Der Beste seines Faches

  • Georg Paschner sah sich verstohlen um. Hier war niemand...nicht mal ein Wachmann der seine Runde machte. Das war sein nächstes Ziel. Der Tresor der Niederlassung von Starline, einem mittelständigen Unternehmen ,welches sich mit Münzen beschäftigte. Im Tresor lagen einige Schätze und Georg hielt es für an der Zeit dass sie den Besitzer wechselten. Schon in wenigen Stunden wären sie seine. Vor der Polizei hatte er keine Angst, schließlich war er mit 71 nicht gerade tatverdächtigt. Scheinbar traute niemand diesem alt wirkenden Mann eine Straftat zu. Und das war sein Vorteil. Er konnte sich hier umsehen, denn auch die Angestellten schienen ihn für einen interessierten Sammler z u halten. Und genau das sollten sie auch. Georg sah sich um. „Ach Marga... dein Herz würde höher schlagen, wenn du wüsstest was ich für dich tu...“ sagte er leise. Eine Frau die neben ihn stand, sah ihn erstaunt an, dass er Selbstgespräche führte, sagte jedoch selbst nichts. Georg dachte an seine viel zu früh verstorbene Frau. So lange war sie schon tot. Und er hatte alles versucht, doch bei Krebs waren die Ärzte leider machtlos. Er sah ihr Leiden und war jeden Tag bei ihr, weinte mit ihr und dann holte der Herr Gott sie zu sich. Dennoch gab Georg nicht auf. Vor acht Jahren, als Marga noch lebte, hatte er einen festen Job gehabt. Lockführer. Ein Job den jeder Junge einmal haben wollte. Er hatte ihn und er hasste ihn. Doch als Marga starb, wollte er nicht mehr. Seine Zuverlässigkeit ließ immer weiter nach. Die Bahn schickte ihn in den vorzeitigen Ruhestand.


    „So Tanja.... den Rest können wir auch in den Tresor legen. Die Interessenten sind alle weg.“ lächelte Fritz Wallner und befahl seiner Assistentin bei Starline den Tresor zu schließen. „Was ist denn mit dem Alten da?“ wollte Tanja wissen. Fritz sah sich erstaunt um. „Oh.... ist der eingeschlafen?“ lachte er und ging zu dem alten Mann. „hallo...wir schließen jetzt. Soll ich Ihnen ein Taxi rufen?“ wollte er wissen. Der Mann sah ihn an. Wie erstaunt wach die Augen doch waren. „Nein... danke... ich war in Gedanken versunken... ich bin okay..“ sagte der Alte. Fritz lächelte ihn an. „Dann sollten Sie gehen..“ bat er. Der Alte nickte. „Ja sicher.... sicher...“ stammelte der Mann und ging aus dem Raum. Tanja und Fritz sahen dem Mann lächelnd zu. Als er raus war, wandten sie sich wieder der Arbeit zu und beendeten den Tag fast zwei Stunden später. „Soll ich Sie nach Hause fahren?“ wollte Fritz wissen, als sie auf der Strasse standen. Er empfand mehr für Tanja ließ es sie aber nicht wissen, denn Tanja trennte Berufliches und Privates sehr streng. Sie hatte ihm mal erzählt, dass sie niemals mit einem Kollegen etwas anfangen würde. Dennoch gab Fritz nicht auf. Er hielt sich für sehr attraktiv und bisher konnte er jede Frau haben, die er wollte. Auch Tanja sollte da keine Ausnahme machen. „Bei dem Wetter lehne ich das nicht einmal ab...“ lächelte sie und stieg in sein Auto. „Wollen wir noch irgendwo was essen gehen?“ harkte er nach. Tanja nickte. Es schien als würde das Eis, was sie umgab schien zu schmelzen. Doch in all seiner Verliebtheit vergaß er die Alarmanlage anzuschalten.


    Georg lachte leise. Die beiden Turteltäubchen schienen ihn gar nicht wahrgenommen zu haben. Er war immer noch in dem Verkaufsraum. Als er sie wegfahren sah, ging er zum Tresor und besah sich das gute Stück. „Na...das ist ja ein Kinderspiel...“ lachte er. Georg genoss den Ruf, der beste Tresorknacker zu sein, den es in ganz NRW gab. Seine Dienste wurden sehr oft von Verbrechern verlangt, die eine Bank ausrauben wollten. Bisher hatte er bereits 2300 Tresore geöffnet. Und das nur innerhalb zwei Jahre. Doch seit einem Jahr, arbeitete er nur für sich. Das hier war der erste Einbruch, denn er ganz allein ausführte. Die Beute musste nicht geteilt werden und sobald Rosi von diesem Mistkerl Frank los gekommen ist, würde sie es für sich und ihre Kinder bekommen. Doch bis dahin musste erst einmal Frank weg. Der Mistkerl, der seine Tochter schwängerte und nun mit anderen Weibern ins Bett stieg, während sie sich mit dem dicken Bauch quälte. Georg lachte verächtlich, wenn er an seinem Schwiegersohn dachte. Er hatte es in seinen Augen gar nicht verdient sich mit Rosi einzulassen. Doch nun konzentrierte er sich wieder auf die Arbeit. Mit einem Stethoskop horchte er an der Tür und drehte das Zahlenschloss. Nur wenige Minuten dauerte der ganze Vorgang und der Tresor war offen. Georg betrat kleinen Raum und packte alle Münzen ein, die dort ausgestellt waren. Danach verschloss er den Tresor wieder, putzte all seine eventuell zurück gelassenen Fingerabdrücke weg und versteckte sich wieder. Es dauerte sicher nicht sehr lang und die Putzkolonne kam. Mit deren Hilfe konnte er seinen Ort verlassen. Den armen eingesperrten Mann, den man vergessen hatte...


    Traudel Wanagard schloss die Tür zur Starline auf. Sie stellte ihre Tasche ab und erschrak. „Hallo?“ fragte sie ängstlich in den Verkaufsraum, denn sie horte ein leises Wimmern. „Ist da jemand?“ harkte sie nach. „Ja...hier...man hat mich vergessen...ich ...ich..“ schluchzte ein alter Mann. „Oh mein Gott...“ stieß Traudel aus, als sie den alten Mann sah. „Warten Sie... soll ich die Polizei rufen, oder Herrn Weispflug?“ wollte Traudel wissen. „Nein... ich brauche niemanden... ich will nur nach Hause...“ kam die weinerliche Antwort. „Ja sicher... soll ich ein Taxi rufen? Oder wollen Sie ins Krankenhaus?“ harkte Traudel weiter nach. „Nein... mir geht es gut... ich hab es nicht weit... vielen Dank.... vielen vielen Dank.“ Der Alte reichte ihr die Hand und ging mit seinem Rucksack der scheinbar recht schwer war aus dem Laden. Traudel sah ihm kopfschüttelnd nach. „armer Kerl...“ meinte sie nur und ging dann ihrer Arbeit nach. Das sie soeben den Dieb wegschickte kam ihr nicht in den Sinn. Wie sollte sie auch von einem Alten so etwas denken. Außerdem deutete nichts darauf hin, dass hier eingebrochen geschweige denn etwas gestohlen wurde. Traudel putzte alles wie immer blitzblank und verließ drei Stunden später das Geschäft. Nichts ahnend, dass am nächsten Morgen bereits die Polizei vor ihrer Tür stehen würde.

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  • Georg fuhr grinsend nach Hause. Es klappte doch immer wieder, dachte er sich. Es war wie ein Kinderspiel. Doch genau dieser Adrenalinschub, der sich mit diesen Einbruch bei ihm aufbaute, gefiel. Und so wollte er sich bereits morgen nach einem weiteren Objekt umsehen. Es musste sich lohnen. Immerhin wird er in drei Wochen 72 und fühlte sich eigentlich die 30. Solange ihn die alten Knochen trugen, wollte er alles tun, wozu er fähig war. Seinen Sport ausüben. Krafttraining und Ausdauer. Mittlerweile fuhr er fast drei Stunden ohne Pause das Trimmrad. Und auch das Krafttraining hinterließ seine Spuren. Es war kein Gramm Fett an seinem Körper. Die Kraft schien unbändig und bevor er in einem Rollstuhl landet wollte er das Leben mit all seinen Vorzügen genießen. Er fuhr auf der Autobahn entlang bis zum Rasthof „Eifeltor“. Ein kurzer billiger Imbiss und dann nichts wie nach hause. Doch wo sollte er seine Beute verstecken? Es musste ein Versteck sein, wo niemand drauf kommen konnte. Vielleicht die alte Hütte wo er und Marga so oft mit Rosi im Urlaub waren, oder aber...ja.... dort würde es nie jemand vermuten. Georg lachte leise. „Marga würde sicher sehr gern auf meinen Schatz aufpassen...“ sagte er zu sich und wollte am nächsten Morgen zum Friedhof fahren. Niemand würde vermuten, dass jemand etwas unter einem Grabstein versteckte. Soviel Anstand hatten sogar Verbrecher. Aber auch deshalb war Georg sich sicher, dass dort niemand suchen würde. Daheim sah er sich seine Beute an und lächelte. „Das hat sich doch gelohnt. Nun musste er Gras über die Sache wachsen lassen und wenn er weiß dass sein Ende kam würde er es Rosi sagen. Dann sollte sie damit bis zu ihrem Ende leben können. Er legte sich schlafen.


    Am nächsten Morgen kam Fritz und Tanja zeitig im Geschäft an. Fritz öffnete den Tresor und blieb erstaunt stehen. Gähnende Leere in den Regalen sprang ihn an. „TANJA!!“ schrie er laut. Seine Kollegin kam. „Sag mir bitte dass ich träume...dieser Raum ist nicht leer oder?“ flehend sah er sie an. Tanja sah sich um. „Fritz... er ist...leer... wir wurden beraubt... ich fass es nicht... keine Einbruchspuren...der Tresor war doch zu...“ stammelte sie. „Ja ganz genau... wir waren die Letzten die hier drin waren...“ nickte er immer noch völlig geschockt. „Fritz.... es muss noch jemand hier gewesen sein... ich rufe die Polizei..“ sagte Tanja leise und ging zum Telefon. Fritz stand einfach in dem Tresorraum und sah sich um. Er zweifelte an seinem Verstand. Nur eine knappe halbe Stunde später war die Polizei vor Ort. „Haben Sie Überwachungskameras?“ wollte der Kommissar wissen. „Nein... bisher habe wir so etwas nie gebraucht.“ Erklärte Fritz während die Spurensicherung alles einpulverte. „Was war hier im Tresor?“ harkte der Polizist weiter nach. „Münzen....im Gesamtwert von gut 3 Millionen Euro...“ stieß Fritz aus. „Drei Millionen? Dann muss der Dieb ja nen ganzen LKW gestohlen haben..“ kam erstaunt vom Kommissar. „Nein... die Münzen waren von einem sehr hohen Wert. Vorbestellungen... es ist alles weg... ich fass es einfach nicht...“ stöhnte Fritz. „Können Sie mir bitte den Ablauf des gestrigen Tages erzählen?“ bat Kommissar Hubert Striegler. „Also Frau Fissing und ich sind gestern gegen neun hier gewesen und haben ganz normal die Lieferung angenommen. Gestern waren ein paar sehr wichtige Münzen dabei....“ erklärte Fritz. „Herr Lunder...wer wusste von dem Eintreffen der wichtigen Münzen?“ harkte Striegler sofort nach. „Nur Frau Fissing und ich... Also wir haben die Münzen ausgestellt und auf die Kunden gewartet. Die wollten heute die Ware abholen... Gott was sag ich denen bloß?“ grübelte Fritz. „Sagen Sie einfach, dass Sie bestohlen wurden. Schließlich sind Sie ja versichert. Waren gestern auch noch Kunden hier, die Sie vielleicht nicht kannten?“ wollte Striegler wissen. Fritz schüttelte den Kopf. Nun kam auch Tanja dazu. „Der einzige der uns nicht bekannt war, war ein ungefähr 70jähriger Mann....“ erklärte sie. Fritz sah sie an. „Tanja... der hat die Münzen sicher nicht. Der konnte ja selbst kaum laufen... nein...das war ein Profi... der verstand sein Fach..“ tadelte Fritz sie. Striegler lächelte ebenfalls. „Ich denke auch, dass der alte Herr sicher auszuschließen ist. Herr Lunder.... Sie fertigen uns bitte eine Liste der gestohlenen Münzen an und am Besten auch Bilder der Dinger. Wir werden die Spuren sichern aber ... es sieht für Sie nicht wirklich gut aus.“ meinte er abschließend.


    Semir kam am frühen Morgen ins Büro und staunte nicht schlecht. Andrea hatte bereits Kaffee gekocht und wartete auf ihn. „Hey… was ist denn hier los?“ fragte er und gab ihr einen Kuss. Seit einigen Wochen waren beide mal wieder ein Paar. „Oh….das ist nur, weil heute ein besonderer Tag ist…“ lachte sie. Semir sah sie erstaunt an. „Ach echt? Welcher denn?“ fragte er nach und hielt dabei seine Hände auf dem Rücken. Andreas Augen funkelten wütend. „Hast du es vergessen?“ wollte sie wissen. „Was? Ich? Andrea um zu wissen was ich vergessen haben soll, muss ich erst einmal wissen was ich vergessen habe.“ grinste er schelmisch. „Heute ist mein Geburtstag!! Du hast ihn vergessen, obwohl du mich gestern noch gefragt hast…“ fauchte Andrea ihn wütend an. Sie wollte die kleine Küche gerade verlassen, als Semir ihr einen großen Strauß Blumen vor die Nase hielt und ein kleines bunt verpacktes Geschenk. „Alles Gute…“ grinste er. Andrea sah ihn an. „Oh…. Du hast ihn nicht vergessen?“ kam erfreut von ihr. „Deinen Geburtstag? Nein… niemals. Ich liebe dich mein Schatz…“ erklärte er und küsste sie. Mit leicht zittrigen Händen packte sie das Geschenk aus und staunte nicht schlecht. „Semir!! Das sind doch Verlobungsringe…“ sagte sie erstaunt. „Ja… stimmt….ich wollte dich fragen ob du… nun ja….“ kam leicht verlegen von Semir. Andrea umarmte ihn und drückte ihn fest an sich. „Das ist das schönste Geschenk was du mir machen kannst…“ sagte sie leise und wischte sich eine Träne weg. „Hey… das ist doch kein Grund zum Weinen…“ lachte Semir. „Das ist die Freude… Semir… du bist…“ fing Andrea an. „Na komm.. wir trinken einen Kaffee und dann nehmen wir unsere Arbeit auf..“ meinte er nur. Andrea nickte. Sie hatte am Abend noch eine Party geplant und dazu waren Semir und Jan sowie auch die Chefin eingeladen. Leider hatte Anna Engelhardt abgelehnt. Auch die anderen Kollegen konnten nicht aufgrund dass sie Dienst hatten. So gab Andrea in der PAST eine kleine Party an denen alle Kollegen teilnehmen konnten. Bei dieser Gelegenheit gaben sie und Semir ihre Verlobung bekannt.


