Gefährliches Spiel

  • Meine neue Geschickte.. Zur Erklärung (für die meine letzte Story zu lang her ist) Kevin ist nach Toms Tod mein eigener erfundener Kommisar.


    Ich hoffe ich finde wieder Spaß am Schreiben!


    Viel Spaß


    S-Bahn in Köln - 15:00 Uhr


    Kevin stand allein in der U-Bahn. Er fuhr ausnahmsweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, weil sein Kollege Semir vor zwei Tagen seinen Dienstwagen zu Schrott gefahren hat. Der Polizist musterte einige Fahrgäste aus Langeweile, bis sein Blick an einem schwarzhaarigen, etwa 19jährigen Mädchen haften blieb. Sie schaute ihn ebenfalls kurz an, doch der Blick ging gleich wieder nach unten. Kevin war sofort fasziniert von ihren dunklen Augen, und ihrem hübschen Gesicht. Er wurde erst aus seinem Tagtraum gerissen, als er vom hinteren Teil des Zuges Stimmen hörte, die den normalen Lärm in der S-Bahn übertönten. „Fahrausweise bitte.“ Kevin kramte in der Innentasche seiner Lederjacke, und blickte wieder zu dem Mädchen auf. Die wurde plötzlich ganz unsicher, schaute sich um. Die Bahnbeamten kamen immer näher, doch sie blieb letztlich sitzen. Kevin stand einfach da und beobachtete. Als ein Bahnbeamter dann bei dem Mädchen war und nach dem Fahrausweis fragte, wurde sie schroff. „Ich hab keinen, lass mich in Ruhe!“ Der Bahnbeamte, der anscheinend auch nicht gerade zimperliche war, fasste sie hart an. „So nicht, Fräulein.“ Gerade wollte Kevin eingreifen, als die Bahn hielt, und das Mädchen dem Beamten einen kräftigen Tritt in den Unterleib verpasste. Dann sprang sie auf, und hechtete aus der Bahn heraus. Kevin drängte sich durch die Menge zum Ausgang der Bahn, und lief dem Mädchen durch die U-Bahn-Station hinterher. Am Ende der Rolltreppe bekam der Polizist sie endlich zu fassen. „Hey, lass mich los!“, herrschte sie ihn an, und wollte sich losreissen. „Hey, ganz ruhig.“, meinte Kevin nur, als auch die beiden von der Bahn angehetzt kamen. „So, du kleine Schlampe, das hast du nicht umsonst gemacht.“, rief derjenige, der den Tritt kassiert hatte. „Wir wollen doch schön sachlich bleiben.“, sagte Kevin noch ganz ruhig, während er sie weiter festhielt. „Wie soll ich sachlich bleiben, wenn die mir in die Eier tritt. Was mischst du dich da eigentlich ein, hä?“, schrie der Typ Kevin an, und wollte schon die Hand heben. Kevin aber zog seinen Dienstausweis aus der Tasche und hielt ihn dem Schreihals unter die Nase. „Das geht mich das an, siehst du das?“, rief nun er. „Ich mach das schon, kümmert ihr euch um eure Bahn.“ Die beiden gingen wieder. Das Mädchen lächelte Kevin nun an und glaubte ihm offenbar nicht dass er Polizist ist. „Wo hast du denn den Ausweis her?“ „Du, der ist zufällig echt?“ Sie lachte nur, und Kevin hielt sie nun nicht mehr fest. „Find ich nett dass du mir geholfen hast.“, meinte sie und zupfte ihr knappes Top zurecht. Kevin stand nur da, und sah sie an. „Also, war nett dich kennengelernt zu haben.“, zwitscherte sie, drehte sich um und ging.


    Freue mich auf eure Feedbacks...

  • Es geht weiter...


    Dienstelle - 15:30 Uhr


    Semir sass an seinem Schreibtisch und war am Berichte abarbeiten. Ausnahmsweise waren Bonrath und Hotte auf Streife, weil die beiden Kommissare keinen Dienstwagen mehr hatten. Er drehte sich erst um, als es an der Glastür klopfte. „Semir? Kommen sie mal bitte?“, fragte die Chefin Engelhard freundlich und bat ihn ins Büro. „Es gibt Arbeit für sie beide. Eine Serie von Raubüberfällen auf Rastplätzen.“, begann sie. „Worum geht es genau?“ „Die Opfer werden bei Pausen auf Rastplätzen aus dem Auto gezerrt, ausgeraubt, und die Täter verschwinden mitsamt dem Auto. Dieses wird wenig später im Umkreis von einigen Kilometer wieder gefunden, unversehrt, jedoch ohne Radio bzw Wertsachen, die man schnell zu Geld machen kann.“ Semir dachte nach: „Hört sich nach Beschaffungskriminalität an.“ Engelhard nickte: „Davon geh ich auch aus. Die Täterbeschreibung deutet auch auf relativ junge Täter hin.“ „Die Typen müssen echt Geduld haben, wenn sie da sind und warten bis jemand kommt.“, meinte der Kommissar. „Die Überfälle sind bis jetzt immer nachts bzw spät am Abend passiert.“, erklärte die Chefin. „Immer auf dem selben Rastplatz?“ „Nein. Bei 6 Überfällen wurden 4 verschiedene Rastplätze zum Tatort. Und total unterschiedliche, mal ein großer Rasthof, mal ein kleiner Parkplatz.“ „Also absolut kein System dahinter, oder wie?“, seufzte Semir. „Die einzige Übereinstimmung. Immer waren es sehr wohlhabende Geschäftsleute. Von Ausserhalb.“ Semir nickte und meinte: „Na, dann wird ich mal die sechs Opfer nochmal verhören. Haben wir eine genaue Auflistung der Rastplätze?“ „Ja, die haben wir.“, lächelte Semirs Vorgesetze und reichte ihm einen Ordner. Semir blätterte darin und stellte schon eines fest. Die Rastplätze lagen rund um die „Autobahnmeile“, einem größeren Rastplatz für käufliche Mädchen. „Hier hab ich noch was für sie. Die Phantombilder, der Täter.“, meinte Anna und legte ihm drei Photos hin. Semir machte etwas große Augen. „Die waren nicht mal maskiert?“ Engelhard schüttelte den Kopf.



