Schülerpraktikum

  • So hier kommt mal eine Wunschstory. @Stepsi 88.... hallo Stefanie, ich hoffe sie gefällt dir und ich bekomme auch Feeds von dir. ;)


    Semir und Ben kamen gerade von ihrer Tour zurück als sie von Anna ins Büro gerufen wurden. „Guten Morgen, Ben... Semir. Ich möchte Ihnen jemanden vorstellen.“ begrüßte sie die Beiden und zeigte auf ein ca. fünfzehnjähriges Mädchen. „Das ist Melanie Stümper. Sie macht ihr dreiwöchiges Schülerpraktikum bei uns und wird alle Bereiche durchlaufen. Und da sie den Beruf der Polizistin erlernen möchte, dachte ich mir, sie könnte mit Ihnen Beiden auf Streife gehen.“ erläuterte sie. Semir sah sie erschrocken an. „Chefin... können das nicht Bonrath und Herzberger machen?“ fragte er maulend. „Nein... Semir. Sie sind dafür ausgebildet Nachwuchs zu fördern und zu unterrichten. Sie haben gerade einen solchen Lehrgang hinter sich also... zeigen Sie mir, was Sie gelernt haben und beweisen Sie mir, dass Sie in der Schulung nicht nur geschlafen haben.“ lächelte Anna ihn an. Ben grinste. „Ja... dann werde ich wohl die nächsten drei Wochen Urlaub machen.“ gab er bekannt. Anna sah ihn an. „Ich denke nicht. Sie werden Semir dabei unterstützen. Sie können dann direkt auch was lernen.“ lächelt sie und nickte dem Mädchen zu. „Melanie... die Hauptkommissare Semir Gerkhan und Ben Jäger.“ Das Mädchen stand auf und reichte den Männern zögerlich die Hand. „Na dann komm mal mit Melanie.“ meinte Semir ergeben. Anna sah den Dreien hinterher und dachte schon jetzt, dass dies niemals gut gehen konnte.


    „Hier machen Sie Ihren Job?“ fragte Melanie enttäuscht, als sie das Büro von Semir und Ben sah. „Nein... hier schreiben wir die Berichte und müllen unseren Schreibtisch voll. Mein Kollege ist da ein wahrer Meister drin. Er sitzt dort drüben.“ erklärte Semir und wies auf Bens vollen Schreibtisch. Dieser sah ihn an. „Ja aber ich finde trotzdem alles, wenn ich was suche. Dauert nur etwas länger.“ verteidigte er sich. „Ja sicher... aber es wäre trotzdem gut, wenn du deinen Tisch aufräumst, weil der Eindruck den Melanie von deinem Tisch hat, fällt auch auf mich. Und ich bin kein Chaot.“ kam von Semir. Melanie schaute von einem zum Anderen. Konnten erwachsene Männer sich tatsächlich so kindisch benehmen? fragte sie sich und schüttelte den Kopf. Ben bemerkte es und grinste. „Aber ich kann besser singen als du.“ ging es los. Semir nickte. „Das mag ja sein, aber das Autofahren musst du noch lernen.“ erklärte er grinsend. Ben nickte. „ Und mit Singen fängst du keine Verbrecher, die verjagst du nämlich damit.“ setzte er dagegen. Melanie schüttelte verständnislos den Kopf. „Geht das immer so?“ wollte sie schließlich wissen. Erst jetzt wurde Ben und Semir wieder klar, dass sie nicht allein im Büro waren. „Entschuldige… ist nur eine kleine Auseinandersetzung.“ lächelte Ben sie an. Melanie nickte. „Wie sieht dann eine große zwischen Ihnen aus?“ stellte sie die Frage. Semir lachte. „Die gibt es nicht. Wir sind uns immer einig. Nicht wahr Ben?“ Semir sah seinen Partner an. Dieser zog die Schultern hoch. „Wenn du meinst, Picasso.“ lachte er zurück. Melanie nickte. „Was machen wir jetzt?“ wollte sie wissen. Semir nahm seine Jacke und den Autoschlüssel. „Wir zeigen dir jetzt mal wie so ein Alltag bei uns aussieht, wenn du willst.“ erläuterte er. Melanie war einverstanden.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
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    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Anna sah die Drei aus dem Büro kommen und winkte Semir noch einmal zu sich. „Melanie ist nur Beobachterin. Achten Sie bitte auf sie. Der Polizeipräsident wäre sehr erbost, wenn ihr etwas passiert.“ erklärte sie, als er vor ihr saß. Semir sah sie erstaunt an. „Wieso das denn?“ wollte er wissen. „Nun ja… Melanie ist seine Enkelin.“ kam von Anna. „Oh…. Na denn…“ meinte Semir nur und wollte gerade raus. „Ich hoffe Sie haben verstanden. Nicht wie immer, Semir… bitte nicht wie immer.“ sagte Anna leise, fast flehend. „Sicher… Chefin… ich werde mein Bestes geben.“ erklärte er und verschwand endgültig. Anna schloss die Augen. „Wenn das mal gut geht.“ stöhnte sie leise. Das Telefon schlug an. „Herr Schmittbauer… schön das Sie anrufen. Ich nehme an wegen Ihrer Enkelin?“ meldete sie sich freundlich als der Polizeipräsident sich meldete. „Ja… genau. Ich hoffe doch das Melanie sich gut macht.“ Wollte er wissen. „Nun ja… sie ist gerade seit einer Stunde bei uns und da kann ich nun wirklich noch nicht viel zu sagen. Derzeit ist sie mit Herrn Gerkhan und Herrn Jäger auf Streife. Ich befürchte Sie müssen sich gedulden bis sie zurück ist. Eine Tour dauert ca. zwei Stunden. Wenn nichts Unverhofftes dazwischen kommt.“ erklärte Anna. „Unverhofftes? Bei Gerkhan ist alles unverhofft. Frau Engelhard. Ich hab Sie gebeten dass meine Enkelin in sichere Hände kommt. Doch nicht bei Gerkhan… das … also gut. Ich möchte dass Melanie sich bei mir meldet, wenn sie zurück ist. Und zwar sofort. Richten Sie ihr das bitte aus.“ bat Schmittbauer. „Ja selbstverständlich Herr Präsident.“ meinte Anna nur und legte auf. Sie schloss die Augen und faltete die Hände. „Bitte Semir…. nichts Unverhofftes…. Einfach nur eine Tour ohne Probleme und Schrott. Mehr verlange ich nicht.“ stieß sie betend aus.


    Semir sah in den Rückspiegel. Melanie schaute einfach aus dem Fenster. „So dein Großvater ist also mein Boss.“ meinte er um ein Gespräch anzufangen. „Ja... scheint ganz so.“ gab Melanie zurück. „Und warum willst du zur Polizei gehen?“ warf Ben dazwischen. Melanie zog die Schultern hoch. „ Mein Großvater meinte ich könnte es wenigstens mal versuchen.“ gab sie fadenscheinig von sich. „Also ist es eigentlich der Wunsch deines Großvaters?“ stellte Semir fest. „Ja... wissen Sie... mein Großvater schwärmt immer davon, dass er von seinem Enkel wünscht, dass dieser ebenfalls zur Polizei geht. Aber mein Vater, sein einziger Sohn hat nur mich. Meine Mutter kann keine Kinder mehr bekommen und deshalb sehe ich es irgendwie als meine Pflicht an, zur Polizei zu gehen, damit meine Eltern nicht ständig unter den Vorwürfen meines Großvaters leiden müssen.“ erklärte Melanie. Semir sah Ben an. „Nun ja... aber deshalb einen Beruf wählen, den man vielleicht nicht mag, ist nicht gerade das Richtige oder?“ warf Ben ein. Melanie lachte leise. „Vermutlich nicht....“ gab sie zu. Semir hörte den traurigen Unterton. „Was würdest du denn am Liebsten machen?“ wollte Ben wissen. „Ich wäre am liebsten Kindergärtnerin. Ich liebe Kinder. Aber mein Großvater sagt, es sei kein Job mit Zukunft. Er will, dass ich was Besseres werde.“ Traurigkeit schwang in den Worten mit. „Warum kann denn dein Großvater dir deinen Weg vorschreiben?“ harkte Semir nach. Von Melanie kam nichts. Ben sah ihn an. „Weißt du… in gewissen Kreisen ist es leider so, dass die Großeltern oder Eltern einem sagen, was zu tun ist.“ erklärte er.

