Glück in Gefahr

  • Fast sechs Monate waren vergangen, seit Tom die Autobahnpolizei verlassen hatte. Mittlerweile war auf der PAST wieder der Alltag eingekehrt. Semir hatte mit Chris Ritter einen neuen Partner an der Seite und auch diese Zusammenarbeit klappte von Tag zu Tag besser. Semir hatte Zeit gebraucht sich an Chris zu gewöhnen, doch nun waren sie dabei, ein genauso gutes Team zu werden wie es mit Tom früher gewesen war.
    Die Freundschaft zwischen Tom und Semir war so geblieben wie sie gewesen war. Sie sahen sich nur viel weniger als früher, was vor allem an Semir und den vielen überstunden lag. Tom schüttelte immer nur grinsend den Kopf, wenn Semir mal wieder eine ihrer Verabredungen absagte oder sich garnicht meldete. Er selbst dagegen konnte es manchmal selbst kaum glauben, wieviel Freizeit er im Vergleich zu früher hatte.
    Tom hatte eine leitende Stellung an der Polizeischule in der Nähe von Köln angenommen, hatte ein eigenes Büro mit sogar eigener Sekretärin und kümmerte sich ,ausserhalb des vielen Bürokrams, vor allem um die Fahr- und Schiessausbildung der zukünftigen Polizeibeamten. Er fühlte sich äusserst wohl und vermisste die Autobahn nur an den Tagen,wo er ausschließlich vor irgendwelchen Akten am Schreibtisch saß. Doch das kam glücklicherweise nur selten vor, da er viel inner und ausserhalb der Polizeischule unterwegs war.
    Vor drei Monaten hatten Kristin und er geheiratet und kurz danach eine grössere Wohnung mit kleinem Garten bezogen. Mensch, das wird ja eine richtige Vorzeigefamilie, hatte Semir grinsend gesagt und sich dafür sofort einen Seitenhieb von Tom eingefangen.
    Jetzt waren es nur noch knapp drei Wochen, bis das Baby kommen würde und Tom zählte so langsam schon die Tage.
    Alles in allem gab es nichts und niemanden, der ihr Glück stören könnte ,doch er konnte nicht ahnen, wie schnell sich das ändern sollte......



    In der PAST wählte Semir auf Chris Schreibtisch herum, als dieser hereinkam.
    "Wir sollen zur Chefin."
    "Ja, ich weiss! Wo hast du denn den verdammten Bericht?"
    Chris sah ihn achselzuckend an.
    "Wieso ich? Du musst den haben."
    "Ich?...Soll ich dir was sagen, du bist noch chaotischer als Tom!"
    Chris grinste nur und zog kurz darauf den Bericht unter anderen Akten auf Semirs Schreibtisch hervor.
    "Ha....sag ich doch!"
    "Ja,ja, das freut dich jetzt,was?"
    Semir griff danach und Chris folgte ihm immer noch grinsend zum Büro der Chefin.
    Sie sassen noch keine zwei Minuten bei ihr, als plötzlich herzberger hereinstürmte.
    "Chefin!"
    Sie sah ihm fragend entgegen und auch Chris und Semir blickten ihm entgegen.
    "Was ist denn, Herzberger?"
    "Da kam gerade eine Fahndungsmeldung! Es gab eine Ausbruch aus der Vollzugsanstalt!"
    "Ja, und? Was haben wir damit zu tun, Herzberger?"
    Herzberger sah sie an und man konnte seinem Blick ansehen, dass da etwas ganz und garnicht in Ordnung war.
    "Der Mann, der geflohen ist, ist Zürs!"
    Semir sprang auf.
    "Zürs?!"
    Hotte nickte. Auch die Chefin sah ihn jetzt erschrocken an. Chris Ritter sah von einem zum anderen und wusste nicht so recht, was los war. Anna Engelhardt blickte Semir entgegen, der immer noch fassungslos zu Hotte sah.
    "Semir?"
    "?h...ja, Chefin?!"
    "Das muß man Tom sagen!"
    Semir nickte, griff schon nach seiner Jacke. Chris stand ebenfalls auf.
    "Kann mich jemand aufklären?"
    "Komm mit! Ich erklärs dir unterwegs!"
    "Und wohin fahren wir?"
    "Zu Tom! Chefin?"
    "Ja! Ja, sicher Semir, fahren sie!"



    Weiter gehts, 12.12.06, danke für eure bisherigen Feedbacks! ;)



    Die junge Frau sah Semir und Chris lächelnd entgegen, während sich Semir bewundernd umsah. Es war das erste Mal ,dass er hier in den Büros der Polizeischule war. Und das hatte wirklich nichts mit ihrer chaotischen Dienststelle der PAST zu tun.
    "Zu wem möchten sie denn?"
    Da Semir sich immer noch umsah, ergriff Chris kurzerhand das Wort.
    "Wir möchten zu Tom...zu Herrn Kranich."
    Sie nickte und griff zum Telefon.
    "Gerne.Warten sie einen Moment, ich frage nach, ob er Zeit hat. Wie sind denn ihre Namen bitte?"
    Semir musste grinsen und zog etwas fassungslos seinen Dienstausweis. Das wurde ja immer besser, dachte er und sah zu Chris, der ebenfalls grinste.
    "Ja, dann melden sie uns doch mal an.Hauptkommissar Semir Gerkhan....Und mein Kollege Ritter."
    "Gerne."
    Sie drückte zwei Ziffern des Telefons.
    "Herr Kranich, da sind zwei Herren von der Autobahnpolizei.Ein Herr Gerkhan und..." Weiter kam sie nicht, denn am anderen Ende hatte Tom bereits aufgelegt. Sie sah noch verwundert zu dem Hörer, als ein paar Meter weiter im Gang bereits eine Tür aufgerissen wurde und Tom heraus kam.
    "Hey! Semir!"
    Er eilte ihm entgegen und kurz darauf umarmten sie sich freudig. Semir musterte den mit Schlips und Kragen ausgestatteten Freund und dieser sah an sich selbst herunter und musste grinsen.
    "Nur kein Neid, mein Lieber. Ich hab heut noch einen Termin beim Innensenator, muß ein paar zusätzliche Wagen für unser Fahrsicherheitstraining raushandeln."
    Semir nickte nur,"Schon klar...hast du wieder alles kaputtgemacht, was?"
    Sofort erntete Semir einen Seitenhieb und sie mussten lachen. Dann drückte Tom Chris die Hand.
    "Hallo Chris!...Na los, kommt rein! Kaffee?"
    Kurz darauf sassen sie in Toms Büro und Semir war erneut beeindruckt.
    "Mensch, ich glaubs garnicht...Wie du hier so arbeitest. Machst jetzt grosse Karriere,was?! Und Chris und ich können die Drecksarbeit machen, schon klar."
    Wieder mussten sie lachen.
    "Wie gehts Kristin?"
    "Bestens."Tom sah Semir an, fragend.
    "Was macht ihr eigentlich hier? Habt wohl nichts zu tun!"
    Semir sah kurz zu Boden, überlegte wie er anfangen sollte. Tom , der ihn so gut kannte wie kaum ein anderer, bemerkte das natürlich sofort.
    "Na los, spucks schon aus, Semir."
    "...Es kam eine Fahndungsmeldung, vorhin."
    "Ja, das passiert öfter mal. Und weiter?"
    "Tom, es geht um Zürs."
    Tom schwieg einen Augenblick, sah von Semir zu Chris.
    "Zürs sitzt!"
    "...Nein, nichtmehr,Tom. Er ist heute morgen aus der Vollzugsanstalt geflohen."
    Erneut Schweigen. Tom stand auf, ging zum Fenster, sah stumm nach draussen.
    Sofort waren die Bilder wieder da! Bilder, die die Zeit langsam geschafft hatte auszublenden. Jetzt waren sie sofort wieder gegenwärtig! Elena, Zürs, der explodierende Wagen, Zürs grinsendes Gesicht, all die Dinge, die er gesagt hatte...all das.
    Semir war jetzt ebenfalls aufgestanden, ging auf Tom zu.
    "Tom,die werden ihn sicher bald wieder erwischen! Es ist nur, ich meine, es könnte sein, dass er versucht..."
    Tom drehte abrupt den Kopf, blickte Semir fest an.
    "Das ist fast sechs Jahre her, Semir..."
    "Trotzdem! Der Kerl hasst dich und ich glaube nicht, dass sich das in sechs Jahren verändert hat..."
    "Möglich..."
    "Nein, das ist nicht nur möglich,sondern sogar wahrscheinlich!...Tom, tu mir den Gefallen und paß ein bißchen auf dich auf, ja?"
    Tom lächelte leicht, nickte nur.
    "Macht sich mein Expartner etwa Sorgen?"
    Semir nickte ebenfalls, blickte Tom ernst an.
    "Ja!"
    "Okay...wer fahndet nach Zürs? Gibt es eine Soko ?"
    "Nein, aber da werde ich nachhaken! Und ich werde auch nachhaken, wie er fliehen konnte, verlaß dich drauf!"
    "Tu das,Semir. Die Engelhardt wird sich freuen!"
    "Das ist nicht witzig, Tom! Im Ernst, ich mach mir wirklich Sorgen um dich."
    "Du weisst doch, ich kann schon gut allein auf mich aufpassen."
    Semir antwortete nicht ,legte Tom noch kurz eine hand auf die Schulter und ging zur Tür. Auch Chris erhob sich, folgte Semir. Tom sah ihnen nach.
    "Hey, wann gehen wir mal wieder was trinken, Jungs? In drei Wochen kann ich erstmal nichtmehr!"
    "Ja, ich ruf dich an....Grüß Kristin. Und Niklas."
    "Ja, mach ich. Und du Andrea."
    Semir nickte, sah Tom nochmal eindringlich an und verlies dann mit Chris das Büro.
    Tom blieb am fenster stehen, schloß einen Moment lang die Augen. Dann ging er zu seinem Schreibtisch, zögerte einen Moment und öffnete dann die unterste Schublade. Nachdenklich nahm er seine Dienstwaffe heraus, die dort seit Monaten unberührt gelegen hatte, kontrollierte das Magazin und befestigte sie dann am Gürtel.



    Die Frau strich dem dunkelhaarigen Mann leicht über die Wange. Er nahm ihre Hand und lächelte. Doch mit seinen Gedanken war er woanders und die Frau merkte es genau. In den letzten Jahren hatte sie genug Zeit gehabt Leon genau kennenzulernen. Und mittlerweile kannte sie jeden seiner Gedankengänge, jede Regung war ihr vertraut. Anfangs hatte sie, obwohl sie es als Gefängnispsychologin mit den brutalsten Menschen zu tun gehabt hatte, unendlich viel Angst vor ihm gehabt, doch diese Zeit war lange vorbei.Trotzdem war ihr selbst manchmal heute noch unklar, wie sie sich hatte in ihn verlieben können! Eine gebildete Frau wie sie und Zürs! Es war verrückt und doch konnte sie nicht dagegen an. Sie liebte diesen Mann und es war ihr völlig egal, das er ein Mörder und Verbrecher war!
    "Du musst dich ausruhen, Leon. Du hast Schmerzen, ich sehe das."
    "Meine Schmerzen sind seit sechs Jahren die selben,Yasmin! Sie ändern sich nicht.Es ist immer gleich und ich habe gelernt damit zu leben!...Ich bin aus dem Gefängnis raus, nur das zählt!"
    "Ich habe dafür gesorgt, dass du genug Medikamente für die nächsten Wochen hier hast. Laß uns das Land verlassen,Leon."
    "Bald,Yasmin! bald. Aber vorher muß ich noch etwas erledigen!"
    Sie antwortete nicht. Sie wusste genau worum es ging. Zürs sah sie an.
    "Und du wirst mir dabei helfen! Ich muß wissen, wo er ist! Was er tut, wie er lebt!Wirst du das für mich tun?!"
    Yasmin nickte nur. Ja, sie würde alles für diesen Mann tun!