    Autobahnmeile – 18:00 Uhr


    Mit neuem Dienstauto fuhren die beiden Polizisten langsam über die „Autobahnmeile“ und hielten die Augen offen nach drei jungen Kerlen. Semir schaute etwas stur geradeaus, Kevin schaute sich um, und natürlich hingen gleich mehrere Damen an dem langsamen Auto um ihre „Dienste“ anzubieten. Als sie durch waren, meinte Kevin: „Halt mal an.“ Semir fragte:“ Was willst du denn hier?“ „Halt doch mal an!“ Eine etwas ältere Prostituierte kam langsam auf das Auto zu, als die beiden ausstiegen, und meinte nur: „Kevin. Was machst du denn hier?“ Kevin lächelte: „Hi Maren.“ Semir guckte nur etwas erstaunt und stellte sich etwas hinter Kevin. „Hey, da ist ja noch einer. Bisschen schüchtern, dein Freund. Der traut sich wohl nicht allein hierher.“ Semir lächelte nur etwas gezwungen, als sein Kollege meinte: „Nein, wir sind beruflich hier.“ „Achja stimmt. Du trittst ja für Recht und Ordnung ein.“, meinte Maren. Kevin holte die drei Bilder aus der Tasche. „Kennst du die drei?“ Maren schaute gar nicht drauf, tätschelte Kevin und meinte nur: „Mensch Kevin. Und das bei dem Vater…“ „Jetzt guck doch bitte mal.“ Dann erst schaute sie auf die Bilder, und man merkte wie sie nachdachte. Doch sie sagte: „Nein tut mir leid. Die hab ich hier noch nie gesehn.“ „Naja ok. Danke, ciao.“, sagte Kevin und umarmte sie noch. „Tschüss.“
    Als sie etwas entfernt waren fragte Semir nur: „Was war denn das jetzt?“ „Mann, die kennt mich schon als ich noch in die Windeln geschissen hab.“ „Naja, das ist ja nicht so lange her.“, meinte Semir und fügte noch hinzu: „Komische Bekannte hast du.“ Kevin meinte: „Tja. Bei dem Vater.“ „Was meinst du damit eigentlich?“, fragte sein Partner. „Du hast meinen Vater doch kennengelernt.“ „Ja, aber ich weiß ja nichts über ihn, ausser dass er ne Bar hat, und hier mal eine hatte.“ „Das war keine „Bar“, du Clown. Das ist ein Puff. Mein Vater ist ein Zuhälter.“ Semir war perplex. „Und deine Mutter?“ Kevin sah nachdenklich aus. „Meine Mutter hab ich nie kennengelernt, mein Vater hat sich nie um mich gekümmert, am liebsten würde ich ihn auch nicht mehr sehen.“ „Ja, irgendwer muss dich doch großgezogen haben.“ Kevin lächelte: „Ich hab mich selbst großgezogen. Und dann war auch noch Kalle da.“ „Und wer ist Kalle?“, fragte Semir nun. „Ein Transvestit aus dem Club wo mein Vater hatte hier. Sie wohnt auch noch bei mir.“, sagte Kevin und um das Gespräch nun zu beenden, stieg er einfach ins Auto. Semir war nun etwas geplättet, aber er verstand nun den Charakter von Kevin etwas mehr. Der typische Einzelgänger, weil er quasi auf der Strasse aufgewachsen ist. Dann sein Kleidungsstil, mit Lederjacke, Hemden und Jacken mit abgetrennten Ärmel, sein Nietenarmband, und seine Ketten. Kevin schien keine schöne Jugend gehabt zu haben, dachte Semir und stieg ins Auto ein.



    Freue mich wieder auf Feeds von euch :baby:

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    Pommes-Bude in Köln 18:30 Uhr


    Die beiden Kommissare fanden an diesem Tage nichts heraus, die drei Typen wurden auch nicht weiter gesehen. Sie gönnten sich noch eine Currywurst an ihrer Stamm-Pommesbude. „Sag mal, hast du schon mal?“, fragte Semir plötzlich? „Was?“ „Na, mit ner Nutte?“ Kevin schaute ihn an. „Du stellst Fragen…“ Semir kicherte: „Wahrscheinlich hast du es früher immer umsonst bekommen.“ „Schnauze“, kam von Kevin nur. „Nein, jetzt mal im Ernst?“, fragte Semir. „Ehrlich?“, fragte sein Partner, und Semir nickte. Kevin schaute weg und meinte: „Das geht dich einen Scheissdreck an.“ „Hey, weißt du was meine Freunde mir zum 18ten geschenkt haben?“, fing nun Semir an. „Ne Nutte… schöne Freunde hast du.“, sagte Kevin nur, und sein Blick fiel, während er sich eine Zigarette anzündete, nun auf einen BMW mit Münchner Kennzeichen. Er hielt am anderen Ende der Strasse, und auf dem Beifahrersitz saß die Schwarzfahrerin. Kevin war mit seinen Gedanken wieder weit weg, und hörte gar nicht was Semir über seinen 18ten erzählte. Er prägte sich das Kennzeichen ein, als der Wagen wieder wegfuhr. „Kevin? Hörst du mir überhaupt zu?“, stieß Semir ihn an.



