Beiträge von Elvira

    Semir sah Tom entgeistert an. „Scheiße,… die sind mir also doch gefolgt. Verdammt… und ich habe sie wie ein Anfänger hergeführt“, fluchte Semir verhalten. „Na komm…, das kann jedem passieren“, tröstete Tom ihn und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Die wollen bestimmt die Unterlagen. Klar…, und Hartmut ist das Druckmittel.“ Sandra sah ihn mit Tränen in den Augen an und stieß mit verzweifelter Stimme aus: „Sie sollen haben, was sie wollen. Diese blöden Papiere…! Sie sind mir egal! Ich will endlich in Ruhe leben. Versteht ihr das denn nicht…? Sollen die doch mit den Papieren glücklich werden!“ Tom wandte sich ihr zu und nahm sie fest bei den Schultern. Sanft schüttelte er mit dem Kopf. „Nein, Sandra, glaub mir,… die werden dich nicht in Ruhe lassen, nur weil du ihnen die Unterlagen gibst.“ Er sah ihr ernst ins Gesicht und bemerkte ihre Angst, die sich in ihren Augen spiegelte. Behutsam erklärte er ihr weiter: „Vielmehr werden sie dich umbringen, weil du die Unterlagen gelesen hast. Du hast die Männer gesehen,… Du kennst ihre Namen… und du weißt von ihren Machenschaften. Die wissen ganz genau, dass Du sie schwer belasten kannst und dadurch bist Du für sie eine zu große Gefahr… Eine Gefahr, die sie sich nicht leisten können!“ Sandras Kinn bebte. „Aber die wollen doch nur die Unterlagen. Was werden sie mit Hartmut machen? Was …“ Plötzlich konnte sie die Tränen nicht länger zurückhalten und dicke Tropfen kullerten an ihrer Wange hinunter. Sie lehnte ihren Kopf an Toms Schulter und ein dumpfes Schluchzen war zu hören.

    Semir sah Tom an und erwiderte seinen hilflosen Blick. Ihm ging es genau wie Tom: Sobald eine Frau weinte, fühlte er sich einfach unbeholfen! Tom verdrehte sie Augen. ‚Toll!’, dachte er mit einem Anflug von Sarkasmus. ‚Da ist dieser Mann schon verheiratet und weiß immer noch nicht, wie man eine Frau tröstet. Wie hält Andrea es nur mit ihm aus?“ Vorsichtig legte Tom seine Arme um Sandra und streichelte über ihren Rücken. Mit beruhigenden Worten versuchte er sie zu trösten: „Wir werden ihn da raus holen. Versprochen. Vertrau uns einfach, okay?“ Sandras Weinen wurde weniger und nach einigen Minuten nickte sie. „Ja,… ich vertraue euch“, sagte sie leise flüsternd. Zaghaft hob sie den Kopf und sah die beiden Männer abwechselnd an. Ein dankbares Lächeln huschte um ihre Lippen. „Hartmut hatte Recht. Ihr seid wirkliche Freunde!“ Etwas peinlich berührt, wechselten Tom und Semir einen Blick miteinander. Tom meinte sogar zu sehen, wie Semirs Gesichtsfarbe um eine Nuance ins rötliche wechselte. Innerlich grinste er… bis ihm einfiel, dass er vielleicht nicht besser aussah! Schnell räusperte er sich und versuchte zurück aufs Thema zu kommen: „Sehr gut. Die Kidnapper werden sich sicher gleich melden. Dann wirst du ihnen sagen, dass du einen Freund mit den Unterlagen schickst. Semir wird die Unterlagen dann hin bringen…..“ Tom schaute Semir fragend an. Dieser zuckte ergeben mit den Schultern und seufzte: „Ja sicher. Ich übernehme das und du kümmerst dich um Sandra.“

    Also gut... ich kann es einfach nicht ab, wenn ihr so bettelt... aber das muss reichen bis morgen früh...

