Beiträge von Elvira

    Semir saß auf seinem Bett und nahm sein Handy. Er rief Tom an. Dieser Kalana schien ihn je nach Laune bestrafen zu wollen. Er hatte doch gar nichts getan was diese Strafe gerechtfertigt wäre. Tom brauchte eine Weile bis er sich meldete. „Hey… alles klar?“ hörte er ihn fragen. „Nein…. Ich hab keinen Bock mehr. Dieser Typ schient mich regelrecht zu triezen. Er hat mich eingesperrt.“ erklärte Semir. „Was ist passiert?“ wollte Tom wissen. „Ich habe nur etwas gelauscht. Mehr nicht. Der Typ sperrt mich ins Zimmer im Keller ein. Kein Fenster ohne Gitter. Die Tür abgeschlossen.“ meckerte Semir. „Ich will weg. Diese ganze Scheiße läuft nämlich aus der Reihe. Nichts von dem was Kleine uns erzählt hat passiert. Dieser Kalana ist verdammt ätzend. Was ist das für einer? Warum wollte er das ich dich abknalle?“ fragte Semir der es nicht verstanden hatte. „Ich kenne diesen Typen. Er heißt in Wirklichkeit Stens und ist ein eiskalter Mörder. Er hat damals meinen Freund vor meinen Augen erschießen lassen, als ich ihn der Polizei in die Arme trieb. Deshalb solltest du mich töten. Er wollte sich rächen.“ erklärte Tom leise. „Stens? Warum dann jetzt Kalana?“ wollte Semir wissen. „Er ist nach dem Knast nach Polen abgehauen. Die Kollegen konnten ihn nicht festsetzten. Das ganze ist schon über acht Jahre her. Ich dachte echt, dass ich dieses Thema abharken könnte.“ hörte er von Tom.

    Tom sah zu Kleine. „Er will nicht mehr. Und ich finde er hat Recht. Wir müssen aufgeben. Stens lässt sich nicht in die Karten gucken.“ Kleine schüttelte den Kopf. „Nein… wenn er jetzt aufgibt, dann ist alles umsonst gewesen. Er muss erfahren was Stens vorhat.“ Widersprach Kleine. Tom sah ihn an. „Sie wissen doch was er vorhat. Er will die Asservatenkammer leer räumen. Wir schnappen ihn und gut ist.“ Gab Tom zurück. „Gerkhan soll uns mehr Informationen geben. Dann kann er von mir aus abhauen.“ Meinte Kleine gleichgültig. Tom hatte irgendwie das Gefühl, dass dort was nicht stimmte. „Semir…. mach was du für richtig hältst.“ sagte er ins Handy und beendete das Gespräch. Kleine sah ihn entsetzt an. „Was soll das? Wenn er jetzt aufgibt, dann wird er mit Sicherheit auffallen. Rufen Sie ihn an. Er soll da bleiben. Er muss helfen Stens in den Knast zu bringen. Er muss einfach“ schrie Kleine auf einmal. Anna hatte schweigend zugehört. „Kleine… was verschweigen Sie uns?“ fragte sie direkt. Kleine zuckte mit den Schultern. „Nichts… wirklich. Ich will nur dass Alex nicht umsonst gestorben ist. Das ist alles. Stens muss hinter Gitter.“ erklärte Kleine fadenscheinig. „Nein… das ist nicht alles. Wenn Sie mir nicht sofort sagen, was Sie noch wissen, dann werde ich dafür sorgen, dass Semir dort rausgeholt wird. Ich werde das Gebäude stürmen lassen.“ Drohte Anna. „Das können Sie nicht machen. Frau Engelhard… geben Sie mir noch drei Tage… bitte…. Drei Tage.“ Flehte Kleine. Anna schüttelte den Kopf. „Tom Sie rufen Semir noch einmal an. Er soll sehen, dass er dort raus kommt. Das ganze hatte scheinbar nur einen Hintergrund. Kleine weiß es aber er sagt es nicht. Also ist für uns der Fall erledigt. Machen Sie einen Treffpunkt aus und holen ihn ab.“ befahl sie. „Warten Sie… also gut. Stens oder Kalana wie der sich damals bereits nannte hat vor vier Jahren ein Mädchen totgefahren. Es war meine Tochter. Verdammt er ist einfach abgehauen und hat sie schwer verletzt liegen lassen. Er ist einfach weiter gefahren. Sandra ist auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Meine Frau hat mich kurz darauf verlassen, weil sie mit dem Tod unserer kleinen Prinzessin nicht zu Recht kam.“ Erzählte Kleine leise. Tom sah ihn an. „Dann hat das alles nur Rache im Hintergrund?“ fragte er. Kleine nickte. „Ich wusste ja das Stens bzw. Kalana mit Drogen dealte und große Geschäfte machte. Aber ich … verdammt verstehen Sie mich denn nicht? Außerdem habe ich Ihnen doch auch ein Gefallen getan. Sie würden den Mörder Ihres Freundes doch auch nicht laufen lassen wollen. Also? Helfen Sie mir? Drei Tage noch… bitte..“ Er sah von Tom zu Anna.

    Kalana sah Höller an. Simon hat mich informiert. Der Parkplatz war sauber. Zu sauber. Er war wie leergefegt.“ sagte er. Höller nickte. „Also ist er ein Bulle.“ stellte er fest. Kalana lachte. „Das steht immer noch nicht fest. Mein Freund hat leider nichts Neues erfahren. Ich denke dass er seine Freunde schon übermittelt hat, was ich vorhabe, aber das ist mir so ziemlich egal.“ Er war kurz still und trank ein Schluck aus dem Glas. „was meinst du wird er jetzt machen?“ fragte er nachdenklich. Höller schloss die Augen. „Wenn er schlau ist, dann wird er versuchen abzuhauen.“ meinte er. Kalana lachte. „Das dürfte ins Auge gehen. Bis zum Tor ja aber die Jungs lassen ihn nicht raus. Meine Anweisungen sind eindeutig gewesen. Er war schon ziemlich durch den Wind, als er bemerkte dass der Treffpunkt nicht stimmte.“ Höller nickte lachend. „Ja und als er erfahren hat, dass du gar nicht nach Polen fährst auch. Was ist mit der Asservatenkammer? Willst du sie wirklich ausräumen?“ fragte er nach. Kalana lachte. „Meinst du ich bin so blöd, dass ich mich den Bullen ausliefere… Nein. Aber ich will dass sie an diesem Tag so richtig beschäftigt sind. Semir unser Freund wird sicher wieder nervös wenn er merkt, dass wir nicht zur Asservatenkammer fahren, sondern wieder nur ein ganz normales Geschäft abwickeln. Wie gehabt, du nimmst dir das Handy und er darf nicht raus. So wird es jedenfalls aussehen. In Wirklichkeit steht ein kleines altes Auto startklar in der Garage. Er kann entkommen….“ grinste Kalana ihn an. Höller lachte laut auf. „Was hast du denn vor? Was willst du mit ihm machen?“ fragte er. „Nun…. Er wird mir helfen, Kranich zu bekommen. Er wird ihn zu mir bringen. Denn ich weiß genau, dass er ihn treffen wird. Wie muss ich mir noch überlegen, aber ich werde es schaffen. Glaube mir und dann werden beide die letzte Reise antreten. Hilf mir dabei…“ Kalana sah Höller an. Dieser nickte. „Ich bin dabei. Dann werde ich mal sehen was unser Freund so treibt.“ sagte er und verschwand. Kalana sah ihm nach.

