Alpträume im Highspeed...

  • So, ihr lieben!
    Hier wie versprochen der erste Teil von Alpträume im Highspeed! :D
    Bitte lasst uns viele
    Feeds da und wer noch nicht bei "Alpträume lernen fliegen" gefeedet hat darf das gerne noch nachholen! ;)
    Wir freuen uns riesig! Viel Spaß!
    LG Alex und Juli!!!!


    Kapitel 1!


    „Wann steigt das nächste Rennen?“, fragte Felix seinen Bruder. Magnus sah ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen an und Antwortete: „Nächste Woche! Am Dienstag treffen die Russen ein und am Mittwoch fahren wir zum ersten mal. Am Donnerstag nochmal, Freitag dann der Deal.“
    „Ok, dann treffen wir uns am Sonntag noch mal um alles zu besprechen?“
    „Geht klar! Grüß Janina von mir. Und sag ihr das ich sie gerne mal wieder sehen würde, hat sich lange nicht mehr blicken lassen, unsere beste Fahrerin.“
    „Sag ich ihr. Bis dann Bruderherz!“, er umarmte ihn kurz, dann verschwand er nach hause. Sein großer Bruder blicke ihm nachdenklich nach...


    Ben saß an seinem Schreibtisch und betrachtete liebevoll ein kleines Bild das er in der Hand hielt. Ein Ultraschallbild um genau zu sein; das Bild seines Babys. Es war das aller erste, man konnte also nicht wirklich viel darauf erkennen, da es erst sieben Wochen alt war, trotzdem hütete er es wie seinen Augapfel. Eben so das Geheimnis, dass Nessy schwanger war, außer Andrea wusste es noch niemand, selbst Semir nicht. Er zögerte es immer wieder heraus es ihm zu sagen, weil das Geheimnis, zusammen mit dem unberechenbaren Glücksgefühl in ihm wie eine Blase angeschwollen war, die einfach nicht mehr platzen wollte. Zärtlich und in Gedanken versunken strich er über das Bild, unglaublich, das war sein Kind, seine Gene... er konnte sich das Gefühl nicht einmal selbst beschreiben. Plötzlich flog die Tür auf und vor lauter Schreck ließ er das Bild fallen. Langsam segelte es zu Boden, doch Semir, der so stürmisch das Büro betrat bemerkte es Gott sei dank nicht... noch nicht.
    „Morgen!“, rief er fröhlich. „Morgen...“, erwiderte Ben und schielte zu dem Foto. Als Semir seine Jacke auf hing griff er rasch danach und wollte es in seiner Tasche verschwinden lassen, doch Semir hatte offenbar Augen wie ein Adler. „Was versteckst du da?“
    „Nichts. Hast du schon gehört? Es soll bald schneien!“, versuchte er vom Thema abzulenken; vergeblich. Semir kannte ihn viel zu gut um zu merken das er unter allen Umständen etwas verbergen wollte, „Was versuchst du da vor mir zu verstecken?!“, wiederholte er. Na ja, er war sowieso enttarnt, ob er es nun wollte, oder nicht, Semir würde nicht locker lassen. Vielleicht war es auch besser Semir davon zu erzählen, sonst würde er nie verstehen das er mit den Gedanken oft ganz wo anders war. Also holte er es geschlagen wieder hervor und drückte es ihm in die Hand.
    Zuerst verstand Semir nur Bahnhof, bis er die kleine Notiz, die verdächtig nach Ärzte Handschrift aussah, am unteren Rand entdeckte:
    Höffer, Vanessa
    siebte Schwangerschaftswoche

    Mit Augen, mindestens so groß wie Untertassen, sah er zu Ben, dann zu dem Bild und wieder zu Ben. „Heißt es das was ich glaube das es das heißt?“, fragte er schließlich als er die Sprache wieder gefunden hatte. Ben nickte schuldbewusst grinsend.
    „Seit wann weißt du es?“, wollte er wissen und musste sich auf den Schreck erst einmal setzen. „Seit einer Woche...“, gestand er und machte sich auf den großen Knall gefasst.
    „Was?! Und du sagst mir nichts? Ich dachte wir währen Freunde! Lass mich raten die ganze Welt weiß es schon, nur ich nicht?!“
    Ben biss sich auf die Lippe, „Nicht die ganze Welt... Nur... Andrea?“ „Andrea?! Sie wusste es und hat mir nichts gesagt?! Na warte Fräulein, du kannst dich auf was gefasst machen wenn ich heute Abend nach hause komme!“, drohte er dem gerahmten Bild auf seinem Schreibtisch. Dann funkelte er Ben wieder an, ging auf ihn zu, wobei der kleine Deutschtürke außergewöhnlich bedrohlich wirkte. Doch anstatt einer weiteren Standpauke nahm er ihn kurz in den Arm und sagte: „Ich freue mich sehr für euch.“
    Ben fiel ein Stein vom Herzen. Gott sei dank war Semir nicht wirklich sauer, nur ein wenig angesäuert; und damit konnte er leben.

  • Guten Morgen!!!! :rolleyes:
    So, da einige gemeckert haben gestern sei es zu kurz gewesen und weil wir gerade erst angefangen haben, hier noch mal ein ganzes Kapitel für euch. Dann möchte ich aber auch Feeds sehen! ;)
    LG!
    Alex


    Kapitel 2!


    Semir betrachtete Ben, der immer noch grinsend vor ihm stand und lachte plötzlich los. Dieser schaute ihn darauf hin irritiert an. „Was?“ Er bekam das Grinsen aber trotzdem einfach nicht aus dem Gesicht. Er hatte einfach ein unbeschreibliches Glücksgefühl in sich, wie er es noch nie erlebt hatte.
    „Ach es ist bloß… Ich stell mir dich gerade kurz vor der Geburt vor!“, Semir sah regelrecht wie Ben wohl total aufgeregt da stehen würde, wenn es soweit wäre. „Heiß ich Semir Gerkhan und kipp direkt um?“, gab Ben grinsend Kontra. Er hatte von Andrea erfahren, was für ein Theater Semir gemacht hatte und wie er zusammengeklappt war, als er den Kreißsaal betreten hatte.
    „Pfff… warte du mal ab, darüber reden wir in ein paar Monaten noch mal!“ Bei dem Temperament, das sein Partner oft an den Tag legte, war Semir klar, dass Ben wohl auf Dauer nicht so gelassen bleiben würde!
    „Komm, lass uns ne Runde drehen.“, schlug Ben vor und schnappte sich bereits den Autoschlüssel. Doch Semir nahm ihm denselben sofort wieder ab. „Hey? Was soll das?“ Semir grinste ihn viel sagend an. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich mich zusammen mit dir in ein Auto setze, das du fährst! Wahrscheinlich bist du doch gerade mit deinen Gedanken sonst wo und fährst uns noch grinsend an den Baum!“ Damit verließ Semir das Büro und Ben schaute ihm kopfschüttelnd hinterher.
    Gerade waren sie an Susannes Schreibtisch vorbei, da fragte Semir, „Hast du dir eigentlich schon überlegt, wohin ihr das Kinderzimm…“ Doch weiter kam er nicht, Ben starrte ihn mit einem stechenden Blick an. Und jetzt wurde Semir auch klar warum. Damit hatte er die Aufmerksamkeit des gesamten Büros auf sich gezogen!
    Alle starrten Ben ungläubig an. Doch der hatte jetzt nun wirklich keine Lust auf große Erklärungen! „Ist irgendwas?“, fragte er mit unschuldiger Miene in die entstandene Stille hinein.
    Doch keiner wusste etwas zu sagen, hatten sie Semir da gerade eben richtig verstanden? Hatte er etwas von „Kinderzimmer“ gesagt?
    Ben nutze den Moment der allgemeinen Verwirrung und verließ schnellen Schrittes das Büro, Semir folgte ihm. Draußen angekommen hielt Ben seinen Partner auf. „Na, das hast du ja mal wieder super hin bekommen!“
    Semir schaute ihn nur unschuldig und Schultern zuckend an, „Was denn? Früher oder später hätten sie’s doch eh erfahren!“ Daraufhin konnte Ben nur noch mit dem Kopf schütteln, aber ihm konnte in der nächsten Zeit wohl nichts mehr die gute Laune verderben!
    Schon wenige Minuten später verließ der silberne BMW den Parkplatz der PAST und fuhr in Richtung Autobahn.


    „Hey Schatz!“, begrüßte Felix seine Freundin. „Hey, da bist du ja endlich!“ Beide küssten sich und er gesellte sich zu ihr.
    „Schöne Grüße von Magnus…“ Janina blickte ihn kritisch an. „Du warst bei ihm? Dann ist also bald wieder ein Rennen?“ Felix nickte. „Nächste Woche… Was ist, hättest du noch mal Bock mit zu fahren?“
    Janina überlegte kurz. Eigentlich hatte sie sich vorgenommen, nicht mehr selbst zu fahren und das den anderen zu überlassen. Aber, was war schon dabei? EIN Rennen! Es kribbelte ihr förmlich in den Fingern bei dem Gedanken!
    „Okay, ich bin dabei!“ Felix war erstaunt, dass er sie so einfach dazu bekommen hatte. Aber er freute sich, endlich wieder ein Rennen mit ihr zusammen!

  • Soo, und jetzt schrauben wir die Nahrung langsam mal wieder auf die gewohnte Portion runter! ;)



    Kapitel 3!



    „Das hätte wirklich nicht sein müssen! Jetzt zerreißen sich doch alle das Maul über mich, weil keiner genau weiß was los ist...“, maulte Ben leise als sie auf die Autobahn fuhren.
    „Du hast mich ja daran gehindert zu Ende zu sprechen, dann hätten sie es alle gewusst.“, grinste Semir voller Schadenfreude. Auch wenn es nicht nett gewesen war, es war auch nicht gerade sehr freundschaftlich von Ben gewesen ihm den Umstand, dass er Vater wurde, zu verschweigen. „Das war echt nicht fair! Die ganzen Gerüchte, die ich wieder aus der Welt schaffen muss!“
    „Aber es ist doch gar kein Gerücht! Du und Nessy ihr bekommt wirklich ein Baby, falls ICH DIR das jetzt sagen muss...“


    „Nein, musst du nicht, danke!“, fauchte er zurück. Semir machte ihn genauso rasend, wie Vanessa, wenn sie mal wieder eine spontane Eingebung hatte. Die beiden sollten sich echt zusammenschließen und einen Anti-Ben-Bund gründen! Als der Gedanke ihm durch den Kopf schoss musste er unfreiwillig grinsen, was Semir natürlich nicht entging. „Na, siehst du? So will ich Papa sehen! Glaub mir, das ist das letzte große Abenteuer der Menschheit und das schönste noch dazu. Wenn du irgendwas wissen willst, ich hab das alles schon mal durchgemacht.“, lächelte er versöhnlich.


    „Also, wenn ich Tipps will, wie ich die Geburt überstehe ohne umzukippen soll ich mich wirklich an dich wenden? Ich weiß nicht...“, stichelte er freundschaftlich, was ihm einen Schlag mit dem Ellenbogen in die Rippen einbrachte.
    „Danke, Semir. Ich werde dich bei Gelegenheit dran erinnern.“, lächelte er.


