Beiträge von Elvira

    Auch Andrea und Semir waren zuhause. „Mann… war für ein Tag…“ stöhnte Semir. Andrea massierte ihn. „Na komm… wir legen uns jetzt erst einmal hin. Du wirst mindestens acht Stunden schlafen und dann kannst du auch klarer denken.“ sagte sie zärtlich zu ihm. Semir sah sie mit zusammengekniffenen Augen an. „soll ich alleine schlafen gehen?“ fragte er etwas enttäuscht. Andrea ahnte was er wollte. „Nein… ich werde auch schlafen gehen. Nur muss ich morgen Aida wieder abholen und dazu brauche ich Ruhe… außerdem sind deine Rippen nicht dafür konstruiert… also schlafen wir nur…“ erklärte sie. Semir sah sie enttäuscht an. Sie lachte als sie seinen Blick sah. „Also gut…. Komm…“ meinte sie und sie gingen ins Bett. Gegen sechs stand Semir wieder auf. Er ließ Andrea schlafen und machte sich frisch. Anschließend brühte er einen Kaffee auf und fuhr anschließend zur PAST. Dort wurde er von Chris und Anna bereits erwartet. Auch Susanne und Peter waren da. „Sind die Akten schon da?“ fragte er sofort. Anna nickte. „Wir wollten sie gerade durchgehen. Die Akten die ich angefordert habe beschäftigt sich zum einem mit dem Fall des Drogen- und Waffenschieberring und mit dem letzen Fall von Neumann.“ erklärte Anna.

    Gegen neun fuhr Semir in die PAST. Chris war bereits da und auch Susanne und Peter saßen im Großraumbüro. Anna schien gar nicht zuhause gewesen zu sein. Semir fiel auf, dass sie immer noch das Gleiche trug wie zuvor, als sie sich trennten. „Sie hätten sich aber auch etwas Ruhe gönnen sollen, Chefin…“ ermahnte er sie. Anna nickte. „Hätte ich, ja… aber ich habe die Zeit genutzt und die Akten besorgt. Hier sind die letzten vier Fälle von Hans Neumann. Darunter auch der Fall mit dem Drogenring. Laut den Akten hatte Neumann mit seiner Truppe 1997 eine Razzia durchgeführt. Es wurden einige Leute verhaftet allerdings schwiegen damals alle, die darin verwickelt waren. In einer der Akten habe ich eine Randnotiz gefunden, vermutlich von Neuman selbst. Er schrieb…“ sie unterbrach sich selbst und sah in eine der Akten nach. „hier… es sind hohe Tiere in der Politik darin verstrickt.“ las sie vor. „Was wenn er einem Komplott auf der Spur war?“ fragte Semir nach. Anna zuckte mit den Schultern. „Peter? Hat Ihr Vater irgendwas mal fallen lassen?“ kam von Chris an Neumann jr. gewand.

    Peter dachte nach. „Nein… zumindest nicht direkt. Er hatte mal angekündigt, dass er einer großen Sache auf der Spur sei, aber er sagte nie etwas Konkretes.“ meinte er nur. „Ja aber wenn Ihr Vater jemand auf der Spur war, dann müsste er irgendwo Notizen haben. Etwas was darauf hinweist wo man suchen soll….“ mutmaßte Semir. Peter nickte „Ja sicher… mein Vater hat ständig Notizen gemacht, allerdings ist kurz nach seinem Tod sein Büro in Flammen aufgegangen. Einfach so…. die Feuerwehr hatte keine Hinweise gefunden, dass es Brandstiftung war. Sie vermuten das es ein Kabelbrand gewesen ist.“ erklärte Peter. Semir nickte. „Und vermutlich hatte er alles auf dem PC gespeichert oder?“ fragte er nach. Peter nickte. „Ja sicher…. Irgendwo im PC der Polizei. Sicherheitskopien auf CD hatte er immer zuhause behalten. Meine Mutter hat die Sachen sicher im Keller noch aufbewahrt. Sie ist kurz nach meiner Entlassung gestorben, aber auch sie glaubte an meiner Unschuld. Die Sachen sind immer noch da. Ich habe noch keine Zeit gefunden, den Keller aufzuräumen.“ gab Peter zu. „gut… dann sollten wir mal hinfahren und alles durchsuchen.“ Nickte Chris. Semir stimmte zu. Nur kurz darauf waren sie unterwegs zum Haus von den Neumanns, in denen Peter nach dem Tod seiner Mutter vor vier Monaten keinen Fuß mehr reingesetzt hatte. Aber er hatte es geerbt und wollte es auf keinen Fall verkaufen. Im Gegenteil…. Er wollte irgendwann hier mit seiner Familie leben und glücklich sein.