    Semir hatte sich lang gemacht. Er war müde und schlief schnell ein. Nicht einmal dass die Tür geöffnet wurde bekam er mit. Er schlief tief und fest. Erst am nächsten Morgen, als es laut klopfte schrak er aus dem Schlaf. „Ja… ich komme….“ sagte er verschlafen und duschte erst einmal kalt. Heute war der 10. und in sechs Tagen sollte die Asservatenkammer überfallen werden. Semir hoffte, das Tom alles in die Wege leitete und Höller endlich aus seiner Nähe kam. Außerdem wollte er versuchen mehr Freiheiten zu bekommen. Er wollte heute mit Kalana sprechen auch das Gelände mal allein verlassen zu dürfen. Bisher war Kalana mit Semir doch scheinbar zufrieden. Warum ließ er ihn nicht mehr Freiheiten? Semir zog sich an und ging zum Frühstücken. Alles war wie immer. Die Männer musterten ihn kurz und murmelten einen guten Morgen, dann war Ruhe. Semir aß und sah Höller an. „Ich will gleich mal mit Kalana sprechen!“ forderte er. Höller nickte nur. Es schien ihm egal zu sein. Als Semir fertig war, verließ er den Raum und ging zum Arbeitszimmer. Er klopfte an und wartete bis ein dumpfes „Herein“ zu hören war. „Kalana… ich möchte mit dir reden!“ forderte Semir.

    Kalana nickte. „Aber sicher… was liegt denn an?“ fragte er gleichgültig. „Ich bin jetzt schon seit drei Wochen hier. Ich will die gleichen Freiheiten, wie die anderen. Die dürfen in die Stadt fahren und sich sehr frei bewegen. Ich will auch mal raus!“ forderte Semir. Kalana lächelte mild. „Natürlich… wenn du dich bewiesen hast.“ gab er von sich. Semir sah ihn an. „Bewiesen? Ich habe mich doch schon bewiesen. Ich habe für dich nen Bullen umgelegt! Das ist doch wohl Beweis genug oder etwa nicht? Wenn du mich so behandelst, dann kannst du deinen Scheiß selbst machen!“ Semir wurde lauter. Kalana stellte seine Tasse auf den Tisch und stand auf. Er kam zu Semir und sah ihn in die Augen. „Du fühlst dich also ungerecht behandelt?“ fragte er leise und gefährlich. Semir sah zu Boden. „Nun ja… ich meine… ja eigentlich schon.“ gab Semir leise zu. Kalana lächelte immer noch, aber es war böse. „Nun gut… ich denke darüber nach.“ Er setzte sich wieder und ließ einen ziemlich verdutzten Semir stehen. „Wann erfahre ich wie du dich entschieden hast?“ wollte er wissen. Kalana sah ihn an. „Wenn du gehen darfst wohin du willst, dann weißt du es. Und nun geh!“ befahl Kalana. Semir verließ den Raum und sah kurz darauf Höller zu Kalana gehen. Er schlich sich zur Tür und lauschte.

    „Er will also mehr Freiheiten. Und?“ fragte Höller als Kalana ihn zu sich gerufen hatte. „Ja und ich bin gewillt sie ihm zu geben. Du weißt ja wie ich das meine.“ Höller nickte. Er sah zur Tür. „Was ist?“ wollte Kalana wissen. Höller hob die Hand und machte Kalana zu verstehen weiter zu sprechen. Kalana tat es und Höller ging in Richtung Tür. Mit einem Schwung riss er sie auf und Semir, der direkt an der Tür lauschte fiel in den Raum. „Ach…. Hören wir mit?“ fragte Höller und zog ihn hoch. „Bist wohl etwas zu neugierig was?“ fauchte er ihn an. Semir versuchte sich aus Höllers Griff zu befreien. „Nein… ich hab mein Handy hier liegen lassen und wollte gerade anklopfen…“ redete Semir sich raus und wies auf den Tisch. Dort lag tatsächlich sein Handy. Kalana griff es und gab es ihm. „Noch einmal und du lernst mich von einer ganz anderen Seite kennen, klar? Ich mag es nämlich gar nicht, belauscht zu werden. Geh in dein Zimmer und du wirst es heute nicht mehr verlassen!“ befahl Kalana. Semir sah ihn an und tippte sich an die Stirn. „Wir haben draußen fast dreißig Grad, da bleibe ich sicher nicht im Zimmer“ widersprach er. Kalana sah ihn nur an. Er lächelte böse. „Meinst du das interessiert mich?“ fragte er und wandte sich an Höller. „Bring ihn weg und sorg dafür, dass mein Befehl ausgeführt wird!“ Höller nickte und zog Semir der sein Handy nahm raus. „Hast selbst Schuld! Du kannst froh sein, wenn du dein Handy behalten kannst. An Kalanas Stelle hätte ich es dir abgenommen. Aber er ist der Boss.“ meinte Höller und stieß Semir in sein Zimmer. „Hey… lass dich doch nicht dafür missbrauchen. Lass mich raus…Höller….!“ rief Semir als er die Tür verschloss.

    Gegen 20 Uhr verließ Semir das Arbeitszimmer und ging in seinen Raum. Er schloss die Tür und stellte den Stuhl unter dem Türgriff, damit niemand die Tür öffnen konnte. Er nahm das Handy und rief Tom an. „Semir?“ hörte er ihn fragen. „Ja ich bin’s… hör zu… die haben den Deal völlig umgeworfen, als wir unterwegs waren.“ erklärte Semir. „Ja hab ich mir schon gedacht. Semir… hattest du mich nach dem letzten Anruf noch einmal angerufen?“ wollte Tom wissen. „Nein… nur einmal. Warum?“ kam Semirs Gegenfrage. „Weil danach noch zwei Anrufe von deinem Handy kamen. Ich vermute, dass ich dich enttarnt habe, weil ich dich mit deinem wahren Namen angesprochen hatte. Ich war mir völlig sicher, dass niemand… sieh zu, dass du verschwindest. Und zwar schnell.“ warnte ihn Tom. Semir schloss die Augen. „Deshalb… die sind so sonderbar. Tom…. okay… nicht dein Fehler…. Ich hab mein Handy liegen lassen und...“ erzählte Semir. „Tom… Die wollen am 16. die Asservatenkammer ausräumen.“ gab Semir bekannt. „Wie bitte?“ fragte Tom erstaunt. „Ja... die wollen 38 Kilo Koks rausholen. Verdammt was machen wir denn? Die wollen dass ich den Stoff hole. Warte mal... wenn die wissen, dass ich ein Bulle bin...“ gab Semir zu bedenken. „Nur keine Sorge. Ich glaube nicht, dass die was wissen, aber wir müssen höllisch aufpassen.. Sollen wir an der Asservatenkammer zuschlagen? Wer wird dich begleiten?“ fragte Tom nach. „Höller und ich. Mehr weiß ich nicht. Ihr müsst Höller unbedingt ausschalten. Der ist verdammt misstrauisch. Und wenn mich einer aufdeckt, dann dieser Höller.“ meinte Semir. „Okay... ich kümmere mich drum. Sei vorsichtig, hörst du!“ bat Tom ihn. „Klar doch... …“ kam zum Schluss. Dann endete das Gespräch.

    Tom ging direkt zu Anna die ebenfalls noch im Büro war. „Semir hat sich gemeldet. Die wollen die Asservatenkammer am 16. leer räumen.“ sagte er etwas außer Atem. Anna sah ihn an. „Das ist doch wohl ein Witz. Wie wollen die denn…. das ist ein Test oder?“ fragte sie vorsichtig. Tom zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht. Semir sagte es ginge um 38 Kilo Koks. Ich weiß ja dass wir bei Wehner einiges gefunden haben und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Stens es zurück haben will.“ erklärte Tom. Anna nickte. „Dann werden wir uns Kleine mal einladen. Er muss alles vorbereiten.“ gab Anna zu bedenken. Tom nickte. „Semir sagte mir, dass er es gerne sehen würde, wenn wir bei diesem Geschäft einen gewissen Höller festnehmen. Der scheint nämlich etwas Probleme zu machen.“ Kam von Tom. Anna sah ihn an. „Wenn wir diesen Typen festnehmen und Semir entkommen lassen, dann könnte es aber auch ein Fehler sein. Wir werden Kleine fragen ob er diesen Höller kennt.“ Anna griff zu Telefon und rief Kleine an. Eine halbe Stunde später saß er bei Anna im Büro. „Höller ist ein recht unangenehmer Zeitgenosse. Wir vermuten dass er es war, der Alex beiseite schaffte. Wenn wir ihn festnehmen, dann können wir Gerkhan direkt eine Kugel geben. Wenn Kalana oder wie Sie sagen Stens bemerkt, dass Gerkhan entkommen konnte, zählt er eins und eins zusammen.“ gab er zu bedenken. Anna nickte. „Das dachte ich mir schon. Also wie wollen wir vorgehen?“ fragte sie. Kleine zuckte mit den Schultern. „Wir können auf jeden Fall davon ausgehen, dass diese Sache mit der Asservatenkammer sehr gut durchgeplant ist. Das Beste wäre, wenn wir das Zeug austauschen. Zwei oder drei Kilo Koks, der Rest ist Polyisozionat. Dann wäre die Gefahr wenigstens gebannt.“ erklärte er weiter. Anna war einverstanden. „Tom! Sie und Hartmut werden sich umgehend darum kümmern.“ Tom nickte und verschwand.