    Der Tag verging recht ereignislos. Die beiden stoppten zwei Raser, sammelten einen Betrunkenen von der Autobahn auf und schrieben anschließend Berichte. Dem entsprechend war Semirs Laune als Ben ihn nach Hause brachte. „Oh man, ich glaub ich will auch nochmal Vater werden, wenn ich dann die Welt durch die rosarote Brille sehe. Aber das wird dir noch schnell genug vergehen mein Lieber! Warte erst einmal ab, bis die Stimmungsschwankungen kommen!“
    „Komm, mach das du weg kommst anstatt mir Angst zu machen. Grüß deine Frauen!“, lachte Ben. Semir verabschiedete sich, bestellte Grüße, stieg aus und auch Ben fuhr nach Hause.

  • Sehr richtig Juli, wir wolen euch ja nicht überfüttern ;)
    Vergesst die Feeds nicht! :D
    LG :P


    „Hallo!“, rief er als er die Tür hinter sich ins Schloss fallen lies, seine Jacke auf hing und seinen Schlüssel auf die Kommode schmiss.
    Ein gedämpftes „Hey.“, kam aus dem Wohnzimmer zurück. Er ging hin und entdeckte sie auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Wolldecke, Fernseher schauend und saure Gurken knabbernd. „Na, wie geht’s euch beiden?“, fragte er und küsste sie. „Oh, gut. Wie war dein Tag?“, wollte sie wissen, als er sich zu ihr setzte und sich an ihn kuschelte. „Nichts besonderes, zwei Raser, ein betrunkener. Und Semir weiß es.“ „Du hast es ihm endlich gesagt?! Sag schon, wie hat er reagiert?!“, fragte sie neugierig. „Er freut sich für uns. Dann hat er dafür gesorgt das die halbe PAST sich vor Gerüchten nur so das Maul zerreißt und mir prophezeit, das die schöne Zeit bald zu ende ist. Na ja, egal, was hälst du davon wenn wir uns ne Pizza bestellen und uns nen gemütlichen Abend machen?“, schloss er das Thema über ihr lachen hinweg ab.
    „Mhhhh...... Auch Thunfisch mit Oliven?“, Ben sah sie mit hochgezogenen Brauen an. „Meinst du echt das ist gesund...?“
    Sie zuckte die Schultern, „Zumindest meint es der kleine Wurm hier...“, meinte sie und klopfte auf ihren Bauch. Er seufzte, „Meinetwegen auch Thunfisch und Oliven...“, stand auf und ging zum Telefon, vielleicht hatte Semir ja gar nicht so unrecht... dachte er lächelnd.


    Janina sprang gleichzeitig mit Felix aus ihren Wagen; jubelnd fielen die beiden sich in die Arme. Da hielt hinter ihnen schlitternd der nächste Wagen und einer der Russen stieg aus.
    „Glückwunsch... Aber nicht vergessen... Morgen ist auch noch ein Tag...“, meinte er leicht drohend mit stark russischem Akzent. Da gesellte sich Magnus zu ihnen und klopfte ihrem Kontaktmann auf die Schulter. „Da haben sie ganz recht mein lieber Dragomir. Gutes Rennen, morgen entscheidet sich alles. Ich kann mit ihnen zählen, am Freitag, egal wie das Ergebnis ausfällt, nehme ich an?“
    „Natürlich...“, sagte er, stieg in seinen Wagen und fuhr davon. Vorher warf er Janina noch einen anzüglichen Blick zu, doch sie erwiderte den Blick angeekelt. Der große Russe mit den fettigen, schwarzen Haaren war ihr nicht geheuer, daher fragte sie Felix: „Meinst du wirklich man kann mit ihm Geschäfte machen? Er wirkt auf mich nicht gerade sehr vertrauenswürdig...“ „Ach, du machst dir viel zu viele Sorgen!“, lachte Felix und gemeinsam zogen sie in Richtung zu hause um es so richtig krachen zu lassen. Doch Janina sollte recht behalten, Dragomir war nicht zu trauen...

  • Wo bleiben die Feeds? ;(


    Kapitel 4!


    Der nächste Morgen brach an. Semir saß bereits im Büro als er sah, dass Ben kam. „Morgen“, grummelte er vor sich hin und stellte den Becher mit Kaffee, den er in der Hand hielt, viel zu heftig auf, so dass das Getränk über schwappte. Schnell schob er eine Akte zu Seite, bevor sie auch noch etwas ab bekam. „Ach, scheiß Kaffee!“, stieß er aus und nahm sich schließlich ein Tempo, dass auf seinem Schreibtisch gelegen hatte, um die braune Pfütze weg zu wischen.
    Semir beobachtete alles mit einem kritischen Auge und fragte dann grinsend, „Hey! Was kann denn der Kaffee für deine schlechte Laune?“ Er erntete einen bösen Blick von seinem Partner und dieser nörgelte nur genervt weiter, „Ich hab keine schlechte Laune!“ Semir sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an, „Nein… wie käme man bloß darauf?“ Es machte ihm sichtlich Spaß weiter zu sticheln.

    Ben ließ sich auf den Stuhl fallen. „Es ist bloß… Ach… gestern Abend sagt Nessy zu mir, dass sie eine Pizza mit Thunfisch und Oliven haben will,“, abwertend verzog er sein Gesicht, „also gut, ich eine bestellt. Kaum ist der Pizzamann da und sie hat die Pizza vor sich stehen, schaut sie total kritisch drauf. Ich frag was los ist und bekomme bloß als Antwort, dass sie jetzt doch keine Lust da drauf hat und viel lieber einfach nur Nudeln essen würde. Okay, ich stell ihr also ein paar Nudeln auf und kaum waren sie am kochen, sagt sie plötzlich, dass sie im Grunde gar keinen Hunger hat und lieber schlafen geht. Da hab ich halt, mehr zu mir selbst, gesagt, was ich denn dann jetzt mit den Nudeln machen soll und sie hat total zickig reagiert und mich angepampt, dass das ja wohl nix schlimmes wäre und ich ja mal ein bisschen Verständnis zeigen könnte. Ich hab gar nix gemacht und trotzdem war sie stinksauer auf mich. Ich hab keinen blassen Schimmer warum! Dann ist sie ins Bett und ich stand da, mit ner Thunfisch und Oliven Pizza und halbfertigen Nudeln…“


    Semir konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Das kenne ich doch irgendwo her… Man macht und tut, was man nur kann, aber egal was es ist, es ist grundsätzlich falsch! Wenn du Glück hast, bekommst du zwischendurch mal ein kleines Dankeschön, aber erwarte bloß nicht mehr!“
    Da musste auch Ben lachen, na das konnte ja noch was werden!

  • Also, iregendwie, glaub ich, hat die Juli euch vergessen :huh:
    Beschwert euch bei ihr das es erst so spät kommt! ;)
    Ein paar mehr Feeds währen schön, auch wenn es im Moment hauptsächlich um den Liebes- und Romantikkram geht ;(
    LG!
    P.S.: Als kleiner Ansporn mal ein kleines bischen mehr ;):P


    Felix sah, dass Janina aufgeregt war. Sanft legte er einen Arm um sie. „Hey! Ich weiß du schaffst das! Du hast bis jetzt noch jedes Rennen gewonnen!“
    Janina lächelte zurück. „Ich hab keine Angst vor dem Rennen, aber dieser Dragomir… Ich weiß nicht… Irgendwas stimmt mit dem nicht…“
    „Ach was… Mach dir nicht so viele Sorgen! Um den Deal kümmert sich doch Magnus, konzentriere du dich einfach nur aufs Rennen!“ Janina nickte, Felix hatte wahrscheinlich recht… „Aber bist du sicher, dass wir wirklich über die Autobahn sollen? Da können wir doch ruckzuck die Bullen an der Backe kleben haben…“ „Dann hängen wir sie halt ab!“, Felix versuchte ihr Mut zu machen. Und nach kurzem Zögern von Janina stiegen sie beide in den Wagen, der Russe tat es ihnen gleich und schon kurze Zeit später hielten sie einen rasanten Kurs auf die Autobahn zu…


    „Sag mal…“ Semir sah seinen Partner an. „Jetzt wo ihr ein Kind bekommt, wie sieht´s denn eigentlich mit Hochzeit aus?“ Ben schaute auf und dachte kurz nach. „Daran habe ich jetzt noch gar nicht gedacht, aber… Ich will auf keinen Fall eine Hochzeit während Nessy schwanger ist! Bei den Stimmungsschwankungen… Nachher sagt sie noch „Nein“ auf dem Standesamt!“ Bei dem Gedanken musste Semir lachen und auch Ben grinste. „Überhaupt haben wir eigentlich noch nie über das Thema gesprochen…“ Semir sah, dass sein Partner nachdenklich wurde. „Na ja… am besten lässt du ihr einfach mal etwas Ruhe im Moment, ich könnte mir vorstellen, dass ihr das alles zu viel wird, wenn sie jetzt auch noch was von Hochzeitsplänen erzählt bekommt!“, zwinkerte Semir ihm zu. Ben nickte, er wollte gerade etwas sagen, da stürmte Susanne ins Büro.
    „Ben, Semir? Ich habe gerade die Meldung rein bekommen, dass auf der A4, Höhe Kilometer 124 wohl eine Art illegales Rennen stattfindet!“ Sofort schnappten sich beide ihre Jacken und machten sich auf den Weg zu ihren Wagen…


    Kapitel 5!


    Ben hatte kurzerhand das Steuer übernommen, obwohl Semir protestiert hatte. Schweigend trat er das Gaspedal durch, auch Semir sagte nichts. Die beiden kannten solche Situationen, junge Menschen überschätzten sich maßlos, glaubten rennen fahren zu müssen und brachten sich damit nicht gerade selten selbst um.
    Kaum eine viertel Stunde später sahen sie vor sich drei Wagen, die mit ziemlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren und zu 100% getunt waren. „Da vorne sind sie.“, murmelte Ben und überholte rasch. „Dann wollen wir doch mal ein bisschen auf Spießer machen und die Meute ausbremsen...“, entgegnete Semir und schaltete das Blaulicht ein. „Bin dabei!“, stimmte sein Partner zu und war kurzer Hand an ihnen vorbei gezogen, damit Semir die Kelle aus dem Fenster halten konnte. „Scheiße, die Bullen!“, fluchte Janina und warf Felix, der neben ihr fuhr einen Blick zu. Sie hatte so etwas schon geahnt und sich einen kleinen Plan zurecht gelegt, nun bedeutete sie ihrem Freund einfach nur noch mehr Gas zu geben, was gar nicht so einfach war, da sie schon geschätzte
    200km/h drauf hatten. Doch er tat es.

  • WIe könnte ich euch vergessen?? Ich kam leider nur nicht früher dazu... :S
    Aber hier jetzt der Abendteil! Feeds!


    Neben sich sah sie wie ein kleiner Türke mit einer Kelle aus dem Fenster und sie zum anhalten bewegen wollte. Er kam ihr sogar bekannt vor, sie glaubte schon früher mit ihm zu tun gehabt zu haben. Den Fahrer konnte sie nicht erkennen. Grinsend warf sie ihm einen Kuss über den Mittelfinger zu, überholte vier Wagen, scherte links ein und brachte damit den Fahrer eines schwarzen Volvos dazu voll in die Eisen zu gehen. Die nachfolgenden Wagen krachten alle ineinander und sofort war die Bahn dich. Die Bullen kamen nicht weiter und sie drosselten das Tempo um nicht weiter aufzufallen. Grinsend reckte die junge schwarz haarige den Daumen in die Luft und Felix erwiderte dies. An die Konsequenzen, das Dragomir ebenfalls ausgebremst worden war, dachten die beiden im Moment nicht.


