Verdachtsmomente

  • Hallo ihr Lieben, :baby:
    hier kommt das nächste gemeinsame Werk von Steffi und mir. :]
    Viel Spaß beim Lesen und wie immer freuen wir uns über Feeds. ;)



    Auf der A4 war dichter Verkehr, die Leute wollten ins Wochenende.
    Semir war übel gelaunt, weil er am Wochenende seine Schwiegereltern zu Besuch hatte.
    „Mensch, jetzt hab dich doch nicht so. Wirst sehen, geht sicher schnell rum .“Tom witzelte fröhlich.
    „Ja, du hast leicht reden. Genießt mit Petra eure neue Wohnung, Liebe und Wolke Nummer 7 und ich? Hab die 2 Alten am Hals. Aida hier, Aida da und ei tei tei. Oma Trude hier Oma Trude da....“
    “Achtung, ne Kuh!”Tom griff Semir ins Lenkrad und zog den BMW rüber.
    „Spinnst du jetzt total?! Ne Kuh, wo denn?“ Semir zog wieder auf den Fahrstreifen.
    „Na, da war ne Kuh, wenn ich es dir doch sage. Semir paß auf! Da kracht es....“
    Tom brüllte, zeigte nach vorne und da war es auch schon zu spät.
    Vor ihnen standen bereits mehrere Fahrzeuge quer. Ein LKW war in die Leitplanke gefahren und mit einem Mal waren sie mitten drin in einem dicken Unfall. Semir steuerte rechts ran, bremste scharf ab und schlidderte weiter, als sie mit einem lauten Rums und Aufprall von hinten gegen ein anderes Fahrzeug geschoben wurden.
    Mitten in den ganzen Fahrzeugen standen plötzlich mehrere Kühe.
    „Na da, siehst du? KÜHE!“ Tom versuchte die Beifahrertür zu öffnen, die verzogen war und kletterte kurzerhand aus dem Dach.


    Semir griff zum Funk “Cobra 11 an Zentrale. Hotte, schwerer Unfall auf der A4, Kilometer 46, schickt alles was da ist und schafft ...ach ja und hier sind Kühe auf der Fahrbahn.“
    Hottes Stimme klang so, als würde er Semir nicht richtig für voll nehmen.
    „Semir? Alles klar bei euch?“
    „Mensch Hotte, ja! Und jetzt mach hinne, hier sind bestimmt auch einige Verletzte, so wie das hier aussieht! Ich meld mich gleich noch mal!“ Dann hing er das Mikro ein und stieg eilig aus dem demolierten BMW.



    Der Mann, der neben einem der völlig kaputten Fahrzeuge stand, sah sich gehetzt um. Verdammt noch mal, ausgerechnet jetzt war er wegen der Mistviecher in so einen Unfall verwickelt worden. Sein Wagen war absolut fahruntüchtig und zu Fuß kam er hier nicht weg. Außerdem würden die Bullen ihn anhand des Kennzeichens später ohnehin als Halter ermitteln. Fluchend stand er also an seinen Wagen gelehnt und überlegte.
    Einer der beiden Polizisten aus dem Zivilfahrzeug kam jetzt auf ihn zu und er erschrak, als er ihn erkannte. Kranich! Verdammter Mist! Obwohl es mittlerweile sechs Jahre her sein musste, hatte der verdammte Bulle sich kaum verändert.
    „Hallo! Sie da! Sind sie verletzt?! Alles in Ordnung?“
    „Ja, ja, alles bestens…danke.“ Er wendete sich eilig ein bisschen ab und versuchte möglichst teilnahmslos zu klingen. Kranich stand jetzt fast vor ihm.
    „Gut. Feuerwehr ist unterwegs! Wir werden nachher noch ihre Personalien aufnehmen. Bitte bleiben sie an ihrem Fahrzeug.“ Dann lief er an ihm vorbei weiter zu den nächsten Unfallbeteiligten.
    Der Mann sah ihm nach und schlug wütend die Faust gegen die Leitplanke.



    Nach einigen Minuten hatten sie die Lage am Unfallort einigermassen unter Kontrolle. Erstaunlichweise gab es lediglich drei Leichtverletzte und ansonsten nur enormen Sachschaden. Die etwa zehn Kühe liefen immer noch quer durch die Autos und teilweise auf der angrenzenden Wiese herum. Die ersten Einsatzfahrzeuge waren eingetroffen, sowie Feuerwehr und Rettungsdienste.
    „Wo gehören denn die Kühe nun überhaupt hin?“ Semir sah sich genervt um.
    „Was weiss ich….Irgendein Bauernhof wahrscheinlich. Da, siehste, der Zaun da ist hin!“
    „Ja, super! Und wir haben die Viecher jetzt am Hals. Als ob mir meine Schwiegereltern nicht schon reichen…“
    „Nun reiss dich mal zusammen, Partner.“ Tom lachte und machte sich daran, die ersten Personalien der geschädigten Personen aufzunehmen. Semir nickte nur und begann die Kollegen einzuweisen.


    „Nun zu ihnen, den Personalausweis hätte ich dann gern mal oder den Führerschein“ Tom kam nun zu dem Mann mit dem Basecap, welches er tief ins Gesicht gezogen hatte.
    „Hier, kann ich dann fahren ? Mein Wagen wird gad abgeschleppt und ich habe es eilig.“
    „Ja, sicher,Herr... Drässler, kein Problem. Ich bin auch schnell fertig. „Tom notierte Namen und Anschrift, stockte leicht, als er das Foto im Ausweis sah und schrieb weiter. “Die Anschrift ist aktuell?“
    „Ja . Ist sie. Sonst noch was?“ Roland hatte es scheinbar sehr eilig.
    „Nein, fürs Erste nicht, aber es kann sein, dass sie noch einen Bogen zugesendet bekommen, den sie ausfüllen müssen. „ Tom sah sich den Mann noch mal genau an und verabschiedete sich dann.
    Irgendwie wurde er den Verdacht nicht los, dass er ihn kannte...
    „Fertig, die Kollegen haben alles im Griff. Können wir dann?„ Semir sah auf die Uhr.
    „Ja, und womit? „ Tom besah sich den BMW, der auch schon auf einem der Abschleppwagen stand.“ Och nö, stimmt ja. Na denn, fahren wir da mit und steigen an der PAST aus.



    „Kühe?! Sie wollen mir allen Ernstes weiß machen, dass Kühe Schuld daran sind, dass sie mal wieder einen Dienstwagen zerlegt haben?“ Anna stand Semir und Tom gegenüber.
    „Chefin, genau so wars. Kühe. Und davon einige. Und ncht, was sie denken, nein, es waren alles 4 Beiner.“ Semir grinste und ging in sein Büro.
    „Wo er Recht hat...“ Tom marschierte schnell hinterher.


    „Jetzt hat sie aber geguckt, haste den Blick gesehen?“ Tom tippte wie wild auf der Tastatur des Rechners rum.
    „ Suchst du was?“
    „Ja, ich hab da eben jemanden gehabt, da passt das Gesicht nicht zum Namen, da bin ich mir sicher... oder kannst du dich noch an den Bachmann erinnern vor 6 Jahren?“
    „Bachmann, Bachmann.... hm... ja und? Das war doch der Irre, der dir bei einem kleinen Gerangel mal locker die Knochen gebrochen hat, oder?“
    „Kleines Gerangel? Ne, schon klar... und locker gebrochen? Aber sieh mal hier.....“ Tom zeigte Semir den Monitor.
    „Das ist Bachmann und das ist der Typ , den ich vorhin angeblich am Unfallort hatte. Da stimmt doch was nicht. Der ist angeblich tot.. Drässler, Roland. Bei einem Unfall ums Leben gekommen.“
    „Hm, Bruder? Zufall? Egal. Machst du alles fertig?...Ich muss jetzt, Andrea wartet.“ Schon war er aus der Tür und Tom ging zu Petra in die Teeküche.
    „Schatz, was hälst du davon, wenn wir heute ganz früh nach Hause fahren?„ Er gab ihr einen Kuß und schloß die Türe.
    Petra machte sich eilig aus seiner Umarmung los und schüttelte lachend den Kopf.
    „…Tom, wenn hier einer reinkommt!“

  • :baby: es geht ein Stück weiter :


    „Na und? Wenn schon…“ Wieder küsste er sie und Petra zog eilig die Tür auf und lief zurück zu ihrem Schreibtisch.
    Tom folgte ihr mit ein paar Schritten Abstand, griff dann schnell nach ihrer Hand und zog sie weiter in sein Büro. Schon war die Tür zu und mit zwei Handgriffen hatte er die Rollos zugezogen. Petra sah ihm lächelnd dabei zu und setzte sich auf seinen Stuhl, als er sich auch schon zu ihr umdrehte und sie in den Arm nahm.
    „So, hier kommt keiner rein…..“
    Sie legte ihre Arme um ihn. „Bist du sicher….wo ist denn Semir?“
    „Ach, der ist schon auf dem Weg zu Schwiegermutters Käsekuchen!“ Er grinste und küsste sie wieder.“Siehst du, keiner stört….“
    Petra sah erneut zur Tür und versuchte sich zu befreien.
    „Tom….aber es kann doch….“Sie lehnte sich leise kichernd weiter zurück und Tom beugte sich ebenfalls weiter über sie. In diesem Moment kippte der Stuhl nach hinten über und beide lagen unten neben dem Schreibtisch.
    In dem Moment wurde die Türe aufgerissen
    „Tom? Wo bleibt der Bericht von gestern?“ Anna stand in der Türe.
    Petra und Tom zuckten zusammen.
    „TOM? „
    Am Tischrand tauchte Toms hochroter Kopf auf. „Äh Chefin...“
    „Was tun sie da unter dem Tisch? Suchen sie die restlichen Kühe?“