    Susanne saß mit Andrea in der Küche. „Und?“ fragte Andrea. Susanne verstand nicht genau. „Was meinst du?“ fragte sie nach. „Wie willst du dich entscheiden? Er scheint dich wirklich zu lieben. Und du ihn auch.“ lächelte Andrea ihrer Freundin zu. Susanne nickte. „Ja... er ist mir nicht egal. Aber er hat mich verletzt. Er hat mich benutzt und ich bin drauf reingefallen. Andrea .... wie kann ich mir seine Gefühle sicher sein, wenn er nicht ehrlich ist? Wie soll ich wissen, ob er mir nicht wieder Theater vorspielt?“ klagte Susanne verzweifelt. Andrea nickte. „Ja ich verstehe dich. Du bist verletzt. Ich wäre das auch. Aber wahre Liebe wird verzeihen. Nur jetzt weißt du dass er offiziell verheiratet ist. Er will seine Tochter und seine Frau wieder sehen. Nicht das du mich falsch verstehst, aber seine Frau hat ihn all die Jahre im Gefängnis nicht besucht. Die Liebe zwischen den Beiden ist definitiv tot. Und deshalb solltest du ihm verzeihen. Susanne... jeder macht mal einen Fehler. Aber der schlimmste Fehler ist, wenn man nicht verzeihen kann.“ sinnierte Andrea. Susanne sah sie an. „Würdest du so etwas Semir verzeihen?“ fragte sie leise. Andrea dachte kurz nach. Sie lachte leise auf, als sie daran dachte, wie oft sie und Semir schon gestritten und wieder versöhnt haben. Doch würde sie ihm eine solche Lüge verzeihen? Nach eine kurzen Pause nickte sie. „Ja...ich würde sie ihm verzeihen.“ sagte sie laut und vernehmlich.

    Anna sah zu Semir und Chris. „Ich werde dafür sorgen, dass Sie die Akten möglichst schnell bekommen. Da sehe ich auch keine Schwierigkeit. Der Fall liegt ja schon zehn Jahre her.“ meinte Anna nur. Semir nickte. „Also gut. Aber jetzt sollten wir alle erst einmal schlafen gehen.“ meinte er. Alle waren damit einverstanden. Doch nun kam das Problem auf, das niemand wusste wo Peter schlafen sollte. Er wollte auf keinen Fall in einer Zelle schlafen. Aber weder Semir, Anna noch Chris wollten dass er nach Hause fährt. Immerhin lag eine Straftat vor. Er hatte Anna Engelhardt entführt und das durfte nicht außer Acht gelassen werden. Als die Leute im Büro so heftig diskutierten und das hin und her abwogen, betrat Susanne das Büro. Sie bekam es natürlich mit. „Er wird bei mir schlafen. Wir wohnen schließlich zusammen.“ sagte sie. Die Köpfe ruckten zu ihr herum. Peter stand auf und knetete seine Hände. „Hast du dir das genau überlegt?“ fragte er unsicher. Susanne nickte. „Ja... sehr intensiv. Ich liebe dich, Peter.“ kam als Antwort. So fuhren alle nach Hause und wollten sich am nächsten Abend um acht wieder hier einfinden.

    Susanne und Peter fuhren nach Hause. Die Fahrt über war Peter sehr verschweigen. „Tobias… ich meine Peter… ich weiß nicht wie es mit uns weitergehen soll. Ich kann natürlich jetzt nicht mehr vergessen, dass du noch verheiratet bist…“ fing Susanne an. Peter nickte. „Ich weiß… ich habe verdammt noch mal dämlich benommen. Weißt du am Anfang da wollte ich dich wirklich nur…benutzen… aber je mehr wir zusammen waren… da… ich habe mich wirklich in dich verliebt. Ich dachte dass mir so etwas nie tun könnte. Ich meine, ich habe meine Frau geliebt, obwohl sie mich nie besucht hat. Aber wir haben eine Tochter… sie ist zehn Jahre alt und ich habe sie nie gesehen. Ich habe meine Tochter noch nie gesehen…“ erklärte Peter. Susanne nickte. „Ja ich weiß. Ich habe deine Akte gesehen. Peter…. Hast du deinen Vater wirklich nicht umgebracht?“ wollte sie wissen „Nein… ich bin kein Mörder. Ich habe meinen Vater geliebt. Gut… wir haben uns kurz zuvor gestritten, aber ich habe ihn nicht umgebracht. Ich schwöre es.“ kam leise von Peter. Susanne nickte. Sie gab sich damit zufrieden. In der Wohnung, die sie beide zusammen gemietet haben, schlief Peter im Wohnzimmer auf dem Sofa und Susanne im Bett. Noch war sie nicht zugänglich für Zärtlichkeiten seinerseits.

