Verhängnisvolle Verwechslung ...

  • Verhängnisvolle Verwechslung


    Pfeifend ging er durch seine Wohnung und suchte alles zusammen, was er so brauchte. Endlich hatte er ihn bekommen. Endlich, der langersehnte Urlaub. Nach all den stressigen und heißen Wochen im Büro, wo auch noch die verdammte Klimaanlage ausgefallen war und die Außentemperaturen jeden Tag nicht unter 28 Grad fielen. Die letzten Tage waren die schlimmsten, da nichts auf der Autobahn passieren wollte und er und sein Partner nur Berichte schreiben musste. Drei Mal musste er gestern das Hemd wechseln, weil es so schnell durchgeschwitzt war. Aber das war jetzt vorbei. Morgen würde er schon an der kühlen Nordseeküste liegen und sich die Sonne auf seinen Bauch scheinen lassen. „So, Sonnencreme... Badehandtuch... ah, meine Sonnenbrille. Verdammt, die liegt im Büro.“, dachte Ben laut. „Na, werde ich wohl morgen Semir einen Besuch abstatten müssen.“, dachte er laut und grinste, denn Semir hatte auch um Urlaub gebeten, doch die Chefin wollte ihn partout nicht gehen lassen. Sie war der Meinung, dass sie nicht ihre beiden Kriminalkommissare gleichzeitig in Urlaub schicken durfte. Wer aber gehen durfte, sollten beide unter sich ausmachen. Ben schmunzelte bei dem Gedanken, als er daran dachte, wie sie es ausfochten.


    „Okay, Armdrücken... wer gewinnt, darf in den Urlaub gehen.“, meinte Semir großspurig und krempelte sich die Ärmel seines Shirts hoch. Ben lachte kurz. „Bist du sicher? Du hast ihn dir doch erst vor einer Woche ausgerenkt gehabt.“ „Jetzt kneif nicht.“, stachelte Semir und setzte sich an den Tisch, bereit Ben zu schlagen. „Na gut, ich hab dich gewarnt.“, konterte der junge Hauptkommissar, setzte sich Semir gegenüber und stellte den Ellenbogen fest auf den Tisch. Hotte und Dieter fungierten als Schiedsrichter, das halbe Büro sah dabei zu, ohne jedoch die Aufmerksamkeit von Frau Krüger zu erregen. „Okay Jungs, seid ihr fertig?“, wollte Hotte wissen und sah beiden in die Augen. Semir und Ben nickten nur. „Dann... los.“, meinte Hotte und nahm seine Hand weg. Sofort begann Semir wie wild zu drücken, während Ben das gleiche tat und den Arm seines Partners leicht senken konnte, doch er wollte es nicht so einfach haben und ließ immer wieder ein bisschen in seiner Anstrengung nach. Immer wieder schlugen die Arme in beide Richtungen aus. Der ganze Kampf tobte etwa zehn Minuten lang, bis Ben dann das Ganze beendete und mit seiner Kraft Semirs Arm auf die Tischplatte warf. Dieser schrie auf, scheinbar war sein Arm doch noch nicht ganz in Ordnung. „Alles okay?“, fragte Ben sofort mitleidig. „Ja... geht schon.“, meinte Semir und hielt sich die Schulter. „Tja, damit hat Ben dann wohl zwei Wochen Urlaub.“, entschied Hotte und wartete gar nicht auf einen Protest seitens Semir. „Ich gönn ihn dir. Ich hätte dich locker fertig gemacht, wenn mein Arm mitgespielt hätte.“, spielte sich Semir auf. Ben musste laut lachen. „Schon klar, Partner.“, meinte er nur und klopfte ihm auf die Schulter.


    Ben packte noch schnell seinen Kulturbeutel zusammen, legte sein großes Badetuch für den Strand in den Koffer und brachte dann alles schon runter ins Auto. Morgen wollte er nur noch ins Büro und die Brille holen und dann ... ab an die Küste.

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  • Der nächste Morgen kam schneller als eigentlich gedacht. Semir saß im Büro und hatte alle Fenster aufgerissen. „Boah… wenn das nicht bald aufhört, dann stell ich mir ne Schüssel Wasser unter den Tisch…“, maulte er. Er nahm die Flasche Wasser und trank einen großen Schluck. Gerade mal zehn. Ben ist bestimmt schon am Strand… Nordsee… wie konnte man nur dorthin fahren… und dann in einem Kaff was ….Semirs Gedanken stockten. Verdammt, er hatte tatsächlich vergessen wohin Ben fuhr. Er stand auf und ging zur Karte. Dort sah er sich die Orte an, die am Meer lagen. War es Bremerhaven? Cuxhaven? Wilhelmshaven? Verdammt wie konnte er das denn vergessen. Na egal…. Ben soll sich erholen und danach macht er dann Urlaub an der türkischen Riviera… oh ja... Sandstrand… Wasser… Sonne… „Guten Morgen….Partner!!“, erklang plötzlich hinter ihm. Semir drehte sich um. „Ben? Was machst du denn hier? Ich dachte du bist schon am Meer in ….dingshaven…“, kam von Semir. „Nee… noch nicht… aber Wilhelmshaven läuft mir nicht weg… Ich hab nur meine Sonnenbrille vergessen.“, lachte Ben laut. „Überlege es dir besser noch mal… ich meine, da am Wasser ist die Sonne noch wärmer… da wäre es sicher besser, wenn du hier bleibst…“, gab Semir zu bedenken. „Vergiss es… ich fahre…. Zwei Wochen Sand, Meer, Mädchen… was kann mir besseres passieren?“, wollte Ben wissen. „Unfälle… Verfolgungen…. Stress mit der Chefin…“, stellte Semir die Gegenargumente. „Nee… die können mir gestohlen bleiben…“, meinte Ben nur und suchte auf seinen Schreibtisch seine Sonnenbrille. „Ja aber… da am Wasser… ich hab gehört, das die ständig Stürme haben… Sturmfluten und da sollen dann auch mal Haie im Wasser zu sehen sein… ich meine was tust du wenn der weiße Hai da auf dich zukommt … kein Boot in Sicht….keine Rettung…“, versuchte Semir weiter. Ben sah ihn erstaunt an. „Was sind das denn für Schauermärchen…“, tadelte er grinsend.


    Fern an der Küste saßen Arno und Sven am Strand und warfen Steine ins Wasser. „Mann ich hab keinen Bock mehr… diese dämliche Tussi vom Arbeitsamt wollte mich in so eine Maßnahme stecken.. Bauarbeiter… seh ich aus wie ein Bauarbeiter? Nee…. Nicht mit mir. Hab ich ihr auch gesagt, aber die meinte glatt, dass ich eine Sperre bekomme.“, fauchte Sven wütend. Arno nickte nur. „Tja… mir geht es genauso … mein Alter will mir keinen Unterhalt mehr zahlen, meine Alte hat eh kein Geld… es ist soo ungerecht… Schau dir die Jacht da an… so was müsste man haben… die reichen Schnösel geben das Geld mit vollen Händen aus und wir schauen in die Röhre…. Das sollten wir ändern.“, gab Arno zurück. „Ja und wie? Meinst du die trennen sich von ihrem Boot oder von ihrem Geld? Niemals…“, kam von Sven. „Nicht freiwillig… das stimmt. Aber vielleicht unter Druck?“, meinte Arno nur und grinste breit. Sven sah ihn erstaunt an.

  • „Ach so….tja… da brauchen wir aber was ganz Besonderes…“, murmelte Sven nachdenklich. „Und an was hast du da gedacht?“, fragte Arno. „Ganz einfach... im Hotel meines Vaters checken doch dauernd irgendwelche neureichen Gören ein. Wir brauchen uns nur einen auszusuchen und ihn auf das Boot meines Vaters zu bringen.“, schlug Sven vor. „Warum gerade da rauf?“, wollte Arno wissen. „Ganz einfach. Da ist eine extra Kammer, die man so ausrichten kann, dass die Schreie nicht zu hören sind.“, meinte Sven. „Ich bin sowieso immer im Hotel meines Vaters beschäftigt. Wir müssen nur ein geeignetes Opfer finden.“, lachte er und Arno war damit einverstanden. „Die können es sich leisten ein paar Millionen für ihre Sprösslinge locker zu machen und wir haben dann ausgesorgt.“, lachte Arno.


    „Wo ist denn das verfluchte Ding?“, fragte Ben laut schimpfend und durchwühlte seinen Schreibtisch. Semir grinste nur und wischte sich mit dem Handrücken den immer mehr triefenden Schweiß von der Stirn. „Ah, da ist sie ja.“, rief er aus, als er drei Akten umgeräumt hatte. Er nahm sie an sich, steckte sie in seine Brusttasche vom Hemd und schritt auf den Ausgang zu. „Also, ich wünsche dir einige schöne Tage hier in der Hitze.“, lachte Ben und wollte gerade gehen. „Willst du nicht noch einige Tage bleiben und mir hier Gesellschaft leisten?“, fragte Semir wehleidig. „Hier? In dieser Tropenatmosphäre? Äh... nö.“, meinte Ben und sah, wie im Großraumbüro einige Techniker versuchten, die Klimaanlage wieder in Betrieb zu bringen. „Ich wünsch euch viel Spaß.“, rief Ben ins Büro und bekam nur ein kurzen „Hm“ von allen als Antwort. Die drückende und tropische Hitze machte doch allen wirklich zu schaffen. Sogar die Computer waren kaum in Betrieb, um die Hitze nicht noch mehr zu mehren. Ben schüttelte lachend den Kopf, setzte mit einem lässigen Griff seine Sonnenbrille auf die Nase und ging zu seinem Wagen. Wenigstens hier funktionierte die Klimaanlage. Er fuhr die Wundermaschine auf 21 Grad runter und startete seine Reise. Er freute sich wie ein Schuljunge auf den Urlaub. Er wusste nur noch nicht, dass es für ihn zu einem Höllentrip werden würde.


