Vergangenheitsbewältigung

  • So, nachdem ihr dagmar und mich ja so nett gebeten habt, haben wir uns Gedanken gemacht über den dritten Teil mit Chris,Semir und Tom.
    Falls ihr die anderen Teile nicht kennt, könnt ihr sie hier:
    Auf Leben und Tod ( umgeschrieben)
    und hier:
    Ein neues Leben, ( Fortsetzung von "Auf Leben und Tod, umgeschrieben")
    nachlesen. Daran knüpft dann diese Story an.
    Viel Spaß beim lesen :baby: und über Feeds freuen wir uns natürlich wie immer auch sehr :D


    Vergangenheitsbewältigung



    „Happy Birthday.... Happy Birthday...... liebe Lilly….”
    Tom, Petra und ihre Freunde hatten sich zu Lillys erstem Geburtstag versammelt und feierten mit Luftballons, Kuchen und allem was dazu gehört.
    Die Kleine war auf Toms Arm und kam aus dem Staunen nicht mehr raus.
    „Sieh mal Lilly , ein verrückter Patenonkel, was der dir geschenkt hat......“ Tom setzte sie auf den Teppich vor ein Riesenpaket.
    Semir stand grinsend daneben und sah der Kleinen beim Aufreißen zu.
    Andrea und Petra machten Fotos , Aida lief munter durch die Gästemenge.
    „Ja, damit das Kind endlich mal üben kann.... wird ja langsam Zeit.“ Semir stemmte die Hände in die Hüfte und Tom schlug seine über dem Kopf zusammen, als ein grünes Bobbycar zum Vorschein kam, mit Aufschrift “Polizei“.
    „Meine Nerven, danke Semir. Wenn sie damit über den Fliesenboden rattert.... wirklich Spitze... super.“ Petra hob drohend die Hand.


    Spät am Abend, als alle Gäste gegangen waren und Lilly schlafend im Bett lag , stand Tom neben ihr und beobachtete seine Tochter.
    Ein Lächeln ging über sein Gesicht.
    „Na Schatz? Die ist geschafft, was?“
    Petra stellte sich hinter ihren Mann und legte die Arme um ihn.
    „Ja..und soll ich dir was sagen? Ich auch. ...“
    „Du hast eben so nachdenklich ausgesehen, ist was?“
    „Nö,...ich dachte nur gerade, dass sie nun schon 1 Jahr alt ist, ich glücklich bin und was alles passiert ist in der letzten Zeit. In solchen Momenten wird mir immer bewusst, welches Glück ich doch hatte.....“
    „ Ich auch und jetzt lass uns ins Bett gehen.. Komm , weg mit den trüben Gedanken.....“ Sie zog ihn über den Flur ins Schlafzimmer ......



    Früh am nächsten Morgen öffneten sich die Tore des Gefängnisses und die Frau trat heraus. Atmete tief durch. Endlich, Freiheit, nach 5 Jahren Knast , Erniedrigung , Demütigung und vielem mehr.
    Sie hatte viel erlebt in diesen Jahren , viel nachgedacht und gelernt mit ihrer Trauer zu leben. Doch sie hatte nie vergessen….sie sah alles vor sich, als wäre es gestern gewesen!
    Und nun, nach fünf Jahren Gefängnis lief sie die Strasse entlang, stieg an der Haltestelle in den Linienbus und wusste genau, wo sie hinwollte….
    Kaum eine Stunde später stand sie vor der verfallenen Lagerhalle gleich neben einer Autobahnausfahrt an der A45 und sah sich um. Dann ging sie langsam hinein und sah sofort die Bilder von damals vor sich. Ihre Flucht nach dem Überfall auf den Geldtransporter, die hier in dieser Halle ein jähes Ende genommen hatte. Sah die Polizisten vor sich, hörte die Schüsse, die Schreie von Gunnar und Felix.
    Langsam setzte sie sich auf eine alte Holzkiste , dachte an ihren Mann und ihren Bruder. Und wieder sah sie diese beiden Polizisten vor sich, spürte den grenzenlosen Hass, der in all den Jahren immer größer geworden war!
    Und sie hatte sich geschworen, dass sie dafür bezahlen mussten! Alle beide! Hier, wo Gunnar und Felix gestorben waren, hier würden auch die beiden Autobahnpolizisten sterben!

  • :baby: freut uns, dass euch der Anfang gefällt. Und hier kommt auch schon das nächste Stück:


    Chris sah Semir entgegen, der gähnend das Büro betrat.
    „Morgen, Partner…na, ist spät geworden? Ich dachte, das war ein Kindergeburtstag?“
    „War es ja auch…“ Semir gähnte erneut. „Wo warst du überhaupt? Tom hat paar Mal nach dir gefragt.“
    „…Ich? Du, sorry, im Moment ist mir wirklich nicht nach Kindergeburtstagen.“
    Semir sah ihn an und wusste, worauf Chris hinaus wollte. Seit seine Ex-Frau vor sechs Wochen mit den Kindern und ihrem zweiten Mann entgültig in die USA gezogen war, war Chris in dieser Beziehung ziemlich angeschlagen.
    Semir wusste nicht recht, was er sagen sollte und war froh, dass in diesem Augenblick Susanne das Büro betrat. Sofort hellte sich Chris Miene auf und auch das beobachtete Semir nun äußerst interessiert.
    „Morgen, ihr Beiden.“ Sie liess einige Akten auf Semirs Schreibtisch fallen und lächelte gleichzeitig zu Chris hinüber. Dieser strahlte ihr entgegen.
    „Guten Morgen….gut siehst du wieder aus.“
    „Danke….Ihr sollt euch mal um diese Berichte hier kümmern. Die Engelhardt sagte, die wären unter aller Sau…“
    „SO hat sie das gesagt?“ Semir sah Susanne fragend an und diese nickte.
    „Ja…genau so.“
    Dann verließ sie das Büro und Chris grinste nur, während Semir nach den Akten griff.
    „Können ja nur von dir sein…..mit meinen Berichten ist alles in Ordnung.“
    Chris antwortete nicht, sah Susanne nach und lächelte weiter.
    „Hör mal, wenn du mit Hinterherstarren fertig bist…..Tom meinte, wir sollten mal wieder was zusammen trinken gehen.“
    „…Was?...Ja, gerne….“
    „Gut. Dann ruf ich ihn an. Was denn mit morgen Abend?“
    „…Wie?“ Chris sah auf.
    Semir grinste, schüttelte den Kopf.
    „Morgen Abend, Partner. Einen Trinken. Mit Tom. Hörst du mir zu?“
    „…Ja, natürlich höre ich dir zu….Gerne. Morgen passt gut….nur heute kann ich nicht.“
    „Aha.“, meinte Semir nur, sah Chris Blick durch die Scheibe in Richtung Susanne und konnte sich denken, warum. Dann griff er zum Telefon, um Tom anzurufen.



    „ Ja Kranich....ach du bist es Semir“
    „Was soll das denn bitte heissen.?“
    „Das ich hier Arbeit habe bis über beide Ohren. Moment, muss kurz was unterschreiben“
    Semir hörte Tom mit dem Hörer hantieren und im Hintergrund die Sekretärin reden.
    „So, jetzt bin ich ganz Ohr.“
    „Ja schön, also wenn du deine Zeit so einrichten kannst, wollen wir morgen Abend weg, du , Chris und ich. Wie schauts aus ?“
    „Hm. Ja, um 18 Uhr hab ich noch einen Termin , dann ist ok. Haben bald Prüfungen und ich muss noch was vorbereiten.“
    „Aha, aber wie ich dich kenne, hast du alles im Griff, ja?“
    „Sicher. Ich heisse ja nicht Gerkhan. Ach, und notier dir mal den 23. da kommt mein Kurs zu euch. Und Am 26. hast du hier Termin auf dem Fahrübungsplatz.“
    „Spinnst du? Ich? Ich mach mich doch nicht wieder zum Affen für deine Rüpel. Das diskutieren wir morgen schön aus.“
    Semir zeigte Chris den Vogel und legte auf.
    „Was hab ich damit zu tun?“
    „Du bist schuld. Weil du die Frauen angebaggert hast beim letzten Mal muss ich jetzt ran. Aber darüber ist dass letzte Wort noch nicht gesprochen, das sage ich dir.“
    „Hier, kümmere dich lieber um deine Berichte ...“ Chris grinste.

  • Alexa zog ihre Jacke aus und sah sich in ihrer neuen Wohnung um. Klein und gemütlich und für den Übergang ideal.
    Aus ihrer Tasche holte sie 2 Fotos im Rahmen und stellte sie auf. Ihr Mann und ihr Bruder... ihre Familie. alles was sie hatte. Und das wurde zerstört, einfach so, mit einem Schlag. Aber nun war die Zeit der Rache gekommen. Im Knast hatte sie genug Zeit für ihre Pläne gehabt, die sie nun langsam in die Tat umsetzen würde. Aus einem Umschlag kramte sie alte Berichte der Zeitungen hervor. Diese 2 Polizisten würden nun ihr Ziel sein.....



    „Ach Chris, kleiner Tipp. Wenn du Susanne überraschen willst, sie mag Erdbeeren mit Vanilleeis gerne. „
    „He? Versteh ich jetzt nicht.“
    „Na meinst du ich bin blöd? Ihr trefft euch doch heut Abend. „
    „Ach, hast du gelauscht? „
    „ne, aber du vergisst, dass die Teeküche offen ist, bei eurem lauten Geknutsche muss man nicht lauschen.“
    Semir ging in Deckung als der Radiergummi angeflogen kam und Chris drohend die Hand hob.
    „Du hältst die Klappe, klar?“
    „Sicher…..ich kann doch schweigen. Guck, meine Lippen sind wie zugeschnürt.“
    „Wie kommt es, dass ich dir kein Wort glaube, Semir….“
    Doch Semir grinste nur und griff nach der ersten Akte.



    Sie stand etwas abseits der Polizeistation an der Strasse und sah die beiden Männer herauskommen. Den einen, den Kleineren, erkannte sie sofort wieder. Der andere Polizist, größer, dunkelhaarig, war jedoch nicht der, den sie suchte.
    Unauffällig nahm sie ihre Kamera hoch, machte einige Fotos.
    Die Beamten stiegen in einen silbernen BMW und fuhren schließlich Richtung Autobahn davon.
    Alexa sah ihnen nach. Zumindest den einen hatte sie also bereits gefunden. Nun fehlte nur noch dieser Kranich.

