Jagdfieber

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    Hallo Leute
    Eigentlich ist es ja nicht meine Art aber, passend zum zweiten Weihnachtstag stelle ich eine neue Story online. Ich hoffe sie gefällt euch und nehmt es als kleines Weihnachtsgeschenk an. ;)
    Viel Spass beim Lesen!
    Gruss Jenni





    Grosser Dank an Leni vom NCIS-Forum für den Banner!


    1.



    Ben Jäger fuhr mit seinem Motorrad in die Einfahrt und blickte kurz in den Himmel. Es war ziemlich bewölkt und es herrschte eine eklige Mischung zwischen Schnee und Regen. Dies führte dazu dass schrecklicher Matsch auf den Strassen lag und man schon im Radio von den ersten Staus hörte.Doch Ben scherte sich kaum darum. Mit seinem Motorrad kam er überall durch und so musste er nicht früher aufstehen und konnte gemütlich in die PAST fahren. Er stellte sein Motorrad auf den Parkplatz und zog den Helm aus. Mit einer Handbewegung richtete er sich die Haare und zog die Kopfhörer aus den Ohren. Als er damit fertig war ging er in das Gebäude und wurde herzlichst von Susanne König begrüsst. „Ist Semir schon da?“ fragte Ben und Susanne nickte. „Er kam schon um sechs hinein. Er hatte Angst wegen dem Schneematsch.“ Ben verdrehte die Augen und schüttelte mit dem Kopf. „Sobald mal ein wenig was aus den Fugen gerät ist er immer so übervorsichtig. Nun ja, hoffen wir dass er nicht auch noch um vier Uhr morgens aufgestanden ist.“ Er wollte gerade losgehen, als ihn jemand von hinten rief. „Hier mein Junge“, sagte Dieter und übergab Ben eine Liste. „Du hast die Mittagessensliste schon um acht Uhr morgens gemacht?“ Ben nahm die Liste und blickte Hotte mit einer hochgezogenen Augenbraue an. „Sicher ist Sicher Ben. Ausserdem bei dem Schneematsch solltest du früh genug los.“ Ben lachte und klopfte Hotte auf die Schulter. „Ist gut Hotte“, erwiderte er und ging ins Büro.



    Semir sass an seinem Schreibtisch und hatte die Füsse auf dem Arbeitsplatz. Die Arme waren vor der Brust verschränkt und der Mund war offen. Er schlief. Ben schüttelte mit dem Kopf und legte seine Sachen ab. Dann schloss er langsam die Türe und formte vor seinem Mund einen Trichter. „FEUER!“ schrie er und Semir schoss sofort auf und fiel vom Stuhl. „Moin, moin Partner“, stockte Ben hervor und verfing sich in einen lauten Lachanfall. „Ben?“ Semir kam hinter dem Schreibtisch hervor und sah seinen Partner grimmig an. „Bist du völlig übergeschnappt?!“ Ben setzte sich an seinen Schreibtisch und stützte seinen Kopf auf der Hand ab. „Mir geht’s auch gut, danke der Nachfrage“, kicherte er hervor und konnte sein Grinsen nicht verkneifen. Semir setzte sich wieder auf den Stuhl und rieb sich die Augen. „Schlecht geschlafen?“ Semir nickte und massierte sein Gesicht. „Aida hat die Grippe und entzündete Mandeln. Seit dem Schreit sie ununterbrochen vor Schmerzen.“ Bens Grinsen war verflogen und nun hatte er ein mitleidendes Gesicht. „Wenn du willst, übernimm ich Aida mal und du und Andrea schlaft bei mir. Nicht dass du mir noch den Sekundenschlaf am Auto machst.“ Semir lächelte.



    Susanne sah auf, als ein schwächlich gebauter Mann das Gebäude betrat und sich umsah. Die Haut spannte zu den Knochen und die Kleidung wirkte viel zu gross. Die eine Hand hielt er immer wieder unter dem Mantel, den er trug. „Kann ich Ihnen helfen?“ fragte sie freundlich und stand auf. Der Mann sah sich noch einmal um und nickte. „Ich suche die Direktorin Engelhardt.“ Susanne zuckte mit den Achseln. „Tut mir leid aber sie hat vor eineinhalb Monaten den Dienst quittiert. Wir warten noch auf ihre Nachfolgerin Kim Krüger die in etwa zwei Wochen ihre Arbeit antreten wird.“ Der Mann begann zu zittern. „Das kann nicht sein“, stiess er hervor und die Hand verschwand mehr im Mantel. „Es tut mir wirklich leid“, erwiderte Susanne und wollte sich gerade setzten, als sie den Laut eines Gewehres vor den Augen hatte. Sie stiess einen spitzen Schrei aus und hörte, wie die Polizisten auf sie zukamen. „Keine falsche Bewegung! Oder die Kleine hat ein neues Tattoo zwischen den Augen.“ Die Polizisten wichen zurück und auf einmal fielen Schüsse.



    Das Bürofenster von Ben und Semir zerbrach und die Kommissare legten sich sofort auf den Boden. „Semir alles okay?“ keuchte Ben hervor und hörte von Semir ein kleines „Geht schon.“ Sie zückten ihre Waffen und schlichen zur Türe. Sie hörten immer wieder das Gestöhne von Leuten und das Spritzen von Blut. Sie sahen sich an und nickten. Ben stiess die Türe auf und sahen, wie Susanne weinend am Boden sass und zu ihnen blickten. „Bleibt zurück!“ schrie sie mit Panik in der Stimme. Doch Ben dachte gar nicht daran. Er hob die Waffe. „Waffe runter!“ ermahnte er doch der Mann vor Susanne, der inzwischen Anhang hatte, drehte sich nur zu Ben und schoss. Die Waffe sprang aus Bens Hand und der junge Kommissar schrie vor Schmerz auf. Semir konnte handeln. Er drückte ab und traf den Mann mitten in die Brust. Getroffen ging er zu Boden und blieb regungslos liegen. „Scheisse!“ hörte er einer der Vermummten sagen und dieser winkte die Anderen zu sich. „Lasst uns verschwinden!“ Semir wollte ihnen nach, doch die Opfer hielten ihn zu zurück. Er rannte zu Susanne und sah sie besorgt an. „Alles in Ordnung?“ fragte er und sie nickte und strich sich Tränen aus den Augen. „Ben?“ Semir sah seinen Kollegen auf dem Boden kniend und das Handgelenk haltend. Aus den Fingerritzen floss Blut. „Scheisse“, wimmerte der Jüngere und drückte fester zu. Semir rannte sofort auf ihn zu. „Zeig her!“ befahl er schroff und Ben zog die Hand weg. Vom Handrücken bis zum Handgelenk hatte sich eine Linie gezogen aus der Blut floss. „Ich brauch was zum abbinden!“ schrie er durch den Raum und Susanne reichte ihm ihr Halstuch. „Nimm das!“ sagte sie dabei und Semir nickte dankend. „Du hättest bei Aida bleiben sollen“, stockte Ben hervor und zuckte, als Semir ihn das Halstuch um die Wunde band.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

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  • 2.



    „Zum Glück nur ein Streifschuss“, murmelte ein Sanitäter der Bens Hand verband und sah dabei Semir an. „Weh tut’s trotzdem“, entgegnete Ben und zuckte auf. Der Sanitäter lächelte und machte noch einen Knoten. Semir blickte durch den Raum und sah, wie viele verwundete Polizisten auf Tragen hinausgetragen wurden. Hotte ging auf ihn zu. „Fünf Polizisten, wenn wir Ben nicht mitzählen, sind schwer verwundet. Der einzige der Gegentruppe hast du erledigt.“„Was ist mit dir und Dieter?“ fragte Ben besorgt und der beleibte Polizist zwinkerte ihm zu. „Unkraut vergeht nicht Ben. Du kennst uns doch!“ Wie auf Kommando kam Dieter auf die Gruppe zu und sah Ben an. „Wie geht’s?“ fragte er und Ben verzog das Gesicht. „Nun ja, für eine Weile werd‘ ich die nicht gebrauchen können.“ Semir atmete tief durch und setzte dann zum sprechen an. „Habt ihr dem Gerichtsmediziner schon Bescheid gesagt?“ Dieter nickte und fuchtelte sein Handy in der Luft herum. „Er wird bald kommen“, fügte er noch seiner Geste hinzu und steckte das Mobiltelefon in die Hosentasche. „Dann können wir momentan nur auf ihn warten“, murmelte Semir und erblickte die Schäden im Büro.


