Beiträge von Elvira

    Mario Lugano rief Damiano an und erklärte ihm die Sachlage. „Mario... das ist sehr schrecklich, aber ich will mein Geld. Was mit deinem Mann ist, ist mir so ziemlich egal. Beschaffe mir das Geld...oder warte.... ich werde es übernehmen. Du verdienst weiterhin das Geld...“ gab Damiano durch. „Danke Patron... ich werde mir einen neuen Boten suchen... Die beiden Polizisten die bei mir waren, werden sicher anfangen auch bei dir Fragen zu stellen. Semir Gerkhan und Tom Kranich von der Kripo Autobahn...“ erklärte Mario. „Das ist ab sofort mein Problem. Du kümmerst dich um die Läden. Ich will nicht noch einmal ins Visier der Polizei geraten. Bisher konnte man mir nichts nachweisen und dabei soll es bleiben.“ Befahl Damiano. „Ja Patron.... ich habe verstanden...“ kam leise von Mario. Dann legte er auf. „Peter!!“ schrie er laut. Nur wenig später kam der Gerufene in sein Büro. „Fahre in Marios Wohnung und suche nach Hinweisen. Ich will wissen ob Mario Kontakt zu den Bullen hatte.“ befahl er. Peter nickte und verschwand.

    Damiano rief Leon Weißer an. „Leon! Damiano hier. Hör zu.... Marlon, einer meiner Kuriere ist verunglückt. Er war für mich unterwegs um die Einnahmen aus den Casinos zu holen. Es hat einen Unfall gegeben und die Polizei hat im Wagen von Marlon mein Geld gefunden, gibt es aber nicht raus, wenn ich nicht nachweise, dass es mir gehört. Ist das Rechtens?“ wollte er wissen. „Ja... da kannst du nichts machen. Wie geht es deinem Mitarbeiter?“ wollte der Anwalt wissen. „Er liegt im Koma und ist absolut nicht ansprechbar. Ich brauche das Geld aber.“ kam von Damiano. „Damiano .... was ist mit dem Betreiber der Casinos woher das Geld stammt? Die können doch bezeugen, dass dieser Marlon es abgeholt hat. Und dass dir die Casinos gehören. Du hast ja auch die Gewerbeerlaubnis bei dir und bist eingetragen. Die Casinos sollten ja den Tagesbericht haben und da sind dann die Gelder, die eingenommen wurden verzeichnet. Dann ist es kein Problem das Geld zu bekommen. Das ist der legale Weg.“ kam vom Anwalt. Damiano lachte leise. „Ich gehe nur den legalen Weg.“ gab er durch und legte dann auf. „Ich lasse mir doch von zwei Autobahnbullen versauen.“ sagte er leise zu sich. Doch wie sollte er daran kommen? Er dachte eine ganze Weile nach, kam jedoch zu keinem sinnvollen Ergebnis. Am Besten wäre es eigentlich, wenn er sich das Geld einfach holen würde, das Wie war die Frage. Wenn er sich das Geld abholen wollte, dann musste er zum Revier fahren. Aber warum auch nicht… man hatte ihm bisher ja auch nichts nachweisen können. Doch erst wollte er abwarten was Leon herausfand. Sein Anwalt hatte bisher jedes Mal einen Weg gefunden.

    Semir saß Tom gegenüber und hatte den Bericht in der Hand. „Laut Hartmuts Ergebnissen war der Wagen in einem absolut verkehrstüchtigen Zustand. Damit scheidet Sabotage aus. Der Wagen weist auch sonst keine Spuren auf, die auf Fremdverschulden deuten. Ein Zeuge hat ausgesagt, dass der Fahrer sehr unkonzentriert gefahren sei und mehrmals einem Unfall gerade noch ausweichen konnte. Allerdings wurde in seinem Blut kein Alkohol oder Drogen gefunden. Glatteis wäre eine Möglichkeit. Da haben wir ja schon den ganzen Tag mit zu tun…“ mutmaßte Semir und warf die Akte auf den Tisch. „Der einzige, der uns sagen kann wie es zu dem Unfall kam ist Brehmes selbst. Aber der liegt im Koma und kann nicht aussagen.“ kam von Tom. Er warf enttäuscht über den Bericht eine Papierkugel auf den Schreibtisch. „Vielleicht sollten wir ins Krankenhaus fahren und mal fragen… ich meine es könnte doch sein, das er wieder wach ist…?“ kam hoffnungsvoll von Semir. „Semir… die Ärzte lassen Niemand zu ihm. Auch uns nicht. Wir müssen einfach nur abwarten.“ beruhigte Tom ihn.

    ach sehr schön Chris.... die Nerven liegen glaub ich bei jedem nun blank... aber gut... wir können noch mehr..... :D
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    Andrea ahnte von dem was dort im OP vor sich ging nichts. Vielleicht war es sogar besser. Sie wollte sich ablenken und wissen was mit Ben war. Von einer Schwester wurde sie hingebracht Sie sah den Vater von Ben am Bett sitzen. Weinte der Mann? Andrea ging vorsichtig hin und legte ihm die Hand auf die Schulter. "Sieht nicht gut aus...?" fragte sie mit erstickter Stimme. Konrad sah sie an. "Nein....gar nicht gut.... und Ihr Mann?" wollte er im Gegenzug wissen. Andrea wischte sich eine Träne weg. "Es ist gut möglich, das er den OP nicht lebend verlässt." erklärte sie leise. Wie sehr hätte sie sich nun Arme gewünscht die sie um armten und trösteten. Doch es war niemand da. "Entschuldigen Sie..."sagte sie und weinte. Konrad stand auf. "Frau Gerkhan...ich...bete für beide... ich hoffe Beide werden wieder gesund." sagte er leise und legte seine Arme um diese schluchzende ihm doch fremde Frau. Andrea ließ es geschehen. Sie brauchte den Halt nun. "Was ist mit Ihrem Mann?" fragte er nach einer kurzen Weile. "Er hat einen verletzten Lungenflügel, mehrere komplizierte Brüche... die Ärzte sind nicht einmal sicher, dass er....ich brauche ihn doch...ich brauche ihn..." weinte sie hemmungslos. Konrad Jäger drückte sie fest. "Wir müssen beten, dass er es schafft. Genau wie Ben. Weinen Sie nur... es befreit....so ist gut..." sprach er beruhigend auf sie ein. Sein Blick ging zu Ben, der immer noch wie leblos im Bett lag.

    "Verdamm! Hier den Sauger hin!!! Schnell!!! Blut kommt in die Lunge! Herzstillstand!! Defi!!!" schrie der Arzt die Befehle durch den OP. Die Helferinnen hatten Mühe alle Befehle auszuführen. Nur fünf Minuten dauerte es, bis sie die Kontrolle wiederhatten. "So schnell lassen wir dich nciht gehen, Junge..." fauchte der Arzt. "So... die Blutung steht. Jetzt werden wir das Loch schließen und die Rippe richten. Was ist mit dem Herz?" fragte er ohne den Blick von Semir zu nehmen. "Schlägt noch unregelmäßig aber es schlägt. Kreislauf stabil. Das war verdammt knapp..." gab der Assistent von sich. "Ja.... aber er kämpft.... und genau das ist gut...." stöhnte der Doktor.