    „Zunächst einmal, möchte ich mich entschuldigen. Für die Entführung, die Bedrohung die Lügen… einfach alles. Ich hoffe wirklich, dass meine Unschuld bewiesen werden kann. Aber ich denke… das Sie…und Frau Engelhardt die einzigen sind, die mir helfen können. Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber Sie haben einen recht guten Ruf hinter Gitter…“ lächelte Peter. Anna sah zu Chris und Semir. „Nun gut… wir werden es versuchen. Aber … wir können Ihnen nichts versprechen. Und Sie müssen uns alles erzählen. Warum sollte man Ihnen die Schuld in die Schuhe schieben? Was machte Ihren Vater so gefährlich, dass er ermordet wurde? Waren dort besondere Fälle…? Alles und ich meine wirklich alles.“ fing sie sachlich an. Peter nickte. „Es ging alles mit einem ziemlich sonderbaren Fall los. Mein Vater hatte zusammen mit dem BKA einen Waffenschieber- und Drogenring ausgehoben. Mein Vater war der Meinung einen der Typen zu kennen. Ich habe ihn belächelt. Ich meine… es ist ja nie gesagt, das… aber ich denke es ist Nebensache. Drei Wochen später bekam mein Vater einen Anruf und er wurde nach Bonn beordert. Ich wollte ihn begleiten, aber er wollte es nicht. Danach war alles Anders. Er war verschwiegen und ließ niemanden mehr an sich ran. Eine Woche vor seinem Tod, sagte er mir dass er ein Geheimnis hat und er die Last nicht mehr tragen will. Ich habe ihm gesagt, er soll mir sagen was ihn bedrückt. Dann kam dieser verdammte dämliche Fehler von mir dazwischen und wir haben uns gestritten. Tja… das passte dem Mörder wohl ins Konzept. In der Nacht als mein Vater starb, hatte er mich angerufen. Wir wollten uns aussprechen und er wollte mir sagen, was ihn bedrückte. Doch als ich da ankam, da… er war schon tot. Dieses Geheimnis, hat er mit ins Grab genommen. Ich weiß nicht was er mir sagen wollte, aber ich fand es sehr schade, dass wir uns nicht mehr aussprechen konnten.“ endete Peter.

    Semir sah Peter prüfend an. „Wenn Sie unschuldig sind, bzw. waren, warum hat Ihr Anwalt nichts unternommen?“ wollte er wissen. Peter zog die Schultern hoch. „Ich weiß nicht. Je näher es zur Urteilsverkündung ging, umso weniger hat er getan. Zum Schluss hatte er mich sogar dazu überredet, ein Geständnis einzuräumen. Nur damit die Strafe geringer ausfiel. Ich bin mir sicher, dass er mit darin verstrickt ist.“ erklärte er. Chris lachte leise. „Ja sicher und der Richter vermutlich auch, die Staatsanwaltschaft sowieso und vermutlich sogar der ganze Polizeiapparat.“ gab er verächtlich wieder. Peter sah ihn wütend an. „Sie glauben mir nicht? Ich verstehe es sogar. Ich bin mir trotzdem sicher, dass es etwas mit diesem Drogendeal zu tun hat. Besorgen Sie die Akten!“ forderte Peter ihn auf. Semir nickte. „Also gut... wir werden sehen was wir machen können. Was ist Ihre Gegenleistung?“ wollte Semir wissen. „Ich werde hier bleiben. Frau Engelhardt hat mir zugesichert, dass ich hier sicher bin und man mich nicht wieder einsperren wird.“ kam zuversichtlich von Peter. Anna nickte bestätigend.

    „Warum?“ fragte Susanne leise. „Susanne… ich weiß… es …war… nicht okay… aber ich ..“ suchte Peter nach den richtigen Worten. „Du hast mich nur benutzt? Nur um an Frau Engelhardt ran zu kommen? War alles was du mir gesagt hast, nur gelogen?“ fragte sie weiter. „Susanne… am Anfang… da wollte ich wirklich nur wegen Engelhardt mit dir zusammen sein aber nach einer Weile… da… da war ich mir nicht mehr so sicher. Ich weiß das ich Scheiße gebaut habe, aber… verdammt… ich rede und weiß dass ich dir so weh getan habe. Du könntest mir nie verzeihen und ich verstehe es sogar. Ich würde es mir auch nicht verzeihen.“ Sagte er leise und wollte gehen. „Wohin willst du?“ kam von Susanne. „Ich muss ja wohl da rein. Ich meine alles was ich wollte war die Unschuld von mir zu beweisen. Ich wusste mir einfach keinen anderen Weg. Wie hätte ich sonst deine Kollegen dazu bekommen?“ kam etwas lauter von Neumann. „Du hättest einfach nur ehrlich sein sollen und Frau Engelhardt fragen müssen. Und du hättest mich nicht anlügen sollen. Wie soll ich, falls ich dir verzeihen kann, wie sollte ich dir jemals wieder vertrauen können?“ stellte sie die entscheidende Frage. „Susanne… ich kann dich nur bitten mir zu verzeihen. Ich weiß es ist schwer, aber…ich … ich liebe dich wirklich.“ kam leise von Peter. Doch Susanne ließ sich nicht so einfach erweichen. Sie war zu tiefste verletzt. „Lass mir bitte noch etwas Zeit. Ich werde es mir überlegen.“ gab sie bekannt. Peter nickte, es war schon mehr als er erhofft hatte.

