Gefährlicher Geburtstag

  • So, hab ja zwangsweise ganz viel Zeit (Doc sei Dank ;) ) und um die Langeweile zu überstehen, versuch ich mich an einer neuen Geschichte.
    Hoffe, sie gefällt euch! Viel Spaß und denkt an die Feeds ;-)



    Gefährlicher Geburtstag


    Es war ein warmer sonniger Morgen im Juni. Tom und Semir machten gerade ihre Tour. Die Autobahn war sehr rugig, es war nicht viel los. Dies würde sich aber in ein paar Wochen ändern, wenn die Sommerferien beginnen würden.


    "Sag mal, was schenken wir Petra eigentlich zum Geburtstag?" fragte Augen und hob den Zeigefinger. "Dann überleg dir mal noch was bis heute Abend."
    "Ach komm, so wie ich dich kenne, hast du selber auch noch nichts."
    "Erwischt" gab Tom kleinlaut zu.
    "Siehst du, deshalb habe ich ja auch gefragt, was WIR ihr schenken. Ich kenn dich doch."
    Beide mussten lachen.



    Zur gleichen Zeit in der Qucik-Filiale:
    "Bitte, hören Sie auf. Tun Sie das nicht! Ich mache alles, was Sie wollen- Filialleiter Schneider war der Verzweifelung nah. Schweißerlen standen ihm auf der Strin. Er krallte sich in den Telefonhörer fest.
    "Sie können es selber verhindern. Wenn Sie unsere Forderungen erfüllen. 2 Millionen Euro bis 14 Uhr. Keine Polizei!" Die Stimme am anderen Ende der Leitung klang ernst und bestimmend.
    "Aber wie soll ich das schaffen? So viel Geld! Das sind nur noch vier Stunden!
    "Das ist nicht unser Problem! Und um ihnen zu zeigen, dass wir es ernst meinen... Hören Sie mir jetzt gut zu: Wir haben bereits einen Teil verteilt. In welchen Lebensmitteln, das ist ebenfalls ihr Problem! HAHAHA!" Dann ein Klicken. Die Verbindung war unterbrochen.
    "Oh nein!" Schneider setzte sich auf einen Stuhl. Er war kreidebleich und Schweiß stand ihm auf der Stirn. "Was mach ich jetzt bloß?"

  • Eugen Schneider rief die stellvertretende Filialleiterin Ruth Weidemann zu sich.
    "Eugen, was gibts denn? Du siehst so blass aus. Ist was mit deiner Frau?" Ruth strich Euegn besorgt über den Kopf. Insgeheim wünschte sie sich, dass er wieder Streit mit seiner Frau hatte, doch sie sprach es nicht aus.
    "Ruth, wir haben ein Problem.... Wir....wir werden ... erpresst!" Jetzt war es raus.
    "WAS??? Das ist doch nicht dein Ernst. Aber wieso? Wie viel wollen die?" Ruth war völlig aus dem Häuschen.
    "Zwei Millionen bis 14 Uhr."
    "Das ist völlig unmöglich! Wir müssen die Polizei informieren!" Sie hatte bereits den Hörer in der Hand.
    "NEIN!" Eugen riss ihn ihr aus der Hand und legte wieder auf. "Keine Polizei! Die meinen es ernst. Sie haben schon einen kleinen Teil in Umlauf gebracht. Sie haben nicht gesagt was."
    "Deswegen müssen wir doch erst Recht die Polizei rufen! Eugen, sei vernünftig, bitte."
    "Nein Ruth, ich kann nicht. Meine Existenz steht auf dem Spiel. Ich hab schon mit der Bank gesprochen. Zum Glück läuft unser Laden ganz gut. Das Geld bekommen wir auf jeden Fall. Aber in der Frist... das wird schwer. Sie wollen mir verraten, in welches Lebensmittel sie das Gift gespritzt haben, aber erst, wenn sie das Geld haben. Und wenn die Frist abgelaufen ist, dann... dann wollen sie noch mehr vergiften. Bitte, du musst mir helfen, Ruth."
    "Ok, ich red nochmal mit der Bank, vielleicht kann ich ja noch was erreichen. Aber richtig finde ich das nicht. Wir müssen die Polizei informieren." Ruth sah, wie aufgelöst Eugen war und entschied sich, die Polizei nicht zu informieren.



    "Hey ihr zwei! Na, klappt es mit heute abend? Petra freut sich schon." Andrea schob den Kinderwagen in Semirs und Toms Büro und drückte Semir einen Kuss auf den Mund. Tom ging sofort zum Kinderwagen und nahm Aida heraus. Sie quiekte fröhlich auf seinem Arm. "Na klar klappt das." sagte er zu Andrea.
    Semir begrüßte seine Tochter mit einem Kuss auf die Wange. "Hallo meine kleine Maus. Lass dich nicht von Onkel Tom ärgern."
    "Was soll das denn heißen? Ich ärger doch nur dich."
    "Na ihr scheint ja richtig Spaß zu haben heute. Habt ihr denn auch an ein Geschenk für Petra gedacht?" Andrea sah fragend von einem zum anderen.
    "Ja...also, wir..wir..." stotterte Semir.
    "Wir...haben da...also..." unterbrach Tom ihn.
    "Ihr habt nichts. Hab ich mir schon gedacht. Jungs, warum könnt ihr nicht einmal rechtzeitig an einen Geburtstag denken und ein Geschenk besorgen?" Andrea schüttelte schmunzelnd den Kopf. "Gut, dass ihr mich habt." lachte sie.
    "Andrea, du bist ein Schatz." Semir küsste seine Frau.
    "Danke, Andrea. Du bist großartig."
    "Ich weiß. Aber ihr besorgt die Pralinen. So, ich geh jetzt mal zu Petra und besprech mit ihr, wann ich zum Helfen kommen soll."
    Sie nahm Aida auf den Arm und verließ das Büro. "Männer".

  • Der Rest des Tages verlief sehr ruhig und so konnten Tom und Semir pünktlich Feierabend machen. Sie verließen ihr Büro und gingen an Petras Schreibtisch vorbei. "Ciao Petra. Bis heute abend!"
    "Ciao ihr Zwei. Und Tom? Sei bitte pünktlich." Sie zwinkerte ihm lächelnd zu.
    "Für dich bin ich immer pünktlich." Er zwinkerte zurück.


    "Na, was geht denn da zwischen euch beiden. Hab ich was verpasst?" Semir grinste Tom an. Dieser grinste zurück. "Ich weiß nicht, was du meinst. Petra und ich sind nur Kollegen... und Freunde... genau, wie wir beide. Und zwischen uns läuft ja auch nichts, oder?"
    "Nein Tom, aber ich wollte dir schon immer mal sagen, dass ich dich total süß finde. Deine Augen sind zum dahinschmelzen."
    Tom lachte. "Ja, dann träum mal weiter von mir. Ich besorg jetzt die Pralinen. Ich hold Andrea und dich dann um halb 8 ab." Immer noch lachend stieg er in seinen Wagen und machte sich auf den Weg zum Supermarkt, um die Pralinen zu kaufen. Nachdem er diese besorgt hatte, endschied er sich noch ein kleines Armband zu kaufen und fuhr zum Juwelier. Immerhin wollte er ihr auch was Persönliches schenken.




    Pünktlich um halb 8 stand Tom vor Semirs und Andreas Haustür.
    "Tom ,bist du dir sicher, dass da nichts ist. Du bist genau 2min 41 sek. zu früh."
    "Semir, keine Angst, da ist nichts. Du hast also keinen Grund eifersüchtig zu sein."
    "Gott sei Dank, sonst müsste ich dir den Umgang mit den Kollgene verbieten." Semir musste sich ein Lachen verkneifen. "Aber Petra darf das."
    "Semir..."
    Nun meldete sich Andrea zu Wort. "Petra? Hab ich was verpasst?"
    "Ja"
    "Nein"
    Nun lachten alle und fuhren gemeinsam zu Petras Wohnung.



    Petra öffnete die Tür und bat ihre Gäste herein. Sie aßen zu Abend und sie packte die Geschenke aus. Es versprach ein lustiger Abend zu werden. Sie unterhielten sich und lachten viel.