    Georg Paschner sah sich in dem Autobahnmotel um. Tatsächlich war dort ein Tresor und das Hotel schien völlig ausgebucht zu sein. Kein Wunder, fanden in Köln und Düsseldorf doch gerade einige Messen statt. Hier würde es sich bestimmt lohnen, dachte er um machte sich auf, das Gebäude zu inspizieren. Um dies ungestört zu machen, gab er an, ein Zimmer zu benötigen. Die junge Frau sah ihn mitleidig an. „Es tut mir wirklich Leid, aber...wir haben keine Zimmer mehr frei..“ entschuldigte sie. „Aber schauen Sie doch noch mal...ich bin schon seit Stunden unterwegs und...ich brauche wirklich nur ein Bett und eine Dusche...Bitte...“ flehte Georg und setzte einen sehr wehleidigen Blick auf. Noch einmal sah die Frau auf den PC. „Nun ja... wenn Sie keinen Komfort möchten, dann hätte ich noch ein Zimmer gleich hier unten. Es ist eigentlich nur für das Personal aber ich könnte es Ihnen sicher für zwei Tage überlassen..“ schlug sie vor. Sie sah nicht wie Georg grinste. „Das ist in Ordnung... darf ich es mir ansehen?“ bat er. „Ja selbstverständlich... warten Sie bitte ich hole nur den Schlüssel...“ lächelte sie freundlich und verschwand. Es dauerte nicht lang bis die junge Frau wieder kam. „So... dann kommen Sie mal.. Wie lange wollen Sie denn bleiben?“ wollte sie wissen. „Nur heute Nacht... morgen bin ich sehr zeitig weg. Das Finanzielle könnten wir auch gleich regeln...“ lächelte Georg sie an. „Das Finanzielle? Für dieses kleine Zimmer nehme ich Ihnen doch nicht auch noch Geld ab. Schlafen Sie einfach nur gut...“ gab sie bekannt. Georg war sehr zufrieden. Nun hieß es auf die Beste Gelegenheit zu warten um den Tresor auszuräumen.

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  • Am nächsten Morgen fuhr Georg sehr früh schon wieder vom Motel weg. Grinsend sah er auf das was er auf dem Beifahrersitz liegen hatte. Schmuck in nicht unbeachtlicher Höhe. Sogar ein echter Diamantring. Georg wusste wo er die Dinge verkaufen und schnell zu Geld machen konnte. Das würde er sehr gut verstecken. Das dafür vorgesehene Versteck dürfte auf jeden Fall sicher sein und eines Tages wenn er nicht mehr ist dann könnte Rosi davon gut leben. Allerdings vorausgesetzt ist das ihr Mann nicht mehr bei ihr ist. Dieser Taugenichts Frank .... er sollte nicht von seinem Geld leben... nicht von Georgs Geld... Eines Tages würde Rosi ihren Irrtum einsehen... eines Tages... würde sie ihn zum Teufel schicken. Und Georg hoffte, dass dieser Tag nicht in zu weiter Ferne lag. Er fuhr nach Düsseldorf wo er die Schmuckstücke veräußern konnte, bevor die Polizei dahinter kam, dass sie überhaupt gestohlen wurde. Georg nahm Kurz auf die Kö und besuchte Manfred Steinert. Manfred war einer der angesagtesten Hehler in ganz NRW. Was man bei Manfred nicht loswurde, kaufte niemand. „Hallo Manni...“ begrüßte Georg seinen alten Freund. „Georg!! Das ist ja mal ne Überraschung. Was machst du denn hier?“ lachte Manfred. „Ich hatte Sehnsucht nach dir Manni... und nach deinem Geld..“ grinste Georg und legte seine Beute auf den Tisch. Manni nahm es in die Hand. „Wundervolle Arbeit... warst du wieder auf Bruch?“ wollte er wissen und besah sich die Diamanten. „Nun ja... nur ein kleines Hotel.... was ist es wert?“ harkte Georg nach. „So ca. 120.000 €. Ein Prachtstück.... aber soviel Geld hab ich jetzt nicht hier.... die anderen Dinge wie der Ring etwa 45.000€ und der Kleinkram sagen wir 6.000€ insgesamt also 171.000 €. Wie immer?“ wollte Manni wissen. „ Ich brauche Bares... für Rosi...“ kam leise von Georg. „Okay... komm in zwei Stunden wieder. Was macht Marga?“ harkte Manni nach, der auch die Frau von Georg kannte. „Marga hat mich verlassen....sie ist voran gegangen. Krebs... vor fast einem Jahr...“ erklärte Georg traurig. „Oh... das tut mir Leid...ich wusste nicht...“ versuchte Manni ihn zu trösten. „Schon gut... wir haben uns ja auch seit einem Jahr nicht mehr gesehen. Marga war damals schon krank, Darmkrebs und...ich bin froh, dass sie es überstanden hat.“ nickte Georg. „Okay.. in zwei Stunden... einverstanden?“ bat Manni erneut. Wieder nickte Georg und verließ das Geschäft.


    Nadine Hauscher kam zu ihrem Dienst ins kleine Motel etwas später als sonst. Doch irgendwie schien sie zu ahnen, dass etwas nicht stimmte. Hoffentlich ist dem Alten in der kleinen Kammer nicht doch der Tod ereilt... So gebrechlich wie der aussah, dache sie als sie die Polizei vor dem Motel sah. Ein kleinerer Mann stieg gerade aus einem BMW, der direkt vor der Haustüre stand. „HEY!!! Sie dürfen dort nicht stehen!!“ rief Nadine als der Mann den Wagen direkt vor der Tür abgestellt hatte. „Was?“ kam als Gegenfrage. „Sie dürfen hier nicht parken!“ wiederholte Nadine freundlich. „Doch darf ich... Gerkhan... Kripo Autobahn. Wer sind Sie?“ stellte der Mann vor. „Oh... das ist natürlich was Anders.. ich bin Nadine Hauscher und arbeite hier an der Rezeption. Was ist denn hier los?“ harkte sie sofort nach. „Der Tresor wurde scheinbar in der letzten Nacht geleert. Wir wurden heute Morgen informiert...“ erklärte der Mann. Nadine sah ihn an. „Das ist doch gar nicht möglich... ich meine... das kann nicht...“ stammelte sie. „Nun scheinbar kann es doch. Aber keine Sorge... wir bekommen den oder die Täter..“ lächelte der Mann zuverlässig und betrat das Motel. Nadine folgte ihm und tatsächlich stand der kleine Tresor speerangelweit offen. „Tja... Semir... das war ein wahrer Profi... Er hat keine Fingerabdrücke hinterlassen, keine Aufbruchspuren sind zu sehen... nichts... einfach gar nichts. Aber er hat alles mitgenommen, was im Tresor war. Jan befragt gerade die Gäste, die etwas im Tresor hatten. Das war ein verdammt genialer Bruch...“ grinste Hartmut. Semir nickte nur. Er sah Nadine an. „Haben Sie eine Liste, was sich im Tresor befand?“ wollte er wissen. Nadine nickte geschockt. „Das kann doch gar nicht...“ stammelte sie erneut. „Würden Sie mir die Liste bitte geben. Dann können wir schneller einen Fahndungserfolg bekommen. Können Sie sich vorstellen, das einer der Gäste sich am Tresor zu schaffen gemacht hat?“ fragte Semir freundlich. „Was… ja…nein…ich weiß es nicht. Eigentlich nicht…“ stammelte die junge Frau.

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  • „Frau Hauscher… wer ist denn gestern bei Ihnen abgestiegen und heute Morgen wieder ausgecheckt?“ wollte Semir wissen. „Ich hab gestern nur einen Gast gehabt.. also der eingecheckt ist. Ich …eigentlich sind wir ausgebucht und nur weil mir der Alte Leid tat habe ich ihm eine Kammer vermietet, die eigentlich gar nicht vermietet werden darf...“ erklärte sie. „Okay… und der Gast ist heute Morgen wieder raus oder was?“ kam von Semir. „Nein…das heißt ich weiß es nicht… ich dachte erst das er vielleicht.. er sah so krank aus…“ erklärte sie weiter. Semir sah, dass hier keine Befragung etwas brachte. „Wo ist das Zimmer?“ wollte er wissen „Dort hinten im Gang… direkt hinter dem Tresor.. Er ist sehr alt…ich hoffe es erschreckt ihn nicht all zu sehr..“ Nadine setzte sich auf den kleinen Stuhl, der dort stand. Semir ging in Richtung Zimmer. Er klopfte an der Tür und horchte sofort. Keine Geräusche verrieten, ob der Bewohner zur Tür kam „Hallo? Gerkhan Kripo Autobahn….machen Sie bitte die Tür auf?“ bat er freundlich. Nichts passierte. Semir drückte die Klinke runter und öffnete die Tür. Das Zimmer war leer. „Hallo??“ fragte er noch einmal um sicher zu gehen. Aber hier war absolut niemand mehr. Semir sah sich um. Das Zimmer schien unbenutzt. Semir ging zu Nadine zurück. „Frau Hauscher…. Das Zimmer ist ungenutzt. Das Bett wurde heute Nacht nicht belegt. Können Sie mir den Mann beschreiben?“ bat Semir. Nadine nickte. „Ja sicher… ich schätze ihn auf 70 oder 75 Jahre. Graue Haare… blaue Augen. Er stützte sich auf einen Gehstock und trug einen kleinen Koffer bei sich…“ erklärte sie sachlich. „Und kam er mit einem Auto oder wie?“ harkte Semir nach. „Ich denke mal mit einem Auto, er sagte ja, dass er schon ziemlich lang gefahren ist und einfach nur ausruhen wollte.“ Kam von Nadine. Sie sah Semir an. „Sie glauben doch wohl nicht, dass der Alte den Tresor ausgeräumt hat. Herr Gerkhan… der Mann hatte so gezittert, das er sich nicht einmal ins Gästebuch eintragen konnte. Zumindest bei der Unterschrift. Ich habe deshalb darauf verzichtet. Aber Herr Müller war das sicher nicht.“ Sagte sie überzeugt. Semir lächelte „Herr Müller? Ich denke wir sollten ein Phantombild von Herrn …“ Semir warf kurz einen Blick ins Gästebuch. „Max Müller machen…“ meinte er nur. Max Müller, das war ein Name der mindestens eine Million Mal in Deutschland verteilt wurde. „Gut… dann komme ich heute noch auf das Revier. Ich bin mir sicher, dass der Alte sicher kein Verbrecher war. Er wollte ja nur schlafen und dann sehr früh weiterfahren…“ kam überzeugt von ihr.


    Nur wenige Stunden später war das Bild fertig. Semir bat Andrea die Datenbank nach dem Mann zu durchsuchen. Jan betrat das Büro. „Whow…“ kam von Semir. „Das ist Rekord… vier Stunden zu spät. Das hatte nicht einmal Tom geschafft.“ lachte er. „Ja lach du nur… mir tut das gesamte Gebiss weh. Der Zahnarzt hat mir zwei Zähne gebohrt und dann eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Wenn er mir nicht eine Betäubung gegeben hätte, dann könntest du jetzt einen Mord aufklären.“ Erklärte Jan etwas nuschelnd. „Ach wie wäre es, wenn man öfter zum Zahnarzt geht. Dann würde es gar nicht erst dazu kommen.“ Grinste Semir. „Ja das kannst du vielleicht. Was ist denn los?“ wollte Jan wissen. „Wir haben einen Raub aufzuklären im Motel an der A3…. Unter Verdacht steht ein ca. 70jähriger Mann…“ erklärte Semir. Jan stieß ein sonderbares Lachen aus. „Ein 70jähriger Mann? Das ist doch wohl nicht dein Ernst…“ tadelte er seinen Partner. „Leider doch….“ kam von Andrea. Jan und Semir sahen sie an. „Hast du ihn gefunden?“ wollte Semir wissen. „Ja… ein gewisser Georg Paschner. Hoch gehandelt in den Verbrecherkreisen. Er gilt als der Beste seines Faches. Panzerknacker. Er wird wegen mehrfachen Diebstahls gesucht. Bisher konnte man ihm nichts nachweisen. Aber vor zwei Jahren wurde er von einer Kamera aufgenommen. Ihr könnt euch die Aufnahmen sogar ansehen…. Ich hab sie euch bereits auf dem PC geladen.“ Meinte Andrea. „Danke… mein Schatz… sehr gute Arbeit.“ lobte Semir seine Verlobte. Jan sah ihn an. „Schleim nicht so…. du liebst sie auch so.“ grinste er. Semir küsste Andrea. „Hör einfach nicht hin. Er ist nur eifersüchtig…“ lachte er. „Semir…“ tadelte Andrea ihn und verschwand.

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  • Georg stand zwei Stunden später wieder bei Manni im Laden und holte das Geld ab. Dies brachte er zum Grab seiner Frau und vergrub dort einen Teil. Einen weiteren Teil wollte er im Garten des Hauses von Rosi verstecken. Sie würde es irgendwann sicher braucht, wenn Frank nicht mehr da ist. Erst dann bekommt sie gesagt wo Georg seine Beute versteckt hatte. Schon in drei Wochen sollte Rosi gebären. Und das schlimme war, sie wusste nicht einmal dass ihr Mann sie betrog. Sollte er es ihr sagen? Sollte er ihr sagen, dass ihr Mann ein Mistkerl war, der nichts von Treue hielt. Gott. Er und Marga waren über fünfzig Jahre verheiratet. Fünfzig Jahre… eine Ewigkeit und nun musste er sie allein verbringen. „Ach Marga… warum bist du nur schon vorgegangen. Ich hätte dich jetzt gebraucht…“ sagte er leise als er am Grab stand. „Ja sicher… du sagst jetzt, dass ich es allein schaffen kann. Aber schon mal daran gedacht, dass ich es nicht allein schaffen will? Nein natürlich nicht… du denkst nur an dich. Dein Leben…ich meine mein Leben es ist so sinnlos ohne dich. Rosi bekommt ein Baby… schon in wenigen Wochen. Und du kannst sie nicht sehen…. Aber ich werde dem Kind Bilder von dir zeigen. Und den darauffolgenden Enkeln auch. Von ihrer Oma…. Damit sie dich kennen lernen. Und eines Tages werde ich sie hier zu dir bringen. Dann kannst du sie wenigstens sehen. Unser kleiner Engel von Damals wird Mama. Sie macht mich damit zu einem sehr glücklichen Opa. Aber Frank der Mistkerl… er betrügt sie. Ich werde gleich zu ihr fahren und dann werde ich ihm meine Meinung sagen. Ja wohl…. Ich werde ihm sagen, was ich von ihm halte. Ich komme morgen wieder meine Liebe und werde dir erzählen was er gesagt hat. Bis morgen und lauf mir ja nicht weg…“ lachte er leise. Jeder der an diesem alten gebrochenen Mann vorbei ging hatte Mitleid mit ihm.