  • Weiter gehts! :]


    Hotte nahm den klingelnden Apparat ab, schluckte eilig das große Boulettenstück hinunter.
    „Herzberger, Autobahnpolizei.“
    Die Stimme der Frau am anderen Ende klang freundlich und sympathisch.
    „Guten Tag, ich würde gerne Tom Kranich sprechen.“
    Hotte lächelte kurz in den Hörer. Sicher irgendeine Verflossene, dachte er grinsend.
    „Das tut mir leid, Herrn Kranich kriegen sie hier nicht mehr. Bitte wenden sie sich an die Polizeischule in Köln. Warten sie, ich geb ihnen mal eine Nummer.“
    Dann diktierte er der Frau die Telefonnummer und sie legte dankend auf. Hotte nahm sein Brötchen und hatte die Anruferin direkt wieder vergessen.



    Alexa sah ihn gleich, als er die Schule mit mehreren anderen verließ. Das war er. Kranich.
    Sie wartete noch bis er mit den jungen Leuten in einem der anderen Gebäude verschwunden war und nahm den Umschlag.
    Warf ihn in den Kasten und ging wieder.



    Toms Sekretärin sah durch den Berg Post und sortierte. Wenn Tom etwas hasste, dann war es Post und sie nahm ihm ab, was möglich war und legte nur alles zur Unterschrift vor und er war zufrieden. Gabi hatte sich damit abgefunden, dass ihr Chef in Sachen Akten und Schriftverkehr ein Chaot war.
    Der kleine weiße Umschlag jedoch sah privat aus und sie legte ihn ungeöffnet auf seinen Schreibtisch. Über die fehlende Marke wunderte sie sich in dem Moment nicht.



    Chris und Semir drehten ihre Runde bis Semir auf die Uhr sah.
    „Verdammt, ich bin spät, setz mich doch zu Hause ab und hol mich morgen mit meinem Wagen ab, ja?„
    „Hm, ja... von mir aus.... aber , na egal.“
    „ Bis Morgen dann“ Semir stieg aus und lief zur Haustüre. Chri sah ihm nach und beschloss zurück zur PAST zu fahren, um auf Susanne zu warten.



    „ Ritter, Autobahnpolizei.“ Chris griff zu Semirs Telefon, welches nun schon zum dritten Mal klingelte.
    „Ist Herr Gerkhan zu sprechen ?“, meldete sich eine nette und freundlich klingende Frauenstimme.
    „Leider nein, kann ich etwas ausrichten?“
    „Ja, gerne. Er soll gut aufpassen. Dann weiß er schon ,warum. „
    Es klackte und das Gespräch war weg.
    Chris legte den Hörer weg, schüttelte den Kopf und hatte einen Moment lang ein ungutes Gefühl.
    Gerade kam Susanne herein, die Jacke in der Hand.
    „Und? Gehen wir?“
    Schon sprang er auf, griff ebenfalls nach seinem Jackett und nahm für einen Moment kurz ihre Hand, drückte sie.
    „…Lass! Wenn das jemand sieht…“, flüsterte sie lachend.
    Dann gingen sie hintereinander Richtung Ausgang und Hotte sah ihnen stirnrunzelnd nach. Dieter sah ihn fragend an.
    „Was ist denn? Was guckst du den beiden so nach?“
    „Na, hast du nicht gesehen? Die beiden…..also, ich weiß nicht, was unsere Kommissare immer an den Sekretärinnen finden.“
    „Ach? Susanne und Chris? Bist du sicher?“
    „Na hör mal! Ich kenn das! War schließlich auch mal jung!“
    Schon stand Siggi bei ihnen, beugte sich zu Hotte.
    „Chris und Susanne? Echt?“
    Hotte nickte und legte beschwörend einen Finger auf den Mund.

  • :baby: Guten Morgeeen, das Büro ruft und ehe ich fahre, gibts noch ein Stückchen :





    Als sie beide im Auto saßen, sah Chris nachdenklich durch die Windschutzscheibe und Susanne blickte ihn fragend an.
    „Was ist? Du bist so nachdenklich.“
    „…Mhm…da war gerade so ein komischer Anruf.“ Er griff zum Handy, wählte Semirs Nummer. „Ja, ich bins. Sag mal, bist du jemandem auf die Füße getreten?“
    Dann berichtete er kurz von dem Anruf im Büro und erntete dafür aber erwartungsgemäß nur gleichgültiges Lachen. Leicht verärgert legte er auf, wandte sich Susanne zu und beschloss morgen noch mal in Ruhe mit Semir darüber zu reden.


    Es war bereits nach sieben, als Tom nach dem letzten Schiesstraining zurück in seinem Büro war. Müde sah er zur Uhr, rief kurz bei Petra an und ließ seinen Blick noch schnell über den Schreibtisch gleiten. Der ganze Papierkram hatte ohne Zweifel Zeit bis morgen und er griff nach seinem Jackett.
    Dann fiel sein Blick auf den Umschlag, der neben dem Stapel der anderen Post lag. Kein Absender, keine Briefmarke. Verwundert öffnete er ihn, zog einen kleinen Zettel heraus und begann zu lesen. `Pass gut auf dich auf.`, stand da nur geschrieben und Tom warf den Brief kopfschüttelnd in den Mülleimer….



    Am nächsten Morgen sammelte Chris wie geplant Semir vor der Haustüre ein
    „Wo hast du denn Susanne gelassen? „
    „Die ist schon ins Büro, war ihr zu spät. Muss viel abarbeiten, sagt sie....“
    „ Och, du Armer….wolltet ja bloss nicht zusammen da auftauchen.“
    „Ja, ja, aber erzähl mir lieber, wem du auf die Füße getreten bist. Ich hatte gestern Abend, wie gesagt, einen komischen Anruf.“
    „Ach ja, von wem denn? Schranke ?“
    „Ne, von einer anderen Frau. Die meinte, du sollst aufpassen.“
    „Tja, wer weiß...... auf dich vielleicht...... dass du nicht wieder Toms Schülerinnen anbaggerst.“
    „Sehr witzig Semir, sehr witzig. Nein im Ernst, die hörte sich nicht witzig an, die Frau.“
    „Pech und nun fahr, wir haben massig Arbeit. Wenn es wichtig war, wird sie sich wieder melden.“
    Chris sah Semir ernst an, während dieser jedoch bereits abwinkte und nach vorne Richtung Strasse zeigte.
    „Nun los, fahr. Oder soll ich den Bus nehmen?“
    „…Okay, wenn du mir nicht zuhörst, red ich mit der Chefin.“
    „Untersteh dich!“ Semir warf Chris einen warnenden Blick zu, doch er antwortete nicht darauf und fuhr los.



    Es war Punkt achtzehn Uhr, als Semir und Chris an diesem Abend vor Frankies Bar aus dem BMW stiegen und Richtung Tür gingen.
    „Ha, so pünktlich waren wir ja noch nie!“, freute sich Semir und Chris lächelte nur.
    „Stimmt….zumal wir die letzten zwei Verabredungen mit Tom ja komplett geschwänzt haben.“
    „Na, das war jedes Mal höhere Gewalt. So, mal sehen, ob unsere Führungskraft überhaupt schon da ist.“
    Sie betraten die Bar und Frankie hob grüssend die Hand.
    „Ach, sieh an, die hohe Polizei! Dann taucht ja mein Herr Sohn sicher auch noch hier auf.“
    Sie drückten sich kurz die Hand und Frankie zog drei Biergläser aus dem Regal.
    „Ich nehme an, ihr habt Feierabend? So früh?“
    „Ja, man muss auch mal Glück haben….“

  • Und noch was für den Nachmittagskaffee..... ;)


    Alexa stand gegenüber der Bar auf der anderen Straßenseite und beobachtete durch die großen Scheiben die Polizisten, die inzwischen an der Theke saßen. Dann hielt plötzlich ein schwarzer Jeep vor dem Eingang und Alexa atmete tief durch, als sie den Mann, der ausstieg erkannte.
    Nun hatte sie beide zusammen!
    Kranich ging hinein, direkt auf Gerkhan und den anderen Bullen zu und Alexa beobachtete, wie sie sich begrüßten.
    Wieder stieg der Hass und die Wut in ihr hoch. Da standen diese verdammten Bullen, tranken und lachten!
    „Das wird euch recht bald vergehen….“, flüsterte sie mit sich selbst und verschwand im gegenüberliegenden Haus der Bar.



    Semir sah zur Tür und grinste.
    „Da ist er ja!“
    Tom kam auf sie zu, sah erstaunt zur Uhr und nickte anerkennend.
    „Nicht schlecht…Nach den letzten zwei Malen hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass ihr wirklich hier auftaucht! Habt ihr nix zu tun? Keine Autobahnraser, keine Tankstellenüberfälle, nix?“ Er lachte und Semir sah nur nickend zu Chris.
    „Hör ihn dir an! Ist ja nur neidisch, weil ihm da auf seinem Schreibtisch die Akten einstauben.“
    Tom grinste weiter, nahm seinem Vater das erste, gerade gezapfte Bier aus der Hand.
    „Hallo Vater…..Und, erzählt mal, was habt ihr denn heute alles zu Schrott gefahren?“
    „Ob du es glaubst oder nicht, mein Dienstwagen hat seit drei Wochen nicht mal den kleinsten Kratzer abbekommen.“
    Semir nickte thriumphierend und Frank reichte die beiden anderen Gläser rüber.
    „Na dann Prost, Jungs, ich hab zu tun.“



    Es war lange nach Mitternacht und einige Biere später, als die drei aus der Bar kamen.
    Tom sah sich suchend nach dem Taxi um.
    „Naja, wird gleich hier sein, Frankie hat angerufen….kann Petra mich morgen früh eben hier vorbeifahren, meinen Wagen holen…“
    „Tja, wir haben vorgesorgt, der CLK steht bei Chris. Dann brauchen wir nur….“ Weiter kam Semir nicht, denn plötzlich fielen mehrere Schüsse und geistesgegenwärtig warfen sie sich fast gleichzeitig hinter den parkenden BMW.
    Erneut schlugen drei weitere Schüsse ins Blech des Wagens und ein paar Gäste, die gerade aus der Bar kamen, begannen hysterisch zu schreien.
    „Runter hier!“ Chris schrie Richtung Eingang, während Tom , am Boden liegend, kopfschüttelnd zu Semir sah.
    „Was habt ihr bloß für einen Umgang!“
    „Ja, ja, mach nur deine Witze! Bist du okay?!“
    „Ja! Und wie war das vorhin?! Seit drei Wochen kein Kratzer am Auto?!“
    Semir antwortete nicht, blickte zu Chris, der vorsichtig über den Kotflügel des BMWs lugte.
    „Und?!“
    „Was, und?! Es ist stockfinster! „
    Beide hatten mittlerweile ihre Dienstwaffen in der Hand und Tom rieb sich, erneut kopfschüttelnd , sein Knie.
    „So was kann einem auch nur mit euch passieren! Wen habt ihr denn wieder geärgert?!“

