Ghost - Nachricht von Ben

  • Halihalo ihr da an den Computerildschirmen! :D
    Ihr wisst es ja schon... die Finger von der Tastatur lassen... für Juli und mich ist es mitlerweile zu einem Ding der Unmöglichkeit geworden. ^^
    Diesmal haben wir etwas sehr außergewöhnliches gemacht... es ist der Krasse unterschied zu dem, was wir biher kennen gelernt haben und genau desshalb hatte es für uns so einen großen Reiz diese Geschichte zu schreiben. 8o
    Einige von euch werden den Titel wahrscheinlich mit Schrecken gelesen haben und das nicht zu unrecht...
    Wir haben was sehr neues gewagt, jemandem eine ganz andere Persönlichkeit verpasst... ihr werdet sehen...
    Da wir nicht wissen wie ihr reagiert :S : Wir können die Story jederzeit abbrechen, wenn ihr das wollt.
    Jetzt is aber schluss mit den Reden, wir fangen einfach mal an; sowohl positive, als auch Negative Feeds sehr erwünscht :D


    Liebe Grüße!



    Ghost – Nachricht von Ben...
    (Juliii94 & Alexandra)


    Kapitel 1!


    „Manchmal sind die Dinge gar nicht so, wie man sichs vorgestellt hat, sondern besser! Manchmal ist das einzige was zählt, das ich nicht nachdenke, sondern vergesse! Mach die Lichter an! Ich geh in Flammen auf! Kann auf Wasser geh´n ich...“, Kim verstummte abrupt, als ihr Handy klingelte.
    Marlon ruft an, stand auf dem Display. Genervt drückte sie ihn weg, schaltete das Handy aus und begann wieder im Rhythmus der Musik ihre Fenster zu Polieren, durch die warme Sonnenstrahlen ihr Gesicht kitzelten. Leise begann sie wieder mit zu singen, doch ihre gute Laune, die sie zu dem Hausputz am Samstag morgen bewogen hatte, war verschwunden. Warum konnte er nicht einfach akzeptieren das es aus war zwischen ihnen, schon seit Monaten?! Selbst das sie ihm erzählt hatte, das sie mittlerweile mit einem anderen glücklich war hatte nichts gebracht, immer noch terrorisierte er sie mit anrufen, Briefen und Rosensträußen, bei denen sie manchmal das Gefühl hatte sie seien größer als sie selbst.
    Er glaubte ihr allerdings nicht im geringsten das sie ihn nicht mehr liebte und daher natürlich auch nicht das es einen neuen Mann gab, der sie ganz und gar in seinen Bann gezogen hatte. Anfangs hatte das auch nicht gestimmt, doch jetzt war es die Wahrheit. Sie wusste nicht wie viele Jahre es her war das sie sich so jung und verliebt gefühlt hatte, wann das Gefühl auf Wolken zu schweben das letzte mal ihre Stimmung bestimmt hatte. Er war wie ein Wirbelwind in ihr Leben gestürmt und hatte alles durcheinander gebracht. Doch das schlimme war das es ihr gefiel, nicht mehr nur die Strenge, frustrierte Chefin von zwei, nun, wie sollte sie es beschreiben...außergewöhnlich Regeln verachtenden Polizisten zu sein. Ben Jäger und Semir Gerkhan kosteten sie während des Dienstes all ihre Nerven und die gesamte PAST stand hinter ihnen, sie hatte größte Mühe die Positionen zu halten und klar zu machen das SIE die Chefin war. Doch der Ausgleich, ihren Wirbelwind Abends ganz für sich zu haben ließ sie auch die beiden Mühelos ertragen.
    Gerade besserte sich ihre Laune wieder und die Fenster glänzten, da klingelte es an der Haustüre. Schnell strich sie ein paar Strähnen ihres Haars, die dem Knoten in ihrem Nacken entwischt waren, hinters Ohr und sah dann durch den Spion. Niemand zu sehen, sie ahnte das es schon wieder einer dieser Briefe von Marlon war. Und sie sollte recht behalten; auf der Fußmatte lag ein weißer Umschlag. Kim hob ihn auf, riss den Umschlag rücksichtslos auf und begann zu lesen.


    Meine liebste Kim,
    Ich weiß nicht mehr weiter. Warum reagierst du nicht mehr auf meine Anrufe, antwortest nicht auf meine Briefe? Warum redest du dir bloß ein mich nicht mehr zu lieben?! Du weißt das ich dich liebe und das du mich liebst!
    Diese Geschichten von einem neuen Mann, ich weiß das sie gelogen sind! Du liebst nur mich, du solltest es dir endlich eingestehen, anstatt deiner Angst vor festen Beziehungen nachzugeben. Es ist nur eine kleine Blockade und ich werde dir helfen sie zu beseitigen, mein Engel! Gemeinsam können wir das schaffen! Du bist eine starke, wundervolle Frau!
    Unsere Liebe ist unsterblich und das weißt auch du.
    Niemals werde ich dich verlassen, ich bin immer bei dir um dich zu beschützen.
    Sei dir sicher, liebste, sollte dir jemand böses wollen oder zu nahe kommen, so werde ich da sein um dich zu beschützen und dich aufzufangen!
    Vergiss das nie! Ich werde nicht aufgeben, bis du endlich einsiehst das wir füreinander geschaffen wurden!
    Tausend Küsse sendet dir
    dein dich über alles liebender
    Marlon


    Sie schlug die Tür zu, warf den Brief von sich und ließ sich an der Wand hinunterrutschen. Sie hatte keine Ahnung wie lange sie diesen Terror noch ertragen konnte und vor allem wie lange sie es ihm noch verschweigen konnte. Sie ekelte sich vor sich selbst, weil sie ihn anlog, doch sie sah keine andere Möglichkeit ihn da nicht mit hineinzuziehen.

  • Vielen dank für die Feeds!
    Weiter geht´s ^^
    LG Alex!


    Kapitel 2!


    „Jetzt sag schon!“, forderte Semir lachend. Ben sah erschrocken von den Akten über denen er brütete auf. „Was soll ich sagen?“, spielte er den unschuldigen, doch Semir kannte ihn so gut das er natürlich bemerkt hatte das Ben seit einigen Wochen nicht mehr der alte war. Er war ständig in Gedanken und hatte oft ein seliges Lächeln auf den Lippen, es war nicht besonders schwer zu erraten das er bis über beide Ohren verliebt war. „Wer sie ist. Kenne ich sie?“
    Ben schüttelte den Kopf, sagte aber nichts. „Jetzt sag schon! Wir sind doch Freunde und die Giftspritze ist nicht da um uns das Fell über die Ohren zu ziehen. Wer ist sie, wie heißt sie, wie sieht sie aus?“
    „Das geht dich nichts an, Semir!“, lachte er leise. „Hey! Wie war das mit den Freunden und Freunde erzählen sich alles?! Ich erzähl dir doch auch von jeder Ehekrise mit Andrea!“
    „Ja, das kommt ungefähr jeden zweiten Tag vor!“
    „Ach komm schon Ben, von mir erfährt niemand etwas!“, er setzte einen Dackelblick auf, bei dem es schwer war zu widerstehen. Doch er musste standhaft bleiben. Wenn jemand von ihrer Beziehung erfuhr, dann würde sie sofort in ein anderes Universum versetzt werden und das wollten sie beide nicht. Ja, er war tatsächlich mit Kim Krüger zusammen; seiner Chefin!
    Er musste lächeln... das ihm das nach Saskia noch einmal passierte... unglaublich. Eigentlich hatte er ja die Nase von den Streitereien des Berufs bezüglich gründlich voll gehabt, aber Kim machte deswegen keinen Stress, sie war gar nicht die Vorschriftenverliebte Giftschlange, für die sie alle immer hielten, Privat war sie ganz anders. „Und wenn es jemand herausfindet und uns verpfeift haben wir eben Pech gehabt! Das einzige was zählt sind wir.“, sagte sie immer. Man musste sie einfach mögen und ihm blieb nichts anderes übrig als sie zu lieben. Ein Schnipsen holte ihn aus seiner Traumwelt. Semir fuchtelte mit der Hand vor seinem Gesicht herum. „Hallo?! Lebst du noch?!“, wollte er wissen und ließ sich dann wieder auf seinen Stuhl fallen.
    „Also, von mir erfährst du nichts! Aber du bist doch so ein Supercop, finde es doch selbst heraus...“, grinste er und machte sich dann wieder daran seinen Bericht fertig zu tippen. Empört verschränkte er die Arme vor der Brust und starrte ihn feindselig an.
    Ben ignorierte die Blick, bis Susanne die beiden auf die Autobahn zu einem Unfall schickte, schon war der kleine Zank vergessen.


    Kim überflog noch einmal den Brief und hatte dabei große Mühe die Tränen zurück zu halten. Da sah sie das sie ein P.S. Überlesen hatte:
    Wir müssen reden!
    Treffe mich heute um 17 Uhr in unserem Café!


    Es gefiel ihr ganz und gar nicht, doch er hatte recht! Sie mussten reden. Dieser Terror musste endlich enden, noch bevor Ben etwas davon erfuhr, er würde Marlon persönlich die Hölle heiß machen oder ihm irgendetwas anhängen wofür er eine Bewährungsstrafe erhielt...
    Er war wirklich sehr unbedacht... das er Marlon etwas antat, das war ihr egal, jedoch hatte sie Angst das Ben sich in irgendetwas verrennen würde... hitzköpfig genug war er auf jeden Fall. Es gab für sie keine andere Möglichkeit, sie musste mit ihm reden, auch wenn ihr vor der Diskussion, seinen ewigen Versuchen sie zurückgewinnen und dem Streit der unweigerlich bevor stand graute.
    Hoffentlich konnte er endlich akzeptieren das Schluss war, sonst würde sie sich Hilfe holen müssen... von Kollegen oder am besten von einem Psychologen.
    Leise seufzend sah sie auf die Uhr. Heute war ihr freier Tag und bis 17 Uhr waren es noch über fünf Stunden. Warum also nicht mal was für sich tun?
    Damit stand sie auf, warf den Brief in den Kamin damit sie ihn beim nächsten mal verbrennen konnte, löste ihre Haare und zog sich um. Ein ordentlicher Einkaufsbummel war genau das was sie jetzt brauchte.

  • Und weiter gehts!




    Kapitel 3!


    „Ich versteh das nicht…“, grummelte Semir vor sich hin. „Was verstehst du nicht?“ Ben ahnte noch nicht, dass Semir schon wieder auf das Thema von vorhin zurück kam. „Na, warum du mir nicht einfach sagst, wer es ist! Wo liegt denn da das Problem?“ Ben verdrehte bloß die Augen. „Ach Mensch… Semir… warum kannst du das nicht einfach akzeptieren? Ich KANN dir nicht sagen, wer sie ist! Jedenfalls jetzt noch nicht…“ Eigentlich hätte er Semir sogar gerne davon erzählt, aber es ging wirklich nicht. Erstens wäre er bestimmt nicht gerade begeistert davon, wo er Kim doch so überhaupt nicht wirklich leiden wollte und außerdem würde sie sofort versetzt werden, womöglich in eine komplett andere Gegend! Das wollte er nicht. Semir musste sich einfach noch ein wenig gedulden, ewig würden sie beide die Beziehung wohl kaum verheimlichen können, aber bis es soweit war, würde Ben den Mund halten, egal wie oft Semir ihn auch nerve!


    Vollbepackt mit Tüten, stieß Kim ihre Haustür mit einem leichten Fußtritt zu. Erschöpft ließ sie alle Taschen von sich fallen, der Trip war mehr Kampf als Erholung gewesen! Es war Samstagmorgen, die Stadt war vollkommen mit Menschen überfüllt gewesen! Doch trotzdem war sie froh, dass sie losgezogen war, denn ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es nur noch gut anderthalb Stunden bis zum Treffen waren. Hoffentlich würde sie Marlon endlich zur Vernunft bringen können! Aber sie beschloss, noch heute Abend mit Ben über die ganze Sache zu reden. Alleine hielt sie diesem Druck nicht mehr stand. Jetzt wo sie ihn hatte musste sie das ja auch nicht mehr... total unglaublich, sie hatte sich in einen ihrer Schützlinge verliebt... Sie schnappte sich das Telefon und ließ sich dann auf ihre gemütliche weiße Designercouch fallen, die einfach perfekt zum Entspannen war. Nach einem kurzen Moment des Zögerns, wählte sie schließlich seine Nummer.


    Ben zuckte zusammen als sein Handy klingelte. Er war völlig in das Lesen einer Akte vertieft gewesen. „Jäger?“, nahm er ab. „Ben? Ich bins, Kim…“ Sofort bildete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht und er drehte sich ein wenig abseits um den stechenden Blicken Semirs zu entgehen. „Ach du bist’s!“, sagte er freudig und Semir war sofort hellhörig. Vielleicht konnte er jetzt endlich mehr erfahren. „Stör ich?“, fragte Kim. „Nein, quatsch! Was gibt’s denn?“ „Ich wollte fragen, ob du heute Abend vorbei kommen kannst. Ich hätte da was mit dir zu bereden…“ Ben schien es als hätte er eine leichte Verzweiflung in ihrer Stimme erkannt. „Ähm, ja klar. Was ist denn los?“, fragte er mit besorgtem Unterton. „Das erklär ich dir dann später. So um 20 Uhr?“, und ihre Stimme klang wieder etwas freudiger. „Passt genau! Ich freu mich.“ Kim musste lächeln. „Ich liebe dich!“, flüsterte sie nach kurzem Zögern. „Ich dich auch!“ Damit wurde das Gespräch beendet.
    Als Ben sich wieder umdrehte musste er in ein grinsendes Gesicht seines Partners gucken. „War sie das?“ Erneut verdrehte Ben die Augen, musste jedoch auch grinsen. „Wenn du’s genau wissen willst… Ja!“ Damit stand er auf und verließ das Büro um sich einen Kaffee zu holen und weiteren Fragen aus dem Weg zu gehen.