    „ Nein... mir .. also.. der Stift ist runtergefallen.“
    Anna beugte sich runter und sah in Petras Gesicht.
    „Aaah ja... und....ich gehe davon aus... dass Frau Schubert ihnen gerade beim Suchen hilft...ja?“ Anna konnte sich mit Müh und Not ein Grinsen verkneifen.
    „Äh... ja... ja.. das tut sie.“
    „Hm, dann suchen sie mal... und sagen sie, Petra, ist es da unten so heiss, dass sie die oberen Knöpfe ihrer Bluse aufmachen mussten?“ Anna ging kopfschüttelnd aus dem Büro und machte die Türe hinter sich zu.
    Petra sprang jetzt eilig auf, schloß die beiden Knöpfe.
    „Von wegen, niemand kommt rein! Tom ,ist das peinlich!“
    Wieder ging die Tür auf.
    „Ach, und Tom? Der Bericht von gestern! Heute noch!“
    „…Äh, ja, sicher Chefin…“ Er nickte eilig und begann hektisch auf seinem Schreibtisch in den Unterlagen zu wühlen. Petra griff ebenfalls nach ein paar Akten und ging schnell an Anna vorbei nach draussen.
    Die schmunzelte nun und warf noch einen kurzen Blick in Toms Richtung.. Dieser jedoch senkte eilig den Kopf und wandte sich schnell dem Schreibkram zu.

  • Semir betrat inzwischen den Flur und hörte schon an der Tür die freudige Stimme seiner Schwiegermutter.
    „Semir! Wie schön! Du kommst ja ganz zeitig! Ich hab Käsekuchen gebacken! Gut siehst du aus, Junge! Und die Kleine erst! Wie gross sie geworden ist! Also, wir müssen viel öfter kommen!“
    Er nickte nur lächelnd, ließ sich von Trude umarmen und warf dabei Andrea, die nun auch in der Wohnzimmertür stand, einen missmutigen Blick zu. Doch Andrea grinste nur und wandte sich ab.
    Semir folgte ihnen zur Terrasse, begrüßte seinen wie immer wortkargen Schwiegervater und flüchtete sich dann schnell zu Aida in den Garten. Dabei warf er einen flehenden Blick auf sein Handy. Vielleicht ein Unfall, ein Überfall, irgendwas, was ihn hier wegholen würde….Doch das Telefon blieb stumm.



    „Bitte Chefin, der Bericht. “Tom legte Anna die Akte vor und wollte schnellstens wieder aus dem Büro verschwinden
    „Tom? Schnappen sie sich Petra und machen sie für heute Feierabend, ehe ich es mir anders überlege. Und........beim nächsten Mal suchen sie ihre Stifte bitte an anderen Stellen. Wir haben uns verstanden?“
    sie schmunzelte und Tom schloss schnell die Türe hinter sich.



    30 Minuten später schloß er hinter petra die Wohnungstüre und grinste immer noch, legte den Arm um ihre Hüfte und zog sie an sich.
    „Tom, lass das... was sollen jetzt die Kollegen von uns denken. Hast du Engelhardts Blick gesehen?“
    „Ist mir wurscht, komm , wir machen da weiter, wo wir aufgehört haben“ er zog sie Richtung Sofa.
    „ ich hab aber jetzt keine Lust mehr, so erwischt werden, wie Kinder... „Petra ließ ihn stehen und ging ins Bad, drehte den Hahn der Badewanne an.
    „Oh , das ist eine gute Idee.“ Tom nahm sie wieder n den Arm.“ich möchte jetzt baden, aber ohne dich.... „ Petra schob ihn vor die Tür und schloß ab.
    Tom wurde sauer. „Hey, was soll das denn? Ich hab doch nix gemacht? na denn, wenn du nicht willst, geh ich arbeiten.“ Nahm seinen Schlüssel und verschwand.


    Vor dem Haus von Drässler alias dem von Tom erkannten Bachmann stoppte er den CLK ab.
    „So, jetzt wollen wir dir mal auf den Zahn fühlen. „ Er stieg aus und ging um das kleine Haus rum.
    „Patrick. Sieh mal aus dem Fenster, da steht jemand, den wir nicht brauchen können. Was jetzt?“ Bachmann sah durch die Vorhänge und beobachtete Tom, wie er Richtung Garten ging.
    „ Na was? Der bekommt jetzt eine Fahrkarte ins Land der Träume, du hast ein Alibi und warst nicht hier. Welch Zufall.“ Patrick rieb sich die Hände.

  • Das war etwas, genau nach seinem Geschmack. Bachmann nickte.
    „In Ordnung….Verdammter Mist, Kranich ist misstrauisch geworden. Tu, was du nicht lassen kannst. Aber sieh zu, dass er dein Gesicht nicht sieht. Der Bulle ist schlau…..Ich schaffe inzwischen die Ausweise hier weg.“
    „Kein Problem, Boss.“ Patrick ging langsam vorne aus der Haustür und huschte dann ebenfalls seitlich am Haus entlang Richtung Garten. Dabei griff er beim Gehen nach einer dicken Eisenstange, die an der Hauswand lehnte.
    Bachmann nahm währenddessen den Umschlag mit den Ausweisen, zog sich seine Jacke über und verliess mit ruhigem Schritt das Haus.



    Tom versuchte inzwischen unauffällig an die Terrasse zu gelangen. Er wusste genau, das es Ärger geben würde, wenn die Chefin raus finden würde, was er hier tat, doch das interessierte ihn im Moment herzlich wenig. Mit seinen Gedanken war er immer noch bei Petra und musste jetzt lachen, wenn er an die Situation vorhin im Büro zurückdachte. Okay, er würde ihr gleich auf dem Rückweg ein paar schöne Blumen kaufen und noch mal von vorne anfangen….das wäre ja wohl gelacht!
    Vorsichtig lugte er durch die Scheibe ins Innere des Hauses. Es war niemand zu sehen.
    Da plötzlich hatte Tom das Gefühl, als ob jemand hinter ihm wäre, doch gerade, als er herumfahren wollte, traf ihn etwas Hartes mit voller Wucht am Hinterkopf und er ging in die Knie. Seine Hand wollte zur Dienstwaffe greifen und ein zweiter Schlag traf seine linke Schulter. Dann wurde es dunkel.


    Semir saß mit Andrea und seinen Schwiegereltern am Tisch auf der Terrasse und hatte Mühe die Augen offenzuhalten. Immer wieder traf ihn Andreas warnender Blick und er riß sich wieder zusammen.
    „Ach, ist das schön, dass wir hier alle zusammen sind! Semir, was ist denn nun eigentlich mit dem zweiten Nachwuchs? Aida wird bald zwei und so langsam….“
    Semirs Handy unterbrach den Redeschwall von Trude.
    Eilig griff er danach und sah Toms Namen auf dem Display…Die Rettung naht, dachte er innerlich grinsend.
    „Tom, was gibt es denn?“ Doch als er die Stimme seines Partners hörte, wurde ihm schlagartig heiss und kalt und er sprang auf. Auch Andrea bemerkte Semirs veränderten Gesichtsausdruck.
    „Tom?! Tom, sag was! Wo bist du?“ Die Leitung blieb still und man hörte nichtsmehr. Semir griff bereits zum anderen telefon.
    „Hotte! Ortet sofort Toms Handy! Schnell! Ich brauch die Adresse!„
    „Toms Handy? Wieso…der ist doch schon vor Ewigkeiten mit Petra….“
    „Hotte! Mach schon!“


    Andrea und ihre Eltern sahen Semir nach, der im Laufschritt seine Jacke und Waffe nahm und aus der Tür erschwand.

  • „Semir? Ich habs: An den Kreuzmorgen ... da in etwa dürfte er sein. Was ist denn los mit Tom?„Hotte kam über Funk.
    „Was weiß ich, aber irgendwas stimmt nicht, ich hab nur ein Stöhnen gehört dann war Stille. Hotte, schick ne Streife los. Ich bin auf dem Weg!“ Semir gab Vollgas.
    Er ahnte, was Tom dort gemacht hatte, dass sah ihm ähnlich. Immer wieder hörte er ins Handy ob er noch was vom Tom mitbekam, doch die Leitung rauschte nur und er hörte Vögelzwitschern.


