Tödlicher Bluff

  • „Andrea...verstehst du denn nicht...ich....ich...hab es doch nicht mit Absicht gemacht...aber..“ versuchte Semir sich zu erklären. Andrea sah ihn mit vor Wut funkelnden Augen an. Sie schüttelte den Kopf. „Nein!!! Semir Gerkan…ich will das nicht mehr hörst du! Du hast jetzt schon viermal vergessen, Viermal…Wir sind dir ja wohl völlig egal!“ schrie Andrea wütend. Semir sah sie an. „Weißt du was…es nervt…deine ständigen Vorhaltungen, dass ich etwas vergesse… ich versuche euch ein guter Familienvater zu sein. Euch zu ernähren und du kümmerst dich lediglich um den Haushalt und die Kinder!“ schrie er zurück. „Lediglich? Weißt du was es an Arbeit ist, die Kinder zu beaufsichtigen? Weißt du was es heißt sich um die Beiden zu kümmern? Wenn sie krank sind....weißt du wie es ist, wenn ich Aida versuche zu erklären, dass ihr Vater obwohl er es versprochen hat, sich um sie zu kümmern, mal wieder sein Versprechen nicht einhält? Weißt du das?“ schrie Andrea wütend zurück. Sie griff einen Teller und warf ihn in Semirs Richtung. Dieser duckte sich und der Teller flog an die Wand wo er zerbrach. „Andrea!! Es reicht!! Denk an die Kinder!!“ versuchte Semir sie zu beruhigen. „Die Kinder!! Ja die Kinder sind dir wichtig!!! Aber wo bin ich? Wo bin ich als deine Frau in deinem Leben? Semir Gerkan!!!“ schrie Andrea wütend. Semir sah sie an. Er wusste, wenn Andrea so aufbrauste, war es besser wenn er verschwand. Er schnappte sich die Schlüssel und wenig später knallte die Haustüre so laut zu, dass die Kinder, die eben noch schliefen aufwachten und aufschrien. Andrea sah ihrem Mann hinterher, als dieser die Straße herunterfuhr. Doch nun erweckte auch ihr Mutterherz. Sie ging nach oben um sich um Aida und Sebastian zu kümmern. Der Kleine war gerade sechs Wochen alt Er war Semirs und ihr ganzer Stolz. Und auch Ayda kam ihrer Verpflichtung als große Schwester eifrig nach. Als Andrea ins Kinderzimmer kam, saß Ayda bei Sebastian im Bett und tröstete den kleinen Bruder. Andrea musste leicht schmunzeln als sie das Bild sah. Tränen liefen ihr über das Gesicht.


    Semir fuhr einfach nur durch Köln. Verdammt wieso hatte er es wieder vergessen. Es war doch der schönste Tag in seinem Leben, als Andrea ja sagte. Und nun hatte er zwei Kinder…Ayda und Sebastian…warum konnte er den Hochzeitstag nicht einfach aufschreiben und dann erinnert werden…das geht doch nicht…wir leben im einundzwanzigsten Jahrhundert und…Hupen riss ihn aus den Gedanken. Semir erschrak und konzentrierte sich wieder auf den Verkehr. Erst in letzter Sekunde sah er dass die Ampel vor ihm auf Rot sprang. Mit kreischenden Bremsen blieb er gerade noch stehen ehe er die Frau mit dem Kinderwagen erwischte. Er stützte seine Arme auf das Lenkrad ab und lehnte seinen Kopf darauf. Dann atmete er tief ein und aus. Tränen machten sich bei ihm bemerkbar. „Andrea…ich liebe dich…“ stieß er aus. Ein Blick fiel auf sein Handy. Sollte er sie vielleicht anrufen? Ja...aber was, wenn sie ihn wieder anschrie? Vielleicht sollte er ihr Blumen kaufen. Einen riesigen Strauß an Rosen...als Entschuldigung. Als er sich wieder auf die Ampel konzentrieren wollte riss man die Beifahrertür auf und auch die hinteren Türen wurden aufgerissen. Semir sah erschrocken zu den Männern die einstiegen. Alle waren maskiert und bewaffnet. „Hey…!“ stieß Semir aus. Doch schon spürte er die Waffe an der Schläfe. „Aussteigen!“ forderte der Beifahrer auf. „Schon gut…ganz ruhig…okay…“ stieß er leise aus und hob die Hände. „Hey…das ist ne Bullenkarre!“ schrie plötzlich einer von hinten der wohl das Blaulicht bemerkte. Erst jetzt sah auch der Beifahrer die Blaulichtmontur. „Bist du ein Bulle?“ fragte er Semir, der aussteigen wollte. Sofort griff der Beifahrer ihn an der Jacke und hielt ihn fest. Semirs Gedanken flitzten wie auf einer Autobahn. „Und was wenn?“ fragte er vorsichtig an. „Ja oder nein?!“ fauchte der Mann, der die Waffe auf ihn richtete. Semir hatte die Hände erhoben und nickte. „Das ist schade für dich…sage lebe wohl!“ grinste der Beifahrer, presste die Waffe fest an Semirs Kopf und drückte ab. WHAM!!!

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  • Semir schrie auf und sah sich irritiert um. Er war nicht in seinem Wagen sondern saß am Schreibtisch. Völlig erschrocken sah er Ben an, dem die Tür aus der Hand ins Schloss gefallen war und ihn weckte. „Entschuldige...ich wollte dich nicht wecken..“ kam sofort von Ben. „Schon gut….boah…verdammt…welchen Tag haben wir?“ stieß Semir etwas atemlos aus. „Welcher Tag? fragte Ben irritiert. „Ja…welcher Tag...“ nickte Semir erneut. „Heute ist der 6. April….warum?“ harkte Ben nach. „Hey… alles okay?“ hängte er an. „Ja…nein…oh man… ich hatte eine Alptraum…“ stieß Semir aus. „Alptraum…aha…und was ist passiert?“ wollte Ben neugierig wissen. „Andrea und ich haben gestritten und…ich bin dann weg. An einer Ampel setzen sich vier maskierte Männer ins Auto und bemerken dass ich ein Bulle bin...und…und…dann drückte der eine mir die Waffe an den Kopf und dann knallte es.“ erzählte Semir. „Du scheinst die letzten Nächte ziemlich wenig Schlaf zu bekommen. Ist es dem Kleine?“ wollte Ben besorgt wissen. „Ja…er schläft noch nicht durch und…alle drei Stunden…ich bin schon am überlegen, ob ich die Zeit über im Gästezimmer schlafen. Andrea hat es mir auch schon vorgeschlagen. Ich glaube ich werde es ab heute tun.“ nickte Semir. „Aber nur weil die Typen in deinem Traum in deinem Auto stiegen fragst du mich doch nicht nach dem Datum oder?“ kam skeptisch von Ben. „Nein…unser Streit…der fing an, weil ich unseren Hochzeitstag vergessen habe…“ erklärte Semir. „Aber das hast du nicht...oder?“ harkte Ben nach. „Nein...er ist heute...ich muss gleich noch Blumen kaufen....boah...das war verdammt hart....“ stieß Semir aus und wischte sich über die Stirn. „Hey...es war ein Traum....vielleicht unbewusst dein schlechtes Gewissen wegen dem Hochzeitstag..“ versuchte Ben seinen Kollegen zu beruhigen. Semir nickte. „Da könntest du Recht haben....Wie spät ist es?“ fragte Semir. „Gleich neun Uhr...noch ne halbe Stunde und wir haben Schluss...dann einfach nur schlafen und heute Abend wieder hier...“ erklärte Ben. Semir nickte nur. Er zeigte es nicht, aber der Traum ließ ihn nicht los. Er trank den Kaffee, den Ben ihn hinstellte. „Ich fahre jetzt zum Blumenladen und hole für Andrea einen großen Rosenstrauß...“ verkündete er und erhob sich. „Alles klar...bis heute Abend und gib meinem Patenkind einen dicken Kuss.“ meinte Ben nur.


    Andrea stand am morgen früh auf. Sebastian schien noch zu schlafen. Sie sah stolz auf den kleinen Jungen und lächelte zufrieden. Wie süß er doch war...er sah aus wie Semir. Das Kinn...die Augen....und sogar die Gestik im Schlaf, erinnerte an ihren geliebten Mann. Dieser hatte Nachtdienst und würde sicher bald kommen. Ob er wohl heute an den Tag gedacht hatte? Der Tag an dem das Glück vollendet wurde? Vor sieben Jahren hatten sie sich das Jawort gegeben. Das verflixte 7. Jahr....dachte Andrea dann und erinnerte sich was ihre Mutter über dieses für viele Ehen gefährliche Jahr . Doch dann lachte sie leise. Selbst wenn Semir es vergessen hätte, könnte sie es ihm verzeihen, denn im Augenblick stand er unter großem Stress und da war es sehr gut denkbar, dass er es vergaß. Sie würde es ja bald erfahren. Sebastian meldete sich. „Hallo mein Kleiner....hast du gut geschlafen?“ fragte sie sanft und nahm das Baby vorsichtig hoch. „Oh ….da hat aber jemand ganz großen Hunger...“ lachte sie, als der Kleine direkt den Mund öffnete, als sie ihn leicht berührte. Sie setzte sich in den bequemen Stuhl und stillte Sebastian. Nur wenig später kam auch Ayda ins Zimmer und gab ihrem kleinen Bruder einen Kuss auf die Stirn. „Bastian....“ sagte sie dabei. Andrea lächelte leicht. Ayda schien nicht einmal eifersüchtig zu sein. „Darf ich ihn binden?“ fragte die mittlerweile vierjährige. „Wickeln....hmmm....du kannst schon mal alles hinstellen. Eine Windel, Salbe, Puder, Tücher...und dann kommt die Mama gleich mit Basti zu dir...okay?“ wollte Andrea wissen. Ayda nickte und ging zum Wickeltisch. Sie stellte alles erforderliche auf die Ablage und rief dann „FERTIG, Mama!!“ Andrea nickte. „ich komme gleich mein Schatz...Bastian hat ganz großen Hunger....“ gab sie zurück.

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  • Semir fuhr zu Yvonne, eine von Andreas Freundinnen die einen Blumenladen hatte. „Hallo Semir.....“ begrüßte sie ihn. „Hallo Yvonne.. ich brauche einen großen Strauß Rosen.“ bat Semir. „Oh....da hat Andrea ja verloren..“ lachte Yvonne. „Warum das denn?“ wollte Semir wissen. „Sie hatte mit mir gewettet, dass du den Tag vergisst...“ gab Yvonne zu. „Ach...ich vergesse doch nicht den Hochzeitstag...aber bitte...tu mir ein Gefallen...ruf sie nicht direkt an und sag, dass ich hier war okay? Ich will sie überraschen...“ lächelte Semir und bezahlten den Prachtstrauß. „Schon klar...einen schönen Tag wünsche ich dir....“ lachte Yvonne. Semir legte die Blumen vorsichtig auf den Rücksitz und winkte Yvonne noch einmal zu. Er fuhr nach Hause. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass seine Frau und auch die Kinder sicher schon wach waren. Dennoch schloss der die Tür leise auf. „PAPA!!“ hörte er Ayda rufen und schon hatte er seine Tochter an seinem Bein. Semir konnte sie nicht hochnehmen, weil er die Blumen noch trug. „Süße....du überfällst mich ja..“ lachte er und versuchte Ayda mit einer Hand zu greifen. Doch die Kleine rannte schon wieder in Richtung Küche wo vermutlich Andrea und Sebastian waren. „MAMA!!! PAPA IST DA!!!“ verkündete die Kleine. Andrea sah um die Ecke und entdeckte natürlich den großen Blumenstrauß. „Oh Semir....ist der schön......ist der für mich?“ fragte sie unsinniger Weise. „Nein...die Blumen sind für meine Angebetete...“ grinste Semir und küsste sie innig. „Für wen denn sonst....“ hängte er an. „Semir...die sind wunderschön....du hast ihn also nicht vergessen...unseren Hochzeitstag...ich liebe dich...“ strahlte Andrea und stellte die Blumen in die Vase. „Du siehst müde aus...war der Dienst sehr anstrengend?“ wollt Andrea wissen. „Geht so...Routine aber ich hab die letzte Zeit zu wenig geschlafen...und...Andrea....ich...“ versuchte Semir zu erklären. Andrea streichelte sein Gesicht. „Du ziehst solange Basti noch schreit ins Gästezimmer?“ wollte sie wissen. „Ja...ich...ich brauche einfach Schlaf... gerade wenn ich Nachtschicht hab...“ nickte Semir. „Kein Problem...ich mach dir das Bett gleich fertig, dann gibt es was zu essen und dann....gehst du ins Bett...“ zählte Andrea auf. „Du bist die wundervollste Frau, die sich ein Mann wünschen kann....“ lobte Semir sie und küsste sie erneut. Sebastian fing an zu weinen. „Oh...er ist schon wieder da...“ lachte Andrea und löste sich. „Ich hole ihn....“ gab Semir zurück und holte seinen Sohn aus seinem Bettchen. „Na du kleiner Quälgeist.....wie geht es dir denn heute?“ fragte er sanft und wiegte das Baby in seinem Arm. Der Kleine sah ihn an, die großen braunen Augen, die noch nicht viel gesehen hatten, erkannten sofort den Papa und beruhigte sich schnell. „Du bist ganz schön verwöhnt....mein Sohn....“ lächelte Semir ihn an.