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  • Melanie horchte auf. Dieser Polizist schien das Problem zu kennen. „Sind Sie auch damit bestraft worden?“ wollte sie wissen. Ben sah sie an. „Womit?“ kam irritiert von ihm. „Nun ja… das Ihr Vater vorschreibt, was Sie dürfen und was nicht?“ kam von Melanie. „Also… ich würde nicht sagen dass er mich gezwungen hat Polizist zu werden. Das wollte ich und ich hab mich durchgesetzt. Er wollte, dass ich die Firma leite und weil ich es nicht tat, haben wir ziemlich oft Krach bekommen. Melanie…. Was ich damit sagen wollte ist folgendes…. Lass dir nichts aufzwingen. Du musst dich entscheiden und du solltest dir das nicht abnehmen lassen.“ meinte Ben nur. Melanie nickte. „Wo fahren wir jetzt eigentlich hin? Ich meine wir fahren nur über die Autobahn. Ist das alles, was Sie den ganzen Tag machen?“ fragte Melanie plötzlich. Semir sah Ben an. „Nein… nicht nur. Aber heute scheint es ruhig zu sein. Und ganz ehrlich, es wäre gut, wenn es die nächsten drei Wochen dabei bleiben würde.“ gab er zu. Ben lachte leise. „…was natürlich nichts damit zu tun hat, dass du dabei bist.“ führte er aus. Semit nickte erneut. „Ganz genau… hat gar nichts mit dir zu tun.“ bekräftigte er. „Cobra 11 für Zentrale!“ klang aus dem Funk. „Cobra 11 hört!“ meldete Ben sich. „Ben! Bei KM 196 auf der A 3 soll ein Mann auf der Autobahn laufen. Er scheint verwirrt!“ kam die Meldung. Ben rollte die Augen. „Wir übernehmen, Ende!“ Er hängte das Mikro ein und klappte das neue Blaulicht runter. Semir gab Gas. Melanie spannte sich merklich. Ben sah sie lächelnd an. „Nur keine Sorge…. Ist nichts Weltbewegendes.“ beruhigte er sie.


    Nur wenig später sahen sie einen Mann, der auf dem Standstreifen torkelte. Semir stellte sich quer vor dem Mann und Ben stieg aus. „Hallo! Sind Sie nicht ganz dicht, oder was?“ fragte er den Mann und hielt ihn fest. Der Mann sah ihn an. „Hallo…. Ich suche mein Auto…. Ich hab es hier …hicks… irgendwo abgestellt….“ lallte der Mann. Als der Atem in Bens Gesicht schlug verzog er das Gesicht. „Okay! Sie werden jetzt hier stehen bleiben. Ich lasse Kollegen anrufen, die Sie nach Hause bringen…!“ gab er etwas sauer von sich. „Na der hat ja ganz schön getankt…“ hörte er auf einmal Melanie sagen, die hinter ihm stand. „Melanie! Geh bitte sofort wieder in den Wagen und bleib da! Du kannst nicht so einfach auf der Autobahn rumlaufen!“ fauchte Ben sie an. „Entschuldigung“ sagte sie leise und stieg wieder ein. Der Mann wurde von den Kollegen in Uniform zur Wache zum Ausnüchtern gebracht. Als Ben wieder im Wagen saß, sah er Melanie an. „Melanie… bitte bleib im Wagen. Hast du mich verstanden! Es ist doch kein Spielplatz hier!“ fauchte er sie an. Semir lachte leise. „Sag mal… du hast wohl noch nie so ein Kurs gemacht, wie man mit Nachwuchs umgeht, was?“ grinste er. „Nein….den brauch ich nicht. Ich will aber nicht das ihr was passiert.“ gab Ben wütend zurück. Semir schnalzte leicht und sah Melanie an. „Keine Angst… der bellt nur.“ lachte er ihr zu. Nun musste auch Melanie lachen.

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  • Hier kommt der Nachschlag:


    Der Rest des Tages verlief ruhig. Melanie saß im Büro von Ben und Semir und sah zu, wie die beiden ihre Berichte versuchten zusammen zu bekommen. Ben schien sich bei der Formulierung ziemlich schwer zu tun. Melanie sah ihn über die Schulter, als er den Text tippte. „Das stimmt aber doch gar nicht…“ sagte sie plötzlich, als sie das Geschriebene gelesen hatte. Ben sah erstaunt auf. „Was stimmt nicht?“ wollte er wissen. „Nun ja… Sie schreiben hier, dass der Mann bei KM 94 auf der Autobahn war, aber das war doch KM 196.“ berichtigte sie ihn. Ben schaute noch einmal auf den Text. „Ist nur ein Schreibfehler. Ich wusste das noch.“ maulte er und sah Semir an. Dieser grinste nur zufrieden. „Ja und „Alkoholisiert“ wird mit ie geschrieben.“ verbesserte Melanie weiter. Ben stand auf. „Wenn das so ist, dann kannst du ja den Bericht schreiben!“ maulte er Melanie an. Irgendwie schien Ben nicht mit Kritik umgehen zu können. „Gerne… darf ich?“ fragte sie erfreut. Doch nun schritt Semir ein. „Nein… darfst du nicht. Es ist sein Bericht und er muss ihn unterschreiben. Also muss er ihn auch selbst schreiben. Aber meinen kannst du ruhig noch einmal überlesen. Vielleicht hab ich ja auch ein paar Fehler drin.“ lachte er. Semir schien Spaß an der Situation zu haben. Melanie erhob sich und kam zu ihm. Sie sah erst auf den Bildschirm und dann ihn an. „Aber da steht doch gar nicht was Sie gemacht haben. Anfangszeit, die Fahrt und Ende…“ kam erstaunt von ihr. Semir grinste. „Ich bin ja noch nicht fertig…“ lachte er leise.


    Anna rief Melanie zu sich. „Du musst dich noch bei deinem Großvater melden. Er will wissen ob du unbeschadet zurück bist. Er meint es wäre besser, wenn du hier im Büro arbeiten würdest.“ erklärte sie. Melanie sah sie an. „Aber er wollte doch, dass ich zur Polizei gehe! Dann sollte er sich damit abfinden, dass ich nicht nur im Büro arbeite.“ sagte sie barsch. Anna sah sie an. „Dein Großvater will, dass du zur Polizei gehst?“ fragte sie genauso erstaunt wie Semir zuvor. „Ja… er meint da ist es besser und für seinen Enkel hätte er es auf jeden Fall getan. Aber er hat ja keinen Enkel. Er hat nur mich.“ gab Melanie verbittert von sich. Anna merkte, das dieses Mädchen scheinbar in einem Zwiespalt ist. „Mag er dich deswegen weniger?“ wollte sie wissen. Melanie lachte leise. „Ich weiß nicht…. manchmal denke ich, er wäre froh wenn ich ein Junge wäre. Dann wieder ist er sehr fürsorglich für mich und verwöhnt mich. Aber einmal hab ich mitbekommen, wie er meinem Vater, also seinem Sohn sagte, dass er ein Versager sei, weil er ihm keinen Enkel geschenkt hat.“ erklärte Melanie leise. Anna nickte. Sie konnte schon verstehen wie es in diesem Mädchen aussah.

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  • Immer diese Betteleien... also wirklich... aber gut... hier kommt noch ein Stückchen


    Am nächsten Morgen machte Melanie Bürodienst. Sie sollte Susanne beim Suchen einer Akte behilflich sein und Ben und Semir Informationen zukommen lassen. Als sie alles zusammen hatte, rief sie die Beiden über Funk und gab die Daten durch. Zwei Stunden später kam der Ruf von Ben. „Zentrale für Cobra 11. Die angegebene Adresse ist falsch. Habt ihr noch ne Andere?“ fragte er durch den Funk. Melanie sah Susanne Hilfe suchend an. Sie lächelte ihr zu. „Ich mach das schon. Ben... Susanne hier. Eine andere Adresse haben wir nicht. Du kannst es aber bei seinem Freund Mark Hamarnuzu versuchen. Der wohnt in der Leipziger Strasse 48. Der Name kommt via SMS.“ gab sie durch. „Danke Susanne für den weisen Rat...“ kam von Ben zurück. Melanie sah sie an. „Warum stimmt denn die Adresse in der Akte nicht?“ wollte sie wissen. Susanne zuckte mit den Schultern. „Es ist sehr oft der Fall, das die Adressen nicht auf dem neuesten Stand sind. Aber das wissen wir erst dann, wenn jemand von uns vergeblich dort gewesen ist.“ erklärte sie dem Mädchen. „Was macht ihr denn dann? Ruft ihr beim Einwohnermeldeamt an und fragt wo der jetzt wohnt?“ Susanne lächelte. „Wir können direkt auf den PC der jeweiligen Meldebehörde zugreifen. Damit ersparen wir uns den Papierkram. Nur weil der dort nicht wohnt, heißt es nicht, dass er dort nicht gemeldet sein kann... vielleicht wohnt er dort bei einem Bekannten oder die Klingel ist nicht beschriftet. Und dann heißt es den oder die Personen wenn ausreichend Verdacht besteht, zur Fahndung auszuschreiben. Dann wandert ein Bild von demjenigen bei den Polizeirevieren und sobald er oder sie gesehen wurden, bekommen wir Bescheid.“ erklärte Susanne der wissbegierigen Schülerin. Melanie nickte. „Irgendwie sehr interessant. Aber ich glaube nicht, dass ich Polizistin werde.“ meinte sie anschließend. „Nun ja… du kannst ja auch im Büro arbeiten.“ gab Susanne wieder. Melanie schüttelte den Kopf. „Nein… ich will lieber was für und mit Kindern machen.“


