Das Ende einer Rache

  • So damit ihr euch nicht lanweilt... bei dem schönen Wetter....


    Nach Toms erfolgreichen und gleichzeitig recht aufreibenden Einstieg bei der Autobahnpolizei ging es mit dem normalen Alltag weiter. Semir und Tom verstanden sich blendend und Semir schien den Tod von André zu akzeptieren. Auch wenn es bisher keine Leiche gab, musste man davon ausgehen, dass André gestorben ist. Anna war mit der Entwicklung zwischen den beiden Beamten sehr zufrieden. Das einzige was sie vermisste waren die Berichte, die von André sehr pünktlich auf dem Tisch lagen. Bei Semir war sie es gewohnt diese eher monatlich zu sehen und Tom schien diese Art zu übernehmen. Doch noch wollte sie nichts dazu sagen. Die beiden machten ihre Tour über die Autobahn und waren oft auch in der Freizeit zusammen. Sie war sehr froh, das Semir die Trauer über Andrés Tod gut überwunden hatte, wofür sicher auch die Beziehung zwischen Andrea und Semir, die Anna nicht verborgen blieb, beitrug. Anna sah auf die Uhr. Es war Zeit auch mal für eine Stunde das Büro zu verlassen. Den Kopf freibekommen... dachte sie und fuhr nach Köln. Sie wollte sich mit ihrer Freundin zum Essen treffen und als sie in ihr Geldbörse sah, musste sie feststellen, dass sie leer war. Sie fuhr an die Bank, um sich am Automaten Geld zu holen. Dabei fiel ihr Blick in die Bankräume und sie sah, wie zwei Bewaffnete die Angestellte, die anscheinend allein in der Schalterhalle waren, bedrohten. Anna zog ihr Handy und rief die Kollegen an. „Überfall der Sparkasse an der Ringsdorfer Str. Zwei bewaffnete Personen. Semir ich brauche Sie hier!“ sagte sie. „Wir sind schon unterwegs!“ kam als Antwort. Anna sah in den Schalterraum.


    Nur wenig später waren Tom und Semir vor der Bank. Anna sah ihnen entgegen. „Die Nachbarschaft hier hat ebenfalls die Kollegen informiert, bevor ich kam. Das SEK ist vor Ort. Ich habe nach Absprache mit dem eigentlichen zuständigen Beamten die Einsatzleitung übernommen, weil ich die Dienstälteste bin. Auch wenn es nicht in unserer Zuständigkeit liegt. Die Bankräuber, so wie es aussieht, sind zu zweit und haben zwei Angestellte als Geiseln in der Bank. Als sie mitbekommen haben, dass die Polizei anrückte, haben sie sich verschanzt und drohen damit die Geiseln zu erschießen.“ klärte sie die Beiden auf. Semir sah kurz hin. „Also stehen wir bereits in Verbindung.“ Stellte er fest und Anna nickte. „Ja... allerdings sind die für keinerlei Verhandlungen bereit. Sie wollen einen Fluchtwagen mit Fahrer.“ sagte sie. „Mit Fahrer? Sind wir hier auf einem Wunschkonzert?“ fragte Semir. „Wir sind in einer schlechteren Position. Mein Vorschlag daher Sie, Semir fahren den Fluchtwagen. Tom und ich hängen uns ran und folgen in sicherem Abstand. Sobald möglich greifen wir zu.“ erklärte Anna. Semir sah Tom kurz an und nickte dann. „Gut... wie viel Zeit haben wir noch?“ wollte er wissen. Anna sah auf die Uhr. „Eine knappe halbe Stunde.“ sagte sie. „Präparieren wir den Wagen mit einem Peilsender?“ fragte Semir und Anna nickte. „Hartmut ist bereits dabei. Ach, Sie dürfen natürlich keine Waffe tragen.“ meinte sie noch und hielt Semir die Hand hin. Er lachte auf. „Aber ich darf die Hosen anbehalten, ja?“ fragte er. Anna nickte. „Was ist mit den Geiseln?“ wollte Tom wissen. „Die wollen sie hier lassen, sobald sie im Wagen sitzen“ In Annas Stimme klangen Zweifel mit.


    Hartmut kam zu ihr. „Ich bin fertig. Der Sender ist unter dem Auspuff angebracht. Wir haben einen Radius von maximal fünfzig Kilometer.“ erklärte er stolz. Anna nickte. „Gut Semir... dann machen Sie sich auf den Weg. Sie müssen den Wagen direkt vor der Bank parken, Türen zur Bankseite öffnen. Sie selbst mit erhobenen Händen an der Fahrertür stehen.“ Semir nickte. Ihm war etwas mulmig zu Mute. Er wusste nicht, mit wem er es zu tun bekam. Aber er sah auch ein, das Tom für diese Sache nicht geeignet war. Zumindest dachte die Chefin so. Also stieg er in den BMW und fuhr vor die Bank. Er stieg aus und öffnete die Türen zur Bankseite. Dann stellte er sich mit erhobenen Händen an die Fahrerseite. Nur kurz darauf ging die Tür der Bank auf und die Räuber kamen mit den zwei Geiseln raus. Semir sah ihnen entgegen. „Einsteigen!“ brüllte ihn einer der Bankräuber an. „Okay... ganz ruhig. Wir tun was Sie verlangen. Lassen Sie die Geiseln hier!“ forderte er den Räuber auf gelassen und ruhig zu bleiben und stieg langsam ein. Auf der Rückbank nahm der zweite Räuber platz. Semir sah anhand der Bewegungen, dass es sich um eine Frau handelte. Der erste nickte ihr zu und sie stieß die Angestellte von sich. Die Frau stürzte und blieb am Boden liegen. Dann stieg auch der Zweite ein. Auch die zweite Geisel wurde zu Boden gestoßen. Semir spürte direkt den Waffenlauf im Nacken. „Abfahren!“ kam der Befehl.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
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    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D

  • Anna wartete bis der BMW abgefahren war. Dann lief sie mit Tom zu den beiden Geiseln und half ihnen hoch. „Sind Sie in Ordnung?“ fragte sie. Die Angestellte sah sie an und fing an heftig zu weinen. Sie schüttelte den Kopf. Sofort war ein Arzt zur Stelle und brachte die Frau weg. Auch die zweite Geisel war in dieser Verfassung. „Die sind fürs Erste vernehmungsunfähig.“ erklärte der Arzt und fuhr mit den beiden Frauen ab. Tom holte seinen Wagen und sah sie an. „Wir sollten so langsam anfangen hinterher zu fahren.“ ermahnte er sie. Anna nickte und stieg ein. Hartmut saß hinten und hatte den Empfänger des Senders auf dem Schoß. „So... es geht erst einmal gen Norden... sie sind gerade auf die A4 gefahren.“ erklärte er. „Dann mal los. Wir dürfen sie nicht verlieren.“ Tom drückte das Gaspedal durch. Nur einige Minuten später meldete Hartmut sich zu Wort. „Tom... etwas mehr Abstand. Wir sind ja fast bei denen im Kofferraum.“ sagte er. Tom sah auf die Straße. „Übertreib nicht. Ich sehe den Wagen gar nicht.“ meinte er nur. Hartmut grinste leicht. „War nur ein Scherz. Sie sind ziemlich dicht vor uns. Vermutlich stehen die im Stau.“


    Semir sah auf den Verkehr. Es ging nur zäh voran. Immerhin war heute Donnerstag und ein langes Wochenende stand vor der Tür. Viele fuhren in einen Kurzurlaub und entsprechend stark war die Straße befahren. „Mann gib endlich Gas!“ fluchte der Mann hinter ihm nervös. „Die Straßen sind dicht, schon mal bemerkt?“ gab Semir zähneknirschend zurück. „Dann mach dein Blaulicht an! Damit kommen wir durch. Los doch!“ befahl der Mann, der ihn bedrohte. Er stieß den Lauf der Waffe schmerzhaft in Semirs Seite. Dieser tat was der Mann verlangte und tatsächlich machten die Fahrzeuge dem BMW platz. Das ist einer der Momente, wo ich meinen Beruf verfluche, dachte Semir bei sich. „Los! Gib Gas, verdammt!“ kam wütend von der Frau hinten. „Ja doch!“ stieß Semir aus und trat das Pedal durch. Er wusste genau, dass damit die Chance vertan war, dass Anna und Tom schnell zugreifen konnten, denn wenn sie ebenfalls Blaulicht und Martinshorn einsetzten, dann waren die Bankräuber informiert.


    „Ähm... Tom... die bekommen gerade einen verdammt großen Abstand zu uns“ sagte Hartmut plötzlich. „Was? Wieso denn?“ fragte er verwundert. „Nun ich denke er fährt mit Blaulicht und Sirene. Dann müssen die anderen Fahrzeuge Platz machen und so sieht es derzeit aus. Wir können ihnen aber nicht auf der gleichen Art verfolgen weil wir dann auffallen.“ erklärte Hartmut allwissend. Anna sah Tom entsetzt an. „Wir müssen auf jeden Fall dranbleiben.“ mahnte sie. Tom nickte und zog auf den Standstreifen. So fuhr er an dem vor sich stockenden Verkehr vorbei. „Ich hoffe nur, dass Sie ein gutes Wort für mich einlegen, falls ich angehalten werde.“ meinte Tom zu Anna. Sie nickte nur und hielt sich am Haltegriff fest. „Darüber machen Sie sich jetzt mal keine Gedanken, Tom. Wir haben Sonderrechte und die nutzen wir kurz aus.“ Erklärte sie. Tom sah die anderen Fahrer freundlich an. Einer der stehenden Wagen tat es ihm nach, allerdings wurde dieser kurz darauf von uniformierten Kollegen angehalten.