    „Hmm…..sieht nicht wie 70 aus oder?“ murmelte Jan, als er die Aufnahme sah. „Nee… bewegt sich wie ein 20jähriger. Vielleicht hat er diese komische Krankheit. Greisenkrankheit… oder so… ich meine da sind Kinder die aussehen wie siebzig, obwohl sie erst zehn sind.“ gab Semir zu bedenken. „Das kannst du vergessen. Diese Kinder werden meist nur zehn Jahre alt. Nein… er ist schon so alt. Die Geburtsurkunde sagt das aus. Warte…. Er dreht sich gleich um und dann könnt ihr ihn genau sehen. Übrigens ist es auch den Akten vermerkt, dass er eine außergewöhnlich gute Konstitution hat. Außerdem hat er bereits mehrmals Tresore ausgeraubt und immer wieder sagten die Geschädigten, sie hätten einem alten gebrechlichen Mann lediglich geholfen. Er hat die Hilfe dann in seinen Vorteil ausgenutzt. Niemand hat ihm zugetraut das er es ist, der den Tresor oder besser gesagt die Tresore leer geräumt hat. Wie ihr seht, versteht er sein Handwerk.“ erklärte Andrea die den Beiden Gesellschaft leistete. „Tja…. Dann ist es der einfachste Fall, den wir je lösen mussten.“ Grinste Semir. Andrea sah ihn an. „Wieso?“ wollte sie wissen. „Nun der Mann ist doch wohl ziemlich gebrechlich… also stellen wir ihm eine Falle und schon haben wir ihn.“ Kam von ihm. „Semir…. Der Mann wird bereits seit einigen Jahren gejagt. Er steht im Verdacht einen Münzhändler in Köln überfallen zu haben. Dort hat er eine nicht unerhebliche Menge an sehr wertvollen Münzen mitgenommen. Fast drei Millionen!“ erklärte Andrea. „Whow… okay.. dann brauchen wir halt zwei oder drei Tage. Aber den bekomme ich…“ versprach Semir. Er ahnte nicht, dass sein Hochmut diesmal schwer zu leiden hatte. Genauso wie sein Ego. Andrea lachte leise. „Ja mein Schatz… das weiß ich. Ich habe übrigens die Akten von dem Münzraub angefordert. Sie werden in kürze hier eintreffen.“ sagte sie nur, küsste ihn und verschwand an ihrem Schreibtisch.


    „Nun dann werden wir mal zu seiner Adresse fahren.“ stöhnte Semir. Jan sah ihn an. „Denkst du wirklich, dass so ein alter Mann Einbrüche macht? Ich meine was war der 72 Jahre alt. Da geht man am Krückstock und nicht auf Einbruchtouren. Ist doch so oder?“ kam nun doch etwas unsicher von Jan. „Deshalb fahren wir ja auch hin. Ich denke auch nicht, dass uns so ein Alter im Trab halten kann. Ich bin eher der Ansicht, dass sich da jemand ein Scherz mit uns erlaubt. Maske auf oder so… Du wirst sehen. Wir werden dort einen alten gebrechlichen Mann sehen, der wie Espenlaub zittert und keiner Fliege was zu Leide tun kann..“ grinste Semir und setzte sich ans Steuer. Jan stieg ebenfalls ein. „Also gut… was willst du den alten Herren sagen? Entschuldigung aber Sie stehen im Verdacht Einbrüche zu begehen und Tresore zu knacken?“ lachte Jan. „Ja warum denn nicht? Es ist nur ein Verdacht. Ich denke auch, dass die Kollegen da ein völlig falsches Bild haben. Oder aber… es ist eine Verwechslung. Ja das ist es… da gibt es zwei Männer mit dem gleichen Namen. Der eine ist Alt und der andere Jung.. der Junge begeht Einbrüche und der Alte wird verdächtigt… es ist eine Verwechslung… genau das…“ nickte Semir bekräftigend. Sie kamen in der Straße an, wo Georg Paschner wohnte. „Wo war das genau?“ wollte Semir wissen. „Unter den Linden 27…das müsste hier irgendwo sein… hier ist 21….23….25 … und hier…nichts.. Das gibt es doch gar nicht… Die Straße geht nur bis 25…“ kam leicht irritiert von Jan. „Tja… also gut… er hat noch ne Tochter. Die Adresse steht auch in der Akte…“ murmelte Semir der ebenfalls verwundert ist. „Warte… vielleicht ist es 17 und nur ein Schreibfehler..“ dachte er laut nach, wendete und fuhr zur Haus Nummer 17. Sie stiegen aus und sahen tatsächlich auf dem Klingelschild den Namen Paschner. „Siehst du…. Also gut… dann klingeln wir mal.“ Grinste Semir und drückte den entsprechenden Knopf.


    Georg zucke zusammen als er die Klingel hörte. Er sah aus dem Fenster und sah die beiden Männer die vor der Eingangstür standen. Die sehen aus wie Bullen, dachte er und packte seine auf dem Tisch liegende Beute in die Tasche. Wieder schellte es schrill und laut. Georg ließ die Tasche unter seinem Bett verschwinden und ging zur Tür. Auf den Weg dorthin übte er das Zittern der Hände. Es klappte wunderbar… Langsam öffnete er die Tür und drückte seine Rücken durch. „Ja bitte?“ fragte er und sah die Männer ängstlich an. „Gerkhan, Kripo Autobahn….“ stellte sich der Mann vor. Georg sah dem Mann in die Augen. „Ich will kein Auto fahren…“ sagte er und wollte die Tür zumachen. Doch der Mann lächelte ihn freundlich an. „Nein… ich bin Polizist….ich möchte mich mit Ihnen unterhalten, Herr Paschner… Sie sind doch Herr Paschner oder?“ fragte der Mann nach. „Was? Junger Mann Sie müssen schon lauter sprechen. Ich kann Sie nicht hören…“ erklärte Georg und musste sich das Grinsen verkneifen. „Ja sicher… könnte ich zu Ihnen reinkommen?“ bat der Mann. „Was sagen Sie?“ harkte Georg nach und sah wie der Mann sich nach seinem Kollegen umdrehte. „Das ist Jan Richter und ich bin Semir Gerkhan…. Wir sind von der Kripo Autobahn und …“ versuchte der Mann erneut. „Ich brauche keinen Trichter! Und ich will kein Auto fahren. Kommen Sie wieder, wenn Sie nüchtern sind… Sie Flegel!!“ spielte Georg den Empörten.

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  • Semir rollte die Augen. Dieser Mann schien schon fast taub zu sein. „Vielleicht sollten wir ihnen das aufschreiben.“ murmelte er wieder an Paschner gewandt. „Sehen Sie… wir sind von der Polizei. Ich möchte mich mit Ihnen unterhalten, Herr Paschner…“ saget Semir lauter. „Unterhalten? Worüber denn?“ wollte Paschner wissen. „Das möchte ich Ihnen gern in der Wohnung sagen. Würden Sie mich und meinen Kollegen bitte hineinlassen?“ bat Semir freundlich. „Was soll ich einblasen?“ fragte der Alte. „Einlassen! Nicht Einblasen!!“ kam nun von Semir der wütend wurde. Zu Jan gewandt sagte er. „Der will mich verladen…“ Jan lachte nur leise. „Der kann dich nicht hören. Semir…vielleicht aufschreiben… oder aber er soll mal das Hörgerät einschalten.“ Schlug Jan vor. „Du scheinst es ziemlich witzig zu finden. Ich nicht… ich komme mir verarscht vor…“ raunte Semir ihn zu und wandte sich wieder an Paschner. „Herr Paschner!! Würden Sie mich und meinen Kollegen bitte in Ihre Wohnung lassen!!“ schrie Semir lauter. „Sie müssen doch nicht so schreien…ich bin nicht taub.“ fauchte Paschner ihn an. „kommen Sie rein meine Herren…“ bat er die Beiden nun. Semir und Jan folgten ihn. „Herr Paschner… können Sie uns sagen, wo sie gestern Abend waren?“ bat Semir. „Ich? Warum wollen Sie das wissen?“ kam die Gegenfrage. „Sie müssen es nicht sagen, wenn Sie nicht wollen. Aber ein Zeuge hat gesagt, Sie seien in einem Motel gewesen an der A3 und dort …“ erklärte Semir. „Warten Sie…. gestern….gestern….junger Mann…das ist so lange her…ich weiß es nicht…ganz ehrlich…“ kam von dem Alten. Semir lächelte milde. „Schon gut… Sie müssen sich nicht anstrengen. Vielleicht ist es auch eine Verwechslung…“ meinte er nur. Für ihn das dieser Mann ganz sicher nicht der Täter. „Ich würde gern einen Tee machen. Wollen Sie auch?“ fragte Paschner mit zittriger Stimme. „Danke.. wir haben zu tun…Nichts für ungut…“ Semir erhob sich. „Ich bringe Sie zur Tür…“ Paschner stemmte sich ächzend hoch und stöhnte auf. Semir war sofort bei ihm und half. „Wenn Sie lieber sitzen bleiben wollen, dann tun Sie das. Wir finden schon raus. „Danke…junger Mann…wirklich sehr nett. Sie sind ein sehr netter Mensch…“ kam lobend von Paschner. Semir und Jan verließen die Wohnung. „Siehst du…der war es garantiert nicht. Der kann ja nicht mal eine Tasse halten…“ meinte Semir nur und stieg in den Wagen.


    Georg stand am Fenster hinter der Gardine und sah den beiden Männern nach. Er lachte leise. Vor den beiden Polizisten hatte er nun Ruhe. Keiner von denen würde ihn verdächtigen. Vielleicht hatte er auch zu dick aufgetragen. Irgendwie gefiel ihm der Mann. Dieser Gerkhan hatte etwas an sich, was Georg tatsächlich vermuten ließ, das dieser Polizist es schaffen könnte ihn fest zu setzen. Aber erst wird er etwas mit ihm spielen…mal sehen wie es mit seinem Nervenkostüm gestellt ist. Georg wartete bis die Polizisten weg gefahren waren und ließ sich dann auf seine Couch nieder. „Der nächste Tresor ist ebenfalls einfach..“ murmelte er. „Das wird mein letzter Einbruch sein. Mit dem was ich habe, wird Rosi lange leben können.“ murmelte er weiter. Dann kramte er einen Plan heraus und sah sich den nächsten Tatort an. An der A4 gelegen, eine kleine Raststätte mit einem Geldautomaten. Dieser Automat war, so sagte oder besser versprach der Hersteller, gegen jeden Bruch sicher. Und genau das Gegenteil wollte Georg beweisen. Er würde den Geldautomaten erleichtern. Und da sich nach Mitternacht kaum jemand dort anstellte konnte er ruhigen Gewissens arbeiten. Und das schöne war, die Bank war sich so sicher, dass sie nicht einmal Kameras installiert hatten. Soviel Schwein hat man nur einmal…dachte Georg und ließ sich gelassen zurück fallen. Ein Kinderspiel. Niemand würde ihn auf die Schliche kommen. Niemand…


    Beate Winter sah den Technikern zu, wie sie Kameras in den Leuchen anbrachten. „Und die kann niemand sehen?“ fragte sie erstaunt. „Nein… gute Frau… sehen Sie… die Linse der Kamera ist so klein und sieht der Glühlampe doch sehr ähnlich bei Ihnen. Aber die Aufnahmen sind so perfekt, dass man darauf sogar Pickel sehen könnte…“ erklärte der Techniker. „Ich halte es für ziemlich übertrieben. Niemand würde sich einen Geldautomaten umschnallen und hier raus tragen…“ meinte Beate leicht abfällig. „Es hat niemand gesagt, dass man den Geldautomaten mitnimmt… aber was ist mit dem Geld? Es ist ja nichts anderes als ein Tresor und somit könnte ein Panzerknacker so wie es an der A3 gewesen ist, das Ding leer machen. Okay… die Kameras können das nicht verhindern, aber man bekommt dann wenigstens ein Gesicht des Täters und damit kann dann die Polizei gezielt nach dem Täter fahnden. Wir sind jetzt auch schon fertig. Einen angenehmen Restabend noch…schöne Frau…“ lächelte der Techniker, packte seine Sachen ein. Beate nickte und ließ noch ein Bier für die Techniker einpacken. Sie sah auf die Uhr. In zwei Stunden würde auch sie Feierabend haben. Und um genau 23 Uhr machte sie das Licht aus. Noch einmal sah sie zur Decke wo die Kameras waren. Man sah sie tatsächlich nicht. Wunder der Technik, dachte Beate nur. Aber sie war sich sicher, dass sowie niemand einen Geldautomaten aufbrechen könnte. Schon in zwei Tagen sollte die Alarmanlage installiert werden. Denn das war der letzte Sicherheitspunkt, der noch fehlte. Doch die Bank schien es völlig übersehen zu haben, dass es auch an der Autobahn Verbrecher geben könnte. Seit dem Einbruch im Motel an der A3 wurden sie allerdings aufmerksam und hatten es eilig wenigstens die Kameras einzubauen. Beate schüttelte nur den Kopf .Also ob Einbrecher so ein schweres Ding mitnehmen würden. Da könnten die gleich den Tresor ausräumen, der in Fort Knox steht… lachte sie und lösche das Licht. Nur wenig später war sie auf dem Weg nach Hause.


