Die Anwältin

  • So, ich versuch nun auch mal eine Story auf die Beine zu stellen ;)
    Würde mich über Feeds von euch freuen!


    Die Anwältin


    Es war bereits weit nach Mitternacht als Eva Sommerfeld ihr Büro verließ. Draußen regnete es in Strömen und für Ende September war es bitterkalt.
    "Verdammter Mist!" fluchte Eva und rannte schnell über den dunklen Parkplatz zu ihrem Auto, die Aktentasche schützend über ihren Kopf haltend. Ihr Auto stand mutterseelenallein hinten in der letzten Ecke des großen Parkplatzes. Die meisten Mitarbeiter hatten das große Bürogebäude, in dem sich auch ihre Kanzlei befand, schon früh am Abend verlassen. "Morgen bin ich eher hier, dann werrd ich abends auch nicht so nass. Warum muss ich auch immer verschlafen?" dachte Eva frustiert und stieg völlig durchnässt und vor Kälte zitternd in ihren Wagen. Die Aktentasche legte sie auf den Beifahrersitz. Zu Hause wollte sie sich noch ein bisschen mit ihrem neuen Fall beschäftigen.


    Zur gleichen Zeit in der PAST. Semir ließ den Stift auf den Tisch fallen und streckte sich gähnend. "So, das war der letzte für heute. Mein Bett ruft." Tom sah Semir verschlafen an. "Habs gerade gehört. Meins ruft auch, aber ich muss noch ein bisschen was schreiben." "Tja, selber Schuld, wenn du so langsam schreibst." Semir nahm grinsend seine Jacke und ging Richtung Tür.
    "Haha, sehr lustig. Ich musste mir auch wieder ein Geburtstagsgeschenk für Andrea überleben, weil du mal wieder vergessen hast, dass deine Frau in drei Tagen Geburtstag hat. Semir, was bist du nur für ein Ehemann?" Tom schüttelte mit gespielter Ernsthaftigkeit den Kopf, konnte sich ein leichtes Grinsen jedoch nicht verkneifen. Er wusste, dass Semir noch rechtzeitig an Andreas Geburtstag denken würde, aber seit er vor zwei Jahren fast ihren Hochzeitstag vergessen hätte, zog Tom ihn liebend gerne damit auf.
    "Immerhin bin ich ein Ehemann und kein Singel, so wie du" konterte Semir. "Jaja, ketzt streu noch Salz in die Wunde. Feiner Freund bist du. Nächstes Mal erinner ich dich nicht mehr an Andreas Geburtstag." Beleidigt verschränkte Tom die Arme vor der Brust und verzog den Mund. "Dann frag ich halt Hotte" Beide mussten lachen und Semir verschwand zum Abschied die Hand hebend aus der PAST.


    Eva startete den Wagen und fuhr vom Parkplatz. Sie dachte über ihren neusten Fall nach und rieb sich müde die Augen. "Na das wird eine lange Nachte" dachte sie und gähnte laut. Um nicht einzuschlafen schaltete sie das Radio ein und drehte ein bisschen lauter.
    Die ganze Fahrt war sie damit beschäftigt ihre Augen offen zu halten. Den dunklen Passat, der sie schon seit der Kanzlei verfolgte, bemerkte sie nicht.

  • "Man, was ist das denn für ein Idiot?" Eva sah genervt in den Rückspiegel. Hinter ihr fuhr ein Wagen dicht auf und nötigte sie mit Lichthupe. "Wenn ich dir zu langsam fahre, dann überhol mich doch!" schimpfte sie weiter.
    Als ob der Fahrer ihre Worte gehört hätte, überholte er sie und scherte so kanpp vor ihr wieder ein, dass sie stark abbremsen musste. "Bist du total durchgenallt, du Spinner!?!" brüllte sie vor sich hin. "Bei dem Regen sieht man doch sowieso nichts und dann noch so ein riskantes Überholmanöver! Ist der betrunken, oder was?"
    Eva zitterte, aber nicht mehr vor Kälte, sondern vor Schreck. Mit einem Mal war sie wieder hellwach. Von dem Wagen, der sie eben geschnitten hatte, waren nur noch die Rückleuchten in weiter Ferne zu sehen. "Leute gibt's... Oh man, bin ich froh, wenn ich gleich zu Hause bin." Eva beruhigte sich langsam wieder und beschloss zu Hause lieber ein heißes Bad zu nehmen und den Fall auf morgen früh zu verschieben. Sie konnte ja nicht ahnen, dass das heiße Bad noch auf sich warten ließ und der Schock von vorhin noch das kleinere Übel war.

  • Immernoch vor sich herbrumment und schimpfend fuhr Eva weiter auf der Lanstraße. Der Regen wurde immer schlimmer und zusätzlich begann es plötzich noch zu stürmen und heftig zu gewittern.
    Mit zusammengekniffenen Augen versuchte Eva wenigstens ein paar Meter vor ihr Auto gucken zu können. Aber als das auch nichts half, beschloss sie lieber anzuhalten. "Wenigstens bin ich nicht die Einzige, die bei dem Regen nichts sieht und lieber anhält, statt die Menschheit zu gefährden, wie der Spinner von eben." dachte Eva und steuerte den Seitenstreifen an. Sie hielt direkt hinter dem parkendem Auto. Das Licht des parkenden Wagens ließ Eva vermuten, dass der Fahrer ebenfalls den Regen abwarten wollte bzw. soweit, dass er wieder besser sehen konnte. Doch sie täuschte sich, wie sie noch bemerken würde.


    In Toms und Semirs Büro brannte immer noch Licht. Tom war immer noch mit seinen Berichten beschäftigt. "So, Semir Gerkhan, dafür erwarte ich aber, dass mindestesn einen Monat lang meinen Wagen wäschst, und zwar jeden Tag. Wenn ich mir nicht wieder stundenlang deinen Kopf zerbrochen hätte, was du Andrea schenken kannst, dann wäre ich schon längst zu Hause. Aber nein, jetzt sitze ich immer noch hier und draußen geht die Welt unter." Tom murmelte gereizt vor sich hin und blickte müde aus dem Fenster. Plötzlich musste er doch schmunzeln. "Naja, verbring du mal nen schönen Abend mit deiner Frau. Hab ja schon ne Menge gut bei dir."
    Tom schrieb weiter an seinen Berichten und knapp eine Stunde nachdem Semir das gemeinsame Büro verlassen hatte, löschte auch er endlich das Licht. "Oh man, das Wetter wird ja immer schlimmer." Skeptisch blickte Tom nach draußen. "Zum Glück hab ich ein Auto und bin gleich zu Hause." Wenn er sich da mal nicht täuschte.

