Beiträge von Elvira

    Am Rande des Wahnsinns

    „Tom? Wo seid ihr gerade?“ fragte Andrea über Funk. Tom griff zum Mikro und grinste Semir an. „Wir sind gerade auf dem Rastplatz an der A4. KM 88,5. Was gibt es denn?“ „Dann seid ihr fast richtig. Am Rastplatz bei KM 201 stehen zwei Särge auf dem Parkplatz. Eine Autofahrerin hat es gerade gemeldet. Kümmert euch bitte drum.“ Semir sah Tom fragend an. „Särge? Sagtest du gerade Särge?“ „Ja… zwei Särge, geschmückt mit Kranz und allem.“ „Wir sind unterwegs.“ Sie stiegen ein und Tom gab Gas. „Särge.. wie makaber ist das denn? Ob ein Leichenwagen die Ware verloren hat?“ grinste Semir. „Na… wenn das so wäre, hätten die Trauergäste das sicher schon bemerkt. Mit Kranz und allem drum und dran…. Also nur das eins klar ist. Ich schau nicht rein.“ „Na sehen wir erst einmal. Ich glaub es ist ein Scherz.“ Tom kam zügig voran und schnell hatten sie den Platz erreicht.

    Sie hielten direkt vor den Särgen an, die tatsächlich dort standen. Semir sah Tom mit etwas gemischten Gefühlen an. „Ist aber ein übler Scherz.“ Meinte er dann und Tom nickte nur. Auch ihm war bei der Sache nicht ganz wohl. Aber das war wohl immer so, wenn man einen Sarg sah. Beide hatten schon viele Dinge erlebt, aber dass Särge am Straßenrand standen, das war noch nicht da. Semir stieg aus und ging zum ersten Sarg. Unschlüssig starrte er auf das Braune Ding aus Holz auf dem ein Kranz lag. Er sah zu Tom der den zweiten in Augenschein nahm. Semir sah auf den Kranz und las „In tiefer Trauer…. Alle Kollegen des Autobahnreviers 11“ Er stutzte. „Tom? Kommst du mal?“ Tom kam zu ihm. „Hier sieh mal.“ Tom las… „Aber das ist doch… ist dir ein Todesfall bei uns bekannt?“ Semir schüttelte den Kopf. „Mir auch nicht…. okay…. hast du reingesehen?“ Semir sah ihn an. „Spinnst du?“ „Gut… ähm… wir sollten zunächst die Spusi rufen. Nicht dass hier jetzt ne Bombe drin ist.“ Semir nickte. „Was ist mit dem da?“ er wies auf den zweiten Sarg. „Der sieht genauso aus, wie dieser hier.“ „Gut… zwei Bomben?“ „Wäre ein bisschen übertrieben oder?“ „Was steht denn auf dem Kranz?“ „Hab ich noch nicht gelesen.“ Semir nickte und leckte sich nervös über die Lippe.

    „Okay… was wollen Sie von mir? Soll ich beweisen, dass Sie unschuldig sind? Das Mädchen was die letzteTat überlebt hat, ist für immer ….“ „Ich war es doch nicht. Gerkhan… suchen Sie Claudia Schwers.“ Semir sah ihn an. „Wer ist das?“ „Das ist die Frau, die ich damals vergewaltigt habe. Ich will wissen warum sie nicht selbst vor Gericht ausgesagt hat, sondern warum sie Anja vorgeschickt hat.“ „Das beweißt aber nicht Ihre Unschuld.“ „Ich weiß… aber ich glaube Claudia und Anja treiben ein falsches Spiel.“ Semir stand auf. „Das ist etwas vage…. Ich meine... ich muss meiner Vorgesetzten einen glaubhaften Grund bieten, warum ich den alten Fall auf…“ „Hören Sie auf. Ich weiß doch, dass Sie sich eh damit befassen. Also… kann ich auf Sie zählen?“ Semir sah ihn an. „Scholz…das hier ist kein Spiel. Ich finde den Täter und gnade Ihnen Gott, wenn sich herausstellt, das Sie es waren.“ Walther nickte nur. „Ja ich weiß.“ sagte er nur. Semir verließ den Raum.

    Tom sah auf als Semir rein kam. „Wo warst du denn?“ „Ich? Hab Erkundigungen eingeholt.“ „Ach und wo genau?“ „Was sagt dir der Name Claudia Schwers?“ Tom zuckte mit den Schultern. „Ich habe dich zuerst gefragt wo warst du?“ „Das ist jetzt unwichtig. Tom… wir müssen Claudia Schwers holen und diese Anja….Anja Liebherr.“ „Warum?“ „Ich möchte ein Experiment machen.“ „Semir bitte was soll das Ganze?“ „Das wirst du sehen.“ Tom rollte mit den Augen. „Okay… ich lasse beide holen und dann?“ „Dann legen wir ihr drei Bilder vor. Eins davon zeigt Scholz und zwei davon sind nur Scholz ähnlich.“ „Und was soll das ganze?“ „Ich möchte nur etwas austesten, mehr nicht.“ Tom nickte. „Du drehst jetzt ja wohl durch. Okay… ich spiele mit. Aber erst sagst du mir warum du dieses Theater machen willst.“ „Gut… ich erzähle es dir. Ich habe mit Scholz gesprochen. Er hat zugegeben die Vergewaltigung vor drei Jahren begonnen zu haben. Aber vor Gericht hat diese Anja behauptet ihn wiedererkannt zu haben.“ Tom zuckte mit den Schultern. „Nun das war sicher nicht schwer. Er war ja nicht maskiert.“ „Richtig… aber das Besondere daran ist… es war Claudia, die vergewaltigt wurde und nicht Anja.“ „Das hat dir Scholz erzählt?“ „ja. und ich glaube ihn.“ Tom schüttelte den Kopf. „Sei froh, dass die Chefin das nicht mitbekommen hat.“

    Anna ging am Büro von Tom und Semir vorbei. Sie sah kurz rein und bemerkte anhand der Gestiken, dass beide ein ziemlich heftiges Gespräch führten. Sie wollte nicht stören und ging zu Andrea. „Was ist denn bei den beiden los?“ fragte sie. „Das geht um diesen Scholz. Sie sind sich nicht einig, ob er nun schuld ist oder nicht.“ Anna nickte. „Na das werden die beiden sicher klären. Ich fahre jetzt essen.“ Andrea nickte. Anna verließ das Büro und fuhr weg. Andrea sah ihr hinterher. In diesem Augenblick kam Tom aus dem Büro. „Der spinnt doch“ murmelte er und Andrea lächelte ihn an. „Was habt ihr denn?“ „Ach Semir glaubt das Scholz unschuldig ist… aber die Beweise sagen was Anderes. Es geht nicht in seinen Dickschädel, dass es so ist.“ Tom fluchte. Andrea sah ihn an. „Wenn du dich so ärgerst, dann verlangt Semir doch wieder irgendetwas was dir nicht passt.“ Tom nickte. „Ja genau… ich soll das damalige Vergewaltigungsopfer herholen und die Frau die vor Gericht als diese ausgesagt hat…“ „Aber wieso? Ich meine die Aussage stammt doch von dem Opfer oder nicht?“ „Semir sagt nein und weißt du warum?“ Andrea schüttelte den Kopf. „Weil Scholz es behauptet hat, deshalb.“ „Semir hat mit Scholz gesprochen und ihn nicht verhaftet?“ Tom nickte nur. „Ja…. hat er.“ Andrea schüttelte unverständlich den Kopf. Aber sie wußte auch, wenn Semir Zweifel an etwas hatte, dann war es meist berechtigt.

