Semir saß auf seinem Bett und nahm sein Handy. Er rief Tom an. Dieser Kalana schien ihn je nach Laune bestrafen zu wollen. Er hatte doch gar nichts getan was diese Strafe gerechtfertigt wäre. Tom brauchte eine Weile bis er sich meldete. „Hey… alles klar?“ hörte er ihn fragen. „Nein…. Ich hab keinen Bock mehr. Dieser Typ schient mich regelrecht zu triezen. Er hat mich eingesperrt.“ erklärte Semir. „Was ist passiert?“ wollte Tom wissen. „Ich habe nur etwas gelauscht. Mehr nicht. Der Typ sperrt mich ins Zimmer im Keller ein. Kein Fenster ohne Gitter. Die Tür abgeschlossen.“ meckerte Semir. „Ich will weg. Diese ganze Scheiße läuft nämlich aus der Reihe. Nichts von dem was Kleine uns erzählt hat passiert. Dieser Kalana ist verdammt ätzend. Was ist das für einer? Warum wollte er das ich dich abknalle?“ fragte Semir der es nicht verstanden hatte. „Ich kenne diesen Typen. Er heißt in Wirklichkeit Stens und ist ein eiskalter Mörder. Er hat damals meinen Freund vor meinen Augen erschießen lassen, als ich ihn der Polizei in die Arme trieb. Deshalb solltest du mich töten. Er wollte sich rächen.“ erklärte Tom leise. „Stens? Warum dann jetzt Kalana?“ wollte Semir wissen. „Er ist nach dem Knast nach Polen abgehauen. Die Kollegen konnten ihn nicht festsetzten. Das ganze ist schon über acht Jahre her. Ich dachte echt, dass ich dieses Thema abharken könnte.“ hörte er von Tom.
Tom sah zu Kleine. „Er will nicht mehr. Und ich finde er hat Recht. Wir müssen aufgeben. Stens lässt sich nicht in die Karten gucken.“ Kleine schüttelte den Kopf. „Nein… wenn er jetzt aufgibt, dann ist alles umsonst gewesen. Er muss erfahren was Stens vorhat.“ Widersprach Kleine. Tom sah ihn an. „Sie wissen doch was er vorhat. Er will die Asservatenkammer leer räumen. Wir schnappen ihn und gut ist.“ Gab Tom zurück. „Gerkhan soll uns mehr Informationen geben. Dann kann er von mir aus abhauen.“ Meinte Kleine gleichgültig. Tom hatte irgendwie das Gefühl, dass dort was nicht stimmte. „Semir…. mach was du für richtig hältst.“ sagte er ins Handy und beendete das Gespräch. Kleine sah ihn entsetzt an. „Was soll das? Wenn er jetzt aufgibt, dann wird er mit Sicherheit auffallen. Rufen Sie ihn an. Er soll da bleiben. Er muss helfen Stens in den Knast zu bringen. Er muss einfach“ schrie Kleine auf einmal. Anna hatte schweigend zugehört. „Kleine… was verschweigen Sie uns?“ fragte sie direkt. Kleine zuckte mit den Schultern. „Nichts… wirklich. Ich will nur dass Alex nicht umsonst gestorben ist. Das ist alles. Stens muss hinter Gitter.“ erklärte Kleine fadenscheinig. „Nein… das ist nicht alles. Wenn Sie mir nicht sofort sagen, was Sie noch wissen, dann werde ich dafür sorgen, dass Semir dort rausgeholt wird. Ich werde das Gebäude stürmen lassen.“ Drohte Anna. „Das können Sie nicht machen. Frau Engelhard… geben Sie mir noch drei Tage… bitte…. Drei Tage.“ Flehte Kleine. Anna schüttelte den Kopf. „Tom Sie rufen Semir noch einmal an. Er soll sehen, dass er dort raus kommt. Das ganze hatte scheinbar nur einen Hintergrund. Kleine weiß es aber er sagt es nicht. Also ist für uns der Fall erledigt. Machen Sie einen Treffpunkt aus und holen ihn ab.“ befahl sie. „Warten Sie… also gut. Stens oder Kalana wie der sich damals bereits nannte hat vor vier Jahren ein Mädchen totgefahren. Es war meine Tochter. Verdammt er ist einfach abgehauen und hat sie schwer verletzt liegen lassen. Er ist einfach weiter gefahren. Sandra ist auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Meine Frau hat mich kurz darauf verlassen, weil sie mit dem Tod unserer kleinen Prinzessin nicht zu Recht kam.“ Erzählte Kleine leise. Tom sah ihn an. „Dann hat das alles nur Rache im Hintergrund?“ fragte er. Kleine nickte. „Ich wusste ja das Stens bzw. Kalana mit Drogen dealte und große Geschäfte machte. Aber ich … verdammt verstehen Sie mich denn nicht? Außerdem habe ich Ihnen doch auch ein Gefallen getan. Sie würden den Mörder Ihres Freundes doch auch nicht laufen lassen wollen. Also? Helfen Sie mir? Drei Tage noch… bitte..“ Er sah von Tom zu Anna.