    ...

  • Christoph Herlitz, Sohn des gleichnamigen Schreibwarenhändlers, fuhr mit seinem Mercedes-Oldtimer vor dem Hotel „Meerblick“ auf der Insel Wangerooge vor und parkte ein. „Tja, da wären wir also.“, meinte er zu sich und holte seine Sporttasche vom Sitz und schritt auf den Eingang zu. Er war ein hochgewachsener, junger Mann mit leicht gebräuntem Teint, kastanienbraunen Augen und ebenso braunem Haar, dass er schulterlang trug. Ein kleines, dünnes Bändchen zierte sein linkes Handgelenk, auf dem sein Name eingraviert war. Auf der Rückseite, der seiner Freundin. Mit langen Schritten und einem Lied auf den Lippen, das er vor sich hinpfiff, schritt er auf die Rezeption zu. „Hallo, was kann ich für sie tun“, fragten ein älterer Herr mit graumelierten Haaren und ein Knollnase. „Christoph Herlitz. Ich hatte ein Zimmer mit Meerblick gebucht.“, erwiderte der junge Mann, der kaum älter als 30 sein durfte. „Oh ja, dürfte ich dann hier noch eine Unterschrift von ihnen bekommen und dann noch zehn Euro für die Kurtaxe. Damit können sie sich frei am Strand bewegen und alle anderen Attraktionen auf der Insel zu einer Ermäßigung nutzen.“, meinte der Mann hinter der Rezeption. „Danke, das werde ich gerne nutzen... und ... ich würde es sehr begrüßen, wenn niemand weiß, wer ich bin und dass ich hier wohne.“, meinte Christoph und reichte dem Mann einen Zwanziger rüber. Dieser grinste nur, nahm den Schein und nickte kurz. „Natürlich gerne... unter welchem Namen darf ich sie dann in unser Gästebuch eintragen?“, fragte er und drehte ein kleines, mit Seiten und Unterschriften versehenes Buch dem Millionenerben hin. Dieser nahm den Kugelschreiber und unterschrieb mit Benjamin Jäger. „Gut Herr Jäger. Willkommen im Meerblick.“, meinte der Mann dann und reichte Christoph den Schlüssel hinüber. Dieser nickte, nahm seine Tasche und stieg die Stufen zu seinem Zimmer in den dritten Stock hinauf.


    Ben kam mit seinem Auto gut voran. Die Autobahnen waren nicht voll und so kam er nach einigen Stunden schon in Wilhelmshaven an, suchte die Fähre, die ihn nach Wangerooge bringen sollte und wartete nun in der Schlange auf das Eintreffen der Fähre. Sein Autoradio hatte er mit den Songs seiner Lieblingsband gefüttert und trommelte den Rhythmus auf seinem Lenkrad mit. Schon in anderthalb Stunden würde er am Strand der ostfriesischen Insel Mädels aufreißen, obwohl er Paula doch nicht vergessen konnte. Im nächsten Urlaub, so schwor er sich, würde er nach Italien fahren und sie besuchen. Leider hatte sie eine Beziehung mit ihm nicht eingehen wollen. Schade eigentlich....sie war Zucker... dachte er während der Fahrt auf der Fähre. Die Überfahrt selbst dauerte nicht lang und schon sah Ben die kleine Insel. Natur pur. Einfach nur relaxen und die Mädchen ansehen... ob es hier auch Strandpartys gab?, fragte er sich. Ein Signal ertönte und machte die Menschen am Bord darauf aufmerksam, dass es Zeit war die Autos zu besetzen um auf die Insel zu fahren. Ben setzte sich und wartete geduldig bis er von Bord fahren konnte. Dann endlich war es soweit. Er fuhr an der Küste entlang und sah den schönen langen Strand. Okay... das Wasser sah nicht so aus, als wäre es warm, aber es brachte mit Sicherheit die gewünschte Abkühlung. Dann kam er am Hotel an. „Meerblick...“, dachte er leise. Er konnte sicher sein, dass dies kein leeres Versprechen war. Hier auf der Insel hatte man überall Meerblick. Ben hievte seinen Koffer aus dem Wagen und betrat das Gästehaus.

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  • „Semir!! Ich brauche Sie bitte mal kurz in meinem Büro!“, hörte Semir seine Chefin Kim Krüger rufen. „Ja doch...“, stieß er leicht genervt aus und warf den gerade fertig gewordenen Bericht in die Ablage. Er betrat das Büro von Kim und sah sie an. „Wir haben hier eine Anfrage eines hiesigen Reviers bekommen. Sie brauchen Unterstützung bei der Verhaftung eines gewissen Michail Stroganof. Dieser wird verdächtigt Autos nach Polen zu verschieben. Hat der was mit unserem Fall zu tun?“, wollte sie wissen und sah ihn an. „Das ist gut möglich.... es wäre zumindest wieder ein Fortschritt in dem Fall. Aber der Name selbst sagt mir nichts. Ich meine... ich habe den Typen ganz kurz gesehen, aber er war mit dem Phantombild nicht im Computer zu finden.“, gab Semir sachlich wieder. Kim gab ihm ein Foto und Semir sah es an. „Ja... das ist der Mann... Wissen die Kollegen, wo sie ihn gesehen haben?“, wollte Semir wissen. „Ja und nein... der Mann wurde auf der A 1 auf einem Parkplatz beobachtet. Die Kollegen haben versucht ihn bei einer Diebestour zu schnappen, was allerdings fehl schlug. Die Gründe dafür sind mir nicht bekannt. Sie sollten sich mit den Kollegen in Verbindung setzten. Vielleicht gibt es da noch etwas was wir nicht wissen.“, schlug Kim vor. Semir nickte. „Gut... welches Revier war das?“, fragte er nach. „Hier die Akte... dort steht alles drin. Der Sachbearbeiter oder besser gesagt Bearbeiterin heißt Laura Weidenberg.“, mit diesen Worten reichte Kim ihm den dünnen Hefter. Semir nahm ihn und verschwand wieder in seinem Büro. Er las sich die Akte durch bis plötzlich ein kalter Luftzug aus der Klimaanlage seine Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. „Danke!!!“, stieß er aus und hob die Arme.


    Ben trug sich ins Gästebuch ein. Wie er es gewohnt war, las er kurz ein paar Namen, die vor ihm standen und grinste leicht. Benjamin Jäger....stand vor ihm. Er schüttelte den Kopf und schrieb sich mit B. Jäger ein. Auch der Mann an der Rezeption sah erstaunt. „An einem Tag zweimal den gleichen Namen...ist auch nicht oft zu sehen.“, lächelte er. Ben nickte nur. „Zimmer 403, Sie werden sehr zufrieden sein Herr Jäger...“, lächelte der Mann ihn an. „Das denke ich mir.... Ihr Hotel wird in unseren Kreisen immer sehr gern genannt, wenn die Insel Wangerooge das Ziel ist.“, lobte Ben. „Das hört man gern. Aber ich bin hier nur angestellt. Dem alten Manfred Geistdorfer, dem Inhaber, wird es sicher sehr freuen zu hören. Einen angenehmen Aufenthalt...“ mit diesen Worten überreichte der Rezeptzionist Ben die Schlüssel. Ben ging zum Aufzug und fuhr zu seinem Zimmer in die vierte Etage.

  • Sven sah den Mann, der gerade in den Fahrstuhl stieg und stutzte, sah dann nochmals hin... Ja, das war er... kein Zweifel. Das war doch dieser Sprössling von Herlitz. Er musste es sein. Sven hatte letztens ein Foto von ihm gesehen. Sofort reifte in seinem Kopf die Idee, von der er und Arno gesprochen hatten. Er schritt auf die Rezeption zu. „Sag mal Frank, wer war denn das eben? Er kommt mir so bekannt vor.“, meinte Sven zu dem Mitarbeiter seines Vaters. „Seid wann interessierst du dich für unsere Gäste?“, fragte der Ältere nur und sah durch seine Brille auf den jungen Mann. „Gib mir einfach eine Antwort. Mehr will ich nicht.“, zischte Sven und sofort hörte man die Antipathie der Beiden füreinander deutlich. „Nein, das werde ich nicht. Mach du dich lieber deine Arbeit und bring die schmutzige Bettwäsche nach hinten.“, zischte Frank und musste dann ans Telefon gehen, wandte sich also von Sven ab. Dieser zögerte nicht lange und sah schnell ins Gästebuch. „Ben Jäger und B. Jäger.“, las er dort. „Hat der sich zwei Mal eingetragen?“, dachte er, konnte aber nicht weiter auf die Zimmernummer sehen, da Frank sich schon wieder umdrehte und ihm mit Wut in den Augen das Buch aus der Hand riss. „Hast du nichts zu tun?“, schrie er fast und Sven machte sich auf den Weg nach hinten in die Waschküche.