    Als Petra sah, dass Tom alleine in der Küche war, ging zu zu ihm hin.
    "Hey Tom!"
    "Hey!"
    "Ich hoffe, das Essen war wenigstens einigermaßen genießbar."
    "Natürlich, es ar wirklich sehr lecker. Du hast gut gekocht." Er lächelte sie an. Sie lächelte zurück. Er musste ja nicht wissen, dass sie es vom Chinesen kommen lassen hat.
    "Tom...?"
    "Ja?"
    "Ich..also ich...ich wollte mich für das Armband bedanken. Es ist wirklich sehr schön."
    "Gefällts dir?"
    "Natürlich! Es ist wirklich wundervoll. Danke" Sie drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Dann sahen sie sich beide eine Zeitlang in die Augen und schwiegen.
    Petra brach als erste die Stille.
    "So, dann werd ich mal wieder zu den anderen. Sonst gelten wir gleich als vermisst."
    "Da hast du recht." Beide gingen zurück ins Wohnzmmer.


    Semir grinste Tom an und dieser verdrehte nur die Augen.



    Der Abend ging zu Ende und die Runde löste sich auf. Petra wollte noch ein bisschen aufräumen. Dabei entdeckte sie die Pralinen. Die sehen wirklich lecker aus, dachte sie und aß eine. Während sie aufräumte aßs sie eine Praline nach der anderen. Am Ende war bereits die halbe Pckung leer. Sie wollte gerade ins Bad und sich bettfertig machen, als sie plötzlich keine Luft mehr bekam. Sie fing an zu husten und zu röcheln. Panisch hielt sie sich am Waschbecken fest. Jegliche Farbe wich aus ihrem Gesicht. Sie hustete weiter, bekam kaum noch Luft. Dann wurde ihr schwaz vor Augen und sie sackte bewusstlos zusammen.

  • Weiter gehts ;)


    "Ah, so ein Mist" Tom kramte fluchend in seiner Hosentasche nach seinem Autoschlüssel. "Wo ist der denn?"


    "Tom, beeil dich, ich bin müde." Semir gähnte laut und lehnte sich an Andrea. Diese tätschelte lachend sein Gesicht. "Ja mein Süßer, gleich kannst du ins Bett."


    Tom wühlte immer noch in seinen Taschen. "Verdammt. Ich glaub ich hab ihn oben vergessen." Er sah zu Petras Wohnung hoch und bemerkte, dass dort noch Licht brannte. "Gott sei Dank, sie schläft noch nicht." Insgeheim freute er sich, dass er seinen Schlüssel vergessen hatte, denn so hatte er einen Vorwand nochmal zu ihr in die Wohnung zu gehen. Er war gerade mal 5 minuten weg und vermisste sie schon, als wenn er sie Wochen nicht gesehen hätte. "Irgendwann musst du es ihr sagen" dachte Tom und ging zur Tür.


    Tom drückte die Klingel und wartete. Aber nichts geschah. "Komisch" sagte er zu sich selber und klingelte nochmal. Aber immer noch öffnete sie ihm nicht die Tür.


    "Alles ok?" fragte Semir und konnte sich ein weiteres Gähnen nicht verkneifen. Er stand mit Andrea an Toms Wagen und legte seinen Kopf auf ihre Schulter.


    "Ja, sie ist bestimmt grad im Bad" antwortete Tom.


    In diesem Moment bog eine junge Frau um die Ecke und zog ihren Schlüssel aus der Tasche. "Möchten Sie zu jemand bestimmten?" fragte sie freundlich und schloss die Tür auf.
    "Ja, zu frau Schubert. Sie hat wohl das Klingeln nicht gehört."
    "Bitteschön." Die Frau hielt Tom lächelnd die Tür offen. Er bedankte sich und ging hoch zu Petras Wohnung.


    Dort klopfte er an die Tür. "Petra? Ich bins Tom. Sorry, ich glaub ich hab meinen Schlüssel bei dir ver...." Er hörte einen heftigen Husten, dann einen dumpfen Aufprall. "Petra???" Als er keine Antwort bekam, trat er kurzerhand die Tür ein. Er blickte sich suchend um und rannte von einem Raum zum nächsten. "Petra?"
    Als er ins Bad ging, blieb er plötzlich erschrocken stehen. "PETRA? Oh Gott, was ist passiert?" Er kniete sich neben sie, fühlte ihren Puls. Doch er fühlte keinen. "Scheiße!" Tom geriet in Panik. Er überlegte nicht lange und begann mit der Mund-zu-Mund-Beatmung. "Komm schon!" Plötzlich hustete Petra. Tom nahm sie in den Arm. Erleichterung stieg in ihm auf. "Tom?" krächtze sie leise. "Scht" beruhigte er sie und wiegte sie in seinen Armen hin und her. "Ich bin ja da."


    "Oh Gott! Was ist passiert?" Semir und Andrea standen plötzlich hinter den beiden. Andrea rief sofort den Krankenwagen, während Tom erzählte, was passiert ist.


    Nach knapp 10 Minuten traf der Krankenwagen auch schon ein. Die Sanitäter und der Notarzt liefen nach oben, wo Tom Petra immer noch im Arm hielt. Sie hatte die Augen wieder geschlossen und war nicht mehr ansprechbar.
    "Machen Sie bitte Platz" sagte der Arzt und schob Semir und Andrea zur Seite. "Sie bitte auch." Er sah zu Tom und deutet ihm an, ebenfalls an die Seite zu gehen. Nur wiederwillig ließ er Petra los. Der Notarzt leuchtete ihr in die Augen und untersuchte sie. "Ich brauche einen Zugang. Sieht ganz nach einer Vergiftung aus. Sie muss so schnell wie möglich ins Krankenhaus."


    "Vergiftung?" Die drei Freunde sahen sich fragend an.


    Petra wurde auf der Trage zum Krankenwagen gebracht. Tom hatte seinen Schlüssel beim Verlassen der Wohnung noch schnell vom Tisch geholt und setzte sich in sein Auto. "Ich fahre hinterher" sagte er ängstlich zu Semir und Andrea. "Wir kommen mit!" sagte Andrea und stieg ebenfalls ein.


    Der Krankenwagen fuhr los. Nach ein paar Straßen blieb er plötzlich stehen. "Was ist los? Warum fahren die nicht weiter?" fragte Andrea besorgt.
    "Da stimmt was nicht!" Toms Stimme zitterte. Er wollte gerade aussteigen als Semir in zurückhielt. "Tom, warte! Was auch immer es ist, du kannst jetzt eh nicht helfen. Petra schafft das. Ganz sicher" Auch Semir ging die Sache an die Nieren, aber er musste stark sein, vor allem für Tom. Er wusste, wie viel Petra ihm bedeutete, auch wenn noch keiner den entscheidenen Schritt gewagt hatte. Sie waren doch so kurz vorm Ziel. Das durfte doch nicht alles vorbei sein! Tom trommelte nervös mit den Fingern aufs Lenkrad. Seine Gedanken waren bei Petra. Vor einer Stunde haben sie noch lachend zusammen gesessen und jetzt...?



    Der Krankenwagen setzte sich wieder in Bewegung und fuhr jetzt ohne Zwischenfälle in die Klinik. Tom parkte seinen Wagen direkt am Eingang und alle drei sprangen eilig aus dem Auto und rannten ins Krankenhaus. In der Notaufnahme warteten sie auf eine Information. Semir und Andrea saßen mit gesenkten Köpfen auf der Bank. Tom lief immernoch sichtlich nervös im Flaur auf und ab. "Verdammt! Wieso sagt denn keiner was?" Er trat gegen den Mülleimer und erntete sofort einen bösen Blick einer Krankenschwester, die gerade vorbeiging. Er hob entschuldigend die Hände und setzte sich ebenfalls auf die Bank. Dann endlich kam ein arzt auf sie zu. Sofort sprang Tom auf.
    "Was ist mit ihr?"
    "Hallo, mein Name ist Dr. Heinemann. Sind Sie Angehörige von Frau Schubert?"
    "Nein, aber ihre Freunde." erklärte Andrea.
    "Was ist mit ihr?" Tom blickte Dr. Heinemann erwartungsvoll an.
    "Ihre Freundin ist, wie mein Kollege schon vermutet hatte, vergiftet worden. Wir mussten ihr den Magen auspumpen. Hinzu kommt, dass sie zweimal einen Herzstillstand hatte. Sie liegt jetzt auf der Intensivstation. Ihr Zustand ist äußerst kritisch." erklärte der Arzt sachlich.
    "Kann ich zu ihr?" fragte Tom.
    Der Arzt nickte. "Es ist wichtig, dass Frau schubert spürt, dass ein Freund da ist."
    Tom sah noch einmal zu Semir und Andrea. Semir nickte ihm zu. Tom warf ihm noch schnell seinen Schlüssel zu. "Ich hol dich morgen früh wieder ab. Und Tom? Meld dich, wenn sich was ändert." Tom nickte und ging auf die Intensivstation.