    Georg fuhr gegen Mitternacht los um seinen nächsten Bruch zu machen. Diesmal war ein Geldautomat dran. Da tat er niemanden weh, denn er war stets darauf bedacht niemanden zu verletzten. Bisher hatte er das auch immer geschafft. Auf dem Rastplatz stieg er aus und ging zu der Tür hinter der der Geldautomat stand. Natürlich war abgeschlossen, doch das Schloss machte für Georg kein Problem. Mit wenigen Griffen öffnete er sie und trat an den Automaten. „So mein Baby… und nun werde ich dich knacken…“ lachte er leise. Er streichelte den Automaten zärtlich. Anschließend stellte er sich hinter dem Automaten und hantierte dran. Dabei pfiff er ein Lied was ihm einfiel. Es dauerte fast zwanzig Minuten bis er es tatsächlich geschafft hatte den Automaten zu knacken. Mit strahlenden Augen sah er auf die Geldscheine die dort in dem Register lagen von wo aus sie bei Anforderung geholt wurde. Doch Georg war auch ein anständiger Räuber. Er ließ jeweils zwei Scheine jeder Größe liegen. „Nur für den Fall, das jemand das Geld noch braucht…“ lachte er. Als er die Tasche geschlossen hatte sah er ins Licht. Dass er damit in die Kamera schaute und sein Gesicht in jeder Einzelheit zu sehen war bemerkte er nicht. Für ihn waren die Kameras nicht da. Georg verließ den Ort seines Verbrechens, stieg gemächlich in sein Auto und fuhr zum Haus seiner Tochter. Da alle schliefen, konnte er sich im Garten seiner Tochter ohne Probleme herumlaufen und dann das Geld verstecken. Am besten dort wo er morgen den Spielplatz für seine Enkelkinder bauen wollte. Schaukel, Wippe, Sandkasten…alles kindgerecht. Und wenn er merkt dass das Ende kommt würde er Rosi sagen wo sie graben muss. Doch bis dahin wird er noch einiges heranschaffen können.

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  • Am nächsten Morgen waren Semir und Jan schon recht zeitig im Büro. Doch kaum hatten sie sich einen Kaffee genommen und wollten ihn genießen, als das Telefon schrillte. Andrea meldete sich freundlich und hielt den Hörer mit einem extrem verzogenen Gesicht vom Ohr. Semir sah sie an. Selbst auf diese Entfernung war die Anruferin nicht zu überhören. „Sie müssen sofort kommen!! Bei mir ist eingebrochen worden! Der ganze Geldautomat ist leer!“ keifte die Frau. „Beruhigen Sie sich doch bitte…“ versuchte Andrea zu ihr durch zu dringen, doch die Frau schien es nicht zu registrieren. „Ich bin überfallen worden…..ich brauche die Polizei hier!! Hilfe…bitte Hilfe!“ ging es weiter. „Okay… ich schicke Ihnen zwei Beamte…“ gab Andrea bekannt. „Nur zwei? Ich brauche eine Armee hier!! Nicht nur zwei Leute!!“ schrie die Anruferin. „Okay…. Wo sind Sie denn?“ versuchte Andrea herauszufinden wohin Semir und Jan fahren mussten. „Raststätte Binger….an der A4..schnell bitte…. Bitte… vielleicht ist der Täter ja noch hier!!“ erklärte die Anruferin erneut und legte auf. Andrea sah zu Semir. „Du tust mir jetzt schon leid…“ lachte sie. „Du kennst mich…mit solchen Frauen werde ich schon fertig oder überlasse sie Jan…der ist schließlich ungebunden…“ lachte Semir zurück. „Vergiss es…. Denn dann fährst du allein…“ drohte Jan. Sie fuhren los und waren eine knappe viertel Stunde später vor Ort. „Wo sind denn die Anderen? Sind Sie allein? Was wollen Sie denn ausrichten?“ fragte eine ziemlich aufgeregte Frau. „Guten Tag….ich bin Semir Gerkhan und das ist mein Kollege….“ stellte Semir sich vor. „Ja schon gut… hier! sehen Sie… der hat das Glas kaputt gemacht! Die Kosten…. So eine Scheibe ist verdammt teuer!!“ zeterte die Frau. „Beruhigen Sie sich….wir sind ja hier..“ lächelte Jan. „Beruhigen? Ich soll mich beruhigen? Ich will das der Täter geschnappt wird… und zwar sofort!“ keifte die Frau. „Frau….?“ warf Semir dazwischen. „Reden Sie nicht! suchen Sie den Täter …. Das ist mein Recht!“ forderte die Frau forsch. „Dann verdammt noch mal halten Sie die Klappe!“ schrie Semir zurück. Die Frau sah ihn erschrocken an. „Wie war das?“ fragte sie erstaunt. „Sie sollten mir endlich mal sagen, was passiert ist. Nicht nur fordern, sondern mithelfen. Wie sollen wir bitte den Täter festsetzen. Haben Sie Zeugen? Wissen Sie wie der Täter aussah? War es ein Mann oder eine Frau?“ fragte Semir direkt ruhiger. „Was weiß ich denn? Ich bin doch eben erst gekommen und habe das Dilemma gesehen…“ sagte sie. „Frau…?“ versuchte Semir es noch mal. „Binger….ich bin Beate Binger…“ kam leise zur Antwort. Semir sah zu Jan.


    „Also gut… Frau Binger…. Wann sind Sie hier gewesen?“ wollte Jan wissen. „Ich bin gerade mal ne Stunde hier. Der Mann muss gestern direkt nach mir angekommen sein. Er hat die Tür kaputt gemacht und dann den Geldautomaten einfach geknackt…“ erzählte Beate. „Woher wollen Sie das denn Wissen?“ fragte Semir nach. „Na ich hab es doch auf dem Band gesehen. Er ist hier rein und dann … er hat nicht einmal ne halbe Stunde gebraucht das Ding zu knacken. Alles kann man sehen…alles… und er lacht sogar in die Kamera…“ erzählte Beate stockend. „Auf einem Band?“ fragte Semir und Jan verwundert. „Ja sicher… gestern Morgen sind Kameras angebracht worden. Es war die erste Testnacht…“ erklärte Beate weiter. „Na super… das ist ein einfacher Fall…Okay. Dann würden wir das Band gern sehen.“ bat Semir. Beate nickte und zeigte den beiden Kommissaren das Band. In dem kleinen Raum sahen sie sich die Aufnahmen an. „Das darf doch wohl nicht wahr sein…“ stieß Semir aus, als er das Gesicht des Einbrechers sah. Jan lachte leise. „Ist das nicht unser schwerhöriger alte und sehr gebrechliche Mann, den wir gestern besucht haben?“ fragte er grinsend. Ein warnender Blick von Semir ließ ihn verstummen. „Ich fass es nicht! der hat mich verarscht! Der hat mich völlig verarscht!“ stieß Semir wütend aus. „Aber das hat er nicht umsonst gemacht.. . der wird mich kennen lernen.“ fauchte Semir. Jan lachte. Beate sah von einem zum Anderen. „Sie kennen den Mann? Dann verhaften Sie ihn! Aber schnell bevor er das Geld ausgeben kann!“ forderte sie die Männer auf. Semir nickte. “Worauf Sie sich verlassen können“ versprach Semir und verschwand. Jan rannte hinterher. „Was hast du nun vor?“ wollte er wissen. „Du wirst dich um die Spurensicherung kümmern und ich werde den alten Herren besuchen. Der wird was von mir zu hören bekommen, das schwöre ich… seine Geschichte von Gestern die wird er mir nicht noch einmal erzählen…“ fauchte Semir wütend und stieg in Jans Auto. „Hey.. das ist mein Auto!“ kam empört von Jan. „Der kommt heil zurück…versprochen…“ stieß Semir aus und ließ den Motor aufheulen. Jan sah ihm zweifelnd nach. Semir schien in seinem Ego verletzt zu sein.

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  • Georg lag in seinem Wohnzimmer auf der Couch als er die kreischenden Bremsen hörte. Interessiert sah er aus dem Fenster und musste lachen. Was will der denn hier, dachte er sich dann. Er war nicht verwundert als es Sturm klingelte. „Ja…..Moment…ich komme…“ stieß er leicht gequält aus und ging langsam zur Tür. Er öffnete die Tür und sofort sprang der Mann in den Raum. „Herr Kommissar….was soll das denn?“ spielte Georg den Erschrockenen. „Wissen Sie das nicht?“ fragte der Polizist. „Nein… was soll das denn?“ wiederholte Georg erstaunt. „Sie haben mich verarscht! Sie sind nicht so gebrechlich, wie Sie gestern getan haben! Sie sind vermutlich nicht einmal schwerhörig!!“ fauchte der Polizist. „Herr Gerkhan….beruhigen Sie sich. Das ist nicht gut für Ihr Herz. Atmen Sie ein und aus…ganz langsam…so ist gut…“ grinste Georg und ließ den Polizisten vorbei. Die Haustür schloss er nicht. „Paschner!! Ich verhafte Sie wegen Einbruch und Diebstahl!“ verkündete der sympathische Kommissar. Georg lachte leicht. Er stützte sich auf den Gehstock. „Was sagen Sie denn da….wann soll ich denn so was gemacht haben?“ tadelte Georg. „Sie sind auf dem Video zu sehen! Sie lachen sogar in die Kamera!“ fauchte der Polizist. Georgs Lachen verschwand. Mit einem Male stand er ohne Stock aufrecht. „Oh…“ machte er nur. „Ja…oh… Wo ist die Beute?“ harkte der Polizist nach und zog die Handschellen aus der Tasche. Georg sah ihn an. „Sie wollen mich verhaften?“ fragte er höhnisch. Semir nickte heftig. „Oh ja….“ versprach er und trat an Georg heran, doch der ließ seinen Gehstock blitzschnell gegen Semirs Beine kommen worauf dieser strauchelte und lang hinschlug. Georg schnappte sich die herunter gefallenen Handschellen und rannte aus der Wohnung. Er hörte das Fluchen des Polizisten.


    Semir rappelte sich wütend auf. „Na warte!! Niemand macht das mit Semir Gerkhan…niemand… schon gar kein Rentner…“ fauchte er wütend und rannte hinter dem Flüchtenden her. „PASCHNER!! BLEIBEN SIE STEHEN!!“ schrie er wütend und sah wie der Alte im Keller verschwand. Sofort zog Semir seine Waffe und stieg die Treppe ebenfalls runter. „PASCHNER!! Das hat doch keinen Sinn! Geben Sie auf!!“ forderte er erneut. Doch Paschner schien nicht auf ihn zu hören. Semir stand in dem langen dunklen Gang des Hochhauses. Verdammt warum waren hier so viele Kellerräume… dachte er bei sich und ging vorsichtig weiter. Was besonders auffiel, war das die Kellertüren der einzelnen Räume nicht mit Holztoren sonder richtig stabile Eisentüren gesichert war. So konnte man hier als Einbrecher ein ziemlich dämliches Gesicht machen. „Paschner!!“ rief Semir und leckte sich nervös über die Lippen. Ob sein Gegner vielleicht den Keller auf einem anderen Weg verlassen hatte? Er sah sich aufmerksam um. Und dann hörte er ein Geräusch weiter vor ihm. Ein leichtes Grinsen huschte über sein Gesicht. So….das war es dann für dich…dachte er bei sich und betrat den kleinen dunklen Raum. Er griff zum Lichtschalter und schrie im gleichen Augenblick auf, als er kaltes Metall am Handgelenk spürte. Ein Ruck und schon flog er durch den halben Raum. Völlig geschockt wehrte er sich nicht einmal. Wieder hörte er ein Einrasten der Schelle. Diesmal um das andere Handgelenk. Dazwischen war eine stabile Eisenstange. „PASCHNER!! WAS SOLL DAS!!“ schrie er wütend und zerrte an den Fesseln. So war er noch nie überrumpelt worden. Das Licht ging an und vor ihm stand ein triumphierender Georg Paschner. „Schhhht….nicht so laut… die Nachbarn könnten das falsch deuten und die Polizei rufen…“ lachte der alte Mann. „Machen Sie mich los!!“ forderte Semir wütend. „Nein… ich muss erst einmal weg. Nur keine Sorge…. Hier kommen alle zwei Stunden ein paar Leute rein die Sie dann befreien können. Aber Sie dürfen nicht schreien… und passen Sie auf Ihre Beine auf… Sie könnten zum Stolpern kommen…“ lachte Paschner und tätschelte Semirs Gesicht. „Wir sehen uns sicher wieder…“ lachte er und verschwand. „PASCHNER!!“ schrie Semir wütend hinterher.

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  • Es dauerte fast eine geschlagene Stunde bis Jan im Keller auftauchte. Grinsend lehnte er sich an den Türrahmen und zog sein Fotohandy heraus. Es blitzte. „Verdammt lass das!! Mach mich los!!“ fauchte Semir ihn an. Jan lachte und suchte in seiner Tasche… „Oh…ich glaub ich hab die Schlüssel vergessen…“ meinte er nur. „Jan…ich warne dich! Mach mich endlich los! Ich kündige meine Freundschaft zu dir! Ich…“ fluchte Semir wütend und zerrte an den Fesseln. „Semir…. Du musst das sehen… es sieht einfach zu komisch aus. Andrea wollte ein Bild davon..“ lachte Jan und tat seinem Kollegen den Gefallen ihn endlich zu erlösen. Semir rieb sich die Handgelenke. „Handy her!“ fauchte er seinen Freund an. Jan schüttelte den Kopf „Oh nein… du willst nur das Bild löschen… ist nicht mein Lieber…das lasse ich ausdrucken und dann an unserer Bürotür hängen….“ lachte Jan. „Ich will dein verdammtes Handy.. Jan…wenn du das Bild verbreitest dann….dann….“ suchte Semir nach einer entsprechenden Drohung. „Was dann? Dann wirst du das Gespött der PAST? Stimmt… und das ist genial!!“ lachte Jan und zog sein Handy. Semir ging sofort auf ihn los und versuchte das Handy zu bekommen. „Gib mir das verdammte Ding!!“ fauchte Semir und sprang hoch, weil Jan das Gerät nach oben hielt. „Das ist unfair!!“ kam wütend von Semir und bekam den Arm von Jan zu fassen. Mit einigen schnellen Griffen drehte er den Arm um und Jan stöhnte lachend auf. Schnell wechselte er das Handy in die andere Hand. „JAN!!! Das ist nicht lustig!!“ kam von Semir. Er packte den anderen Arm und bekam das Handy zu fassen. Jan zuckte zurück, das Handy flog in einem hohen Bogen durch die Luft und knallte gegen die Mauer. In vielen Einzelteilen landete es auf dem Boden. Wie zwei ertappte Jungs standen die Beiden vor den Teilen die eben noch ein funktionierendes Kommunikationsgerät war. „Tja…. Damit ist das Bild erledigt…“ grinste Semir zufrieden. „Das war mein Handy!!“ kam leise von Jan. Semir sah ihn zufrieden an. „Da hast du selbst Schuld… das Bild ist Geschichte…“ grinste er und verließ das Gemäuer mit einem zufriedenen Grinsen. Das Jan hinter ihm die Teile aufsammelte und dabei leicht verschmitzt grinsend seine Simkarte einsteckte entging ihm.