    „Tja… negativ. Ob bei diesem Hamuzu oder so einer zuhause ist?“ fragte Semir. Ben zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung fahren wir hin und schauen nach.“ meinte er nur. „Also der Typ heißt Harmanuzu… klingt nicht gerade Deutsch, oder?“ grinste Semir „Egal… gib Gas. Ich hab heute noch was anderes vor.“ brummte Ben. Semir fuhr los. Doch als sie vor dem Haus standen, war klar… hier wohnte keiner mehr. Von dem Haus standen lediglich die Grundmauern. „Cobra 11 an Zentrale.“ Meldete sich Ben resigniert. „Ja Ben… Susanne hier.“ kam als Antwort. „Susanne, deine zweite Adresse existiert nicht mehr. So wie es aussieht, ist das Haus bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Ist allerdings noch nicht lange her. Kannst du mal herausfinden wann es genau war?“ fragte Ben. „Geht klar. Ach ihr sollt zurückkommen. Die Chefin will euch sehen.“ gab Susanne noch durch. „Alles klar…. Wir kommen direkt zurück.“ kam nun von Semir. Ben sah ihn an. „Was kann es denn da schon wieder geben?“ fragte er erstaunt. Semir lachte. „Das erfahren wir, wenn wir bei ihr sind.“

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  • Nur wenig später saßen sie Anna gegenüber. „Meine Herren… der Polizeipräsident hat mich angerufen. Er will dass Sie Melanie genau erklären, was der Job einer Polizistin ist. Er wünscht nicht, dass sie hier im Büro ist. Ich hab ihm zwar erklärt, dass es nicht machbar ist wenn Sie, sie mitnehmen allerdings interessiert es ihm nicht.“ erklärte sie. Ben stöhnte auf. „Aber wir können doch nicht ständig Babysitter spielen. Sie ist gerade mal fünfzehn. Ein halbes Kind. Was wenn etwas passiert? Wenn wir in einen Unfall verwickelt werden, oder schlimmer noch…. in eine Schießerei?“ fragte er. Anna zog die Schultern hoch. „Ich weiß dass es gefährlich ist, aber der Präsident hat mir gedroht, dass er wenn wir nicht das tun was er will, dann wird er sicher einiges auf die Beine stellen, dass wir alle versetzt werden.“ gab Anna etwas frustriert wieder. „Fahren Sie also mit Melanie ein paar harmlose Runden. Das kriegen Sie doch sicher hin, oder?“ sah sie die beiden flehend an. Semir nickte. Nur kurz darauf gingen sie raus. „Ich mach drei Kreuze wenn die Kleine wieder weg ist.“ stieß Ben leise aus. Semir nickte nur.


    Der nächste Tag brach an. Ben, Semir und Melanie machten sich für die Tour fertig. Semir sah das Mädchen an. „Und… gefällt es dir?“ fragte er. Melanie zuckte mit den Schultern. „ich weiß nicht… es sind gerade mal drei Tage. Ich bin froh, wenn ich wieder zur Schule kann.“ erklärte das Mädchen. Semir nickte. „Du solltest deinen Großvater sagen, dass du keine Polizistin werden willst. Und auch, dass er froh sein kann, dich zu haben.“ versuchte Semir ihr Mut zu machen. Melanie lachte verbittert. „Sie kennen meinen Großvater nicht… der lässt sich nicht einfach sagen, ich will nicht. Er bestimmt.“ kam leise von ihr. Semir lächelte. „Ich kenne deinen Großvater schon. Und vielleicht kann ich dir ja mit einer Praktikumsbeurteilung den Weg zur Polizistin verbauen.“ meinte er nur. Melanie lachte laut auf. „Sie würden mir eine miese Beurteilung geben damit ich den Beruf nicht mache?“ fragte sie erstaunt. „Nun ja…“ grinste Semir und zog die Schultern hoch. „So aber nun erst einmal ab auf die Autobahn.“ Melanie nickte.

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  • AbendLesen!!!


    Mark Reichendorf zog seine Kawasaki auf die Überholspur und fuhr an die Autos vorbei. Dicht vor dem Auto was auf der linken Spur fuhr, zog er wieder rüber. Bremsen kreischten und mit einem Grinsen beobachtete er im Rückspiegel wie der Wagen ins Trudeln geriet. Der Unfall der ziemlich schnell folgte war unvermeidbar. Doch anstatt Hilfe zu holen, wendete er die schwere Maschine und fuhr dicht an dem Wagen heran, der auf dem Dach lag. Ein Griff und schon war die Handtasche der verletzten Fahrerin in seinem Besitz. Ohne sich darum zu kümmern stieg er auf seine Maschine und fuhr ab. Einer der Zeugen schrieb das Kennzeichen auf und rief die Polizei. Doch das war Mark egal. Das Kennzeichen war eh falsch und ihm konnte niemand etwas nachweisen. Wenn er später bei den Jungs war, würde er sich die Beute ansehen. Ob die Frau schwer verletzt war oder nicht, war ihm ziemlich egal. Darum würden sich schon andere kümmern. Er musste erst einmal die Beute in Sicherheit bringen und am Abend für seine Freundin da sein. Ein kleines Geschenk machen und dann war vielleicht auch mehr drin. Es wäre das erste Mal für seine Freundin. Auch wenn er mit 25 älter war als sie. Er wünschte endlich es wäre soweit. Immerhin war er mit ihr schon zwei Monate zusammen. Und normalerweise dauerte es nicht lange, bis ein Mädchen sich vor ihm auszog und sie Spaß miteinander hatten. Doch bei ihr, ließ er sich Zeit.


    „Semir! Ben! Bei KM 201 auf der A4 hat es einen Unfall gegeben. Der Verursacher ist mit seinem Motorrad geflohen. RTW ist bereits vor Ort.“ Kam über Funk. „Cobra 11 verstanden. Sind unterwegs und übernehmen.“ gab Semir durch. Melanie sah ihn erstaunt an. „Was machen wir jetzt?“ fragte sie. „Jetzt fahren wir hin und schauen nach was wir machen können. Das heißt wir versuchen das Motorrad zu finden und den Typen zu verhaften, denn Fahrerflucht ist strafbar.“ erklärte Ben. Melanie nickte. „Dann muss er ins Gefängnis dafür?“ wollte sie wissen. „Nein… aber eine Bewährungsstrafe ist auf jeden Fall drin. Es kommt immer auf die Schwere eines Unfalls an. Ist es nur Blechschaden, dann sind sechs Monate drin. Ist es mit Leichtverletzten dann auch schon mal ein Jahr. Schlimmer wird es dann schon, wenn Schwerverletzte zu beklagen sind, oder sogar Tote. Dann werden es schon mal anderthalb oder mehr Jahre. Bis zwei Jahren kann das auf Bewährung gehen, solange man keine Vorstrafen hat. Wenn doch, wandert man ein.“ erklärte Semir sehr ausführlich. Ben nickte anerkennend. „Hast du ja richtig in der Schule aufgepasst, was?“ lachte er. Semir grinste nur. Melanie nickte zufrieden. Sie kamen an der Unfallstelle an. Alles sah nach einem ganz normalen Unfall aus. Der Unfallflüchtige wurde zur Fahndung ausgeschrieben, doch Semir wusste genau, dass man da auch eine Nadel im Heuhaufen hätte suchen können und diese vermutlich schneller fand als den Biker. Aber trotzdem musste er es tun. Melanie stellte viele Fragen und die Polizisten versuchten es ihr so einfach wie möglich zu erklären. Die Tage der ersten Woche verliefen wie im Flug und Semir war froh als das Wochenende kam wo er mit Ben allein auf Tour gehen konnte. Doch leider war es viel zu kurz und schon war der Montag und damit auch Melanie wieder da.