    Ben schloss sein Zimmer auf und fühlte gleich die kühle Luft, die ihm entgegenströmte. Ein kleiner Flur, von dem das Bad abging führte ihn direkt in das große, geräumige Wohnzimmer. Ein Fernseher, ein kleiner Couchtisch aus Glas und ein Zweisitzer füllten den Raum aus, ebenso einer dieser großen, robusten Bauernschränke mit aufgesetztem Spiegel. Eine Wasserflasche und ein schwungvoll gearbeitetes Trinkglas standen zur Begrüßung auf dem an der Wand befindlichen Schreibtisch, aus dem gleichen Holz gearbeitet, wie der Schrank. Eine Treppe führte Ben zu seinem Bett und der Terrasse, die ihm einen wunderbaren Ausblick auf Strand und Meer verschaffte. Er öffnete die Tür und trat heraus. Sofort erfüllte das Rauschen des Meeres, das Wogen der Wellen und das liebliche Geschrei der Möwen seine von Autolärm und Blechschäden in Mitleidenschaft gezogenen Ohren. Ben verweilte einige Augenblicke auf der Terrasse und sah dann zum Strand hinunter. Einige Menschen mit Kindern und ihren Hunden liefen durch das kühle Nass, warfen Stöcken oder Bälle in Richtung Nordsee und die Hunde peitschten sofort hinterher. Für sie war es die perfekte Erholung. Er ging wieder hinein und hievte seinen Koffer auf den Stuhl. Mit einem Pfeifen auf den Lippen begann er auszupacken. Schnell war dies geschafft und er warf dann einen Blick auf das Telefon. Sollte er? Warum nicht. Er ging hin und wählte die Handynummer seines Partners. „Hy Semir... Ben hier.“, meinte er gut gelaunt. „Ben... bist du schon angekommen?“, fragte Semir etwas genervt. „Gerade eben und... hör mal.“, er hielt den Hörer zum Fenster raus. „Hörst du das? Ist das nicht klasse?“, wollte er wissen. Doch von Semir war gar nichts mehr zu hören. Nur noch das Tuten in der Leitung. „Spielverderber.“, meinte Ben lachend und packte dann weiter aus.


    ...

  • Semir lachte auf, als er sein Handy in der Hand hielt, nachdem er Ben weggedrückt hatte. „Dieser ....“, meinte er nur und sah auf den von Kim beschrieben und in der Akte stehenden Rastplatz hinaus. Er saß in seinem BMW und beobachtete die Raststätte gegenüber mit Argusaugen. Das Foto des Verdächtigen hatte er bei sich und sah immer wieder drauf. Auf dem ersten Blick eine normal wirkende Persönlichkeit, doch der Akte war zu entnehmen, dass er sehr brutal bei den Autodiebstählen vorzugehen pflegte. Semir konnte nur da sitzen und warten. Das Wetter machte ihn fertig, trotzdem er beide Fenster weit geöffnet hatte. Dennoch machte sich allmählich eine gefährliche Müdigkeit breit, die die Hitze nun einmal mit sich brachte. Langsam merkte der Deutschtürke, wie er immer schläfriger wurde und ihm mit jeder Sekunde mehr und mehr die Augen zufielen. Dann kam er aus der Raststätte und sah sich um. Michail Stroganof wollte seine Brille aufsetzen, als er den kleinen Mann im BMW schräg vor ihm entdeckte. Nein... sie hatten ihn gefunden. Doch der Mann schien zu schlafen. Die Gelegenheit... das war die Gelegenheit, sich diesen kleinen Bullen zu schnappen und mit ihm vor den sicher schon unterwegs seienden Kollegen zu fliehen. Sich umsehend, erlangte Michail langsam den BMW. Er zog seine Waffe und stieg auf der Beifahrerseite ein. Dann stieß er den Fahrer mit der Waffe an.


    Semir schrak auf, als er anstupst wurde und wollte zu seiner Waffe greifen. „Lass die Hände dort wo sie sind…!“, drohte sein Gast und presste ihm die Waffe an den Hals. „Okay… ganz ruhig Stroganof…nur nicht nervös werden.“, kam gepresst von Semir. „Halt die Klappe… wir werden nun mal eine kleine Spritztour machen… Wo sind deine Kollegen?“, wollte der Mann wissen. „Nicht hier….“, stieß Semir ehrlich aus. Es stimmte sogar. Die Kollegen standen weiter vorn an der Straße und riegelten die Ausfahrt ab. Doch genau dort mussten sie lang, wenn Stroganof entkommen wollte. „Fahr los!“, befahl der Mann. Semir nickte. Stroganof zog ihm seine Waffe aus dem Halfter und presste ihm seine in die Seite. „Versuch erst gar keine Tricks… ich knall dich ab!“, warnte er seinen Fahrer. Semir nickte nur. Er reihte diesen Stroganof genau dort ein. Sie kamen an der Ausfahrt an und natürlich sah Stroganof die Polizisten. Sofort hatte Semir die Waffe am Kopf. Sein Hilfesuchender Blick wandte sich an seine uniformierten Kollegen.


    Mark Reinbach sah den Mann am Steuer. Die Waffe am Kopf. Er selbst war gerade frisch von der Polizeischule und stolz, dass er bei so einem wichtigen Einsatz dabei sein konnte. Doch hier stieß er an seine Grenzen. Was sollte er nun tun. Er hob die Hände und kam langsam auf den Wagen zu. „Was soll das denn? Lassen Sie den Mann gehen…!“, versuchte er. Scheinbar wusste er nicht einmal, das Semir ein Kollege war. Doch als er antworten wollte stieß Stroganof ihm die Waffe fest in den Hals. Nur der Blick von dem Mann ließ Reinbach ahnen, was er mitmachte. „Du wirst mich fahren lassen… keine Verfolgung ist das klar? Ich drücke ab!!“, fauchte der Mann auf dem Beifahrersitz ihn an. Mark nickte. Er merkte sich das Kennzeichen, um es dem Kollegen von der Kripo weiter zu geben. Er sah dem Wagen nach als dieser auf die Autobahn fuhr. Nur wenig später hing er am Funk. „Conrad 4 an Conrad 18!“, rief er. „Conrad 18 hört!“, kam die Antwort. „Stroganof ist gerade mit einer Geisel unter Waffengewalt entkommen. Er fährt auf die A 1 in Richtung Bremen weiter!“, stieß er aus und schloss die Augen. Sicher würde nun ein Donnerwetter folgen. Er hatte Fehler gemacht. Er musste dafür gerade stehen. „Conrad 18 verstanden. Informieren Sie den Beamten der Kripo Autobahn. Er müsste auf dem Parkplatz stehen und das Dilemma eigentlich mitbekommen haben. Es handelt sich um Semir Gerkhan, Ruf Cobra 11.“, gab der Mann am anderen Ende durch. „Conrad 4 an Cobra 11...“, rief Mark nun den Mann der Kripo. Er meldete sich nicht. Mark wiederholte den Ruf mehrmals, doch es kam keine Antwort. Dann richtete er sich wieder an Conrad 18. „Sehen Sie bitte nach… silberner BMW mit dem Kennzeichen D- DB 3308!“, gab er durch. Die Antwort sollte ihm nicht gefallen. „Conrad 18… das ist der Wagen mit dem Stroganof gefahren ist… die Geisel ist demnach Semir Gerkhan…“, stieß der Mann am anderen Ende der Leitung aus. „Verdammt.“, stieß Mark aus.

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  • Ben ahnte nicht was mit seinem Partner war. Er lag am Sandstrand und genoss die Strahlen der warmen Sonne. Ab und zu ließ er sich dazu hinab die Füße ins Wasser zu stecken und auf das Meer hinaus zu sehen. Wie schön es doch hier ist… man kann abschalten und vielleicht eine Segeltour machen? Einen Bootsschein hatte er ja. Bestimmt konnte man sich hier ein Boot mieten…dachte er und sah wieder auf das weite Wasser hinaus. Es glitzerte in der Sommersonne. Er lag einfach nur da und genoss die Ruhe und Abgeschiedenheit auf der Insel. Noch ahnte er nicht, dass sich einige hundert Meter hinter ihm, das Böse zu rühren begann.


    „Das ist er?“, fragte Arno und sah durch das ihm gereichte Fernglas zu dem Mann am Strand hinunter. „Ja, glaub mir, das ist der Sohn von dem Herlitz-Besitzer.“, meinte Sven aufgeregt. „Okay, und wie hast du dir das vorgestellt?“, wollte Arno wissen und legte das Fernglas beiseite. „Pass auf, ich werde ihn während meines Dienstes beobachten und mal hören, was er so vorhat. Auf alle Fälle werden wir ihn auf das Boot meines Vaters bringen und dann mit ihm raus auf die offene See fahren.... da kann er uns wenigstens nicht abhauen.“, lachte Sven auf. Arno jedoch hatte so seine Bedenken. „Ich weiß nicht... dein Plan ist gut, aber was, wenn der unsere Gesichter sieht?“, wollte er wissen. „Man... wie kann man denn nur so... Wir nehmen einfach unsere alten Wintermützen und schneiden dort ein paar Löcher rein.... Man echt.“, fauchte Sven. „Brauchst du nun das Geld oder nicht?“, wollte er wissen. „Klar... ich bin so gut, wie blank und fürchte schon, dass bald der Gerichtsvollzieher kommt.“ „Siehst du, wir brauchen nur den da für ein paar Tage uns auszuleihen und schon sind wir sorgenlos.“, meinte Sven.