    „Semir…wie konnte Ihnen das passieren?“ fragte Anna tadelnd als Semir berichtete was passiert war. „Chefin der Mann hat mich einfach überrumpelt. Ich bekam keine Chance. Ich fühlte die Schelle um mein Gelenk und schon war ich an dem verdammten Rohr gefesselt. Aber ich werde gleich diese Rosi Bauer vernehmen. Das ist die Tochter von Paschner. Die wird sicher wissen wo ihr Vater steckt…“ erklärte Semir weiter. Ihm war der ganze Vorfall peinlich. Anna nickte. „Aber passen Sie auf, dass Sie dort nicht auch überrumpelt werden. Die Videoaufnahmen sind sehr gut geworden. Ach ja… sollten Sie noch einmal allein auf Fang gehen, bekommen Sie von mir ein Disziplinarverfahren. Sie wissen verdammt genau, wie gefährlich es werden kann. Auch wenn es diesmal glimpflich ausgegangen ist. Sie wissen nie, wer Sie als nächstes erwartet. Ist das angekommen?“ kam leicht angesäuert von Anna. Semir nickte. „Ja sicher…“ murmelte er nur. „Wo ist Jan?“ harkte Anna nach. „Er musste noch zu Hartmut und da er sagte, dass Sie mich sofort sehen wollten, da…hat er mich hier abgesetzt und ist dann zu KTU.“ Erklärte er weiter. „Ich? Ich wollte Sie sehen?“ kam erstaunt von Anna. „Ja Jan sagte mir, dass Sie mich sofort sehen wollten...“ nickte er. Anna schüttelte den Kopf. „Machen Sie den Bericht fertig.“ bat sie und entließ Semir damit. Dieser ging in sein Büro. Warum hatte Jan behauptet zu Hartmut zu müssen während er sich bei der Chefin melden sollte, wovon die scheinbar gar nichts wusste? dachte er nach. Er sah Andrea an und gab ihr schnell einen Kuss als sie zu ihm kam. „Na mein Held….hast du da sehr gefroren?“ fragte sie grinsend. „Weißt du was ich mich frage? Warum seid ihr alle so erpicht auf diese kleine Schlappe. Das hätte jeden passieren können! Ich bin doch kein Übermensch der keine Fehler macht!“ empörte sich Semir. „Ui…das von dir zu hören ist Gold wert. Auf das Bild bin ich schon gespannt“ lachte Andrea, gab ihm noch einen Kuss und verschwand wieder. „Du wirst dich wundern… es wird kein Bild geben…“ murmelte er leicht beleidigt.

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  • „Rosi…meine Kleine wie geht es dir?“ fragte Georg als er seine Tochter hörte. „Papa… schön das du dich meldest. Danke es geht…. Die Beiden strampeln schon ganz schön…“ lachte sie leise. Georg war erstaunt. „Die Beiden? Du bekommst Zwillinge?“ fragte er nach. „Ja… in wenigen Wochen. Ich muss aufpassen. Nicht dass ich hier liege und niemand weiß dass ich meine Kinder bekomme…“ kam besorgt von seiner Tochter. „Das wird nicht passieren. Ich komme noch heute zu dir und werde mich im Keller bei euch einnisten. Wenn du damit einverstanden bist.“ versprach er. „Gerne Papa… aber nicht im Keller. Ich habe doch ein Gästezimmer. Du bist mir immer willkommen.“ hörte er von seiner Tochter. „Dann bin ich heute Nachmittag noch da. Aber bitte, versprich mir eins. Egal wer nach mir fragt. Du hast mich seit Jahren nicht gesehen und willst nichts mit mir zu tun haben… das ist sehr wichtig..“ bat Georg. „Papa…. Was hast du getan? Wer sollte nach dir fragen?“ wollte Rosi wissen. „Nein… meine Kleine… das erzähle ich dir nicht am Telefon. Ich komme zu dir und dann reden wir. Aber Frank wird nicht dabei sein.“ Gab er durch. „Papa…. Frank… er wird vermutlich bei seiner Freundin sein. Ich bin dabei mich von ihm zu trennen. Die Kinder bekomme ich auch ohne ihn groß“ versprach sie. „Rosi… du wirst die Kinder sicher allein groß bekommen. Frank ist ein verdammter Idiot. Er weiß nicht was er mit dir verliert. Ich werde dir beistehen. Aber egal wer nach mir fragt… du weißt nicht wo ich bin..“ instruierte er seine Tochter. „Du wirst mir aber sagen warum du das willst… Papa muss ich Angst um dich haben?“ wollte Rosi wissen. „Nein… mein Schatz. Absolut nicht… bis heute Abend und pass auf deine Goldstücke unter deinem Herzen auf.“ ermahnte er sie. Georg legte auf.


    „Hartmut! Ich brauche dringend deine Hilfe..“ stieß Jan aus als er die KTU betrat. „Ach das ist ja was ganz Neues. Was gibt es denn und wo ist dein Zwilling?“ fragte der Rotschopf. „Semir ist bei der Chefin und deshalb bin ich allein hier. Hier…“ Jan legte die Teile seines Handys auf den Tisch. Hartmut sah sich den Haufen an. „´Sorry… aber da kann ich auch nichts mehr machen. Das war dein Handy oder?“ fragte Hartmut. Jan nickte. „Ja… und dort ist ein Bild drauf, was unglaublich wichtig ist.. wirklich und ich weiß nicht wie ich daran kommen soll.“ erklärte Jan. „Ein Beweisfoto?“ harkte Hartmut nach. Jan grinste. „Ja…ein sehr wichtiges Beweisfoto sogar…“ gab er zurück. „Nun…. Dann wollen wir mal sehen… gib mir die Karte. Ich denke das kann ich ohne weiteres mit dem PC aufrufen….so… dann wollen wir doch mal sehen..“ murmelte der KTU-Mann und sah sich die Daten auf der Karte an. „So….hier sind die Nummern….soll ich sie für dich speichern solange du kein Handy hast?“ grinste Hartmut. „Ja mach das…wichtig sind die Bilder besonders das Bild…Hartmut, wenn du deinen guten Ruf nicht verlieren willst dann stell es wieder her…“ ermahnte Jan ihn. „Hey… mein Ruf ist mein Leben… was ist das denn für ein…Moment… oh ne… sag nicht dass es dieses Bild ist…Semir ist ja gefesselt…wie ist das denn möglich? Spielt ihr manchmal Räuber und Gendarm oder was?“ lachte Hartmut als er das Bild sah. Jan grinste. „Semir hat sich von einem Rentner überrumpeln lassen. Der Mann war 72 Jahre alt… und genau das Bild will Andrea sehen…“ erklärte Jan lachend. Hartmut nickte. „Unser Mr. Perfekt in der Falle… das ist ja genial….darf ich das als Hintergrund benutzen?“ fragte Hartmut. Jan stimmte zu. „Aber jetzt brauche ich erst einmal einen großen Ausdruck davon…sagen wir Plakatgröße… das wird unser Büro zieren…“ lachte Jan und freute sich auf seinen Plan. Hartmut sah ihn an. „Das ist nicht gut… also ein kleines Bild ja… aber nur für die Brieftasche… aber du kannst was Anderes damit machen…. Ich meine Andrea will es sicher haben, nimm es als Hintergrund auf dem Computer… nur du und Andrea und ich natürlich… Semir wird das vermutlich gar nicht lustig finden.“ gab Hartmut zu bedenken. Jan nickte. „Das denke ich auch… deshalb will ich das ja auch machen… er hält mir immer vor, dass ich zu spät komme und nun kann ich ihn packen…..Danke Hartmut… du bist ein As! Schick es mir per Mail. Ich werde es dann an die Kollegen senden… heimlich “ meinte er und verschwand.

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  • „Das du auch mal wieder kommst. Was wolltest du eigentlich von Hartmut?“ wollte Semir wissen als Jan das Büro betrat. „Nur etwas abklären. Hast du der Chefin alles gebeichtet?“ grinste Jan. „Ja hab ich… so und nun komm…wir besuchen Rosi Bauer…“ befahl Semir. Jan sah ihn an. „Wer ist das?“ harkte er nach. „Die Tochter von Paschner. Den Kerl bekomme ich, das verspreche ich dir!“ fauchte Semir wütend. „Oh …. Semir Gerkhan schwört Rache… Das hat dir gar nicht gefallen nicht wahr. Von einem Rentner erst verarscht und dann auch noch überrumpelt und gefesselt. Hat er dich auch verhöhnt?“ grinste Jan und ließ so Salz in die Ego-Wunde. „Wenn du jetzt auch darauf rum reitest, dann….“ fauchte Semir ihn an. „Was soll ich allein fahren? Das wird die Chefin aber gar nicht gut heißen…Alleingänge können gefährlich werden…“ Jan bekam sich nicht mehr ein. Wütend ließ Semir die Autotür zuknallen.. Mit quietschenden Reifen verließen er und Jan den Parkplatz. „Quäl das Auto nicht so. Es kann nichts dafür…“ bat Jan. Semir sagte nichts, er starrte einfach nur auf die Straße vor ihm. „Okay.. Semir… es ist nicht lustig, aber du ziehst mich auch immer auf. Wenn ich zu spät komme, oder wie letztes wenn ich vom Zahnarzt gequält wurde. Da wundere dich nicht, wenn ich eine Chance bekomme dich zu ärgern, dass ich es nicht mache…“ versuchte Jan die Wogen zu glätten. Semir grinste. „Das ist ja auch was ganz Anderes!“ behauptete er. „Was ist denn das anders?“ wollte Jan wissen. „Na da bin ich nicht derjenige der geärgert wird…“ lachte Semir. Er hielt wenig später in Nippes in der Kempener Straße an. „So hier soll sie wohnen. Ob Paschner das Haus für seine Tochter gekauft hat?“ mutmaßte Semir. „Gehen wir sie fragen…“ meinte Jan und stieg aus. Semir folgte ihm. Sie klingelten und kurz darauf stand eine junge hochschwangere Frau vor ihnen. „Semir Gerkhan, Kripo Autobahn, das ist mein Kollege Jan Richter. Frau Bauer dürfen wir kurz mit Ihnen sprechen?“ bat Semir freundlich.


    Rosi sah die beiden Männer an. „Kripo Autobahn? Was kann ich denn für Sie tun?“ wollte sie wissen. „Es geht um Ihren Vater Georg Paschner… er wird verdächtigt mehrere Einbrüche gemacht zu haben und dabei nicht unerheblich hohe Beute in seinen Besitz gebracht. Können wir uns nicht drinnen unterhalten?“ bat der kleinere Polizist. „Ja sicher… kommen Sie…“ nickte Rosi und wies die Richtung. Die Beiden gingen voran. Rosi schloss die Tür. „Was gibt es denn? Was wollen Sie von meinem Vater?“ fragte sie nervös nach. „Frau Bauer… wir suchen Ihren Vater. Er ist vor mir geflohen und ich würde ihn gern befragen.“ Erklärte der Kleinere. „Herr Gerkhan…richtig?“ fragte Rosi nach. Der Mann nickte. „Ich muss Sie leider enttäuschen. Mein Vater und ich…. Wir haben nie ein besonderes Verhältnis zueinander. Ich habe ihn seit Jahren nicht mehr gesehen.“ erklärte sie mit fester Stimme. Der Mann nickte. „Meine Karte… wenn er auftaucht, oder sich sonst irgendwie meldet, dann rufen Sie mich an. Egal um welche Zeit…“ bat er. Rosi versprach es. „Sind Sie ganz allein im Haus?“ fragte der zweite Beamte. „Ja… mein Mann ist vor wenigen Tagen ausgezogen. Und meine Babys…nun ja… in wenigen Wochen bin ich mit zwei Kindern allein…“ erklärte Rosi traurig. „Weiß Ihr Vater, dass Sie schwanger sind?“ harkte Gerkhan nach. „Nein… er weiß es nicht. Er muss es auch nicht wissen. Ich würde mich gern hinlegen… mir ist nicht so gut…“ bat sie leise. Die Männer nickten. „Alles Gute für Sie…“ lächelte der Kleinere.


    „Tja… fahren wir zurück. Ich denke wir sollten die anderen mit denen Paschner zu tun hat vernehmen.“ schlug Semir vor. Wenn er geahnt hätte, was ihn in der PAST erwartete, wäre er sicher auf der Autobahn geblieben. So fuhr er zügig auf den Parkplatz. Sie stiegen aus und betraten das Büro wo plötzlich erst Ruhe war und als Semir hereinkam ein allgemeines Gelächter ausbrach. Semir sah Jan an. „Was ist?“ fragte er erstaunt. „Semir….. willst du meinen Krückstock haben? Oder besser eine Blindenfahne? Einen Blindenhund?“ fragte Hotte und hielt seinen Bauch fest. „Bitte?“ stellte dieser empört die Gegenfrage. „Nun ja… von so einem alten Mann überwältigt zu werden ist ja nicht gerade sehr rühmlich oder?“ schlug Dieter ein. Er wischte sich Tränen aus den Augen. Semir sah Jan an. „Du hast die Bilder?! Deshalb warst du bei Hartmut? Was bist du für ein Freund?“ fauchte Semir wütend und ging schnell in sein Büro. Er schlug die Glastüre so fest zu, das dass Glas einen Sprung bekam. Andrea sah die anderen an. „Das ist nicht fair, Jan….“ lachte sie leise. „Ich habe nichts getan… ich habe doch die Bilder nicht weiter geschickt…!“ verteidigte Jan sich. „Nein… du hast mir versprochen, dass ich die Bilder bekomme. Aber nicht das alle Kollege sich daran erfreuen dürfen. Ihr seid unfair.“ Tadelte sie die Kollegen. „Andrea… ich bitte dich… der Mann, der sich nie vertut und so viele Fälle löst, lässt sich von einem alten Mann überwältigen? Das ist einfach zu komisch!!!“ lachte Dieter. Semir kam wieder raus. „Wenn ihr euch ausgelacht habt, könnten wir vielleicht anfangen den Kerl zu fassen. Ach ja Dieter und Hotte… ich habe mich vielleicht überwältigen und fesseln lassen, aber ich habe keinen nagelneuen Porsche in die Presse geschickt!“ konterte Semir wütend und warf Andrea die Akte auf den Tisch. „Ich will von allen die mit Paschner zu tun hatten die Adressen!“ fauchte er sie an und verschwand wieder. Dieter und Hotte sahen sich an. „Das war nicht fair…“ maulte Dieter, der nun an seinen eigenen Fehltritt erinnert wurde.