    „So...und du willst dir diesen Jäger also vornehmen? Weil er dich eingebuchtet hat... und nun bist du grade raus und willst dich direkt an den Bullen rächen, der dich in den Knast gebracht hat...du spinnst doch völlig!“ stieß Torben Schneider aus und sah Oliver Hampe an. „Weißt du warum? Weil er mir mein Leben versaut hat...! Jawohl...wenn er nicht gewesen wäre, dann...dann...“ suchte Hampe nach den richtigen Worten. „Du bist schneller in den Knast als du denkst, wenn du den Kerl nicht in Frieden lässt.. Was willst du denn tun? Ihn töten?“ wollte Torben weiter wissen. „Darauf wird es auslaufen...ja...aber vorher wird er winseln...er wird mich anwinseln und um sein Leben betteln...ich werde sein Umfeld komplett zerstören...“ drohte Hampe Torben schüttelte den Kopf über diesen Starrsinn. „ Ich weiß genau was ich machen will...dieser Jäger hat mir den Stoff zu besorgen, den er mir vor drei Jahren versaut hat. Weißt du was er getan hat? Weißt du das? Erst fängt er mit meiner Freundin ein Techtelmechtel an und dann wendet er das, was die dumme Kuh sagt gegen mich an...nee... nicht mit mir...“ drohte Hampe. „Du denkst er bringt dir das was du willst...wie willst du das den anstellen? Du kommst keine drei Meter an ihn ran..ohne das er dich wieder festnimmt..“ zweifelte Torben. Hampe grinste. „Ja..da könntest du Recht haben, deshalb habe ich mir auch was Tolles ausgedacht. Lena ist eh von der Bildfläche verschwunden. Was die Tusse macht ist mir ziemlich egal....aber weißt du was..Jäger wird freiwillig zu mir kommen...“gab er von sich. Torben schüttelte den Kopf. „und den Plan wirst du uns doch sicher sagen...ich meine Horst und Ralf wollen es sicher auch wissen...“ meinte er und sah die anderen Beiden an. Oliver sah ihn grinsend an. „Ich habe da etwas ganz Besonderes....eine Familie, die ihm sehr nahe steht...ein Kollege bei der Autobahnpolizei...wo Jäger hin gewechselt hat... er jagt jetzt Autobahnraser...“ lachte er. „Du willst einen Kollegen von Jäger schnappen um an ihn heran zu kommen?“ wollte Horst Kohlhoff, ebenfalls von Ben ins Gefängnis gebracht, wissen. „Ja...das hat einen besonderen Hintergrund. Dieser Gerkan....ist gerade Papa geworden und der Pate ist Jäger....was meinst du wird er für das Balg tun? Richtig....Alles... und darauf setze ich. Ich werde drohen, die Familie zu erschießen, wenn er nicht kommt....und dann werden wir uns absetzen. Mit Gerkan und Jäger...“ grinste Oliver. „Du willst beide mitnehmen? Die Bullen werden uns jagen!“ stieß Rolf aus. „Deshalb nehme ich beide mit....so brauchen die Anderen länger uns zu finden. Und bis sie uns gefunden haben... oder denken uns gefunden zu haben, werden wir längst über alle Berge sein. Jäger und Gerkhan werden tot sein....“ strahlte Oliver. „Du bist wahnsinnig...aber genau deshalb bin ich dabei...“ grinste Torben. „Ja...und ich auch....“ kam von Rolf Volkmann und Hort Kohlhoff. „Super...ich wusste dass ich mich auf euch verlassen kann. Alles ist vorbereitet..“ erklärte Oliver. „Woher weißt du denn, dass Gerkan gerade Papa geworden ist? Hast du die Geburtsanzeigen gelesen?“ lachte Torben. Oliver schüttelte den Kopf. „Nein...meine Schwester lag mit Andrea Gerkan in einem Zimmer....daher weiß ich das... und sie hat mir erzählt, dass auch Ben Jäger unter den Besuchern war....“ erklärte er.

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  • Auch Ben machte Schluss und fuhr nach Hause. Er schaltete den Fernseher an und hörte nur mit halben Ohr die Nachrichten. Nachdem er sich etwas zu essen gemacht und einen Tee getrunken hatte schaltete er den Kasten aus und legte sich ins Bett. Es dauerte keine Fünf Minuten bis er eingeschlafen war. Der Nachtdienst war anstrengend gewesen, obwohl nichts los war. Aber genau das war es ja, was Semir am Schreibtisch einschlafen ließ, Langeweile...warten darauf, dass das Telefon klingelte, oder das die Kollegen einen Hilferuf absetzten... doch nichts....die Acht Stunden gingen einfach nicht rum. Ben hatte obwohl es untersagt war am PC gespielt und auch Semir lugte mit müden Augen auf seinen Bildschirm wenn es wieder rumste. Ben sah ihn mitleidig an, es musste schwer sein, wenn man in der Nacht arbeiten musste aber am Tag nicht die Ruhe bekam, die man brauchte um neue Kraft zu tanken, aber das war wohl so, wenn man eine Familie hatte Und Semir hatte zwei Kinder. Aida konnte sicher verstehen, wenn man ihr sagte, dass der Papa schlafen musste. Aber Basti...sein Patenkind verstand es nicht. Er schrie halt wie es ein Baby macht. Alle drei oder vier Stunden wollte er sein Recht haben, Hunger, Windeln wechseln....und dann bekam Andrea schließlich auch Besuch am Tag. Da war die Idee das Gästezimmer, welches nicht direkt am Wohnzimmer und auch nicht an den Kinderzimmern grenzte, das Beste. Er selbst hatte schon des Öfteren das Zimmer genossen. Ben schlief mit den Gedanken an Semir und seiner Familie noch einmal ein und erwischte sich dabei, dass er selbst an eine Familie dachte. An Kinder...an einer Frau...die auf ihn wartete wenn er Feierabend hatte. Doch erst einmal musste er die Richtige finden. Die richtige Frau. Und das war nicht so einfach. Er wusste nie, ob die Frau nur das Geld, was er einmal von seinem Vater erben würde wollte oder ihn wirklich liebte. Sein Wecker riss ihn aus seinem Traum heraus und ließ ihn aufstöhnen. Müde kroch er aus dem Bett und ging duschen. Anschließend aß er eine Kleinigkeit und fuhr zur PAST.


    Semir lag friedlich im Gästezimmer und schlief während Andrea sich um die Kinder kümmerte. Sie ging einkaufen mit Ayda und Bastian und besorgte alles für das Essen um Semir nachher etwas tolles kochen zu können. Schade das er ausgerechnet in dieser Woche Nachtdienst hatte, aber so stand es nun einmal im Dienstplan und mit wem hätte er tauschen sollen? Doch nächste Woche hatte er frei...die ganze Woche und da konnten sie einiges nachholen. Ausgehen, während der Babysitter sich um die Kinder kümmerte. Essen gehen...Kino....eine Fahrt auf dem Rhein...einfach nur super.. dachte Andrea während sie den Wagen voll packte. Andrea fuhr zurück. Sie brachte Bastian und Ayda zum Mittagsschläfchen ins Bett und machte sich dann daran das Essen vorzubereiten. Semir musste spätestens um vier wieder aufstehen und dann hatte er großen Hunger. Sie sehnte sich die nächste Woche herbei, wo er frei hatte und mit den Kindern zusammen sein konnte. Er war so ein liebevoller Vater und gab sich alle Mühe, wenn er die Zeit hatte, doch die war sehr knapp bemessen. Niemand konnte voraussagen, ob die Woche wo er eigentlich frei hatte, tatsächlich frei blieb, denn es konnte immer sein, dass ein Notruf ihn aus der wohlverdienten Ruhephase holte. Doch noch hoffte sie auf eine entspannte Woche. Die Zeit verging im Fluge und als Andrea gerade die Kartoffeln vom Herd nahm kam Semir in die Küche. Er war bereits geduscht und sah erholt aus. „Hast du gut geschlafen?“ wollte Andrea wissen. „Ja...wie ein Murmeltier...“ bestätigte Semir und küsste seine Frau. „Aber ich habe ein schlechtes Gewissen dir gegenüber...“ gab er leise zu. „Aber warum denn?“ harkte Andrea nach. „Nun ja....weil ich im Gästezimmer schlafe...ich meine...Basti ist auch mein Sohn...und wenn er schreit, dann sollte ich auch mal aufstehen...“ erklärte Semir. „Semir...Schatz...du musst arbeiten und im Augenblick hast du Nachtdienst. Das ist doch schon sehr anstrengend...mach dir mal keine Gedanken...ich schaff das schon...“ beruhigte Andrea ihn und küsste ihn erneut. „Aber...ich hab zu wenig Zeit für euch...nächste Woche, da wirst du verwöhnt werden...und dann werde ich die Kinder versorgen... kochen...aufräumen....“ versprach Semir. Andrea lachte auf. „Semir....versprich nichts was du nicht halten kannst. Und nun wird gegessen...holst du Bastian und Ayda runter?“ bat Andrea während sie den Tisch deckte. Semir nickte und verschwand. Nur wenig später saß die gesamte Familie am Tisch und aßen. Ayda erzählte ihrem Vater was sie im Kindergarten gemacht hatte und Semir hörte aufmerksam zu. Seine Tochter hatte viel zu erzählen.

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  • Torben sah Oliver an. „Also gut...wir sind dabei...wann?“ fragte er nach. „Ich denke nächste Woche...ich will erst noch was über diesen Gerkan herausbekommen...seine Dienstzeit...wann er mit Jäger zusammen ist... und wo er wohnt. Das weiß ich nämlich nicht... aber wenn wir ihn beobachten lassen, dann finden wir es sehr schnell raus. Machst du das Horst?“ wollte Oliver wissen. „Ja....klar...er kennt mich ja nicht...bist du sicher dass er allein Dienst macht? Nicht das Jäger dabei ist...der erkennt mich sofort...“ gab Horst zu bedenken. „ Das denke ich nicht. Die beiden hängen wohl immer zusammen, aber du kannst dir ja nen Bart wachsen lassen, oder die Haare schneiden lassen...verändere dich etwas...ist doch schon ne Weile her...“ grinste Oliver. „Ich habe ne bessere Idee. „Mich kennt keiner... ich kann die Überwachung übernehmen, wenn du mich mit Infos fütterst wo ich Herrn Gerkan finde und wie er aussieht.“ warf Torben ein. Oliver grinste breit und nickte dann. „Okay....du besorgst dir einen unauffälligen Wagen. Damit fährst du zur Autobahnpolizeiwache Neuss. Dort macht er seinen Dienst mit Ben Jäger zusammen. Er ist etwa 165 cm, lichten Haarwuchs und knappe vierzig Jahre alt. Fahren tut er einen silbernen BMW mit dem Kennzeichen D-BM 3308 und Jäger fährt einen silbernen Mercedes mit dem Kennzeichen D-DB 2408.“ erklärte Oliver der sehr gut vorbereitet war. „Okay...dann fahre ich morgen los und werde mich umsehen..“ versprach Torben. Oliver war zufrieden. „Was genau willst du denn tun, wenn wir die Gerkans haben?“ wollte Rolf Volkmann wissen. „Weißt du....ich habe vor, Ben Jäger aus der Reserve zu locken...ihn fertig machen bis er mich anwinselt....und glaub mir...ich werde es schaffen und wenn es soweit ist, bekommt er von mir eine Kugel...genau hier hin...“ Oliver legte den Zeigefinger an die Schläfe. „Und Gerkan?“ harkte Horst nach. „Gerkan... nur Mittel zum Zweck, aber ich kann ihn natürlich nicht laufen lassen.... er würde uns sofort jagen, wenn er frei wäre. Aber ich will mich auch nicht mit Frau und Kind belasten....also werden wir, sobald Gerkan uns Jäger geschenkt hat, mit den beiden Bullen abhauen und dann im einem verlassenen Haus oder so verstecken. Ich hab da schon etwas...ein kleines Kloster was niemand mehr bewohnt. Ich habe mich dort umgesehen...es ist sehr alt und es hat Kerker....dort können wir die Familie Gerkan gut unterbringen und Jäger auch...“ grinste Oliver. Torben sah ihn an. „Nein...keine Frau...keine Kinder.... die Männer okay...aber ich mache nicht mit, Frau und Kinder zu quälen oder einzusperren...“ stellte er sich gegen den Plan. Oliver sah ihn an. „Also gut...ohne Frau und Kinder.“ nickte Oliver.