  • Guten Morgen, weiter gehts!
    ...Und ich verabschiede mich ein paar Tage an die Ostsee, aber keine Sorge...Steffi versorgt euch natürlich weiter :D



    Doch keiner von beiden beachtete ihn.
    „Muss aus dem Haus gegenüber gekommen sein! Ich schau mich mal um!“
    „Okay….und los!“
    Schon sprang Chris auf, rannte über die Strasse, während Semir ihm Feuerschutz gab. Doch es blieb ruhig, keine weiteren Schüsse waren zu hören.
    „Du bleibst hier, klar?!“ Semir warf Tom noch einen scharfen Blick zu und rannte ebenfalls zur anderen Straßenseite. Dann sah man ihn hinter Chris in dem Haus verschwinden.
    Tom griff zum Handy, wählte die altbekannte Nummer der PAST und hatte sofort Dieter am Apparat.
    „Dieter, ich bin es, Tom.“
    „…Tom? So spät? Was verschafft mir die Ehre?“
    „Ich ….bzw. eure beiden Hauptkommissare brauchen hier mal Verstärkung und die Spurensicherung. Schusswechsel vor Frankies Bar! Und nächstes Mal zieh ich mir ne Schutzweste an!“
    „Tom?! Hast du getrunken?“ Dieters Stimme klang unschlüssig und Tom verdrehte die Augen.
    „Ja, hab ich, Dieter! Aber nicht genug, um mir Kugeln einzubilden, die mir hier um die Ohren fliegen! Also mach hinne!“
    Dann legte er auf und sah seinen Vater aus der Bar eilen.
    „Tom?! Bist du okay? Was war das denn?!“
    „Das musst du Chris und Semir fragen! Ich hab damit nichts zu tun!...Und jetzt sieh zu, dass die Leute bei dir in der Bar bleiben! Ich hab keine Ahnung, was da los ist!“


    „Die sind weg, keine Chance zu sehen wohin, komm.“ Chris blieb schnaufend stehen und drehte sich um, steckte seine Waffe wieder weg,
    Mittlerweile waren 2 Streifenwagen der Kollegen vor Ort , die sich um Spurensicherung und Frankies Gäste kümmerten.
    „Tom? Hier alles soweit klar? Jemand verletzt?“
    „Ne, aber ihr solltet euch wirklich mal anderen Umgang suchen., der war eindeutig zu bleihaltig.“
    „WIR ?! Wer sagt, denn, dass auf uns geschossen wurde ?! Denk du mal lieber auch nach, was du wieder angestellt hast.!“ Semir sah seinen Freund krumm an.
    „Ich hab damit nix zu tun,die Zeiten sind ja wohl vorbei... du hast jemandem auf die Füße getreten."
    Chris zeigte sofort auf Semir und hob abwehrend die Hände.
    „Ich? Ne mein Lieber, du... „
    „ Falls sie fertig damit sind zu klären auf wen hier geschossen wurde, würde ich gerne wissen, was passiert ist.“
    Semir hob den Kopf und sah Anna aus dem Wagen steigen.
    „Na das hat ja nicht lang gedauert.“ Semir zuckte die Achseln. und murmelte leise etwas.
    „ Der Zusammenhang ist doch eindeutig. Gestern dieser Anruf und heute wird auf dich geschossen. Semir. Das erkennt ein Blinder.“
    „Was für ein Anruf denn? Gibt es etwas, was ich wissen sollte?“ Anna und auch Tom sahen sofort zu Semir.
    „Nichts Chefin, absolut nichts. Ein Spinner, der sich einen Scherz erlaubt. mehr nicht.“ Semir wiegelte ab.
    „So hörte sich das nicht an. Ich gehe jede Wette ein, dass dich jemand auf dem Kicker hat.“
    „Gut, hier und jetzt werden wir das nicht mehr klären. Es ist spät und sie haben alle getrunken. Ich möchte sie morgen früh in meinem Büro sehen und wir reden über die Sache. „
    „Na dann nehme ich mir jetzt mal eine Taxe, Vater? Rufst du kurz an?“ Tom sah zu Frankie, der kopfschüttelnd am Tresen stand.
    „Mach ich, aber beim nächsten Mal verabredet euch bitte wo anders, hier kann ich so etwas nicht brauchen.“ Frankie schüttelte den Kopf.
    Anna wandte sich gleichzeitig nun auch Tom zu.
    „Das ich dich in so einem Zusammenhang noch mal sehe, hätte ich auch nicht gedacht.“ Sie lächelte leicht und Tom winkte sofort ab.
    „Ne, ne, Anna, ich hab hiermit ja nun gar nichts zu tun. Allerdings scheint es ziemlich gefährlich zu sein ,sich mit den Beiden zu treffen.“

  • während meine Mitautorin an der See weilt, muss ich arbeiten und versorge euch *gggg* viel Spaß :



    „Trotzdem Tom…komm bitte morgen auch zu mir ins Büro. Lässt sich das einrichten?“
    Er nickte. „Kein Problem…obwohl ich nicht weiss, was ich da soll.“ Dabei fiel sein Blick zu Semir, um den er sich jetzt doch etwas Sorgen machte. Gleichzeitig dachte er an den Brief auf seinem Schreibtisch und beschloss jedoch, nichts davon zu erwähnen….
    Chris stand immer noch neben den Einschusslöchern im BMW und hing seinen Gedanken nach. Die Sache gefiel ihm nicht und Semir, der ihn beobachtete, schüttelte den Kopf.
    „Du kannst dir deine Blicke sparen, Chris! Du kannst genauso gut die Zielscheibe gewesen sein!“
    „Ach Semir….“
    Schon kam wieder die Stimme von Anna. „Jetzt ist Schluss damit! Sie fahren jetzt alle nach Hause, morgen um acht bei mir im Büro! Ende der Veranstaltung!“



    Alexa war von dieser Bar direkt zurück in das kleine Zimmer gefahren, dass sie bei einer älteren Frau in der Wohnung gemietet hatte. Die Frau war freundlich, hatte keine Fragen gestellt und das Zimmer konnte sie sich gerade so leisten.
    Sie setzte sich auf den alten Sessel, nahm die Fotos in die Hand und zerriss sie in tausend Stücke! Am liebsten hätte sie die beiden Bullen direkt vorhin abgeknallt, aber so schnell sollte das nicht gehen. Sie wollte sie jagen, hetzen, mit ihnen spielen! Sie sollten Angst vor ihr haben und für alles büßen, was sie ihr angetan hatten.
    Und gleich morgen würde sie damit weitermachen!



    Tom parkte auf Semirs freiem Parkplatz vor der PAST. Der BMW war ja ohnehin sicher in der KTU.
    Fast gleichzeitig kamen die beiden jetzt mit dem CLK um die Ecke und Tom hob grüssend die Hand.
    „Morgen. Und damit eins gleich klar ist, eure Diskussionen, warum, weshalb und auf wen da gestern geschossen wurde, könnt ihr führen, wenn ich weg bin….Hab wenig Zeit!“
    Chris antwortete nicht und Semir nickte nur abwinkend.
    „Ja, ja, schon klar, Mister Wichtig!...Du stehst auf meinem Parkplatz.“
    „Und du hast kein Auto , also plustere dich woanders auf. Los jetzt. Mein Kurs wartet.“


    „ Schön, dass sie alle Drei zeitig hier sind, dann können wir ja anfangen. Also Hartmut hat den BMW untersucht und 3 Einschüsse gefunden. Bislang konnte er allerdings nicht genau feststellen, ob die Waffe bereits bekannt ist oder nicht, er ist noch dran.“
    „Na, das hilft uns ja nun nicht sonderlich weiter.“ Semir wollte schon aufstehen.
    „Nicht so schnell, Semir. Ich will jetzt wissen, was mit diesem Anruf war und ob sie einen Zusammenhang zu einem Fall herstellen können. Ich denke ,Tom können wir außen vor lassen.“
    Anna lehnte sich im Stuhl zurück und sah in Richtung der Kommissare, als plötzlich ein lauter Knall von draußen zu hören war .
    „Was ist denn da draußen schon wieder los.....“ Anna stand auf, während Semir bereits aus dem Fenster sah.
    Von draußen hörte man Siggi schreien: „Tom, dein Autoooooo!“
    Tom sprang auf, rannte hinter den anderen her und riss erschrocken die Augen auf, als er seinen Jeep in Flammen stehen sah.

  • „Aha, also haben sie doch auf dich geschossen, das da sagt ja wohl alles!“ Semir zeigte auf den brennenden Wagen.
    „Mein Wagen steht auf deinem Parkplatz, super Semir ,Klasse!. .. Was sag ich jetzt Petra ? Und wie komm ich zur Schule?“
    „Ich glaube, das sind momentan die geringsten Probleme meine Herren.“
    Anna sah von einem zum Anderen und wieder aus dem Fenster. Tom machte Anstalten nach draußen zu rennen.
    Chris blickte ihm nach. „Hey, wo willst du hin?“
    „Ja, Mensch! Ich hab den Laptop und einen Haufen wichtige Akten im Wagen!“
    „Tom, spinnst du?!“ Schon rannten sie ihm nach. „Wer weiss, ob die Karre nicht gleich in die Luft fliegt!“
    Doch Tom lief bereits Richtung Ausgang. „Das ist keine Karre, sondern mein Wagen!“
    Anna sah den Dreien nach und machte sich dann ebenfalls auf den Weg nach draußen, wo inzwischen die ersten Kollegen mit einigen Feuerlöschern zugange waren.