    Dienstelle – 9:30 Uhr


    „Also. Hier an der Karte haben wir jetzt die Orte festgehalten, wo die Geschäftsmänner ihr Treffen jeweils hatten, und mit den blauen Stecknadeln haben wir die Hotels gekennzeichnet. Die Grünen sind die Tatorte.“, meinte Hotte und stand vor einer Karte. Er und Bonrath hatten schon kräftig gearbeitet an diesem Morgen. „Die haben aber alle nen ganz schönen Umweg gemacht, um in ihr Hotel zu kommen.“, meinte Kevin. „Vielleicht haben sie sich verfahren…“, begann Semir. „Alle?“, sagte Bonrath, und Semir schüttelte schon wieder den Kopf. „Semir, Kevin. Wir hatten letzte Nacht wieder einen Überfall, das Auto ist im Steinbruch gefunden worden, der Halter ist schon unterwegs dorthin.“, drang von draussen Andrea’s Stimme hinein. „Wir sind unterwegs.“, meinte Semir, und die beiden machten sich auf den Weg.



    Steinbruch – 10:00 Uhr


    „So eine Sauerei!“ Der Fahrer des schwarzen BMWs war gar nicht zu beruhigen. „Herr Taren, ihr Auto scheint intakt zu sein. Schauen sie doch mal bitte nach, ob irgendetwas fehlt.“, sagte Semir. Der Mann im Anzug kletterte in den Wagen, nach kurzer Zeit sagte er: „Ja, meine Fotoapparat ist weg. Aber sonst scheint noch alles da zu sein.“ Die drei Männer gingen um den Wagen herum. „Herr Taren, bitte beschreiben sie mal jetzt genau was passiert ist.“ „Ja, ich fahre von meinem Meeting Richtung Hotel, und musste mal. Deshalb bin ich auf den Rastplatz gefahren. Naja, und dann sah ich nur von links ein helles Licht und wurde schon aus dem Wagen gezerrt, drei junge Männer.“ „Waren es die drei?“, fragte Semir und zeigte dem Mann die Phantombilder. „Naja, es war dunkel, aber es könnte sein. Sicher bin ich mir nicht.“ Kevins Blick fiel auf das Nummernschild. Münchner Kennzeichen. Der Wagen, in dem das Mädchen mitfuhr. Der Polizist löste sich von dem Gespräch und setzte sich auf den Beifahrersitz, machte das Handschuhfach auf. Ihm fiel ein Päckchen Kondome entgegen. „Aha, der hatte noch was vor.“, dachte er sich. Dann nahm er einen Fremdenführer zur Hand, „Köln bei Nacht“. Er schlug ihn auf, blätterte etwas, und sah eine Bar namens „Wilde Nacht“ rot umkreist. Kevin merkte sich die Adresse, dann ging er wieder zu Semir, der weiter befragte: „Haben sie Zeugen gesehn?“ Der Mann schüttelte den Kopf. „Nein, ich war ganz allein.“ Kevin schaute ihn nur misstrauisch an.



    Bar „Wilde Nacht“ – 21:00 Uhr


    Kevin setzte sich an den Tresen, und schaute sich durch die Bar um. So ganz genau wusste er selbst noch nicht, was er hier wollte. Er hoffte aber, das Mädchen hier zu finden. „Was darfs denn sein?“, fragte eine Frau hinterm Tresen. „Whisky-Cola, mit viel Eis, bitte.“, sagte Kevin. Zwei Minuten später bekam er das Getränk. Er nahm einen Schluck, und die Frau fragte: „Alleine hier?“ Von Kevin kam nur kurz: „Weiß nicht…“ Überall sassen junge hübsche Mädels mit älteren Herren herum, schlürften Champagner. Hinten in der Ecke erkannte er die schwarzen Haare und das hübsche Gesicht. Er stand auf und ging auf den Tisch zu. Das Mädchen erkannte ihn, und schaute ihn kurz entgeistert an. Dann stand sie auf und verließ schnell gehend die Bar. Kevin wollte ihr sofort hinterher, wurde aber vom Bar-Keeper festgehalten. „Halt, erst bezahlst du noch.“ Der Kommissar fischte schnell einen Schein aus seinem Hemd und knallte es dem Mann in die Hand und lief dann dem Mädchen hinterher. Irgendwann verlor er es am Hafen aus den Augen, doch sie erwartete ihn bereits hinter einem Mauervorsprung. „Warum läufst du mir eigentlich ständig nach?“, fragte sie nur. Kevin drehte sich zu ihr um, und sie ging etwas arrogant um ihn herum. „Was willst du von mir?“, fragte sie und lächelte. Kevin antwortete: „Das weiß ich noch nicht. Warum haust du immer ab, wenn du mich siehst?“ „Vielleicht bist du ja doch ein Bulle.“ „Schlechtes Gewissen?“, fragte Kevin. Sie lächelte Kevin durchgehend an. „Ich hab dich gestern abend gesehen, in einem BMW mit Münchner Kennzeichen.“, begann der Polizist. „Und?“, fragte sie fast gelangweilt. „Der Fahrer ist heute überfallen worden.“ „Und?“ „Hast du was damit zu tun?“ Sie schaute ihm in die Augen. „Mit welcher Antwort hab ich ne Chance.“ Kevin nahm sich eine Zigarette und zündete sie an. „Sag mal, zieht die Tour eigentlich immer? Anderen den Kopf zu verdrehen?“, fragte er. „Wenn es sich lohnt.“, meinte sie. Kevin bliess den Rauch aus. „Was lohnt sich denn für dich?“ Das Mädchen lächelte abermals, und fragte dann: „Kann ich heute Nacht bei dir pennen?“



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    Kevins Wohnung – 9:00 Uhr