    13.12.06
    Semir und Chris sahen Anna Engelhardt entgegen. Sie schüttelte erneut den Kopf.
    "Semir, ich weiss, wie wichtig das ihnen ist. Ich habe es auch nicht vergessen,was damals passiert ist,glauben sie mir! Aber es ist nicht unser Fall und es wird auch nicht unser Fall werden!"
    "Aber Chefin, ich will doch nur ein bißchen nachforschen,wie es zu dem Ausbruch kommen konnte. Und vielleicht finden wir dann auch raus, wo Zürs..."
    Doch sie unterbrach ihn erneut.
    "Diese Abteilung hat nichts,aber auch garnichts mit entflohenen Häftlingen zu tun! Auch dann nicht, wenn sie Leon Zürs heissen! Auf unseren Schreibtischen stapelt sich die Arbeit...es tut mir leid,Semir."
    "Was ist, wenn er wirklich hinter Tom her ist?!" Semirs Stimme überschlug sich fast.
    "Was dann, Chefin?!"
    "Das alles ist sechs Jahre her, Semir!"
    "Zürs hasst Tom! Er macht ihn verantwortlich für sein ganzes verdammtes verpfuschtes Leben! Glauben sie mir, das wird sich auch in zwanzig Jahren nicht geändert haben!"
    Anna Engelhardt sah Semir an, schien nachzudenken.
    "Wie hat Tom reagiert?"
    "Ach, sie kennen ihn doch! Er hat es natürlich nicht ernst genommen...kann selbst auf sich aufpassen und so weiter und so weiter."
    Sie nickte lächelnd. ja, sie konnte sich das genau so vorstellen.
    "Ich habe vorhin mit dem Gefängnisdirektor telefoniert, Semir. Zürs ist auf dem Weg in die Uniklinik geflohen. Er hatte plötzlich eine Waffe, hat den Transporter zum Anhalten gezwungen und ist in der Innenstadt verschwunden."
    "Also hat er Helfer gehabt."
    "Ja, es sieht ganz danach aus."
    "Wieso in die Uniklinik?"
    "Er hat dort zweimal im Jahr Nachuntersuchungen wegen der Brandverletzungen."
    "Okay....Wer hatte Kontakt mit ihm? Hat er Besuch bekommen?"
    "Das habe ich den Direktor auch alles gefragt. Negativ. Die Einzige, mit der er sich überhaupt im Gefängnis unterhalten hat, ist die dortige Psychologin...Frau Dr.Yasmin Wegner."
    Semir sah die Chefin fast flehend an.
    "Dann lassen sie uns wenigstens mit dieser Psychologin reden! Nur dieses eine Gespräch! Chefin?"
    "...In Ordnung. Aber Semir?"
    Er war bereits an der Tür. "Ja?"
    "Danach kümmern sie sich hier wieder um ihre Arbeit."
    "Ja, Chefin!"



    Tom war auf dem Weg nach Hause. Und was er auch versuchte, Zürs ging ihm nichtmehr aus dem Kopf. Verdammt, es konnte doch nicht wahr sein, dass dieser Kerl nach so langer Zeit wieder sein Leben bestimmte! Es war solange her und Tom wollte nicht an das erinnert werden, was damals geschehen war.
    Er fuhr über die Autobahn, sah auf die Strasse. Elena....Er sah sie auf einmal vor sich, als wäre es gestern gewesen. Das brennende Auto, sein eigenes Schreien. Tom schloß die Augen, öffnete sie wieder und versuchte sich auf den Verkehr zu konzentrieren.
    Wo mochte der Mistkerl jetzt sein?! Er sah ihn vor sich liegen,sah diesen Moment wieder vor sich, wo er fast abgedrückt hatte. Als dieser Hass auf Zürs so gross gewesen war, dass er fast selbst zum M?rder geworden wäre.
    Dann dachte er an Kristin, das Kind. Niklas. Und immer wieder Zürs!
    Tom fuhr rechts ran. Versuchte seine Gedanken zu ordnen und atmete ein paarmal tief durch.
    Dann gab er wieder Gas, fuhr nach Hause. Seine Dienstwaffe lag neben ihm auf dem Beifahrersitz. Und er hoffte inständig, dass er sie niewieder brauchen würde.



    Kristin öffnete Tom lächelnd die Tür und er nahm sie in den Arm.
    "Hallo mein Schatz, wie gehts euch?"
    "Du kommst früh....uns gehts gut."
    Er küsste sie, schmiß sein Jackett über einen Berg Kartons,die im Flur standen und deutete fragend darauf. Kristin lachte.
    "Andrea war hier! Aussortierte Babysachen von Ayla."
    Tom lachte ebenfalls und schüttelte gleichzeitig den Kopf.
    "Bestimmt alles rosa, was?....Glaub mir,mein Schatz,das brauchen wir nicht!"
    Kristin verschränkte die Arme vor ihrem Bauch und sah Tom nach,wie er in die Küche ging und sich Selter aus dem Kühlschrank holte. Er grinste immer noch.
    "Ach, und wieso brauchen wir das nicht?"
    "Tja, weil wir einen Jungen bekommen!"
    "Und woher, mein Lieber willst du das wissen?...Wir kriegen eine Tochter!"
    Sie sahen sich an, lachten beide und er nahm sie erneut in den Arm.
    "Du wirst es sehen,Kristin, du wirst es sehen!"
    Sie küsste ihn und umarmte ihn fest. Dann bemerkte sie die Waffe an seinem Gürtel. Sofort löste sie sich von ihm, sah verwundert auf die Waffe,dann zu Tom.
    "Wieso hast du deine Dienstwaffe dabei?"
    Tom sah hinunter, nahm die Waffe aus dem Halfter und ging Richtung Flur.
    "Ich bin nach dem Schiesstraining garnnicht mehr im Büro gewesen, deshalb."
    Dann legte er sie in die obere Schublade im Flur,die man abschliessen konnte.
    Dabei schloß er kurz die Augen. Es war das erste Mal, dass er Kristin belogen hatte.



    Weiter gehts,15.12.06


    Chris und Semir sassen am nächsten Morgen in der Vollzugsanstalt Yasmin Wegner gegenüber. Sie war Mitte dreissig, äusserst attraktiv und sah ihnen freundlich entgegen.
    "Danke, dass sie sich Zeit für ein paar Fragen nehmen, Frau Dr. Wegner."
    "Das ist doch selbstverständlich, Herr Gerkhan. Wissen sie, ich habe all die Jahre einige Gespräche mit Leon Zürs geführt und würde ihnen gerne helfen. Nur leider ist es mir nie gelungen, eine Basis zwischen uns zu finden. Er hat immer alle Gesprächsversuche recht schnell abgeblockt, tut mir leid."
    "Ja, verstehe. Sagen sie, gibt es jemanden in seinem Umfeld,der ihm bei der Flucht geholfen haben könnte?"
    "Nein,das kann ich mir nicht vorstellen. Er bekam nie Besuch."
    Semir nickte nur,sah zu Chris. Dieser wandte sich jetzt auch an Wegner.
    "Oder vielleicht jemand hier aus dem Knast. Jemand ,der schon entlassen wurde?"
    "Nein, Herr Ritter. Zürs scheute alle Kontakte."
    Einen Moment war Schweigen. Dann sah Yasmin Wegner fragend zu Semir.
    "Sagen sie, darf ich sie auch mal etwas fragen, aus Interesse sozusagen....Wieso ermittelt jetzt die Autobahnpolizei in dieser Sache?"
    Semir lächelte kurz.
    "Nun, wir ermitteln im Grunde nicht wirklich. Es ist nur, wir sind Zürs damals lange auf den Fersen gewesen und es ist viel passiert damals....
    "Ja, ich weiss. Zürs hat davon gesprochen...Wenn er überhaupt mal etwas erzählt hat. Er sprach von einem Kommissar Kranich?"
    "Ja, richtig. Tom Kranich war damals mein Partner."
    "Ach,jetzt nichtmehr?"
    "Nein", Semir lächelte erneut, deutete auf Chris, "Jetzt hab ich den hier am Hals!"
    Auch Yasmin Wegner musste lächeln und Chris, der sie bereits die ganze Zeit bewundernd anstarrte, knuffte Semir kurz in die Seite.
    "Tom Kranich ist seit ein paar Monaten an der Polizeiakademie beschäftigt."
    "Ah ja, hier in Köln?"
    "Ja, genau. Sagen sie, Frau Wegner, halten sie es für möglich, dass Zürs immer noch Rachegefühle gegen meinen Kollegen mit sich trägt?"
    "Das ist sehr schwer zu beantworten, Herr Gerkhan. Aber wenn sie mich nach meiner Einsch?tzung fragen...nein, ich glaube nicht."
    Semir nickte nur, hatte aber weiterhin seine eigene Meinung dazu. Dann erhoben sie sich.
    "Ja, falls ihnen doch noch etwas einfällt, hier ist meine Karte. Dann rufen sie mich doch bitte an."
    "Selbstverständlich, Herr Gerkhan....Herr Ritter."
    Sie drückten sich die Hand und Chris strahlte sie an.
    "Sagen sie, haben sie heute Abend schon etwas vor?"
    Ihre Blicke trafen sich und Semir verdrehte unmerklich die Augen. Wegner lächelte Chris zu, schüttelte den Kopf.
    "Nein....soll das eine Einladung sein?"
    "Wann machen sie denn hier Feierabend?"
    "Gegen sechs."
    "Okay, ich hole sie ab...Bis dann!"
    Dann verliessen sie ihr Büro. Semir sah den grinsenden Chris an und schüttelte den Kopf.
    "Du kannst es auch nicht lassen,was?...Cassanova!"
    "Haha, bist du eifersüchtig?"
    "Auf die Psychologin?...Nee, und ausserdem ist die doch viel zu intelligent für dich!"
    Lachend verliessen sie die Vollzugsanstalt.
    W?hrenddessen griff Yasmin Wegner in ihrem B?ro zum Handy.
    "Ich bins ! Die Polizisten von damals suchen dich. Gerkhan war hier...Kranich ist nichtmehr bei der Autobahnpolizei."
    "Wo ist er?"
    "An der Polizeiakademie hier in Köln, mehr weiss ich noch nicht....Aber ich gehe mit Gerkhans neuem Partner heute Abend essen, Leon. Da finde ich alles für dich heraus...ich liebe dich!"
    "Ich weiss! Ich will diesen Kranich, Baby!"
    Zürs legte auf, lehnte sich auf dem Stuhl zurück und hing wieder seinen Gedanken nach. Dabei sah er immer wieder auf das alte Foto von Tom ,das vor ihm auf dem Tisch lag. All die Jahre hatte er es immer wieder voller Hass betrachtet und sich geschworen,dass der Tag der Rache kommen würde!



    Kristin beobachtete Tom an diesem Morgen genau und sie fühlte, dass seit gestern irgendetwas nicht stimmte. Als Niklas gerade aus der Tür Richtung Schule wollte, sprang Tom plötzlich vom Frühstückstisch auf.
    "Niki, warte...ich hab noch Zeit, ich kann dich eben fahren."
    Niklas strahlte.
    "Ja? Oh, prima! Dann können wir ja auch Justus mitnehmen,der wartet vorne an der Ecke."
    "Ja, kein Problem."
    Tom griff nach den Autoschlüsseln, nach seiner Jacke und zog die Dienstwaffe aus der Schublade. Niklas war bereits aus der Tür.
    Kristin sah ihn an.
    "Tom?"
    "Ja?"
    "Ist alles in Ordnung?"
    "...Ja...sicher. Ich fahre Niklas und dann gleich weiter ins Büro. Und du, Schatz? Bleibst du heute zuhause?"
    "Ja",Sie sah ihn weiterhin an,"Ich werde noch nach Köln fahren,ein paar Sachen besorgen. Weshalb fragst du ?"
    "Ach...vielleicht solltest du dich ein bißchen mehr ausruhen. Wirklich Kristin, wir können doch Samstag zusammen nach Köln fahren,oder?"
    "Tom, was ist los?"
    Ihre Blicke trafen sich. Verdammter Mist, dachte Tom und versuchte m?glichst normal auszusehen.
    "Was soll los sein, Schatz? Ich finde einfach, du musst jetzt langsam ein bißchen mehr Ruhe haben."
    "Okay....und warum willst du plötzlich Niki zur Schule fahren?"
    "Na, weil...weil es mir Spaß macht. Bis heute Abend!" Eilig küsste er sie und verliess die Wohnung. Kristin sah ihm nachdenklich hinterher.