    Ben stand auf und ging zu Susanne zu. In seiner gesunden Hand, der blutige Schal. „Den werde ich dir ersetzten“, sagte er und Susanne schüttelte mit dem Kopf. „Vergiss es Ben. Er diente einem guten Zweck.“ Ben legte seinen Kopf schief und sah Susannes Bedrücktheit. „Alles in Ordnung?“ Susanne atmete auf Bens Frage tief durch und sammelte ihre Gedanken. „Nun ja, man wird nicht jeden Tag mit einer Waffe bedroht“, versuchte sie zu scherzen doch ihre zitternde Stimme sprach Bände. „Willst du dir nicht lieber frei nehmen? Deinen Computer haben die Typen eh zerschossen“, empfahl Semir, der sich neben Ben gesellte. „Du bist momentan der Boss“, begann sie und nahm ihre Jacke, „und ich denke du hast recht. Ein heisser Kräutertee, ein paar Talksendungen und eine Pizza vom Lieferdienst werden mich auf andere Gedanken bringen.“ Semir strich kurz Susannes Oberarm und diese verabschiedete sich mit einem Winken.


    „Vielleicht solltest du deine Hand doch besser untersuchen lassen.“ Ben schüttelte den Kopf. „Du hast ja den Sanitäter gehört, ist nur ein Streifschuss. Ausserdem kann ich dich in diesem Chaos nicht alleine lassen. Du pennst ja schon fast im Stehen ein. Kommt nicht in Frage ich bleibe hier.“ Semir gab es zwar nicht zu, aber er war froh, dass Ben so entschlossen war, bei ihm zu bleiben. Denn die schlaflosen Nächte hatten wirklich an seinen Kräften genagt. Inzwischen schlug die Uhr schon zehn Uhr. Als der Schusswechsel vorbei war. Hatte Susanne sofort den Notdienst benachrichtigt. Und dieser hatte seine ganze Stunde bis er fertig war. „Ich schlage vor, wir gehen einen Kaffee trinken. Die uniformierten Kollegen übernehmen die Aufräumarbeiten. Ausserdem kommt zuerst noch Hartmut mit seinem Gefolge von der KTU vorbei. Also können wir uns noch was gönnen.“ Ben nickte auf Semirs Vorschlag und so gingen die Beiden in die Kantine.


    Angela, die gute alte Seele in der Kantine erblickte Semir und Ben, als diese durch die Tür ihr Reich betraten. Mit ihrem breiten Berliner Dialekt begrüsste sie die Beiden. „Gott ihr Beiden“, begann sie und ging auf sie zu, „ich hab‘ gehört was passiert ist. Muss schrecklich gewesen sein wa?“ Semir zuckte mit den Achseln. „Ein guter Kaffee würde uns schon aufmuntern Angie“, süssraspelte er und die dickliche, rothaarige begab sich hinter den Tresen. Sie richtete ihr langes Haar und schob ihre runde Brille zu Recht. Ben setzte sich an einen Zweiertisch und strich sich über die Augenlider. Seine Hand brannte fürchterlich und war zur gleichen Zeit taub. Sie wollte nicht richtig funktionieren. Egal wie Ben sich anstrengte, die Finger zu bewegen, glich dies eher einem schwachen Zucken. „Geht’s?“ fragte Semir und setzte sich gegenüber seinem Partner. „Nicht wirklich“, antwortete Ben ehrlich und demonstrierte Semir sein Leiden. Dieser nahm die Hand in seine Hände. „Sie ist auch ziemlich kalt“, murmelte der Deutschtürke und hielt sie in seiner Handgrube. Ben war dankbar. Denn Semirs Hände waren warm und angenehm. „Na ihr Turteltäubchen?“ scherzte Angela und kam mit zwei grossen Tassen voller Kaffee. Sofort füllte der berauschende Duft des Koffeins die beiden Kommissare. „Gute Güte Ben, wat is‘ denn mit deiner Hand passiert?“ Ben erzählte die Geschichte mit dem Schuss und wie sich die Hand nun anfühlte. Angie ging nach diesem Bericht in die Küche und kam mit einem kleinen Kissen wieder. „Dat is‘ n‘ Kirschkernenkissen. Ich hab’s schnell ein wenig in die Mikrowelle getan. Leg deine Hand einfach da druff, dann sollte die Kälte flugs verschwinden.“ Sie legte das Kissen vor Ben und betete die Hand sanft darauf. Und tatsächlich. Sofort erfüllte sich die Hand wieder mit Wärme. „Du bist ein Engel Angie“, bedankte sich Ben und die Kantinenmeisterin nahm einen Stuhl. „Nehmt Schätzchen, bevor der Kaffee kalt wir und Ben?“ Der Angesprochene sah Angie an. „Schaffst du es die riesen Tasse mit deiner linken Hand zu heben?“ Ben versuchte es, doch es gelang nicht wirklich. Angie lächelte und zog einen verpackten Strohhalm aus der Schürzentasche. Sie packte ihn aus und tunkte ihn in den Kaffee. Semir begann zu lachen und die anderen Beide stimmten in das Gelächter mit ein.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • 3.


    Semir erschrak als sein Handy klingelte. Er kramte es aus der Hosentasche und nahm ab. "Susanne? Bist du nicht Zuhause? Ah doch…" Er blieb ein wenig am Handy kleben und sein Gesicht wurde immer ernster. Er bedankte sich bei Susanne und hängte auf. "Wat schlimmes?" fragte Angie besorgt und Semir sah zu Ben. "Susanne hat sich an Worte des Angreifers erinnert", begann er und Ben zog eine Augenbraue hoch. "Und? Spann' mich doch nicht so auf die Folter!" Semir schüttelte kurz mit dem Kopf. "Er wollte Anna Engelhardt! Kannst du dir das vorstellen?" Nun weiteten sich Bens Augen. "Ist sie sich sicher?" Semir nickte. Angie nahm die zwei Tassen Kaffee. "Wisst ihr, was sie momentan macht?" Ben betete sein Gesicht auf der gesunden Hand und seufzte. "Soweit ich weiss ist sie in den Vorruhestand", antwortete er und Semir stimmte ihm zu. "Wir müssen sofort zu ihr!" sagte er und stand auf. Ben tat es ihm gleich. In einem rasanten Tempo gingen sie zum Parkplatz und stiegen in Semirs Wagen. Dieser startete, schon als Ben noch am Einsteigen war, den Motor und fuhr los. "Weißt du überhaupt wo sie wohnt?" fragte Ben und schnallte sich noch an. "Ja. Wir haben uns einmal getroffen. Sie ist umgezogen und hat mir die neue Adresse gegeben!" Er fuhr in die Innenstadt und parkte vor einem Altbau. Semir lief ins Treppenhaus und hängte beinahe seinen eigenen Partner ab.


    Er musste sich beherrschen, nicht vor Sorge Sturm zu klingeln. Er schaffte es, zwei Mal hintereinander die Klingel zu betätigen und sofort öffnete sich die Tür. "Semir?" fragte Anna verwundert und erblickte kurze Zeit Ben. "Und Herr Jäger? Was verschafft mir die Ehre?" Sie winkte ihre Besucher in die Wohnung und sah die besorgten Gesichter und Bens Verband um der Hand. "Was ist passiert?" Sie ging ins Wohnzimmer und wies die Beiden auf das Sofa. Sie setzte sich in einen Sessel. "Anna, die Situation ist folgende: Bei uns in der PAST gab es einen Anschlag und der Chef der Bande wollte dich sprechen." Annas Augen weiteten sich und sie zeigte auf sich. "Mich?" fragte sie nach und Ben nickte zustimmend. "Frau Engelhardt, wir haben den dringenden Verdacht dass sie das eigentliche Ziel sind", fügte er seiner Geste hinzu. "Wie geht es den anderen?" Der ehemaligen Chefin war die Farbe aus dem Gesicht gewichen und sie wirkte auf einmal alt. "Ausser Ben wurden fünf Polizisten schwer verletzt. Er kam mit einem Streifschuss davon.""Was ist mit Bonrath und Herzberger?" Ben zwang sich ein Lächeln ab und gab Hottes Worte von sich. Sie musste grinsen. "Kannst du mir den Kerl genauer beschreiben Semir?" Der Angesprochene nickte und blickte zu Ben. Gemeinsam schafften sie es, Anna durch Worte ein Bild zu schaffen und diese nickte nachdenklich.