    Dort lag Petra, kreidebleich, an viele Schläuche angeschlossen. Nur das gleichmäßige Piepen war zu hören. Tom setzte sich auf den Stuhl neben ihrem Bett und hielt ihre Hand. Es dauerte nicht lange, bis er eingeschlafen war.

  • Tom fiel in einen unruhigen Schlaf. Immer wieder wachte er auf und sah besorgt zu Petra. Er strich ihr sanft über den Kopf.
    "Hey Kleine, du darfst nicht aufgeben. Hörst du, du musst kämpfen! Ich wollte dir doch noch soviel sagen."
    Tom schluckte. Ein Träne kullerte über sein Gesicht.
    "Weißt du, ich hasse mich dafür, dass ich so ein Feigling bin. Ich hätte dir viel eher sagen müssen, was ich für dich empfinde. Vielleicht wäre dann auch nichts passiert. Ich weiß es nicht. Petra, mach bitte nicht schlapp, bitte. Ich brauch dich doch so."
    Nun konnte Tom seine Tränen nicht mehr verbergen. Er legte seinen Kopf auf petras Schulter und fing an zu weinen. Irgendwann war er so erschöpft, dass er wieder einschlief.
    Zwischendurch kam eine Schwester ins Zimmer und überprüfte Petras Werte. Tom öffnete wieder die Augen und sah sich irritiert um. "Petra" flüsterte er leise. Dann nahm er die Schwester wahr. Er boebachtete ihre kritischen Blicke. "Was ist?" fragte Tom sofort. "Hat sich ihr Zustand verschlechtert." Die Schwester schüttelte beruhigend den Kopf. Nein, keine Sorge, aber verbessert hat er sich auch nicht. Reden Sie ruhig weiter mit ihr." Dann verließ sie wieder das Zimmer.
    Tom nahm Petras Hand und streichelte sie. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Er konnte im Moment auch nichts sagen. Er hatte einfach nur Angst. Angst um die Frau, die er liebte, wie ihm jetzt erst richtig bewusst geworden ist.

  • Tut mir leid, dass ich jetzt erst wieder einen Teil reinstelle. Ab jetzt wird wieder regelmäßig ein Teil folgen. Keine Angst, ich hab die Story nicht vergessen ;)
    Viel Spaß und Feeds nicht vergessen :baby:




    Am nächsten Morgen kam Semir direkt ins Krankenhaus, um nach Petra zu sehen und Tom abzuholen. Er zog sich den grünen Kittel über und sah durch das Fenster der Intensivstation. Dort saß Tom auf einem Stuhl neben Petras Bett. Sein Kopf lag – wie die ganze Nacht – auf ihrer Schulter. Tom schien zu schlafen. Oh Tom, warum kannst du nicht einmal Glück haben mit den Frauen? Warum immer du? Semir betrachtete traurig seinen Freund. Tom und Petra wären so ein schönes Paar. Sie würden so gut zusammen passen. Gestern Abend war noch alles in Ordnung. Sie haben alle gelacht, waren fröhlich, hatten ihren Spaß... Und jetzt? Jetzt lag Petra mit einer Vergiftung im Krankenhaus und keiner wusste, ob sie es überleben würde. Semir schloss für einen Moment die Augen und atmete tief durch. Daran wollte er im Moment gar nicht denken. Vorsichtig öffnete er die Tür des Zimmers, in dem Petra lag. Er wollte Tom nicht wecken. Bestimmt saß er die ganze Nacht an ihrem Bett und hielt ihre Hand, bis er schließlich vor Erschöpfung eingeschlafen war, dachte Semir. Leise ging er zum Bettende und stützte sich dort ab. Petra war so blass und ihre Lippen waren trocken.
    „Mach keinen Mist Petra, hörst du? Wir brauchen dich doch alle“, flüsterte Semir und warf wieder einen Blick auf Tom. „Vor allem Tom braucht dich.“ Semir stand einige Minuten nur so da. Er konnte nichts sagen. Es war so unfassbar. Warum? Warum gerade Petra? Er wusste keine Antwort.
    Nach einiger Zeit hörte Semir es neben sich rascheln.
    „Semir?“ Tom hob seinen Kopf und setzte sich auf. Er sah Semir an und dieser lächelte ihm zu. „Hey Tom“ sagte er nur. Tom sah schrecklich aus. Er war ebenfalls blass, hatte dicke rote Augen und tiefe dunkle Augenringe. Sein Haar war total zerzaust und Bartstoppeln in seinem Gesicht deuteten an, dass bald mal wieder eine Rasur fällig war.
    Toms Blick fiel sofort wieder auf Petra und er streichelte ihr sanft durchs Haar.
    „Warum? Semir, warum?“ Tom kämpfte wieder mit den Tränen.
    „Ich weiß es nicht, Tom. Ich weiß es nicht.“
    Eine Zeit lang herrschte beängstigende Stille zwischen den beiden Freunden. Jeder ging seinen eigenen Gedanken nach.
    „Ich, ich hab mir gestern noch Gedanken gemacht, was es sein könnte. Ich konnte nicht schlafen und wollte mich nützlich machen. Also bin ich nochmal zu Petras Wohnung gefahren. Sie muss irgendetwas gegessen oder getrunken haben, was sonst keiner von uns zu sich genommen hat.“
    Tom nickte. „Die Pralinen. Die Packung stand offen auf dem Tisch als ich Petra gefunden hatte.“
    „Eben. Ich hab sie mitgenommen und hab Hartmut gestern abend noch angerufen. Er war total schockiert. Er hat sich sofort auf den Weg zur KTU gemacht und es analysiert. Das Ergebnis bekomme ich gleich.“
    Wieder nickte Tom nur. Sein Blick wich dabei jedoch nicht von Petra.
    „Andrea kommt gleich vorbei. Tom, du solltest nach Hause fahren und dich ein bisschen hinlegen. Andrea bleibt solange bei Petra.“
    „Ich kann nicht Semir. Ich kann sie doch nicht alleine lassen. Es ist doch vielleicht sogar meine Schuld, dass sie hier liegt. Außerdem fällt mir zu Hause eh nur die Decke auf den Kopf.“ Erneut kämpfte Tom gegen die Tränen. Semir ging zu seinem Freund und legte ihm die Hand auf die Schulter.
    „Tom, du bist nicht Schuld!“ sagte er ernst. „Mach dir keine Vorwürfe. Wir warten jetzt erstmal das Ergebnis von Hartmut ab. Und du legst dich ein bisschen hin. Nur für ein paar Stunden. Du hilfst Petra nicht, wenn du hier noch zusammenklappst. Sammel neue Kraft, um für sie dazusein.“
    Tom sagte nichts. Dann sah er Semir an und nickte schließlich. „Vielleicht hast du recht“
    Semir lächelte leicht. „Na bitte, so gefällst du mir schon viel besser. Und mit Andrea habe ich schon gesprochen. Du kannst vorübergehend bei uns wohnen. Dann bist du nicht alleine.“
    Jetzt lächelte auch Tom leicht. „Danke.“ Semir nickte ihm zu.


    Schweigend warteten sie auf Andrea. Anschließend fuhren sie zu Toms Wohnung, um ein paar Sachen zu holen und dann zu Semirs und Andreas Haus.

