Der Serienkiller

  • Huhu :baby:


    Elvira und ich waren fleissig und haben was für euch :-)


    Viel Spaß


    Der Rastplatz an der A4 war dunkel und verlassen.Ein einsames Auto parkte am Waldrand, als die junge Frau mit ihrem Volvo ankam.Sie wollte nur schnell ihren Hund mal rauslassen, der die letzten Minuten im Auto schon Theater gemacht hatte,...
    Sie hielt an und ließ den kleinen Terrier raus, der sich auch sofort schnell in die Büsche schlug.
    Sie lehnte sich an ihren Wagen und dachte nach, bis München war noch ein weiter Weg und müde war sie auch.
    In Gedanken versunken erschrak sie, als Cleo anfing wie ein Irrer zu bellen und zu knurren. Der Hund war nicht zu sehen, doch dafür umso lauter zu hören. Vorsichtig ging sie dem Krach nach und plötzlich stockte ihr der Atem.

  • Vor ihr im Gebüsch lag ein nackter Frauenkörper. Cleo bellte wie wild. "Cleo. Ruhig!" sagte Simone. Sie beugte sich vorsichtig zu dem Körper, doch berühren wollte sie ihn nicht. Schnell griff sie zum Handy und rief die Polizei an.
    "Autobahnpolizei, Schubert." Hörte sie am anderen Ende.
    "Simone Schnepfler hier. Ich befinde mich auf dem Rastplatz KM 45 an der A4. Mein Hund hat eine Leiche gefunden."
    "Eine Leiche?"
    "Ja eine Frauenleiche."
    "Ich schicke Ihnen umgehend Beamte.
    Bitte berühren Sie nichts und bleiben Sie dort bis die Beamten eintreffen."
    "Ja werde ich tun." Simone beendete das Gespräch. Nun konnte sie nur warten. Sie legte CLeo an die Leine, damit der Hund nichts an der Leiche veränderte.

  • extra für unser Geburtstagskind :-)



    10 Minuten später trafen Semir und Tom am Tatort ein. Im Schlepptau bereits die Kollegen der KTU. Semir nahm die Personalien von Simone Schnepfler auf, während Tom sich den Tatort näher betrachtete. Die Leiche lag fast komplett unter Laub und sah auf den ersten Blick schon ziemlich übel zugerichtet aus. Die KTU Leute bauten ihre Scheinwerfer auf und jetzt sah man erst wie grausam die Frau zugerichtet worden war.


    "Wann waren Sie hier am Rastplatz und wann haben Sie die Tote gefunden?" wollte Semir wissen. Simone sah ihn an. "Ich bin so gegen 19.00 Uhr auf den Rastplatz gefahren, weil Cleo mal gassi musste. Dann ist sie mir in den Wald gelaufen und ich hinterher. Und da hab ich sie dann gefunden. Bei der Toten Frau. Gott wie grausam." Semir nickte. "Haben Sie sonst noch jemanden gesehen, als Sie ankamen. Vielleicht ist jemand weg gefahren, oder im Wald?" Simone schüttelte den Kopf. "Nein niemand."

  • Tom sah Wegener an. "Und?" fragte er nur. Wegener schüttelte den Kopf. "Die Frau ist mindestens seit 24 Stunden tot. Wahrscheinlich eher länger. Das Genick ist gebrochen, sie wurde außerdem wie du siehst ziemlich gefoltert. Ich vermute sogar, dass sie vergewaltigt wurde, aber genau kann ich es erst nach der Autopsie sagen. Ansonsten, lässt es sich vermuten ist hier auch der Tatort. Wir haben verschiedene Spuren gefunden. Hast Heute Nachmittag den Bericht auf dem Tisch." Tom nickte und ging zu Semir.


    "Und ? wie weit seid ihr?"
    "Das ist mein Kollege Kranich", zeugte Semir auf Tom.
    "Tja, nichts weiter. ich vermute mal, dass der PKW da vorne dem Opfer gehört. Das war der einzige Wagen den Frau Schnepfler gesehen hat als sie angekommen ist auf dem Rastplatz.
    "Was hast du?"
    "Erzähl ich dir später. Ich schau mir mal den Wagen an."
    "Kann ich jetzt gehen?"
    Simone war müde und wollte nur noch weg von diesem grausamen Ort. "Tja, es wäre nett, wenn sie ihre Aussage auf dem Revier unterschreiben könnten. Wann sind sie wieder in Köln?"
    "Tja, ich wollte nach München zu meiner Schwester, aber kann auch noch eine Nacht hier bleiben und komme dann morgen früh zu ihnen. Kein Problem."

  • Semir nickte. "Dann sehen wir uns morgen auf dem Revier. Hier ist meine Karte, falls was dazwischen kommt, können Sie mich anrufen." Simone nickte und dann stieg sie in ihr Auto und fuhr ab. Tom sah Semir an. "Ne hübsche, findest du nicht auch?" Semir nickte. "Ja der Hund gefiel mir sofort." Tom lachte. "Ich meine die Frau." "Ja ist schon klar. Aber ich bin verheiratet." "Hätte ich jetzt fast vergessen. Na dann habe ich wenigstens keinen Konkurrenten. Das Kennzeichen hab ich Petra durchgegeben, sie ermittelt den Halter. aber die Frau, Semir, ganz übel. Das konnte ich der Zeugin nicht erzählen. Der Bericht der KTU liegt morgen auf unserem Tisch, aber sie sind sich fast sicher, dass es hier im Wald passiert ist."
    "Tom??"Petras Stimme kam über Funk."ja?"
    "Der Wagen gehört einer Gudrun Wagenfeld. Wohnhaft in der Schnitzlergasse 4"
    "Danke Petra" Tom schaute auf die Uhr. "Wird ne lange Nacht, Partner. lass und da mal hinfahren."