    „Semir, was ist mit meinem Auto?“, brauste Tom auf, kaum das sein Partner die Wohnung betreten hatte. „Das Übliche würde ich sagen“, grinste Semir ihn frech an und zuckte leichthin mit den Schultern. „Also, so ein wenig ist der Lack schon ab. Aber das kriegt Hartmut sicher wieder hin… Ich meine,… die Farbe ist ja keine besondere.“ Tom sah ihn argwöhnisch an. „Wirklich…? Nur etwas Lack ab?“, fragte er vorsichtig und warf Semir einen scharfen Blick zu. „Das wäre etwas ungewöhnlich für dich.“ Auf Semirs Gesicht zeigt sich ein unschuldiger Ausdruck, als er voller Ernst fortfuhr: „Nun ja..., die Beule in der Leitplanke war nicht so besonders schlimm. Und die Schnauze kann bestimmt auch wieder gerichtet werden. Scheinwerfer und Blinker hat Hartmut sicher noch irgendwo in der KTU liegen…“ Tom hörte sich schweigend an, was alles an dem Wagen kaputt war und sah ihn entgeistert an. „Der Wagen ist also Schrott!“, stöhnte er lakonisch. Semir lächelte genüsslich. „Ich würde das jetzt nicht so sehen... Aber wenn du meinst...“ Einige Sekunden starrten sich die beiden wortlos an, dann mussten sie lachen. Schließlich schüttelte Tom den Kopf und fragte: „Bist du wenigstens in Ordnung?“ „Ja sicher“, erwiderte Semir und schaute auf seine Uhr. „Mensch,…wo bleibt Hartmut denn? So lange kann das doch nicht dauern, mal eben ein paar Brötchen zu holen!“, gab Semir plötzlich zu bedenken. Tom sah ihn erstaunt an. „Brötchen holen? Wieso ist er Brötchen holen?“, wollte er wissen. „Na, vielleicht weil er Hunger hat… So wie ich auch!“, gab Semir zurück. „Verdammt!“, fluchte Tom. Noch bevor Semir fragen konnte, warum er sich so aufregte, trat Tom ans Fenster und schaute hinaus. Von Hartmut war weit und breit nichts zu sehen. „Ich hatte ihm extra eingeschärft, dass er die Wohnung nicht verlassen darf.“ Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, rannte Tom raus und Semir sah, wie er über die Straße zum Bäcker ging. Es dauerte nicht lange, da kam er zurückgelaufen… allein! „Ich glaube, wir haben ein Problem… Hartmut ist weg!“, teilte er besorgt seinem Partner mit. Sandra, die in diesem Augenblick ins Wohnzimmer kam, hörte Toms Worte und erschrocken sah sie von einem zum anderen.

    „So,… nun werden wir die Herzdame mal anrufen“, meinte André zu Hartmut, der vor ihm auf einem Stuhl saß. „Nee,… das mache ich nicht. Da könnt ihr lange warten“, sagte dieser kopfschüttelnd und schob sein Kinn trotzig nach vorn. Marc trat hinter ihn und hielt ihm ein gezacktes Messer an den Hals. „Wollen wir testen, wie lange du ‚Nein’ sagst?“, fragte er Hartmut und sah ihn drohend von oben herab an. „Sie… sie werden mir… mir nichts tun… Sie… sie brauchen mich ja noch“, stammelte Hartmut mit unsicherer Stimme. André lachte schallend laut auf. „Du gefällst mir“, nickte er anerkennend. Doch dann wurde seine Miene hart. „Aber sei dir da mal nicht so sicher. Es gibt noch mehr Leute, die unserer Sandra nahe stehen.“ Hartmut sah ihn erst verwundert an. Seine Gedanken gingen zu jenem Abend, als Sandra ihn unter Tränen von dem Tod Ihrer Eltern und ihrem Bruder erzählte. War es Theater? Wollten die Männer ihn nur täuschen? Aber warum sollten sie ihn anlügen. Er wurde wütend. „Das ist gar nicht wahr. Sandras Familie ist tot. Sie hat gar keinen mehr. Niemanden! Nur ich bedeute ihr etwas!“, schrie er Andre an. Dieser lachte laut auf. „Stimmt… Schade, dass sie dir alles schon erzählt hat. Aber nicht zu ändern. Dann werde ich sie wohl doch noch besuchen müssen“, meinte er zu Hartmut. Hartmut sah ihn bittend an. „Lassen Sie Sandra doch in Ruhe. Reicht es nicht, dass Sie ihre Eltern auf dem Gewissen haben? Wieso können Sie Sandra nicht einfach ihr Leben leben lassen?“, fragte er verzweifelt. „Nun…, weil sie etwas hat, was mein Boss haben will. So einfach ist das. Sie gibt es mir. Du darfst wieder zu ihr und wenn du willst, kannst du sie sogar heiraten. Dann könnt ihr in Frieden leben“, erklärte André. „Ja, schon klar! Wahrscheinlich mit ´ner Kugel im Kopf!… Nicht wahr?“, mutmaßte Hartmut zynisch. Er dachte wieder an seine Hochzeitspläne.