    Von weitem sah er den CLK, bremste ab, die Steife kam bereits aus der anderen Richtung und Siggi sprang mit gezogener Waffe aus dem Wagen.
    „Tom muss hier irgendwo sein, Siggi , schnell!“
    Semir sah sich gehetzt um., rannte ums Haus und sah eine Gestalt an der Hauswand lehnen.
    „Tom? Verdammt? Siggi , ich brauch nen Arzt, schnell!” Schon war er am Boden bei seinem Partner, nahm ihm das Handy aus der Hand .Überall war Blut und Semir wurde für einen Moment übel.
    „Hey, Tom..... sag was.“
    Siggi kam mit einem Verbandskasten.. ”Arzt ist unterwegs. Oh scheisse, das blutet ja wie Sau.“
    „Das seh ich auch Siggi, stell dich auf die Straße, weis den Doc ein.“
    Semir nahm eine Kompresse und legte sie auf die Platzwunde“ Ahhhhhh... „ kam leise über Toms Lippen und er schlug die Augen auf.
    „ Mensch, was machst du ... auf die Art und Weise musst du mich nicht von Trudes Käsekuchen wegholen..hey, geht’s?“
    „Hm.... warst schon mal schneller. Autsch... meine Schulter.“



    40 Minuten lieferte Semir ihn genäht und mit leichtem Schulterverband bei Petra ab.
    „Petra? Ich hab hier jemanden für dich.......“ Semir schloss die Wohnungstür auf und rief in die Wohnung. Tom marschierte langsam zum Sofa und liess sich fallen.
    „Um Himmels Willen, was ist denn nun schon wieder passiert?!“ Petra kam mit Handtuch auf dem Kopf aus dem Bad.
    „Nix. Ich hatte nur Bekannstschaft mit einer Eisenstange. Sonst ist alles ok .“Tom griff sich an den Kopf
    „Dein Freund hiermusste auf eigene Faust ermitteln, wie man sieht... was hats ihm eingebracht? Ne dicke Platzwunde, die genäht werden musste und ne blaue und geprellte Schulter.“
    Semir ging in die Küche an den Kühlschrank, holte sich ein Wasser raus.
    „Petra war bereits neben Tom, sah nach seinem Kopf und fummelte an dem blutverschmierten Hemd herum.
    „Oje, du siehst ja schlimm aus, Schatz….Was ist denn mit der Schulter? Und zieh erstmal das Hemd aus, ich helf dir.“
    Tom lag auf der Couch, liess sich von ihr die Hemdknöpfe öffnen und lächelte sie zweideutig an. „Ja, genau so hatte ich mir das ja vorhin schon gedacht, aber du….“
    „Tom, jetzt hör auf damit…Semir steht da in der Küche.“
    „…Na und….Aah! Vorsicht!“
    Petra strich ihm vorsichtig über die dicke und blutunterlaufene Schulter, während Semir ins Wohnzimmer kam.
    „Brauchst jetzt gar nicht jammern, Partner….warum fährst du auch ohne mich….“
    Doch Tom beachtete ihn gar nicht und sah von der Couch zu Petra hoch, immer noch grinsend. Diese schüttelte den Kopf und half ihm aus dem Hemd. Wieder zuckte er zusammen und sie sah ihn besorgt an.
    „“Schatz, geht’s? Ich hol dir mal ein frisches Shirt und dann legst du dich oben ins Bett.“
    Er nickte. „…Ja, gute Idee.“
    „Nicht das, was du denkst…Semir, was hat denn der Arzt in der Klinik gesagt?“
    „Das er sich ausruhen soll. So, jetzt brauch ich,glaub ich, was mit Alkohol. Sonst ertrag ich das Zuhause nicht länger!...Sagt mal, ich könnte doch vielleicht bei euch…?“
    Schon saß Tom auf der Couch, schüttelte den Kopf, was die nächste Schmerzattacke zur Folge hatte.
    „Ne, ne, auf keinen Fall, Semir. Du fährst nach Hause. Ich kann dich hier heute nicht gebrauchen…“

  • „Wieso denn nicht? Du schläfst doch nur. Und…“
    „Ne Semir….außerdem, ja, Andrea wäre bestimmt sauer, wenn du nicht auftauchst. Also los! Danke fürs Bringen und tschüss.“
    „ Na das ist dein Dankeschön, dass ich dich auflese und dir aus der Patsche helfe. Den Anschiß der Chefin kannst du morgen alleine ausbaden, das sag ich dir.“
    Semir stand auf und ging zur Türe.
    „Du bist schuld, wenn Trude mich heute bewusstlos redet und ich leiden muss.....“
    „Ja Semir... danke..... aber sieh mal. Mir geht’s beschissen und ich muss gepflegt werden. „ Zum Beweis stöhnte Tom kurz auf und packte sich an den Kopf.
    „ Ja, ja, schon gut, ich hab verstanden.“ Semir zog die Tür hinter sich zu und murmelte sich etwas in den Bart.
    „Geht es dir so schlecht? „Petra sah Tom sorgenvoll an.
    „ Hm.. ...ich geh wirklich ins Bett.. Haben wir noch Aspirin im Haus?“
    „Bring ich dir, geh schon.“
    Als Petra mit dem Glas und der Tablette ins Schlafzimmer kam, lag Tom im Bett, hatte die Augen geschlossen.
    „Hier, ich hoffe die hilft, du Armer. „
    Sie setzte sich neben ihn.
    „ Danke....“ Er zog sie zu sich und küsste sie.
    „Entschuldige für vorhin.. und die Blumen, nun ja.. die hab ich bei dem Stress vergessen....“
    „Tom Kranich, du bist unverbesserlich...“ Sie erwiderte den Kuss und die Umarmung.
    „ Hm.... ahhhh... aber jetzt haben wir endlich unsere Ruhe und niemand kann stören...“ Schnell zog er sie an sich , ignorierte den dumpfen Schmerz der geprellten Schulter und schaltete mit einer freien Hand noch schnell die helle Lampe der Decke aus…..


    Semir saß im CLK, als Tom morgens aus dem Haus kam und sich etwas gequält auf den Beifahrersitz schälte.
    „Na Opa, geht’s? Ist doch nett, dass ich dich abhole, was?“
    „Morgen!....Ist ja wohl auch das Mindeste. Immerhin fährst du hier mit meinem Wagen durch die Gegend.“
    „Wo ist denn Petra?“
    Tom grinste nur, griff nach der Zeitung. „Die kommt mit ihrem Wagen, ist noch im Bad….Wir sind heute morgen bisschen spät dran.“
    „So, so, verstehe. …Was machen deine Blessuren?“
    „Wenn ich mich nicht bewege ,geht’s….Und ansonsten kommt es auf die Art der Bewegung an.“ Wieder sein Grinsen . Semir schüttelte nur den Kopf.
    „Naja, ist mir ja auch wurscht. Die Chefin war schon am Funk und wollte dich sprechen.“
    Tom sah von der Zeitung auf. „Echt? Oh, vielleicht sollte ich lieber zuhause…“
    Nun war es Semir, der zu grinsen begann.

  • Anna sprang sofort hinter ihrem Schreibtisch auf, als sie die beiden ins Büro kommen sah.
    „Kranich! In mein Büro! Gerkhan, sie auch!“
    Kurz darauf standen beide vor ihr und sie sah Tom scharf an. Dieser versuchte verzweifelt möglichst in eine andere Richtung zu sehen, während Semir ihr entspannt zulächelte.
    „Können sie mir erklären, Tom, was sie da gestern Abend bei der Adresse von diesem Drässler gemacht haben? Herr Drässler war heute Morgen bereits hier und wollte wissen, warum er, als er nach Hause kam, ein riesiges Polizeiaufgebot in seinem Garten hatte und weshalb ein Beamter der Kripo Autobahn um sein Haus schleicht und dort zusammen geschlagen wird.“
    „Ja Chefin…zusammengeschlagen ist jetzt etwas übertri….“
    „Kranich!“ Ihre scharfe Stimme unterbrach ihn sofort und Anna sah ihn immer noch an.
    „Ich nehme an, sie haben einen triftigen Grund, warum sie am späten Abend um das Haus von Herrn Drässler schleichen? Denn bisher war er ja doch wohl nur ein Beteiligter eines Verkehrsunfalls auf der A4. Oder verwechsele ich da irgendetwas?“
    „Nein Chefin, es ist folgendermassen….Der Mann, der Roland Drässler heisst, ist seit einiger Zeit tot.“
    „Bitte?“ Anna sah ihn verständnislos an und Semir nickte eifrig.
    „Tom hat Recht, Chefin…“
    „Gerkhan, sie sind jetzt mal still…..Tom, hatten sie eine Genehmigung das Grundstück zu betreten oder vielleicht einen Durchsuchungsbefehl für das Haus von Herrn Drässler?“
    „Äh, nein, Chefin….“
    „Aha.“ Wieder ihr Blick. „Dann können sie sich eventuell vielleicht dunkel daran erinnern, was ich gestern zu ihnen sagte? Als….als sie mit Frau Schubert ihre Stifte unterm Tisch suchten?“
    Tom nickte nur, während Semir ihn merkwürdig ansah. Anna sprach weiter. „Ich sagte, nehmen sie Petra und machen sie Feierabend, nicht wahr? Also, was um alles in der Welt tun sie im Garten von Roland Dressler?!“
    „Ja, also….“
    „In einer Stunde will ich ihren Bericht haben, Kranich! Und dann bitte auch mit schlüssigen Erklärungen, warum der Mann, der vorhin hier vor meinem Schreibtisch stand, angeblich tot sein soll!“
    Tom nickte langsam und ging in sein Büro.
    „Was meinte die denn damit? Mit dem Schreibtisch und den Stiften und petra?“
    Semir schloss hinter ihnen die Türe.
    „Nix.“ Tom setzte sich, verzog das Gesicht und fing an zu tippen.