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  • „Wir müssen endlich weg. Mensch die kriegen uns doch. Was machen wir denn mit dem hier?“ kam von der Frau auf der Rückbank. Semir sah kurz in den Rückspiegel und sah, dass die Frau extrem nervös war. Somit war sie vermutlich gefährlicher als er. Sie könnte den Mann sicher auch überreden wer weiß was zu machen. Mich würde es auch interessieren, was ihr mit mir vorhabt, dachte er nur. „Wir werden ihn gleich abstoßen, wenn du willst.“ gab der zweite ziemlich zynisch zu. Semir sah ihn kurz an. „Wo wollt ihr hin?“ fragte er. Doch die Beiden sagten nichts. Semir sah auf die Straße. „Hey… ich muss schon wissen, wo ihr hinwollt. Vielleicht reicht die Tankfüllung ja nicht aus.“ kam erneut die Frage von ihm. „Halt dein Maul und fahr!“ schrie ihn der Mann an. Er war wütend. „Mensch du kannst doch nicht so einfach mal eben durch die Gegend fahren, was wenn die… hey… die sind sicher hinter uns. Vielleicht haben die uns einen Sender an den Wagen gepappt und folgen uns.“ gab die Frau zu bedenken und Semir schien so als würde die Frau hysterisch werden. Und Semir beobachtete die Situation mit ziemlich gemischten Gefühlen.


    „Ist das so?“ fragte der Mann und sah Semir warnend an. Semir antwortete nicht. „Keine Antwort ist auch ne Antwort. Also hat mein Komplize Recht. Gut... damit ist dein Verbleib auf jeden Fall geklärt. Du kannst dir doch wohl vorstellen, dass ich mich nicht so einfach übers Ohr hauen lasse, oder?“ fragte er Semir, der seinen Gedanken nachhing. „Hey! Ich hab dich was gefragt!“ fauchte er ihn an und stieß erneut den Waffenlauf in Semirs Seite. „Ich fahre den Wagen nur. Schon vergessen. Nur ein kleiner Angestellter“ verteidigte Semir sich knurrend. Der Mann neben ihn lachte verächtlich auf. „Du bist wohl ein ganz Schlauer was?“ kam die Frage von der Frau. Sie nahm die Waffe und presste sie Semir in den Nacken. „Was würdest du denn tun, wenn ich abdrücke?“ fragte sie lauernd. „Wenn Sie bei unserem derzeitigen Tempo abdrücken, würden Sie nicht sehr viel länger leben, als ich.“ gab Semir ziemlich kaltschnäuzig zurück.

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  • Tom holte immer mehr auf. Endlich sah er Semirs Wagen vor sich. „Da ist er…“ sagte er sehr konzentriert. Anna zog ihre Waffe. „Gut… dann versuchen Sie dran zu bleiben. Semir weiß dass wir alles unternehmen um ihn rauszuholen. Gut… Tom fahren Sie nach Möglichkeit dicht auf. Ich versuche die Reifen zu treffen.“ erklärte Anna und überprüfte die Waffe. Tom nickte. Er wusste genau, das Semir sicher nicht die Herrschaft über den Wagen verlieren würde, dazu wurde dieser Ernstfall zu oft geschult. Anna zielte und traf sofort. Der Wagen geriet ins Schleudern, doch Semir bekam ihn wieder unter Kontrolle. „Chefin.. wir müssen auf jeden Fall verhindern, dass sie Semir als Geisel benutzen können.“ warnte Tom sie. Anna nickte. „Sobald er anhält greifen wir ein.“ gab sie zurück und drückte ab. Wie geplant traf sie den Reifen und der Wagen brach kurz aus. Doch der Fahrer bekam die Kontrolle zurück.


    Als der Wagen ausbrach erschrak Semir leicht, doch schnell bekam er wieder die Oberhand. Dafür gerieten seine Fahrgäste in Panik. Der Mann zog seine Maske runter und stieß ihm die Waffe in die Seite. Semir stöhnte kurz auf. „Sieh zu, dass du von den Kollegen wegkommst. Na los!!“ brüllte er ihn an. „Der Reifen ist platt. Ich kann…“ Semir stockte. Er hörte wie der Mann den Hahn spannte. „Fahr auf den Rastplatz! Los doch!“ befahl er hektisch. Semir nickte und tat was der Mann verlangte. Kaum stand er stieg die Frau aus und öffnete die Fahrertür. Nun hatte auch sie eine Waffe in der Hand und richte diese auf Semir. Semir wagte sich nicht zu rühren. „Hören Sie…“ fing er an. „Halt dein verdammtes Maul. Für dich ist hier Endstation.“ keifte sie und Semir hatte den Eindruck, dass sei auf jeden Fall abdrücken wird. Langsam sah er wie sie den Hahn spannte. Ihr Finger krümmte sich.

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  • Anna sah die Frau, erkannte und legte auf sie an. Dann drückte sie ab. Die Frau ging in die Knie. „NEIN!! JANA!!“ hörte sie einen Mann schreien. Schon stand er bei ihr und fing sie auf. „NEIN!“ schrie er verzweifelt und weinte. Anna und Tom sprangen aus den Wagen und nahmen ihn fest. Anna sah auf die Frau. Sie war tot. „Ich werde euch kriegen! Ihr verdammten Mörder!! Ihr verdammten Mörder!!“ schrie der Komplize als Tom ihm die Handschellen anlegte. „Ich werde euch alle umbringen! Lasst mich zu ihr!! Lasst mich!“ schrie der Mann und die Stimme ging in ein regelrecht hysterischem Wimmern unter. Anna ging zu Semir. „Sind Sie in Ordnung?“ fragte sie besorgt. Semir sah sie an und nickte. „Ja… danke Chefin… danke“ kam leise von ihm. Erst jetzt bemerkte er, dass seine Hände stark zitterten.


    Einige Monate später wurde Nikolas Stolkoff zu vier Jahren Haft verurteilt. Für Tom, Semir und Anna verlief die Verhandlung im ruhigen Rahmen. Stolkoff schwor allen drei Rache für den „Mord“ an seiner Frau. Der Richter beobachtete ihn argwöhnisch. Doch alle, auch Anna und ihre Beamten nahmen die Drohungen von Stolkoff nicht ernst. Der Richter sah es als Verarbeitung des Schmerzes über den Tod seiner Frau. Doch er sah die Schuld der Frau ebenfalls und die Rechtfertigung von Anna, die natürlich aussagen musste warum sie die Frau erschossen hatte. Es geschah einzig und allein aus Notwehr um den in Gefahr geratenen Beamten Semir Gerkhan zu helfen. Dieser bestätigte, dass Jana Stolkoff ihn erschießen wollte. Schon einige Wochen später waren die Gedanken an Stolkoff verschwunden. Der Alltag kehrte wieder ein. Keiner der Beteiligten dachte daran, dass Stolkoff seinen Racheschwur wahr machen würde.

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  • Am 28. April 2005 saß Anna sehr zeitig im Büro. Sie wollte noch etwas vorbereiten und dann zu einem Seminar fahren. Sie nahm ihre Tasse und trank einen Schluck Kaffee. Die ganze Nacht hatte sie Telefonterror über sich ergehen lassen müssen. Ständig klingelte es und jedes Mal wenn sie sich meldete, dann erklang nur ein Satz. „Du bist die Nächste“ dann legte der Anrufer auf. Das Telefon klingelte und sie meldete sich. „Engelhard!“ „Du bist die Nächste!!“ hörte sie eine verzerrte Stimme. „Wer ist denn da?“ fragte sie erstaunt. „Du bist die Nächste!“ wiederholte die Stimme. Anna legte mit einem Kopfschütteln auf. Doch nur wenige Augenblicke später klingelte es wieder. „Engelhard!“ sagte Anna erneut. „Du kannst dich nicht vor mir verstecken! Du bist die Nächste!“ hörte sie wieder die verzerrte Stimme. „Guter Mann… ich weiß nicht wer Sie sind, aber ich weiß dass ich mich garantiert nicht von Ihnen einschüchtern lasse!“ Anna knallte wütend den Hörer auf. „Spinner“ fluchte sie leise. Doch der Terror ging weiter. Anna wurde langsam wütend. Wieder klingelte das Telefon. „LASSEN SIE MICH ENDLICH IN RUHE!!“ brüllte Anna wütend ins Telefon. „Frau Engelhard? Was ist denn mit Ihnen los? Warum brüllen Sie mich so an?“ kam die Stimme von Staatsanwältin Schrankmann mit einem sehr erstaunten Unterton an ihr Ohr. Anna schloss die Augen. „Entschuldigung… Ich war nur… ich hatte…“ sagte Anna. „Schon gut… ich wollte Ihnen etwas Wichtiges mitteilen… es geht um einen Mann, den Sie vor einigen Jahren mal haben verhaften konnten. Dabei erschossen Sie seine Frau… Erinnern Sie sich?“ fragte Schrankmann. „Sie meinen aber nicht Stolkoff, oder?“ wollte Anna wissen. „Ganz genau. Er ist seit gestern auf freiem Fuß und ich muss Ihnen nicht sagen, was er geschworen hat, oder?“ kam von Schrankmann durchs Telefon. „Nein… ich denke das weiß ich noch sehr genau.“ Anna legte einfach auf.