    Kurze Zeit später waren die Überreste des Jeeps gelöscht und die alarmierte Feuerwehr packte wieder zusammen. Auch die Spurensicherung hatte mit ihrer Arbeit begonnen, während Tom wütend in dem noch halbwegs intakten Kofferraum kramte.
    Hartmut zog ihn beiseite.
    „Wie soll ich hier Spuren sichern, wenn du mir hin und her trampelst?“
    „Ich trampel nicht, Hartmut….ich versuche die Arbeit von mehreren Tagen zu retten!...“
    Anna trat neben ihn.
    „Hartmut, haben sie schon eine Idee?“
    „…Mhm….mit Sicherheit ein Brandsatz, der ferngezündet wurde….Genaueres weiß ich später.“
    „Ferngezündet?“ Chris sah zunächst zu Hartmut und ließ dann seinen Blick in die Umgebung schweifen.
    Semir nickte bestimmend. „Na dann ist es ja wohl klar! Dann hat der Kerl gesehen, wer aus dem Auto gestiegen und hat wohl offensichtlich dich gemeint!“
    Tom warf Semir einen bösen Blick zu. „Das kann man nicht wissen! Vielleicht….“
    „Ach Tom, jetzt überleg doch mal!“
    Anna mischte sich ein. „Das machen wir jetzt gemeinsam! Alle wieder hoch in mein Büro!“



    Kurz darauf waren sie wieder in Annas Büro, schwiegen. Chris war der Erste, der zu sprechen begann.
    „Also, ich versuche mal das zusammen zu fassen, wenn es euch recht ist.“ Er lächelte die beiden an, die sich immer noch ärgerlich ansahen.
    „Also, gestern dieser Anruf, dass Semir auf sich aufpassen soll, dann die Schiesserei vor der Bar…Und jetzt Toms Wagen. Irgendwas passt da nicht. Denn wenn es nicht nur um Semir geht, wieso hat Tom dann keine Warnung bekommen?“
    Anna nickte. „Ja, sie haben recht, Chris…“ Dann fiel ihr Blick auf Tom, der nun nachdenklich zur Seite sah.
    „Tom? Ich sehe dir an, dass du gerade an etwas denkst..... also raus damit.“
    Sie kannte mittlerweile den Gesichtsausdruck und wußte ihn zu deuten.
    „Hm...ja... also.... ich hatte gestern komische Post..“
    Er erzählte von dem Brief.
    „ Wieso in Gottes Namen erzählst du das jetzt erst? Erst Recht nach dem Vorfall gestern Abend. ... wo ist der Brief jetzt?“ Anna sah ihn arnst an.
    „Na im Müll und den hat die Putzfrau sicher schon entsorgt oder meine Sekretärin. und außerdem kann das auch Zufall gewesen sein. . und jetzt muss ich wirklich los. „ Er sah erneut auf die Uhr.
    „Gut, lass dich von Siggi fahren und bitte. Geh nicht mehr ohne Waffe. Zur Sicherheit.“
    Anna warf ihm einen mehr als besorgten Blick zu.

  • Nachdem Tom verschwunden war, wandte sie sich Semir und Chris wieder zu.
    „Und nun zu ihnen beiden. Sie gehen keinen Schritt mehr alleine. Das Risiko ist mir zu groß. Ich hoffe wir haben uns da verstanden.“
    Beide nickten und verschwanden im Büro.
    „Super, darauf hab ich gewartet. Akten wälzen und nach der Nadel im Heuhaufen suchen.“
    Semir ließ sich wütend in den Stuhl fallen.



    Im Büro sah Tom als Erstes in den Mülleimer, der wie gewohnt gelehrt war,
    „Gabi? Könnte sie bitte unten mal schauen, ob sie den Brief noch im Altpapier finden ? Wäre wichtig......Ach ja und dann brauche ich bitte einen Dienstwagen . .“
    Tom überlegte. Ihm wollte nichts in den Sinn kommen und er wendete sich wieder seinen Aufgaben zu, bis Gabi mit dem Brief kam.
    „Hier. Hab ihn mit Umschlag gefunden. „
    Sie hielt ihm beide Teile entgegen.
    „Danke. Ich bin dann jetzt mal unterwegs und auf dem Handy erreichbar.“ Tom zog die Jacke an und steckte die Waffe ins Holster. Dann verschwand er wortlos nach draußen und sie sah ihm verwundert nach.



    Hartmut sah Tom entgegen, als dieser vor der KTU aus dem Wagen stieg und direkt auf ihn zueilte.
    „Hallo Hartmut, wie siehts aus?! Hast du was rausgefunden? Und hier hab ich noch einen Brief, vielleicht findest du da was drauf….allerdings ist er leider schon durch mehrere Hände gegangen. Und was ist mit dem Brandsatz an meinem Wagen? „
    Hartmut hob beschwichtigend die Hände.
    „Ja, ja, nun hol mal Luft. Ich arbeite dran. Was hast du überhaupt damit zu tun? Ich weiß ja nicht mal, ob ich dir Informationen zukommen lassen darf…“
    „Bitte?! Hartmut, hast du sie noch alle? Das ist mein Wagen, der da in die Luft geflogen ist!“ Tom sah ihn sauer an und Hartmut zuckte die Achseln. „Also, Semir hat angerufen und gesagt, wenn Tom bei mir auftaucht, soll er sich auf keinen Fall einmischen….Ach, da kommen die beiden ja. Dann klärt das am besten unter euch.“
    Tom sah sich um , drückte Hartmut den Brief in die Hand und schoss auf Semir und Chris zu, die nun gerade aus dem Auto stiegen.
    Semir grinste nur, als er Toms gesicht sah.
    „Na, das hab ich mir doch gedacht….kannst es nicht lassen, was? Ach…“, Semir deutete auf den roten Vectra, „…Neuer Wagen?“
    „Hör mal, ich hab keine Lust und auch keine Zeit für deine Witze!“
    „Dann sag ich es dir im Schnellformat. Halt dich zurück oder besser ganz raus. Ich will keinen Stress mit Petra oder der Chefin, weil du dich einmischt.“
    „Mein Wagen ist in die Luft geflogen , damische ich mich aber ein und zwing mich nicht, meinen Dienstrang zu nutzen . Also, wie weit seit ihr.“
    „ Nichts was wichtig wäre. Ausserdem sagst du ja selbst, dass ich Ziel des Anschlages war. „
    „Könntet ihr beide jetzt mal Ruhe geben, das ist ja nicht mit zum ansehen geschweige denn anhören. Ihr steht euch beide in nichts nach.“
    „Gut, wie ihr wollt. Ich gehe den Dienstweg, dann komme ich an die Ergebnisse. Bitte. Wenn mein Ex-Partner das so haben will....“ Tom warf Semir einen wütenden Blick zu und ging ohne jeglichen weiteren Kommentar zu seinem Wagen.
    „War das nötig?“
    „Nötig? Du hast gehört was die Chefin gesagt hat. Tom soll sich raushalten. Ach Scheiße, Mann. Ich fahr jetzt zu ihm und kläre das. Kümmere du dich hier um die Ergebnisse bitte.“

  • :) Schön zu lesen, dass euch die neue Story mit den Dreien so gefällt. :] Hier kommt das nächste Stück :



    „Schatz? Wo ist denn dein Wagen?“ Petra öffnete Tom die Türe mit Lilly auf dem Arm, als sie den roten Vectra in der Einfahrt sah. „Und was tust du um diese Zeit hier?“
    „Na meine Beiden, hab mir Stündchen frei gemommen.„ Er knuddelte Lilly und gab beiden einen Kuss. “ Der Wagen hat ein kleines Problem. Hab den so lange genommen. „ Er legte den Arm um Petras Hüfte „Und wir? Gehen wir ne Runde Spazieren mit der Kleinen?“
    „Können wir machen. Ich geh nur schnell rein und zieh ihr Sachen für den Spielplatz an, da kann sie was krabbeln und toben.“



    Alexa beobachtete den kleinen Bullen und stieg auf das geliehene Motorrad. Es war Zeit für den nächsten Streich.
    Sie sah, wie Semir vor der Einfahrt eines Hauses den Wagen abstellte.
    Kranich, ach sie an...... hab ich euch beide zusammen.
    Ihre Hand wanderte in die Jacke und zog eine Waffe hervor.
    „Tom ? Können wir reden? „
    „Du? Mit mir? Ich wollte gerade weg, also halt dich kurz.“ Tom schob Lillys Kinderwagen aus der Garage.
    „Vorhin, das war nicht so ge....“ weiter kam er nicht, als neben ihm im Blumenkübel der erste Schuss einschlug.
    „Runter......“
    „Verdammte Scheiße, jetzt reicht es mir aber!“ Tom zog blitzschnell seine Waffe aus dem Holster und lauerte über die Büsche, sah das Motorrad.
    „Los, den schnappen wir uns! Bist du ok?!“
    „Ja!“
    Neben ihm schlug der nächste Schuss ein und die Scheibe der Gästetoilette ging zu Bruch.
    In diesem Moment erschien Petra in der Tür, Lilli auf dem Arm, sich erstaunt umsehend. Tom blieb fast das Herz stehen.
    „Petra! Ins Haus!“, schrie er und gleichzeitig erwiderte Semir das Feuer auf das davonrasende Motorrad.
    Petra war inzwischen mit Lilli in den Flur zurückgewichen, rief nach Tom.
    „Tom! Was ist da los?!“
    „Bleib im Haus! Tür zu!“ Dann sah er zu Semir, der neben ihm hockte und jetzt aufsprang und Richtung Wagen rannte. Tom folgte ihm eilig.
    „Den kriegen wir noch! „
    Semir blieb abrupt stehen, sah zu Tom, der bereits die Beifahrertür aufriss.
    „Du?! Wir?! Nee….ich schnapp mir den! Du bleibst mal schön hier und…“
    „Semir, halt die Klappe und gib Gas!“
    Schon war er im Auto und Semir sprang seufzend ebenfalls hinein, startete den Motor und raste hinter dem Motorrad hinterher.
    Petra , die inzwischen vorsichtig aus dem Küchenfenster schaute, sah ihnen nach und griff dann zitternd zum Telefon.