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  • Georg traf am Abend bei seiner Tochter ein. „Hallo Papa… komm rein… und dann sag mir warum die Polizei hinter dir her ist…“ bat Rosi. „Aber Rosi Schatz… reg dich bitte nicht auf. Ich werde dir alles sagen. Weißt du… seit Mama nicht mehr ist.“ erklärte Georg. „Papa…bitte… lüg mich nicht an. Bitte…“ kam leise von Rosi. „Okay… aber du regst dich nicht auf. Der Polizist hat sicher gesagt, was er wollte oder? Wie hieß er denn?“ fragte er nach. „Gerkhan… Semir Gerkhan. Er sagte, dass du wegen Einbrüche und Diebstahl gesucht wirst. Ist das wahr?“ fragte sie leise. Georg nickte. „Ja… es ist wahr. Ich habe Einbrüche gemacht. Aber ich habe niemanden verletzt. Nur etwas Geld genommen. Mehr nicht. Aber nicht für mich.. sondern für dich und das Baby…oder besser die Babys…“ lächelte er und streichelte den Bauch seiner Tochter. „Papa… wie soll es mir helfen, wenn du im Gefängnis bist?“ wollte sie wissen. In der Stimme schwang Angst mit. „Nur keine Angst…. Ich habe meine Brüche hinter mir… ich mache nichts mehr. Aber der junge Mann… dieser Gerkhan, er wird mich sicher eines Tages verhaften. Er ist ein sehr kluger Mann. Und es wird mir eine Ehre sein, von ihm verhaftet zu werden. Aber ich mache es ihm nicht einfach….“ Lachte Georg. Rosi sah ihn strafend an. „Papa, warum tust du das? Ich versteh es einfach nicht.“ gab sie leise von sich. „Nennen wir es einfach ein letztes Spiel.“ grinste Georg. Rosi schüttelte den Kopf. „Papa…. Du weißt genau, dass ich diese Spielchen nicht mag, denn du kannst nur verlieren. Willst du den Polizisten denn wirklich so reizen? Was wenn er auf dich schießt? Was wenn er….?“ Fragte sie ängstlich. Georg nahm sie in den Arm. „Er wird nicht auf mich schießen. Ich will ihm nur mal etwas von seinem Hochmut nehmen. Er denkt er ist schlau und ich weiß genau wo ich ihn packen muss, damit er so richtig wütend wird.“ kam von Georg nur. Er schien einen Narren an Semir Gerkhan gefressen zu haben.


    Dieser fuhr mit Jan gerade die Straße entlang. Er sagte kein Wort. „Mensch Semir…. Es tut mir Leid okay?“ versuchte Jan ein Gespräch anzufangen. Semir antwortete nicht. Es fing an zu regnen. „Semir…. Was soll ich tun? Eine öffentliche Entschuldigung schreiben? Sag endlich was!!“ fauchte Jan ihn an. Semir schwieg eisern. Andrea meldete sich über Funk. „Semir! Paschner hat noch eine Wohnung im Maarweg 18. Das ist das alte Hochhaus, was seit einiger Zeit nicht mehr bewohnbar ist. Die Risse vom letzten Erdbeben, was wir hatten waren so groß, dass die Stadt das Gebäude hat räumen lassen. Aber Paschner wurde eben von einer Streife gesehen und sie wollten wissen was sie tun sollen..“ hörten sie sie sagen. Semir griff zum Mikro. „Wir sind unterwegs. Die Kollegen sollen ihn erst einmal im Auge behalten.“ gab er durch. Semir gab Gas und fuhr in Richtung Maarweg. Immer noch sprach er mit Jan kein Wort. „Kannst du mir nicht verzeihen? Oder willst du nicht?“ wollte Jan erneut wissen. „Jan…das mit dem Foto war nicht okay! Aber da du es nicht allein gemacht hast, werde ich jetzt mal drüber wegsehen. Noch einmal so eine Sache und du gehst zu Fuß!“ drohte Semir. Jan nickte und versprach es. Semir hielt vor dem Haus an. „So… dann sollten wir mal sehen, was unser Freund zu sagen hat…“ murmelte Semir und stieg aus. „Semir! Warte!!“ befahl Jan. Gemeinsam gingen sie zunächst zum Streifenwagen. „Der Verdächtige ist noch drin. Wir sind ihm nicht gefolgt, wie angeordnet“ berichtete einer der Beamten. „Danke…. Wir übernehmen jetzt.“ murmelte Semir und verschwand mit Jan ins Haus. Sie liefen die Stufen hoch. „Hoffe nur der wohnt nicht ganz oben…“ stöhnte Jan. Doch das Klingelschild sagte etwas anderes aus. „Achter Stock. Wenn der Fahrstuhl geht, kein Problem.“ Murmelte Semir. Sie ließen die Türe öffnen und sahen am Fahrstuhl das Außer Betrieb Schild. „Na super… Sport ist Mord…“ stöhnte auch Semir. Dennoch nahm er die Treppen. „Ich warte hier unten. Nicht dass er entkommt….“ grinste Jan. „Du bist nur unsportlich…“ lachte Semir zurück. Nur wenig außer Atem stand er vor der Tür die das Klingelschild Paschner trug. Er horchte an der Tür. Dabei lehnte er sich so fest an, damit er alles hörte. Vor allem ob jemand sich in der Wohnung befand. Doch ausgerechnet in diesem Augenblick wurde die Tür geöffnet. Semir flog im wahrsten Sinne mit der Tür ins Haus.

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  • „Verdammt!!“ fauchte Paschner und rannte los. Semir rappelte sich auf „PASCHNER!! BLEIBEN SIE STEHEN!!“ rief er ihm hinterher. Doch Paschner schien genau zu ahnen, das Semir nicht allein war, denn er rannte nach oben auf das Dach. Semir hinterher. „Ich warne Sie…Paschner machen Sie es nicht noch schlimmer!!“ schrie Semir ihm hinterher. Wie ein junger Mann oder eher ein Hochleistungssportler rannte Paschner über die Flachdächer die es hier in Köln zu Hauf gab. Doch Semir ließ sich nicht abhängen. Paschner schien ihn ärgern zu wollen und wartete immer wieder bis Semir ihn fast erreicht hatte um dann auf das nächste Dach zu springen. Ausgerechnet jetzt musste es anfangen zu regnen. „PASCHNER!! BLEIBEN SIE STEHEN!!“ schrie Semir laut und rannte über die Dächer dem alten Mann nach. Er musste höllisch aufpassen, denn der Nieselregen machte die Dächer extrem glatt. Semir atmete schon ziemlich heftig und wunderte sich etwas über die Konstitution des alten Mannes. Immerhin war Paschner 72. Er war gerade mal die Hälfe und pfiff bereits aus dem letzten Loch. „Was ist mein Junge? Geht die Puste aus?“ verhöhnte ihn der Fliehende. Semir sah ihn an. „Was soll das? Geben Sie auf! Ich bekomme Sie... Paschner!“ fauchte Semir ihn an. „Oh.... nun wenn das so ist, dann sollte ich vielleicht weiter laufen.... oder besser noch springen?“ lachte der Alte. Semir spürte wie er wütend wurde. So ein alter Mann machte sich nicht über ihn lustig... nicht über Semir Gerkhan. Er rannte wieder los. Paschner lachte und tat das Gleiche. Gleich hab ich dich...“ murmelte Semir, denn er sah das das Dach endete. „Okay... das war es!“ meinte er zu Paschner der nicht weit von ihm am Rand stand. Doch wenn er glaubte, dass der Alte aufgab, hatte er sich getäuscht. Paschner nahm Anlauf und wartete sogar, dass Semir auf Armlänge herankam. Dann sprintete er los und sprang!!! „NEIN!!!“ stieß Semir aus. Diesen Sprung konnte Paschner nicht überleben. Doch als Semir den Dachrand erreichte, sah er wie Paschner sich geschmeidig abrollte und ihm zuwinkte. „Und Junge....? Kannst du das auch?“ verhöhnte er ihn weiter. „Na warte... dir werde ich zeigen, was ich kann...“ grollte Semir, nahm Anlauf und sprang ebenfalls. Doch sein Sprung war zu kurz. Er konnte gerade noch die Regenrinne greifen und sich festhalten. „AUA!!!“ stieß er aus und versuchte Halt zu finden. Die Regenrinne hielt ihn nicht lange. Die Feuerleiter...er musste an die Feuerleiter... dachte er nur. Allerdings hatte er nicht mehr die Kraft sich dort rüber zu hangeln. „JAN!!! HILFE!!!“ schrie Semir aus voller Brust.


    Paschner hörte den Hilferuf. Nun stellte sich ihm die Frage was er tun sollte. Den Polizisten abstürzen lassen? Oder die Gefahr eingehen verhaftet zu werden? Doch der Gedanke weilte nur kurz. Bisher war es zu keinen Toten gekommen. Egal was er auch tat. Und das wird es hier auch nicht geben. Paschner rannte zurück an die Stelle wo der junge Mann hing und griff beherzt zu. „Na komm Junge....!“ sagte er und hielt den Mann am Handgelenk fest. „Paschner!!“ stieß dieser aus. „Ja sicher... komm!“ befahl er und zog mit einem Ruck den Mann hoch. Dieser blieb kurz liegen um sich zu erholen. Georg nutzte die Gelegenheit, nahm die Handschellen von seinem geretteten Gegner, ließ die Schelle ums rechte Handgelenk einrasten und die Zweite um das Geländer der Feuertreppe. Entsetzt sah der Polizist ihn an. Zum zweiten Male wurde dieser von Paschner angekettet. „Was soll das?“ fauchte er wütend. „So spielt das Leben. Ich möchte nicht dass du dich noch verletzt...“ lachte Georg, tätschelte das Gesicht dem Mannes und erhob sich. „Paschner!! Ich warne Sie!! Machen Sie mich los!!“ forderte der Polizist ihn auf. „Semir..... das ist nicht gut. Sie würden doch hinter mir her rennen und wo das enden kann, haben wir beide doch eben gesehen. Ich wünsche Ihnen ein langes Leben.“ lachte Georg und verschwand. Wenige Meter später drehte er sich zu Semir um und winkte ihm lachend zu‚ Semir sah ihm nach. Bereits zum zweiten Mal war er von diesem Greis überrumpelt worden.

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  • Semir zerrte wütend an der Handfessel. „PASCHNER!! Das hat ein Nachspiel... noch lachen Sie, aber ich werde Sie schon noch kriegen..“ drohte Semir wütend und versuchte an sein Handy zu kommen. Nun bereute er es, Rechtshänder zu sein. Alles war in der rechten Hosentasche und Paschner schien nicht dumm zu sein. Er hatte die Hand soweit oben gefesselt, dass er nicht an die Taschen kam. Semir konnte weder die Waffe ziehen um Jan mit einem Schuss zu informieren, noch die Schlüssel oder das Handy herausholen. Er musste hier ausharren. Der Regen wurde stärker und hier oben ging auch ein mittelmäßiger Wind der die Regentropfen direkt in sein Gesicht klatschen ließ. „JAN!!!“ schrie Semir aus voller Brust und hoffe dass sein Partner ihn hören würde. Doch eine ganze Weile geschah nichts. „JAN!!!“ wiederholte Semir immer wieder. Und dann endlich... nach einer halben Stunde stand sein Partner bei ihm. „Was ist denn passiert?“ fragte er erstaunt als er Semir dort hocken sah. „Frag lieber nicht...“ grollte dieser. Jan befreite seinen Kollegen aus der misslichen Lage nachdem er auch hier ein Foto gemacht hatte. Der Blick von Semir auf dem Bild sagte alles aus.


    Wenig später standen sie in der Wohnung von Paschner. Semir nahm sich sämtliche Schubladen vor, die er nur fand. Irgendwo musste ein Hinweis liegen wo dieser alte Mann erneut zuschlägt. Irgendwo musste ein Hinweis sein… „SEMIR!! Hörst du jetzt mal!!“ riss Jan ihn aus seine Gedanken. „Was denn?“ fragte er wütend zurück. „Hier ist ein Plan von was weiß ich. Aber es scheint als hat er noch mehr vor.“ Erklärte Jan. Semir ging hin und riss Jan das Papier aus der Hand. „Das ist die Köln-Messe….. warte…!“ meinte er nachdenklich und rief Andrea an. „Andrea….was ist derzeit in der Köln -Messe Interessantes?“ fragte er nach. „Moment…. Also wir haben hier die Messe für Möbel, Computermesse, Edelsteinmesse, die Farbmesse….“ Zählte sie auf. „Stopp!! Edelsteinmesse?“ harkte Semir nach. „Ja…. Sie findet dieses Jahr ausnahmsweise in Köln statt.“ Erklärte Andrea weiter. „Danke du bist ein Schatz…“ murmelte er und beendete das Gespräch. „Die Edelsteinmesse…. Dort wird er als nächstes zuschlagen. Und dort werde ich ihn dann bekommen. Diesmal wird er mich nicht fesseln und überwältigen….das schwöre ich dir…“ drohte Semir. Jan nickte. „Und wie willst du ihn schnappen?“ wollte er wissen. Semir zog die Schultern hoch. „Genau weiß ich es nicht. Wenn ich vor Ort stehe und weiß wie es ausschaut, dann weiß ich es…“ kam nachdenklich von Semir. Jan grinste nur. „Dann sollten wir die Chefin informieren.“ schlug er vor und fuhr mit Semir zurück zur PAST.

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  • Georg Paschner fluchte verhalten. Der Junge war echt gut. Vermutlich hat er auch den Plan gefunden, Aber davon ließ er sich nicht abbringen. Er würde ein paar wertvolle Steine mitnehmen. Allerdings durfte er nicht in diesem Outfit erscheinen. Auf der Edelsteinmesse musste er sich sehr adrett kleiden. Doch seine Sachen waren in den Wohnungen verteilt und die standen mit Sicherheit unter Bewachung. Georg dachte eine Weile nach und dann verzog sich das Gesicht zu einem breiten Grinsen. Er stand auf, nahm sich einen kleinen Batzen Geld und ging einkaufen. Natürlich nur in die besten Läden Kölns. Drei Stunden später hätte ihn nicht einmal die eigene Tochter erkannt. Der Bart war ab, die Haare kurz und dunkelbraun, der Anzug kleidete ihn enorm. „So kannst du wieder auf die Straße gehen.“ murmelte er als er sich im Spiegel betrachtete. Anschließend fuhr er in ein Hotel und mietete sich für die nächsten Tage ein. Als der Tag seines Auftritts kam fuhr er gemütlich mit dem Taxi zur Messe. Aufmerksam sah er sich um. Hier waren bereits viele Menschen damit beschäftigt sich an den verschiedenen Tischen umzusehen. Auch Paschner tat es. An einem der Tische stand ein alter Bekannter. Paschner grinste und sah sich um. Wo dieser war, war sein neuer Freund sicher nicht weit. Doch er konnte Gerkhan nirgends sehen. Immer wieder sah er wie diverse Personen scheinbar mit ihren Knöpfen sprachen. Anfänger, dachte er sich nur. Aber es war klar, dass er beobachtet wurde, oder aber dass man hoffte ihn hier zu fassen. Er musste sich erst einmal einen vernünftigen Fluchtweg ausdenken. Georg verließ die Messe und ging zu dem Taxistand. Dort bemerkte ein sonderbares Verhalten einer Taxe. Der Fahrer ließ alle Kollegen vorbei. Paschner ging etwas näher und konnte den Fahrer tatsächlich erkennen. Er musste sein Lachen angestrengt verbergen. Nicht schlecht mein Junge…. Aber nicht gut genug für mich. Die nächste Lektion für dich steht an. Du wirst mich hier wegbringen, dachte er bei sich und ging erneut in die Messehalle.