    So wie ich heute sehe, Elvira , scheinen anderen Feedern irgendwie ....na wie soll ich da sagen?!
    Hoffentlich schreiben hier einige bald hin.

    Tja.... die Feeds lassen wirklich nach... vielleicht ist sie nicht brutal genug... aber keien Sorge.... das kommt schon sehr bald.... Und danke für deine fleißigen Feeds honey... und natürlich auch Elina..... ihr seid spitze.... und die Anderen? Nun ja... ich gehe mal davon aus, dass sie die Story lesen und das ist doch auch was....

    Bin ja nicht anspruchsvoll ;)

    Als der Knall hallte, wurde Andrea von dem LKA-Mann direkt auf den Boden gedrückt. „UNTEN BLEIBEN!!!“ schrie er. Andrea weinte und zitterte. „ganz ruhig…. Es ist alles okay…. Bleiben Sie hier unten liegen….Frau Gerkhan….“ Sprach der Mann auf sie ein. Andrea nickte nur….Sie sah zu Aida, die von einem zweiten Bewacher auf dem Arm genommen und in den Flur getragen wurde. Auch Aida fing an zu weinen und zappelte auf dem Arm des Mannes. Andrea kroch über den Boden zu ihr und nahm die selbst auf den Arm. „Ganz ruhig…. Schätzchen…. Ganz ruhig…“ sprach sie mit ihrer Tochter. Sofort war das Kind still. Andrea spürte wie sie selbst am zittern war. Der Schock saß tief. „Frau Gerkhan… wir müssen die Wohnung wechseln. Der Mann, der ihren Mann bedroht weiß wo wir sind. Es ist zu gefährlich hier zu bleiben. Sie dürfen mit niemandem auch nicht mit ihrem Mann telefonieren.“ Ermahnte der LKA-Beamte. Andrea nickte.

    Ben lag in seinem Bett. Er starrte an die Decke und erschrak als es leise klopfte. Es war schon fast Mitternacht. „Ja?“ fragte er erstaunt. Langsam öffnete sich die Tür. Ben hielt bereits die Klingel in der Hand. Sollte es ein Feind sein, der dort an der Tür stand? Doch dann kam Semir herein. „was machst du denn hier?“ wollte Ben wissen. „Ich kann nicht schlafen….“ Flüsterte Semir leise. Ben nickte. „Semir… was ist eigentlich los? Wer will was von dir? Und warum will er mich umbringen?“ fragte Ben. Semir zog die Schultern hoch. „Ich weiß es nicht. Ich hab Andrea und Aida schon in Sicherheit bringen lassen. Ich will gleich noch mal zur Schutzwohnung und mich mit ihr unterhalten. Sie steht unter Personenschutz. Du bist hier sicher aufgehoben. Niemand kommt an dich ran…“ meinte Semir nur und sah aus dem Fenster. „Du bist auch rein gekommen? Bist du irgendwo aufgehalten worden?“ kam von Ben. Semir grinste. „Ich bin Polizist….“ sagte er stolz.