  • Das Telefon klingelte. Eugen Schneider zuckte zusammen. Zitternd griff er zum Hörer. Er wartete noch eine Sekunde, atmete tief aus und nahm dann den Hörer von der Gabel.
    „Schneider“
    „Schneider. Wie schön Ihre Stimme zu hören. Aber Sie haben sich nicht an unsere Regeln gehalten.“ Der Mann am anderen Ende der Leitung war hörbar wütend.
    „Ich...ich...es tut mir leid, aber ich....“
    „Es interessiert mich nicht! Ich will das Geld! Heute abend 22 Uhr!“ Damit legte der Erpresser auf.


    Harry Keller kam aufgeregt in die alte Fabrikhalle gelaufen.
    „Sven? Sven???“ Er blieb vor einem Schreibtisch stehen. Hinter dem Schreibtisch stand ein Bürostuhl. Man konnte von hinten nicht erkennen, ob jemand drin saß oder nicht. Sven vernahm ein lautes, genervtes Aufstöhnen. Dann sah er, dass sich der Stuhl um 180 Grad drehte. Ein wütendes Gesicht mit kalten blauen Augen kam zum Vorschein. Die Augen funkelten ihn böse an.
    „Was willst du, Keller?“
    „Ich hab das was gehört, was dich interessieren könnte.“
    „Ja los. Was denn? Ich hab nicht ewig Zeit! Und wehe, es langweilt mich!“ fauchte Sven.
    „Es gibt ein erstes Vergiftungsopfer.“
    „Sagte ich nicht, dass du mich nicht langweilen sollst?“
    „Es ist ja nicht irgendein Opfer. Es ist meine Nachbarin, Petra Schubert, Sekretärin bei der Autobahnpolizei.“
    Jetzt wurde Sven doch hellhörig. „Autobahnpolizei?“
    „Ja. Schade, sie war immer so nett.“
    „Kanntest du sie gut?“
    „Naja, wie man sich halt so kennt unter Nachbarn.“


    Semir fuhr mit Tom nach Hause. Bei Semir angekommen ließ Tom einfach seine Tasche fallen und setzte sich auf die Couch. Semir hob sie auf und stellte sie an die Seite. „Möchtest du was trinken?“ fragte er vorsichtig. Tom schüttelte den Kopf. „Ok, dann geh ich jetzt und mach dein Bett fertig.“
    Tom zog sein Handy aus der Tasche und öffnete den SMS Eingang. „Hey Tom! Bleibt es bei heute abend? Ich würde mich freuen, wenn du mitkommst. Am liebsten wäre mir, wenn die anderen zu Hause bleiben würden. Petra“ Immer wieder las er sich die SMS durch. Warum hatte er nicht früher verstanden, dass Petra auch etwas für ihn empfindet? Warum war er so feige? Er hätte ihr einen wunderschönen Abend mit einem Candlelight-Dinner und allem Drum und Dran geschenkt. Dann hätte er keine Pralinen gekauft und Petra würde jetzt nicht...
    „So, ich hab alles fertig. Leg dich ein bisschen hin und versuch zu schlafen.“ Semir kam wieder ins Wohnzimmer und riss Tom so aus seinen Gedanken. Er sah ihn an und murmelte ein leises und traurig klingendes „Danke“. Dann verschwand er im Gästezimmer.


    Semir ging zur Nachbarin und holte Aida ab. „So mein Engel. Du musst dem Papa jetzt mal helfen. Onkel Tom geht es nicht so gut und du musst mir helfen, ihn wieder aufzumuntern. Hilfst du Papa?“ Aida lachte Semir an, als ob sie ihn verstanden hätte. Semir drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

  • So, schon geschehen ;)



    „Hey Semir. Ich hab mir mal die Pralinen vorgenommen. Du hattest Recht. Sie waren der Auslöser für Petras... Naja, weißt du, was ich darin gefunden habe? Spezielles Rattengift.“
    Hartmut lief aufgeregt mit dem Hörer in der Hand durch die KTU.
    „Wieso speziell? Ach und Hartmut, bitte ohne diesen ganzen Chemie-Schnick-Schnack. Da ist mir heute nicht zu Mute nach.“
    „Okay. Speziell, weil dieses Rattengift einen Wirkstoff enthält, der nach einer Stunde nicht mehr nachzuweisen ist. Habt ihr schon die Ergebnisse aus dem Krankenhaus?“
    „Nein“
    „Na dann werdet ihr auch keine kriegen.“
    „Danke Hartmut.“


    „Was hat Hartmut gesagt?“ Tom stand hinter Semir und blickte ihn erwartungsvoll an. Semir zuckte zusammen und drehte sich schnell um.
    „Tom? Du sollst dich doch ausruhen.“
    „Es waren die Pralinen richtig?“ Semir antwortete nicht, sondern sah betroffen zu Boden. Er wusste, dass Tom sich jetzt erst Recht Vorwürfe machen würde.
    „Und jetzt verrate du mir mal, wie ich mich ausruhen soll, wenn ich Schuld an Petras Zustand bin?“ Tom nahm seine Jacke und ging zu Tür.
    „Wo willst du hin?“ rief Semir ihm hinterher.
    „Zum Quick-Markt. Ich will jetzt wissen, was da Sache ist. Und danach fahr ich wieder zu Petra. Kommst du mit?“
    Semir überlegte. „Warte kurz, ich ruf Andrea an. Einer muss ja auf Aida aufpassen. Die Nachbarin muss noch Besorgungen machen“ log Semir.
    Tom ging verärgert wieder ins Wohnzimmer, nahm Aida auf den Arm und setzte sich auf die Couch. Semir ging grinsend mit dem Handy am Ohr in die Küche. „So meine Kleine, dann zeig Papa mal, wie du Tom zum Lachen bringst.“ Er telefonierte kurz mit Andrea und bat sie herzukommen. Als er zurück ins Wohnzimmer ging, sah er Tom mit Aida auf dem Schoß rumalbern. Sie patsche ihm mit ihren kleinen Fingern immer ins Gesicht und lachte dabei. Tom versuchte den Fingern auszuweichen und „rächte“ sich, in dem er Aida kitzelte. Jetzt begann Aida laut zu Quieken vor Lachen. Toms Mund formte sich zu einem kleinen Lächeln. Semir sah es und war zufrieden.


    Nach kurzer Zeit schloss Andrea die Haustür auf. Tom stand sofort auf und drückte Andrea ihre Tochter in den Arm. Er gab Aida noch einen Kuss und verschwand aus der Tür. Andrea sah im verdutzt hinterher. Semir eilte ihm hinterher. „Danke mein Schatz, ich erklär dir das später.“ Semir gab Andrea noch schnell einen Kuss und saß schon mit Tom im BMW.