  • So, heute ein bisschen später, aber dafür länger ;)
    Hoffe, es gefällt euch :baby:



    Müde legte Eva ihren Kopf auf das Lenkrad und wartete darauf, dass es aufhörte zu regnen. Sie schloss die augen und laschte dem lauten Prasseln der Regentropfen. Dabei dachte sie an den letzten Sommer. Sie war zusammen mit ihrem damaligen Freund Marco auf Mallorca und beide genossen die unbeschwerten Tage voller Sonne, Wärme, Strand, Meer und Zärtlichkeit. Sie lebten in ihrer eigenen kleinen Welt und es gab nur sie beide. Eva konnte bei den Gedanken ans Meer und an den Strand sogar das Rauschen der Wellen hören. "Haaach" Eva seufzte laut. Wenn sie doch bloß die Zeit zurückdrehen könnte.
    Plötzlich klopfte es an der Autotür. Eva schreckte aus ihren Gedanken hoch. Blitzschnell wurde sie aus den Gedanken gerissen. Jemand packte sie hart am Arm und zog sie unsanft aus dem Wagen in den kalten Regen.
    "Wo ist sie?" brüllte der fremde Mann sie an.
    "Wer?" Eva blickte ihn völlig verängstigt an. Sie zitterte am ganzen Körper.
    "Die Tasche!"
    "Welche Tasche?" Was wollte der fremde Mann von ihr? Warum zog er sie aus dem Auto? Welche Tasche? Eva wusste es nicht. Sie bekam Angst. Was würde der Typ mit ihr machen? Er sah brutal aus. Sehr groß, breit, raspelkurze Haare und man konnte durch das Licht, welches aus Eva's Wagen schien, erkennen, dass er ein Tattoo am Hals hatte. Sie wusste zwar nicht genau, was das Tattoo darstellen sollte, aber es ließ den Mann bedrohlicher wirken. "Gegen den hab ich keine chance!" Panik stieg in ihr auf.
    Er hielt sie immer noch fest und plötzlich, ohne Vorwarnung schlug er ihr brutal ins Gesicht. Eva fiel zu Boden. Der Mann zog sie nicht weniger brutal wieder hoch. "Ich wiederhole mich ungerne" drohte er ihr und verstärkte seinen Griff. Eva war geschockt. Sie konnte vor lauter angst keinen klaren Gedanken fassen. Vor Gericht hatte sie doch schon so oft mit solchen Typen zu tun gehabt. Sie müsste wissen, wie sie sich zu verhalten hat. Tränen standen ihr in den Augen.
    "Bitte... lassen Sie mich" flehte sie mit leiser, kaum hörbaren Stimme.
    "Halt die Schnauze und rück endlich die Tasche raus" brüllte der Mann wieder. Eva zuckte zusammen. Welche Tasche? Welche Tasche meint er denn?
    "Hier, ich hab sie!" rief ein zweiter Mann, den sie zuvor gar nicht bemerkt hatte. "Komm hauen wir ab!" Er nahm die Aktentasche vom Beifahrersitz und rannte zurück zu dem dunklen Passat. Der erste Mann sah ihm hinterher und schlug Eva noch einmal ins Gesicht. Als sie von der Wucht des Schlages erneut zu Boden geschleudert wurde, trat er ihr noch ein paar mal heftig in den Magen und rief ihr zu: "Stell dich das nächste mal nicht so blöd an, dann passiert dir auch nichts!" Dann rauschte das Auto mit den beiden Männer davon, in die dunkle Nacht.


    Eva lag wimmert auf dem nassen Boden. Sie hielt sie den Bauch und krümmte sich vor Schmerzen. "Oh Gott, Hilfe" flehte sie. Ein greller Blitz erleuchtete den Straßenrand auf dem sie hilflos lag, dann folgte ein unheimlich lauter Donner. Eva zuckte zusammen. "Hilfe" murmelte sie wieder kaum hörbar.
    Dann sah sie aus der Ferne ein Licht näher kommen. "War's das jetzt? Bin ich am Ende des Tunnels? Bin ich vielleicht doch schon tot?"

  • Tom fuhr müde durch die Nacht. er wollte nur noch eins: Sein Bett! Bei jedem Blitz bekam er ein mulmiges Gefühl. "Hoffentlich ist zu Hause alles ok. Naja, in 20 Minuten bin ich eh da, dann weiß ich's"


    Tom konzentrierte sich auf die Straße. Nach ein paar weiteren Metern bemerkte er weiter vorne ein parkendes Auto. "Naja, also so schlimm ist der Regen jetzt auch nicht mehr!" Dann sah er, dass die Tür offen stand. Er wurde langsamer. Und nun sah er auch noch, dass ein lebloser Körper neben dem Auto lag. "Oh Gott!" Mit quietschenden Reifen hielt er, so gut es auf der nassen Fahrbahn ging, hinter dem Wagen an. Tom sprang aus dem CLK und lief zu der am Boden liegenden Frau.
    Er kniete sich neben sie und fühlte ihren Puls. "Gut, sie lebt" Erleichtert atmete Tom aus. Der Puls war schwach, aber er war zumindest vorhanden. Sofort rief er einen Krankenwagen und kümmerte sich dann wieder um die Frau. Vorsichtig drehte er sie auf den Rücken und stellte fest, dass sie bewusstlos war. Sanft gab er ihr eine leichte Ohfeige nach der anderen. "Hallo? Hören Sie mich?" Ohne Erfolg. Die Frau war weg, weit weg. Behutsam strich er ihr die nassen Haare aus dem Gesicht, zog seine Jacke aus und legte ihr sie über den Körper. Der Regen hatte mittlerweile nachgelassen und es tröpfelte nur noch ein bisschen.
    "Was ist bloß mit dir passiert?" Vorsichtig legte er ihren Kopf auf seinen Schoß und strich ihr sanft über das Gesicht. Sie sah schrecklich zugerichtet aus, hatte ein geschwollenes Gesicht, eine aufgeplatzte Lippe und war leichenblass. Und trotzdem war Tom von ihr fasziniert. Er fand sie trotz der Verletzungen sehr hübsch. Sie war höchstens Anfang 30, schlank und hatte schulterlange blonde Haare.


    Nach kurzer Zeit, der Krankenwagen war immer noch nicht da, bemerkte Tom ein leichtes Zucken ihrer Lieder. "Hallo? Hören sie mich? Bleiben Sie ganz ruhig der Krankenwagen ist schon unterwegs." redete Tom leise und beruhigend auf sie ein. Dann öffnete sie endlich ganz die Augen. Sie versuchte sich zu orientieren und ihre Blicke verrieten, dass sie höllische Angst hatte. "Pssst... ganz ruhig... Ihnen kann nichts mehr passieren." beruhigte Tom die junge Frau weiter.
    "TOM???? Hilf mir!" hauchte sie nur schwach und schloss die Augen wieder.

  • Tom erstarrte. Woher kannte die Frau seinen Namen? Hatte er ihn ihr gesagt? Er konnte sich nicht dran erinnern. "Merkwürdig" Er runzelte die Stirn.
    Endlich hörte er das Martinshorn und sah in der Ferne bereits den RTW. Als dieser an die Unfallstelle ankam, sprangen die Sanitäter sofrt auf die Straße und liefen zu Tom und der Frau. Tom machte ihnen Platz und überlegte immer noch, woher die Frau ihn kannte. "Was ist hier passiert?" fragte einer der Sanitäter. "Hallo? Hören sie mich?" "Äh...wie...was?" Tom war mit seinen Gedanken ganz woanders. "Was hier passiert ist?" wiederholte der Sanitäter. "Ich.. ich weiß es nicht. Sie lag hier schon als ich ankam." Tom sah den Snitätern zu, wie sie Eva auf die Trage legten und in den Krankenwagen schoben. "In welches Krankenhaus fahren Sie?" fragte Tom. "Marienkrankenhaus" war die knappe Antwort des Sanitäters. Damit schlug er die Tür zu und stieg auf den Fahrersitz des Rettungswagens. Tom blieb zurück. Er überlegte, ob er hinterherfahren sollte. Er wollte endlich wissen, woher die Frau ihn kennt. Doch dann, überlegte er es sich anders. Vor morgen früh würde er eh nicht mit ihr sprechen können. Er ging zu ihrem Wagen und hoffte irgendetwas zu finden, das ihm die Identität der Frau verraten würde. Doch seine Suche blieb erfolglos. "Das passt mir gar nicht", dachte Tom und rief die KTU an. Jemand solle das Auto abholen und Hartmut sollte es dann untersuchen. Irgendwas stinkt hier. Stirnrunzelnd ging er zu seinem Wagen und fuhr nach Hause. Morgen früh würde er zuerst mit Semir sprechen und dann ins Marienkrankenhaus fahren.