    "Das kann nur Bersteiner gewesen sein", murmelte sie und erntete verwirrte von Semir und Ben verwirrte Blicke. "Das war noch vor deiner Zeit Semir. Auch ich war noch nicht bei der Autobahnpolizei sondern selbst als Kriminalkommissarin tätig. Er hat mit mir zusammen ermittelt. Ein Serienmord. Seine Tochter kam ins Visier und ich schaffte es nicht, sie zu retten." Semir seufze, als Vater empfand er kurz Mitleid mit diesem Kerl. "Frau Engelhardt…ich…""Bitte Ben. Die Zeiten als Chefin sind vorbei. Anna. Einfach nur Anna." Ben lächelte kurz verlegen und begann erneut. "Also Anna…wohnst du hier mit jemandem zusammen?" Kopfschütteln. "Wir haben Angst um dich. Komm' bitte ins Büro und lass dich von Dieter und Hotte beschützen." Die Frau seufzte und sah Semir tief in die Augen. "Sind deine Sorgen berechtigt Semir?" fragte sie eindringlich und Semir fühlte sich gerade wieder in die Zeit zurückversetzt, wo er vor dem Schreibtisch stand und sie ihn mit genau diesem Blick ansah. Jedes Mal, wenn er einen Verdacht hatte ohne Beweise, hatte sie diesen Blick und fragte dies. Nach einer Jahren langen Zusammenarbeit vergisst man einen solchen Blick nie. "Ja Chefin", begann er und seine Augen wichen nicht derer Annas, "dass sind sie." Sie lächelte warm und schloss kurz die Augen. Als sie, sie wieder öffnete nickte sie und stand auf. "Nun gut", sie ging in die Garderobe und zog sich an, "dann lasst uns gehen. Nicht dass der schöne Altbau noch zerstört wird." Ben und Semir sahen sich an, nickten und folgten Anna auf Schritt und Tritt. Wie in den Alten Zeiten.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • 4.







    "Wie läuft es eigentlich?" fragte Anna neugierig und Ben blickte nach hinten. "Wie läuft was eigentlich?" Anna deutete auf ihn und Semir. "Zwischen euch Beiden!" Semir grinste und blickte durch den Rückspiegel zu ihr. "Na ja", begann er und schenkte Ben kurz seine Aufmerksamkeit, "ich fische nicht jeden Partner aus einem Sarg." Ben lächelte. "Und ich", fuhr er fort, "ich schenke nicht jeder Tochter eines Freundes ein unikat Bobbycar." Anna wirkte zufrieden. "Ich wusste es. Ihr seit wirklich füreinander geschaffen!" Ben zuckte mit den Achseln. "Nun ja, ich habe meinen Karrieretick ein wenig auf später verlegt. Bis Semir in Rente geht dauert es ja nicht mehr so lange", scherzte er und Semir haute ihm kurz auf die Finger. "Hey! Bis ich in Rente gehe bist du schon älter wie ich jetzt! Also lass' den Quatsch!" Er bog in die Einfahrt des PAST's ein, stieg aus und öffnete der Chefin die Türe. Diese stieg aus und blickte wehmütig auf das Gebäude. "Zehn lange Jahre", seufzte sie und ging Richtung Eingang. Sie ging den Gang entlang und erblickte das Büro. Sofort galten alle Blicke ihr. "Chefin!" jauchzte Hotte und ging auf sie zu. Er umarmte sie mit seiner herzlichen Art. "Wie schön Sie zu sehen Herzberger", keuchte Anna und löste sich sanft aus Hottes Umarmung. Dieter kam auf sie zu und schüttelte ihr die Hand.



    "Was tun sie hier?" Semir drängte sich durch die Menge die sich gebildet hatte. "Sie ist jetzt in unserer Obhut! Versammelt euch den Konferenzraum. Ben und ich werden euch einweihen!" Die Köpfe nickten und gingen zum Raum. Semir winkte die Chefin zu seinem und Bens Büro. Sie ging hinein und lächelte. "Man scheint mich wohl zu vermissen", stellte sie überflüssigerweise fest. "Wir hatten es dir doch gesagt", sagte Ben und hing seine Jacke auf. Er zuckte auf als seine verletzte Hand an die Türe schlug. "Scheisse!" zischte er und schüttelte das verletzte Körperteil. Anna machte sich einen Überblick. Die zerbrochenen Scheiben, das Blut. "Wirklich furchtbar! Bersteiner muss wohl wirklich alles geplant haben." Voller Sorge sah sie auf Bens verbundene Hand. "Das ist wirklich nicht schlimm Anna. Die verletzten Polizisten kommen allen durch. Du hast es doch im Radio gehört", sagte Semir und legte ihr eine Hand auf die Schulter. "Vielleicht hast du recht", murmelte sie und sah, wie Ben sich setzte. "Geht es dir wirklich gut Ben?" Der junge Mann nickte. "Deine Sicherheit zählt Anna. Im Moment nichts anderes. Aussert das Semir mal eine Mütze Schlaf gönnen sollte." Anna sah Semir fragend an. Dieser erzählte wie Aida ihn und Andrea wachhielt. Anna lächelte.




    "Was hälst du davon", begann sie und sah Semir an, "wenn Herzberger und Bonrath mich bei dir und Andrea beschützen. Der Ort kennt Bersteiner nicht und ich kann mich um Aida kümmern." Semir sah zu Ben und dieser nickte lächelnd. "Besprechen wir das nacher", begann er und öffnete die Türe, "sehen wir zu, dass wir den Anderen erzählen, wieso du wirklich da bist. Wir werden uns alle um dich kümmern Anna. Du bist uns nämlich immer noch sehr wichtig!"

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • 5.




    Es war still im Raum, als Semir seine Leute unterrichtete, wieso die ehemalige Chefin wieder da war. Niemand stellte eine Frage, niemand erhob seine Stimme. Alle starrten gebannt auf den Deutschtürken der gekonnt mit seiner Stimme die Ruhe im Raum behielt. Ben sass neben Anna, die Hände verschränkt und die Beine übereinandergeschlagen. In dieser kessen Haltung hörte er seinem Partner und "Übergangschef" zu. "Deshalb werden wir alles menschenmögliche tun um sie zu beschützen", vollendete Semir seine Rede und die Menge nickte. "Natürlich", kam es noch aus der Masse und Semir nickte zufrieden. "Also, ab wieder an die Arbeit!" So schnell wie die Leute gekommen waren, so schnell verliessen sie den Raum. "Beachtlich Semir", begann Anna und lief auf Semir zu, "du hast's wirklich drauf. Willst du wirklich nicht meinen Platz einnehmen?" Noch bevor Semir antworten konnte, mischte Ben sich ein. "Mooooment! Das ist meiner! Den gebe ich so schnell nicht her!" Semir sah seinen Kollegen mit hochgezogener Braue an. "Ach ja?" Ben nickte eifrig. "Ich lasse dich noch zu meinem Eigentum erklären."




    "Ja...Andrea hier ist Anna. Schön auch dich wieder mal zu hören..." Doch schnell war die Freude auch wieder vergangen. Anna erklärte nämlich Semirs Frau den Plan, den sie ausgemacht hatten. Semir war nämlich einverstanden. Doch anstatt irgendwelche Anstalten zu machen, willigte Andrea ein. Schliesslich war Anna einst auch mal ihre geliebte Chefin gewesen. Und die vergisst man nicht so leicht. Anna bedankte sich und als sie sich umdrehte, standen Hotte und Dieter schon im Büro. Semir ging auf sie zu und nahm sie kurz in den Arm. "Passt gut auf sie auf ja?"
    "Selbstverständlich Semir!" antwortete Hotte und führte Anna aus dem Büro. In diesem Moment kam Hartmut ins Büro. Zuvor hatte auch er die Chefin begrüsst. "Hey, man hat mich informier", begrüsste er seine Kollegen und schloss die Türe. "Ich habe etwas gefunden, dass euch interessieren könnte." Ben und Semir sahen Hartmut neugierig an. "Die eine Waffe ist eine SIG, wie sie nur in der Schweizer Armee gebraucht wird. Ich habe eine schweizer Kollegin und deren Freund war in der Rekrutenschule. Deshalb weiss ich das so genau."
    "Das heisst, er muss auch Leute aus der Schweizer Armee gekannt haben." Hartmut nickte auf Semirs Kommentar. "Meine Freundin ist von der schweizer Polizei. Vielleicht kann sie euch weiterhelfen." Er kramte aus seiner Jackentasche eine Visitenkarte.




    "Annelie Zaugg", sagte er und gab die Karte Ben. "Sie hat gerade die Kommissarenschule abgeschlossen und arbeitet nun in der schweizer Hauptstadt Bern." Ben las die Karte und nickte. "Danke Hartmut, solltest du neues haben..." "...melde ich es euch sofort!" beendete Hartmut den Satz und verabschiedete sich mit einem Augenzwinkern. "Also eine Schweizerin kann uns helfen", sagte Semir und Ben sass schon an seinem Schreibtisch. "Das ist gar nicht so schlimm, nur freue ich mich auf das Telefonat", erwiderte der Jüngere ironisch und begann schon zu wählen. "Immer dieses übertriebene "ch". Wann lernen die, dass man das nicht so hart aussprechen muss!" Semir grinste. Ben liess es läuten und es nahm jemand ab. "Kriminalpolizei Bern, Annelie Zaugg?" begrüsste eine freundliche, angenehme Frauenstimme Ben und dieser war positiv überrascht. "Guten Tag. Hauptkommissar Jäger. Kripo Autobahn Köln." Eine kurze Pause. "Allerhand, da ist man kaum im Dienst schon ruft ein Deutscher einen an!" scherzte sie und Ben war noch überraschter. Ihr Hochdeutsch war absolut perfekt und von einem Einheimischen nicht zu unterscheiden. "Frau Zaugg, unser KTU-Beamter Hartmut hat euch uns empfohlen." Annelie lachte bei dem Namen auf. "Das kann ich mir vorstellen. Wobei kann ich Ihnen denn helfen Herr Jäger?"