    Ben musste eine Vollbremsung hinlegen, trotzdem schaffte er es nicht mehr stehen zu bleiben, er krachte seinem Vordermann voll drauf. Kaum das der Wagen stand sprang Semir raus und kümmerte sich um den dritten Fahrer. Doch Ben war bei dem Aufprall mit dem Kopf gegen das Lenkrad geschlagen. Alles drehte sich und ein riesiger Bienenschwarm schien sich in seinem Schädel eingenistet zu haben, als er sich langsam aufrichtete. Vorsichtig fasste er sich an die Stirn und fühlte sofort, wie etwas warmes, feuchtes seine Finger benetzte: Blut! Klasse, das hatte ihm ja gerade noch gefehlt, Semir würde ihn nach hause schicken und da würde er sich erst einmal eine Standpauke von seiner liebsten anhören dürfen. Er senkte den Kopf ein wenig um sich ab zuschnallen, bereute es jedoch sofort wieder; ein zuckender Schmerz durchfuhr Nacken und Kopf. Er stöhnte kurz auf und grummelte dann leise: „Jippie! Ein Schleudertrauma, wollte ich immer schon mal haben!“


    Dann stieg er aus und sah das ganze Bild der Verwüstung: Mindestens zwanzig Autos waren ineinander gefahren, davon Mindestens die Hälfte Totalschaden. Schwere Verletzungen schien es Gott sei dank nicht zu geben. Semir verfrachtete den dritten Fahrer, offenbar ein Russe, in den Mercedes, erst nachdem er die Tür zugeknallt hatte und Ben bei dem lauten Geräusch zusammen gezuckt war, bemerkte er das sein Partner eine ordentliche Platzwunde an der Stirn hatte.


    „Ach du Schande!“, stieß er aus, ging ums Auto herum, drückte Ben, der nicht die Kraft aufbrachte sich zu wehren, zu Boden und besah sich das genauer. „Schöne Scheiße, das muss bestimmt genäht werden! Wir warten noch bis die Kollegen da sind, dann fahr ich dich zum Arzt.“, bestimmte er kurzerhand. Doch Ben schob Semirs Hand beiseite und drückte sich dann am Auto hoch. „So´n Quatsch! Mir geht’s gut, das ist nur nen Kratzer!“, beteuerte er und machte sich dann leicht schwankend auf den Weg zum Funk um zu melden was passiert war. „Ja sicher, Herr Dickschädel! Das könnte dir so passen!“, er drückte ihn auf den Beifahrersitz und befahl ihm wohl sitzen zu bleiben, während er den Russen an die gerade eingetroffenen Kollegen übergab. Na super! Einen riesigen Anschiss von der Chefin, einen sausturen Partner, ne schwangere, zickige Freundin, ne ordentliche Gehirnerschütterung... Was kann sich ein Mann mehr wünschen?! Dachte er sarkastisch, während er gegen die aufkommende Übelkeit ankämpfte. Heute war echt nicht sein Tag!

  • Hört! Hört!
    Danke für die Feeds, aber ihr wisst ja, wir sind Nimmersats ;)
    Also, macht weiter!
    Nach einem uglaublich nerven-aufreibendem Schultag jetzt ausnahmsweise noch mal ein langer, neuer Teil!!!
    LG!!!!! :P


    Kapitel 6!


    Nachdem Semir alles mit den Kollegen abgeklärt hatte, wandte er sich wieder Ben zu. Der war inzwischen kreideweiß im Gesicht und saß immer noch auf dem Beifahrersitz. Besorgt schaute er ihn an. „Was ist?“ Doch sein Partner gab nur ein leises, „Mir ist bloß total schlecht…“, von sich und ließ dann seinen Kopf vorsichtig in seine Hände fallen.
    „Komm, ich fahr dich jetzt zu einem Arzt!“ Ben wollte etwas erwidern, doch er ließ es schließlich bleiben, im Moment würde Semir sich eh durchsetzten, er hatte viel zu starke Kopfschmerzen um sich dagegen zu wehren.


    „Yes! Ich hab dir doch gesagt wir hängen sie ab!“, jubelte Felix, doch schnell bemerkte er Janinas unsicheren Blick. „Was ist?“
    Janina schaute ihn fragend an, „Was ist?? Falls du’s eben nicht mitbekommen hast, die haben Dragomir!“ Jetzt schaute auch Felix erschrocken in den Rückspiegel. „Ach du scheiße… Wenn Magnus das erfährt…“
    „Du machst dir doch jetzt nicht wirklich Sorgen darum, dass dein Bruder auf dich sauer sein könnte?!? Ich mach mir da viel mehr Sorgen, dass die Russen jetzt auf uns sauer sind!! Dragomir hatte die Drogen für den Deal dabei! Wenn die Polizei die findet ist er dran und dann sind wir geliefert!“
    Felix musste schlucken. „Glaubst du wirklich, der verpfeift uns?“ Janina schüttelte den Kopf. „Nein… aber ich denke, er wird seine „Freunde“ auf uns hetzen“, sagte sie und warf ihm einen bedeutungsvollen Blick zu.


    „Ahh!“, stieß Ben aus als der Arzt begann die Wunde zu untersuchen. Semir verdrehte die Augen, was seinem Partner natürlich nicht entging. „Du brauchst gar nicht so blöd zu gucken! Das tut verdammt weh!“, rechtfertigte er sich. „Natürlich…“, murmelte Semir grinsend vor sich hin.
    „Das müssen wir nähen…“, meldete sich nun auch der Arzt zu Wort. „Na super…“ Ben war einfach nur froh, wenn dieser Tag schnellstmöglich zu Ende war! Der Arzt verpasste ihm eine örtliche Betäubung und fing dann mit seiner Arbeit an. Die Prozedur dauerte nicht lange, schon kurze Zeit später setzte Ben sich wieder auf und wollte sich gerade dafür bereit machen, gehen zu können.
    Dafür erhielt er einen verwirrten Blick des Arztes. „Also, eigentlich wollte ich Sie ja die Nacht hier behalten. Immerhin haben Sie ein schweres Schleudertrauma!“ Das hatte Ben jetzt noch gefehlt! Er würde auf keinen Fall diesen Tag damit beenden in einem Krankenbett zu liegen!
    Leicht lächelnd antwortete er, „Ich glaub nun wirklich nicht, dass das nötig ist! Wenn sie mir nur irgendwas gegen diese furchtbare Übelkeit geben könnten…“ Der Arzt atmete schwer aus. Typisch Polizist! Das waren die schlimmsten Patienten direkt nach den Ärzten selber!
    Er nickte und ging zu einem Schrank aus dem er eine Schachtel Tabletten nahm. „Hier, nehmen Sie eine davon! Aber bitte gönnen Sie sich etwas Ruhe! Lassen Sie sich nach Hause fahren!“
    Daraufhin schaute Ben grinsend zu Semir und murmelte, „Na ob ich da wirklich Ruhe hab…“ Semir musste lachen und der Arzt verließ nur kopfschüttelnd das Behandlungszimmer…

  • Kapitel 7!


    Semir schloss die Tür auf; da Ben eine Halskrause trug konnte er das Schlüsselloch überhaupt nicht sehen, dafür war er viel zu groß. „Hallo?“, rief er, während Ben sich schon auf die Couch verfrachtete. „Kannste dir sparen! Sie ist weg, bei der MK. Sie kann ja schlecht Mörder jagen, jetzt wo sie schwanger ist.“


    „Da haste wohl recht... wann kommt sie denn wieder?“, fragte er und machte es sich im Sessel bequem, während der Jüngere sich ausstreckte. „Was weiß ich?! Ich hab auch erst gestern Abend erfahren das sie nen Termin hat. Aber sie war viel zu sauer um mir irgendwas genaueres zu sagen...“ „Noch ein kleiner Tipp: schwangere Frauen während der ersten Monate niemals reizen, wenn du Glück hast sind sie so sanft wie Krokodile...“, versuchte er zu scherzen, er sah wie dreckig es Ben ging; Gehirnerschütterung, Schleudertrauma, Platzwunde...das machte selbst seinem Dickschädel zu schaffen.


    „Also, was ist mit diesem Russen? Haben wir irgendwas?“, fragte Ben und schlurfte in die Küche um sich ein Kühlpack zu holen. „Ich hab gerade eben bevor du wieder raus kamst mit Susanne telefoniert. Die Kollegen sagen er schweigt wie ein Grab. Der Wagen ist bei Hartmut in der KTU, der hat allerdings noch nichts... bei denen sind Marder unterwegs und knabbern alles an, die müssen zuerst gefangen werden.“, Semir musste grinsen. Sowohl über die Geschehnisse in der KTU, als auch bei Bens Anblick, wie er, das blaue Gelkissen an den Kopf gedrückt, zurück kam, „Der Computer hat aber was ausgespuckt. Mehrfach vorbestraft wegen Drogenhandels. Hat insgesamt sieben Jahre im Bau verbracht. Doch in letzter Zeit ist er vorsichtiger geworden, man erwischt ihn einfach nicht mehr.“


    „Und die Wagen, die uns entwischt sind?“, wenn er „uns“ sagte hörte es sich nicht mehr so an, als wäre er alleine Schuld. „Bei den unzureichenden Zeugenaussagen, die wir bisher haben...“, Semir zuckte mit den Schultern, „Ich muss auch gleich los, unser Künstler kommt um ein hübsches Portrait von diesem Mädel zu machen.“

  • Schönen guten Morgen!
    Hier kommt das Frühstück!
    Ach... und nicht vergessen... Feeds!! :D


    „Ich komm mit!“, sagte Ben und sprang wieder auf, was er allerdings sofort wieder bereute: das Wohnzimmer begann sich schneller zu drehen, als eine CD im CD-Player. „Nix da! Du bleibst die nächsten Tage hier, bis deine Birne sich wieder erholt hat! Du hast den Arzt doch gehört!“
    „Ich lass dich doch jetzt nicht hängen!“, versuchte er es noch einmal, war jedoch selbst nicht mehr so richtig überzeugt. „Mach dir mal keine Gedanken! Ich komme auch zwei Tage ohne dich aus, länger bleibst du sowieso nicht zu hause. Den Anschiss von der Chefin, den lass ich dir allerdings reservieren.“, sagte er, als er zur Tür ging. „Du bist wirklich zu gütig...“, verabschiedete er ihn.
    „Ich weiß! Ich ruf dich morgen mal an, lass dich von deinem Krokodil umsorgen...“, grinste er und duckte sich um einem fliegendem Kissen zu entgehen. Lachend verschwand er aus der Wohnung...


    Janina hielt mit quietschenden Reifen auf dem Hof und wurde von Magnus empfangen, kurz hinter ihr hielt Felix an und gemeinsam erzählten sie Magnus mit ernsten Gesichtern was passiert war. „Ihr habt ihn einfach so zurück gelassen?!“, fragte er entsetzt. „Wir hatten keine andere Wahl, sonst hätten die Bullen uns auch noch erwischt!“, verteidigte Felix das geschehene und stellte sich demonstrativ hinter Janina. „Ist ja gut...“, gab Magnus nach, „ Aber wir müssen was unternehmen! Wir können nicht riskieren das er auspackt, oder in den Knast kommt! Dann sind wir unseren guten Ruf in der Szene schneller los als wir Vergaser sagen können! Außerdem platzt dann der Deal und das können wir uns nicht leisten... also lassen wir uns was einfallen!“

  • Und man höre schon wieder, wie es schreit:
    FEEDS! :D
    Vielen dank für die, die gekommen sind , vielleicht kommt ja heute Abend noch ein bisschen mehr? :rolleyes:
    LG Alex!!!