  • "Mensch Partner, was ist denn mit dir los? So pünktlich? Hab ich was verpasst?" Semir zog seine Jacke aus und grinste Tom entgegen.
    "Hä...Was?" Tom hob den Kopf und sah Semir an.
    "Hä? Was?" äffte Semir Tom nach. "Was ist denn los mit dir? Hast du heute Nacht nicht geschlafen?"
    "Nein" War Toms knappe Antwort.
    Semir fuhr seinen PC hoch und setzte sich auf seinen Stuhl. "Wieso? Hast du ein Gespenst gesehen?" Wieder grinste er.
    "So ähnlich. Willst du auch nen Kaffee?" Tom stand ohne Semirs Antwort abzuwarten auf und ging in die Teeküche. Semir folgte ihm.
    "Wie du hast echt ein Gespenst gesehen? Sag mal, vielleicht hättest du gestern eher nach Hause fahren sollen." lachte Semir.
    "Haha, sehr lustig. Ich musste ja noch Berichte schreiben, weil du...."
    "Jaja, ist ja schon gut. Ich schreib deinen Namen in die Karte. Aber jetzt mal ehrlich. Du siehst wirklich nicht gut aus. Ist was passiert?" Semir stand jetzt direkt neben Tom, der gerade den Kaffee in zwei Tassen füllte. Er reichte Semir eine Tasse und lehnte sich an die Küchezeile.
    "Gestern Nacht hab ich eine Frau auf der Straße aufgegabelt. Sie lag bewusstlos neben ihrem Auto. Ich hab ...." Tom berichtete Semir, was passiert ist.
    "Und du weißt nicht, woher sie deinen Namen kennen könnte?" Semir trank einen Schluck Kaffee. Tom tat es ihm nach. "Nein. Ich hab wirklich keine Ahnung. Ich hab mir die ganze Nacht den Kopf darüber zerbrochen, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen."
    "Vielleicht ist sie ja eine Verflossene von dir und du kannst dich nur nicht mehr erinnern. Bei deinen ganzen Beziehungen würde mir das auch schwer fallen, mich an jede zu erinnern." Semir konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und erntete einen bösen Blick von Tom. Wenigstens treffe ich eine Entscheidung und uch dabei. Wenn ich da an dich und Andrea denke..."
    "Ja, schon gut" undterbrach Semir ihn. "Du hast ja Recht. Besserwisser." Jetzt mussten beide lachen. "Komm, wir fahren ins Krankenhaus. Ich will jetzt auch wissen, wer die Frau ist, die dir eine unruhige Nacht beschert hat. Dabei können wir auch gleich unsere Tour auf der Autobahn machen."
    "Gut, das hatte ich eh vor." Tom stellte seine Tasse an die Spüle und ging Richtung Tür. Er steckte den Kopf nocheinmal in die Küche. "Was ist? Willst du hier bleiben?"
    "Ich komm ja schon."



    Im Krankenhaus fragte Tom am Empfang nach der Frau, die gestern Nacht eingeliefert wurde. Er fand heraus, dass sie Eva Sommerfeld hieß.
    "Eva Sommerfeld" wiederholte er den Namen und überlegte, ob er den Namen von früher kannte.
    "Und? Sagt dir der Name etwas?" bohrte Semir nach.
    Tom schüttelte den Kopf. "Nein, aber ich werde es gleich herausfinden." Mit diesen Worten ging er auf zum Fahrstuhl und fuhr auf die Station, wo Eva lag. Er hoffte, dass er gleich eine Antwort auf seine Frage bekam. Woher kannte diese Eva Sommerfeld ihn. Als er vor ihrer Tür stand, drehte er sich zu Semir. "Semir, ich geh da alleine rein."
    "Och nöö, ich bin doch so neugierig." Semir war beleidigt, dass Tom ihn nicht dabeihaben wollte.
    "Ich will ja nicht, dass sie wieder so einen Schreck bekommt wie letzte Nacht. Ich erzähl dir nachher, woher sie mich kennt."
    "Na hoffentlich." Semir verschränkte immer noch sichtlich beleidigt die Arme. Tom klopfte grinsend an die Tür und nach einem leisen "Herein" betrat er das Zimmer. Semir holte sich einen Kaffee.


    Tom öffnete vorsichtig die Tür, als hätte er Angst vor dem, was er gleich erfahren würde. Eva lag im Bett und blickte zur Tür. Man sah ihr die Strapazen von letzter Nacht an. Ihr Gesicht war immer noch geschwollen und ihr Gesicht hatte die gleiche Farbe wie die weiße Krankenhausbettdecke.
    "Hallo Frau sommerfeld" begrüßte Tom sie. "Wie geht es ihnen?"
    "Danke, war schonmal besser." Evas Stimme hörte sich erschöpft und dünn an.
    Tom sah zu dem Stuhl, der neben ihrem Bett stand. "Darf ich?" Sie nickte. Er setzte sich auf den stuhl.
    "Frau Sommerfeld, weswegen ich hier bin..."
    "Du willst wissen, woher ich dich kenne." beendete sie den Satz.
    Tom sah sie erstaunt an. "Woher wissen Sie..?"
    "Ich kann mir vorstellen, dass du mich nicht wiedererkannt hast." Sie lächelte leicht.
    "Erinnerst du dich noch an deine Schulzeit? Du warst drei Klassen über mir. Ich fand dich schon immer toll. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass du mich ansprichst. Ich hatte doch so Angst, dass ich dir zu hässlich und zu jung sei. Aber dann kam das Schulfest. Du standest mit deinen Freunden beim Dosenwerfen. Ich wollte dir nah sein und dir imponieren. Also versuchte ich auch mein Glück... und hab total versagt. Ich hab alles getroffen, nur die Dosen nicht..."
    "... aber den alten Köhler" beendete diesmal Tom den Satz und musste lachen als er an den alten griesgrämigen Lehrer dachte, wie dieser einen so heftigen Wutausbruch bekam, dass der Direktor ihn wegschickte und selber den Stand betreute. "Das war echt ne lustige Aktion." Tom hielt sich vor lachen schon den Bauch.
    "Siehst du, du lachst. Mir war das furchtbar peinlich." Sieh drehte den Kopf von Tom weg und bekam feuchte Augen.
    "Hey, tut mir leid. So war das nicht gemeint." entschuldigte er sich.
    "Ja, ich weiß. Aber mir war die Geschichte so peinlich. Ich hab mich doch vor der ganzen Schule blamiert... und vor dir. Naja, auf jeden Fall ... also gestern, als du mich gefunden hast... und ich in deine Augen gesehen hab... da.... da wusste ich sofort, dass... dass du da bist."
    "Du hast mich nur an meinen Augen erkannt?" Tom sah sie fragend an.
    "Ja. Solche wundervollen Augen könnte ich nie vergessen." Sie merkte, wie sie rot wurde und drehte ihren Kopf schnell wieder zur Seite. Auch Tom wurde ganz warm. "Wow" dachte er nur. Sie schwiegen eine Zeit lang.
    "Eva.." begann Tom. "Weißt du, wer dir das angetan haben könnte?"
    Sie schloss die Augen. "Nein."
    "Was wollten die von dir?"
    "Ich... ich weiß nicht. Sie... haben was von einer Tasche gesagt. Sie konnten nur meine Aktentasche meinen. Es... es war so furchtbar, Tom." Sie zitterte und sah ihn mit feuchten Augen an. Er nahm beruhigend ihre Hand. "Pscht, dir kann nichts mehr passieren. Dafür sorge ich." Er sprach beruhigend auf sie ein. "Ich hatte solche Angst" Eva zitterte immer noch.
    "Ja, ich weiß. Aber dir wird nichts mehr passieren. Weißt du, warum sie die Tasche wollten?"
    Wieder schüttelte Eva den Kopf. "Nein, keine Ahnung. Vielleicht hat es mit meinem neuen Fall zu tun. Ich bin Anwältin."
    "Was ist das für ein Fall?"
    "Tom, das ist vertraulich. Ich kann es dir nicht sagen. Aber sie dürfen auf keinen Fall in falsche Hände geraten."