    "Es gab einen Anschlag, hier bei uns im Hauptquartier. Einer der Waffen war eine SIG, der Schweizer Armee." "Ich verstehe, ein Sturmgewehr also", ergänzte sie und Ben bestätigte. "Kommt man leicht an diese Waffen?" "Durchaus", begann Annelie, "sobald man die Rekrutenschule besucht und dann zur Armee gehört, hat man eine solche Waffe im Haus. Man wollte es durch ein Gesetzt verbieten, doch hoffnungslos. Ich ging zwar auch dafür stimmen aber meine Stimme hat wohl nicht gereicht." Ben dachte kurz nach. "Sagt Ihnen der Name "Bersteiner" irgendwas?" Stille. "Allerdings", fuhr Annelie aber dann fort, "der Typ ist Doppelbürger und war in der Schweizer Armee...fiel aber negativ auf. Allerdings schien er wohl Anhänger gefunden zu haben. Wir suchen ihn wegen versuchten Mord." Ben sah Semir mit grossen Augen an. "Packen Sie Ihre Sachen Annelie und kommen Sie sofort nach Köln! Wir brauchen Ihre Hilfe!"




    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • 6.



    Es vergingen drei Stunden, als Susanne an die Bürotüre klopfte und hindurchblickte. "Da ist eine gewisse Frau Zaugg für euch da", verkündete sie und Ben winkte. "Lass sie reinkommen", befahl er und Susanne nickte. Sie sprach mit einer jungen Frau mit kurzem Modeschnitt, der noch zwei drei blonde Extensions enthielt. Sie trug eine modische Brille und war sehr rebellisch, genau wie Ben, gekleidet. Diese Kleidung bestand aus einer Jeans, Turnschuhen mit Nieten, ein T-Shirt mit einem Southparkmändchen und eine schwarze Jacke bildeten den Abschluss. "Frau Zaugg?" fragte Ben einladend und die Angesprochene betrat den Raum. Sie hatte ein warmes Lächeln und klare Augen. "Herr Jäger, nehme ich an." Sie gaben sich die Hand. "Darf ich Ihnen Kommissar Semir Gerkhan vorstellen? Er ist mein Partner." Sie gaben sich die Hand und Semir bot ihr sofort das "Du" an. Bei solch jungen Frauen fand er es lächerlich, sie zu sietzen. Ben tat es ihm gleich. "Also Ben, du hast mich angerufen, wegen Bersteiner und", sie kramte aus ihrer riesigen Umhängetasche eine dicke Akte hervor. "Als er seine Stelle als Adjudant kündigte, wurde er natürlich nicht mehr vom Militärgericht betreut", begann sie, nachdem sie sich alle gesetzt hatten, "er steht unter Verdacht, den jungen Andreas Müller getötet zu haben. Sohn des Schweizer Polizeidirektors. Ein grosser Skandal in unserem Land."



    "Kann man verstehen", murmelte Semir und las die Akte durch. Annelie sah, wie Glaser neue Scheiben einsetzten und wie die blutigen Teppiche ersetzt wurde. "Ich habe gehört, alle Polizisten werden durchkommen?" Ben nickte und Annelies Blick richtete sich auf den Verband, um seiner Hand. "Dich hat es anscheinend auch erwischt", sagte sie mitleidend und Ben zuckte mit den Achseln. "Geschehen ist geschehen. Ausserdem spüre ich kaum noch was." Annelie blickte zu Semir. "Was hat Bersteiner vor?" fragte sie direkt und Semir seufzte. "Er hat es auf unsere ehemalige Direktorin abgesehen. Sie waren einst Partner." Sie nickte. "Davon habe ich schon gehört. Ein Serienmord. Ein Opfer war, glaube ich, aus seiner Familie. Da ist er angeblich durchgedreht." Semir bestätigte ihre Aussage.




    Anna betrat den Flur und Andrea kam auf sie zu. Die beiden Frauen umarmten sich zärtlich. "Danke, dass du dieses Risiko auf dich nimmst." Andrea winkte ab. "Wir haben Dieter und Hotte, was kann uns schon passieren?" Ein Glucksen unterbrach die Stimmung. Aida ging auf Anna zu und tippste sie neugierig an. "Bist du gross geworden!" jauchzte die ehemalige Direktorin und hob sie hoch. "Und schwer! Meine Güte! Aber ein putziges kleines Mädchen bist du!" Sie stupste das Mädchen mit der Nase und fuhr ihr durch den sanften Haarflaum. "Ich habe grade was gekocht. Ich hoffe, du hast Hunger!"
    "Und wie!" bestätigte Anna und lief mit Andrea zusammen in Richtung Esszimmer. Es roch herrlich nach Fleisch und Pasta. Sie setzten sich an den Tisch und Andrea gab aus. Hotte musste sich zusammennehmen. Er durfte die Kontrolle nicht verlieren. Essen konnte er später.


    "Nun denn. Einen guten Appetit und hoffen wir, dass sich alles bald wieder legt!" wünschte Andrea und Anna nickte zustimmend.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • 7


    "Also, wenn ich das richtig verstehe, ist dieser Bersteiner hinter euer Direktorin her! Und da wir schon nach ihm gesucht haben, können wir Schweizer euch helfen?" Semir und Ben nickten im Akkord und die Schweizerin konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. "Okay, ich schlage vor, wir gehen zuerst zu Bersteiner Senior. Der hat einen Käseladen hier in Köln." Ben und Semir sahen sich an. "Das heisst, du arbeitest mit uns?" Annelie zuckte mit den Achseln. "Das bin ich meiner einen Hälfte schuldig", sagte sie und Semir zog eine Augenbraue hoch. "Ein Mischling?" "Mein Vater kommt aus Berlin", erwiderte sie und Ben rollte mit den Augen. "Deshalb das gute Hochdeutsch!" Annelie schüttelte mit dem Kopf. "Meine Oma beharrte darauf. Sie versteht zwar die Schweizer Sprache, zwang mich aber, mit ihr Hochdeutsch zu sprechen, deshalb!" Sie winkte mit den Armen. "So und jetzt auf! Wir haben einen Fall zu lösen!" Ohne es zu wollen, standen die beiden Herren auf Befehl auf und nahmen ihre Jacken. "Wo wirst du eigentlich übernachten?" fragte Semir und Annelie zuckte mit den Achseln. "Hab' eine billige Absteige gefunden. Das reicht mir."
    "Mich wundert's, dass du so schnell da warst!" stellte Ben fest und Annelie drehte sich um. "Das ist doch keine Kunst", begann sie und zwinkerte, "ich bin von Bern zum Belper Flughafen gefahren. Last Minute Buchung und schwupps, war ich weg!" Semir konnte sich unter "Belp" rein gar nichts reimen. Doch es war ihm egal.


    "Herr Bersteiner?" Semir ging auf den Tresen des Käseladens zu und die angesprochene Person drehte sich um. Er war das perfekte Ebenbild des Alphöhi aus Johanna Spiris Erzählungen über Heidi. "Was kann ich für sie tun?" fragte er im starken schweizer Dialekt und Annelie ging auf ihn zu. "Frau Zaugg!" sagte er erstaunt und die Schweizerin lächelte. "Es geht wieder einmal um ihren Sohn, Herr Bersteiner!" Der ältere Herr seufzte und strich sich übers schüterne Haar. "Er ist hinter seiner ehemaligen Partnerin, Anna Engelhardt her!" Die Augen des Mannes weiteten sich. "Hinter der guten Anna?" fragte er nach und Annelie nickte als Zustimmung.