    Kapitel 8!


    „Das ist gut! Das trifft die beiden ziemlich genau…“, sagte Semir als er sich das Ergebnis der Phantomzeichnung ansah. „Die gehen direkt raus in die Fandung“. Er drückte die zwei Bilder Susanne in die Hand und diese machte sich sofort an die Arbeit.
    „Ach Semir? Die Chefin wollte dich sprechen!“ Mit dem Kopf nickte sie in Richtung Büro. Semir stöhnte auf, auch das noch! Sofort machte er sich auf den Weg und stand schon wenige Sekunden später vor einer rasend wütenden Anna.
    „Semir? Könnten Sie mir bitte mal erklären, warum wir nun ein riesiges Chaos auf der A4 haben? Und, wo steckt eigentlich Ben?“
    Na super, dachte Semir, während Ben zu Hause auf der Couch liegen durfte musste er sich hier von der Chefin wieder Mal einen Vortrag anhören.
    „Nun ja… also… Dort hat ein illegales Rennen stattgefunden und bei dem Versuch die drei Wagen zu stoppen, kam’s wohl scheinbar zu ein paar Unfällen…“ „Ein paar Unfällen? Sie beide haben mal wieder eine Massenkarambolage veranstaltet!“ Semir musste sich etwas einfallen lassen, um mit einem blauen Auge aus der Sache zu kommen. „Immerhin haben wir einen der drei Wagen stoppen können. Dragomir Tschaikowski, er schweigt zwar, aber er ist uns bereits wegen Drogenhandels bekannt.“
    „Und was ist mit den anderen Wagen?“ „Die zwei sind uns entkommen, aber die Fahndung läuft bereits.“
    Die Chefin nickte. „Und was ist jetzt mit Ben? Warum ist er nicht hier?“, sie war immer noch leicht angesäuert.
    „Ben ist bei dem Crash scheinbar mit dem Kopf auf das Lenkrad geprallt, aber abgesehen von einer inzwischen genähten Platzwunde am Kopf und einem ziemlichen Schleudertrauma geht’s ihm gut.“
    „Und wo ist er jetzt?“ „Ich hab ihn nach Hause gefahren, da kann er sich jetzt von seinen zwei Liebsten umsorgen lassen.“ Semir grinste vielsagend, doch die Chefin war irritiert. „Wieso denn ZWEI Liebsten?“
    Erst jetzt bemerkte Semir, dass er sich gerade mal wieder um Kopf und Kragen geredet hatte. „Ähm… also ich mein bloß…“, doch ihm wollte einfach keine glaubwürdige Ausrede einfallen, „Ach, was solls… bald weiß es eh die ganze Dienststelle…“ Jetzt war auch die Neugier der Chefin geweckt, „WAS weiß bald die ganze Dienststelle?“
    Semirs Grinsen zog sich jetzt über das ganze Gesicht. „Na… das Vanessa schwanger ist!“ Jetzt war es raus und die Chefin glaubte sich verhört zu haben. „Ben wird Vater?“ Semir nickte, „Sieht wohl ganz so aus!“ Mit diesen Worten wollte er das Büro verlassen doch die Chefin hielt ihn auf, „Ach, Semir? Bitte geben Sie ihm nicht zu viele „Tipps“, bis jetzt habe ich noch die Hoffnung, dass die 9 Monate ruhiger ablaufen als damals bei Ihnen!“
    Gerade wollte Semir kontern, doch er sah nur noch, wie sich Anna lächelnd wieder den Aktenordern vor ihr zuwandte, laut ausatmend verließ er das Büro.


    Ben hörte wie die Tür ins Schloss fiel und kurze Zeit später Vanessa den Wohnbereich betrat. Er merkte, dass sie ihn noch gar nicht gesehen hatte.
    „Hey…“, gab er leise von sich. Daraufhin schreckte Vanessa auf und ließ den Schlüssel aus ihrer Hand fallen. Sie war erleichtert als sie sah, dass es bloß ihr Freund war, der ihr da so einen Schrecken eingejagt hatte!
    „Sag mal, musst du mich so erschrecken??“ Leicht gereizt hob sie den Schlüsselbund wieder vom Boden auf und legte ihn bei Seite. „Tut mir leid, aber du hast mich ja nicht gesehen…“, kam es bloß gedämpft von Ben zurück. Auf solche Streitigkeiten hatte er im Moment wirklich keine Lust.
    Vanessa merkte, dass sie schon wieder patzig war. Sie wusste selber nicht warum. „Entschuldige… Ich weiß auch nicht was mit mir los ist im Moment… Was machst du denn überhaupt schon hier?“, fragte sie nun sanfter und entdeckte erst jetzt das Kühlpaket an seiner Stirn. „Oh Gott! Was ist denn mit dir passiert?“, sofort setzte sie sich mit besorgtem Gesichtsausdruck zu ihm.
    „Kleines Schleudertrauma… nix dramatisches…“, er versuchte zu lächeln doch der stechende Schmerz in seinem Kopf wollte das nicht recht zu lassen. „Ach herrje… du Armer! Brauchst du irgendwas?“ Vorsichtig schüttelte er mit dem Kopf. „Es geht schon. Ich bin auch bloß hier, weil Semir sich geweigert hat mich mitzunehmen…“, dabei verdrehte er die Augen.
    „Womit er auch Recht hat!“, sagte sie bestimmend. „Du setzt heute keinen Zeh mehr vor die Tür mein Herr!“ Schnell küsste sie ihn bevor er etwas erwidern konnte. „Okay, wenn du’s so möchtest…“ „Falsch mein Lieber, ich möchte es nicht so… ich befehle es dir, WIR befehlen es dir!“ Daraufhin ließ Ben sich zu einem kleinen Lachen breitschlagen, was ihm sein Kopf jedoch sofort wieder heimzahlte.

  • Ihr seid soooo lieb!!!
    Danke für die Tollen Feeds! MAcht weiter so! :thumbsup::thumbsup:
    Dann wolln wir mal einen kleinen Zeitsprung und etwas romantisches machen. Was meint ihr? ;)
    LG Alex!!!! 8)



    Kapitel 9!


    Die Wochen vergingen wie im Flug. Ben erholte sich schnell wieder von seinem kleinen Unfall. Es war ihnen weder gelungen Dragomir etwas nachzuweisen, noch ihm etwas zu entlocken, geschweige denn die anderen beiden Wagen mit ihren Fahrern zu finden. Es war zum verrückt werden gewesen, bis die beiden schließlich den Fall auf Eis gelegt hatten. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, diese Leute waren verdammt gut.
    Und etwas hatte sich drastisch verändert: Vanessas Bauchumfang. Mittlerweile hatte sie fast Kugelform angenommen, was sich im siebten Monat nun mal nicht vermeiden ließ. Gerade als Ben vor einem Nervenzusammenbruch gestanden hatte, wegen ihrer sehr seltsamen Essgewohnheiten und den schrecklichen Stimmungsschwankungen; im einen Moment zart wie ein Lämmchen, dann giftig wie eine Kobra und im nächsten Moment war sie in Tränen ausgebrochen, ganz zu schweigen von der Morgenübelkeit, da hatte sich alles gelegt. Jetzt hatte die beide eine unglaubliche Vorfreude gepackt, angefangen vom Strampler kaufen, über das ausdenken von möglichen Namen, bis hin zum gemeinsamen streichen des Kinderzimmers.
    Ben kam spät nach hause, es war schon fast 23uhr, als er die Wohnungstür hinter sich schloss und Vanessas Stimme folgte. Sie stand im Wohnzimmer am Fenster und telefonierte.
    „Ja! Genau das hab ich doch auch gesagt! ... Unglaublich, oder?! ... Oh, Andrea, ich muss Schluss machen, Ben ist gerade gekommen, da wird dein Göttergatte wahrscheinlich auch gleich eintreffen... Ja... Ja, werd ich machen! Bis dann! Tschau!“
    „Hallo ihr zwei.“, murmelte Ben müde, umarmte Vanessa von hinten und legte seinen Kopf auf ihre Schulter, dabei streichelte er sanft über ihren Babybauch. „Hey mein Armer. Was war denn heute los?“, wollte die werdende Mutter wissen. „Alles mögliche, nur nix gescheites! Jede Menge Raser, mindestens doppelt so viele Unfälle und eine ältere Dame... sie ist im Stau ausgestiegen und hat sich die Beine vertreten wollen, dabei ist sie umgeknickt und gestürzt. Ich wollte ihr helfen. Sie hat mich mit ihrem Stock geschlagen...“ Sie konnte sich ein kurzes Auflachen nicht verkneifen, unterdrückte den Rest aber sofort.
    „Du warst doch heute beim Arzt, oder?!“, fiel ihm plötzlich ein. „Ja...“, seufzte sie traurig.
    Er wusste was das bedeutete, „Also immer noch nichts?“, fragte er ebenso enttäuscht wie sie.
    „Nein. Unser kleines meint es muss um jeden Preis verstecken ob es nun junge oder Mädchen wird. Wir haben es schlecht erzogen...“, versuchte sie zu scherzen. Die beiden wollten unbedingt wissen ob sie nun einen Sohn oder eine Tochter erwarteten, aber sie warteten vergeblich, das kleine lag bei jeder Untersuchung genau so, das man nichts erkennen konnte.
    „Das stimmt allerdings. Du kannst ruhig zuhören, kleines! Ich hoffe du kriegst ein schlechtes Gewissen deinen Eltern gegenüber!“, sagte er laut. Jetzt musste Vanessa wirklich lachen. Dann machte sie sich sanft von ihm los, „Möchtest du noch was essen?“
    „Nein, ich will einfach nur noch ins Bett und schlafen. Gott sei dank hab ich morgen frei!“, seufzte er und drehte sich um, doch ganz plötzlich sagte sie seinen Namen, nicht so wie sonst, sonder ganz ruhig, viel zu ruhig. Erschrocken drehte er sich wieder um, sie hielt sich den Bauch und sah ihn ganz seltsam an. „Was ist los? Ist was nicht ok? Hast du Schmerzen?“, fragte er ängstlich, doch sie schüttelte nur den Kopf, nahm seine Hände und drückte sie auf ihren Bauch. Da wusste er was sie meinte: Das kleine bewegte sich und zwar ziemlich ordentlich. Bisher hatte er nie die Gelegenheit bekommen es zu fühlen, doch jetzt strahlten seine Augen nur so vor Glück. Sanft zog er sie an sich und gab ihr einen langen, ausgiebigen Kuss, so wie schon lange nicht mehr.
    Doch das Glücksgefühl, das sich im Raum breit machte und sie die Vögel zwitschern hören ließ war ihnen offenbar nicht vergönnt. Der schöne Augenblick zerplatze wie eine Seifenblase, als Bens Handy klingelte und er widerwillig ab nahm, als er sah das Susanne am Apparat war... komisch, die war doch gleichzeitig mit ihnen nach hause gefahren.
    „Ja?“, fragte er, irgendwas zwischen besorgt und genervt, während Vanessa sich an ihn lehnte und sich von ihm umarmen ließ.
    „Tut mir wirklich Leid, Ben. Aber ihr müsst nochmal. Eure Raser von vor ein paar Monaten, wo du dir so heftig den Kopf angeschlagen hast waren wieder unterwegs. Diesmal gibt es eine tote, das Mädchen von dem Phantombild.“, erklärte sie schnell.
    „Ja, und? Kann das nicht die Nachtschicht übernehmen?“, wollte er sauer wissen.
    „Leider nein. Die Frau ist nicht auf natürliche Weise umgekommen, sie wurde ermordet und die Chefin will das ihr den Fall persönlich übernehmt. Semir hat gesagt er ist in zwanzig Minuten bei dir.“, meinte sie leicht zerknirscht. „Ok, Susanne. Danke.“, damit legte er auf.
    „Jetzt aber nicht wirklich, oder?“, fragte Vanessa leise, sie hatte das Gespräch mitgehört. „Ich will auch tausend mal lieber bei euch bleiben. Aber was soll ich machen...?“, seufzte er. „Keine Ahnung. Na komm, ich mach dir noch nen Kaffee, damit du nicht sofort ein schläfst.“, lächelte sie matt und ging in die Küche. Er sah ihr ebenfalls lächelnd hinterher und ihm wurde mal wieder klar, warum er sie so sehr liebte...