    Kim machte sich unterdessen für das Treffen mit Marlon bereit. Bens Stimme am Telefon zu hören, hatte ihr Kraft gegeben sich dafür zu entscheiden, wirklich in das Cafe zu gehen. Noch einmal tief durchatmend schnappte sie sich ihre Jacke und den Schlüssel und machte sich schließlich auf den Weg…

  • Guten Morgen!!
    Nur so als kleine Zwischeninfo, damit ihr euch nich auf was freut, was nicht kommt; die Sotry ist nach Ghost - Nachricht von Sam benannt worden, aber nicht danach aufgebaut!
    Vielen tausend dank für die Feeds!
    LG! ^^


    Kapitel 4!


    Immer wieder warf sie einen Blick auf die große Uhr an der Wand, das sie nervös war verbarg sie jedoch bis auf diese kleinen Gesten sehr gut.
    Wie jedes mal wenn die Tür sich öffnete hob sie den Blick... auch diesmal... und diesmal war er es! Groß, Muskel bepackt, blonde, kurze, gegeelte Haare, kantiges Gesicht... Man wollte ihm bestimmt nicht allein in einer dunklen Gasse begegnen...
    „Kim, liebes...“, er beugte sich zu ihr hinunter um sie zu küssen, doch sie drehte den Kopf weg und murmelte: „Setz dich... wir haben einiges zu bereden.“
    Widerwillig nahm er platz und schickte die die unfreundliche Bedienung weg.
    „Marlon... Es gibt nur einen einzigen Grund warum ich hergekommen bin. Ich will das du endlich verstehst das es aus ist!“ „Aber Kim... warum redest du dir denn so etwas ein mein liebes? Du weißt doch das wir uns lieben!“, er lehnte sich über den Tisch und wollte ihre Hände greifen, doch sie reagierte schnell und zog sie aus seiner Reichweite.
    „Ich liebe dich nicht Marlon! Du weißt das ganz genau!“
    „Doch das tust du! Du verdrängst es nur, du hast Angst vor einer festen Beziehung aber ich kann dir darüber hinweg helfen, wir...“, dieser Besitzergreifende Ton, schon wieder dieser Satz! Das war zu viel!
    „Wann verstehst du das endlich?! Es gibt kein WIR! Das kurze wir ist lange gestorben! Ich liebe dich nicht, ich habe auch keine Angst vor einer Beziehung, ich habe nämlich eine! Ja, du hast richtig gehört! Es gibt einen Mann in meinem Leben, ich liebe ihn sehr und wir sind glücklich zusammen! Er ist liebevoll, verständnisvoll, sieht um Längen besser aus als du und er lässt mich atmen! Er ist da wenn ich ihn brauche und ich bin da wenn er mich braucht, er lässt mir meinen Freiraum, schreibt mir keine schrecklichen Briefe, überhäuft mich nicht mit Blumen und terrorisiert mich nicht mit Anrufen! Du sollst mich endlich in ruhe lassen, wann verstehst du das endlich?!“, die ganze Wut die in ihr geschlummert hatte brach mit einem mal heraus und brachte sie dazu ihn angsterregend anzuschreien. Sie sprang auf, „Wenn du es auch nur noch einmal wagst mir zu nahe zu kommen oder dich in irgendeiner weise bei mir zu melden, dann schwöre ich dir, zeige ich dich wegen Stalking an! Ich hoffe für uns alle wir sehen uns nie wieder!“, fauchte sie leise und bedrohlich. In diesem Moment konnte man sie wirklich für eine Giftschlange halten, sie hatte genau den Ton angeschlagen, den sie auch immer anschlug wenn sie Ben und Semir zurechstutzte. So sehr sie versuchte sich zusammen zu reißen, sie konnte nicht anders; sie schnappte sich ihre Sachen und verließ fluchtartig das Kaffee, sie hielt die starrenden Blicke nicht mehr aus.
    Doch als sie die Dämmrige Straße entlang lief wurde sie plötzlich an der Schulter festgehalten und ruppig herum gerissen. Marlon stand vor ihr und starrte sie wütend an. Obwohl sie einiges gewohnt war überkam sie Angst, etwas wahnsinniges schimmerte in seinen Augen.
    „Lass mich los!“, hauchte sie mit ängstlicher, tonloser Stimme.
    „Du lügst! Es gibt keinen anderen!“, rief er, und umfasste fest ihre Oberarme, damit sie sich nicht befreien konnte. „Doch, den gibt es...“, Tränen traten ihn ihre Augen, als er fester zudrückte. „Wer ist es?! Sag schon!“
    „Du tust mir weh!“, sagte sie nur. „WER?!“, schrie er nun so laut das seine tiefe Stimme von den Hauswänden widerhallte. „Wenn ich es dir sagen würde würdest du ihm was antun! Lass mich los! Du brichst mir die Arme!“, jetzt konnte sie die Tränen nicht mehr zurück halten, der Schmerz breitete sich immer weiter aus.
    Da mischte sich plötzlich eine weitere Stimme zu seiner, die Worte: „Du Schlampe, du...“ und „Lassen sie die Frau los!“, mischten sich untereinander. Dann spürte sie einen heftigen Ruck, die Hände lösten sich von ihr, sie verlor das Gleichgewicht und fiel hin. Doch die Mühe aufzustehen machte sie sich nicht, sie blieb einfach liegen und schloss die Augen; ihre Umwelt blendete sie aus und sie wünschte sich nichts sehnlicher als das Ben jetzt bei ihr war, sie in die Arme schloss und tröstete. Wie hatte sie sich nur je auf diesen Mann einlassen können?! Jetzt hatte sie den Schlamassel, aber diese Aktion, das war zu viel gewesen! Jetzt hatte er eine Anzeige wegen Stalking und Körperverletzung am Hals! Das ließ sie sich nicht bieten! Von niemandem!
    Jemand kniete sich neben sie, legte ihr vorsichtig eine Hand auf die Schulter und fragte mit Italienischem Akzent: „Seniora... er ist weg, ist alles in Ordnung mit ihnen?“
    Kim schlug die Augen auf und blickte in das Gesicht eines jungen Italieners; ihm gehörte das Café. Langsam richtete sie sich auf und nickte, „Danke... das sie eingegriffen haben...“
    „Aber, aber Seniora! Das ist doch selbstverständlich! Ich sah wie sie sich mit ihm stritten und er ihnen hinterher lief... ich dachte mir, Marcello, da stimmt was nicht du musst nachsehen! Sind sie wirklich in Ordnung oder soll ich einen Arzt rufen?“
    Sie fuhr sich durch die Haare und stand dann mit Marcellos Hilfe auf. „Nein, es ist wirklich alles ok. Nochmal vielen dank... ähm...“, zerstreut zog sie eine Visitenkarte aus ihrer Tasche, „Wenn ich mich irgendwie erkenntlich zeigen kann melden sie sich einfach bei mir, Marcello.“
    „Sie sind Polizistin?“, fragte er etwas überrascht. Kim lachte. „Ja, da sollte man doch meinen eine Polizistin kann sich wehren... er hat mich einfach überrascht...“
    „Sie sind sehr mutig, Kim. Ich wünsche ihnen alles gute!“, damit verschwand er.
    „Komischer Kauz...“, murmelte sie. Dann rieb sie sich über die schmerzenden Arme und fuhr langsam nach Hause... die Zeit, bis Ben vor ihrer Tür stehen würde, würde sich endlos hinziehen...

  • Kapitel 5!


    Ben schaute auf die Uhr. Nur noch eine halbe Stunde, die ihn von seiner Liebsten trennte. Er freute sich, doch auch die Besorgnis war wieder in ihm. Das, was sie mit ihm bereden wollte, schien ihr wirklich verdammt wichtig zu sein, das hatte er ihrer Stimme eindeutig entnehmen können. Doch seine Gedankengänge wurden unterbrochen.
    „Ben? Hallo!! Ich rede mit dir!!“, wild fuchtelte Semir mit seinen Armen vor Bens Gesicht herum. „He?“, erst jetzt bemerkte er seinen bereits leicht gereizten Partner. „Wo ist er denn jetzt?“, fragte Semir zickig. Doch Ben verstand nur Bahnhof. „Häh? Wo ist wer?“ Semir verdrehte seine Augen. „Na du hörst mir ja wirklich toll zu! Ich frag dich jetzt schon seit gefühlten fünf Minuten wo der Durchsuchungsbefehl vom Fall Weber ist!“ „Durchsuchungsbefehl vom Fall Weber? Aber den hab ich dir doch schon vorhin auf den Tisch gelegt!“, gab er schnippisch zurück. „Ja anscheinend ja nicht! Im Gegensatz zu deinem Tisch ist meiner schließlich aufgeräumt! Da würde man sehen, wenn hier ein Papier liegt und hier liegt keins!“ Ben war sichtlich genervt von Semirs Gereiztheit. „Was machst du denn hier fürn Wind? Irgendwo wird der Wisch schon sein!“
    Diese Aussage machte Semir noch wütender. „Irgendwo!“, äffte er ihm nach. „Ich brauch den „Wisch“ aber jetzt! Kannst du nicht einmal wenigstens ein bisschen Ordnung halten??“ Jetzt reichte es auch Ben. Er verstand nicht, warum Semir aus der Sache jetzt so ein Staatsdrama machte. „Fängst du jetzt schon wieder damit an! Glaub mir, ich hab bis jetzt noch immer alles gefunden! Und ich weiß nur eins, ich hab diesen blöden Durchsuchungsbefehl vorhin auf deinen Schreibtisch gelegt!“
    Ben hatte keine Lust mehr. Ob er jetzt oder in einer halben Stunde Feierabend machte, war auch egal. Wütend über Semirs Art stand er auf, schnappte sich seine Jacke und wollte sich gerade wortlos aus dem Staub machen, als er plötzlich ein Stück Papier etwas abseits unter einer Akte auf Semirs Schreibtisch liegen sah. Wutschnaubend ging er hin, schnappte sich den Zettel und knallte ihn hart vor Semir auf den Tisch. „Hier! Vielleicht versuchst du’s das nächste Mal einfach mit Augen aufmachen, anstatt ständig rumzumosern!“, fauchte er ihn an und verließ dann das Büro.
    Als Semir den Zettel sah musste er schlucken. Er war wirklich zu weitgegangen. Gerade wollte er hinter Ben hergehen, um sich zu entschuldigen, da hörte er aber schon, wie ein Wagen den Parkplatz schnellen Tempos verließ. Sollte er nachher bei ihm vorbeifahren? Obwohl, wenn Semir das richtig mitbekommen hatte am Telefon, wollte Ben sich noch mit seiner Freundin treffen. Also entschied er sich, Ben sich erstmal beruhigen zu lassen und sich dann morgen sofort bei ihm zu entschuldigen. Doch irgendetwas in Semir, ließ ihn unruhig werden, aber er wusste nicht, warum. Wahrscheinlich war es nur das schlechte Gewissen, dachte er bei sich. Semir beendete noch schnell seine Arbeit und fuhr dann selbst nach Hause, nicht ahnend, dass aus der Entschuldigung am nächsten Tag wohl doch nichts werden würde…


    Ben war inzwischen bei Kim angekommen. Sein Gemüt hatte sich wieder etwas beruhigt, er freute sich jetzt einfach auf einen schönen Abend mit seiner Freundin. Schnell sprintete er die Treppen zu ihrer Wohnung hoch und klingelte. Keine halbe Minute später öffnete sich die Tür und sie lächelte ihm entgegen. Während sie in einen innigen Kuss verfielen schloss Kim wieder die Haustüre. „Na, wie geht’s?“, fragte sie als sie sich wieder voneinander gelöst hatten. Ben seufzte. „Ach… ich hatte gerade mit Semir nen im Grunde bescheuerten Streit… Aber das ist jetzt nicht so wichtig!“, wiegelte er ab. „Sag mir lieber wie dein Tag war!“, lächelte er ihr zu. Doch Kim atmete nur schwer aus und ließ sich auf die Couch fallen. „Wenn du’s genau wissen willst… scheiße…“ Ben ließ sich ebenfalls neben sie fallen. „Was war denn los?“, fragte er mitleidig blickend und stich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
    Kim war froh das Ben endlich bei ihr war, das sie sich einfach in seinen starken Armen fallen lassen konnte, einmal nicht die strenge Chefin sein musste. Sie war froh, mit jemanden offen sprechen zu können.
    „Ach… es ist wegen Marlon…“, begann sie. „Marlon?“, fragte Ben nach, als er bemerkte, dass sie nicht weitersprach. Kim nickte und begann zu erzählen…

  • Nun, ihr wollt also das es los geht?!
    Dann geht´s jetzt auch los!!! Ihr habt´s nicht anders gewollt...
    Vielen Dank für die vielen Feeds! *euch mal wieder ganz fest knuddel* :D


    LG Alex!


    Kapitel 6!


    Als Kim an der Stelle angelangt war und erzählte das Marlon sie festgehalten hatte schob er vorsichtig, aber schnell den Ärmel ihres Shirts hoch und erblickte die blauen Flecke die sein Griff hinterlassen hatte. „Ich bring den Scheißkerl um!“, fauchte er wütend und machte Anstalten aufzustehen, doch sie hielt ihn zurück. „Bitte, Ben... nicht!“, da war wieder dieser Harsche Ton, den sie sich einfach nicht verkneifen konnte. „Kim, der Scheißkerl hat dich verletzt! Was du mir erzählt hast... er ist einfach das aller letzte!!!“
    „Ich weiß und deshalb hat er morgen eine dicke, fette Anzeige am Hals! Ich will nicht das du dich da einmischt... bitte...“, ihre Stimme war sanfter geworden und sie zog ihn hinunter um sich wieder in seine Arme kuscheln zu können. „Er hat das nicht verdient! Dem muss mal jemand eine Ordentliche Lektion erteilen!“, er war furchtbar wütend! Ein Mann der sich an Frauen vergriff war sowieso schon das allerletzte, aber hier war es noch um einiges Extremer: Er hatte sich an der Frau vergriffen die er liebte!
    „Bitte...“, hauchte sie und küsste ihn dann um ihn von den dummen Gedanken abzubringen, die in seinem Kopf umher schwirrten. Widerwillig gab er nach und ließ das Thema fallen. Es hatte sowieso keinen Sinn sich mit Kim zu streiten, sie gewann immer, ob sie nun recht oder unrecht hatte... Anstatt dessen sprachen sie über dieses und jenes... über Gott und die Welt. Ben schaffte es sogar ihr ein lachen zu entlocken, eine kleine Geste, die ihm so viel bedeutete. Sie lachte viel zu wenig. „Ich möchte nicht allein sein... Bleibst du heute Nacht?“, fragte sie plötzlich. Er nickte lächelnd und eine halbe Stunde später waren sie eng aneinander geschmiegt eingeschlafen.