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  • Freundlich grüßte sie alle und ging zu Semir und Ben ins Büro. „Hallo… Herr Gerkhan, Herr Jäger..“ sagte sie leise. Die Männer schauten auf. „Na warum denn heute so schüchtern?“ lachte Semir. Melanie sah ihn fragend an. „Na komm… ich bin der Semir und er ist Ben. Ich denke wir sollten zum Du kommen. Was meinst du Herr Jäger?“ grinste Semir seinen Partner an. Dieser nickte. „Ja sicher… Herr Gerkhan…“ kam zurück. Melanie lachte laut auf. „das hat mir am Wochenende gefehlt.“ meinte sie nur. Sofort sah Semir sie an. „Druck?“ wollte er wissen. Melanie nickte. „Ja etwas, aber mehr von meiner Mutter….“ gab sie zu. Semir nickte. „Willst du darüber reden?“ harkte er nach. Doch nun schüttelte Melanie den Kopf. „Nein… es ging nur um meinen Freund.“ wiegelte sie ab. „Tja… ist noch etwas zu früh für die Tour.“ murmelte Ben. Melanie zog Block und Stift hervor. „Macht nichts. Ich brauche ein paar persönliche Infos über euch. Wer fängt an?“ sie sah die beiden an. Semir zog die Schultern hoch. „Was willst du wissen?“ „Also… das erste ist warum seid ihr zur Polizei gegangen?“ stellte Melanie ihre erste Frage. Semir sah zu Ben. „Gut… also ich bin zur Polizei, weil ich es schon immer wollte. Gerade als Ausländer hast du einen ziemlich schlechten Stand und ich wollte etwas dagegen tun. Ich wollte zeigen, dass wir „Ausländer“ auch etwas können. Ich bin der erste, der in einem Integrationsprogramm zur deutschen Polizei ging.“ erklärte er stolz. Melanie nicke kurz und sah zu Ben. „Tja… ich weiß nicht so genau. Nichts Gravierendes. Also es ging da um einen Freund, der an Drogen verstorben ist. Und ich habe ihm am Grab versprochen, dass ich zur Polizei gehe und dagegen kämpfen werde.“


    Melanie staunte als er das sagte. „Das sind ja tolle Gründe. Da wäre meiner ziemlich phantasielos, was. Ich ging zur Polizei, weil mein Großvater es wollte“ gab sie verächtlich wieder. „Aber weiter. Wie steht ihr zu euren Eltern?“ kam von Melanie die nächste Frage. Diesmal fing Ben an. „nun ich habe ein ziemlich gestörtes Verhältnis zu meinem Vater. Meine Mutter ist leider schon tot, oder auch Gott sei Dank… Kommt drauf an wie man es sieht. Also mein Vater hat eine ziemlich große Firma und daran zerbrach leider auch das Familienglück. Er hat ein Konzern aufgezogen und sich nebenbei um mich und meinem Bruder gekümmert. Und als ich alt genug war wollte er, dass ich mich in der Firma nützlich machen sollte. Das war gar nicht mein Ding und als ich ihm das sagte, warf er mich mit 19 raus. Ich ging zur Polizeischule und sprach nie wieder mit ihm. Also bis vor einem halben Jahr. Seit dem reden wir zwar freundlich, aber in seiner Nähe sein, muss ich nicht.“ Melanie sah ihn erstaunt an. „Dein Vater ist Millionär und du gehst arbeiten?“ kam von ihr. Ben nickte. „Ja warum denn nicht? Ich meine das Geld hat mein Vater angesammelt, nicht ich. Ich will von meinem eigenen Geld leben. Ich will arbeiten.“ erklärte er sachlich. Doch Semir merkte wie wütend er war und griff ein. „Außerdem ist es doch egal, ob der Vater ein einfacher Gastarbeiter ist oder Multimillionär.“ grinste er. Melanie Erstauen wurde immer größer. „Sogar Multimillionär?“ Semir nickte. „Ja und mein Vater ist Gastarbeiter. Ich bin in Köln-Kalk aufgewachsen, das ist ein Türkenviertel und ich muss zugeben, ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Meine Eltern selbst sind seit einigen Jahren zurück in die Türkei ausgereist. Wir besuchen uns sehr oft und dann geht es hoch her. Für uns Türken sind Familientreffen heilig.“ grinste Semir um auch etwas von seiner Familie erzählen zu können. Melanie machte sich fleißig Notizen.

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  • Am Abend fuhr Melanie nicht nach Hause, sondern zu Oliver. Dieser hatte bereits seine eigene Wohnung, die er mit seinem Bruder Mark teilte. Die Eltern von den Beiden waren alkoholsüchtig und da der große Bruder bereits 19 und Oliver 16 waren, musste er nicht ins Heim. Sie sah Oliver an. „Ach Oli… es ist einfach ungerecht. Ich bin während des Praktikums bei der Polizei untergebracht. Nur weil mein Großvater will, dass ich Polizistin bin. Aber ich will das einfach nicht. Ich will Kindergärtnerin werden. Ich will mit Kindern arbeiten.“ beklagte sie sich. Oliver sah sie an. „Ich versteh nicht, warum du dir das gefallen lässt. Dein Opa ist doch nichts Besonderes. Und deine Eltern können sich bestimmt allein wehren. Mark meint auch immer das es nicht gut ist, wenn die Alten in das Leben des Kindes pfuschen.“ Kam von ihrem Freund. Melanie lachte bitter. „Tja… ich weiß was du meinst. Aber zum Glück stehe ich nicht allein da. Bei mir da auf der Dienststelle ist sogar der Sohn eines Multimillionärs am arbeiten. Er sagte weil er sein eigenes Geld verdienen und nicht das seines Vaters ausgeben wollte. Das muss man sich mal vorstellen. Der Vater ist reich und der Sohn geht ganz normal als Polizist arbeiten.“ kam fast ungläubig von Melanie. Oliver nickte. „Das ist wirklich seltsam. Aber ich finde das gut. Dann ist er nicht so eingebildet und weiß was es heißt im Leben selbst zu schuften.“ meinte er anerkennend.


    „… der Sohn eines Multimillionärs am arbeiten…“hörte Mark als er ziemlich lautlos in die Wohnung kam. Er lauschte noch ein paar Sekunden bis er ins Wohnzimmer trat. „Hallo Melanie…“ begrüßte er die Freundin von seinem kleinen Bruder. “Hallo Mark, wie geht es dir?” fragte sie. „Na wie geht es dir so? Immer noch Stress mit den Großvater?“ wollte er wissen. „Ja… es bleibt dabei, Mark.“ gab sie zu. „Also willst du nun zur Polizei. Wie gefällt es denn dir? Sind die Kollegen sehr nett zu dir?“ wollte Mark wissen. „ja… ich sagte gerade zum Oli, das der Ben, ein Multimillionärssohn, dort arbeitet. Also als Polizist.“ kam von ihr. Mark sah sie an. „Ben… na warum macht er dass denn?“ tadelte er den Polizisten aus der Ferne. Melanie nickte. „Ich glaub das hat der Herr Jäger sen. auch gedacht. Aber Ben hat sich ganz einfach losgesagt und das finde ich einfach nur toll.“ gab sie zu. Mark horchte auf. Aber weder seinem Bruder noch Melanie fiel auf, dass er geschickt an Informationen über Ben kommen wollte. „Jäger AG?“ fragte er. Melanie zuckte mit den Schultern. „kann schon sein. Weiß ich nicht genau. Aber ich denke mal so viele Jägers die Millionäre sind, gibt es sicher nicht. Aber ich weiß dass er in Köln wohnt. Irgendwo in Weiden, also in der Villengegend. Ich meine den Alten. Der Bruder von Ben ist in einer Entzugsklinik. Der Arme. Nur weil so viel Druck auf ihn lastete, ist er in die Drogenszene abgerutscht.“ erzählte sie weiter. Mark hörte aufmerksam zu. Dann kam die Zeit wo Melanie von Oliver nach Hause gebracht werden musste. Mark zog sein Handy und rief seinen Freund Thomas an.

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  • Ben sah Semir an. „So… damit hätten wir die zweite Woche auch fast rum. Heute ist Montag… nur noch vier Tage und wir geben wieder richtig Gas. Aber jetzt werde ich mich erst mal aufs Ohr hauen. Bin ziemlich müde.“ stöhnte er auf. Semir nickte. „Ich finde es gar nicht so übel. Denn es ist der Grund dass ich mal wieder pünktlich Feierabend habe und mich mit Aida beschäftigen kann. Ich bekomme kaum mit, wie sie aufwächst. Aber in der letzten Woche da ist das richtig toll geworden. Sie freut sich, wenn ich Zeit für sie hab. Wir spielen….“ zählte Semir auf. „Ja… ich muss leider. Hab heute noch was vor.“ unterbrach Ben ihn. Semir nickte. „Alles klar. Morgen um sieben?“ fragte er noch. Ben nickte und Semir sah wie er im Haus verschwand.