    Gegen zehn kam Semir in der PAST an. Ben war auch schon da. „Hey...hallo...und hast du endlich mal schlafen können?“ wollte Ben sofort wissen. „Ja...wie ein Baby. Das Zimmer ist völlig ruhig und Andrea ist deswegen auch nicht wütend. Sie hat Verständnis dafür, dass ich das Gästezimmer nutze. Aber nächste Woche, habe ich versprochen, werde ich mich um die Kinder kümmern und essen kochen und aufräumen... dann hat Andrea eine Woche wo sie sich erholen kann..“ erzählte Semir stolz. „Whow....das ist ein toller Plan und ich wünsche dir, dass er wirklich funktioniert. Aber ich will auch was von meinem Patenkind haben...!“ gab Ben zurück. „Klar doch....der Kleine ist einfach zum knuddeln....er sieht aus wie ich...“ strahlte Semir. Sofort hörte man den Stolz eines überglücklichen Vaters heraus. „Na komm...dann lass uns mal eine Runde drehen damit der Dienst schnell herum ist...noch zwei Tage pardon...zwei Nächte und dann haben wir frei....“ gab Ben von sich und zog sich die Jacke an. „Was machst du denn in der Freien Woche?“ harkte Semir nach, als sie im Wagen saßen. Ben fuhr diesmal. „Nun ja.... ich werde meinen alten Herrn besuchen und Julia und ihren Mann....ich werde lange schlafen und essen und mich um meinem Paten kümmern..“ zählte Ben auf. „Sehr schön...das wird eine tolle Woche...“ lachte Semir. „Ja....ich hoffe nur die Bösen gönnen uns die Woche.... ich sehe allerdings schwarz...“ stöhnte Ben. „Na...sei doch mal optimistisch und sag dir...es wird alles gut gehen... und du wirst sehen, es geht gut. Zwei Nächte noch und dann eine Woche....eine Woche mit der Familie... Ruhe... Erholung.... und dann kommt der Tagesdienst. Dann ist mehr los...“ schwärmte Semir weiter. Er schloss die Augen. „Ja....dann können wir am Tag über die Autobahn jagen....heute ist alles ruhig. Wollen wir den Parkplatz da vorne noch mal kurz überprüfen und dann zurück zum Revier...“ schlug Ben vor. „Ja...machen wir das...“ nickte Semir. Ben reihte sich ein und fuhr ab. „Wenn wir schon mal hier sind, können wir uns ja auch erleichtern..“ meinte er als er am Toilettenhäuschen vorbei fuhr. „Ja...dann halt an...“ grinste Semir.

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  • Sie stiegen aus und gingen zum Häuschen, als sie Schreie aus der Damentoilette hörten. „Hey.... da scheint was nicht zu stimmen...“ stieß Semir aus und griff zur Waffe. Ben tat es ihm nach. Sie stellten sich links und rechts neben die Tür und Ben trat sie auf. Mit einem lauten Knall flog die Tür gegen die Wand. Köpfe ruckten herum. Zwei Männer hielten eine Frau fest und zerrten an der Kleidung. Die Frau war unter zwanzig, so schätzte Semir und es schien hier alles andere als freiwillig zu sein. „Okay... Jungs... ihr hattet euren Spaß. Polizei! Lasst die Frau los und hoch die Hände!“ forderte Semir auf. Die Männer lachten leise. „Wie willst du Zwerg uns denn festnehmen? Mit einem Zauberspruch?“ grinste einer der Männer. Sie waren eindeutig alkoholisiert. „Nein...mit Hilfe meines Kollegen...“ grinste Semir zurück als Ben ebenfalls eintrat. Das Grinsen verschwand aus dem Gesicht der Männer. „Okay...hören Sie...es war alles ein Spaß. Dieses Luder mag es auf die harte Tour....wirklich...sie hat gesagt, wir sollen so tun...“ redete sich der Mann raus. „Klar doch...an die Wand und abstützen! Beine auseinander!“ forderte Semir weiter auf. Die Männer taten es und Ben legte den Beiden die Handschellen an. Dann orderte er Kollegen an und ging zu der Frau, die am Boden hockte und einfach weinte. „Sind Sie in Ordnung?“ fragte er besorgt. „Nein...diese Mistkerle...sie wollten....sie haben versucht....Gott wenn Sie nicht gekommen wären, dann...“ schluchzte sie heftig. Ben rief einen Krankenwagen, damit man sich um die Frau kümmern konnte. Zwanzig Minuten später war alles erledigt. Die Kollegen übernahmen die Männer und der RTW die Frau. Semir und Ben fuhren zurück zur Wache. „Man... die Frau kann froh sein, dass wir da waren...“ stöhnte Semir. „Ja...die Kerle sahen nicht aus, als machten sie Spaß. Auch wenn die Frau selbst getrunken hatte, ist es kein Freifahrtschein für Besoffene sich das zu holen, was die Frau nicht freiwillig gibt...“ stieß Ben aus. Der Rest der Nacht war ruhig und gegen acht am Morgen fuhren Semir und Ben nach Hause.


    Torben sah den silbernen BMW mit dem von Oliver genanntem Kennzeichen und hängte sich an den Wagen ran. Er fuhr nach Köln rein und auch wieder raus. Zügig kamen sie voran. Sie fuhren nach Weiden rein und in der Kantstrasse waren sie am Ziel. Torben sah das schmucke Haus, was dem Polizisten gehörte. „Als Bulle hat man es wohl sehr gut...“ meinte er anerkennend. Sein halbes Leben hatte er hinter Gittern verbracht. Mit 18 das erste Mal dann mit 20...und mit 25....immer wieder und nun war er fast 40 und hatte nichts gelernt, außer dass es besser war sich anzupassen. Doch Torben wollte sich nicht anpassen. Er war jemand der sich auflehnte und sich gegen alles wehrte was ehrlich war. Wegen Mordversuch hatte er das letzte Mal acht Jahre bekommen, da war er gerade 30. Er hatte seine damalige Frau im Bett mit einem Anderen erwischt, als er gerade Freigang hatte. Nur ein Zufall war es zu verdanken, dass es nicht wegen Mordes gewesen war. Und so ein Bulle konnte sich ein Haus leisten.... eine Familie.....Verachtung machte sich in Torben breit. Doch dann grinste er. Seine Akte war lückenlos....alle Boshaftigkeiten, die es gab, waren darin vermerkt. Für jeden der das las, war ganz klar...Torben war ein unverbesserlicher Verbrecher, der nur seinen Vorteil bedachte. Und bisher schien Torben die Rolle des Schlimmen Fingers doch sehr angepasst zu spielen. Er dachte an Horst Kohlhoff, der wegen Pädophilie im Knast war. Angeblich war er geheilt, aber Torben wusste auch, dass seit seiner Entlassung kein Kontakt mehr zu Kindern bestand. Aber nun...was wenn er...nein...das wird er nicht....dafür würde Torben schon sorgen. Den Kindern wird niemand was tun und auch der Frau nicht.... das würde er auch Oliver und den Anderen erklären. Sobald sie diese Familie in der Gewalt hatten musste er auf die Kinder und auf die Frau aufpassen, das versprach er sich. Er griff zum Handy und rief Oliver an. „Ich steh jetzt vor dem Haus des Bullen. Hat ne hübsche Familie.... wir sind in der Kantstrasse 5 in Köln Weiden.“ gab er durch. „Das ist sehr gut...okay... dann werden wir morgen zuschlagen....ich denke er wird keine Probleme machen, wenn wir ihn vor die Wahl stellen uns Jäger auszuliefern oder seine Familie zu verlieren...“ hörte er Oliver lachen. „Oliver...ich werde es nicht zulassen, dass du der Frau oder den Kindern etwas antust....wenn dann werde ich sofort aussteigen, damit das klar ist und Horst kommt nicht in die Nähe der Kinder!“ warnte Torben. „Klar doch....hey...ich bin kein feiger Mörder der sich an Kindern und Frauen vergeht...nur um den Bullen friedlich zu halten. Du wirst schon sehen...er wird ganz friedlich sein.“ lachte Oliver. „Er ist allein...wieso sollte er den Helden spielen? Gegen uns vier hat er keine Chance...“ gab Torben von sich. „Stimmt...aber ich liebe es, wenn er noch kleiner ist...verstehst du...und das wird er. Und nun mach dir nicht in die Hose...“ fauchte Oliver wütend. Dann hörte er das knacken. Das Gespräch war beendet. Dann wählte Torben eine Handynummer an und wartete bis sich jemand meldete. „es geht los...“ gab er lediglich durch und beendet das Gespräch wieder.

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  • Die Woche war schnell vorbei. Und endlich kam der erste Tag der freien Woche für Semir. Andrea sah auf die Uhr als es klingelte. Semir schlief bereits tief und fest. Sie erwartete keinen Besuch. „Mama ich mach auf...“ hörte sie Ayda rufen. „Nein...warte bitte....ich will erst sehen wer da ist..“ rief sie hinterher doch Ayda war schneller und öffnete die Tür. Davor standen vier Mann. Ayda sah die Männer an und spürte scheinbar das von diesen Vieren etwas ausging, was nicht gut war. Auch Andrea erstarrte. Dann wollte sie die Tür verschließen, doch einer der Männer stellte sich in den Rahmen und fing die Tür ab. „Aber Frau Gerkan....keine Panik....wir wollen nur mit Ihrem Mann reden... wo ist er?“ fragte einer der Männer. „Er … ist nicht da...“ sagte Andrea leise. Sie nahm Ayda auf den Arm, die sich ängstlich hinter ihr gestellt hatte. „Aber warum lügen Sie denn? Ich weiß dass er da ist.... sollen wir das ganze Haus durchsuchen?“ wollte der Mann wissen. Andrea schüttelte den Kopf. Sie hörte wie Sebastian anfing zu weinen. Der Mann der mit ihr sprach lächelte leicht. „Holen Sie den Kleinen... nicht dass er noch erstickt...und dann gehen wir zu Ihrem Mann...nur keine Sorge...es wird ihm nichts passieren. Weder ihrem Mann, ihren Kindern noch Ihnen....das verspreche ich. Wir brauchen nur die Hilfe von Ihrem Mann um einen alten Freund Hallo zu sagen...“ lächelte der Mann freundlich. Andrea nickte nur. Sie ging mit Ayda nach oben und holte Sebastian aus dem Bett. Dann ging sie mit den Kindern wieder nach unten. Es hätte keinen Sinn gehabt sich irgendwo einzusperren. Die Kerle wollten etwas und sie sahen nicht so aus, als würden sie sich durch eine versperrte Tür aufhalten lassen. „Fein...und wo ist Ihr Mann?“ kam erneut die Frage. „Im...Gästezimmer...da hinten...“ erklärte Andrea leise und wies in die Richtung. Zwei der Männer gingen in die Richtung und öffneten leise die Tür. „Was wollen Sie von uns?“ wollte Andrea wissen. „Wie ich schon sagte, es passiert Ihnen nichts. Wir wollen nur die Hilfe von Ihrem Mann.“ lächelte der Kerl erneut. „Dann könnten Sie ihn auch anrufen...oder ...auf die Wache gehen..“ widersprach Andrea. Es musste mehr sein, als nur Hilfe, die diese Kerle von Semir wollten.


    Semir spürte etwas Kaltes an der Wange. „Ayda...nicht....lass den Papa schlafen..“ kam verpeilt von Semir und er wischte das Etwas weg. Doch es kam wieder und je wacher Semir wurde um so mehr wurde ihm klar, dass es nicht seine Tochter war die ihn dort küsste. Er öffnete die Augen und sah hin. Die Mündung seiner eigenen Waffe starrte ihn an. „Hey... ganz ruhig... okay...kein Grund nervös zu werden...“ sagte er leise und hob die Hände. „Aufstehen, Anziehen und mitkommen!“ kamen die Befehle. Semir führte sie aus. Er sah sofort, dass hier Widerstand gefährlich war. Nachdem er angezogen war, wurde er aus dem Raum gestoßen. Im Wohnzimmer sah er Andrea mit den beiden Kindern auf dem Sofa sitzen. Sie hielt Sebastian eng an sich und Ayda versteckte sich hinter ihr. Sofort ging Semir zu ihnen. „Seid ihr okay?“ fragte er besorgt. Andrea nickte nur. „Herr Gerkan...wir kennen uns noch nicht...ich stelle mich und meine Leute mal kurz vor.... ich bin Oliver Hampe, das dort ist Rolf Volkmann, Horst Kohlhoff und Torben Schneider. Wir sind alte Freunde von Ben Jäger, der wohl die Stelle gewechselt hat.“ lächelte der Mann. Semir sah ihn an. Die Namen....zwei davon kannte er...hatte er bereits schon mal gelesen. Hampe...und Volkmann...das waren Männer die von Ben eingebuchtet wurden. „Was wollen Sie von Ben?“ fragte Semir heiser. „Das sollte Sie nicht interessieren. Aber wenn Sie ihn nicht herholen, dann werde ich mich erst mit Ihrer Tochter beschäftigen, dann mit dem Kleinen und zum Schluss Ihre Frau...“ drohte der Mann, der als Horst Kohlhoff vorgestellt wurde. „Lassen Sie meine Familie in Ruhe!“ fauchte Semir wütend. „Oh keine Sorge....deiner Familie wird nichts passieren, wenn du tust was ich sage...“ kam grinsend von Hampe. Hort Kohlhoff setzte sich auf die andere Seite von Andrea und lächelte Ayda an. „Hey... meine Süße...du bist aber eine ganz Niedliche...was...?“ lachte er und streckte seine Arme nach dem kleinen Mädchen aus. Ayda setzte sich auf Semirs Schoß und klammerte sich fest an ihrem Vater. „Horst...lass es!“ fauchte Torben Schneider. „Hey...ich bin doch lieb.......“ lachte Kohlhoff.