    Jan sah die Menschen an, die sich hier auf der Messe tummelten. Er stand an dem Stand der in Paschners Plan eine scheinbar große Rolle spielte und hielt Ausschau nach dem alten Mann. Bisher hatte Paschner immer den armen hilflosen Greis gespielt. Würde er es diesmal auch machen? Die Chance zu entkommen hielt auch Jan für sehr gering. Doch wann wollte Paschner zuschlagen? Er ging etwas abseits vom Tisch in eine ruhige Ecke. „Semir?“ fragte er kaum hörbar. „Ja hier….!“ kam die Antwort. „Hast du ihn schon entdeckt?“ wollte Jan wissen. „Bisher noch nicht. Jan…der Mann ist verdammt gerissen. Wir müssen jede Person, die sich dem Tisch nähert, genau beobachten.“ Ermahnte Semir ihn. Jan grinste. Seinem Partner schien es tatsächlich nur darum zu gehen diesen alten Mann, der ihn so triezte zur Strecke zu bringen. „Hast du denn schon was eingenommen?“ wollte Jan wissen. „Nein… ich schicke die Gäste weiter…hab Mittagspause…“ murmelte Semir durch den Funk. „Whow… seit drei Stunden, wirklich gut…“ lachte Jan und beendete das Gespräch. Doch genau in diesem Augenblick ging an dem Tisch eine kleine Zänkerei los. Jan ging sofort hin und versuche Ruhe rein zu bringen. Ein Mann mittleren Alters mit dunklen Haaren stritt sich mit einem anderen am Tisch über die Reinheit des Diamanten welchen er in der Hand hielt. „Meine Herren…. Das kann man doch sicher auch anders lösen…“ meinte Jan, nahm den Stein aus der Hand des Mannes und legte ihn wieder auf den Tisch. Doch wenn er dachte das damit alles ausgestanden war irrte er sich. Denn dieser Mann schien sich gerade richtig aufgeregt zu haben und nahm nun andere Steine in der Hand. „Das sind doch Imitate….so was erkennt man mit geschlossenen Augen, als wahrer Kenner…hier sind ja nur Laien am Tisch…“ moserte er herum. Auch hier nahm Jan die Steine und legte sie auf den Tisch zurück. „Würden Sie sich bitte daran halten und die Steine nicht alle anfassen!“ fauchte er wütend. Er bekam nicht mit, wie ein weiterer Mann die Steine austauschte, weil er mit den Streithähnen beschäftigt war.

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  • „Aber….Aber…. was ist denn hier los?“ fragte der Standleiter als dieser an den Tisch trat. „Die Herren scheinen die Steine alles für Imitate zu sehen.“ Erklärte Jan und stieß einen der Männer sanft zurück. „Das haben wir gleich… Ich nehme doch an, dass die Herren ausgebildete Juweliere sind oder?“ fragte Frank Tottenheimer. Ein allgemeines Raunen ging durch die Reihen. „Sehen Sie…. und die beiden Herren, die sich eben in den Haaren legte kann sich jetzt mit Hilfe meines Glases davon überzeugen, dass wir hier nur ausgesuchte Exemplare haben. Alle echt. Dieser Diamant zum Beispiel hat einen Wert von 38 Karat. Das ist verdammt viel da werden Sie mir sicher zustimmen. Aber bitte überzeugen Sie sich selbst…“ forderte Tottenheimer die Besucher auf. Die Streithähne ließen sich dies nicht zweimal sagen. Dr. Finkwerder aus Köln griff nach dem Glas und untersuchte den Diamanten. „Das ist ja nur Glas…!“ fauchte er plötzlich wütend und warf den Stein zu Boden. Dieser zersprang in tausend Stücke. Tottenheimer sah ihn erschrocken an. „Was sagen Sie da?“ fragte er erstaunt. „Das ist Glas!!“ kam als Antwort zurück. Tottenheimer nahm das Sichtglas und betrachtete die Steine. „Das auch…aber …das ist unmöglich….hier lagen Steine im Wert von fast sechs Millionen Euro auf dem Tisch!!“ stieß er aus. Sein Blick wanderte zu Jan. „Sie wollten doch aufpassen!! Sie haben gesagt, meine Steine sind nicht in Gefahr!!“ schrie er ihn an. Jan stand da wie ein begossener Pudel. Es schien als habe Paschner bereits zugeschlagen. „Semir!! Er war hier! Er hat die Steine ausgetauscht!!“ gab er durch. „Verstanden!!“ kam von Semir. Mehr nicht. Jan ging zum Taxistand und sah gerade noch wie Semir abfuhr. „Verdammt…“ fauchte er, rannte zu seinem Wagen, der nicht weit stand und nahm die Verfolgung auf.


    Semir hielt ein wachsames Auge auf jeden der die Messe verließ. Doch Paschner konnte er nicht entdecken. Als die Tür hinter ihm aufging sah er nicht hin. „Nehmen Sie bitte einen meiner Kollegen, ich habe Pause…“ sagte er freundlich. Doch plötzlich spürte er etwas in seinem Nacken. Er versteifte sich. „Ich fahre lieber mit Ihnen Semir….“ Sagte der Mann hinter ihm. „Paschner….Geben Sie auf… Sie können hier nicht weg. Das Spiel ist vorbei…“ versuchte Semir in einem ruhigen Ton die Situation zu entschärfen. „Fahr los….und keine Tricks. Bisher habe ich niemanden umgebracht, aber ich denke ich werde nicht zögern es zu tun. Die Finger vom Funk und los…“ warnte ihn der Mann. Semir wusste nicht wie er die Situation einschätzen sollte. Würde Paschner tatsächlich abdrücken? War der Mann so kalt? Semir nickte und startete den Motor. Vorsichtig fuhr er los. Er sah sich um in der Hoffnung einen seiner Kollegen zu sehen, doch die schienen wie vom Erdboden verschwunden. „Paschner….geben Sie auf… Wir haben bisher doch ein wunderbares Spiel gehabt, aber jetzt ist es zu Ende…“ versuchte er weiter. Er spürte eine Hand an seinem Gürtel, die ihm die Waffe weg nahm. Es war verdammt ernst. Von Paschner kam keine Antwort. Semir nickte. „Also gut… wohin?“ fragte er. „Rede nicht so viel mein Junge…fahr. Und konzentrier dich genau darauf nicht zu schnell zu fahren. Ich will doch nicht in eine Polizeikontrolle geraten…“ lachte Paschner. Semir tat was der Mann verlangte. „Gib mir deine Handschellen!“ forderte Paschner auf. Semir grinste in den Spiegel. „Ich habe keine dabei…“ sagte er zufrieden. „Oh… das ist nicht gut… dann muss ich dich wohl in den Kofferraum sperren, wenn wir am Ziel sind. Da ist aber sehr schlechte Luft zu bekommen….“ drohte Paschner. Semir sah ihn durch den Spiegel an. „Warum tun Sie das? Haben Sie das wirklich nötig?“ wollte er wissen. Aus den Augenwinkeln sah er einen blauen Mercedes hinter sich. Jan….dachte er. Schon wurde er wieder übermütig. „Paschner… ich mache Ihnen einen Vorschlag. Sie geben auf und ich werde es vor Gericht positiv erwähnen…Das spart sicher ein oder zwei Jahre…“ schlug er vor. „Fahr und quatsch nicht! Da rein!!“ forderte Paschner auf. Immer noch zielte der Mann mit der Waffe auf Semir. Dieser tat wie befohlen.

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  • Jan folgte der Taxe in einem gebührenden Abstand. Scheinbar hatte Semir das Mikro eingeklemmt und so konnte Jan das Gespräch im Wagen mithören. „Paschner…. Hören Sie auf mit dem Wahnsinn. Sie sagten doch dass Sie noch keinen Menschen umgebracht haben. Mir haben Sie auf dem Dach das Leben gerettet, warum?“ hörte er Semir fragen. „Weil ich keine Toten will. Aber ich würde es tun, wenn es mir hilft…“ hörte er den Mann sagen. „Warum machen Sie das?“ kam von Semir die nächste Frage. „Semir…. Ich will es nicht erklären. Fahren Sie bitte dort in die Seitenstraße!“ forderte Paschner seinen Fahrer auf. Jan sah dass die Fahrt hier endete. Eine Sackgasse. Hier gab es keine Möglichkeit zu entkommen. Doch während er sich auf die Fahrt konzentrierte sah er nicht, dass ein Wagen aus der Seitenstraße kam. Erst als das Blech kreischte wurde er aufmerksam. „Fuck!!“ stieß er aus. Sein Wagen zierte ein kleiner silberfarbener Golf. Dieser hatte seine Vorfahrt missachtet. Jan stieg aus und versuchte die Situation zu klären, doch die Insassen bestanden auf die uniformierten Kollegen. Jan durfte den Unfallort nicht verlassen. Und nun kam die nächste Überraschung. Die Sackgasse, war keine Sackgasse mehr. Scheinbar hatte die Stadt ausgerechnet diese Straße ausgebaut. Es verging eine gute halbe Stunde bis die Kollegen der Stadtpolizei auftauchte. Weitere zehn Minuten bis alles aufgenommen war und Jan endlich weiter durfte. Während er nach seinem Kollegen suchte, den er noch per Funk hörte, dachte er über die Erklärung an Anna Engelhardt nach. „Was wollen wir denn hier?“ hörte er Semir fragen. „Hier trennen sich unsere Wege…“ kam als Antwort. „Und was nun?“ kam die nächste Frage von Semir. „Nun wirst du in den Kofferraum gehen.“ Lachte Paschner. „Paschner…. Geben Sie auf… Sie können von hier nicht weg….Sie…“ ging es mit Semir weiter. Doch plötzlich war alles ruhig. Verdammt Semir….. was ist denn los? Fragte Jan sich in Gedanken. Das Funkgerät schien tot zu sein. „Cobra 11 an Alle….habe Semir verloren…wiederhole…habe Semir verloren. Riegelt das gesamte Gebiet bis Köln Mülheim ab! Keiner darf das Gebiet verlassen ohne sich auszuweisen!“ befahl er. So weit konnte er nicht sein. „Andrea! Orte Semirs Handy!“ befahl Jan weiter.


    Semir stieg auf Befehl von Paschner aus. Dieser nahm den Schlüssel und schloss dien Kofferraum auf. „Hören Sie ….“ versuchte Semir es erneut, doch Paschner winkte nur mit der Waffe. Semir hatte die Hände leicht erhoben. „Bitte tun Sie mir ein Gefallen, Semir… steigen Sie freiwillig in den Kofferraum. Ich möchte keine Gewalt anwenden…“ sagte Paschner leise. Semir sah ein, dass es keinen Sinn machte. Er musste tun was Paschner sagte. Dieser Mann wollte keine Gewalt anwenden, doch was würde er tun, wenn er sich weigerte. Einen Versuch war es wert. „Nein…ich werde nicht in den Kofferraum gehen.“ Sagte er überzeugt. Paschner nickte. „Es täte mir wirklich Leid, wenn ich zuschlagen müsste…“ erklärte Paschner. „Sie haben die Wahl, lassen Sie uns über alles reden… Paschner… wollen Sie den Rest Ihres Lebens im Gefängnis verbringen?“ fragte Semir „Das werde ich nicht. Semir…. Steigen Sie in den Kofferraum!“ wiederholte Paschner. „Nein….!“ Gab Semir zurück. Noch immer wagte er es nicht seine Hände herunter zu nehmen, denn die Waffe war auf ihn gerichtet. Paschner nickte anerkennend. „Also gut... dann gehen wir eben zusammen…“ murmelte Paschner. Semir sah ihn erstaunt an. „Wie bitte?“ stieß er aus. „Sie und ich werden gemeinsam gehen. Sie werden mir helfen…“ lächelte Paschner. Er trat ein Schritt auf Semir zu. Dieser nutze die Gunst der Stunden und versuchte Paschner zu überwältigen. Doch scheinbar hatte Semir nicht gelernt, das man Paschner nicht vertrauen durfte. Semir trat aus und schlug Paschner die Waffe aus der Hand und versuchte ihn zu packen. Doch Paschner gab nicht auf. Er drehte sich und ging in den Angriff. Mit einigen schnellen Griffen, schaffte er es Semir den Arm auf den Rücken zu drehen. Semir schrie auf und trat nach hinten aus. „Ich gewinne immer….“ lachte Paschner und drängte Semir in Richtung Kofferraum. „Paschner!! Lassen Sie das!!“ schrie Semir wütend zurück. „Hände hoch!!“ erklang plötzlich eine warnende Stimme die Semir sofort erkannte. „JAN!!!“ stieß er aus. Paschner drehte ihn ruckartig in Richtung des Kollegen und hielt ihn wie ein Schutzschild vor sich. „Waffe weg!“ forderte er auf.

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  • „Lassen Sie meinen Kollegen los!“ forderte Jan Paschner auf. Dieser lachte leise. Jan ging näher ran und spielte so Paschner in die Hand. Dieser stieß Semir so heftig von sich, dass er von Jan aufgefangen werden musste. Beide Beamten gingen zu Boden. Paschner schnappe sich seine Beute und rannte los. Jan und Semir rappelten sich auf. Sie nahmen die Verfolgung auf. „Wir werden uns aufteilen…“ stieß Semir aus. „Nein…wir bleiben zusammen, du scheinst dich etwas zu oft überwältigen zu lassen. Versuchen wir ihn in die U-Bahn zu treiben.“ Schlug Jan vor. „Wirklich guter Vorschlag und er nimmt dann die Bahn und wir gucken in die Röhre!“ fauchte Semir wütend. „Nein…dieser Tunnel ist gesperrt Wassereinbruch vor zwei Tagen…ein Wasserrohr ist geplatzt und hat einen Teil einstürzen lassen.“ gab Jan von sich während sie hinter Paschner her rannten. Sie sahen tatsächlich wie Paschner die Treppen zur U-Bahn herunter rannte. „Jetzt haben wir ihn!“ triumphierte Semir und nahm zwei Stufen auf einmal. Jan rannte hinterher. Sie standen wenig später im Fahrbereich. Doch nun sahen sie sich vor einem Problem. Hier fuhr zwar keine Bahn mehr, aber der Tunnel ging in zwei Richtungen. „Also müssen wir uns nun doch teilen… du rechts…ich links…“ stieß Semir etwas außer Atem aus. Er überprüfte seine Waffe und sah Jan an. „Also gut… aber lass dich nicht wieder verladen!“ ermahnte Jan ihn. „Ganz sicher nicht… in diesem Fall reicht es mir, der Verlierer zu sein…“ grollte Semir wütend. Jan nickte. Sie teilten sich auf. Mit großer Vorsicht betrat Semir den abgesperrten Teil des Tunnels und hoffte, dass er den richtigen erwischt hatte. Er wollte Paschner stellen und er würde ihn stellen. Vorsichtig schlich er vorwärts und horchte immer wieder angestrengt ob er etwas hörte, was ihm verriet, das Paschner in diesem Tunnel steckte. „Jan…ruf Verstärkung…sie sollen von der anderen Seite den Tunnel abriegeln, nicht dass Paschner doch noch ein Schlupfloch findet.“ gab er durch.