    Tom und Semir kamen gegen acht ins Büro. Andrea saß bereits an ihrem Schreibtisch. „Guten Morgen Tom!“ begrüßte sie ihn stürmisch. Zu Semir sagte sie nichts. Tom warf Semir einen fragenden Blick zu, doch dieser zuckte nur mit den Schultern. Tom schüttelte den Kopf. „Morgen Andrea… alles klar?“ fragte er und grinste Semir an. „Ja sicher… bei mir schon. Ich lasse ja auch niemanden im Restaurant mit der Rechnung sitzen um einen Verkehrsrowdy zu verhaften.“ kam schnippisch von Andrea. Wieder warf sie einen wütenden Blick in Semirs Richtung, der sie traurig ansah. „Andrea… bitte. Das müssen doch nicht alle erfahren, oder? Ich gebe dir das Geld zurück. Verdammt… es war doch ein Notfall“ versuchte er sich zu entschuldigen. Doch bei Andrea stieß er damit auf taube Ohren. Sie war unglaublich stur. Tom sah sie an. „Andrea… ich muss Semir Recht geben. Es war wirklich ein Notfall… Sieh mal, der Typ hatte ein achtjähriges Mädchen in seiner Gewalt. Wenn wir nicht eingegriffen hätten, dann hätte er wer weiß was mit dem Mädchen angestellt. Es war nämlich ein gesuchter Pädofiler…“ Tom nickte wissend. Andrea bekam große Augen. „Wirklich? Das wusste ich nicht… Dann werde ich ein Auge zudrücken.“ sagte sie leise. Doch nun schaute Semir sie strafend an. „Ach ihm glaubst du und mir nicht?“ fragte er enttäuscht. Tom schob ihn in ihr Büro.

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  • „Also das fass ich ja wohl nicht. Genau das was du ihr gesagt hast, habe ich versucht zu erklären… sie hat mir nicht einmal zugehört…“ empörte sich Semir im Büro. Tom sah ihn nur an. „Du hast es vermutlich nicht so angefangen wie ich. Nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen… das geht nicht bei Frauen. Du musst es sanft erklären und vor allem musst du Dramatik reinsetzen. Kinder! Ja… das zieht immer.“ gab Tom zu. Semir lachte. „Ja ich hab es ja versucht. Hab auch den Pädofilen genommen, aber sie hat mir nicht geglaubt… hat mir einfach nicht geglaubt..“ Semir schüttelte zweifelnd den Kopf. Tom lachte. „Du hast es nur falsch erzählt. Das ist alles. So und nun zum Tageswerk.“ grinste er zufrieden. „Hast du eigentlich die Chefin gesehen? Die sitzt in ihrem Büro und ist noch gar nicht raus gekommen.“ wunderte Semir sich. Tom nickte. „Ja ist mir auch schon aufgefallen. Sonst hätte sie uns schon längst was gesagt.“ gab er zurück. Semir stand auf und ging zur Tür. „Wo willst du hin?“ wollte Tom wissen. „Na ich geh zur Chefin und frag was sie hat.“ erklärte Semir und verschwand.


    Anna erschrak als die Tür aufging. „Chefin?“ fragte Semir und steckte seinen Kopf durch die Tür. „Semir! Was gibt es denn?“ wollte Anna wissen und versuchte ihre Stimme so neutral wie möglich klingen zu lassen. „Das wollte ich gerade Sie fragen. Mir oder besser gesagt uns ist aufgefallen, dass Sie heute sehr ruhig sind und irgendwie anders und ich wollte fragen ob …“ gab er von sich. Anna lächelte. „Sie kennen mich gut. Wo ist Tom?“ fragte Anna. „Im Büro.“ gab Semir verwundert zur Antwort. „Holen Sie ihn bitte und dann erkläre ich was los ist.“ bat Anna. Semir nickte und verschwand kurz. Als alle drei zusammen saßen holte Anna tief Luft. „Semir… erinnern Sie sich an Nikolas Stolkoff?“ fragte sie. Semir dachte nach. „Also sofort sagt mir der Name jetzt nichts.“ gab er ehrlich zu. „Der Banküberfall mit Geiselnahmen Sie haben damals den Chauffeur gespielt Ein Gangsterpärchen Nikolas und Jana Stolkoff.“ erzählte sie weiter. Semir nickte langsam. „Das ist der Fall wo Sie die Frau erschossen haben, als sie mich töten wollte.“ kam nun leise von Semir. Er erinnerte sich plötzlich sehr genau. Auch Tom kam der Fall wieder hoch. „Klar… dieser Typ der uns bei der Verhaftung Rache geschworen hat.“ nickte er. Anna bejahte es. „Er ist seit gestern auf freiem Fuß und seit heute Morgen um sechs erhalte ich Drohanrufe. *du bist die Nächste*“ erzählte sie.

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  • „Die Nächste? Dann hat er bereits einmal zugeschlagen?“ wollte Semir erstaunt wissen. Anna zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Aber nach dem Wortlaut scheint es so.“ meinte sie nur. „Oder er schlägt in Kürze zu.“ dachte Tom laut nach. Anna sah ihn entsetzt an. „Dann müssen wir verdammt gut aufpassen. Die Frage ist nur, bei wem er anfangen wird.“ Tom nickte. „Nun ich denke uns drei wird er als erstes auf dem Kicker haben. Besonders Sie. Denn immerhin haben Sie seine Frau erschossen.“ erklärte er. „Ja stimmt schon. Aber ich musste doch was tun, weil sie sonst Semir erschossen hätte.“ verteidigte sie sich. Semir lächelte. „Ja… aber das sehen wir nur so. Wenn es nach Stolkoff geht, dann sind wir die Mörder. Haben wir einen Hinweis, dass es sich bei dem Anrufer um Stolkoff handelt? Es gibt sicher noch mehr, die sich an Sie rächen könnten oder?“ fragte er. Anna schüttelte den Kopf. „Sicher sind da mehr, aber als die Staatsanwältin mir heute Morgen mitteilte, das Stolkoff wieder auf freiem Fuß ist… nun ja. Ich bin mir sicher, dass er es war, der mich angerufen hat.“ gab sie mit fester Stimme zu.


    Semir stand auf. „Gut… dann stehen Sie ab sofort unter Polizeischutz.“ bestimmte er. Anna lachte auf. „Semir… er hat Sie auch auf dem Kicker und Tom. Wer soll mich beschützen? Sie etwa?“ fragte sie erstaunt. Semir nickte. „Warum denn nicht? Tom wird Sie nicht aus den Augen lassen, ich ermittle. So einfach ist das.“ meinte Semir und sah Tom an. Anna schüttelte den Kopf. „Er hat uns drei gleichermaßen gedroht. Also ist es wohl nicht gerade ratsam, wenn wir drei zusammen irgendwo sind und er uns auf einmal erledigen kann, oder was er sonst vorhat.“ meinte sie nur. Tom nickte. „Sie hat Recht. Du und ich sind genauso darin verwickelt.“ gab er zu. „Ja und was wollen wir machen? Däumchendrehen oder was? Also ich lass mich nicht wegsperren!“ begehrte Semir auf. „Das werden wir drei nicht machen, aber es ist klar, das keiner von uns allein unterwegs sein darf. Jeder bekommt einen Begleiter. Wir werden nicht gleichzeitig auf der Straße sein. Wir dürfen Stolkoff keinen Angriffspunkt geben.“ Annas Stimme klang fest. „Also gut…. dann würde ich sagen Sie, Chefin werden mit Hotte fahren. Tom mit Bonrath und ich…ich nehme Siggi.“ bestimmte Semir. Anna nickte. „Gut… und nun werden wir anfangen Stolkoff zu suchen. Aber erst trinke ich einen Kaffee“ sagte sie und stand auf.

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  • Nikolas Stolkoff saß in seinem Wohnzimmer und hielt ein Bild seiner Frau fest. „Dein Tod wird bald gerächt werden, meine Liebe. Schon bald wird die Täterin dafür zur Rechenschaft gezogen.“ sprach er zu dem Bild und streichelte das dort zu sehende Gesicht zärtlich. „Du fehlst mir so…“ er küsste das Bild zärtlich. Dann legte er das Bild auf den Tisch und nahm die Waffe. „Ich werde sie holen. Ich werde sie bekommen und dann werde ich sie töten. Todesstrafe für Anna Engelhard. Sie hat es verdient.“ Er nahm die Waffe vom Tisch und überprüfte sie. „weißt du..“ redete er weiter zu dem Bild. „Diese Frau hat alles zerstört. Sie hat dich getötet, sie hat unser Baby getötet und mich ins Gefängnis gebracht. Ich musste durch die Hölle gehen. Ich durfte nicht einmal zu deiner Beerdigung. Diese Frau hat den Tod verdient. Sie und ihre Helfer… Ich werde sie alle zur Strecke bringen. Alle! Hörst du, Jana ich hätte dir so viel geben können… so viel… Diese Frau hat alles zerstört. Sie wird dafür bluten. Und anfangen werde ich mit ihren Freunden. Sie wird genauso weinen wie ich es tat, als ich dich verlor.“ Tränen flossen über die Wangen.


    In der PAST war Andrea damit beschäftigt das Leben von Jana und Nikolas Stolkoff zu durchleuchten. Semir kam zu ihr. „Und hast du was gefunden?“ fragte er hoffnungsvoll. „Ja aber das ist nicht viel. Er wurde in der Ukraine geboren und ist mit drei von seinen Eltern nach Deutschland gebracht worden. Sie sind Deutsch-Russen und somit hatten sie ein Recht einzuwandern. Sein Vater ist vor knapp acht Jahren an Krebs gestorben. Seine Mutter hat kurz danach Selbstmord begangen. Er hat keine Ausbildung und heiratete vor sechs Jahren Jana Rüttgers. Vor fünf Jahren ist er erstmals aufgefallen, als er versucht hatte einer alten Dame die Handtasche zu klauen. Von da an ging es immer weiter mit ihm runter. Drogenmissbrauch, Körperverletzung und dann der Bankraub, wo seine Frau das Leben verlor.“ endete Andrea die Aufzählung. Semir nickte. „Ja…das hilft uns nicht viel. Haben wir eine Adresse wo er sich aufhalten könnte?“ fragte er weiter. „Ja… aber ob er wirklich da ist, ist mehr als fraglich. In der Heinemannstraße 64 in Köln-Ehrenfeld.“ sagte Andrea und hielt ihn ein Zettel hin. Semir griff danach, aber sie ließ ihn nicht los. „Pass bitte auf dich auf, ja?“ bat sie ängstlich. Semir lächelte und drückte ihr schnell einen Kuss auf. „Sicher doch…“ sagte er und verschwand mit Siggi und Atilla zu der Adresse.