  • Semir nickte. „Dann sehen wir uns morgen auf dem Revier. Hier ist meine Karte, falls was dazwischen kommt, können Sie mich anrufen.“ Simone nickte und dann stieg sie in ihr Auto und fuhr ab. Tom sah Semir an. „Ne hübsche, findest du nicht auch?“ Semir nickte. „Ja der Hund gefiel mir sofort.“ Tom lachte. „Ich meine die Frau.“ „Ja ist schon klar. Aber ich bin verheiratet.“ „Hätte ich jetzt fast vergessen. Na dann habe ich wenigstens keinen Konkurrenten. Das Kennzeichen hab ich Petra durchgegeben, sie ermittelt den ´Halter. aber die Frau, Semir, ganz übel. Das konnte ich der Zeugin nicht erzählen. Der Bericht der KTU liegt morgen auf unserem Tisch, aber sie sind sich fast sicher, dass es hier im Wald passiert ist.“ „Tom?“ Petras Stimme kam über Funk.“ja?“ „Der Wagen gehört einer Gudrun Wagenfeld. Wohnhaft in der Schnitzlergasse 4“ „Danke Petra“ Tom schaute auf die Uhr. „Wird ne lange Nacht, Partner. lass und da mal hinfahren.“


    Semir nickte. „Na dann wollen wir mal.“ Meinte er nur und fuhr zügig zu der angegebenen Adresse. Nur eine dreiviertel Stunde später standen sie vor einem Ein-Familien-Haus. „Hmm, bist du sicher, das die Adresse stimmt?“ Tom nickte. „Ja Petra hat genau diese Adresse genannt. Na dann komm, Partner.“ Sie stiegen aus und gingen auf die Tür zu.


    An der Klingel stand Wagenfeld, sie waren also richtig. Solche Augenblicke waren die schwersten in ihrem Job. Sie wussten nicht was sie hinter dieser Türe erwartete, doch mit Sicherheit waren es Angehörige, die aus ihrem bisherigen Leben gerissen wurden durch die Nachricht, die sie nun überbringen mussten.


    Ein kleines Mädchen von ungefähr neun Jahren öffnete die Tür. Sie sah die Männer an. „Hallo“, sagte Semir. „Kann ich mal den Papa sprechen, oder die Mama?“ fragte er. Die Kleine nickte und rannte in die Wohnung. Nur kurz danach stand ein korpulenter Mann vor ihnen. Sie stellten sich vor und der Mann ließ sie in die Wohnung. „Was hat die Polizei mit Gudrun zu tun?“ fragte er als sie im Wohnzimmer saßen. „Herr Wagenfeld, wir müssen leider befürchten das Gudrun… nun…“ Semir wurde unterbrochen, von einer Frau die die Wohnung betrat. Günter Wagenfeld sah auf. „Maria, das sind zwei Herren von der Polizei. Es geht um unsere missratene Tochter Gudrun.“ Semir nickte kurz. „Herr Wagenfeld, wir haben heute eine Frauenleiche am Rastplatz gefunden, der Wagen Ihrer Tochter stand dort. Wir müssen leider befürchten, das es Ihre Tochter ist, die…“ Nun sah der Mann sie an. „Gudrun? Tot?“ fragte er tonlos. Semir nickte, „Es ist nicht auszuschließen. Sie müssten sie identifizieren.“ Günther nickte. „Mein Gott.“ Er nahm seine Frau in die Arme.

  • Niemand sagte ein Wort und Maria Wagenfeld fing an zu weinen. „Das kann nicht sein, sie .... nein.....“ Der Vater nahm das kleine Mädchen an der Hand und ging mit ihr raus. „Sie muss ja nicht dabei sein, oder? Ich bring Lilly mal ins Bett.“ Tom und Semir setzte sich zu der Frau.
    Sie schluchzte und sah die beiden fragend an: „wann haben sie sie gefunden? Sie war doch heute Mittag noch kurz bei mir. Das ist doch alles nicht wahr.“


    Semir sah sie an. „Wir wissen es nicht genau. Aber wenn sie heute Mittag bei Ihnen war, dann können wir nur ausschließen dass es Ihre Tochter nicht ist, wenn Sie die Tote gesehen haben. Ich weiß es ist sehr schwer, aber es gibt Ihnen dann Gewissheit.“ Maria nickte. Ihr Mann kam zurück. „Ich hab Laura von nebenan Bescheid gegeben. Sie kümmert sich um Lilly. Lassen Sie uns fahren.“ Semir nickte und sie erhoben sich.


    In der Gerichtsmedizin mussten sie nur kurz warten. Semir kam mit dem Pathologen aus dem Zimmer. „Sie können jetzt. Frau Wagenfeld, wenn sie lieber draußen bleiben möchten, ihr Mann kann das auch alleine...“ „Nein, ich möchte selbst. Es geht schon.“ Sie schob das Tuch vom Kopf der toten Frau und brach zusammen. Ihr Mann konnte sie grad noch auffangen.


    Semir sah ihn an. Der Mann nickte. Semir gab dem Gerichtsmediziner ein Zeichen und dieser deckte den toten Körper wieder ab. Marie weinte hemmungslos. Auch ihr Mann hatte Tränen in den Augen, doch er beherrschte sich. „Sie ist es.“ sagte er nur. Nun kümmerte sich der Arzt, den Tom gerufen hatte um Marie. Günther sah Semir scharf an. „Finden Sie den Mistkerl, der das getan hat.“ Semir nickte. „Wir werden alles daran setzen, das verspreche ich Ihnen.“ Günther nickte. „Und wenn Sie ihn dann haben, geben Sie mir ein paar Minuten mit ihm allein.“ Doch Semir antwortete nicht. Er kannte diese Rachegefühle, sie waren immer wieder gleich.

  • Das Ehepaar Wagenfeld wurde von einer Streife nach Hause gefahren, während Semir und Tom in der PAST auf den Bericht der KTU warteten. „Also irgendwann nach Mittag, wo sie bei ihrer Mutter war und zur Tatzeit, muss sie auf den Rastplatz gefahren sein. Sollten wir doch mit Hilfe einer Zeitungsanzeige mal versuchen Zeugen dafür zu finden.“ Semir setzte ein kurzes Fax an die lokale Presse auf.


    Aber Wegener sagte mir, dass die Tote mindestens schon seit 24 Stunden tot ist. Wenn aber die Frau noch bei ihren Eltern war, dann…“ „… sie entweder nicht die Tochter oder die Mutter irrt sich was die Zeit angeht.“ beendete Semir den Gedanken. Tom nickte. „Genau.“ „Ich glaube nicht, dass die Mutter sich irrt. Zumindest was die Zeit angeht. Vielleicht irrt sich Wegener.“ „Das kann natürlich auch sein. Warten wir bis der Bericht kommt.“ Semir stimmte zu.