  • Semir hielt vor dem Quick-Markt. „So, wir sind da.“ Tom atmete tief durch und stieg aus. Er ging in den Markt und fragte sich zum Filialleiter durch.
    Ruth Weidemann klopfte an Eugen Schneiders Büro.
    „Herein“
    „Eugen, die beiden Herren sind von der Polizei und...“
    „Jaja, kommen Sie rein. Eugen bat Tom und Semir in sein Büro und deutete auf die Stühle vor seinem Tisch.
    „Was kann ich für Sie tun?“ fragte er freundlich und versuchte seine Nervosität zu unterdrücken.
    „Das wollten wir Sie eigentlich fragen“ entgegnete Semir.
    „Wie bitte? Ich versteh nicht ganz...“ Eugen wischte sich den Schweiß von der Stirn.
    „Herr Schneider, werden Sie erpresst?“ Semir versuchte es auf die direkte Art.
    „Ich? Wie kommen Sie denn auf den Blödsinn? Ich werde nicht erpresst.“
    „Ach nein? Und deshalb liegt meine Freundin jetzt mit einer Vergiftung auf der Intensivstation und kämpft um ihr Leben. Und Sie wollen uns weiß machen, dass Sie nicht erpresst werden?“ Tom, der sich bis jetzt –wie mit Semir abgesprochen- im Hintergrund gehalten hatte, sprang von seinem Stuhl auf und schlug mit der Faust auf den Tisch.
    Eugen zuckte zusammen. Semir sah Tom mit großen Augen an und berührte ihm am Arm. Dieser setzte sich wieder und versuchte sich zu beruhigen.
    „Herr Schneider, wir haben in Pralinen, die aus Ihrer Filiale stammen, Resten von Rattengift gefunden. Wer erpresst Sie?“
    Eugen sah zu Boden.
    „Jetzt antworten Sie schon“ Toms Stimme wurde wieder lauter, beruhigte sich aber sofort wieder. „Wollen Sie, dass noch mehr passiert?“
    „Nein. Natürlich nicht“ antwortete Eugen geknickt. „Ich kenne diesen Typen nicht. Heute abend läuft die zweite Frist ab. Wenn ich bis dahin nicht gezahlt habe, dann wird noch mehr passieren. Aber ich brauch den Laden doch. Es geht hier um meine Existenz.“ Eugen war ganz aufgeregt.
    „Es geht hier um Menschenleben, Herr Schneider“ sagte Semir.
    „Was wollen Sie denn jetzt machen?“ fragte Schneider ratlos.
    „Sie sagten doch, dass der Erpresser zur Warnung ein Lebensmittel vergiftet hat?“
    „Ja, aber ich weiß nicht was.“
    „Na ist doch klar. Die Pralinen.“ Jetzt fiel es Tom, wie Schuppen von den Augen.
    „Dann bleibt uns jetzt nichts anderes übrig als die Frist ablaufen zu lassen und zu warten, dass sich der Erpresser wieder meldet. Hartmut soll herkommen. Wir müssen alles vorbereiten, dass wir den Erpresser orten können.“
    Tom wollte gerade zum Handy greifen, um Hartmut Bescheid zu geben, als es klingelte.
    „Kranich?“
    „Hallo Herr Kranich. Hier ist Dr. Heinemann. Frau Schubert ist wieder bei Bewusstsein und fragt schon nach Ihnen.“
    „Was??? Danke, ich bin sofort da.“ Tom war ganz aufgeregt. „Petra, sie ist wieder wach. Ich muss los. Semir, kannst du...“
    „Ja, ich regel das hier schon. Hau ab und grüß Petra von mir.“

  • Tom fuhr so schnell er konnte zum Krankenhaus. Er konnte es kaum fassen, dass Petra wieder wach war und ihn sogar sehen wollte. Dr. Heinemann hatte gesagt, dass sie nach ihm gefragt hätte. Aber warum? Angst kroch in Tom hoch. Was ist, wenn sie ihm Vorwürfe machen würde, weil er ihr die Pralinen geschenkt hatte. Aber woher sollte sie wissen, dass sie vergiftet worden war und vor allem, womit?
    Plötzlich hupte es laut und Tom stellte entsetzt fest, dass er einem älteren Herrn die Vorfahrt genommen hatte. Er hob kurz zur Entschuldigung die Hand und versuchte sich auf die Straße zu konzentrieren. Doch seine Gedanken schweiften sofort wieder zu Petra. Ich muss es ihr sagen, dachte Tom. Aber was ist, wenn sie mich danach gar nicht mehr sehen will. Nein, dann würde sie mich ja jetzt auch nicht sehen wollen. Und wenn doch, aber nein... Tom schüttelte sich, als ob er so die Gedanken abschütteln könnte.


    Endlich war Tom am Krankenhaus angekommen. Er parkte vor dem Eingang und ging zur Intensivstation. Dort zog er sich den grünen Kittel über und ging vorsichtig in Petras Zimmer. Sie hatte die Augen geschlossen und schlief. Die Geräte piepten gleichmäßig. Tom musste lächeln als er Petra dort liegen sah. Er war jetzt viel ruhiger als beim letzten Besuch, da er ja jetzt wusste, dass sie wieder wach und vor allem ansprechbar war. Sie hatte auch wieder mehr Farbe im Gesicht, obwohl sie immer noch sehr blass war. Tom holte sich Stuhl und setzte sich leise neben Petras Bett. Er betrachtete sie still und war einfach nur froh, dass das Schlimmste überstanden schien. Wenn er sich da mal nicht irrte.

  • Leider nur ein kleines Stück, aber bin zur Zeit echt eingespannt. Ich hoffe, ich finde in den nächsten Tagen wieder mehr Zeit. Sorry.
    Aber trotzdem viel Spaß :baby: ;)



    „Also Herr Schneider, das Ordnungsamt weiß bescheid. Die schicken einen Sachbearbeiter, der ihre Waren unter die Lupe nehmen wird. Sie müssen sich darauf einstellen, dass ihr Geschäft bis auf Weiteres geschlossen wird.“ Semir steckte sein Handy wieder in die Tasche.
    „WAS? Aber das geht doch nicht! Die können mir doch nicht den Laden dicht machen!“ Eugen Schneider fuhr sich nervös durch die Haare.
    „Herr Schneider, wollen Sie, dass noch mehr passiert?“
    „Nein, natürlich nicht, aber gibt es nicht eine andere Möglichkeit?“
    „Welche denn? Dass es die nicht gibt, brauche ich Ihnen ja nicht zu erzählen. Wir warten bis sich die Erpresser wieder melden und dann verfolgen wir das Gespräch zurück. Bis dahin wird Ihr Laden geschlossen bleiben und Sie nehmen keine Ware mehr an.“
    „Ich bin ruiniert... Ich bin ruiniert.“ Eugen ließ sich auf einen Stuhl fallen.


    Tom saß nun schon seit gut einer Stunde an Petras Bett. Sie schlief immer noch. Zwischendurch war der Arzt kurz bei ihnen gewesen und hat Tom über Petras Zustand informiert. „Das Schlimmste ist überstanden. Sie braucht jetzt viel Ruhe. Dann kann sie morgen früh bereits auf die normale Station“ hatte der Arzt gesagt. Tom fiel ein riesengroßer Stein vom Herzen. Fast hätte er die Frau, die ihm so viel bedeutet für immer verloren. Tom strich Petra zärtlich eine Strähne aus dem Gesicht. „Ich bin so froh, dass du nicht.... dass es dir wieder besser geht“ flüsterte Tom leise.
    Petra öffnete langsam ihre Augen.
    „Hey, da bist du ja wieder. Tut mir leid, ich wollte dich nicht wecken“, sagte Tom lächelnd.
    „Hey“, kam es schwach von Petra. „Schön, dass du da bist.“
    Wieder fiel Tom ein Stein vom Herzen. Sie freute sich ihn zu sehen. Das heißt, sie will ihn nicht loswerden. „Wie geht es dir?“ fragte er.
    „Ich bin ... so müde. Ich..ich fühl mich so schwach...“
    „Das wird wieder. Ab jetzt geht es bergauf mit dir.“ Tom lächelte sie aufmunternd an. Petra lächelte leicht zurück.
    „Tom?“
    „Ja?“
    „Wenn du nicht ... Wenn du mich... nicht rechtzeitig gefunden hättest...“ Tränen stiegen in Petras Augen.
    Tom strich ihr zärtlich über den Kopf. „Pssst. Denk nicht drüber nach. Wichtiger ist jetzt, dass du wieder gesund wirst.“
    Petra fing an zu schluchzen. Tom nahm sie vorsichtig in die Arme. „Es wird alles wieder gut. Ich bin bei dir.“

  • Petra beruhigte sich langsam wieder. Sie fühlte sich in Toms Nähe so geborgen.
    „Tom? Ich bin so froh, dass du da bist.“
    „Ich bleibe so lange du möchtest.“
    „Na, dann können die hier ein zweites Bett reinschieben.“
    Tom grinste. „Na das kannst du Semir aber erklären.“
    „Meinst du der ist eifersüchtig, weil du bei mir bist und nicht bei ihm?“ Petra lachte leise.
    „Na so schlimm wirds wohl nicht werden.“ Tom musste ebenfalls lachen. Aber das bekam Petra schon gar nicht mehr mit. Sie hatte die Augen wieder geschlossen und schlief friedlich. Tom lächelte zufrieden. Er war froh, dass jetzt alles gut zu werden schien. Er sah sie noch eine zeitlang einfach nur so an. Dann fielen ihm auch die Augen zu.


