten sie Kim Krüger bereits brüllen. „Oh…die ist ja gut drauf...“, grinste Ben. Susanne sah ihn an. „Geht direkt rein..sie hat schon nach euch gefragt...“, gab sie den Hinweis. „Danke…der Morgen fängt ja schon verdammt gut an.“, stöhnte Semir. Gemeinsam mit Ben betrat er das Büro, wo Kim soeben den Hörer auflegte. „Chefin? Sie wollten uns sprechen?“, fragte Semir vorsichtig an. „Ja..hier..! Die Presse hat wieder eine tolle Aufmachung!!“, fauchte sie wütend und warf die Morgenzeitung, ein beliebtes Kölner-Tagesblatt auf den Tisch. „Toter im Kühltransporter!“, prangte als Aufhänger von der ersten Seite. Semir sah zu Ben. „Woher wissen die das denn schon wieder? Wir haben nichts gesagt...die Presse war auch gar nicht vor Ort...“, erklärte Semir sofort. „Das weiß ich…dieser Fahrer des Transporters hat sich so etwas dazu verdient…die Presse reißt es groß auf, die Auflage steigt und schon ist es….was haben wir?“, stöhnte Kim und ließ sich nieder. „Nun…der Tod trat gegen Mitternacht ein, genau kann der Zeitpunkt nicht festgelegt werden, weil durch die Frostung irgendwas verändert wurde…“, erläuterte Semir. „Todesursache?“, harkte Kim nach. „Tod durch Elektroschock…wir vermuten oder Wegener ist sich sicher, dass der Mann mit einem Elektroschocker zu Tode gefoltert wurde. Der Mann selbst ist als Zuhälter eine kleine Nummer gewesen, hat aber in seiner Wohnung einiges an Drogen aufbewahrt… wir vermuten, dass er Mädchen die von zuhause ausgerissen sind, auffängt und sie dann mit den Drogen gefügig macht, sie anschließend verkauft und dann das Geld verprasst. Beweise fehlen allerdings noch. Wir sind dran...“, versprach Ben. „Das will ich hoffen. Sorgen Sie bitte dafür, das nichts mehr an die Presse geht.“, bat Kim. Die Beiden nickten und verschwanden ins Büro. „Ach Semir...ein gewisser Frank Holtzer hat angerufen...du möchtest bitte zu ihn in die Kanzlei kommen…“, rief Susanne hinter ihm her. Semir sah sie an und dann zu Ben. „Holtzer? Ist das nicht der Anwalt von Kalvus gewesen?“, wollte Ben wissen. „Ja genau…was kann der nur von mir wollen?“, dachte Semir laut nach. „Fahr hin und du weißt es.“, grinste Ben. „Klar….aber du hast Recht...das mache ich auch...wenn du in fünf Stunden nichts von mir hörst, dann gib ne Suchmeldung raus...“, bat Semir, stand auf und verließ das Büro. „Hey.. das war ein Witz!! Semir!! Semir!!“, rief Ben hinterher. Doch Semir reagierte nicht. „So ein Idiot! Der rennt in eine Falle und weiß es auch noch...“, knurrte Ben und rannte hinter Semir her. Er sah gerade noch die Rücklichter vom BMW. „Jäger!! Kommen Sie in mein Büro!“, rief Kim von drinnen. „Ja Chefin…ich renne...“, gab Ben leise von sich. Kim hörte es nicht.