    "Wissen Sie", mischte Semir sich ein, "wo sich Ihr Sohn im Moment aufhalten könnte?" Bersteiner schüttelte mit dem Kopf doch alle drei Kommissare sahen, dass er log. Natürlich, trotz der Schwierigkeiten, würde ein Vater seinen Sohn nie verraten. "Hören Sie. Mein Junge ging nach Deutschland um das grosse Glück zu finden. Da fand er seine Frau und wurde für sie zum Deutschen. Doch die Tatsache, dass meine Enkelin Opfer des Attentats wurde, hat die Beiden ausseinandergerissen und er ging wieder zurück!" Semir ahnte, dass es nichts bringen würde, er wollte Annelie schon zurück ziehen als diese Bersteiner ernst ansah. "Itz mau ehrläch (Jetzt mal ehrlich)", begann sie und Semir, mit Ben, verstand kein Wort mehr, "wo isch ihre Sohn Herr Bersteiner? Ig ha ihne gholfe! Itz isches zit, dass sie sech revanchiere! (Wo ist ihr Sohn Herr Bersteiner? Ich habe Ihnen geholfen! Jetzt ist es Zeit, dass sie sich revanchieren!)" Bersteiner seufzte auf ihren harten Ton hin und schüttelte mit dem Kopf. "Ich chan ihne würklech nid helfe Frou Zaugg...(Ich kann ihnen wirklich nicht helfen Frau Zaugg" Annelie sah die Angst in seinen Augen. "Bedroht dr euch? (Berdroht er euch?)" Keine Antwort. Er wies einfach dezent zur Tür und Annelie musste sich geschlagen geben.


    "Was war das denn für ein Kauterwelsch?" fragte Ben verdutzt und Annelie grinste ihn kurz an. "Das, lieber Ben, war Schweizerdeutsch!" Semir sah sie an. "Nun begreife ich, wieso ihr das "ch" so stark ausspricht! Das kommt von eurer Sprache her." Sie nickte. "Auch wenn man es uns versucht, im Schulunterricht reinzuprügeln. Viele Schweizer gebrauchen das Hochdeutsche in ihrem Leben gar nicht, deshalb verlieren sie die richtige Aussprache gleich wieder."
    "Was hast du zu Bersteiner gesagt?" Annelie seufzte. "Ich denke, er weiss wo sein Sohn steckt. Wie ihr auch höchstwahrscheinlich. Aber er hat Angst. Ich denke, dass er von seinem eigenen Sohn bedroht wird. Und deshalb sagt er uns nichts!"

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • 8


    Anna sass auf dem Stuhl und sah aus dem Fenster. Es begann zu regnen und die Tropfen prallten auf die Scheibe. Sie seufzte. "Alles in Ordnung?" fragte Andrea besorgt und die Angesprochene drehte sich um. "Nun ja", begann Anna und lächelte leicht, "ich muss zugeben, ich hab Angst." Andrea ging auf sie zu und legte ihr eine Hand auf die Schulter. "Du solltest doch Semir und Ben am besten kennen. Sie schaffen das! Und wenn wir auch noch fest daran glauben, wird es sowieso klappen!" Anna nickte und umarmte Andrea. "Danke", murmelte sie und krallte sich an sie. Bersteiner war unberechenbar und Anna hatte wirkliche Furcht. Was sollte geschehen, wenn der Kerl sie wirklich finden würde.


    "Das heisst, wir sind keinen Schritt weiter." Annelie blickte aus dem Fenster, es regnete. Sie sassen in einem Café und gönnten sich einen kleinen Imbiss, da "Babyben" mal wieder Hunger hatte. "Nicht direkt. Wir wissen, dass Bersteiner hier ist, ansonsten hätte sein Vater nicht so Angst. Er ist unberechenbar. Ansonsten hätte er auch nicht eure PAST angegriffen." Ben sah seine verbundene Hand an. "Oder schiesst auf einen Polizisten, der ihm droht", salzte Semir noch die gewisse Würze in die Wunde und Ben zog eine Augenbraue hoch. "Wirklich zu komisch", giftete er zurück und nahm ein Schluck seiner Cola. "Wo finden wir ihn bloss? Köln ist einfach zu gross und er ist eine tickende Zeitbombe! Er will Anna!" Annelie sah Semir an. "Wir müssen die ganzen Kollegen aus Deutschland befragen. Ich habe eine genaue Telefonliste!" Semir nickte. "Wie schnell kannst du sie beschaffen?" Annelie winkte mit ihrem Handy. "Ich habe meinem Kollegen schon geschrieben, er hat sie mir auf mein Privatmailkonto geschickt. Von eurem Computer her, sollte ich da ohne Probleme draufkommen!"


    Bersteiner betrat das Landhaus, wo er und sein Gefolge lebte. "Das ging ja mächtig daneben!" kommentierte einer der Attentäter und spukte auf den Holzboden. "Jimmy ist tot! Liegt bei denen in der Autopsie! Was sollen wir tun?" Bersteiner beachtete sie nicht. Anna Engelhardt war also nicht mehr bei der Autobahnpolizei. Doch diese beiden Bullen, die ihr Feuer erwidern wollten, würden sie sicher beschützen. Doch wo? "Chris?" Ein junger Mann trat zu Bersteiner. "Hacke dich sofort in das System der Autobahnpolizei ein. Ich will alle früheren Akten von Anna Engelhardt!" Der Junge nickte und verschwand.


    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • 9.


    Annelie setzte sich an Bens Computer und loggte sich in ihr Privatmailkonto ein. "So, dann schauen wir mal." Und tatsächlich. Ihr Kollege hatte ihr schon die Liste geschickt. Sie öffnete sie und es erschienen fünfzehn Namen. "Wenn jeder Fünf anruft, sind wir schnell durch", sagte Semir und die jüngeren nickten. Annelie druckte für jeden ein Exemplar aus und sofort begann jeder eine Nummer zu wählen. Das Piepen der Telefontasten war hörbar und das Tuten des Telefons. Jede Minute zählte.


    "Ich hab was Chef!" jauchzte Chris und kam auf ihn zu. "Semir Gerkhan. Der treuste Mitarbeiter Engelhardts. Wohnt nahe der Stadt mit seiner Frau und seinem Kind. Dort könnte die Engelhardt sein!"
    "Könnte ist mir zu unsicher", grummelte Bersteiner und sah Chris an. "Erkunde das Gebiet. Zusammen mit einem Kollegen. Bewaffnet. Sollte sie dort sein, schlägst du zu!" Chris nickte, packte sich einen Kollegen und verschwand. "Na warte Anna, deine Naivität wirst du noch bereuen! Das schwör ich dir!"


    "Nichts", stöhnte Semir genervt als er aufhängte und sah die anderen Beiden an. Auch diese schüttelten mit dem Kopf. "Er hat alle total im Griff. Niemand will ihn gesehen haben!" grummelte Annelie und strich ihren letzten Zeugen durch. "Ist doch zum Heulen!" zischte Ben, zerriss seine Liste und schmiss sie in den Papierkorb. "Wir sind genau so weit wie vorher!" musste Annelie frustiert feststellen und sah auf ihr Handy. "17.30", murmelte sie und Ben sah sie an. "Wird wohl 'ne lange Nacht werden", sagte er und Annelie grinste. "Also ich habe keine Probleme mit zuwenig schlaf", scherzte sie und legte ihr Mobiltelefon auf den Tisch.


    "Sie ist es!" jauchzte Chris und entsicherte seine Waffe. "Warte!" zischte sein Partner und nickte auf Dieter und Hotte. "Zwei Bullen!" Chris grinste. "Kein Problem! Die machen wir mit links fertig!" Sie stiegen aus und gingen auf das Gebäude zu.


    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
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  • 10.



    Dieter und Hotte sahen auf, als es klingelte. Der grossgewachsene der Beiden begab sich zur Tür und blickte durch den Türspion, als ihn Hotte neugierig ansah, schüttelte er mit dem Kopf. "Wer ist da?" Keine Antwort. "Hotte, bring die Familie und Frau Engelhardt nach oben!" Hotte nickte und tat, wie ihm befohlen. Er flüsterte Andrea was ins Ohr und diese nahm ihre Tochter auf den Arm und zog Anna an der Hand. Gemeinsam gingen sie ins Obergeschoss und versteckten sich in diversen Orten. Sie schreckte auf, als Schüsse das Haus erfüllten und lautes Getrampel. Hotte fürchtete sich, doch das konnte er den anderen nicht sagen. Er nahm sein Handy hervor und wählte eine Nummer.
    Semir zuckte auf, als sein Handy klingelte. "Es ist Hotte..." murmelte er und Ben sah seinen Partner an, der immer weisser wurde. "Bleib wo du bist Hotte, und sei bloss leise! Wir kommen!" Semir hängte auf und nahm seine Jacke. "Sie sind da! Sie haben herausgefunden wo ich wohne!" schrie er, als er aus dem Raum rannte und Ben zog mit Annelie hinterher. Sie stiegen in den Wagen und als Semir losfuhr, entsicherten sie ihre Waffen. "Wie ich diesen Typen hasse!" zischte Annelie entnervt und spannte ihre Waffe.