  • So, noch ein kleiner Teil vorm Schlafengehen ;)



    "Eva, wenn ich dir helfen soll, dann musst du mir vertrauen. Was ist das für ein Fall?" Tom sah ihr eindringlich in die Augen und stellte fest, dass auch sie sehr schöne Augen hatte, schöne meerblaue Augen.
    "Ich kann es dir nicht sagen. Ich vertraue dir, aber ich kann es dir nicht sagen."
    "Na gut, dann musst du mir anders helfen. Kannst du die Typen beschreiben?"
    Eva überlegte kurz. Dann nickte sie.
    "Er war sher groß, zwischen 1,90 oder 1,95 m oder so und ungefährt 110 bis 120 kg schwer. Er hat raspelkurze Haare oder sogar gar keine. Und er sah bedrohlich aus."
    "Hm ok, davon laufen mehrere rum. War irgendwas bedonderes an ihm? Ein Tattoo oder so ähnlich? Oder kannst du dich an den anderen erinnern?"
    "Nein. Ihn habe inh nicht gesehen, ich habe ihn nur gehört. Aber warte. Jaa, der andere hat ein Tattoo am Hals. Ich konnte es nicht genau erkennen, aber ich glaube es war ein Drache oder so."
    "Ok, ich schau mal, ob ich im Computer was finde. Wann kommst du hier raus? Hat der Arzt was gesagt?"
    "Ja, heute Nachmittag schon."
    "Okay, ich hol dich ab. Bis dahin versuch ich etwas rauszufinden." Tom verabschiedete sich. Eva's Herz klopfte wie wild. Er wollte sie abholen! Und, er wollte ihr helfen! Tom war schon an der Tür und wollte gerade rausgehen. "Tom?" Er drehte sich noch einmal um. "Ja?" "Danke" "Keine Ursache. Bis nachher."


    "Man, ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr wieder." Semir sprang sofort auf als der Tom sah. "Und?"
    "Was und?" Tom lief Richtung Ausgang.
    "Ja, wer ist sie, woher kennt sie dich? Nun sag schon."
    "Semir, du kannst manchmal ganz schön nerven. Kannst du noch warten bis wir beim Auto sind. Dann erzähl ich dir das alles. Bis dahin musst du noch warten." Tom liebte es seinen Partner auf die Folter zu spannen.
    "Na gut, aber nur, weil wir direkt am Eingang geparkt haben." grinste Semir. Tom schüttelte ebenfalls grinsend den Kopf. "Oh mann, womit hab ich so einen Partner wie dich nur verdient?" "Das hab ich jetzt icht gehört."

  • Kaum saßen Tom und Semir wieder im CLK, fing Semir erneut an. "Wer ist sie denn jetzt?"
    "Oh man Semir, du bist schlimmer wie ein kleines Kind." lachte Tom.
    "Das liegt daran, dass ich zu Hause eine Tochter hab. Das hab ich mir von ihr abgeguckt." Semir grinste über beide Ohren. "Also, schieß los, sonst strampel ich auf dem Boden und heule bis dir die Ohren abfallen."
    "Oh nein, bitte nicht." Tom hob beschwichtigend die Hände und musste wieder lachen. "Ich glaube, ich muss mal ein ernstes Wörtchen mit deiner Tochter sprechen."
    "Ja, aber lenken darfst du." Semir deutete auf Toms Hände, die er immer noch hoch hielt.
    "Ah, danke für den Tip Partner."
    "Bitte. Jetzt aber los."
    "Ja, ist ja gut. Also. Die Frau heißt Eva Sommerfeld und ist Anwältin. Sie sagt, sie kennt mich aus der Schule und war drei Jahre unter mir."
    "Aha, Anwältin... Könnte das vielleicht der Grund für den Überfall sein? Vielleicht wollte sich ja ein Klient an ihr rächen, weil sie verloren haben."
    "Das glaub ich nicht. Warum sollten die Täter dann ihre Aktentasche klauen?"
    "Keine Ahnung. Ist ja auch egal. Das ist eh nicht unser Fall."
    "Eh nicht unser Fall... Naja, egal. Ich hab ihr versprochen, dass ich ihr helfe, dann helfe ich ihr auch." Toms Gesichtsausdruck wurde ernst.
    "Tom, ich verstehe ja, dass du dein Wort halten willst, aber wie willst du das der Chefin erklären?"
    "Semir, ich helfe ihr! Entweder mit oder ohne deiner Hilfe." Für Tom war das Thema beendet. Bis zur PAST sprach keiner mwhr ein Wort.



    In der PAST angekommen, ging Tom direkt zu Petras Schreibtisch. "Hey Petra, könntest du bitte mal nachschauen, ob du in der Kartei einen Mann findest, der 1,90 bis 1,95 m groß, relativ stabil ist und ein Tattoo am Hals. Ein Drache oder so."
    "Klar Tom, mach ich."
    "Danke Petra, du bist ein Schatz" Tom ging in sein Büro.
    Semir folgte ihm. "Du willst also wirklich rausfinden, wer dahintersteckt."
    "Ja. Und ich werde es herausfinden."
    "Und was erzählst du der Chefin?"
    "Das lass mal meine Sorge sein. Ich fahr jetzt erstmal zur KTU. Kommst du mit? Ach nee, das geht uns ja nichts an. Bis später." Tom verließ angesäuert das Büro.
    Semir blieb augenrollend zurück. "Hey Partner, warte mal. Ich komm mit." rief er Tom hinterher und fügte leise hinzu:"Einer muss ja auf dich aufpassen." Dann nahm er seine Jacke und eilte Tom hinterher, der schon fast am Auto war.

  • In der KTU angekommen ging Tom direkt auf Hartmut zu.
    "Und Hartmut? Hast du...."
    "Tom! Du wirst es kaum glauben. Ich habe nichts gefunden. Naja, doch. Blut."
    "Blut? Von wem?" mischte Semir sich ein.
    "Tja, das ist nicht meine Aufgabe. Tom, welche Blutgruppe hat deine Freundin?" Hartmut sah Tom an. Dieser verdrehte die Augen. "Sie ist nicht meine Freundin. Keine Ahnung. Moment."


    Tom wählte Evas Nummer im Kranenhaus.
    "Hallo?" meldete sich ein freundliche und mittlerweile auch nicht mehr ganz so schwache Stimme.
    "Eva? Ich bins Tom. Sag mal, welche Blutgruppe hast du?"
    "A positiv, wieso?"
    "Danke, erklär ich dir später." Tom legte auf. "A positiv" sagte er.


    "Gut, dann ist das defenitiv nicht ihr Blut. Das Blut, welches ich in dem Wagen von Toms Freundin gefunden habe..."
    "Hartmut....!" kam es drohend von Tom.
    "..okay....wekches ich in dem Wagen der Frau gefunden habe, ist nämlich AB negativ. Das ist weltweit die seltenste Blutgruppe. Nur rund 1 % hat diese.... Tom? Semir?" Hartmut blickte sich suchend um, schüttelte dann den Kopf. "Danke Hartmut.Ach Jungs, kein Problem, ist doch mein Job. Nein ehrlich, danke Hartmut, hast du gut gemacht. Bitte Jungs, immer wieder gern." Beleidigt widmete er sich wieder seiner Arbeit.