    Semir fuhr zu dem Büro, dessen Adresse Susanne ihn gegeben hatte. Er hatte ein mulmiges Gefühl in der Magengegend und überlegte, ob er es nicht doch lassen sollte. „Ach quatsch...seit wann hast du Angst vor einem schmierigen Anwalt?“, sprach Semir sich Mut zu und betrat das Büro. Im Vorzimmer saß eine Blondine, die wohl eher mit ihre Weiblichkeit prahlen konnte, als mit Fachwissen. „Der Holtzer erwartet mich...“, erklärte Semir und zeigte seinen Ausweis vor. „Geht das um eine Fälschung?“, fragte die Blondine. „Das weiß ich nicht…“, stieß Semir aus. „Sie müssen einen Termin ausmachen, wenn Sie zu Herrn Holtzer wollen.“, erklärte sie freundlich. Semir stieß verächtlich Luft aus. „Noch einmal..möchten Sie mitschreiben?“, fragte er süffisant. „Sie machen sich über mich lustig… das ist nicht nett.“, beklagte sich die Frau. Semir rollte die Augen. „Herr Holtzer hat mich angerufen und wollte mit mir sprechen…würden Sie mich bitte anmelden?“, bat Semir mit gepresster Stimme. „Sandra….oh…Herr Gerkhan…bitte kommen Sie doch direkt durch...“, kam in diesem Augenblick Holtzer aus seinem Büro und reichte Semir die Hand. Dieser übersah sie gekonnt. „Kommen wir direkt zur Sache…meine Zeit ist kostbar...“, knurrte er unfreundlich. „Wir sollten es nicht hier besprechen..bitte kommen Sie…“, bat der Anwalt erneut. Semir ging mit ihm ins Büro. „Möchten Sie einen Kaffee?“, bot der Mann an. Semir lehnte ab. „Es geht um eine besondere Sache…ich ..habe in der Zeitung gelesen, dass Sie einen Toten in einem Kühlcontainer gefunden haben...ich denke, ich habe da jemanden, der Ihnen helfen kann...“, lächelte der Anwalt. Semir sah ihn interessiert an. Dennoch hatte er das dumpfe Gefühl, dass es noch unangenehm für ihn werden wird.

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  • „Und wer soll das sein?“, fauchte Semir den Mann an und ließ sich in einen der tiefen Sessel fallen, die vor dem Tisch des Anwalts standen. Es war ein stilvoll und teuer eingerichtetes Büro. Diverse Diplome und Auszeichnungen hingen an einer Wand über einen kleinen Mahagonischrank, der von einem weiteren, etwas größeren Schrank flankiert wurde. Einzelne Gläser und Trophäen standen dort symmetrisch aufgereiht und vollkommen staubfrei gelagert. Semir drehte sich wieder dem Anwalt zu. „Das fällt leider unter das anwaltliche Schweigegesetz, aber...er möchte sie so schnell wie möglich sprechen.“, erwiderte Frank Holtzer und drehte sich leicht in seinem Stuhl hin und her. „Und wie will ihr Mandant mir dann helfen?“, zischte Semir weiter und verlor allmählich die Geduld. „Mir scheint, er will sich nur wichtig machen und hat sie an der Nase herumgeführt. Herr Holtzer, ich scheine hier nur meine Zeit zu verschwenden...“, kam es von Semir und der Hauptkommissar war schon im Begriff aufzustehen und zu gehen, als ihn der Anwalt zurückrief. „Herr Gerkhan, meinem Mandanten ist es nicht möglich, mit ihnen zu reden, weil er sich in einer abgeschlossenen Zelle befindet. Sie müssten schon mit mir zu ihm fahren und ihn anhören. Sicher ist es für ihre Arbeit nur von Vorteil...bedenken sie, was passiert, wenn man erfährt, dass sie einer Spur, die sich ihnen so leicht anbietet, nicht gefolgt sind. Was für ein Licht wirft das auf sie? Und dann erst der viele, viele Ärger mit der Staatsanwältin.“, lächelte Holtzer schmierig. Semir hielt an der Tür inne und drehte sich wieder um. Eigentlich hatte er nichts zu verlieren, wenn er sich diesen Kerl mal anhörte. „Also schön...sie werden mich hinfahren.“, gab Semir bekannt. Der Anwalt nickte und keine fünf Minuten später waren sie schon auf dem Weg.