    „Sie glauben, dass er unschuldig ist?“ fragte Semir erstaunt. Anna nickte. „Ja… es sprachen damals schon einige Sachen gegen seine Schuld. Aber der Richter hat es anders gesehen. Herr Neumann erzählte mir, dass sein Vater kurz vor seinem Tod angeblich etwas herausgefunden hatte. Was genau, wusste er nicht, denn bevor sein Vater es ihm sagen konnte wurde er umgebracht. Es ging um Drogen. Macht euch mal schlau. Wenn er wirklich zehn Jahre unschuldig im Gefängnis saß, dann bin ich auch daran Schuld.“ erklärte Anna. Semir sah zu Chris. „Ja und wo sollen wir anfangen?“ harkte Chris nach. Anna lächelte. „Ihr werdet die Akten durchgehen. Die von den Fällen die Hans Neumann bearbeitet hat, bzw. wo er beteiligt war. Wenn Peter Neumann Recht hat, dann ist der Fall kurz vor seinem Tod gewesen.“ befahl sie. Semir stöhnte leise auf. „Papier…. Ich hasse Papier…“ stieß er leise aus. Anna lachte nur. „Semir… ohne Papier geht es nicht. Und ich hoffe Sie enttäuschen mich nicht… So wie ich Sie beide kenne, werden Sie den Schuldigen finden.“ Lobte sie beide indirekt. „Tja.. dann wird uns Herr Neumann aber noch einiges erzählen müssen.“ meinte Chris. „Das wird er tun…“ bestätigte Anna. „Gut… dann soll er uns mal einen Zeitraum sagen, wo wir anfangen können.“ ließ Semir sich überreden. In diesem Augenblick trat Peter Neumann rein. „Bitte… nehmen Sie Platz.“ bot Anna an. Peter nickte und setzte sich in die gemütliche Sitzgruppe. Die anderen kamen hinzu.

    Am 27.8. 2009 Todfeinde

    Semir Gerkhan, Chris Ritter und die Kollegen von der Autobahnpolizei leisten Amtshilfe für das BKA. Ziel der Großfahndung: Roman Zysen, Chef einer international operierenden Autoschieberbande, die sich auf extravagante Luxuskarossen spezialisiert hat. Aber Zysen ist nicht nur skrupellos, sondern auch ausgesprochen clever. Seit Monaten führt er eine Sonderkommission des BKA unter der Leitung von Anna Engelhardts Freundin Verena Maurer an der Nase herum. Nach einer Falle auf der Autobahn wird Zysen zwar in die Enge getrieben, aber er kann sich dem Zugriff durch das Cobra-Team widersetzen. Die Kooperation mit dem BKA gestaltet sich danach äußerst schwierig - statt konstruktiver Zusammenarbeit gibt es Schuldzuweisungen, Kompetenzgerangel und Intrigen. Semir und Chris kriegen sich mit den BKA-Kollegen Lennep und Förster kräftig in die Wolle. Nur Anna Engelhardts Fingerspitzengefühl ist es zu verdanken, dass man sich doch zusammenrafft und mit vereinten Kräften einen Fahndungserfolg erzielt: Zysens Versteck wird enttarnt, Semir und Chris sind kurz davor, ihn zu stellen. Doch Zysen entkommt in letzter Sekunde. Zysen scheint die Aktionen der Polizei vorauszuahnen. Oder gibt es einen Verräter, der ihn informiert? Doch da nimmt der Fall eine überraschende Wendung mit fatalen Folgen für Anna Engelhardt. Die Chefin gerät ins Fadenkreuz der Verbrecher - sie wird für Zysen zum Feindbild, und er will mit allen Mitteln ihren Tod.

    CHRISTOPHER...... Jetzt habe ich mich so auf den neuen Teil gefreut (er ist ja auch mal wieder super :) ) und dann sowas... Wie kannst du an der Stelle aufhören? Aaaaaaahhhhh...
    Jenni: Du musst ganz schnell weiter machen... bitte *fleh*

    Das wollte ich auch sagen... also Chris... weiterschreiben... muss ja etwas umgekehrt denken... lol

    Wie könnt ihr denn hier aufhören? Ben liegt halb tot irgendwo auf der Straße, Semir rennt hinter dem Weib her? kriegt er sie? Kommt Ben durch? Wird Amelie befreit? Wo ist sie überhaupt? Wie geht es Julia?