    Ben ahnte von alledem nichts und ging dann den Strand entlang. Barfuss ließ er den warmen, angenehmen Sand zwischen seinen Zehen hindurchgleiten und die Wellen gegen seine Füße schlagen. Sein offenes Hemd flatterte im Wind an den Seiten nach hinten und seine Haare flatterten hin und her. Plötzlich musste er stehen bleiben. Ein Ball flog direkt vor seine Nase an ihm vorbei. „Oh ... sorry.“, meinte eine kleine, zierliche Frau, etwa in Bens Alter und wollte den Ball wieder aufheben, doch Ben kam ihr zuvor. Er hob den Ball auf und wollte ihn ihr eigentlich gerade geben, als ihn ein großer Neufundländer das Bällchen wieder aus der Hand riss, aber so vorsichtig, dass er nur die Sabber an der Hand hatte. „Ähhh.“, machte er nur und die Frau lachte.

  • „Entschuldigen sie, aber Molli ist ein wenig eigensinnig, wenn es um ihren Ball geht.“, lachte sie und sah Ben an. „Das hat sie ja gerade bewiesen.“, meinte er nur und sah der Frau tief in die grünen Augen. Sie sah in seine braunen und irgendwie schien alles um sie herum still zu stehen. Doch nicht lange. Molli bellte einmal kurz, stubbste ihr Frauchen an und drängte sich zwischen die Beiden. „Is ja gut.“, meinte die Frau dann nur. „Tja, ich muss dann wieder.“, meinte sie entschuldigend zu Ben, der sie mitleidig ansah. Langsam drehte sie sich um und ging. „Ich bin jeden Tag hier.“, rief sie ihm dann hinterher. „Darf ich auch deinen Namen wissen?“, fragte er rufend. „Tanja.“, antwortete sie und verschwand dann hinter der nächsten Düne. „Tanja...“, wiederholte Ben und lächelte, dann setzte er seine Sonnenbrille wieder auf und ging weiter den Strand entlang, bevor er sich zu einem Abstecher in die Stadt entschloss.


    Christoph Herlitz war derweil unbekümmert in der kleinen Stadt unterwegs und suchte nach einem passenden Geschenk für seine Freundin. Er wollte es nämlich endlich wagen. Wenn er zurückkam, wollte er die Frage aller Fragen stellen. Dazu sah er sich einige der im Schaufenster eines Juweliers ausliegenden Trauringe an. Wie er seitlich weiterging, stieß er mit einem jungen Mann zusammen. „Können sie nicht aufpassen?“, fragte Christoph und sah auf. Ihm fiel schlagartig die Kinnlade runter, als er das Gesicht des Mannes sah. Es war, als würde er in einen Spiegel sehen und sein Abbild vor sich haben. „Das müssen sie gerade sagen...“, meinte Ben nur und schob seine Sonnenbrille wieder auf die Nase. Dann aber entschuldigte er sich und ging weiter. Er schien die Ähnlichkeit von ihm und dem Zusammengestoßenen nicht erkannt zu haben. Doch Christoph sollte diese Begegnung nicht mehr vergessen. Er sah dem Mann noch so lange nach, bis dieser in der nächsten Gasse verschwunden war.


    ...

  • Semir saß immer noch nervös neben Stroganof, als dieser sich immer wieder umsah und nervös mit der Waffe in der Hand auf Semir zielte. „Hören sie, wir können das noch alles ...“ „Du sollst doch die Schnauze halten, hab ich gesagt.“, zischte der Pole in gebrochenem Deutsch. „Los, fahr an der nächsten Abfahrt raus und dann in den Wald rein.“, wies er an. Semir nickte und tat, was von ihm verlangt wurde. Er hatte kein gutes Gefühl dabei und das sollte sich auch bestätigen. Mittlerweile waren sie schon mehrere Stunden unterwegs gewesen und hatten Nordrhein-Westfalen sicher schon verlassen. Der letzte Wegweiser lautete ... Bremen 190 Kilometer... Wilhelmshaven... 30 Kilometer. Jetzt war er doch Ben viel näher, als er eigentlich wollte. Der Wagen hüpfte auf den unebenen Waldboden hin und her. „Stop.“, schrie der Pole und Semir hielt an. Dann sah er abwartend zu Stroganof hinüber. „Los, Handschellen her und aussteigen.“, befahl er. Widerwillig tat Semir, was verlangt wurde und stieg aus. Stroganof kam ebenfalls aus dem Auto raus und dirigierte Semir mit der Waffe im Rücken zu einen der Bäume. „Arme nach vorne um den Baum herum.“ „Was soll das, Stroganof?“, fragte Semir, doch der Pole drückte ihm nur die Wangen zusammen. „Schnauze hab ich gesagt. Los, Arme nach vorn.“, befahl er. Semir blieb nichts anderes übrig, als zu gehorchen. Die Handschellen klickten und schon musste er den Baum zwangsumarmen. Doch damit noch nicht genug. Stroganof holte aus dem Verbandskasten zwei Streifen von der Pflasterrolle und klebte sie Semir in X-Form über den Mund. „Hier hört dich zwar keiner ... aber wir wollen auf Nummer sicher gehen.“, lachte er und fuhr dann mit dem BMW von Semir davon. Der Deutschtürke stand da und atmete aus. Verdammt... hier würde ihn keiner finden und die Sonne brannte auch noch erbarmungslos auf ihn runter.


    Ben betrat das Hotel erneut… es war kurz vor acht und sicher hatte es schon Abendessen gegeben. Doch das war in diesem Hotel nicht schwer auch danach noch etwas zu bekommen. „Guten Abend, Herr Jäger…“, wurde er begrüßt. „Ich würde gern noch was zu Essen aufs Zimmer bekommen... ist das möglich?“, fragte Ben freundlich. „Ja sicher… gar kein Problem. Suchen Sie sich etwas aus der Speisekarte aus und ich werde es Ihnen bringen lassen.“, lächelte der Portier. „Danke… ich nehme Hummer in Weißweinsoße und Salat der Meere, was es auch immer ist.“, bestellte Ben. „Nun Salat der Meere sind verschiedene Algen, die auch für den Verzehr bestimmt sind… sehr nahrhaft…“, erklärte der Mann. Ben verzog das Gesicht… „Dann doch lieber den grünen Salat…“, änderte er schnell ab. „Selbst verständlich“, lächelte der Mann und verschwand in die Küche, während Ben zum Aufzug ging. An der Türe wurde er von einem jungen Mann angesprochen. „Guten Abend… Herr….?“, meinte der Mann. Erst jetzt erkannte Ben den Pagen. „Oh hallo… Jäger... Ben Jäger.“, lächelte Ben. „Ja sicher Herr Jäger… ist alles zu Ihrer Zufriedenheit? Mein Vater würde mir den Kopf abreißen, wenn ich Scheiße baue, verstehen Sie?“, wollte der Junge wissen. Ben nickte. „Ja es ist alles Bestens… ich fühle mich sehr wohl in diesem Haus…“, bestätigte Ben. „Das freut mich sehr… wenn Sie Fragen haben, dann wenden Sie sich bitte Vertrauensvoll an mich..“, bat der Junge.


    Ben sah ihn an. Das war es doch. „Ich hätte da etwas… Wo kann man sich hier ein Boot mieten? Ich meine so ein kleines Ding wo man so ein paar Tage auf dem Wasser bleiben kann?“, wollte Ben wissen. Er sah nicht, wie es in den Augen aufblitzte. „Ich werde sehen was ich machen kann. Mein Vater hat ein tolles Schiff… Wenn Sie es wünschen, dann kann ich Sie als Kapitän begleiten…“, schlug der Junge vor. Ben nickte. „Warum eigentlich nicht?“, meinte er dann. „Sagen Sie mir Bescheid, wann Sie los wollen, dann richte ich alles her…“, strahlte der Junge. „Werde ich… mal sehen… vielleicht nächste Woche und dann für die ganze Woche… der Preis geht natürlich zusätzlich zum Zimmer….“, lachte Ben und war froh, dass es so einfach war, hier an ein Schiff zu kommen. Semir würde Augen machen, wenn er total braun wieder kam.

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  • Semir kniete am Baum. Er konnte nicht mehr stehen, aber Stroganof hatte ihn so gefesselt, dass er sich nicht setzen konnte. So musste er knien was nicht sehr bequem war. Er drehte die Arme um irgendwie etwas zu unternehmen, doch es ging nicht. Die Handschellen saßen fest und ließen sich ohne Hilfe nicht lösen. Genauso wenig konnte er das Pflaster lösen. Er versuchte es sogar mit der Möglichkeit das Gesicht am Baum zu reiben, was nicht gerade förderlich für seine Wange oder Nase war. Es klappte nicht. Dann zuckte er plötzlich zusammen. Sein Handy in der Hosentasche vibrierte. Warum hatte er nicht daran gedacht? Das Handy… man konnte ihn orten. Schließlich war er längst überfällig und die Kollegen wussten doch sicher auch, was passiert war… Nun konnte er nur hoffen, dass der Anrufer weiß was los ist. Oder es ist Andrea, die sofort Alarm schlug. Verdammt, wenn er nur rankommen würde, doch da war nichts zu machen. So musste er hier ausharren und darauf warten, dass ihn jemand finden würde. Doch lange konnte er diese Hitze nicht mehr aushalten. Die Sonne brannte unaufhörlich und langsam wurde es ihm zu warm.