  • Und der nächste Teil für heute!
    Feedet weiterhin so toll! Ihr seid klasse!


    P.S.: Keine Sorge... die Taschentücher werdet ihr schon noch früh genug gebrauchen! *g*


    Kapitel 10!


    „Na das nenn ich doch mal eine erholsame Nacht“, grummelte Ben vor sich hin als er zu Semir in den Wagen steht. „Wem sagst du das…“, die Stimmung war auf dem absoluten Nullpunkt angekommen. Beide waren unheimlich müde und wünschten sich nichts mehr als noch einmal eine ganze Nacht durchschlafen zu können.


    Die Straßen waren leer und sie kamen zügig voran. Schon kurze Zeit später standen sie vor der Leiche der jungen Frau. Sofort kam ein Kollege zu ihnen. „Janina Malderburg…“, damit streckte er den beiden einen Personalausweis hin, den Ben daraufhin entgegen nahm.
    „24 Jahre alt…“, murmelte er kopfschüttelnd vor sich hin. „Gibt’s schon genaueres zur Todesursache?“, wandte Semir sich an den uniformierten Kollegen. Dieser nickte. „Der Gerichtsmediziner meinte, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit erwürgt wurde, worauf die Würgemale am Hals hindeuten. Wahrscheinlich mit einem Strick. Der Tod ist vor etwa 3 bis 4 Stunden eingetreten, aber genaueres…“, Semir unterbrach ihn und beendete den Satz, „Nach der Obduktion… ich weiß… Danke!“, damit gingen er und Ben zurück zum Wagen.


    „Na dann… lass uns uns schon mal auf eine schöne, schlaflose Nacht im Büro freuen“, sagte Ben mit sarkastischem Unterton. „Manchmal frag ich mich echt, warum man sich das alles antut…“, auch Semir war sichtlich gereizt. In den letzten Wochen hatte er kaum Zeit mehr mit seiner Familie verbracht.
    Genervt und vollkommen übermüdet fuhren sie also zurück zur Dienststelle. Susanne hatte bereits alle Akten anfordern lassen und sofort machten sich die beiden an die Arbeit.


    Nach einer Stunde schaute Semir müde auf, beide hatten alle Mühe nicht einzuschlafen.
    „Hast du schon irgendwas?“, fragte er seinen Partner hoffnungsvoll. Doch dieser atmete nur laut aus. „Nun ja… sie ist schon öfters bei illegalen Rennen auffällig geworden, es konnte ihr jedoch nie etwas nachgewiesen werden. Seit dem letzten Jahr ist es allerdings ruhiger um sie geworden, keine Auffälligkeiten mehr.“
    Semir nickte. „Jetzt weiß ich auch wieder woher ich sie kenne. Das ist schon vier Jahre her… Da ging’s um Autodiebstahl, aber auch da konnten wir ihr nix nachweisen.“
    Semir bemerkte wie Ben ständig auf seine Uhr schielte, 1 Uhr war bereits durch… „Heut Nacht können wir doch eh nichts mehr ausrichten, lass uns Feierabend machen.“ Ben nickte und gähnte. „Gegen ein paar Stunden Schlaf hab ich nichts einzuwenden…“ Damit machten beide sich als letzte aus der PAST. Die Kollegen waren nämlich bereits alle gegangen.


    Felix wusste nicht mehr was er fühlen oder denken sollte. Der Schmerz, die Trauer um Janina zeriss ihn förmlich. Das konnte einfach nicht wahr sein, das durfte es einfach nicht! Er wusste ganz genau dass das das Dragomirs Werk war. Es war genau wie sie es befürchtet hatte, sie würden ihnen die Hölle heiß machen! Und jetzt, jetzt war sie tot… Alles nur wegen eines Rennens, eines Rennes zu dem er sie angespornt hatte… Und sie hatte von Anfang an geahnt, dass etwas schief laufen würde…. Aber jetzt war es zu spät…

  • Soso....
    Dann machen wir mal weiter, ne? :D
    Ben wird richtig sauer, einige werden verstehen warum die Story Alpträume im Highspeed heißt... lilalasst euch überraschen!
    Wir starten jetzt richtig durch! :thumbup:
    Die Feeds bitte nicht vergessen! ;)
    LG!


    Kapitel 11!


    Als Ben am nächsten morgen wieder ins Büro kam hatte er nur sehr wenig geschlafen. Eine innere Unruhe hatte ihn schon gestern Abend erfasst, als sein Handy geklingelt hatte. Jetzt war es noch schlimmer, warum hatte diese junge Frau sterben müssen? Diese Frage ließ ihn einfach nicht mehr los und so war er sogar früher da als Semir. Als er sich einen Kaffee geholt hatte machte er sich sofort an den Bericht des Gerichtsmediziners, der auf seinem Schreibtisch lag. Als Semir eine halbe Stunde später kam berichtete er ohne einen Gruß:
    „Also, sie wurde tatsächlich erwürgt, Todeszeitpunkt etwa gegen 20.00uhr. Fundort war nicht Tatort, sie wurde dort hingebracht. Der Doc hat keine weiteren Spuren finden können, die auf den Täter hindeuten. Aber das interessante: Sie hatte eine geringe Restmenge Drogen im Blut. Susanne hat mal ein bisschen geforscht und herausgefunden, das wir es offenbar mit einer sehr seltsamen Organisation zu tun haben. Sie sind in ganz Deutschland verteilt, gehören alle dieser großen Organisation an, arbeiten nach dem gleichen System, allerdings in kleineren Gruppen in fast jeder Stadt. Neben diesen Illegalen Rennen geht es wohl auch um Drogen, das würde auch die Rückstande im Blut der toten erklären, aber die sind so raffiniert, dass ihnen noch nie etwas nachgewiesen, geschweige denn etwas genaueres herausgefunden werden konnte.“
    „Wow, ok, das nenn ich mal Informationsflut. Guten Morgen.“, meinte Semir und setzte sich gar nicht erst, „Gehen wir zur Chefin?“
    „Hab nur auf dich gewartet.“, lächelte er und gemeinsam gingen sie in ihr Büro, wo Ben seinen Vortrag wiederholte.
    Einen Moment betrachtete sie die beiden nachdenklich, dann seufzte sie:
    „Tja, so wie ich das sehe ist das ziemlich knifflig. Mit unseren gewöhnlichen Ermittlungsmethoden werden wir wohl nicht weiter kommen...“
    Ben und Semir warfen sich einen leicht verwirrten Blick zu.
    „Wie meinen sie das?“, fragte Semir misstrauisch.
    „Tja. Ihnen ist gerade ein Mitglied abhanden gekommen und wir werden ihnen einen Ersatz auf dem Silbertablett Servieren. So wie ich das sehe ist es die einzige Möglichkeit sie endlich auffliegen zu lassen.“, ihr Blick ruhte auf Ben, der erst langsam begriff was sie da gesagt hatte.
    „Sie meinen... Sie meinen Sie wollen mich undercover einschleusen?!“, fragte er mit großen Augen.
    „Ja.“
    „Chefin, das geht nicht! Sie wissen doch wie es bei mir privat steht, ich kann jetzt keinen undercover Einsatz ausführen!“
    „Ben, Sie sind die einzige Möglichkeit! Sie kennen Semir schon, außerdem währe er ein bisschen zu alt für die Gruppe. Sie werden gehen müssen.“, es fiel ihr ja auch nicht leicht so zu entscheiden, aber sie konnte darauf nun mal keine Rücksicht nehmen.
    „Chefin, Vanessa ist schwanger! Der errechnete Termin ist in acht Wochen! Der Einsatz kann sich wer weiß wie lange hinziehen und ich habe nicht vor die Geburt meines Kindes zu verpassen! Außerdem ist das viel zu gefährlich! Was ist wenn ich auffliege und sie ihr und dem Baby was antun?! Glauben sie wirklich ich kann mich auf so was konzentrieren, wenn ich weiß das ich jeden Moment Vater werden könnte?“, er konnte einfach nicht glauben was sie da von ihm verlangte! Wütend schlug er die Hände hinter dem Kopf zusammen und ging zum Fenster; wenn er sie noch länger ansehen musste würde er sich nicht mehr im griff haben. Das war einfach unglaublich!
    „Sie werden für die Zeit der Ermittlung in einer anderen Wohnung wohnen. Vanessa bringen wir in einer Schutzwohnung unter und lassen sie bewachen. Ich verspreche ihnen das ihr und Ihrem Kind nichts geschehen wird. Sie können weiterhin in Kontakt stehen, wozu gibt’s Telefone und das Internet? Oder wollen sie wirklich das diese Leute weiterhin gewissenlos Menschenleben aufs Spiel setzen? Ben, wir können etwas dagegen tun!“, versuchte sie beruhigend auf den brodelnden Kommissar einzureden.
    „Vergessen Sie´s!!!!! Ich werde Vanessa weder alleine lassen, noch zulassen das sie in irgendeiner Weise gefährdet wird, ich werde diesen Einsatz nicht durchführen, haben Sie das verstanden?!“, er schrie so, wie er noch nie zuvor jemanden angeschrien hatte. Sie hatten doch alle keine Ahnung, die letzten Ereignisse hatten ihn viel zu sehr geprägt, er war nicht mehr der Draufgänger, der jedes Risiko einging, er war endlich richtig erwachsen geworden. Allein der Gedanke die letzten Wochen nicht mehr dabei zu sein, ihr nicht beistehen zu können, sich rund um die Uhr Sorgen um sie machen zu müssen und ganz nebenbei eine Deutschlandweite Drogenorganisation aufliegen zu lassen, brachte ihn um den Verstand. Semir und Anna hatten fast Angst vor ihm, so hatten sie ihn noch nie erlebt, so voller Hass und Zorn, als er aus dem Büro stürmte, sich in seinen Wagen setzte und davonraste. Semir seufzte. „Bitte seien sie ihm nicht böse... Das was alles passiert ist... ich kann verstehen das er kein Risiko eingehen möchte, die beiden sind sein Leben. Er wird es trotzdem tun, ich kenne ihn, geben sie ihm ein paar Stunden Zeit bis er sich beruhigt hat.“, versuchte er Ben zu erklären. Anna nickte. „Ich verstehe ihn ja auch, aber wir haben keine andere Wahl. Fangen sie doch schon mal Informationen zu sammeln und alles vorzubereiten, es soll so schnell wie möglich los gehen.“
    Semir nickte und verließ dann ihr Büro...

  • Und weiter gehts! :D


    Kapitel 12!