    "Kommen Sie heraus Engelhardt, wir wissen wo Sie sind!" Anna sah zu Andrea. Das Trio hatte sich in einem Schrank versteckt und Andrea musste ihrer Tochter den Mund zuhalten, da diese vor Schreck weinen wollte. "Wollen Sie etwa, dass dieser Polizist nicht das letzte Opfer bleibt?" Annas Augen weiteten sich. "Bonrath!" Ihre Stimme zitterte und doch blickte sie Andrea entschlossen an. "Es muss sein", flüsterte sie und in die Augen von Semirs Frau stiegen Tränen. "Das kannst du nicht machen!" flehte sie sie an doch Anna hatte bereits die Schranktüre geöffnet. "Bleib hier und geh' erst heraus, wenn du nichts mehr hörst! Haben wir uns verstanden?" Andrea nickte und drückte Aida an sich. "Pass auf dich auf!" verabschiedete sich die ehemalige Chefin und dann schloss sich die Türe.
    Als sie herunterkam, erblickte sie Bonrath nirgends. Nur zwei maskierte Männer. "Kommen Sie, wir gehen!" Anna gehorchte und so verschwand sie.



    Semir parkte vor seinem Haus und es herrschte Totenstille. Sie hielten die Waffe auf Anschlag und betraten das Gebäude. Semir zeigte Ben ins Untergeschoss und winkte Annelie zu sich ins Obergeschoss. Die Beiden nickten und taten, wie ihm befohlen.
    Annelie ging durch jeden Raum. "Sauber!" schrie sie und hörte dann auf einmal, das Knarzen einer Türe. Ein beleibter Polizist trat aus einem der Schränke und sah sie an. "Wer sind Sie?" fragte er verunsichert und Annelie ging auf ihn zu, die Waffe gesenkt. "Kriminalkommissarin Annelie Zaugg. Kripo Bern", stellte sie sich vor und Hotte atmete erleichtert. "Sie haben die Chefin, ich konnte es hören! Sie haben die Engelhardt mitgenommen."
    Semir hörte ein Schluchzen und öffnete hastig die Schranktüre des Schlafzimmers. Mit verweinten Augen sass Andrea inmitten der Kleider und sah ihren Mann an. "Sie haben Anna", begann sie mit zitternder Stimme, "und irgendwas muss mit Dieter passiert sein!"



    Ben betrat das Wohnzimmer und erblickte verschwischte Blutspuren. In seinem Magen breitete sich ein flaues Gefühl aus. Die Blutspur endete auf der Treppe, die sich am Ende des Wohnzimmers befand. Dieter lag, rücklings auf der Treppe, in seiner Brust ein grosser, roter Fleck. Schneeweiss und beinahe wie tot. Seine Augen geschlossen. "Oh mein Gott", stiess Ben hervor und zog sofort sein Handy hervor und benachrichtigte den Notarzt. Er zog seine Jacke aus und presste sie auf die Wunde. "Dieter?" Er beugte sich zum offenen Mund. Der Atem war noch da. Als er den Hals fühlte bemerkte er jedoch, dass der Puls noch ziemlich schwach war. "Scheisse! SEMIR! ANNELIE! Ich brauch hier Hilfe!"

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
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    Alex: Ja schönen Dank auch!

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  • 11.


    Die Schweizerin rannte mit Eiltempo die Treppe hinunter und sah ihren deutschen Kollegen, der sich über einen schwerverletzten Streifenpolizisten beugte. Hinter ihr, Hotte. "Nein, Dieter!" stiess der beleibte Polizist aus und ging auf Ben zu. Annelie sah, wie Bens verletzte Hand zitterte. Sie hatte noch nicht die Kraft, die Wunde zuzudrücken. "Gib' her!" befahl sie etwas schroff und löste ihn ab. Hotte stand ein wenig abseits, schneeweiss und ängstlich stand er da.
    Sie hörten Schritte hinter sich und Ben erkannte die Gangart sofort. Semir! "Oh nein!" stiess der Deutschtürke hervor und ging zu Ben. "Ich habe den Krankenwagen bereits angerufen!" teilte Ben der Gruppe mit und Semir sah Hottes Gesicht. "Hotte, geh sofort zu Andrea! Das ist ein Befehl!" Wie in Trance entfernte sich der Angesprochene und verschwand. "Er atmet kaum noch!" stellte Annelie fest und sah Ben an. "Wir müssen ihn auf den Boden legen!" Ben nickte und mit Anzählen hoben die Beiden Dieter und legten ihn auf den Flur. "Semir, du musst Herzmassage durchführen! Ben, du übernimmst die Mund zu Mund Beatmung!" Beide nickten auf Annelies Vorschlag und taten, wie befohlen.



    Anna sah aus dem Wagen, in dem sie sich befand und spürte die eiserne Kälte der Waffe, die an ihre Kehle gehalten wurde. "Da werden wir sicherlich reichlich belohnt werden!" jauchzte Chris und blickte seinen Komplizen durch den Rückspiegel an. "Du hast recht", begann dieser mit tiefer Stimme, "das wird ein Freudenfest!" Anna kniff die Augen zusammen, um aufkommende Tränen zu verstecken. Vor ihnen wollte sie keine Schwäche zeigen. Nicht vor diesen Kerlen! Doch hatte sie Angst. Dieter Bonrath - ein Original der Autobahner Polizei, tot? Sie konnte es nicht glauben und wollte es nicht wahrhaben. Sie biss sich auf die Unterlippe und blickte zum düsteren Himmel hinauf, wo Raben gerade ihren Flug machten.



    Die Notärzte waren nach kurzer Zeit da und nahmen sich Dieter an. Sie schickte die Gruppe hinaus. Andrea versuchte, Hotte zu beruhigen, nachdem sie sich wieder eingekriegt hatte. Ben nahm sich Aida an und drückte sie fest an sich. Semir, ging zu Annelie. "Es ist besser", begann er und sah sie ernst an, "wenn du wieder nach Bern fliegst." Annelie blickte Semir entsetzt an. "Denn wenn du hier weitermachst, kann es für dich kein zurück mehr geben. Ebenso wie für Ben und mich. Und ich finde, für eine so junge Polizistin ist dies zu Schade."
    "Diese junge Polizistin", erwiderte Annelie und atmete tief aus, "die junge Polizistin will Bersteiner genau so drankriegen wie ihre deutschen Kollegen! Es ist mir egal was aus mir wird Semir! Dieser Psychopath muss hinter Gitter!" Sie packte Semir an den Schultern und blickte tief in seine Augen. "Oder glaubst du etwa, ich lasse dich nun im Stich!" Semri sah die Entschlossenheit in den Augen der junge Frau. Er konnte sich ein Lächeln nicht vermeiden. "Nun gut, aber wehe, du motzt dann!" Annelie zwinkerte und ging dann auf Ben zu, der mit verzogenem Gesicht Aida weitertrug. "Gib' her." Sie nahm Aida auf den Arm und Ben nickte dankend.



    Als die Notärzte hinauskamen, lag Dieter auf der Trage, mit einer Decke zugedeckt und einer Atemmaske im Gesicht. "Hotte, geh' du mit!" sagte Ben und nickte zum Krankenwagen. "Er braucht dich nun!" Der beleibte Polizist nickte mit Tränen in den Augen und stieg ein. Andrea ging auf Annelie zu. "Beachtlich, eine solch junge Schweizerin die genau weiss was sie will." Annelie lächelte und strich Aida übers Haar. Das Mädchen war eingeschlafen. "Es tut mir so leid Frau Gerkhan. Hätten wir von der Schweizer Polizei nicht..." Andrea winkte ab. "Es ist schön zu sehen dass auch Schweizer eine Niederlage eingestehen können aber", sie legte eine Hand auf Annelies Schulter, "Sie können am wenigsten dafür. Sehen Sie bitte einfach zu, dass Sie mit den beiden Rackern, diesen Typen finden, die Dieter das angetan haben!"

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • 12.


    "Gehst du bitte mit Andrea?" fragte Semir und seine Frau nickte. "Ich werde euch über Dieters Zustand informieren! Ausserdem möchte ich sowieso nicht zurück - nicht für den Moment!" Annelie konnte Andrea verstehen. An ihrer Stelle würde sie nun auch nicht ins Haus zurück. "Hartmut kommt gleich!" verkündete Ben, der sein Handy wieder einsteckte und dann die Arme verschränkte. Sein Blick war betrübt. "Ausgerechnet Dieter", murmelte er traurig und Annelie legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Es hätte jeden erwischen können Ben!" sagte sie bestimmt und sah zu Semir. "Ich werde in Bern anrufen dass die mich für ein paar Tage abschreiben sollen! Ich werde euch nun noch mehr helfen! Dieser Bersteiner ist echt das Letzte! Es reicht nicht, dass er bereits die Schweiz in Atem hält!" Semir sah die unbändige Entschlossenheit in ihren Augen. "Mir reicht's auch!" sagte der Deutschtürke entschlossen und sah, wie Andrea ihn an sich drückte. "Bitte, hol Anna wieder zurück! Und komm da heil wieder raus!" Sie küssten sich innig und dann ging sie mit Aida zum Wagen, mit dem sie zum Krankenhaus fuhr. "Ich hoffe unserer Chefin geht's gut!"