  • „Komm, erzähl, du hast doch nicht mit Petra hier...ich meine unterm Tisch im Büro...und die Chefin ? Hat sie euch erwischt? Ich glaub´s ja nicht!“ Semir prustete laut los, als er sah, dass Toms Gesichtsfarbe wechselte.
    „ Semir, halt die Klappe oder tipp für mich...besser noch Beides. Mit der Schulter geht das nicht...aua ,verdammt“ Tom verkniff sich ein Grinsen, sah nach draussen und Petra lächelnd ins Büro kommen .
    „Ja , ja, also das ist selbst Andrea und mir nicht passiert... sich von der Chefin unterm Schreibtisch erwischen lassen....“ Semir sah angestrengt nach unten „Nun los, sag an, was soll ich schreiben, deine Leidensmine kann man ja nicht länger mit ansehen.“


    Anna las den Bericht durch.
    „Ja und? Jetzt haben wir einen Toten, der auf der Straße rumläuft und keine Beweise dafür, ausser ein Foto? Hängen sie sich da dran. Aber vorsichtig. Sind sie überhaupt dienstfähig?“
    Tom nickte“ Ja, ja, kein Problem.“
    „Ok, dann sehen sie zu, dass sie sich bei Drässler entschuldigen für das Theater gestern und bekommen raus, wer sie da so nett zugerichtet hat.“


    Wenig später standen Tom und Semir vor Drässlers Haustüre und klingelten.
    „Ach, sie schon wieder? „
    „Herr Drässler, ja. Also.....“ Tom entschuldigte sich für den Massenauflauf und beobachtete dabei genau Drässlers Reaktion.
    „Nun ja, sie sehen ja ganz schön ramponiert aus, wenn ich das so sagen darf. Ich hoffe sie bekommen den Täter....Jetzt habe ich zu tun. Sie entschuldigen mich?“


    10 Minuten später folgten die Beiden Drässler unauffällig mit dem Wagen ,als der das Haus verließ. Semir sah neben sich und Tom an.
    „Sag mal, was suchen wir eigentlich?“
    „Ja Semir, keine Ahnung. Aber jemand,der offensichtlich seine eigene Identität aufgibt, der muss doch was im Schilde führen. „
    „Sicher. Na dann, fahren wir ihm mal nach….Sag mal, wobei denn jetzt genau hat die Chefin euch da gestern….“
    „Ach Semir….“
    „Na, erzähl doch mal. Habt ihr geknutscht oder wart ihr schon weiter und…“
    „Das sag ich dir nicht! Nun guck nach vorne, der ist da rechts rum.“
    „Ja, ja, seh ich doch!“ Semir grinste und folgte dem Wagen.
    Etwa zwanzig Minuten später hielt er vor einem Cafe in der Innenstadt und Drässler stieg aus. Vor dem Eingang wartete ein anderer Mann und Tom zog den kleinen Fotoapparat aus dem Handschuhfach, machte zwei, drei Bilder. Die beiden Männer betraten inzwischen das Cafe.
    „Okay, was jetzt?“
    „Hinterher gehen können wir nicht, Drässler könnte uns bemerken. Lass uns ins Büro fahren, vielleicht kann Petra mit den Fotos hier was anfangen.“
    Tom nickte nur und sie machten sich auf den Weg zurück zur PAST.


    Kaum das sie das Büro betraten, stiessen sich einige der Kollegen an und grinsten Tom zu. Bonrath hob anerkennend den Daumen hoch und schlug ihm auf die Schulter. Tom sah ihn verständnislos an.
    „Was denn?“
    „Ja, ja, man hört so einiges…Cassanova!“ Die Kollegen lachten und Tom warf Semir einen finsteren Blick zu. Dieser verschwand eilig im Büro, während Petra von ihrem Schreibtisch aufsah, ihrerseits Tom böse ansah und schliesslich in der Teeküche verschwand. Tom folgte ihr eilig.

  • „Du Schatz, das ist nicht, wie du denkst…“
    „Ach nein?!“ Sie war wütend. „Tu doch nicht so! Du hast es ja anscheinend jedem hier erzählt und…“
    „Aber nein! Ich doch nicht! Semir….“
    „Jetzt schieb es doch nicht auf Semir! Die grinsen hier alle die ganze Zeit! Und weißt du was, lass mich bloß in Ruhe!“
    „Na gut, wenn du mir nicht glaubst. Bitte. Hier auf der Digicam sind Bilder. Kannst du die bitte mal bearbeiten und uns dann bringen? „ er drückte ihr die Cam in die Hand.
    „Danke, Partner. Haste super hinbekommen, jetzt redet sie nicht mehr mit mir und ist sauer. „Tom fuhr sich mit der Hand durch die Haare und verzog das Gesicht. „Und mein Kopf brummt wie sonst was.... wenn ich den Mistkerl erwische. Sag mal, wo sind denn meine letzten Aspirin aus der Schublade? Hast du...“
    „Äh, ja, sorry. Ich schau mal in der Teeküche, warte, da waren noch welche.“
    Semir nutzte die Gelegenheit und suchte ein Gespräch mit Petra.
    “ Petra, hast du noch Aspirin für das leidende Wesen da drüben? „
    „Hier. Und vielleicht sollte das leidende Wesen besser nach Hause gehen, so wie es aussieht.“
    „Sag ich ihm, aber... also.... wegen den Kollegen. Da tust du ihm wirklich unrecht. Vorhin, als die Chefin so Andeutungen gemacht hat...Tom hat wirklich kein Sterbenswörtchen erzählt....“
    „Ja schon klar. Und er hat dich auch nicht geschickt.“ Sie nahm die Tabletten und ging schurgerade zu Tom ins Büro. Der hatte sich mit geschlossenen Augen im Stuhl zurückgelehnt.
    „Hier, hast du Tabletten und das mit Semir hättest du dir sparen können.“
    Sie legte die Tabletten auf den Tisch und ging.
    5 Minuten später kamen die Bilder per Mail auf Semirs Computer.
    „Ach, sieh mal einer an. Da haben wir was gefunden. Also der Typ hier auf dem Bild ist ein alter Bekannter. Patrick Kuhl . Und rate mal, mit wem der in einer Zelle gesessen hat. Bingo. Bachmann.“
    Tom sah Semir zerknittert an. „Hm.... gut. Dann gehen wir mal davon aus, dass die Beiden was planen oder Dreck am Stecken haben. Fragt sich nur, wie kommen wir an den Ausweis von Drässler/Bachmann. „
    „Tja, ganz einfach. Wir haben doch den Beweis, dass Drässler tot sein müsste. Damit konfrontieren wir jetzt Drässler mal. Oder?
    „Gute Idee, aber du gehst vor. Mir reicht es .“


    Sie machten sich auf den Weg zu Drässlers haus und warteten. Doch niemand öffnete die Türe und erschien.
    „Ist der Vogel unterwegs. Macht nichts, so schnell läuft er uns nicht weg.“
    Die Gardine, die sich im oberen Stock bewegte sahen beide nicht.
    Auf dem Rückweg zur PAST lehnte Tom den Kopf an den Sitz und schloß die Augen.
    „ So, ich lass dich jetzt zu Hause raus. Da kann ja keiner mehr mit ansehen, und keine Wiederrede. So arbeite ich nicht mit dir zusammen. „
    Tom gab erstaunlicherweise keine Antwort, was Semir in seinem Verdacht bestätigte, dass es seinem Partner nicht besonders ging.


    Auf der PAST nahm er sich einen Kaffee und setzte sich an den Rechner. Irgendwie musste sich doch zusammen puzzlen lassen wie und was bei Drässler/Bachmann und dem Kuhl faul war.
    „Hier , die Meldebestätigungen von den Beiden.“
    Petra kam ins Zimmer und legte Semir mehrere Bögen auf den Tisch.
    „Wo hast du Tom gelassen?“
    „ Ach, du redest noch mit mir? Und zu deiner Frage, die lebende Leiche hab ich eben zu Hause abgeladen. Dank dir für die Infos. Dann kann ich ja jetzt losfahren und die mal alle abklappern und Fragen stellen.“ Semir nahm seine Jacke , Petra sah ihm nach.
    Tom zu Hause? Freiwillig? Nun machte sie sich doch Sorgen.

  • Tom hatte sich derzeit Zuhause tatsächlich im Schlafzimmer aufs Bett gelegt, die Rolläden runtergelassen und die Augen geschlossen. Sein Kopf hämmerte wie ein Pressluftbohrer und jede Bewegung der Schulter schmerzte höllisch.
    Neben ihm auf dem Nachttisch begann das Telefon zu klingeln , doch er ignorierte es einfach. Kurz darauf dasselbe mit dem Handy und er warf einen kurzen Blick auf das Display. Petra…Aha, dann machte sie sich Gedanken, dachte Tom zufrieden und schloss wieder die Augen. Sicher würde es nicht mehr lange dauern, bis sie hier auftauchen würde.