    Anna Engelhardt sah ihren beiden Männern entgegen.
    "Und? Haben sie etwas herausgefunden?"
    Chris schüttelte nur den Kopf.
    "Nein, nicht wirklich, Chefin. Zürs hat keine Spuren hinterlassen,die wir verfolgen könnten. "
    "Damit hatte ich gerechnet, Chris. Die Fahndung läuft, aber es gibt bisher keine Hinweise auf seinen Aufenthaltsort. Ja, meine Herren, das wars dann wohl...Kümmern sie sich jetzt bitte wieder um ihre Arbeit. Semir?"
    Er sah auf, blickte Engelhardt an und nickte stumm. Es gefiel ihm nicht. Es gefiel ihm ganz und garnicht. Doch er wusste, das sie recht hatte. Es war nicht ihr Fall.
    Und auch wenn Semir das nicht wahrhaben wollte, konnte er nichts dagegen tun.



    Am Nachmittag rief Semir dann bei Tom im Büro an. Er meldete sich sofort.
    "Hey Semir! Was gibts?"
    "Ach, nichts...Alles klar bei dir?"
    "Hör mal, sind das jetzt Kontrollanrufe, oder was?"
    "Jetzt werd nicht gleich sauer,ja? Ich wollte nur wissen, ob bei dir alles okay ist!"
    "Semir, ich sitze hier und arbeite. Dann fahre ich nach Hause, gehe vielleicht mit Niklas noch ein bißchen Fußball spielen. Danch werden wir vermutlich Abendbrot essen und später...."
    "Tom, das ist nicht witzig! Zürs ist hinter dir her, ich schwörs dir!"
    "Warum fährst du nicht einfach die Autobahn hoch und runter, Semir? Dann kommst du auf andere Gedanken, okay? Ich habe wirklich keine Lust mich jetzt ständig über Leon Zürs zu unterhalten!...Ach, und einen Aufpasser brauche ich übrigens auch nicht. Machs gut!"
    Dann hatte Tom aufgelegt.
    Semir sah den Hörer an, warf ihn auf die Ladestation und trat zweimal w?tend gegen den Schreibtisch. Chris, der ihm gegenüber saß, sah ihn an.
    "Was hat er gesagt?"
    "Verdammter Dickkopf!"



    Zürs stand am Fenster und sah nach draussen in die Dunkelheit. Als Yasmin die Wohnung betrat, drehte er sich um,sah ihr entgegen. Eine Begrüssung fiel aus, aber das kannte sie schon von ihm. Fast lebte er in seiner eigenen Welt und genau das war es,was sie so faszinierte. Sie liebte und begehrte diesen Mann und wurde doch nicht schlau aus ihm.
    "Sag was du weisst, Yasmin."
    Sie ging auf ihn zu.
    "Er hat die Autobahnpolizei vor ein paar Monaten aus privaten Gründen verlassen. Hat geheiratet, die Frau ist schwanger. Er hat jetzt eine leitende Stelle an der Polizeischule. " Sie versuchte ihn zu k?ssen, doch er drehte sich weg.
    "Ich bin nicht in der Stimmung,Yasmin!...Hat der Bulle dich angefasst?"
    Sie lächelte.
    "Nein, Leon! Meinst du, ich hätte das zugelassen?"
    "Wo ist diese Polizeischule?"
    "Kurz vor Köln, ich hab die Adresse."
    Er antwortete nicht, sah wieder aus dem Fenster. Sie blieb noch einen Moment lang bei ihm stehen, wandte sich dann ab und ging ins Bad. Sie wusste, das Leon allein sein wollte. Fast schien es, als würde er sie garnicht wahrnehmen.



    16.12.06, guten Morgen! :baby:



    Tom fuhr wie jeden Morgen die A46 Richtung Köln. Er drehte das Radio lauter, in der Hoffnung,dadurch ein bißchen wacher zu werden. Er hatte kaum geschlafen, fast die ganze Nacht vor sich hin gegrübelt.
    So kam der Angriff jetzt völlig überraschend. Plötzlich überholte ihn mit hoher Geschwindigkeit ein dunkler Passat mit getönten Scheiben. Vollidiot,dachte Tom noch und daran, dass er sich in solchen Momenten immer danach sehnte, noch wie früher solche Typen aus dem Verkehr ziehen zu können. Dann öffnete sich die Scheibe der Beifahrerseite und sofort knallte es auch schon! Toms Wagen begann zu schlingern und sofort wurde ihm klar,das da jemand seinen linken Vorderreifen zerschossen hatte. Zürs, war sein erster Gedanke, doch er konnte den Mann in dem Wagen nicht erkennen. Erneut fielen Sch?sse und schlugen irgendwo im hinteren Teil des Wagens ein. Tom hatte Mühe,das Auto einigermassen gerade zu halten, griff aber gleichzeitig nach seiner Waffe und erwiderte das Feuer. Der Passat machte eine Vollbremsung und fuhr ihm dann hinten mit voller Wucht in die Seite. Toms Jeep begann jetzt entgültig zu schlingern und rutschte rechts in die Leitplanken. Andere Autos hupten und hinter Tom fuhren die ersten Autos ineinander. Der Passat gab Gas und raste an Tom vorbei, dessen Wagen jetzt mit völlig demolierter rechter Seite in den Leitplanken zum Stehen gekommen war.
    Tom fluchte,hielt seine Waffe in der Hand und sprang aus dem Jeep. Doch es war zu spät, der Passat war längst aus der Schusslinie verschwunden.
    Hinter ihm glich die Autobahn einem mittleren Chaos. Mehrere Autos hatten nicht bremsen können und waren ineinander gefahren! Tom sah sich um, eilte von einem zum Anderen,fragte nach Verletzten. Aber zum Glück und wie durch ein Wunder schien es bei Blechschäden geblieben zu sein. Lediglich eine Frau und ein Mann hatten kleinere Schnittverletzungen davongetragen und sicher einen Schock erlitten. Tom griff zum handy, wählte die Notrufnummer der Polizei.




    Semir sah Chris entgegen,als dieser kurz nach acht die PAST betrat.
    "Na, wie wars mit der Psychotante (...extra für cobra 1963...) ?"
    Chris sah ihn nur an, nahm sich Kaffee und setzte sich hinter seinen Schreibtisch.
    Semir konnte sich ein weiteres Grinsen nicht verkneifen.
    "Aha, ich merk schon....hat wohl nicht so geendet,wie du dir erhofft hast,was?"
    "Weisst du was, Semir, kümmere dich da um deinen Schreibkram und laß mich in Ruhe."
    "Nun erzähl doch mal",fragte Semir munter weiter und erntete einen bösen Blick von Chris.
    "Ich hab dir ja gleich gesagt, das die nichts für dich ist. Glaub mir,ich kenn mich aus."
    "Ja,ja, schon klar."
    In diesem Moment kam Petra herein.
    "Arbeit für euch! Auf der A46, Kilometer 62 sind Schüsse mit anschliessendem Unfall gemeldet worden! Hotte und Dieter sind in der Nähe, brauchen Unterstützung!"
    Schon sprangen sie auf, eilten aus der Tür.
    "Verletzte?!"
    "Keine Ahnung! Aber es hat wohl einen ziemlichen Crash gegeben!"



    Leon Zürs fuhr die nächste Autobahnausfahrt hinunter und weiter die Landstrasse entlang. Irgendwann stellte er den geklauten Wagen auf einem Rastplatz ab und fuhr per Anhalter zurück in Yasmins Wohnung.
    So, das war meine erste Nachricht an dich, Kranich, dachte er stumm. Damit du auch weisst, das ich da bin!



    Semir und Chris erreichten den Unfallort ein paar Minuten später. Es waren bereits einige Streifenwagen, Feuerwehr und Rettungswagen vor Ort. Bonrath kam ihnen entgegen, als Semir bereits Toms Jeep an der Leitplanke entdeckte.
    "Scheisse, das ist Toms Wagen! Dieter?!"
    Bonrath nickte nur.
    "Ja, jemand hat aus einem fahrenden Auto geschossen. Die anderen Fahrzeuge sind dann in mehrere Unfälle verwickelt worden. Zum Glück nur ein paar Leichtverletzte. Tom ist da vorne!"
    Semir ,der Bonrath kaum hatte ausreden lassen, war bereits auf dem Weg zu ihm. Chris folgte ihm eilig.
    Tom stand an die Leitplanken gelehnt, sah den beiden entgegen.
    Semir ging um den Jeep herum ,sah die beiden zerschossenen Reifen und die weiteren Einschusslöcher im Blech. Dann sah er zu Chris.
    "So! Jetzt ist es unser Fall!"
    Chris nickte,"Ja, das denke ich auch."
    Semir sah Tom an. "Wer das gewesen ist, darüber brauchen wir uns wohl nicht näher unterhalten!....So, dein Wagen kommt in die KTU! Vielleicht geben die Projektile irgendeinen Hinweis...."
    Tom unterbrach ihn.
    "Was soll das bringen, Semir ?"
    "Das laß mal meine Sorge sein, mein Lieber!...Hast du Zürs erkannt?"
    "...Nein."
    "War nur er im Wagen, oder noch eine zweite Person?"
    Tom verdrehte die Augen.
    "Semir...keine Ahnung!"
    "Was war es für ein Wagen?"
    "Dunkelblauer Passat. Kennzeichen habe ich Dieter schon durchgegeben. Der Wagen ist sicher geklaut!...So, wars das? Ich muss ins Büro! Kann mich einer von den Kollegen fahren?"
    Semir schüttelte den Kopf.
    "Nee, nee, so einfach ist das nicht! Du kommst jetzt erstmal mit zur PAST!
    Tom sah ihn an.
    "Ich ? Wieso das denn?! Semir, ich habe jede Menge zu tun, ja?"
    Die beiden standen sich gegenüber, Semir wurde wütend.
    "Tom, falls du das jetzt irgendwie nicht richtig mitbekommen hast, da hat gerade jemand versucht dich umzubringen!"
    Tom verdrehte die Augen, hob abwehrend die Hände.
    "Semir, glaub mir, wenn er das vorgehabt h?tte, hätte er es auch getan!"
    Semir platzte fast der Kragen. Chris griff schnell ein, sah Tom ruhig entgegen.
    "Tom, du kommst jetzt mit zur Dienststelle. Semir hat Recht. Das ist jetzt ein Fall der Autobahnpolizei.... Wir können dich auch offiziell vorladen lassen."
    Tom starrte Chris an, schüttelte fassungslos den Kopf.
    "Ihr habt sie ja beide nicht mehr alle!"
    Dann ging er wütend zu Semirs Dienstwagen, öffnete die hintere Tür und stieg ein.
    Semir sah zufrieden zu Chris.
    "Das hat gesessen! So, und jetzt reden wir mit der Chefin!"
    Schon folgten sie Tom zum Wagen und fuhren los.
    Tom saß die ganze Fahrt mit verschränkten Armen auf der Rückbank und schwieg.