    Paschner rannte die Treppen runter. Seine Lunge brannte, da er die schwere Tasche auf dem Rücken hatte. Er erreichte den Bahnsteig. Alles war wie ausgestorben. Verdammt… irgendwas stimmte hier nicht. wo waren die Menschen die sonst die Bahnsteige belebten? Wo zum Teufel waren die kreischenden Geräusche der Bahnen. Paschner hörte wie seine Verfolger angerannt kamen. Gehetzt sah er sich um und wandte sich dann nach links dem großen Tunnel zu. Und hier entdeckte er das erste Schild welches ihm sagte, warum hier keine Menschen waren. "Wegen Wassereinbruch ... Baumaßnahmen.", wies ein Schild ihn darauf hin. Paschner lachte leise. Sein Glück verließ ihn. Dennoch rannte er weiter. Nur wenige Meter später stand er vor einer Mauer. Eingestürzt, dachte er sich. Und er erinnerte sich was hier passiert war. Die Schlagzeilen in der Zeitung sprangen ihm wieder in die Augen. U-Bahn-Schacht wegen Wassereinbruch zusammengestürzt. Ausgerechnet hier musste er nun landen. Dann hörte er schon die Schritte seiner Verfolger. "Paschner... geben sie auf...", hörte er die Stimme des kleinen Polizisten. Doch Georg dachte nicht daran. Panisch blickte er sich um. Da... eine Tür. Schnell rannte er hin, doch sie war verschlossen und das Schloss auf der anderen Seite. Verdammt... jetzt war es aus. "Paschner... stehen bleiben.", schrie Semir und Georg drehte sich langsam um. "Okay Junge... du hast mich. Ich gebe auf.", meinte er und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf. Es arbeitete in seinem Hirn. Er wollte sich nicht so einfach fassen lassen, obwohl er zugeben musste, dass es sicher eine Ehre war von Semir Gerkhan, dem Mann der trotz der Niederschläge nicht aufgab verhaftet zu werden. “Du hast gewonnen…”lächelte er. “Ich gewinne immer…” kam als Antwort. Georg schloss die Augen. Scheinbar hatte dieser Mann die Lektion die er ihm geben wollte nicht gelernt. Der Stolz war hier ungebrochen und somit müsste er eigentlich weiterspielen. “Hör zu… wie wäre es, wenn wir teilen. Wir gehen gemeinsam hier raus und dann teilen wir unter uns beiden…” schlug Paschner vor, obwohl er nicht damit rechnete dass Semir dieses Angebot annahm. “Vergiss es…” kam von Gerkhan. “Schade mein Junge… du warst ein würdiger Gegner…” lobte Paschner ihn. “Hände an die Wand und Beine spreizen!” befahl der Polizist. Paschner führte den Befehl ohne Gegenwehr aus. Doch weder in seinem noch Semirs Blick war der Balken der die Stütze einer ziemlich großen Platte nach oben abstützte. Dieser schien bei jeder Erschütterung oberhalb des Tunnels immer zentimeterweise wegzurutschen.

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  • Jan ging vorsichtig weiter. “Semir?” fragte er per Funk. Keine Antwort. Gut, es war irgendwie verständlich, das Semir nicht antwortete, vermutlich war er bereits so dicht bei Paschner, dass er sich nicht meldete. Jan ging weiter. Die Verstärkung war bereits angefordert. Nach wenigen 100 Metern kamen ihm die Kollegen entgegen. “Also gut, dann dürfte Semir die richtige Richtung zu haben. Wir gehen zurück!” befahl Jan. In diesem Augenblick hörte er ein großes Getöse. Es hörte sich an, als würde ein Haus einstürzen. “Verdammt!!” fauchte er und rannte los. Es dauerte nicht lang und er stand auf dem Bahnsteig. Eine dicke Rauchwolke kam ihnen entgegen. “SEMIR!!!” schrie Jan und wollte weiter, doch die Kollegen hielten ihn fest. “Lasst mich!! Mein Kollege ist noch da drin!!” schrie er verzweifelt und versuchte sich los zu reißen. “Wir müssen die Feuerwehr informieren. Aber erst einmal raus hier!!” forderte der Kollege und ließ Jan mit Gewalt aus dem Bereich ziehen. “Raus hier… bevor noch mehr abstürzt!” schrie er. “NEIN SEMIR!!! SEMIR!!!” schrie Jan und zerrte wie verrückt. Doch die Kollegen hielten ihn fest. Oben angekommen sah Jan den Kollegen, der ihn rauszerrte an. “Verdammt! mein Kollege ist noch unten!! Er ist in dem Tunnel der eingestürzt ist!!” schrie er wütend. “Herr Richter…. Wir müssen jetzt erst einmal hier oben alles absichern. Der Tunnel war schon lange einsturzgefährdet! Wir rufen die Kollegen von der Feuerwehr und dann beordern wir einen Mitarbeiter der KVB dazu. Sie werden dort nicht runter gehen…!” ermahnte der alte Kollege Jan. Dieser sah auf die Stelle und sah ein, dass der Mann Recht hatte. “Okay… ich bleibe hier… ich bleibe hier…” versprach er und ließ sich auf den Boden nieder. Einer der bereits weg geschickten Kollegen kam atemlos zurück. “Totales Chaos! Die halbe Straße ist weg!! Es ist ein LKW in das Loch gefallen. Nicht ganz, aber….mit dem Führerhaus. Der Fahrer konnte bereits geborgen werden…” stieß er atemlos aus.


    Georg kam zu sich. Es war stockfinster. Der Staub um ihn herum ließ ihn husten. “Au….verdammt…” stieß er aus und rappelte sich so gut es ging mit den auf dem Rücken gefesselten Händen auf. Was zum Teufel war passiert, dachte er. Und dann kam die Erinnerung. Er stand an der Wand und Gerkhan hatte ihm die Handschellen angelegt, als es plötzlich grollte und dann…dann kam die halbe Decke des Tunnels runter. Verdammt wo war Gerkhan…, ging ihm durch den Kopf. “Semir?” fragte er. Keine Antwort. “Semir? Wo sind Sie?” fragte er erneut. Nichts. Sollte der Polizist verschüttet oder gar erschlagen worden sein. “Semir!!! Sprechen Sie mit mir, wenn Sie hier sind?” forderte er wütend auf. Nichts kam. Das Loch wo die beiden waren, schien nicht besonders groß, doch die Handschellen waren extrem hinderlich. “Semir….?” versuchte er es nach einer Weile erneut. Doch nichts. Georg ließ sich vorsichtig auf den Boden sinken. Kein Licht kam durch die Ritzen. Die Luft war zum schneiden dick. Plötzlich hörte er ein Stöhnen. “Semir?” fragte er hoffnungsvoll. “Oh verdammt….was ist passiert?” hörte er die schwache Stimme des Polizisten. “Tja… mein Junge… wir sind verschüttet. So wie es aussieht ist der halbe Tunnel auf uns gefallen. Sind Sie verletzt?” fragte Georg weiter. “Mein… Bein… es ist eingeklemmt…” stöhnte der Polizist. “Okay… ich komme zu Ihnen. Reden Sie weiter, damit ich Sie finde…” sagte Georg leise. “Ich bin hier hinten… Georg…ich kriege keine Luft…” stieß der Polizist aus. “Kommen Sie an den Schlüssel für die Handschellen?” fragte Georg. “Warum?...” kam die Gegenfrage. “Weil ich nur helfen kann, wenn Sie mir die Fesseln abnehmen. Nur keine Sorge… ich fliehe nicht…. Ich werde bei Ihnen bleiben. Entweder gehen wir Beide oder gar keiner...”versprach Georg. “Wie soll ich Ihnen vertrauen?...Sie haben mich bisher immer belogen…Sie haben mich…hust…hust…hust..” kam von dem Polizisten.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Semir versuchte sich zu bewegen. Doch sein Bein schmerzte extrem. “Sie müssen mich losmachen. Erst dann kann ich Ihnen helfen. Ich lasse Sie hier sicher nicht liegen. Bisher habe ich keinen Verletzten die Hilfe verweigert. Ich habe Ihnen das Leben auf dem Dach gerettet, ich habe Sie mit einer Wasserpistole bedroht…. Sie war nicht echt. Haben Sie das nicht erkannt?” fragte Georg. Semir musste einsehen, dass er Recht hatte. “Sie versprechen mir, dass Sie nicht fliehen?” wollte Semir wissen und dann musste er niesen. Der Staub juckte in der Nase. Doch mit diesem Niesen kam auch der Schmerz wieder. Er musste Georg vertrauen. Mühsam holte er den Schlüssel aus der Tasche und hielt ihn fest. Georg war endlich bei ihm. Zum Glück war nachdem sich der Staub nun gelegt hatte nicht mehr stockfinster. Er sah das helle in den Augen des Alten. “Drehten Sie sich um…” befahl er leise. Georg tat es. Semir versuchte die Fesseln zu öffnen. Dabei drehte er sich, welches sofort einen stechenden Schmerz in seinem Bein hervorrief. Er schrie leise auf. “Okay… ich bin frei. Den Rest schaffen wir gemeinsam…” versprach Georg und löste die zweite Schelle allein. Die Handfessel fielen in den Staub. Georg tastete sich zu Semirs Bein vor. “Oh… das sieht nicht gut aus…” meinte er nur. “Was denn?” wollte Semir wissen. “Da liegt ein ziemlich großer Stein drauf. Ich versuche ihn weg zu ziehen und Sie dann das Bein ... okay?” wollte er wissen. “Ja sicher...” stöhnte Semir. Georg hob den Brocken an. Semir spürte wie der Stein angehoben wurde. Doch damit kam auch der Schmerz “Ahhhhhhhhhhhhhhhhhh...........” schrie er laut. “Verdammt....es geht nicht. Dein Fuß ist ziemlich eingeklemmt. Wenn ich den Stein bewege, dann ...” erklärte Georg und ließ den Stein langsam runter. Semir spürte die Tränen des Schmerzes übers Gesicht laufen. “Lass....ich kann nicht mehr....verdammt....Georg...mein Handy... vielleicht funktioniert es noch...in der Tasche...” stieß Semir stöhnend aus. Georg verstand. Semir spürte seine Hände und wie das Handy herausgezogen wurde. Tatsächlich funktionierte es. “Es geht!!” stieß Georg freudig aus. “gib es mir... ich rufe Jan an..” bat Semir. Georg gab es hin. Semir wählte Jan an. “Semir!! Gott sei dank.... bist du in Ordnung?” hörte er seinen Kollegen fragen. “Nicht ganz...ich bin eingeklemmt. Mein Bein....ich denke es ist gebrochen. Holt uns hier raus. Georg ist unverletzt, so scheint es jedenfalls...” gab Semir durch. “Das ist nicht so einfach.... wir müssen die gesamte Straße sperren. Ein LKW hängt mit seinem Führerhaus direkt in dem Loch. Kannst du mir sagen wie es bei dir aussieht?” hörte er Jan fragen. “Ich liege etwa dreißig Meter von dem Tunneleingang entfernt. Kein Licht. Ich sehe hier kaum etwas. Die Luft ist zum schneiden dick und mein Bein ist wie gesagt unter einem ziemlich großen Stein eingeklemmt. Georg hat versucht ihn anzuheben, aber damit quetscht er nur meinen Fuß.” erklärte Semir weiter.


    Jan sah den Einsatzleiter der Feuerwehr an. Dieser hatte natürlich mitgehört. “Okay... wir haben den LKW gleich weg und dann fangen wir an die Brocken zu entfernen. Es wird allerdings noch einige Stunden dauern...” gab er zu verstehen. Jan nickte. Er gab es an Semir weiter. “Ist Paschner auch verletzt?” wollte Jan wissen. “Nein...oder nur leicht, ich weiß es nicht. Mein Bein scheint zu bluten, es läuft etwas warmes aus der Wunde....” kam von Semir. “Okay.... wir holen dich raus, halt nur durch....” versuchte Jan auf Semir einzureden. Jan sah den Einsatzleiter an. “Was meinen Sie wie lange es dauert?” wollte er wissen. “Vielleicht ein oder zwei Stunden, vielleicht mehr. Wenn sich das Wetter nun so verändert, das es regnet, dann wird es kritisch. Und genau danach sieht es aus. Der Kran, der den LKW rausziehen soll braucht etwas länger als gedacht. Wir müssen aufpassen, dass kein Gestein nachrutscht und vor allem das der LKW nicht weiter hineinrutscht. Wie geht es Ihrem Kollegen und dem Anderen?” kam die Gegenfrage. “Mein Kollege ist wie Sie gehört haben eingequetscht. Dem Anderen scheint es sehr gut zu gehen. Ich muss meine Chefin anrufen...” murmelte Jan und rief bei Anna an. Diese reagierte entsetzt, als sie hörte, das Semir verschüttet ist. “Ich werde dafür sorgen, das die Rettungsarbeiten voran getrieben werden. Wie geht es Semir?” wollte auch sie wissen. Jan erklärte es und versuchte dabei sachlich zu bleiben. Er war froh, das Anna nicht die näheren Umstände wissen wollte. Sie versprach sich darum zu kümmern und beendete das Gespräch. Er sah in das Loch wo sein Kollege mehrere Meter tiefer verschüttet war. Die Steinbrocken waren ziemlich groß und er konnte sich vorstellen, wie es da unten aussehen musste. Doch er wollte Semir nicht allein lassen. Vielleicht konnte er von der anderen Seite des Tunnels etwas ausrichten. Man musste doch alle Möglichkeiten in Betracht ziehen. Verstohlen sah Jan sich um. Niemand schien auf ihn zu achten. Er ging in den U-Bahnschacht zurück.

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