    „Chefin?“, machte sich der junge Hauptkommissar bei Kim bemerkbar, als er im Büro stand. „Wo ist der Bericht zu dem Toten im Tiefkühltransporter?“, wollte Kim mit grausam böser Stimme wissen. Immer, wenn sie auf die beiden Jungs sauer war, fielen die Vornamen und die Anrede weg und nur noch der schlichte Nachname wurde dann zu einem Lasso, mit dem die Chefin ihre beiden Kommissare einfing. Ben sah sie nur etwas fragend an. „Äh...noch nicht geschrieben...“, kam es kleinlaut vom jungen Hauptkommissar. „Das dachte ich mir schon...und warum haben sie ihn noch nicht geschrieben? Dachten sie, ich will ihn erst dann haben, wenn sie in Pension gehen? Mache sie sich sofort an die Arbeit. In einer Stunde will ich ihn auf den Tisch.“, knurrte sie und verwies den Hauptkommissar des Büros. „Oh man...die ist aber wieder knorrig heute...“, meinte Ben zu Susanne, als er wieder ins Büro zurückging und sich an die Arbeit machen wollte. Doch erst griff er zu seinem Handy und rief Semir an. „Komm schon, geh ran...“, knurrte der junge Hauptkommissar und hielt sich das Mobiltelefon ans Ohr. Doch das Tuten hörte und hörte nicht mit der erlösenden Stimme seines Partners auf. Nur die Mailboxstimme war zu hören. „Verdammt...“, knurrte Ben und warf sein Telefon auf einen Stapel mit Akten. In ihm keimte das Gefühl, als ob da etwas passiert war. Man Semir, warum bist du nur alleine gefahren, dachte Ben und machte sich an die Arbeit. Doch wirklich konzentrieren konnte er sich nicht wirklich. Immer schwang die Sorge um seinen Partner mit.

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  • Holtzer und Semir fuhren gemeinsam auf die Autobahn und fuhren in eine Richtung, die Semir vollkommen unbekannt vorkam. „Wo fahren wir hin? Das ist doch nicht der Weg nach Klingelpütz?“, knurrte Semir und sah sich um. Die Wegweisschilder zeigten ihm an, dass sie auf dem Weg zur Grenze nach Holland waren. „Ganz ruhig, Herr Gerkhan...ich sagte ihnen ja, dass mein Mandant nicht zu uns kommen kann. Er sitzt in Holland im Gefängnis...“, entgegnete Frank Holtzer und sah kurz zu Semir hinüber, dem es langsam aber sicher dämmerte, wer ihn da sehen wollte. „Sie reden von Kalvus?“, fragte er direkt. Holtzer sah ihn an. „Ja….aber alles weitere wird er Ihnen erklären.“, gab er zurück. „Okay…halten Sie sofort an!“, befahl Semir. „Nein…wir sind gleich da und ich werde Sie hinbringen. Sie werden sicher verstehen, dass …“, ging es bei Holtzer weiter. „Was will Kalvus von mir?“, wollte Semir wissen. „Herr Gerkhan..entspannen Sie sich…ich versichere, dass die Absichten von Herrn Kalvus nicht hassgetrieben sind…“, lächelte Holtzer. „Ja klar…“, stieß Semir aus. Wieder kamen ihm die Bilder in den Kopf. Wie Kalvus Chris erschoss und wie er Jagd auf ihn und Ben machte und Zeugen beeinflusste, die Familie bedrohte. Während er in Gedanken war, fuhr Holtzer zügig über die Grenze. Als sie am Gefängnis ankamen, stieg Semir mit gemischten Gefühlen aus und folgte Holtzer ins Gebäude. Hier dürfe es Kalvus schwerfallen etwas gegen ihn zu tun.