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  • So hier der versprochene lange Teil, weil heute Samstag ist....


    Während Semir sich um den Wohnsitz von Stolkoff kümmerte wollte Tom die Verwandtschaft von Stolkoff durchleuchten. Von Andrea bekam er einige Namen und Adressen die er abklappern sollte. Er und Bonrath fuhren die Adressen ab und verhörten die dort lebenden Personen. Anna wollte sich mit der Staatsanwältin unterhalten und für alle Aktionen grünes Licht bekommen. So fuhr sie mit Hotte los. Schrankmann begrüßte sie freundlich. „Setzen Sie sich doch. Ich hoffe es war nicht der erste Schock, als ich Sie informierte, dass Stolkoff wieder auf freiem Fuß ist, der sie hergeführt hat.“ erklärte sie freundlich und schenkte Kaffee ein. Anna schüttelte den Kopf. „Nein das nicht. Aber ich habe bevor Sie angerufen haben, bereits einige Drohanrufe bekommen. Ich vermute es war Stolkoff. Es hörte sich zumindest so an. Frau Schrankmann, Sie wissen ja, dass er mir und meinen Beamten Gerkhan und Kranich Rache geschworen hat. Es ist sehr gut denkbar, dass er bei mir anfangen wird.“ sagte Anna leise. Schrankmann sah sie über den Rand ihrer Brille an. „Wie kann ich helfen?“ wollte sie wissen. Anna lächelte. „Das ist ganz einfach. Geben Sie uns grünes Licht für jede Aktion, die wir unternehmen um Stolkoff unschädlich zu machen. Mehr nicht.“ Schrankmann sah sie an. „Frau Engelhard? Aus welchem Grund wollen Sie Stolkoff festnehmen? Er hat seine Strafe abgesessen. Haben Sie Beweise, dass er es mit den Anrufen war?“ fragte sie.


    Anna lachte auf. „Wer sollte es denn sonst gewesen sein. Ich habe seine Stimme nicht erkannt, aber ich…“ erklärte sie. „Frau Engelhard… es ist nicht ausschlaggebend was Sie glauben. Sie wissen doch genau, dass es nicht möglich ist aufgrund dessen, dass er Ihnen und Ihren Kollegen Rache schwor, die Ermittlungen aufzunehmen. Ich kann Ihnen keine Genehmigung erteilen.“ gab die Staatsanwältin von sich und sah sie an. Anna nickte. „Ich verstehe schon. Sie werden vermutlich erst dann wieder tätig, wenn es einen von uns erwischt hat, nicht wahr?“ fragte sie verbittert. Schrankmann schüttelte den Kopf. „Aber Frau Engelhard, Sie wissen doch selbst dass es nicht so ist. Nur der bloße Verdacht reicht nicht aus. Liefern Sie mir Beweise und dann können wir noch einmal darüber sprechen. Entschuldigen Sie… ich habe noch einen Termin beim Oberstaatsanwalt. Also wenn Sie nichts mehr zu besprechen haben, dann…“ Sie stand auf. Anna nickte. „Schon klar. Schade Frau Schrankmann. Ich habe Sie eigentlich für eine solvente Person gehalten, die auch mal Vorsicht walten lässt. Es tut mir wirklich Leid, dass ich Sie falsch eingeschätzt habe. Guten Tag noch.“ Anna verließ mit diesen Worten das Büro der Staatsanwältin.


    Semir kam am Wohnhaus von Stolkoff an und klingelte. Natürlich war niemand da. Semir sah Siggi an. „Was machen wir denn jetzt?“ fragte dieser. Semir zuckte mit den Schultern. „Ich würde mich ja gern mal umsehen, aber ich habe keinen Durchsuchungsbefehl.“ Siggi lächelte leicht. „Semir? Was würdest du tun, wenn Tom jetzt hier wäre?“ fragte er neugierig. Semir grinste. „Ich würde trotzdem reingehen und mich umsehen.“ gab er zu. „Na dann tu es. Ich steh Schmiere.“ meinte Siggi und stellte sich so, das die Tür mit ihm verdeckt war. Semir nickte und öffnete die Tür mit seinem Dietrich. Dann ging er rein. In dem Haus schien schon ewig keiner mehr gewesen zu sein. Alles war staubig und es stank. Semir rümpfte die Nase und ging in die erste Etage. Auch hier war niemand. Nichts wies darauf hin, das hier jemand wohnte. Alle Möbel waren abgedeckt, die Fenster verdreckt. Semir drehte sich um und wollte gerade gehen, als sein Blick auf etwas am Boden fiel. Er ging in die Hocke und sah es sich an.


    Auch bei Tom war nicht viel herausgekommen. Er fuhr die Verwandten ab, doch niemand wusste von dem Verbleib Nikolas Stolkoff. Keiner wollte mit ihm zu tun haben. Tom verstand die Leute zwar aber irgendwas störte ihn. Der Schwager, ein gewisser Simon Rüttgers wies ihn ab. Er verbat sich auf Nikolas angesprochen zu werden, weil dieser Schuld am Tod seiner Schwester sei. Er habe sie in den Sumpf des Verbrechens gezogen. Die Wut war deutlich zu spüren. Doch als Tom darum bat, sich in der Wohnung umzusehen, wurde Simon Rüttgers wütend und wies ihm die Tür. Er wäre schließlich kein Verbrecher der sich so behandeln lassen müsse. Tom verließ die Wohnung. Allerdings beschlich ihn das Gefühl, dass der Schwager nicht die Wahrheit sagte. Vielleicht hatte er doch was mit Nikolas zu tun und tat nur so. Doch das war zu vage um darauf etwas aufzubauen. Tom fuhr mit Dieter zurück zur PAST.


    Anna saß gegen Mittag im Büro. Hotte brachte ihr einen Kaffee. „Geht es Ihnen soweit gut?“ wollte er wissen und sah sie sehr fürsorglich an. „Danke Herzberger. Mir geht es gut. Haben Tom und Semir sich schon gemeldet?“ fragte sie. Hotte schüttelte den Kopf. „Bisher noch nicht, aber die sind sicher gleich hier.“ meinte er nur. Das Telefon klingelte. „Engelhard!“ meldete sich Anna. „Hast du schon Angst? Trauere um deine Freunde. Sie sind die ersten…ha-ha-ha“ Dann legte der Anrufer auf. Anna starte den Hörer an. „Gott … Herzberger rufen Sie sofort Semir und Tom her… was ist mit der Fangschaltung für meinen Apparat?“ fragte Anna und in ihrer Stimme war deutlich die Angst und Sorge um ihre Beamten zu hören. „Ich bin schon da!“ kam es von der Tür her und Hartmut stand im Rahmen. Er hielt einige Geräte in der Hand. „Machen Sie schnell. Ich will wissen wo der Kerl steckt, bevor etwas passiert.“ gab Anna gepresst von sich. Herzberger legte seine Hand auf ihre Schultern. „Wir werden schon auf Sie aufpassen, Chefin.“ sagte er beruhigend. Anna nickte nur. „Holen Sie mir bitte noch einen Kaffee?“ bat sie. Herzberger verschwand und kam nur wenige Minuten später mit einem Kaffee zurück.


    Semir hob das Etwas auf, welches er vor seinen Füßen sah. Er sah es sich an und stellte fest, dass es nur einfaches Plastik war. Also nichts besonderes, dachte er. Dann hörte er ein Geräusch. Er erschrak und stand auf. „Siggi?“ rief er fragend ins Erdgeschoss. Es kam keine Antwort. „Ich glaub ich bin nervös.“ lachte er leise und ging in den nächsten Raum. Auch hier wies nichts darauf hin, dass jemand hier war. „Dann bleibt ja nur der Keller.“ Sagte er leise zu sich und stieg die Treppen runter. Wieder ertönte ein Geräusch. Es kam aus dem Keller. Semir überlegte kurz, ob er Siggi reinholte, verwarf den Gedanken aber wieder. Wenn es eine Maus ist, lacht der mich aus. War sein nächster Gedanke. Er zog seine Waffe, überprüfte sie kurz und ging dann die Stufen zum Keller runter.

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  • Tom kam als nächster zurück in die PAST. Er ging sofort zu Anna um sie zu informieren. Anna sah ihn an. „Was haben Sie herausgefunden?“ wollte sie wissen. „Nun… in der Verwandtschaft sagen alle das gleiche. Niemand will ihn gesehen haben, niemand will was mit ihm zu tun haben.“ erklärte Tom. Anna nickte. „Ist irgendwie ja verständlich. Aber ich höre da auch Zweifel aus ihrer Stimme. Was haben Sie?“ fragte Anna. Tom grinste. „Nun ja… der Schwager, ein gewisser Simon Rüttgers scheint nicht gut auf Stolkoff zu sprechen zu sein, aber als ich ihn fragte ob ich die Wohnung ansehen dürfte, wurde er ungehalten und wies mir die Tür. Er wehrte sich dagegen, verdächtigt zu werden seinen straffällig gewordenen Schwager zu verstecken, dabei hab ich ihn gar nicht verdächtigt“ verteidigte Tom sich direkt. Anna nickte. „Wir werden ihn im Auge behalten. Vielleicht hat er ja doch was zu verbergen. Andrea soll ihn direkt überprüfen.“ gab sie weiter. Tom nickte. „Haben Sie was von Semir gehört?“ wollte er wissen. Anna schüttelte den Kopf. „Bisher nicht. Ich hoffe inständig es geht ihm gut. Er hat wieder angerufen und gedroht, dass es meine Freunde zuerst erwischt. Womit Sie beide vermutlich gemeint sind.“ sagte sie leise. Tom sah sie entsetzt an. „Ich fahre sofort zu ihm. Natürlich mit Bonrath!“ kam von ihm und schon verschwand er aus dem Büro. Anna hielt ihn nicht auf. Sie machte sich ebenfalls Sorgen um Semir.