    Kurz nach Mitternacht kam der Bericht der KTU rein und Wegener bestimmte die Todeszeit auf mind. 24 Stunden früher. „Tja, was machen wir jetzt?“ Tom legte müde den Bericht zur Seite. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mutter sich um 1 Tag vertan hat, oder doch? Im Schock vielleicht.“ Semir nickte. „Eine Erklärung wird es sicher geben. Fragen wir sie nachher mal, aber jetzt brauch ich ne Mütze Schlaf.“

  • Am nächsten Morgen fuhren sie erneut zu den Wagenfelds. Günther öffnete ihnen die Tür. „Ach Sie sind es.“ meinte er und bat die beiden herein. „Herr Wagenfeld könnte ich Sie vielleicht mal kurz allein sprechen?“ fragte Semir ihn. Günther nickte. „Ja kein Problem. Meine Frau ist gerade mit Lilly einkaufen.“ „Sagen Sie. Ihr Frau hatte mir gestern gesagt, dass Gudrun am Mittag noch bei Ihnen war. Aber nach der Untersuchung war Gudrun schon 24 Stunden tot. Können Sie mir das erklären?“ Günther nickte. „Ja kann ich. Meine Frau leidet an Gedächtnisschwund. Eine frühe Stufe der Alzheimersche Krankheit. Sie verwechselt die Tage. Gudrun war schon seit zwei Tagen nicht mehr bei uns.“ „Das erklärt einiges, danke Herr Wagenfeld und entschuldigen sie bitte, dass wir so direkt nachgefragt haben.“ Semir drehte sich um. “Wir werden sie auf dem Laufenden halten über die Ermittlungen.“ Im Wagen ging das Funkgerät. Tom, Semir. meldet euch. Petra klang dringend. „Ja, was ist Petra“, Tom griff zum Mikro. „Es tut mir leid, aber ich hab Arbeit für euch. Am Rastplatz Olpe hat soeben ein Wanderer im Waldstück eine Leiche entdeckt. KTU ist schon unterwegs. Okay, wir auch, danke Petra.“ Tom sah Semir an.
    „Denkst du, was ich denke?“ Semir sah ihn an. „Ich denke schon, aber ich hoffe wir irren uns.“ „Ja das hoffe ich auch. Gut sehen wir uns das mal an.“ Semir gab Gas. Nur zehn Minuten später waren sie am Tatort. Wegener war ebenfalls vor Ort. „Und?“ fragte Semir. „Ach hallo. Tja. Die Frau ist ungefähr 19 Jahre. Missbraucht, vermutlich. Aber auf jeden Fall misshandelt. Sie wurde erwürgt. Vor ungefähr 20 Stunden. Bestimmt nicht länger. Wenn ich die Leichenflecke betrachte…“ „Ja, ja schon gut. Ich brauche den Bericht.“ Wegener nickte. „So schnell wie möglich schon klar.“ „Hat sie einen Ausweis dabei?“ Wegener suchte vorsichtig die Taschen ab. „Ja hier. Tom nahm das kleine Ledermäppchen an sich. „Julia Klein“, las er. wohnhaft laut Ausweis im Leanderweg 9. „Puh, wie ich das hasse.
    Semir, ich hoffe wir haben beide Unrecht mit unserer Vermutung. Und das ist ein ganz dummer Zufall hier. obwohl die beiden Tatorte nur wenige Kilometer auseinander liegen.

  • Semir stand auf. „Ja ich wünsche mir auch. Obwohl wenn es hier…“ „Nein Semir. Denke gar nicht erst weiter.“ stöhnte Tom. Semir lächelte gequält. „Gut dann fahren wir mal zu den Angehörigen.“ Doch im Leanderweg 9 trafen sie niemanden an. Mitbewohner der jungen Frau sagten, sie lebe dort allen und hätte selten Besuch. „ Fahren wir zur Dienststelle und versuchen etwas über Angehörige herauszubekommen.“ Dort angekommen meldete sich bereits Wegener am Telefon. „Tom, der bericht kommt gleich. Aber ich kann euch schon sagen, dass die Vorgehensweise bei beiden Morden identisch ist. Die gleichen Verletzungen und möglicherweise auch die gleiche Tatwaffe. da bin ich dran.“


    „Tatwaffe? Sagtest du nicht sie ist erwürgt worden?“ „Ja mit einem Seil oder Krawatte. Bin mir noch nicht ganz sicher. Aber auf jeden Fall gleiche Vorgehensweise.“ Tom legte auf und erzählte Semir von dem was er von Wegener erfahren hatte. Semir stöhnte auf. „Also doch ein Serientäter.“ Tom nickte. „Ja scheint so.“ Dann sollten wir mal versuchen ein Täterbild zu erstellen und die Chefin informieren. Sie gingen zu ihr ins Büro. „Chefin“, fing Semir an. „Wir haben leider ein heikles Problem.“ Er gab Stichpunktartig die Fakten wieder.


    Anna sah ihn an. „Das scheint also ein Serientäter zu sein? Was wissen wir?“ Semir zuckte mit den Schultern. „Leider nicht viel. Die beiden Frauen sind auf gleicher Weise umgekommen, vergewaltigt und brutal misshandelt worden. Vom Täter gibt es keine Spur. Sperma wurde nicht gefunden. Wahrscheinlich benutzt er Kondome.“ Anna nickte. „Ja und die wird er dann sicher irgendwie entsorgen, aber da gibt es tausend Möglichkeiten. Was ist mit Zeugen?“ „Wir haben eine Anzeige in der Zeitung geschaltet und können nur hoffen, dass sich jemand darauf meldet.“ „Momentan versuchen wir vom 2. Opfer Angehörige ausfindig zu machen. Bislang konnten wir zwischen den beiden Frauen keine Verbindung herstellen, außer dem Alter. Es werden aber ab sofort die Rastplätze der Umgebung verstärkt bewacht und Streife gefahren. Das ist bislang leider alles.“ Anna nickte. „Dann sind wenigstens weitere Taten gänzlich ausgeschlossen. Hoffe ich jedenfalls.“ Semir nickte. „Ja wir auch. Allerdings…“ Anna sah ihn an. „Ja?“ „Ich befürchte, dass er sich dadurch nicht aufhalten lässt.“


    Der Drang war wieder da. Er zitterte. Er hatte versucht zu schlafen, doch es ging nicht. Er musste raus und sich ein neues Opfer suchen.