    Semir stoppte den CLK vor dem Haus, in dem Kuhl wohnen musste. Da die beiden sich vorhin an dem Cafe getroffen hatten, war es unwahrscheinlich, dass Kuhl jetzt bereits wieder zuhause sein würde. Semir drückte auf den Klingelknopf und war nicht sonderlich überrascht, dass niemand öffnete. Sein Blick fiel auf das recht einfache Türschloß an der Wohnungstür und er überlegte ein paar Sekunden lang…..Ob er? Die Chefin würde im Dreieck springen, aber andererseits…vielleicht gab es da in Kuhls Wohnung etwas, das sie weiterbringen würde.
    Gerade, als er in seiner Jackentasche nach seinem „ Türöffner“ kramen wollte, hörte er plötzlich eine Stimme hinter sich.
    „Wollen sie zu mir?“
    Semir drehte sich um und sah in Kuhls finsteres Gesicht.
    „Herr Kuhl?...Gerkhan, Kripo Autobahn. Hätten sie einen Moment für mich?“
    „Warum?“ Kuhl sah ihn scharf an.
    „Nun…Sie kennen einen Herrn Drässler?“
    „Wer will denn das wissen?“
    „Ich!“, erwiderte Semir nun auch in etwas schärferem Tonfall.
    „Nee, kenn ich nicht.“
    „Ach, nein? Aber doch einen Herrn Bachmann, nicht wahr? Immerhin haben sie einmal ein Zimmer geteilt….“
    Kuhl schwieg, sah Semir nur an. Dieser zog jetzt ein Foto hervor, hielt es ihm vor die Nase.
    „So, Herr Kuhl, wer ist das denn nun? Bachmann, Drässler, oder wer? Und es wäre schön, wenn sie sich eine plausible Antwort einfallen lassen würden, sonst kommen sie nämlich mit!“
    Kuhl nahm das Foto, betrachtete es und in der nächsten Sekunde riss er den Ellenbogen hoch, traf Semir in den Rippen und sprintete Richtung Haustür. Semir taumelte rückwärts gegen die Wand, hatte einen Augenblick Probleme Luft zu bekommen und rannte dann aber Kuhl hinterher. Wütend riß er die Tür auf, sah auf die Strasse, als ihm bereits ein grosser Stein gegen die Kniescheibe flog. Gleichzeitig sah er Kuhl um die nächste Ecke verschwinden.
    Fluchend blieb er mit einem stechenden Schmerz im Knie stehen, humpelte zum Wagen und riß wütend das Mikro aus der Verankerung.



    Patrick rannte noch einige Strassenecken weiter und verschwand dann in einem gerade ankommenden Linienbus. Eilig griff er zum Handy. „Scheisse, der Bulle war da! Die wissen, wer du wirklich bist! Ich bin abgehauen! Aber die werden jetzt meine anderen Dokumente in der Wohnung finden!“ Bachmann am anderen Ende der Leitung fluchte laut.



    Semir humpelte langsam in die Wohnung zurück und sah sich dort um. Im Sekretär wurde er fündig“ Sieh an... 2 Ausweise. Reisepaß und Führerschein." Das Bild von Kuhl lächelte ihn an, allerdings stand ein anderer Name im Paß. Aha, noch ein „Toter“ ... wie es aussieht planen die was, sonst würden sie sich nicht umbenennen.“ Semir steckte die Sachen in eine Plastiktüte und besah sich den kleinen Zettel am Paß. Eine Adresse stand dort und Handynummer. Mittlerweile war die KTU vor Ort und er fuhr zurück zur PAST. Sein Knie wurde immer dicker und Gott sei Dank hatte der Wagen Automatik, wo er den linken Fuß nicht bewegen musste.

  • „Semir, was ist denn mit dir passiert?“ Petra sah ihn in die PAST humpeln, als sie in der Tür stand um in der Mittagspause zu Tom nach Hause zu fahren.
    „Ach, nix, da hat mir so ein Schweinepriester die Kniescheibe versucht zu zerdeppern... ah....“
    „Komm, lass mal schauen.“
    „ Ne, bleib mir bloss da weg... fahr du lieber nach deinem Patienten sehen.“
    „Du, der geht weder ans Telefon, noch ans Handy. Der schläft sicher tief und fest. Und jetzt ins Büro und Hose runter. Ich hol Eis.“


    Tom stand auf, schwankte leicht und musste seinen Kreislauf beruhigen. Wenn sich niemand um ihn kümmerte, konnte er auch wieder arbeiten. Er spülte noch eine Tablette mit Wasser runter und fuhr zur PAST zurück
    Gerade rechtzeitig, als Semir nur in Unterhose auf seinem Schreibtisch saß und Petra vor ihm kniete, betrat er das Büro. Die beiden sahen sich zur Tür um und Tom blieb mit verwundertem Blick im Türrahmen stehen. Petra , die gerade vorsichtig ein Coolpack auf Semirs Knie legte , zuckte nur die Achseln und Tom verschränkte die Arme vor der Brust.
    „Ach so, um den kümmerst du dich….Oder was macht ihr da, wenn ich fragen darf?“
    Semir grinste. „Na, auf jeden Fall liegen wir nicht unterm Tisch.“ Im gleichen Moment zuckte er zusammen, da Petra aufgrund dieser Bemerkung nun ärgerlich den Eisbeutel fest auf sein Knie drückte. „Aah…!“
    Dann stand sie auf, warf Semir die Salbe und Kompresse vor die Nase und rauschte aus dem Büro. Knall und schon war die Tür zu.
    Tom ging nun langsam auf Semir zu , besah sich das Knie und sah ihn fragend an. „Was ist denn mit dir passiert?“
    Semir nahm das Coolpack vom Knie und öffnete die Tube mit der Creme. Tom beobachtete ihn und schüttelte den Kopf. „Ich würde das lieber noch ne Weile kühlen.“
    Semir antwortete nicht und drückte was von der Salbe auf das blau unterlaufene Knie. Wieder ging die Tür auf und die Chefin stand im Büro. Irritiert sah sie zu Tom, dann zu dem in Unterhose auf dem Tisch sitzenden Semir und der Salbe.
    „Bei den Herren alles in Ordnung?“
    „Äh…ja, sicher, Chefin, alles gut.“
    „Na wunderbar. Dann kommen sie bitte beide mal in mein Büro. Und Semir, es wäre mir angenehm, wenn sie sich vorher ihre Hose wieder anziehen würden.“


    Sie verließ den Raum und ging zurück in ihr Büro.

  • „Was machst du eigentlich wieder hier? Wolltest du dich nicht hinlegen? Siehst immer noch nicht besser aus als vorhin.“
    „Das musst du grad sagen. Kaum dreh ich mich rum, spielst du den Kranken, der von Petra versorgt werden muss und nun mach hinne, wir werden erwartet.“


    Anna klapperte mit dem Kugelschreiber. “Was war da jetzt bei Kuhl los, Semir? Warum waren sie da alleine? „
    „Ja, nichts besonderes. Ich habe was gefunden. Die KTU ist noch vor Ort. Wir wissen zumindest nun, dass die Dreck am Stecken haben und gefälschte Ausweise. Kuhl hat genau wie der andere eine neue Identität angenommen. Da bleiben wir dran.“
    „Aha, und warum arbeiten sie neuerdings getrennt? Und warum passiert dann ständig was? Ich will, das dieser Heck Meck ein Ende hat. Verstanden? Und ab sofort wünsche ich meine Mitarbeiter weder unter Schreibtischen zu finden, noch in Unterhose auf den selbigen. Kam das an? Und nun schwirren sie ab ,an die Arbeit.“


    Kaum im Büro griff Tom zum Telefon, während Semir sich ein neues Coolpack holte.
    „Ja, ..hm.. die Nummer hab ich von Patrick. Dringend ja.....heute noch mit Bild, gerne... die Bullen sind mir auf den Fersen. Ich zahle bar.“ Er legte zufrieden auf, notierte etwas.
    „Was zahlst du bar? Bekomm ich etwas geschenkt? “Petra stand im Raum.
    „Du? Nein..warum? Das war dienstlich. Kann ich was für dich tun ,mein Schatz? Semir ist nicht hier, falls du den suchst und weiter verarzten willst.“ Er musste grinsen.
    „Nein, ich wollte eigentlich dich fragen ob es dir besser geht, aber an der Art deiner Ironie höre ich, dass das wohl nicht der Fall ist."
    Semir kam angehumpelt. “Streitet ihr schon wieder? Ich hab damit nix zu tun. Ahhhh.. scheiß Stein... „ Er setzte sich auf den Stuhl und legte den Fuß hoch. Tom stand auf, griff seine Jacke und steckte den Schlüssel ein.
    „Paß auf, du kümmerst dich um dein Knie und ich prüf mal unsere Passfälscher , hab gleich ne Verabredung da.“
    „Du hast was? Sag mal spinnst du?“ Semir stand auf, humpelte zur Türe.
    „Warum? Ich bin auf der Flucht, brauch nen neuen Paß und fertig. Mal umschauen können wir uns da ja. „
    „ Und du fährst da jetzt alleine hin, ich sag ja, dir muss der Kopf arg weh tun...“ Semir schüttelte den Kopf und ging mit zum Wagen.
    „Na ob ich da jetzt allein hinfahre oder mit dir, macht wenig Unterschied, wenn man sieht, wie gut du zu Fuß bist.“
    Er stieg ein und gab Gas, hielt jedoch wenige Meter später wieder und ließ Semir einsteigen.
    „Na gut, dann komm halt mit. Aber wie gesagt, du bleibst schön im Auto….“

  • „Als ob du mir das zu sagen hättest…Nun los, fahr. Wohin geht’s überhaupt?“
    Tom gab ihm den Zettel mit der Adresse und Semir nickte nur. „Super Gegend da….Klasse! Und da wolltest du ohne mich hin, ja? Ist doch viel zu gefährlich!“
    Tom sah daraufhin Semir nur wortlos an und fuhr Richtung Leverkusen.