    „Verdammt, wo ist denn Semir schon wieder und warum geht der Herr Hauptkommissar nicht an sein Handy?“, zischte Kim und legte auf. Dann jedoch stand sie entschlossen auf und ging zu Susanne, die sich vorne mit einem kleinen Handventilator Luft zuführte. „Susanne... lassen sie sofort Semirs Handy orten. Ich will wissen, wo er ist.“, meinte sie und wollte gerade wieder ins Büro gehen, als ein Anruf ihre Aufmerksamkeit erregte. „Chefin, das sind die Kollegen vom Revier, dass uns um Hilfe gebeten hat. Ein Kollege hat beobachtet, wie Stroganof mit Semir als Geisel die Straßensperren durchbrochen hat und Richtung Bremen gefahren ist.“, stieß Susanne aus. Kim verkrampfte sich... Schon wieder machte Semir ihre Nerven zunichte. „Das kann doch nicht wahr sein. Lassen sie sofort sein Handy orten... hoffen wir, dass er sein Handy noch bei sich hat und es nicht ausgeschaltet ist.“, meinte sie und sah dann zur Tür, wo eine völlig fassungslose Andrea mit ihrer Tochter auf dem Arm stand.


    „Was ist mit meinem Mann?“, wollte sie wissen und setzte Aida sofort bei Hotte auf dessen Schoß ab. Diese schmiegte sich sofort an dessen Bauch und zupfte mit ihren Fingern am Bart des Polizisten herum. Kim schluckte... das hatte sie nicht erwartet. „Frau Gerkhan... bitte beruhigen sie sich... wir werden ihren Mann finden.“, meinte sie sofort und kam auf Andrea zu, die mit entsetzten Gesicht auf Susanne und Kim sah. „Mein Mann .... er ist ... wo ist er?“, wollte Andrea sofort wissen und kam zögerlich auf Beide zu. „Wo ist er?“, wiederholte sie mit ausgerissenen Augen. „Andrea... bitte beruhig dich.“, bat Susanne und stand auf, um ihre Freundin zu umarmen. Doch diese schlug die Umarmung aus. „Susanne, ich will, dass Semir wieder zurückkommt. Bitte leg die Ortung zu seinem Handy.“, bat sie mit aufgewühlter Stimme und Susanne nickte nur. Sofort machte sie sich an die Arbeit und leitete alles in die Wege.

  • Derweil bereiteten Sven und Arno alles vor. „Okay, ich hab ihn soweit, dass er mit mir rausfahren will. Ich werde ihn bewachen und du wirst hier an Land unsere Forderungen an seinen Vater schreiben.“, wies Sven ihn an, als sie die vorgefertigte Kabine mit allem Nötigen versahen. Sven hatte sich extra eine Kamera und eine Gegensprechanlage besorgt, damit er mit seinem Opfer kommunizieren konnte. Es war alles perfekt vorbereitet. Eine Matratze lag in der Ecke und der ganze Raum war mit Schaumstoff ausgekleidet. So konnte kein Lärm nach außen dringen, so viel er auch rumschreien mochte. „Hast du dir eine Waffe besorgt?“, wollte Arno wissen. „Natürlich habe ich das getan... hier ist sie.“, meinte er und zog einen alten Trommelrevolver hervor. „Mit dem alten Ding willst du das durchziehen?“ „Soll ich ihn an dir ausprobieren?“, fragte Sven und hielt die Mündung in Arnos Richtung. „Neee, schon gut.“, stotterte Arno. „Gut... denn mein Geld hat nur noch für das altersschwache Ding gereicht.“, meinte Sven und versteckte den Revolver hinter den Tellern in der Kombüse. Im richtigen Augenblick würde er das Ding schon hervorholen und sein Opfer in Schach halten, um so an ein Vermögen zu kommen.


    „Gut, gehen wir zurück zum Hotel. Es wird noch einige Zeit dauern, aber ich denke, dass kriegen wir schon hin.“, meinte Sven und er und Arno stiegen des Nachts vom Boot. Schnell liefen sie zum Hotel zurück und erkundigten sich nochmals nach der Zimmernummer. „407... okay, sobald ich ihn habe, rufe ich dich an und du legst den Zettel hier in sein Fach, okay?“, fragte Sven und Arno nickte nur. „Eine Frage noch... wie willst du den Kerl überwältigen? Immerhin sieht er ziemlich kräftig und durchtrainiert aus.“ „Ganz einfach... Papas Schlafmittel... es ist ziemlich stark, da er schon seit geraumer Zeit an Schlaflosigkeit leidet. Ich habe einige Pillen aus seiner Packung entfernt und sie an Bord versteckt. Jetzt braucht er uns nur noch in die Falle zu gehen.“, meinte Sven lachend.


    ...

  • Semir schloss die Augen…. Er hatte das Gefühl zu glühen. Endlich kam der Abend und die Sonne ging unter. Durst quälte ihn. Der letzte Versuch sich vom Knebel zu befreien schlug fehl. Er kam ohne Hilfe nicht los. Sein Gesicht brannte und er spürte die Spannung der Verbrennung durch die Sonne. Seine Handgelenke waren rot unterlaufen. Selbst das auf die andere Seite des Baumes drehen brachte keine Abkühlung. Der Baum war nicht so weit dass er Schatten spenden konnte. Sicher würde es nicht lange dauern, bis er das Bewusstsein verlor. Hitzschlag, Sonnenstich? Konnte es sein, dass ein Mensch diese extreme Einstrahlung ohne Schaden überwand? Wieder vibrierte sein Handy. Wie in den letzten Stunden bereits mehrmals. Kommt endlich und holt mich….dachte er bei sich. Er war müde und versuchte die für sich bequemste Art des Sitzens herauszufinden. Egal, wer mich finden würde in dieser Position findet der mich sicher zum lachen, dachte er noch und verschwand mit seinen Gedanken in einen leichten Schlaf.


    „Wir haben ihn!!“, rief Susanne erfreut aus. Andrea saß mit Aida immer noch im Büro, die Kleine schlief im Kinderwagen und Andrea sah immer wieder auf den PC von Susanne. „Er ist in einem Waldstück bei….Delmenhorst? Whow…“, meinte Andrea verwundert. „Susanne informieren Sie die Kollegen in der Nähe…!“, befahl Kim. Susanne tat es. Nun hieß es wieder warten… warten ob die Kollegen ihn fanden und wenn in welchem Zustand. „Wenn er doch da im Wald ist… wieso meldet er sich denn nicht?“, fragte Andrea leise. Susanne sah sie nur an. „Vielleicht ist er…?“, meinte Semirs Frau verzweifelt. „Nein… daran darfst du gar nicht denken…. Semir lebt. Wenn dieser Stroganof ihn gefesselt und geknebelt hat, dann kann er doch auch gar nicht ans Handy gehen…“, gab Susanne zu bedenken. „Ich hoffe wirklich du hast Recht….“, murmelte Andrea. Ihr Blick ging zu Kim die die Arme vor der Brust verschränkt hatte und aussah wie ein trotziges kleines Mädchen.


    Leon Fink und Michael Maiser fuhren in das Waldstück, welches über Funk durchgegeben wurde. „Wie sollen wir diesen Gerkhan denn finden? Es wird schon dunkel und außer diese Funkortung haben wir ja nichts…“, maulte Leon. „Du musst noch viel lernen, mein Junge… diese Ortung bringt und gut zwei Kilometer an die Suchperson heran. Wenn der arme Kerl seit heute Mittag irgendwo hier in der Hitze stand, dann wird es ihm sicher nicht gut gehen. Lass uns da mal rein fahren….hier könnte man mit dem Auto sehr gut parken…“, murmelte der ältere Kollege und wies in die Richtung. Leon lenkte den Wagen in den schmalen Weg. „Okay… suchen wir den Kollegen mal…“, grinste Michael und stieg aus. Leon folgte nur unwillig. Sie gingen fast eine Stunde durch die schmalen Wege. „Tja… hier scheint absolut nichts zu sein. Ich sollte mal die Kollegen anrufen und nachhören, wie weit wir von der Ortung weg sind.“, murmelte Michael und griff zum Handy. Doch bevor er wählen konnte vernahm er ein knurrendes Geräusch.