    Semir funkelte ihn böse an. Sie standen in einem Raum voller Vasen, Gläser, Windlichter und jeder Menge anderer zerbrechlicher Dinge. Plötzlich griff Semir nach einer leeren Flasche und warf sie nach Ben. Er konnte sich gerade noch ducken bevor sie hinter ihm an einer Wand in tausend Scherben zerbarst. „Was soll das?!“, rief er wütend und seine Stimme wurde tausendfach zurückgeworfen. Doch anstatt einer Antwort lachte Semir nur gehässig; gehässig und widerlich, so das Ben ein eiskalter Schauder nach dem anderen über den Rücken lief. Er war nicht er selbst, es schien als habe eine Art Dämon Besitz von ihm ergriffen. Da entdeckte Ben eine weitere Person die auf sie zu kam; es war Kim! Er rief ihren Namen, doch sie stimmte nur in Semirs lachen ein, ebenso schrecklich. Die beiden umkreisten ihn, das Lachen wurde immer lauter, dröhnte in seinen Ohren. Dann umfassten ihre Hände seine Kehle und drückten zu... immer und immer fester. Er bekam keine Luft mehr, sein Schrei war nur noch ein Röcheln, während er verzweifelt versuchte sich zu befreien...


    Kerzengerade saß er im Bett, seine Haare klebten in seinem verschwitzten Gesicht und sein Atem ging flach und unregelmäßig. Ein Blick neben sich verriet ihm das Kim ruhig und friedlich schlief. „Nur ein dummer Traum...“, murmelte er leise und schlug die Bettdecke zurück. Leise, um sie nicht zu wecken schlich er aus dem Schlafzimmer, schloss die Tür hinter sich und stieg die Treppe hinab um sich aus der Küche was zu trinken zu holen.
    Die dunkle Gestalt huschte lautlos in das Zimmer das er eben verlassen hatte. Grinsend sah die Person auf die schlafende Kim und streifte sich dabei Einmalhandschuhe über die Finger. Mit einem unterdrückten lachen öffnete er ihre Lippen und träufelte ein paar Tropfen aus einer kleinen Flasche in ihren Mund. „Träum süß, Kimmilein.“, säuselte er, dann schloss er die Tür wieder von außen und folgte dem Geräusch, das aus der Küche kam...

  • Bevors mit dem nächsten Teil weiter geht, muss ich noch was loswerden ;)
    Diesen Teil hat Alex geschrieben und dafür möcht ich ihr einfach auch von mir nochmal ein Lob aussprechen, weil ich weiß, was das wirklich für eine Herausforderung gewesen sein muss!


    Und noch als kleine Vorwarnung... macht euch auf einiges gefasst... es kommen ein paar harte Zeilen auf euch zu! Und ich hoffe ihr mögt unsere Story weiterhin :S



    Kapitel 7!


    Ben holte die Wasserflasche aus dem Kühlschrank und setzte sie direkt an die Lippen. Nach ein paar großen Schlucken stellte er sie wieder weg, lehnte sich mit dem Rücken an den Kühlschrank und fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. Immer noch hatte er ein komisches Gefühl in den Gliedern, das von dem Traum herrührte. Er wusste nicht warum, doch die Bilder die sein Unterbewusstsein da fabriziert hatte wühlten ihn unglaublich auf. Die Augen geschlossen fiel sein Kopf mit einem dumpfen Geräusch ebenfalls auf das haselnussbraune Holz hinter ihm. „Lässt du dich jetzt schon von albernen Träumen verrückt machen, oder was?“, murmelte er.


    „Selbstgespräche sind erste Anzeichen von Verrücktheit, Ben Jäger...“, die Stimme war eiskalt und ein amüsierter Ton schwang darin mit. Ruckartig hob er den Kopf und sah sein gegenüber an. „Was... Was machst du hier?!“, fragte er und seine Stimme zitterte leicht; das konnte nicht sein! Das war unmöglich... Sein Herz begann zu rasen, sein Atem wurde wieder flach und Angst überflutete ihn.
    „Mich dafür rächen, das du mein Leben versaut hast... Deine Freundin ist übrigens äußerst entzückend, ich muss sagen, du beweist mal wieder Geschmack...“


    „Ich soll dein Leben...?! ... Kim! Was hast du mit ihr gemacht?! Was?!“, schrie er wütend und ging auf den Eindringling zu.
    „Na na... ganz langsam!“, Ben blickte in den Lauf einer Waffe und blieb ruckartig stehen. Er war unbewaffnet und mit seinem Gegner war nicht zu spaßen... „Die liebe Kim schläft ein bisschen tiefer und länger als gewöhnlich... ganz schön leichtsinnig von ihr ihre Dienstwaffe einfach so herumliegen zu lassen... Aber so macht sie es mir um einiges einfacher ihr den Mord an dir in die Schuhe zu schieben.“, dieses Lachen... das war das Lachen aus seinem Traum, so eiskalt und böse... unwillkürlich begann er zu zittern und in diesem Moment wusste er das es vorbei war. Er hatte keine Chance mehr... So sollte es also enden. Mitten in der Nacht in Boxershorts in Kims Küche... Ein lauter Donner ließ beide ein wenig zusammen zucken, doch sie ließen sich nicht aus dem Augen. „Hör zu... wir können doch über alles reden...“
    „Reden?! Das hast du damals auch schon gesagt! Und was haben wir getan? Wir haben geredet und geredet und anschließend hast du mich in den Knast gesteckt du hinterhältiger, mieser Verräter!“
    „Bitte, wenn du mich jetzt umbringst wanderst du lebenslang hinter Gitter! Gib... gib mir die Waffe und wir vergessen das hier!“, forderte er mit bebender Stimme. Er hatte Todesangst doch er wusste nicht was er tun sollte... er hatte es hier mit einem skrupellosen Menschen zu tun.
    „Vergessen! Verarschen kann ich mich alleine! Dein letztes Stündlein hat geschlagen und du weißt das unausweichlich ist was schon damals hätte passieren sollen! Ich hoffe du musst leiden, wo auch immer du hingehst...“, schon wieder hallte dieses Lachen durch die Küche, Ben schüttelte den Kopf und ging unwillkürlich ein paar Schritte zurück.
    Er sah entsetzt wie sich ein Finger um den Hahn von Kims Dienstwaffe krümmte, das Lachen dröhnte schrecklich in seinen Ohren... Dann hörte er den Knall, der durch die gesamte Wohnung hallte und seine Augen weiteten sich vor entsetzen.


    Seine Hand wanderte zu dem klaffendem Loch in seinem Hals, während seine Knie nachgaben. Er spürte das Blut zwischen seinen Fingern durchsickern und wie es seine Kehle füllte und ihn zu ersticken drohte. Er würgte und ein riesiger Schwall Blut lief wie ein Wasserfall über seine Lippen, über seine Arme und seine nackte Brust. Verzweifelt versuchte er zu atmen und der Schütze ergötzte sich daran wie er verzweifelt nach Luft rang, röchelte, hustete und immer mehr Blut spuckte. Die Panik die ihn lähmte war unerträglich, er hatte nie Angst vor dem sterben gehabt, denn jedes mal wenn er dem Tod von der Schippe gesprungen war hatte er keine Zeit gehabt darüber nachdenken. Jetzt sah das jedoch ganz anders aus, er hatte furchtbare Angst was ihn erwarten würde... Alles verschwamm vor seinen Augen und nicht nur sein Blick trübte sich, sondern auch die Schmerzen schienen verzerrter und schwächer... Die Szene war so grausam das sie selbst für einen Horrorfilm ungeeignet schien, doch die Lippen des nächtlichen Besuchers umspielte ein vergnügtes Lächeln als er Ben so sah; im Kampf mit dem Tod... die Augen weit aufgerissen, von Panik erfüllt. Mit der Schuhspitze gab er ihm einen leichten Tritt gegen die Schulter und er fiel auf den Rücken. Das einzige was man hörte waren Bens letzte verzweifelte Versuche nicht zu ersticken und wie ein großes Fleischmesser aus dem Messerblock gezogen wurde. Er beugte sich über den schwach zuckenden Körper und musste einem weiteren Schwall Blut ausweichen. Dann rammte er ihm mit voller Wucht das Messer ins Herz. Ben spürte wie das kalte Metall in seinen Körper eindrang, doch Schmerzen... Schmerzen waren da nicht. Sein Kopf war plötzlich unglaublich klar... er dachte an seinen Vater, mit dem er sich erst vor kurzem ausgesprochen hatte, an Julia, wie seine kleine Schwester seinen Tod wohl aufnehmen würde und er dachte an Semir und Kim... hoffentlich würde Semir ihm diesen dummen Streit vom Abend verzeihen und Kim aus dem Schlamassel helfen, beweisen das sie es nicht gewesen war die ihm das Leben genommen hatte... seine Kim...


    Ein allerletztes mal bäumte sich der Körper des jungen Mannes ein wenig auf, dann rührte er sich nicht mehr. Er schien in einem Meer aus schwärze und nichts hin fort zu treiben... in eine Welt ohne Schmerzen... ohne Leid... ohne Hass...
    Sein Mörder legte einige letzte Spuren, dann verschwand er.
    Noch immer lief Blut aus seinem Mund und aus der Wunde an seinem Hals und bildete zusammen mit dem schon geflossenen Lebenssaft eine riesige Blutlache um seinen Körper herum. Das Messer steckte noch immer in seiner Brust und diese wunderschönen braunen Augen starrten ins nichts, gebrochen, das Leben aus ihnen gewichen.


    Ben Jäger war tot... gestorben, ohne Chance sich zu wehren als man ihn eiskalt ermordete...

  • Nach einer so wunderbaren Folge *kreisch* :D Kann ich gar nicht anders;
    Ok, ihr bekommt einen dritten Teil, Aber nur ausnahmsweise!!! ;)
    Tausend dank für die... ähm... geschockten Feeds.. :S
    Ich hab ja gesagt wir haben was außergwöhnliches gemacht!
    Bitte macht weiter so!
    Letztes mal hat es doch so klasse funktioniert! Also: F-E-E-D-S! :D
    LG Alex!


    Kapitel 8!


    Semir schlief die ganze Nacht lang sehr unruhig. Er wusste nicht warum, aber irgendetwas in ihm ließ ihn einfach nicht einschlafen. Irgendwas lief gerade falsch, aber er wusste nicht was. Unweigerlich musste er wieder an den Streit mit Ben denken. Warum nahm ihn das bloß so mit? Er würde sich morgen früh entschuldigen und er wusste, dass Ben in dieser Hinsicht nicht sonderlich nachtragend war. Morgen Abend war die ganze Sache höchstwahrscheinlich wieder längst vergessen. Mit diesem Gedanken drehte er sich erneut um und schlief weiter, doch das ungewohnte Gefühl in ihm ließ nicht nach…
    Kims Kopf dröhnte fürchterlich als sie langsam aufwachte. Sie hatte das Gefühl, als ob sie am Abend vorher ziemlich viel getrunken hatte. Langsam drehte sie sich um, um einen Blick auf die Uhr zu erhaschen. Als sie sah, dass halb zwölf bereits durch war ließ sie ihren Kopf ins Kissen zurückfallen. Dies bereute sie jedoch sofort, ein ungeheurer Schmerz durchzuckte sie. Mühsam versuchte sie sich zu erinnern, was gestern Abend geschehen war. Sie hatte sich mit Marlon getroffen… und dann war Ben noch gekommen… sie hatte ihm alles erzählt… aber dann? Was war dann geschehen? Sie konnte sich nicht daran erinnern, Alkohol zu sich genommen zu haben…
    Erst jetzt fiel ihr auf, dass das Bett neben ihr durchwühlt war. Ben hatte also hier geschlafen. Aber wo war er jetzt? Es war Sonntag, zu Arbeit musste er im Regelfalle ja nicht, aber was hieß schon in der Regel… Wusste sie doch selbst zu gut, dass Polizisten im Grunde immer im Dienst waren. Vielleicht musste er los und wollte sie nicht wecken, dann hatte er bestimmt in der Küche einen Zettel hinterlassen, dachte sie sich. Vorsichtig stand sie auf, doch musste sich sofort an ihrem Kleiderschrank festhalten. Ihr Kopf tat ihr immer noch furchtbar weh und alles drehte sich. Ihr erster Weg führte sie in ihr Bad. Als sie in den Spiegel sah erschrak sie regelrecht vor sich selbst, sie sah furchtbar aus! Schnell schnappte sie sich eine Kopfschmerztablette und nahm sie ein. Nachdem sie ihr Gesicht mehrere Male hinter einander mit kaltem Wasser überschüttet hatte, fühlte sie sich etwas wacher und machte sich langsam schlurfend auf den Weg in die Küche.
    Doch als sie in den Flur ging stockte sie. Dort lag Bens Jacke und seine Schuhe… War er etwa doch noch in ihrer Wohnung? „Ben?“, rief sie mit schwacher Stimme. Ihr Kopf zuckte bei jedem einzelnen Buchstaben fürchterlich zusammen. Doch es kam keine Antwort. „Ben?“, rief sie nun etwas lauter. Doch wieder keine Antwort. Unruhe machte sich in ihr breit, die sie nun endgültig hellwach werden ließ; auch ihr Instinkt meldete sich zu Wort. Ihr Körper war vollkommen angespannt, als sie langsam in Richtung Küche ging. Noch einmal rief sie seinen Namen, in der Hoffnung, dass er endlich antworten würde, doch wieder nichts. Vorsichtig schob sie mit einer Hand die Küchentür langsam auf. Das Holz knarrte und ihr Atem ging unweigerlich schneller. Ihr erster Blick fiel auf den Boden. Überall waren Blutspritzer und direkt daneben, ihre Dienstwaffe!
    Sie hob ihren Kopf und drehte sich blitzschnell um, doch das was sie da sah, ließ ihr das Herz stehen bleiben. Nein, nein! Das konnte nicht sein! NEIN! Alles in Kim schrie! Sie wollte nicht glauben was sie da sah! Er durfte nicht, nein… er durfte einfach nicht. Sofort ließ Kim sich zu Ben auf den Boden fallen und hob seinen Kopf an. Schnell waren ihre Hände voller Blut. Als sie in die leblosen Augen des Mannes, den sie liebte, schaute, brach sie völlig in sich zusammen. Tränen überfluteten ihr gesamtes Gesicht und ein durchdringender Schrei unterbrach die unheimliche Stille. Sie schüttelte heftig seinen Körper, in der Hoffnung, dass er wieder aufwachen würde! Was natürlich vergebens war, jeder Laie hätte gesehen, dass der Mann auf dem Boden keine Chance mehr hatte. Die Schusswunde am Hals und das Messer, das immer noch in seinen Körper gebohrt war, sprachen für sich.
    Als Kim all das langsam klar wurde, ließ sie von ihm ab. Es schien als würde sie an ihren eigenen Tränen ersticken. Ihr Herz war gebrochen, auseinander gerissen, zerstört... Sie konnte es nicht fassen. Vor ihr lag der Mann, den sie liebte, der Mann, der sie liebte, der Mann, der immer für sie da war, der Mann, mit dem sie ihr Leben verbringen wollte. Langsam begriff ihr Kopf, was ihre Augen längst gesehen hatten, Ben war tot…

  • Hey! *euch alle tröstend in den Arm nehm*
    Nicht so verzweifelt sein! ;(
    Nochmal vielen dank für die Feeds! Vielleicht leßt ihr die Story ja trozdem bis zum ende? :rolleyes:


    LG Alex!