    Während Semir Ben besuchte machte sich Robert am Wagen von Semir zu schaffen. „Ich werde schon dafür sorgen, dass du in der nächsten Kontrolle ein bisschen von deinem Ansehen verlieren wirst…. Ein Polizist betrunken am Steuer…. Also wirklich… wo ist denn da das gute Vorbild?“ tadelte er lachend und legte auf den Rücksitz einige Flaschen hin. Alles war so hergerichtet, dass man meinen könnte der Fahrer hätte viel zu viel getrunken. Und nun kam das Beste an seinem Plan…..
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    Na wer wagt es?

    So dann hier mein Abschlußfeed

    Christopher.... eine ganz tolle Story. Hätte ich selbst nciht besser machen können. Das Ende lässt doch stark darauf hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird. Ich hoffe sie wird auch wieder so spannend, so grausam....so genial (ja, ich glaub das ist das richtige Wort) werden....


    Ich hoffe irgendwann kann ich auch deine 100. STory lesen....

    Während Semir fuhr, schaute er immer mal wieder in den Rückspiegel. Als er der festen Überzeugung war, dass er nicht verfolgt würde, griff er zum Handy und rief Tom an. „Die haben den Köder geschluckt“, gab er durch. „Sie hatten mich schon und dann sind Hotte und Dieter dazu gekommen. Ich bin jetzt auf dem Weg zu euch.“ Er warf einen erneuten Blick in den Spiegel und fügte hinterher: „Keine Schatten auszumachen.“ „Bist du sicher?“, fragte Tom zweifelnd. „Ich meine..., wenn die dich unter Bewachung haben, dann solltest du es testen. Ich glaub nicht, dass die so einfach aufgeben. Hast du die Beschreibung abgegeben?“ „Ja, und mir den Anpfiff der Chefin angehört“, seufzte Semir. „Anpfiff der Chefin?“, Toms entsetzte Stimme sagte alles. „Hast du etwa meinen Wagen kaputt gemacht?“ „Nun ja,...“, druckste Semir herum, „also, er ist nicht ganz kaputt... nur etwas verformt. Sieht aber immer noch gut aus.“ Schnell beendete er das Gespräch, bevor Tom weitere Fragen stellen konnte. Wieder fiel sein Blick in den Rückspiegel. Einige Wagen fuhren hinter ihm, aber verdächtig kam ihm keiner vor. Trotzdem nahm er Toms Ratschlag an und fuhr auf Umwegen zum Versteck. Er fuhr kreuz und quer durch die Stadt. Wenn er einen Verfolger hatte, dann war dieser verdammt schlau, denn er fiel ihm nicht auf. Semir fuhr zur Schutzwohnung wo Hartmut und Sandra mit Tom warteten.