    Semir saß in seinem Zimmer und dachte angestrengt nach. Warum wollten die Typen die Asservatenkammer ausräumen? Warum gingen die ein solches Risiko ein. Was wenn das alles nur…. Was sagte Tom? Ob er ihn noch einmal angerufen hatte? Semir griff zum Handy und sah in „Anrufe“. Er sah dass nach seinem Gespräch noch zweimal die Nummer von Tom gewählt wurde. Semir überlegte, was er nun machen sollte. Wenn die Tom angerufen haben und er aus was auch immer für Gründen ihm mit Semir angesprochen hatte, hieß es dass man ihn enttarnt hatte. War die Sache mit der Asservatenkammer vielleicht nur ein Trick? Sicher wollten sie ihn so bloßstellen. Klar… wenn Höller verhaftet wird und er allein zurückkommt, konnte ja etwas nicht stimmen. Also musste er improvisieren. Er und Höller mussten entkommen. Dann war alles sicher. Dann würden auch Kalana und Höller sicher denken, dass er sauber ist. Also musste er Tom anrufen und ihm sagen, dass er den Plan von vorher als hinfällig betrachten sollte. Er schrieb eine SMS und kurz darauf bekam er bereits die Antwort. Tom warnte ihn, nicht zu leichtsinnig zu werden. Das Beste wäre abzuhauen.

    so ich noch mal... also zunächst hört sich das wieder mal nach einer verdammt guten Story an. Aber eins muss ich anmerken... Gewöhne dir an mehr Absätze zu machen. Es ist ziemlich anstrengend wenn da ein so langer Text steht. Und ehrlich gesagt, macht das Lesen dann keinen Spaß weil man schnell aus der Reihe kommt und dann den Faden verliert.. (nur ein kleiner Tipp unter Schreiberlinge) ;)

    Das nächste Fantreffen ist in Planung. Und sobald der Termin spruchreif ist, werden wir ihn natürlich auch im Forum bekannt geben, wie in den vergangenen Jahren. Also einfach zwischendurch mal reinschauen.

    Semir sah wie Kalana die Ware aus dem Kofferraum holte und zum Kunden ging. Höller blieb im Wagen neben Semir sitzen. „So… damit hätten wir wieder jede Menge Süchtige glücklich gemacht.“ grinste er. Semir sagte nichts. Er war immer noch im Gedanken, wieso alles geändert wurde. War es möglich, dass man ihn enttarnt hatte? Nein…, sagte Semir selbst in Gedanken, das kann nicht sein, sonst wäre ich längst nicht mehr am Leben. Die hätten mich beseitigt. Irgendetwas anderes muss passiert sein. „Ist das öfter, dass der Boss sich so kurzfristig umentscheidet?“ fragte er. Höller zuckte mit den Schultern. „Mal ja… mal nein. Dich scheint das ja richtig zu beschäftigen. Warum?“ kam die Gegenfrage. Nun zuckte Semir mit den Schultern. „Nun ja… wäre interessant zu wissen, oder?“ gab er zurück und versuchte dabei gleichgültig zu gucken. Höller lachte laut. „Er ist der Boss. Er kann machen was er will.“ Kalana kam zurück und setzte sich mit einem Koffer, in dem das Geld des Deals war, auf die Rückbank. „Ab nach Hause!“ befahl er. Semir nickte und fuhr los. Nur eine Stunde später waren sie angekommen. „So… das war unser Geschäft. Dann kann der Abend ja beginnen. Trinken wir einen drauf.“ Höller nickte. Er grinste Semir an und nahm ihm den Autoschlüssel ab. „Den brauchst du heute nicht mehr.“ lachte er und stieg dann mit Kalana aus. Semir tat es ebenfalls und ging mit den Männern ins Haus. Als er mit ihnen ins Arbeitszimmer gehen wollte stieß Höller ihn an. „Was willst du?“ fragte er. Semir zuckte mit den Schultern. „Wir wollten doch einen trinken, oder?“ entgegnete er. Kalana sah Höller an und lachte. „Sicher… komm… du darfst auch einen trinken“ sagte er großzügig und nickte Höller zu. „Klar doch… nichts für ungut.“

    Sie setzten sich ins Arbeitszimmer und Kalana schenkte freizügig die Gläser voll. Er beobachtete Semir sehr genau. „Sag mal... wie waghalsig bist du?“ fragte er auf einmal. Semir zuckte mit den Schultern. „Weiß nicht... denke ich wage mir schon einiges.“ gab er zu. „Auch bei der Polizei einzubrechen?“ fragte Höller dazwischen. Semir sah ihn an. „Wie bitte? Bei der Polizei? Da kann ich mir ja selbst ne Kugel in den Kopf schießen.“ meinte Semir verächtlich. Kalana sah ihn an. „Meinst du wirklich? Also bist du zu feige?“ stellte er die Frage. Semir schüttelte den Kopf. „Nicht zu feige. Aber das ist denke ich eine Nummer zu groß. Was wollt ihr denn dort auch holen?“ lachte Semir. Kalana drehte das Glas zwischen seinen Fingern. „Nun ja... dort in der Asservatenkammer liegen 38 Kilo Koks. Es gehört eigentlich mir und ich will es zurückhaben. Du und Höller werdet es besorgen.“ Er nahm einen Schluck und sah Semir an. „Wann?“ wollte Semir wissen. „Sagen wir nächste Woche am 16.“ gab Kalana bekannt. „Warum am 16.?“ harkte Semir nach. „Weil dann die Asservatenkammer nicht voll besetzt ist. Ein einziger Beamter macht Dienst und dann ist es ein einfaches Spiel. Der Beamte wird außer Gefecht gesetzt und ihr zwei holt die Ware raus. Einfach rein und schnell raus. Traust du dir das zu?“ fragte Kalana erneut. Semir nickte. „Sehr gut....“ gab Kalana von sich und prostete den Beiden zu.

    lol gut dann macht Tante Elli auch mal einen Kommentar... :D


    fängt schon sehr gut an. Aber du kennst mich ...es ist viel zu wenig, dass man eine ausführliche Meinung geben kann... Also mach hinne.... ich bin gleich im Büro und dann will ich bitte zur Mittagspause noch was Neues lesen.... :D;)