    Thomas meldete sich murrig. „hey… ich hab gerade etwas erfahren, was uns mit einem Schlag zu reichen Leuten macht.“ erklärte Mark. Sofort war Thomas hellwach. „Und was ist das? Wieder so ein kleiner Bruch, der nicht viel bringt? Einen Überfall, wo du dann der Gelackmeierte bist, weil die Beute sich nicht lohnt?“ höhnte er. Mark lachte. „Nein… diesmal ein Riesending. Was hältst du von sagen wir… fünf Millionen?“ fragte er. „Fünf Millionen? Klingt nicht schlecht. Welche Bank willst du denn überfallen?“ fragte er lachend. „Keine Bank. Eine kleine Entführung. Ich habe alles was wir brauchen. Name und Adresse. Auch eine Unterkunft ist schon ausgemacht.“ kam weiter von Mark. „Ach komm… Kinder zu entführen bringt nicht viel. Das bist du das letzte wenn die Bullen dich bekommen.“ Wog Thomas die Risiken ab. „Na. Wer spricht denn von einem Kind. Ich rede von einem Erwachsenen. Und die Bullen haben wir direkt mit unter Kontrolle. Es ist nämlich einer aus deren Reihen.“ ließ Mark seinen Freund nun durchblicken. „Ein Bulle? Und das ist ein Millionärssöhnchen? Du machst Witze.“ prustete Thomas. „Nein, Tom… ist es nicht. Absolut nicht. Also was ist? Bist du dabei oder nicht?“ fragte Mark hart nach. Thomas überlegte einen kurzen Augenblick. „Also gut. Um wen geht es?“ resignierte er. „Sagen dir die Jäger Werke was?“ wollte Mark wissen. „Ja sicher… ein an der Börse notiertes Unternehmen. Was ist damit?“ „Nun ja… der Bulle ist der Sohn des Inhabers. Ein gewisser Ben Jäger.“ gab Mark zu. „Oh… das ist gut… okay… ich bin dabei. Wann?“ wollte Thomas nun wissen. „Ich melde mich. Erst will ich diesen Jäger genau beobachten. Dann werde ich dir Bescheid geben. Wir werden ihn im Containerhafen verstecken. In einer abgelegenen Ecke. Du hast doch noch Kontakte und kannst sicher einen der Container sage wir… zweckentfremden oder? Da kann er brüllen wenn er will und niemand hört ihn.“ lachte Mark und beendete das Gespräch.

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  • Am nächsten Morgen saßen Melanie, Ben und Semir bereits im Wagen. Diesmal sollten sie eine Fahrzeugkontrolle durchführen. „Melanie… du bleibst im Wagen, okay?“ fragte Semir. Das Mädchen nickte. „Ja sicher…“ sagte sie. Ben sah sie kurz durch den Rückspiegel an. Semir hielt die Kelle bereit. Als Ben ihn überholt hatte, hielt er sie raus und forderte den Wagen zum Stoppen an. Alles lief wie es sollte. Semir sah noch einmal kurz zu Melanie und nickte, dann stieg er aus und ging zum Wagen. Der Fahrer stieg ebenfalls auch und ließ die Kontrolle ohne Probleme durchführen. Melanie sah vom Auto aus zu. Nur wenig später fuhren sie weiter. „Warum haben wir den denn jetzt angehalten?“ wollte sie wissen. „Nun er ist uns aufgefallen, weil er ziemlich genau nach Vorschrift fuhr und etwas zu dicht am Streifen. Das deutet manchmal darauf hin, dass der Fahrer betrunken ist, oder übermüdet. Allerdings war es hier anders. Der Mann hat eine Kontaktlinse verloren und fuhr deshalb vorsichtiger. Er hat nun seine Brille aufgesetzt und ist mit einer Verwarnung davon gekommen.“ erklärte Ben. Melanie nickte. „Wenn er jetzt betrunken gewesen wäre, dann hättet ihr ihm den Führerschein abgenommen, oder?“ fragte sie weiter. Ben nickte. „Ja. Denn wenn etwas nicht zusammenpasst dann ist es Alkohol und Auto.“ gab Ben bereitwillig Auskunft. Doch auch dieser Tag ging vorbei und ehe sich die Drei versahen war es Abend. Nur noch acht Tage und dann musste Melanie wieder zur Schule.


    Mark wartete am Parkplatz und sah wie Ben und Semir mit Melanie zurückkam. Er sah wie nur wenig später Melanie von einem Streifenwagen nach Hause gebracht wurde. Eine Stunde später fuhr der Mercedes ab. Mark wusste mittlerweile das Ben Jäger diesen Wagen als Dienstwagen fuhr und hängte sich an. Zunächst ging es allerdings nach Weiden. Dort wurde sein Partner abgesetzt und Ben Jäger fuhr nach Hause. Er schien den Verfolger nicht zu bemerken. Mark grinste verhalten und griff zum Handy. „Also gut… hör zu Tom. Heute werden wir uns den Goldjungen schnappen. Ich bin hinter ihm. Wir fahren gerade durch Köln und sind gleich in Ehrenfeld. Wo bist du?“ wollte er wissen. „Ich bin in der Altstadt. Brauche bestimmt zehn Minuten bis ich bei dir bin. In welcher Straße?“ kam als Gegenfrage. „Ähm… noch fahren wir. Ich sagt dir Bescheid.“ Mark beendete das Gespräch. Nur fünf Minuten später fuhren sie in die Antwerpener Strasse. Und weitere zwei Minuten fuhr der Wagen in eine Tiefgarage. Mark griff erneut zum Handy und rief Thomas an. Wenig später war dieser mit einem kleinen Sprinter vor Ort. Markt ging zu ihm. „Also gut. Ich nehme an er wohnt im Penthouse. Vermutlich ist da ohne Karte gar nicht ran zukommen. Hast du alles dabei?“ wollte er wissen. Thomas nickte.

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  • Ben warf seine Jacke auf die Garderobe und ging in die Küche. Er nahm eine Cola heraus und gönnte sich einen großen Schluck. Dann stellte er sie zurück und ging ins Bad. Jetzt erst einmal duschen und danach was zu essen machen. Gegen zehn ins Bett, dachte er bei sich. Nur eine Stunde später saß er vor dem Fernseher und zappte sich durch das Programm. Doch es lief nichts Interessantes. Ben schlief nach einer Weile vor dem Fernseher ein. Doch gegen Mitternacht schreckte er hoch, als er eine Bewegung vor sich spürte. Bevor er wirklich wahrnahm, was passierte wurde er gepackt und ihm wurde ein feuchter Lappen ins Gesicht gepresst. Ben versuchte sich zu wehren und trat um sich. Es brachte nichts, die Männer hielten ihn eisern fest. Irgendwann spürte er, wie er wegsackte. Er bekam nicht mehr mit, wie ihn die Männer fesselten, knebelten und dann in den Fahrstuhl schleppten. Er bekam nicht mit, wie er ziemlich grob in den Wagen gepackt wurde und wie der Wagen abfuhr.


    Semir stand am nächsten Morgen auf der Straße und wartete. Von Ben war nichts zu sehen. Semir sah nervös auf die Uhr. „Mensch… verpennst du oder was?“ fluchte er und zog sein Handy raus. Doch bevor er wählen konnte klingelte es. Auf dem Display erschien Bens Nummer. „Ja sag mal wo steckst du denn?“ fauchte er ins Handy. „Semir…ich… ich bin entführt worden…“ kam von Ben. Semir stutzte. „Was?“ fragte er. „Hör genau zu, Bulle… Wir haben deinen Freund hier. Du hast genau 48 Stunden Zeit uns fünf Millionen Euro zu bringen. Wenn nicht, dann bekommst du deinen Partner als Puzzlespiel zurück.“ drohte ein Unbekannter. „Ich will mit Ben reden!“ forderte Semir. „Semir… ruf meinen Vater an…“ hörte er von Ben und wollte antworten, als das Gespräch beendet wurde. „Verdammt!“ fluchte er und rannte zurück ins Haus. Andrea sah ihn verwundert an. „Was ist denn?“ wollte sie wissen. „Ben ist entführt worden… man verlangt fünf Millionen Euro an Lösegeld.“ stieß Semir aus. Andrea griff in ihre Handtasche und zog den Autoschlüssel heraus. Sie warf ihm Semir zu und lächelte. „Du brauchst ein Auto…“ sagte sie und schon war Semir weg.

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  • Ben sah den Mann vor ihm an. „Sie können es vergessen. Mein Vater zahlt nichts für mich.“ meinte er und versuchte die Fesseln zu lösen. „Oh… ich denke dein Kollegen wird schon einen Weg finden. Es wäre besser für dich.“ gab sein Entführer von sich. „Ich bin mit meinem Vater zerstritten und er wird nicht einen Euro für mich ausgeben. Also lassen Sie das Schmierentheater und wir vergessen alles.“ versuchte Ben. Der Mann vor ihm war maskiert und das Licht hier in diesem Raum war so schummerig so dass er nicht viel erkennen konnte. Der Raum hatte keine Fenster und war kalt. „Halt besser die Klappe. Dein Kollege wird schon einen Weg finden. Er sollte er zumindest. Wie schon angekündigt, wirst du sonst in Teilen zurück geschickt. So und nun Klappe!“ fauchte er ihn an. Ben schwieg und sah dem Mann an. Dieser nahm ein Stück vom Klebeband und verklebte Ben den Mund. Die Hände waren auf dem Rücken gefesselt und mit den Beinen verbunden. In dieser recht unbequemen Lage war Ben auf sich allein gestellt. Der Mann entfernte sich und verschloss die Türen. Ben sah ihm nach.