    Die Chefin ging in ihrem Bü?ro auf und ab. Tom saß auf einem der Stühle vor ihrem Schreibtisch und schwieg. Semir und Chris standen daneben an die Wand gelehnt.
    "Sie haben den Schützen nicht gesehen, Tom ?"
    "Nein...keine Chance. Die Scheiben waren verdunkelt und nur ein kleines Stück runtergelassen."
    Semir fiel ihm ins Wort.
    "Verdammt, wir wissen ,wer das war!"
    Engelhardt hob beschwichtigend die Hände, sah erneut zu Tom.
    "Haben sie einen Zweifel daran, dass es Leon Zürs war, Tom?"
    "...Ja, vermutlich wird er es gewesen sein...schon möglich."
    Semir lachte,"Oh ja, vermutlich!...ich fasse es nicht!"
    Anna Engelhardt setzte sich an ihren Schreibtisch, blickte Tom fest entgegen.
    "Gut, dann fassen wir das mal zusammen. Ab sofort stehen sie unter Polizeischutz...."
    "Aber das ist nicht..."
    "Lassen sie mich ausreden,Tom! Also, es wurde eindeutig ein Mordanschlag auf sie verübt. Und damit stelle ich sie ab sofort unter Polizeischutz. Und zwar solange, bis Z?rs gefasst ist. Es ist unerheblich,ob sie selbst Polizeibeamter sind oder nicht."
    "Frau Engelhardt,ich..."
    "Ich werde nicht diskuttieren, Tom. Ich muß so entscheiden und das wissen
    sie genau....Chris, Semir,sie lassen ihn nicht aus den Augen."
    Tom verdrehte die Augen, während Semir zufrieden nickte.
    Die Chefin war noch nicht am Ende.
    "Tom?"
    "Ja?"
    "Was ist mit ihrer Familie?"
    Tom sah ihr entgegen, schüttelte den Kopf.
    "Lassen sie bitte Kristin und Niklas aus dem Spiel,ja?"
    "Zürs wusste,wo sie langfahren, Tom. Also weiss er vermutlich auch, wo sie wohnen, wie sie leben. Wie weit würde er gehen, können sie sich da sicher sein ?"
    Tom schwieg, stand auf und ging zum fenster. nachdenklich sah er hinaus. Zum ersten Mal in den letzten Stunden bekam er wirklich Angst. Ein paar Minuten war es still, dann drehte er sich um ,sah zur Chefin.
    "Ich werde dafür sorgen, das Kristin mit dem Jungen zu ihren Eltern fährt...Aber ich will auf keinen Fall, das sie etwas hiervon erfährt!"
    Sofort war Semir neben ihm.
    "Tom, das kannst du nicht machen! Ausserdem wird sie merken, das etwas nicht stimmt....Du musst es ihr sagen!"
    "Verdammt Semir, Kristin ist hochschwanger!...ich will nicht, das sie sich Sorgen macht, verstehst du?!"
    Sie sahen sich an, schwiegen. Schliesslich nickte Semir dem Freund zu.
    "Okay....deine Entscheidung.Aber es ist nicht richtig, glaub mir."
    Tom antwortete nichtmehr darauf, ging zur Tür.
    "Ich muss jetzt ins Büro..."
    Semir und Chris folgten ihm.



    Fortsetzung, 18.12.06


    Leon Zürs besah sich die Fotos, die er den ganzen Tag über gemacht hatte. Kranich, zusammen mit diesem Gerkhan und einem anderen,den er nicht kannte.Vermutlich der Typ,mit dem Yasmin ausgegangen war.
    Aber sie hatte Recht gehabt, Kranich war anscheinend wirklich nichtmehr bei den Autobahnbullen. Sie waren zu dritt nach dem Unfall zu dieser Polizeischule gefahren und Zürs hatte dann einen anderen Weg genommen. Er hatte Fotos von dieser Frau gemacht und dem Jungen,als er aus der Schule gekommen war.
    Jetzt saß er in Yasmins Wohnung und überlegte sich den nächsten Schritt, den er machen würde.



    Semir hielt direkt vor Toms Haus. Dieser stieg aus, kam dann noch an die Seitenscheibe und warf ihm und Chris einen kurzen Blick zu.
    "War es das für heute, oder wollt ihr auch noch bei mir im Bett schlafen?"
    Chris schwieg und sah zu Semir,der gerade etwas erwidern wolte,als Kristin aus der Tür kam.
    "Hallo!"
    Tom lächelte,ging auf sie zu, nahm sie in den Arm. Kristin sah verwundert zu Semirs Wagen.
    "Hallo ihr Beiden! Kommt ihr noch mit rein?....Wo ist denn dein Wagen, Tom?"
    "Ach, kleiner Unfall auf der Autobahn, nichts Schlimmes."
    Sie sah ihn erschrocken an und er winkte lachend ab.
    "Keine Sorge,...nur ein bißchen kaputtes Blech. Und da Semir gerade noch bei mir im Büro war,konnte er mich eben noch rumfahren."
    Kristin nickte, sah zu Semir und Chris. Die waren ausgestiegen,um sie zu begrüssen und nickten ebenfalls.
    "Du weisst ja,wie er fährt, Kristin....",grinste Semir ihr zu und warf dabei Tom einen unbemerkten Blick zu. Dieser wusste genau,was dieser Blick bedeuten sollte.
    Du musst es ihr sagen....
    "Ja, kommt doch noch mit rein, Jungs."
    Doch bevor sie antworten konnten, hatte Tom bereits kopfschüttelnd zu Kristin gesehen.
    "Hab ich die beiden auch schon gefragt, keine Chance, Schatz. Die müssen noch die halbe Nacht an ihren Berichten sitzen, weisst du ja noch von mir!" Tom grinste und zog Kristin zum Haus.
    "Bis dann, Semir, Chris! Ach, und danke fürs Fahren!"
    Schon ging er mit ihr hinein und die beiden blieben neben dem Wagen stehen. Chris stieg als erstes wieder ein und warf Semir einen fragenden Blick zu.
    "Guck mich nicht so an....der war schon immer so dickköpfig! Mann!"
    "Soll ich dir was sagen, Semir. Ich hab irgendwie ein ganz ungutes Gefühl."
    "Wegen Zürs?"
    "Ja, deswegen auch. Aber vor allem,weil sich dein Expartner da in ein kleines ,aber feines Lügengeflecht verstrickt. Und seine Frau wird es nicht toll finden,wenn sie es rauskriegt..."
    Semir nickte nur.Dann gab er Gas und fuhr aus der Parklücke.
    "Okay, was machen wir jetzt?"
    "Was meinst du?"
    "Weisst du Chris, woran ich schon den ganzen Tag denken muß? Woher hat Zürs so schnell gewusst, wo er Tom überhaupt findet? Wenn er das heute morgen auf der Autobahn war, dann muß er Tom doch schon von zuhause aus verfolgt haben .Oder zumindest gewussthaben, das er nichtmehr bei der Autobahnpolizei ist und stattdessen Richtung Köln zur Polizeischule fährt..."
    Chris dachte nach und nickte.
    "Du hast Recht. Immerhin hat er sechs Jahre im Knast gesessen, da bekommt man solche Informationen nicht.Und auch nicht, wenn man erst ein paar Stunden draussen ist..."
    "Ja, du sagst es....Es sei denn..."
    "Es sei denn?"
    Und plötzlich fiel es ihnen wie Schuppen aus den Augen!
    "Die Psychotante!...Und du warst mit ihr essen!"
    Chris griff zum Funkgerät.
    "Cobra 11 an Zentrale!"
    "Ja Chris ,Zentrale hört."
    "Hotte, Petra soll uns die Adresse von dieser Gefängnispsychologin raussuchen! Yasmin Wegner!"
    "Alles klar, Chris!"



    Tom trug den letzten Getränkekasten aus Kristins Wagen nach oben und sah sie kopfschüttelnd an.
    "Und wie hast du die Kästen in dein Auto bekommen?", fragte er, während er sie im Flur abstellte. Kristin lächelte nur.
    "Na,vom Einkaufswagen in den Kofferraum...wie sonst?"
    "Kristin, das ist wirklich zu ..."
    "Tom! ich bin einfach nur schwanger,okay? "
    Er nickte,sah sie an und sch?ttelte erneut den Kopf.
    "Ich kann tagsüber einfach nicht auf dich aufpassen,wenn ich im Büro bin."
    Wieder lachte sie. Tom schloß die Haustür ,trug die drei Kästen in den kleinen Abstellraum.
    "Was hälltst du davon, wenn du mit Niklas noch ein paar Tage zu deinen Eltern fährst? Die können dann wenigstens aufpassen, das meinem ungeborenen Sohn bei der unvernünftigen Mutter nichts passiert."
    Schon boxte sie ihn lachend in die Seite.
    "Du meinst sicher,deiner Tochter!"
    "Im Ernst,Kristin, ich mach mir Sorgen....Ausserdem fangen übermorgen die Schulferien an und Niklas würde bestimmt gerne noch mit Opa ein bißchen am Kart schrauben."
    Kristin sah ihn fest an.
    "Kann es sein, dass ich dir genau das vor ein paar Tagen vorgeschlagen habe und du derjenige warst, der mich auf keinen Fall mehr vor der Geburt weglassen wollte?"
    Tom,der gerade den letzten Kasten Apfelschorle wegstellte, wich ihrem Blick aus, schloß die Tür der Kammer und ging zur Küche. Kristin folgte ihm.
    "Tom? Hallo?"
    "...Ja. Ja, ich hör dir zu."
    "Okay, und?"
    "Ja, du hast recht, das habe ich gesagt. Aber...naja, ich habs mir eben nochmal überlegt."
    Jetzt ging sie auf ihn zu, nahm seine Hände, sah ihn an.
    "Tom...was ist los?"



    20.12.06


    Yasmin Wegner öffnete die Wohnungstür und sah Semir und Chris fragend entgegen.
    "Hauptkommissar Gerkhan, Kommissar Ritter...äh,Chris, was kann ich denn noch für sie tun?"
    "Wir hätten da noch ein paar Fragen wegen Leon Zürs. Vielleicht kö?nnen sie uns da weiterhelfen..."
    "Ja?"
    "Können wir kurz reinkommen?"
    "?h,...ja, sicher. Kommen sie."
    Sie gab leicht zö?gernd die Tür frei.
    Kurz darauf sassen sie bei Wegner am Küchentisch und Semir sah sich um. Sein Blick blieb an den beiden benutzten Kaffeetassen auf dem Couchtisch h?ngen und unauffällig machte er eine Kopfbewegung zu Chris. Auch dieser hatte die zwei Tassen bereits bemerkt.
    Yasmin Wegner kam aus der Küche, stellte zwei Gläser und eine Mineralwasserflasche auf den Tisch.
    "So, bitte sehr....Worum geht es denn?"
    "Nun, heute morgen wurde mein früherer Partner auf der Autobahn beschossen. Wir haben Grund zu der Annahme, dass es sich dabei um Zürs gehandelt hat."
    "Ich hoffe, es ist Herrn Kranich nichts passiert?"
    "Nein, er ist okay. Sagen sie, Frau Wegner, wann haben sie das letzte Mal vor der Flucht mit Zürs gesprochen?"
    Sie schien nachzudenken, zuckte dann die Schultern.
    "Genau weiss ich das ohne meinen Terminkalender nichtmehr, aber es muß irgendwann in der letzten Woche gewesen sein."
    "Wie standen sie zu Leon Z?rs?"
    Sie sah Chris nach dieser Frage merkwürdig an und es war einige Sekunden lang still.
    "Was soll diese Frage,Chris?"
    "Hatten sie heute schon Besuch, Frau Wegner?"
    "Nein."
    "Haben sie etwas dagegen, wenn wir uns kurz in ihrer Wohnung umsehen?"
    "Ja.Ja,das habe ich! Was soll das? "
    "Semir war aufgestanden, sah sie fest an.
    "Frau Wegner, wenn wir herausfinden sollten, dass sie Zürs bei seiner Flucht geholfen haben, wird das schwerwiegende Konsequenzen für sie haben."
    Sie lachte jetzt, schüttelte fassungslos den Kopf.
    "Das ist doch absolut lächerlich, Herr Gerkhan. Und ich muß mir das nicht bieten lassen! Bitte verlassen sie meine Wohnung!...Und ich werde mich bei ihrer Vorgesetzten über sie beschweren!"
    Semir nickte nur, hielt ihrem Blick immer noch stand.
    "Ja, tun sie das, Frau Wegner."
    Dann verliessen sie ihre Wohnung.
    Kaum war die Wohnungstür geschlossen, trat Zürs aus der Schlafzimmertür und ging zum Fenster. Von dort sah er die beiden Polizisten davonfahren.
    Yasmin legte ihm einen Arm auf die Schulter.
    "Sie sind weg, Leon."
    "Ja! Aber sie werden wiederkommen! Ich verschwinde....es ist Zeit, sich um Kranich zu kümmern!"
    "Was willst du tun?"
    "Die offene Rechnung begleichen, Baby!"