    Chris schreckte aus dem Schlaf, als sein Handy klingelte. Er sah verschlafen auf das Display. „Semir?“ fragte er erstaunt. „Chris…. Ich…mir…“ Chris hörte sofort dass etwas nicht stimmte und war hellwach. „Semir! Was ist los?“ „Mir ist …nicht so gut…Ich …“ „Semir! Semir!“ Chris warf die Decke beiseite und zog sich hastig an. „Semir! Ich komm zu dir. Hörst du mich?“ von Semir kam nichts mehr. Chris rannte die Treppen runter und sprang in den Wagen. Er fuhr so schnell er konnte nach Semir. Er nahm das Blaulicht zur Hilfe und bekam so freie Fahrt. Dann endlich hatte er das Haus erreicht. Er nahm den Aufzug und trommelte nervös an der Aufzugswand. Es dauerte ihm zu lange bis der Aufzug endlich in der achten ankam. Chris rannte zur Tür und nahm den zweiten Schlüssel unter der Matte hervor. Er schloss auf und sah Semir am Boden liegen. Schnell fühlte er den Puls. Er raste… „Hey… Semir. Komm schon sieh mich an. Komm schon!“ Keine Reaktion von Semir. Chris nahm sein Handy und rief den Notarzt. Nur kurz darauf war der Notarzt zur Stelle. Er untersuchte Semir, leuchtete in die Augen. Dann zog er eine Spritze auf. „Was ist mit ihm?“ „Wer sind Sie?“ „Ich bin sein Kollege. Was ist mit ihm.“ „Nun er zeigt Vergiffungserscheinungen. Ich vermute Strichnin… oder Ahtropin.“ Chris sah ihn an. „Was genau heißt das bitte?“ „Wir müssen herausfinden, was er gegessen hat, getrunken hat, ob er …“ Chris nickte. „Was passiert mit ihm?“ „Er wird ins Krankenhaus gebracht. Intensivstation.“ Chris sah zu wie Semir abtransportiert wurde. Dann sah er in der Küche die Marmelade stehen und Cola. Er nahm beides und fuhr ebenfalls ins Krankenhaus. Er gab dem Arzt die beiden Sachen. „Ich werde es umgehend überprüfen lassen. Ihr Kollege ist stabil.“ „Danke.“ Chris rief Anna an.

    „Er hat Tollkirschen gegessen.“ sagte der Arzt als er Chris und Anna im Flur traf. „Wie bitte?“ „Ja die Marmelade und die Cola waren mit Tollkirschen vergiftet.“ Anna schüttelte den Kopf. „Das darf doch wohl nicht wahr sein. Wie geht es ihm?“ „Nun da wir wissen was er genommen hat, konnten wir ihn erfolgreicher behandeln. Es geht ihm so weit gut. Allerdings hat er noch ein paar Sehstörungen. Er wird sicher zwei drei Tage hier bleiben müssen.“ „Können wir zu ihm?“ Der Arzt nickte. „Aber nicht zu lange.“ Chris sah ihn an. „Ja sicher.“ Sie gingen zu Semir ins Zimmer. Dieser sah ihnen entgegen. „Hey… Semir. Wir sind es.“ „Chris? Sorry… ich wollte dich nicht wecken, aber ich wußte einfach nicht wen ich anrufen sollte.“ „Hey schon gut. Es war richtig, dass du es getan hast.“ „Ich weiß gar nicht genau was los ist. Mir wurde schlecht und dann sah ich kaum etwas… und dann…“ „Tollkirschen.“ „Was?“ „Du bist mit Tollkirschen vergiftet worden.“ „Aber wie? Ich meine…wer?“ „Nun ich weiß es nicht genau, aber ich habe einen Verdacht. Dein Nachbar. Der mit dem Spitfire.“ Semir nickte nur. „Dieser Typ, also wenn es tatsächlich dieser gewesen ist, wie soll er denn in die Wohnung gekommen sein?“ „Na der Schlüssel lag ja unter der Matte. Die Tür war nicht aufgebrochen. Er konnte sich recht frei darin bewegen. Die Marmelade und die Cola vergiften und wieder gehen.“ Semir nickte. „Ja super….“ Der Arzt kam herein. „So, der Patient braucht Ruhe.“ Chris nickte und ging mit Anna raus.


    Ohweia Manuela....

    ich sag es immer wieder.... Männer und Technik.... Zwei Welten treffen aufeinander... Aber sein Vorhaben war wirklich löblich.... =)

    Diana und Walther saßen auf dem Sofa im Hotel. „Glaubst du dieser Gerkhan wird was machen um deine Unschuld zu beweisen?“ „Ich hoffe es. Er ist der einzige, der mir helfen kann. Er zeigte Zweifel. Als einziger. Wir müssen ihn sprechen. Ich werde ihn herholen.“ Diana sah ihn entsetzt an. „Du willst ihn hier her holen?“ Walther nickte und griff zum Handy. „Gerkhan? Kommen Sie zu mir. Wir werden reden.“ … Nein…. Wirklich. Ich möchte mit Ihnen reden, aber allein. Nur Sie und ich.“ … Ich bin im Hotel Seestern. Zimmer 418. Kommen Sie allein.“ Er legte auf. Diana sah ihn an. „Was, wenn er mit Verstärkung kommt?“ „Nun… ich denke er wird allein kommen. Geh du in die Lobby und sag mir Bescheid. Dann kommst du dazu. Wir werden Herrn Gerkhan alles erzählen.“ Diana nickte. Sie ging runter und nur eine Stunde später erkannte sie den Polizisten. „Er kommt allein, Walther.“ gab sie per Handy durch, als Semir in den Fahrstuhl ging.

    Semir steckte sein Handy weg. Er überlegte, ob er Tom Bescheid gegen sollte, dass Walther Scholz sich in Düsseldorf befand. Doch dann entschied er sich dagegen und fuhr allein zum Hotel. Er fuhr in die vierte Etage und suchte das Zimmer 418. Er klopfte an. „Kommen Sie rein.“ Semir betrat das Zimmer. Es war ziemlich groß und er sah den Mann auf der Couch sitzen. „Kommen Sie her und setzen Sie sich.“ „Herr Scholz… Sie wollten mit mir reden. Tun Sie es und gut ist.“ „Setzen Sie sich bitte, Herr Gerkhan. Es redet sich besser.“ Semir setzte sich. „Okay… hier bin ich. Reden Sie.“ Scholz nickte. „Gut… okay. Damals als ich verurteilt wurde… stimmt es. Ich habe eine Frau vergewaltigt. Aber es war nicht die Frau, die dort als Zeugin ausgesagt hat. Diese Frau kannte ich überhaupt nicht….Ich vermute, das wahre Opfer konnte vor Gericht nicht aussagen. Ich habe die Tat bereut, wirklich. Ich habe meine Strafe abgesessen, auch wenn die falsche Frau als Zeugin ausgesagt hat. Ich habe die Strafe verdient. Aber diesmal habe ich nichts getan. Ich schwöre… ich war es nicht. Ich weiß nicht wie meine Spuren dort hingekommen sind.“ „Scholz… alle Beweise, die wir haben, sagen eindeutig dass Sie es waren. Die Frauen sind…“ „ICH WAR ES NICHT!“ brüllte Walther los. Semir zuckte unbewußt zusammen.