    „Hey,... Tom, ich hol mal ein paar Brötchen!“ rief Hartmut und war schon zur Tür raus, als er Semir begegnete. „Wo willst du denn hin?“, fragte dieser ihm erstaunt. „Na, nur eben rüber zum Bäcker“, gab Hartmut freimütig zu. „Du sollst aber nicht raus“, widersprach Semir mit hochgezogenen Augenbrauen. „Hey,... Sandra ist in Gefahr, nicht ich!“, tat Hartmut den Einwand mit einer wegwerfenden Handbewegung ab. Dann fügte er fragend hinzu: „Also,... willst du auch was vom Bäcker?“ Man sah Semir an, das er nicht damit einverstanden war, das Hartmut das Haus verließ. Aber Hartmut hatte wahrscheinlich Recht. Den Gangstern ging es nur um Sandra. Schließlich siegte sein Hunger und er machte eine Kopfbewegung in Richtung Tür. „Ok, kannst mir auch was mitbringen. Eine Rosinenschnecke… oder besser zwei“, grinste er. Bevor er in die Wohnung ging, rief er hinter Hartmut her, der bereits einige Schritte gegangen war: „Beeil Dich, Hartmut… Und pass auf Dich auf!“ Hartmut verdrehte gespielt angenervt die Augen und trat auf die Straße. Was sollte ihm schon groß passieren? Er musste doch nur über die Straße und dann war er schon beim Bäcker. Noch immer über Semirs Sorge schmunzelnd, trat er an den Fahrbahnrand und sah, wie es jeder normale Mensch tat, nach links und rechts. Er ließ einige Fahrzeuge passieren, die mit teilweise recht hohem Tempo an ihm vorbeirauschten. Als ein Auto mit ortsfremden Kennzeichen anhielt, glaubte Hartmut, der Fahrer wolle ihm nach den Weg fragen. Er beugte sich hinunter, als die Scheibe runter ging und fragte auf seine hilfsbereite Art: „Kann ich helfen?“ Der Mann, der auf der Rückbank saß, nickte. „Ja, sehr sogar...“, sagte dieser mit einem breiten Lächeln. Er öffnete die Tür und stieg aus. Neugierig sah Hartmut ihn an. „Wo wollen Sie denn hin?“, erkundigte er sich noch immer ahnungslos. Das Lächeln des Mannes verwandelte sich in ein gehässiges Grinsen, als er antwortete: „Die Frage sollte wohl eher lauten: Wo wollen wir mit Dir hin?“ Auf Hartmuts Gesicht zeigte sich Verwirrung, die sich noch steigerte, als der Mann eine Waffe zog und auf ihn richtete. „Einsteigen! Und keinen Mucks!“, zischte der Fremde und presste Hartmut die Waffe in die Seite. „Hey,... Moment mal,… was soll das?“, haspelte Hartmut erschrocken. Für einen Augenblick kapierte er gar nichts, doch dann fiel bei ihm der Groschen: Semir hatte doch Verfolger gehabt! Er beugte sich der Gewalt und stieg kapitulierend ein.

    Also ich denke nicht, das Semir auf Ben schießen wird. Die lassen sich schon was einfallen.... da bin ich mir sicher.... ja wohl.... es wird nichts passieren... ohmmmmmmmmmm es passiert nichts.... ohmmmmmmmmmm mein Wille ist stärker als deine Schreiberhand ......... ohmmmmmmmm..... :D

    „Hey..., da rennt Semir!“, stieß Dieter aus, als er auf das Gelände bog, auf das die Verbrecher mit Semir verschwunden waren. „Ja, dann wollen wir mal mitmischen!“, gab Hotte von sich, zog seine Dienstwaffe, öffnete das Seitenfenster und gab Warnschüsse in Richtung der Gangster ab. Die Verfolger von Semir drehten sich erschrocken um. Augenblicklich unterbrachen sie ihre Verfolgung, wandten sich um und rannten zu ihrem Fahrzeug zurück. Bevor Dieter und Hotte es verhindern konnten, raste der Wagen mit durchdrehenden Reifen davon. Hotte merkte sich das Kennzeichen und die Automarke, dann hielt Dieter vor dem Gebäude an, in dem sie Semir verschwinden sahen. Sie stiegen aus und rannten ebenfalls hinein. „SEMIR! Wo bist Du? Die sind weg!“, rief Hotte laut. Doch Semir kam nicht. „Er ist vielleicht weiter hinten und hört uns nicht“, sagte Dieter und sie liefen weiter hinein. Wieder riefen sie nach Semir. „Mann..., das wurde aber auch Zeit“, kam es plötzlich hinter ihnen und die beiden Männer zuckten erschrocken zusammen. Hotte fasste sich zuerst und drehte sich zu Semir um. „Hey..., tut uns Leid. Echt... Aber der Unfall..., die ganze Seite war dicht“, entschuldigte er sich. Semir winkte ab. „Schon gut... Ist ja nichts weiter passiert. Habt ihr meinen Wagen mitgebracht?“, fragte er. Dieter schüttelte den Kopf. „Nee, Du... der ist fahruntüchtig. Das wird die Chefin sicher nicht mit Begeisterung aufnehmen“, tadelte er. In Semirs Augen funkelte leichte Wut auf. „Ich kann froh sein, dass die mich nur abdrängen wollten. Die hätten mich auch abknallen können!“, sagte er hitzig. „Hey..., schon gut“, versuchte Hotte ihn zu beruhigen. „Komm, fahren wir Dich zur PAST.“ Semir schüttelte energisch den Kopf: „Ihr könnt mich direkt zu Tom fahren.“ Dieter sah Hotte kurz an. Der zuckte unentschlossen die Schultern und hob skeptisch die Augenbrauen. Schließlich rang sich Dieter zu einer Entscheidung durch. Er schüttelte ebenfalls den Kopf und meinte anlehnend: „Nein,… wir fahren erst zur PAST. Von da aus kannst du dann mit deinem BMW zu Tom fahren. Rein mit dir!“ Dabei wies er auf den Rücksitz ihres Dienstwagens und obwohl es Semir gar nicht passte, fügte er sich grummelnd.