    Kristin stand vor ihm ,sah ihn an.
    "Rede mit mir,Tom!"
    Tom wich ihrem Blick aus, ging in den Flur und Kristin sah, dass er seine Waffe in die Schublade schob, genau wie schon am Tag zuvor.
    Sie fuhr sich mit den Händen durchs Haar und wusste nichtmehr,was sie noch tun sollte. Irgendetwas war los, sie hatte keine Ahnung,was es war und Tom sprach nicht mit ihr.
    Er drehte sich um, bemerkte ihren Blick und auch, dass sie die Waffe gesehen hatte.
    "Kristin, ich..."
    Nun schüttelte sie den Kopf.
    "Vor ein paar Monaten haben wir uns etwas versprochen, Tom. Dass wir immer über alles reden würden....Und wenn du mich fragst,bist du jetzt gerade dabei, dieses Versprechen zu brechen." Damit drehte sie sich um, ging an ihm vorbei Richtung Tür. Dann drehte sie sich nochmal um,nahm ihre Jacke und öffnete die Wohnungstür.
    "Ich hol Niklas bei Josh ab...und morgen fahre ich nach Remscheid zu meinen Eltern."
    Dann ging sie, die Tür fiel ins Schloß.
    Tom schloss die Augen, knallte die Schublade zu und schlug kurz mit der Faust gegen die Wand.
    "Scheisse..."



    21.12.06, Auf ein Neues! Wo sind die Feedbacks? ;( :]



    Am nächsten Morgen standen Semir und Chris mit fast flehenden Gesichtern vor Anna Engelhardt.
    Doch sie schüttelte nur seufzend den Kopf.
    "Im Leben bekommen wir deshalb keinen Durchsuchungsbefahl für Yasmin Wegners Wohnung,Semir! Nur auf ihren Verdacht hin..."
    "Aber Chefin...wir sind uns sicher, dass sie irgendwas mit Zürs zu tun hat! Wenn wir in ihrer Wohnung vielleicht Fingerabdrücke, Haare oder irgendwas von Zürs finden,dann haben wir den Beweis!"
    "Ja Semir, wenn und vielleicht! Genau diese W?rter kommen im Vokabular des Staatsanwaltes nicht vor. "
    "Chefin, reden sie doch mal mit ihm?!"
    "...Okay! Gut, ich versuche es. Aber viel Hoffnung habe ich da nicht...Ach, wer übernimmt heute morgen überhaupt den Schutz für Tom, wenn sie beide noch hier sind?"
    "Haben Hotte und Dieter übernommen, Chefin.Sollen die sich doch mit ihm streiten....mir hat es nach gestern wirklich gereicht!"
    Damit verließ Semir ihr Büro und Chris folgte ihm achselzuckend. Anna Engelhardt sah ihnen leicht lächelnd nach.



    Tom kam gerade aus dem Bad, als das Telefon klingelte. Niklas war als erster am Hörer, hörte kurz zu und hielt dann Tom den Apparat entgegen.
    "Für dich,Tom. Ein Herr Zürs."
    Tom erstarrte und fühlte ,das sein Herz urplötzlich doppelt so schnell schlug wie eben gerade noch. Dieser Mistkerl machte sich noch nichtmal die Mühe, einen anderen Namen zu nennen! Aus der Küche sah Kristin ihn an.
    Langsam hielt Tom jetzt den Hörer ans Ohr.
    Und die Stimme,die er dann hörte, hätte er aus hunderten wiedererkannt! All die Jahre hatten nichts daran geändert und jede Kleinigkeit von damals war in diesem Moment wieder zurückgekehrt!
    "Hast ja nicht lange gebraucht, Elena zu vergessen,Kranich..."
    Tom schloß die Augen, drehte sich um und spürte trotzdem Kristins Blick im Rücken. Seit gestern Abend hatte sie kein Wort mehr mit ihm geredet....
    Wieder klang Zürs Stimme an sein Ohr.
    "Netter Junge, Kranich! Niklas, nicht wahr?....Und wann kommt das Baby?"
    "Eines sag ich dir,Zürs,wenn..."
    "Keine Sorge,Kranich! Es geht nur um uns beide! Nur wir beide!"
    "Was willst du?!"
    "Wir sind noch nicht quitt!....Erinnerst du dich an das alte Fabrikgelände?"
    "Ja."
    "Du und ich , in einer Stunde! Sechs Jahre hab ich darauf gewartet!Nur wir
    beide!...Ach, und wenn ich nur einen einzigen anderen Bullen sehe oder du nicht kommst, dann werde ich mich doch an deinen Jungen halten,Kranich! Oder an deine hübsche junge Frau, wer weiss!"
    "Ich warne dich..."
    Aber Zürs hatte bereits aufgelegt.
    Tom stand im Flur,ließ das Telefon sinken. Niklas stand neben ihm ,war dabei sich die Schuhe anzuziehen. Kristin kam auf Tom zu.
    "Wer war das?"
    Tom legte das Telefon auf das Sideboard, winkte nur beiläufig ab.
    "Ach...ein alter Bekannter. Nichts wichtiges."
    "Kenne ich ihn?" Wieder ihr fragender Blick. Verdammt nochmal, dachte Tom,ich kann es ihr nicht sagen!
    "Nein",erwiderte er schliesslich "Nein, du kennst ihn nicht."
    Kristin nickte nur,wandte sich ab.
    Tom sah zur Uhr. Denk nach, hämmerte es in seinem Kopf,denk nach und laß dir was einfallen! Einen kurzen Augenblick lang dachte er daran Semir anzurufen, ließ den Gedanken aber sofort wieder fallen. Nein, es war seine Sache! Seine alleine!
    So wie Zürs es gesagt hatte. Es war noch nicht vorbei.
    Entschlossen holte er seine Dienstwaffe aus der Schublade,steckte sie in die Halterung am Gürtel und griff nach seiner Jacke.
    "Warum brauchst du heute deine Waffe, Tom?"
    Niklas Stimme. Sofort stand auch Kristin wieder im Flur.
    "Manchmal benutze ich sie beim Schiesstraining in der Polizeischule. "
    "Kann ich da mal zugucken?"
    "Ja...mal sehen. Vielleicht."
    Dann sah er zu Kristin. Sie schwieg.
    Tom ging auf sie zu, wollte sie in den Arm nehmen,doch sie schob ihn beiseite.
    "Wo gehst du hin?"
    "...Ich werds dir erklären....Bitte Kristin, versteh mich. Ich werds dir erklären."
    "Wann?"
    "Ich liebe dich...und passt auf euch auf,ja?" antwortete er nur, küsste sie und verließ die Wohnung.



    Kristin stand am Fenster,sah ihm nach. Tausend gedanken schossen ihr durch den Kopf. Die Waffe,die er seit zwei Tagen mit sich herum trug, der Autounfall auf der Autobahn gestern, Eben der Anruf. Plötzlich sollte sie zu ihren Eltern fahren, gestern Semir und Chris, die Tom angeblich zufällig nach Hause gefahren hatten. Und auch jetzt stand ein Streifenwagen unten vor dem Haus, es schienen Dieter und Hotte zu sein,die darin sassen. Kristin hatte Angst um Tom, grosse Angst. Und am schlimmsten war, dass er nicht mit ihr reden wollte. Dass sie genau wusste, dass etwas nciht stimmte und ihm doch nicht helfen konnte.
    Tom sah nach oben, sah sie am Fenster stehen. Langsam hob er die Hand, lächelte hinauf. Kristin tat das Gleiche und ihr standen Tränen in den Augen.
    "Mama, kommst du?"
    Sie drehte sich zu Niklas um. Da stand er, lachte ihr zu und wedelte mit seiner Zeugnismappe.
    "Heute sind nur drei Strunden! Und dann grosse Ferien! Wann fahren wir zu Opa?"
    "....Mal sehen,Niki. Heute nachmittag oder morgen,ich weiss noch nicht."
    "Mama?"
    "Ja?"
    "Was hat Tom denn?"
    "Tom?...Wieso?"
    "Weissnicht....Der ist so komisch."
    Kristin winkte schnell ab.
    "Ach, du weisst doch,wie mufflig er morgens ist. Komm, wir m?ssen los."
    Dabei dachte sie, wie gut und genau Kinder doch im Beobachten waren.
    Sie verließ mit Niklas das Haus, fuhr ihn zur Schule. Dann machte sie sich auf den Weg zur PAST. Sie musste herausfinden,was los war. Und es konnte nur mit etwas zu tun haben, was schon länger zurückliegen musste, da war sie sich sicher.



    Tom stieg währenddessen zu Bonrath und Herzberger in den Streifen wagen.
    "Morgen...Seit ihr die Ablösung,ja?"
    "Mensch,jetzt sei doch mit uns nicht sauer.Können wir auch nichts dafür."
    "Ja, schon gut. Tut mir leid....Könnt ihr da vorne noch beim Bäcker halten?"
    "Klar!", Hotte grinste zufrieden,"Bringst du mir zwei Crossants mit ?"
    "Sicher,Hotte..."



    Tom betrat die Bäckerei, sah sich nach den beiden um und verließ dann die Bäckerei durch den zweiten Eingang,der dahinter in eine Ladenpassage mündete.
    Von dort ging er weiter bis zum anderen Passagenausgang,der in einer Seitenstrasse lag. Kurz darauf hielt er ein vorbeifahrendes Taxi an und war verschwunden.



    22.12.06
    Danke für eure Feedbacks! Weiter so! :] :rolleyes:


    Anna Engelhardt hielt ihnen das Papier entgegen. Kaum eine Stunde war seit ihrem Gespräch vergangen. Sie lächelte.
    "Hier haben sie ihren Durchsuchungsbefehl, meine Herren! Und ich hoffe sehr für sie, dass sie bei der Wegner auch etwas finden!"
    Semir griff nach dem Schreiben und war schon aus der Tür.
    "Petra! Schick die ganze Mannschaft mit Spusi zur Adresse von der Wegner! Wir sind schon los!"
    Sie nickte und griff zum Telefon.



    Bonrath saß neben Hotte im Wagen ,sah zur Uhr und wieder hinüber zur Bä?ckerei.
    "Was macht denn Tom solange? Trinkt der da noch Kaffee?"
    Herzberger gähnte und hielt sich den Bauch.
    "Mensch, ich hab auch Hunger..."
    "Hotte, ich seh mal nach. Ist doch komisch..."
    Dieter stieg aus und ging hinüber zur Bäckerei. Kurz darauf kam er zum Wagen gerannt.
    "Was ist denn los?"
    "Du, der ist weg!"
    "Weg?", Hotte sah ihn zweifelnd an "Wie...weg?"
    "Ja, weg eben! Die Verkäuferin hat gesagt, er ist an der Seite den anderen Ausgang raus."
    "Wieso macht er denn das?"
    "Mensch Hotte, keine Ahnung! Wir müssen Meldung machen!"
    "Na, die Chefin wird sich freuen...und Semir erst!"
    Dann nahm er das Funkgerät.