    Abends in der Quick-Filiale. Hartmut hatte bereits alles vorbereitet, um das Gespräch zurück verfolgen zu können. Es dauerte nicht lange bis das Telefon klingelte. Eugen Schneider sah Semir fragend an. Dieser nickte ihm zu. Eugen zögerte. Schließlich atmete er noch einmal tief durch und nahm dann den Telefonhörer von der Gabel.
    „Hallo?“ sagte er vorsichtig.
    „Das passt mir alles nicht Schneider. Langsam hab ich die Faxen dicke! Wo ist mein Geld?“ Der Mann am anderen Ende der Leitung war kurz davor die Geduld zu verlieren.
    „Ich ... ich habe doch versucht es aufzutreiben. Aber es ging nicht eher. Morgen hab ich es...“
    „Morgen ist zu spät! Wir haben bis heute abend gesagt. Du hälst dich nicht an unsere Vereinbarungen. Das ist schlecht... sehr schlecht sogar.“
    „Hören Sie, morgen bekommen Sie Ihr Geld... Hallo? Hallo????“ Eugen starrte in den Hörer. Dann sah er ängstlich zu Semir. “Er hat einfach aufgelegt”, stammelte Eugen. Semir nahm die Kopfhörer runter und sah zu Hartmut. Dieser schüttelte den Kopf. „Zu kurz.“
    „Verdammt!“ Semir schlug mit der Faust auf den Tisch. Wie sollten sie jetzt nur an den Erpresser kommen?

  • Am nächsten Tag war es soweit. Petra wurde auf die normale Station verlegt. Man sah ihr an, dass es ihr von Stunde zu Stunde besser ging. „Wenn Sie sich weiter so gut erholen, können Sie Ende der Woche wieder nach Hause, Frau Schubert“, hatte der Arzt gesagt. Petra war froh, endlich wieder nach Hause zu dürfen. Aber vorher musste sie noch die restlichen drei Tage überstehen.
    Als Tom, den sie mitten in der Nacht nach Hause geschickt hatte, sie wieder besuchen kam, platzte sie sofort mit der Neuigkeit raus.
    „In drei Tagen darf ich raus! Der Arzt meinte, dass ich sehr gut erhole. Das liegt bestimmt nur an deiner Anwesenheit.“ Sie strahlte ihn an. Er zwinkerte ihr zu. Dann nahm er sie erst einmal in den Arm und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Hallo erstmal. Und natürlich liegt das an meiner Anwesenheit. Ich hab halt eine heilende Wirkung.“
    Petra lachte. „Jetzt übertreib aber mal nicht.“
    „Tu ich doch nicht. Aber wenn du wieder zu Hause bist, werde ich dich weiter gesundpflegen. Schließlich bin ich ja quasi Schuld, dass du...“
    „Tom, hör auf damit! Du bist nicht Schuld! Du konntest das doch nicht wissen, dass die Pralinen vergiftet waren“, unterbrach Petra ihn.
    „Ja, aber...“
    „Nichts aber.“ Petra versuchte sich im Bett aufzusetzen. Tom half ihr, weil sie noch ein bisschen schwach war. „Und jetzt ende der Diskussion. Ich bin froh, dass alles so glimpflich abgelaufen ist. Und jetzt komm her.“ Petra breitete die Arme aus und Tom nahm sie in seine Arme. „Ich auch“, sagte er leise. „Ich auch.“


    „Verdammt!“ fluchte der Mann. „Wir haben kein Geld und jetzt?“
    „Was und jetzt? Dafür wird er bluten. Selber schuld, wenn er nicht zahlt. Wir hatten ihm schließlich zwei mal eine Frist gesetzt.“
    „Wir können doch nicht wirklich die ganzen Lebensmittel vergiften. Meine Nachbarin liegt doch im Krankenhaus und...“
    „Das ist es! Ich hab eine bessere Idee!“
    „Was hast du vor?“
    „Warte ab! Und jetzt verzieh dich! Ich muss nachdenken.“

  • Als Tom die PAST betrat sah er sofort Semirs geknicktes Gesicht.
    „Was ist? Habt ihr ihn?“
    Semir schüttelte den Kopf. „Nein, das Gespräch war zu kurz.“
    „Verdammt! Und was machen wir jetzt?“
    Semir zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Uns bleibt ja nicht viel übrigen. Wir können eigentlich nur abwarten, dass sich der Erpresser nochmal meldet.“
    „Na toll... Wie ich sowas hasse!“ Toms Blick verfinsterte sich. „Wenn ich den in die Finger kriege.“
    „Ja, hoffentlich meldet er sich wieder. Die Kollegen sind noch in der Filiale. Wie gehts eigentlich Petra?“
    „Naja, sie ist noch ein bisschen schwach. Aber ihr gehts immer besser. Sie ist jetzt von der Intensiv runter und in drei Tagen kann sie wieder raus.“
    „Gott sei Dank.“ Semir war die Erleichterung in seinen Augen anzusehen.


    „Keller komm her!“ rief der Mann.
    Die Tür ging auf und Harry Keller kam sofort angelaufen. „Was gibt’s, Boss?“
    Sven deutete auf den Stuhl und Harry setzte sich.
    „Du sagtest doch, dass das Vergiftungsopfer bei der Autobahnpolizei arbeitet.“ Sven spielte mit seinen Fingern und grinste dabei immer fies.
    „Ja, wieso?“
    „Sie ist also die Sekretärin von Semir Gerkhan und Tom Kranich“, fuhr Sven fort.
    „Ja und? Das bringt uns unser Geld auch nicht hierher.“ Harry verstand nicht worauf Sven hinaus wollt. Sven wurde indes ziemlich sauer über Harrys Fragen.
    „Mein Gott, viel Hirn hatten die bei deiner Geburt wohl nicht übrig gehabt, was? Scheiß auf das Geld! Wir nehmen die Kleine!“
    „WAS?“
    „Ja, du hast mich schon richtig verstanden. Und du wirst mir dabei helfen.“
    „Aber was willst du mit der? Bei der Polizei Lösegeld erpressen wäre ziemlich dumm...“
    „Für wie blöd hälst du mich eigentlich? Ich pfeif auf das Geld! Das interessiert mich nicht mehr! Ich will was anderes...“
    „Und was wäre das?“
    Sven lachte laut auf. „Rache!“
    „Rache? Wofür, im Knast haste ja noch nicht gesessen.“
    Jetzt wurde Sven richtig laut. „Und das wird auch so bleiben! Du wirst mich nicht in den Knast bringen. Wenn du plauderst, wird es dir ganz schnell leid tun, das schwör ich dir!“
    „Ja, ok, ich sag nichts. Beruhig dich wieder. Bin doch nicht blöd. Will ja auch nicht in Knast.
    Aber für was willst du Rache?“
    „Die haben wir das Wichtigste in meinem Leben genommen. Sonja. Nach einem Banküberfall auf der Flucht. Sie haben Sonja angeschossen. Ich musste sie zurücklassen. Sie ist verblutet. Ich konnte fliehen.“
    Harry konnte beobachten, wie Sven der blanke Hass gegen die beiden Autobahnpolizisten in den Augen stand. „Wer hat geschossen?“ fragte er vorsichtig.
    „Kranich. Jetzt bekommt er, was er verdient.“