    Mario Lugano sah die beiden Männer an. „Gott… was Sie da sagen ist ja schrecklich. Wie geht es Marlon denn?“ wollte er wissen. Semir sah ihn an. Die Bestürzung schien echt zu sein. „Derzeit ist es nicht sicher, dass er überlebt. Er liegt im Koma.“ erklärte er. Lugano nickte. „Kann ich ihn besuchen? Ich meine er hat keine Angehörigen. Irgendwie war er für mich…. Wie…. ja wie ein Bruder.“ erklärte er. „Er liegt in der Uniklinik auf der Intensivstation. Derzeit sind Besuche ausgeschlossen. Was allerdings noch eine Frage aufwirft ist, dass Herr Brehmes sehr viel Geld in einem Koffer bei sich hatte. Wissen Sie, ob es ihm gehörte?“ wollte Tom wissen. Lugano sah ihn an. „Nun…. Marlon war mein Geldbote, ja. Ich habe wie Sie sicher wissen, einige Spielcasinos in Köln, Aachen und Dortmund. Die Einnahmen werden durch meine Kuriere abgeholt und dann von mir zur Bank gebracht. Was ist mit dem Geld?“ wollte der Mafioso wissen. „Das ist beschlagnahmt. Die Herkunft ist nicht bekannt und es kann durchaus illegal sein. Ich meine wir wissen ja alle, was und wie Sie Ihr Geld verdienen, nicht wahr?“ harkte Tom nach. Lugano stand auf. „Sie wollen mir doch wohl nichts unterstellen oder?“ harkte er nach. Semir lächelte. „Herr Lugano…. Das Geld wird zunächst in unserer Obhut bleiben. Und zwar bis der Unfall völlig aufgeklärt ist und Sie uns beweisen können, dass es Ihr Geld ist.“ gab er bekannt. Lugano lachte auf. „Sie wissen doch sicherlich, dass es dazu kein Recht gibt. Herr Gerkhan.... es ist mein Geld und wenn ich einen Anwalt einschalten muss, dann werde ich es tun. Ich bin ein rechtschaffener Bürger dieses Landes. Das einzige was ich mit Italien zu tun habe, ist mein Name. Ich bin in Deutschland geboren. Mit der Mafia habe ich nichts zu tun.“ erklärte Lungano. Semir lächelte nur. „ Ja sicher.... Wir wissen das Sie der Strohmann von Damiano Cescone sind. Das mit dem Anwalt ist sehr gut....dann werden Sie es wohl tun müssen. Solange Herr Brehmes uns nicht helfen kann, wird auch Ihr Anwalt nichts ändern können.“ sagte er freundlich und verabschiedete sich mit Tom.

    Auf der Fahrt zurück zur PAST saß Semir grübelnd auf dem Beifahrersitz. „Was beschäftigt dich?“ wollte Tom wissen, während er sich auf den Verkehr konzentrierte. „Diese Sache mit dem Geld. Wenn Brehmes Geldkurier war, wem gehört es dann? Und woher stammt es. Ich meine… du und ich wissen doch, dass dieser Cescone der Mafia angehört und dass er vermutlich Schutzgelder erpresst. Also ist das Geld quasi dreckiges Geld und muss beschlagnahmt werden.“ erklärte Semir. „Wir vermuten das Cescone der Mafia angehört. Bisher sind noch keine Beweise dafür vorhanden. Die Leute vom LKA ermitteln gegen ihn, aber bisher alles ohne Ergebnisse und wenn er behauptet dass es sein Geld ist, dann muss er es erst einmal beweisen. Solange bleibt das Geld bei uns.“ erwiderte Tom. „Und genau da denke ich wird unser Freund Cescone was dagegen haben. Ich mag diesen Typen nicht. Er dealt, er erpresst, er handelt mit Menschen und was weiß ich noch alles. Aber niemand unternimmt etwas.“ kam wütend von Semir. Tom nickte. „Solange du es ihm nicht nachweisen kannst, wird er als unschuldig gelten. Ich denke auch nicht, dass wir da was ausrichten können. Die Leute vom LKA werden dir in den Hintern treten, bevor sie uns das erlauben.“ Mutmaßte er. „Nicht wenn es unser Fall ist. Und das ist unser Fall. Es geht ja schließlich um einen Unfall auf der Autobahn. Da kann selbst unsere liebe Chefin nichts machen.“ grinste Semir. „Wenn wir dann davon ausgehen, dass der Unfall kein Unfall war, sondern vielleicht wurde am Wagen manipuliert, oder aber der Typ wollte mit dem Geld abhauen und dieser Cescone kam dahinter. Hat ihn von der Bahn abgedrängt und bevor der das Geld holen konnte waren zu viele Zeuge dort und er hat die Absicht vergessen.“ erklärte Semir seinen Gedankengang. Tom nickte kurz. „Wenn, dann wird Hartmut es auf jeden Fall herausfinden. Sofern noch etwas herausgefunden werden konnte. Der Wagen ist ja doch ziemlich verunstaltet worden...“ gab er zu bedenken. Semir sah ihn an. „Ich weiß... aber Hartmut findet es wenn es so war.“ beschwor er.

    Damiano legte den Hörer auf. Er hatte eben mit Mario, seinem Strohmann gesprochen, von dem Marlon das Geld abholen sollte. Alles war glatt über die Bühne gegangen. Es gab keine Probleme. Marlon war ordnungsgemäß abgefahren und hätte eigentlich bei ihm ankommen müssen. Er wurde wütend. „Verdammter Verräter!“ fluchte er laut. „Papa?“ hörte er hinter sich. Er drehte sich um Melissa, seine Tochter stand im Rahmen. „Hallo mein Schatz. Was ist denn?“ wollte er wissen und nahm seine Tochter in den Arm. „Was ist mit dir? Wer ist ein Verräter?“ wollte Melissa wissen. „Verräter? Ähm… ich weiß nicht. Hab ich nur so gesagt.“ lächelte er sie. Sie wusste nicht, dass ihr Vater ein Mafioso war. Für sie war er ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. Melissa war sechzehn und eigentlich sehr reif für ihr Alter. Doch seinen Beruf konnte er ihr verheimlichen. Sie wusste auch nicht, dass ihr Vater andere Menschen erpresste, drogensüchtig machte und wenn es sein musste auch mal körperliche Gewalt anzuwenden bereit war. „Was willst du denn?“ fragte Damiano. „Ich wollte dich fragen, ob es in Ordnung ist, wenn ich meinen Geburtstag in vier Tagen mit meinen Freunden feiere. Ich werde schließlich siebzehn und ich denke dass ich dafür reif genug bin.“ lächelte sie ihn an. Damiano lachte laut. „Ja sicher…. Ich halte dich auch für erwachsen genug. Ja… du darfst es. Wo willst du die Party steigen lassen?“ wollte er wissen. „In der alten Kapelle unten. Da ist es so schön gruselig…“ grinste Melissa. „Ich werde es herrichten lassen. Das ist dann mein Geschenk für dich. Du darfst aber die Kapelle bis dahin nicht betreten. Es ist eine Überraschung die dich dann erwartet.“ ermahnte er sie. Sie nickte und umarmte ihren Vater. „Danke….. Paps…“ sagte sie, gab ihm einen Kuss auf die Wange und ging wieder raus. Damiano sah ihr nach.