    „Cobra 11 an Zentrale. Wir verfolgen einen roten Spitfire. Er bewegt sich auf der A3 in Richtung Leverkusen. Wir benötigen Unterstützung.“ „Zentrale verstanden Verstärkung ist unterwegs.“ „Hier Cobra 19. Semir. Wir sind nicht weit von euch und helfen.“ „Danke Hotte. Wir sind gerade an KM 144 vorbei. Wo seid ihr?“ „Wir sind bei KM 165.“ „Dann stoppt ihn. Aber vorsichtig. Die Chefin will den Wagen unversehrt haben.“ „Verstanden.“ „So tolle Nachbarn hast du da.“ meinte Chris grinsend. „Ja? Normalerweise sind meine Nachbarn nicht so. Na den kriegen wir. Ich schieß auf den Reifen und dann muss er ja anhalten.“ „Semir! Die Chefin will den Wagen in einem Stück zurück.“ „Ja ist doch gut. Ich treffe nur den Reifen.“ „Gut versuch es.“ Semir lehnte sich aus dem Fenster und legt auf den Reifen des Spitfire an. Er drückte ab und der Wagen geriet ins Schlingern. Er brach aus. „Scheiße… brems doch!“ Er war als würde der Fahrer des Spitfire Semirs Schreie hören. Er bremste den Wagen langsam ab. Dann stand der Wagen endlich. Semir sprang raus und legte die Waffe auf den Fahrer an. „So aussteigen!“ fauchte er ihn an. Er half mit der freien Hand nach. Frank sah ihn entsetzt an. „Ja schon gut! Ich mach ja schon.“ Semir stieß ihn auf die Motorhaube und legte ihm die Handfesseln an. Hotte und Dieter kamen ebenfalls an und übernahmen den Mann.

    Der Rest des Tages verlief ruhig und Anna war schon zufrieden, dass endlich der erste Erfolg gegen die Autodiebe sich eingestellt hatte. Semir fuhr gegen acht nach Hause und machte sich das übliche Marmeladenbrot und trank ein Glas kalte Cola. Als er fertig war, griff er zum Telefon und rief Andrea an. „Hey… Schatz. Wie geht es dir?“ fragte er. „Semir. Bist du okay?“ „Ja sicher, sonst könnte ich ja nicht mit dir sprechen. Wo ist denn die Kleine?“ „Na die schläft schon. Ich bin auch müde und gehe gleich schlafen.“ „Ja tu das. Ich liebe dich gib der kleinen einen Kuss.“ „Das mache ich, Semir. Schlaf gut.“ Semir legte auf. Er spürte auf einmal ein komisches Ziehen in der Magengegend. Übelkeit kam auf. Schwindel… Er ging zur Toilette und trank anschließend noch einmal einen Schluck Cola. Er legte sich auf die Couch und versuchte durch Atemübungen die Übelkeit zu besiegen. Es gelang ihm nur schwer. Er schlief ein. Es war jedoch eine sehr unruhige Nacht weil er von Krämpfen geplagt wurde. Er wälzte sich von einer Seite auf die Andere. Ging mehrmals zur Toilette. Dann spürte er, dass er nur verschwommen sah. Verdammt, dachte er, was war das denn jetzt? Er sah auf die Uhr, doch die Ziffern konnte er nicht richtig entziffern. Er musste sich übergeben. Dann griff er zum Handy und rief Chris an. Ihm war klar, dass etwas nicht stimmte. Es dauerte etwas bis er die Nummer wählen konnte.

    Semir und Chris fuhren zurück zur PAST. „Hat sich ziemlich fadenscheinig angehört, oder? Ich meine, dass mit der Geschichte über Gehlen.“ Semir nickte. „Ja ich glaube davon nichts. Wir müssten ihn mal intensiv überprüfen. Oder hast du schon?“ „Ja hab ich. Über die Eltern ist nur bekannt, was er gesagt hat. Sein Vater starb bei einem Autounfall. Seine Mutter wurde dabei verletzt. Er selbst kam zwei Monate zu früh auf die Welt. Seine Mutter ist vor zwei Jahren verstorben. Er hat keine nachweißlichen Kontakt zu Gehlen.“ „Trotzdem…. Ich glaube ihm nicht.“ „Semir… nur weil du ihn nicht magst, heißt es nicht automatisch, dass er ein Verbrecher ist, oder?“ „Nein natürlich nicht. aber trotzdem. Ich werde das Gefühl nicht los, das da doch was ist.“ Chris lächelte. „Na komm…. Es wird Zeit das wir noch was Anderes machen. Der Fall mit dem Autodiebstahl zum Beispiel. Die Chefin hat mich nämlich wieder daran erinnert. Der Spitfire ist immer noch verschwunden.“ „Ja ich weiß.“

    Frank fuhr zu Sören. Dieser sah ihn freudig an. „Und?“ „Es ist erledigt.“ „Sehr gut. Du hast dir etwas Besonderes verdient.“ Frank sah ihn strahlend an. „Was denn?“ „Du darfst dir einen Wagen aussuchen. Ich habe ja einige davon in der Garage stehen.“ Frank und Sören gingen in die Garage. Dort standen Porsche, Jaguar und noch andere Sportwagen in der Reihe. Frank sah sich den Spitfire an. „Den will ich.“ sagte er und wies auf ihn.“ Sören nickte. „Einen schönen Wagen. Gut… nimm ihn dir.“ Frank sah ihn unsicher an. „Na los. Fahr los.“ Frank stieg ein. Sören öffnete die Garage und Frank raste auf die Autobahn. Er gab Gas. Die Beschleunigung war einsame Spitze. Frank drehte das Radio auf volle Lautstärke. Er raste an den Wagen auf der rechten Spur vorbei. Dann tauchte vor ihm ein blauer CLK auf. Er erkannte den Wagen und lachte laut auf.

    Chris sah die Lichthupe hinter ihm. „Hey.. Semir. Sieh mal nach hinten. Kennst du den Wagen?“ Semir tat es. „Das ist doch mein Wagen!“ rief er aus. Chris ncikte. „Wollen wir ihn stoppen?“ Semir nickte. „Ja und zwar nach Vorschrift.“ Chris lachte. Er wies dem hinter ihm fahrenden Spitfirer an ihm zu folgen. Dieser tat es sogar. Semir und Frank stiegen aus und gingen zum Wagen. „Auotbahnpolizei Ritter. Fahrzeugpapiere und Führerschein bitte.“ Semir sah in den Wagen. „Sie?“ fragte er erstaunt, als er den Mann erkannte. Chris sah ihn an. „Du kennst ihn?“ Semir nickte. „Ja… er war gestern im Haus. Also wo ich wohne…. Er ist ein Nachbar.“ Chris nickte. „Nun gut….. Herr Bolzen. Ist das Ihr Wagen?“ „Eine Leihgabe von meinem Chef.“ „Von Ihrem Chef? Wer ist das?“ Frank schwieg. „Semir, ich lasse den Wagen checken.“ Semir sah ihn an. Er fragte sich, was Chris damit meinte, er wußte doch genau, dass der Wagen gestohlen war. Frank sah seine Chance und drückte das Gaspedal durch. Semir hatte eine Hand auf dem Wagen gelegt gehabt und stürzte als der Wagen davon raste. „Scheiße!!“ stieß er aus und besah sich seine Hand. Chris sah ihn an. „Bist du okay?“ Semir presste seine Hand an den Körper und nickte. „Hinterher!“ rief er und sie schwangen sich in den Wagen. Chris nahm die Verfolgung auf.