    Kalle kam mit dem Taxi von einer anstrengenden Nacht nach Hause. Kevins Mitbewohnerin war immer noch Sängerin in der Nachtbar, die von Kevins Vater Erik geleitet wurde. Sie sperrte die Tür auf, und ging zwei Stockwerke nach oben an die Wohnungstür, und in die Wohnung hinein. Gerade wollte sie in Kevins Zimmer, da sie dachte dass er schon im Dienst sei, doch aus seinem Zimmer kam nun Janine heraus. „Guten Morgen.“, sagte sie etwas schüchtern. Sie hatte Kevin rumbekommen, er liess sie bei sich übernachten. Janine zog in der Küche ihre Stöckelschuhe an, und verliess dann die Wohnung. Kalle lugte in Kevins Zimmer, in dessen Bett einige Auto-Scooter-Chips lagen und ging dann ins Wohnzimmer, und dort lag sie Kevin auf der Couch liegend schlafen. „Kevin… KEVIN!“, rief sie, bis er langsam wach wurde. „Hmm, was ist denn los?“ „Musst du nicht zum Dienst?“ Kevin sah auf die Uhr, und die Zeiger zeigten die totale Pleite an. „Ach du Scheisse…“, rief er nur, sprang aus dem Bett und zog sich schnell an. Auf das Gel in den Haaren verzichtete er heute, die standen auch so.



    Dienststelle – 10:00 Uhr


    „Herr Taren. Jetzt erklären sie mir doch mal ganz genau was passiert ist, letzte Nacht.“, begann Semir. „Aber das hab ich doch schon zigtausend Mal.“, sagte dieser aufgebracht. „Eine Frage haben sie mir noch nicht beantwortet… warum sind sie, statt durch Düsseldorf in den Hotel-Bezirk noch einen ca 20 km langen Umweg über die Autobahn gefahren?“ Herr Taren räusperte sich etwas. „Naja… ich hatte noch etwas vor.“ „WAS hatten sie denn genau vor?“ Nun konnte er es nicht mehr verschweigen. „Naja, ich bin noch zur Autobahnmeile.“ Semir stand auf: „Und warum zum Donnerwetter haben sie uns das nicht vorher gesagt?“ „Mein Gott… man weiß ja nie, wie jung diese Dinger sind… Nachher wird einem ein Strick draus gedreht.“ In diesem Moment kam Kevin ins Büro. „Sorry, ich hab verschlafen.“ „Schon ok.“, meinte Semir. Kevin saß sich an seinen Schreibtisch, als Andrea reinkam. „Aber ich sage ihnen, das Miststück hat mit denen gemeinsame Sache gemacht.“, fuhr Herr Taren fort. „Wie sah sie denn aus?“, fragte Semir und blinzelte Andrea an. „Naja… sie war schlank, aber auch nicht zu schlank. Glattes schwarzes Haar, dunkle Augen.“ Kevin hörte jedes Wort mit, und seine Augen wurden immer größer. „Kevin, die Bahnpolizei hat angerufen, die wollen endlich die Anzeige von der Schwarzfahrerin. Kevin hörst du mir zu?“ Kevin nickte nur und schaute auf das Blatt Papier, das Andrea vor ihn hingelegt hat. Semir fragte: „Was ist denn das?“ Kevin stand auf, nahm das Papier und blickte Semir an. „Unwichtig“, sagte er nur und verliess das Büro.



    Jahrmarkt – 11:00 Uhr


    Kevin steckte einen Chip in einen der Auto-Scooter. Er blickte während der Fahrt nach links und rechts, und versuchte Janine irgendwo zu erblicken. Dann sah er auf einer Leiter die bunten Stöckelschuhe von ihr. Er stieg aus und ging auf sie zu, bis sie ihn dann sah. „Haftbefehl?“, fragte sie schnippisch, und Kevin schüttelte den Kopf. „Sehnsucht?“ Kevin wollte schon nicken, fragte dann aber: „Können wir reden?“ „OK.“
    Die beiden schlenderten über den Jahrmarkt. „Du wirst gesucht.“, sagte Kevin nur, doch Janine schaute ihn nur kurz an und lächelte. „Hey!“, Kevin wurde lauter, „Das ist kein Kinderspiel, Leute ausrauben und so… Wer sind die anderen? Gehören die auch zum Jahrmarkt?“ „Sag mal, darfst du das eigentlich? Mich warnen? Ich meine, ich bin doch verdächtig.“, fragte Janine. „Natürlich darf ich das nicht.“ „Und warum machst du es dann?“ Kevin schaute sie nur kurz an und ging dann weiter, bis Janine ihn festhielt. „Was würdest du denn, wenn ich jetzt einfach abhauen würde.“, fragte sie ihn. „Bis jetzt hab ich dich immer wieder gefunden.“, gab Kevin gekonnt zur Antwort, und sie spazierte wieder um ihn herum. „Pass auf, ich mach dir nen Vorschlag. Du kommst jetzt mit mir mit auf die Dienststelle, wir stellen das so hin, als ob du dich freiwillig gemeldet hast. Mit bisschen Glück kommst du da raus, bis jetzt ist ja niemandem was passiert.“ „Und ich soll meine Freunde verpfeifen? Wozu? Morgen wird hier abgebaut, und dann bin ich sowieso weg.“ Sie drehte sich um und ging auf einen schwarzen Vorhang zu, Kevin sah ihr hinterher. „Tut mir leid, Janine. Aber ich muss dich jetzt mitnehmen.“ „Machs gut, Kevin“, sagte sie nur und verschwand. Kevin setzte sich in Bewegung und folgte ihr, in einen Riesigen Achterbahn-Simulator. Er stand vor der Leinwand und schaute sich um, es war niemand drin. Plötzlich stand Janine vor ihm und küsste ihn auf den Mund. Er sah sie erst noch unsicher an, und gab ihr dann ebenfalls einen Kuss zurück, die beiden zogen sich gegenseitig aus…