    „Tja… der Mann heißt Marlon Brehmes, 38 Jahre alt, geschieden, keine Kinder. Vor sechs Jahren wurde er einmal straffällig, als er in einem Casino quer schlug, weil er verloren hatte. Er bekam Hausverbot auf eine Anzeige verzichtete der Betreiber allerdings. Warum ist unbekannt. Brehmes selbst arbeitete seit einigen Monaten für eine gewissen Mario Lugano. Dem wiederum wird nachgesagt, dass er für Damiano Cescone, einem Kopf der hiesigen Mafia, sei was nicht ganz ausgeschlossen ist aber von Cescone bestritten wird. Den Bremsspuren nach scheint er die Kontrolle über das Fahrzeug verloren zu haben, oder aber er wollte sterben woran ja nicht viel fehlte. Fremdverschulden kann man auf jeden Fall ausschließen. Wenn man den Zeugenaussagen glauben kann, dann ist er wie ein Wilder gerast und konnte mehrmals einen Unfall knapp verhindern. Bis eben auf der Brücke. Der Sachverständige sagte dass er keine Chance hatte. Der Wagen ist bei Tempo 100 durch das Geländer und dann runter. Nur weil Brehmes nicht angeschnallt war, wurde er rausgeschleudert.“ endete Semirs Vortrag als sie bei Anna im Zimmer saßen. Sie hatte schweigend zugehört. „Wie wollen Sie vorgehen?“ fragte sie. „Chefin… es war ein Unfall. Es gibt keine Hinweise, dass Fremdverschulden vorliegt.“ kam von Tom. „Ja das ist richtig, aber was ist mit dem Geld?“ wollte Anna wissen. „Oh…. stimmt. Tja wir vermuten das dieses Geld Cescone gehört. Vermutlich war Brehmes oder sein Boss Geldwäscher oder zumindest Geldbote für Cescone. Wir werden gleich hinfahren und ihn darüber informieren. Er kann uns dann auch direkt erklären woher das Geld stammt.“ meinte Semir nur. Anna nickte nur. „Seien Sie bitte vorsichtig.“ ermahnte sie die Beiden.

    "Herr Gerkhan....? Hören Sie mich?" kam dumpf an Semirs Ohr. Es dauerte etwas bis er verstand, das dort jemand war, der mit ihm sprach. Er wollte antworten, doch irgendwas stimmte nicht. Er bekam keinen Ton raus. ER konnte die Augen nicht öffnen. "semir... .bitte.... sag doch was... .sag was..." weinte jemand. Auch hier dauerte es eine Weile bis Semir bemerkte, das es seine Frau war, die dort mit ihm sprach. "Frau Gerkhan... bitte... lassen Sie uns unsere Arbeit tun. Ich untersuche ihn und dann muss er umgehend in die Klinik!" das Stimmengewirr um ihn herum verwirrte ihn. Was zum Teufel war denn los? Dann spürte er Hände. Hände die seinen Körper abtasteten. Als sie in der Rippengegend waren, hätte er schreien können vor Schmerzen. Da waren sie wieder.... er bekam kaum Luft. Er spürte einen blutigen Geschmack im Mund.... "Mindestens drei Rippen gebrochen. Wenn ich mir die SEite ansehe, ist es nicht ausgeschlossen das die Lunge verletzt ist. Sofort in die Uniklinik! Er muss umgehend geröngt werden!" rief jemand. Semir spürte wie er aufgehoben wurde und er glaubte zu schweben. Dann musste er husten. Sofort reagierten die Personen um ihn herum. "Scheiße!!! Er hustet Blut!!! Lebensgefahr!!" schrie jemand.

    Kim sah erschrocken auf, als der Arzt anfing zu schreien. Was war das? Lebensgefahr? Verdammt was sollte das denn? Was war mit ihm. Sie ging langsam hin. Andrea Gerkhan stand an der Trage und flehte darum mitfliegen zu dürfen, doch der Arzt verbot es. "Ich fahre Sie ins Krankenhaus... kommen Sie..." sagte Kim und zog Andrea von der Trage weg. Sie sah den Arzt kurz an. "Wir vermuten eine Lungenverletzung. Er spuckt Blut.... wir fliegen in die Uniklinik!" kam die kurze Erklärung. kim nickte und zog Andrea zu ihrem Wagen. "Wir fahren hinterher... kommen Sie..."wiederholte Kim. Andrea nickte nur. Sie ließ sich in den Wagen gleiten und starrte einfach nur auf den Weg. "Er wird sterben...." sagte sie leise. Kim hörte es. "Das dürfen Sie nicht denken.... er wird es schaffen. Er wird es schaffen... hören Sie.... er wird es schaffen." versuchte Kim ihr Zuversicht zu geben. Andrea legte den Kopf nach hinten. "Ich will nciht das er stirbt...." weinte sie. Kim fühlte sich ziemlich unwohl. Bisher war das Verhältnis zu Andrea Gerkhan nicht gerade das Beste. Wie konnte sie ihr jetzt die Zuversicht geben?

    Der Heli landete nur wenige Minuten später auf dem Dach der Uniklinik. Die Ärzte warteten bereits auf ihn. Semir wurde in den Untersuchungsraum geschoben und intensiv untersucht. Anschließend geröngt. Es sah gar nicht gut aus. Und während man versuchte herauszufinden, was bei ihm noch heil war, liefen Andrea und Kim im Flur auf und ab. Endlich.... nach eineinhalb Stunden kam der Arzt aus dem Untersuchungsraum auf Andrea und Kim zu.

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    So Alex... dein PArt.. .was hat unser "Kleiner" denn alles?