    Kalvus sah auf, als der Wärter kam. „Sie haben Besuch...!“, kam unfreundlich. „Vielen Dank…“, lächelte Kalvus und verbeugte sich. Dann wurde er in den Besucherraum gebracht. „Guten Tag Herr Gerkhan..ich hoffe, es geht Ihnen gut...“. begrüßte er den Hauptkommissar. Dieser erwiderte den Gruß nicht sondern sah ihn nur an. „Was wollen Sie?“, fragte er kühl. „Sie nehmen es mir immer noch krumm, was ich getan habe?“, lächelte Kalvus. „Ich habe meine Zeit nicht gestohlen…also was wollen Sie?“, wiederholte Semir erneut. „Gut…ich verstehe…Kein Smalltalk….kein Problem. Sie haben eine Leiche in einem Kühltransporter gefunden?“, wollte Kalvus wissen. Semir nickte. „Sie wissen sicher schon, dass der Mann Zuhälter war?“, kam die nächste Frage. „Auch das…ja…“, stieß Semir geduldig aus. „Wo sind die Mädchen, die für ihn tätig waren?“, stellte Kalvus die entscheidende Frage. „Das weiß ich nicht. Wir haben…“, erklärte Semir. „Dann finden Sie es raus!!“, schrie der Verbrecher auf und Semir zuckte zusammen. „Entschuldigen Sie…ich…mein Temperament…“, lächelte der Verbrecher. Semir stand auf und sah Kalvus an. „Ich habe sicher keine Angst vor Ihnen….und nun sagen Sie mir endlich, was Sie wollen und wie Sie mir angeblich helfen können...“, knurrte er wütend. „Finden Sie meine Tochter. Sie sind ja nicht ganz unschuldig daran, dass sie ins Heim musste...“, rückte Kalvus mit der Angelegenheit raus. Semir lachte leise. „Wie bitte?“, fragte er nach. „Herr Gerkhan…Sie sind nicht ganz unschuldig daran, dass meine Lysanne ins Heim musste. Sie ist abgehauen und in die Fänge von Zuhältern geraten. Finden Sie meine Tochter!“, befahl Kalvus. Semir sah ihn fest an.


    Lysanne stand unter der Dusche. Sie fühlte sich so elendig dreckig. Fabian hatte ihr Freier auf das Zimmer getan und sie musste den Männern zu Willen sein. Sie musste es tun…alles was sie wollten….Nun stand sie da und ließ das Wasser auf sich herunterlaufen. Immer wieder spülte sie ihren Mund aus und hoffte, dass der Alptraum in dem sie sich befand aufhörte. „Hey!!! Komm raus!!“, schrie Fabian. Lysanne zuckte zusammen. Sie trocknete sich ab und ging in Bademantel in den Schlafraum. „Das kannst du ruhig auslassen…du bist noch nicht fertig...“, grinste Fabian und sah sie gierig an. „Ich kann nicht mehr…bitte...“, flehte Lysanne. „Jammer nicht…hier..nimm…das hilft dir...“, lachte Fabian und gab ihr eine Tablette. Lysanne schluckte sie und schon wenige Minuten später sah sie die Welt mit anderen Augen. Sie spürte nicht viel von den beiden Männern, die sich an sie vergnügten. Irgendwann schlief sie einfach ein. Doch die Scheinwelt, die durch die Tablette entstand, hielt nicht lange an. Als sie wieder klar war, tat ihr ganzer Körper weh. Sie setzte sich auf und krümmte sich vor Schmerzen. Fabian kam erneut zu ihr. „Du bist sehr fleißig…warum muss ich denn immer böse werden… wenn du netter bist, dann bekommst du auch was von dem Geld ab.