  • Noch ein Teil für die Schlaflektüre



    Dienstelle – 12:00 Uhr


    Semir hatte ein Phantombild von Janine an die Wand gepinnt. „Das Foto geht an alle Zeitungen und Pressestellen. Dann warten wir mal ab.“, sagte er zu Frau Engelhard. Plötzlich ging die Tür zu Semirs Büro auf, und ein in Blau gekleideter Mann trat ein. „Guten Tag?“, fragte er mehr als er es sagte. „Guten Tag. Was kann ich gegen sie tun?“, fragte Semir und setzte sein Grinsen auf. „Jetzt hör mir mal zu, ich hab den Ton von euch Autobahnfegern langsam satt.“, wurde der Mann lauter. „Ganz ruhig. Was haben sie denn für ein Problem?“, fragte Frau Engelhard. „Ich will jetzt endlich meine Anzeige, von der Schwarzfahrerin. Das wollte ihr Kollege doch machen.“ „Semir, haben sie Tickets kontrolliert?“, fragte Semir’s Chefin, doch der schüttelte den Kopf. „Nein, nicht er. Ein jüngerer, lief rum wie einer von der Strasse, abstehende Haare.“, begann der Mann wieder. „Kevin.“, nickte Semir. „Ich wird ihn zu ihnen schicken, sobald er da ist.“, beruhigte Frau Engelhard den Mann, und musste wegen der Beschreibung grinsen. Der Mann wollte sich gerade wieder umdrehen, als sein Blick auf dem Phantombild haften blieb. „Das… das ist sie doch. Das ist die Schwarzfahrerin.“ „Tut mir leid. Sie scheinen da was zu verwechseln. Die Frau wird in Verbindung mit Raubüberfällen gesucht.“, widersprach Semir. „Bin ich blöd? Das ist die Schwarzfahrerin, um die sich ihr Kollege so rührend gekümmert hat.“ Engelhards Blick wurde kalt und ernst. „Danke, sie habe uns sehr geholfen.“ Als der Mann dann endlich raus war, fragte sie: „Wo ist Kevin?“ Semir hob die Schultern. „Keine Ahnung.“ „Ich will ihn sofort sprechen. Und sie weichen nicht mehr von seiner Seite.“ Semir zog sein Handy.



    Rheinufer – 12:45 Uhr


    Kevin saß am Rande des Rheins und rauchte eine Zigarette. Er schaute gedankenversunken auf das Wasser und dachte an die letzten zwei Stunden. Er hatte Talent sich immer in außerdienstliche Schwierigkeiten reinzureiten. Semir tauchte hinter ihm auf und setzte sich zu ihm. „Hat’s wenigstens Spaß gemacht?“, fragte er, ohne zu wissen was passiert ist. Er ahnte es nur. Kevin nickte, und zog wieder an der Zigarette. „Du sollst dich bei der Chefin melden.“ Kevin nickte. Semir wurde deutlicher: „Sofort!“ Sein Kollege bliess den Rauch aus, und meinte nur: „Ja“ „Kevin, mach bloß keinen Scheiß“ Kevin drehte sich zu ihm um, blickte ihn kurz an. Dann wandte er sich wieder zum Rheinufer, nickte kurz und meinte nur: „Zu Spät.“



    Kevins Wohnung – 20:00 Uhr


    Die Chefin hatte ihm richtig den Kopf gewaschen. Sie drohte ihm mit Disziplinarverfahren und Suspendierung. Semir hatte seine Chefin noch nie so außer sich gesehen, egal wie viele Dienstwagen sie schon verschrottet haben. Kevin saß nur da und zeigte keine Regung, zeigte sich unbeeindruckt. Nun ging er die Treppen hoch und sperrte die Wohnungstür auf. „Hallo Kevin. Komm rein, wie haben Besuch.“, empfing ihn Kalle schon an der Tür. „Und wer?“, fragte Kevin, trat ins Wohnzimmer, wo die Antwort mitten auf der Couch sass. Mit langer Lederjacke, schwarzer Jeans, und oben offenen Hemd, wo die dicke Goldkette drauflag. „Hallo Kevin. Willst du deinem Vater keinen Kuss geben?“, fragte Erik Peters spitz und lächelte. Kevin blieb in der Tür stehen und schaute wütend weg. Von hinten kam eine etwa 30jährige hinein, gekleidet wie frisch vom Strich. Sie blieb neben Kevin stehen. „Chantal, das ist mein Sohn Kevin.“, sagte Kevins Vater. „Oh…“, sie strich Kevin über die Brust. „Ganz der Vater.“ Kevin nahm ihre Hand weg und meinte nur: „Hoffentlich nicht.“ Er ging ins Wohnzimmer hinein, und drehte seinem Vater den Rücken zu. Der stand auf und kam von hinten auf Kevin zu: „Was bist du denn so mies drauf?“, fing er an. „Ich hab dir gleich gesagt, lass die Finger von dem Bullenjob, das zieht dich nur runter. Du kannst jederzeit bei mir anfangen, das weißt du. Sei mal ein bisschen nett zu mir.“ Kevin schüttelte nur den Kopf und fragte, ohne sich umzudrehen: „Was willst du hier?“ Kalle erwiderte: „Erik hat mir angeboten, die Bar zu übernehmen. Also die Geschäftsleitung.“ Kevin verdrehte die Augen, drehte sich um und ging an seinem Vater vorbei, während er meinte: „Gratuliere. Muss toll sein, mit meinem Vater Geschäfte zu machen.“ Der ging mit Zigarette in der Hand hinterher: „Sei doch nicht so negativ. Ich mach doch keine Geschäfte mit Kalle. Die gehört doch schon fast zur Familie.“ Kevin war auf dem Weg zur Küche, doch bei dem Wort Familie drehte er sich blitzartig um. Er hielt die Finger wie eine Pistole auf seinen Vater und schrie ich an: „DU redest über Familie?“ Erik lächelte nur, und sagte zu Kalle: „Du kümmerst dich sowieso so toll um den Kleinen.“ Kevin stand einfach nur da, mit versteinertem Gesichtsausdruck. „Ich glaube, es ist besser wenn du jetzt gehst.“ Erik gefiel es, wie sein Sohn litt, und meinte gespielt fürsorglich: „Du siehst schlecht aus, Kevin. Du arbeitest zuviel. Ich glaube, ich muss mal mit deinem Boss reden, der steht doch bestimmt bei uns auf der Gehaltsliste.“ Kevin musste sich zurückhalten.