    Es hörte sich an, wie erstickte Hilfeschreie. „Das kommt von dort!“, meinte Leon und rannte auch schon in die Richtung. Michael folgte ihm. Keine fünf Minuten später standen sie vor dem Baum an dem ein Mann kniete und ihn umarmte. Diese Situation hatte schon seine Komik, aber als sie den Mann ansahen, war es nicht mehr lustig…. Leon ließ sich neben den Mann nieder und löste vorsichtig die Pflaster. Das Gesicht war krebsrot. „Durst…“, stieß der Gefesselte aus und Michael holte schnell eine Flasche Wasser. Leon löste die Fessel und sah wie die Handgelenke des Mannes bluteten. Doch Michael schien dies längst erkannt zu haben und kam mit dem Verbandskasten zurück. „Herr Gerkhan?“, fragte er. Der Mann nickte nur. Gierig trank er aus der Flasche und schloss erleichtert die Augen. Die Komik an dieser Sache war das das ganze Gesicht rot war, nur über dem Mund zeichnete sich ein weißes Kreuz ab.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Da keiner der beiden Polizisten wusste, ob der Kollege nicht mehr Schaden davon getragen hatte, ließen sie ihn ins Krankenhaus bringen. „Sie werden bereits seit Stunden vermisst Herr Gerkhan… wie geht es Ihnen sonst?“, wollte Leon wissen als sie in der Ambulanz saßen. Das Gesicht von Semir war rot vor Sonnenbrand. „Mir geht es soweit gut… bin nur ziemlich müde und das Gesicht….“, sagte er leise und schloss die Augen. Nur wenig später wurde er vom Arzt untersucht. Er bekam etwas zum einreiben und durfte anschließend mit den Kollegen zur nächsten Wache fahren. Von dort informierte er Kim Krüger was vorgefallen war und das sein Dienstwagen nun zur Fahndung ausgeschrieben werden musste. „Chefin! Ich bin mir sicher, dass der Kerl an die Küste wollte. Er ist sehr zielstrebig hier hin gefahren. Vermutlich trifft er sich hier mit seinen Komplizen. Ich würde sehr gern an diesem Fall dranbleiben. Außerdem könnte ich Ben aus dem Urlaub holen, dann habe ich Verstärkung…“, bat er. „Semir, finden sie nicht, er hat sich Urlaub verdient?“, fragte Kim nur. „Er hat beim Armdrücken verloren und ....“ „Semir, sie werden Ben nicht aus dem Urlaub holen, ist das klar?“, kam es sofort schroff von der Chefin zurück. „Aber...“ „Kein Aber Semir, sie werden sich jetzt im Krankenhaus untersuchen lassen und sich dann um diesen Stroganof mit Bonrath kümmern. Das Dienstliche mit den Kollegen aus Niedersachsen regele ich schon.“, meinte sie abweisend und legte dann auf. Semir ließ das Handy sinken und legte sich vorsichtig hin. Er sollte Ben nicht aus dem Urlaub holen, hatte sie ihm gesagt. Das bedeutete ja nicht, dass er Ben nicht besuchen und mit ihm, ganz nebenbei, über den Fall sprechen durfte. Grinsend schloss er die Augen und ruhte sein geschundenen Körper. Dieser Stroganof würde ihm nicht entkommen. Die Kollegen hatten die Beschreibung und das Kennzeichen von Semirs Wagen. Es wäre nur eine Frage von einigen Stunden sicherlich, dachte er und schlief über den Gedanken ein.


    Stroganof fuhr mit dem erbeuteten BMW direkt auf die Küste zu. Er musste hier weg. Sicher würden die ihn suchen. Vielleicht war es besser, wenn er für eine Zeit lang in Holland untertauchen würde. Aber die Grenze würde sicher zuerst bewacht werden. Hm, vielleicht aber, wenn er sich auf eine einsame, verschlafene Insel zurückzog und dort einige Wochen abwartete. Ja, das war es. Und er hatte auch schon genau eine Insel im Blick. Da würde ihn keiner suchen, aber erst mal musste er diesen Wagen loswerden. Er würde ihn einfach stehen lassen. Ja, das war die beste Lösung. Am Besten vor einem Bahnhof, damit die Bullen meinten, er würde per Zug weitergereist sein. Ja, so würde er es machen.

  • Andrea atmete erleichtert auf und nahm Aida an sich. „Die Kollegen sagen, er lebt. Semir hat nur einen Sonnenbrand davongetragen und einige Abschürfungen am Handgelenk von den Handschellen, mit denen er gefesselt war.“, erzählte Susanne, als sie ihre Freundin nach draußen brachte. „Ich werde mit Bonrath zu ihm fahren. Ich will wissen, wie es ihm geht.“, meinte sie und stieg zu Bonrath in den Wagen. „Passt du bitte auf Aida auf, während ich weg bin. Ich schau nach Semir und hole sie dann sofort wieder bei dir ab.“, meinte Andrea. „Klar... kein Problem. Ich pass schon auf das Goldstück auf.“, erwiderte Susanne und nahm die Kleine auf den Arm. Dann fuhr Andrea mit Bonrath los und knetete nervös ihre Hände. Hoffentlich ging es Semir wirklich gut.


    Ben ahnte derweil von alledem nichts, sondern genoss seine erste Nacht in seinem ruhigen Zimmer und wachte gegen halb elf am nächsten Morgen auf. Da er sicherlich kein Frühstück mehr vom Büffet kriegen würde bestellte er sich etwas schnelles Frühstück auf sein Zimmer. Denn er wollte heute mal was probieren, was er schon seit seiner Kindheit nicht mehr gemacht hatte ... angeln. Sicherlich konnte man an der Rezeption eine Angel ausleihen und sicher kannten die Einheimischen auch eine gute Angelstelle. Es klopfte und Ben machte auf. Sven stand draußen mit dem Frühstück auf den Tablett. „Guten Morgen, Herr Jäger.... ich hoffe, sie haben gut geschlafen?“, fragte der Junge freundlich und trat ins Zimmer. „Ja, danke... die Luft ist wirklich herrlich hier bei euch auf der Insel, dass man länger schläft, als eigentlich.“, meinte er lachend. „Das stimmt... die Seeluft ist sehr gesund.“, erwiderte der junge Page und stellte das Tablett auf den Couchtisch ab.


    Semir erschrak, als er plötzlich eine Hand an seinem Gelenk fühlte. „Hey!!“, stieß er aus und öffnete die Augen. „Schon gut….ist alles in Ordnung. Ich will nur Ihre Handgelenke verbinden. Sie sind sehr müde, nicht wahr?“, fragte der Arzt und sah Semir ernst an. „Der Tag dort am Baum trug nicht gerade zur Entspannung bei.“, maulte Semir nur. „Richtig… ich habe mit Ihrer Vorgesetzten gesprochen und sie lässt ausrichten, dass Sie sich heute Nacht hier im Krankenhaus einquartieren…“, meinte der Doc. Semir sah ihn an. „Ich…“, fing er an. „Ach ja… und sie sagte… Widerrede zwecklos.. Ich habe in meinem Leben sehr viel gelernt…. Man widerspricht einer Frau nicht… also lassen Sie sich verwöhnen. Morgenfrüh, dürfen Sie dann machen, was Sie wollen. Das Gesicht wird gleich auch behandelt. Sie bekommen eine spezielle Maske, damit die Verbrennungen nicht zu sehr Schmerzen bereitet. Außerdem werde ich Ihnen etwas geben, damit Sie schlafen können…“, schlug der Doc vor. „Sie dürfen mir eine Maske geben, Sie dürfen mir die Handgelenke verbinden, aber ich will kein Schlafmittel. Ich habe was sehr wichtiges morgen vor.“, ermahnte Semir ihn.


    ...

  • Am nächsten Morgen durfte er dann das Krankenhaus um elf verlassen. Das Gesicht war nun etwas entspannter. Lediglich das Abbild des Pflasters war noch deutlich zu sehen. Als er vor der Tür der Klinik stand, fiel ihm Andrea in den Arm. „Mensch.. geht es dir gut? Was ist mit dir?“, fragte sie sofort besorgt. „Alles okay…. Was machst du denn hier, Andrea?“, wollte Semir wissen. „Was ich hier mache? Das ist doch wohl… du wirst entführt…wieder mal und fragst mich was ich hier tue? Ich habe mir Sorgen gemacht, verdammt noch mal!!!“, fauchte Andrea wütend. „Oh…natürlich…. Ist ja okay. Mir geht es gut, Andrea… aber ich muss arbeiten… ich meine…ich muss diesen Stroganof fassen… Er hat meinen Wagen und meine Waffe… ich muss dir doch nicht sagen, was passiert, wenn er damit jemanden umbringt… Fahr bitte mit Dieter wieder nach Hause und…“, bat Semir. „Moment!! Die Chefin hat gesagt, ich soll dich unterstützten….du kannst mich doch nicht nach Hause schicken!!“, begehrte nun Dieter auf.


    Ben sah auf seine Post. Das ist ja wunderbar, dachte er, als er die Nachricht gelesen hatte. „Sagen Sie… wie komme ich denn von hier am Schnellsten dort hin?“, fragte er den Portier. „Ach das ist ganz einfach. Wenn Sie hier raus gehen, dann wenden Sie sich direkt nach links und gehen etwa 1 km in Richtung Strand. Dort ist der Yachthafen und da finden Sie das Boot… Wünsche viel Freude…“, lächelte der Mann. „Danke…also raus und dann links… danke ich werde es sicher finden…“ meinte Ben und wandte sich dem Ausgang zu. Bevor er jedoch auf die Straße treten konnte, bekam er die Tür vor die Nase. „Hey!! Immer langsam…“ ermahnte er die Person, die gerade das Hotel betrat. „Sorry… ich habe es eilig…hab Sie nicht gesehen…“, erklärte der Mann mit einem polnischen Dialekt. „Ist kein Problem… nur beim nächsten Mal bitte aufpassen…“, nickte Ben und betrat die Straße. Da die Sonne schien, war der kleine Spaziergang zum Hafen ein wahres Vergnügen. Dort angelangt suchte er das Boot von dem freundlichen Pagen und fand es tatsächlich. An Bord saß ein junger Ben unbekannter Mann. „Hallo… Jäger mein Name… ich bin hier verabredet!“, rief er ihm zu. „Ach ja… Herr Jäger…. kommen Sie, aber fallen Sie nicht ins Wasser!“, lachte der Mann. Ben betrat die Planke und wenig später stand er auf dem Schiff. „Sehr schönes Boot. Begleiten Sie uns auch auf der Segeltour?“, wollte Ben wissen. „Ja ich zeige Ihnen Ihre Kabine… folgen Sie mir bitte…“, lächelte der Mann. Ben nickte und folgte ihn ins Schiffsinnere.