  • Jennifer Berg war gerade 19 Jahre alt geworden und hatte von ihrem Vater ein Auto bekommen. Nun war sie damit auf der Autobahn unterwegs. Die A4 war sehr leer. Jennifer fuhr auf den Parkplatz. Obwohl es schon sehr dunkel war, wollte sie sich noch etwas die Beine vertreten, bevor sie nach Hause fuhr. Sie hielt an und stieg aus. Der Mann, der sie beobachtete fiel ihr nicht auf. Langsam schlich er auf sie zu.


    Ein Geräusch ließ sie zusammenzucken und als sie sich umdrehte blickte sie in ein verzerrtes Gesicht. Sie trat zu und lief los. So schnell sie konnte. Der Mann lief hinter ihr her. „Blieb stehen Süße, ich bekomm dich doch...“ Jennifer rannte um ihr Leben und tat das einzig Richtige, sie rannte auf die Autobahn. Irgendjemand musste sie doch sehen...


    Hotte und Dieter waren gerade auf der A4 unterwegs und Dieter stieg auf einmal so hart in die Bremsen, das Hotte total erschrak. „Sag mal, spinnst du jetzt völlig, oder was?“ schimpfte er. Dieter sprang schon aus dem Wagen, kaum das er stand. Hotte sah ihn nach und sah das junge Mädchen, das vor dem Auto stand. Nun stieg auch er aus. „Hallo? Was ist denn los? Sie können doch nicht einfach so auf die Autobahn laufen.“ Hörte er Dieter mit dem Mädchen reden. „Der Mann, er verfolgt mich. Ich hab Angst.“
    Sie zitterte am ganzen Leib. „Jetzt mal langsam, was ist passiert?“ „Ein Mann ist hinter mir her, er wollte mich da hinten auf dem Rastplatz überfallen.“ Hotte griff zum Funk: „Cobra 11? Tom, Semir? ich glaub euer Serientäter wollte hier grad zuschlagen. Wir haben eine junge Frau aufgefangen, die verfolgt wurde. Wir sind am Rastplatz an der A4 in Höhe von Olpe.
    Semir griff zum Funk: wir sind sofort unterwegs.“


    Semir und Tom fuhren sofort los. Als sie am Rastplatz ankamen, sahen sie das Mädchen bei Hotte und Dieter. Sie gingen zu ihnen. „Sind Sie okay?“ fragte Semir und das Mädchen nickte. „Wie heißen Sie?“ „Jennifer. Jennifer Berg.“ antwortete sie. Hotte hielt sie im Arm und tröstete sie. Tom ging zu ihr und berührte sie nur kurz. Doch sie zuckte zusammen. Irritiert sah er zu Semir, der nur mit den Schultern zuckte.

  • „Bringt ihr sie zur Dienststelle? Semir und ich sehen uns hier mal um. Können Sie uns sagen, von wo der Mann kam?“ Die junge Frau schüttelte den Kopf. „ich nehme an, er kam aus dem Wald, bin mir aber nicht sicher. Bitte bringen sie mich hier weg.“ Tom und Semir gingen auf den Rastplatz und schauten sich um, dass er sich dadurch nicht aufhalten lässt.“


    Bis auf dem Wagen, von dem Mädchen war der Parkplatz verlassen. „Wir sollten mal in den Wald gehen.“ meinte Semir. Tom nickte. „Ja sollten wir, aber heute bringt das nichts mehr. Ist schon zu dunkel.“ Semir nickte. Doch dann hörte er ein Geräusch. „Pst, sei mal leise. ich glaub da war was. Hast du das knacken gehört?“ Semir ging langsam weiter und holte seine Waffe raus. Tom ging mit gezogener Waffe etwas neben Semir weiter.
    „Das kam von weiter im Wald, da ist doch was.“ Er nickte und gab Tom ein Zeichen, dass sie sich weiter trennen mussten. Sie vergrößerten ihren Abstand zueinander und gingen leise weiter.


    Der Unbekannte sah die beiden Männer den Wald betreten. Schade, mit der Kleinen hat es nicht geklappt, dachte er. Doch warum muss es unbedingt ein Mädchen sein. Der Kleinere von den beiden tut es auch. Dachte er weiter und brachte sich in Position. Der kleine Mann schlich an ihn vorbei. Der Mann zog sein Seil aus der Tasche und hielt es mit beiden Händen fest.

  • Semir tat einen Schritt nach vorne und wurde völlig überrascht von dem Mann. Er legte ihm das Seil um den Hals und drückt zu. Semir röchelte und versuchte sich zu wehren, doch der Mann war mehr als 2 Kopf größer als er. Ein Schlag auf den Hinterkopf und Stoß gegen den Baum bescherte ihm eine Reise ins Land der Träume.


    „SEMIR!“ rief Tom. Doch er bekam keine Antwort. „SEMIR!“ rief er erneut. Wieder nichts. Er ging in die Richtung, wo er ihn vermutete. Doch er fand keinen.


    Der Mann sah auf den Mann, der ihm nun zu Füßen lag. Irgendwie machte es bei Frauen mehr Spaß, dachte er. Doch er wollte sein Opfer leiden lassen. Und dieser Mann kann sicher mehr ab, als eine zierliche kleine Frau. Er zog den reglosen Körper hoch und trug ihn weg.


    Verdammt, das konnte doch nicht wahr sein. Eben war er noch da und nun?


    Tom lief zum Wagen und suchte eine Taschenlampe. Aber auch mit der konnte er keine Spur von Semir finden. Er hörte nur etwas weiter weg ein Motorgeräusch.


    Semir kam zu sich und sah sich irritiert um. Wo war er. Es fühlte sich an wie ein Kofferraum. Er tastete um sich. Nein kein Kofferraum. Dafür war dieser Raum zu groß. Aber wo war er dann? Er teste wie weit er sich aufsetzen konnte. Dann erinnerte er sich, was passiert war. Er und Tom waren im Wald weil sie ein Geräusch gehört hatten. Sie hatten sich getrennt und dann spürte er etwas um den Hals, bekam keine Luft und dann…Filmriss.