    Kapitel 9!


    Semir hielt seinen Wagen vor einem Haus mitten in Köln. Er war allein unterwegs zu einem Mord, Ben hatte man nicht erreichen können, wahrscheinlich war die Nacht etwas länger geworden als geplant und er kam nicht aus den Federn. Eigentlich war das ja nicht ihr Aufgabengebiet, aber der Tatort war in der Nähe der Autobahn und die zuständige Dienststelle war vollkommen überlastet. War vielleicht auch besser so, das Ben nicht da war, man hatte ihn gewarnt das die Leiche recht schlimm aussehen musste und ziemlich qualvoll gestorben sei, so etwas war nichts für Ben, auch wenn er das immer abstritt... na ja, wer sah sich schon gerne tote Körper an, die zudem auch noch entstellt waren, außer einem Gerichtsmediziner wohl niemand. Er sah schon wo er hin musste, die Tür stand weit offen und die Spusi war eifrig dabei Spuren im Treppenhaus zu sichern. Er sprang leichtfüßig über die ganzen Gerätschaften, grüßte die Kollegen und stieg dann in den vierten Stock. Er wollte gerade die zweistöckige Wohnung betreten, da fiel sein Blick auf das Klingelschild: Krüger! Doch er wischte den Gedanken schnell bei Seite, wie viele Krügers mochte es schon geben? Die Chefin hatte das ganze Wochenende über frei. Seine Hand griff zur Türklinke, doch bevor er sie zu fassen bekam wurde die Tür aufgerissen und Hartmut stand vor ihm. Erschrocken stellte Semir fest das seine Hände zitterten. Er war leichenblass und seine Augen schimmerten feucht als er an ihm vorbei stürmte. „Hartmut?“, rief er dem Rotschopf noch hinterher, doch der drehte sich nicht mehr um. Schultern zuckend betrat er nun die Wohnung und rannte sofort einem unbekannten Gesicht in die Arme. Es war die Urlaubsvertretung des Docs, mit dem er vor ein paar Jahren schon einmal zu tun gehabt hatte. Schumann hieß er, wenn er sich nicht sehr täuschte... „Herr Gerkhan, richtig?“, fragte er und schüttelte ihm die Hand, während Semir nickte. „Also, ich bin nur die Urlaubsvertretung, aber ist das immer so bei ihnen das alle in Tränen ausbrechen wenn sie eine Leiche sehen?“, fragte er und Semir antwortete perplex: „Nein, natürlich nicht. Was... Was haben wir denn überhaupt?“, was war hier bloß los...
    „Männliche Leiche, ca. 30. Ich weiß noch nicht wer er ist, alle sind irgendwie durch den Wind... Ihm wurde in den Hals geschossen. Er währe qualvoll erstickt, hätte der Täter ihm nicht anschließend noch ein Messer ins Herz gestoßen... Ziemlich schlimme Art zu sterben, aber nichts was ich nicht schon gesehen hätte.“, erklärte er kurz. „Wer hat die Leiche gefunden?“
    „Die Eigentümerin der Wohnung... sitzt da hinten auf dem Sofa und steht unter Schock... wir haben den Notarzt schon angefordert...“, meinte er und deutete hinter Semir. Er drehte sich um und erstarrte; dort saß Kim Krüger auf einem weißen Sofa und starrte ins nichts... Sie war in labbrige shorts und ein T-shirt gekleidet, an ihnen, an ihren Händen und im Gesicht klebte Blut... sie rührte sich nicht.
    Semir ließ den Doc stehen und ging auf sie zu. „Chefin...?“, fragte er vorsichtig, als er bei ihr stand... keine Reaktion. „Wir haben auch schon versucht mit ihr zu sprechen, sie gibt keine Reaktion von sich... Das ist ihre Chefin? Heikle Sache, sieht so aus als hätte sie ihn ermordet...“, gab er großspurig von sich. Semir ignorierte ihn, ging vor ihr in die Hocke und sagte sanft: „Frau Krüger... was ist passiert?“, wieder nichts, „Sie kommt ins Krankenhaus! Sagen Sie das ich sofort benachrichtigt werden will, falls sich etwas an ihrem Zustand ändert, was auch immer. Wo ist die Leiche?“
    „In der Küche. Links um die Ecke.“, meinte er nun mürrisch, weil Semir ihm Befehle erteilte, doch das war ihm egal. Er ging zu dem Raum und musste einen Brechreiz unterdrücken, schon von weitem schlug ihm der metallische Geruch von Blut entgegen. Mit dem Ärmel seiner Jacke fuhr er sich kurz über Mund und Nase, als währe es dadurch leichter zu ertragen.
    Ein riesiger Teil der Fliesen war mit Blut verschmiert, der Tote musste Unmengen davon verloren haben. Die Menschen die noch hier waren begannen zu tuscheln, als er in die Hocke ging und die weiße Plane zurück schlug. Sein Herz schien stehen zu blieben und plötzlich konnte er nicht mehr denken... Er rührte sich auch nicht mehr... das war ein Traum! Das war alles nur ein böser Traum, er lag noch in seinem Bett und machte sich Gedanken über diesen dummen Streit...
    Doch nach einigen Minuten der Regungslosigkeit traf es ihn mit unglaublicher Wucht...
    Vor ihm lag Ben Jägers Körper... die leere Hülle des Mannes der sein Partner war... ein Freund... nein, auch wenn sie es nie ausgesprochen hatten, sie waren beste Freunde.... gewesen, dies zu denken brachte ihn fast um den Verstand.
    Semir bemerkte kaum wie die Tränen begannen aus seinen Augen zu fließen, wie er schrie und um sich schlug. Erst als einige Kollegen ihn soweit im Griff hatten, das er nicht mehr Gefahr lief den Tatort zu verwüsten kam er wieder zur Besinnung... Doch Besinnung, was war das?! Warum reagierte die Welt nicht?! Warum trauerten nicht alle Menschen die diesen Planeten bewohnten, warum ging dieser nicht unter...? Langsam lockerten sich die Griffe und er fiel neben Bens Leiche auf die Knie... seine Umgebung war verschwommen, der Tränenschleier lag immer noch über seinen Augen. Zitternd hob er eine Hand und drückte seine Augenlider sanft hinunter... Und in diesem Moment leistete er einen stummen Schwur; er würde das Monster, das diesen Menschen aus seinem Leben gerissen hatte finden und dafür sorgen das er seine gerechte Strafe bekam... und wenn es das letzte war was er tat...

  • Kann mich Alex nur anschließen! Auch ich bin völlig platt! Ihr seid alle so unglaublich toll!! Vielen vielen Dank für die Feeds!!!! Und jetzt möchte ich das endgültig klar stellen, weil ich euch die Entäuschung ersparen will, wenn ihr erfahrt, dass es KEIN Traum ist... Ben ist tot, für diese Story unwiederruflich. Aber... als kleine Beruhigung, natürlich NUR in dieser Story!! Diese Story ist alleinstehend, das heißt es wird keine Fortsetzung geben! Sprich: In der nächsten ist Ben natürlich wieder mit am Start! ;)


    So, ich hoffe das hat euch jetzt ein bisschen erleichtert! :S
    Und außerdem, heißt das alles ja nicht, das wir Ben gar nicht mehr begegnen werden.... ;) Siehe dem Titel unserer Story!


    Kapitel 10!


    Er bebte vor Tatendrang, er musste wissen was geschehen war, brauchte Fakten, Beweise, Zeugen! Er konnte Bens Leiche nicht mehr ansehen... Eigentlich wollte Semir sich zurückziehen, realisieren, was da geschehen war und trauern... trauern um das was ihn nur mit einem Mann zuvor verbunden hatte... Tom und Ben waren die einzigen gewesen die es geschafft hatten sich einen Platz als bester Freund in seinem Herzen zu sichern... Ben konnte doch nicht einfach gegangen sein... Das durfte nicht schon wieder passiert sein... Während er sich alle Fakten aufzählen ließ wirbelten Gedanken, Gefühle, Ängste durch seinen Kopf... Wenn Ben nicht mehr war, was er immer noch nicht akzeptieren konnte... Was würde dann werden?!
    Doch plötzlich schlich sich eine andere Frage zwischen das Wirrwarr: Warum war er hier? Was hatte er hier getan, mitten in der Nacht bei der Krüger in der Küche, was... Da rastete etwas ein, jetzt ergab alles ein Bild! Die Freundin, von der er ihm nicht erzählen konnte, er wurde halb nackt mitten in der Nacht in ihrer Küche ermordet, Krüger völlig unter Schock und mit Blut beschmiert... mit Bens Blut...


    Er ließ den Mann, der ihm einen Vortrag hielt, stehen und rannte ins Wohnzimmer, wo man gerade versuchte Kim dazu zu bewegen sich in den Krankenwagen zu begeben, doch sie rührte sich immer noch nicht. Er stürmte auf sie zu, fasste sie an den Schultern, schüttelte sie und rief: „Haben sie... haben sie es...“, er brachte es nicht über sich die Worte auszusprechen, es wäre zu endgültig gewesen. Da erwachte sie aus ihrer Starre und ihre Blicke begegneten sich. Einen Moment starrte sie ihm nur in die Augen, dann hauchte sie: „Ich hab ihn geliebt....“, eine Sekunde war es still, dann schrie sie so laut das Semir heftig zusammen zuckte: „Ich habe ihn geliebt!!!“, ein bitterliches Schluchzen entfuhr ihr, dann verlor sie völlig die Beherrschung; sie weinte verzweifelt, stieß Laute aus die Semir ihr niemals zugetraut hätte. Voller Verzweiflung und Schmerz, als würde sie innerlich verbrennen. Er schloss sie in die Arme, egal was für einen Groll er gegen diese Frau gehegt hatte, es war egal, denn im Moment waren sie verbündete die den Tod eines geliebten Menschen zu beklagen hatten...


    Er seufzte leise als er die Szene beobachtete... im Moment trauerten sie um ihn, doch wenn sie wüssten was ihnen noch bevor stand...
    Ben lehnte an der Wand, er war nicht wirklich da, er war wie ein Schatten... Als Geist hätte man es als Mensch wohl am ehesten bezeichnet. Plötzlich spürte er wie eine ebenso nebelhafte Hand zärtlich seine umfasste. Er drehte den Kopf und da stand sie und lächelte ihn an.
    Saskia. Sie hatte ihn „abgeholt“, sofort nachdem er gestorben war, war er auf sie getroffen, sie hatte ihm das für den menschlichen Verstand Unfassbare erklärt...
    „Du hast sie wirklich sehr geliebt, oder?“, fragte sie lächelnd. Als er zögerte fügte sie hinzu, „Keine Angst, du tust mir nicht weh. Das mit uns... das wäre sowieso nicht lange gut gegangen das wissen wir beide.“
    „Ja... ich habe sie nicht nur geliebt... ich liebe sie immer noch. Es ist so ein seltsames Gefühl... ich kann sie sehen, sie hören, mit ihnen fühlen und doch habe ich keine Chance ihnen zu zeigen das ich sie nie ganz verlassen werde, so lange sie mich nicht vergessen...“
    „Das ist aber nicht das einzige was dir Sorgen macht, oder?“, kombinierte sie.
    „Nein... Bevor er geschossen hat, da hat er offenbart das er Kim den Mord an mir in die Schuhe schieben will. Ich hab Angst das Semir nicht über seinen Schatten springen kann und ihr hilft zu beweisen das sie unschuldig ist...“
    „Er wird ihr helfen. Sie müssen nur auf die Idee kommen das Schlafmittel in ihrem Blut analysieren zu lassen um zu beweisen das sie zum Todeszeitpunkt gar nicht in der Lage war deinem Körper das anzutun. Semir hat eben geschworen das er deinen Mörder finden und ihm eine gerechte Strafe zukommen lassen will...“


    „Woher weißt du das und wieso hab ich das nicht mitbekommen?“, das ganze war noch so neu für ihn. „Du bist halt noch nicht so lange im Geschäft wie ich. Mach dir keine Sorgen um sie. Das Schicksal hat ihren Weg vorbestimmt, genau so wie es entschieden hat das unser Leben schon viel zu früh zu Ende gehen sollte. Sie werden ihren Weg gehen und du wirst auf sie aufpassen.“
    „ICH?! Aber wie...“, begann er verwirrt.
    „Komm mit. Hier können wir nichts mehr tun. Ich werde es dir erklären.“, sie wuschelte ihm durchs Haar, wie einem kleinem Jungen, dann lösten sie sich auf und gingen an einen Ort, den nur sie, die Toten, kannten.

  • Weiter gehts!



    Kapitel 11!