    Semir sah Tom an. „Hör mal… wenn Scholz wirklich unschuldig ist… was würdest du dann machen?“ Tom verstand nicht. „Wie bitte? Seine Spuren sind überall. Semir sieh es ein. Er ist es und unsere Aufgabe ist ganz klar, ihn zu verhaften und einzusperren.“ „Gut… ich fahre mal.“ „Wohin?“ „Zu Diana Spät.“ „Warum?“ „Weil sie weiß wo Scholz ist. Ich will mit ihm reden.“ „Semir… das ist zu gefährlich. Ich meine..“ „Du willst ihn einsperren, Tom. Ich glaube aber er ist unschuldig. Also…halt mir die Chefin vom Hals, bis ich es beweisen kann.“ Tom schüttelte ungläubig den Kopf. „Du bist unverbesserlich. Okay… aber mehr wie drei Tage bekomme ich nicht raus.“ „Das muss reichen. Diese Sandra konnte sich an etwas erinnern, es ergibt zwar nicht gerade ein Sinn, also jetzt nicht, aber sie erinnerte sich, dass einer der beiden sich gereckt hatte und dabei einen Pfeiffton abgab. Genau so wie ich es mache.“ Tom lachte leise. „Du gibst es zu?“ Semir sah ihn an. „Was? Was meinst du?“ „Du gibst es zu, einen Tick zu haben. Dieses Pfeiffen nervt ganz schön.“ „Ja… aber was kann ich denn dafür?“ „Nun… das ist aber kein Beweis, dass er es nicht war.“ Semir konnte dem nichts hinzufügen. Tom hatte Recht. Es war kein sicherer Beweis.

    Chris fuhr am nächsten Morgen um neun zu Semir und holte ihn an. Semir stand bereits an der Straße und wartete auf ihn. „Na, gut geschlafen?“ Semir nickte. „Ja eigentlich schon. Nur zu kurz.“ „Aber fit genug um den Dienst aufzunehmen, oder?“ Semir nickte. „Ja sicher…. Was machen wir heute?“ „Nun wir fahren zu diesem Sören Rothenburg und werden ihn mal fragen, warum er Gehlen Senior so oft besucht hat.“ Semir nickte. „Nun ja…. ich glaub immer noch, dass er der Anwalt ist. Ich meine vielleicht will er ja ein Wiederaufnahmeverfahren haben und dann wären Gespräche mit einem Rechtsanwalt sicher angebracht, oder?“ „Ja sicher…. Ist allerdings eher unwahrscheinlich. Na wir werden sehen. Frühstücken wir noch irgendwo?“ Semir nickte. „Ja ich hab auch Hunger.“ Chris fuhr in die Stadt und die beiden frühstückten ausgiebig. Dann fuhren sie zunächst zur PAST.

    Frank wartete bis Semir abgefahren war und verschaffte sich mit Hilfe von einem Dietrich Zutritt in die Wohnung. Er nahm die Tollkirschen, die er gesammelt hatte und zerstampfte sie. Dann nahm er aus dem Kühlschrank die Kirschmarmelade und mischte etwas von dem Mus hinein. Saft füllte er in die angebrochene Flasche Cola, die ebenfalls im Kühlschrank stand. Danach machte er alles sauber und entfernte die Spuren. „Dann mal guten Appetit.“ sagte er leise zu sich selbst und verließ die Wohnung wieder. Als er im Wagen saß rief er Sören an. „so ist vollbracht. Ich denke wenn er heute Abend sein Brot genießt, wird er spätestens Morgen Probleme bekommen.“ „sehr gut. Halt ihn im Auge. Ich will das es wirklich klappt.“ „Ja alles klar.“ Frank legte auf und rief seinen Bruder an. Er sagte ihm, dass er heute nicht nach hause käme weil er einen Sonderauftrag hätte. Seinem Bruder war es ziemlich egal. Frank legte auf. Nun musste er nur hoffen, dass der Bulle wirklich das mit Tollkirschengift versetzte zu sich nahm. Wenn nicht, wird er dafür sorgen. Er hatte eine kleine Kamera angebracht und trug den Empfänger des Signals bei sich. Nun hieß es wieder warten bis der Bulle heimkam.

    „Herr Rothenburg? Mein Name ist Chris Ritter von der Kripo Autobahn. Wir hätten ein paar Fragen an Sie.“ Sören sah die beiden Männer an. „Wie kann ich helfen? Ich meine ich war sicher nicht zu schnell unterwegs, oder?“ „Nein… es geht darum, dass wir in einem Fall ermitteln. Es geht dabei um Ludwig Gehlen. Sagt Ihnen der Name etwas?“ „Gehlen? Nein. Sollte er?“ Semir sah den Mann an. „Nun wenn Sie nichts mit Gehlen zu tun haben, warum besuchten Sie ihn in den letzten Tagen drei Mal?“ „Wie? Ich wo denn?“ „Im Gefängnis. Sie stehen auf der Besucherliste, also?“ Sören lächelte ihn an. „Nun gut…. ich besuche ihn, ja.“ „Warum?“ „Das ist meine Sache. Ich denke nicht, dass ich Ihnen darüber Auskunft geben muss, oder?“ „ Sie wissen warum Gehlen im Gefängnis ist?“ „Natürlich. Ich schreibe einen Bericht über Verbrecher. Deshalb war ich bei Gehlen. Sein Fall ging durch die Presse und er hat sich bereit erklärt, mir Auskunft zu geben. Das ist alles.“ Semir nickte. „Für welche Zeitung arbeiten Sie denn?“ „Ich bin freischaffender Reporter. Habe keine feste Anstellung.“ „Haben Sie einen Beweis für Ihre Behauptung?“ Sören sah ihn an. „Beweisen Sie mir das Gegenteil?“ Chris ging zu Sören. „Könnte es nicht eher sein, dass Sie Ihren Vater im Gefängnis besucht haben?“ Sören lachte. „Meinen Vater? Wie kommen Sie denn darauf, Ritter?“ „Herr Ritter. Soviel Zeit sollte sein. Wer ist Ihr Vater?“ Sören lächlete. „Der ist bereits vor meiner Geburt verstorben. Sie können ihn auf dem Friedhog in Leverkusen besuchen, wenn Sie wollen.“

    Tom sah auf, als Semir wieder ins Büro kam. „Und…was haben die Damen erzählt?“ „Nichts Neues. Also nicht wirklich neues. Was hast du herausgefunden?“ „Nun ja…. es ist scheinbar eindeutig, das Scholz der Täter ist. Seine Spuren waren am Opfer. Was mich nur verwundert ist… das die Spuren am Opfer waren aber nicht im Opfer.“ Semir sah ihn an. Er verstand nicht ganz was Tom damit meinte. „Nun ja…. wenn ich eine Frau vergewaltigen würde und sie dann umbringe, weil ich Angst habe, dass sie mich identifizieren kann. Dann würde ich doch besonders darauf achten, keine Spuren zu hinterlassen. Auch keine Spermaspuren.“ Semir nickte. „Ja… und Sandra, das letzte Opfer hat mir eben erzählt, dass eine Frau dabei war. Es waren zwei.“ „Zwei?“ „Ja… sie meint ein Mann und eine Frau. Vielleicht ist dieses ganze wirklich ein Racheakt.“ Tom rieb sich das Kinn. „Das ist allerdings wirklich sonderbar. Aber wegen diesem vagen Verdacht wird die Chefin sicher nicht mehr Zeit rausschinden können. Wir müssen mit Scholz sprechen. Nur dann….“ Tom unterbrach. Semir sah ihn an. „Was dann? Tom? Du führst doch was im Schilde. Du willst Scholz festnehmen, nicht wahr?“ „Semir… er ist schuldig. Es bringt nichts, wenn du nach der Stecknadel suchst. Er ist schuldig.“ „Ach und wer war dann die Frau, die bei der Vergewaltigung dabei war?“ „Vielleicht hat Sandra sich ja geirrt.“ „Würdest du dich in einer solchen Situation an etwas erinnern, was nicht so war? Ich meine … stell dir mal vor…. Dir passiert etwas ganz schlimmes. Du willst dass es aufhört und verdrängst es. Aber dein Unterbewußtsein speichert alles. Jede Kleinigkeit….“ Tom fiel in Gedanken. Er konnte nicht abstreiten, dass an Semirs Theorie etwas Wahres war. „Okay… .gehen wir mal davon aus, das es nicht Scholz war…. wer oder nein… wie sind seine Spermaspuren dann an die Leichen gekommen?“ Semir zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Aber ich gebe erst Ruhe, wenn ich den Täter habe.“ „Gut….dann such du den Täter… ich suche Scholz.“