    Das Motorrad raste die Strasse entlang Richtung Autobahn. Tom trommelte auf dem Armaturenbrett herum, hielt immer noch die Waffe in der anderen Hand.
    „Semir, der haut ab! Nun fahr doch!“
    „Ich fahre ja! Das hat mir echt noch gefehlt jetzt….du hier neben mir….die Engelhardt…“
    „Ach, lass mich doch damit in Ruhe! Ich will diesen Kerl da schnappen!“
    Semir antwortete nicht, griff zum Mikro.
    „Cobra 11 an Zentrale, verfolge flüchtigen Motorradfahrer ! Fährt vermutlich Richtung Auffahrt A4 Kreuz Fühlingen....Brauche Verstärkung und Achtung! Fahrer ist bewaffnet!“
    Sofort kam Chris Stimme aus dem Funk.
    „Semir! Bin unterwegs! Komme von der anderen Seite und schneid ihm den Weg ab!“
    Semir nickte nur wortlos und trat das Gaspedal weiter durch.
    „Cobra 1, Semir, ich bin unterwegs. Und Tom soll sich nicht aus dem Wagen bewegen, ist das klar.“


    „Woher weiss die , dass ich bei dir im Auto bin?“
    „ na woher wohl? Petra? Super Partner. Damit ist ja wohl jetzt absolut eindeutig, auf wen unser Heckenschütze es abgesehen hat.”
    „ Ja, auf dich. Du kommst zu mir, auf dich wird geschossen, mein Auto steht auf deinem Parkplatz und geht in die Luft. und vor Frankies Bar das gleiche Spiel und jetzt bleib dran, verdammt.“
    Semir zog das Lenkrad rüber und ging auf die linke Spur. Der Motorradfahrer schlenkerte nach ganz rechts auf den Standstreifen und zog an einem LKW vorbei.
    Vor dem LKW trafen sie zusammen und Tom kurbelte das Fenster runter, als ihm bereits der nächste Schuß um die Ohren flog.

  • „ Jetzt langts aber“ fluchte er und ging in Deckung.
    „Das tut es schon lange.“ Semir zog weiter nach Rechts,
    „Paß auf, der zieht weiter rüber, da vorn ist eine Ausfahrt......“
    Beide Fahrzeuge schlidderten um die Ecke, das Motorrad an einem abfahrenden Laster rechts vorbei. Semir ging in die Eisen, der Wagen drehte sich um die eigene Achse und schleuderte gegen den LKW, verkeilte sich mit dem Heck.
    Sekunden später standen beide Fahrzeuge quer und prallten in die Leitplanke, 2 nachfolgende PKW hinein.
    Tom riß die Arme hoch und hob sie schützend vor den Kopf., prallte mit voller Wucht gegen die Seitenscheibe, ebenso wie Semir.
    Um sie herum fing es an zu qualmen und kurz drauf spürte Tom, wie ihn jemand aus dem Wagen zog und auf den Rasen des Seitenstreifens legte. Heftiger Husten überkam ihn., etwas Warmes lief ihm an der Wange runter.
    „Bist du ok? Partner?„, kam ein leichtes Husten seitlich neben ihm.
    „Ja, und du?“
    „Auch, aber der ist weg... ach, da kommt ja auch Chris und die Chefin....“ hustete Semir weiter.
    Feuerwehr und Ersthelfer sicherten die Unfallstelle und Siggi sperrte bereits die Ausfahrt.
    „Semir? Tom? Wo ist der Kerl?“ Chris kniete neben den beiden auf den Boden.
    „Ja weg! Oder hinter nem Baum versteckt.... verdammt, bist du gelaufen oder gefahren?!“
    Semir meckerte bereits wieder und rappelte sich langsam vom Gras auf. Stöhnend griff er sich an die Schulter und fluchte.
    „Mist! Das gibt’s doch nicht!“
    Auch Tom stand inzwischen wieder , spürte das Stechen in der Lunge und wurde nach langer Zeit mal wieder daran erinnert, dass diese Art der Polizeiarbeit sicher nicht gut für seine Gesundheit war. Anna sah ihn prüfend an, schüttelte den Kopf.
    „Von dir , wenigstens von dir, hätte ich nun wirklich etwas mehr Vernunft erwartet!“
    Tom antwortete nicht, während ein Arzt und zwei Sanitäter auf sie zueilten.
    „Jemand verletzt?“
    „Nein!“, antworteten beide sofort und Tom nahm kurz darauf wortlos die Kompresse ,die ihm einer der Männer entgegenhielt und drückte sie auf die Platzwunde über der Schläfe.
    Semir ,der sich immer noch die Schulter hielt, schrie weiter Chris an.
    „Von der anderen Seite! Von der anderen Seite wolltest du dem Kerl den Weg abschneiden! Vor der Auffahrt!“
    „Sag mal, geht’s noch?! Was kann ich dafür, wenn du…“
    Anna ging dazwischen. „Ruhe hier! Wen haben sie da überhaupt verfolgt?! Und wieso sitzt DU…“, Sie zeigte auf Tom, „…DU bei Gerkhan mit im Auto?!“
    „Ja, weil vor meinem Haus gerade auf Semir geschoss….“
    „Auf mich?! Wohl eher auf dich!“
    Tom schüttelte nur den Kopf, griff zum Handy. „Mach mich doch nicht an!...Ich muss erstmal Petra anrufen!“
    Der Notarzt stand nun inzwischen bei Semir, begann vorsichtig nach der Schulter zu sehen.
    „Mir geht’s gut! Brauch keinen Arzt…aah!...Kümmern sie sich lieber um den da, der hat was am Kopf!“
    Doch Tom hatte sich bereits abgewendet
    „Ja Schatz, ich bins. Alles ok. Ich komm gleich nach Hause...nein... mir geht es gut, wirklich. Mach dir keine Sorgen .. bis gleich....“

  • „Um ihren Kollegen kümmere ich mich gleich, sie steigen jetzt da in den RTW und kommen mit zum röntgen. Also wirklich, sowas....“
    „ Gerkahn, sie steigen da jetzt ein und lassen das nachsehen, keine Diskussion, Chris, sie fahren hinterher, wenn wir hier fertig sind und holen ihn ab .“ Anna hatte nun die Faxen dicke.


    „Nun zu ihrem Kopf, zeigen sie mal her. „vorsichtig entfernte der Notarzt die Kompresse.“Das geht. Da reicht ein Tackerpflaster. Kommen sie mal mit.“
    Er säuberte die Wunde und kurz darauf waren 2 Pflaster drüber.
    „Haben sie Probleme mit der Atmung? Tut ihnen im Oberkörper etwas weh?“
    „Nein, das..... das ist eine alte Sache, geht schon.... Ich würde dann gern jetzt nach Hause.“ Tom rutschte von der Liege.


    „Da fahre ich dich höchst persönlich hin ....“ schon stand Anna neben ihm.
    „Und sie beide kommen nachher zu mir ins Büro, ohne Umwege“
    Chris und Semir nickten nur.


    „So und nun zu dir. Tom . Ich will dich aus der Schußlinie haben. Mir reicht es nicht zu wissen, wer es auf Gerkhan abgesehen hat, da will ich dich nicht auch noch dazwischen haben. Du bringst damit nicht nur dich in Gefahr, sondern auch deine Familie.“
    „Anna. was bitte sollte ich denn eben machen? Semir allein fahren lassen. ?“
    „Ja, genau das und nichts anderes. Geht das jetzt in den Kranichen Dickschädel?“



    Alexa stellte das Motorrad in die Tiefgarage und zog den Helm ab. das war knapp gewesen.
    Nun war es an der Zeit die Sache zu Ende zu bringen.
    Sie packte die Flasche Chloroform ein, Handschellen , ihre Waffen und einen Elektroschocker. Der Plan war perfekt.


    „Man das ist ja nicht auszuhalten, so eng wie die den Verband gewickelt haben...Scheiß verdammter.“ Semir kam aus der Notaufnahme und meckerte ohne Unterlass.
    „Los jetzt, musst hier keine Wurzeln schlagen wie eben. „
    Er stieg zu Chris in den Wagen und schnallte sich langsam an.
    „ Semir, ich konnte nicht schneller. Das ist jetzt aber zweitrangig. ich mach mir Sorgen um dich und Tom. Das war jetzt der dritte Versuch euch beiden ans Leder zu gehen.“
    „Uns beiden? Wohl eher Tom. Du siehst Gespenster. „
    „Nein, weder ich noch die Chefin. Und die redet hoffentlich jetzt mit Tom Klartext. Also bitte hör auf hier rumzustänkern und mach dir lieber Gedanken, wer dahinter stecken könnte.“


    Vor Toms Haus war die Spusi noch am Werke, als Anna den Lexus abstellte.
    Petra kam mit Lilly auf dem Arm herausgerannt, sah die Pflaster auf Toms Stirn und umarmte ihn.
    „Du hast ja doch was abbekommen, Mensch..Tom.... was war das, wer hat da auf dich geschossen?“
    „Schatz, es ist alles in Ordnung. Und jetzt lass uns mal reingehen. „
    Er nahm ihr die Kleine ab, die sofort interessiert versuchte an dem Pflaster herumzufummeln und ging ins Haus. Anna und Petra folgten ihm.
    „Möchten sie einen Tee, Frau Engelhardt?“
    „Ja, gerne…ich hab noch kurz mit Tom zu reden. Dann muss ich zurück ins Büro mir die anderen beiden Herren vornehmen. Lilly ist groß geworden, meine Güte.“
    Petra nickte, blickte wieder besorgt zu Tom, der nun nach oben ging und sich ein sauberes Hemd anzog.
    Kurz darauf kam er wieder, nahm sie in den Arm. „Wirklich Schatz, es ist alles okay….“
    „Ja, natürlich! Das sehe ich….Tom, jetzt sag mir, was los ist.“
    Er hob erneut beruhigend die Hände, sah dann jedoch ihr Gesicht und nickte schließlich.
    „Okay….pass auf, ich erklärs dir. Aber wir wissen ja selbst nicht genau, was los ist….“
    Petra setzte sich, hörte ihm zu und schwieg zunächst. Doch Tom sah genau, was für Sorgen sie sich machte. Anna saß daneben, trank von ihrem Tee und wandte sich schließlich an Tom.
    „Wir werden herausfinden, wer dahinter steckt, Tom. Es scheint mir immer noch unklar, ob du oder Semir oder ihr beide die Zielscheibe seid. Im Moment tendiere ich aber eher zu der letzteren Variante.“
    Er nickte leicht. „Ein alter Fall….?“
    „Möglich. Ich werde mich mit Semir und Chris dahinterklemmen. Und du“, sie sah ihn eindringlich an, „Du hältst dich da raus.“
    Ein leichtes Lächeln zog über Toms Gesicht. „Wie könnte ich das, Anna?“ Dann sah er zur Uhr. „Ich muss noch im Büro vorbei, hab noch zwei wichtige Termine. Danach komm ich zur PAST.“
    Anna schien einen Moment lang nachzudenken, dann nickte sie seufzend.
    „Von mir aus…Aber vergiss nicht, das ist meine Abteilung und ich führe das Kommando.“
    Wieder sein Lächeln. „Schon klar….wie früher.“
    Sofort mischte sich Petra ein. „Oh nein, es ist nicht wie früher, Tom. Hör auf damit….Bitte. Sei vernünftig.“
    „Bin ich doch. ich verspreche es. Und jetzt muss ich los. Ich meld mich, aber es wird sicher spät werden. Wir haben wichtige Sachen zu besprechen.“
    „Gut, und ich fahre zur PAST. Wir sehen uns dann.“



    Alexa hatte sich umgezogen und steckte nun in einem eleganten Hosenanzug. Ihre Tasche warf sie über die Schulter und machte sich auf den Weg.
    Den Wagen stellte sie auf dem Besucherparkplatz der Polizeischule ab.
    Auf dem Gelände herrschte wenig Verkehr und Betrieb und sie kam ungesehen ins Bürogebäude.
    „Entschuldigen sie bitte. Ich habe einen Termin....bei.....Moment. .ich kann den Namen nicht lesen“ sie zog ein Blatt aus der Tasche und hielt es Gabi hin. Toms Sekretärin beugte sich über den Zettel“ na zeigen sie mal.“
    Weiter kam sie nicht, als der Lappen mit Chloroform über ihrer Nase und ihrem Mund landete.
    Alexa zog den schlaffen Körper in den nächsten Raum, klebte ihr den Mund zu und fesselte die Hände mit Klebeband. Die Türe schloss sie ab.
    Dann setzte sie sich an den Schreibtisch und bestellte Toms Termine ab.
    „Jetzt hab ich dich gleich. Kranich“ flüsterte sie.