    Dieser ging gerade die letzten Stufen runter. Wieder hörte er Geräusche. Es war als würde jemand etwas suchen. Semir leckte sich nervös über die Lippen. Wenn er in einen Hinterhalt gerät, dann hätte er sicher schlechte Karten. Aber was sollte er machen? Nach oben zu Siggi? Oder doch weiter gehen? Er überlegte kurz, dann ging er in den ersten Raum. Er stieß die angelehnte Tür mit dem Fuß so heftig auf, dass sie an die Wand schlug. Er ging rein und zielte mit der Waffe in den Raum. Hier war niemand. Er atmete erleichtert durch. Auf in den nächsten Raum, dachte er und ging weiter. Auch der nächste Raum war leer. Semir steckte seine Waffe ein. „Ich werde alt… dachte er, … wenn ich mir jetzt schon vor Angst in die Hosen mache. Er lachte in Gedanken und dachte daran was Tom wohl von ihm halten würde. Er ging weiter durch den Keller. Dann kam er zu dem Heizungskeller und hörte wie jemand gegen etwas hämmerte. Wieder ging seine Hand zur Waffe. Die Nervosität wurde größer. Anscheinend wusste das die Person die hier rum schlich und machte es extra. Oder war das Stolkoff?

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  • So hier noch ein kleiner Nachschlag...


    Tom kam bei dem Haus von Stolkoff an. Er sah Siggi vor der Tür stehen. „Wo ist Semir?“ fragte er direkt. Siggi sah ihn an. „Er ist kurz drin. Wollte sich umsehen.“ gab Siggi Auskunft. „Wo genau? Verdammt wo?“ Tom wurde wütend und Siggi verstand nicht genau warum. „Hey… bisher ist er ganz allein da drinnen. Da ist niemand. Er sieht sich doch nur um.“ versuchte er Tom zu beruhigen. „Ich geh rein!“ Tom zog seine Waffe und betrat das Haus. „SEMIR!“ rief er direkt. Es kam keine Antwort. „Verdammt! SEMIR!“ rief er erneut. Wieder keine Antwort. Tom ging durch die Räume im Erdgeschoss. Hier war Semir definitiv nicht. Er ging zum Treppenaufgang und überlegte, ob er nicht erst in den Keller gehen sollte. Dann hörte er ein Geräusch aus dem Keller. Als wenn jemand etwas umstößt. Tom ging sofort in den Keller „Semir?“ fragte er noch einmal. Doch wieder kam keine Antwort. „Mensch wo steckst du denn?“ fluchte Tom und horchte.


    Semir betrat den Heizungsraum. Auch er hatte das Geräusch gehört und ging diesem nach. Er hatte seine Waffe in der Hand und schaute sich vorsichtig um. Er wollte auf gar keinen Fall in einen Hinterhalt geraten und dieser Keller schien recht groß zu sein. Er ging an einer halben Wand vorbei die scheinbar später mal zwei Räume voneinander trennen sollte. Nun sah er was das Geräusch verursachte. Eins der Gitter die das Fenster darstellten bewegte sich etwas und schlug dabei immer gegen den Rahmen. Semir ging in die Richtung und musste dabei eine Nische passieren. Doch kaum war er daran vorbei, legte sich eine Hand auf seine Schulter und er schrie erschrocken auf. Er wagte sich nicht zu rühren um die Person nicht zu provozieren. „Hast du Angst?“ fragte ihn jemand voller Hohn. „Nur keine Panik. Du bist noch nicht tot. Es wird sicher noch dauern.“ lachte ihn eine männliche Stimme aus. Semir schloss die Augen. Diese Stimme kannte er. „Hören Sie… lassen Sie uns darüber reden… tun Sie nichts Unbedachtes.“ versuchte er den Mann zu überreden. „Du wirst sterben. Ich wusste dass du herkommst und hier anfangen wirst zu suchen. Hast du was gefunden. Das schwarze kleine Plastikteilchen?“ hörte er den Mann, der ohne auf ihn einzugehen weiter sprach. Semir rührte sich immer noch nicht. „Was wollen Sie?“ fragte er. „Du wirst sterben…“ sagte Stolkoff erneut. „Das sagten Sie bereits.“ entgegnete Semir ihn. „Du wirst sterben“ erklang wieder. Semir schloss die Augen. „hören Sie… es tut mir Leid, dass Ihre Frau gestorben ist… ich … ich …“ sagte er leise. „Du wirst sterben…sehr langsam sterben…! So und nun dreh dich um!!!“ Dann lachte der Mann laut. Nun drehte Semir sich langsam um. Ein kleiner Stich war die Quittung aber er drehte sich weiter. Dann musste er plötzlich lachen.

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  • „SEMIR!“ hörte er Tom rufen. „Ja hier!“ gab er zurück. Tom kam zu ihm. „Sag mal… bist du von allen guten Geistern verlassen worden? Was schleichst du hier so rum? Wenn dich Stolkoff geschnappt hätte, dann wäre… was hast du?“ fragte Tom wütend und sah Semir an, der ziemlich blass aussah. „Ich hatte gerade ne ziemlich blöde Begegnung.“ gab Semir zur. „Stolkoff?“ fragte Tom. Semir nickte. „Er wusste dass ich her komme. Er hat hier eine Tonspur aufgenommen und als ich dass Draht am Boden berührte startete es. Er wieder holt ständig dass ich sterben werde.“ meinte Semir und wies auf ein winziges Gerät. „Ein MP3-Player?“ sagte Tom erstaunt. Semir nickte. „Ja… und ich stand wie eine Salzsäule, weil diese Hand von der Schaufensterpuppe auf meiner Schulter lag. Ich dachte wirklich, er wäre hinter mir. Ich hatte noch nie so eine Angst gehabt, sag ich dir.“ gab Semir zu. Tom nickte „Versteh ich irgendwie.“ Er sah sich die Hand an. „Dann werden wir mal die Spurensicherung herkommen lassen.“ meinte er nur und griff zum Handy um Hartmut mit seinem Team herkommen zu lassen. „Und wir fahren zur PAST.“ gab er in Semirs Richtung. „Ja klar…“ kam als Antwort von ihm.


    Nur wenig später saßen er und Semir bei Anna im Büro. „Was haben Sie sich dabei gedacht, Semir?“ fragte sie wütend als Tom ihr erzählte wo Semir war. „Chefin… ich hab mich nur umgesehen, das ist alles.“ versuchte Semir sein Vorgehen zu entschuldigen. „Wenn Stolkoff wirklich da gewesen wäre, dann hätte Siggi ihnen nicht mehr helfen können. Es war absolut leichtsinnig!“ Anna war richtig wütend und Semir ahnte es. „Ja Chefin… aber er war nicht da. Dafür haben wir seine Stimme und können nun den Abgleich mit den aufgezeichneten Anrufen machen. Dann haben wir den Beweis, dass er Sie anruft und die Staatsanwältin muss uns unterstützen.“ gab Semir stolz von sich. Anna nickte. „Ja… wenn er es ist. Ich habe immer noch meine Zweifel daran. Wieder klingelte das Telefon bei Anna. Sie sah Semir und Tom an. „Ich vermute mal, dass er es wieder ist.“ sagte sie und griff zum Hörer, während Semir das Tonband betätigte. „Engelhard“ meldete sich Anna und versuchte nicht zu nervös zu klingen. „Hartmut hier… ich bin im Haus von Stolkoff durch. Nicht viel was ich gefunden habe. Außer an der Hand von der Schaufensterpuppe die Semir erwähnt hat.“ kam die Stimme von Hartmut durch. Anna sah Semir erstaunt an. „Was war mit der Hand?“ fragte sie. „Nun ja… also ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber wenn es das ist, wonach es aussieht, dann würde ich sage, das dort eine Nadel von einer Spritze ist. Den Inhalt untersuche ich gerade. Aber ich vermute dass… nun ja… Gift vermutlich.“ erklärte Hartmut weiter. Semirs Hand ging zu seiner Schulter. „Vermutungen bringen uns nicht weiter. Treiben Sie die Untersuchungen voran und geben Sie mir umgehend das Ergebnis durch.“ Anna legte auf und sah Semir an. Er wurde unnatürlich blass.