    Claudia Schwers saß auf dem Sofa und sah Peer an. „Weißt du ich glaube es ist genug gewesen. Dafür wird er für immer einwandern. Wenn wir in Amerika wären, dann würde er zum Tode verurteilt werden.“ sagte sie leise und schmiegte sich an ihren Mann. „Jaa… genau das hat der Kerl verdient. Für das was er Anja angetan hat.“gab er zurück. „Ja… und dafür ist sie mir sehr dankbar. Ich habe damals den Kopf hingehalten. Wenn ich nicht gewesen wäre… hätte sie vor Gericht gemusst. Diesem Typen in die Augen sehen… das hätte sie nicht geschafft. Ich …“ Peer nickte. „Wir werden ihn für immer hinter Gitter bringen.“ Claudia sah ihn an. „Wie konntest du eigentlich die Spuren als DNA auswerten?“ „Nun…ich mache die Untersuchungen ja allein. Und da kann ich schreiben was ich will. Die Bullen sind still und können mit der Auswertung eh nichts anfangen. Ich schreibe die Spuren sind eindeutig diesem Scholz zuzuordnen. Und fertig ist es.“ Claudia nickte. „Ja… und was wenn die diese Ergebnisse genauer in Betracht ziehen. Ich meine wenn die die Akten anfordern, dann…“ Peer lachte leise. „Keine Angst. Das werden die nicht.“

    Tom sah sich die Akte von Scholz an. Er las den gerichtsmedizinischen Bericht. „…hatte das angebliche Opfer die üblichen Verletzungen eines sexuellen Missbrauchs. Im Scheidenbereich befand sich kein Sperma. Dies war maßgeblich auf der Kleidung des Opfers zu finden. Die DNA stammt einwandfrei von Walther Scholz.“ Tom rieb sich die Augen. „Semir du verrenst dich da in etwas. Alle Opfer hatten die DNA-Spuren von Scholz. Gib einfach auf.“ sagte er zu sich. Er legte die Akte beiseite und holte sich einen Kaffee. Andrea saß an ihrem Schreibtisch. Sie sah ihn an. „Sag mal was ist eigentlich mit Semir los? Ist er beleidigt, weil ihn eine Frau eingesperrt hat?“ Tom zuckte mit der Schulter. „Ich weiß nicht. Er sagte mir das Scholz ihm gesagt hat, er sei unschuldig.“ Andrea nickte. „Ja sicher… die Frauen haben sich freiwillig hingegeben. Deshalb sind zwei ja auch tot.“ Tom nickte. „Ja ich weiß. Aber etwas an dem Autopsieberichten stört mich. Ich meine… wenn ich eine Frau vergewaltige und umbringe. Warum sollte ich dann Sperma auf der Kleidung verteilen. Ich würde mich doch selbst verraten.“ Andrea sah ihn an. „Tom… du glaubst doch wohl nicht, das Scholz tatsächlich unschuldig ist, oder?“ „Nein… also eigentlich nicht. Aber ich meine warum hat er die Frauen umgebracht. Doch eigentlich nur, damit er nicht verraten werden kann. Dafür lässt er dann Spermaspuren zurück. Das ist doch…“ „Nun ja… schon richtig. Das ist ziemlich dämlich. Aber mal ehrlich. Männer, die mit dem Geschlechtsteil denken, machen Fehler.“ Tom lachte. „Ja… du musst es ja wissen.“

    Semir saß am Bett des letzten Opfers. „Sandra? Würden Sie mir ein paar Fragen beantworten?“ Sie nickte. „Ja sicher. Wenn es hilf diese Schweine zu finden.“ Semir stutze. „Die Schweine? Waren es mehrere?“ Sandra nickte. „Ja… es waren zwei. Ich werde es sicher nie vergessen. Der eine hat mich festgehalten… und… und …der Andere hat…es war schrecklich. Es war so dreckig…“ Semir nickte. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es Ihnen schwer fällt darüber zu reden. Aber… es ist sehr wichtig.“ Sandra wischte sich die Tränen vom Gesicht. „Ja ich versteh schon.“ „Haben Sie die Täter gesehen?“ „Nur einen. Das war eine Frau.“ „Eine Frau???“ „Ja… ich hab um mich getreten und ich hab sie an der Brust getroffen. Dafür bekam ich den ersten Stich mit dem Messer in den Unterleib. Sie fluchte. Daran hab ich erkannt, dass es eine Frau war. „Haben die Täter miteinander gesprochen?“ „Nein… zumindest habe ich nichts gehört. Ich wollte nur…dass es vorbei ist. Ich habe mir gewünscht zu sterben.“ Semir legte ihr die Hand auf die Schulter. Sandra zuckte zusammen. „Oh…entschuldigung. Ich wollte Sie nicht erschrecken.“ „Schon gut.“ „Ich werde Sie nun allein lassen. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Erholen Sie sich von diesem schrecklichen Erlebnis.“ „Das kannn ich erst, wenn die Typen im Knast sind.“ Semir stand auf und reckte sich. Dabei gab er einen ziemlichen Pfeifton ab. „Was haben Sie da getan?“ fragte Sandra plötzlich. Semir sah sie an. „Wie meinen Sie das?“ „Na eben … diesen Pfeifton.“ „Ich hab mich nur gereckt.“ „Wissen Sie… mir ist eben etwas eingefallen…“ Semir hörte schweigend zu.

    Sören saß in seiner Küche und wartete auf Frank. Dieser kam eine Stunde später. „So ich hab genügend zusammen bekommen.“ Sören nickte. „Das ist gut. So und nun wirst du bei Gerkhan in die Wohnung schleichen, die Sachen mit Tollkirschen versetzen und dann warten wir nur dass etwas in den Nachrichten steht, wie zum Beispiel: „Polizist bei einem schweren Unfall ums Leben gekommen, oder im Koma liegend. Ärzte ratlos… Solche Sachen, verstehst du?“ Frank nickte. „So troll dich!“ Frank verschwand und fuhr zu der Adresse, wo Chris Semir abgesetzt hatte. Nun musste er wissen welche Wohnung von Semir benutzt wurde. Aber wie? Rumfragen wäre sicher sehr auffällig. Dann überlegte er, dass er einfach abwartet, bis der Bulle nach Hause kommt. So setzte er sich nicht weit von der Tür entfernt in sein Auto und wartete ab. Seine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt.