    "Sag mal, was hast du denn jetzt vor?" Semir rannte hinter Tom her, der in den CLK stieg.
    "Mensch Semir, hast du das nicht gehört? Es ist fremdes Blut in Evas Wagen. Vielleicht ist das von dem zweiten Täter."
    "Ja und wenn schon. Es ist nicht unser Fall." Semir stieg ebenfalls in den Wagen.
    "Semir, hör auf damit! Das weiß ich selber"




    "Was hast du da?" Florian Kramer betrachtete den kaputten Arm seines Bruders.
    "Ach nichts. Hab mich nur geschnitten, als ich die Akten gesucht habe." entgegnete Sebastian.
    "Wie bitte? Bist du eigentlich bescheuert?" fluchte Florian.
    "Was denn? Ich werd schon nicht dran sterben."
    "Mein Gott, du Vollidiot hast vielleicht Spuren hinterlassen! Bu bist so ein Depp!" Florian brüllte Sebastian an und kaute an seinen Fingernägeln. "Weißt du, was das bedeutet? Wir haben bald die Bullen auf dem Hals! Ich hätte die Alte doch kaltmachen sollen..."
    "Was? Scheiße, daran hab ich gar nicht gedacht!" Sebastian fuhr sich nervös durchs Haar. "Aber vielleicht untersucht das Auto ja auch gar keiner. Die haben sich alle um die Tussi gekümmert."
    "Man, wie naiv bist du eigentlich?!" Florian schlug mit der Faust auf den alten Holztisch. "Sieh zu, das die Alte nicht quatschen kann!"
    "Ich?? wieso denn ich? Es war doch deine Idee, die Akten zu klauen."
    "Aber du hast es versaut! Und dann siehst du auch zu, dass du das wieder bereinigt bekommst! Und JETZT HAU ENDLICH AB!!!!" Florian wurde rot vor Zorn und schrie seinen bruder an. Dieser verschwand schnell aus der alten Laube.

  • Zurück auf der PAST betrat Petra das Büro von Tom und Semir.
    "Hier Tom. Ich hab einen gefunden, der zu dieser Beschreibung passt. Ein gewisser ... Florian Kramer. Ohne das Tattoo wäre es schwierig geworden. Weißt du eigentlich, wie viele große Männer mit Glatze es gibt?" Petra legte Tom den Ausdruck vor die Nase.
    "Danke Petra. Ja, ich weiß."
    "Zeig mal her." Semir nahm den Zettel. "Ui, der sieht aber nicht gerade freundlich aus."
    "Genau, und deshalb werd ich Eva helfen! Nicht unser Fall hin oder her." sagte Tom entschlossen.


    "Was hab ich da gerade gehört?" Niemand hatte die Chefin bemerkt, die mit ernster Miene in der Tür stand.
    "Es musste ja so kommen" sagte Semir leise zu sich selber.
    "Was haben Sie gesagt, Gerkhan?"
    "Ich? ähm nichts, Chefin."


    Nun meldete sich Tom zu Wort. "Chefin, der Fall steht kurz vor der Aufklärung."
    "Kann mich jetzt mal bitte jemand aufklären?" Die Chefin hatte heute anscheinend nicht die beste Laune. Sie funkelte Tom und Semir böse an.
    "Ja,...ähm....also...Tom und ich..."Semir suchte nach den richtigen Worten.
    "Semir, lass gut sein. Also Chefin. Eine Freundin von mir ist gestern Nacht überfallen und zusammengeschlagen worden. Ich habe sie zufällig gefunden. Sie sagte mir, dass ihre Aktentasche gestohlen wurden. Und ich..."
    "Sie wollten ihr helfen...Ihre Fürsorge in allen Ehren. Aber Kranich, das hat nichts aber auch gar nichts mit Ihren Aufgaben zu tun. Es ist nicht Ihr Bezirk! Geben Sie den Fall an die zuständigen Kollegen weiter!"
    "Chefin, ich..."
    "Kranich, das war kein Ratschlag. Das war ein Befehl!" Anna Engelhardt wurde lauter und verließ das Büro.


    "Verdammt!" Tom schlug mit der flachen Hand auf den Tisch.

  • "Ich fahr ins Krankenhaus und hol Eva ab. Hier ist mir die Luft zu dick." Tom verließ das Büro, er wollte nur weg. Aber er wusste, dass die Chefin Recht hatte. Semir hatte versucht ihn zu warnen, aber nein, er musste wieder seinen eigenen Kopf durchsetzen. Aber als Eva ihn um Hilfe gebeten hatte, konnte er nicht anders. "Hoffentlich geht das hier schneller zu Ende als ich befürchte." dachte Tom. Er war schon am Auto, als er plötzlich eine Stimme hinter sich hörte. "Hey Tom! Warte auf mich! Ich will sie doch auch endlich kenenlernen!" Semir stand lächelnd an Toms Wagen. "Oder ist sie so hässlich, dass du mir sie nicht zeigen willst." witzelte er weiter.
    "Nein. Ganz im Gegenteil." antwortete Tom nur und stieg ein.


    Im Krankenhaus klopfte Tom an Evas Tür und trat ein.
    "Hey Eva! Na, bist du bereit?" Tom umarmte sie kurz zur Begrüßung.
    "Bereit? Längst. Komm, ich will weg hier." Sie wollte gerade gehen, da erblickte sie Semir. "Oh, Sie hab ich ja gar nicht gesehen." Tom musste grinsen. Semir lächelte gequält. Wie leid er diesen Satz war. "Sie sind bestimmt Semir Gerkhan." sagte sie freundlich und reichte ihm die Hand.
    "Ja, und sie sind Eva Sommerfeld. Tom hat schon viel von Ihnen erzählt." Semir drückte Evas Hand und sah zu Tom, der ihm einen bösen Blick zuwarf.
    "Ja, kommt, wir müssen los. Sonst flippt die Chefin nachher wieder aus." Tom nahm Evas Tasche und sie gingen gemeinsam zum Auto.


    Über die Autobahn fuhren sie zu Evas Wohnung. Während der ganzen Fahrt sprachen sie über alles mögliche und lachten sich kringelig. Eva und Semir schienen sich gut zu verstehen. Plötzlich zerbrach die Heckscheibe.
    Alle duckten sich und Tom versuchte den Wagen unter Kontrolle zu halten.
    "Scheiße! Da schießt jemand auf uns! Runter!" rief Semir.
    Eva schrie vor Angst.

  • Danke für die Feeds :baby: Und nicht vergessen, immer weiterfeedten ;) =)



    Es fielen weitere Schüsse.
    "Scheiße! Was soll das?"
    Der dunkle Passat, der die Schüsse abgab, fuhr nun direkt neben Toms Wagen.
    "Das ist der gleiche Wagen von gestern Nacht!" rief Eva.
    Der Fahrer des Passats richtete seine Waffe auf das Fenster hinter Tom.
    "Eva! Runter!"
    Der Fahrer drückte ab. Ein lauter Knall. Das Fenster zerbrach. Eva schrie.
    Dann fuhr der Passat auf der Autobahn davon.


    "Nicht unser Fall, hm? Den schnappen wir uns!" Tom trat das Gaspedal durch und sah prüfend in den Rückspiegel. "Alles ok bei dir?" Eva nickte.


    Semir war bereits am Funkgerät. "Cobra 11 an Zentrale... Verfolgen einen dunkelblauen Passat Kombi mit dem Kennzeichen K-TH-536 auf der A4. Höhe KM 45. Bitten umVerstärkung. Täter ist bewaffnet!" Dann hängte er das Mikro ein. "Los Tom, gib Gas! Sonst ist der gleich weg.!"
    "Fährst du oder ich?"
    "Na du, wenn ich fahren würde, hätten wir ihn schon längst."
    Tom sah Semir böse von der Seite an.