    Kim hatte sich nicht mehr beruhigen wollen. Sie hatte wild um sich getreten und der Notarzt hatte entschieden, dass es besser schien, ihr ein Beruhigungsmittel zu geben und ins Krankenhaus zu fahren. Jetzt stand Semir völlig alleine im Wohnzimmer. Er hatte immer noch nicht ganz begriffen, dass Ben ihn für immer verlassen hatte, dass er ihn nie wieder sehen würde, oder vielleicht doch? Irgendwann einmal? Er wusste es nicht… Als sein Blick wieder auf die inzwischen verschlossene Küchentür fiel, stieg die Übelkeit erneut in ihm auf. Er musste hier raus, weg von diesem schrecklichen Ort. Semir sprintete förmlich nach draußen und es schien, als wollte er einen extra großen Bogen um die Küche machen, auch wenn er wusste, dass Ben gar nicht mehr dort lag. Gerade war er wieder vor der Haustüre angelangt, da sah er noch wie der Leichenwagen um die Ecke bog.
    Es schien ihm unbegreiflich, dass Ben in diesem Sarg liegen sollte und seine Augen für immer verschlossen hielt. Semir bemerkte, wie die Kollegen ihm mitleidige Blicke zu warfen, doch Mitleid war das letzte was er jetzt gebrauchen konnte. Er wollte jetzt keine unsinnigen Sprüche wie, das Leben geht weiter, auch wenn es schwer fällt, hören. Er wusste, dass alle es nur gut meinten, aber das einzige was er brauchte, war in Ruhe trauern zu können.


    Er stieg in seinen Wagen und fuhr schließlich davon. Er hatte kein genaues Ziel, er wollte einfach nur weit weg von diesem Ort. Aber er wollte auch nicht nach Hause, er wollte einfach nur alleine sein. Der Weg führte ihn in seinem Unterbewusstsein zu der Rheinbrücke, an der er schon Tom nachgetrauert hatte. Er setzte sich auf das Geländer und blickte in das stille Wasser. Hinter ihm wuselten Leute entlang, für diese schien es wohl ein Tag wie jeder andere. Warum kann die Welt nicht wenigstens für einen Moment stehen bleiben?, dachte er sich. Seine Gedanken schweiften schnell zu Ben und einige Tränen bahnten sich ihren Weg.
    Eine einzige Frage beherrschte seine Gedanken. Warum? Warum hatte man Ben getötet? Warum hatte er ihm nicht helfen können? Warum musste er schon wieder einen Partner verlieren? Warum konnte er nicht einfach aufwachen, und bemerken können, dass all das bloß ein böser Traum war? Doch Semir fand keine Antworten. Erst jetzt wurde ihm klar, welch furchtbare Sache ihm noch bevor stand. Bens Vater und Julia. Wie sollte er ihnen bloß beibringen, dass Ben tot war? Wie ihnen sagen, dass er nie wieder zurück kommen würde? Er wusste es nicht. Am liebsten hätte er es sich einfach gemacht und Kollegen geschickt, aber das konnte er nicht, das war er Ben schuldig.


    Semir hob sein von den Tränen feuchtes Gesicht und blickte nach oben in den Himmel. Er hoffte so sehr, dass Ben ihm den kindischen Streit verziehen hatte. Er würde es sich wohl nie verziehen, dass sie so auseinander gegangen waren…
    Nachdem er noch einen Moment einfach so sitzen geblieben war, machte er sich auf den wohl schwersten Weg seines Lebens, zur Villa von Bens Vater.
    Semir schluckte als er sah, wie Julia ihm entgegen kam, als er gerade das Gelände der Villa erreichte. Es machte ihn fast wahnsinnig wissen zu müssen, den beiden gleich wohl ebenfalls das Herz brechen zu müssen. Kaum war er ausgestiegen kam auch schon Bens jüngere Schwester freudig auf ihn zu gelaufen. „Semir! Schön dich zu sehen! Wo hast du denn mein Bruderherz gelassen?“, fragte sie lächelnd, doch stockte sofort, als sie sah, dass Semir keine Miene verzog. „Was… Was ist denn los?“, fragte sie unsicher. „Ist dein Vater da?“, fragte Semir leise. Julia nickte bloß. „Können… können wir drei mal reden?“, Semir fiel es sichtlich schwer dies zu sagen. Julia wurde unruhig. Sie spürte, dass hier etwas nicht stimmte. Doch sie fragte erst nicht weiter, sondern ging mit Semir zusammen zu Konrad, der gerade den Telefonhörer zur Seite legte als er sah, dass die beiden sein Büro betraten.
    „Ach, Herr Gerkhan, schön Sie zu sehen! Wo haben Sie denn meinen Sohn gelassen?“, fragte auch er, wie Julia zu vor. „Semir, ich merk dir doch an, dass irgendwas nicht stimmt! Was ist los?“, fragte Julia nun etwas lauter und auch Konrad schaute mit ungutem Gefühl zu Semir.


    Was sollte er ihnen bloß sagen? Aber es gab jetzt kein Zurück mehr. Da musste er jetzt durch. Nur schwer wollten ihm die Worte aus dem Mund. „Herr Jäger, ich… es tut mir so furchtbar leid…“ Semir fühlte sich vollkommen hilflos, auch wenn er schon öfters Todesnachrichten überbrachte, das hier war etwas völlig anderes! „Was tut dir leid?“, fragte Julia und man hörte ihr förmlich an, wie ihr Atem schneller ging. „Ben… es… er wurde heute morgen gefunden, für ihn kam jede Hilfe zu spät…“ Semirs Blick senkte sich nach unten. Jetzt war es raus. Erneut musste er gegen die Tränen ankämpfen.
    Eine furchtbare Stille herrschte. Konrads Augen waren weit aufgerissen, er konnte nicht glauben, was Semir da gerade gesagt hatte. Semir sah, wie Julia zu zittern begann und die ersten Tränen liefen. Auch ihre Augen waren weit aufgerissen und ihr Mund geöffnet.
    Plötzlich hallte ein lauter Schrei durch das gesamte Gebäude. Julia brach völlig in sich zusammen.


    „Du lügst... DU LÜGST!!!“, schrie sie. Sofort erwachte Konrad aus seiner Starre und ließ sich zu Julia auf den Boden sinken. Genau wie Kim, wollte auch sie sich zunächst nicht beruhigen, verständlicher Weise, doch irgendwann gelang es Konrad doch. Beide lagen sich eng in den Armen und die Tränen wollten bei beiden nicht mehr aufhören zu fließen.
    Semir begriff, dass es besser war, die beiden nun alleine zu lassen. Langsam verließ er das Zimmer und wartete draußen auf Konrad, dem er vorher mit einem leichten Kopfnicken zu verstehen gegeben hatte, dass er noch mit ihm reden wollte, aber ohne Julia. Immerhin hatte er noch nicht erzählt, was genau passiert war. Aber wusste er überhaupt, was genau passiert war?, dachte er während er im Flur langsam auf und ab ging. Er wusste nur eines im Moment, sein bester Freund war tot…

  • Sooooo!
    Dann machen wir mal weiter!
    Vielen Dank für die lieben feeds! *zu tränen gerührt sei; euch ganz fest drück*


    LG! Alex!!!


    Kapitel 12!


    Etwa fünf Minuten später bar Konrad ihn wieder in sein Arbeitszimmer, Julia war nicht mehr hier, offenbar hatte sich jemand ihr angenommen. Der Geschäftsmann schüttete sich einen Conag ein und leerte das Glas in einem Zug. Dann deute er auf das Sofa, während er selbst sich in den Sessel sinken ließ. Semir nahm platz und betrachtete seine Hände; eine unglaubliche Spannung lag in der Luft. „Ben... Ben ist... tot?“, die Worte durchzuckten Semir wie ein Messer und auch Konrad zuckte zusammen. „Wie... wie ist er...“
    Semir schloss kurz die Augen, „Was genau passiert ist kann ich nicht sagen... Ich wurde heute morgen angerufen, wegen eines Mordes... Ich fuhr hin und...
    Er wurde offenbar mitten in der Nacht überrascht... Er wurde... erschossen...“
    „Warum... Warum er? Er hat doch immer nur versucht das richtige zu tun... Mein Sohn ist tot...“, wieder traten Tränen aus seinen Augen, er war fassungslos und auch Semir fiel es schwer nicht in Trauer auszubrechen. „Es tut mir so Leid...“
    „Herr Gerkhan, haben sie Kinder?“, fragte er mit bebender Stimme. „Eine Tochter...“, murmelte er.
    „Ich habe im Moment nur noch einen Wunsch... Das Ben in Frieden ruhen kann... Finden sie seinen Mörder! Sorgen sie dafür das dieses Schwein nie wieder Tageslicht sieht! Versprechen sie mir das?!“ Die beiden Männer sahen sich in die Augen. „Und wenn es das letzte ist was ich tue!“, schwor Semir, doch dann hielt er es nicht mehr aus, sprang auf und verließ die Villa.


    Sein Weg führte ihn sofort ins Krankenhaus, als Bens Vater ihn gebeten hatte seinen Mörder zu finden, da hatte ihn eine unglaubliche Wut gepackt! Als erstes musste er von der Chefin wissen was genau passiert war... mittlerweile waren zwei Stunden vergangen, das Mittel sollte seine Wirkung verloren haben. Er fragte sich durch und wurde auf ein Zimmer im fünften Stock verwiesen. Er klopfte an und obwohl er keine Antwort erhielt trat er ein.


    Kim saß auf dem Bett in neuen Kleidern und starrte aus dem Fenster. Sie hatte die Knie eng an den Körper gezogen und ihre Arme darum geschlungen. Ihre Augen waren rot und geschwollen, doch sie war nicht mehr die verzweifelte Frau von heute Morgen, sie wirkte irgendwie verbittert, verschlossen, so als könne sie mit einer Schutzmauer jeglichen Schmerz von sich abprallen lassen. „Frau Krüger?“, fragte er vorsichtig und ging zu ihr. „Gerkhan...“,murmelte sie leise und wies ihn an sich auf einen Stuhl zu setzen.
    „Warum? Warum er?“, flüsterte sie. „Ich weiß es nicht... aber ich will seinen Mörder finden, um jeden Preis und dazu muss ich wissen was geschehen ist...“, bat er leise. Ohne Umschweife begann sie zu erzählen, sie wusste selbst nicht warum sie das tat, vielleicht einfach nur um sich alles von der Seele reden zu können... Sonst war da niemand mehr der ihr zuhörte... die einzige Person, der sie bedingungslos vertraut hatte war nicht mehr...
    Als sie geendet hatte war es einen Moment still in der Semir diese ganzen Informationen verarbeitete. „Also, wie ich das sehe muss er oder sie Ihnen ein Schlafmittel oder etwas ähnliches verabreicht haben um Sie außer Gefecht zu setzen... Das lässt sich ganz einfach nachweisen. Wir haben unseren ersten Hauptverdächtigen... Ihr Ex-Freund! Vielleicht hat er es einfach nicht ausgehalten, wir müssen unbedingt...“, doch Kim unterbrach ihn. „Was reden Sie denn da? Es gibt kein Wir! Ich werde nicht hier bleiben und ich werde auch seinen Mörder nicht suchen! Es bringt mich um an ihn zu denken... ich werde bestimmt nicht hier bleiben, wo alles an ihn erinnert! Und ich werde nicht alles noch mehr aufreißen indem ich versuche den Verantwortlichen dafür zu finden! Es ist mir Egal... Ben ist tot. Ob derjenige der ihn mir genommen hat frei, tot oder im Gefängnis ist, das ist mir so egal!“
    „Aber... das... das kann ihnen doch nicht egal sein! Irgendwo da draußen läuft sein Mörder frei herum, er muss doch bestraft werden, Sie...“
    „Beweisen Sie einfach meine Unschuld, oder jemand anders wird es tun und jetzt raus! Verschwinden Sie einfach! Lassen sie mich in Ruhe...“
    Fassungslos und geschockt ging Semir... das konnte doch nicht wahr sein!!!

  • Kapitel 13!


    Vor dem Krankenhaus blieb Semir noch einmal stehen. Er konnte nicht fassen, was Kim da eben gesagt hatte! Aber scheinbar war sie wieder zurück, die kalte Chefin, die er nicht leiden konnte. Wie konnte Ben diese Giftschlange bloß geliebt haben?, fragte er sich, doch verdrängte den Gedanken schnell wieder. Er hatte jetzt wichtigeres zu tun! Er musste Bens Mörder finden, egal mit oder ohne Hilfe von Frau Krüger!
    Aber dazu brauchte er Kraft, Kraft die er im Moment einfach nicht hatte, zu tief saß noch die Trauer um den geliebten Freund. Er kannte nur eine Person, die ihm jetzt Kraft schenken konnte, die jetzt für ihn da war, so wie sie es auch schon damals war, seine Frau, Andrea. Während er im Auto saß und in Richtung nach Hause fuhr, überfiel ihn eine wahnsinnige Wut auf so ziemlich alles. Es machte ihn verrückt, dass das Wetter sich heute von seiner besten Seite zeigte, strahlender Sonnenschein und überall fröhliche Menschen. Weit und breit schien er nur noch lachende Gesichter zu sehen. Wie konnten sie bloß alle so glücklich sein? Heute war gewiss kein schöner Tag! Was für eine Welt war das, in der es keinem auffiel, dass jemand weg war? Einer mehr oder weniger, wen interessierte das schon, wenn man denjenigen sowieso nicht kannte. Semir wünschte sich nur noch eins, dass dieser Tag endlich vorbei ging, dieser 19.4., der Tag, den er wohl nie wieder in seinem Leben vergessen würde…
    Gerade kam Andrea aus der Küche als sie hörte, dass jemand die Tür aufschloss und das Haus betrat. „Semir? Bist du’s?“, fragte sie mit fröhlicher Stimme. Ihr hatte also noch keiner der Kollegen etwas gesagt, dachte sich Semir als er die Stimme seiner Frau hörte. Doch er war nicht fähig zu antworten, ging einfach nur stumm zu ihr, die Augen mit Tränen gefüllt. Andrea erschrak bei dem Anblick ihres Mannes und ließ sofort alles stehen und liegen. Sie stand nun dicht vor ihm. „Oh Gott, Semir, was ist los?“ Irgendetwas Schlimmes musste passiert sein.