    Tom gab die Suche auf. Er ging zurück zum Wagen. Er fuhr zurück zur PAST und eilte in Engelhardts Büro. “Chefin, Semir ist verschwunden.“ „Er ist was?“ die Chefin stand auf. „wie bitte ist das passiert?“ „Die junge Frau, die Bonrath vors Autogelaufen ist, am Rastplatz. Im Wald war ein Geräusch, wir sind hinterher und weg war er. Ich habe nur noch ein Autogeräusch gehört und das war’s.“


    „HEY!“ schrie Semir und klopfte gegen die was er glaubte die Wand war. Nichts keine Antwort. Semir trat gegen die Wände. Dann als er eigentlich aufgeben wollte, barste eine Wand. Semir trat erneut dagegen und sie brach auseinander. Er kroch vorsichtig heraus. Es war eine Holzkiste, in der er gelegen hatte. Er sah sich in dem Raum um, wo er sich befand. Es schien ein Keller zu sein. Langsam ging er die Treppe nach oben. Vor der Tür blieb er kurz stehen und horchte. Nichts. Alles war still. Semir sah auf die Uhr. 23.00 Uhr. Er öffnete leise die Tür und verließ den Keller.

  • Oben an der Kellertreppe angekommen stand eine Türe offen. Durch die Türe drang ein Schimmer. Semir ging leise weiter, doch wurde plötzlich von einer starken Hand zurückgeschleudert. „Wir wollten uns doch nicht aus dem Staub machen? Bulle? ich bin noch nicht fertig mit dir. Ihr habt mir meinen Spaß verdorben, dafür wirst du jetzt eine Runde leiden müssen.“ Er fesselte Semir an einen Stützpfeiler mitten im Raum. Sie schienen sich in einer Bauruine zu befinden, wer weiss wo.


    „Was soll das! Binden Sie mich los, verdammt noch mal.“ schrie Semir den Mann an und dann stöhnte er kurz auf, weil der Mann das Seil um die Handgelenke sehr fest zog. „Du wirst mein nächstes Opfer sein. Aber anders als die anderen.“ lachte der Mann irre. „Sie sind ja wahnsinnig. Geben Sie auf, wir bekommen Sie ohnehin.“ Der Mann zog Klebeband aus der Tasche und verklebte Semir den Mund. „Ich will nicht, das meine Nachbarn aufmerksam werden, also halt die Klappe.“


    Er nahm Semirs Ausweis aus der Tasche und ließ ihn einfach zurück. Semir saß im Dunkeln.


    Der Mann stieg in sein Auto und fuhr los. Vor einem der 24 stunden geöffneten Fitnessstudios hielt er an. Auf dem Parkplatz suchte er sein neues Opfer. Das ließ auch nicht lange auf sich warten.


    Astrid Pleitner verließ das Fitnessstudio und verabschiedete sich von den Freundinnen. Sie ging zur Bushaltestelle und wartete auf den Bus. Doch dieser schien sich zu verspäten. „Verdammt, ausgerechnet heute.“ schimpfte sie laut. Ein Wagen hielt an. Der Fahrer drehte die Scheibe runter. „hallo Schöne Frau. Ist aber sehr gefährlich hier allein an der Haltestelle zu warten.“ Astrid sah den Mann an. Die Augen waren warm und strahlten Geborgenheit aus. „Ja und ausgerechnet heute kommt der Bus zu spät.“ „Dann schlage ich vor, ich fahre Sie schnell nach Hause.“ „Ich weiß nicht.“ „Na kommen Sie, ich bin harmlos. Wirklich. Ich werde Sie nur fahren. Nicht das Ihnen noch was passiert.“ Astrid überlegte kurz dann stieg sie ein. Irgendetwas an diesem Mann machte ihr klar, das keine Gefahr drohte. Nach dem sie eingestiegen war fuhr der Mann los. Doch Astrid merkte schnell, dass sie sich irrte. Der Mann fuhr einen Parkplatz an und dann schlug er ohne Vorwarnung zu. Er traf Astrid so heftig an den Kopf, das sie bewusstlos auf dem Sitz zusammen sackte. Dann legte er ihr das Seil um den Hals und zog es zu. Das Leben wich aus ihrem Körper. Danach fuhr er in den Wald, legte die Leiche ab, verging sich an ihr und warf verächtlich Semirs Ausweis daneben.

  • Tom lag mit dem Kopf auf dem Schreibtisch und schlief. Er hatte die Nacht über kein Auge zugemacht und versucht eine Verbindung zwischen den beiden Opfern zu finden. irgendwann hatten ihn der Schlaf und die Sorge um Semir übermannt. Er schreckte hoch, als Hotte ihn ansprach. „Tom. Wach auf. Du hast ne neue Leiche“ Mit einem Schlag war Tom hellwach.
    „Hier, “ Hotte reichte ihm den Zettel. “Okay, ich fahr los. Gib mir bitte Bescheid, wenn ihr etwas von Semir hört.“ Am Tatort war bereits die KTU und einer von ihnen kam ihm mit etwas in der Hand entgegen. „Tom, tut mir leid, aber den hier haben wir bei der Leiche gefunden. Es war Semirs Dienstausweis.


    Der Mann kam zu Semir in den Keller. Semir sah ihm entgegen. „So und nun werden wir uns beide unterhalten.“ lachte der Mann und Semir ahnte schon das die Unterhaltung sicher nicht angenehm sein wird. Er beobachtete den Mann wie er aus einem alten Schrank im Keller etwas holte. Er sah nicht genau was es war, aber als der Mann näher kam, sah er was es war. Ein Elektroschocker. Der Mann testete das Gerät kurz und grinste Semir dann an. „Weißt du wenn du und deine Kollegen die Kleine nicht gerettet hätten, dann wäre sie jetzt mein Spielzeug und nicht du. Bei dir macht es mir nicht so richtig Spaß. Da war der Sex eben mit der Toten Astrid viel besser.“ Er lachte und setzte Semir den Elektroschocker an den Arm. Dann drückte er den Knopf. Semir schrie auf, doch durch das Klebeband war der Schrei erstickt. Der Mann lachte und setzte das Gerät wieder an. Semir stöhnte nur noch durch seinen Klebeverband auf dem Mund. Nach weiteren 10 Minuten Quälerei ließ der Mann von ihm ab und ging.