    Yasmin Wegner starrte die M?nner an, die an ihr vorbei ihre Wohnung betraten.
    "Moment mal...was soll denn das?!"
    Chris hielt ihr das Formular vor die Nase.
    "Tja, tut mir leid! Hausdurchsuchung bei ihnen ! Kann ich mal vorbei?"
    "Also, das ist ja wohl..."
    "Ja! Beschweren sie sich doch!"
    Semir war schon einmal durch die Wohnung, sah zu Chris.
    "Keiner hier!"
    Yasmin Wegner nickte nur."Sag ich doch! Ich bin allein!"
    Semir kümmerte sich nicht weiter um sie und wandte sich an die Kollegen von der Spurensicherung.
    "Seht euch jedes Glas an, jeden Teller! Ich will jeden Fingerabdruck,den es hier in dieser Wohnung gibt!"
    In diesem Moment klingelte sein Handy. Es war Engelhardt.
    "Semir, kommen sie ins Büro zurück! Tom ist verschwunden!"
    "Was?!"
    "Ja, sie haben richtig gehört! Und Kristin ist hier!"
    Semir legte auf und sah die Wegner an.
    "Ich kann für sie nur hoffen, dass meinem Freund nichts passiert!"
    Dann rannte er mit Chris aus der Wohnung.



    Tom ließ das Taxi etwas zweihundert Meter von dem alten Gelände entfernt anhalten, bezahlte und ging zu Fuß weiter.
    Hier hatte Zürs vor sechs Jahren vor ihm gelegen und Tom sah all das wieder vor sich. Wie er auf ihn gezielt hatte und Leon Zürs nur kalt gegrinst hatte. Seine Worte `Nun drück schon ab, Bulle`....es hämmerte in Toms Kopf, als wäre es gestern gewesen.
    Er fragte sich, was damals geschehen wäre, wenn er wirklich abgedrückt hätte.
    Vermutlich hätte es eine Untersuchung gegen ihn gegeben,aber niemand hätte ihm etwas anderes als Notwehr nachweisen können....Egal, dachte Tom stumm und lief weiter auf das alte Fabrikgebäude zu.
    Er dachte an Kristin, an das Kind. Zwei Wochen noch, dann würden sie zu viert sein. Und Zürs würde ihm dieses Gü?ck nicht kaputtmachen!



    23.12.06, letzte Fortsetzung vor Weihnachten!


    Chris und Semir rannten zur PAST hinein und gleich weiter in Engelhardts Büro. Kristin war dort und auch Bonrath und Herzberger,die etwas bedr?ppelt zu Boden sahen. Semir warf den beiden einen fragenden Blick zu und Dieter zuckte die Achseln.
    "Er hat uns reingelegt...Wir konnten ja nicht wissen,dass..."
    Kristin unterbrach ihn.
    "Ich will jetzt wissen, was hier los ist?! Mein Mann ist verschwunden, redet nichtmehr mit mir und ihr hier alle anscheinend auch nicht....Semir?"
    Sie sah ihn an und Semir nickte schliesslich. Dann nahm er ihre Hand und zog sie hinüber in sein Büro und schloß die Tür.
    "Willst du einen Kaffee?"
    "Nein...Ich will wissen, was los ist."
    Semir nickte erneut, sah suf ihren Bauch.
    "Wie gehts dem Baby?"
    "Da ist alles in Ordnung. Und jetzt hör auf um den heissen Brei herumzureden. Was ist mit Tom?"
    "...Der Mann,der damals für den Tod von Elena verantwortlich war ist aus dem Knast geflohen, Kristin. Leon Zürs."
    Sie starrte ihn an.Dieser Name, sie hatte ihn doch gerade vorhin geh?rt, als Niklas...
    "Semir! Er hat bei uns angerufen,heute morgen!"
    "Was?!"
    "Ja...ganz sicher! Niki war am Telefon, dann Tom! Und gleich danach ist er gegangen!"
    "Wohin? Kristin,weisst du wo er hin wollte?!"
    Sie schüttelte nur den Kopf, sah ihn verzweifelt an.
    "Nein Semir...er meinte, es wäre nur ein alter Bekannter....Semir, er hat seine Waffe mitgenommen!"
    Semir stürmte aus dem Büro. Die anderen sahen ihm entgegen. Anna Engelhardt kam sofort auf ihn zu.
    "Was ist los?!"
    "Tom ist auf dem Weg zu Zürs! Verdammt, wo?!...Petra, versuche Toms Handy zu orten! Und ich will wissen,ob die Spurensicherung was bei der Wegner gefunden hat! Und ich will diese Wegner hierher haben! Dieter?"
    "Bin schon auf dem Weg!"
    Semir schloß einen Moment die Augen, lief dann zurück zu Kristin. Sie stand bereits in der Tür, blickte ihm entgegen.
    "Semir..."
    Er nickte."Ich weiss, Kristin. Ich ...ich bring ihn dir nach Hause."



    Tom betrat die alte Lagerhalle. Es war völlig still, keine Menschenseele war zu sehen. Tom hielt die Waffe in der Hand, sah sich um.
    Wo, verdammt, steckte dieser Mistkerl?!
    "Okay Zürs, ich bin hier! Wo bist du? " Toms Stimme hallte durch das Gebäude.
    Es blieb still. Tom blieb stehen und wartete. Seine Nerven waren zum Zerreissen gespannt.
    "Steck die Waffe ein, Kranich!"
    Die Stimme kam von hinten und Tom fuhr herum. Da stand er ! Leon Zürs! Sie sahen sich an und Tom fühlte den gleichen Hass wie damals. Es hatte sich nichts geändert! Auf Zürs Gesicht lag ein kaltes unnatürliches Grinsen.
    "Steck die Knarre ein, ich hab auch keine!"
    Tom schwieg., sah ihn weiter an. Zürs breitete die Arme aus, drehte sich um sich selbst.
    "Wenn ich dich hätte abknallen wollen, hätte ich in den letzten beiden Tagen genug Gelegenheit dazu gehabt!"
    "Du bist verhaftet, Zürs. Ganz einfach!"
    Zürs begann zu lachen und wieder hallte es laut durch die Halle.
    "Schön dich wiederzusehen, Kranich! Sechs Jahre ist eine lange Zeit!"
    "Was soll das?Was willst du ?!"
    "Jeden Tag im Knast habe ich nur an dich gedacht! Wenn ich morgens aufgewacht bin, warst du der erste, der in meinen Gedanken war! Jeden Tag, jede Minute!"
    "Das interessiert mich nicht, Zürs!"
    "Ja...ich weiss, Kranich! Denkst du noch an Elena?!"
    "Laß Elena aus dem Spiel!"
    "Warum sollte ich?!", wieder sein Lachen "Sie war immer die Verbindung zwischen uns! Sie, du und ich, Kranich!"
    Tom hob die Waffe. Zürs drehte sich um und ging auf eine Tür zu, die ins Trppenhaus der Halle führte.
    "Bleib stehen!"
    "Haha, was willst du tun, wenn nicht?! Mich von hinten erschiessen?!"
    Er ging weiter. Tom blieb stehen.
    "Was soll das hier werden?!"
    "Ein Spiel! Es ist ein Spiel ,Kranich! Und wenn es zuende ist, wird nur einer von uns übrig sein!"
    Dann hatte er die Tür erreicht, riss sie auf und war dahinter verschwunden. Tom rannte sofort weiter nach links und sprang hinter einem alten Holzstapel in Deckung. In diesem Moment wurde die Tür wieder aufgerissen und Zürs hielt eine Waffe in der Hand.
    "Das Spiel beginnt, Kranich!"



    27.12.06
    Hallo Ihr Lieben! :baby:
    Ich hoffe ihr hattet alle ein sch?nes und gesundes Weihnachtsfest und freut euch jetzt auf eine Fortsetzung!? ;)



    Semir lief wie ein Tiger in der PAST auf und ab. Chris saß neben Petra hinter dem PC und schüttelte schliesslich den Kopf in Semirs Richtung.
    "Toms Handy ist aus, Semir....wäre ja auch zu schön gewesen."
    Semir nickte nur. Sicher, er hatte ja selbst gewusst, dass diese Chance sehr klein gewesen war. Wenn Tom ihn hätte dabei haben wollen,hätte er ihn angerufen und da er es nicht getan hatte,hatte er natürlich auch dafür gesorgt, dass Semir ihn nicht finden konnte...
    Chris brachte es auf den Punkt.
    "Er will es allein klären."
    "...Ich bin sicher, dass Zürs ihm gedroht hat, Chris. Mit Kristin, mit dem Jungen,was weiss ich....Sonst wäre er nicht gegangen. Nicht Tom,so verrückt ist er nicht."
    Chris zuckte die Achseln, sah von Semir zu Petra und zur Chefin,die jetzt ebenfalls neben ihnen stand.
    "Ich kenne Tom nicht so gut wie ihr, Semir. Aber vielleicht, ich meine, vielleicht hat er ja irgendwie auch nur darauf gewartet es Zürs nochmal heimzuzahlen..."
    Anna Engelhardt und Petra schwiegen,doch Semir schüttelte den Kopf.
    "Nein, Chris! Glaub mir, diese Gelegenheit hatte er vor sechs Jahren und er hat es nicht getan. Tom ist aus voller überzeugung Polizeibeamter und das ist er auch heute noch! "
    In diesem Moment kam Bonrath mit Yasmin Wegner herein und brachte sie in das Büro von Chris und Semir.
    "Was war in ihrer Wohnung, Dieter?"
    Bonrath nickte zufrieden. "Ihr hattet Recht! Zürs war dort, überall gibt es Fingerabdrücke."
    Sofort stand Semir der Wegner gegen?ber.
    "Da bin ich aber mal sehr gespannt,wie sie uns das erklären wollen, Frau Wegner?!"
    "...Nun ja, er war da. Ich sollte ihm helfen, er hat mich bedroht!"
    "Verdammt nochmal!", schrie Semir sie an,"Jetzt hören sie endlich auf zu lügen, ich hab genug!"
    Eilig ging Chris dazwischen, während Anna Engelhardt Semir beruhigend eine Hand auf die Schultern legte.
    "Frau Wegner, sie sind vorerst festgenommen. Wegen Verdachts der Fluchthilfe..."
    "Aber ich sagte doch,Zürs hat mich be..."
    "...Und ich rate ihnen dringend, jetzt alles zu sagen,was sie wissen. Leon Zürs ist dabei einen Mord zu begehen und das bedeutet dann auch für sie eine hohe Gefängnisstrafe!"
    Sie sah die Chefin an und schwieg.
    Dann schliesslich nickte sie ....
    "Ich....ich liebe diesen Mann...es klingt verrückt,ich weiss. Aber ich liebe ihn."
    Semir platzte fast der Kragen und nur mühsam gelang es den anderen ihn zurückzuhalten.
    "Verdammt nochmal! Wo ist Zürs?!"
    "Ich weiss es nicht...."
    "Dann überlegen sie gefälligst! Hat er irgendwas gesagt?! Wo er hin ist, wo er sich mit Tom Kranich treffen wird?! "
    Sie schüttelte den Kopf, hatte jetzt Tränen in den Augen.
    "Ich weiss es nicht....und wenn ich es wüsste,ich weiss nicht,ob ich es ihnen..."
    "Ich kann ihnen eines sagen, Frau Wegner", wieder die Stimme der Chefin ,"und das meine ich verdammt ernst.Wenn Hauptkommissar Kranich etwas passieren sollte,werde ich sie persönlich dafür zur Verantwortung ziehen! Darauf können sie sich verlassen! Und dann werden sie Leon Zürs nichtmal mehr im Gefängnis besuchen können! Für Beihilfe am Mord eines Polizisten gibt es viele Jahre Haft!"
    Wieder Schweigen. Yasmin Wegner schien nachzudenken, nickte wie bereits eben zuvor und begann endlich zu reden.
    "..Leon sprach von einer alten Stelle,wo er Kranich bereits einmal gegenüber gestanden hat...ich weiss wirklich nicht,wo. Das müssen sie mir glauben..."
    Semir starrte sie an, überlegte und nickte schliesslich Anna Engelhardt zu.
    "Die alten Lagerhallen! Wo wir Zürs und die anderen damals festgenommen haben!"
    "Ja! Das muss es sein! Fahren sie! Ich benachrichtige das SEK!"
    Semir und Chris waren bereits aus der Tür.