    Wann kommt der nächste Teil???? :D

    „Hey… alles klar?“ fragte Chris, der bereits wieder in der PAST war. Susanne erschrak leicht. „Ja… alles klar…“ kam leise zurück. Chris setzte sich auf die Schreibtischkanten. „Hey… es ist nicht alles klar. Man sieht es doch. Willst du reden?“ sanft kam die Stimme des sonst so rauen Mannes herüber. Susanne sah ihn lächelnd und doch mit Tränen in den Augen an. „Nein… ich bin wieder mal reingefallen. Ich falle immer auf die Männer rein. Jedes Mal lasse ich mich auf die Versprechen ein, und denke er liebt mich… und dann… dann ist er weg und ich … bin wieder allein.“ erklärte sie leise. Chris senkte den Kopf. „Susanne… du kannst nichts dafür, dass es so gekommen ist. Es hätte auch anders passieren können. Ich bin mir sicher, dass …“ Chris stockte. „Würdest du mir ein Gefallen tun?“ fragte er Susanne. Sie nickte. „Überprüfe für mich bitte diesen Till Schuster. Ich bin mir sicher, dass etwas mit dem Typen nicht stimmt.“ bat er. Susanne sah ihn an. „Du willst den Freund der Chefin überprüfen lassen?“ kam etwas ungläubig von Susanne. Chris nickte. „Ja, weil ich denke, dass der Kerl etwas verschweigt. Außerdem trägt er eine Waffe.“ meinte Chris nur. „Eine Waffe? Wie kommst du denn darauf?“ wollte Susanne wissen. „Ich bin lange genug mit einer versteckten Waffe herumgelaufen, habe mir welche versteckt und so… ich rieche es einfach.“ Grinste Chris. Susanne stöhnte auf. „Also gut… ich werde den PC nach Till Schuster suchen lassen. Lenkt mich etwas ab. Wenn ich nur wüsste was er mit der Chefin vorhat? Ich meine… ob sie noch lebt, oder…was mit ihr ist..“ kam leise von ihr. Chris nickte. „Das wollen wir alle wissen.“

    „Wir müssen doch irgendwo anfangen zu suchen! Wo kann er die Chefin hingebracht haben? Irgendeinen Hinweis. Was ist mit dem Handy? Ist es geortet worden?“ fragte Semir nervös. Susanne schüttelte den Kopf. „Die Verbindung war nicht lange genug.“ erklärte sie. „Sie brauchen nicht mehr suchen!“ erklang plötzlich und die Köpfe ruckten herum. Dort standen Anna Engelhardt und Peter Neumann. Semir zog seine Waffe. „Okay! Waffe weg und Hände hoch!“ befahl er mit harter Stimme. „Semir… nehmen Sie die Waffe runter. Herr Neumann ist freiwillig hier. Er braucht unsere Hilfe und ich denke, es ist einer der Fälle die Sie lieben.“ erklärte Anna und lächelte Semir an. Dieser verstand erst gar nichts und war so perplex das er dem Befehl die Waffe herunter zu nehmen tatsächlich nachkam. „Chefin? Ich verstehe nicht…?“ sagte er. Anna nickte „Ja ich weiß. Aber es ist sehr wichtig. Ich erkläre alles in meinem Büro. Sie und Chris werden mit mir kommen. Herr Neumann hat hier noch etwas zu erledigen.“ befahl Anna. Peter sah sie erschrocken an. Dann wies Anna mit dem Kopf zu Susanne, die ihn einfach nur ansah. Peter schluckte etwas und nickte dann. Anna ging mit Chris und Semir ins Büro. Peter mit langsamen Schritten auf Susanne zu.

    Nur zwei Stunden später hatte Andrea bereits die ersten Ergebnisse. „So…. Hans Neumann, geboren am 18.04.1947 in Berlin, Schule und Ausbildung ebenfalls in Berlin, Sein Vater ist im Krieg gefallen, seine Mutter hat ihn und vier Geschwister allein groß gezogen. Nach seiner Ausbildung zum Polizeibeamten ist er 1985 mit der Familie nach Köln gezogen und hat sich dort beim SEK zum Präzisionsschützen weiterbilden lassen. Dann hat er sich als Einsatzleiter einen ziemlichen Namen gemacht. 1995 kam dann sein Sohn Peter Neumann ebenfalls zum SEK und machte hauptsächlich mit seinem Vater Dienst. Kurz vor seinem Tod gab es eine laut Zeugen, heftige Auseinandersetzung weil Peter Neumann durch ein riskantes Vorgehen das Leben einer Geisel extrem in Gefahr gebracht hat. Und während dieses Streites drohte Peter Neumann seinem Vater. Was ihm vor Gericht negativ angelastet wurde. Das zu Hans Neumann. Sein Sohn Peter wurde zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt aber nach zehn abgesessenen Jahren auf Bewährung freigelassen. Während seiner Haft wurde ihm per Gerichtsurteil mitgeteilt, dass er seine Frau Isabelle und seine Tochter Sophia nicht mehr sehen darf. Laut Gefängnisakten hat seine Frau ihn in den ganzen zehn Jahren nicht einmal besucht. Die Kollegen von Neumans Eingreiftruppe wird noch zusammen gestellt, soweit ich allerdings sehen konnte, sind es alles sehr gute Leute.“ Endete Andreas Bericht. Semir sah seine Frau stolz an und küsste sie. „Tolle Arbeit… wie immer.“ lobte er sie. Chris kam zur Tür herein. „Dieser Till Schuster ist mir irgendwie suspekt. Dem interessiert es nicht im Geringsten, was mit der Chefin ist. Er meint sie wäre eh nur eine kurze Bekanntschaft, oder so ähnlich. Am Liebsten würde ich ihn mal checken lassen.“ Grollte er etwas. Semir grinste. „Na dann tu es doch… die Chefin ist nicht da und ich bin ihr Stellvertreter.“ Gab er als Antwort. Chris ging zu Susanne, die an ihrem Schreibtisch saß und ihre Kaffeetasse in der Hand drehte.