    Falk legte den Hörer auf. “Na da brat mir einer nen Storch. Sauber. Kuhl hat grad angerufen, Mirko. Der Typ der uns gleich besuchen kommt, ist ein Bulle. Die Trottel haben unsere Ausweise „verloren“ ....“
    Mirko wurde wütend.
    „Super, dann müssen wir uns was überlegen, der Kerl steht hier gleich auf der Matte. So schnell können wir hier nicht alles aufräumen. Also sieh zu, dass der Typ aus dem Verkehr gezogen wird.“
    „Okay, keine Sorge, die Gegend hier ist halt auch unsicher….Da passiert schnell mal was!“ Falk lachte und verließ die Wohnung.


    Tom fuhr den CLK an den Strassenrand und schnallte sich ab. Semir sah ihn an.
    „Was jetzt? Die Adresse ist zwei Strassen weiter…so weit kann ich nicht laufen.“
    „Sollst du ja auch nicht. Ich laufe, du sitzt. Und zwar hier im Wagen! Ich werd mich da mal umsehen.“
    Schon schnallte sich Semir ebenfalls ab. „Auf keinen Fall, ich komm mit. Sonst muss ich dich wieder blutüberströmt irgendwo einsammeln…oder noch schlimmer.“
    Tom grinste nur und schüttelte den Kopf. Semir stieg aus und humpelte ihm hinterher.


    Falk sah die beiden Männer auf das Haus zukommen. Das es Polizisten waren, erkannte er ohne gross drüber nachzudenken. Grinsend griff er zum Handy.
    „Mirko, es sind zwei. Sind gerade im Anmarsch. Verpiss dich durch den Hof, gleich gibt’s ein Feuerwerk.“ Dann stieg er in seinen am Strassenrand parkenden Wagen und machte die beiden Handgranaten neben sich scharf.

  • Hallo alle zusammen,Steffi und ich sind nach "Kidnapping" (Siehe Feed...) und kaltem aber sehr lustigen Wochenende wieder Zuhause und schon gehts hier weiter.... ;)



    Tom und Semir bogen um die Ecke und standen unter dem Vordach der Lagerhalle .“Na das sieht ja mal einladend aus. Komm...“ Tom war fast in der Halle, als es klirrte und etwas an ihm vorbei durch eine der Scheiben flog. Irritiert sah er sich um, zog seine Waffe. Da erblickte er die Handgranate. “SEMIR, raus und zwar schnell....“ er zog Semir am Arm, der stolperte und im gleichen Augenblick gab es 2 ohrenbetäubende Explosionen.
    Tom hielt sich den Arm vor den Mund und die Augen, fühlte nach Semir und zog ihn weiter. Über ihnen stürzte das Dach der Halle ein.


    Falk und Mirko sahen die Explosion aus sicherer Entfernung und rieben sich die Hände. Damit waren die größten Spuren sicher beseitigt und die beiden Bullen mit Sicherheit kampfuntauglich.
    Als sie die ersten Sirenen hörten, machten sie sich auf den Weg zu ihrem 2. Versteck.


    Nachdem sich der erste Staub gelegt hatte, versuchte Semir sich zu orientieren. Er musste husten, überall war Staub und Dreck, Blechteile und Schutt.
    „Tom? Hey, Tom?“
    Dicht hinter ihm hustete es und jemand bewegte sich. „Hier.... soweit ich mich sortieren kann... autsch, verdammt. Als ob ich nicht schon genug abbekommen hätte."
    In der Ferne hörte sie die ersten Sirenen. Semir versuchte sich unter dem Schutt zu befreien und fluchte. „Komm mir mal helfen, ich bin hier irgendwie eingeklemmt.“
    Tom war immer noch am Husten. „Ja toll, meinst du,ich nicht…Scheissdreck!...Aah, Mensch, bist du sonst okay?“
    „Glaub schon….warte, jetzt komm ich hier frei.“ Semir hatte es geschafft, ein paar Betonbrocken wegzuschieben und schälte sich vorsichtig aus dem Staub. Langsam stand er auf und hörte die ersten Stimmen der Rettungskräfte.
    „Hallo?! Jemand drinnen?! Hallo!“
    „Ja! Der Weihnachtsmann und der Osterhase. Und wir bräuchten mal ein bisschen Hilfe!“ Semir humpelte sauer in die Richtung, aus der Toms Husten gekommen war. Dieser hatte es gerade ebenfalls geschafft, sich aus einem eingestürzten Bretterstapel zu schälen und Semir hielt ihm die Hand entgegen. Dann waren auch die ersten Feuerwehrleute neben ihnen.



    Anna betrat mit Andrea und Petra das Untersuchungszimmer in der Notaufnahme. Tom und Semir waren gerade dabei sich wieder anzuziehen und Anna griff wortlos nach den Krankenblättern. Während sie zu lesen begann, waren Petra und Andrea bereits neben den beiden an den Untersuchungsliegen.
    „Semir, alles in Ordnung? Was macht ihr denn wieder?“ Andrea nahm ihn in den Arm.
    „Ich? Nichts! Frag ihn! Er wollte da hin!“
    Tom , der gerade den Gürtel seiner Hose zumachte, sah nur kurz auf und schüttelte stumm den Kopf. Petra musterte ihn besorgt.
    „Wie geht’s dir denn? Was ist denn bloß passiert?“
    „Das würde ich auch gerne wissen!“, kam jetzt die Stimme von Anna, die immer noch die Krankenblätter in der Hand hielt. „Prellungen ,Blutergüsse, Verstauchungen, Schnittwunden….sehr interessant, meine Herren. Haben sie wenigstens ihr Knie direkt untersuchen lassen?“
    „Was ist denn mit deinem Knie?“ Andrea sah ihren Mann fragend an und Semir winkte eilig ab. „Nichts….uns geht’s gut, Chefin.“
    „Ja, das kann man deutlich sehen! Wie, um Gottes Willen, sind sie beide in so eine Explosion hineingeraten?!“
    „Na, sie haben doch gesagt, wir sollten gemeinsam….“
    „Semir! So hab ich das nicht gemeint!“ Anna sah ihn scharf an und er verstummte sofort.

  • Kleines Stück zum Schlafengehen! :]


    „Das waren die Passfälscher... ich habe dort einen neuen Paß in Auftrag gegeben.. den wollten wir abholen.“ Tom sah sie vorsichtig an.
    „Sie haben WAS? Ich glaub es nicht! Also das muss ich erst verdauen. Morgen früh kommen sie beide Punkt 8 Uhr in mein Büro. Heute will ich sie weder sehen noch hören , noch mit weiteren Schadensmeldungen beglückt werden.„ Sie rauschte kopfschüttelnd ab.
    „Siehst du, ich habs ja gleich gesagt, dass die Idee Mist ist und du wolltest da auch noch alleine hin. “Semir brummte wütend.
    „Ach und du? Wärest du nicht so langsam gewesen mit deinem Knie, wären wir da locker rausgekommen...“
    Beide kassierten einen wütenden Blick.
    „Na kommt, Trude wartet zu Hause mit dem Käsekuchen , ihr könnt euch da ja zusammen in den Liegestuhl legen und über eure Wehwehchen unterhalten.“ Andrea reichte ihrem Mann die Hand.
    „Und sie freut sich sicher, Tom mal wieder zu sehen, wo sie doch beim letzten Besuch so schön mit ihm geredet hat“ Semir grinste Tom an.
    „Och ne, lass mal. Mir geht’s beschissen. Mein Kopf dröhnt wie ein Kampfgeschwader , ich will jetzt nur noch nach Hause, was gegen die Schmerzen und schlafen.“ Er verzog wehleidig das Gesicht ,.
    Weder Petra noch Andrea bekamen das Grinsen mit, was er Semir zuwarf., als er in Petras Wagen stieg.



    „Komm, gib mir mal das dreckige Hemd , hier ist ein sauberes T-Shirt.“ Petra reichte ihm eins aus dem Schrank.“ Oh Mann, deine Schulter sieht ja echt schlimm aus.“
    2 Minuten später kam Petra mit einem Glas Wasser und 2 Tabletten wieder. “Hier , das sind die aus der Klinik. „
    Tom hatte sich bereits ins Bett gelegt, zog sie am Arm zu sich.
    „Hm, du siehst wirklich schlecht aus, ich hoffe ,die helfen und du kannst jetzt schlafen.“ Sie stand auf, zog die Rollos runter.
    „Komm doch noch etwas zu mir, Schatz..... ich bin so alleine.“ Er streckte den Arm nach ihr aus, was sofort mit Schmerzen in der Schulter belohnt wurde und er das Gesicht verzog.
    „ Nix da. Der Patient braucht jetzt Ruhe. Außerdem fahre ich jetzt zu Andrea, wir wollen mit Trude noch einen Bummel in die Cocktailbar am Rhein machen. Semir liegt auch flach und da können wir das ja beruhigt. Wenn etwas ist, ruf mich auf dem Handy an. “Sie gab ihm einen dicken Kuss und war verschwunden.