    „So… es ist fast Mitternacht. Ich fahr heim.“ „Du meinst in die Schutzwohnung.“ „Ja sicher… ist ja bereits mein Zuhause geworden. Willst du noch weitermachen oder fährst du mich?“ „Nee… ich fahr dich. Anschließend fahr ich auch heim und leg mich hin. Na komm“ Semir stand auf und sah in das große Büro wo die anderen Kollegen saßen. Dieter und Hotte schliefen am Schreibtisch. „Wir sollten sie nicht wecken.“ „Na aber abmelden müssen wir uns schon.“ Semir nickte und stupste Dieter an. Dieser erschrak und sah ihn verschlafen an. „Dieter wir fahren jetzt in die Schutzwohnung und schlafen. Bis morgen.“ „Gut…. dann können wir auch Feierabend machen.“ Semir nickte. „Dann schlaft gut.“ „Du auch Semir und du Chris. Bis morgen.“ Semir grinste und verließ dann mit Chris die PAST. „Die haben glatt vergessen und zu begleiten.“ lachte er im Wagen. „na … die sind halt nicht mehr die Jüngsten.“ gab Chris zu bedenken. Vor der Schutzwohnung hielt Chris an. „soll ich dich bir zur Tür geleiten, oder schaffst du das allein?“ „Danke… das geht schon. Bis morgen.“

    Semir stieg in den Fahrstuhl und fuhr in die achte Etage in der Kölner City. Mit ihm im Fahrstuhl fuhr ein junger Mann. Semir hatte ihn bisher nie im Haus gesehen. Aber es war ja nicht so, dass er jeden der Bewohner kannte „Welchen Stock wollen Sie?“ fragte er, weil der Mann keinen Knopf gedrückt hatte. „Achter!“ kam zur Antwort. Semir stieg aus. Der Mann kam hinter ihm her. Es gefiel Semir gar nicht, aber dann sah er wie der Mann einen Schlüssel zog. Er schien genau gegenüber zu wohnen. Semir wünschte dem Mann noch einen schönen Restabend dann schloss er die Tür auf und trat ein. Seine Schuhe streifete er schon im Flur ab. Er warf seine Jacke und die Waffe auf die Garderobe und ging ins Wohnzimmer. Dort betätigte er den Lichtschalter. Er ging in die Küche und machte sich ein Marmeladenbrot. Dazu trank er kalte Cola. Er setzte sich kurz vor den Fernseher und zappte sich durch. Doch nur wenig später ging er ins Bett.

    „Semir? Wo haben Sie denn gesteckt`?“ fragte Anna als die beiden eintrafen. „Ähm….ich war… ich hatte…ich musste einen Besuch machen.“ „Was ist mit Scholz?“ „Wir sind dran:“ „Sehr gut. Ich hoffe es geht schnell Schrankmann sitzt mir im Nacken.“ Semir nickte und schon verschwand er mit Tom im Büro. „So und wie willst du herausfinden, ob Scholz tatsächlich unschuldig ist? Er wurde damals rechtskräftig verurteilt.“ Semir nickte. „Ja ich weiß. Das Damlas hat er auch zugegeben. Aber als er mit dort im Schuppen gesagt hat, er hat diesmal nichts getan… also ich weiß nicht. In seiner Stimme das war etwas….ich weiß nicht…“ Tom sah ihn an. „Er war bei dir im Schuppen?“ „Nein… wir haben telefoniert. Aber weißt du…erst wollte ich nicht zuhören, aber irgendetwas hat mich wachgerüttelt. Ich weiß nicht genau was. Aber er …egal. Ich seh mir die Akten durch. Vielleicht finde ich etwas.“ Tom nickte. „Ja mach das. Ich suche weiter nach Scholz. Er ist schuldig und er wird für die Tat ins Gefängnis gehen.“ Semir stand auf und ging. Tom sah ihm nach und schüttelte den Kopf. Wenn Semir sich was in den Kopf gesetzt hatte, dann ließ er nicht mehr los, bis er sich davon überzeugt hatte.

    Semir fuhr zu Anja Liebherr, das Opfer was damals überlebt hatte. Sie war zu Hause und ließ Semir ein, als er klingelte. „Er ist wieder draußen?“ fragte sie. „Ja… seit einiger Zeit schon. Frau Liebherr… Er behauptet diesmal nichts getan zu haben.“ Anja lachte bitter. „Klar…ich hab mir alles eingebildet. Ich hab mich freiwillig vergewaltigen lassen. Er hat mich vor Gericht als Nutte hingestellt. Ich bin keine Nutte. Ich habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen. Glauben Sie ihm mehr als mir?“ „Nein… das tu ich nicht. Aber ich gehe den Spuren nach. Es sind zwei Frauen vergewaltigt und ermordet worden. Eine dritte wird vielleicht niemals Kinder bekommen….“ Anja sah ihn an. „Er hat es wieder getan? Genau wie damals?“ „Das wissen wir nicht. Wir haben DNA gefunden, aber …“ „Dann ist es doch klar. Er war es.“ Semir hörte den Hass aus der Stimme der jungen Frau. „Frau Liebherr… Sie konnten damals den Mann nicht sehen, der Sie….“ Anja schüttelte den Kopf. „Nein…. Er hatte eine Maske auf. Es war dunkel und außerdem …. Ich hatte gewaltige Angst. Ich wollte nur dass es vorbei ist. Es sollte einfach nur vorbei sein. … Bitte gehen Sie. Mir geht es nicht gut.“ Semir nickte. „Es tut mir Leid…“ sagte er noch und ging dann. Er fuhr ins Krankenhaus, wo das letzte Opfer noch behandelt wurde.

    Hotte sah Dieter an. „Siehst du… er weiß es doch.“ Dieter zuckte mit den Schulltern. „Egal.. Der wird uns noch dankbar sein, dass wir es tun.“ Hotte lachte „Ja sicher…. Du rettest ihn oder was?“ „Warum nicht? Ich meine wenn die beiden wirklich auf der Abschussliste stehen und wir… ja genau… stell dir mal vor… wir sind hinter ihnen und sehen wie die beiden beschossen werden. Völlig hilflos sind und dann sind wir da. Wir retten die beiden. Und dann kannst du sehen, wie dankbar sie sein werden. Dann wird Semir uns regelrecht die Füße küssen….“ Hotte lachte. „Ja sicher Super-Dieter rettet die in Not geratenen Kollegen.“ Dieter sah ihn wütend an. „Ja lach du nur. Aber ab morgen werden wir getrennt fahren. Du wirst Semir übernehmen und ich Chris.“ „Wieso?“ „Was wieso?“ „Wieso ich Semir übernehme? Warum nicht du?“ Dieter zuckte nur mit den Schultern.

    Sören sah als er das Gefängnis verließ, wie Chris Ritter dieses betrat. Sie gingen beide aneinander vorbei. Sören sah Chris an. Doch dieser reagierte nicht. Sören lächelte leicht. Als er in seinem Wagen saß griff er zum Handy. Er rief Frank an. „Hör zu…. Du bekommst die erste Aufgabe von mir. Wo wohnt Gerkhan?“ „Ähm…. In Köln. Warum?“ „Weil du und dein Bruder ihn heute Abend besuchen werden. Wir fangen an. Mein Vater hat mir ein paar Tips gegeben und ich denke wir werden langsam beginnen.“ „Ach und was hast du vor?“ „Nun unser Freund Gerkhan hat sicher ein paar Köstlichkeiten im Kühlschrank. Und du kannst ein paar Gifte besorgen, die nicht sofort umbringen, aber schon Probleme bereiten.“ „Hey… ich hab ne Freundin bei der Pharmaindustrie. Die kann mir sicher was besorgen.“ „Du Idiot! Dann kannst du doch direkt zu den Bullen gehen. Nein… mach dich schlau bei ihr und frag sie so ein wenig aus, aber die Sachen besorgst du anders.“ „Ja schon gut. Ich werde sehen, dass ich Tollkirschen sammel.“ „ja… sehr gut…. die Beschwerden sind besonders gut.“ „Dann werde ich morgen welche aus dem Wald holen und sie bei Gerkhan unterbringen….“ „Ja mach das. Vergifte ihn so, dass es erst einmal nicht auffällt. Magenkrämpfe…. Sehschwäche, all solche Dinge.“ Frank sah Sören an. „Wieso machst du nicht kurzen Prozess?“ „Weil es zu langweilig ist, deshalb. Und nun ab.“ Frank ging.