    Anna sah Peter während der Autofahrt an. „Peter… wenn meine Kollegen für Sie tätig werden sollen, dann müssen Sie uns alles erzählen. Sie wissen dass Sie sich nicht selbst belasten müssen, aber wir müssen alles wissen. Wenn Sie sagen, dass Ihr Vater ermordet wurde, müssen wir wissen welche Beweise Sie dafür haben und warum Sie diese nicht durch Ihren Anwalt in den Prozess haben einfließen lassen.“ erklärte sie ihm. Peter Neumann nickte. „Ja ich weiß. Aber ich belaste mich nicht. Damals… der ganze Prozess. Ich gehe davon aus, dass mein Anwalt geschmiert wurde. Er hat kaum etwas für meine Verteidigung getan. Mein Vater… er hat drei Monate bevor er ermordet wurde, etwas herausgefunden.“ erzählte er. „Herausgefunden? Was?“ harkte Anna nach. „Das ist es ja… ich weiß es nicht… ich weiß es einfach nicht. Bevor er mir sagen konnte was, wurde er getötet.“ Stöhnte er. Anna nickte. „Wie sollen wir Ihnen helfen, wenn Sie uns nicht helfen?“ wollte Anna wissen. Peter sah sie an. „Sie müssen einfach sehr tief graben.“ gab er zu verstehen. Ann lächelte. Haben Sie gar keinen Hinweis? Zum Beispiel seit wann Ihr Vater wenn dem so gewesen ist, auf irgendeiner Abschussliste stand?“ versuchte sie an Informationen zu kommen. Peter nickte. „Ja…. Ich weiß es sogar sehr genau. Wir haben einen Waffenschieber und Drogenring aufgelöst. Die Gruppe operierte von Köln und Düsseldorf aus. Waffen verschieben nach Afghanistan, in den Iran, Irak…überall dort wo Waffen gebraucht wurden. Die Drogen gab es oben drauf. Ein kleiner Teil ging hier auf den Markt, also in Deutschland. Tja und als die Ermittler dann einen Hinweis auf das Versteck bekam, wurde das SEK herbeordert und der Laden gestürmt. Wir haben 28 Männer festgenommen. Waffen und Drogen in einem Wert von über drei Millionen sicher gestellt. Alles in Allem konnte man von einem erfolgreichen Zugriff sprechen. Doch mein Vater bohrte weiter. Und er hatte das richtige Gespür. Der Bulle in ihm schlief eben noch nicht.“ erzählte Peter. Sie kamen auf dem Parkplatz der Autobahnpolizei an. Peter suchte sich eine Parkbucht und sah plötzlich dass auch Susannes Wagen hier stand. „Verdammt..“ fluchte er leise.

    Peter lief auf dem Gelände auf und ab. Er zündete sich eine Zigarette nach der Anderen an. Hatte Engelhard Recht? Würde sie ihm wirklich helfen, wenn er mit ihr zur Dienststelle fuhr? Würde sie ihn nicht direkt in die Zelle stecken? Konnte er ihr vertrauen? Die Fragen gingen ihm ständig durch den Kopf. Er überdachte seine Situation und kam zu dem Entschluss dass egal was er tat, er die Konsequenzen tragen musste. Engelhardt hatte Recht…. Was seine Familie anging. Die Kollegen werden Isabelle und Sophia überwachen. Wenn er sie besucht, wäre er schneller im Gefängnis als es ihm lieb war. Und dann war die Chance seine Unschuld zu beweisen noch geringer als jetzt. Er musste sich die Kollegen Gerkhan und Ritter zu Verbündeten machen. Aber wie? Wie konnte er die Männer davon überzeugen, dass er unschuldig war? Vielleicht wenn er wirklich mit Engelhardt zum Revier fuhr? Würden sie ihn nicht dann direkt verhaften? Sicher würden sie das. Er könnte dann reden soviel er wollte. Sie würden ihn einsperren. Für sie war er schuldig…. Schuldig…. Schuldig…. Immer wieder hörte er dieses Wort „Schuldig“…. „Ich bin nicht schuldig! Ich bin nicht schuldig!!“ schrie er wütend. Er lief wieder auf und ab. Völlig nervös. „Ich will meine Unschuld beweisen… ich will den Mörder meines Vaters….“ sagte er leise zu sich. „Ich will doch nur meine Unschuld beweisen…“ wiederholte er und brach in die Knie. Er weinte hemmungslos und wiederholte ständig den Satz. Nach zehn Minuten hatte er sich beruhigt. Er ging zurück zu Anna Engelhardt, die sich gerade hinsetzten. „Helfen Sie mir wirklich?“ fragte er leise. Sie nickte. „Also gut… versprechen Sie mir, dass Ihre Kollegen mich nicht direkt verhaften, wenn ich…mit Ihnen zur Wache fahre?“ harkte er nach. „Ja… das verspreche ich. Niemand wird Ihnen etwas tun.“ sagte sie leise. „Also gut… wir fahren.“ bestimmte Peter und schloss die Handschellen auf.