  • Endlich konnte Petra aus dem Krankenhaus entlassen werden. Tom hatte versprochen sie abzuholen. Er hatte ihr auch erzählt, dass sie in dem Fall einfach nicht weiterkommen. Der Erpresser hatte sich seit dem besagten Abend in der Quick-Filiale nicht mehr gemeldet. Sie saß bereits fertig auf ihrem Bett und wartete auf Tom. „Sei doch einmal pünktlich“, murmelte sie leise.
    Plötzlich ging die Tür auf. Petra stand lächelnd auf, weil sie Tom vermutete. Doch als sie erkannte, dass es ihr Nachbar, Harry Keller, war. Etwas enttäuscht, aber dennoch lächelnd ließ sie sich wieder aufs Bett sinken.
    „Hallo Herr Keller. Was machen Sie denn hier?“ fragte sie freundlich.
    „Hallo Frau Schubert, ich wollte mich erkundigen, wie es ihnen geht“ antwortete er nervös. Petra bemerkte seine Nervosität. „Was ist los?“ fragte sie.
    „Nicht, was soll los sein?“ Harry fuhr sich nervös durchs Haar.
    Petra stand auf und versuchte zur Tür zu kommen. Aber wie sollte sie das schaffen? Sie musste doch an Harry vorbei. „Ich geh mal gucken, wo mein Freund bleibt.“ Mit diesen Worten versuchte sie ihr Glück. Auch in der Hoffnung, dass Harry, egal was er vorhatte, durch dir Tatsache, dass Tom unterwegs war, abgeschreckt ist. Aber da hatte Petra sich tief geschnitten. Sie wollte an Harry vorbei und zur Tür gehen. Doch er hielt sie am Arm fest und zog sofort eine Pistole, die er Petra an die Schläfe hielt. „Kein Mucks, sonst bist du dran! Verstanden?“ Petra nickte ängstlich. Verdammt, wo blieb Tom nur? Er sollte doch schon längst da sein. „Was wollen Sie von mir?“ fragte sie vorsichtig. „Quatsch nicht. Du kommst jetzt mit. Und keinen Ton“, drohte Harry Petra. Er hielt sie weiter fest am Arm und versteckte seine Waffe unter seiner Jacke. Dann verließen sie gemeinsam das Zimmer. Im Flur trafen sie noch auf eine Krankenschwester. Sie lächelte Petra an. „Tschüss Frau Schubert. Machen Sie es gut. Und ruhen Sie sich noch ein bisschen aus.“ Petra spürte, dass Harry seinen Druck mit der Waffe auf Petra verstärkte. „Danke, werde ich machen. Mein Freund hier, wird schon gut auf mich aufpassen“ sagte sie. Sie hoffte, dass die Schwester stutzig werden würde, wenn Tom nach ihr fragen würde. Harry schob Petra weiter über den Flur, raus aus dem Krankenhaus. Er stieß sie unsanft in den schwarzen Van, den er vor dem Eingang geparkt hatte. In dem Moment bog der CLK mit Tom und Semir um die Ecke.


    „Jetzt fahr doch nicht so wie ein Bekloppter. Trödel nicht immer so lange, dann brauchst du auch nicht so zu hetzen“ zog Semir Tom auf. Tom antworte mit einem bösen Blick.
    „Halt die Klappe, Semir!“
    Tom parkte den CLK nur ein paar Autos neben dem Van. Semir und er stiegen aus und gingen an dem Van vorbei. Dabei stichelte Semir immer noch gegen Tom. „Wenn das so weiter geht, läuft Petra schneller weg als du denkst.“
    Tom verdrehte nur die Augen und seufzte genervt. „Wieso kannst du nicht einmal die Klappe halten?“
    Plötzlich hörten sie Schreie. Petra hämmerte so fest sie konnte gegen die Tür des Vans, die abgeschlossen war. „TOM!!!!“ schrie sie so laut sie konnte. Tom und Semir erschraken. „PETRA!“ Tom griff nach dem Türgriff, aber die Tür war verschlossen.
    Dann fuhr der Van auch schon mit quietschenden Reifen los. „Verdammt!“ Tom sprintete sofort zum CLK. Semir zog seine Waffe und zielte auf die Reifen des Vans. Doch er traf nicht.

  • Tom bremste direkt neben Semir. Dieser sprang auf den Beifahrersitz und Tom gab Gas.
    Semir griff zum Mikro. „Cobra 11 an Zentrale. Verfolgen einen schwarzen Van mit dem Kennzeichen K-ND-790. Fahrzeug flüchtet auf der Luxemburger Straße stadtauswärts. Brauchen dringend Verstärkung. Und beeilt euch.... er hat Petra.“ Semir hängte das Mikro wieder ein. Sekunden später erklang die Stimme der Chefin. „Gerkhan, was soll das heißen er hat Petra?“ „Sie sitzt im Wagen. Sie wurde entführt.“ Die Chefin seufzte. „Warum geraten eigentlich immer meine Leute in solche Schwierigkeiten. Holen Sie sie da raus.“ „Wir sind dabei.“ Semir hängte das Mikro wieder ein. „Los gib Gas, sonst isser gleich weg.“
    „Semir, jetzt halt endlich die Klappe, verdammt nochmal!“
    Der Van fuhr wie ein Geisteskranker über die Straßen, verursachte mehrere Unfälle, die Tom und Semir durch das Ausweichen immer wieder wertvolle Zeit kosteten und setzte zu gefährlichen Überholmanövern an.
    „Was macht der denn da?“ fluchte Tom. Der Van fuhr in eine Reihe Einkaufswagen, die ein Supermarktmitarbeiter gerade über die Straße schob. Die Einkaufswagen flogen quer über die Straße und Tom musste dem ein oder anderen ausweichen. Er riss das Lenkrad nach rechts und verlor die Kontrolle über seinen Wagen, der mit hoher Geschwindigkeit über einen Parkplatz fuhr und direkt in einem Blumenladen zum Stehen kam. Scheiben klirrten. Regal mit Blumen und Töpfen wurden umgeschmissen. Die Verkäuferin sprang noch in letzter Sekunde zur Seite. „Verdammter Mist!“ Tom schlug mit den Händen aufs Lenkrad. Semir griff niedergeschlagen zum Mikro. „Cobra 11 an Zentrale. Haben das flüchtige Fahrzeug verloren. Tom stieg aus seinem Wagen und besah sich den Schaden. „Scheiße!“ schimpfte er. Er trat wütend gegen einen Blumentopf, der klirrend gegen die Theke rutschte. Die Verkäuferin starrte in erschrocken an. Semir legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Petra“, sagte Tom nur leise.

  • Petra schrie weiter. „Halt die Schnauze dahinten!“ fuhr Harry sie an.
    Petra blickte sich immer wieder um und vergewisserte sich, dass Tom und Semir noch hinter ihnen waren. Plötzlich ruckelte der Wagen und sie wurde durch den Wagen geschleudert. Als sie sich wieder aufgerappelt hatte, stellte sie entsetzt fest, dass der CLK nicht mehr hinter ihnen war. „TOM! TOOOOM!!!!!“ rief sie immer wieder. Tränen stiegen ihr in die Augen. Nun verlor sie endgültig die Hoffnung, dass Tom und Semir sie befreien würden. Sie war Harry Keller hilflos ausgeliefert. Was hatte er bloß vor mit ihr?

    Plötzlich hielt der Van an einer verlassenen Waldhütte an. Harry zog Petra brutal aus dem Fahrzeug. „Raus da“, sagte er schroff. Er richtete die Waffe auf Petra. „Versuch gar nicht erst abzuhauen!“
    Harry schubste Petra in die Waldhütte, wo bereits ein anderer Mann auf sie wartete.


    „Frau Schubert. Schön Sie zu sehen.“ Sven lächelte sie an. Petra starrte ihn an. Irgendwoher kannte sie das Gesicht. Sie wusste nur nicht, woher. „Wer sind Sie? Was wollen Sie von mir?“
    „Na na, ich stelle hier die Fragen. Nicht Sie. Lass sie los Harry“, befahl Sven. Harry ließ Petra los. Petra rieb sich den schmerzenden Arm. Das gibt mindestens einen blauen Fleck, dachte sie.
    „Sie arbeiten doch bei der Autobahnpolizei. Dann sind Sie doch bestimmt eine gute Kollegin von Herrn Kranich und Herrn Gerkhan, oder?“
    „Was wollen Sie?“
    „Ich hab dir schonmal gesagt, dass du keine Fragen stellst, sondern nur ich“ giftete Sven sie an.
    „Ich kann mich nicht daran erinnern Ihnen das ‚Du’ angeboten zu haben.“ Petra pokerte hoch. Sie wollte Sven zeigen, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen ist. Dafür kassierte sie sofort einen heftigen Schlag ins Gesicht. Petra schrie auf und fiel von der Wucht des Schlages zu Boden. Sie rieb sich die schmerzende Wange und rappelte sich wieder auf.
    „Ich hoffe das reicht, um dir dein vorlautes Mundwerk zu stopfen“, sagte Sven streng. „Ich werde dir schon früh genug sagen, was ich von dir will. Aber jetzt hau erstmal ab.“ Er wandte sich an Harry. „Schaff sie weg.“
    „Mit dem größten Vergnügen.“ Harry rieb sich schmatzend die Hände.