    Marlon merke nicht wie die Zeit verging. Erst als er kein Geld mehr hatte sah er auf die Uhr. Es war bereits der nächste Morgen. Jetzt kam ihm auch in den Sinn, dass er die sechstausend Euro die er eingesetzt hatte verloren hatte. Völlig verwirrt stand er auf und verließ das Casino. Er hatte nichts gewonnen. Sein ganzes Vorgehen war ohne Sinn. Sein System, welches ihm zum Gewinn verhelfen sollte, hatte versagt. Er hatte versagt. Doch nun fehlte Geld. Wie sollte er das ersetzten? Er hatte nichts. Er hatte gar nichts. Jetzt verfluchte er seine Sucht. Doch es war zu spät. Der Don würde es nicht hinnehmen, sechstausend Euro weniger als gefordert zu bekommen. Er würde es nicht hinnehmen. Marlon schloss mit seinem Leben ab. Er musste es dem Don erklären. Er könnte sagen, dass er bei der Polizei Strafe bezahlen musste. Ja…. er hat die Geschwindigkeitsbegrenzung über schritten und musste dafür blechen. Damit er keine Punkte bekam einen sehr hohen Betrag. Das war glaubhaft… ja… so würde er es machen. Aber der Don wird sicher wissen, welcher Polizist es ihm abgenommen hatte. Marlon kannte keinen Polizisten auf der Autobahn. Verdammt… er musste einen Sündenbock haben. Er musste einen Finden. So fuhr er völlig in Gedanken auf die Autobahn. Unkonzentriert raste er über die Straße. Nur ganz knapp entging er einem Unfall weil er kurz davor wieder klar denken konnte. Doch dann verlor er die Gewalt über das Fahrzeug, als er eine Stelle überfuhr, die glatt war. Der Wagen schoss über die Leitplanke von der Brücke die er passierte direkt auf die darunter liegende A3. Es knallte heftig als der Wagen aufschlug und in Flammen aufging. Marlon bekam das all nicht mehr mit. Er brauchte sich keine Gedanken mehr um den Don machen. Er wurde bei dem Aufprall aus dem Wagen geschleudert und verlor direkt das Bewusstsein.

    „Semir! Tom! Unfall auf der A 3 direkt an der Brücke bei Km 165 Ein Wagen ist bei dem Wetter von der Fahrbahn abgekommen und hinunter gestürzt. Der Fahrer ist schwer verletzt.“ erklärte Andrea als sie ins Büro stürmte. Semir sah Tom an. „Verdammt… daran bist du Schuld. Wenn du mich beim Gebet nicht unterbrochen hättest….“ fluchte er, griff nach seiner Jacke und rannte raus. „Ja Fluch du nur… muss du fahren oder ich?“ beklagte Tom sich. Denn er hatte heute Fahrdienst und so musste Semirr sich nicht auf den Verkehr konzentrieren. Tom gab Gas. Nur wenige Minuten später waren sie am Unfallort. Die Feuerwehr hatte den Wagen bereits gelöscht. Wegener der Gerichtsmediziner war ebenfalls vor Ort und schien sich mit einem Koffer zu beschäftigen. Die Kollegen in Uniform hatten die Straße abgesperrt. Semir und Tom gingen zu Wegener. „Wie sieht es aus?“ wollte Semir wissen. Wegener sah ihn an. „Tja… er hat die Gewalt über das Fahrzeug verloren. Bei diesem Aufprall war es ein Wunder, dass er das überlebt hat. Diesen Koffer hatte er bei sich. Hat den Sturz ohne Schäden überstanden. Ich hab reingeschaut. Ne menge Kohle drin. Bezweifle allerdings dass es seins ist.“ gab Wegener von sich. „Hast du nen Ausweis oder so gefunden?“ wollte Tom wissen. Wegener sah ihn schräg an. „Ja, der Wagen bzw. das was innen ist, ist verbrannt. Er wurde bei dem Aufprall rausgeschleudert. In der Brieftasche war der Ausweis. Er heißt Marlon Brehmes.“ erklärte er und reichte Tom die Brieftasche.

    So zurück vom Mutter-Tochter-Tag und dann wollen wir doch mal sehen was Lupo gefunden hat. 

    Die Männer vor Ort fingen direkt an dort zu buddeln wo Lupo anschlug. Es dauerte eine ganze Weile bis sie endlich was fanden. „HIER!!! schrie auf einmal jemand. Kim, Dieter, Andrea und Hotte rannten sofort hin. „Das ist Semirs Jacke…!“ stieß Andrea erschrocken aus. Sie sah das Blut darauf. „Oh…mein Gott….“ Hängte Kim an. „Achtung! Es rutscht nach!! Verdammt! Schafft mir die Leute hier weg!°“ schrie der Einsatzleiter seine Männer an, die sofort alle zurück drängten. Doch nach einer Weile stand fest, dass sie hier nicht mit Manneskraft voran kamen. Es musste schweres Gerät her. „Ich hab hier eine Hand!!!“ stieß einer der Feuerleute aus. Andrea sah erschrocken die menschliche Hand aus dem Haufen Schutt hervorsehen. „Na wo eine Hand ist…. Ist sicher noch mehr. Vorsichtig Leute… tragt erst die Steine da vorne ab, sonst verschüttet er noch mehr…“ ermahnte der Einsatzleiter die Männer. Langsam ging es voran.

    Ben erwachte inzwischen auf der Fahrt ins Krankenhaus. „Semir…“ stieß er leise aus. „Herr Jäger… bleiben Sie ganz ruhig… wir bringen Sie ins Krankenhaus… ganz ruhig.“ Hörte er eine leise sprechende Stimme. „Wo…ist Semir…“ fragte er mit dünner Stimme. „Es geht Ihrem Kollegen gut. ER kommt sicher gleich nach. Haben Sie Schmerzen?“ wollte der Mann wissen. Ben öffnete die Augen. „Ja…..“ kam die Antwort. „Wo genau?`“ harkte der Arzt nach. „ Fragen Sie lieber…. Wo nicht….da bleibt weniger übrig..“ stöhnte Ben. „Ganz ruhig… Sie sollten nicht zu viel sprechen. Wir sind gleich da und dann können Sie auch ausruhen…“ Ben nickte nur. Er war zu müde. Seine Augen waren schwer wie Blei. Langsam glitt er wieder ab.

    „Hier….er ist hier…aber es sieht nicht gut aus. Wo ist der Arzt!!“ schrie der Einsatzleiter. Sofort kam einer der Ärzte zu ihm. „Herr Gerkhan? Hören Sie mich? Hallo?“ sprach der Doc mit dem immer noch halb Verschütteten. Doch es kam keine Antwort. Nur mit zaghaften Schritten wagte Andrea sich zu dem Mann. „Semir….?“ Fragte sie weinend. Doch auch jetzt kam von ihm keine Reaktion… Andrea ließ den Tränen freien Lauf während der Arzt die Funktionen überprüfte. „Ich habe nur einen sehr schwachen Puls…Leute! Er muss raus da!!“ schrie er nun die Feuerwehrmänner an. „Das geht nicht… er liegt mit den Beinen ziemlich weit unten. Vermutlich sogar eingeklemmt. Wir müssen mit schwerem Gerät alles Beiseite räumen. Aber das dauert!“ gab der Einsatzleiter wieder. Der Arzt sah ihn an. „Wenn wir ihn nicht bald da raus haben, dann können Sie nur noch eine Leiche bergen. Er hält es nicht mehr lange durch!“ fauchte er dem Mann an.