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  • „Was ist?“ fragte sie. Semir schüttelte den Kopf. „Nicht… so wichtig. Denk ich mal.“ gab er von sich. Anna glaubte ihm nicht. „Was haben Sie? Und sagen Sie nicht nichts. Dafür sind Sie eben ziemlich blass geworden, als Hartmut etwas von einer Nadel sagte.“ warnte sie ihn. Semir nickte. „Ja… schon. Also… als ich die Hand auf meiner Schulter gespürt habe und mich umdrehte, da war ein winzig kleiner Stich. Ich dachte es war vielleicht nur die Hand der Puppe aber…“ er stockte. Anna nickte. „Sofort ins Krankenhaus. Keine Widerrede!“ befahl sie. Semir sah Tom an. „Fährst du mich?“ fragte er leise. Er wusste genau, dass die Entscheidung von Anna kein Widerspruch duldete. Tom nickte und erhob sich, als das Telefon erneut klingelte. „Engelhard! Haben Sie herausgefunden, womit die Nadel getränkt war, Hartmut?“ fragte Anna ohne darauf zu achten, ob es tatsächlich Hartmut war, der anrief. „Hartmut? Ich heiße nicht so. Tse… hat Sie ihr Gedächtnis so im Stich gelassen? Wissen Sie meinen Namen nicht mehr?“ fragte der Anrufer. Anna machte Tom ein Zeichen und dieser drückte die Aufnahme. „Ich weiß sehr genau, wer Sie sind, Stolkoff. Was wollen Sie?“ gab Anna wütend zurück. „100 Punkte für die Kandidatin. Was macht Ihr Kollege Gerkhan? Geht es ihm noch gut?“ wieder lachte die Stimme. Semir sah sie erschrocken an. „Was war in der Spritze?“ fragte Anna. „Aber Frau Engelhard. Wenn ich es Ihnen sagen würde, dann wäre doch der ganze Spaß vorbei. Finden Sie nicht?“ kam es höhnisch von dem Anrufer. „Nein… das finde ich absolut nicht. Ich habe Ihre Frau erschossen. Nicht Herr Gerkhan. Warum wollen Sie ihn umbringen?“ erwiderte Anna wütend. „Wer sagt denn dass ich ihn umbringe? Woher wollen Sie wissen, dass es ein tödliches Gift ist, was an der Nadel war?“ Er lachte verächtlich. „Stolkoff… sagen Sie bitte, was es war.“ bat Anna. Es klickte. Stolkoff hat aufgelegt. Anna schloss die Augen.


    Nur wenig später war Semir im Krankenhaus. „Tom… ich fühle mich gut. Vielleicht ist es ja auch gar nichts…“ meinte er nur, glaubte aber selbst nicht daran. „Ja sicher… Semir du wirst hier bleiben. Dieser Stolkoff ist mit Sicherheit nicht so nett und spritzt dir Vitamine oder?“ gab Tom zurück. „Ja aber… wenn ich hier bin, dann … dann kann ich doch gar nicht ermitteln… Tom die sperren mich hier ein und…“ Semir suchte nach den richtigen Worten um Tom zu überzeugen. „Semir… du bleibst hier! Das ist die Anweisung von der Chefin.“ sagte er und der Ton ließ nichts anderes zu als gehorchen. Es klopfte und der Arzt kam herein. „So… Sie sollten sich hinlegen und ruhig bleiben. Wir werden Ihnen gleich Blut abnehmen und zur Analyse geben. Keine Sorge, Herr Gerkhan. Wir finden heraus was außer Blut in Ihren Adern fließt.“ meinte dieser und nickte Semir zuversichtlich zu. Semir nickte. Er hatte ein sehr komisches Gefühl. Sicher hatte Tom Recht. Stolkoff hat ihm sicher keine Vitamine gespritzt. „Tom… pass auf dich und die Chefin auf, ja?“ sagte er leise. Tom nickte. „Versprochen. Übrigens… Hotte und Dieter werden hier bei dir bleiben. Damit er nicht an dich rankommt.“ Semir nickte nur.

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  • Stolkoff lachte. Er nahm das Bild seiner Frau in die Hand. „So… Nummer eins ist ausgeschaltet. Er hat große Angst. Er denkt, dass er sterben wird. Die Polizisten sind so naiv. Aber die Angst wird geschürt. So ist es sehr einfach sie zu kontrollieren. Sie werden Angst haben. Vor mir. Und wenn niemand damit rechnet, dann werde ich sie wirklich töten. Und ab jetzt werde ich mir Anna Engelhard vornehmen. Sie wird für deinen Tod büßen, meine Liebe. Und dann komme ich zu dir. Wir werden ein großes Wiedersehen feiern. Ich liebe dich. Hörst du… ich liebe dich.“ Er fing an zu weinen und presste das Bild an sich. „die Rache ist mein.“ sagte er schluchzend.


    Tom sah Anna an. „Was ist mit Semir?“ fragte sie. Tiefe Ringe lagen unter ihren Augen. Sie schien müde. „Chefin… er ist in ärztlicher Behandlung. Ich denke mal sobald der Arzt weiß was er für ein Gift in sich hat, dann wird er entsprechend behandelt und sicher bald der Alte sein.“ versuchte Tom sie zu beruhigen. „Sie sollten jetzt sich mal hinlegen. Sie sehen schrecklich aus.“ Anna lachte verbittert. „Danke… das von Ihnen zu hören ist schon hart. Aber Sie haben Recht. Ich fahre nach Hause.“ Sie stand auf und wollte das Büro verlassen. „Chefin… Sie sollten sich hier in einen der Räume legen. Wir dürfen Stolkoff keine Möglichkeit geben an Sie heran zu treten.“ versuchte er sie zu überreden. „Tom… ich lassen mir das Leben sicher nicht von diesem Menschen vorschreiben. Fahren Sie mich bitte nach Hause. Sonst fahre ich allein.“ sagte Anna. Tom stand auf und fuhr sie heim. „ich werden hier bleiben und auf Sie aufpassen.“ bot er an. Anna lächelte. „Holen Sie mich bitte morgenfrüh ab und fahren Sie jetzt auch nach Hause. Auch Sie müssen schlafen, Tom.“

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  • Semir fühlte sich gar nicht wohl in seiner Haut. Bisher hatten ihm die Ärzte Blut abgenommen und untersucht, aber das Ergebnis ließ auf sich warten. Drei Stunden war er nun schon hier. Er spürte keine Wirkung. Vielleicht war alles nur ein Trick. Ja, das war es. Stolkoff wollte ihn so aus dem Weg schaffen. Er wollte so an die Chefin ran. Die Stunden liefen nur so dahin. Semir langweilte sich immer mehr. Er sah auf die Uhr. 22:00 Uhr. Die ersten Ergebnisse die der Arzt ihm nannte, ergaben, dass keine Giftstoffe im Blut enthalten waren. Ein Ergebnis fehlte noch. Semir schlug die Decke beiseite und wollte aufstehen, als der Arzt herein kam. „So Herr Gerkhan… wir konnten definitiv keine gefährliche Substanz in Ihrem Blut feststellen. Kein Gift, keine Rückstände… gar nichts.“ erklärte er. „Das heißt dass ich nach Hause kann?“ fragte Semir hoffnungsvoll. Der Arzt nickte. „ja eigentlich schon. Wollen Sie Ihren Kollegen anrufen?“ fragte er. Er ging kurz raus und gab Dieter und Hotte den Befehl heim zu fahren. „Aber sagt Tom und der Chefin kein Wort klar?“ warnte er sie. Die beiden sahen sich an und verstanden zunächst nichts. „Aber die Chefin wird dann ziemlich sauer sein. Was sollen wir denen denn erklären warum wir nicht hier sind, ich meine falls was passiert?“ fragte Dieter besorgt. „Es passiert nichts. Ich verspreche es.“ Semir sah die beiden bittend an. „Also gut. Aber wenn die Chefin doch sauer ist, dann badest du das aus.“ Begehrte Hotte auf. Dann trollten sich die Beiden. Semir ging wieder ins Zimmer und packte seine Sachen ein und sah auf die Uhr. Es war fast schon Mitternacht. „Nein… ich nehme mir ein Taxi. Mein Kollege schläft sicher schon.“ meinte er nur und zog sich an. „Sie können auch heute Nacht hier schlafen.“ bot der Arzt an. Semir lächelte. „Seien Sie mir bitte nicht böse, aber ich würde gern zuhause im Bett schlafen.“ meinte er dann. Der Arzt nickte nur und verließ das Zimmer.


    Anna saß in ihrem Wohnzimmer und zappte durch das Programm. Schlafen konnte sie nicht. Die Gedanken gingen zu Semir, der im Krankenhaus lag. Vermutlich vergiftet mit einem unbekannten Mittel. Wer weiß wie es ihm ging. Sie war versucht dort anzurufen und zu erfahren was bei Semir im Blut war, aber dafür war es zu spät. Es ging bereits auf Mitternacht zu, als Anna endlich ins Bett ging. Der Schlaf war unruhig und so war sie bereits gegen fünf wieder auf. Sie duschte und frühstückte ausgiebig. Kurz nach sieben hupte es vor der Tür. Sie ging raus und sah Toms Wagen stehen. „Morgen Tom..“ sagte sie und stieg ein. „Morgen Chefin… haben Sie etwas geschlafen?“ fragte er. Sie nickte und wirkte ziemlich abgespannt. „Ein wenig. Was ist mit Semir?“ fragte sie müde. Tom zuckte mit den Schultern. „wenn Sie wollen, fahren wir erst zum Krankenhaus und sehen nach unserem Patienten.“ meinte er. Anna stimmte zu.

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  • „Was soll das bitte heißen, er ist nach Hause gefahren? Wann denn?“ fragte Tom entgeistert als er im leeren Krankenzimmer stand. „Herr Gerkhan ist völlig gesund und wollte daheim schlafen. Er hat sich ein Taxi genommen und ist kurz vor Mitternacht abgefahren. Ich hatte ihm angeboten die Nacht hier zu verbringen, aber er wollte nicht. Ich konnte ihn schließlich nicht zwingen hier zu bleiben.“ redete sich der Arzt raus. Tom sah Anna an. „Verdammter Idiot!“ stieß er wütend aus. Der Arzt sah ihn entsetzt an. „Herr Kranich… ich darf doch wohl bitten…!!“ empörte er sich. Tom sah ihn an. „Ich meinte nicht Sie, Herr Doktor, sondern meinen Kollegen. Irgendwer hat es auf ihn abgesehen und er spaziert ohne das es jemand weiß einfach raus. Apropos weiß…. Wo sind den die Kollegen Herzberger und Bonrath?“ Tom hatte niemanden vor der Tür sitzen sehen. „Nun die Herren sind gegen elf aus dem Haus gegangen. Herr Gerkhan hat sie heim geschickt. Die Beiden waren zunächst dagegen, aber dann sind sie doch weg und…“ erklärte der Arzt. Tom rollte nur mit den Augen. Anna nickte. „Tom… wir fahren zu Semir.“ entschied sie.