“, lächelte er und streichelte ihr Gesicht. „Ich…kann das...nicht...“, weinte sie. „Natürlich kannst du das…du machst es sogar sehr gut…“, grinste Fabian. Lysanne sah ihn an. „Ich…“, versuchte sie erneut. „Nein...ich will nichts hören!! Ist da angekommen?“, schrie Fabian sie an. Lysanne zuckte zusammen. Dieser plötzliche Wutausbruch kam für ihr völlig unvorbereitet. Doch Lysanne wurde von ihrem Vater erzogen. „Ich bin die Tochter von Sander Kalvus….kennst du ihn?“, wollte sie wissen. Irrte sie, oder zuckte Fabian nun zusammen. Er verließ das Zimmer und schloss ab. „Hey!!! Was soll das denn…?“, rief sie ihm fragend hinterher.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
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  • „Wie soll ich das anstellen? Ich weiß ja nicht mal, wo ihre Tochter ist...außerdem, woher wissen sie, dass ihre Tochter verschwunden ist?“, kam es knurrend von Semir zurück. „Ich weiß es halt....Das sollte für sie genügen. Herr Gerkhan, ich weiß nur, dass sie mit einem Marvin befreundet war.“, meinte er. Semir sah ihn an und zuckte bei diesen Worten zusammen. Das merkte sein Gegenüber natürlich und fing an, zu lächeln. „Sie haben ihn also gefunden...“ „Ja, und zwar tot...denn das ist die Leiche aus dem Kühllaster...ein kleiner Zuhälter.“, erklärte Semir zischend und war im Begriff, das Zimmer zu verlassen. „Herr Gerkhan...ich mache ihnen einen Vorschlag...ich liefere ihnen den Mörder von diesem Marvin, wenn sie dafür sorgen, meine Tochter vor diesem Zuhälter zu retten.“, bot Kalvus an. Semir sah sich um und prüfte genau, was dieser Mann ihm da gerade gesagt hatte. „Sie bieten mir den Mörder eines Mannes an, der gestern umgebracht wurde? Wie können sie das wissen, wenn...“ Jetzt schaltete es bei Semir. „Ja natürlich...sie haben ihn umbringen lassen. Ich wette, sie...“, doch ehe er zu Ende sprechen konnte, schlug Kalvus mit der Faust auf den Tisch und sprang auf. „Gerkhan, alles, was ich von ihnen verlange, ist, dass sie meine Tochter finden. Wenn sie ihretwegen die Hölle durchmacht, dann schwöre ich, mache ich sie noch fertiger, als damals.“, zischte er und zeigte bedrohlich mit dem Finger auf Semir. Aber der Deutschtürke schien sich sehr sicher zu fühlen, kam auf Kalvus zu und sah ihn nur an. „Sie können mir gar nichts...“, zischte er nur und ging dann. Holtzer blieb noch bei Kalvus stehen. „Geben sie Fischer bescheid, er soll das Mädchen finden und...den Zuhälter qualvoll sterben lassen.“, zischte Kalvus und schickte dann auch Holtzer hinaus. Er wusste, dass Gerkhan alles tun würde. Doch mit diesem Mann hatte er noch eine Rechnung offen und Kalvus war ein Mann, der seine Schulden immer zurückzahlte.