  • Danke für eue Feeds :baby:
    Hier kommt noch ein Stückchen. Viel Spaß


    „Was soll das heißen, Sie haben sie verloren?“ Die Chefin tobte vor Wut. Das gesamte Revier starrte erschrocken durch das Fenster in das Büro der Chefin, wo Semir und Tom mit hängenden Köpfen saßen. „Haben Sie nichts zu tun?“ Wütend ließ sie die Jalousien runter. Dann wandte sie sich wieder an ihre beiden Männer. „Wie konnte das passieren?“
    „Chefin, wir haben alles versucht. Wir konnten nichts machen.“ Semir versuchte der Chefin zu erklären, dass sie wirklich keine Chance hatten.
    „Und weil Sie keine andere Möglichkeit hatten, hinterlassen Sie ein Schlachtfeld in dem Blumenladen? Also wirklich. Erzählen Sie das Ihrer Großmutter. Also gut, meine Herren. Ich erwarte Ihren Bericht so schnell wie möglich. Aber jetzt holen Sie erst einmal Frau Schubert aus den Fängen dieses Irren.“ Der Ton der Chefin hatte sich wieder einigermaßen beruhigt.


    Tom und Semir gingen in ihr Büro.
    „Warum sollte jemand Petra entführen?“ fragte Semir verwundert.
    Tom reagierte nicht.
    „Ich meine, es gibt doch gar keinen Grund. Sie ist weder steinreich, noch ist sie das Opfer eines Racheaktes. Was meinst du?“ Semir sah zu Tom, der gedankenverloren auf seinen Bildschirm starrte.
    „Tom? Tooohooom!“
    „Was? Tut mir leid. Ich hab dir nicht zugehört. Verdammt! Wieso war ich nicht pünktlich?“
    „Naja, für deine Verhältnisse warst du gar nicht so unpünktlich.“ Semir versuchte seinen Partner aufzumuntern. Er wusste, dass Tom sich wieder Schuldgefühle machte. Zum einen, weil er Petra die Pralinen geschenkt hatte und zum anderen, weil er nicht rechtzeitig im Krankenhaus war, um Petra abzuholen. Semir lächelte Tom aufmunternd zu. Auch Tom musste trotz der verzwickten Situation und Angst um Petra schmunzeln. „Hast ja recht“, gab er zu. Doch dann wurde er sofort wieder ernst. „Verdammt Semir, wenn Petra was passiert...“
    „Hey, denk nicht an sowas. Wir holen sie da schon raus. Lass uns jetzt erst einmal zum Krankenhaus fahren. Vielleicht kann uns dort jemand den Täter beschreiben.“

  • Tom und Semir fuhren zum Krankenhaus. Dort fragten Sie die Schwestern auf der Station, auf der Petra lag, ob irgendjemand den Täter beschreiben könne. Tatsächlich meldete sich eine Schwester und beschrieb den Täter bis auf das kleinste Detail. Sie sagte auch, dass Petra recht nervös schien. Tom und Semir bedankten sich und fuhren zurück zur PAST. Dort gaben sie Hotte die Beschreibung und er überprüfte im Computer, ob er den Namen der Person herausbekommen würde.
    „Tom? Semir? Keiner in der Datei passt auf diese Beschreibung. Tut mir leid“ sagte er betroffen.
    „So ein Mist“, fluchte Tom. Da klingelte sein Handy. „Kranich?“
    „Herr Kranich, lange nichts mehr von Ihnen gehört oder gesehen.“
    Tom bekam große Augen. Semir sah ihn fragend an.
    „Wer sind Sie?“
    „Sie sind ja genau wie Ihre Freundin. Die stellt auch nur Fragen. Wer ich bin, das tut nichts zur Sache.“
    „Was ist mit Petra? Wo ist sie? Was haben Sie mit ihr gemacht?“
    „Ganz ruhig mit den jungen Pferden. Noch geht es ihrer kleinen Freundin gut. Sie erinnern sich doch noch an den Banküberfall der Stadtsparkasse vor 3 Monaten?“
    „Berger!“ sagte Tom nur.
    „Richtig. Wie ich merke, reicht Ihr Erinnerungsvermögen sogar ganze drei Monate zurück. Dann erinnern Sie sich bestimmt auch daran, dass Sie meine Freundin erschossen haben.“ Svens Stimme klang beängstigend.
    „Es war Notwehr. Ihre Freundin hat auf meinen Partner und mich gezielt. Sie wollte uns erschießen.“
    „Ja klar. Für mich wird es auch nur Notwehr sein.“ Berger lachte gehässig auf.
    „Was haben Sie vor?“
    „Na was wohl? Du hast mir meine Freundin genommen. Nun werde ich dir deine Freundin nehmen.“
    Tom schluckte. „Lass Petra aus dem Spiel! Das geht nur dich und mich was an.“
    „Vergiss es Kranich!“ Damit war das Gespräch beendet. Tom starrte ungläubig in den Hörer.
    Sämtliche Farbe wich aus seinem Gesicht. „Der will Petra umbringen!“

  • So, ich bin wieder da und melde mich mit einem neuen Stück :baby:
    Hoffe es gefällt euch.


    "Der will Petra umbringen!" wiederholte Tom und setzte sich immer noch blass und zitternd auf seinen Stuhl. Hotte und Semir starrten ihn ungläubig an. Auch ihnen wich sämtliche Farbe aus dem Gesicht. "WAS????"
    Tom schüttelte den Kopf, fuhr sich mit der Hand durch sein Haar. "Warum? Warum macht er das?"
    Semir versuchte seine Gedanken zu sortieren. "Berger... Du hast seine Freundin angeschossen. Sie ist später verblutet. Tom, es war Notwehr! Die hätte uns umgebracht!"
    "Ich weiß!" Tom sprach lauter als er wollte. Semir und Hotte zuckten zusammen. Tom war der Verzweifelung nahe. Das konnte man ihm ansehen. "Aber er meinte, bei Petra wäre es auch nur Notwehr... Wisst ihr was das heißt? Er will sie umbringen! Wir müssen sie finden, bevor etwas passiert! Wenn es nicht schon zu spät ist..."


    Petra hockte zusammengekauert auf dem Boden in einem kleinen Raum. Der Raum war sehr ungemütlich. Es roch ziemlich streng und es gab nur ein kleines Fenster, das so klein war, dass Petra nicht hindurchpasste. Eine Flucht war undmöglich. In dem ganzen Raum gab es nichts, er war komplett leer. Was wollen die von mir? Petra umklammerte zitternd ihre Knie. Sie hatte Angst, große Angst.


    Plötzlich ging die Tür auf. Harry kam herein und stellte ihr ein Tablett mit einem Glas Wasser und ein bisschen trockenem Brot hin. "Hier, iss was, du brauchst Kräfte."
    Petra blickte durch einen Tränenschleier an. "Was wollen Sie von mir?"
    "Das wirst du schon früh genug sehen", fuhr Harry sie an. "und jetzt iss! Sonst geht das Ganze viel zu schnell vorüber." Harry schob das Tablett mit seinem Fuß näher zu Petra und verließ dann wieder den Raum. Petra hörte, wie die dicke Eichentür wieder abgeschlossen wurde. Einen Moment lang saß sie einfach nur da und starrte auf das Tablett mit dem Brot. Dann trat sie plötzlich danach und das Tablett flog quer durch den Raum. Petra sprang auf und hämmerte gegen die Tür.
    "Ihr Schweine! Lasst mich raus! Was habt ihr vor! Hey! Ich will hier raus!"
    Aber von den Männern kam keine Reaktion. Irgendwann sackte Petra erschöpft zusammen. Sie weinte hemmunglos. "Tom, hol mich hier raus...." flüsterte sie unter Tränen.