    Marlon Brehmes fuhr auf der A4 in Richtung Köln. Er sah auf den silbernen Koffer neben ihm. Darin befanden sich eine halbe Million Euro, das wusste er. Doch das Geld gehörte ihm nicht. Er musste es zu Damiano Cescone bringen. Der Boss seines Bosses. Marlon wusste natürlich das Cescone eine der Mafia Familien waren, die im Rheinland Fuß gefasst hatten. Sein Boss leitete eines der Bordelle von Cescone und musste die Einnahmen alle belegen. Ein sehr lukratives Geschäft. Doch die halbe Million stammte nicht nur aus dem Bordell. Marlon hatte vor in Damianos Dienste zu treten. Er wollte nicht mehr kleine Brötchen backen, sondern das große Geld verdienen. Doch jetzt wollte er die halbe Million in eine Ganze verwandeln um Cescone davon zu überzeugen, dass er eine sehr gute Kraft war, auf die Cescone nicht verzichten konnte. Marlon lenkte den Wagen von der Autobahn nach Aachen rein. Er hielt kurz darauf vor dem Casino. Er hatte schon seit vielen Jahren das Problem, dass er ohne Spielen nicht mehr leben konnte. Und wenn er dann sein Ziel erreicht hatte, dann würde auch Damiano Cescone sich freuen. Er würde aus einer halben Million eine ganze machen oder vielleicht sogar zwei. Marlon spürte genau dass er heute eine Glücksträhne hatte. Sein System war gewinnsicher. Er fuhr raus und lenkte seinen Wagen zielsicher zum Casino. Schnell war ein Parkplatz gefunden und noch schneller war er im Casino. Er wollte zunächst sein System bei Black-Jack versuchen. Anschließend beim Roulette. Marlon legte dem Groupie dreitausend Euro hin und ließ sie sich in Jetons tauschen. Dann ging es tatsächlich los. Die erste Runde verlor er zwar aber dadurch ließ er sich nicht beirren. Ein Fehltritt war erlaubt.

    Damiano sah auf die Uhr. Es war schon sechzehn Uhr. Er lief in seinem Arbeitszimmer auf und ab. ‚Wo bleibt Marlon nur...?’ fragte er sich in Gedanken. Guiseppe kam herein. „Guten Tag Don Cescone.“ begrüßte er seinen Chef. Damiano sah ihn an. „Ach Guiseppe... sag mal, hast du was von Marlon gehört?“ wollte er wissen ohne sich umzudrehen. „Nein Don... warum fragst du?“ kam die Gegenfrage. Damiano drehte sich um und sah ihn wütend an. „Stelle niemals Gegenfragen, klar? Ich mag das absolut nicht!“ warnte er seinen Mann. Guiseppe nickte und zog den Kopf ein. „Pardon...“ sagte er leise. Damiano nickte. So schnell seine Wut kam, so schnell war sie auch verflogen. „Schon gut... du bist ja noch nicht so lange in meinem Dienst. Was ist mit meiner Tochter? Hast du sie von der Schule abgeholt?“ wollte er weiter wissen. Guiseppe nickte. „Ja... wie gewünscht. Sie ist in ihrem Zimmer und macht die Hausaufgaben.“ erklärte er freundlich. „Das ist gut. Ich möchte Gina nachher bei mir haben. Sag es ihr bitte. Es gibt dort etwas, was sie mir erklären muss. Sie darf heute nicht mehr raus. Und wenn ich sage sie darf nicht, dann darf sie auch nicht, klar?“ fragte der Don. Guiseppe nickte. „Ja Don... verstanden... Don...“ wie ein Diener zog Guiseppe leicht nach vorn gebeugt sich aus dem Zimmer zurück.

    So und schon geht es weiter.....

    Es schneite. Und das obwohl es gerade Oktober war. Sicher die Tage zuvor war es zwar angekündigt worden, doch die Menschen in NRW dachten wohl nicht, das die Vorhersage eintraf. So verwunderte es die Polizisten von der Autobahnpolizei nicht, dass sich die Unfälle häuften. Die Autos waren für diese Wetterlage noch gar nicht ausgerüstet und wenn man in der Vergangenheit betrachtete wie oft es in NRW schneite dann war es verständlich, das viele der Bremsmanöver im Straßengraben oder an der Leitplanke endete. Dieter und Hotte kamen kaum zu Ruhe und das war vor allem für Hotte Herzberger ziemlich nervend, weil er nicht einmal dazu kam, sein Frühstück zu genießen. „Cobra 19 für Zentrale… Ihr könnt direkt weiter fahren! Bei KM 418 hat es einen Unfall gegeben. Drei Autos sind ineinander gerast. Vermutlich zu geringer Abstand.“ gab der Kollege durch. Hotte rollte mit den Augen. „Jetzt haben wir es schon elf und ich hab immer noch nichts im Bauch…“ stöhnte er. „Ja ich hab auch schon Angst dass du vom Fleisch fällst…“ gab Dieter bissig weiter und bekam dafür einen vielsagenden Blick von seinen Dienstkollegen zugeworfen. „Willst du mir damit sagen, ich bin fett?“ fragte Hotte deshalb wütend. „Fett….? Du? Nein Hotte… du bist nur wohl genährt. … sehr wohl genährt…“ lachte Dieter und fuhr los.

    Doch zweien war das ziemlich egal. Sie hatten gerade Pause und zogen sie auch durch. Tom und Semir saßen in ihrem Büro und warfen sich Papierkugeln um die Ohren anstatt die Berichte zu schreiben die Anna Engelhardt, ihre Vorgesetzte benötigte. Semir grinste als er sah wie die uniformierten Kollegen gescheucht wurden. „Die werden heute ja richtig gehetzt“ grinste er Schadenfroh. Tom nickte, „Ja… und bete, das wir nicht zu einem Unfall raus müssen, weil es da einen Mord gibt. Es ist draußen nämlich ganz schön Kalt für Oktober. Und ich will nicht durch den Matsch stapfen.“ warnte er. Semir kniete sich auf den Boden und faltete die Hände. Er beugte sich nach vorn und kam wieder hoch. Dabei murmelte er so etwas wie „Allah Akba...“ Tom sah ihn lachend an. „Was soll das denn werden?“ wollte er wissen. „Ich bete… dass wir nicht raus müssen…“ erklärte Semir sein Tun mit einem breiten Grinsen. „Idiot!!“ lachte Tom zurück.

    Tja... auch die 100. Story nimmt mal ein Ende.... aber wer mich kennt, weiß ich habe noch welche auf Lager.... aber erst einmal der berauschende Schluss... Danke fürs Lesen und Feeden...

    Wenige Tage danach wurde Sandra tatsächlich entlassen. Hartmut ließ es sich nicht nehmen, sie mit Lucy in Empfang zu nehmen. Tom und Semir gaben, wie sie es augenzwinkernd nannten, Geleitschutz. „Ich kann es einfach nicht glauben, das de Clerc wirklich tot ist“, seufzte Sandra glücklich, als sie vor ihrer Haustür angekommen waren und Hartmut ihr aus dem Auto half. Zum ersten Mal seit Jahren hatte sie das Gefühl, wirklich zu Hause und sicher zu sein. Mit den Daumen ’gen Himmel deutend fuhr sie fort: „Er hat seine gerechte Strafe erhalten und muss sich nun vor dem obersten Gericht für seine Taten verantwortlich zeigen.“ Hartmut nickte zustimmend: „De Clerc ist Geschichte. Du musst dich nie wieder vor ihm fürchten!“ Wie um sie zu beschützen, legte er seine Arme um Sandra. Mit zärtlicher Stimme fügt er hinzu: „Aber lass uns nicht mehr an diese schrecklichen Ereignisse denken. Schließlich wollen wir bald Hochzeit feiern.“ Sandra schmiegte sich an Hartmut und ein glückseliges Lächeln umspielte ihre Lippen. „Das ist schön. Ich freu mich schon drauf“, sagte sie leise und gab ihm einen innigen Kuss. „Ich liebe dich, Hartmut Freund“, murmelte sie selig, bevor sie ihm einen weiteren Kuss gab.