    Ben sah von seiner Tastatur auf, als Semir wieder ins Büro kam. „Endlich...verdammt, ich hab mir Sorgen gemacht...Wieso bist du nicht ans Handy gegangen?“, wollte der junge Hauptkommissar wissen, sah aber dann, wie angespannt Semir war. „Ist alles in Ordnung mit dir? Semir?“, redete Ben auf seinen Partner ein und dieser schreckte endlich aus seiner Starre auf. „Was? Ja...ja mir geht es gut...ich...ich hab nur...weißt du, wo mich dieser Anwalt hingebracht hat?“, fing der Deutschtürke an und sah seinen Partner mit kleinen, gemein geformten Augen an. „Erzähl es mir, dann bin ich um eine Information schlauer...“, versuchte Ben nur zu scherzen und formte seine Mundwinkel zu einem Lächeln, doch es schien bei Semir abzublocken. „Okay, wohin hat er dich denn gebracht?“, fragte der junge Hauptkommissar dann. „Dieser Holtzer ist immer noch der Anwalt von Kalvus und zu dem hat er mich einfach...entführt...anders kann ich es nicht sagen...und der Kerl ist genau so gefährlich, wie vor drei Jahren.“, stieß Semir aus. Ben riss seine Augen weit auf. Er hatte auch am eigenen Leib erfahren, zu was dieser Kerl fähig war. Wie Tiere hatte er ihn und Semir durch die halbe Republik gejagt und am Ende fast gewonnen. „Semir...was...was wollte dieser Kerl von dir?“, fragte Ben und kniete sich neben seinen Freund und Kollegen. „Er...er will, dass ich seine Tochter finde...Anscheinend ist dieser Marvin ihr Freund gewesen.“ „Aber wir haben in der Wohnung keinerlei Hinweise auf eine zweite Person gefunden. Und Hartmuts Bericht steht noch aus.“, entgegnete Ben. „Ben, er hat mir fast ins Gesicht gesagt, dass er diesen Marvin umgebracht hat...oder zumindest seinen Tod in Auftrag gab. Man, dieses Schwein ist sogar noch hinter Gittern gefährlich...“, stieß Semir aus und rieb sich geschafft die Augen. Ben konnte nur schweigend nicken.
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    so und der nächste Teil kommt dann wenn Chris wieder da ist.....

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  • Fabian ging nur nervös und Zigarette rauchend vor seinem Club auf und ab. Was hatte die Kleine gesagt? Sie war die Tochter von Sander Kalvus? Natürlich wusste Fabian, wer das war. Und er wusste auch, wie grausam dieser Mann mit seinen Feinden umging. Was sollte er nur tun? Marvin...ja genau...Marvin musste die Kleine zurücknehmen. Sollte er doch an seiner statt durch Kalvus Leute fertig gemacht werden. Schnell griff er zum Handy und wählte Marvin an. Mailbox. „Hey Marvin, ich bin's...Fabian...was hast du mir da für eine heiße Ware angedreht...die Puppe ist mir zu gefährlich...Man, mir die Tochter von diesem Irren Kalvus anzuschleppen...Komm sofort her und hol sie wieder ab...ach, und mein Geld will ich auch wieder haben.“, besprach er zischend und mit nervöser Stimme die Box am anderen Ende und legte dann auf. Er ging in das Lokal und sah die Treppe hoch, als hätte er Angst, dass Kalvus Tochter gleich die Treppe runter kam. In diesem Augenblick kamen zwei Gäste rein. Er sah sie an und ging auf sie zu. „Guten Abend…was darf ich Ihnen anbieten?“, wollte er freundlich wissen. Die Männer sahen sich an und grinsten. „Da bin ich mir sicher…..wo ist Lysanne?“, wollte der Mann wissen. Fabian schluckte. „Wer?“, fragte er heiser. Der linke Mann griff Fabian am Hals. „Willst du mich verarschen?“, fauchte er ihn an. Er drückte Fabian an die Wand. Dieser bekam Panik und fing an zu jammern. „Ich….ich weiß nicht…was…was Sie wollen…aber…wir … wir finden..sicher…eine Lösung...“, fing er an. „Klar doch...wo ist Kalvus Tochter?“, wollte der Mann nun ganz klar wissen. „Oben….in…ihrem Zimmer...“, röchelte Fabian


    „Na, ich bin mal gespannt, ob Hartmut was herausgefunden hat.“, meinte Semir, als sie an der PAST aussteigen. „Hey... Jungs...ich wollte euch gerade anrufen..hier….das Handy von diesem Toten hat geklingelt…. Aber ich konnte nicht mehr rangehen…“, erklärte der rothaarige Techniker. Semir nahm das Handy und sah in die Anrufliste. „Hier….0173- 56045342….ich hoffe nur, dass es keine Preepaid ist..“, murmelte Semir. „Ist sie nicht...die Nummer gehört einem Fabian Lingerbach….ist vorbestraft wegen Prostitution und Drogenhandel….seit gut vier Jahren auf freiem Fuß und…das hab ich bereits herausgefunden…er betreibt ein kleines Bordell in der Rüdellstrasse in Köln…“, gab Hartmut bekannt und winkte mit einem Zettel. „Gute Arbeit Hartmut…“, lobte Semir den Mann. „Danke Semir….das Lob geht runter wie Öl…“, grinste Hartmut und gab ihm den Zettel.