    "Davorne ist er! So Freundchen, gleich hab ich dich."
    Genau in diesem Moment zog ein alter Fiat Panda auf die linke Spur.
    "Ey man! Verschwinde!" Tom hupte wie wild, aber der Panda blieb stur auf seiner Spur und hielt es auch nicht für nötig, zu beschleunigen. Tom fuhr nach ganz rechts auf den Standsteifen und fuhr an den LKW'S vorbei.
    "Verdammt wo ist der?" schimpfte er und blickte sich um.
    Auch Semir suchte die Autobahn ab. Dann schüttelte er den Kopf und nahm das Mikro. "Cobra 11 an Zentrale. Haben das flüchtige Fahrzeug verloren."




    Sebastian fuhr weiter und weiter. Irgendwann als er sicher war, seine Verfolger abgeschüttelt zu haben, stellte er das Auto auf einem Waldweg ab und rief seinen Bruder an.
    "Hast du sie erledigt?" fragte Florian genervt.
    "Erledigt nicht, aber eingeschüchtert."
    "Verdammt, du sollst sie nicht einschüchtern, sondern erledigen!"
    "Die quatscht schon nicht. Die hat viel zu viel Schiss."
    "Das interessiert mich nicht! Mach sie kalt oder du wirst im Knast landen!" Florian kanllte den Hörer auf die Gabel.

  • Auf der PAST wartete bereits die Chefin auf Tom und Semir, die Eva im Schlepptau hatten.
    "Na, da haben Sie ja Ihren Fall. Was ist passiert?" Sie schien sich wieder etwas beruhigt zu haben.
    Tom und Semir klärten sie kurz auf und sie nickte ihnen zu. "Kümmern Sie sich drum."


    Im Büro setzte Eva sich auf Toms Stuhl, Semir saß ihr gegenüber.
    "Hast du den Fahrer wiedererkannt?"
    "Nein, das ging doch alles viel zu schnell. Nur das Auto hab ich erkannt."
    "Weißt du, wer hinter dir hersein könnte. Sagt dir der Name Florian Kramer etwas?" fragte Tom, der am Schrank lehnte.
    "Es gibt genug Leute, die Probleme mit mir haben. Anwälte haben viele Feinde. Nein, ein Florian Kramer kenne ich nicht."
    Wirklich nicht? Denk bitte genau nach."
    Eva überlegte, dann schüttelte sie den Kopf. "Nein, wirklich nicht."
    Tom drehte Eva zu sich und sah ihr tief in die Augen. "Eva, der Überfall, die Schießerei, das waren keine Zufälle. Jemand hat es auf dich abgesehen. Du bist in Gefahr. Du brauchst eine Schutzwohnung."
    "Nein! Auf gar keinen Fall! Ich muss meinen Mandanten informieren."
    "Welchen Mandanten?" fragte Semir.
    "Na, der aus der Akte. Oh, man, der wird mir die Hölle heiß machen. Bitte, ich brauch meine Aktentasche zurück. Ich könnte sonst meine Anwaltslizenz verlieren." Eva vergrub verzweifelt ihr Gesicht in den Händen. Tom legte ihr die Hand auf die Schulter. "Wir tun, was wir können. Aber du kannst unmöglich nach Hause. Ich schätze, dass die schon längst deine Adresse haben. Du kannst solange bei mir wohnen." Eva sah ihn an. "Danke."


    "Gut, du brinsgt Eva nach Hause und ich nehm mir dann mal Florain Kramer vor." sagte Semir.



    Semir fuhr zu der angegeben Adresse. "Sher nette Gegend" sagte er ironisch. Das Haus, in dem sich die Wohnung befand hatte schon bessere Zeiten hinter sich. Die Eingangstür war eingeschlagen, der Mülleimer zertreten, der Müll lag auf dem ganzen Weg verteilt, von den Fensterrahmen blätterte die Farbe ab. Semir klingelte bei "Kramer". Einmal. Zweimal. Er wollte gerade das dritte mal klingeln, als im zweiten Stock ein Fenster geöffnet wurde.
    "Was willste?" fragte eine Frau mitte 40. Ihre Haare waren zerzaust und sie machte auch sonst einen ungepflegten Eindruck, passend zur Wohngegend.
    "Guten Tag, Gerkhan, Kripo Autobahn. Hier wohnt doch ein Florian Kramer?"
    "Haste nen Ausweis?"
    "Natürlich, hier." Semir hielt seinen Ausweis hoch.
    "Hat der wieder Scheiße gebaut?"
    "Das weiß ich noch nicht. Also, wo ist er?"
    "Keine Ahnung. Vielleicht in der alten Laube."
    "aha. und wo ist diese Laube?"
    "Man, was weiß ich.. Mach deinen Job und lass mich in Ruhe!" Die Frau kanllte das Fenster wieder zu. Na toll, gut, dass es hier nicht so viele Lauben gibt, dachte Semir ironisch.

  • Boah nee, jetzt fehlt der text =) X( X( X( =)


    Semir verschte sein Glück nocheinmal. Wieder ging das Fenster auf.
    "Ey, wat willste noch?"
    "Sie wissen wo die Laube ist!"
    "Nein, ey! Zeih leine!"
    "Nee, wo ist die Laube?"
    "Willste mich verarschen? Ich weiß es nicht!" Die Frau war jetzt richtig wütend.
    Semir leiß seinen Charme spielen.
    "Hören sie Frau..."
    "Das geht dich nen Scheißdreck an, Alter!"
    "Ok, so eine hübsche Frau, wie Sie, Sie wissen doch alles. Und wenn ich die Adresse hab, dann verschwinde ich auch wieder ganz schnell wieder. Und sie können in Ruhe ihre igarette genießen. Hm?" Er setzte seinen Dackelblick auf. Auch eine Notlüge muss mal sein, dachte er sich.
    "Na gut, aber nur, wenn du dann endlich das Weite suchst."
    "Natürlich." schwor Semir scheinheilig.
    "Hinten am stillgelegten Steinbruch irgndwo. Da gibt es auch nur eine. Und jetzt: Tschüss!" Wieder kanllte die Frau das Fenster zu.
    "Vielen Dank" sagte Semir noch leise. Er holte sein Handy aus der Tasche und rif Tom an. "Tom, ich hab da was.... Ja....Frag Eva mal, ob sie was von einer Laube weiß."

  • Tom brachte Eva zu sich nach Hause. Er zeigte ihr, wo alles ist und wo sie sich frisch machen konnte. Er bot ihr an in seinem Bett zu schlafen. Er selbst würde die nächsten Nächte auf der Couch verbringen. Tom wollte gerade seine Wohnung verlassen, als sein Handy klingelte.


    "Das war Semir. Kennst du eine Laube? Sagt dir das was?" Tom steckte das Handy wieder ein. Eva schüttelte den Kopf. "Eine Laube? Nein. Was ist denn mit der?"
    "Das weiß ich noch nicht. Ich treff mich jetzt mit Semir an der Laube. Und du bleibst bitte hier und lässt niemanden rein, okay?"
    "Ja Papa." Eva verdrehte genervt die Augen. Tom nahm sie in den Arm. "Ich mach mir doch nur Sorgen um dich."
    Jetzt lachte Eva. "Ich weiß, aber ich komm schon klar. Und jetzt los, Semir wartet bestimmt schon." Eva winkte Tom zum Abschied und er verließ die Wohnung.


    Als Eva alleine war, holte sie sich etwas zu trinken und setzte sich auf die Couch. "Wie soll ich ihr bloß erklären, dass ich ihre Akte verloren habe?" Evas Gedanken waren wieder bei ihrer Mandantin. Sie kam zu mir, weil sie sich Hilfe erhoffte und mir vertraute. Und was mach ich? Ich lasse mir ihre Akte klauen! Eva lief im Wohnzimmer umher und dachte darüber nach, wann sie es ihr sagen würde. Fakt ist, dass sie es ihr sagen musste.