    Semir verschwand umgehend in Annas Büro. Sie sah ihn erstaunt an. „Chefin! Ben wurde entführt. Die Erpresser verlangen fünf Millionen als Lösegeld!“ erklärte er etwas atemlos. „Was?“ fragte sie erstaunt. „Ja… ich konnte kurz mit Ben reden. Ich muss zu seinem Vater. Die Erpresser verhandeln über mich.“ erklärte er. Anna nickte. „Gut… fahren wir.“ sagte sie nur. „Wir?“ wollte Semir wissen. „Ja… Sie sind doch wohl etwas zu aufgeregt um selbst zu fahren. Wir brauchen Sie schließlich als Vermittler. Wie lange haben wir Zeit das Geld zu beschaffen?“ wollte Anna wissen. „Sie melden sich in 48 Stunden wieder bei mir. Chefin… wir müssen los…bitte…“ kam von ihm. Anna nickte und schon rannten sie aus dem Büro. Auf dem Flur trafen sie mit Melanie zusammen. „Oh… bin ich zu spät?“ fragte sie und sah Semir an. „Melanie… jetzt nicht…“ meinte Semir nur und drückte das Mädchen zur Seite. Er rannte einfach weiter und Melanie verstand nicht.

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  • Anna fuhr los. Die Fahrt ging zum Jäger-Konzern, der sich in Dormagen befand. Nur eine halbe Stunde später waren sie dort angekommen. Semir und Anna wurden zu Jäger Senior gebracht. Im Vorzimmer saß eine ältere Blondine die sie musterte. „Herr Jäger ist in einer Besprechung. Wenn Sie einen Termin ausmachen würden, könnte ich Ihnen nächste Woche einen geben.“ erklärte sie. Semir sah sie an. „Wir müssen sofort mit Herrn Jäger sprechen. Es geht um seinen Sohn. Oh… ich bin Semir Gerkhan von der Kripo Autobahn. Das ist meine Vorgesetzte Kriminalrätin Anna Engelhard. Würden Sie uns bitte umgehend anmelden. Es geht um Leben und Tod.“ erklärte Semir. Sofort stand die Frau auf. „Einen Augenblick!“ rief sie noch und verschwand im angrenzenden Raum. Keine zwei Minuten später begleitete sie ein ca. sechzigjähriger Mann. „Konrad Jäger. Meine Sekretärin sagte mir, es geht um meinen Sohn? Hat Joachim wieder Probleme gemacht?“ wollte er wissen und ging mit Semir und Anna in sein Büro. Er wies auf die Besucherecke. „nein… es geht um Ben…“ erklärte Semir. „Um Ben? Aber er ist doch Ihr Kollege, oder?“ fragte Konrad erstaunt. Semir nickte. „Ja das stimmt. Er wurde entführt. Man verlangt fünf Millionen Euro als Lösegeld.“ sagte er leise. Konrad lehnte sich zurück. „Und nun wollen Sie das Geld von mir?“ fragte er. Semir nickte. „Ja… Sie sind der einzige, der es innerhalb der kurzen Zeit die uns vorgegeben wurde geben könnten.“ erklärte er. Konrad nickte. „Sie wissen sicherlich, dass ich keinen besonders guten Draht zu Ben habe, oder? Das einzige was mich mit ihm verbindet ist dass er mein Fleisch und Blut ist. Ich bin sicher in der Lage Ihnen das Geld zu geben, aber warum sollte ich es tun?“ fragte Konrad verbittert.


    Melanie ging zu Susanne. „Was hat denn der Semir heute?“ wollte sie wissen. Susanne zog die Schultern hoch. „Ich weiß nicht. Aber er ist direkt als er hier rein kam zur Chefin. Ben ist nicht da. Vielleicht hat es damit zu tun. Ich konnte noch nicht mit ihm sprechen. Aber es ist sicher nichts Schlimmes.“ versuchte sie ihn zu trösten. Doch auch Susanne machte sich Gedanken darüber was mit Semir war. Einen Grund für seine Reaktion musste es ja geben. Doch bevor er nicht wieder da ist, dürfte sie es kaum erfahren. Es sei denn Ben käme jetzt herein. Sie sah auf die Uhr. Es war schon elf. Ben war drei Stunden zu spät. Sie sah Melanie an. „Na… dann wirst du wohl heute erst einmal Büroarbeit machen.“ lächelte sie sie an. „Aber was ist denn los? Ich meine wieso hat Semir mich nicht mitgenommen?“ fragte Melanie. „Da wirst du wohl abwarten müssen, bis er zurück ist. Dann kann er es dir erklären.“ meinte Susanne nur. Melanie nickte. „Gut… dann schreibe ich mal meine Praktikumsberichte, wenn Sie nichts Anderes zu tun haben.“ meinte Melanie traurig. Susanne nickte. „Tu dass… ich kann im Augenblick auch nur warten.“ erklärte sie und ließ Melanie mit an ihrem Schreibtisch sitzen.

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  • „Herr Jäger… ich weiß, das Sie und Ben nicht gerade die größten Freunde sind… aber er ist Ihr Sohn. Bitte helfen Sie ihm.“ versuchte Semir Konrad Jäger zu überzeugen. Konrad stand auf und sah aus dem Fenster. „Wissen Sie, Herr Gerkhan. Damals als Ben zur Welt kam, war ich sehr glücklich. Mein Erstgeborener war ein Sohn. Ich habe diese Firma mit Schweiß und Blut getränkt. Ich habe wegen ihr meine Frau verloren. Mein erster Sohn hat mir den Rücken gekehrt und wollte lieber Polizist werden anstatt im die Firma einzusteigen. Der Andere… er nimmt Drogen um dem Unistress zu entgehen. Was würden Sie an meiner Stelle tun?“ wollte Jäger wissen. Semir zog die Schultern hoch. „ich würde alles tun, um meinen Sohn zu retten. Egal was vorher gewesen ist, es sollte wichtiger sein, was werden kann. Herr Jäger… ich kann Sie nicht dazu zwingen. Aber ich bitte Sie inständig… helfen Sie ihrem Sohn.“ kam leise von Semir. Er sah in das harte kantige Gesicht des Geschäftsmannes. „Ich muss zurück in die Besprechung. Meine Entscheidung werden Sie in kürze erhalten.“ gab er kühl zurück. Semir reichte ihm die Karte. „Bitte denken Sie daran… wir haben nur noch 46 Stunden.“ erinnerte Semir ihn. Konrad nickte. Semir und Anna verließen das Gebäude. Es blieb ihnen nichts anderes übrig als zu warten. Aber Semir hoffte sehr, das Jäger sich für seinen Sohn entschied. Anna sah ihn an. „Ich weiß dass es schwer ist, aber wir müssen damit rechnen, dass Herr Jäger kein Geld geben wird. Sie wissen wie das Verhältnis zwischen Ben und seinem Vater ist.“ meinte sie leise. „Ja… ich weiß. Aber ich hoffe inständig, das die Vaterliebe nicht ganz tot ist und ausreicht um Ben zu retten.“ kam von Semir.


    Ben versuchte weiterhin die Fesseln zu lösen. Er spürte den Hunger. Wie spät war es wohl? Semir würde ihn suchen, das wusste er genau. Er würde seinen Vater aufsuchen und um das Geld betteln. Ben hasste es. Aber er würde es verstehen. Der Staat würde nichts für ihn zahlen. Sein Vater so glaubte er, ebenfalls nicht. Nicht dass er geizig wäre. Nein sein Vater war sehr großzügig, aber Ben hatte etwas Probleme damit, was sein Vater als Wiedergutmachung verlangen würde. Als Preis dafür, dass er sein Geld an Verbrecher gegeben hatte um seinem Sohn das Leben zu retten. Er konnte nicht einmal um Hilfe rufen. Ein Knebel hinderte ihn daran. Aber vermutlich hätte ihn eh niemand gehört. Es schien doch so, dass sich die Männer, die ihn entführt hatten einen sehr genauen Plan zu Recht gelegt hatten. Ben wusste nicht wo er war. Das einzige was er deutlich sehen konnte ist, dass er sich in keiner Wohnung befand. Ein paar Lüftungsschlitze verschafften ihm frischen Sauerstoff. Der Raum, falls es einer war, klang hohl. Wie aus Stahl. Dann nach ziemlich langer Zeit hörte er wie die Türen geöffnet wurden. Ben spannte sich und versuchte zu erkennen wer dort kam. Nur wenig später stand sein Entführer vor ihm und zog das Klebeband runter. „So… Essenzeit. Sei brav und es passiert nichts, klar?“ fragte ihn der Mann. Ben nickte. Wie sollte er sich auch gegen den Mann wehren, wenn die Hände auf dem Rücken gefesselt waren. Doch nun machte der Mann auch die Handfesseln los. Die Beine blieben zusammengebunden. „Hast du eigentlich auch Handschellen dabei?“ wollte der Mann wissen. „nein…“ sagte Ben leise. „Schade… wäre vielleicht bequemer für dich gewesen. So muss ich dich nach dem Essen wieder verschnüren.“ lachte sein Entführer.