    Marc, Jacques und André sahen, wie der Wagen abfuhr. „Na, das geht ja schneller als ich dachte. Okay..., halt Abstand und folge ihnen“, sagte Jacques zu André, der jetzt am Steuer saß. „Bist du sicher, dass er jetzt da hinfährt, wo Bertrand ist?“ „Na, früher oder später schon. War gut, dass du direkt einen zweiten Wagen hier abgestellt hast“, lobte Marc André. „Da ist die deutsche Polizei nicht anders als die französische. Die merken sich das Kennzeichen und Automarke und dann Fahndung raus. Tja...“, schnalzte Marc mit der Zunge und lehnte sich zufrieden in seinem Sitz zurück. „Vorsorge ist halt alles.“ Sie folgten dem Zivilwagen der drei Beamten. Denen schien nichts aufzufallen, denn sie fuhren nach einiger Zeit auf den Parkplatz der Polizei. Ihre Opfer schienen noch immer völlig ahnungslos. Ohne sich weiter umzusehen, stiegen sie aus ihrem Fahrzeug und verschwanden im Gebäude. André fuhr langsam über den Parkplatz und stellte das Fahrzeug kurz vor der Ausfahrt in eine Parklücke. So konnten sie jedes Auto beobachten, welches den Parkplatz verließ. „Okay..., ich denke mal, der Kleine wird gleich wieder abrauschen und uns zu unserer kleinen Freundin bringen“, meinte Jacques selbstsicher. „Na, ich weiß nicht... Der scheint nicht dumm zu sein“, gab André zu bedenken. „Wir werden sehen“, sagte Marc. Es dauerte fast zwei Stunden, dann sahen sie, wie ein BMW vom Gelände fuhr. „Da ist er ja endlich“, stöhnte Jacques verdrossen und setzte sich aufrecht hin. „Okay, André…“, meinte Marc lauernd zu dem Fahrer, der in diesem Moment den Motor anließ, „…halt genügend Abstand, aber lass dich nicht abhängen.“ André nickte kurz und die Fahrt ging los.

    So ein letztes Stück für heute Abend... FEEDS!!!!

    „Hey, Dieter! Die haben Semir! Da vorn sehe ich seinen Wagen. Die fahren gerade ab!“, rief Hotte hektisch. „Mit Semir?“, fragte Dieter, während er sich dem blauen Wrack näherte. „Ja sicher! Los…, gibt Gas… Wir dürfen ihn nicht verlieren!“ Hottes Hektik wirkte ansteckend und Dieter sah genervt zu ihm hinüber. „Schon gut…! Nur keine Angst!“, gab er zurück. „Die reihen sich zur Ausfahrt ein. Ausfahrt Frechen Industriegebiet. Sollen wir Verstärkung anfordern?“, fragte Hotte besorgt. Dieter schnaubte verächtlich: „Herzchen… Das sind drei und wir sind auch drei. Wir holen Semir auch ohne die Kollegen raus.“ Hotte blickte skeptisch drein: „Dein Wort in Gottes Ohr. Wenn das schief geht, wird Semir vermutlich kein Wort mehr mit uns reden.“ „Ja sicher. Ich fahre, du guckst!“, winkte Dieter Hottes Bedenken beiseite. Hotte richtete seinen Blick auf den Wagen, in dem Semir saß. „Sie fahren runter!“, sagte er plötzlich und zeigte mit der Hand in die entsprechende Richtung. Dieter nickte: „Gut, dann hoffen wir mal, dass ein paar Wagen vor uns bleiben. Mit dem Wagen sind wir ja auffällig wie ein bunter Hund!“ „Vor uns sind noch drei Wagen, die mit abfahren“, beruhigte Hotte seine Partner. „Wo wollen die wohl hin?“, überlegte er. Dieter zuckte mit den Schultern. „Wichtig ist nur, dass Semir da wieder rauskommt.“