    Tom hielt den Ausweis in der Hand. Jetzt hatte er den traurigen Beweis, dass der Killer seinen Partner in der Hand hatte. „Tom?“ Wegner von der KTU stand immer noch neben ihm. „Du bekommst den Bericht so schnell wie möglich.“ Doch Tom reagierte nicht. Er ging zum CLK und nahm das Mikro: „Petra? Gib mit bitte die Chefin.“ „Engelhardt hier. Tom, was gibt’s.“ „Ich fürchte schlechte Nachrichten, Semirs Ausweis lag neben der Leiche.“


    „Gott. Dann ist er in Händen dieses Wahnsinnigen. Der Ausweis wurde wohl hingelegt um uns zu zeigen, dass er uns überlegen ist. Wer weiß was er mit Semir anstellt.“ „Chefin wir müssen alle Autobahnen sperren. Wir müssen Semir suchen. Er hat allein keine Chance gegen diesen kranken Typen. Wir müssen…“ „Tom beruhigen Sie sich. Wir tun alles um Semir zu finden.“


    Der erste Tag war vergangen, Simon fand immer mehr gefallen daran, Semir zu quälen. Immer öfter ging er in den Keller und setzte den Elektroschocker an. Der Tag war in Semirs Augen unendlich lang. Dann bekam er irgendwann mal Ruhe. Als Simon wieder zu Semir kam, sah Semir den Mann entgegen. „Na war das schön. Schade, dass ich deine Schreie nicht richtig hören kann. Doch deine Augen sprechen sehr deutlich. Ich liebe es, Angst zu sehen. Hast du Angst? Angst vor mir? Vor dem Tod?“ Der Mann lachte irre. Semir schloss die Augen. Die Schmerzen im Körper tobten und raubten ihm den Verstand. „Weißt du“, sagte der Mann und griff Semir ans Kinn. „Ich mag es gar nicht, wenn man mir mein Spielzeug kaputt macht. Ich werde dich ganz langsam zu Tode bringen. Du wirst sicher nicht so schnell schlapp machen, wie all diese Schlampen.“ Semir sah den Mann erneut an. Er machte ihm Zeichen das Klebeband zu entfernen, doch Simon achtete nicht darauf.

  • Tom ging in seinem Büro auf und ab. Es musste doch zwischen den Frauen irgendeine Verbindung geben, irgendeinen Hinweis. Sie waren alle im fast gleichen Alter, hübsch und allein stehend, ohne Partner. Er ging alle Details durch. Der Bericht der KTU kam, auch dort gab es nichts Neues. Er nahm sich alle persönlichen Gegenstände der Opfer vor, die man gefunden hatte und breitete sie auf dem Tisch aus. Petra kam ins Büro und brachte ihm einen „Kaffee. Tom? Alles klar? Du siehst fertig aus, willst du dich nicht wenigstens 2 Stunden hinlegen?“ „Nein, danke. Ich kann nicht schlafen, während Semir in den Händen dieses Kranken ist. Nur ich komm einfach nicht weiter. „Petra schaute über die Sachen auf dem Tisch und bleib bei einem Ausweis hängen. „Darf ich?“


    Tom nickte resigniert. Petra sah sich den Ausweis an. „Das ist von einem Fitnessstudio.“ Tom sah sie an. „Ja ich weiß.“ „Vielleicht kannst du da ja eine Verbindung ziehen. Ich meine diese Typen, also die Serientäter, man liest doch immer, dass sie sich die Opfer meist dort aussuchen, wo sie Gemeinsamkeiten haben. Ich meine es wäre eine Möglichkeit.“ Tom stutzte. Darauf war er noch gar nicht gekommen. „Petra du bist ein Engel. Ruf bitte dort an und frage die Namen ab. Vielleicht ist das wirklich eine Spur.“ Petra nickte und ging zu ihrem Schreibtisch.


    Semir stand immer noch am Balken. Er hatte im gesamten Körper Schmerzen, die so stark waren, dass er hätte schreien können. Doch sein Peiniger hatte ihm den Mund verklebt. Am späten Nachmittag des zweiten Tages kam Simon wieder. Er baute sich vor ihm auf und zündete sich eine Zigarette an. „Na? auch einen Zug gefällig?“ Semir schüttelte den Kopf und brummte durch den Kleber etwas. „Ach ja.....ich liebe dieses Aufflammen der Glut, wenn man zieht. Und es ist immer wieder schön zu sehen, wie schmerzvoll so ein kleiner Stängel sein kann.“ Er kam näher und hielt die Kippe an Semirs Oberkörper. Der drehte so gut es ging den Kopf weg und biss die Zähne aufeinander. Doch der Schmerz blieb aus. Stattdessen hörte er das Lachen von Simon. Irre klang es. „Fühlst du dich wohl, bei mir?“ fragte er. Semir sah ihn an. „Ja, das tust du. Ich sehe es dir an. Hast du Hunger? Durst? Soll ich dir was bringen?“ Semir brummte etwas. „Warte ich werde dir das Klebeband abnehmen. Du willst mir doch sicher was sagen, nicht wahr?“ Simon zog das Klebeband ab. „Schrei aber nicht. Ich mag es nicht wenn du laut wirst.“ Semir atmete tief durch. Er ließ den Kopf hängen und sagte nichts. „Nix los mit dir was? dann ruh dich für den nächste Gang aus mein Lieber. Ich hab noch etwas anderes zu tun.“ Simon ging.