    Die Kugeln flogen Tom nur so um die Ohren. Immer noch war er hinter dem Holzstapel in Deckung und wartete ab. Zürs schien Unmengen an Munition zu haben, dachte Tom, so wie er hier rumballerte.
    Dann endlich war es still. Schliesslich wieder Zürs Lachen.
    "Na, h?ttest du mich besser damals abgeknallt,was?!"
    Tom antwortete nicht, sah sich suchend nach einer besseren Deckung um. Ich muss irgendwie hinter ihn kommen, überlegte er fieberhaft.
    Dann hörte er,wie eine Tür geöffnet und wieder geschlossen wurde. Zürs war im Treppenhaus verschwunden, vermutlich auf dem Weg nach oben. Von dort konnte er aus der ersten und zweiten Etage von der offenen Galerie aus die ganze Halle einsehen. Tom fluchte leise und schlich sich ebenfalls Richtung Treppenhaustür.



    So, kurz vor Mitternacht 8)....kurzer Teil noch speziell für Cologne und cobra 1963 und dann morgen weiter...



    Semirs BMW schoss die Strasse entlang. Chris sah ihn leicht kopfschüttelnd vom Beifahrersitz aus an.
    "Wenn wir deinem Expartner helfen sollen,wäre es schön,wenn wir lebend ankommen würden."
    "Hast du ein Problem mit meinem Fahrstil?"
    "Nee....nicht wirklich. Wie weit ist es noch?"
    "Zehn Minuten."
    Chris nickte, zog seine Dienstwaffe und kontrollierte das Magazin. Semir sah kurz zu ihm rüber.
    "Hör mal, wenn es da gleich irgendwie Schwierigkeiten gibt..., ich will nicht,dass du da auch noch mit reingezogen wirst,Chris."
    Chris Ritter steckte die Waffe zurück ins Gürtelhalfter und grinste Semir nur kurz zu.
    "Also,wenn du mich fragst, Semir, ich bin überzeugt,dass es gleich Schwierigkeiten geben wird!...Und ich bin dein Partner. Also brauchen wir nicht zu weiter darüber zu reden. Gib lieber Gas!"
    Sie sahen sich an und Semir nickte. Und zum allerersten Mal war er sich komplett und ohne Einschränkungen sicher, dass er mit Chris genau den richtigen Nachfolger für Tom gefunden hatte!



    Tom arbeitete sich langsam das Treppenhaus hinauf. Stufe für Stufe, immer auf der Hut, ob Zürs irgendwo auftauchen würde. Aber alles blieb still. Er war wie vom Erdboden verschluckt. Tom hielt die waffe schussbereit in der Hand und erreichte die Tür zur ersten Etage. `Scheisse, hier oder weiter rauf ?` Nach kurzem überlegen entschied er sich fürs weiter Hinaufgehen und lief die nächste Treppe hinauf. `Ich krieg dich, du verdammter Mistkerl`,hämmerte es immer wieder in seinem Kopf und er erreichte die Tür zur zweiten Etage.
    Und da, plötzlich, knallte es! Der Schuss kam von unten,ungefähr aus der ersten Etage. Dazu Zürs Lachen! Tom fühlte nur den harten Schlag am Oberschenkel, riß die Tür auf, rannte die offene Galerie entlang und sprang hinter dem ersten Mauervorsprung in Deckung.
    "Haha, was ist los mit dir, Kranich?! Bist du zu langsam oder kannst du nicht treffen?!"
    Zürs Stimme hallte durch das Treppenhaus.
    Tom stand an die Wand gelehnt und atmete ein paarmal tief durch. Er spürte, wie Blut an seinem Oberschenkel hinunterlief, aber es schien nicht so schlimm zu sein. Zumindest konnte er sein Bein fast normal bewegen.
    Wütend sah er zu der Treppenhaustür, hinter der Zürs irgendwo sein musste.
    Die Tür öffnete sich jetzt langsam und Tom hob die Waffe...



    28.12.06


    Kristin wartete vor der Schule auf Niklas. Lachend kam er ihr entgegen und sie umarmte ihn fest.
    "Endlich Ferien, Mama! Und nur eine einzige Drei auf dem Zeugnis! "
    "Klasse, mein Schatz! na komm, la? uns gehen."
    Er nickte und sie machten sich auf den Weg nach Hause. Kristin dachte ununterbrochen an Tom und wo er nur sein konnte. Sie wollte, dass er anrufen würde, ihr sagte, dass alles okay war....aber das Handy blieb still.
    "Was hast du, Mama?"
    "...Ich? Nichts, Niklas, alles okay."
    "Ist es wegen Tom?...Habt ihr euch gestritten?"
    Sie lächelte ihn an, schüttelte den Kopf.
    "Nein...wie kommst du darauf?"
    "Na heute morgen, als dieser Mann angerufen hat.Das war irgendwie komisch."
    "Wieso? Was hat er denn zu dir gesagt ?"
    "Ach, nur,dass er mit Tom sprechen will....aber es war trotzdem komisch."
    "Naja...Tom wird es uns sicher erz?hlen, was los war...komm,wir gehen nach Hause, Niklas."
    Niklas nickte und sie liefen weiter. Kristin hielt sich dabei kurz den Bauch und verzog unbemerkt das Gesicht. Das Ziehen kam seit heute morgen immer wieder und wurde langsam stärker . Sie schloss einen Moment die Augen. `Nicht jetzt, dachte sie stumm, bitte nicht jetzt...`



    Tom hielt die Waffe im Anschlag und irgendetwas flog durch die einen Spalt weit geöffnete Tür. Kurz darauf war alles voller Rauch und Tom hielt sich sofort ein Taschentuch vor die Nase. Dann lief er in die entgegengesetzte Richtung, um dem Rauch soweit wie möglich zu entgehen.
    Die Schwaden der Rauchbombe verteilten sich und man konnte kaum noch die hand vor Augen sehen. Tom fluchte erneut. Dann sah er mitten in dem Rauch einen Schatten den offenen Gang entlangrennen. Zürs!
    "Hände hoch, Zürs! Gib auf!"
    Zürs fuhr herum und schoss sofort. Tom erwiderte jetzt das Feuer und Zürs schrie auf, liess die Waffe fallen und hielt sich den Oberarm.
    "Scheissbulle!"
    Immer noch war alles voller Rauch. Tom rannte auf ihn zu, die Waffe im Anschlag.
    Sein Oberschenkel schmerzte beim Laufen, aber er k?mmerte sich nicht darum.
    "Die Hände hoch, Zürs! Los! Die Hände!"
    In der selben Sekunde zog Zürs etwas aus dem Ärmel, sprang auf und warf ein Messer auf Tom. Dieser sprang zur Seite und das Messer bohrte sich dicht neben ihm in die Wand. Erschrocken starrte Tom auf das Messer, hob dann erneut die Waffe und sah hinter der Ecke hervor. Zürs, der eben noch auf dem Boden gelegen hatte, war verschwunden.
    "Scheisse!"
    Der Rauch verzog sich langsam und man konnte jetzt wieder einigermassen sehen.
    "So kriegst du mich nicht, Kranich! Da musst du mich schon erschiessen! Nur einer bleibt übrig, so sind die Regeln!"
    "Ich scheiss auf deine Regeln, Zürs!"
    Und da, plötzlich, hörte Tom die sich nähernden Polizeisirenen. Eine Sekunde lang schloss er die Augen. Dann schlich er sich die ein , zwei Meter zum nächsten Fenster und sah hinaus. Ein silberner BMW schoss auf das Fabrikgelände zu. Semir!
    Auch Zürs hatte es bemerkt, lachte wieder.
    "Da kommen deine Bullenfreunde! Hatten wir nicht eine Abmachung?!"
    Tom antwortete ihm nicht, zog sein Handy aus der Tasche, schaltete es ein und wählte Semirs Nummer.



    Semir und Chris stiegen aus dem Wagen, sahen sich um.
    "Ziemlich unübersichtlich."
    Semir nickte.
    "Ja...da vorne in der zweiten Halle, da hat Zürs damals seinen Deal abgewickelt."
    "Na dann los! Die Kollegen müssen ja auch gleich da sein."
    In diesem Moment klingelte Semirs Handy. Er starrte auf das Display.
    "Das ist Tom!....Tom?! Verdammt ,wo bist du?!"
    "Zweite Etage! Und passt auf, der Mistkerl hat anscheinend Waffen aller Art dabei!"
    "Bist du in Ordnung?!"
    "Ja,ja,..."
    Schon hatte er aufgelegt und Semir sah zu Chris.
    "Zweite Etage! Los!"



    Leon Zürs war dicht hinter Tom, konnte ihn aber nirgends entdecken. Fluchend sah auch er jetzt aus dem Fenster.
    "Wenn ich mit dir fertig bin, hol ich mir deine hübsche kleine Frau, Kranich! Weil du dich nicht an unsere Verabredung gehalten hast!"
    Tom hörte Zürs Worte und ballte die Fäuste. Er hörte seine Schritt, die in der leeren Halle so hallten , dass man nicht genau bestimmen konnte,von wo sie kamen. Und plötzlich schien es von überall her zu knallen! Tom duckte sich und hielt reflexartig die Hände über den Kopf, bis er bemerkte, das es nur Feuerwerkskörper waren,die jetzt dicht vor ihm explodierten.
    Dann war auf einmal Zürs da! Wie aus dem Nichts und sicher auch deshalb,da Tom eine Sekunde lang abgelenkt gewesen war,sprang er auf Tom zu und beide gingen zu Boden. Toms Waffe flog davon und Zürs hatte schon wieder ein Messer in der Rechten!



    29.12.06


    Semir rannte die Treppe hinauf, die Waffe schussbereit in der rechten. Chris war dicht hinter ihm,ebenfalls die Dienstwaffe in der Hand.
    Von oben hörte man lautes Knallen und Semir fluchte laut.
    "Verdammt, hoffentlich sind wir nicht zu spät!"
    Beide begannen zu husten, da immer noch die Reste der Rauchbombe im Treppenhaus hingen.
    "Scheisse, brennts hier?!"
    "Muss eine Rauchbombe oder sowas gewesen sein....komm,weiter!"