  • Tom stellte den Vectra auf seinem Parkplatz gleich neben dem Gebäude ab und ging nachdenklich hinein. Ihm wollte nicht in den Kopf, was hinter den Schüssen stecken könnte.
    Verwundert blickte er auf Gabis leeren Platz. und ging in sein Büro.
    Er wollte gerade die Türe schliessen, als ihn der Schmerz im Nacken übermannte. Dann ging er bereits zu Boden und sah gerade noch, wie sich jemand über ihn beugte und ein harter Schlag seinen Hinterkopf traf.




    Anna saß an ihrem Schreibtisch, blätterte den Bericht von Hartmut durch und wandte sich dann Chris und Semir zu.
    „Gut, ein Brandsatz mit Fernzündung, die vermutlich nicht mehr als fünfzig Meter entfernt war. Dann hat der Täter Sichtkontakt gehabt….Die Projektile der Schiesserei sind von einer 9mm Pistole. Was haben wir sonst noch?“
    „Den Brief, der an Tom adressiert war. Da ist Hartmut noch dran…aber da sind wohl zu viele andere Fingerabdrücke drauf….“
    Anna nickte nur kopfschüttelnd. „Ja, da hat sich ihr Ex-Partner wohl selbst übertroffen, was Naivität angeht. Nun ja….Kennzeichen vom Motorrad?“
    „Negativ….“
    „Großartig! Wo hatten sie ihre Augen, Semir?“ Dabei sah sie zur Uhr und Semir konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
    „Naja, pünktlich war er noch nie…..“
    „Nun lenken sie mal nicht ab! Diese Sache hier macht mir Kopfschmerzen. Ich möchte sie nicht irgendwo als Zielscheibe auf der Strasse haben! Und Tom ebenfalls nicht….gehen sie die Gefängnisse durch. Vielleicht gab es Entlassungen. Irgendjemand, der ihnen an den Kragen will.“
    „Da arbeitet Susanne bereits dran, Chefin.“ Chris sah zu Anna und machte ebenfalls ein ernstes Gesicht. Semir verdrehte die Augen.
    „Jetzt lasst uns mal alle auf dem Teppich bleiben….ist doch nichts passiert.“
    Anna nickte. „Eben. Und damit das so bleibt, bleiben sie vorerst hier in den Büroräumen.“
    „Bitte?! Aber Chefin….“
    „Ich werde das nicht weiter kommentieren, Semir. Und jetzt möchte ich wirklich wissen, wo Tom bleibt?“
    In dem Moment klingelte Semirs Handy..
    „Gerkhan“
    „Ja, Gabi Krüger hier. Ich soll ihnen von Kriminaloberkommissar Kranich ausrichten, dass seine Besprechung länger dauert und er sich später melden wird.“
    „Aha, ja danke..... er soll mich bitte anrufen.“ Semir legte das Handy zur Seite.
    „Tom ist noch in seiner Besprechung, kann nicht, hat seine Tippse grad durchgegeben.“
    „Semir, also wirklich.“ Anna warf ihm einen bösen Blick zu.

  • Hallo :baby:, bin wieder da! Und gleich ein Stückchen zum Lesen!



    Alexa legte Tom die Handschellen an und klebte ihm den Mund zu.
    Dann schloss sie die Bürotüre ab , kniete neben Tom nieder und schlug ihn leicht gegen die Wange.
    „Hey, aufwachen...... los......“
    Toms Augenlider zuckten und er bewegte langsam den Kopf, schlug die Augen auf.
    Er merkte, dass er sich nicht bewegen konnte und blickte in Alexas eiskalte Augen.
    „Ich ziehe den Kleber ab, wehe sie rufen, dann ist ihre kleine Familie bald Geschichte.“
    Er nickte, fühlte bei dem Gedanken an Petra und Lilli sein Herz bis zum Hals rasen.
    „Was wollen sie von mir, lassen sie meine Frau und Tochter aus dem Spiel.“
    „Sie sollten keine Forderungen stellen.... und jetzt rufen sie schön an und melden sich bei ihrer Frau ab. Wenn nicht oder sie Tricks probieren, wird mein Kumpel gleich zu ihr gehen und sie ins Jenseits befördern.“ Alexa spielte mit Toms Angst, sich dessen bewusst, dass er auf den Trick mit ihrem Komplizen reinfallen würde.


    Petra hatte Lilli gerade den Schlafanzug übergezogen, als das Telefon klingelte.
    „Schatz, ich bins. Ich komme heute spät. Muss noch arbeiten. Warte nicht auf mich.....“
    „Wolltest du nicht in die PAST? „
    „Nein. Das schaffe ich nicht.....ich muss jetzt auch Schluss machen, man wartet auf mich. Ich liebe euch „
    „Wir dich auch und paß auf dich auf bitte.“ Doch Petra vernahm bereits das Tuten der Leitung.
    Komisch, irgendwie hatte sie das Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung war. Tom hatte sich nervös und kurzatmig angehört.......und so kurz angebunden war er sonst auch nicht. Nachdenklich legte Petra den Hörer beiseite, wurde aber zunächst von der auf dem Wickeltisch hopsenden Lilly abgelenkt und beschloss ,ihn gleich noch mal anzurufen….



    Tom sah die Frau an, überlegte krampfhaft, wo er sie schon mal gesehen hatte. Er wusste genau, das Gesicht zu kennen, doch von wo und vor allem, von wann mochte ihm nicht einfallen.
    Alexa sah ihn ebenso an und ihre Augen wirkten kalt und unnahbar.
    „Du fragst dich, wer ich bin, nicht wahr?!“
    „Ja….Und was das hier soll. Sie bringen sich in große Schwierigkeiten.“
    „So? Tu ich das?“
    „Wo ist meine Sekretärin?“
    „Liegt nebenan. Keine Sorge, der geht’s gut.“
    „Davon würde ich mich gerne selbst überzeugen.“
    „Abgelehnt. Du bleibst wo du bist, Bulle! Und sobald hier alles dunkel ist und deine ganzen Kollegen das Gebäude verlassen haben, machen wir eh den Abflug.“
    „Und dann?“ Tom sah sie weiterhin an. „Was dann? Was soll das hier werden?“
    Alexa antwortete nicht, sah aus dem Fenster. Dann wandte sie sich wieder Tom zu und richtete ihre Waffe auf ihn.
    „Das erfährst du schon früh genug!“



    Semir saß hinter seinem Schreibtisch, hatte die Arme verschränkt und sah zu Chris, der in irgendwelchen Berichten blätterte.
    Schließlich legte er die Blätter weg, schüttelte den Kopf.
    „Nichts, was passen könnte.“
    „Ist mir auch wurscht!“, meckerte Semir weiter. „Und Tom darf da draußen rumlaufen, als ob nichts wäre….ich muss hier im Büro sitzen!“
    „Tja…“, Chris zuckte die Achseln. „Ihm kann sie halt nichts…Guck du lieber die alten Akten durch, dass wir irgendwie weiterkommen.“
    „Ach, ist doch wie ne Stecknadel im Heuhaufen! Hast du ne Ahnung, wie viele Personen Tom und mir an den Kragen möchten! Das müssen ja weiss ich wie viele sein!“
    „Na, nun gib mal nicht so an….Ich werde mal Susanne fragen, vielleicht hat sie ja was über die Gefängnisse….“
    „Ja, ja, du willst ja nur rumflirten…Aber mach ruhig, ich langweile mich hier weiter! Oder nee, ich ruf mal noch mal bei unserm Oberoberhauptkommissar an!“
    Chris grinste nur, war bereits aus der Tür.
    Semir griff zum Hörer, wählte die Durchwahl von Toms Büro.