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  • Torben sah wie Kohlhoff Ayda aus Semirs Armen nahm und spannte sich. „Na komm meine Kleine...ich zeig dir mal was ..“ lächelte er. Semir sprang auf und schlug mit der Faust in Kohlhoffs Rippengegend. Mit einem Stöhnen ging der nicht gerade leichte Mann in die Knie und Ayda rannte zu ihrer Mutter. „SEMIR!!“ schrie Andrea und bevor Semir sich versah, hingen zwei weitere Männer an ihm und rissen ihm die Arme auf den Rücken. „Genug jetzt! Horst...du lässt die Kleine in Ruhe!!“ fauchte Oliver und sah Semir an. „Bleib friedlich..“ warnte er ihn. „Dieses Schwein soll meine Tochter in Ruhe lassen...!“ fauchte Semir zurück und versuchte sich zu befreien. „Er wird sie nicht mehr anfassen...Du hast mein Wort...“ versprach Oliver. Er wandte sich an den Mann, den er Torben nannte. „Bring die Frau und die Kinder ins obere Zimmer und schließ sie ein.. Und lasst ihn los!“ befahl er seinen Leuten. Semir rieb sich die Arme. Sein Blick blieb an Kohlhoff hängen und wenn Blicke töten könnten dann wäre dieser Mann umgekippt. „Setz dich!“ befahl Oliver. Semir sah Andrea an und nickte. Er nahm sie kurz in den Arm. „Pass auf die Beiden auf....wenn du ne Möglichkeit hast, Hilfe zu rufen, dann tu es...“ flüsterte er ihr zu. Andrea nickte kurz, nahm Sebastian und Ayda und wurde von dem Mann nach oben gebracht. „Darf ich den Kleinen bitte etwas zu essen geben?“ bat sie schüchtern. Sie wollte in die Küche, wo ihr Handy lag. Torben sah zu Oliver und dieser stimmte zu. „Okay...geben Sie mir den Kleinen...keine Sorge...ich pass auf ihn auf...“ lächelte Torben. Andrea sah den Mann prüfend an. Es war sonderbar, aber sie vertraute ihm. Sie ging in die Küche, machte für sich, Ayda und Sebastian etwas zu essen und vergaß auch nicht Trinken einzupacken. „Darf ich Sie bitten mich da hinten unterzubringen. Dort hab ich ein Badezimmer direkt angrenzend und alles was...ich für ihn brauche...“ bat Andrea leise. Torben nickte. Er sah in dem Zimmer nach und suchte nach Möglichkeiten zu fliehen, doch die gab es dort nicht. So war er zufrieden und sperrte die kleine Familie ein.


    Semir sah die Männer an, mit denen er nun allein im Wohnzimmer war. „Was wollen Sie von uns?“ wagte er zu fragen. Oliver lachte leise. „Wir wollen nur mit Herrn Jäger reden. Er schuldet uns noch ein Gefallen...“ erklärte er grinsend. „Ein Gefallen? Jetzt weiß ich wer Sie sind...Sie wurden von Ben vor drei Jahren festgenommen, als Sie mit Drogen gedealt haben. Zusammen mit Volkmann...Kohlhoff stand auch auf Bens Erfolgsliste...“ stieß Semir aus. Oliver applaudierte. „Nun ja... sagen wir mal...dass wir seine Kunden waren....“ nickte Oliver. „Was wollen Sie dann von mir und meiner Familie?“ kam die nächste Frage von Semir. „Ganz einfach... Du wirst Ben Jäger hierher beordern...und dann werden wir das einfordern, was uns zusteht.“ grinste Oliver. „Nein...“ kam bestimmt von Semir. „Nein?“ fragte Oliver nach. „Ganz richtig...Nein....“ bestätigte Semir. „Du weigerst dich?“ harkte Oliver nach. „Nein...ich sagte nur dass ich Ben nicht hierher ordern erde. Wenn ihr meine Hilfe wollt, dann nur wenn ich eine Gegenleistung habe...“ kam fordernd von Semir. Oliver lachte leise. „Und was wäre die Gegenleistung?“ wollte Oliver wissen. „Meine Frau und die Kinder werden frei gelassen...“ stellte Semir die Forderung. Oliver stand auf. „Nehmen wir mal an, ich lasse mich darauf ein...wie wollen wir dann sicher gehen, dass sie nicht deine Kollegen informiert?“ stellte Oliver die Frage. „Ich werde ihr sagen, dass sie es nicht darf. Sie wird sich daran halten....“ erklärte Semir. „Das ist mir zu unsicher...aber du hast Recht.....es ist stressig mit Kind und Kegel abzuhauen... ich mache dir einen Vorschlag... Du rufst ihn an und dafür schenke ich deiner Familie das Leben....klingt das nicht besser?“ schlug Oliver vor. Semir sah ihn an. Er hatte das Gefühl, das der Mann etwas im Schilde führte, was ihm sicher nicht passte. Doch er saß am längeren Hebel. „Also....?... ich warte auf deine Antwort...“ harkte Hampe nach. Semir gab klein bei. Er nickte und bekam sein Handy. Hampe legte ihm die Waffe an den Kopf. „Du wirst ihm nur sagen, dass er hierher kommen soll...kein Wort warum...ist das klar?“ drohte Hampe. Semir tat es.




    Andrea versorgte Sebastian und Ayda und legte sie zum Schlafen. „Mama....die Männer sind böse...“ kam wütend von Ayda. „Ja mein Schatz...ich weiß...aber Papa wird das schon machen..“ gab Andrea von sich und streichelte ihrer Tochter über den Kopf. Nur widerwillig legte sich die Vierjährige hin. „Und nun schlaf etwas...und wenn du wach bist, dann sind die Männer weg...“ versprach Andrea. Ayda legte sich neben Sebastian ins Bett. Sie gab ihrem Bruder einen Kuss. „schlaf gut...“ sagte sie leise und streichelte ihrem Bruder das Bäckchen. Andrea bekam Tränen. Wie süß Ayda sich doch um den Kleinen kümmerte. Sie sang den Beiden Schlaflieder vor und schon bald schliefen die Kinder. Andrea sah aus dem Fenster. Was wollten diese Männer von Semir? Was taten sie mit ihm? Überrascht sah sie wie Semir zu einem Auto gebracht wurde. Er war nicht gefesselt doch er weigerte sich nicht. Semir wollte sie und die Kinder in Sicherheit wissen und fuhr mit diesen Männern weg? Irgendwas stimmte hier nicht...Und wie auf Kommando ging der Schlüssel in der Tür. Andrea sah Torben an, der eintrat. Er richtete die Waffe auf Andrea. „Bitte...nicht....“ sagte sie flehend. Torben zog den Hahn zurück. „Oliver will, dass ich Sie und die Kinder erschieße...“ erklärte er, als würde er ein Geschäft abschließen. Andrea nickte geschockt. Langsam ging zu zu ihren Kindern und setzte sich zu ihnen. Beide schliefen bereits tief und fest. So würde also ihr Leben enden..., dachte sie.

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  • Semir wurde aus dem Haus gebracht. „Wir warten hier auf Jäger...“ meinte Hampe nur und stieß Semir zum Wagen. Schüsse hallten im Haus. Geschockt sah Semir den breit grinsenden Hampe und seine Komplizen an. „NEIN!!“ schrie er und riss sich los. Doch Hampe hatte damit gerechnet und stellte ihn ein Bein. Semir flog lang hin. Sofort hingen Kohlhoff und Volkmann an ihm. Sie drehten ihm die Arme auf den Rücken und zerrten ihn brutal zum Wagen. „NEIN!!! IHR VERDAMMTEN SCHWEINE!!! LASST MICH LOS!!“ schrie Semir wütend und versuchte sich mit Tritten von dem Griff zu befreien. „Halts Maul! Verdammt sorgt dafür das er ruhig ist!!“ fauchte Hampe und sah sich um. Die Gegend schien ausgestorben, zumindest ließ sich niemand blicken. Kohlhoff presste Semir seine große klobige Hand auf Mund und Nase. Die Luft wurde knapp. In Panik trat dieser um sich, doch er konnte sich nicht befreien. Dann wurde er ruhig und verdrehte die Augen. „Okay...das reicht...“ meinte Hampe. Semir hing im Griff von Kohlhoff und japste nach Luft. „Das nächste Mal wird er die Hand nicht wegnehmen....“ warnte Hampe ihn. Der Mann, der Andrea und die Kinder eingesperrt hatte kam aus dem Haus. „Erledigt..“ meinte er nur. Hampe grinste leicht. „Sehr gut...Tut mir wirklich Leid...aber das Risiko war einfach zu groß....“ gab er Semir zu verstehen. Kohlhoff stieß Semir in den Lieferwagen der vor der Tür stand und fesselte ihm die Hände auf den Rücken. Semir wehrte sich nicht. Er war völlig apathisch und ließ alles mit sich machen. Diese Kerle hatten ihm alles genommen. Alles was ihm wichtig war. Alles für das es sich für ihn zu leben lohnte. „Verdammt wo bleibt Jäger nur?“ grunzte Kohlhoff.


    Ben wachte auf als sein Handy klingelte. Ohne auf das Display zu schauen meldete er sich. „Egal wer dran ist, es wäre besser wenn du wieder auflegst oder einen verdammt wichtigen Grund hast mich zu stören...“ knurrte er wütend und verschlafen hinein. „Ben....du musst sofort zu mir kommen...bitte....es ist wichtig...“ hörte er Semir mit einer sonderbaren Stimme sprechen. Sofort war Ben hellwach. „Was ist? Ist was mit den Kindern? Oder mit Andrea?“ harkte er nach. „Bitte Ben...ich...... ich kann dir nicht mehr sagen...komm....schnell...“ kam von Semir ausweichend. „Okay...bin gleich da...“ gab Ben zurück. Er schwang sich aus dem Bett, zog sich auf die Schnelle an und fuhr nur zehn Minuten später zu Semir. Vor der Tür sah er Semir stehen. Dicht hinter einem weißen Lieferwagen parkte Ben seinen Wagen und stieg aus. „Semir? Was ist los? Hast du dich ausgesperrt oder was?“ wollte Ben grinsend wissen. Doch von Semir folgte keine Reaktion. Irgendwas stimmte nicht, meldete Bens kriminalistischer Instinkt. Und nur Sekunden später zeigte sich was nicht stimmte. Hinter Semir tauchte ein Mann aus dem Transporter auf der auf ihn zielte. „Einsteigen...ohne Tricks!“ forderte der Mann. Ben hob leicht die Hände. „Okay....nur keine Panik....alles ganz easy...“ gab er beruhigend von sich. „Gerkan...einsteigen!“ befahl der Mann. Ben sah wie Semir in den Wagen stieg. „Und nun du Jäger!“ kam der nächste Befehl. Ben tat es ebenfalls. Auch er wurde gefesselt. Er ließ sich neben Semir sinken und sah ihn aufmerksam an. Irgendwas war passiert. Semir war anders...er war völlig apathisch. Die Kidnapper stiegen alle vorn ein und so konnte Ben mit Semir sprechen. „Hey...was ist los? Wer sind die Kerle?“ fragte er. Semir sagte nichts. Ben sah ihn bei dem schummerigen Licht nicht richtig. „Semir.... was ist passiert?“ harkte Ben nach. Der Wagen ruckte an und die Fahrt ins Ungewisse begann. „Verdammt was ist passiert? Rede endlich mit mir!!“ fauchte Ben wütend. „Sie haben....sie erschossen....alle....“ kam leise von Semir. „Sie...haben mir....meine Familie....genommen...“ Ben hörte wie Semir schluchzte und auch er war völlig geschockt. Konnte es tatsächlich sein? Konnte es sein, das Andrea und die Kinder tot waren? „Oh...mein Gott...“ stieß er nur aus.

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  • Andrea zuckte zusammen, als sie die Schüsse hörte. Torben sah sie an. „Sobald wir weg sind, rufen Sie bitte diese Nummer an, Jan Richter...Sie kennen ihn doch oder?“ wollte er wissen. Andrea nicke unverständlich. „Wer sind Sie wirklich?“ fragte sie leise. „Max Traber...ich bin Kriminalhauptkommissar beim LKA....Jan Richter ist mein Vorgesetzter. Er wird Ihnen alles erklären....“ gab er leise von sich. „Was ist mit meinem Mann? Sie müssen ihm sagen, dass ich noch lebe...und die Kinder...er wird sonst durchdrehen... bitte passen Sie auf ihn auf...bitte...“ flehte sie leise. Tränen liefen ihr über das Gesicht. Max nickte und ging mit seiner Hand sanft durch ihr Gesicht. „Keine Sorge..sobald ich die Möglichkeit habe, werde ich es ihm sagen....versprochen...eine Bitte noch...halten Sie sich ruhig..und sorgen Sie dafür, dass die Kinder nicht schreien. Wenn Hampe herausfindet, dass Sie und die Kinder leben, dann...wird er es nachholen...“ erklärte Max. Andrea nickte. Sie war froh, das die Kinder durch die Schüsse nicht aufgewacht waren. Max lächelte beruhigend und verließ das Zimmer. Er rannte aus dem Haus und schloss die Tür. Kohlhoff brachte gerade Gerkan zum Wagen. Max sah genau, dass der Mann keine Gefahr war und völlig in sich kehrte. War es ein zu hohes Risiko, den Mann im Glauben zu lassen, dass seine Familie tot war? Max musste den richtigen Zeitpunkt abwarten um es ihm zu sagen. „Was ist? Erledigt?“ riss Hampe ihn aus seinen Gedanken. „Was dachtest du denn... sie schlafen für immer und ewig...“ grinste Max, der nun wieder in die Rolle des Torben Schneider fiel.