    Am nächsten Morgen saß Semir mit Chris zusammen im Büro als das Telefon klingelte. „Ja? Hartmut? Was hast du rausgefunden?“ „Semir… ich muss dich leider enttäuschen. Es gibt keinen zweiten Gehlen in Reihen von Ludwig Gehlen. Weder weibliche noch männliche.“ „danke Hartmut.“ Er legte auf. Chris sah ihn an. „Nichts.“ „Verdammt. Das gibt es doch nicht. Ich meine wir müssen doch irgendwo ansetzten. Als ich gestern bei Gehlen war, hat der mich dreckig….“ Chris stoppte mitten im Satz. Semir sah ihn fragend an. „Was ist?“ „Ich weiß welche Möglichkeit wir ausgelassen haben.“ „Ach und welche?“ „Na die Besucherliste im Gefängnis.“ „ja…. wenn es wirklich einen Sohn gibt, oder eine Tochter dann hat er oder sie ihn besucht.“ Chris nickte. „Genau.“ Er griff zum Hören und rief in der Verwaltung der Vollzugsanstalt an. Er erklärte was er benötigte und bekam recht schnell die Liste via E-mail zugesendet. Er sah sie sich an. „Also viel Besuch hatte er nicht. Allerdings fällt auf, dass eine Person bereits drei Mal da war. Ein gewisser Sören Rothenburg.“ „Sören Rothenburg? Hmmm…. Nun ja, könnte der Anwalt sein.“ Chris schüttelte den Kopf. „Warum sollte der Anwalt ihn besuchen? Er wurde verurteilt.“ „Stimmt auch wieder. Nun gut, dann sollten wir uns den Herren mal vornehmen. Haben wir eine Adresse?“ „Na die bekommen wir schnell raus.“

    Semir und Tom verließen den Raum. Tom sah ihn an. „Bist du sonst in Ordnung? Siehst ganz schön ramponiert aus.“ „Ja geht schon….“ „Wieviele Helfer hatte sie denn?“ „Ha, Ha…. Die Frau ist eine Kampfmaschine… tja und wie es ausscheint wird sie uns nichts erzählen.“ Anna kam zu ihnen. „Und?“ „Nichts… redet nicht mit uns.“ Anna nickte. „Dann haben wir ein Problem.“ „Chefin… sie hätte mich fast umgebracht.“ begehrte Semir auf. „Ja das ist richig. Dafür dürfen wir sie ja auch festhalten. Besorgen Sie mir Beweise. Ich reize die U-Haft solange aus, wie ich kann.“ Semir schüttelte den Kopf. „Das gibt es doch nicht….wir müssen was finden. Wenn sie in der Villa von Herrhausen war, dann ist ihre Waffe mit der sie auf mich und Natalie geschossen hat sicher auch dort.“ Anna nickte. „Fahren Sie hin und stellen Sie alles auf den Kopf. „Was ist mit der Frau?“ „Darum kümmere ich mich. Ach noch eins Semir…. künftig keine Alleingänge. Ich hasse das.“ „Ja Chefin…“

    Reneé saß auf dem Stuhl und sah einfach in den Raum. Keine Regung, kein Wort. Sie war wütend, dass der kleine Bulle sie so reingelegt hatte. Das wird er mir bezahlen, dachte sie nur. Sie musste hier raus und dann…Die Tür ging auf. „Frau Smirkender. Sie werden vorerst hier bleiben.“ „Ich will meinen Anwalt anrufen!“ „Das dürfen Sie natürlich.“ Bekam sie zur Antwort und wurde zum Telefon gebracht. Sie rief Markwooth an.

    Semir hörte zwar zu, aber es schien ihm nicht zu interessieren. „Sie waren es damals und heute. Wir haben eindeutige Spuren gefunden. DNA- von Ihnen. Und sagen Sie mir jetzt nicht, das wäre ein Zufall...“ „Sie verstehen wohl nicht ganz. Ich habe nichts getan! Kapieren Sie das endlich.“ „Gut... wenn Sie wirklich nichts getan haben, dann stellen Sie sich mir gegenüber. Wir werden reden...Hallo? Scholz?“ „Ja ich höre. Schade, dass Sie mir nicht glauben. Aber nun muss ich Diana erst einmal einen Vorsprung verschaffen.“ „Hören Sie... was soll das denn? Lassen Sie mich hier raus und... Scholz? Hey... hallo?“ Doch es blieb ruhig. Semir steckte zunächst das Handy weg. Er trat gegen die Tür, doch die war stabiler als sie aussah. Semir untersuchte das Fenster. Doch auch hier war es unmöglich... raus zu kommen. Vor dem Fenster war ein Gitter angebracht. „Gut gesichert gegen Ein- und Ausbrecher“ fluchte er leise. Er nahm erneut das Handy und rief Tom an. „Ja wo steckst du denn?“ „Ich....in einer Gartenlaube. Genauer gesagt in einem Geräteschuppen in Köln.“ „Was machst du denn da? Meinst du Scholz hat sichda versteckt oder was?“ „Ich bin eingesperrt worden von Scholz und Spät.“ „Okay.... ich komme wo genau?“ „Ginsterpfad in Köln-Weidenpesch. Gartenkolonie.“ „Ja und wo genau da?“ „Such mich einfach.“

    Tom rief Andrea an. „Hör mal... orte schnell Semirs Handy. Er hat sich einsperren lassen. In Köln Weidenpesch. Ich hab als Straße Ginsterpfad von ihm angegeben bekommen, aber ich denke mal es gibt dort mehr als nur ein Garten.“ „Alles klar. Die Daten laufen. Ich ruf dich an. Fahr schon mal dort hin.“ „Bin schon unterwegs.“ Er fuhr los und brauchte eine knappe halbe Stunde bis er den Ginsterpfad erreicht hatte. Dort stand er und rief Andrea an. „So ich bin da. Wo ist unser Goldjunge?“ „Okay... dein Handy hab ich auch. Ihr seid nicht weit auseinander. Geh den Weg vor dir in nördliche Richtung ungefähr 12 Meter, da müsse dann eine Abzweigung kommen.“ „Ja sehe ich....“ meinte Tom während er den Weg lang ging. „Okay.... geh noch etwas Jetzt nach links.“ Tom ging so wie Andrea ihn leitete. „Jetzt müsstest du eigentlich vor ihm stehen.“ „Ah ja... ich sehe den Schuppen. Danke Andrea.“ Tom legte auf und ging in den Garten hinein. Er stellte sich an den Schuppen und klopfte an. „Ist hier jemand zu Hause?“ „Quatsch nicht und öffne endlich die Tür“ kam es hinter dieser von Semir. Tom grinste und öffnete das Schloss. Semir sah ihn wütend an. „So und nun erkläre mir, bitte was das zu bedeuten hat.“ meinte Tom zu ihm. „Nichts Besonderes.... Scholz ist unschuldig.“ Tom sah ihn an. „Wie bitte?“ „Na... er hat es mir gesagt... er ist unschuldig.“ „Ja sicher und ich bin der Weihnachtsmann.“ murmelte Tom. Semir sagte nichts. „Du glaubst das doch wohl selbst nicht, oder?“ fragte er Semir. „Nein... also eigentlich nicht wirklich. Aber... was... wenn es stimmt? Ich meine wenn er tatsächlich unschuldig ist... das wäre doch...“ „Ach und die DNA-Spuren?“ „Ja das wäre ein Indiz gegen ihn. Aber wieso... ich weiß nicht... wir müssen uns den Fall noch einmal eingehend ansehen. Die Zeugen und das Opfer von damals und heute befragen... einfach...“ Tom nickte. „Also hast du Zweifel an seiner Schuld.“ Semir nickte. „Ja irgendwie schon....“ Sie fuhren zur PAST zurück.