    Stolkoff lag zufrieden in seinem Bett. Er sah auf die Uhr. Acht… es ist schon acht, dachte er. Zeit für die nächste Aktion. Er überlegte sich, wie er nun weitermachen konnte. Es wird Zeit dass er sich den zweiten vornimmt. Sicher wussten die Ärzte mittlerweile das an der Nadel zwar Gift war, das aber so gering, dass nichts passieren konnte. Es war sicher noch nicht alles, was er vorhatte. Aber die Angst die dem Mann begleitet hat, war sicher groß. Aber das war nichts zu dem was noch folgen wird. Nikolas stand auf und duschte. Eine Stunde später war er unterwegs nach Köln. Er wusste genau was er zu tun hatte und fuhr in die Brüsseler Strasse 4. Hier wohnte seine Feindin. Die Mörderin seiner geliebten Frau. Sie wird das Ziel sein. Sie wird seiner Frau folgen. Aber langsam. Nicht durch eine Kugel. Sie wird leiden… Wieder traten ihm Tränen in die Augen, als er an seine Jana dachte. Sie war so schön… so jung…dachte er. Die Mörderin wird leiden… immer wieder sagte er sich in Gedanken diesen Satz.


    Semir erschrak als die Klingel schrillte. Er ging mit schlurfenden Schritten zur Tür und öffnete. „Tom? Was machst du denn hier?“ fragte er verwundert. Als dann auch noch die Chefin rein kam war er völlig überrascht. „Chefin?“ kam es über seine Lippen. „Sag mal hast du sie noch alle?“ fauchte Tom ihn wütend an. „Tom ich versteh nicht ganz. Der Arzt hat gesagt mir fehlt nichts. Es wurde kein Gift festgestellt“ verteidigte Semir sich. „Ja sicher… und das hält den Kerl natürlich völlig davon ab, sich hier an dich zu rächen, oder was? Nein nicht unseren Semir… der ist ja so ein Superheld und kann auf sich selbst aufpassen, oder was?“ brüllte Tom ihn an. „Was soll das? Ich kann auf mich aufpassen!! … verdammt mach hier doch nicht so einen Wind. Du hättest es doch auch gemacht!“ Semir wurde nun auch wütend, weil Tom ihn so anschrie. „Semir… Sie wissen doch wohl sehr genau, das Nikolas sich rächen will. An Sie, an mich und an Tom. Ich verstehe Tom sehr gut, dass er wütend ist. Das bin ich nämlich auch. Sie sollten vernünftig genug sein um ihm nicht noch mehr Möglichkeiten zu geben, Sie zu treffen. Sie kommen umgehend mit zur PAST.“ befahl Anna und Semir sah dass sie sich Sorgen gemacht hat. „Chefin…ich habe hier verdammt gut und tief geschlafen. Niemand wäre hier rein gekommen, ohne dass ich es bemerkt hätte. Ich war völlig sicher. Er hat mich doch im Krankenhaus vermutet und nicht zu Hause“ gab Semir wieder und als er ihren Blick sah, „Ja… gut…“ sagte er leise. „Darf ich wenigstens allein duschen, oder geht das auch nicht?“ fragte Semir bissig und sah Tom an. Dieser nickte nur. „Das Opfer tu ich mir nicht an.“ sagte er, grinste jedoch bereits wieder. Er war froh, seinen Freund unversehrt vor sich zu sehen.


    Nikolas drang in die Wohnung ein. Er war erstaunt, dass eine Polizistin so vornehm wohnte. Einen tollen Geschmack hat sie, gestand er in Gedanken. Er ging in die Küche und sah in den Kühlschrank. Er griff hinein und nahm eine Möhre heraus. Während er die Wohnung inspizierte aß er sie auf. Im Badezimmer fing er an zu hantieren. Nikolas installierte eine kleine Kamera direkt über den Spiegel. „Ab sofort sehe ich was du machst. Wie du dich verhältst und wie du verendest.“ Sagte er leise. Er nahm seine Spritze und stach mit der Nadel in die Zahnpastatube. Langsam ließ er das grüne Etwas aus der Spritze in die Tube laufen. „Viel Vergnügen.“ Lachte er und verschwand wieder aus der Wohnung. Nun würde der letzte im Bunde die Wut spüren. Nikolas fuhr in die Escher Strasse wo Tom Kranich wohnte. Ihnen sollte das widerfahren, was so häufig auf den Straßen geschieht. Ein tödlicher Unfall.

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  • Als die beiden in der Past ankamen, wurde Semir ins Büro von Anna beordert. Schrankmann saß ebenfalls im Raum und sah ihn strafend an. "Herr Gerkhan, ich hoffe es geht Ihnen wirklich so gut, wie Frau Engelhard es angibt. Sie haben also diesen Herr Stolkoff auf dem Kieker, wie man so schön sagt. Nur weil Sie wieder Hirngespinsten nachjagen wollen. Meinen Sie nicht, dass der Mann mit seiner STrafe und mit dem Verlust seiner Frau genug bestraft wurde? Können Sie sich nicht denken, das ein Mensch sich ändern kann? Ich halte Stolkoff für harmlos. Gut Drohanrufe... aber das ist nun wirklich nicht gerade ein Schuldeingeständnis. Das kann man als dummen Jungenstreich abtun." verharmloste sie die Sache. Semir nickte. "Ja sicher.... nur das der Junge die dreißig schon überschritten hat und mir versucht das LEben auszublasen. Was ist mit der Spritze?" wollte Semir wissen. Schrankmann lachte leise. "Es war kein Gift daran. Zumindest, nicht tödlich. Lassen Sie den Mann in Ruhe." warnte ihn die Staatsanwältin. Semir nickte "Sicher doch... und Batman ist das Sandmännchen. Schon klar." Semir verließ das Büro ohne Gruß und ging zu Tom. Doch dort erwartete ihn die nächste Standpauke.


    „Sag mal… Bist du eigentlich wirklich so dämlich, Semir?“ fragte Tom als er ins Büro kam. Semir zuckte mit den Schultern. „Sollte ich dich vielleicht nach Mitternacht anrufen und sagen, hol mich ab ich bin gesund? Ich habe doch nur an dich gedacht. Ich wollte dich einfach nicht wecken.“ versuchte Semir sein Verhalten zu begründen. „ 1. Ja hättest du! und zweites ich wäre mit Sicherheit gekommen und hätte dich abgeholt. Du wärest bei mir zu Hause gewesen und nicht allein. Was wenn der Typ weiß wo du wohnst? Meinst du er hätte dich nicht umgebracht? Meinst du er spielt nur? Verdammt noch mal…!“ Tom brüllte seine Wut über die Unvernunft von Semir raus. Dieser saß nur da und drehte den Bleistift in der Hand. Er wartete darauf dass Tom genug hatte und sich setzte. Fünf Minuten später war er soweit. „Genug?“ fragte Semir provozierend. Tom nickte. „Du kapierst es ja eh nicht. Warum sind Hotte und Dieter eigentlich bereits um elf abgerauscht? Hast du ihnen den Abzug erlaubt?“ wollte Tom noch wissen. „Ja… wenn ich da nicht schlafe brauche ich keine Wache.“ gab Semir zu. Tom schüttelte nur den Kopf. „Damit wir uns klar verstehen. Ab heute Abend wirst du bei mir sein. In meiner Wohnung. Ich habe das Gästezimmer bereits für dich reserviert.“ bestimmte Tom. Semir zuckte mit den Schultern. „Klar… dann kann er uns beide in einem Abwasch erledigen.“ meinte er nur. „Nein… dann können wir uns gegenseitig schützen. So und nun auf die Autobahn.“ befahl Tom. Semir erhob sich und trottete hinterher.


    Anna saß in ihrem Büro. Hotte und Dieter sollten ab heute bei ihr vor der Tür Wache schieben, da Semir die Beiden scheinbar sehr beeinflussen konnte. Sie dachte daran, wie leichtfertig Semir mit der Situation umging. Er war so unvernünftig. Andrea kam zu ihr rein. „Chefin? Brauchen Sie noch was?“ fragte sie vorsichtig. Anna sah sie an. „Andrea… setzen Sie sich doch bitte.“ sagte sie. Andrea nickte. „Halten Sie mich bitte nicht für ängstlich. Aber… meinen Sie ich könnte bei Ihnen für ein paar Tage unterkommen?“ fragte Anna. Andrea sah sie an. „Ja sicher… wäre kein Problem.“ sagte sie verwundert. „Gut. Dann denke ich werden wir beide heute Abend zu mir fahren und ein paar Sachen einpacken. Anschließend fahren wir zu Ihnen. Herzberger und Bonrath werden dann vor ihrer Wohnung Wache schieben.“ Meinte Anna. Andrea nickte. „ja sicher… kein Problem.“ Andrea verließ das Büro wieder. Immer noch war sie etwas irritiert. Aber sie wusste, dass Semir, Tom und Anna bedroht wurden.