    Jan Richter saß in seinem Büro in Düsseldorf wie auf Kohlen. Eigentlich müsste Max den Deal jetzt durchgezogen haben und eine SMS schicken. Vielleicht konnte er nicht. Er wusste aber auch, dass der Deal bereits vor zwei Stunden über die Bühne gegangen ist. War etwas schief gegangen? Konnte er sich nicht melden weil er aufgeflogen ist. Verdammt dann waren die ganzen letzten zwei Jahre umsonst gewesen. Nein...das konnte nicht sein...es durfte einfach nicht. Sie hatten doch alles so gut durchgeplant. Jan stand auf und stellte sich ans Fenster. Von seinem Büro aus, konnte er bis zum Rhein sehen. Er dachte an seinen alten Kollegen Semir Gerkhan, der keine unerhebliche Rolle in seinem Leben spielte. Wie oft hatten sie sich mit Schrankmann angelegt. Sonderbar...seit er beim BKA war, konnte er mit ihr sehr gut umgehen. Nur die Autobahnpolizei schien ein rotes Tuch zu sein. Das Klingeln des Telefons riss ihn aus seinen Gedanken. „Richter...“ meldete er sich. „Ja...hier ist Andrea....ich...ich brauche dich hier...“ hörte er eine Frau schluchzen. „Was ist mit dir...bist du in Ordnung?“ wollte Jan wissen. War der Plan schief gegangen? „Ich...bin okay....die Kinder auch...aber...ich...Jan......bitte komm zu mir...Kantstrasse 5....“ schluchzte die Frau seines Expartners. „Ich bin schon unterwegs...“ versuchte er sie zu beruhigen. Nach dem Telefonat fuhr er umgehend nach Köln. Für ihn dauerte die Fahrt schon zu lange. Verdammt es waren fast sechs Jahre vergangen seit er seinen Dienst bei der Autobahn quittierte und zum BKA ging. Er hatte den Kontakt zu Semir und all den Anderen abgebrochen und wollte einfach ein neues Leben anfangen.... und wohin hatte es ihn gebracht...nach Düsseldorf zum BKA. Mittlerweile war auch Jan verheiratet und hatte eine dreijährige Tochter. Nach gut einer Stunde war er bei Andrea angekommen. Er sah sich um. Das Haus war wunderschön...groß mit Garten zum spielen. Der Garten machte den Eindruck eine regelmäßige Pflege zu bekommen. Mit etwas zittrigen Schritten ging er auf die Tür zur und klingelte.


    Andrea sah auf, als es klingelte. „Ich geh schon...“ kam von Susanne. Andrea nickte dankbar. Susanne kam von der Tür zurück. „Jan Richter...“ sagte sie nur. Andrea stand auf und fiel dem Mann der das Wohnzimmer betrat in die Arme. „Jan...bitte...hilf mir....bitte...“ weinte Andrea. Etwas berührt schluckte Susanne und sah weg. „Hey... schon gut....Andrea...bitte lass mich erst erklären...ich weiß dass es sich verdammt blöd anhört, aber ich weiß was passiert ist....“ kam leise von Jan. Andrea löste sich von ihm. „Du weißt es?“ fragte sie ungläubig. „Ja...wenn du....mir zuhörst, dann wirst du begreifen....wirklich....“ erklärte Jan weiter. Andrea setzte sich hin. Sie war blass und wirkte etwas fahrig. Eine dritte Frau kam mit einem Säugling auf dem Arm ins Wohnzimmer. „Kim Krüger....Kripo Autobahn...ich bin die Vorgesetzte von Ben Jäger und Semir Gerkan. Mir würde es sehr interessieren, warum wir nicht vorher informiert wurden...“ kam wütend von der Frau. Jan sah sie an. „Wo ist denn Frau Engelhardt?“ fragte er etwas irritiert. „Anna Engelhardt hat vor einem Jahr den Dienst quittiert...“ erklärte Andrea leise. Jan atmete tief ein. „Also gut.... es geht um einen Drogendealer der von einem jungen Kommissaren Ben Jäger vom LKA festgenommen und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Dieser Mann ist jetzt seit gut acht Monaten wieder auf freiem Fuß und hat einem Kollegen, den wir ins Gefängnis geschmuggelt haben, erzählt, das er sich an Ben Jäger rächen wird und dann sein gestrecktes Koks aus dem Versteck holt um es zu verkaufen. Wir wissen, dass der Mann Nägel mit Köpfe macht und genau da setzten wir an. Unser Kollege wurde als Torben Schneider, der eigentlich in Aachen im Gefängnis saß nach Ossendorf gebracht. Der Echte war vor einem guten Jahr nach einer Messerstecherei verstorben.... Max Traber ist ein Kollege, der hofft an die Drogen zu kommen, die damals vor der Festnahme von Hampe verschwunden sind....“ fing Jan an.

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  • Andrea sah zu Susanne und Kim. „Herr Richter...noch einmal...warum haben Sie uns nicht gewarnt? Sie hätten doch wissen müssen, das Hampe alles versuchen wird an Jäger heran zu kommen...“ fauchte Kim ihn wütend an. „Ja....ich weiß...aber ich....“ versuchte Jan zu erklären. Andrea sah zu Boden. „Jan....diese Kerle...sie...sie haben Semir mitgenommen. Einer von ihnen sollte mich erschießen...da er es nicht getan hat...denke ich, dass es dieser Max war....aber Semir....er wird die Schüsse gehört haben....und...und denken...das ...das wir ...tot sind... er wird....er wird sich.....aufgeben...“ weinte Andrea. Susanne nahm sie in den Arm und versuchte zu trösten. Wütende Blicke gingen in Jans Richtung. „Hey...Andrea....bitte glaub mir...ich wollte nicht dass es so ausgeht....ich...“ entschuldigte er. Kim legte das Baby in die Wiege. „Mama.....ich hab Hunger....“ kam es kläglich von einer Tür. Andrea verschwand kurz und kam dann mit einem ca. vierjährigen Mädchen zurück. Sie hatte eine Brotstulle in der Hand und biss herzhaft hinein. Jan lächelte. „Sie ist wie meine Kleine...“ sagte er leise. „Das ist Ayda....und der kleine Knirps dort...ist Sebastian... ...“ stellte Andrea vor. Jan sah sie an. „Das sind eure Kinder?“ fragte er nach. Ein Nicken war die Antwort. „Herr Richter... würden Sie uns bitte erklären was nun anliegt? Wie wollen Sie Semir und Ben aus den Fängen der Bande befreien?“ wollte Kim wissen. „Nun das ist ganz einfach...sobald Max weiß wo die Drogen sind, werden wir mit dem SEK zuschlagen und die Truppe wieder hinter Gitter bringen...“ lächelte Jan beruhigend. Andrea schüttelte den Kopf. „Was hat dich so verändert Jan?“ fragte sie leise.


    Semir und Ben erreichten ihr Ziel und wurden aus dem Wagen gezerrt. „Was soll das Hampe...Sie wollen was von mir, okay....aber lassen Sie meinen Kollegen gehen!“ forderte Ben, der seinen Gegner erkannt hatte. „Oh...das ist nicht gut...sieh mal...seine Familie ist tot....und was denkst du wird er tun, wenn er die Chance hat mich zu töten?“ wollte Hampe wissen. Ben sah zu Semir, der einfach nur dort stand. Ben sah sich um. „Was wollen wir hier?“ fragte er, als er die Umgebung sah. „Nun... hier sind wir ungestört. Niemand kann sich uns nähern, ohne dass ich es weiß. Dein Freund wird hier in einem tollen Raum unterkommen....“ grinste Hampe. „Warum?“ fragte Ben fast tonlos. „Was warum?“ wollte Hampe wissen. „Warum haben Sie seine Frau und die Kinder erschießen lassen? Sie haben nichts getan...“ stieß Ben wütend aus. Wenn er nicht gefesselt gewesen wäre, hätte er sicher Hampe die Fäuste gezeigt. So konnte er nur fragen. Sein Blick ging zu Semir, der einfach nur teilnahmslos dort stand. Keine Reaktion auf gar nichts. „Lassen Sie ihn gehen...er ist eh fertig...“ bat Ben leise. Er konnte ahnen, was in Semir vorging. „nein....er wird hier blieben....er ist noch nicht fertig genug...“ grinste Hampe. „Kohlhoff! Bring unseren Freund hier weg...!“ befahl Hampe. Ben sah ihn an. „Lassen Sie uns wenigstens zusammen!“ versuchte er. Hampe schüttelte den Kopf. „Bitte... er kann doch eh nichts tun...“ flehte Ben. Er wollte Semir nicht allein lassen. „Nein...und weißt du warum? Weil du es willst...deshalb..“ lachte Hampe. Semir wurde weg gebracht. Hampe griff Ben in die Haare. „Und nun werden wir uns unterhalten...und vielleicht kannst du dann zu deinem Freund...“ schlug Hampe vor und zerrte Ben in eines der Gebäude. Ben wehrte sich nicht. Hampe stieß ihn mit einem heftigen Stoß in den Rücken in einen Raum. Ben sah sich um. „Sie sind feige....können Sie sich mit mir nur beschäftigen, weil ich gefesselt bin? Was wollen Sie mit der Rache erreichen, Hampe?“ wollte Ben wissen. „Ich will dich dafür bestrafen. Wenn du damals nicht gewesen wärst, dann hätte ich jetzt einige Millionen auf dem Konto....aber nun muss ich ganz unten anfangen...und das ist der Grund weshalb du hier bist...deine Strafe abholen...“ grollte Hampe.

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  • Horst Kohlhoff brachte Semir in eine Art von Lagerhalle. In einer Ecke stand ein großes Drahtgittergeflecht, welches ziemlich stabil aussah und in der Hälfte geteilt. Es waren zwei Türen vorhanden. Kohlhoff öffnete eine der kleinen Gittertüren und stieß Semir hinein. Dieser ließ alles mit sich machen. Er war in Gedanken bei seiner toten Familie. Alles verloren....die Trauer hatte ihn voll im Griff. Was sollte es auch von Vorteil sein wenn er sich wehrte? Welchen Wert hatte sein Leben noch? Er hatte alles verloren für das es sich zu Kämpfen lohnte. Nichts war es mit dem Aufwachsen sehen der Kinder...wie gern hätte er gesehen, das Ayda heiratete und er Opa wird... oder sein Sohn anfing zu studieren...und etwas aus seinem Leben machte, worauf er als Vater stolz sein konnte...Alles vorbei...die kurze Zeit die er sich an Sebastian erfreuen konnte...vorbei....alles vorbei....ging es in seinen Gedanken weiter. Er verachtete sich selbst, sich aus dem Schlafzimmer wegen dem Knirps verbannt zu haben. Nur um Schlaf zu finden...nur weil er das Schreien von Basti....seinem Sohn....nicht ertragen konnte...es war doch gar nicht so schlimm....Tränen traten hervor und Semir schämte sich deswegen nicht. Er bekam nicht mit, das Kohlhoff versuchte ihn zu reizen. Dann wurde das Licht in der großen Halle gelöscht und Semir saß im Dunkeln. Er schluchzte leise und irgendwann schlief er in seinem Gefängnis ein. Die Träume die ihn heimsuchten waren wirr und voller Vorurteile. „Warum hast du uns nicht gerettet?“ warf Andrea ihn im Traum vor. „Warum hast du nichts getan?“ hörte er. Ayda sah ihn mit großen traurigen Augen an. „Papa...lieb....“ hörte er sie sagen. Und selbst Sebastian machte ihn mit seinen Blicken dafür verantwortlich was passiert war. „Ich konnte doch nichts tun...ich konnte nicht....vergebt mir...bitte..“ weinte Semir sogar im Schlaf. Er fuhr erschrocken hoch. Die Kleidung war vom Schweiß durchtränkt und er lief ihn in den Nachen. Vor wenigen Stunden noch war seine Welt in Ordnung. „Oh Gott...bitte...lass mich sterben.... bitte ich ...will zu meiner Familie...bitte....“ flehte er weinend. Doch seine Worte verhallten ungehört.


    Hampe sah Ben an und schlug unvermittelt zu. Wie ein Dampfhammer landete die Faust von Hampe in Bens Magen. Dieser krümmte sich und fiel zu Boden. Hampe traktierte ihn mit Fußtritten und jeder Tritt traf Ben empfindlich. Es vergingen einige Minuten bis Ben stöhnend und blutend am Boden lag. „Das tat gut....das tat sehr gut...“ stieß Hampe aus. Ben blutete aus einer Wunde an der Stirn und aus Mund und Nase. Die Rippen schmerzten und er würde sich nicht wundern, wenn mindestens zwei gebrochen waren. „Verdammter Feigling....“ stieß er aus und versuchte Luft in seinen geschundenen Körper zu pumpen. „Feigling? Ich? Oh nein... ich bin kein Feigling... weißt du was ich damals vorgehabt habe? Ich wollte mir mit dem Geld eine Hazienda in Mexiko kaufen... und mich dort zu Ruhe setzen. Mit 25 Jahren kann das niemand von sich behaupten...aber du hast alles kaputt gemacht...!!! Du Hast es mir versaut und ich musste für verdammt lange Zeit hinter Gitter....“ fauchte Hampe wütend. Ben lachte leise. „Ich bin stolz darauf, und nun kannst du Arsch mich zu meinem Kollegen bringen!“ forderte Ben. Dafür kassierte er zwei weitere Tiefschläge, die ihn fast an den Rand der Bewusstlosigkeit führte. „Du sollst deine verdammte Klappe halten!!“ schrie Hampe wie wild. Seine Komplizen schienen es sehr witzig zu finden und lachten mit jedem Schlag und Tritt den Hampe austeilte. Torben Schneider hingegen stand da. Scheinbar reglos sah er zu, doch in seinem Gesicht arbeitete es. Hart traten die Knochen an den Wangen hervor und man sah, dass er sich sehr zusammenreißen musste. „hey... Olli es reicht....wir wollen doch noch den Bruch machen und das Zeug aus dem Versteck holen....packen wir ihn zu seinen Kollegen und dann hauen wir ab...“ schlug er vor. Hampe sah ihn an. Er atmete heftig. „Du hast Recht...aber ich bin noch lange nicht mit ihm fertig....und mit seinem Kollegen auch nicht...“ knurrte Oliver Hampe und trat noch einmal auf sein wehrloses Opfer ein. Er traf ihn am Kopf. Ben verlor das Bewusstsein und streckte sich.