  • Tom saß weiterhin am Boden seines Büros an die Wand gelehnt, hatte die Hände immer noch am Rücken gefesselt und überlegte. Die Frau hatte kein einziges Wort mehr gesprochen, reagierte auch nicht auf seine Versuche ein Gespräch anzufangen.
    Von nebenan hörte man inzwischen ein leises unterdrücktes und heiseres Weinen der Sekretärin.
    „Hören sie, nehmen sie ihr wenigstens den Knebel aus dem Mund!“ Tom sah die Frau wütend an und erntete nur einen Fußtritt.
    „Meine Sekretärin hat doch hiermit nichts zu tun! „
    „Sie bleibt hier, bis wir weg sind! Und morgen wird sie schon jemand finden! Und jetzt halt die Klappe!“
    Das Telefon auf Toms Schreibtisch klingelte und einen Moment lang fuhr Alexa zusammen, sah dann zu Tom.
    „Wer ist das?!“
    „Woher soll ich das wissen! Es ist spätabends….meine Frau, ein Kollege, was weiss ich!“
    Alexa funkelte ihn böse an. „Dann soll es halt klingeln!“



    Semir legte den Hörer zurück auf die Gabel, sah durch die Büroscheibe Chris immer noch lachend auf Susannes Schreibtischecke sitzen und griff erneut zum Telefon.
    Petra meldete sich bereits nach dem ersten Klingeln.
    „Ja?!“
    „Petra, ich bin´s. Sag mal, ist….“
    „Semir! Hast du eine Ahnung, wo Tom ist?!“
    „Ja, das wollte ich jetzt eigentlich von dir wissen“, sagte er vorsichtig und merkte sofort die in ihm aufsteigende Unruhe.
    „Semir, ich kann ihn nirgends erreichen! Im Büro geht keiner mehr ran und auf dem Handy meldet er sich auch nicht.“
    „Ja du…mach dir keine Sorgen.“ Semir versuchte möglichst ruhig zu klingen. „Sicher ist er gleich zuhause .“
    „Er hat sich vorhin gemeldet, dass es später wird, aber jetzt ist es ja schon nach zehn. Und das ich ihn gar nicht erreiche….“
    „Pass auf, der taucht gleich auf, bestimmt. Und dann soll er mich mal anrufen, ja?“
    „Okay, ich sag es ihm….Semir?“
    „Ja?“
    „Aber du würdest es mir doch sagen, wenn irgendwas…“
    „Ja Petra, klar. Aber du wirst sehen, da war bloß der Handyakku leer, wetten?“
    Dann legten sie auf und Semir sah Chris entgegen, der gerade wieder ins Büro kam.
    „So, machen wir Schluß für heute, oder? Ich…ich hab nämlich noch was vor.“
    „Genau, du hast noch was vor! Komm….wir fahren zur Polizeischule!“
    „Bitte? Ich wurde gerade zum Glas Wein eingeladen und….“
    „Das UND will ich gar nicht wissen….nun komm! Bei Tom stimmt was nicht!“
    „Ich bin verabredet, Semir. „Chris sah auf die Uhr.
    „Nix da. Ich soll nicht alleine unterwegs sein, also fährst du mit und nun komm, umso eher sind wir wieder zurück.“

  • Noch etwas vorm Schlafengehen....


    Alexa baute sich mit der Waffe vor Tom auf „Aufstehen, es wird Zeit. „
    „Hören sie, sie kommen eh nicht weit. Was soll das... mein Kollege wird jeden Moment hier auftauchen, wir waren verabredet.“ während Tom sich mühsam aufrichtete, ,versuchte er der Frau klarzumachen, dass es keinen Sinn hatte.
    „Ich kenne diese Tricks, also los. Treppe runter und ab zum Auto .Dein Kollege ist als Nächster dran „
    Vor dem Vectra stoppte sie, schloss den Kofferraum auf.
    „Los, rein da und keine Mucken.“
    Sie gab ihren Worten Nachdruck indem sie mit der Waffe fester zudrückte.
    Tom setzte sich an den Rand des Kofferraumes und kletterte hinein.
    „Und nun schlafen wir eine Runde.“ Ohne eine Möglichkeit der Gegenwehr hatte er den Lappen mit dem Chloroform auf dem Gesicht und war Sekunden später weg.



    „Da , das ist doch Toms Dienstwagen auf seinem Parkplatz, wieso geht er dann nicht ans Telefon? Da oben in seinem Büro brennt auch Licht. „ Semir warf einen Blick nach oben in den 1. Stock.
    „Vielleicht hat er ein Stelldichein mit der netten blonden Sekretärin?“
    „Ist ja nicht jeder so wie du mein Lieber. Außerdem hat er Frau und Kind zu Hause..... also wirklich...“ Semir schüttelte den Kopf und stieg aus.
    „Ich warte hier , hier wird dir schon keiner was tun.“ Chris zog sein Handy aus der Tasche.
    „Ja ja, muss Liebe schön sein. Bestell Susanne schöne Grüße von mir.“


    Keiner von beiden ahnte, dass Chris mit seiner Aussage mehr als falsch lag.


    Semir nahm derzeit die Treppe hinauf in den ersten Stock, wo Toms Büro lag. Wenn der jetzt am Schreibtisch sitzt und pennt, kriegt er was zu hören, dachte Semir im Stillen und öffnete die Tür des Treppenhauses zu der Büroetage.
    Alles war dunkel und nur durch den Spalt von Toms Bürotür schimmerte etwas Licht hindurch. Semir machte sich nicht die Mühe zu klopfen und betrat das Vorzimmer, wo sonst Gabi saß. Doch kaum hatte er zwei Schritte hinein gemacht, bohrte sich bereits der Lauf einer Waffe in seinen Rücken. Gleichzeitig spürte er einen brennend heißen Schlag am Nacken und wie zuvor Tom ging auch er nun in die Knie.
    „Aah…“
    „Rühr dich nicht, Bulle! Sonst bist du tot!“ Die Stimme der Frau klang eiskalt und entschlossen. Semir kniete am Boden und bewegte sich nicht. Schließlich machte die Waffenmündung in seinem Rücken einen scharfen Ruck.
    „Los! Aufstehen! Langsam!“
    Semir nickte nur, hob die Hände. „Alles klar….kein Problem.“
    „Und quatsch nicht! An die Wand, Waffe auf den Boden!“
    Semir nickte erneut, tat, was die Frau verlangte. Mit der Waffe im Rücken hatte er momentan nicht den Hauch einer Chance. Außerdem brannte sein Nacken noch immer wie Feuer.
    „Und jetzt Hände fesseln! Mit deinen Handschellen!“
    Semir tat auch das, drehte sich dann vorsichtig um. Sofort wusste er, das er dieses Gesicht schon mal gesehen hatte….Fieberhaft überlegte er, wo es gewesen sein musste.
    Die Frau funkelte ihn an.
    „So hat dein Bullenfreund mich auch angestarrt! Genauso!“
    „Wo ist mein Kollege?“
    „Keine Sorge, siehst ihn bald wieder! Du bist nicht alleine gekommen! Wo ist der andere?!“
    „…Im Wagen.“
    „Ruf ihn an! Du sagst ihm, dass er hoch kommen soll!“
    „…Nein….“
    Alexa lachte kalt, spannte den Abzug. „Denk nicht, dass ich Skrupel hätte! Ruf an!“



    Chris saß entspannt zurückgelehnt im CLK und schrieb eine SMS nach der anderen. Nach der Trennung von seiner Frau vor einigen Jahren war es das erste Mal, dass es ihn so richtig erwischt hatte und lächelnd las er den eben empfangenen Text von Susanne.
    Gleichzeitig klingelte das Handy nun auch und `Semir ´erschien auf dem Display.
    Seufzend nahm Chris das Handy ans Ohr.
    „Ja Semir, wie lange braucht ihr denn da noch? Ich will los, Mensch!“
    „Chris, komm hoch.“
    Mehr nicht. Schon war das Gespräch weg. Chris sah verwundert das Telefon an und stieg aus. Dann zog er seine Dienstwaffe hervor, kontrollierte das Magazin und ging Richtung Eingang.Da stimmte etwas nicht....



    Alexa hatte Semir betäubt und auf dem Boden zur Seite gezogen. Die halbe Portion würde sie spielend leicht ins Auto bekommen.


    Chris rannte mit gezogener Waffe die Treppe hoch. Semir hatte so komisch geklungen und nach all dem Vorspiel hatte er mit einem Mal ein verdammt ungutes Gefühl in der Magengegend.
    Da vorne mußte das Büro sein. Ein Lichtschimmer drang durch die Türe.
    „Semir? Tom? Wo steckt ihr? „ Chris stieß die Türe mit dem Fuß auf. Sein Blick wanderte durch den Raum, Außer einen kleinen Lampe am Schreibtisch brannte kein Licht, doch der schmale Schein reichte aus, dass er die Beine auf dem Boden hinter dem Schreibtisch hervorragen sah
    „Semir? Mein Gott!“ Er machte 2 Schritte auf den Tisch zu, was sich als fataler Fehler herausstellte.
    Der Schlag auf seinen Hinterkopf kam völlig unerwartet und mit voller Wucht.
    Im Drehen sah er noch auf ein Paar kleine Füße und hörte ein hämisches , weibliches Lachen, dann umgab ihn die Dunkelheit.

  • Auf Wunsch einer einzelnen Dame noch ein letztes Stück für heute ;)



    „Wie dämlich, wirklich.....“ Alexa mustert ihn kurz und knebelte ihn dann, nahm seine Handschellen und kettete ihn an den Schreibtischfuß. Das Telefon riss sie aus der Wand, nahm ihm das Handy und die Waffe ab.



    Susanne legte ihr Handy zur Seite.
    „Na das war ja klar, wenn die Männer sich trafen, war sie abgemeldet. Chris hätte wenigstens noch was schreiben können, wann er kam.“
    Beleidigt ging sie nun allein ins Schlafzimmer und verkroch sich unter der Decke, dachte nicht im Traum daran, das die fehlende Nachricht nichts Gutes verheißen würde.



    Tom kam noch im Kofferraum des Vectras wieder zu sich und brauchte ein paar Minuten, um zu erkennen, was passiert war. Langsam kam die Erinnerung wieder und er schloss die Augen. Sein Kopf schmerzte höllisch und er wusste genau, das es die Nachwirkung des Chloroforms war. Vorsichtig versuchte er sich etwas zu bewegen, doch in der Enge des Kofferraums war dies unmöglich. Der Wagen schaukelte gleichmäßig hin und her und schließlich verlangsamte die Fahrt sich mehr und mehr. Vermutlich würden sie gleich das Ziel erreicht haben und Tom beschloss erstmal noch so zu tun, als wenn er noch bewusstlos wäre.



    Andrea wurde gegen zwei Uhr in dieser Nacht wach, sah den leeren Platz neben sich und dann verwundert zur Uhr. Nachdenklich stand sie auf, sah nach ihrem Handy, doch es hatte niemand eine Nachricht hinterlassen. Mit leicht ungutem Gefühl wählte sie Semirs Nummer, aber das Telefon schien ausgeschaltet.
    Andrea holte den Festnetzapparat und wählte die Nummer der PAST. Bonrath meldete sich.
    „Autobahnpolizei, Bonrath.“
    „Dieter, ich bin es, Andrea. Sag mal, wo steckt denn Semir?“
    „Semir?...Ja, keine Ahnung, der ist nach neun hier weg, wollte noch zu Tom.“
    „Okay, danke….War Chris bei ihm?“
    „…Ja, sicher. Die sind zusammen los.“
    Andrea nickte nur und legte auf. Dem würde sie was erzählen, dachte sie müde und ging wieder nach oben.