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  • Semir und Anna kamen in der PAST an. Er ging zu Susanne. „Überwache mein Handy und meinen Anschluss hier. Ich muss wissen, wer mich von wo anruft.“ befahl er. Susanne nickte. Sie hatte gelernt nicht nach dem Warum und Wieso zu fragen, wenn Semir oder Ben was wollten. Sie tat es. Sie sah auch, das Semir vor Sorge verging. „Was ist mit Ben passiert?“ fragte Melanie nun, die sich nicht so auskannte. Semir sah sie an. „nichts.“ behauptete er. Susanne warf einen warnenden Blick auf Melanie und versuchte ihr zu erklären, dass es besser wäre, wenn sie nicht weiter fragen könnte. Melanie schien zu verstehen. Semir ging in sein Büro. Susanne kam hinterher. „Die Überwachung läuft. Was ist passiert?“ fragte sie vorsichtig. Semir sah sie an. „Ben… er ist entführt worden. Die Erpresser verlangen fünf Millionen Lösegeld.“ erzählte er. Susanne nickte. „Was ist mit seinem Vater. Der hat doch genügend Geld.“ meinte sie darauf. „ich weiß. Ich habe mit ihm gesprochen. Er will es sich überlegen.“ kam verbittert von Semir. Melanie stand im Türrahmen. Sie hörte es als Semir sagte, dass Ben entführt wurde. Auch wenn sie noch sehr jung war, sah sie das Semir die Sorge um seinen Partner auffraß. „kann ich irgendwas tun?“ fragte sie vorsichtig. Semir schüttelte den Kopf. Susanne nahm Melanie mit raus.


    Melanie fuhr gegen sechs nach hause. Sie wollte sich ausruhen. Doch kaum war sie in der Wohnung rief Oliver sie an. „Hast du Zeit zu mir zu kommen?“ fragte er. Melanie sah zu ihrer Mutter und diese nickte. „Ja… ich komme gleich. Muss nur erst was essen.“ Sagte sie und legte auf. „Hey.. du siehst irgendwie anders aus. Ist was auf der Dienststelle passiert?“ wollte Janine wissen. Melanie nickte. „Ja… aber ich darf nicht darüber sprechen.“ sagte sie. Janine nickte. Sie nahm ihre Tochter in den Arm. „Es bleibt in der Familie. Das weißt du doch.“ versprach sie. „Nein… Mama es geht wirklich nicht. Ich muss Stillschweigen bewahren. Bitte versteh mich.“ versuchte Melanie ihre Mutter zu überzeugen. Janine holte tief Luft. „also gut.. ich dränge dich nicht. Willst du zu Oliver?“ fragte sie nach. Melanie nickte. „ich will mit ihm auf die Kirmes gehen. Ich brauche die Ablenkung.“ meinte sie nur. Janine nickte. Sie wusste genau, dass sie ihre Tochter nicht halten konnte. Sie wusste auch, dass Melanie niemals Polizistin sein wird. Sie war genau wie ihre Mutter und wollte was mit Kindern machen. Janine selbst war Kinderkrankenschwester. Melanie aß kurz etwas und fuhr dann zu ihrem Freund.

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  • „Oliver! Holst du mal ein paar Flaschen Wasser? Ich hab nichts mehr. Aber Thomas kommt gleich und bringt Bier mit.“ rief Mark aus seinem Zimmer. „Melanie kommt doch gleich.“ maulte Oliver zurück. „Na ist doch egal. Die Kleine wartet im Wohnzimmer und gut ist. Man der Markt ist doch nicht weit“ kam von Mark. „Nee.. nur ne halbe Stunde mit der Bahn. Aber gut… ich brauche eh was. Gib mir die Kohle und bin weg.“ meinte Oliver dann, als er sah, dass nichts Süßes mehr da war. Mark gab ihm zwanzig Euro und Oliver verschwand. Nur zehn Minuten später war Thomas da. „Mein Bruder ist los was zu trinken holen.“ meinte Mark und ging erneut zur Tür. Melanie kam ebenfalls herein. „Oli kommt gleich. Kannst ja schon mal in sein Zimmer gehen.“ meinte Mark nur. Melanie nickte und ging ins Zimmer. Mark ging zu Thomas. Doch es war ihr zu langweilig und sie wollte ins Wohnzimmer Fernsehen. Dazu musste sie am Zimmer von Mark vorbei in dem er und Thomas saßen. „… dem geht es gut. Aber ich befürchte dass er kurz über lang die Probleme bereitet, die ein Bulle so machen kann. Er meinte nämlich, dass sein Vater nichts zahlen wird. Na mal sehen, was der Kollege macht. Wir müssen uns morgen mal bei ihm melden und dann hören was er uns erzählen will. Vermutlich will er mit seinem Partner sprechen. Wir sollten es auf jeden Fall gestatten. Und dann werden wir ihm drohen… Wenn es nicht hilft, dann bekommt er den kleinen Finger zugeschickt.“ hörte sie Mark lachen. Melanie ging weiter. Sie maß dem Gespräch zunächst keine Wichtigkeit zu. Nur wenig später war Oliver da und der Tag ging viel zu schnell zu Ende.


    Am nächsten Morgen kam Melanie wieder ins Büro. Semir saß bereits am Schreibtisch. Von Ben fehlte jede Spur. Melanie ging zu ihm. „Wo ist denn Ben?“ fragte sie direkt. Semir erschrak. „Melanie… Ben ist krank. Er hat… Fieber… ja… Fieber…“ meinte er nachdenklich. „OH… das tut mir leid. Darf ich Sie etwas fragen?“ wollte Melanie wissen, die sonderbarer Weise wieder an das Gespräch dachte, was sie gestern von Mark mitbekam. „Melanie… ich habe andere Sorgen. Bitte jetzt nicht.“ kam von Semir. Melanie nickte. Vermutlich waren ihre Gedanken nicht so wichtig. Das Handy von Semir klingelte. „Ja…!“ meldete er sich knapp. Melanie blieb im Rahmen stehen. Semir kümmerte sich nicht darum. „Hören Sie… ich brauche mehr Zeit. Ich habe es noch nicht… nein… warten Sie…Hallo…? Hallo???“ hörte sie ihn reden. Scheinbar hatte der Anrufer wieder aufgelegt. Sie sah ihn an. „Probleme?“ wollte sie wissen. „Nein… alles im Grünen Bereich.“ erklärte Semir und rannte zu Anna. Melanie sah ihn fragend hinterher. Susanne kam ebenfalls an. „Guten Morgen. Ist schon wieder viel los, was?“ versuchte sie Melanie abzulenken. „Ja… Semir… er ist ziemlich nervös.“ meinte sie. Susanne sah Semir im Büro von Anna stehen und wild mit den Armen gestikulieren. „Kann schon sein. Aber sicher nichts Schlimmes.“ meinte sie nur. Melanie sah sie an. „Ja ich denke auch. Aber scheinbar bin ich heute auch wieder im Büro, was. Ben ist ja krank und Semir scheint mich überhaupt nicht wahr zu nehmen.“ kam klagend von Melanie, die irgendwie nicht richtig verstand, was ablief. „Nun ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass du heute mal mit Hotte und Dieter, also ich meine Herrn Herzberger und Herrn Bonrath auf Streife gehen kannst. Ist sicher auch was wert.“ gab Susanne zu verstehen. Melanie nickte.

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  • Ben setzte sich auf. Er spürte jeden Knochen weil er bereits seit zwei Tagen hier in diesem Raum saß. Keine Matratze, nichts weiches. Er spürte Kälte. Nach dem letzten Besuch seiner Entführer wurden seine Hände vorn zusammen gebunden und anschließend an einer Öse an der Wand befestigt. Er hatte gehofft, wenn der Mann wieder ging, dass er die Knoten mit Hilfe seiner Zähne lösen konnte, doch scheinbar ahnte sein Entführer, was in seinem Kopf vorging und verklebte den Mund sowie die Finger mit jeder Menge Klebeband, damit er sich weder das vom Mund reißen konnte, noch sonst auf dumme Ideen kam. Er war verdammt dazu, einfach darauf zu warten, bis man ihn befreite. Es war jetzt Herbst und die Nächte waren manchmal ziemlich kalt. Wie lange sollte er hier bleiben?, fragte er sich. Das die Leute Geld wollten wusste er. Fünf Millionen. Für seinen Vater war das eine relativ kleine Summe, doch Ben wusste auch, dass wenn er gezahlt hatte, es keine Garantie dafür gab, dass er wirklich frei gelassen würde. Bisher hatte er seine Entführer nur maskiert gesehen. Er dachte an seine Kindheit. Wie oft hatte sein Vater dort Angst, dass einer seiner Söhne entführt werden könnte. Immer wieder wurden er und Jo darauf hingewiesen, vorsichtig zu sein. Sie wurden zur Schule gebracht und abgeholt. Ben hatte sie daran gewöhnt und für ihn und Jo war es normal. Er hörte die Tür aufmachen und sah wie ein Mann zu ihm kam. „So… wir müssen deinem Bullenfreund noch einmal eine Nachricht zukommen lassen. Ist etwas lahm der gute…“ lachte ihn der Mann an und zog das Klebeband vom Mund. Dann wurde ihm das Handy ans Ohr gedrückt. „Kein falsches Wort, klar?“ fragte der Mann ihn drohend. Ben nickte und wartete darauf bis sich jemand meldete.