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  • Jan Richter sah Kim Krüger an. „Ich weiß dass ich eigenmächtig gehandelt habe...so sieht es für Sie aus...aber ich habe mir die Deckung von Frau Schrankmann, der Staatsanwältin geholt. Sie war mit der Aktion einverstanden.“ Erklärte er. „Sie war damit einverstanden? Sie war damit einverstanden, dass du Semirs und unser Leben aufs Spiel setzt?“ kam erschrocken von Andrea. „Ja...nein...nein...Andrea so war das doch gar nicht gemeint...“ wollte Jan richtig stellen, doch nun drehte Andrea auf. Sie war mit Jan und Kim ins Büro gefahren. Susanne passte auf die Kinder auf. „Du setzt das Leben deines Freundes aufs Spiel...und das von mir und meinen Kindern!! Jan...du hast dazu kein Recht!! Ich habe es satt, dass immer andere über Semirs Leben entscheiden!!! Es reicht jetzt!!“ schrie Andrea wütend. Kim stand auf und hielt sie fest, bevor sie Jan eine Ohrfeige verpassen konnte. „Andrea... ich weiß dass es schwer ist...aber...ich....“ versuchte Jan erneut. „Immer nur du...du...du...du.....wo ist Semir? Was werden die Kerle mit ihm machen? Meinst du wirklich, dass dein Mann ihn da raus holen kann? Weißt du wo sie sind? Wir können das SEK hinschicken und....“ versuchte Andrea. Sie redete wirr, aber niemand nahm es ihr krumm. Jan sah betreten zu Boden. Damals als er noch mit Semir zusammen Streife gefahren ist, hatte er es gehasst einfach so verplant zu werden, doch nun hatte er es selbst getan. Er hatte in der Tat über das Leben von Semir und seinem Partner Ben Jäger entschieden. Jan kannte Semir lange genug um zu wissen, dass für ihn, Semir, das Leben ohne Andrea nicht lohnte und er sich aufgeben würde. Eine zusätzliche Gefahr für seinen Mann und natürlich auch für Semir und diesem Jäger. Verdammt wie konnte er es ohne Rücksprache machen? Er erinnerte sich an sein Gespräch mit Schrankmann, die ihn lobte, das er gute Arbeit leistete. Als er bei der Autobahnpolizei war, kam so etwas nie. Und auch in dem Gespräch war Schrankmann sehr abweisend wenn es um die Autobahnkollegen ging. „lassen Sie doch Gerkan die Kastanien aus dem Feuer holen...und sacken die Lorbeeren ein...“ hörte er sie sagen. Und er hatte sich tatsächlich darauf eingelassen.


    Ben wurde ebenfalls ins Lager gebracht. Er sah Semir im Käfig sitzen. Teilnahmslos saß sein Partner darin und sah ihn nicht einmal an. Kohlhoff stieß ihn zu einem weiteren Käfig, der neben Semirs stand. „Lassen Sie mich zu ihm...bitte...“ kam von Ben, der immer noch etwas benommen war. „Quatsch nicht! Rein da!!“ fauchte der Mann ihn an und stieß ihn vorwärts. Ben beugte sich der Gewalt. Zumindest konnte er mit Semir reden. Doch dafür musste Kohlhoff erst einmal verschwinden. Dieser tat ihm sogar den Gefallen und verschwand. Er löschte das Licht. Ben wartete noch gute fünf Minuten. Seine Augen hatte sich an die Dunkelheit gewöhnt und er konnte Semir schemenhaft sehen. „Hey...Semir.......“ fing er an. Sein Partner regte sich nicht. „Semir....ich....ich weiß... es ist schwer, aber lass uns bitte darüber reden...“ versuchte er. „Was gibt es denn zu reden...sie sind tot....alle tot...“ kam leise von Semir. Ben schloss die Augen. In diesen Worten war deutlich zu hören, dass Semir aufgab. „Semir....ich weiß es ist vielleicht nur Wunschdenken, aber...sie könnten auch leben...“ machte Ben ihm die Hoffnung. „Ich habe die Schüsse gehört....dreimal hat der Mistkerl abgedrückt... dreimal...für jeden eine Kugel... ich hab es gehört...“ stieß Semir leise aus. „Gehört ja...aber du hast nicht gesehen ob sie wirklich tot sind...Semir...noch ist gar nichts raus....gib dich nicht auf, hörst du? Wenn wir hier wieder raus wollen, dann brauche ich dich...du musst mir helfen...“ redete Ben auf ihn ein. Semir sah ihn an. „Ben...wofür soll ich leben? Mein Leben ist vorbei...ohne Andrea und die Kinder will ich nicht mehr....“ kam leise von Semir. Ben stand auf. „Semir...solange es kein Beweis gibt, das Andrea und die Kleinen wirklich tot sind....müssen wir kämpfen....wir müssen hier raus...“ wiederholte er. Doch die Worte prallten an Semir ab.

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    Beethoven wurde taub
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  • „Wann willst du den Stoff holen und was hast du dann vor?“ wollte Torben alias Max wissen, als er und die Anderen beim Essen saßen. „in zwei Tagen...dann bekomme ich sie sogar gebracht...“ grinste Oliver. Torben nickte. „Was machst du mit dem beiden Bullen?“ fragte er weiter. Hampe rollte die Augen. „Ich sagte doch...Jäger wird mich anwinseln...Gerkan wird sicher keine Probleme machen...Jäger wird nach dem Essen zusehen, wie ich ihn erschieße....“ gab Oliver bekannt. Max schluckte. Hampe schien ernst zu machen und wollte Ben Jäger erledigen. „Warum wartest du nicht noch...? lass ihn doch hungern...dann hast du länger was von der Rache...“ schlug er vor. Hampe schüttelte den Kopf. „Mein Flieger geht in drei Tagen...bis dahin ist er fertig....du wirst sehen, er wird alles tun um das Leben seines Freundes retten. Und deshalb wird er mir die Drogen holen...gemeinsam mit dir..“ lachte Hampe. „Aber ich weiß doch gar nicht wo der Stoff liegt...“ stieß er verwundert aus. „Nur keine Sorge, das erfährst du dann...“ meinte Oliver nur und biss in sein Hähnchenteil. „Also gut...ich tu es...aber wir sollten den Beiden was zu essen geben....ich meine es liegt genug auf dem Tisch...“ schlug Max vor. Hampe nickte. „Tu das....aber sie bekommen nur ein Stück jeder....ich will sie nicht verwöhnen...“ grinste er. Max nickte und packte sich ein paar Teile ein. „Sag mal....“ wandte Hampe sich an ihn und Max drehte sich zu ihn um. „hast du eigentlich gezögert, als du die Familie erschossen hast?“ wollte Hampe wissen. Max schüttelte den Kopf. „nein..sie hat zwar gefleht, aber...als ich das Baby erschoss, war sie still. Sie starrte auf das tote Kind und weinte nur. Dann die Tochter und zum Schluss sie...“ erzählte Max und tat eiskalt. Innerlich brodelte er und hätte Oliver am liebsten die Faust ins Gesicht geschlagen. „Das ist gut...ich muss sagen, dass ich dich bis dahin für ein Weichei gehalten habe...aber nun...du hast gezeigt, dass man sich auf dich verlassen kann..“ grinste Oliver und widmete sich wieder seinem Essen. Max nickte, dann verließ er den Raum und ging in die Halle. Jetzt war die Möglichkeit den Kollegen einen kleinen Hinweis zu geben, doch er hatte nicht mit Kohlhoff gerechnet, der ihn begleitete. „Was willst du?“ fauchte Max ihn an. „Ich passe auf, dass sie dich nicht fertig machen...“ grinste der Mann.


    Ben versuchte mit Semir zu reden, doch dieser ließ alle Worte an sich abprallen. „Semir..bitte...sieh mich doch an.... sieh mich an..!“ fauchte er wütend. Doch Semir regte sich nicht. „Ben...mein Leben hat keinen Sinn mehr..nicht ohne meine Kinder, ohne Andrea...“ stieß er leise aus. Bevor Ben jedoch tröstende Worte sagen konnte traten zwei Männer in die Halle und kamen auf Ben und Semir zu. „Semir...tu bitte nichts unüberlegtes...bisher ist alles okay..hörst du.?“ ermahnte Ben seinen Freund. Semir gab nichts zurück. Der Mann, den Ben als Kohlhoff erkannte ging zu Semir in den Käfig und warf ihm Hähnchen wie einem Hund zu. Semir reagierte nicht darauf. Ben atmete tief durch. Kohlhoff baute sich vor Semir auf. „hey... hier dein Essen..friss!“ lachte er und stieß Semir in die Seite. Auch jetzt kam keine Reaktion. „hey... was ist denn los? Bist du etwas traurig? Ja...du bist es..ich auch...weißt du mit deiner Tochter hätte ich sicher noch richtig Spaß gehabt..“ reizte er Semir. Langsam hob sich Semirs Kopf. Der Blick hätte jeden umgebracht, wenn es möglich gewesen wäre. In seinem Blick lag Hass...unendlich tiefer Hass. Kohlhoff lachte dreckig und erhob sich. „As für eine Niete...“ tadelte er Semir, der nun seinerseits munter wurde. Unverhofft für Kohlhoff griff er an. SEMIR!! NICHT!!“ schrie Ben um ihn davon abzuhalten, denn Kohlhoff und auch sein Komplize hatten Waffen und die würden sie sicher auch einsetzen. Doch Semir schien völlig die Kontrolle über sich verloren zu haben. Wie ein Wilder prügelte er auf Kohlhoff ein, der versuchte sich gegen Semir durchzusetzen. Tatsächlich schaffte er es, seine Waffe zu ziehen und drückte ab. Die Kugel ging scharf an Semir vorbei und schlug durch das Drahtgeflecht. Semir ließ das unbeeindruckt. „Bleib stehen!!! Oder ich knall dich ab!!“ fauchte Kohlhoff. Semir stellte sich vor ihn hin. „Na los...! Drück doch ab!! Mach schon!!! Denn wenn du es nicht tust, dann bringe ich dich um.....!“ drohte Semir dem Verbrecher.

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  • Ben sah etwas irritiert zu dem zweiten Mann, der bisher nicht eingegriffen hatte. Irgendwas stimmte nicht mit ihm. Dieser Typ schien irgendwie anders zu sein. Er kannte ihn nicht. Der Name Torben Schneider sagte ihm gar nichts. Doch als Kohlhoff nun abdrückte kam Leben in den Kerl. „Nicht Horst!! Lass es und komm wieder raus!“ befahl er. „Der Mistkerl ist auf mich los gegangen!!“ fauchte Kohlhoff zurück. „komm raus! Hampe braucht ihn noch!“ gab Schneider ruhig zurück. Ben sah zu Semir, der einfach nur da stand und hektisch atmete. „Gerkan...setz dich wieder hin!“ befahl Schneider. Nur langsam kam Semir dem Befehl nach. Ben versuchte erneut einen Blickkontakt mit Semir aufzunehmen, doch dieser starrte einfach an ihm vorbei. Torben kam zu Ben in den Käfig. „Hier...und sorgen Sie dafür, dass ihr Freund sich ruhig verhält...er wird noch gebraucht..“ meinte er nur. Ben verstand wie es gemeint war. „Was hat Hampe mit mir vor?“ wollte er wissen. „Ist doch klar...oder? Er wird dich fertig machen...so einfach ist das...“ lachte Torben. Vor Kohlhoff musste er den harten spielen. Aber die Aktion von Gerkan hatte ihm gezeigt, dass es an der Zeit war, dem Kollegen zu sagen, dass seine Familie noch lebte, nur wie...solange er nicht allein mit den Beiden war, ging es nicht. „essen Sie...wir sehen uns nachher noch...“ meinte er nur und verließ den Käfig. Ben aß langsam. Semir starrte nur gegen das Gitter. Er aß nicht. Schneider und Kohlhoff verließen den Raum. „Semir... das war leichtsinnig. Wem soll es helfen, wenn du tot bist? Wir müssen beide hier raus aber ohne dich schaffe ich es nicht...also...reiß dich zusammen..hörst du..!“ forderte er seinen Freund auf. Keine Reaktion. „Semir...ich sag es noch einmal...es ist nicht sicher, das Andrea tot ist oder die Kinder....du hast die Schüsse gehört, ja..aber das ist ...“ wiederholte Ben. „Nein...Ben...sie sind tot...wenn ...wenn sie noch leben würden, hätten die Kinder geschrieen als die Schüsse fielen. Aber es war totenstill...verstehst du? Es war totenstill...“ zischte Semir leise. „Iss was....du brauchst Kraft..“ bat Ben ihn. „Wozu....?“ stellte Semir die Gegenfrage.