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    Jahrmarkt - 8:00 Uhr


    Kevin ging gedankenverloren über den Jahrmarkt. Semir ging ihm nur mit erstauntem Blick hinterher. Als Kevin in den Simulator trat fragte Semir: "Kevin, was willst du eigentlich hier? Zum Karusellfahren ist es wohl zu spät. Komm, hier wird abgebaut." Der Polizist sah Semir traurig an und nickte dann. Sie gingen zum Auto, als Semirs Handy klingelte. "Ja? Hallo. Was?? Ja, ich weiß wo das ist. OK, wir sind schon unterwegs.", er legte auf. "Was ist denn los?", fragte Kevin. "Überfall auf dem Rastplatz "Hügel", es hat einen Schusswechsel gegeben.", hörte er nur Semirs Stimme und stürmte sofort zu ihm ins Auto.



    Rastplatz - 8:30 Uhr


    Blaulicht zuckte überall. Ein Krankenwagen war da, Polizei hatte schon alles abgeriegelt. Kaum, dass Semirs Auto stand, sprang Kevin schon heraus, lief unter der Absperrung durch, bis er auf ein weißes Laken stieß. Eine Leiche. Kevin schluckte. Sollte es Janine sein? Er nahm einen Zipfel des Lakens, und zog es langsam weg. Als ein schwarzer Haarpony zuerst zum Vorschein kam, atmete Kevin schneller, doch dann sah er das Gesicht eines jungen Mannes. Offenbar einer von Janines Freunden, mit einer Kugel im Kopf. Kevin machte die Augen zu, und atmete tief aus. Semir, der hinter ihm stand meinte nur: "Was ist eigentlich mit dir los?"



    Kevins Wohnung - 11:00 Uhr


    Kevin ging die Stufen hoch bis zu seiner Wohnung. Vor der Tür sass Janine, den Kopf ans Geländer gelehnt, mit verheulten Augen. Als sie drinnen bei Kevin auf dem Sofa sass war er erst sauer. "Mann, ich dachte du wärst längst weg. Und ich bin auch noch so blöd und glaube dir." "Warum musst du mich jetzt fertig machen? Meinst du ich bin hergekommen, damit du mich zusammenscheissen kannst?", weinte Janine. Ihre Frechheit war vollkommen verschwunden, zu dem Augenblick. Kevin atmete laut aus. "Entschuldigung... es tut mir leid." Dann ging er zu ihr, und nahm sie in den Arm. "Warum habt ihr nicht aufgehört?" Janine meinte nur: "Wir haben es genossen, sie auszunehmen. Diese fetten Typen in ihren grauen Anzügen, die sich einfach durchs Leben kauften." "Aber das waren doch nur Geschäftsmänner, die wollten euch doch nichts tun.", meinte Kevin. "Es war alles so wie immer. Aber plötzlich hatte der Typ ne Knarre in der Hand. Hat mich aus dem Auto rausgezogen, und Ingo einfach erschossen. Dann ist er weggefahren." Bei der Erzählung kamen ihr immer mehr Tränen. "Du musst mir jetzt sagen wo die anderen sind.", sagte Kevin ruhig. Aber Janine schüttelte den Kopf. "Janine..." "Was soll das bringen?", fragte sie. Kevin wurde wieder laut: "Was das bringen soll, Herr Gott dein Freund ist tot. TOT, verstehst du, und ihr seid dran schuld, wegen euren Scheiss Spielchen." "Wir? Dieser Typ ist dran schuld.", weine Janine. "Verdammt nochmal. Dann hilf mir dass er gefasst wird, in dem du aussagst!" Er schaute sie an, und setzte sich dann wieder hin. "Und ich steck da mitten drin.", meinte er noch und schüttelte den Kopf. "Wärst du mir halt nicht nachgerannt. Ich hab dich nicht darum gebeten.", sagte Janine bitter. "Das ist doch jetzt scheissegal, glaubst du dann wäre er noch am Leben?", fragte Kevin. Nach kurzer Pause meinte Janine: "Nein... aber du bräuchtest dir keine Sorgen um deinen Job zu machen." Soweit hatte Kevin überhaupt nicht gedacht. Denn er war immer noch nicht bei Anna Engelhard gewesen. "Kann ich mich mal ein bisschen frischmachen?", fragte Janine, und Kevin zeigte ihr das Badezimmer. Dann machte er sich eine Zigarette, zündete sie an und zog daran. Er war in Gedanken versunken, bis er Kalles Stimme hörte: "Kevin. ICh hab dir doch schon tausend Mal gesagt, du sollst die Dusche abdrehen!" Der Polizist, der eine böse Vorahnung hatte, sprang auf und schaute zum Fenster heraus. Janine stand unten auf der Strasse, und hielt ein AUto an, in das sie einstieg und wegfuhr. Kevin zog wütend den Vorhang zu.
    Er ging nun selbst ins Badezimmer, und wusch sich mit kaltem Wasser durchs Gesicht, bis er auf dem Spiegel mit Lippenstift ein Autokennzeichen sah... und ein kleines Herzchen.