    Ben saß auf einem Stein direkt am Rhein. Hier hin kamen er und Vanessa oft. Es war vollkommen ruhig und man hatte einen wunderschönen Ausblick. Mit seinen Schuhen spielte er im Kies auf dem Boden herum. Er konnte einfach nicht verstehen, warum die Chefin das tat! Wie stellte sie sich das denn vor? Wohlmöglich war er bei der Geburt seines eigenen Kindes nicht anwesend, weil er irgendein illegales Rennen fahren musste!
    Und viel schlimmer noch, was, wenn Nessy etwas passierte? Er wusste ganz genau, dass eine Schutzwohnung keine hundertprozentige Sicherheit bot! Und wie sollte er ihr das alles überhaupt erklären? Erklären, dass er in einen nicht ungefährlichen Undercover-Einsatz musste, erklären, dass er sie deswegen die nächste Zeit nur selten sehen würde, und vor allem, erklären, dass sie die letzten Wochen ihrer Schwangerschaft in irgendeiner Schutzwohnung verbringen sollte! Vielleicht sogar die erste Zeit wenn das Kleine da war.
    Nein! Das konnte er ihr beim besten Willen nicht antun! Und überhaupt, schließlich konnte ihn doch keiner zu so einer Aktion zwingen! Er wusste, dass es eine einmalige Chance war die Typen zu schnappen und nur zu gern würde er sie hinter Gittern sehen.
    Im Normalfalle hätte er kein Problem damit gehabt eine solche Aufgabe zu übernehmen, aber nicht jetzt! Auch wenn er wusste, dass er mit seiner Entscheidung die Chefin und Semir enttäuschen würde, aber damit mussten sie jetzt nun einmal leben! Er liebte Nessy schließlich über alles!


    „Ben?“ Der Angesprochene drehte sich um und starrte in das wunderschöne Gesicht seiner Freundin. „Nessy… was machst du denn hier?“ Langsamen Schrittes kam sie auf ihn zu. Das Gehen wurde mit jedem Tag anstrengender. „Das wollte ich dich gerade fragen! Ich mach bloß einen kleinen Spaziergang.“ „Spaziergang? Aber ihr sollt euch doch ausruhen!“, in Bens Stimme schwang wieder Besorgtheit mit. „Ben… ich bin schwanger und nicht krank!“
    Ben nickte, dass hatte sie ihm in der letzten Zeit schon häufig gesagt, aber er machte sich nun mal Sorgen! „Und was ist mit dir? Was treibst du hier?“
    Ben wollte ihr nichts von dem Einsatz erzählen, er hatte sowieso nicht vor es zu tun, also blockte er ab. „Ach nicht so wichtig… Komm ich begleite dich noch nach Hause!“ Mühsam versuchte er ein Lächeln zustande zu bringen, doch Vanessa bemerkte natürlich sofort, dass ihn etwas bedrückte.
    Sanft hielt sie ihn am Arm zurück. „Ben, was ist los? Ich spüre doch, dass irgendetwas ist!“ Ben gab sich geschlagen, egal was er jetzt sagen würde, sie würde nicht mehr locker lassen.


    „Es ist bloß…“, doch er fuhr nicht fort. Eindringlich schaute Vanessa ihn an, „Ben!“ Dieser seufzte. „Ach, weißt du… die Chefin und Semir möchten, dass ich einen Undercover-Einsatz übernehme… Bei der Organisation gegen die wir jetzt schon seit Monaten erfolglos ermitteln…“ Vanessas Gesichtsausdruck änderte sich schlagartig. Sofort kam wieder die Angst in ihr hoch. Ben bemerkte dies und nahm sie vorsichtig in den Arm.
    „Aber keine Sorge, ich hab den beiden klar gemacht, dass sie nicht mit mir rechnen können.“ Vanessa war erstaunt. „Was? Aber…“ „Kein Aber, ich lass dich doch jetzt nicht allein!“ Ben versuchte überzeugt zu klingen, aber Vanessa spürte, dass es ihn innerlich zeriss. Einerseits wollte er bei ihr bleiben, aber auf der anderen Seite, würde er gerne alles tun um diese Typen hinter Gitter zu bringen!
    Und sie wollte nicht Schuld daran sein, dass das nicht der Fall werden würde! Auch wenn es ihr nicht leicht fiel sagte sie, „Nein Ben!“ Irritiert schaute Ben sie an. Er glaubte sie hätte ihn falsch verstanden! „Ich hab doch gesagt, ich mach das nicht, also brauchst du dir da gar keine Gedanken drüber zu machen!“, lächelte er sie an.
    Doch Vanessa schüttelte den Kopf „Das meine ich nicht Ben, ich will das du das machst!“ Jetzt verstand Ben gar nichts mehr. „Du willst was?“ „Du hast schon richtig gehört! Ich WILL das du diesen Einsatz machst! Ich seh doch wie wichtig dir das im Grunde ist!“ Ben schüttelte den Kopf. „Aber du bist mir wichtiger!“ Vanessa lächelte. „Trotzdem, Semir und die Chefin zählen auf dich!“


    Ben schluckte, mit so einer Reaktion hätte er nun wirklich nicht gerechnet! „Aber ich will nicht, dass du in irgendeine Schutzwohnung ziehen musst, gerade jetzt!“ Vanessa überlegte einen Moment und sagte dann, „Ich werde Andrea und Semir fragen, ich kann doch genauso gut bei den beiden wohnen!“ Sie versuchte sehr überzeugt zu klingen. „Und… und du willst wirklich, das ich das tue?“, fragte Ben kritisch. „Du würdest dich unglaublich ärgern, wenn euch deswegen diese Typen durch die Lappen gehen! Und jetzt mach dich schon auf den Weg und teil den beiden deine Entscheidung mit!“
    Ben glaubte Vanessas gespielter Überzeugung. Es kostete sie eine ungeheuere Überwindung dies zu sagen! Und sie wusste selbst nicht, warum sie das eigentlich tat! Was wenn… was wenn ihm etwas zustoßen würde? Was wenn er ihr Kind vielleicht nie sehen würde? Nein, daran wollte sie erst gar nicht denken! Sie tat das nur für ihn, weil sie wusste wie viel ihm das bedeutete! Es würde schon alles gut gehen und notfalls wäre ja immer noch Semir da, er konnte eingreifen, falls etwas geschehen sollte...


    Doch sie wusste nicht, wie lange sie diese Überzeugung noch spielen konnte, sie wollte, dass er sie so schnell wie möglich alleine ließ, bevor er doch noch einen Rückzieher machen würde. „Na los, fahr schon!“, lächelte sie ihm zu.
    Ben war vollkommen baff, damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet! Zärtlich umarmte er sie. „Ich liebe dich…“ Einige Minuten blieben sie so stehen, bis Ben schließlich zu seinem Wagen ging, um sich auf den Weg zur PAST zu machen.
    Kaum war er weg, bahnte sich die erste Träne ihren Weg über Vanessas Gesicht und sie ließ sich erschöpft auf den Stein fallen. Sie hatte Angst, furchtbare Angst! Hoffentlich würde alles gut gehen…

  • Die Sonne ist mir heute ungewohnt wohlgesinnt :D
    Daher, hier für euch ein neuer Teil, weil ich so gute Laune habe!
    Die Feeds kommen leider immer von den gleichen Leuten (Leute, ihr seid spitze!) Wie währs wenn die anderen auch mitmachen? Wir beißen nicht! :D
    So, euch allein einen Wiwawunderschönen Tag!
    LG!!!
    P.S.: An alle die sehr nah am Wasser gebaut haben, so wie ich: vielleicht werdet ihr die ersten Taschntücher brauchen!



    Kapitel 13!


    Vanessa brauchte dringend jemanden zum reden. Und wer kam da besser in Frage als Andrea? Sie würde sie verstehen; Gott sei dank war das Haus der beiden nur 15 Minuten Fußweg entfernt. Ihre Nerven lagen völlig blank, als Andrea öffnete und Aida hinter den Beinen ihrer Mutter hervorlugte, weinend ließ sie sich von ihr ins Wohnzimmer bugsieren. „Was um Himmels willen ist den passiert? Ist was mit dem Baby?“, fragte Andrea besorgt und versuchte sie zu beruhigen. Stockend berichtete sie und schloss mit den Worten: „Was ist wenn ihm was passiert? Das kleine braucht doch seinen Papa. Und ich brauche ihn, ohne Ben kann ich doch nicht mehr weiter machen!“...


    „Ich wusste das du dich um entscheiden wirst.“, lächelte Semir, als Ben ihm und der Chefin seine Entscheidung mitgeteilt hatte und klopfte ihm auf die Schulter.
    „Ja... Wegen Vanessa....“, begann er, doch die Chefin unterbrach ihn: „Um die müssen sie sich keine Sorgen machen, sie wird in der Schutzwohnung völlig sicher sein, das verspreche ich ihnen.“
    „Na ja, ich wollte fragen ob sie bei euch unter kommen kann“, wandte er sich an Semir, „Ich würde dich eigentlich nicht fragen, aber Andrea ist ihre beste Freundin... Mir würde das alles viel leichter fallen wenn ich wüsste das sie nicht den ganzen Tag allein ist, das sie beschäftigt ist, es reicht schon wenn ich mir ununterbrochen Sorgen mache. Und das jemand da ist, falls es los geht und ich noch nicht zurück bin, das jemand bei ihr ist wenn ich es nicht sein kann. Ich glaube ganz alleine schafft sie das nicht...“, erklärte er leise und sah zu Boden. Wie weh es doch tat diese Worte auszusprechen... „Mach dir keine Sorgen, Ben. Natürlich kann sie bei uns bleiben. Andrea würde sie im Notfall natürlich begleiten, ich bin da, glaube ich, keine so gute Adresse, aber bis dahin sitzen die Typen sowieso im Knast und du bist wieder da.“, lächelte er. Ben nickte dankbar.
    „Ok, dann los, es gibt noch viel zu tun! Übermorgen geht’s los!“, verkündete die Chefin und klatschte voller Tatendrang in die Hände...
    Ben und Vanessa saßen zwei Tage später im Wohnzimmer der Familie Gerkhan, die anderen hatten sie allein gelassen, damit sie sich ungestört voneinander verabschieden konnten. Seit Minuten schon sahen sie sich einfach nur an, Vanessa liefen stumme Tränen die Wangen hinab.
    „Bitte wein nicht mehr... Ist doch alles halb so schlimm, ehe du dich versiehst bin ich wieder Ben Jäger und dann feire ich meine ganzen Überstunden ab und nehme mir anschließend Urlaub...“, sagte er leise und wischte sanft ihre Tränen fort. „Nur weil ich seit fast zwei Jahren nicht mehr im Dienst bin habe ich nicht alles vergessen. Du musst mir nichts vorspielen, ich weiß wie gefährlich die Aktion ist.“, erinnerte sie ihn.
    „Noch kann ich zurück...“ „Nein! Ich will einfach nur das du auf dich aufpasst, wir zwei brauchen dich nämlich... dein Sohn und ich...“, fügte sie leise an. Nun sammelten sich auch in seinen Augen Tränen, er legte eine Hand auf ihren Bauch und fragte erstickt: „Ein Junge?“
    Sie nickte. „Seit wann...?“, setzte er an. „Gestern.“
    Einen kurzen Moment sah er ihr noch in die Augen, doch dann wandte er den Blick ab, es zerriss ihn, also warum... „Warum tu ich das eigentlich? Ich kann euch zwei doch nicht allein lassen!“
    „Doch, das kannst du. Vor allem kannst du viele Leben damit retten, wir warten auf dich, egal wie lange es dauert. Außerdem sind Andrea und Semir und Aida ja da, sie kümmern sich schon um mich.“ Er nickte. Gleichzeitig fielen sie sich in die Arme und küssten sich, als sei es das aller letzte mal. Den Gedanken, dass er wirklich das letzte mal sein könnte versuchten sie krampfhaft zu verdrängen. Als sie sich wieder voneinander gelöst hatten sah er ihr tief in die Augen und sagte mit fester Stimme: „Ich liebe dich Vanessa, egal was geschieht.“
    „Und ich liebe dich...“
    Damit stand Jens Martens auf und verließ dieses Haus, ohne einen Blick zurück zu werfen. Ben Jäger jedoch blieb und er würde niemals von ihrer Seite weichen...