    Hampe reichte Torben alias Max die Wegbeschreibung. „So...und nun nimm Jäger mit...und hol mir die Drogen. Ich habe bereits heute Nachmittag einen Termin mit einem Käufer...“ befahl er. Torben nickte, steckte den Plan ein und verschwand in die große Halle. Er öffnete den Käfig von Ben Jäger und befahl ihm raus zu kommen. „Was soll das?“ wollte dieser wissen. „Wir machen eine kleine Spritztour...das ist alles...“ gab Max von sich. „Wohin? Was ist mit meinem Partner?“ kam die nächste Frage. „Er bleibt hier!“ meinte Max leise. „Sie sollten ihn jedoch sagen, dass er keine Dummheiten machen sollte. Ich kann hier nicht auf ihn aufpassen...verstehen Sie?“ bat Max ihn noch. Ben Jäger sah ihn an. „Wer sind Sie wirklich?“ wollte er wissen. Max lächelte. „Ich werde alles erklären...aber jetzt müssen wir los. Wir sind in einer Stunde zurück..“ erklärte er. Jäger nickte vorsichtig. „Darf ich zu ihn rein?“ bat er Max. Dieser nickte und öffnete die Tür zu Semir Gerkan. Jäger ging hinein und sah wie dieser sich vor seinen Partner hockte. „Bitte...tu nichts...du weißt wie brutal die Kerle sind...hörst du..ich...ich komme wieder und dann...“ hörte er ihn sagen. „Los..jetzt...je schneller wir zurück sind um so besser ist es.“ trieb Max ihn an. Er wusste genau, dass Hampe ungeduldig wurde. Jäger kam heraus. Max sah zu Gerkan. „Er ist fertig nicht wahr...lebensmüde...“ meinte er nur. Ben Jäger nickte. „Wie würden Sie sein, wenn Sie alles verloren haben, was Sie liebten? Falls Sei das überhaupt können...“ stieß Jäger verächtlich aus. Max sah, dass sich dieser junge Mann große Sorgen um Gerkan machte und auch er konnte sich nicht davon freisprechen. Er sah sich um. Doch bevor er was sagen konnte kam Hampe rein. „Man du sollst hier keinen Smaltalk halten sondern losfahren!“ fauchte er Max an. Dieser nickte und zog Ben Jäger mit sich raus. Es musste als wieder aufgeschoben werden.

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  • Max stieß Ben zu einem der auf dem Hof stehenden Fahrzeuge. „Sie setzen sich ans Steuer...aber denken Sie an Ihren Partner...er wird für jeden Fehler bezahlen..“ ermahnte er den unwissenden Kollegen. Jäger nickte nur und stieg ein. Max sah genau, dass er sich sorgte. Er hatte Angst, dass sein Partner während seiner Abwesenheit die Komplizen sicher reizen würde ihn zu erschießen. Auch Max hatte diese Sorge. Doch jedes mal wenn er ihnen sagen wollte, das die Familie lebte, kam einer der Anderen herein. Max musste schweigen um nicht selbst aufzufliegen. Er stieg ein und forderte Ben auf loszufahren. Weder er noch Ben ahnten, was sich gleich mit Semir abspielen würde und dieser ein Vabanquespiel veranstaltete. „Fahren Sie auf die Autobahn..“ befahl Max. Die Fahrt ging eine Weile schweigend von sich. Ben musterte den Mann auf dem Beifahrersitz. „Was haben Sie noch mit uns vor?“ wollte er wissen. „Ich gar nichts...ich will Hampe nur festsetzen und dort hin bringen wo er hin gehört...“ knurrte Max. Ben stutzte. „Soll das heißen...Sie...?“ fragte er. Max nickte. „Max Traber...ich bin vom LKA...“ gab er nun zu. „Okay...was ist mit Semirs Familie...ist sie wirklich tot?“ harkte Ben sofort nach. „Nein...ich habe niemanden erschossen. Ich habe mit Frau Gerkan gesprochen und ihr erklärt was passieren würden. Sie hat dafür gesorgt, dass die Kinder ruhig blieben, als die Schüsse fielen. Sie sind wohlauf...“ erklärte Max weiter. Ben schloss erleichtert die Augen. „Wir müssen es Semir sagen...er ist fertig und ….er muss es wissen bevor er Dummheiten begeht...“ gab Ben zu bedenken. „Ja...das werden wir auch...sobald wir zurück sind.“ versprach Max. Er dirigierte Ben zum Versteck der Drogen. Sie brauchten eine knappe Stunde bis sie dort waren. Gemeinsam schafften sie die Drogen ins Auto und machten sich direkt auf den Rückweg. Auf der Fahrt zurück kontaktierte Max seinen Vorgesetzten Jan Richter.


    Horst Kohlhoff hatte den Zwischenfall mit Gerkan nicht vergessen und er wartete nur darauf, das Schneider mit Jäger abfuhr. Kaum waren sie weg ging er in die Halle und in den Käfig von Semir. „So...nun sind wir allein....weißt du...ich mag es überhaupt nicht, wenn man mich vorführt. Du hast es getan..und dafür wirst du nun bestraft....Für dich wäre es besser, wenn du dich nicht wehrst, denn wenn....verpasse ich dir eine Kugel nach der Anderen...solange bist du endlich krepierst...verstehst du...“ drohte er dem Gefangenen, der ihn nicht einmal ansah. Doch damit reizte er Kohlhoff noch mehr. „Antworte gefälligst!!“ schrie er Semir an. Doch es kam keine Reaktion. Kohlhoff packte Semir am Kragen seiner Jacke und riss ihn an sich heran. Nur ganz kurz hatten sie direkten Augenkontakt. Dann schrie Kohlhoff auf, ließ Semir los und krümmte sich. Semir hatte ihn empfindlich getroffen und nutzte nun aus dem Käfig zu kommen. „Mich machst du ganz sicher nicht fertig...“ grollte er wütend und verschloss den Käfig. Doch Kohlhoff zog seine Waffe. „Lass mich raus...oder ich knall dich ab!!“ drohte er Semir. Dieser lachte leise. „Ich wünsche nichts mehr als zu sterben...also drück ab..nur damit bist du dann immer noch der Affe im Käfig...“ kam verächtlich von Semir. „HEY!!! Lass mich hier raus!!!“ schrie Kohlhoff. Semir hockte sich etwas abseits vom Käfig auf den Boden. „Schieß doch endlich!! Na los!!“ forderte er auf. Kohlhoff sah ihn zweifelnd an. Was sollte er nun tun? Er hob die Waffe und schoss.... die Kugel ging dicht vor Semir in den Boden und prallte ab. „Oh...ich verstehe...ich bin zu weit weg...was? Nun gut...also ein neuer Versuch....“ reizte Semir weiter und setzte sich näher an den Käfig. Kohlhoff verstand nicht wirklich, aber er drückte erneut ab und diesmal traf er. Semir sah etwas erstaunt als die Kugel in seinen Bauch schlug. Langsam mit einem leichten Lächeln legte er sich lang hin. „Andrea..ich komme....“ stieß er leise aus und wartete auf den Tod.

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  • Oliver Hampe war zusammen gezuckt als er die Schüsse hörte und rannte direkt in die Halle. Er sah Kohlhoff im Käfig und davor den Polizisten, der aus einer Bauchwunde blutete. Er hockte sich zu dem Verletzten, der das Bewusstsein verloren hatte. „du verdammter Idiot!!“ schrie er Kohlhoff an. „Hey...der Mistkerl hat mich provoziert...der wollte mich nicht raus-lassen...der hat...“ verteidigte er sich. Oliver ging zu dem Käfig und öffnete die Tür. „Ich wollte ihn vor den Augen von Jäger erschießen...und jetzt hast du meine Rache kaputt gemacht!!“ schrie Hampe ihn an. „Der lebt doch noch...dann erschießt du ihn halt später...man..das wollte ich doch nicht...aber...er ..er hat mich gereizt...er wollte sterben...“ erklärte Kohlhoff. „Na sicher wollte er sterben...seine Familie ist tot...da würde ich auch sterben wollen...“ schrie Hampe wütend. Er zog den verletzten Polizisten in den Käfig zurück und hinterließ eine blutige Spur. Achtlos ließ er ihn einfach fallen. „Also gut...du wirst diesen Käfig nicht noch einmal betreten...ist das klar?“ fauchte er Kohlhoff an. Dieser nickte nur und drehte sich dann von Hampe weg. Er kannte Hampe noch nicht richtig und vertraute ihm blind. Das wurde nur zum Verhängnis. Hampe hob die Waffe und schoss Kohlhoff in den Rücken. Mit einem erschrockenen und erstaunten Blick sah er Hampe an und sackte zusammen. „Ich mache immer alles 100%ig sicher...“ knurrte Hampe. Er sah sich die Schussverletzung des Polizisten an. Was er sah gefiel ihm nicht. Er hatte im Gefängnis eine Ersthelferausbildung gemacht und holte aus dem Auto den kleinen Koffer. Dann verarztete er die Wunde so gut es ging. „Krepiere bloß nicht bevor Jäger hier ist...“ warnte er den Verletzen, der ihn nicht einmal hörte. Er verließ den Käfig und zog den toten Körper Kohlhoffs aus der Halle und warf ihn einfach auf einen Haufen Müll der auf dem Gelände hinter der Halle lag. Er ging zurück. Volkmann sah ihn kurz an. „Wo ist denn Kohlhoff?“ fragte er nach. „Ist weg....wollte nicht mehr.. ich hab ihn ausgezahlt..“ erklärte Hampe.


    Ben sah Max an. „Wie soll es weiter gehen? Sie wissen doch sicher dass, sobald wir zurück sind, unser Leben kein Pfifferling mehr wert ist...er wird vermutlich Semir vor meinen Augen erschießen und dann werde ich hingerichtet...“ meinte er leise. Max nickte. „Ich habe meinem Vorgesetzten bereits mitgeteilt wo wir zu finden sind. Wenn wir da sind, dann werden sie zuschlagen sobald Hampe sich das Koks genommen hat. Sie und Gerkan können nach Hause und alles ist vergessen...“ erklärte er. Ben nickte. Er konzentrierte sich auf den Verkehr. „Warum wurden wir nicht informiert? Wir hätten uns vorbereiten können....Semir wüsste das seine Familie leben würde und nicht....“ stieß Ben wütend aus. „Es war keine Zeit dafür. Ich wollte vorher in Kontakt treten, aber Hampe ließ mich nicht aus den Augen...“ entschuldigte Mark sich dafür. „Ja sicher... es gab keine Möglichkeit... wie oft ich das jetzt schon gehört habe. Meister...ich war selbst beim LKA und ich kenne die Vorgehensweise....lasst doch die Idioten der Autobahnpolizei die Kastanien aus dem Feuer holen.....klar doch....wir sind ja auch Kanonenfutter...“ fauchte Ben wütend. Max schwieg und gab Ben indirekt Recht. Warum nahm sich das LKA heraus, das Leben der Beiden Kollegen aufs Spiel zu setzen nur um an das Ziel heran zu kommen. „Herr Jäger...ich...“ wollte er sich erklären als sein Handy klingelte. „Das ist Jan Richter..mein Vorgesetzer..“ erklärte er und meldete sich. „Jan...es läuft aus dem Ruder...wo seid ihr?“ wollte Max wissen. „Max... wir sind bereits bei der Adresse die du bekannt gegeben hast... alles ist vorbereitet. Wie lange braucht ihr noch?“ hörte er Jan fragen. „Wir sind in knapp zwanzig Minuten dort. Greift aber erst ein, wenn Hampe sich das Zeug holt. Ich werde versuchen dann bei den Kollegen zu sein...“ forderte Max. „Alles klar..wir warten...“ bestätigte Jan. Das Gespräch war beendet.

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  • Jan sah Andrea und Kim an. „Frau Krüger... Sie können mich gern begleiten, wenn Sie wollen.... aber Andrea wird nicht mitkommen. Sie ist Zivilistin und hat dort nichts verloren..“ gab er an. Kim nickte. „Es geht um meinen Mann...um den Vater meiner Kinder...also werde ich mit fahren....“ bestimmte Andrea. „Nein...Sie bleiben hier...die Kinder brauchen Sie...ich rufe Sie an, sobald wir Ihren Mann und Jäger befreit haben...“ widersprach Kim. Sie sah Andrea bittend an. Diese nickte traurig. „Bitte bringt ihn mir zurück....“ sagte sie leise. Kim lächelte und nahm sie in den Arm. „Das werden wir...versprochen...und wenn auch nur irgendwas passiert, dann werde ich Herrn Richter zur Rechenschaft ziehen...das verspreche ich auch..“ kam drohend an Jan gerichtet. Dieser sah betreten zu Boden. „Das kann ja heiter werden...“ gab er fast unhörbar von sich. Aber nur fast. Kim sah ihn an. „Das kann ich Ihnen garantieren...“ knurrte sie und man hörte die Wut in der Stimme. Sie fuhren los. Die Fahrt endete an einer ziemlich herunter gekommenen Industrieanlage. „Tolles Versteck..“ murmelte Jan. „Hier werden wir mit einer Mannschaft des SEK nicht auskommen...“ gab Kim zu bedenken und wollte zusätzlich Verstärkung anfordern. Jan schüttelte den Kopf. „Die Männer hier sind genug...wenn noch mehr auftauchen, dann steigt das Risiko für Semir und Jäger noch höher und das geh ich nicht ein.“ stellte er dagegen. Kim sah ihn an. „Sie hätten sich früher überlegen sollen, ob Sie das Risiko für die Beiden nicht von Anfang an minimiert hätten könnten...nicht erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Ich sage ihnen und das können Sie auch schriftlich bekommen...sollte einer der Beiden verletzt sein, dann Gnade Ihnen Gott...“ versprach Kim. „Achtung...dort kommen Jäger und Max... Es geht gleich los..“ lenkte Jan ab und wies auf das sich nahende Auto.