    Semir hob seinen Kopf und blickte in das besorgte Gesicht seiner Frau. Wieder wollten ihm die Worte nur schwer aus dem Mund kommen, auch wenn es bei Bens Familie eindeutig etwas anderes gewesen war, so waren diese Wörter doch so endgültig, dass sie ihm Angst machten. Davor, wie alles weitergehen sollte, wie sich die Welt plötzlich auch ohne Ben weiterdrehen wollte. „Semir, jetzt sag schon, was ist los?“, holte Andrea ihren Mann aus der Trance zurück. „Ich wurde doch heute Morgen zu der Leiche gerufen…“, Andrea nickte bloß und hörte weiter zu. Sie bemerkte, wie schwer ihm das Reden darüber fiel. „Die Leiche, das… das war Ben!“ Sofort waren auch Andreas Augen weit aufgerissen! Unzählige Gefühle und Gedanken gingen ihr durch den Kopf, auch sie hatte Ben inzwischen in ihr Herz geschlossen gehabt! Und jetzt sollte er einfach tot sein? Das konnte sie nicht glauben. „Das… das ist ja…“ Es schien kein passendes Wort in dieser Situation zu geben! Doch schnell spürte sie, das jetzt keine Zeit für ihre eigene Trauer war, Semir brauchte sie jetzt. Sie konnte sich gut vorstellen, wie furchtbar es jetzt in ihm aussehen musste. Schlimm genug das Ben tot war, nun kamen wahrscheinlich auch noch alle Gedanken und Gefühle nach Toms Tod wieder hoch. Sanft umarmte sie ihren Mann, der immer noch völlig versteinert schien.


    Doch da war genau das, was er sich erhofft hatte, die Kraft; die Kraft, die nur sie ihm so schenken konnte. Es war einfach alles so furchtbar und gerne hätte er Andrea alles über Bens Tod erzählt, doch er konnte einfach nicht, noch nicht. Er war nicht mehr in der Lage auch nur ein Wort zu sprechen, zu tief saßen die Wunden. Sofort kamen wieder alle Gedanken in ihm hoch. Wie sollte jetzt bloß alles weitergehen? Wie sollte er später einmal „normal“ weiterarbeiten können? Konnte er das überhaupt? Wieder einen neuen Partner und wahrscheinlich auch eine neue Chefin? Im Moment überforderte ihn alles und er war einfach nur froh in Andreas Armen liegen zu können, ohne viele Worte und Erklärungen, sie verstand ihn einfach blind und darum liebte er sie so sehr…

  • Wo sind denn unsere fleißigen Feeder abgeblieben? ;(
    Alle auf´m Sonntagsausflug?
    Hier trozdem der nächste Teil!


    LG Alex!!! :D


    Kapitel 14!


    Semir kehrte an diesem Tag nicht mehr ins Büro zurück, er konnte einfach nicht, schon in seinem eigenen Haus erinnerte ihn alles an Ben und mit seinem Tod waren, wie Andrea richtig vermutet hatte, auch die Erinnerungen an Tom zurück gekehrt und der Schmerz in ihm schien ins unermessliche zu wachsen. Nachdem er vergebens versucht hatte ein wenig zu schlafen kam Aida auf ihn zugetappst und fragte in mittlerweile schon recht sicherem Deutsch: „Papa traurig?“
    Er nahm seine kleine auf den Arm, „Ja Maus, ich bin sehr traurig... Ben... der ist weg gegangen...“
    „Ben-Ben? Wann kommt Ben-Ben wieder?“ „Ben... der kommt nicht mehr wieder süße. Er ist in den Himmel gegangen...“, wieder kamen ihm die Tränen. „Hat er uns nich lieb?“
    „Doch! Doch, der Ben hat uns sehr lieb... er ist nicht freiwillig gegangen, er musste, weißt du?“
    Sie sah ihn nur an. Vorsichtig setzte er sie wieder auf dem Boden ab, „Geh bitte zur Mama, süße...“, murmelte er und als sie davongetippelt war schnappte er sich seine Jacke und verließ das Haus, weg von dem Gefühl, das die Erinnerungen und die Trauer ihn zerdrückten...


    Alle warfen ihm Mitleidige Blicke zu, als er am nächsten Morgen die PAST betrat, einige Klopften ihm aufmunternd auf die Schulter und Hotte hatte sogar leicht rote Augen, er hatte Ben sehr ins Herz geschlossen, wie einen Neffen. Vor seinem Büro blieb er stehen und drehte sich um. „Leute, nur ganz kurz!“, bat er und alle sahen ihn an. „Ihr alle wisst was passiert ist. Ich hab Konrad Jäger und mir selbst etwas geschworen, ich werde Bens Mörder finden! Ich werde von keinem von euch Hilfe verlangen, aber wer sich mir anschließen möchte, der kann das gerne tun. Außerdem wird Kim Krüger wahrscheinlich nicht mehr zu uns kommen... ich schätze mal das sich auch schon herumgesprochen hat, das sie und Ben ein Paar waren. Das ist alles.“, gerade wollte er die Tür öffnen, da hörte er das Scharren eines Stuhls und Susanne sagte mit fester Stimme: „Semir, ich glaube ich spreche für alle, wenn ich sage das wir hinter dir stehen und helfen so gut wir können!“ Zustimmendes raunen lief durch die Reihen und entschlossene Minen wurden aufgesetzt. „Danke Leute!“, murmelte er, dann zog er sich zurück. Im ersten Moment konnte er nur Bens leeren Platz anstarren und ihm wurde flau im Magen, als ihm bewusst wurde das Ben dort nie wieder sitzen würde, das nie wieder dieses ungeordnete Chaos, in dem er trotzdem alles wieder fand, herrschen würde.
    Semir seufzte, setzte sich und nahm einen Bericht zur Hand, der noch Druckfrisch wirkte. Um Bens Schreibtisch würde er sich später kümmern, wenn es nicht mehr so weh tat seine Sachen zu durchwühlen... Als er die Akte aufschlug sah er das es der Obduktionsbericht war...
    Er las ihn und erfuhr alles... das der Halsschuss ihn getötet hätte, der Messerstich das jedoch erledigt hatte... das der Todeszeitpunkt zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens lag... das man keine Spuren außer Krügers und Bens eigene und einem Teilfingerabdruck hatte finden können. Dieser war jedoch nicht zu 100% identifizierbar gewesen, zu viele Leute kamen in Frage... Das half ihm nicht weiter! Denn das Kim es nicht gewesen war, das stand für ihn fest... diese Trauer, die konnte niemand spielen. Im laufe des Vormittags mussten auch ihre Blutwerte eintreffen und sie damit endgültig aus dem Verdächtigenkreis ausschließen. Er hatte da jemand anderen im Visier, einer der ein Motiv hatte, ein ziemlich starkes sogar! Dieser Marlon Maurer würde keine ruhige Minute mehr haben, bis er alles gestanden hatte oder seine Unschuld bewiesen war, doch das zog Semir überhaupt nicht in Betracht!Er war sich zu 100% sicher das er es mit dem Mörder von Ben zu tun hatte, er fuhr seinen Computer hoch und begann die Datenbänke nach ihm zu durchforsten, doch bis auf Diebstahl in einem minder schwerem Fall, im Alter von 17 und fahrlässiger Körperverletzung, ebenfalls in einem minder schwerem Fall als er 25 war hatte er sich nichts zu Schulden kommen lassen... zu schade aber auch... Es währe um einiges einfacher gewesen den Richter von der Schuld dieses Mannes zu überzeugen, wenn er schon früher gewalttätig gewesen währe....

  • Weil wir Wochenende haben und ihr außerdem alle die besten Leser seid, die man sich nur wünschen kann, hier noch ein Teil!! Danke für eure Feeds!! Alex und Ich sind vollkommen überwältigt...


    Kapitel 15!


    Die nächsten Tage vergingen nur langsam. Kim hatte es in ihrer Wohnung nicht mehr ausgehalten und war kurzer Hand zu ihren Eltern gezogen, die ein kleines Haus in einem Kölner Vorort besaßen. Doch Semir hatte nach ihrem Auftritt im Krankenhaus auch kein Bedürfnis mehr mit ihr zu sprechen. Sogar das die Blutwerte ihre Unschuld bewiesen, hatte er sie über einen Kollegen erfahren lassen. Aber auch sonst gab es keinerlei Fortschritte im Fall Jäger, Semir überkam immer wieder ein unbeschreiblicher Schmerz, wenn er dies auf Bens Akte las. Von Maurer gab es weit und breit keine Spur und auch der Durchsuchungsbefehl seiner Wohnung ließ auf sich warten.


    Bei dem Gedanken an das Wort „Durchsuchungsbefehl“ musste Semir zucken. Unweigerlich fiel sein Blick auf das Stück Papier vom Fall Weber. Sein letztes Gespräch mit Ben. Warum war er nicht doch hinterher gegangen? Warum hatte er sich nicht einfach entschuldigt? Jetzt hatten sie so auseinander gehen müssen, im Streit, um eine vollkommen unnötige Sache. Semir machte sich furchtbare Vorwürfe, warum hatte er an dem Abend bloß wieder so starrköpfig sein müssen? Ben hatte recht gehabt, er hätte einfach mal die Augen öffnen müssen. Die Augen öffnen, das hatte er jetzt getan. Auch wenn es schwer fiel, er hatte nun endlich wirklich realisiert, dass Ben tot war, für immer, unwiderruflich. Aber er würde nicht eher ruhen, bis er Bens Mörder gefunden und gejagt hatte, das schwor er sich…


    Am nächsten Morgen war es soweit, Bens Beerdigung. Semir fiel es unheimlich schwer diesen Ort des Todes, den Friedhof zu betreten. Andrea spürte seine Angst vor den nächsten Minuten, denn sie stellten den absoluten Abschied dar, zumindest von Bens Körper, in ihrer aller Herzen, würde er für immer ruhen.
    Diesmal passte das Wetter, dachte sich Semir als er der Gruppe von Menschen, die sich um das Grab versammelt hatten, näher kam. Es regnete in Strömen, schon den gesamten Morgen und so hielt das Wetter auch an. Fast zumindest. Gerade als Bens Sarg beigesetzt wurde und niemand den bedeutungslosen Worten der Pfarrers lauschte, hörte es für ein paar Minuten auf und selbst die Sonne bahnte sich einen kleinen Weg zwischen den dunklen Wolken hervor. Für einen kurzen Moment herrschte Stille und ein Lichtstrahl ruhte auf dem Kreuz mit Bens Namen. Diesmal schien es wirklich, als ob die Welt stehen geblieben wäre.


    Alle waren gekommen, seine Freunde, seine Familie... alle Menschen die ihm und denen er etwas bedeutete. Semir kannte sie alle bis auf einen Mann, der Bens Augen hatte... Semir machte sich keine Gedanken um ihn und auch als er glaubte gesehen zu haben wie dieser glücklich grinste, bevor er wieder seine Trauermine aufsetzte strich er dies aus seinem Kopf... er hatte sich das garantiert nur eingebildet...
    Nach der Beerdigung, als die ersten Leute gingen, stellte Semir sich etwas abseits und bat Andrea schon einmal vor zu gehen. Er sah, dass Kim ihm es gleich tat. Scheinbar hatten sie den selben Gedanken, erst einmal sollte sich seine Familie von ihm verabschieden können. Julia brach erneut in Tränen aus und auch Konrad hatte feuchte Augen. Nach einigen Momenten der stillen Trauer, verließen beide den Friedhof. Semir beobachtete, wie Kim zu Bens Grab trat. Er ließ sie erst alleine, doch nach ein paar Minuten trat er neben sie. Beide standen still schweigend neben einander und ihre Blicke waren gesenkt. Schließlich blickte Kim zu Semir auf. „Herr Gerkhan, ich…“, ihre Stimme war wieder brüchig und verweint, „Ich möchte mich für das im Krankenhaus entschuldigen. Mir war alles zu viel, ich stand völlig neben mir. Natürlich möchte ich denjenigen finden, der ihm das angetan hat.“ Semir war erstaunt, doch er erwiderte bloß ihren Blick und nickte dann. Nachdem sie sich beide noch einmal kurz in die Augen gesehen hatten, ging auch sie langsamen Schrittes davon und ließ Semir alleine an Bens Grab stehen.


    Er wusste nicht, wie lange er dort stehen geblieben war. In seinen Gedanken hatte er mit Ben gesprochen, im Tausende von Fragen gestellt und angefleht, dass er ihm verziehen hatte. Doch natürlich erhielt er keine Antwort. Er kniete sich nieder und rückte die Blumenkränze, die von dem ganzen Regen schon ziemlich zerklatscht waren, wieder etwas ordentlicher hin. Mit Tränen in den Augen hauchte er: „Ich weiß, es ist albern...“, aus der Innentasche seiner Jacke zog er den kleinen Spielzeug-BMW und warf ihn nach kurzem betrachten hinab. Er prallte auf dem schwarz lackiertem Holz ab und fiel außerhalb seiner Sicht, „...aber ich will das du ihn mit nimmst. Ich werd dich nicht vergessen... niemals...“, und nachdem er das Gefühl hatte, endlich loslassen zu können, folgte er den anderen und ging zu Andrea, die bereits auf ihn gewartet hatte.


    „Ben“ saß auf einer Parkbank und neben ihm wieder „Saskia“. „Schon komisch auf seiner eigenen Beerdigung dabei zu sein, was?“, fragte sie mit einem leichten Grinsen. Ben lächelte zurück und blickte dann zu Semir, der gerade zu Andrea ging. „Es tut mir so weh zu sehen, wie schlecht es ihm und Kim, Julia und meinem Vater geht. Kann ich ihnen denn gar nicht helfen?“, fragend blickte er in Saskias Gesicht. Und diese nickte, „Das hast du schon getan! Du hast ihnen geholfen, dass sie gerade loslassen konnten und trotzdem wissen, dass du sie nie ganz verlässt.“ „Wirklich?“, fragte Ben. Er hatte inzwischen schon viel von ihr gelernt, aber ganz genau verstand er immer noch nicht, wie all dies funktionierte. Saskia nickte und leicht lächelnd verließen beide wieder diesen Ort.