    „Chefin… die Zeit drängt…“ flehte Semir als sein Handy klingelte. „Ja?“ fragte er. „Semir…Ich lebe noch…“ kam leise von Ben. „Ben!!! Wo bist du?“ fragte Semir unsinniger Weise. „Hör genau zu. Heute Nachmittag am Rastplatz Eifeltor. Nur du! Wenn du dich nicht an die Anweisung hältst bekommst du den kleinen Finger und anschließend kannst du deinen Freund hier sonst wo suchen.“ warnte ihn ein Mann. „Wann genau?“ fragte Semir. „Ich melde mich noch mal.“ kam von dem Mann und dann beendete er das Gespräch. „Hören Sie… ich möchte… Hallo?“ Semir sah Anna an. „aufgelegt…“ stieß er verzweifelt aus. Anna versuchte ihn zu beruhigen. „Wie ging es Ben?“ wollte sie wissen. „Er hörte sich nicht gerade glücklich an, aber er lebt. Chefin… wir müssen Jäger noch einmal bearbeiten. Wir brauchen das Geld… die Kerle scheinen keine Skrupel zu kennen.“ flehte er regelrecht. „Sie brauchen mich nicht zu drängen.“ kam hinter ihm. Semir drehte sich um. Konrad Jäger stand im Türrahmen und hielt zwei Koffer in den Händen. „Hier ist das Geld. Bringen Sie mir meinen Sohn lebend zurück.“ bat er Semir. Dieser nickte nur „Ich werde mein Bestes geben.“ versprach er.

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  • Dieter und Hotte hatte tatsächlich Melanie mitgenommen. Doch wie es so bei älteren Menschen ist, vergaßen sie schnell dass sie nicht allein im Wagen waren. „Ben müsste hier irgendwo stecken. Wenn wir nur wüssten wo wir suchen könnten. Ich meine nichts spricht dafür, das seine Entführer ihn in Köln versteckt haben, oder?“ fragte Hotte und biss in sein Brötchen. Melanie horchte auf. „Herr Jäger wurde entführt? Aber Semir sagte doch, das er krank ist.“ fragte sie verwirrt. Hotte sah Dieter erschrocken an. „Ähm… ja… er ist krank… wir haben nur… also es war nur…“ stammelte Hotte. Melanie sah ihn warnend an. „Herr Herzberger? Ich weiß dass ich in Ihren Augen nur ein Kind bin, aber ich habe direkt gespürt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Wurde er wirklich entführt?“ wollte sie wissen. Hotte sah zu Dieter und dieser nickte. „Ja… er ist seit zwei Tagen in Händen von gemeinen Verbrechern. Sie verlangen fünf Millionen Euro Lösegeld. Geld was niemand aufbringen kann.“ erklärte Dieter. Melanie sah ihn an. „aber sein Vater ist doch reich. Ich meine er kann doch…“ kam von ihr. Dieter nickte. „Ja er könnte… aber scheinbar will er das nicht.“ ging es bei ihm weiter. „Ja aber er ist doch der Vater…. Ich meine…ich versteh das nicht…“ sagte Melanie. „Melanie… versprich uns, dass du Semir nichts verrätst. Wenn er nämlich erfährt, dass du von uns erfahren hast, was mit Ben ist, dann… dann…“ verzweifelt versuchte Hotte etwas zu erfinden, was Semir mit ihm tun würde, wenn dies herauskam. Melanie nickte. „Ja sicher… ich sage nichts…“ bekräftigte sie und sofort dachte sie wieder an das Gespräch von Mark was sie zufällig mitbekommen hatte. Sie versuchte sich an den Wortlaut zu erinnern. War es möglich, das Mark der Entführer war? Sprach er nicht von einem Bullen? Sie wollte sobald sie zurück in der PAST war mit Semir darüber sprechen.


    Eine Stunde später saß sie bei Semir im Büro, der aufgeregt hin und her lieb. „Semir, darf ich Sie was fragen?“ fing Melanie an. Semir sah sie an und nickte. „Ja sicher…!“ meinte er nur. „Wenn Sie als Polizist ein Gespräch mitbekämen, was nicht für Ihre Ohren bestimmt war, aber vermutlich ein Verbrechen ist, was würden Sie machen?“ stellte Melanie ihre Frage. Semir sah sie an. „Nun es kommt drauf an, um was es geht.“ meinte er freundlich. „Ja also es ist folgendes…“ erklärte Melanie weiter, als das Handy klingelte. „Augenblick!“ bat Semir und meldete sich. „In zwei Stunden. Rastplatz Eifeltor. Komm allein!“ sagte der Anrufer und beendete ohne die Antwort abzuwarten. Semir steckte sein Handy ein. „… also ich hab mitbekommen, als der Bruder meines Freundes…“ ging es bei Melanie weiter. Semir sah sie an. „Sorry… aber wir müssen es auf später schieben. Ich muss leider weg.“ bat Semir. Melanie sah ihn an. „aber vielleicht ist es wichtig…“ begehrte sie auf. „Melanie… ich habe jetzt keine Zeit. Später okay?“ fragte Semir. Melanie nickte ergeben. „Später“ sagte sie. Semir verschwand. Melanie sah wie er mit zwei Koffern zum Wagen ging und lief hinterher. „Kann ich mit?“ wollte sie wissen. Semir sah sie wütend an. „Nein. Ich fahre nicht zu einem Kindergeburtstag. Du bleibst hier!“ brüllte er, stieg ein und ließ eine ziemlich verwirrte Melanie auf dem Parkplatz stehen.

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  • Semir fuhr zum Rastplatz. Er hielt sich an die Forderung und stand allein dort. Auch Anna hatte den Einsatz ohne SEK gestattet, verlangte jedoch, dass er einen Sender trug um zu verfolgen wo er sich befand. Die Zeit verging, doch niemand tauchte auf. Er wartete drei Stunden. Niemand kam. Dann erschien eine Frau aus der Raststätte. „Sind Sie Gerkhan, von der Polizei?“ fragte sie. Semir nickte „Ich habe eine Nachricht für Sie.“ meinte die Frau und gab ihm einen Zettel. Dann drehte sie um und wollte wieder weg. „Moment! Wer hat Ihnen den Zettel gegeben?“ wollte Semir wissen. „Ein Gast. Er meinte Sie würden darauf warten aber ich dürfte ihn nicht vor vier Uhr an Sie weitergeben.“ erklärte die Frau. „Wie sah der Mann aus?“ ging die Fragerei von Semir weiter. „OH… ähm… er war groß. So ungefähr 180 cm…. Glaub ich. Er hatte dunkle Haare und braune Augen. Mehr weiß ich leider nicht. Ein Mann wie viele eben.“ lächelte sie ihn an. Semir nickte und bedankte sich. Er meldete sich per Funk. „Chefin… die haben mich gelinkt. Vermutlich war das ein Test, ob ich wirklich allein komme.“ gab er durch. „Kommen Sie zurück Semir. Ich denke nicht, das heute noch etwas passiert.“ befahl Anna. Semir fuhr zurück. Es war bereits fünf und Melanie war nach Hause. Doch das Gespräch hatte er eh vergessen. Erneut klingelte sein Handy. „Nun das war die Generalprobe. Du bist sehr brav. Keine Leute mitgebracht. Ich melde mich in zwei Tagen.“ gab der Anrufer durch und beendete direkt.


    Melanie saß zuhause. Sie verstand ja, das Semir sich Sorgen um seinen Freund und Partner machte. Aber wieso konnte der Mann nicht zuhören. Janine kam herein und sah natürlich, das ihre Tochter Kummer hatte. „Was ist denn mit dir?“ wollte sie wissen. „Was? Nichts… ist alles okay. Mama… wenn du jemanden etwas Wichtiges sagen willst, aber derjenige dem es etwas angeht nicht zuhört, weil er selbst große Sorgen hat. Wie würdest du es angehen, um ihm zu zeigen, dass es wirklich wichtig ist?“ fragte Melanie. Janine lachte leise. „Nun… ich würde ihm zeigen, dass es wichtig ist. Geht es um Oliver?“ stellte sie die Gegenfrage. „Nein… aber vermutlich hat sein Bruder damit zu tun. Wie meinst du… ihm zeigen dass es wichtig ist?“ wollte Melanie weiter wissen. „Nun ja… wie gesagt, es kommt darauf an, wie wichtig es ist. Wenn er es zum Beispiel als Quatsch ansehen würde, dann würde ich anfangen Beweise zu sammeln…“ Janine lachte auf einmal auf. „Ich bin eben mit einem Sohn von einem Polizisten zusammen.“ erklärte sie leicht. Doch sie ahnte nicht, dass sie Melanie damit einen Tipp gab, der sich als sehr gefährlich herausstellen sollte. Melanie nahm ihre Jacke und gab ihrer Mutter einen Kuss. „Danke… du hast mir sehr geholfen.“ sagte sie und verschwand. Janine sah ihrer Tochter kopfschüttelnd nach.

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