    Till Schuster saß in seinem Zimmer und blies den Rauch seiner Zigarette an die Decke. „Dumm gelaufen.“ sagte er leise. Die Party war recht amüsant bis zu dem Zeitpunkt wo der vermeintliche Hausherr mit seiner Freundin verschwand. Das Warum war noch unklar. Zumindest für Till. Er fragte sich was der Mann damit erreichen wollte. Was gab es da für ein Zusammenhang. Till war kein Mann der sich für die Mitmenschen interessierte. Was wollte der Typ mit Anna? fragte er sich. Es klopfte und Till zuckte zusammen. Er nahm seine Waffe und sah durch den Spion. Chris Ritter stand vor der Tür. Was will der denn hier?, fragte sich Till und steckte die Waffe schnell unter eines der Sitzkissen. „Ja Moment!“ rief er zur Tür. Er öffnete die Tür. „Ja?“ fragte er und tat verwundert. „Chris Ritter… wir kennen uns ja.“ Meinte der Mann. Till nickte. „Gibt es was Neues von Anna?“ fragte er. „Ja und nein. Wir wissen dass es ihr gut geht. Aber wir wissen nicht wo sie ist..“ meinte Chris nur. Till nickte. „Das ist traurig… Ich habe eben eine Mail erhalten, dass man mich in England braucht, aber ich kann doch nicht einfach so fahren, wenn meine Freundin in Gefahr ist.“ Kam von Till und dieser tat sehr nervös. Chris nickte. „Sie können hier eh im Augenblick nichts tun. Fahren Sie. Ich halte sie auf dem Laufenden, versprochen.“ meinte Chris und lächelte freundlich. „Wirklich? Ich meine ich kann es ja nicht verlangen. Aber es wäre wirklich sehr nett, wenn Sie es täten. Meine Nummer haben Sie ja…“ kam von Till. Wieder nickte Chris. „Gut… wenn das so ist, dann werde ich morgen früh direkt nach London fliegen. Meine Geschäfte rufen mich… Wenn Sie Anna haben, sagen Sie ihr bitte dass ich sie liebe und ich mich bei ihr melde, sobald ich zurück bin.“ bat Till zum Schluss. Chris versprach es und verabschiedete sich wieder.

    So ich glaub ab hier bin ich allein der Autor.... denke ich.... Also nicht wundern wenn es jetzt in meiner Manier weiter geht... Aber ihr dürft trotzdem feeden :D

    Anna sah Peter an, als er mit Semir sprach. Irgendwie hatte sie das Gefühl, das der Mann selbst nicht sicher war, ob sein Plan funktionierte. „Hören Sie mir genau zu… Gerkhan… ich habe Anna Engelhardt. Ich will sie nicht umbringen… ich bin kein Mörder. Ich will lediglich, dass Sie den Mörder meines Vaters finden. Und damit Sie nicht lange suchen müssen… ich bin Peter Neumann. Ich saß für einen Mord für den ich zehn Jahre im Gefängnis saß. Unschuldig! Sie sollen den wahren Mörder finden! Dann bekommen Sie Ihre Chefin wieder!“ gab er durch und legte ohne eine Antwort abzuwarten auf. Anna schüttelte den Kopf. „Peter… so geht das nicht. Für meine Entführung werden Sie erneut ins Gefängnis gehen. Was wollen Sie damit erreichen? Ich dachte Sie wollten Ihre Frau suchen? Ihre Tochter?. Sollen die Beiden weiter auf Sie warten? Noch mal fünf oder zehn Jahre?“ fing sie an, an sein Gewissen zu appellieren. Peter sah sie an. „Ich werde sie sehen. Schon sehr bald. Ihre Kollegen werden herausfinden wo sie wohnen, mir die Adresse sagen und ich werde hinfahren. So einfach ist das.“ lachte er leise. Anna sah ihn fest an. „Denken Sie meine Kollegen sind so dumm? Sie waren doch selbst Polizist. Sie werden Isabelle und Sophia beobachten. Sobald Sie dort auftauchen, werden Sie verhaftet werden. Lassen Sie uns einen Kompromiss finden. Wir fahren zur Dienststelle und dort werden Sie sich stellen. Ich werde mit meinen Kollegen zusammen nach dem wahren Mörder suchen. Wenn Sie nicht darauf eingehen, dann… dann kann ich nichts mehr für Sie tun. Peter… ich glaubte damals schon an Ihre Unschuld. Es war ein Indizienprozess. Das wissen Sie und auch ich. Aber wir haben damals keine Beweise gefunden, die Sie entlasten könnten. Heute können wir es vielleicht. Bitte… lassen Sie uns vernünftig vorgehen. Fahren Sie mit mir zur Dienststelle und wir klären das.“ redete sie auf ihn ein.