  • Ohhhhhh..... vielen, tausend Dank für diese Lieben Feeds! ;( Jetzt mus ich mir die Tränen aber verdrücken...
    Ihr seid soooooo lieb zu uns!
    Da woll´n wir doch auch gleich mal weiter machen... *snüff*


    Liebe Grüße
    Alex! ^^


    Kapitel 16!


    Viele waren vor dem Leichenschmaus gegangen... Semir hasste dieses Wort, wie wohl jeder, der schon einmal einen geliebten Menschen verloren hatte. Trotzdem blieben er und seine Frau. Neben ihnen waren nur Konrad, Julia, Bens Bandkollegen, Hotte, Dieter, Susanne, Kim und der Mann, der Semir schon an Bens Grab aufgefallen war, geblieben. Der Rest der 30-Mann Prozession hatte Ben nicht wirklich nahe gestanden und war gegangen. Sie waren zur Villa gefahren. Konrad stand noch etwas abseits und Semir gesellte sich zu ihm. „Wer ist der Mann?“, fragte er um die Stille zu überspielen. Konrad folgte Semirs Blick. „Ach so... das ist Sebastian, Bens und Julias Halbbruder.“, meinte er gleichgültig. „Ben hatte einen Halbbruder?!“, Semir war sehr überrascht, er hatte ihn niemals erwähnt! „Wundert mich nicht das er ihnen nichts von ihm erzählt hat, er war das schwarze Schaf der Familie, noch schwärzer als Ben es diese vielen Jahre für mich war...“, seine Stimme war bitter und voller Reue, „Ben hat ihn wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge ins Gefängnis gebracht... er ist der Sohn meiner verstorbenen Frau, er ist im Heim aufgewachsen. Als sie ihn zur Welt gebracht hat kannten wir uns noch nicht, sie war verzweifelt und gab ihn in ein Heim. Gott, wenn Anne-Marie wüsste das Ben... Sie hat ihn so sehr geliebt, er war ihr ein und alles... Sie hat ihn um einiges mehr geliebt als Julia oder mich, auch wenn sie es sehr gut verborgen hat...“, Semir sah ihn nicht an, weil er nicht sehen wollte wie stumme Tränen über sein Gesicht liefen. „Ich bin mir sicher das Ben uns nie ganz verlassen wird... bestimmt sind die beiden jetzt irgendwo zusammen...“, murmelte er mehr zu sich selbst. Konrad lachte, „Herr Gerkhan, ich bin Realist! Glauben sie wirklich an ein Leben nach dem Tod?!“ „Ich bin Polizist... Ich muss Realist sein, aber ist es denn so unwahrscheinlich das der Tod nicht das letzte ist...?“
    Darauf erhielt er keine Antwort. Schweigend gesellten sie sich zu den anderen, die Lustlos Kaffee und Kuchen verspeisten. Nur einer, Sebastian versuchte immer wieder munter ein Gespräch zu Stande zu bringen... ihm schien Bens Tod so egal zu sein, wie der einer Eintagsfliege.
    Nach und nach wurde Semir misstrauischer... er war immerhin Bens Halbbruder gewesen... Schon allein weil die Etikette es verlangte hätte er trauern müssen... Er würde ihm mal ein wenig auf den Zahn fühlen, sobald er diesen Stalker und somit auch Bens Mörder gefunden hatte...


    „Semir! Die Kollegen konnten ihn an der Polnischen Grenze festnehmen und bringen ihn jetzt hierher!“, sagte Susanne aufgeregt, nachdem sie sein Büro gestürmt und Semir vor Schreck seinen Kaffee umgestoßen hatte. Es war der Nachmittag nach der Beerdigung „JA! Sehr gut!“, ein grimmiger Ausdruck trat auf sein Gesicht, während er versuchte den Kram, der immer noch auf Bens Schreibtisch lag, zu retten. Susanne half ihm. „Semir... Seine Sachen können nicht für immer hier bleiben... Wenn du möchtest, dann werde ich mich um sie kümmern...“ „Nein! Dach mach ich selbst, Susanne! Später...“ „Semir, du kannst nicht klammern! Du musst ihn loslassen, sonst bringt es dich um den Verstand...“, flüsterte sie und legte Semir tröstend eine Hand auf den Arm.
    „Ich kann nicht! Wenn ich... ich hab das Gefühl das ich ihn dann ganz verlieren und irgendwann vergessen werde! In den letzten Tagen hab ich mir immer wieder seine Stimme in Erinnerung gerufen, wie er Morgens im Auto immer gesungen hat und ich mir das Radio sparen konnte... Aber es ist als ob seine Stimme leiser wird und ihren Klang verliert... es ist als ob er sich immer weiter entfernt und mir entgleitet...“
    „Mir scheint er auch in immer weitere Ferne zu rücken, aber wir werden ihn nicht vergessen, Semir! Das verspreche ich dir!“, er lehnte seine Stirn kurz an ihre Schulter, schien neue Kraft zu schöpfen, dann sah er auf, „Jetzt schnappen wir uns erst einmal diesen Scheißkerl!“, lächelte sie schwach und er nickte...

  • Kapitel 17!


    Kim stand vor dem Eingang, die Hand auf den Türgriff gelegt. Sie wollte hineingehen, doch sie sträubte sich heftig dagegen... Sie musste jetzt schon wieder daran denken wie sie Ben mit dem Winnetou Koszlowski Spruch aufgezogen hatte... Wie oft sie ihn angeschrien und fertig gemacht hatte...


    Plötzlich wurde die Tür von innen geöffnet und ihr Herz setzte einen Schlag aus als Marlon vor ihr stand. Einen Moment lang sahen sie sich an, keiner rührte sich, keiner sagte etwas. Dann verengten seine Augen sich kurz und er ging an ihr vorbei, ohne sie eines weiteren Blickes zu würdigen. Jetzt verstand sie gar nichts mehr! Warum verließ er als freier Mann dieses Gebäude?!
    Wütend und verwirrt betrat sie nun doch die PAST, ignorierte die Blicke der Kollegen und ging schnurstracks auf Semirs Büro zu. Sie schlug die Tür hinter sich zu und funkelte ihn mit braunen Augen an. „Warum zum Teufel verlässt Marlon Maurer dieses Gebäude hier als freier Mann?!“, doch sofort bereute sie ihren harschen Tonfall schon wieder, als sie sah das es Semir ziemlich schlecht ging... Er war überrascht sie hier zu sehen und auch das sie gleich wieder so giftig wurde hatte er nicht erwartet, dennoch antwortete er ruhig: „Er ist unschuldig... Mehrere Zeugen konnten bestätigen das er zum Tatzeitpunkt in einer Kneipe in Düsseldorf saß und sich betrunken hat...


    Er kann es nicht getan haben.“


    Sie sagte nichts. Langsam ging sie zu Bens Schreibtischstuhl, strich kurz über die Rückenlehne und ließ sich dann vorsichtig nieder. Sie glaubte einen kühlen Luftzug an ihrer Wange gespürt zu haben und plötzlich packte sie Tatendrang. Die Entschlossenheit, die Semir schon wieder verlassen hatte flammte jetzt in ihr auf, plötzlich schrie es in ihr nach Rache. „Haben sie sein näheres Umfeld schon abgecheckt? Die, die er in den Knast gebracht hat und die dazu in der Lage wären sich an ihm zu rächen? Mein Umfeld? Irgendetwas anderes?!“, fragte sie mit fester Stimme. „Nein, aber...“, das er sich hängen ließ machte sie wütend. Sie hatte ihr tief überwunden, „Na dann aber zackig! Schon vergessen?! Wir sind es ihm schuldig!“
    „Sie wollen sich an den Ermittlungen beteiligen?!“, er war mehr als überrascht. „Ich will mich nicht nur beteiligen! Ich will dieses Rätsel lösen. Ich will alle Akten und Berichte in meinem Büro und alle Dateien die mir helfen könnten auf meinem Rechner haben, klar?!“


    Damit hatte sie das Büro auch wieder verlassen und sich in ihr eigenes begeben. Perplex schaute Semir ihr hinter her. Woher kam ihr plötzlicher Sinneswandel? Doch es gab jetzt eine wesentlich wichtigere Frage zu klären: Wenn Marlon unschuldig war, wer hatte dann Ben auf dem Gewissen? Kims Tatendrang hatte neue Energie in ihm geweckt. Auch wenn er wusste, dass die gesamte PAST hinter ihm stand, fühlte er sich mit der Hilfe der Chefin nicht mehr so alleine gelassen in diesem Fall. Ben fehlte ihm einfach furchtbar… Doch bevor er wieder in Gedanken verfiel, tat er was die Chefin ihm befohlen hatte. Schnell schickte er die Dateien an den Rechner von Kim und schnappte sich dann sämtliche Akten, die er inzwischen schon unzählige Male von vorne nach hinten und umgekehrt gelesen, doch nichts brauchbares gefunden hatte, um sich auf den Weg ins benachbarte Büro zu Kim zu begeben.
    Als er den Raum betrat war sie bereits intensiv damit beschäftigt, sich einen Überblick zu verschaffen und Semir starrte sie nur verwundert an. Diese Frau war unglaublich. Sie hatte geschafft, was er selbst nur schwer konnte, die Trauer und Wut in Tatendrang umzusetzen. Und schnell wurde ihm klar, sie musste Ben über alles geliebt haben…


    Es war einige Zeit vergangen, bis Kim über alles informiert war und sie sich eingearbeitet hatte. „Also, so wie’s aussieht müssen wir wohl noch einmal ganz von vorne beginnen… Marlon kann’s ja wirklich nicht gewesen sein… Alle die Ben verhaftet hat, sitzen noch, was aber nichts heißen muss, vielleicht war’s ein Auftragsmord…“ Jetzt meldete sich auch Semir zu Wort. „Mich will einfach nicht das Gefühl loslassen, dass Ben denjenigen gekannt hat…“ „Wie kommen Sie darauf?“ „Nun ja… es gab keine Anzeichen für einen Kampf… Warum hat Ben sich nicht gewehrt oder es zumindest versucht? Er muss gewusst haben, dass er chancenlos war…“ Kim musste bei dieser Vorstellung schlucken, doch sie bewahrte die Fassung. „Möglich… dann könnten wir einen Auftragsmord wohl eher ausschließen, aber es wäre doch genauso gut möglich, dass Ben aus dem Hinterhalt angegriffen wurde.“ „Der Schuss ging gerade in den Hals, der Täter muss also genau vor ihm gestanden haben. Ich weiß nicht, aber… ich glaube Ben hätte diese Situation genutzt, wenn er nicht gewusst hätte, wer da vor ihm stand…“ Kim nickte. „Vielleicht haben Sie recht…“ „Unser Täter ist übrigens zu 85% ein Mann, oder aber eine Frau mit unheimlicher Kraft, das konnte anhand des Messereinstichs erfasst werden…“ Den restlichen Abend verbrachten sie damit, noch einmal alles durchzugehen, und auf jedes noch so kleine Detail zu achten, bevor sie schließlich über der Arbeit einschliefen…

  • Hier mal wieder tausend dank für die überwältigenden Feeds!
    Ihr seid einfach.... ... ... WOW! Ihr seid toll!
    Dankeschön ;(
    Uuuuuuuuuuuuuuuuuuuuunnnnnnnnnnnnnnndddddddddddd?
    Habt ihr recht gehabt mit euren Vermutungen? ^^
    Lest mal nach und lasst es uns wissen! ;)


    Liebe Grüße Alex!


    Kapitel 18!


    Als Kim am nächsten Morgen aufwachte hatte sie nur wenige Stunden geschlafen und das auch noch ungewollt. Sie hasste es seit Bens tot zu schlafen, denn jedes mal suchten sie schlimme Träume heim. Sie war kaum fünf Minuten wieder wach, da klopfte es an der Tür und Semir kam mit zwei Bechern Kaffee herein. Sie grüßten sich nicht, dafür war die Sympathie einfach nicht groß genug...
    „Würden sie mir eines Erklären?“, normalerweise würde Semir so etwas nicht fragen, aber er musste es wissen... Sie nickte. „Warum hat Ben sie geliebt?“
    Einen Moment war es still und Semir fragte sich ob er zu weit gegangen war, doch sie antwortete und es klang aufrichtig. „Er hat hinter die Fassade geblickt, mir eine Chance gegeben und sich in mich verliebt. Auch wenn wir uns nicht besonders verstehen... meinen Sie wir können uns wenigstens zusammenreißen, bis das hier vorbei ist? Danach werden wir uns wahrscheinlich sowieso nie wieder sehen.“ „Sie gehen also?“, er hatte es schon erwartet.
    „Mich hält hier nichts mehr... Ben war meine Familie...“
    Plötzlich regte sich etwas in Semirs Gedächtnis.. Familie...
    „Wir haben was übersehen, Chefin! Bens Halbbruder, Sebastian! Er war auf seiner Beerdigung der einzige der nicht getrauert hat und Ben hat ihn in den Knast gebracht! Er hätte ein Motiv!“
    Kim dachte kurz nach. „Ich habe nicht auf ihn geachtet... Was Sie sagen klingt zwar logisch, hat allerdings weder Hand noch Fuß... Wir haben keine Beweise...“
    „Ich rede erst mal mit ihm! Und wenn er es war, dann werde ich Beweise finden!“, entschlossen sprang er auf. „Semir. Ich werde ihnen die Adresse besorgen... aber halten sie sich zurück und vor allem an die Vorschriften!“
    Semir nickte, lief in sein Büro, schnappte sich die Jacke, ließ sich die Adresse geben und fuhr los.
    Eine dreiviertel Stunde später klingelte er an der Tür einer Wohnung. Diese Gegend war ganz normal. Alles hier war spießig, seriös und unauffällig.
    Nach wenigen Momenten wurde die Tür geöffnet und Sebastian stand vor ihm. „Ja?“
    „Gerkhan, Kripo Autobahn. Es geht um den Mord an ihrem Halbbruder. Kann ich sie kurz sprechen?“
    Er nickte nur und ließ Semir ein. Alles war sehr chaotisch und unaufgeräumt. Es erinnerte ihn an Bens Wohnung, das hatte Anne-Marie wohl beiden ihrer Söhne vererbt.
    „Was kann ich für sie tun?“, fragte er in einer kühlen Art und ließ sich auf dem Sofa nieder.
    „Ich suche den Mörder ihres Bruders...“, Sebastian unterbrach ihn. „Halbbruder.“, presste er zwischen den Zähnen hervor.
    „Wie war das Verhältnis zwischen ihnen?“, Sebastian wurde nervös. Er durfte sich nicht verraten, er durfte aber auch nicht so tun als seien sie besonders gut miteinander ausgekommen, dann würde der Bulle sofort Lunte riechen. „Ben hat mich ins Gefängnis gebracht. Zu recht, wie ich leider zugeben muss. Seit dem haben wir uns nicht mehr besonders gut verstanden, aber wir sind gut miteinander ausgekommen. Wieso wollen sie das wissen? Glauben sie etwa ich hätte es getan?“
    „Wie kommen sie denn darauf?“, fragte Semir unschuldig. Verdammt! Warum musste er immer so voreilig sein?! „Sie tauchen hier auf und fragen mich wie das Verhältnis zu Ben war, was soll ich da denken?“
    Semir überging dies. „Haben Sie sich nie abgeschoben gefühlt? Ich meine ihre Mutter hat sie in ein Heim gegeben, während sie nur drei Jahre später einen weiteren Sohn und fünf Jahre später eine Tochter zur Welt brachte die im Reichtum aufwuchsen, während sie bis sie achtzehn wurden von einer Pflegefamilie in die nächste gegeben wurden...“
    Ein unglaublicher Hass stieg in Sebastian auf! Was er sagte stimmte genau! Die beiden hatten alles gehabt was er sich jemals gewünscht hatte! Und dann besaß Ben auch noch die Dreistigkeit ihn ins Gefängnis zu bringen! „Ich kann den teil meines Lebens der hinter mir liegt nicht mehr ändern. Was würde mir Rache bringen? Ich weiß worauf sie hinaus wollen. Aber ich habe Ben nicht ermordet!“
    „Wo waren sie zum Tatzeitpunkt? Am 19 April zwischen Mitternacht und drei Uhr Morgens?“, dies war die letzte Frage die Semir stellen wollte, doch nicht das letzte was er unternehmen wollte...
    „Hier. Ich habe mir Boxen angeschaut und bevor Sie fragen: Nein, das kann niemand bezeugen. Sind sie jetzt fertig?“
    Semir stand auf, beugte sich zu Sebastian hinunter und flüsterte bedrohlich: „Wenn sie Ben ermordet haben, dann werde ich das rauskriegen, das schwöre ich ihnen!“, ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen ließ er ihn auf dem Sofa sitzen und verschwand aus der Wohnung. Das das Glas, das eben noch vor ihm auf dem Tisch gestanden hatte verschwunden war, viel ihm nicht auf...