  • :D :baby: na denn gehts mal ein Stück weiter :


    „So was.... jetzt geht die einen draufmachen? Ich glaub es nicht.“ Tom ließ den Kopf aufs Kissen sinken. Und nachdem er die Tür unten zufallen gehört hatte, griff er zum Telefon.
    „…Gerkhan.“
    „Ja Semir, ich bin´s. Schläfst du?“
    „Witzig…Jetzt nicht mehr. Aber hab mich eh nur schlafend gestellt….bis die weg waren.“
    „Und dein Schwiegervater?“
    „Mit Aida im Zoo…..Mir geht diese Fälscherbande nicht aus dem Kopf, Tom.“
    „Mir auch nicht…bei Frankie?“
    „Gerne…Bis gleich.“


    Bachmann und Kuhl trafen sich am Rasthof Eifeltor mit Falk und Mirko. Der war immer noch sauer, schrie wütend herum.
    „Ihr gefährdet den ganzen Plan! Verdammt nochmal! Wir mussten alles wegschaffen und ein grosser Teil ist noch bei der Explosion draufgegangen! Was für Anfänger seid ihr?!“
    „Jetzt spiel dich nicht so auf, Mirko! Keiner konnte ahnen, dass mir dieser Kranich über den Weg läuft. Nach all den Jahren! Und außerdem sei froh, dass wir euch noch warnen konnten! Sonst hättet ihr dem Bullen noch Pässe verkauft!“ Bachmann zündete sich eine Zigarette an und sah Mirko an. Dieser beruhigte sich schliesslich.
    „Okay, wie jetzt weiter?! Die Bullen werden suchen, bis sie was finden! Kranich ist wie eine lästige Klette!“
    „Der hat sicher erstmal genug! Die Sache wird so durchgezogen, wie geplant. Und wenn Kranich noch mal dazwischenfunkt, leg ich ihn um, ganz einfach!“


    Frankie sah seinem Sohn entgegen, der wie in Zeitlupentempo die Bar betrat. Kopfschüttelnd stellte er die Gläser weg und ging auf ihn zu.
    „Wie siehst du denn aus, Junge?“
    „Frag nicht, Vater. Hast du irgendwo nen Tisch frei?...Aber mit Stühlen zum Anlehnen.“
    „Ja, das denk ich mir. Komm, da hinten hab ich ein schön ruhiges Plätzchen für dich. Brauchst du Hilfe?“
    „Ne, geht schon….Semir kommt auch gleich noch.“
    „Aha. Ist der im gleichen Zustand wie du?“ Frankie schüttelte erneut den Kopf und zog Tom den Stuhl richtig hin. Tom ließ sich vorsichtig darauf sinken und hielt sich die Schulter.
    „Ich glaub, ich hol dir erstmal einen Schnaps.“
    „Ne Vater, bloß nicht! Ich hab schon jede Menge Tabletten genommen….“
    „Okay…dann gibt’s Cola und Wasser. Willst du was essen? Wo ist denn Petra? Weiss sie, wie du aussiehst?“
    „Und ob! Und soll ich dir was sagen? Die ist mit Andrea einen trinken gegangen!“
    Tom nickte seinem Vater empört zu und dieser ging grinsend zurück hinter die Bar.

  • Wenig später sah Frankie Semir durch die Türe kommen, humpelnd und sehr langsam.
    „Aha, noch ein Heimatloser...Tom sitzt da hinten.“ Er nickte in die Ecke und gesellte sich zu den Beiden.
    „Mann, oh, Mann, mit wem habt ihr euch angelegt , dass ihr so ausseht?“
    „Mit Granaten und einer Fabrikhalle.“ äffte Tom.
    „Und anstatt uns zu pflegen, gehen die Frauen einen Draufmachen .“
    „Na besser als , dass Trude mich bemuttert, danke.“Semir sah gequält drein.
    „Da könntest du allerdings Recht haben.“ grinste Tom und nahm sein Wasserglas.
    „Na kommt, ich mach euch nen leckeren Salat oder lieber ne gute Suppe?„ Frankie stand auf und ging Richtung Küche.



    Anna sortierte die Berichte der Spurensicherung zusammen. Man hatte am Tatort mehrere Ausweise gefunden und Listen mit anderen Namen. Sie ging die Akten durch und entdeckte einige vertraute Namen, mehrere Tote und reimte sich so langsam etwas zusammen. Nur was, dass konnte sie noch nicht sagen.
    Draussen wurde es langsam dunkel und sie sah auf die Uhr. Frankie wartete sicher bereits, sie hatten sich seit langem mal wieder bei ihm in der Bar verabredet.



    Trude, Andrea und Petra waren mittlerweile angeheitert und hatten sich über Caipirinha und Mai Tai zu Sex on the beach getrunken.
    „Wisst ihr was? Jetzt gehen wir noch zu Frankie und essen was.“
    Petra stand auf und zahlte.
    „Das ist eine gute Idee. Der freut sich sicher.“
    Andrea nickte.


    Gemeinsam nahmen sie ein Taxi und stiegen 20 Minuten später vor der „Bar one“ aus.

  • :P na dann kommt jetzt schon ein Stück:


    „Aua, ich glaube, ich muss jetzt echt nach Hause. Mir brummt der Kopf, trotz den ollen Tabletten.“ Tom leerte sein Glas.
    „Ja, ich bin auch k.o. Leiden wir gemeinsam allein weiter. Die Frauen kommen sicher gleich besoffen nach Hause.“ Semir trank aus .
    „Ach ne, was ist denn jetzt los.“ Andrea zeigte auf die beiden in der Ecke.
    „Ich seh das richtig? Sind das unsere 2 Kranken?“ Petra hatte sie auch erblickt.
    „Das sind ja Semir und Tom....“Trude rannte auf die Beiden los.
    „Ja, so eine Freude! Dann geht es dir besser, Semir! Und ich sehe den Herrn Kranich mal wieder! Ach, wie schön!“ Schon hatte sie den Tisch erreicht und fiel Tom überschwenglich um den Hals. Dieser zuckte mit einem kurzen Aufstöhnen zusammen und warf Semir einen hilfesuchenden Blick zu. Doch der saß daneben und grinste nur, während Andrea sich vor ihm aufbaute.
    „Kannst du mir sagen, was ihr hier tut?“ Sie sah ihn verärgert an und Petra hatte bereits die leeren Gläser in der Hand und roch daran. Trude redete währenddessen ununterbrochen auf Tom ein.
    Semir blickte Andrea mit unschuldigem Blick an. „Wir besprechen nur den aktuellen Fall…..“
    „Genau…“, kam Toms Stimme neben Trude hervor, „…Und da war nur Wasser drin, Schatz. Da kannst du hundert Mal dran riechen…“
    Trude mischte sich ein. „Jetzt lasst doch eure Männer in Ruhe, sehen ja ganz schlecht aus, die beiden! Die müssen erstmal wieder richtig aufgepäppelt werden…Nicht wahr, Herr Kranich? Am besten, ihre Frau bringt sie morgen früh zu uns, bevor sie ins Büro fährt. Und dann werde ich mich mal richtig um sie und Semir kümmern! Andrea Schatz, ich bleibe noch zwei ,drei Tage.“
    Sie nickte entschlossen und Tom beugte sich unauffällig zu dem entgeistert schauenden Semir hinüber. „…Semir, mach irgendwas, sonst bestell ich mir gleich wirklich noch nen Schnaps….“
    Gerade kam Frankie auf sie zu, begrüsste Andrea und Petra und drückte Frau Schäfer die Hand. „Na, dann sind wir ja bald alle zusammen. Gerade hat Anna angerufen, wir sind noch verabredet….“
    Weiter kam Frankie nicht, denn Tom und Semir sprangen bereits so schnell es auch nur ging, von ihren Stühlen auf und verzogen dabei beide das Gesicht.
    „Ja…wir müssen dann!“
    Semir nickte. „Tom hat recht….ich muß mich dringend hinlegen.“
    „Seit wann hocken die beiden Herren hier Frankie und was haben sie getrunken?“ petra begrüßte ihren Schwiegervater in Spee herzlich.
    „Die 2 armen Gesellen da, mit denen ist nix anzufangen. Haben sich jetzt 1 Stunde an einem Wasser und Cola festgehalten, nicht mal meine gute Suppe wollten sie haben. Sollten besser ins Bett, wie die aussehen.“
    „Ja, warum hast du sie da nicht gleich hingeschickt?“
    „Weil ich Mitleid hatte mit meinem Sohn, der faselte, er wäre so allein zu Hause mit seinem Brummschädel und den Schmerzen?“ er musste grinsen.
    Petra und Andres stemmten die Hände in die Hüften. „ Ach ja. „ kam aus beider Munde.


    „Schatz, mir wird jetzt wirklich schlecht hier drin, ich muss raus an die frische Luft“ Tom sah Petra an und marschierte Richtung Tür. Semir nutzte die Gelegenheit und reihte sich ein.


    Tom zog an der Eingangstüre und blickte geradewegs in die Augen von Anna Engelhardt.