  • „Dann wollen wir dem guten Mann doch mal nen Besuch abstatten. Hast du auch die Mailbox abgehört? Vielleicht hat er eine Nachricht hinterlassen….“, wollte Ben wissen. „Ben….das ist privat….diese Seite muss berücksichtigt werden…“, erklärte Hartmut. Ben sah ihn an. „Er meint …nein…hat er nicht...“, lachte Semir. Ben nahm ihm das Handy weg und wählte die Mailbox an. Dann stellte er den Lautsprecher ein. „Hey Marvin, ich bin's...Fabian...was hast du mir da für eine heiße Ware angedreht...die Puppe ist mir zu gefährlich...Man, mir die Tochter von diesem Irren Kalvus anzuschleppen...Komm sofort her und hol sie wieder ab...ach, und mein Geld will ich auch wieder haben.“, hörten sie jemanden sprechen. „Na da haben wir doch eine Superspur...“, meinte Semir. „Semir…du willst doch wohl nicht wirklich Kalvus Tochter suchen…?“, wollte Ben wissen „Nein...ich hab sie bereits gefunden und nun...komm mit!“, befahl er und zog Ben mit raus. Sie steigen in den BMW und fuhren zu der von Hartmut ermittelten Adresse.


    Kalvus ging in seiner Zelle auf und ab. Er hoffte inständig, dass Gerkhan Lysanne fand. Wie konnte es passieren, dass seine Tochter sich auf so dunkle Gestalten einließ? Hatte er ihr nicht beigebracht, dass sie niemanden trauen durfte? Sicher...sie war noch klein, als sie getrennt wurden. Immer noch war er wütend auf Gerkhan, dass er dafür verantwortlich war, doch solange er hier war, konnte er nichts machen. Lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung hatte er bekommen. Damit war die Chance auf eine Begnadigung in den nächsten Jahren nicht möglich. Keine Chance, seine Tochter wieder zu sehen. Wollte Lysanne ihn überhaupt wieder sehen? Vielleicht war sie wütend auf ihn und ist deshalb in die Fänge dieser Drogen- und Frauenhändler geraten. Einer davon hatte seine Gier nach Geld bereits mit dem Leben bezahlt und Kalvus Männer waren bereit, für Lysanne auch mehr Leben auszulöschen. Holtzer müsste sich eigentlich gleich melden….er musste doch schon wissen, ob Gerkhan eine Spur hatte…er musste es doch wissen. Verdammt er hatte keine Möglichkeit selbst in die Sache einzugreifen. Dann kam ihm die Idee... Er ließ sich von einem Wärter zum Telefon bringen und rief Holtzer an. „Holtzer, ich brauche etwas von ihnen und sie müssen eine Besorgung für mich machen.“, erklärte Kalvus, als sich der Anwalt am anderen Ende meldete. „Kein Problem...Fischer hat sich gerade gemeldet. Wie es scheint haben sie den Kerl und ihre Tochter gefunden. Sie wird bald in Sicherheit sein.“, entgegnete der Anwalt. „Gut...sehr gut...dennoch, tun sie, um was ich sie gebeten habe und instruieren sie Fischer.“, beendete Sander Kalvus das Gespräch und ließ sich in seine Zelle zurückbringen. Jetzt war alles nur noch eine Frage von gutem Timing. Wenn alles klappte, wie er es sich dachte, würde er bald seine kleine Lysanne wieder in die Arme schließen können.


    ...