    Anna wurde in eine Hütte gebracht und brutal auf den Boden gestossen. "Schön dich wiederzusehen!" zischte eine Stimme und sie konnte dann in sein Gesicht sehen. "Bersteiner!" keuchte sie und ihre Augen weiteten sich ins unermessliche. Sie hatte Angst - unbändige Angst. "Anna, es ist so lange her!" säuselte er und strich ihr über ihr braunes Haar. "Dann sagst du mir nicht mal, dass du nicht mehr als Chefin der Autobahnpolizei fungierst. So ein böses Mädchen!" Er zog sie an den Haaren hoch und sie wimmerte. Sie hatte Angst sich zu wehren. "Dafür wirst du büssen! Sperrt sie in das Zimmer!" schrie er gehässig und seine Anghänger, taten wie ihm befohlen.


    Annelie und die Jungs fuhren wieder zu dem Käseladen des alten Bersteiners. Sie schlug die Türe auf und der ältere Herr schien zu ahnen, dass etwas schlimmes geschehen war. "Was ist passiert?" fragte er mit starkem Akzent und Annelie sah ihn mit diabolischen Augen an. Ben und Semir kriegten richtig Angst vor ihr. "Ig has Satt! (Ich hab's Satt)!" sagte sie knapp und Bersteiners Augen weiteten sich. "Ihre Sohn, het d'Anna entführt! E Polizischt isch schwer verletzt! Herr Bersteiner, wenn sie itz nüt sägä, sind sie mit schuldig! (Ihr Sohn hat Anna entführt, ein Polizist ist schwer verletzt! Herr Bersteiner, wenn sie jetzt nichts sagen, sind sie mitschuldig!)" Bersteiner winkte die drei Polizisten in den Kühlraum, und machte sie zu. "Meinetwegen, ich sage alles! Aber bitte, sorgen Sie dafür, dass mir nichts passiert!" Annelie versprach es und Bersteiner begann zu reden.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • 13.


    "Er ist hier", sagte Bersteiner und zog aus seiner Hemdtasche eine zusammengefaltete Karte. "Hier werdet ihr ihn finden!" Annelie nahm die Karte entgegen und überreichte sie Semir. "Okay, wir werden Sie nun dem LKA übergeben Herr Bersteiner", sagte Ben und nahm sein Mobiltelefon hervor. Semir selbst, sagte nichts. Ben hatte ja recht. Beim LKA war er im Moment am sichersten. Ausserdem würde dieser Vertrauensbeweis die Gemüter ein wenig beruhigen. Sie brachten Bersteiner zum Wagen und fuhren mit ihm zum LKA-Hauptquartier, wo bereits ein Mann in Semirs Alter am Eingang stand. "Herr Jäger, es ist lange her!" sagte er und schüttelte Ben die Hand. "Semir, das ist mein Ausbildner, Herr Krüger." Semir schüttelte dem Mann die Hand. "Also, der Mann hat gerade gegen Bersteiner", bei diesem Namen weiteten sich die Augen Krügers, "ausgesagt. Allerdings müssen wir zu einem Einsatz und können ihn so nicht beschützen. Wir brauchen nun Ihre Hilfe!" Krüger sah abwechselnd jeden der Gruppe an. "Meinetwegen Jäger. Der alten Zeiten wegen!" grummelte er ein wenig und nahm Bersteiner zu sich. Ben bedankte sich und ging dann mit den Anderen zum Wagen.


    Im Quartier angekommen, benachrichtigten sie den SEK und Semir überreichte Annelie eine Schussweste. "Wie gut bist du im Schiessen?" fragte er und Annelie grinste frech. "Ich war im Jugendschützenverein Semir! Ich habe eine Ahnung von Waffen", sagte sie mit einem Augenzwinker und Semir konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. "Ihr Schweizer habt doch allle eine Waffe im Haus", bemerkte Ben sarkastisch und Annelie zog eine Augenbraue hoch. "Du verwechselst uns mit den dickköpfigen, herrschsüchtigen Amerikaner Ben!" sagte sie ein wenig beleidigt und Ben konnte es nicht lassen, zu kontern. "Wo ist denn der Unterschied?" sagte er mit einem riesigen Grinsen und Annelie gab ihm eine Kopfnuss. Jedoch lächelte sie. "Pass ja auf ja? Vor dir steht eine halbe Deutsche! Beleidige also nicht deine Landsfrauen!" Ben hob die Arme. "Verzeih werte Kollegin. Darf ich euch, als Entschuldigung, helfen, die Schutzweste anzuziehen?" Semir schüttelte mit dem Kopf und verdrehte die Augen. Zwei Flirtsüchtige! Das hatte ihm noch gefehlt. Doch so schnell dieser Anfall kam, umso schnell verschwand er wieder.


    Denn als sie bei der Hütte ankamen, entsicherte Annelie mit ernstem Blick die Waffe und sah zu einer gewaltigen Hütte im Wald. "Beachtlich!" sagte sie als sie ausstieg und schlug dann die Türe zu. "Jedenfalls hat der Typ Geld", murmelte Ben und Semir stimmte zu. "Herr Gerkhan?" Der Einsatzleiter des SEK's, vermummt natürlich, kam auf ihn zu. "Ihre Befehle?" Semir wies ihn an, Leute um das Haus zu stellen. Eine kleine Gruppe, inklusive ihm, sollten dann den Deutschtürken und seine Kollegen begleiten. Der Einsatzleiter nickte und gab die Anweisungen per Funk durch. "Dann lasst uns Anna retten!"


    Hotte sass an Dieters Bett und sah seinen Kollegen an. Beatmet durch einen Schlauch, lag er leichenblass da und das einzige was sich an dem grossgewachsenen Polizisten bewegte, war der Brustkorb. "Du musst gesund werden Kumpel", schniefte Hotte und wusch sich mit seinen Bärenpranken, eine Träne aus den Augen. "Was soll ich denn ohne dich machen? Ausserdem musst du doch noch sehen, wie unsere Chefin gerettet wird! Und du musst doch noch die neue, Kim Krüger sehen! Das alles würdest du verpassen!"


    Anna erschrak, als die Türe aufstiess und Bersteiner auf sie zu kam. "Was machen deine Kollegen hier?" schrie er wütend und packte sie wieder am Haarschopf und zog sie hoch. "Du kommst mit mir meine Liebe!" Er schleifte sie hinter sich her und Anna brachte keinen Ton heraus. Zu sehr war sie über die Aggressivität ihres früheren Kollegen geschockt. Was würde er bloss mit ihr anstellen?

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • 14.



    Die drei Polizisten teilten sich auf und gingen in veschiedene Richtungen. Annelie hatte sich für einen kleinen Weg der bergab ging, entschieden und hielt die Waffe auf Anschlag. In gebückter Haltung folgte sie dem Weg und hörte auf einmal eine Frauenstimme. "Lass mich los! Du Schwein!" Annelie riskierte einen Blick und erblickte eine Frau anfangs fünfzig - von Bersteiner festgehalten. Das musste die Engelhardt sein! Sie schlich sich noch näher an den Feind und schoss dann aus ihrer Deckung. "Waffe runter Bersteiner!" schrie sie doch der Gauner dachte gar nicht daran! Er schoss zwei Mal auf Annelie und diese konnte nur knapp den Kugeln ausweichen. Dann schoss sie wieder aus der Deckung, doch Bersteiner hatte Anna schon in den Wagen gesetzte und wollte losfahren. Doch Annelie stürzte sich auf das Fauhrzeug und hielt sich fest. Sie krabelte zur Dachscheibe und schlug sie ein. "Du miese Kleine!" zischte Bersteiner und schoss wieder. "Kommen Sie raus Frau Engelhardt!" rief Annelie und Anna handelte noch, als Bersteiner schoss. Einer der Kugeln sauste haarscharf an ihrem Haarschopf vorbei und Annelie konnte die Frau hochziehen. Zunächst war Anna ein wenig geschockt. Eine Frau mit schwarzem Haar, blonden Strähnen, dick geschminkten Augen und Brille, hatte sie gerettet. Auf der rechten Hand konnte sie sogar den Ansatz eines Tattoos erkennen.
    "Keine Sorge, ich sehe fürchterlicher aus als ich bin!" rief Annelie und sah Anna an. "Springen Sie! Dann laufen Sie so schnell wie möglich Richtung Haus! Dort sind Semir und Ben! Sagt Ihnen was ich tue!" Anna nickte und sprang. Wer war die junge Frau bloss?