    Chris saß Gehlen im Verhörraum gegenüber. „Weißt du…. Ritter, Jäger oder wie du auch immer heißen magst. Du hast mir mein Leben gestohlen. Du hast meinen Sohn getötet und …“ „Ach kommen Sie. Sie haben dutzende von Mädchen illegal nach Deutschland bringen und zur Prostitution zwingen lassen. Sie haben Tom Kranich ermorden lassen und Bernd Simon. Sie werden das Leben hier hinter Gitter verbringen.“ Gehlen nickte. „Ja… ich weiß. Aber deshalb sind Sie nicht hier, oder?“ „Nein. Und dass wissen Sie ganz genau. Sie haben Ihren zweiten Sohn auf mich und meinem Partner Gerkhan angesetzt.“ Gehlen lachte. „Einen zweiten Sohn? Wo soll der denn herkommen?“ „Hören Sie genau zu. Ihr Sohn hat meinen Partner zusammen schlagen lassen und ihm dann ausgerichtet mir schöne Grüße von Gehlen zu bestellen. Also wer ist es?“ Gehlen sah ihn kalt an. „Glauben Sie wirklich, dass ich Ihnen das sage?“ fragte er. Chris sah die kalten Augen. „Sie würden sich selbst damit einen großen Gefallen tun.“ sagte er. Gehlen lachte lleise. „Was soll das? Ich habe für die drei Morde lebenslänglich bekommen. Für jeden Mord. Ich werden das Gefängnis erst tot verlassen.“ „Gehlen… wer ist hinter mir und Gerkhan her? Wen haben Sie auf uns angesetzt?“ Gehlen schwieg. „Sie denken wirklich, ich hätte damit was zu tun? Vielleicht haben Sie einem anderen Gehlen etwas angetan? Der Name ist ja nicht gerade selten.“ Chris schüttelte den Kopf. „Sie wissen genau, dass es nicht so ist. Also?“ „Ich habe Ihnen nichts zu sagen. Außer…. Passen Sie gut auf sich und Ihrem neuen Partner auf. Man weiß doch wie gefährlich der Job auf der Autobahn ist. Und selbst als Privatmann, ist man den Gefahren ausgeliefert.“ Gehlen stand auf. Der Wärter ließ ihn zurück in die Zelle bringen. Chris musste unverrichteter Dinge wieder abfahren.

    Wenig später saß er mit Semir, den er bei der KTU wiedereinsammelte im Büro. „Gehlen sagt gar nichts.“ Semir nickte. „Wäre ja auch zu schön gewesen.“ Er sah aus dem Fenster und bemerkte das Dieter und Hotte reinkamen. Er grinste Chris an und ging zu den Beiden. „Na? Was macht ihr denn so den ganzen Tag?“ fragte er scheinheilig. „Oh… das übliche. Verkehrsüberwachung, Unfälle aufnehmen, Radarkontrolle…“ Semir nickte. „Ja und Verfolungen und Bewachungen ich weiß.“ Dieter sah ihn an. „Bewachungen? Wie kommst du denn darauf?“ Semir grinste nur und verschwand wieder in seinem Büro. Chris sah ihn an. „Was hast du gemacht?“ „Ich habe nur gefragt, was die beiden den ganzen Tag gemacht haben.“ „Und?“ „Nichts… nur das übliche.“

    Chris fuhr auf das Gelände von der KTU und Semir stieg aus. „So jetzt werden wir es gleich wissen, was unsere beiden Beschützer machen.“ lachte Semir und schlug die Autotür zu. Chris fuhr weiter. Semir tat als ginge er in das Gebäude und sah sich verstohlen nach Dieter und Hotte um. Diese beiden fuhren tatsächlich hinter Chris her. Semir schüttelte den Kopf. Er ging zu Hartmut. „Hartmut!!“ rief er durch das Gebäude. „Ja hier hinten. Ich komme.“ Hartmut kroch aus einem Haufen Blech hervor. „Was machst du denn da?“ „Ach das…. ein Unfall. Der Besitzer sagt, die Bremsen hätten versagt, als er das Stauende gesehen hatte, wollte er bremsen und stellte fest, dass es nicht ging. Nur hat er wohl vergessen das Pedal zu treten. Liegt sicher daran, dass seine Partnerin auf dem Beifahrersitz gerade damit beschäftigt war… Du bist aber nicht wegen dem Unfall hier oder?“ Semir schüttelte den Kopf. „Nein…. Nicht wirklich. Es geht um etwas anderes.“ Hartmut sah Semir an. „Was ist denn?“ „Es geht um Gehlen.“ „Der Mörder von Tom?“ „Nein… der ist ja tot. Der Vater im Knast. Aber Chris und ich… wir werden von einem weiteren Gehlen bedroht. Wir haben alle aufgesucht, die diesen Namen tragen. Aber alles Fehlanzeige. Tja und nun vermuten wir, das der den wir suchen nicht den Namen Gehlen trägt und wir wissen einfach nicht, wie wir herausfinden, dass…“ Hartmut nickte. „Ich verstehe. Du brauchst meine Hilfe. Du suchst einen Gehlen, der nicht Gehlen heißt aber mit Gehlen zu tun hat. Tja…. Wissen wir denn, ob er hier in der Umgebung wohnt?“ „Wird er wohl. Die Anschläge auf und sind ja auf den hiesigen Autobahnen passiert.“ „Okay. Fahr du in die PAST. Ich kümmer mich darum.“ Semir sah ihn an. „Danke Hartmut. Du bist ein As.“ Er ging und rief Chris an.

    Semir sah Diana und hielt ebenfalls an. Auch er stieg aus. Er ging vorsichtig in die Richtung wohin aus sie gegangen ist. Dann sah er sie, wie sie eines der Gärten betrat. Er wartete kurz und lief dann ebenfalls hinein. Er sah sich um. Der Garten war gepflegt und das Häuschen stand offen. Er ging darauf zu. Doch es war leer. Dann sah er einen Geräteschuppen. Auch hier war die Tür offen. Er zog seine Waffe und ging hinein. Der Schuppen war hell und die Fenster mit einem Gitter versehen. Semir sah sich um. Als er ziemlich in der Mitte stand schloss sich die Tür. Semir drehte sich erschrocken um und rüttelte an der Tür. Sie ließ sich nicht öffnen. „HEY! Was soll das denn? Hören Sie doch auf mit dem Blödsinn, Frau Spät. Das bringt doch nichts. HEY!!“ rief er. Doch es kam keine Antwort. Er zog seine Waffe und wollte auf die Tür schießen, dann sah er die Benzinkanister und Farbdosen stehen und er verwarf die Idee. „Frau Spät? Hören Sie… wir können über alles reden, lassen Sie mich raus. Das ist Freiheitsberaubung und schon dafür müssten Sie eingesperrt werden. Bitte…“ Wieder kam keine Antwort. Dafür klingelte sein Handy. „Ja?“ fragte er. „Sie sind Gerkhan?“ „Wer will das denn wissen?“ „Walther Scholz.“ „Hören Sie... wenn Sie veranlasst haben das Frau Spät mich hier einsperrt, dann sollten Sie...“ „Hören Sie mir genau zu, Gerkhan. Nur zuhören. Es wird Ihnen nichts geschehen, ich verabscheue Gewalt.“ „Ja... sicher... Und was ist mit den Frauen, die Sie...“ „Sie sollen zuhören! Setzen Sie sich hin!“ „Danke ich steh lieber.“ „Wie Sie wollen. Okay... ich habe die Frau vergewaltigt, weshalb ich drei Jahre im Knast verbracht habe. Aber jetzt habe ich keiner anderen Frau etwas angetan. Es läuft da draußen irgendein Schwein rum, welches mich in den Dreck zieht. Suchen Sie den wahren Täter. Ich bin es nicht.“