    „Nun…, wo ist die Kleine und ihr Lover?“, fragte der Fahrer. Semir schwieg beharrlich. Der Mann neben ihm lächelte. „Na komm…, wo ist unsere kleine Mademoiselle?“ Semir antwortete nicht. „Jacques…, er ist nicht gerade sehr gesprächig“, maulte der Mann zu seinem Komplizen. „Na, das werden wir gleich mal ändern. Er wird uns schon erzählen, was er weiß und wo die Kleine ist. Glaub mir…, ich kenne Mittel und Wege dafür“, lachte der Angesprochene und Semir lief ein Schauer über den Rücken. ‚Wieso immer ich?’, dachte er noch, als ein Stoß in die Seite ihn zurück zum Geschehen rief. „Wo ist die Kleine?“, fragte der Mann neben ihn. „Sucht sie doch!“, gab Semir knurrend zur Antwort. Unauffällig schaute er sich um, um herauszufinden wo er sich hier befand. Nach einer Weile erkannte er das Gebiet. Es war die Gießerei, wo er vor nicht all zu langer Zeit mal ein paar Kids verjagen musste, weil die hier auf den Einsturz gefährdeten Gemäuer herumkletterten. Er war rein zufällig vorbeigekommen und hatte die Gefahr erkannt. Die Kinder waren damals schnell weggerannt, als sie sein Blaulicht gesehen hatten. Der Wagen der drei Entführer fuhr auf den Platz der alten, verlassenen Fabrik und hielt an. Der Fahrer drehte sich zu ihm um. „Okay..., wir werden uns jetzt mal da drinnen unterhalten. Du solltest besser direkt erzählen was du weißt“, drohte er Semir. Sie stiegen aus. Das Handy des einen Bewachers klingelte. „De Clerc“, sagte er, nachdem er einen Blick auf das Display geworfen hatte, und meldete sich. Semir sah, dass die Männer für einen Moment abgelenkt waren und nutzte die Chance. Er rammte seinem zweiten Bewacher mit aller Kraft den Ellenbogen in den Magen. Dieser klappte mit einem schmerzhaften Aufstöhnen wie ein Taschenmesser zusammen. Dann rannte Semir, so schnell er konnte, auf das Gebäude zu. Er kannte dieses Gemäuer und wusste wo er sich verstecken konnte. Bevor er im Gebäude verschwand, hörte er noch, wie die drei Männer fluchend die Verfolgung aufnahmen und hinter ihm her kamen. Er musste sich beeilen…

    Hallo und willkommen im Kreis der Schreiberlinge,

    also ich muss sagen, bisher liest es sich sehr gut. Ich finde es schwierig in der Ichform zu schreiben und deshalb auch mal hut ab.... mal sehen was "semir" uns so erzählt.... ich bin auf jeden Fall gespannt.


    Weiter so....

    Am 14.5.2009 20:15 Uhr "unter Feuer"

    Autobahnkommissar Semir Gerkhan wird auf einem Autobahnrastplatz Zeuge eines brutalen Mordes. Dem Täter gelingt zwar die Flucht, dennoch lässt sich seine Identität klären: Es handelt sich um Robert Harding, der - wie auch sein Opfer - namibischer Staatsbürger ist. Beide Männer waren erst eine Stunde vor dem Mord mit einer Maschine aus Windhuk in Köln gelandet. Was steckt hinter der Tat?