    Demnächst gehts weiter, freue mich auf Feedbacks!

  • Dienststelle - 11:30 Uhr


    "Ich glaube wir haben es.", begann Bonrath und knallte Semir einen Stapel mit Akten auf den Schreibtisch. Der blickte auf, und meinte nur: "Was habt ihr?" Hotte antwortete: "Wir haben eine Verbindung zu diesem komischen Jahrmarkt, auf dem du mit Kevin warst. Und zwar gab es die Überfälle nur, wenn der Jahrmarkt in der jeweiligen Stadt war. Hier..", er schlug eine Akte auf. "Erst in Berlin, dann in Hamburg, Bremen, dann zu uns nach Köln." "Jedesmal waren die Überfälle nur einige Tage, danach nie wieder. Immer solange der Jahrmarkt dort Station gemacht hat." Semir nickte anerkennend. "Wisst ihr den auch wo der Jahrmarkt als nächstes Station macht?", fragte er. "Jap. In Bonn.", meinte Bonrath noch und verliess dann das Büro mit Hotte. Das Telefon klingelte und Semir nahm ab. Er hörte Kevins Stimme: "Hi, hier ist Kevin... sag nicht meinen Namen." Semir zog die Augenbrauen hoch, verdrehte die Augen und meinte dann: "OK" "Pass auf, ich hab ein Autokennzeichen für dich. D HH 125, hast du das?" "Ja ok." "Ich kann es dir nicht mit Sicherheit sagen, aber das könnte unser Mann für den Mord sein. Check mal dessen Alibi für diese Nacht." Semir nickte und meinte: "Ok, ist gut.", und wollte schon sich verabschieden. "Semir... du verstehst mich doch." Semir lächelte. "Ich denke schon... pass auf, die nächste Station ist Bonn... du verstehst mich doch." "Danke Semir... ciao." Dann legte Kevin auf.



    Bonn Jahrmarkt - 16:00 Uhr


    Kevin ging über den Jahrmarkt. Es wurde überall noch aufgebaut, aber die große Achterbahn und einige kleine Karuselle standen noch. Er hielt Ausschau nach Janine, die irgendwann aus einem der unzähligen Karren rauskam. Sie schaute Kevin an und schrie: "Hau endlich ab von hier!!" Er aber schaute sie nur stumm, und etwas traurig an. Dann drehte sich Janine um und lief vor ihm weg, Kevin verfolgte sie. Irgendwann verlor er sie aus den Augen und rief: "Janine, du machst alles nur noch viel schlimmer... Ich hab doch gesagt, du kannst mir vertrauen!" Er drehte sich um, und blickte überall hin. Wenn er sie jetzt verlieren würde, ist alles vorbei. "Pass auf... du kommst jetzt einfach mit mir mit, und..." weiter kam er nicht. Er sah, wie Janine auf den Gleisen die Achterbahn hochlief. Kevin lief ihr hinterher.Mehrere Arbeiter sahen zu und informierten die Polizei und Feuerwehr. Janine zog ihre Stöckelschuhe aus, sie lief nicht mehr sondern ging nur noch, Kevin ging ihr langsam hinteher. Beide hatten sie Mühe das Gleichgewicht zu halten. Irgendwann kamen sie an einer Plattform an, wo Janine stehen blieb. Sie setzte sich auf die Kante, und liess die BEine runterhängen, Kevin setzte sich neben sie. Sie schauten beide über Bonn, als die Feuerwehr unten ankam. "Warum läufst du mir eigentlich ständig hinterher?", fragte sie. "Warum haust du immer ab, wenn du mich siehst?", fragte er wieder und fügte hinzu: "Vielleicht hab ich ja mein Tagessoll noch nicht erfüllt." Janine fragte schnippisch: "Und wann ist das erfüllt? Das Tagessoll?" Mit dieser Art zu fragen machte sie Kevin wütend: "Sag mal, was bildest du dir eigentlich ein, glaubst du ich hab niemals Scheisse erlebt? Aber durch Scheisse muss man durch, du kannst doch nicht immer nur wegrennen!" "Weißt du eigentlich wie sehr du mich ankotzt? Warum mischst du dich in alles ein? Ich... ich hasse dich!", zischte sie. Kevin schaute nun wieder nach vorne über Bonn. Er hatte sich in sie verliebt, aber für sie war er nur ein Bulle, der sie verhaften will, und sie hat nur mit ihm geschlafen, weil sie hoffte, dass er sie dann fliehen lässt. "Ich lass dich in Ruhe...", sagte er. "Wenn du mit den anderen mit mir mitkommst. Das mit der Nummer auf dem Spiegel war doch schon mal nicht schlecht, aber es reicht nicht den Mörder deines Freundes zu überführen. Und es reicht auch nicht um deine Situation zu verbessern." Janine schaute ihn böse an. "Ihr habt nun mal ganz großen Mist gebaut. Aber ich schwör dir, ich werd alles tun, damit ihr mit nem blauen Auge davon kommt...", sagte Kevin. Sie schauten sich an, der böse Blick aus Janines Gesicht verschwand. "Vertrau mir", setzte der Polizist noch hinzu und streichelte ihre Wange. Dann küssten sich die beiden innig, und Kevin vergass wieder alles, was er vorher dachte. Bis Janine seinen Kuss unterbrach und meinte: "War schön, dich kennengelernt zu haben" Mit diesen Worten machte sie einen Rutsch nach vorne über die Kante. Kevin griff instinktiv zu, und hielt sie am Handgelenk fest, so baumelte sie an der Achterbahn, und blickte hilfesuchend zu Kevin.