    Gleichzeitig klingelte der Dienstapparat von Dieter erneut.
    „Ja, Autobahnpolizei Bonrath.“
    „Ich bin es, Petra. Du, Dieter, ich kann Tom nirgends erreichen. Weißt du, ob er vielleicht mit Semir…“
    Dieter verdrehte die Augen. „Mensch, hier ist keine Partnervermittlungsstelle, Petra…Gerade war schon Andrea dran. Woher soll ich wissen, wo sich eure Männer rum treiben? Versuchs mal bei Chris….oder…“, Er grinste, „…Oder bei Susanne. Also, ich meine ,Chris wird bei Susanne sein…denke ich…vielleicht.“
    Petra sagte nichts dazu, legte auf und wählte nun die Nummer von Andrea.



    „Du sag mal Andrea, Petra hier. Du weisst nicht zufällig wo Tom und Semir hinwollten? „
    „Ach ne, du suchst deinen Mann also auch. Ist ja mal wieder typisch für die Herrschaften.“
    Andrea war hörbar wütend.
    „Hast du bei Susanne schon angerufen ?“
    „Ne, wieso. Warum Susanne?“
    „Na, weil Chris und Susanne... also ich ruf da jetzt an und sag dir dann Bescheid.“

  • und wie versprochen kommt ein Stück :baby:


    Petra legte auf und wählte die nächste Nummer.
    „Petra? Du? Mitten in der Nacht? „
    „Ja Susanne, also, entschuldige, ich wollte dich wirklich nicht wecken.. aber Chris ist doch mit Semir zu Tom ins Büro...nur die sind verschwunden . Wie vom Erdboden.“
    „Ja, Chris auch. Und weisst du was? Ist mir echt wurscht wo er ist. Sagt unsere Verabredung ab und meldet sich nicht mehr. Und jetzt geh ich wieder ins Bett. Die sind sicher irgendwo versackt. Gute Nacht Petra und ich an eurer Stelle würde den Herren den Hals lang machen .



    Als weder Chris noch Tom oder Semir bis 6 Uhr aufgetaucht waren, machten sich die Frauen nun richtig Sorgen.
    „Also ich fahr jetzt zur PAST mit Lilly . Da stimmt was nicht.“ Petra war mit den Nerven am Ende. „Tom hat sich so komisch angehört am Telefon, „
    „Gut, dann bringe ich Aida zur Nachbarin und komme auch. „
    „Och guck mal, die kleine Lilli. Das ist aber nett, dass ihr uns mal besuchen kommt.“ Hotte umlagerte Petra noch in der Türe.
    „Hotte, das ist kein Besuch. Wo ist die Chefin?“ Petra war ganz unruhig. „Tom und Semir sind verschwunden .und Chris war heut Nacht auch nicht erreichbar.“
    Petra drückte Hotte Lilli in den Arm und stürmte zu Anna ins Büro. Susanne, die ebenfalls gerade zur Tür rein kam und den letzten Satz mitgehört hatte, folgte ihr eilig.


    Anna sah von ihrem Schreibtisch auf, lächelte. Doch als sie Petras Gesicht sah, verschwand ihr Lächeln sofort.
    „Petra? Ist etwas passiert?“
    „Tom ist verschwunden, Semir auch! Ich habe mit Andrea telefoniert! Und…“ Sie sah sich zu Susanne um, „…Chris ist auch nirgends zu finden!“
    Anna sah die beiden Frauen an, als Andrea hereinkam. Man konnte auch ihr ansehen, wie beunruhigt sie war.
    „Frau Engelhardt, wir müssen etwas unternehmen!“
    Anna nickte, wollte zum Telefon greifen, als genau dieses klingelte.
    „Engelhardt…..Wolfgang. Dich wollte ich auch gerade…WAS?! Wie geht es ihm?!...Ich bin auf dem Weg zu dir!“
    Sie warf den Hörer auf die Gabel, sprang auf.
    „Das war Herr Franke, der Leiter der Polizeischule! Sie haben Chris in Toms Büro gefunden…anscheinend niedergeschlagen! Toms Sekretärin auch! „
    Sie starrten sie an, folgten ihr zur Tür. Anna blieb noch mal stehen, sah sie an.
    „Ich informiere sie sofort, wenn ich etwas weiss….“
    „Frau Engelhardt“, Susanne blickte ihr entgegen, “Bitte…kann ich mitkommen? Ich…also…“
    Anna lächelte leicht und nickte. „Ja, kommen sie, Susanne.“



    Der Kofferraum wurde aufgerissen und Tom spürte trotz der geschlossenen Augen, dass es inzwischen hell sein musste. Weiß der Teufel wie lange diese Frau ihn hier hatte liegenlassen.
    „So, raus da, Bulle! Los, mach schon! Ich weiß, dass du wieder wach bist! Solange wirkt Chloroform nicht!“
    Tom reagierte nicht, stellte sich weiter bewusstlos. Er wusste, dass es die einzige Chance war, die er vermutlich bekommen würde.
    Die Frauenstimme wurde lauter, und gleichzeitig spürte er den Druck der Waffe am Hals.
    „Ich lass mich nicht verarschen! Hoch mit dir!“ In der gleichen Sekunde trat Tom mit den Füssen zu und spürte, wie die Frau rückwärts strauchelte und wütend aufschrie. Ein Schuss löste sich, schlug irgendwo ins Blech des Wagens ein. Tom war bereits trotz der am Rücken gefesselten Hände aus dem Kofferraum , sah die Frau am Boden liegen und erneut die Waffe hochreißen. Innerlich fluchend sah er sich um und beschloss auf den angrenzenden Wald zuzurennen, so gut das mit den gefesselten Händen ging.
    Doch er war noch kaum zehn Meter weit gekommen, als er von hinten ihre Stimme hörte.
    „Bleib stehen, sonst ist dein Partner tot!“
    Wie erstarrt blieb Tom stehen und drehte sich langsam um. Die Frau hatte die Hintertür des Vectras aufgerissen, richtete die Waffe ins Innere des Wagens und ihrem Gesicht konnte man ansehen, dass sie nicht bluffte.
    Kalt sah sie zu ihm.
    „Guter Versuch, Kranich! Nur leider umsonst!“
    Tom schwieg, rührte sich nicht und sah wortlos zu, wie sie Semir zwang aus dem Wagen zu steigen. Auch er hatte die Hände am Rücken gefesselt, sah Tom entgegen.
    „Verdammt….warum bist du nicht abgehauen?!“
    Tom sah Semir nur an, zuckte die Achseln. „Ja…was hätt ich Andrea sagen sollen…..“

  • Chris saß aus der kleinen schwarzen Ledercouch in Toms Büro, hielt sich eine Kompresse gegen den Hinterkopf und sah der Chefin und Susanne entgegen. Der Notarzt neben ihm packte gerade seine Tasche zusammen.
    „Chris!“ Schon war Susanne neben ihm, „Chris! Wie geht es dir?!“
    Er winkte nur ab und sie nahm ihn in den Arm. Anna schaute nicht weiter überrascht, sie hatte es längst vermutet, und wandte sich an Wolfgang Franke, der ebenfalls im Raum stand.
    „Wie geht es Toms Sekretärin?“
    „Ganz gut soweit, ist auf dem Weg ins Krankenhaus. Sie hat einen Schock, ist sonst aber unverletzt.“
    Anna nickte, sah zu Chris und dann fragend zu dem Arzt. Dieser zuckte die Achseln.
    „Sicher eine Gehirnerschütterung, aber Herr Ritter ist ja der Meinung, dass…“
    „Blödsinn“, unterbrach ihn Chris sofort, „Mir geht’s gut….“



    Alexa brachte Tom und Semir in einen abgedunkelten Raum. Hinten am Boden fesselte sie beide an die Heizung und verließ den Raum.
    Semir sah zu Tom.
    „Tom? Bist du sonst in Ordnung „
    Sein Freund nickte .“Und du? „
    Bevor er antworten konnte, kam Alexa wieder hinein, lachte erneut.
    Genauso hab ich mir das vorgestellt! Nun hab ich euch beide!...Schade um den anderen…“
    „Was haben sie mit Chris gemacht?!„Semir starrte sie an und schrie es fast heraus.
    „Der ist Geschichte und ich muss sagen, es hat mir Spaß bereitet.“
    „Sie haben ihn umgebracht? !Wie krank sind sie? „ Tom schloss für einen Moment die Augen . Das Gesicht dieser Frau , irgendwas sagte ihm, dass er sie kannte.




    Chris nahm einen Schluck aus dem Wasserglas und lehnte sich auf dem Sofa zurück.
    Anna legte ihm eine Hand auf die Schulter
    „Chris, was ist hier passiert?“
    „ Ich weiß es nicht. Semir. Er wollte unbedingt zu Tom. Wir sind angekommen, ich habe im Wagen gewartet. ......dann hat er angerufen und gesagt ich solle hochkommen. Mehr nicht......und als ich hier reinkam sah ich ihn auf dem Boden liegen, das ist das letzte an das ich mich erinnern kann....Verdammt ich hätte es wissen müssen. “
    er liess den Kopf in seine Hände sinken.
    Susanne legte den Arm um ihn „Du kannst doch nichts dafür, Chris......“



    Anna stand auf, sah mit ernstem Blick zu Falke
    „Hast du eine Spur? Irgend etwas? „
    „Nein, außer, dass der Vectra, den Tom gefahren hat, verschwunden ist. Mehr leider bislang nicht Anna. Die Hundertschaft sucht gerade das Gelände der Schule ab.“
    „Gut. Ich muss jetzt Andrea und Petra informieren. sie müssen wissen was los ist Chris, sie lassen sich von Frau König nach Hause fahren. „
    „ Im Leben nicht Frau Engelhardt. Ich komme mit auf die PAST. ... ach ja... da fällt mir noch etwas ein. Der Täter ist eine Frau oder jemand mit sehr kleinen Füßen. Die habe ich noch gesehen, als ich zu Boden ging.“ Man sah ihm förmlich an, wie er unter der Situation litt.



    Alexa sah die Beiden immer noch eiskalt lachend an “Schön sie da so sitzen zu sehen. Glauben sie mir. Früher oder später kommen sie darauf, wer ich bin. Und jetzt habe ich etwas zu tun. Ihre Frauen warten sicher schon auf eine Nachricht von ihnen, wie gut, dass ich weiß wo sie wohnen..... Und schreien bringt ihnen nichts. Hier hört sie niemand.“ Sie stand auf und verschloss die Türe, es wurde stockdunkel im Raum. Genüsslich vernahm sie Toms Aufschrei , sich dessen bewusst, wie sehr ihn und Semir jetzt der Gedanke an ihre Familien quälen würde.