    Die Zeit verging und Tom war mit dem SEK immer noch am Rastplatz wo die Übergabe stattfinden sollte. Wieder schaute er auf die Uhr. Halb drei…., dachte er. Es tat sich nichts. „Verdammt... da stimmt doch was nicht.“ fluchte er und am liebsten hätte er Semir angerufen. Er hielt sich zurück. Stattdessen rief er Anna an. „Chefin...jetzt ist ganz klar, es stimmt was nicht. Semir sagte Rastplatz Knappsack. Aber hier stehen wir uns die Beine in den Bauch. Es passiert gar nichts. Was wenn er aufgeflogen ist?“ fragte er und man spürte die Unruhe in seiner Stimme. „Tom... ich befürchte es fast. Kalana bzw. Stens ist nicht nach Polen gefahren. Wenn das Geschäft geplatzt ist, hätte Semir uns sicher informiert. Wir müssen davon ausgehen, dass es eine Finte war. Sie brechen bitte ab und kommen zurück. Wir müssen uns die nächsten Schritte überlegen. Ist Kleine noch bei Ihnen? Wenn ja, bringen Sie ihn direkt mit.“ erklärte Anna sachlich. Tom nickte „ Kleine ist gerade abgefahren. Sie rufen Ihn am besten an. ... dann komm ich direkt zurück.“ Er beendete das Gespräch und hob eine Hand. Das hieß für das SEK, es ist erledigt und man rückt ab. Wenig später war der Rastplatz leer. Tom kam zwanzig Minuten später in die PAST. Kleine saß bereits bei Anna im Büro. Tom stürmte herein und sah Kleine böse an. „Ich wusste doch gleich, dass es schief läuft. Verdammt... was ist denn da passiert?“ fragte er. Kleine zuckte mit den Schultern. „Wir haben nichts anderes gemacht, als das was Herr Gerkhan weiter gegeben hat. Ich vermute, dass er die Seiten gewechselt hat. Immerhin geht es ja um große Summen.“ Mutmaßte Kleine und sah Tom an. Anna glaubte nicht richtig zu hören und stand langsam auf. „Passen Sie mal auf, Herr Kleine... Sie sind zu uns gekommen und baten uns um Hilfe. Herr Gerkhan hat sich bereit erklärt für Sie in die Höhle des Löwen zu gehen. Kurz darauf wird Ihr Informant tot aufgefunden...“ sagte sie beherrscht. Kleine unterbrach sie. „Vermutlich hat Herr Gerkhan Alex verraten. Wie sonst sollte es auf einmal sein, dass er auffliegt? Er war ein sehr guter Mann und schon seit einigen Jahren in den Reihen.“ warf er dazwischen und erwischte Anna damit auf dem falschen Fuß. „... Herr Kleine.... ich warne Sie? Ich habe verdammt gute Kontakte nach ganz oben. Wenn Sie vermuten dass Herr Gerkhan korrupt ist, dann sind Sie auf dem falschen Dampfer. Wagen Sie es nicht ihn in den Dreck zu ziehen, sonst lernen Sie mich von einer ganz anderen Seite kennen. Haben Sie mich verstanden?“ Die Wut war deutlich zu hören. Kleine warf einen Blick zu Tom und dann wieder zu Anna.

    „Es liegt mir fern, die Arbeit des Herr Gerkhan zu kritisieren. Aber wir müssen bei den Tatsachen bleiben....“ fing er an. Tom nickte. „und vermutlich wissen Sie wie die sind, oder?“ fragte er etwas bissig. Kleine nickte. „Natürlich. Also vermutlich... Herr Gerkhan ist unvorsichtig geworden. Ich nehme an Kalana wird ihm das Handy abgenommen haben und dann hat der die Wahlwiederholung betätigt und hatte Sie an der Strippe. Sie sagten ja, dass Sie ihn mit „Semir“ angesprochen haben, weil Sie natürlich die Nummer gesehen haben... stimmt es? Ich meine es ist nur eine Vermutung. Aber sie liegt nahe und würde erklären warum Herr Gerkhan sich nicht mehr meldet.“ Er sah Tom über seinen Brillenrand an. Tom nickte. „Ja verdammt..... das würde ja heißen, dass ich ihn enttarnt habe....“ stieß er erschrocken aus. Anna sah von einem zum Anderen. „Wenn das so ist, dann... kann es natürlich sein, dass die Übergabe an einem anderen Platz vorgenommen wurde. Semir wird davon nichts wissen und konnte uns nicht informieren.“ kam von ihr. Sie ließ sich langsam in ihren Stuhl sinken. „Gott verdammt.... wieso kann denn nicht mal eine Aktion vernünftig und geordnet ablaufen?“ fragte sie stöhnend. Kleine nickte zufrieden. „Sehen Sie.... ich sagte doch dass es keine einfache Sache sein wird. Es tut mir Leid, dass Herr Gerkhan in die Situation geraten ist, wir müssen nun versuchen das Beste für ihn herauszuholen.“ sagte er vorsichtig. „und wie soll das aussehen?“ wolle Tom wissen. Kleine zuckte mit den Schultern. „Zunächst werden wir abwarten. Vielleicht ist es wirklich nur zu einer Verwechslung gekommen und er meldet sich heute noch bei Ihnen. Wenn nicht...dann müssen wir abwarten, bis wir...“ Kleine stockte und sah beide an. Tom und Anna nickten. „Ja sicher... bis wir ihn bzw. seinen Körper irgendwo einsammeln.“ stieß Tom verzweifelt aus.

    Tom stand am Parkplatz und wartete. Es passierte nichts. Die SEK-Leute wurden schon ungeduldig. Tom sah Kleine an. „Das ist ne Finte… die sind sicher woanders. Wer weiß ob die nicht den Deal bereits hinter sich haben.“ sagte er und sah auf die Uhr. „Der Deal sollte doch in den frühen Stunden stattfinden. Das heißt aber doch nicht um 12 oder?“ fragte er. Kleine nickte. „Wir warten noch eine Stunde, dann ziehen wir die Leute ab. Verdammt… die könnten dahinter gekommen sein, dass er von der Polizei ist.“ mutmaßte Kleine. Tom nickte. „Das würde dann auch die zwei Anrufe erklären. Dann war das nicht Semir, sondern…Verdammt… das ist es. Die haben ihn enttarnt. Wir müssen sofort zur Villa.“ sagte Tom nervös. Kleine lächelte ihn an. „Nun mal ganz ruhig. Wir wissen es doch gar nicht. Warten wir noch ab. Vielleicht hat er den Ort nur falsch verstanden. Das kann doch passieren. Beruhigen Sie sich einfach, Kranich…“ sagte er leise. „Beruhigen? Was würden Sie denn machen? Ich ruf die Chefin an.“ Tom drehte sich um und zog sein Handy aus der Tasche. „Chefin! … Ja nichts ist… also noch nichts. Semir hatte mir ja auch keine feste Zeit nennen können. Was ist mit den Grenzen?…“ hörte Kleine ihn fragen. „Die sind dicht, aber bisher auch da nichts. Wir brauchen Geduld, Kranich. Geduld.“ beschwichtigte Kleine den Hauptkommissaren. „Ja sicher... wie lange meinen Sie sollte ich warten? Wir haben es eins durch.“ kam von Tom und er schien sehr nervös zu sein. Kleine schüttelte den Kopf und dachte nur wie man so ungeduldig sein konnte. Da sieht man wieder den Unterschied zur Autobahnpolizei und dem BKA. „Ich fahre dann schon mal. Wenn es was Neues gibt, rufen Sie mich an.“ Meinte Kleine zu ihm und stieg ein. Tom sah ihm nach, als er den Parkplatz verließ.

    Semir und Höller waren gegen drei bereits mit dem Einladen fertig und kurz vor dem Rückflug. Semir saß schweigend neben Höller, der ihn angrinste. „Du bist so schweigsam…. Beschäftigt dich etwas?“ fragte er fadenscheinig. Semir schüttelte den Kopf. „Na komm schon… sonst bist du doch auch nicht so sprachlos. Was ist?“ harkte Höller nach. „Lass mich einfach, okay? Ich hab keine Lust mich mit dir zu unterhalten.“ gab Semir kalt zurück. Höller lachte leise. „Na dann… auf nach Hause…“ Er startete das Flugzeug und es ging wieder nach Deutschland. Am späten Nachmittag waren sie wieder auf dem Grundstück und luden die Drogen aus. Semir graute es davor, dass diese Menge für viele der Tod bedeutete. Höller sah ihm zu, wie er auslud. „Willst du nicht mal mit anpacken?“ fragte Semir leicht säuerlich. Höller schüttelte den Kopf. „Bist doch gleich fertig und dann fahren wir direkt zum Treffpunkt.“ Semir nickte und sah auf die Uhr. Es war halb sechs. Als Semir fertig war, wischte er sich den Schweiß ab und trank etwas von dem Wasser. Er sah Höller an, der sich köstlich amüsierte. „So... wenn du willst... dann können wir los.“ sagte Semir. Höller nickte. „Steig ein! Wir müssen nur noch auf Kalana warten.“ Semir stand eine Weile da und sah Höller an. „Ich denk der ist nach Polen?“ fragt er erstaunt. Höller schüttelte den Kopf. „Er hat es sich anders überlegt. Er will mit dir und mir das Geschäft über die Bühne bringen. Hast du damit ein Problem?“ Höller sah Semir er prüfend an. Semir schüttelte den Kopf. „Nein... natürlich nicht... er ist der Boss.“ sagte er leicht verwirrt.