    "Sieh' an!" zischte Bersteiner und sah, wie Annelie in den Wagen kam. Beide hielten sich die Waffe an den Kopf. Bersteiner, fuhr immer noch. "Was doch aus der klienen Auszubildenden geworden ist. Ich habe gehört, du bist nun Kommissarin?"
    "Richtig grate! (Richtig geraten!)" erwiderte Annelie und wollte zum Schlag ausholen, doch Bersteiner kam ihr zuvor. Er verpasste ihr mit der Mündung der Waffe einen Schlag ins Gesicht. Annelies Kopf schoss nach hinten und benommen blieb sie auf dem Rücksitz liegen. Als Bersteiner sich zufrieden umdrehte sah er, wie sie auf einen See zufuhren. Und er konnte nicht mehr bremsen. Mit volle Geschwindigkeit fiel der Wagen ins Wasser und aufgrund der zerschlagenen Dachscheibe, füllte sich das Gefährt sofort mit der Flüssigkeit. Annelie, wurde aufgrund des Schlages auf den Kopf, sofort bewusstlos. Bersteiner, konnte sich durch das Dach retten.




    Ben und Semirs Augen weiteten sich, als der Wagen im Wasser aufschlug und Anna schlug die Hand vors Gesicht. Semir sah, wie Bersteiner ans Ufer krabbelte und abhauen wollte. "Wo ist das Mädchen?" fragte Anna entsetzt und Ben handelte sofort. Er zog sich die Schussweste und die Jacke aus und rannte auf den Steg, der sich am Ufer befand. Mit einem Hechtsprung war er im Wasser. Semir rannte auf Bersteiner zu und nahm ihn fest. Dieser schrie energisch und ein SEK-Beamter, der ihnen gefolgt war, nahm Bersteiner ab. Anna, stand am Ufer und sah auf die offene see. Keine Regung. "Bitte Ben!" flüsterte sie und faltete die Hände.



    Ben schwamm auf das Autowrack zu. Er sah die zerbrochene Dachscheibe und padelte sich dort hinein. Da sah er sie. Annelie. Die Brille kaputt, auf der Stirn eine Platzwunde. Er nahm sie an sich und schwamm nach oben. Seine Lungen schrien nach Luft und schmerzten, als er die eiskalte Luft wieder einasugen konnte. Als er wieder festen Boden unter den Füssen hatte, nahm er Annelie auf den Arm und transportierte sie ans Ufer. Sofort biss sich die Kälte an seinen nassen Körper fest. Semir hatte, mit ein paar Beamten, eine Decke auf den Boden gelegt und Ben verstand. Er legte die junge, bewusstlose Frau darauf und sah sie sich an. Die Lippen hatten ein seltsames Blau angenommen und die Haut war schneeweiss. Ben beugte sich über den Mund. "Sie atmet nicht!" steiss er entsetzt hervor und begann sofort mit Mund zu Mund Beatmung. Das nasse Haar klebte am Gesicht und auch er begann eine ungesunde Farbe anzunehmen. Doch er schaffte es. Annelie hustete Wasser und beugte sich auf die Seite. "Heillige Scheisse!" stiess sie hervor und Ben atmete erleichtert aus. Er sah sich den Verband an. Er war durchnässt und auf der Seite war Blut zu erkennen. Annelie, wieder halbwegs bei bewusstsein, wurde in Tücher gehüllt. Sie wurde sofort auf eine Trage gelegt. Anna ging auf sie zu. "Danke junge Dame!" stiess sie unter Tränen hervor und Annelie lächelte. "Kein Problem", erwiderte sie flüsternd und sah zu Ben, bevor sie in den Wagen transportiert wurde. Der SEK-Chef der Truppe, hatte sofort einen Krankenwagen verständigt.


    Semir kam auf Ben zu und hüllte ihn in eine dicke Wolldecke ein. "Na du Held?" begrüsste er seinen Freund und Ben grinste. "War nicht schlecht oder?" Semir verdrehte die Augen und sah sich die Hand an. "Die Wunde muss aufgeplatzt sein. Am besten lässt du dich auch untersuchen. Dann können wir auch gleich sehen, wie es Dieter geht! Ich mache mir nämlich wirklich Sorgen. Hotte hat sich nämlich immer noch nicht gemeldet!" Ben nickte zustimmend und ging, zitternd, neben Semir her. "Aber zuerst, besorgen wir dir noch trockene Sachen!" sagte Semir mit einem Lächeln. "Du sagst es! Ich will nicht am Erfrierungstot sterben!"

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!

  • 15.


    "Hotte?" fragte Dieter schwach und seine Lider flackerten, bis er schliesslich die Augen öffnete. "Dieter!" jauchzte Hotte und ging zu seinem Freund. "Wie schön, du bist wach!" Hotte konnte nicht anders. Er nahm Dieters Hand und drückte zu. "Weist du nun wie es war", begann der Grössere mit schwerer Stimme, "als ich an deinem Bett sass?" Dicke Tränen kullerten über Hottes Wange und verfingen sich im Bart. "Ja Dieter, nun weiss ich es!" schluchzte er und die Beiden umarmten sich. "Ich bin so froh, dass du nicht tot bist!"
    "Dieter!" Ben, neu angezogen, getrocknet und verarztet, kam auf Dieter zu und sah ihn an. "Wie schön, du bist wieder wach!" Hotte musste grinsen, da er beinahe das Gleiche gesagt hatte. Semir kam mit Anne in der Begleitung. "Herr Bonrath!" sagte sie erleichtert und Dieters Augen leucheten. "Chefin!" stiess er erleichtert aus und auch die sonst so gefasste Engelhardt konnte nicht anders. Sie beugte sich zu Dieter un umarmte ihn zärtlich. "Wie schön!" Hotte sah sich um. "Wo ist die Schweizerin?" fragte er verwundert und in diesem Moment kam Annelie hinein. Sie war noch wackelig auf den Beinen aber, sie lief wieder. Noch immer hatte sie eine leicht ungesunde Gesichtsfarbe und das riesige Pflaster auf der Stirn, machte dies noch unheimlicher. "Ich bin hier!" verkündete sie und sah mit ihrem grossen Lächeln Dieter an. "Schön zu sehen, dass sie die Augen geöffnet haben!" sagte sie und Dieter nickte dankend.


    "Schön zu sehen, dass du wieder gehen kannst", murmelte Semir ging auf sie zu und strich ihr über die Oberarme. "Ich danke dir für alles Annelie!" sagte er und die Schweizerin winkte ab. "Ach was", begann sie mit peinlich berührter Stimme und zuckte mit den Achseln, "was habe ich schon grossartiges getan?" Bens Kopf schoss hoch. "Du hast unter Einsatz deines Lebens, die Chefin gerettet. Keine Kommissarin in deinem Alter hätte so viel Mut aufgebracht!" Die Schweizerin lief rot an und Semir sah sie eindringlich an. "Ausserdem hast du grossen Mut bewiesen! Du hast uns geholfen obwohl du wusstest, dass es dich alles kosten könnte." Annelie lächelte. "Das ist unsere Berufung Semir! Dies haben wir im Raum gemeinsam! Wir stehen zu dem, was wir tun!" sagte sie mit ungewohnter Sanftheit in der Stimme und Semir grinste.


    "Was ist mit deiner Wunde Ben?" fragte die Chefin besorgt und Ben winkte ab. "Verbunden und reisfest gemacht! Morgen gehe ich wieder ein paar Autos verschrotten!" "Du vielleicht", begann Semir und schüttelte mit dem Kopf, "ich brauche erst mal Urlaub!" Annelie grinste. "Was haltet ihr von Bern?" fragte sie und Semir sah sie an. "Meine Familie besitzt ein schönes Hotel, nahe der Stadt. Ich würde euch gerne einladen!" Semir sah Ben an. "Wollen wir das annehmen?" Der Jüngere nickte heftig. "Ich war noch nie richtig in der Schweiz! Ich würde wenigstens die Hauptstadt, gerne mal sehen!" Annelie grinste und wies auch auf die Anderen. "Ihr verständlich auch! Wenn ihr wollt!" Anna nickte und ging auf das Mädchen zu, umarmte es zärtlich und lächelte. "Ich danke dir für alles", sagte sie nochmals. Unwissend, dass Annelie Ben und Semir schon bald wieder zur Seite stehen würde.

    Semir: Du blutest übrigens!
    Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
    Semir: Alex...
    Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
    Semir: Alex...
    Alex: WAS?!
    Semir: Ich hab dich lieb...
    Alex: Ja schönen Dank auch!