    Rückblick:


    Eva saß an ihrem Schreibtisch als es klopfte und eine junge Frau in ihr Büro trat.
    "Guten Tag. Mein Name ist Wagner." Diana Wagner reichte ihr die Hand.
    Eva bat sie an ihrem schreibtisch Platz zu nehmen. Dann setzte sie sich auch wieder. "Was kann ich für sie tun?"
    "Ja..ähm... Ich habe etwas gesehen. Es war so furchtbar." Diana fing an zu zittern.
    "Ganz ruhig. Was haben Sie gesehen?"
    "Er hat sie umgebracht! Ich habs genau gesehen! Es war letzten Donnerstag. Ich wollte für meinen Freund etwas zu essen kochen. Ich weartete auf ihn und sah aus dem Fenster. Es war ja schon dunkel und aus dem Haus gegenüber schien Licht. Ich habe gesehen, wie sie sich gestritten ahtten. Mal wieder. Ich beobachte normalerweise keine anderen Leute. Aber ich war halt neugierig. Er hat sie gewürgt und gewürgt. Und dann sackte sie zu Boden." Diana machte eine Pause. Eva schreib weiter auf ihrem Notizblock rum,sie nickte Diana zu. Diese atmete noch einmal tief ein und erzählte weiter. "Die beiden haben sich oft gestritten. Er hat sie auch oft geschlagen. Aber das er soetwas macht, hätte ich nicht gedacht. Oh Gott, es ist so furchtbar. Der Mann ist so gefährlich! Was soll ich denn jetzt machen?" Diana war verzweifelt.
    "Sie müssen zur Polizei gehen!"
    "NEIN! Auf gar keinen Fall! Der weiß doch, wo ich wohne! Der bringt mich auch um!"
    "Sie können doch eine anonyme Anzeige erstatten."
    "NEIN! Was ist, wenn er mich gesehen hat?"
    "Dann hätte er schon längst etwas unternommen."
    "Ich wohne seit dem Vorfall bei meinem Freund. Da können Sie mich auch erreichen. Ich hab jetzt auch keine Zeit mehr. Ich muss zurück zu meinem Freund."
    Eva nickte. Sie notierte sich die Adresse und die Telefonnummer von Dianas Freund.
    Diana stand auf und Eva reichte ihr die Hand. "Frau Wagner, überlegen Sie es sich nocheinmal mit der polizei. So einer darf nicht frei herumlaufen."
    "Nein Frau Sommerfeld. Ich habe Angst. Ich muss erst nocheinmal mit meinem Freund sprechen, was ich jetzt machen soll." Ich komme übermorgen nocheinmal zu Ihnen. Vielen Dank." Mit diesen Worten verabschiedete Diana Wagner sich und verließ das Büro.



    Eva lief es kalt den Rücken runter als sie an die Geschichte dachte. Sie haderte mit sich selber, aber es half nichts. Sie musste Diana Wagner informieren. Sie nahm ihr Handy und wählte die Nummer von Dianas Freund.

  • "Verdammt! Dieses Miststück hat mich wirklich gesehen!" Wütend knallte der Mann den Zettel auf den Tisch. Er lief unruhig auf und ab. Er musste sich etwas überlegen, sehr schnell überlegen. Er wollte nicht zurück in den Knast. Plötzlich klingelte sein Handy.
    "Ja?" brummte er.
    "Hey, was bist du denn so unfreundlich? Hat dich die Nachricht vielleicht etwas aus der Bahn geworfen?"
    "Shit man, was mach ich denn jetzt? Die Kleine hat mich gesehen..." Der Mann lief immernoch nervös durch den Raum und kaute an seinen Fingernägeln.
    "Mein Gott, jetzt fang nicht gleich an zu heulen..."
    "Nicht an zu heulen? Kapierst du das nicht? Man, die bringt mich zurück in den Knast, wenn die ihre Klappe auch noch bei den Bullen aufmacht!" Der Mann brüllte in den Hörer.
    "Hör auf zu schreien! Wie blöd bist du eigentlich? Jetzt überleg doch mal: WENN sie zu den Bullen rennt. Aber was ist, wenn sie nicht rennen kann?" Der Anrufer lachte in den Hörer.
    "Was meinst du damit?" Er bekam keine Antwort. Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. "Bist du bescheuert? Ich kann die doch nicht umbringen! Eine reicht doch!"
    "Klar, wenn du wieder in den knast willst, dann lass sie plappern."
    Der Mann überlegte.
    "Gut, was soll ich deiner Meinung nach machen? Ich bring auf jeden Fall niemanden mehr um!"
    "Tja, das musst du wissen. Glaub aber nicht, dass ich dich im Knast besuche.."
    "Einschüchtern muss reichen. Ich statte ihr mal einen Besuch ab." Damit legte der Mann auf.



    Tom parkte seinen Wagen direkt neben Semirs BMW an der Laube.
    "Na endlich. Ich dachte du kommst gar nicht mehr. Wolltest dich wohl nicht von Eva trennen, hm?" Semir konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
    Tom verdrehte die Augen und ging zur Laube. "Man Semir, warum bist du eigentlich immer so neidisch?"
    Er rüttelte an der Tür und staunte nicht schlecht als sich diese öffnete. "Abschließen braucht man heute auch nicht mehr."
    "Wie langweilig" stöhnte Semir. "Ich dachte wir können mal wieder ne Tür eintreten und dann steht die offen." Er ging hinter Tom in die Laube.
    "Eintreten? Warum? Gefahr in Verzug?" Tom lachte.
    "Zum Beispiel." Auch Semir musste lachen. "Die Schranke wird sich freuen."


    "Also hier ist nichts. Nur ein paar Konservendosen, Gläser..." Tom blickte sich suchend um.
    "...und eine Aktentasche." Semir hielt vorsichtig mit einem Taschentuch eine Aktntasche hoch.
    Tom kam näher. "Vielleicht ist das ja Evas. Die soll Hartmut mal unter die Lupe nehmen. Und dann bringen wir sie Eva zurück."

  • Eva griff immer wieder zum Telefon und wollte die Nummer wählen, die Diana Wagner ihr hinterlassen hatte. Aber sie konnte nicht. „Ich muss es ihr sagen. Sie hat ein Recht darauf“, dachte Eva. Sie überlegte hin und her. Schließlich knallte sie ein letztes mal den Hörer auf die Gabel, stieß einen lauten Seufzer aus. Sie atmete noch einmal tief durch. Dann wählte sie fest entschlossen die Nummer von Dianas Freund. Ihr Herz klopfte. Sie biss sich auf die Lippen, um ihre Nervosität zu unterdrücken. Ihre Hand klammerte sich so stark an den Hörer, dass die Knochen weiß hervortraten.
    „Marquardt.“ Meldete sich eine männliche Stimme.
    „Hallo Herr Marquard, hier ist Eva Sommerfeld. Könnte ich bitte Frau Wagner sprechen?“
    „Oh, Frau Sommerfeld. Tut mir leid, Diana hat sich gerade etwas hingelegt. Ihr geht es nicht so gut.“
    „Bitte Herr Marquardt, es ist sehr wichtig.“
    „Tut mir leid. Ich möchte sie jetzt nicht wecken. Seit sie diesen.... ich nenn es mal Vorfall, beobachtet hat, geht es ihr sehr schlecht. Sie hat furchtbare Albträume, kann sich auf nichts konzentrieren, isst kaum was und schläft sehr schlecht.“
    „Das tut mir leid, aber ich muss...“ Eva trommelte nervös mit ihren Fingern auf der Couchlehne.
    „Frau Sommerfeld, ich habe mich doch deutlich ausgedrückt, oder? Außerdem sind Sie ja nicht ganz unschuldig an ihrem Zustand.“
    Eva konnte nicht glauben, was sie da hörte.
    „Bitte was? Ich bin schuld?“
    „Natürlich. Wie konnte Sie ihr raten zur Polizei zu gehen? Sie wollte erst einmal mit einem Anwalt über die Sache sprechen. Und Sie wollen sie gleich zur Polizei abschieben.“
    „Herr Marquardt, ich schiebe sie nicht ab. Aber es ist besser für sie, wenn sie zur Polizei gehen würde. Die können sie beschützen.“
    „Beschützen? Und wie? Wollen die Diana auf Schritt und Tritt verfolgen? Nein, darauf haben wir beide keine Lust, vor allem Diana nicht. Wir wollen morgen für ein paar Tage wegfahren und hoffen, dass sich bis zu unserer Rückkehr die Lage ein bisschen beruhigt hat.“
    „Herr Marquardt, seien Sie doch vernünftig...“
    „Ich bin vernünftig, Frau Sommerfeld. Schönen Tag noch.“ Damit legte David Marquardt auf.
    „Hallo? Herr Marquardt?“ Eva seufzte und legte ebenfalls auf.