  • „Tom? ich hab was für dich.“ Petra kam mit einem Zettel ins Büro. „ Hier, alle Frauen haben im gleichen Studio trainiert. Das ist die Verbindung, daher kommt der Kerl an seine Opfer.“ Tom griff seine Jacke, „danke Petra. Dann fahre ich jetzt mal da hin und schau mich um und stell ein paar Fragen.“ Schon war er draußen. Im Fitnessstudio begrüßte ihn eine ältere freundliche Dame. Er stellte sich vor und die Frau sah ihn entsetzt an. „Das ist ja schrecklich. Gott die armen jungen Dinger. Was heute alles möglich ist. Aber wie kann ich Ihnen helfen?“ Tom sah sie an. „Ist Ihnen in den letzten Wochen etwas aufgefallen? Jemand der immer wieder hier war, aber eigentlich gar nicht hier hin gehörte? Oder jemand der ständig vor dem Studio war? Wurden die Frauen vielleicht belästigt und eine der Damen hat es gesagt?“ Die Frau schüttelte den Kopf. „Also beschwert hat sich niemand. Aber unser Simon, war immer begeistert, wenn er die Frauen sah, die hier trainierten.“ „Simon?“ „Ja, unser Hausmeister. Er ist aber noch nicht da. Er hatte heute noch einen wichtigen Termin.“ Tom nickte. „Wie heißt dieser Simon denn weiter?“ „Oh Simon Bauer. Ein sehr zurückhaltender junger Mann. Sehr schweigsam.“ „Haben Sie eine Adresse von ihm?“ „Ja sicher, aber die muss ich erst raussuchen.“


    Semir gelang es unter größter Kraftanstrengung Stück für Stück die Fesseln zu lockern. Endlich hatte er sie so weit gelöst, dass er die Arme rausziehen konnte. Er sackte zusammen.
    Er taumelte zur Türe, die nicht abgeschlossen war und schleppte sich zur Straße.
    Verschwommen konnte er einen Wagen 3 Häuser weiter erkennen, wo jemand ausstieg. Mit letzter Kraftanstrengung taumelte er in die Richtung und rief um Hilfe.


    Der Mann hörte das klägliche Rufen. Er drehte sich um und sah einen Mann, der ziemlich fertig aussah. Er lief auf ihn zu und fing ihn auf, bevor er zu Boden fiel. „Gott, was ist denn mit Ihnen passiert?“ fragte er entsetzt. Der Mann sah ihn an. „Helfen Sie mir bitte. Ich … helfen Sie mir.“ stammelte der Mann. Der Mann zog Semir zunächst in sein Auto. Dort setze er ihn auf den Beifahrersitz. „Ich fahre Sie erst einmal ins Krankenhaus“, sagte er gerade als er sah, wie ein Polizeiwagen in der Nähe des Hauses anhielt, von wo der Mann kam. Der Retter rief dem Polizisten entgegen. „Hey, kommen Sie mal her. Ich habe hier jemanden der schwer verletzt ist.“ Der Polizist sah ihm entgegen und kam zu ihnen gerannt.

  • Tom sah den Mann winken. Er rief etwas von Verletzten. Tom bekam ein mulmiges Gefühl. Als er am Wagen des Mannes stand sah er Semir. „Gott Semir? Was hat der Typ mit dir angestellt? Hörst du mich?“ „Hilfe, bitte. Ich brauche Hilfe…“ stammelte Semir. Anscheinend erkannte er Tom gar nicht. „Rufen sie einen RTW, schnell. Semir? Hey, bleib wach. wo kommst du her?“ Doch Semir hatte das Bewusstsein verloren.
    Tom saß mit dem Rücken zur Straße und bemerkte den sehr langsam fahrenden PKW nicht, in dem Simon saß. Verdammt, ist mein kleines Versuchstier ausgebrochen, aber das macht nichts, dachte er sich. Er bekam ja bald neues.


    Semir wurde ins Krankenhaus gebracht. Tom sah ihm nach. Er befragte den Mann ob dieser gesehen hatte, woher Semir kam. Doch genau konnte der Mann es ihm nicht sagen, nur die Richtung konnte er anzeigen. Tom ging zu seinem Wagen und griff zum Mikro. „Ich hab Semir gefunden. Er ist unterwegs ins Marienhospital. Der Irre hat ihn gefoltert. Ich werde erst einmal diesen Simon Bauer befragen und anschließend ins Krankenhaus zu Semir fahren.“ „Engelhardt hier. Tom Sie fahren sofort ins Krankenhaus und kümmern sich um Semir. Ich schicke eine Streife um die Vernehmung von diesem Bauer zu vollziehen.“ „Okay, Chefin. Verstanden. Ich fahre zum Krankenhaus.“


    Simon Bauer dachte nach. Die Bullen würde über kurz oder lang an seinem Haus auftauchen, da war er sicher. Er packte ein paar Dinge ein und fuhr mit seinem Auto weg. Es ging doch nichts über einen guten Plan und die nötigen Auswege.
    So schnell würden sie ihn nicht bekommen. Tom wartete im KH vor der Ambulanz. Warum kam denn niemand raus und sagte ihm etwas. Nach einer Zeit, die ihm ewig vorgekommen war, kam endlich der behandelnde Arzt zu ihm. Tom sprang auf: „wie geht es meinem Kollegen?“ Der Arzt setzte sich neben Tom auf den Stuhl. „Den Umständen entsprechend gut. Er ist soweit stabil, aber steht unter Schock. Was uns Sorgen bereitet sind die Misshandlungen mit einem dieser gefährlichen Elektroschocker. Die wirken sich bei gesunden Menschen bei der Art und Häufigkeit der Anwendung übelst auf die Herztätigkeit aus.


    „Darf ich zu ihm?“ fragte Tom und der Arzt nickte. „Ich bringe Sie hin.“ Sie gingen in das Zimmer von Semir, der tief schlief. „Ich habe ihm ein Beruhigungsmittel gespritzt. Sie sehen am Arm die Verbrennungsspuren vom Elektroschocker. Er scheint mehrmals damit gequält worden zu sein. Außerdem hat er am ganzen Körper blaue Flecke. Der Flüssigkeitsverlust wurde durch die Infusionen bereits wieder aufgefüllt. Wir können im Augenblick nur abwarten. Ich denke er wird morgen wieder soweit ansprechbar sein. Sie sollten nach Hause fahren.“ Tom schüttelte den Kopf. „Ich bleibe noch hier.“ Der Arzt stand auf und verließ das Zimmer. „Tom?“ fragte Semir leise. „Ich bin hier, Partner.“ „Tom?“ kam wieder. Anscheinend schien Semir gar nicht wahrzunehmen, das er in Sicherheit war. Tom griff seine Hand. „Hey, alles okay. Du bist in Sicherheit. Niemand wird dir hier was tun. Hörst du mich?“ Semir nickte leicht. Tom schloss erleichtert die Augen. Die Wut gegen den Mann der das getan hatte wuchs in ihm. Nachdem Semir eingeschlafen war ging Tom auf den Flur und erstatte der Chefin kurz Bericht. „Ich warte noch hier, bis Andrea die kleine zu ihren Eltern gebracht hat und hier ist und komme dann auf die PAST.“


