Anna kam zu Hotte und Dieter. „Herzberger? Bonrath? Ich möchte Sie mit einer Aufgabe betrauen, die wirklich unter uns dreien bleibt.“ Dieter sah Hotte erstaunt an. „Chefin? Was gibt es denn?“ „Ich möchte, dass Sie ab sofort, sobald Semir und oder Chris das Gebäude verlassen, sich ranhängen und sie bzw. ihn nicht aus den Augen lassen.“ „Ähm... aber das geht doch nur, wenn wir nicht auch noch unsere Arbeit machen. Ich meine...“ Anna lächelte. „Ich habe dafür gesorgt, dass Sie beide für die nächste Zeit Innendienst schieben. Also solange die Beiden hier sind.“ Hotte nickte. „Halten Sie es denn für möglich, dass der Typ es noch einmal versuchen wird?“ Anna nickte. „Ja davon geh ich aus. Susanne wird im Krankenhaus von Siggi bewacht. Hotte nickte. „alles klar Chefin“
Semir sah Chris an. „So.... ich hab die Akten von Gehlen hier. Gehlen Senior hat laut dieser Akte nur ein Kind, nämlich Erik. Aber wenn das kein Verwandter ist, dann vielleicht jemand aus den näheren privaten Umfeld. Das wären allerdings eine ganze Liste an Personen die wir abfragen müssten. Das Hausmädchen beispielsweise.“ Chris schüttelte den Kopf. „Nein.... das halte ich für sehr vage. Es muss jemand aus dem sehr nahen Bereich sein. Ich lasse über das Einwohnermeldeamt den Namen Gehlen überprüfen. Allerdings befürchte ich, dass es einige geben wird, die diesen Namen tragen, aber nichts damit zu tun haben. Wenn der Name Gehlen so oft ist.“ „Nun ja... wir können es ja auf NRW beschränken.“ Chris nickte. „Ja.... machen wir erst einmal.“ „Die Frage, die mich seit einigen Stunden beschäftigt ist allerdings.... wenn eine weitere Person Namens Gehlen Rache nehmen will, warum spielt er dann mit uns Katz und Maus?“ Chris sah ihn an. „Ich weiß es nicht.... aber ein solches Verhalten hatte Erik auch. Er spielte mit seinen Opfern.“ „Tja leider bringt es uns nicht wirklich weiter. Ich überlege mir gerade, ob ich Andrea und Aida nicht besser weg schicke.“ „Ja... ich halte es für besser. Ich meine... Gehlen, also der, der uns bekannt ist, war nicht zimperlich. Und dieser ist uns völlig unbekannt.“ Semir griff zum Telefon und rief Andrea an. „Hallo Schatz.... hör mal... Ich weiß du warst erst bei deinen Eltern.... aber..... Was los ist? Nichts. Wirklich....ich ..... Andrea bitte. Ich will dich doch nicht los werden...... Nein. Okay... komm mit Aida zu mir. Ich erkläre es dir hier.... Bis gleich.“ Er legte wieder auf und sah Chris an. „Sie ist schon wieder sauer.“ „Nicht sauer... sie ist besorgt. Und ich wäre es an Ihrer Steller bestimmt auch.“
„Kannst du mir vielleicht mal erklären, warum du mich wieder wegschicken willst?“ fragte Andrea kaum als sie im Büro war. „Andrea.... bitte. Es ist nicht so einfach.“ „Es ist nie einfach, Semir. Was ist los?“ „Gehlen, hat es auf uns abgesehen. Ich habe dir bisher nicht gesagt, was in den letzten Tagen passiert ist, aber ....“ Andrea sah zu Chris. „Das ist doch nicht möglich. Gehlen Senior ist im Knast und der Junior ist tot.“ Semir nickte. „Das wissen wir, aber sieh mal.... wir, also Chris und ich wir werden seit einigen Tagen extrem bedroht. Als erstes hat mal auf uns geschossen. Okay... absichtlich vorbei, aber immerhin... dann wurde ich abgefangen, als ich aus dem Krankenhaus von Susanne kam, Susanne wurde verletzt. Sie hatte keinen Unfall. Es war ein Anschlag, der eigentlich mir und Chris galt. Ein Sprengsatz ist in der Küche ....“ Andrea starrte ihn mit großen Augen an. „Semir? Du hast gesagt, sie sei angefahren worden... warum lügst du mich an? Auf euch ist geschossen worden? Du wurdest dann also auch nicht bei einem Unfall verletzt, sondern...“ Semir nickte. „Ja... Andrea ich wollte nicht, dass du und Aida irgendwie in Gefahr geratet, aber.... ich habe Angst um euch.“ Er nahm Andreas Hand. Sie zog sie weg. „Semir? Was ist mit dir? Meinst du nicht, dass ich auch Angst habe? Was wenn der Typ...“ „Chris passt auf mich auf. Bitte.... lass dich zu deinen Eltern fahren. Hotte und Dieter machen das bestimmt, oder lass dich abholen.“ Er sah sie bittend an. „Okay... ich tue es. Aber ich möchte, dass du dich bei mir meldest.“ Semir nickte. „Werde ich tun. Großes Ehrenwort.“ Andrea nickte. Nur wenig später war Semirs Schwiegervater da. „Semir? Seit du meine Tochter geheiratet hast... ist sie viel öfter bei uns als bei dir? Was machst du denn?“ „Nichts Hubert.... wirklich... absolut nichts. Ich liebe sie und will sie nur schützen.“ „Du? Wie denn, wenn du nicht bei ihr bist?“ „Hubert... ich hab wirklich wichtiges zu tun. Pass mir auf meine beiden Frauen sehr gut auf.“ Er sah ihn an. Hubert nickte. „Ja sicher... aber sei auch vorsichtig, hörst du. Ich hab nämlich keine Lust zu einer Beerdigung zu gehen.“ Semir lächelte. Er mochte die direkte Art von Hubert nicht.