    Kalana kam in die Garage wo Semir bereits im Wagen saß. Er winkte Höller zur Seite. „Und? War er schon überrascht?“ fragte er und deutete auf Semir. Höller nickte. „Ja er war etwas durch den Wind.“ lachte er. Kalana nickte zufrieden. „Gut, dann wollen wir ihn noch etwas verwirren. Auf geht es.“ Sie stiegen in den Wagen und Kalana nahm hinten Platz. „So Matt... nun kannst du uns beweisen, dass du ein guter Fahrer bist.“ Semir nickte und fuhr los. Er kam zügig voran und als er auf die A1 fahren wollte tippte Kalana ihn an. „Nicht hier... auf die A4.“ Sagte er. „Der Treff war doch Knappsack.“ korrigierte Semir ihn. Kalana nickte. „Ja eigentlich schon, aber der Kunde hat ihn verändert. Wir fahren zum Eifeltor.“ Semir sah ihn durch den Spiegel an. „Der Treffpunkt wurde so kurzfristig verändert?“ fragte er erneut verwirrt. Irgendwas stimmte hier nicht. Was sollte diese ganze Planänderung? Höller lachte. „Na los... du hast doch den Boss gehört. Auf die A4 und weiter geht es.“ Er schien seinen Spaß daran zu haben. Semir nickte nur. „Ja klar...“ sagte er leise und reihte sich zur A4 ein. Während er fuhr, kreisten seine Gedanken. Wie sollte er Tom über diese Änderung informieren?

    Tom, Kleine und Anna saßen an diesem Tag im Büro. „So… ich habe drei SEK-Einheiten auf dem Rastplatz postiert. Die Zollbeamten werden jeden Wagen der nach Polen fährt eingehend überprüfen. Die privaten Flughäfen sind informiert und angehalten uns umgehend anzurufen, wenn ein Privatjet aus Polen landet oder nach Polen fliegen will. Keiner wird eine Starterlaubnis bekommen. Landen ist immer drin. Jetzt müssen wir warten, bis wir zuschlagen können. Hat Herr Gerkhan eine Uhrzeit genannt?“ wandte sich Kleine an Tom. „Nein… keine feste Zeit. Wir müssen also Geduld zeigen. Das sonderbare ist nur, das er mich noch zweimal nach den Informationen angerufen hat, aber nichts gesagt hat.“ gab Tom zu bedenken. Kleine sah ihn an. „Haben Sie gehört, ob er vielleicht in Gefahr ist?“ fragte Kleine. Tom schüttelte den Kopf. „Nein… gar nichts.“ meinte Tom nur. Kleine nickte. „Vielleicht hat es gar nichts zu bedeuten. Es könnte eine Fehlfunktion des Handys sein. Oder er hat einen Knopf zuviel gedrückt.“ vermutete Kleine. Anna stimmte dem zu. „Gut… dann würde ich sagen, dass Sie Tom die Einsatzleitung am Rastplatz übernehmen. Ich denke wir können auf die Maskerade verzichten. Denn Kalana oder Stens wird sicher nicht dort auftauchen. Wir werden alle festsetzen und dann die Villa von Stens stürmen. Ich denke Sie, Kleine wissen wo sie ist.“ Anna sah Kleine an. „Natürlich… Wir haben ja das Handy von Herrn Gerkhan geortet. Wir wissen wo das Anwesen ist und sind darauf vorbereitet.“

    Andrea saß mit ihrer Mutter auf der Terrasse. „Was macht Semir denn derzeit?“ fragte Margot. Andrea sah sie an. „Seinen Job.“ sagte sie nur kurz. Margot lachte leise. „Ja sicher… aber es ist doch wohl sehr gefährlich oder? Du wärest nicht mit Aida hier. Ich meine… du bist nur hier, wenn er dich zu uns schickt, um dich aus der Gefahrenzone zu bekommen, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Aida und du… ihr seid ihm das Wichtigste und er hat sehr große Angst davor, dass sein Beruf euch Beide schaden würde.“ sagte sie. Andrea nickte. „Er ist derzeit auf einen Undercover-Einsatz. Die wollen mit dem BKA zusammen einen großen Drogenboss in die Knie zwingen. Semir wurde auserwählt, obwohl ich eher denke, dass er sich vorgedrängelt hat. Aber die Chefin hat mich angerufen und mir erzählt, dass er Tom umbringen sollte, um aufgenommen zu werden. Tom ist also offiziell tot. Semir wurde akzeptiert und ist nun Mitglied der Bande. Frau Engelhard wird mich anrufen, wenn er wieder da ist. Solange musst du mich leider ertragen. Aber natürlich nur, wenn du uns hier haben willst.“ Andrea sah lächelnd auf ihre Mutter. „Na wie kannst du denn so was fragen. Du weiß doch dass du immer willkommen bist und der kleine Engel auch. Papa will euch auch hier haben.“ erklärte Margot.

    Der Morgen kam schneller als Semir lieb war. Gegen acht wurde er von Höller geweckt. „Hey… raus!“ ranzte er ihn an und zog ihm die Decke weg. Semir sah ihn an. „Ich komme ja schon…“ sagte er verschlafen. „Komm! Wir haben keine Zeit!“ Höller ging raus. Semir stand auf, ging ins Bad und anschließend zum Frühstücken. Als er den Raum betrat, herrschte sofort Ruhe. Alle sahen ihn an und Semir fühlte sich gar nicht sehr wohl. Er setzte sich an den Tisch und aß. Es gab keine Unterhaltung und als er fertig war sah Höller ihn an. „Los!“ sagte er nur. Semir nickte und verließ mit Höller den Raum. Sie fuhren nach Siegburg zum Privatflughafen. Eine Stunde später standen sie vor der Maschine. „Du kannst hoffentlich fliegen.“ sagte Semir und versuchte einen Scherz zu machen. Höller grinste. „Du kannst es auch lernen. Sagen wir aus dem Flugzeug?“ gab er zurück. Semir sah ihn an. „Steig ein!“ befahl er. Semir nickte und stieg ins Flugzeug. Nur kurz darauf saß Höller am Steuer. „So… auf nach Polen.“ lachte er und ließ das Flugzeug steigen. Semir sah mit sehr gemischten Gefühlen aus dem Fenster.

    Semir ging eine Stunde später zurück zum Haus und setzte sich zu den Anderen an den Pool. Es war warm und er überlegte sich, ob er nicht doch eine Runde schwimmen sollte. Doch dann verwarf er den Gedanken wieder und legte sich in einem Liegestuhl im Schatten. Der Tag verging extrem langsam und irgendwie war ihm, als würde die Luft ihn regelrecht erdrücken. Weder Höller noch Kalana kamen heraus. Sie schienen einiges zu planen. Nach einer weiteren Stunde ging Semir in sein Zimmer. Es war kühler und so konnte man es hier aushalten. Ein Blick zur Uhr zeigte ihm, dass es fast Mittag war. Semir war müde und legte sich aufs Bett. Er schlief noch kurz ein. Das nächste was er mitbekam, war dass seine Tür aufging und Höller im Raum stand. „Hey… wir suchen dich schon überall. Essen ist fertig.“ sagte er und lächelte freundlich. „Danke… ich komme..“ sagte Semir verschlafen und stand auf. Er schlurfte ins angrenzende Badezimmer und ließ sich das kalte Wasser über den Kopf laufen. Dann ging er zu Tisch und aß mit allen Anderen. Höller und Kalana saßen ebenfalls am Tisch und er merkte dass sie ihn beobachteten, sprach es allerdings nicht an.

    Nach dem Essen gingen Höller und Kalana ins Büro. „So… dann will ich mir doch mal die Stimme von dem Kollegen anhören.“ sagte Kalana und nahm das Handy von Semir. Höller zeigte ihn die Nummer die er anrufen musste. Und nur kurz darauf hörte Kalana die Stimme des Empfängers. Er brauchte nur wenige Augenblicke bis er das Gespräch beendete. Er lachte gehässig und sah Höller an. „Weißt du wer das war?“ fragte er. Höller schüttelte den Kopf. „Das war Kranich… Tom Kranich.“ erläuterte Kalana. Höller sah ihn erstaunt an. „Aber der ist doch…“ stammelte er. „…tot? Nein scheinbar nicht. Überlege bitte genau… gab es eine Möglichkeit, dass Matt telefonieren konnte? Oder sonst irgendetwas?“ fragte Kalana und sah Höller an. „Nun ja… also… wir sind an die Tankstelle und er hat getankt. Sein Handy hatte ich aber eingezogen. Er konnte an der Tanke nicht telefonieren, die haben kein Telefon. Er hat bezahlt und ich hatte ihn die ganze Zeit im Blick.“ erklärte er und sah zu Boden. „Tanken? Hattest du es vergessen?“ wollte Kalana wissen. Höller nickte. „Aber er konnte nicht telefonieren.“ behauptete er. Kalana nickte. „Sicher… was ist mit den Anderen in der Tankstelle? Die Kassiererin zum Beispiel? Er hätte ihr einen Hinweis geben können, dass Sie anruft, wenn er mit dir abgefahren ist? Oder eine Nachricht hinterlassen…. Hast du daran gedacht?“ fragte er lauernd. Höller schüttelte den Kopf. „Nein… ich habe nicht daran gedacht. Aber ich meine… als Kranich am Boden lag… da war Blut… viel Blut. Er selbst wollte sichergehen, dass er tot war.“ erklärte Höller. Kalana nickte. „Ja sicher… deshalb hat er auch keinen Schalldämpfer benutzt, weil er genau wusste, dass die Kollegen schnell da sein würden. Alarmiert von den Nachbarn. Aber jetzt verstehe ich auch, warum er es dann doch eilig hatte…“ kam nachdenklich von ihm. Kalana sah ihn an. „Was meinst du?“ wollte er wissen. „Nun ja… als Kranich am Boden lag und ich Matt wegzerren wollte, da sagte er, dass er sich überzeugen wollte dass er tatsächlich tot ist. Ich sagte ihm, ich könne zur Sicherheit Kranich eine Kugel in den Kopf schießen, dann wäre er mit Sicherheit tot, aber da hatte er es plötzlich sehr eilig.“ erzählte Höller. Kalana nickte. „Ja sonst wäre er ja aufgefallen. Leg sein Handy zurück und sorge dafür, dass er zunächst keinen Verdacht schöpft. Er wird das wahre Ziel erfahren, wenn wir dort sind, nicht vorher. So ist die Überraschung auf unserer Seite.“ Er lachte gehässig ging zum Fenster und sah nachdenklich raus.

    Semir war mit dem Frühstück fertig und verließ den Tisch. Auch Höller wollte gehen. „Bleib noch etwas…“ kam von Kalana. Höller nickte und sah Semir hinterher, der in Richtung Zimmer ging. „Was gibt es denn noch?“ wollte Höller wissen. „Nun… ich möchte, dass du Simon am Dienstag zum Rastplatz Knappsack schickst. Er soll sich ansehen, was passiert.“ gab Kalana bekannt. Höller sah ihn fragend an. „Aber ich dachte wir sollen das Geschäft übernehmen?“ fragte er erstaunt. Kalana nickte „Sicher… du und Seller. Aber das läuft auch erst am Mittwoch, allerdings nicht bei Knappsack. Das mit Dienstag ist ein Test. Ich sagte doch, dass ich auf Informationen warte, was Matt angeht. Die habe ich gestern, als ihr unterwegs ward bekommen. Matt Seller war nicht im Knast. In keinem in NRW. Es gibt keine Daten im Melderegister. Und das lässt doch eigentlich darauf schließen, dass es keinen Matt Seller gibt, oder?“ sagte Kalana leise. Höller nickte. „Also stimmt was nicht mit ihm. Das Geschäft am Dienstag?“ wollte er wissen. „Eine Finte. Ich nehme an, dass der Platz von Bullen wimmeln wird. So wie ich Matt einschätze wird er sicher telefonieren, sobald er im Zimmer ist.“ meinte Kalana. „Du stellst ihm eine Falle?“ fragte Höller. „Nun die Bullen können nicht überall sein. Du wirst mit Seller morgenfrüh fliegen, die Drogen holen und direkt her kommen. Alle erwarten, dass ich ebenfalls nach Polen fahre, das habe ich aber gar nicht vor. Im Wagen werden ein paar harmlose Polen sitzen, die ich in die Heimat schicke zum Urlaub machen. Die freuen sich schon sehr darauf, die Familien wieder zu sehen.“ Lachte Kalana. „Und die Bullen werden den Rastplatz in Knappsack überwachen. Sie können nicht überall sein. Seller wird heute seinen letzten Anruf tätigen. Dann hat er Telefonverbot. Du wirst es ihm heute abnehmen. Er wird sich vermutlich wehren, aber damit kommst du schon klar. Über den Abflug wird er morgen erfahren.“ klärte Kalana ihn auf. Höller lachte fies. „Das wird ein Spaß. Darf ich ihn mir vornehmen?“ fragte Höller böse. Kalana sah ihn an. „Weißt du noch, dass ich durch Kranich eine riesige Menge an Koks verloren habe?“ fragte er anstatt auf Höllers Frage einzugehen. Höller nickte. „Ja 38 Kilo. Ich weiß. Die lagern vermutlich bei den Bullen in der Asservatenkammer.“ gab er von sich. Kalana nickte. „Nun ich denke nicht, dass die noch dort lagern. Die sind mit Sicherheit schon verbrannt worden. Aber damals habe ich mir geschworen, dass nie wieder ein Bulle meine Geschäfte stören wird. Und ich halte was ich versprechen.“ sagte er.

    Semir griff nach seinem Handy und rief Tom an. Er gab durch, was er herausgefunden hatte. „Ich dachte in zwei Wochen?“ kam von Tom verwundert. „Ja war eigentlich so geplant, aber die wollen schon früher den Deal über die Bühne gehen lassen. Kalana fährt heute Nacht noch nach Polen. Ihr müsst die Grenze sehr gut bewachen. Höller und ich werden morgenfrüh abfliegen und die Ware holen. Ich weiß allerdings nicht von welchem Flughafen wir starten werden. Auf jeden Fall wird die Ware auf dem Rastplatz Knappsack übergeben. Riegelt alles ab. Ich will endlich diesen Fall erledigen und nach Hause…“ gab Semir leise durch. Tom lachte leise. „Klar… verstehe ich voll und ganz. Andrea und Aida sind bei ihren Eltern. Sie wollte abschalten.“ erklärte Tom. „Das ist sehr gut. Wie geht es meiner kleinen Maus?“ fragte Semir besorgt. „Wen meinst du Aida oder Andrea?“ kam lachend von Tom. Semir musste auch lachen. „Ich meine beide…. Gott wie ich sie vermisse.“ gab er zu. „Tom… ich muss Schluss machen. Wir sehen uns schon bald wieder.“ sagte er und beendete das Gespräch. Da in den letzen Tagen das Handy keine Aufmerksamkeit erregte, ließ er es auf dem Tisch liegen. Er verließ das Zimmer für einen Augenblick um Luft zu schnappen.

    Höller sah wie Semir das Haus verließ und ging in dessen Zimmer. Auf dem Tisch sah er das Handy liegen und nahm es zur Hand. Er ging auf die Wahlwiederholung und horchte kurz. „Semir? Was gibt es denn noch? Hast du noch was erfahren?“ hörte er jemanden sprechen. Er drückte den Abbruch. „So, so… Semir heißt er also. Ich wusste es doch….“ lachte Höller gehässig. Er steckte das Handy ein und freute sich sehr auf den morgigen Tag. Nun brauchte er nur noch einen Tag den Freund für „Matt“ spielen und dann durfte er ihn bearbeiten. Höller ging zu Kalana und unterrichtete ihn. Kalana schloss die Augen. „Du hattest also Recht mit deinem Gefühl. Semir….. weißt du wie sein Kollege heißt mit dem du gesprochen hast?“ fragte er. Höller schüttelte den Kopf. „Nein… leider nicht. Aber er fragte ganz klar, ob er noch etwas erfahren hätte. Also hat er die Informationen weiter gegeben. Ich könnte ihn direkt in der Luft zerreißen.“ drohte Höller und ballte die Fäuste. Kalana nickte. „Du darfst dich am Mittwoch nach dem Deal mit ihm beschäftigen. Aber erst danach, verstanden. Und ich will auch mit ihm reden. Lass ihn solange im Glauben, dass er gewinnt. Auf sein Gesicht bin ich gespannt, wenn er erfährt, dass es nicht auf dem Rastplatz Knappsack geht.“ lachte Kalana und nahm einen Schluck Whisky.

    Na danke zunächt für den großen abschnitt.. Was macht Chris denn da? Wieson kann der nicht... aber eins beruhigt mich... die Story ist noch lange nicht zu ende... ich glaub die wird noch seeeeeehr lange dauern. Aber das ist ja genau das, was wir so lieben... "The never ending Story"....

    Du beschreibst die Gefühle der Figuren dermaßen gut, das man glaubt selbst im Gerichtssaal zu sitzen. Natürlich in der ersten Reihe... Die Anspannung von Semir... und all den anderen... ich sehe sie direkt vor mir... Klasse... einfach nur klasse....

    Ich wiederhole mich vermutlich, wenn ich sage: Damals als du mir die Story geschickt hattest und ich die vorschlug die auf jeden Fall zu veröffentlichen, da hätte ich nie gedcht, dass es eine unendlichen Story wird. Toll auch, dass du nicht den roten Faden verlierst.... sind ja doch einige Seiten zusammen gekommen. :(

    aber sicher gibt es Nachschlag... viel Spaß

    Gegen Mitternacht brachen Semir und Höller wieder auf um zu Kalana zu fahren. Semir war recht zufrieden und auch Höller war entspannt. Er sang und lachte während der Taxifahrer sie im Spiegel beobachtete. Er hielt vor dem Tor. Höller und Semir stiegen aus und Höller zahlte das Fahrgeld. Arm in Arm torkelten sie den Weg zum Haus entlang. Für Höller sah es aus, als habe Semir mehr getrunken als er. „Du… bist mein…Freund. Das Mädchen… die war echt der Hammer… ein Traum für einen Mann….“ lallte Semir gekonnt und Höller lachte. „Ja sicher… wir beide … wir sind ein… gutes Gespann…“ kam von Höller zurück. Noch bevor sie die Tür erreichten, wurde sie geöffnet. Kalana sah die Beiden Männer an. „Na ihr habt ja Spaß gehabt, was?“ lachte er. Höller nickte. „Ja Boss… Matt ist nicht von schlechten Eltern. Der kann ne ganze Menge vertragen…“ lachte er zufrieden. Kalana nickte. „Wir reden morgen. Legt euch beide hin…“ befahl er und Höller nickte. Semir torkelte in seinem Zimmer und schloss ab. Er atmete tief durch, als er allein war. Er hatte kaum Alkohol getrunken während Höller ein Glas nach dem Anderen kippte. Sogar mit der Frau hatte er sich abgegeben, nachdem er bemerkte, dass sie versuchte ihn auszuhorchen. Vermutlich sogar von Höller angestiftet, aber er war schon zu lange Bulle um darauf reinzufallen. Semir war trotz des geringen Alkoholgenusses müde und legte sich ins Bett. Binnen weniger Minuten war er eingeschlafen.

    Am nächsten Morgen war das Gespräch mit Kalana um neun. Semir saß recht ausgeschlafen vor ihm, während Höller ständig das Gesicht verzog. „Hast wohl nen dicken Schädel was?“ lachte Semir und schlug Höller auf die Schulter. Dieser grunzte nur. Kalana lachte. „Ja… wenn man nicht so viel verträgt… Aber es scheint ja ein schöner Abend gewesen zu sein und ihr habt euch endlich vertragen.“ gab er von sich. Semir nickte. Es schien tatsächlich so, dass er und Höller auf eine Schiene fuhren. Endlich. „Na dann werden wir drei mal gemeinsam frühstücken und dabei den Deal besprechen. Das Geschäft findet nämlich am Dienstag nächste Woche statt. Ihr beide werdet die Ware zum Treffpunkt bringen. Ihr seid quasi die Verantwortlichen dafür. Die anderen werden euch begleiten und die Ware umladen. Ich denke mit drei Leuten seid ihr gut beraten. Der Kunde wird sicher seine Leute ebenfalls mitbringen. Der Preis ist bereits ausgehandelt und es geht wie immer Geld gegen Ware. Du, Höller weißt ja Bescheid.“ Beendete Kalana seinen Bericht. Höller nickte und verzog direkt das Gesicht. „Wo soll das denn stattfinden, das große Geschäft?“ fragte Semir. Sofort sahen Kalana und Höller ihn an. „Das geht dich nichts an.“ sagte Höller sofort. Kalana lachte. „Aber Höller… ich dachte es wäre ausgestanden. Warum soll er denn nicht erfahren wo das Geschäft stattfindet. Er ist in Ordnung. Das wusste ich von vorn herein.“ sagte er leise. Höller sah ihn an. „Dann sag es ihm doch. Mir egal. Aber wenn etwas schief geht, ist es nicht mein Fehler.“ warnte er Kalana. Dieser nickte nur. „Ja sicher… Also Matt… der Deal sieht wie folgt aus. Du und Höller werdet die Ware holen und dann von hier aus mit den Fahrzeugen verteilen. Es sind insgesamt drei Kunden die die Drogen bekommen. Zwei werdet ihr beliefern und einen übernehmen zwei andere. Ach ja… die Übergabe für euch ist am Mittwoch um sechs auf dem Rastplatz Knappsack an der A1. Du weißt doch wo das ist, oder?“ fragte Kalana fadenscheinig. Semir nickte. „Gut… dann haltet euch bereit.“

    „So… da wären wir. Steig aus!“ forderte Höller Semir auf, als er vor einem kleinen unscheinbarem Haus anhielt. „Ich dachte wir fahren in einen Club?“ kam von Semir. Höller lachte. „Das hier ist er. Ein Privatclub. Nur du, ich und die Mädchen. Hast du Angst oder was?“ fragte Höller lachend. Semir schüttelte den Kopf und stieg aus. Höller verschloss das Fahrzeug und zog Semir an der Jacke zur Tür. „Komm schon… es wird dir gefallen.“ Semir nickte und ging mit ihm. Höller klingelte und nur wenige Augenblicke später öffnete eine recht freizügig gekleidete Frau. Semir schluckte kurz und musterte die Frau von oben bis unten. „Hallo Iris…!“ begrüßte Höller die Frau. „Fritz! Du warst ja schon lange nicht mehr hier. Wen bringst du denn da mit?“ wollte sie wissen und umarmte Höller herzlich. „Ein Freund. Der schon lange kein Spaß mehr hatte, wenn du verstehst was ich meine.“ Lachte Höller. Die Frau nickte. „Verstehe na … da werden wir schon was finden.“ Sie zog Semir in den nächstgelegenen Raum. „Hier hast freie Auswahl. Höller kann dich beraten.“ Lachte sie und verließ den Raum. Dafür kamen mehrere Mädchen in den Raum. Jede Rasse war vertreten. Höller bekam ein Leuchten in den Augen und stieß Semir an. „Na los Matt… such dir eine aus, oder zwei, oder drei…“ lachte er. Semir wusste genau, dass er sich sehr genau überlegen musste was er tat. „Ich nehme die da vorn!“ bestimmte er und zeigte auf eine blonde junge Frau. „Ah… das ist Mareike… eine sehr gute Wahl. Na dann nimm sie und ab auf ein Zimmer. Und das mir ja keine Klagen kommen,“ lachte Höller und nahm sich zwei der Frauen.

    „Hey… was ist denn? Na komm ich verwöhne dich nach Strich und Faden. Höller hat für dich das volle Programm bezahlt. Wir fangen in der Badewanne an.“ lächelte ihn Mareike an. Semir nickte und ging mit ihr ins Badezimmer. Höller hatte nicht zuviel versprochen. Die Mädchen verstanden ihr Geschäft. Er ließ alles mit sich machen. Allerdings merkte er, dass Mareike ihn in ein Gespräch verwickeln wollte und ihn regelrecht ausfragte. „Hey.. wirst du auch für das Reden bezahlt? Oder willst du mich aushorchen?“ fragte er deshalb. Mareike lachte „Wie kommst du denn darauf? Ich bin nur für dich da. Aber ich spüre dass dich etwas belastet. Ich meine ich kann sehr gut zuhören und vielleicht kann ich dir helfen…“ gurrte das Mädchen. Semir lächelte. „Nein… ich habe nur ein Problem mit Höller. Aber das bekomme ich schon in den Griff.“ Mareike nickte. „Na dann eben nicht. Genieße unsere gemeinsame Zeit…. Hier wirst du entdecken, was ein wirklicher Mann ….“ Sie stockte und küsste ihn innig. Semir machte zwar alles mit dachte allerdings nur an seinen Job und verfluchte den Moment, den er gerade durchlebte. Er dachte an Andrea und hoffte nur, dass sie nichts davon erfahren würde.

    Kalana saß in seinem Arbeitszimmer. Er war wütend denn seit einigen Minuten wusste er dass Wehner in Haft war und der Stoff bei der Polizei eingelagert wurde. Anscheinend war Wehner in einer Verkehrskontrolle aufgefallen und verhaftet worden. Nun hieß es einen neuen Partner suchen, der das Gebiet übernahm. Das Telefon klingelte. „JA?“ fragte er laut in den Hörer. Dann hörte er eine Weile zu. „Du willst das Geschäft vorziehen? … Klar… Für mich ist das kein Problem. Je schneller umso besser. Wann willst du es machen? … Gut… in einer Woche. Sagen wir am Mittwoch, üblicher Treffpunkt. … Alles klar. Ich werde meine Leute informieren. Wie gehabt. Die Ware gegen Geld. Keine Fragen. Schon klar. … Nur keine Panik…. Ich habe alles unter Kontrolle. … Ach so… ich habe einen neuen Mann dabei. Er wird mit Höller das Geschäft abwickeln. Nur dass du Bescheid weiß. … Ja sicher… nein, er ist in Ordnung. Ganz sicher. Bis nächste Woche.“ Er legte wieder auf. Nun brauchte er morgen nur noch Höller Bescheid geben und das Geschäft war so gut wie gelaufen. Er lehnte sich zurück und goss sein Glas noch einmal voll. Er trank genüsslich und schloss die Augen. „Das wird ein Fest.“ sagte er leise und lächelte versonnen. „Was für eine schöne Zeit… Kranich ist tot. Das Geschäft kurz vor dem Abschluss. Nichts was mir jetzt noch passieren kann. Niemand wird mich mehr aufhalten.“ sinnierte er vor sich her.

    Semir und Höller fuhren zunächst zu Kalana zurück. Semir wurde erneut in sein Zimmer geschickt während Höller mit Kalana sprach. „Es ist alles gut gegangen. Keine Bullen. Gar nichts.“ Erklärte Höller. Kalana nickte. „Das ist sehr gut. Also ist er kein verkappter Bulle.“ meinte er nur. Höller nickte. „Oder aber die Bullen haben nicht zugeschlagen um uns das glauben zu lassen.“ gab er zu bedenken. Kalana lachte laut auf. „Du bist wirklich sehr misstrauisch. Warum? Sag mir einen Grund, der dafür spricht, dass er ein Bulle ist. Er hat Kranich für mich erledigt. Er war bei dem Deal dabei und nichts ist passiert. Was hast du gegen ihn?“ wollte Kalana wissen. Höller zuckte mit den Schultern. „ich weiß nicht… aber ich werde es herausfinden. Er ist mir einfach zu glatt. “ sagte er drohend. Kalana nickte. „Na gut. Mach was du willst.“ lachte er nur. Er wusste genau, wenn Höller Bedenken hatte dann waren sie meist berechtigt. Er mochte Matt und würde es bedauern wenn Höller tatsächlich Recht hatte. „Ich werde heute Abend noch mal mit ihm ausgehen. Ins „Blue-Light“. Er darf sich vergnügen und ich werde über die Mädchen herausbekommen, ob er wirklich ein Mann ist, der zu seinem Wort steht, oder ob er es nicht ist.“ Kalana nickte. „Dann viel Spaß. Und ich wünsche mir, dass du Unrecht hast. Ich muss noch telefonieren. Wehner wartet sicher schon.“ Höller nickte und verschwand.

    Anna saß Wehner gegenüber. „Und? Woher haben Sie das wunderbare Zeug?“ fragte sie. Wehner schwieg. „Kommen Sie…. Wir wissen genau, dass Sie mit Kalana oder Stens Geschäfte machen. Wir wissen auch, dass Sie von einem gewissen Höller die Drogen heute an der Raststätte „Eifeltor“ übernommen haben. Wir haben genügend Beweise um Sie für einige Jahre hinter Gitter zu bringen. Daran wird kein Anwalt was ändern.“ erklärte sie, doch Wehner schwieg weiterhin. Anna atmete tief durch. „Sind Sie bei dem großen Deal auch dabei?“ fragte sie weiter. Keine Antwort. „Herr Wehner… Sie wissen doch sicher, wie lange Sie einsitzen werden, oder? Warum wollen Sie nicht etwas machen um die Strafe zu mildern? Was verschafft Ihnen denn die Sicherheit, das Kalana Ihnen einen Anwalt stellt? Glauben Sie wirklich, dass er Ihnen hilft?“ schoss Anna die Fragen ab. Wehner sah ihn nur an und lächelte mild. „Wissen Sie, Frau Engelhard… ich denke Sie werden diesmal vielleicht gewinnen. Aber Kalana werden Sie mit Sicherheit nicht bekommen. Der ist viel zu gerissen für Sie. So und nun würde ich gern meine Suite beziehen.“ grinste er. Anna sah Siggi an, der im Raum war und nickte. „Bringen Sie ihn weg.“ sagte sie und verließ den Raum.

    Tom sah durch den spanischen Spiegel. Er drehte sich um als Anna den Raum betrat. „Hat er Sie gesehen?“ fragte sie. Tom schüttelte den Kopf. „Nein. Ich war weder bei der Verhaftung noch bei dem Verhör dabei. Wissen Sie doch. Ich darf ja nicht dabei sein. Wenn er tatsächlich Kontakt zu Stens hat, dann wäre es gut möglich dass er verraten würde, dass ich noch lebe. Das wiederum würde Semir in Gefahr bringen.“ Erklärte er und sah sie an. Anna nickte. „Genau das wollte ich ausschließen.“ Tom nickte. „Ja ich weiß. Ich würde Semir aber lieber helfen, als nur hier im Büro zu sitzen und darauf warten, dass er sich meldet und …“ Tom stockte. „Ja sicher… Tom. Ich verstehe es ja. Aber Sie sind diesen Stens oder Kalana oder wie er auch immer heißt bekannt. Er hat Sie durch Semir töten lassen. Semir schafft das. Er muss einfach. Kleine wird nachher kommen und Wehner abholen. Er wird den Fall der Staatsanwaltschaft vortragen und dann alles weitere in die Wege leiten. Sie sind außen vor. Ich habe erlaubt, dass Sie bei dem Deal anwesend waren um sich davon zu überzeugen, das Semir in Ordnung ist. Aber das ist alles, was Sie tun dürfen. Wenn wir Kalana festsetzen, dann dürfen Sie wieder mitspielen, Tom. Aber erst dann. Und nun fahren Sie nach Hause und genießen Sie ein paar freie Tage. Ich werde Sie informieren.“ Sie zeigte zur Tür. Tom nickte. „Schon gut… ich bin schon weg.“ meinte Tom nur, dem das gar nicht passte und verließ den Raum.