    Dienstelle - 17:00 Uhr


    "So, Herr Braun. Dann erzählen sie mir mal wo sie letzte Nacht waren.", begann Semir. "Ich war in meinem Hotel. Ich hatte ein wichtiges Seminar den ganzen Tag gestern." "Es gibt aber einen Zeugen, der sie in der Nähe eines Mord-Tatorts gesehn haben soll.Am Rastplatz "Hügel".", meinte der Polizist. "Wer soll mich da gesehn haben?", fragte Braun. "Das tut nichts zu Sache. Waren sie da?" "Naja, ich wollte noch etwas abschalten und bin dorthin noch einen trinken gegangen. Aber um 2 Uhr bin ich dort abgefahren und habe von einem Mord nichts mitbekommen.", beharrte er darauf. "Ausserdem. Diese Kiddies mit ihren Überfällen. Das sind die doch selber schuld, wenn sich da einer mal was nicht gefallen lässt. Das nennt man dann wohl Berufsrisiko." Semir starrte den Mann an. "Sie halten es also für richtig, dass jeder einfach jemanden erschiessen darf, wenn er was Unrechtes tut?" Braun schüttelte den Kopf. "Jeder muss seine Rechnung bezahlen. Fakt ist aber, und mir etwas zu beweisen, brauchen sie einen Zeugen. Und diesen Zeugen gibt es nicht." Genau in diesem Moment ging die Tür von Semirs Büro auf. Erst kam Janine rein, gefolgt von ihren beiden Freunden, und ganz zum Schluss Kevin. Braun drehte sich zu Janine um, die ihn hasserfüllt ansah, und sein Mund stand leicht offen, die Farbe wich aus dem Gesicht. Semir nahm seine Handschellen und meinte nur: "Sie haben recht. Jeder muss seine Rechnung bezahlen." Dann wurde er, aber auch Janine und seine beiden Freunde abgeführt.



    Dienstelle - 14:00 Uhr


    Einige Tage später war die Gerichtsverhandlung durch. Kevin sagte aus, dass Janine sich freiwillig gestellt habe, und ihm wurde Glauben geschenkt. Weil sie erst 19 war, wurde sie für 1 Jahr Jugendarrest auf Bewährung verurteilt. Ihre beiden Freunde gingen für 1 Jahr ins Gefängnis ohne Bewährung. Als sie den Saal verliessen, warf Janine Kevin einen vermischten Blick aus Dankbarkeit und Traurigkeit entgegen. Kevin dagegen zeigte nur einen nichtssagenden Blick. Denn er ahnte wohl was noch kommen würde. Als sie in die Dienstelle kamen, sagte Anna Engelhard: "Semir, kommen sie bitte mal in mein Büro." Kevin ging in sein Büro und starrte aus dem Fenster. Nach einer Viertelstunde wurde auch er ins Büro der Chefin gerufen. Er rechnete mit einem Dienstaufsichtsverfahren. "Setzen sie sich bitte.", sagte Anna. Semir sah nicht gerade gut aus. Die Chefin holte tief Luft: "Ich will ihnen erstmal sagen, dass sie in der Zeit, in der sie bei uns sind, viele bleibenden Eindrücke hinterlassen haben. Da wären zum einen die zwar immer gelösten Fälle, aber zum anderen auch immer wieder die Art und Weise.", begann Kevins Chefin. Er selbst nickte nur. "Auch in diesem Falle. Und diesmal hab ich erheblichen Druck von oben bekommen, nach dem Bericht dieses Falles, endlich etwas zu unternehmen. Nach ihrer Affäre mit einer Mörderin in iherm ersten Fall (Blinde Liebe), der sie schon ihren Job in der Mordkommision gekostet hat, und ihrem Drogenrückfall in einem Undercover-Einsatz (Kameradenschweine) haben sie sich nun erneut eine Affäre mit einer Tatverdächtigen eingelassen." Auf Kevin prasselten die Wörter nur so herunter. Er schaute kurz zu Semir, der nur aus dem Fenster starrte. Bei einem Dienstaufsichtsverfahren macht man doch normalerweise kein solchen Aufstand. Die Chefin blickte Kevin an, nahm tief Luft und meinte dann: "Es tut mir leid, Herr Peters. Aber sie sind für uns so nicht tragbar. Ich muss ihnen leider mitteilen, dass sie hiermit offiziell entlassen sind. Bitte geben sie mir ihre Dienstwaffe und ihren Ausweis." Nun war Kevin doch wie vom Blitz getroffen. Und in seinem Kopf hallten Janines Worte: "Du bräuchtest dir keine Sorgen um deinen Job zu machen." Er schaute nochmal rüber zu Semir, der traurig zu ihm schaute. Dann stand Kevin auf, legte seine Waffe und seinen Ausweis auf den Tisch der Chefin, und ging einfach raus. Kein Wort des Abschieds. Er ging noch einmal ins Büro, nahm seine Jacke und einige persönliche Dinge aus seinem Schreibtisch, und ging Richtung Ausgang. Andrea, Hotte und Bonrath wussten überhaupt nicht was los ist. Semir stand am Ausgang, und wollte Kevin aufhalten. "Kevin, es tut mir leid, sie hat es mir eben selbst erst gesagt." Kevin schaute seinen Partner. "Machs gut, Semir.", kam nur über seine Lippen, dann verliess der die Dienststelle.




    So, ich hoffe euch hat die Story gefallen. Bald wird es eine neue von mir geben, bis dahin würde ich mich über ein paar Kritiken von euch freuen!