    „Los! Schieb sie von der Bahn!“, feuerte Jacques André an, der nur gemein lachte. „Die haben wir gleich!“ Marc, der auf der Rückbank saß und zwischen Jacques und André hindurchlugte, stutze plötzlich. Er warf einen Blick zu André. „Hey..., irgendwas stimmt da nicht. Die Mitfahrer reagieren überhaupt nicht auf die Aktion.“ André richtete seine Konzentration auf den Wagen vor ihnen. Er gab erneut Gas und stieß das Auto vor ihnen heftig an. Er konnte sehen, wie der Fahrer durch die Wucht nach vorn geschleudert wurde. Aber die beiden Insassen auf der Rückbank blieben kerzengerade sitzen. „Du hast Recht! Da stimmt was nicht.“ Er dachte kurz nach und fügte bestimmt hinterher: „Okay..., wir drängen ihn erst mal raus und dann werden wir den Jungen an einem ruhigen Ort befragen. Nach unserer Manier“, sagte er und riss das Lenkrad nach rechts. Mit voller Wucht knallten sie in die Seite des Mercedes, der gegen die Leitplanke gedrückt wurde. Der Mercedes schrammte kreischend an dem Metallstreifen entlang und wild sprühten die Funken. „So, und nun stell dich quer und stopp ihn!“, stieß Jacques aus und überprüfte seine Waffe. André tat, was er verlangte und der Mercedes stoppte. Das Auto war noch nicht zum stehen gekommen, da sprangen Jacques und Marc mit gezogenen Waffen heraus und rannten zum Mercedes rüber. Sie sahen, wie der Fahrer gerade das Mikro in die Hand nahm. Marc riss die Tür auf und hielt dem Mann die Waffe an den Kopf. „Lass es lieber!“, forderte er im gebrochenen Deutsch und spannte, um seinen Worten mehr Gewicht zu verleihen, den Abzugshahn.

    „Cobra 11 an Cobra 19! Hotte, ich...“, bekam Semir noch raus, bevor die Tür aufgerissen wurde und er den Lauf einer Waffe an seinem Kopf spürte. Er wagte es nicht, sich zu bewegen und aus den Augenwinkeln sah er den Mann an. „Lass es lieber!“, sagte dieser gerade. „Raus!“, kam der nächste Befehl von dem anderen Typ, der sich neben den anderen Kerl gestellt hatte und nun auch eine Waffe auf ihn gerichtet hielt. „Verdammt! Die haben uns tatsächlich gelinkt. Das sind Puppen!“, fluchte Marc, als er die vermeintlichen Mitfahrer ansah. Semir musste leicht grinsen. Doch es verschwand direkt, als der Mann auf seiner Seite ihn an der Jacke packte. Unsanft wurde er aus dem Auto gezogen. „Wo sind deine Freunde?“, raunzte der Mann ihn an und stieß ihn mit Wucht gegen den Mercedes. Semir wehrte sich nicht. In Anbetracht der beiden auf ihn gerichteten Waffen wäre der eine Selbstmord gleich gekommen! „Was soll das?“, fragte er und versuchte seiner Stimme einen festen Klang zu geben. Das nächste was er spürte war die flache Hand des Mannes im Gesicht. „In den Wagen und Klappe halten!“, blaffte ihn der zweite Mann an und stieß ihn hart an. Semir ging zögerlich einige Schritte und sah sich um. Von Dieter und Hotte war nichts zu sehen. ‚Typisch!’, dachte er sarkastisch bei sich. ‚Wo ist ein Polizist, wenn man ihn braucht?’ Der dritte Mann, der noch immer am Steuer des Wagens saß, sah ihn grinsend an. „Na…, wo sind denn deine Freunde?“, fragte er harsch. Semir schwieg. „Keine Sorge…, wir kriegen das schon raus“, lachte einer der Männer hinter Semir und drängte ihn in den Wagen. Dann fuhren sie ab.