  • Es geht weiter! =)


    Sie stutzte.
    „Tom?“ Dann wanderte ihr Blick hinter Tom.
    „Semir?“
    Sie schob die beiden zurück. „Habe ich etwas verpasst oder ist das ihr Wohnzimmer und ich habe mich im Ort vertan? Sollten sie nicht beide zu Hause liegen und sich ausruhen? „
    Sie bekam keine Antwort.
    „ Nun ja, wenn sie sich um diese Uhrzeit in Bars aufhalten können, dann gehe ich davon aus, dass sie 100% Diensttauglich sind. Morgen früh Punkt 8 sehe ich sie auf der Dienststelle und 1 Stunde später erwarte ich einen detaillierten Bericht.“
    „ Also das kann ich nicht zulassen“ mischte sich nun plötzlich ene Frauenstimme ein.“Die beiden sind krank und das sieht man, und wenn es nötig sein sollte mit ärztlichem Attest, also wirklich. „
    „Bitte, wer sind sie? Kennen wir uns?“ Anna sah Trude entgeistert an.
    „ Ich bin Semirs Schwiegermutter und werde mich in den nächsten Tagen um ihn und seinen Freund kümmern, während Petra im Büro ist. Die päppel ich schon hoch.“
    Anna hob die Augenbraue hoch, sah Semirs Gesicht und dachte sich ihren Teil....
    Tom bekam die Unterhaltung der beiden nur noch als Stimmengewirr im Hintergrund mit, langsam machten sie die Tabletten bemerkbar und er musste jetzt ganz schnell raus an die frische Luft.
    „ Entschuldigt mich bitte..“ Schon war er raus und hockte sich festhaltend draussen auf einem der Poller.
    Petra ging ihm nach.
    „ Ja Frau Schäfer, wenn das so ist, dann können sie das gerne machen, wenn die beiden Herren mit ihrem Bericht fertig sind. Gegen Mittag dürfen sie sie auf der PAST dann abholen.“ Anna warf Semir einen schrägen Blick zu und er schaute gequält zurück. Sie ahnte, wie sehr er seine Schwiegermutter „liebte“.


    Tom hatte inzwischen das ankommende Taxi entdeckt und quälte sich eilig, doch recht mühsam zur Autotür. Petra half ihm schliesslich und er war froh, als er saß und die Tür zu war. Semir , Andrea und Trude stiegen fast gleichzeitig in das zweite Taxi und endlich war Ruhe. Petra sah ihn an.
    „Warum bist du nicht Zuhause geblieben? Du bist schlimmer als ein kleines Kind, ehrlich.“
    Er antwortete nicht, schloss die Augen und lehnte sich im Sitz zurück.
    „Aber du schläfst mir hier jetzt nicht ein, ja? Wie soll ich dich sonst ins Bett kriegen? Hörst du?“ Ein leises Murmeln antwortete und Petra musste lächeln. „Wenn du jetzt einschläfst, steig ich zuhause allein aus und schick das Taxi weiter zu Trude.“
    „Was?!“ Sofort war Tom wieder wach, sah sie an. „Das würdest du nicht tun, oder?“
    „Mhm….weiss nicht.“
    „Keine Sorge, ich bleib wach.“


    Semir saß an seinem Schreibtisch und sah grinsend Tom entgegen, der gerade mit Petra die PAST betrat. Tom kam mühsam gehend ins Büro, setzte sich auf seinen Stuhl und sah Semir entgegen.
    „Und? Fit?“
    „Wie man´s nimmt…solange ich keinen Marathon laufen muss. Und du?“
    „Geht schon. Mir tut jeder Knochen weh….Chefin schon da?“
    „Ja. Hier, sie hat die ganzen Berichte, was man in der Wohnung von diesen beiden Fälschern noch gefunden hat, reingebracht.“
    „Okay, und?“
    "Es ist so, wie wir schon die ganze Zeit vermuten. Da wird was Grosses vorbereitet. Irgendwas, wofür man absolut lupenreine Lebensläufe braucht. Jeder Einzelne der Toten, dessen Identität angenommen wurde, ist nie zuvor irgendwie bei der Polizei auffällig geworden. Nichtmal ne Geschwindigkeitsübertretung, nichts.„
    Tom nickte, sah zur Uhr. „Hast du das alles schon gelesen? Seit wann bist du denn hier?“
    „Seit kurz nach sechs…frag nicht!“
    Tom grinste. „Ah, verstehe! Auf der Flucht vor Schwiegermutti!“
    Semir warf ihm einen bösen Blick zu und schwieg.

  • =) und noch ein Stück für heute:


    . Petra kam herein, zwei Becher Kaffee in der Hand. „Hier ihr beiden! Morgen, Semir. Dann kümmere ich mich mal heute um euch, jedenfalls bis Mittags. Dann kommt ja Trude.“ Sie lachte und verschwand eilig aus dem Büro.
    „Ne, also das ertrage ich nicht. Semir tu was, damit wir deinem Schwiegerdrachen entgehen.... irgendwas.. sonst lass ich mich freiwillig in die Klinik einweisen.....“ Tom schob den Kaffeebecher zur Seite, nahm die Blätter zur Hand und fing an zu tippen.
    „Sieh mal hier.... unter den verkohlten Resten vom Lager lag auch der hier. Hast du eine Ahnung was das sein könnte?“
    Semir schob Tom eine Tüte mit einem Plastikfetzen und Bild drin zu.
    „Hm.. sieht nach einem Ausweis aus, vom Flughafen, glaube ich. Da für die Türen... ein Bekannter hat so ein Ding.
    „Guten Morgen meine Herren. Wie ich sehe sind sie bereits bei der Arbeit. Tom, schöne Grüße von ihrem Vater, sie sollen ans Wochenende denken. Der Lagerumzug, wo sie versprochen haben mit anzupacken. Wie drückte Frank sich aus? Ob ihre Knochen bis dahin wieder fit sind oder der alte Herr das alleine wuppen muss.“ Sie grinste.
    „Ah, ja, danke. Ich hoffe sie hatten einen schönen Abend mit dem Sklaventreiber.“ Tom verzog das Gesicht.
    „Wie weit sind sie? Kann ich Schrankmann schon etwas sagen?“
    „ Ja, Chefin, hier. Wir vermuten, dass dies ein Ausweis vom Flughafen ist. Dem gehen wir gleich vor Ort nach. Es würde damit zusammenpassen, dass alle eine neue Identität angenommen haben, die Lupenrein ist. “Semir hielt Anna die Tüte an die Nase.
    „Gut. Dann fahren sie mal, aber bitte. Versuchen sie den Betrieb des Flughafens nicht zu stören, ja?“
    „Sicher Chefin. Wieso erwähnen sie das so extra?“
    „Weil ich sie kenne, meine Herren.“


    Bachmann und Kuhl kamen grinsend aus dem Personalbüro des Flughafens und sahen sich zufrieden an.
    „Das hat ja bestens geklappt, Patrick! Genau wie geplant. Ab morgen sind wir offizielle Mitarbeiter im Zollbereich des Flughafens!“
    „Ja, was so eine perfekter Lebenslauf so alles bringt, was?“
    „Und von den Bullen weit und breit nichts zu sehn. Die lecken sicher noch ihre Wunden.“ Bachmann, der seit einigen Minuten als Drässler am Flughafen eingestellt war, grinste erneut.
    „Dann laß uns mit der Türkei telefonieren. Wenn alles so gut weiterläuft, kann die Ware in spätestens drei Tagen eintreffen!“


    Tom und Semir saßen im Büro des Sicherheitschef des Flughafens und sahen ihn fragend an.
    „Nun, Herr Gerkhan, es gibt viele Möglichkeiten, als Angestellter in verschiedene Sicherheitsbereiche zu gelangen. Aber ich versichere ihnen, dass alle unserer Mitarbeiter genauesten überprüft werden.“
    „Sicher, Herr Kaufmann, das bestreiten wir auch gar nicht. Aber wir würden trotzdem gerne eine Liste von Neueinstellungen haben. Sagen wir, seit den letzten zwei Wochen?“
    „In Ordnung, nur das wird sicher ein bisschen dauern. Es gibt viele Bereiche hier am Flughafen, wo neue Mitarbeiter eingestellt werden. Sicherheitsbereich, Zoll, Reinigungsfirmen, im Verkaufsbereich des zollfreien Einkaufs, Mechaniker, all das….“
    „Gut, dann fangen sie direkt damit an. Und, wir würden uns gerne hier etwas umsehen.“
    „Sicher. Kommen sie.“ Kaufmann erhob sich und die beiden folgten ihm nach draußen. Semir verzog beim Laufen wiederholt das Gesicht und Tom grinste.
    „Na, das Knie? Kann Trude dir ja nachher schön eincremen….“
    „Halt bloß die Klappe! Sonst sag ich ihr, was sie dir alles eincremen kann!“
    Nachdem sie eine große Runde gedreht hatten und nichts gefunden, machten sie sich auf den Weg zum Auto. An allen wichtigen Stellen hatten sie den Schichtleiter auf die Bande aufmerksam gemacht und nahmen nun die Listen mit den Namen der Neueinstellungen mit.


    „Und jetzt? „ Tom sah auf die Uhr. „ Ja, fahren wir zur PAST und wühlen uns da durch.“
    Semir stieg ein.
    „Ja, sicher... hast du vergessen, dass Trude da gleich aufläuft?“
    „Oh je... ja klar....“
    „ Paß auf, wir fahren jetzt zu uns und legen uns da aufs Sofa und gehen dort in Ruhe die Listen durch.“ Tom grinste verschmitzt.
    „Das nenn ich doch mal eine gute Idee.“