    Semir und Tom, die den beiden bis hierher gefolgt waren, schauten sich vielsagend an und drehten sich um. Sie gingen zu ihrem Wagen, den sie auf der anderen Straßenseite geparkt hatten. „Weißt du was ich nicht begreife?“, meinte Semir plötzlich und sah fragend über das Wagendach zu Tom. „Nein…, was denn?“, wollte Tom mit hochgezogenen Augenbrauen wissen. „Ich verstehe nicht, dass so ein übler Typ wie de Clerc, ganz ohne belangt zu werden, in Frankreich solche Macht erreichen konnte!? Er muss die komplette Polizei geschmiert haben. Ich kann mir aber einfach nicht vorstellen, dass dort alle korrupt sind“, beklagte er sich. Tom zog die Schultern hoch. „Wer das Geld mehr achtet als seinen Beruf, ist halt sehr anfällig für lockende Angebote… Aber weißt du was mich viel mehr interessiert?“, stellte Tom die Gegenfrage und ein schelmisches Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Diesmal schüttelte Semir den Kopf. „Wie wohl das erste Kind von den Beiden heißen wird?“, kam es grinsend als Antwort von Tom. Der Blick beider Kommissare ging in Richtung des jungen Liebenspaares und sie sahen noch, wie sie Arm in Arm im Haus verschwanden.

    Zwei Wochen später fand die Hochzeit statt. Hartmut hatte eine weiße Kutsche besorgt die von sechs Schimmeln gezogen wurde. Sandra trug ein weites, weißes Kleid. Obwohl sie den Arm immer noch in einer Schlinge trug, sah sie einfach wunderschön und bezaubernd aus. Selbst Hartmut machte in seinem Anzug keine schlechte Figur. Während der ganzen Zeremonie war er sehr nervös und es dauerte ihm fast schon zu lange. Um ein Haar hätte er den Pastor in seiner Predigt unterbrochen, nur um endlich „Ja!“ sagen zu dürfen. Semir und Tom, die wie Hartmut es gewünscht hatte, Trauzeugen waren, gaben anschließend mit ihrer Unterschrift ihren Segen. Als sie aus der Kirche heraus kamen, wurden sie unter lauten Jubelrufen von Reis nur so überschüttet. Glückwünsche und Hochrufe prasselten von allen Seiten auf die Frischvermählten ein und ihre Gesichter strahlten vor Freude. David, der sein Versprechen eingehalten hatte, war aus Frankreich mit einem Gutschein für die Hochzeitsreise zurückgekommen und überreichte ihn nun dem glücklichen Paar. Hartmut nahm den Gutschein entgegen, schlug ihn auf und bekam große Augen. „Dubai?“, fragte er erstaunt. David nickte mit einem Augenzwinkern. „Es gibt in Frankreich einige Leute, die über de Clercs Tod sehr glücklich sind und sich auf diesem Weg bei Euch bedanken möchten“, meinte er geheimnisvoll und küsste Sandra auf die Wange. „Ich denke es wird euch dort gefallen. Ich wünsche euch jedenfalls sehr viel Glück für die Zukunft!“ Es wurde noch eine rauschende Feier bis spät in die Nacht. Irgendwann im Laufe des Abends zogen sich die beiden Frischvermählten heimlich zurück, um ihre Liebe mit einer betörenden Liebesnacht zu besiegeln…

    Ende

    (Ihr liebt es uns zu qäulen oder, hab ich damit recht?)

    JA! Da hast du Recht..... wir lieben es, wenn ihr leidet.... und ihr müsst auch noch bis morgen warten. Dann wird Alex wieder posten und meiner kommt am Abend wenn ich wieder zurück bin... bis dahin....beten, das Semir überlebt. ;)

    „Nein! Bitte nicht…! Bitte…“, weinte Hartmut hysterisch, beugte sich zu ihr hinunter und drückte sie fest an sich. Der Arzt, der kam, um Sandras Wunde versorgen zu können, bat Hartmut sich zu entfernen, damit er seine Arbeit in Ruhe erledigen könnte. Doch Hartmut war vor Sorge wie gelähmt und hörte nicht, was der Mediziner von ihm verlangte. Auf ein Zeichen des Arztes, zogen zwei Polizeibeamte den schluchzenden KTU-Techniker von seiner über alles geliebten Freundin weg. Der Arzt kümmerte sich um Sandra und überprüfte mit routinierten Handgriffen ihre Vitalfunktionen. „Eine Trage!“, schrie er laut über seine linke Schulter und versorgte Sandras Wunde mit einem Druckverband. Während dessen kümmerten sich David und Semir um Hartmut, der völlig aufgelöst war und immer wieder versuchte zu seiner Sandra zu kommen. Voller Schrecken sah er nach einigen Minuten, wie Sandra in den Krankenwagen gebracht und abtransportiert wurde. Tom, der inzwischen hinzugekommen war, wechselte noch schnell ein paar Worte mit einem der Sanitäter und kam nun mit einem erleichterten Lächeln zu ihnen. „Sie wird durchkommen. Die Kugel steckt in der Schulter fest und muss operiert werden“, erklärte er Hartmut, der noch immer bittere Tränen vergoss. Der hörte jedoch gar nicht, was Tom sagte, sondern starrte ihn nur geistesabwesend an. „Sandra…, sie ist auf dem Weg ins Krankenhaus… Was ist, wenn sie stirbt? Ich könnte nicht weiterleben ohne sie!“, stammelte er mit erstickender Stimme. Tom legte seine Hände auf Hartmuts Oberarme, drückte sie fest und schüttelte den rothaarigen Mann leicht. „Hartmut!“, sagte Tom eindringlich. „Deine Sandra wird nicht sterben! Sie wird leben!“ Hartmut blickte ihn hoffnungsvoll an. Tom sah die Tränen und erkannte in Hartmuts Augen, wie sehr der junge Mann seine Sandra liebte. Es erinnerte ihn an seine große Liebe Elena und er wusste, was Hartmut in diesem Augenblick empfand. Noch einmal drückte er Hartmuts Arme und meinte nachdrücklich: „De Clerc ist tot. Du und Sandra, ihr könnt also in Ruhe und Zufriedenheit eure Ehe bis ans Ende eurer Tage ausleben.“ „Bist du dir sicher?“, fragte Hartmut mit einem Restzweifel in der Stimme. „So sicher, wie das Amen in der Kirche, in der ihr heiraten werdet… Versprochen!“, versicherte Tom mit einem breiten Grinsen. Kurz darauf waren sie auf dem Weg ins Krankenhaus…