  • Kapitel 14!


    Ben hatte noch einige letzte Anweisungen von der Chefin entgegen genommen, hatte sich von Andrea, Aida und Semir verabschiedet und war dann los gefahren. Anna hatte ihre alten Kontakte spielen lassen und über unzählige Informanten erfahren das man in der Szene munkelte, Fahrer, die interessiert sind sollen sich bei einem gewissen Magnus melden. Und zu dem war er jetzt auf dem Weg. Offenbar war er tagsüber in einem alten Bürokomplex, der schon lange nicht mehr genutzt wurde im ehemaligem Industriegebiet anzutreffen.
    Nach einer dreiviertel Stunde fahrt hielt er den orangefarbenen Toyota vor einem mittelgroßen Hochhaus an. Das Hartmut ihm Lucy überlassen hatte war ein unglaublicher Kraftakt an Überredungskunst gewesen. Er schlug die Tür zu, schloss ab und betrat dann das alte Gebäude. Er hatte keinen Plan, hoffte einfach das sich alles spontan ergeben würde. Nur wo sollte er anfangen zu suchen? An jeder Tür klopfen, oder was?! Gerade als ihm das durch den Kopf schoss entdeckte er einen alten Wegweiser. Da war tatsächlich ein Magnus Bracht eingetragen, fünfter Stock; daneben ein Schild: Fahrstuhl defekt! Seufzend stieg er die Treppen hoch und klopfte schließlich an einer verschlossenen Glastüre.


    „Wer ist da?!“, rief sofort eine misstrauische Stimme. Ben holte tief Luft. Ab hier gab es kein zurück mehr, jetzt war es endgültig, doch einen Rückzieher machen? Jetzt noch? Und all die Aufregung, Angst umsonst? Nein, dafür war er nun wirklich zu stolz.
    „Ich hab gehört ihr sucht nen Fahrer!“, antwortete er mutig.
    Sofort wurde die Tür geöffnet und ein regelrechter Schrank stand vor ihm, etwa so alt wie er selbst, dunkle, kurz geschorene Haare, jedoch mit einem freundlichen Gesicht.
    „Weißt du auch auf was du dich da einlassen willst...?“, er sah ihn mit fragendem Gesicht an.
    „Jens Martens. Ja, ich weiß es ziemlich genau. Du bist Magnus, oder?“, fragte er, als er von ihm gemustert wurde. „Richtig. Tja, Jens... du wirst wohl verstehen das ich erst mal deine Identität prüfen und sehen muss was du drauf hast, bevor du eine Chance bekommst?“
    „Wann? Wo?“, wollte er gelassen wissen. „Gleich. Ich schau mir erst mal deinen Wagen an.“
    „Ok.“, stimmte er zu. Er erkannte an Magnus´ Blick das ihm seine draufgängerische Art gefiel. Er war sich sicher: jetzt musste er nur noch seine Fahrkünste unter Beweis stellen, seine falsche Identität stand... Er hatte es schon so gut wie geschafft!
    Lucy wurde aufs genaueste begutachtet. „Wo hast du den Wagen her?“
    „Von nem Freund. Er ist ins Ausland gegangen und wollte ihn nicht mitnehmen. Was ist, können wir dann?!“
    „Traust du dir das auch wirklich zu? Du wirst gegen meinen besten Fahrer antreten.“, offenbar traute er ihm nicht all zu viel zu. „Kein Problem.“
    „Gut... Sehr gut. Ich werde alles vorbereiten, sei in zwei Stunden an der alten Papierfabrik, ich hol dich da ab, du würdest die Strecke nicht finden.“, lächelte er.
    Ben nickte nur und fuhr dann zu der Wohnung, in der er während der Ermittlungen wohnen würde. Sie war nett eingerichtet musste er kopfschüttelnd feststellen, für so etwas hatte der Staat also Geld... Aber andererseits sollte es ja die perfekte Tarnung sein. Nachdem er sich kurz umgeschaut hatte fand er schnell was er suchte: sein Laptop stand im Wohnzimmer auf dem Tisch. Er schaltete ihn an, loggte sich ein und wartete darauf das sich die Verbindung zu Semirs Laptop aufbaute. Es dauerte einen Moment, in dem er die Webcam ausrichtete, bis Semir auf seinem Bildschirm erschien.
    „Ben! Warum bist du schon so schnell on? Ist was schief gegangen?“, drang die Stimme seines Partners aus den Lautsprechern. „Keine Angst, alles läuft nach Plan. Ich hab diesen Magnus gefunden, er will meine Identität checken und dann soll ich gegen seinen besten Fahrer antreten. In 1 ½ Stunden geht’s los. Ich glaub er mag mich.“
    „Na, das ist doch mal was. Konntest du sonst schon was raus finden?“ „Wie denn bitteschön? Ich muss ja wohl erst mal reinkommen, oder?“, fragte er leicht gereizt.
    „Ich hab doch nur gefragt. Pass auf dich auf Ben, du wirst gebraucht.“ „Und das sagt mir gerade der Kerl der mich zu diesem Einsatz gezwungen hat?“, skeptisch zog er eine Augenbraue hoch.
    „Tja... Vanessa geht’s ein bisschen besser, ich soll dich von ihr grüßen. Meldest du dich wieder wenn du zurück bist?“
    „Mach ich. Grüß zurück! Tschau!“, damit gingen die beiden offline; Ben legte sich ein wenig auf die Couch und zappte durchs Fernsehprogramm um sich abzulenken...

  • Kapitel 15!



    Ben machte sich also wie abgemacht auf den Weg zur alten Fabrik. Schon von weitem sah er Magnus und einen anderen Mann, die beide neben ihren Wagen standen und aufschauten als sie ihn ankommen sahen.
    „Na endlich! Ich dachte schon du kneifst!“ grinste Magnus schelmisch. Dann fuhr er fort, „Also, das ist Felix. Mein Bruder und gleichzeitig mein bester Fahrer im Rennstall…“ Ben und Felix betrachteten sich beide kritisch und nickten sich schließlich gegenseitig zu. Felix wirkte verbittert, so als mache er im Moment eine schwere Zeit durch. Da ist er nicht der einzige, dachte Ben bitter. „Da wir gerade neue Fahrer brauchen, will ich mal nicht allzu streng sein. Ich glaube eh nicht, dass du gegen mein Bruder gewinnen würdest… Aber wenn dir was daran liegt, zeig alles was du kannst! Ich werde dich genau im Blick behalten. Fahr uns einfach hinterher… Wir zeigen dir schon den Weg zu unserer Strecke!“
    Alle drei stiegen in ihre Wagen und fuhren los. Ben atmete noch einmal tief durch. Jetzt war sein Können gefordert! Er musste einfach alles zeigen was er drauf hatte, am besten natürlich er würde gewinnen… Aber dieser Felix schien wirklich gut zu sein. Vor allem aber, er hatte ihn wieder erkannt! Das war der Fahrer von der Autobahn gewesen, von vor einigen Monaten! Damals hatte er sie schließlich auch alle abgehangen!
    Aber er schien Glück gehabt zu haben, scheinbar hatte dieser Felix ihn nicht wieder erkannt! Hoffentlich würde das auch so bleiben… Die Wagen vor ihm verlangsamten sich, sie schienen also am Ziel zu sein…


    Semir kam zu Andrea und Vanessa ins Wohnzimmer. „Ben hat sich grade eben gemeldet.“ Sofort blickten beide ihn an. „Läuft scheinbar alles nach Plan. Gleich muss er unter Beweis stellen was er fahrtechnisch drauf hat, wenn alles glatt läuft ist er dann Mitglied…“ Vanessa nickte. Sie machte sich furchtbare Sorgen um ihren Freund! Sie wollte erst gar nicht dran denken, was bei diesen Rennen alles passieren konnte! Vor allem wo sie doch wusste, dass Ben sich nie so leicht geschlagen gab und oft viel zu viel riskierte!
    Aber was noch viel schlimmer war, was wenn seine Tarnung aufflog? Was wenn sie herausfänden, dass er Polizist ist? Sie wusste doch nur zu gut wie schnell solche Undercover-Einsätze aus dem Ruder liefen. Und dann wurde es wirklich gefährlich! Bei dem Gedanken spürte sie plötzlich wieder ihre Narbe am Rücken, die immer noch manchmal schmerzte, außerdem meinte ihr Sohn er müsste sie mal wieder mit einer unglaublichen Kraft, für so ein kleines Wesen, treten.


    Andrea bemerkte natürlich sofort, dass Vanessa das Gesicht verzog. „Alles in Ordnung?“ Vanessa rang sich zu einem Lächeln ab, „Alles okay! Aber diese Rückenschmerzen sind wirklich nervig.“ Sie wollte nicht die eigentliche Wahrheit erzählen.
    Andrea schenkte ihr einen wehleidigen Blick „Wem sagst du das…Willst du noch einen Tee?“
    Vanessa lächelte „Das wäre lieb, dank dir!“ Sofort machte Andrea sich auf den Weg in die Küche um den Wasserkocher anzustellen.
    Als Vanessa dann wieder alleine war, ließ sie für den Moment ihrer Angst freien Lauf. Erneut kullerte ihr eine Träne über das Gesicht. Dabei musste sie plötzlich lachen. Die Hormone schienen wirklich ganz schön verrückt zu spielen, sie war doch sonst nicht der Typ von Mensch, der ständig los heulte. Schnell wischte sie sich die Tränen weg, als sie hörte wie Andrea wieder in Richtung Wohnzimmer ging….

  • Sorry für die Verspätung!
    Ich hoffe ich hab das am Anfang einigermaßen Humorvoll und während des Rennens einigermaßen glaubwürdig hinbekommen.
    Hoff ihr sagst es mir *Mit dem Zaunpfahl wink* ;)
    LG!


    Kapitel 16!