    „Ja Dieter ich weiß… aber ich wusste auch nicht, dass du meine Frau mitbringst. Man ich jage hier einen Mistkerl, der wegen Mordes gesucht wird!! Das einzige was ich weiß ist, dass er in Richtung Bremen gefahren ist. Wir müssen versuchen, den Wagen zu finden und dann diesen Stroganof…. Aber ich will nicht, dass…“, erklärte Semir leise. Andrea sah ihn an. „Hey… was regst du dich denn so auf… ich muss eh zurück... Aida wartet. Semir ich wollte doch nur sicher gehen, dass dir nichts fehlt. Dieter kann doch hier bleiben und ich fahre mit dem Zug zurück nach Köln. Dort kann mich dann die Chefin abholen oder ich nehme ein Taxi…“, erklärte Andrea. „Bahnhof? Ja Bahnhof klingt gut….klingt sehr gut… Wir bringen dich hin…“, lächelte Semir zufrieden


    So machten sich die Drei auf zum Bahnhof von Wilhelmshaven. Semir sah verträumt aus dem Fenster auf den Parkplatz hinaus, als Dieter die Eingangsstraße entlang fuhr. Plötzlich schrie Semir auf. „Halt mal an Dieter... Sofort stopp.“, schrie er und der lange Polizist ging in die Eisen. Die Autos hinter ihm mussten scharf bremsen, damit sie nicht draufknallten. Ein Hupkonzert erster Ordnung drückte die Verärgerung der anderen Autofahrer aus. „Semir, was ist?“, rief Dieter seinem Kollegen nach, als dieser aus dem Wagen gesprungen war und durch die parkenden Autos rannte. Scheinbar hatte er etwas gesehen. Schnell lenkte Dieter den Wagen von der Fahrbahn direkt Semir hinterher. Dieser hüpfte auf einmal aufgeregt auf und ab. „Ich hab ihn ... ich hab ihn.“, stieß er aus und zeigte auf ein silbernes Fahrzeug.... seinen über alles geliebten BMW. „Dieter, der Kerl war hier.“, meinte er nur auf das Grinsen des Langen und seiner Frau hin, die eine gewisse Verrücktheit an Semir zu erkennen dachte. „Sonst geht es dir gut, ja?“, fragte sie mit einem Lächeln auf den Lippen. „Andrea... das heißt, der Typ ist mit dem Zug abgehauen.“, erklärte Semir. „Bist du sicher? Ich meine, der könnte auch nur wollen, dass wir das denken, oder?“, gab Dieter zu bedenken.„Stimmt, die Fähre ist ja auch noch da. Verdammt, hier sind zu viele Möglichkeiten um zu verschwinden.“, stieß Semir aus. „Überleg doch mal Semir, selbst wenn er mit dem Zug weiterfahren würde, alle größeren Bahnhöfe würden überwacht werden. Er würde uns mit Sicherheit ins Netz gehen. Da ist es doch einfacher sich irgendwo auf einer kleinen, abgelegenen Insel zu verstecken. Wir sollten am Hafen einfach ein Bild von Stroganof rumzeigen. Vielleicht hat ihn einer dort gesehen.“, meinte Dieter. „Gute Idee... aber erstmal bringen wir dich zum Zug, Andrea.“, meinte Semir und gab seiner Frau einen intensiven Kuss. Die Drei gingen dann in die Schalterhalle und kauften das entsprechende Ticket für die Fahrt nach Köln. Sie mussten auch nicht lange warten. Nach einer viertel Stunde rollte der Zug ein, Andrea stieg ein und war dann nach zwei weiteren Minuten auf den Rückweg nach Köln. „So, und wir machen uns jetzt auf den Weg zum Hafen.“, befahl Semir.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Ben stand auf dem Boot und schon ging die Fahrt los. Sven legte vorsichtig vom Steg ab, wendete und verließ die Hafeneinfahrt. In seinem Hirn arteten seine Gedanken aus. Bald würde er in Geld schwimmen. Arno würde er sicherlich nichts abgeben. Sobald er das Geld habe würde er diesen Kerl irgendwo auf einer Sandbank aussetzen und in der Karibik ein neues Leben beginnen. „Wie heißt denn diese schmucke Fregatte?“, wollte Ben wissen, als er von der Reling zurückkam und sich neben Sven stellte. „Marianne... nach meiner Mutter benannt.“, erwiderte der junge Mann freundlich. „Marianne?“, fragte Ben erstaunt und musste sofort an den berühmten Heinz-Erhardt-Film denken. Tja, jetzt waren es zwar nur zwei Mann in einem Boot, aber sicherlich würden das auch so sehr schöne Tage werden. „Wo wollen wir denn hinfahren?“, fragte er dann und sah Sven über die Schulter. „Ich dachte mir Scharhörn und Neuwerk wären ein gutes Anlaufziel als erstes. Neuwerk Is ne nette kleine Insel mit einem hübschen Leuchtturm, wo man super essen kann und Scharhörn die wohl größte Vogelinsel in der gesamten Nordsee.“, erklärte Sven und Ben nickte nur. „Klingt gut, dann bringen sie uns mal hin, Steuermann.“, meinte er scherzhaft. „Aye aye Captain.“, erwiderte der titulierte Steuermann. „Warts nur ab, Bürschchen. Wenn wir die Insel erreicht haben, wird das heute Abend deine letzte Mahlzeit sein.“, dachte er bei sich und überprüfte, ob er das Schlafmittel in seine Hosentasche gepackt hatte. Ja, es war da. Jetzt konnte wirklich nichts mehr passieren. Ben ahnte noch nicht, was in wenigen Stunden mit ihm passieren würde. Er sah mit gebannten Augen auf die See hinaus und freute sich auf die erholsamsten Tage, die ihn bevorstanden. Semir hatte er schon völlig vergessen.


    „Haben sie diesen Mann hier schon mal gesehen?“, fragte der Deutschtürke in seinem Diensteifer und mit westfälischem Elan die norddeutschen, wortkargen Fischer, die am Hafen ihre Kutter entluden und ihre Netze putzen. Überall bekam er nur einen schielen Blick, ein Kopfschütteln oder ein norddeutsches „Ney“, zu hören. Langsam hatte er echt genug von dieser Arsch-Ruhe, die dieser Menschenschlag hier oben in sich hatte. Resigniert ließ er sich auf einen Poller fallen und vergrub das Gesicht in seinen Händen. Dies aber vorsichtig, um sich nicht selbst weh zu tun. Ein älterer Mann kam zu ihm. Er trug einen Korb und stellte diesen vor Semir ab. „Nich von hier wat?“, fragte der Mann. „Nein…. Köln…“, gab Semir zu und sah den Mann mit halb geschlossenen Augen an.

  • „Oh….vun su wiet? Na kloar… mag Fisch? Oder Tee?“, lächelte der Mann ihn an. „Ich bin nicht hier, um mich zu entspannen. Ich suche diesen Mann hier!“, stieß Semir leicht genervt an. Der Mann warf ein Blick auf das Bild. „Wat hat der Jung denn macht?“, wollte der Mann wissen. Semir musste überlegen was der Mann sagte, denn dieses Kauderwelsch was hier an der Küste gesprochen wurde hatte den Fehler, dass die Leute hier Buchstaben verschluckten. „Nicht entspannen… reden und diet sich bie Tee immer besser…“, plattete der Mann weiter. Semir sah ihn an. „Warum sagen Sie mir nicht einfach ob Sie den Mann gesehen haben oder nicht?“ wollte er wissen. „Mien Jung… glauben Sie einem alten Seemann… Eile mit Weile…. Das ist eine sehr gute Einstellung.“, kam nun in einem perfekten Hochdeutsch von dem Mann. Semir ließ sich breitschlagen.


    Der Mann hatte ein kleines Häuschen direkt am Hafen und schloss die Tür auf. „ Na dann kum in.“, lud er Semir ein. Der Tag ging bereits auf den Mittag zu und Semir spürte Hunger. Er schielte auf die Fische die der Mann gefangen hatte. Sie sahen sehr gut aus und wenn Semir sich nicht täuschte waren das ziemlich große Makrelen. „Sen gut aus, wat?“, fragte der Mann. „Ja sehr lecker und sehr frisch…“, gab Semir zu. „Kannst essen! Ich mache gleich dat Ding in den Ofen und wenn du willst…iss mit!“, lud der Mann Semir ein. „Sie sind eigentlich sehr offen… ich dachte die Seeleute sind immer unhöflich?“, wollte Semir wissen. „Ammenmärchen… wir machen dat nicht mit jeden… aber die Nordrheiner sind mir die Liebsten… So dann setzt dich Jung!“, befahl der Mann freundlich. „Semir!“, stellte Semir sich nun vor. „Wat???“, fragt der Seemann. „Mein Name… Semir…“, lachte der Deutschtürke. „Ach so… ich bin Lasse! Eigentlich Lars aber dat wied hier net saat…“, stellte sich nun auch der Mann vor. „Dann sag ich auch Lasse… Kennen Sie den Mann auf dem Foto?“, fragte Semir erneut. „Ich hab den gesehen…. Heute…. Oben am Hotel auf Wangerooge…. „Meerblick“ heißt der Schuppen und ist nur wat für die rieken Döspadels.“, erkläre Lasse. „Rieken was?“, wollte Semir irritiert wissen. „Ach so…. warte ich sag es auf deine Sprache… das ist ein Schuppen für die reichen Dummen….also die die dickdone…verstehst du?“, lachte der sympathische Mann. „Nee… nicht wirklich… wie komme ich zu dem Hotel?“, wollte der Deutschtürke wissen. „Wat ik noch seggen wull….dat is dor lieksterwelt as tohuus sagen die Gäste… Ich kann dich överkoppsch“, meinte Lars und schloss die Augen… „Dat deit mi Leed. Ich vergesse immer wieder dass du es nicht verstehst… Ich fahre dich hoch…“, lachte Lasse.