    Die Streife die man zu Simons Adresse geschickt hatte, meldete sich derweil über Funk. „Hier ist niemand.“

  • na gut, ihr habt gewonnen . :baby: :]


    nachschlag:



    .Andrea war zwei Stunden später im Krankenhaus. Sie sah mit tränengefüllten Augen, wie ihr Mann zugerichtet war. Tom nahm sie in den Arm. „Der Arzt sagt, es sieht schlimmer aus, als es ist. Er wird wieder.“ Andrea nickte. „Was hat dieser Irre mit ihm gemacht?“ Tom schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht genau. Aber Semir wird es schaffen.“ Andrea ging zu ihrem Mann und küsste ihn sanft auf die Stirn. Diese Berührung reichte aus und Semir schlug die Augen auf. Verwirrt schaute er sich um. Seine Atmung ging heftig. „Hey, ganz ruhig. Schatz ich bin hier.“ Semir sah sie an. „Andrea? Wo bin ich?“ „im Krankenhaus. Bleib ruhig es wird alles gut.“ „Hey, Partner.“ „Tom?“ „Ja, du hast mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Kannst du mir sagen, was passiert ist?“ Semir sah ihn an. „Ich weiß nur dass ich in den Händen von diesem Irren war. Er hat mich mit Freude gequält und er hat mir erzählt, dass er noch eine Frau umgebracht hat…“


    „Du hast leider Recht. wir haben noch eine Frau gefunden aber dafür haben wir auch eine Spur. ich kümmere mich jetzt drum und du ruhst dich aus.“ semir war bereits wieder eingeschlafen. „Tom?“ Andrea sah ihn an. „Schnapp den Kerl bitte, ehe noch etwas passiert.“ Tom fuhr zurück zur PAST. Die Chefin wartete bereits auf ihn.“ Wie geht es Semir?“ „Der wird wieder, aber der Kerl hat ihn übel zugerichtet und wehe ich bekomm das Schwein 5 Minuten allein in die Finger.“ „Tom, ich weiß wie schwer das für sie ist, aber halten Sie sich zurück. Unter der Adresse dieses Hausmeisters war niemand zu erreichen. ich habe hier bereits den Durchsuchungsbefehl für sie, fahren sie hin und schauen ob sie was finden.“


    Tom nickte. Er verließ das Büro von Anna und stieß auf dem Flur mit Petra zusammen. Sie sah ihn an. „Tom? Ich hätte da eine Idee, wie wir dem Kerl auf die Schliche kommen.“ Tom sah sie überrascht an. „Und wie?“ „Mit einem Köder.“ sagte Petra schnell. „Einen Köder? Wo soll ich denn jemanden herbekommen, der genau in das Schema des Typen passt?“ Petra sah ihn an. „Die Frauen waren blond, braune Augen, sportlich, jung und attraktiv.“ „Richtig. Davon gibt es einige.“ „Ja und sie waren im Fitnessstudio.“ „Richtig.“ „Siehst du. Und dort habe ich mich angemeldet.“ Tom glaubte nicht richtig gehört zu haben. „Du hast dich dort angemeldet? Bist du von allen guten Geistern verlassen?“ „Nein bin ich nicht. Was der Typ mit Semir getan hat war schlimm, er hat schon vier Frauen umgebracht und das ist genug. Wir müssen ihn stoppen.“ Tom nickte. „Werden wir auch. Aber du bist keine Polizistin. Die Chefin wird das nie zulassen.“ „Wir müssen es ihr doch nicht unbedingt erzählen.“ meinte Petra auf einmal. Tom fuhr sich durch die Haare. „Das kann ich nicht machen Petra. Es geht nicht. Nicht ohne Einverständnis der Chefin.“ „Tom, wenn sie nein sagt, mach ich es alleine.“ Petra drehte sich um und ließ ihn stehen. Er ging an ihren Schreibtisch. „Pass auf. ich fahr jetzt erstmal das Haus von diesem Simon unter die Lupe nehmen und dann sehen wir weiter, ok?“ Petra nickte. Toms Handy klingelte.

  • Er meldete sich und Semir war dran. „Hol mich ab. Wir machen zusammen weiter.“ „Semir du bist noch nicht fit genug dafür. Es hilft mir nicht, wenn du zusammen klappst. Außerdem wird Andrea dich gar nicht gehen lassen.“ Tom beendete das Gespräch einfach. „So, ich nehm mir jetzt das Haus dieses Kerls vor und melde mich dann bei dir.“ Tom schaute Petra an. „und bitte mach nichts ohne mich, klar?“ Sie nickte. Doch in dem Haus wurde Tom nicht fündig. Er konnte zwar die Seile und den Kleber finden, mit dem Semir gefesselt wurden, aber mehr nicht. Nun hatten sie wenigstens die Gewissheit, dass dieser Simon hinter der Sache steckte.


    Simon wartete vor dem Fitnessstudio und sah die Frauen an, die das Gebäude betraten. Er suchte sich sein nächstes Opfer aus. Innerlich war er wütend, das der Bulle entkommen konnte. Er hatte so viel Spaß mit ihm. Die Angst, die auch ein Mann vor ihm hatte. Das war schon was Besonderes. Was würde er nicht alles geben, das noch einmal zu tun. Aber dieser Bulle war weg. Und sicher war er im Krankenhaus, aber sicher war für Simon auch dass er bewacht wurde.


    Daniela war fertig und musste sich beeilen. Es war schon spät und sie hatte noch ein Stück Weg vor sich. Ihr Auto war kaputt und so musste sie halt das Rad nehmen. Um Sie bemerkte nicht, dass ihr ein PKW folgte, als sie die Abkürzung über den Wirtschaftsweg am Wald entlang einschlug. Die Scheinwerfer kamen immer näher und fuhren langsam an ihr vorbei.
    Das Auto stoppte und in dem Moment, wo sie auf gleicher Höhe war, ging die Fahrertür auf. Sie donnerte dagegen und viel in hohem Bogen vom rad. Benommen lag sie auf dem Waldweg. „Können sie nicht aufpassen“, meckerte sie los. Doch ihr Blick erstarrte, als sie das grinsende Gesicht von Simon sah.