    Ben staunte nicht schlecht. Er wusste zwar nicht wo sie sich hier befanden, vermutlich irgendwo am Stadtrand, denn hier gab es nichts außer Wald, Wiesen und einer betonierten Strecke, die am Horizont verschwand. Er vermutete das es sich um eine Strecke, ähnlich wie man sie von den Formel 1 rennen kannte handelte, denn als er ausstieg und sich umsah stellte er fest das die Startlinie gleichzeitig das Ziel war. Aber noch etwas unerwartes erwartete ihn: geschätzte zehn bis fünfzehn Männer und Frauen standen herum, sie alle hatten sich unterhalten und gelacht, doch jetzt wurde er aus misstrauischen Augen angestarrt. Sie hatten nicht damit gerechnet das die Gruppe in Köln doch so groß war, sie waren von höchstens drei Mitgliedern ausgegangen, weil immer die gleichen bei rennen auffällig geworden waren. Sie gingen auf ihn zu und musterten ihn genau. Eine junge Frau trat näher an ihn heran als alle anderen, sie war groß, schlank, hatte sehr lange blonde Haare und die dunkelblauen Augen funkelten verräterisch. „So, du meinst also du währst gut genug für uns? Was meint ihr Mädels, schnuckelig genug ist er ja, oder?“, zustimmendes lachen war von den Frauen zu vernehmen, die Männer sahen ihn alle aus leicht verengten Augen an, das die Frauen ihn mochten schien ihnen gar nicht zu passen. „Ich wette du kannst nicht nur Auto fahren...“, säuselte sie deutlich und legte eine Hand auf seine Brust. „Finger weg!“, fauchte er bedrohlich und schob ihre Hand bei Seite. Amüsiertes raunen machte die Runde, offenbar wurde sie nicht oft abgewiesen. „Oh, Mister rühr mich nicht an? Das gefällt mir!“, grinste sie.
    „Falsch kleines! Mein Name ist Jens und ich stehe nicht auf Schlampen!“, nun war es an ihm zu grinsen, während sie sauer wurde. Der Rest lachte, gut so, dachte Ben sich im Stillen, er war gerade dabei sich einen Namen zu machen...
    Als sie wütend den Mund öffnete um etwas zu sagen unterbrach Ben sie mit einem seufzen: „Was ist das hier? Ein Kindergarten? Ich dachte ich soll hier fahren und mich nicht mit kleinen Mädchen herum ärgern! Wenn ihr keinen Fahrer wollt zisch ich wieder ab!“, wandte er sich an Magnus. „Keine Panik. Vicky wird dich nicht mehr belästigen, dafür sorge ich schon...“, auch ihm hatte sein Auftritt offenbar sehr gut gefallen. Plötzlich kam Felix auf ihn zu, schubste Vicky bei Seite und fragte bedrohlich leise: „Du willst fahren, dann lass uns fahren!“
    „Worauf warten wir noch?!“, rief er und Jubel brach los als die beiden sich in die Autos setzten, bis zum Start fuhren und die Motoren aufheulen ließen.
    Ben tat um einiges sicherer als er war. Er glaubte nicht das er eine Chance gegen Felix hatte, andererseits kannte er seinen Fahrstil nicht wirklich und er selbst war ein recht guter Fahrer...
    Er schloss er die Augen und atmete tief durch, dabei berührte er kurz mit den Fingerspitzen den Anhänger an seiner Kette. Ein kurzes lächeln huschte über sein Gesicht, als er sich daran erinnerte wie Nessy sie ihm geschenkt hatte, bevor sie sich aus den Augen verloren hatten; er soll dir Glück bringen und dich immer beschützen, hatte sie gesagt und bis jetzt hatte er gehalten was sie versprach. Er hoffte nur das sie sich nicht allzu große Sorgen um ihn machte und gut auf sich und den kleinen Jäger aufpassen würde. Rasch öffnete er die Augen wieder und vor ihnen hatte sich eine der Frauen aufgebaut, er sah gerade noch wie sie eine Fahne in die Höhe hielt und sie sofort darauf hinunter sausen ließ. Er drückte das Gaspedal durch, sein Kopf schaltete sich wie von selbst aus und er vertraute einfach nur noch seinem Gefühl. Es schien zu wirken, als er einen Blick riskierte waren er und Felix gleich auf. Langsam fand er gefallen an der ganze Sache hier und gab noch mehr Gas, während das Adrenalin begann durch seinen Körper zu schießen und ihn leichtsinnig machte.
    Felix war das nicht geheuer, dieser Kerl kannte die Strecke nicht und war doch so sicher. Er machte sich dran aufzuschließen, als er ihn kurz überholt hatte. Das wurde ihm eindeutig zu heiß, er war der beste und er würde sich nicht von einem Typen der sich selbst komplett überschätzte schlagen lassen! Also riss er das Lenkrad herum und rammte ihn.
    Ach, so lief das hier also! Aber das konnte Ben auch, ohne große Mühe brachte er Lucy wieder unter Kontrolle und scherte so aus, das seinem Gegner gar nichts anderes übrig blieb, als kurz auf die Bremse zu steigen. So ging es das ganze Rennen über, die beiden versuchten sich mit allen möglichen miesen Tricks zum aufgeben zu zwingen, doch keiner der Sturköpfe gab nach. Als sie auf die Zielgerade kamen waren sie gleich auf, jetzt ging es nur noch um Geschwindigkeit! Beide hatten das Gaspedal bis zum Anschlag durchgetreten, der Tachometer zeigte an das die 200ter Marke schon weit überschritten war. Da hatte Ben plötzlich eine Idee. Es war riskant, aber er wollte dieses Rennen unbedingt gewinnen! Er ging ein wenig vom Gas. Felix grinste schon triumphierend, da er sicher war er würde aufgeben, doch anstatt dessen spürte er einen Ruck durch seinen Wagen gehen. Ben drückte gegen das Heck des schwarzen Wagen und schaffte tatsächlich mit mehr Glück als Verstand was er geplant hatte: Der Wagen drehte sich um 180°, er konnte seitlich vorbeiziehen und ehe er sich versah hatte er als erster die Ziellinie überquert und konnte Lucy mit quietschenden Reifen zum stehen bringen. Sofort als er die Tür öffnete war er von einer Gruppe, die begeistert von seiner Aktion waren umringt und konnte nur aus dem Augenwinkel erkennen wie Felix ebenfalls ins Ziel kam und sich sofort an seinen Bruder wendete. Ben machte sich von der Gruppe los und ging zu den beiden.
    „Magnus, das kann doch nicht sein! Hast du nicht gesehen was er angestellt hat?! Der Typ arbeitet nur mit schmutzigen Tricks!“, hörte er.
    „Das tust du doch auch Brüderchen! Mach mal nicht so einen Aufriss, nur weil du nicht gewonnen hast!“ „Doch, das mache ich! Ich traue ihm nicht!“, entrüstete sich der jüngere. „Komm wieder runter und sieh endlich ein das auch du deinen Meister gefunden hast! Er ist nicht zum ersten mal so was gefahren, er ist ein Profi und ein verdammt guter noch dazu! Der junge ist genial! Einen besseren Ersatz für Janina hätten wir nicht finden können!“
    „Für Janina gibt es keinen Ersatz!“, schrie Felix außer sich und plötzlich klang es, als sei er den Tränen nahe. Schnell rannte er zurück zu seinem Wagen und fuhr davon.
    „Gibt es ein Problem?“, fragte Ben als er bei Magnus angekommen war. „Nein, ganz und gar nicht!“, grinste er, „Respekt. Du hast echt was drauf. Du bist dabei.“
    Ben nahm es mit einem kurzen Nicken zur Kenntnis, als habe er nie daran gezweifelt. In Wirklichkeit machte sein Herz allerdings einen riesigen Satz: er hatte es geschafft, er hatte tatsächlich den besten Fahrer geschlagen den Magnus zu bieten hatte, ein Schritt näher an der Lösung des Rätsels rund im diese Gruppe. „Wer ist Janina?“, fragte er, als sei es nebensächlich.
    „Seine Freundin. Sie ist vor kurzem gestorben, warum, das geht dich nichts an. Sie war eine unserer besten Fahrerinnen, doch sie hat offenbar einen würdigen Nachfolger gefunden...
    Herzlich Willkommen bei den Vipers, Jens! Komm mit, wir gehen feiern!“
    Damit ging er zu seinen Leuten und Ben verschränkte grinsend die Arme. Irgendwie gefiel es ihm, es war viel zu einfach...

  • Da mich eine heftige Erkältung ans Bett fesselt gibts heute Morgen schon was neues.
    Feeds!
    LG!


    Kapitel 17!

    Die Feier fand in dem alten Bürogebäude statt, das offenbar der Hauptsitz der Vipers war. Ben hatte sich zurück halten müssen um nicht laut los zu lachen, als er den Namen gehört hatte. Offenbar bevorzugten beide Seiten des Gesetzes Schlangennamen, obwohl er fand das Cobra um einiges besser klang als Viper.
    In unglaublicher Geschwindigkeit hatten ein paar Leute Getränke besorgt und Ben fragte sich, ob sie einen Getränkeladen ausgeraubt hatten; Bier, Wodka, Wein, Jägermeister, Baileys und jede Menge exotischer Schnapssorten, von denen Ben ganz sicher die Finger lassen würde.
    Jeder stellte sich einzeln bei ihm vor, zusammen mit der Aufgabe die sie in der Truppe übernommen hatten. Die Party wurde immer ausgelassener, da immer mehr Alkohol floss, Ben war der einzige der sich, so gut es ging zurück hielt. Seine neuen „Freunde“ wurden immer redseliger und klärten ihn genau auf. Die rennen wurden mit den Drogenlieferanten gefahren. Dabei ging es darum ob sie etwas draufzahlen mussten oder die Drogen billiger bekamen. Für gewöhnlich wurden 1-3 rennen gefahren, je nachdem wie die Lieferanten, die meistens aus Polen oder Russland kamen, es wollten. Die Drogen wurden dann einfach in den Ghettos verhöckert oder in andere Städte verschickt. Ben konnte gar nicht glauben das das ganze so simpel war und man ihnen trotzdem nie etwas hatte nachweisen können.
    In den frühen Morgenstunden verabschiedeten sich die ersten und auch Ben wollte sich davon machen, er musste Semir so langsam mal Bericht erstatten, nicht das der hinterher noch glaubte ihm sei etwas passiert. Magnus lallte ihm noch zu, er solle sich bereit halten, er würde sich bei ihm melden, bevor er sturzbesoffen auf dem Tresen einschlief.
    Der Laptop stand bei Semir am Bett, als plötzlich ein Piepsen darauf aufmerksam machte, das Ben Kontakt mit ihm aufnehmen wollte. Verschlafen bestätigte Semir die Kontaktaufnahme und schon hatte er Ben auf dem Bildschirm.
    „Hey! Du bist spät, oder besser gesagt früh!“, begrüßte er ihn mit einem Blick auf die Uhr.
    „Hab mich nicht früher loseisen können.“, zuckte er die Schultern. „Jetzt spann mich doch nicht so auf die Folter, was ist passiert?“, wollte er wissen. Andrea war wach geworden und hockte sich neben ihren Mann, „Hey Ben!“
    „Morgen Andrea. Also, ich bin gestern gegen diesen Felix angetreten. Die fahren ohne Regeln, ich hab ihn schlagen können, ganz schön hartes Rennen.“
    „Ist dir was passiert?“, wollte Andrea wissen. „Nein, mir geht’s gut. Ihr könnt Hartmut ausrichten Lucy hat nur ein paar Kratzer abbekommen, ließ sich nun mal nicht vermeiden...“, dann berichtete er was noch geschehen war. Er war froh das er nicht mit Vanessa sprechen musste, sie musste nicht alles wissen, sie machte sich schon genug Sorgen.
    „Wie geht’s Nessy?“, fragte er. „Soweit... Sie hat ziemliche Rückenschmerzen und sie wird ständig von dem kleinen getreten, aber das lässt sie relativ kalt. Sie macht sich die größten Sorgen um dich. Das ist es was ihr zu schaffen macht.“, sagte Andrea.
    „Sagt ihr mir geht es gut. Sie soll sich keine Sorgen machen.“
    „Das wird sie uns nie abkaufen“, lächelte Semir.
    „Ich weiß, aber einen Versuch ist es Wert. Sagt ihr ich melde mich ganz bald bei ihr.“
    „Machen wir. Pass bloß auf dich auf. Die Typen scheinen mir nicht geheuer.“, warnte Semir ihn, „Mit so einer Simplen Art überall durchzukommen erfordert ziemliche Skrupellosigkeit.“ ...