  • Vielen Dank für eure Feeds!!


    Kapitel 19!


    „Verfluchte Scheiße!“ Wutschnaubend schmiss Sebastian einen Zeitungsstapel vom Tisch. Dieser Bulle war für ihn gefährlich. Was wenn er wirklich heraus bekam, dass er Ben ermordet hatte? Dann hätte sein Bruder es wieder mal geschafft, ihm das Leben zu versauen! Wenn dieses Mal auch nur indirekt. Aber selbst wenn er wieder in den Knast wandern würde, was würde das schon machen? Sein Leben war ein einziger Scherbenhaufen. Sein Ziel hatte er sowieso schon erreicht. Ben war tot, wie hatte es ihn doch innerlich zufrieden gestellt, als er ihn dort hatte liegen sehen. Er musste zu geben, für einen kurzen Moment hatte er gezweifelt, aber jetzt war er sich sicher, er hatte das richtige getan! Ben hatte es nicht verdient gehabt weiter zu leben! Und wenn sich dieser Bulle jetzt auch noch in diese Privatangelegenheit einmischte, würde er das zu spüren bekommen!
    Aber was regte er sich überhaupt so auf? Der Bulle konnte ihm gar nichts anhaben! Er hatte alle Spuren verwischt, es konnte keinerlei Beweise geben. Trotzdem… er musste diesen Gerkhan im Auge behalten!


    „Jetzt hab ich dich, du Schwein…“, flüsterte Semir als er sich mit dem Glas auf den Weg zur KTU machte. Innerlich hoffte er, dass die Fingerabdrücke mit dem Teilabdruck vom Tatort übereinstimmen würden. Er wollte endlich Gewissheit…
    Hartmut hatte versprochen sich im Eiltempo darum zu kümmern und sich sofort zu melden. Semir war unterdessen zurück ins Büro gefahren, wo ihn Kim schon erwartete. Sofort ging er zu ihr ins Büro und begann zu erzählen. „Chefin, er war’s! Ich hab das gespürt!“ Kim wäre es auch am liebsten gewesen, endlich zu wissen, wer Schuld an Bens Tod war, doch sie versuchte einen klaren Kopf zu behalten. „Wir haben keine Beweise Herr Gerkhan! Selbst wenn er es wirklich war, wir können ihm rein gar nichts nachweisen. In meiner Wohnung gab es keine hilfreichen Spuren…“ Ihre Stimme war leiser geworden und klang wieder verletzlich. Doch Semir schüttelte den Kopf. „Nicht ganz…“ Sofort war Kim wieder bei der Sache und schaute ihn fragend an. „Nun ja… immerhin haben wir einen Teilfingerabdruck am Tatort feststellen können! Wenn der mit dem auf dem Glas, das ich eben in die KTU gebracht habe, übereinstimmt, haben wir immerhin etwas gegen ihn in der Hand! Außerdem hat er kein Alibi.“
    „Sind seine Fingerabdrücke denn nicht in der Datenbank? Er saß doch ein...“, fragte sie überrascht.
    „Ich hab sie durchgejagt, aber man hat keine Übereinstimmung gefunden, wahrscheinlich hat man damals keine Fingerabdrücke gebraucht und man hat sie einfach nicht genommen um sich Arbeit zu ersparen...“


    Auch in Kim flammte ein neuer Hoffnungsschimmer auf. „Ich kann das nicht glauben. Seinen eigenen Bruder hat er umgebracht… Wie kalt kann ein Mensch bloß sein?“, zweifelnd schaute sie ihren Beamten an. „Ich weiß es nicht… ich weiß es wirklich nicht…“, flüsterte er nur leise und einige Minuten saßen sie da, bis Susanne hektisch den Raum betrat und die Blicke der beiden auf sich zog.
    „Wir haben ihn! Hartmut hat angerufen! Der Abdruck stimmt überein!“ Schnell schauten Kim und Semir sich an und rannten fast zeitgleich aus dem Büro in Richtung Auto. Per Handy rief sie noch schnell Verstärkung, doch ihr war klar, dass Semir wohl schon alleine vorher die Sache klären wollen würde…


    Leise sprach sie ihn an. „Herr Gerkhan… ich hasse diesen Menschen mindestens genauso sehr wie sie… und ich würde mir nichts mehr wünschen, als ihn tot zu sehen, aber bitte… bitte tun sie gleich nichts Unüberlegtes!“ Ihre Stimme hatte fast schon flehend geklungen, nichts war in diesem Moment von der kalten, gefühllosen Chefin übrig geblieben. Wahrscheinlich war das ein Teil ihrer Seite, die Ben an ihr geliebt hatte. Und sie hatte recht, er schaute sie an und nickte bloß mit dem Kopf. Doch er wusste nicht, zu was er gleich alles fähig sein würde, wenn er Sebastian gegenüber stand...

  • So langsam nähern wir uns dem Ende zu.
    Das Finale steht an! :D
    Feeds bitte nicht vergessen!


    Liebe Grüße Alex ;)


    Kapitel 20!


    Sebastian stand auf seinem Balkon, starrte auf einen Punkt, irgendwo am Horizont und drehte eine Zigarette zwischen den Fingern. Unter sich hörte er das Rauschen der Autos, über sich die Triebwerke der Flugzeuge.
    Da klingelte es an seiner Tür. Er zuckte unwillkürlich zusammen, ging dann jedoch um die Tür zu öffnen. Vor ihm standen Gerkhan und Krüger! Scheiße!, fluchte er innerlich. Was wollten die denn schon wieder hier?! „Sebastian Leitner?“, fragte Kim mit kalter und mühevoll beherrschter Stimme. „Ja...“, antwortete er vorsichtig. Er hatte ein seltsames Gefühl, daher tastete er unauffällig zu dem Schuhschrank hinter der Tür in dem er seine Waffe aufbewahrte...
    „Herr Leitner, Krüger mein Name, ich bin von der Kripo Autobahn.“
    „Was wollen sie von mir?“, geräuschlos hatte er die Pistole aus der Schublade gezogen. „Ich nehme Sie hiermit offiziell fest!“, sagte sie und hatte die Hand auf ihre Waffe gelegt. „Und was soll ich getan haben? Dürfte ich vielleicht den Haftbefehl sehen?“, fragte er und spielte den unschuldigen... das er eine tickende Zeitbombe war, die immer wütender wurde versteckte er gekonnt....
    „Wir brauchen keinen Haftbefehl! Wir haben eindeutige Beweise dafür das Sie ihren Halbbruder Ben Jäger ermordet haben!“, fauchte Semir und zog seine Waffe, in dem Moment in dem Sebastian seine offenbarte. Einen Moment waren alle so überrascht, das sie sich nicht rührten. Kim gewann als erste die Fassung wieder, die musste das hier stoppen, sie glaubte nicht das einer der beiden noch Herr seiner Sinne war. „Hören Sie, alle beide... legen Sie die Waffen weg!“, bat sie ruhig. „Dieser Mistkerl hat Ben eiskalt ermordet... nichts was man ihm im Knast antun kann währe strafe genug...“, presste Semir zwischen den Zähnen hervor. „Gerkhan, denken Sie bitte an die Konsequenzen! Wenn Sie jetzt abdrücken sind sie keinen Deut besser als er. Wollen Sie wirklich das ihre Tochter Sie irgendwann im Gefängnis besuchen muss...?“
    „Schnauze!“, fauchte Sebastian dazwischen, „Er hat es nicht anders verdient, er ist genau so wie mein ach so perfekter Bruder! Ben hat mein Leben zerstört! Er hat mich in den Knast gesteckt und hat alle Liebe meiner Mutter genossen die mir hätte gehören sollen! Währe er nicht gewesen hätte sie mich wieder zu sich geholt! Aber nein, der perfekte Sohn musste ja geboren werden, der brave Benni... Er war ein verdammter Bastard! Er hatte es nicht verdient zu Leben!“, wieder war diese Enttäuschung da, dieser Hass das Ben alles gehabt hatte was ihm hatte gehören sollen!
    „Sie sind krank!“, rief Semir. „Vielleicht... ich hab nichts mehr zu verlieren...“, dieses kalte, wahnsinnige Lachen drang aus seiner Kehle. Semir und Kim tauschten einen Blick aus den Augenwinkeln, die Nerven der beiden waren bis zum zerreißen gespannt.
    Da geschahen plötzlich mehrere Dinge auf einmal; Die Wohnung wurde über den Balkon gestürmt, ein Geräusch im Treppenhaus brachte Kim dazu sich um zudrehen und lenkte auch Semir kurz ab. Dies nutzte Sebastian aus! Er schoss einfach wahllos in die Gegend, Semir versuchte noch auszuweichen und zurück zu feuern, doch zu spät! Eine Kugel traf ihn in den Oberschenkel, er verlor des Gleichgewicht und bevor er mehr tun konnte als einen erschrockenen Schrei auszustoßen, fiel er die Stufen hinab...
    „Semir!“, schrie Kim erschrocken, doch auch sie konnte nichts mehr tun, bevor er am Fuße der Treppe liegen blieb und sein Kopf hart auf den Steinboden aufgeschlagen war; er rührte sich nicht mehr.
    Zwei Stufen auf einmal nehmend sprang sie hinunter, während Sebastian sich mit Händen und Füßen währte, schrie und lachte wie ein wahnsinniger.
    „Semir... Semir!“, sie war neben ihm auf die Knie gesunken, fühlte seinen Puls und tätschelte ihm auf die Wangen. „Wir brauchen einen Arzt! Schnell!!!“, rief sie laut, zog ihre Jacke aus und legte sie ihm unter den Kopf. Als sie die Hände zurückzog sah sie mit entsetzen das Blut daran klebte. Immer mehr Kollegen versammelten sich um Semir, einer drückte irgendetwas auf sein Bein, damit er nicht zu viel Blut verlor, während die anderen aufgeregt tuschelten... Die Zeit bis der Krankenwagen kam zog sich für Kim ewig lange hin, es waren zwar nur fünf Minuten, doch sie machte sich furchtbare Sorgen um Semir. Auch wenn sie das niemals zugeben würde, sie mochte Semir. Wenn er jetzt sterben würde... wie sollte sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren?! Wie sollte er das seiner Familie erklären?! Millionen dieser Gedanken schossen ihr durch den Kopf, als der Notarzt sie beiseite schob...


    Semir hatte das Gefühl vom Himmel zu fallen. Doch plötzlich hatte er festen Boden unter den Füßen. Entsetzt sah er wo er war; er stand mitten auf der Autobahn! Er war doch eben noch in Leitners Treppenhaus gewesen!
    Ein Auto fuhr direkt auf ihn zu, war nur noch einen Meter von ihm entfernt, ein Schrei entfuhr ihm, doch der erwartete und gefürchtete Aufprall blieb aus. Als er die Augen wieder öffnete sah er das das Auto mitten durch ihn hindurch gefahren war und das, das direkt dahinter gewesen war dies nun ebenfalls tat. Entgeistert betrachtete er seine Hände und den Rest seines Körpers... Er war zwar da, jedoch durchsichtig! Er war unglaublich verwirrt... was war hier bloß los?!
    Er sah sich um und nachdem das ca. 15 Auto durch ihn hindurch gefahren war entdeckte er einen hellen Schimmer auf der Leitplanke. Sein Herz schien stehen zu bleiben, als er sah wie die Sonne sich in dem ebenfalls durchscheinendem Körper brach; da auf der Leitplanke, nur wenige Meter von ihm entfernt saß Ben! Er lächelte ihn an und winkte ihn zu sich... Semir verstand die Welt nicht mehr... er musste Träumen...