    „Hey… entschuldige. Es war dumm von mir.“ sagte Semir im Auto. Tom sah ihn an. „Schon gut.“ gab er zurück. „Ich hätte es vermutlich auch gemacht. Wir müssen nur aufpassen. Wer weiß was dieser Mistkerl vorhat. Hast du eigentlich irgendeine Ahnung was dieser Typ alles anrichten kann?“ fragte Tom. „Nein… ich meine… ich hab damals doch nur den Fluchtwagen gefahren. Ich hab nichts anderes getan als mich zu diesem Kranken ins Auto zu setzen und sie zu chauffieren. Das war alles. Gut… wenn die Chefin nicht abgedrückt hätte, gäbe es mich nicht mehr. Aber dieser Typ hat überhaupt keinen Grund sich an mich zu rächen.“ erzählte Semir. „Ja sicher… ich war auch nur der Fahrer von der Chefin. Aber er hat mich genauso auf den Kicker. Hey… Moment mal. Dieses angebliche Gift an der Nadel sollte dich gar nicht umbringen. Er wollte dir Angst machen. Klar…. Er will der Chefin was tun. Das ist sein einziges Ziel. Wir sind nur Ablenkung. Was ist eigentlich mit der Staatsanwältin?“ wollte Tom wissen. „Tja… sie ist davon überzeugt, dass wir Hirngespinste sehen und den armen Mann, der ja seine Strafe abgesessen hat drangsalieren wollen. Sie hat wohl ne Menge von Bla Bla von sich gegeben. Hab nicht so genau zugehört.“ gab Semir zu.


    Zum Feierabend fuhren Andrea und Anna zu Brüsseler Strasse und Andrea half Anna beim Packen. Im Badezimmer wurden nur die nötigsten Sachen eingepackt. Zahnbürste, Shampoo, Zahnpasta. „Haben Sie alles?“ wollte Andrea wissen. Anna nickte und sah sich noch einmal in ihrer Wohnung um. „Ich hoffe nur, dass ich Ihnen nicht zu lange auf die Nerven gehen muss.“ sagte sie mit einem leichten Lächeln. Andrea schüttelte den Kopf. „Das ist doch kein Problem. Wirklich. Außerdem ist es auch mal schön Abend etwas Unterhaltung zu haben.“ gab Andrea zu. Gemeinsam fuhren sie zu Andrea und bereiteten dort das Gästezimmer her. „Sagen Sie Andrea… Sie und Semir… Sind Sie wieder zusammen?“ fragte Anna als beide beim Essen waren. Andrea zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht so genau. Irgendwie ist es ein ständiges Auf und Ab bei uns. Ich möchte ja schon, aber er… nun ja. Er ist nicht ganz einfach.“ erzählte Andrea. Anna nickte. „Ja… er ist nicht einfach. Aber Sie und er wären ein schönes Paar. Und wer weiß, vielleicht heiraten Sie eines Tages und…“ überlegte Anna. Andrea lachte auf. „Heiraten? Ich?!? Den Semir? Nee… niemals“ begehrte Andrea auf.

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  • Auch bei den Männern war der Feierabend angebrochen. Tom holte zwei Bier aus dem Kühlschrank und ging zu Semir ins Wohnzimmer, der sich auf der Couch lang gemacht hatte. „Dir gefällt das wohl, was?“ fragte Tom lachend. Semir nickte. „Ja… sehr sogar. Was machen wir heute Abend noch? Ich meine was gibt es zu essen?“ wollte er wissen. Tom zuckte mit den Schultern. „Ich hab noch ein paar Nudeln da. Könnte Spaghetti mit Ketschup machen.“ meinte Tom nur. Semir grinste. „Ja oder Pizza?“ fragte er. Tom schüttelte den Kopf. „Ich steh nicht so auf Tiefkühlpizza.“ gestand er. „Ich meine ja auch was kommen lassen. Ich zahle.“ Semir schwang sich hoch und griff zum Handy und bestellte das Essen. Tom grinste ihn nur an. Wenige Minuten später aßen beide und tranken ihr Bier. „Was meinst du könnten wir gegen diesen Stolkoff machen, ohne die Schranke zu wecken?“ fragte Semir kauend. Tom wog den Kopf. „Gibt nicht viel. Wir müssten ihn irgendwie aus der Reserve locken. Etwas worauf er anspringt.“ vermutete er. Semir nickte. „Ja die Frage ist nur was? Ich meine, dass er die Chefin erledigen will ist sicher. Was mir immer noch nicht in den Kopf geht, was will er von uns. Wir waren quasi nur Zeugen. Wir selbst haben nicht geschossen und….“ Semir steckte sich das nächste Pizzastück in den Mund. „… wenn wir sie da überreden könnten, als Köder zu dienen, würden wir ihn auch dingfest machen können.“ schlug er vor. Tom tippte sich an die Stirn. „Darauf geht die nie ein.“ lachte er.


    Nikolas Stolkoff hatte gewartet bis im der Wohnung von Kranich das Licht erlosch. Nun konnte er seinen Plan umsetzen. Er ging zum Wagen und manipulierte er ihn indem er den Bremsschlauch zerschnitt. Sobald sie schnell genug sind, würde er nicht mehr bremsen können und einen schönen Unfall bauen. Vielleicht brechen sich die Beiden das Genick. Das wäre ein schöner Wunsch, aber sicher nicht erfüllbar. Aber es war auch gut, wenn einer von ihnen krepieren würde. Den Anderen würde er dann eben anders erledigen. Und ganz zum Schluss ist Anna Engelhard dran. Sie wird am längsten leiden müssen. Sicher steht sie unter Schutz der Kollegen, aber niemand wird ihn daran hindern seine Rache zu bekommen. Niemand kann ihn aufhalten. Er grinste böse, als er seine Arbeit fertig hatte und wieder in der Dunkelheit verschwand.

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  • Zum Wochenende einen zweiten Teil:


    Anna und Andrea standen recht früh auf. Nachdem Andrea geduscht hatte, stand Anna unter der Dusche. Sie war zwar immer noch nicht ausgeschlafen, aber wenigstens etwas ausgeruht. Nach dem Duschen putzte sie sich die Zähne, doch als sie die Zahnpasta auf die Bürste tat fing es an zu zischen. Anna sah auf die Zahncreme. Innerhalb weniger Sekunden waren sämtliche Borsten weg geätzt. Anna stieß einen leisen Schrei aus und ließ die Bürste ins Becken fallen. Andrea kam sofort zu ihr. „Was ist denn?“ fragte sie. Anna wies ins Becken. „Meine Zahnpasta… Das war…meine Zahnpasta…“ sagte sie leise und in der Stimme war Angst zu hören. Andrea nahm die Tube und verschloss sie. „Die soll sich Hartmut mal ansehen. Da scheint ja etwas drin zu sein, was nicht dahin gehört. Sind Sie sonst in Ordnung?“ wollte Andrea wissen. Anna nickte und ging in die Küche. Sie ließ sich dort auf den Stuhl nieder und schloss die Augen. Andrea legte ihr beruhigend die Hände auf die Schultern. „Der Typ ist doch völlig durchgeknallt“ sagte sie leise und Anna nickte nur.


    Wenig später saßen beide im Büro. Das Telefon von Anna klingelte und sie sah Andrea Hilfe suchend an. Andrea nickte und nahm den Hörer ab. „Autobahnpolizei, Schäfer guten Tag!“ meldete sie sich. „Hartmut hier. Ist die Chefin nicht da?“ kam irritiert zurück. „Doch warte Hartmut… ich gebe dich weiter.“ Sei hielt Anna den Hörer hin. „Hartmut? Was gibt es?“ wollte Anna wissen. „Ich habe die Zahncreme untersucht. Also es beinhaltet NaNo3. Sie können froh sein, dass die Creme nur ins Waschbecken getropft ist.“ erklärte der KTU- Fachmann. „Hartmut… was bitte ist NaNo3?“ fragte Anna und sah wie Andrea leicht lächelte. „Achso… also das ist Salpetersäure. Sie wissen schon… dieses Reinigungsmittel für diverse Firmen… das ätzt alles weg und ich denke…“ erklärte er weiter. „Danke Hartmut… jetzt weiß ich was es war. Die Auswirkungen wenn ich es genommen hätte, waren mir direkt klar, als es im Waschbecken war.“ gab Anna zurück und legte auf.


    Am nächsten Morgen waren Tom und Semir recht zeitig aufgestanden. Semir musste Tom wecken, weil dieser den Wecker nicht gestellt hatte. Als dieser unter der Dusche stand deckte Semir den Frühstückstisch und holte Brötchen. Anschließend ging er duschen. Gemeinsam frühstückten sie und Tom grinste ihn an. „Hey… wenn du ne Frau wärst würde ich dir nen Heiratsantrag machen.“ gab er kauen zu. Semir sah ihn an. „Wieso das denn?“ wollte er wissen. „Na… du weckst mich, gehst Brötchen holen, deckst den Tisch. Wäre schön wenn du gleich auch noch abwäscht und staubsaugst.“ entgegnete Tom. Semir tippte sich an die Stirn. „Vergiss es.“ lachte er. Eine Stunde später waren sie unterwegs auf der Autobahn in Richtung PAST. Sie fuhren sehr zügig und da die Straße noch recht leer war, gab Tom zwischendurch richtig Gas. Semir las auf dem Beifahrersitz die Zeitung. Tom sah zwischendurch ebenfalls rein und grinste, als er bemerkte was Semir sich besah. „Na komm… die ist doch viel zu schade für dich“ gab er zu. Semir sah ihn an. „Was? Quatsch. Ich hab den Text darunter gelesen.“ verteidigte er sich gegen Toms Vermutungen. „Ja sicher… hast überhaupt nicht auf das Bild gestarrt. Schon klar.“ lachte Tom.

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    Der Welt gehen die Genies aus,
    Einstein ist tot
    Beethoven wurde taub
    und ich fühle mich auch nicht gut. :D:D