    Eine halbe Stunde später saßen sie alle auf dem Krankenhausflur und warteten ungeduldig auf den Arzt. Hartmut lief ständig auf und ab und knetete nervös seine Hände. Er sah zum hundertsten Mal auf die Uhr. „Wie lange brauchen die denn noch?“, stöhnte er. „Es ist doch nur eine dämliche Bleikugel… Es kann doch nicht so schwer sein, die raus zu holen.“ Semir, dessen Handgelenke zwei weiße Verbände zierten, ging zu ihm hin. „Hartmut… Beruhige dich. Du wirst sehen, nächste Woche ist Sandra wieder fit. Sie ist okay…, glaub es mir!“ So ganz verschwanden die Zweifel nicht von Hartmuts Miene und Semir fragte mit einem Augenzwinkern: „Hey…, ihr wollt doch heiraten… Wie willst du denn erst bei deinem ersten Kind reagieren, wenn dich das hier schon aus der Bahn wirft?“ Hartmut räusperte sich verlegen. Zu seinem Glück öffnete sich just in dem Moment die Tür des Behandlungszimmers und das Bett mit Sandra wurde raus geschoben. „Wie geht es ihr?“, stürzte sich Hartmut fragend auf den Arzt, während er voll Sorge auf seine Freundin schaute. Der Arzt blickte ihn skeptisch an. „Wer sind Sie?“, wollte er wissen. „Ich bin… ihr zukünftiger Ehemann!“, stellte sich Hartmut nach einem kurzen Zögern vor. „Nun…, es ist alles in Ordnung, Herr…?“, hakte der Arzt nach. „Freund… Hartmut Freund…“, kam es von Hartmut. „Herr Freund, ihre Freundin hatte großes Glück! Die Kugel hat kaum Schäden verursacht. Sie steckte im Schulterblatt fest und wir konnten sie ohne Komplikationen entfernen. Jetzt muss sie sich noch etwas ausruhen und ich denke mal, in vier Tagen kann sie, den Arm in der Schlinge tragend, die Klinik verlassen“, lächelte der Arzt ihn zuversichtlich an. Doch Hartmut hatte nur noch Augen für Sandra, die schlafend im Bett lag.

    De Clerc war hoch zufrieden. Er zog Semir an sich heran und stieß ihn nun gegen die Wand. Dieser spielte immer noch den völlig geschwächten, zu keiner Gegenwehr bereiten Gefangenen. De Clerc war zufrieden. Sein bester Mann war bei ihm und er fühlte sich sicher. Denn mit David an seiner Seite konnte ihm nichts passieren…, da war er sich sicher! „Leg sie um!“, befahl er eisig, ohne sich umzudrehen. Doch nun zeigte David sein wahres Gesicht. „Nein!“, kam es scharf als Antwort. Völlig baff drehte sich de Clerc zu ihm um und starrte ihn mit offenem Mund an. „Wie bitte?“, stammelte er nach einigen fassungslosen Sekunden. „Ich sagte ‚Nein!’“, kam es laut und deutlich von David. „Ich werde niemanden töten! Ich habe es nie getan und werde damit auch nicht anfangen.“ Noch immer verstand de Clerc nicht. Er konnte einfach nicht glauben, dass der Mann, dem er schon so lange vertraute, ein Verräter sein sollte. Doch dann erkannte er an Davids grimmiger Miene, dass es dem jungen Mann vollkommen ernst war. Hass blitzte in seinen Augen auf. In einer ruckartigen Bewegung hob er seine Waffe und richtete sie auf David. Er schien in diesem Augenblick der Enttäuschung völlig vergessen zu haben, dass ihn die Polizei umkreist hatte. De Clerc zog klickend den Hahn seines Revolvers zurück, brüllte verachtend: „Du miese Ratte…“, und drückte ab. Semir erwachte nun auch und schlug auf de Clerc ein. Dieser schlug ihn mit der Waffe und Semir ging benommen zu Boden. Er schien doch noch nicht in Form zu sein. Genau in diesem Augenblick spürte Sandra Davids Unaufmerksamkeit, löste sich mit einem Ruck aus seinem Arm, drehte sich um und wollte fliehen. Bevor David es verhindern konnte, kam sie aus Versehen vor ihn und geriet in die Schusslinie. Sandra spürte plötzlich einen dumpfen Schlag an ihrem Oberkörper und wie die Wucht des Stoßes sie nach hinten riss. Noch während Sandra zu Boden sackte, registrierte Hartmut mit blankem Entsetzen, was geschehen war. Nicht nur er, auch Semir der noch am Boden lag sah erschrocken zu ihr.
    „NEIN!!!“, schrie er und rannte zu ihr. Während David versuchte, sie aufzufangen, sah er aus den Augenwinkeln, wie de Clerc ebenfalls zusammen brach. Ein kreisrundes Loch, mitten auf seiner Stirn, ließ erahnen, was passiert war: Einer der Scharfschützen hatte den finalen Rettungsschuss abgeben! David blickte zurück zu Sandra und sah sie sorgenvoll an… Ein roter, heller Fleck breitete sich auf ihrer linken Schulter aus! „Ganz ruhig liegen bleiben…“, ermahnte Semir sie, der sich in der Zwischenzeit der Handschellen entledigt hatte und jetzt neben David hockte. Er nahm ihre Hand und drückte sie aufmunternd. Sandra nickte mit flatternden Lidern. „Es tut weh…“, stieß sie leise aus und verzog schmerzhaft das Gesicht. „Ich weiß…, bleib ganz ruhig… Der Arzt kommt gleich…“, tröstete er sie, tätschelte ihre Hand und schaute sich besorgt nach einem Sanitäter um. „Sandra!!“, schrie Hartmut und ließ sich neben seiner Freundin auf den Boden fallen. Sacht nahm er ihren Kopf in seine Hände, bettete ihn vorsichtig auf seine Knie und sah sie mit panischem Gesichtsausdruck an. „Ist sicher nicht so schlimm…“, versucht er ihr Mut zu machen. „Bitte, sieh mich doch an…! Bitte…!“ Über Hartmuts Gesicht liefen plötzlich verzweifelte Tränen und er schämte sich ihrer nicht. „Sandra…, ich liebe dich…! Lass mich nicht allein…! Bitte…“, schluchzte er herzzerreißend und streichelte ihr bleicher werdendes Gesicht. Sandra lächelte ihn leicht an, schloss langsam die Augen… und dann kippte ihr Kopf leicht zur Seite.