    Ben und Max fuhren auf das Gelände wo Hampe bereits wartete. Ben stieg aus und aus Max wurde wieder Torben. „Hat er Ärger gemacht?“ wollte Hampe wissen. „Nein...friedlich wie ein Schaf...“ lachte Torben gehässig. „Sehr gut...bring ihn wieder runter..Volkmann und ich nehmen die Drogen..“ befahl Hampe. Torben nickte und stieß Ben in Richtung Halle. Dort angekommen sah Ben das Semir im Käfig lag. „SEMIR!!“ schrie er und rannte hin. Auch Max war geschockt. Er sah das viele Blut. „Verdammt...das hätte nicht passieren dürfen..“ stieß er aus und schloss den Käfig auf. Ben kroch hinein und drehte Semir vorsichtig um. „Hey...Ben...ich..ich...geh..zu meiner....Familie...“ sagte er leise stockend mit einem leichten Lächeln welches durch die Schmerzen verzerrt war. „Ganz ruhig..die Hilfe ist schon unterwegs....“ erklärte Ben. „Ich....brauche...nichts mehr....ich....es...war...schön mit dir...“ hauchte Semir. Sein Kopf drehte sich zur Seite. „SEMRI!! NEIN!!“ schrie Ben und drehte den Kopf seines Partners zu sich. Auch Max kam in den Käfig. Er untersuchte Semir und erkannte, dass hier schnelle Hilfe angesagt war. „Er hat verdammt viel Blut verloren..wir müssen ihn raus bringen...schnell...“ mahnte er zur Eile. Ben sah ihn an. „Wenn wir ihn jetzt raus bringen, dann ist die Sache aufgeflogen...“ gab er zu bedenken. „Ist mir egal..ich lasse ganz sicher keinen Kollegen für meine Karriere drauf gehen...Nehmen Sie ihn und bringen ihn raus..“ befahl Max. Ben ließ es sich nicht zweimal sagen. Noch einmal sah er auf Semir. „Halt durch Partner...deine Familie lebt...hörst du.. sie lebt...“ sprach er auf ihn ein, doch er zweifelte dass Semir ihn hörte. Vorsichtig trug er Semir aus dem Käfig und Max deckte die Beiden. Vor dem Ausgang kam Hampe rein. „Was wird das wenn es fertig ist?“ wollte er wissen. Ben sah Max an. Dieser richtete die Waffe auf Hampe. „Du bist verhaftet du Arschloch!“ stieß er aus. Hampe nahm die Hände hoch. „Ein Bulle? Du bist ein Bulle? Aber...du hast die Familie...erschossen...du bist ein Killer.“ lachte er etwas irritiert. Max grinste. Er nahm sein Handy und wählte ohne hinzusehen, die Nummer von Jan Richter. „Zugriff!“ befahl er.

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  • „Zugriff!!“ fauchte Jan durch das Mikro und binnen Sekunden füllte sich das Gelände mit SEK-Männern. Sie rannten in das Gebäude und schrien wild durcheinander. Eine Taktik um die Gegner Angst einzuflößen und auch hier klappte es. Volkmann erstarrte. Auch Hampe regte sich nicht. „Irgendwann bekomme ich dich Jäger..und dann bist du fällig..und dein neuer Freund hier auch....“ drohte Hampe als man ihn abführte. Kim und Jan kamen in die Halle. Sie brachten den Notarzt mit, der sich sofort um Semir kümmerte. „Er muss schnell in die Klinik..!“ befahl er und ließ Semir umgehend in den Rettungswagen bringen. Kim sah Ben an. „was ist passiert?“ wollte sie wissen. „Ich weiß es nicht...Max und ich waren unterwegs und als wir wieder hier ankamen, lag Semir bereits in seinem Blut.“ erklärte Ben. Kim sah dem abfahrenden Krankenwagen besorgt nach. „Wie dem auch sei... ich werde alles herausfinden...Herr Richter... Sie können sich schon mal warm anziehen....Ben...Sie fahren zum Krankenhaus. Ich hole Andrea und komme nach..“ kam von Kim. Sie stieg in den Wagen bevor Ben etwas sagen konnte. Doch er ließ sich auch nicht halten. Ohne sich von Jan oder Max zu verabschieden fuhr er in die Klinik. Jan ging zu Max. „Das war gute Arbeit..“ lobte er seinen Mann. „Das war Scheiße...!“ stieß Max aus. „Was ist passiert? Ist er ausgerastet? Ich meine Semir...ist er ausgerastet?“ wollte Jan wissen. „Keine Ahnung. Wie der Kollege eben schon sagte, waren wir unterwegs. Es kann schon sein, denn er war lebensmüde. Er denkt vermutlich immer noch, dass ich seine Familie umgebracht habe...“ erklärte Max leise. „hattest du keine Chance ihm zu sagen, dass es nicht so ist?“ fragte Jan erstaunt. „Nein....ich wollte, aber ich war nie allein....nur Ben weiß dass sie nicht tot sind....“ Jan nickte. „Okay.. wir fahren aus ins Krankenhaus...ich will sehen ob Semir es schafft..und... ich muss mich bei ihm entschuldigen...“ kam leise von ihm. Max nickte.


    Semir wurde direkt in den OP gebracht während Andrea, Kim, Jan, Ben und Max auf dem Flur warteten. Nervös ging Andrea auf und ab, sah auf die Uhr und sah zu Ben. „Ben...ich...ich hab Angst...Semir weiß nicht dass wir leben..er wird aufgeben..er wird nicht kämpfen...“ weinte sie leise. Ben nahm sie in den Arm. „Scht....es wird alles gut. Ich hab es ihm gesagt, nur weiß ich nicht, ob er mich gehört hat. Ich hoffe es sehr. Du wirst sehen, die Ärzte werden ihn wieder zusammenflicken und in drei Wochen werden wir wie immer über die Autobahn heizen...Autos schrotten und die bösen Jungs festnehmen...“ machte Ben ihr Mut. Kim sah ebenfalls zu den Beiden. „Und vergessen Sie nicht, dass ich Sie dafür zusammenstauchen werde...“ lächelte sie. „Andrea...er wird es schaffen...er ist ein Kämpfer. Sie werden ihm sobald er aus dem OP kommt, ihm sagen das Sie und die Kinder leben. Ich weiß es klingt verrückt, aber er wird sie hören...ganz sicher...“ versprach Kim. Andrea nickte. „Wann kommen die denn raus...es ist jetzt schon fast ne Stunde her...“ gab sie zu bedenken. „Die Ärzte wissen schon was sie machen....beruhige dich....willst du einen Kaffee? Ich hole dir einen..“ mischte sich nun auch Jan ein. Andrea sah ihn kalt an. „Tu du mir nur ein Gefallen...und verschwinde...du hast Semir in diese Lage gebracht....und denkst er wird sofern er es schafft so einfach darüber hinweg gehen?“ fauchte sie ihn an. „Er wird verstehen warum ich es getan habe, wenn er die Gründe erfährt...“ meinte Jan. „Ach denkst du? Dazu musst du zu ihn..und das verbiete ich dir. Komm nie wieder in die Nähe meines Mannes...“ Jan sah Andrea an. Er kannte sie lange genug um zu wissen, das hier nun die Angst um das Leben ihres Mannes die Leitung ihrer Gedanken übernommen. Er nahm es ihr nicht übel, dass sie ihn so angriff.

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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • „SAUGEN!!! LOS DOCH!!“ fauchte der Arzt die OP-Schwester auf. Der Sauger machte ganze Arbeit, aber dennoch schien es nicht aufzuhören. „Okay..ich hab die Kugel....ich hol sie jetzt raus...wie sieht es allgemein aus?“ wollte er wissen ohne den Kollegen anzusehen, der für die Überwachung der Körperfunktionen zuständig war. „Er ist stabil....“ war die Antwort. „Sehr gut...gleich hast du es geschafft Junge...gleich haben wir das Stück raus und dann machen wir dich wieder zu...wirst allerdings ein paar Wochen unser Gast sein...“ murmelte der Doc und zog die kleine Greifzange raus. Zwischen den Greifern lag ein kleines unscheinbares Bleistück. „So...das war's. Er scheint keine weiteren Verletzungen zu haben...aber wir gehen noch mal genau durch....“ murmelte der Arzt. „Wir sollten schnell machen...er fängt an instabil zu werden...Herzrasen...“ ermahnte der Kollege. „Okay... nur fünf Minuten...dann ist es geschafft...“ nickte der Doc. Tatsächlich waren keine weiteren Verletzungen. „Gut...ich mach ihn zu...“ gab er bekannt. Mit geübten Handgriffen schloss er die große Wunde. „Sehr gut...es läuft alles sehr gut...du wirst es schon schaffen...“ meinte der Doc zu Semir. „Okay... wir bringen ihn auf die I-4. Schwester Anja...Sie übernehmen ihn als Patient. Jede Veränderung wird mir sofort mitgeteilt!“ befahl der Arzt. „Ja Dr. Tapel....“ nickte die Schwester. „Ich werde seiner Frau jetzt informieren, dass er es überstanden hat was die OP angeht...alles andere liegt nicht in meiner Hand...“ Mit diesen Worten verließ der Arzt den OP und trat auf den Gang. Sofort wurde er von der Gruppe Wartender empfangen. „Wie geht es meinem Mann?“ fragte zaghaft eine Frau. „Frau Gerkan...es geht ihm den Umständen entsprechend. Die Kugel hat zum Glück kein Organ verletzt aber der Blutverlust ist sehr groß gewesen. Wir haben alles getan was in unserer Macht steht. Der Rest muss von ihrem Mann und die Natur übernommen werden...“ erklärte der Arzt. „Darf ich zu ihm?“ fragte die Frau. Tapel nickte und wies ihr den Weg. „Aber er schläft noch...“ gab er ihr noch mit. Andrea Gerkan nickte. „Ich muss ihm nur sagen, dass ich lebe und seine Kinder auch...das wird ihm helfen, gesund zu werden...“ erklärte sie leise. Dr. Tapel verstand nicht ganz. Langsam betrat Andrea das Zimmer und sah auf Semir, der im Bett lag. Angeschlossen an diversen Überwachungsgeräten. Ein leises gleichmäßiges Piepen füllte den Raum. Andrea weinte leise. Sie streichelte Semir das Gesicht. „Hey...ich brauche ich....bitte....wir sind wohl auf...ich und die Kinder...kämpfe um dein Leben...bitte....wir brauchen dich...“ weinte sie. Natürlich kam keine Reaktion von Semir, denn dieser lag tief in der Narkose. „Ich liebe dich....“ sagte sie noch, küsste ihn sanft auf den Mund und hielt seine Hand. „Kämpfe... hörst du...tu es für mich...“ flüsterte sie ihn ins Ohr.


    Semir dachte über eine grüne weite Wiese zu gehen. Er fühlte sich so unendlich leicht...keine Schmerzen.. keine Trauer. Eine wundervolle Ruhe. Doch nur wenig später stand er an einer Straße, doch es fuhr kein Auto. Etwas verwundert drehte er sich im Kreis. Ein älterer Mann kam auf ihm zu. „Hallo Semir..was machst du hier?“ fragte dieser. „ich weiß nicht...wo ist hier?“ wollte Semir wissen. „Du bist zwischen Tod und Leben...zwischen Sein und nicht sein... zwischen Dunkel und hell...wenn du willst. Das hier ist die Straße die du weitergehen musst. Gehst du nach links...dann wird dein Leben enden. Gehst du nach rechts... wirst du leben...“ murmelte der alte Mann. Semir dachte er kannte ihn, doch der Name fiel ihm nicht ein. „Wer sind Sie?“ wollte Semir wissen. „Ich bin ein sehr guter Freund für alle Unentschlossenen, die hier durchgehen...“ lächelte der Mann geheimnisvoll. „Ich bin nicht unentschlossen.“ gab Semir von sich. „Echt nicht? Nicht ein bisschen Wehmut nach dem Leben?“ wollte der Mann wissen. „Nein...ich kann Ihnen auch sagen warum....meine Familie wurde umgebracht. Meine Frau...meine Tochter die gerade mal vier geworden ist und mein Sohn...er wurde nur sechs Wochen alt. Man hat sie erschossen und...ich will zu ihnen...“erzählte Semir. „Eine Familie? Nein...also hier ist nichts durchgekommen...das hätte ich gewusst...nein...da musst du dich irren, mein Junge. Gerade bei Kindern werde ich immer informiert. Aber so kleine Kinder waren nicht hier....“ erklärte der Mann. Semir sah ihn an. „Ich weiß aber, dass sie erschossen wurden. Ich war dabei...ich habe die Schüsse gehört...“ widersprach Semir. „Gut... wir können ja bevor du dich entscheidest ein paar Bilder anschauen. Ich mache von jedem, der hier durchgeht Bilder... von dir hab ich auch ganz tolle...“ grinste der Mann. „Ich brauche keine Bilder anzusehen..ich weiß das meine Familie hier ist...wie war das? Rechts wenn ich entschlossen bin?“ wollte Semir wissen.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D