    ...

  • Ben bekam es kaum mit, wie das Schiff sich durch die Nordsee kämpfte. Er lag auf dem Deck und genoss die Sonne. Es war wunderbar. „Na wie wäre es mit Essen?“, wurde er gefragt. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass es schon nach Mittag war. „Keine schlechte Idee… gerne!“, meinte er und stand auf. Mit etwas steifen Schritten betrat er die kleine Kajüte, die als Speiseraum galt. Sven hatte bereits aufgetischt. „Das sieht verdammt gut aus…“, musste Ben zugeben. „Ja bitte… essen Sie, bevor es ganz kalt wird.“, meinte Sven nur, ohne sich auf das Lob einzulassen. Ben schlug zu. Er hatte großen Hunger und Fisch war irgendwie sehr gesund. Sven sah ihn zu und immer wieder auf die Uhr. „Noch einen Termin?“, wollte Ben wissen, als er es bemerkte. „Nee… nichts wichtiges.“, wiegelte Sven ab. Ben war nach einer guten halben Stunde fertig. „Warum essen Sie denn nichts?“, wollte er von Sven wissen. „Ich esse nie, wenn ich auf Wasser bin…“, entschuldigte Sven sich. „Nie?“, harkte Ben nach. „Nee… bin aber sonst auch nur für einen Tag auf See… da geht das schon.“, erklärte Sven. Ben nickte und rieb sich die Augen. „Ich glaub die Seeluft macht nicht nur hungrig sondern auch müde… ich denke ich lege mich etwas hin.“, murmelte Ben. Sven grinste zufrieden und sah, wie Ben stark schwankte als er aufstand. Sofort griff er zu. „Ich bringe Sie hin…“, meinte er fürsorglich. Ben sah ihn mit glasigen Augen an und knicke ein. „Was?“, fragte er noch und schlief dann ein. „Na endlich…“, stieß Sven aus und brachte seinen freiwilligen Gast in die versteckte Kabine, wo er schreien konnte wie er wollte, wenn er wieder wach wurde.


    Semir genoss die Makrele mit Kräuterrahm und Bratkartoffeln sichtlich. Schon lange hatte er nicht mehr solch guten Fisch gegessen und in ihm reifte der Gedanke mit seiner Andrea hier auch mal auf Urlaub zu gehen. „Na dann kum, ich bring dich röver.“, meinte der Seemann und ging mit Semir zu seinem Fischerboot, dass am Kay vor Anker lag. Sofort stach Semir dieser fischige Geruch in die Nase, als er an Bord kletterte. „Wie lang werden wir ungefähr brauchen?“, fragte er den Fischer. Dieser zuckte mit den Schultern. „Wir hebben Hoochwater... ich denke in dree Stünn sind wir drööven.“, meinte Lasse und startete den Motor seines Kahns. Schnell schrieb Semir eine SMS an Bonrath, dass dieser mit dem Auto auf der Fähre nach Wangerooge fahren und ihm am Hafen abholen sollte. „Wisshoolen, es geht loss.“, meinte der Fischer und schon stießen die ersten hohen Wellen an die Reling und schaukelten das Boot hin und her. Semir saß auf einer Kiste und hielt sich fest. Er war diesen Seegang nicht gewohnt und so merkte er langsam, dass es besser gewesen wäre, wenn er den Fisch doch nicht gegessen hätte.


    Ben wachte langsam wieder auf. Nur spärlich öffneten sich seine Augen und sein Kopf fühlte sich schwindelig an und nur langsam konnte er sich aufrichten. Alles in ihm drehte sich und er dachte, jeden Moment kommt sein Essen wieder hoch. Langsam zog er sich an der Wand hoch. Was war das? Die Wand war mit irgendwas Weichem verkleidet. Wo war er hier? Das war mit Sicherheit nicht mehr das Boot ... oder doch? Eine kleine Lampe spendete ihm Licht und .... Moment. Da in der Ecke... war das eine Kamera? Ja... es war eine. Ben lachte verächtlich. War er entführt worden... mit großer Sicherheit. „Ah... ich sehe, du bist wach geworden. Sehr gut.“, drang es plötzlich aus einem Lautsprecher und sofort erkannt Ben die Stimme... Sven. „Wenn du mit mir sprechen willst... gleich neben dir ist eine Gegensprechanlage.“, kam es dann aus dem Lautsprecher. Ben sah hinüber und ging langsam darauf zu. Noch immer war ihm schlecht... Sicher war ein Schlafmittel im Essen gewesen. Anders konnte er sich die plötzliche Übelkeit nicht erklären. „Was soll das?“, fauchte Ben durch die Sprechanlage. „Kannst du dir das nicht denken, du neureicher Sprössling? Ich bin knapp bei Kasse und brauche etwas Startkapital und dein Alter wird es mir geben... im Austausch für dein Leben.“, kam es als Antwort durch die Anlage gerauscht. „Lass mich sofort hier raus...“, schrie Ben und schlug gegen die Anlage. Doch es kam keine Antwort. „Ey du Arsch.... lass mich hier raus.“, wiederholte Ben seinen Fluch und wieder kam keine Antwort.


    Sven beobachtete alles genüsslich über den Bildschirm. Er sah, wie sein Opfer schrie, aber nichts nach draußen drang. Diese Schaumstoffverkleidung war wirklich perfekt. Keiner würde je hören, dass er sich hier an Bord befindet, sollte man das Schiff kontrollieren. „Arno... ich bin's. Ich hab ihn. Schmeiß jetzt den Zettel vorsichtig in den Briefkasten und verwüste sein Zimmer... sie sollen ja nicht sofort wissen, dass er freiwillig mit mir mitgekommen ist.“, wies Sven seinen Freund an. „Dann sei eben etwas vorsichtig... wir brauchen beide das Geld und zwar sehr dringend. Also, mach dich an die Arbeit und lass dich nicht erwischen.“, stieß Sven aus und wandte sich wieder Ben zu. Dieser hatte sich immer noch nicht beruhigt, sondern stieß und schlug gegen die Wände zeterte herum und schrie irgendwas in die Kamera. Sven saß einfach nur da und steuerte das Schiff auf die offene See hinaus. Weit weg von der Küste musste er, um nicht von den Patrouillenbooten des Grenzschutzes angehalten zu werden.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • „Na, mien Jung... geht’s gut?“, fragte Lasse, als er aus seinem Führerhäuschen kam und Semir ansah. Dieser nickte nur und versuchte unter allen Umständen sein Essen im Magen zu behalten. Seine Kleidung war durch den Schwung der Wellen schon ganz durchnässt. „Komm, ich hab dir mal ein Mantel rausgesucht... an de solten See is Schietweder nicht rar es kann ziemlich störmig werden.“, meinte der Seemann und reichte Semir ein gelbes Umhängecape, dass dieser sich sofort über die Jeansjacke warf und zuknöpfte. Dann hielt er sich wieder seinen Magen fest und schluckte einmal kräftig. „Willst nen Rollmops?“, kam es dann von Lasse und er hielt Semir ein kleines Brett mit den Fischröllchen unter die Nase. Und so kam es, dass Semir sofort mit Gesicht und Oberkörper über der Reling hang und man nur ein gequältes, brechendes Husten hören konnte. „Bist schon asig? Is dir Kodderig?“, fragte Lasse und ging dann wieder in sein Bootshäuschen zurück. Semir sah ihn nur an und nickte. Er verstand zwar nur die Hälfte aber er ahnte was der Mann dort sagte. „ik afkenn di. Is doch keen Duennung!“, lachte Lasse der wirklich seinen Spaß hatte. „Wenn di breken muss dann mach dat achtern!“, hängte er an und schon hörte er Semir über der Reling würgen. „Landradde!“, tadelte Lasse ihn leise.


    Ben ließ sich auf die Matratze nieder. Er stieß wütend Flüche aus. Wie konnte ihm als erfahrener Polizist so etwas passieren? Aber woher wusste sein Entführer, dass sein Vater reich war? Er hatte es niemanden gesagt? Sein Vater würde sicher zahlen, daran zweifelte Ben nicht. Wenn Semir hier wäre, könnten sie diesen Mistkerl … „Was ist? Langweilig? Hast doch die Sonne genießen können. Wirst wohl ein paar Tage ohne Tageslicht auskommen müssen. Wenn du dich so verhältst wie ich es sage, wird dir nichts passieren. Ach ja... niemand hört dich, also lass die Schreierei, es macht dir nur Halsschmerzen.“ „Was fordern Sie?“, wollte Ben wissen. „Nun…. Die Schreibwaren bringen doch sicher viel ein…. Ich dachte so an drei oder vier Millionen.“, lachte der Mann am anderen Ende. Ben stutzte. Schreibwaren? Wie kam er auf Schreibwaren? Was zum Teufel lief hier. „Was meinen Sie mit Schreibwaren?“, wollte er nun wissen. „Herr Herlitz…. Sie glauben wohl, ich finde nicht heraus, dass Sie sich mit falschen Namen eintragen… aber so dumm bin ich nicht. Ich weiß, dass ihr Vater der Inhaber der Firma Herlitz ist und du wirst gleich deinen Papa anrufen und ihm sagen, was passiert ist…“, kam zur Erklärung. Ben schüttelte den Kopf .Er war ein Opfer der Verwechslung…. dachte er bei sich.