    Andrea ging schalftrunken aus dem Schlafzimmer ans Telefon. "Ja ....?" fragte sie müde. "Frau Gerkhan...Kim Krüger hier... es geht um Ihren Mann..." hörte sie die Chefin sprechen. "Was ist mit ihm?" plötlich war Andrea hellwach. "Frau Krüger? Wo ist er? Was ist mit ihm?" wiederholte sie ständig. "Er...er ist verschüttet. Wir sind schon seit Stunden dran, ihn zu befreien...aber bisher ohne jeden Erfolg..." klang Kims Stimme an ihrem Ohr. Andrea hob eine Hand und hielt sie vor ihren Mund. Tränen flossen. "Wo?" fragte sie mit erstickter Stimme. "Ich lasse Sie abholen...Können Sie Aida dort lassen?" fragte Kim. "Ich regele das... was ist mit dem Mistkerl?" harkte Andrea nach. "Der Mann ...ein gewisser Robert STelzer ist tot. Er wurde von einem Helfer erschossen. Aber dadurch brach ein Feuer aus und eine Explosion...hat das Haus zum Einsturz gebracht. Der Helfer konnte Ben rausholen, aber für Semir...reichte die Zeit nicht mehr..." erklärte Kim weiter. Andrea ließ den Hörer einfach nur sinken.

    Kim legte auf und sah Dieter an. "Sie fahren in die Hobenbergstrasse 4 dort ist Frau Gerkhan. Bringen Sie sie her." sagte sie leise. Dieter nickte. "Frau Krüger... ich bin mir ganz sicher, dass sie Semir finden..." sagte er. Kim lachte bitter. "Sicher.... die Frage ist nur wann und ob er noch lebt." erklärte sie leise. "Was ist wenn wir Hunde einsetzen? Ein Suchhund kann doch sicher Semir finden. Er muss einfach. Ich kenne jemanden aus der Hundestaffel. Der hilft bestimmt..." beschwor Dieter. Kim nickte. "Bringen Sie ihn mit. Wir müssen nach jedem Strohhalm greifen." sagte sie leise. Dieter griff zum Handy und tippte eine Nummer ein. "Hallo Karl... Dieter hier... sag mal hast du deinen Hund dabei?" fragte er sofort als sich jemand meldete. Eine kurze Weile horchte er. "Bring ihn bitte zu uns.... wir haben einen Kollegen unter einem haufen Steine liegen... wir sind am Ende und die Feuerwehr will aufhören..." erklärte Dieter. "Danke... damit hast du verdammt viel gut bei mir. Ich hole dich in einer halben Stunde ab... Danke Karl... danke..." sagte er freudig. Kim sah ihn an. "Karl und Lupo...sein Hund sind bereit uns zu helfen..." erklärte er sofort. Kim schloss die Augen. "Ich bete nur, dass wir ihn finden...." stöhnte sie leise.

    DAnke für die vielen feeds. Und was Semir angeht... schon im nächsten Abschnitt werdet ihr es erfahren.... Leider ist diese Story auch schon bald wieder vorbei... aber versprochen es wird noch dramatisch... irgendwie liebe ich es ....... DRAMATIK!!! hört sich toll an oder

    Danke auch allen Lesern die nur mitlesen... freut mich ,das meine Storys doch einen großen Anklang haben ach ja.. und für Gitti gibt es noch eine richtig brutale Tom-Story.... schon sehr bald.... versprochen.... :D

    David und Semir fuhren in der Zwischenzeit zum Museum. Doch von vorn kamen sie nicht heran, da alles durch Sicherheitskräfte abgesperrt war. Semir suchte in seiner Hosentasche nach seinem Dienstausweis. Aber er war nicht mehr da. Er schien ihn verloren zu haben und das erschwerte nun die Aktion. Er konnte aufgrund seines lädierten Gesichts und seiner verschmutzten Kleidung, den Beamten nicht glaubhaft erklären, dass er Polizist sei. Das gleiche galt auch für David. Der hatte zwar in seinem Wagen ein Paar Handschellen, die er sich als er Semir befreite für die Festnahme de Clercs einsteckte, aber natürlich nicht seinen Ausweis. Schließlich gaben sie es auf, stellten das Auto am Straßenrand ab und schlichen sich zu Fuß hinter das Museum. Sie kamen gerade hinzu, als der Zugriff stattfand. Semir sah zu einer der Mauern und deutete dort hin. David verstand, nickte und ging mit Semir dort hin. Plötzlich hielten sie in ihren Bewegungen inne und blieben stehen, als sie die Stimme von de Clerc wahrnahmen. Schnell drückten sie sich an die Wand. „…eine Falle gelockt, Du verdammtes Miststück!“, hörte Semir de Clerc brüllen und lugte vorsichtig um die Ecke. Er sah, wie de Clerc die verschüchterte junge Frau als Schutzschild nahm und sich langsam in seine Richtung bewegte. Er wandte sich an David. „Wir müssen Sandra da raus holen“, flüsterte er eindringlich. David dachte kurz nach und hielt dann den Finger auf den Mund. Erst verstand Semir nicht, was er meinte, doch dann ahnte er plötzlich, was der Interpolagent vorhatte. Er stellte sich vor David, der ihm die Handschellen nur so locker anlegte, dass er sich jederzeit daraus befreien konnte. Ihn vor sich her stoßend, stolperte Semir vorwärts und mimte so den kraftlosen Gefangenen. Auf diese Art näherten sie sich schließlich de Clerc von der Seite.

    „David! Was machst Du denn hier?“, fragte de Clerc freudig, aber auch erstaunt, als er David erblickte. „Die Bullen sind plötzlich aufgetaucht. Da habe ich mir den Kerl hier als Geisel geschnappt und bin abgehauen“, erklärte David mit grollender Stimme und gab Semir einen weiteren Stoß nach vorn. „Und da ich wusste, dass du hier unser Mädchen treffen wolltest, bin ich mit ihm hierher gekommen. Ich dachte mir, so können wir gemeinsamen fliehen!“ Mit dem Kopf in Richtung der Polizisten deutend, lächelte er süffisant: „Und wie ich sehe, brauchst Du mal wieder meine Hilfe!“ „Sandra hat falsch gespielt“, knurrte de Clerc ärgerlich. „Aber es ist gut, das du jetzt da bist. Mit einem Polizisten als Geisel, werden es die ‚Helden’…“, er machte eine abfällige Kopfbewegung zu den überall auftauchenden SEK-Beamten, „…bestimmt nicht wagen, auf uns zu schießen.“ Dann sah er Semir an und lachte. „Es ist schon fast ein Wunder, dass du noch lebst. Aber wie du siehst…bist du immer noch mein…“ höhnte er seinen vermeintlichen Gefangenen. Dann warf er einen abschätzigen Blick zu Sandra und gurrte höhnisch: „Tja, mein Schätzchen… Das bedeutet wohl, das wir dich nicht mehr brauchen!“ Er schubste Sandra in Davids Richtung, der sie schnell mit seiner freien Hand auffing. „Du darfst dich ihrer annehmen. Aber mach es kurz“, lachte de Clerc kalt. David bugsierte Sandra in Richtung Wand und zwinkerte ihr schnell zu, als er de Clerc den Rücken zudrehte. Doch Sandra, die nun völlig verwirrt war und eigentlich angenommen hatte, das David ein Freund war, sah in ihrer Aufregung das geheime Zeichen nicht und schluchzte verzweifelt: „Bitte…, lasst mich doch gehen…! Bitte…!“