    „Hey Hartmut, wir haben hier was für dich.“ Tom hielt Hartmut die Aktentasche vor die Nase.
    „Was soll ich denn damit?“
    „Och Hartmut. Du könntest ja ein paar Aufkleber draufkleben.“
    „Sehr witzig Semir, sehr witzig.“ Hartmut nahm Tom die Tasche aus der Hand.
    „Das ist Evas Aktentasche. Du weißt schon, die Frau die überfallen wurde...“
    „Jaja Tom, ich weiß, deine Freundin, die nicht deine Freundin ist.“
    „Genau die. Sieh mal zu, dass du was findest, was uns weiterhelfen könnte.“
    „Klar, ich kann ja auch hexen.“
    „Ach Hartmut, du machst das schon“ grinste Semir und klopfte Hartmut dabei aufmunternd auf die Schulter.
    Auch Tom konnte sich ein schmunzeln nicht verkneifen. „Komm Semir, wir lassen den Meister jetzt ersteinmal in Ruhe.“ Damit drehte Tom und Semir sich um und wollten die KTU verlassen. Kurz vor der Tür drehte Tom sich noch einmal um. „Ach und Hartmut, untersteh dich die Akten zu lesen. Nur Spuren sichern, nicht durchlesen.“
    „Schade, und ich dachte, ich kann jetzt erstmal eine schöne Schmökerstunde einlegen.“ Hartmut machte sich augenrollend an die Arbeit.

  • So, ein kleiner Teil kommt heute noch. Und denkt an die Feeds ;) :baby:



    Eva musste sich beruhigen. „Was bildet der sich eigentlich ein?“ Sie fluchte laut über David Marquardt. Wütend knallte sie das dreckige Geschirr in die Spüle. „ich will ihr doch nur helfen. Und jetzt bin ich noch Schuld, dass seine Freundin ihre Nachbarn beobachtet?! Tz, der spinnt doch!“ Eva nahm ein dreckiges Glas und wollte es ebenfalls in die Spüle werfen. Plötzlich klingelte ihr Handy. Sie stellte das Glas an die Seite und zog ihr Handy aus der Hosentasche.
    „Sommerfeld?“
    „Hallo Frau Sommerfeld, Diana Wagner hier. Sie wollten mich sprechen?“
    Eva schluckte. „Hallo Frau Wagner. Ja, es gibt da etwas, was Sie wissen sollten.“ Sie stockte.
    „Ich höre?“ Diana klang hörbar unruhig.
    „Frau Wagner, gestern abend, da....ich....ich wurde überfallen...“
    „Oh, das tut mir leid, aber was habe ich damit zu tun?“
    „Dabei wurde meine Aktentasche gestohlen. In dieser Aktentasche befanden sich meine Notizen über unser Gespräch. Ich habe alles mitgeschrieben, was Sie mir erzählt haben.“
    „WAS?????“ Dianas Stimmer überschlug sich. David sprang alarmiert vom Sessel hoch und stellte sich hinter seine Freundin, um mithören zu können.
    „Frau Wagner... es...es tut mir leid.“
    „Es tut Ihnen leid?! Unser vertrauliches Gespräch ist jetzt für irgendeinen Idioten schwarz auf weiß nachzulesen! Und Sie sagen, es tut Ihnen leid?“ Diana war ganz hysterisch. David legte beruhigend seine Hand auf ihren Arm.
    „Frau Wagner, bitte. Ich weiß, dass es nicht zu entschuldigen ist, aber...“
    „Wieso fahren Sie eigentlich ihre Notizen durch die Gegend?“
    „Ich wollte sie mir zuhause noch einmal durchlesen und...“
    „Ach, das interessiert mich doch gar nicht, was Sie mit Ihren Notizen vorhatten!“ Es klingelte an der Tür. David ging zur Haustür und öffnete sie.
    „Frau Sommerfeld, das wird Konsequenzen haben, das schwöre ich Ihnen! Sie haben mein Vertrauen miss...“ Diana erstarrte und ließ den Hörer fallen. „Oh mein Gott!“ Vor ihr stand ein maskierter Mann, der ihren Freund mit einer Waffe bedrohte.
    „Frau Wagner? Was ist los?“ Eva wurde unruhig. Irgendetwas stimmt da nicht.
    „So du kleine Schlampe, du wirst mich jetzt begleiten.“ Hörte Eva eine kalte Männerstimme.
    „Lassen Sie Diana in Ruhe!“ schrie David und erntete einen festen Faustschlag in den Magen. Er schrie kurz auf und hielt sich die Hände vor Schmerzen vor den Bauch. „Schnauze!“ schrie der maskierte Mann. Er stieß David zu Boden und trat ihm mehrmals in die Magengegend. David verzog das Gesicht und krümmte sich vor Schmerzen auf dem Boden.
    „Hören Sie auf!“ schrie Diana mit tränenerstickter Stimme.
    „Schnauze! Sonst muss ich dir auch wehtun!“ zischte der Mann kalt. Er gab David noch einen festen schlag mit seiner Waffe auf den Hinterkopf. David schrie laut auf und sackte dann bewusstlos zusammen.
    „Nein!“ Diana schlug die Hände vor den Mund. Tränen liefen ihr übers Gesicht.
    „Jetzt komm mit!“ Der Mann packte Diana brutal am Arm und zog sie aus der Wohnung. Sie schrie. „Nein! Bitte nicht! Nein! Nein!“ Diana wehrte ich, trat und schlug um sich. Aber gegen den großen Mann hatte sie keine Chance. Sie weinte. „Schnauze hab ich gesagt!“ brüllte der Mann. Dann fiel die Tür ins Schloss. Nun herrschte Stille am anderen Ende der Leitung. Eva atmete tief durch und schloss für einen Moment die Augen. Sie setzte sich wieder auf die Couch. „Oh mein Gott.“ Sie war völlig geschockt. Sie war im Moment unfähig einen klaren Gedanken zu bekommen. Plötzlich klingelte ihr Handy erneut und riss sie aus ihrer Trance.
    „Ja?“ meldete sie sich leise.
    „Hey Eva, ich bin’s Tom. Ich glaube, ich höre gleich einen Freudenschrei von dir.“
    „ja?“ wiederholte Eva nur, genauso leise wie vorher.
    „Eva? Alles ok bei dir?“ Tom warf Semir, der direkt neben ihm stand einen besorgten Blick zu.
    „Ja. Nein“ antwortete Eva. „Tom, meine Mandantin ist überfallen worden!“
    „WAS?“ Tom traute seinen Ohren nicht. „Hör zu, bleib wo du bist. Wir kommen zu dir.“ Tom legte auf und sah Semir mit großen Augen an.
    „Hey Tom, was ist los? Was ist mit Eva?”
    “Wir müssen in meine Wohnung. Schnell! Ihre Mandantin ist überfallen worden.“ Tom rannte zu seinem Wagen.
    „WAS?“ Semir rannte ebenfalls zum CLK.