    Tom und Zürs lieferten sich währenddessen einen Kampf auf Leben und Tod. Es war Tom gelungen Zürs mit einem gezielten Tritt das Messer aus der Hand zu treten und sie wälzten sich beide den Boden entlang.
    Schliesslich trafen Zürs Fausthiebe Tom am Kinn und er flog rückwärts gegen eine Wand. Sofort setzte Zürs nach, trat ihm in die Rippen und Tom schaffte es gerade noch sich seitlich aus der Gefahrenzone zu bringen. Als sich Zürs wieder auf ihn stürzen wollte,sprang Tom nach rechts und konnte seinerseits Zürs zu Boden reissen. Dieser schlug mit dem Kopf gegen einen Eisenstange und blieb ein,zwei Sekunden lang wie bewusstlos liegen. Tom erhob sich langsam und sein Blick suchte nach seiner Waffe.
    In diesem Augenblick jedoch war Leon Zürs bereits wieder auf den Beinen, griff nach der neben ihm liegenden Eisenstange und schleuderte sie auf Tom.
    Tom duckte sich und liess sich gleichzeitig zu Boden fallen, doch trotzdem traf ihn das Endstück der Stange noch an der Schulter. Der Schmerz fuhr ihm durch den ganzen Körper! Zürs lachte!
    "Tag der Abrechnung,Kranich!"
    Dann zog er einen dünnen Draht hervor, ging auf Tom,der immer noch benommen am Boden lag, zu.
    "Ersticken ist ein Scheisstod !"
    Tom sah ihn wie durch einen Schleier auf sich zukommen, als Plötzlich Semirs Stimme durch die Halle schallte.
    "Zürs! Hände Hoch!"
    Leon Zürs fuhr herum, sah in die Mündungen von Semirs und Chris Dienstwaffen.
    Dann drehte er sich wieder zu Tom, ging weiter auf ihn zu.
    "Verdammt, Zürs! Gib auf oder ich schiesse!"
    Zürs schien ihn garnicht zu hören, machte einen weiteren Schritt und warf sich auf Tom,der immer noch am Boden lag. Dann fiel der Schuß! Leon Zürs schrie auf, der Draht entglitt seinen Fingern und er fiel zur Seite.
    Sofort war Chris neben ihm, zog Zürs , der an der Schulter getroffen war,zur Seite und legte ihm Handschellen an. Semir war schon bei Tom.
    "Tom! Hey, was ist mit dir?!"
    Tom versuchte langsam sich aufzurichten, sah zu Semir.
    "...okay, glaub ich..."
    Semir sah ihn zweifelnd an, sah den Blutfleck am Oberschenkel und bemerkte auch, das er wohl ziemliche Schmerzen in der Schulter haben musste.
    Tom winkte nur ab, stand langsam auf und verzog das Gesicht.
    Dann sahen sie sich an, Semir schüttelte den Kopf.
    "Warum hast du es mir nicht gesagt?! Verdammt nochmal!"
    Tom antwortete nicht, sah zu Zürs, der ihm jetzt auch hasserfüllt entgegen sah.
    "Wir werden uns wiedersehen, Kranich! Irgendwann!"
    Bevor Tom antworten konnte, schrie Semir bereits zu Chris.
    "Schaff den Mistkerl hier weg!"
    Chris Ritter nickte nur, zog Zürs hinter sich her Richtung Treppenhaus.
    Semir und Tom blieben zurück, sahen sich an.
    "Wolltest den Helden spielen, was?! "
    "...Wär beinahe schiefgegangen, was ?"
    Semir nickte," Ja, ganz recht!"
    Erneut trafen sich ihre Blicke und Tom nickte leicht.
    "...Danke."
    "Ja! Schon gut...habs Kristin versprochen."
    "Was? Kristin weiss davon?"
    "Jetzt hör aber auf! Sie war auf der Dienststelle! Was hätte ich ihr denn sagen sollen?"
    "...Ja, schon gut..."
    Semir explodierte fast.
    "Nein, es ist nicht gut! Mensch Tom! Das ,das war so verdammt knapp!"
    Tom schwieg, lehnte sich gegen die Wand, schloss die Augen.
    Semirs Handy klingelte.
    "Ja?...Ja Chefin, alles in Ordnung. Tom ist okay....Was?! Ja, ja, mach ich!"
    Er legte auf, sah zu Tom.
    "Los, komm ! Wir müssen! Kannst du laufen?!"
    "Was?...Ja, geht schon. Was ist denn ?"
    "Andrea fährt gerade Kristin in die Klinik!"
    Tom starrte ihn an. Semir grinste kurz und zog in zur Treppe.
    "Na was denn? Kommst du oder nicht?"
    "...In die Klinik...ja, aber..."
    "Ja, bist du schwer von Begriff? Nun komm schon, sonst kommt das Kind noch ohne dich!"
    Tom sah ihn immer noch verständnislos an, folgte Semir dann humpelnd zur Treppe.
    Nur langsam begriff er, was Semir da zu ihm gesagt hatte.


    .
    So, erstmal bis hier! :P
    Was soll es denn werden? Junge oder Mädchen? Bitte um Stimmabgabe im Feedbackbereich. ;) :]



    30.12.06, Fortsetzung :baby:


    Draussen vor den Fabrikhallen lies Tom sich notdürfig die Wunde am Oberschenkel versorgen. Der Arzt sah ihn an.
    "Okay, das muss in der Klinik noch genäht werden. "
    "Sicher,Doktor...später."
    "Was ist mit ihrer Schulter?"
    "...da ist alles bestens." Schon stand er auf , stieg hinten aus dem Krankenwagen und humpelte neben Semir zum Wagen.
    "Beeilung, Semir!"
    Erneut sah er zur Uhr und es ging ihm alles nicht schnell genug. Semir sah ihn grinsend an und dachte knapp drei Jahre zurück, als Ayla geboren wurde.
    "Mensch, gib Gas jetzt!"
    "Ja, mach ich ja! Wir halten aber noch kurz bei dir zuhause, Tom..."
    "Wieso das denn?! Komm, fahr!"
    Semir deutete auf Toms blutverschmierte zerrissene Hose.
    "Ja, willst du so zu Kristin?"
    Tom sah an sich herunter, fuhr sich mit den Händen durchs Haar, sah wieder zur Uhr und nickte.
    "Du hast recht! Ja, sicher! Okay, meinst du, wir schaffen das noch?! Wann hat Andrea Kristin denn..."
    "Hey! Ganz ruhig, ja?! Wir haben alles im Griff! So ein Kind kommt nicht so schnell, glaub mir!"
    "Ach Semir, quatsch mich doch nicht voll ! Fahr einfach ein bißchen schneller!"



    Andrea lief mit Kristin langsam den Gang des Kreissaals entlang. Zwischendurch blieb Kristin immer wieder stehen und versuchte die stärker werdenden Wehen zu veratmen. Andrea hielt ihre Hand, l?chelte ihr aufmunternd zu.
    "Okay?"
    "Ja....Andrea, ich hab solche Angst, das Tom.."
    "Kristin, mach dir keine Sorgen, bitte! Semir findet ihn, bestimmt."
    Sie nickte, versuchte sich wieder auf die Wehen und das Baby zu konzentrieren.
    Es war noch zwei Wochen vor dem Termin, aber der Arzt hatte ihr versichert, dass alles okay war und für das Baby keinerlei Gefahr bestand.
    "...Hast du nochmal angerufen, ob Niki..." Sie blieb erneut stehen und hielt sich den Bauch.
    "Hotte und Dieter haben ihn mit zur Dienststelle genommen. Die werden ihn schon beschäftigen."
    Kristin musste jetzt trotz der schmerzhaften Wehe lächeln. Vermutlich mischte der Junge die ganze Dienststelle auf...
    "...Andrea...ich kann langsam nicht mehr laufen..."
    "Okay, willst du dich hinlegen ? Ich sag der Hebamme Bescheid."
    Sie nickte. Dabei sah sie zur Uhr. Mittlerweile waren sie drei Stunden hier und sie spürte, dass es nicht mehr lange dauern würde. Was war mit Tom, fragte sie sich ununterbrochen. Warum kam er nicht und was war nur passiert....



    30.12.06, 2. Fortsetzung ;)



    Tom rannte durch den Gang der Entbindungsstation. Eine der Hebammen kam ihm entgegen.
    "Herr Kranich?"
    "Ja! Ich, ich möchte zu meiner Frau! Wo..."
    "Ja, kommen sie mit. Hier entlang."
    Tom folgte ihr eilig, blieb dann jedoch vor dem Kreissaal stehen, sah zu Semir.
    "...Semir, ich kann da nicht rein..."
    "Natürlich kannst du, mach schon!"
    "Ja, aber was soll ich ihr sagen....vielleicht will Kristin mich garnicht..."
    "Blödsinn! Los jetzt!...Oder hast du Angst?" Semir grinste und erntete einen bösen Blick des Freundes.
    Die Hebamme lächelte nur, öffnete die Tür , nahm Tom am Arm und zog ihn mit sich.
    "Nun kommen sie mal, Herr Kranich, werdene Väter wie sie sind meine Spezialität!"
    Und Sekunden später stand Tom im Zimmer, sah Kristin in dem Bett liegen, Andrea neben sich. Sofort war alle Nervosität vergessen und er lief auf sie zu, griff nach ihrer Hand.
    "Ich bin da, Schatz!"
    "...Tom!...Bist du...", Sie sah ihn an und er umarmte sie einfach nur.
    "Ja, es ist alles in Ordnung!...Hey,ich bin da!"
    Andrea beobachtete die beiden noch ein paar Sekunden, stand dann auf und verliess leise den Raum.
    Draussen stand Semir im Gang, sah sie fragend an.
    "Und?"
    "Kristin gehts gut, es dauert nichtmehr lange, glaub ich."
    Er nahm sie in den Arm.
    "Ist Tom okay?"
    Semir nickte."Nichts ernstes jedenfalls. Aber es war ziemlich knapp. Zürs ist wieder in Haft."
    Sie setzten sich beide auf eine der Bänke im Flur.
    "Warten wir?"
    "Klar!"



    31.12.06, letzter Teil in diesem Jahr! =)



    Tom sah auf Kristin, auf das Baby und konnte seinen Blick überhaupt nicht mehr woanders hinwenden. Immer noch liefen ihm Tränen über die Wangen und schnell wischte er sich mit den Händen darüber. Kristin sah ihn an, lächelte und blickte ebenfalls wieder zu ihrer neugeborenen Tochter, die auf ihrem Bauch lag und begann an ihren kleinen Fingern zu nuckeln.
    Die Hebamme legte jetzt warme Handtücher über das Baby und sah Tom an.
    "Sie können die Nabelschnur durchschneiden, Herr Kranich..."
    Tom sah auf,sah wieder zu Kristin und der Kleinen und nickte.
    "...Ja...ja,...gerne."
    Kristin musste erneut lächeln und beobachtete ihren Mann, der jetzt recht unsicher neben der Hebamme stand, die ihm eine Schere entgegenhielt.
    "Sind sie sicher, dass ich das auch richtig mache..."
    "Absolut sicher, Papa", erwiderte die Hebamme und sah zu,wie Tom die Nabelschnur durchschnitt. Er war überrascht wieviel Kraft er dafür aufwenden musste und sah dann wieder zu der Kleinen, die in diesem Moment laut zu schreien begann.
    "...Was hat sie denn?", sah er besorgt zu zur Hebamme und Kristin begann zu lachen.
    Die Hebamme wickelte das Baby in die Tücher ein und hob sie hoch. dann sah sie zu Tom und deutete auf den Stuhl neben Kristins bett.
    "So, ich kümmere mich jetzt mal kurz um ihre Frau und sie sich um ihre Tochter."
    "...Ich?.."
    "Ja, sie. Wer denn sonst?"
    Tom nickte und setzte sich. Sekunden später hielt er das erste Mal seine Tochter im Arm und schon wieder stiegen ihm Tränen in die Augen.
    Vorsichtig griff er nach den kleinen Fingern und sofort schloss sich die Hand der Kleinen fest um seinen Daumen. Sie hörte auf zu schreien und fast schien es, als würde sie ihn genau ansehen.
    "Sie sieht aus wie du, mein Schatz", Kristins Stimme und Tom sah auf, sah zu Kristin. Sie nickte.
    Die Hebamme warf ebenfalls noch einen Blick auf das Baby und nickte Tom zustimmend zu.
    "Ja, ihre Frau hat Recht...Sie hat ihre Augen."
    Tom antwortete nicht und bewunderte weiterhin seine Tochter. Niemals hätte er geglaubt, das dieser Moment ihn so überwältigen würde.
    Er sah zu Kristin und für einen Moment dachte er an die letzten Stunde, Tage, daran was passiert war.
    "...Kristin, ich....weisst du, seit vier Tagen hätte ich dir längst etwas erzählen m?ssen und ich..."
    Sie nahm seine Hand, sah ihn fest an und schüttelte den Kopf.
    "Nicht jetzt....jetzt ist es nicht wichtig, Tom."
    "Ich liebe dich....euch!"
    Sie küssten sich. Kristin lächelte.
    "Und ich hatte Recht."
    "Recht?... Womit?"
    "Na, dass wir ein Mädchen bekommen werden!"
    "Ja...",Tom nickte und sah wieder zu der Kleinen in seinem Arm,"...das ist auch gut so. Einen Sohn hab ich ja schon!"
    Die Hebamme kam, hielt ein Namensb?ndchen in der Hand.
    "...So, wie heisst sie denn?"
    Tom sah zu Kristin und sie nickte.
    "Sie heisst Amelie ",sagte Tom glücklich," Amelie Kranich."
    Die Hebamme lächelte "Na dann herzlich willkommen auf dieser Welt, Amelie."



    The end. :rolleyes: :baby: