Lydia stand am Fenster und sah hinaus, als es an der Tür klopfte. „Ja?“ fragte sie genervt. „Lydia… Schatz. Du musst was essen. Komm ich hab lecker gekocht und…“ hörte sie Tanja sprechen. Lydia drehte sich um. „Was willst du? Ich will nach Hause! Ich will zu Papa!“ schrie sie ihre Mutter an. „Schatz… das geht nicht. Du weißt doch was Papa getan hat. Er hat einen Mord begangen. Vor unseren Augen. Er hat…“ versuchte Tanja zu erklären. „Nein! Er hat jemanden bestraft, mehr nicht. Was kann er denn dafür, dass… ach du verstehst mich eh nicht. Ich will zu Papa! Und du wirst mich nicht davon abhalten.“ drohte Lydia ihrer Mutter. Tanja sah ihre Tochter an. „Das geht nicht. Papa würde dich töten. Er will dich…“ kam erklärend von ihr. „Nein! Papa würde mir nie etwas antun! Nie!!! Hörst du, NIE!!!“ schrie Lydia. Tanja versuchte ihre Tochter zu umarmen, aber Lydia stieß sie weg. „Weißt du was! Papa wird mich heute noch hier raus holen! Ich hab ihn angerufen! Ja du hörst richtig!! Ich habe ihn angerufen und ihm gesagt, wo wir sind. Deine Bullenfreunde können sich schon mal auf ein Feuerwerk einrichten!!“ schrie sie heraus. Tanja stand erschrocken da. „Du hast Papa angerufen und gesagt wo wir sind?“ fragte sie fassungslos. Lydia nickte. „Ja und da werden die beiden Hampelmänner da unten nichts dran ändern. Ich will zu Papa und ich werde alles dafür tun.“ Kam triumphierend von Lydia. Tanja verließ schnell das Zimmer und rannte die Treppen hinunter. Lydia sah lachend hinter ihr her.
Ben kam gerade aus der Küche als Tanja an ihn vorbei rannte. „Hey… was ist denn los?“ fragte er. „Meine Tochter! Sie hat meinen Mann angerufen und gesagt wo wir sind! Wir müssen weg! Sofort!!“ kam gehetzt von ihr. Ben lächelte. „Wie sollte Ihre Tochter das denn getan haben? Sie hat kein Telefon. Und ich denke nicht dass sie getrommelt hat. Das wüssten wir dann ja.“ lächelte er ihr beruhigend zu. „Nein! Sie hat mir gesagt, dass sie angerufen hat. Ich glaube ihr! Sie will zu ihrem Vater und sie…sie…“ kam verzweifelt von Tanja. Semir kam dazu. „Ben! Draußen laufen ne Menge Leute rum, die sich für uns interessieren!“ stieß er aus und verschloss sämtliche Türen. Ben fing an sie zu verbarrikadieren. Sie stellten alles vor die Eingangstür um zu verhindern, dass jemand eindrang. Semir griff zum Telefon und wählte gerade Anna an als er bemerkte dass die Leitung tot war. „Scheiße!“ stieß Semir aus, nahm sein Handy, reif Anna an und überprüfte seine Waffe. „Mach dich auf ein heißes Gefecht bereit!“ ging in Richtung Ben. „Okay… ich hole Lydia runter!“ gab er bekannt und rannte die Treppen rauf. Tanja sah ängstlich zu Semir. „Wir müssen doch Verstärkung rufen!“ flehte sie. Semir nickte. „Ja… hab ich bereits. Wir müssen uns die Typen nur ein paar Minuten vom Hals halten…“ meinte er und zuckte zusammen, als jemand an der Tür schlug. „Gehen Sie hinten in die Ecke!“ befahlt er Tanja. Ben kam mit Lydia runter. „Lass mich los! Verdammt ich hab gesagt du sollst mich loslasse!! Bulle!! Du verdammter dreckiger Bulle!“ schrie sie und versuchte sich aus Bens Griff zu lösen. „Hier! Madam hat ihren Vater tatsächlich angerufen und mitgeteilt wo wir uns befinden.“ fauchte er wütend und warf Lydias Handy in Semirs Richtung. „Hast du sie noch alle? Meinst du nicht, dass ich anderes zu tun habe, als dich verzogene Göre vor dem Tod zu schützen?!?“ schrie dieser Lydia an, die immer kleiner wurde. Vor Semir hatte sie scheinbar mehr Respekt als vor Ben. Was vermutlich auch am Alter lag. Doch schnell war die Trotzigkeit zurück. „Mein Vater wird mir nie etwas tun. Er will nur mich. Und ich will zu ihm!“ schrie sie zurück. Noch bevor Semir antworten konnte, hörten sie, wie sich einige Leute an der Tür zu schaffen machte. Ben sah Semir an. „Was ist mit Verstärkung?“ fragte er kurz. „Ist unterwegs. Wir müssen uns die Leute nur kurz vom Hals halten.“ gab Semir kurz zurück. „Hast du gesehen wie viele das sind?“ wollte Ben wissen. Semir nickte. „Wenn ich mich nicht verzählt habe sechs vermute aber mehr. Wieso?“ kam als Antwort. „Weil wir keine Chance dagegen haben. Wir sollten sehen, dass wir die Beiden hier raus bringen und uns wo anders verstecken.“ gab Ben zu verstehen. Semir sah ihn an. „Lydia würde die ganze Nachbarschaft zusammen brüllen.“ kam nachdenklich von Semir. Ben zuckte mit den Schultern. „Dann knebeln wir sie halt.“ gab er ziemlich gelassen von sich. Lydia zuckte zusammen.