    Tatsächlich fing es an bei Peter zu arbeiten. Diese Frau hatte Recht. Wenn es erledigt ist, würde er wieder ins Gefängnis gehen. Wegen Freiheitsberaubung. Er würde Isabelle und Sophia nicht sehen… „Sie würden mir helfen, den Mörder zu finden?“ fragte er skeptisch. Die Kriminalrätin nickte. „Was ist, wenn Sie ihn haben? Was passiert dann mit mir?“ wollte Peter wissen. „Wenn Sie jetzt aufgeben, dann kann ich sehr viel tun für Sie. Ich könnte es übersehen, was Sie mit mir gemacht haben. Die Entführung als „Versehen“ einstufen. Aber Sie müssen es jetzt tun. Nicht erst in einer Stunde… jetzt. Entscheiden Sie sich!“ redete die Kriminalrätin auf ihn ein. Doch dann kam die Skepsis wieder. „Woher soll ich wissen, dass Sie mich nicht reinlegen?“ fragte er forsch. Sie lächelte. „Vertrauen Sie mir…“ sagte sie leise.

    „Was soll das denn heißen?“ fragte sich Semir der den Hörer auflegte. „Ich soll den wahren Mörder von seinem Vater finden? Wie stellt der sich das denn vor? Der ganze Fall ist zehn Jahre her. Bin ich ein Zauberer?“ fragte Semir sich fauchend. Chris sah ihn an. „ Was ist mit der Chefin?“ wollte Chris wissen. „Anhand der Stimme scheinbar gut… Ich konnte nicht wirklich viel mit ihr sprechen. Wenn ich nur wüsste wie ich den Kerl einschätzen soll?“ antwortete Semir. „Die Akten werden es uns sagen. Ich habe mal eben etwas Druck gemacht. Wir bekommen die Akten noch heute.“ erklärte er und ging in die Küche. Semir lief hinterher. „Wenn hast du denn angesprochen?“ wollte er wissen. „Na ich habe noch so ein paar alte Kontakte.“ lächelte Chris geheimnisvoll. Tatsächlich waren nur drei Stunden später die Akten des alten Falles auf dem Tisch. Semir griff sich die erste und fing an zu lesen. „So…. hier 1998 wurde Hans Neumann tot aufgefunden. Kurz davor gab es einen Streit mit Peter Neumann, der ihn vor Zeugen bedrohte. Am gleichen Abend wurde Hans Neumann mit drei Kugeln im Körper aufgefunden. Peter wurde verhaftet und… ah…hier ist schon mal die Erklärung warum die Chefin in seiner Gewalt ist, sie hatte ihn verhaftet. Also…. Hier steht, dass Hans Neumann regelrecht hingerichtet wurde. Das sprach für die Richter für die Annahme, dass es sich um eine Tat handelte, die aus großer Wut auf den Toten zurückzuführen ist. Klar… wer schießt noch zweimal auf jemanden der schon Tot ist. Macht keinen Sinn. Sein Sohn allerdings glaubt dass es ein Auftragsmord war. Sein Vater sei einem Komplott zum Opfer gefallen. Diese Spur hat allerdings die Staatsanwaltschaft nie verfolgt. …“ las Semir in Kurzfassung vor. Chris nickte. „Ja sicher… für die war der Täter gefunden. Vermutlich hat er nur deshalb zehn Jahre bekommen. Der Richter hatte vielleicht doch Zweifel. Oder aber …. Er steckte mit drin.“ mutmaßte er. Semir sah ihn an. „Du siehst wohl in jedem einen Spitzel, was?“ lachte er. Chris schüttelte den Kopf. „Nein… ich bin realistisch genug. Wenn es mit dem SEK zu tun hat, dann wird es mit Sicherheit sehr gut verwischt worden sein. Wir müssten herausfinden, wer beim SEK einen solchen Hass auf Hans Neumann hatte, der einen Mord rechtfertigte. Gut suchen wir alles raus was wir über Neumann brauchen. Und dann werden wir sehen was wir machen können. Dafür bräuchten wir allerdings die Hilfe von Neumann junior. Hat er gesagt, wann er sich wieder meldet?“ wollte Chris wissen. Semir schüttelte den Kopf.

    „Peter… bitte… Ich kann Ihnen helfen!“ redete Anna immer noch auf ihren Entführer ein. „Sie hätten mir damals helfen sollen! Nicht jetzt!! Jetzt habe ich alles verloren!!“ schrie Neumann sie an. Anna zuckte zusammen. Hatte sei den Bogen überspannt? War Neumann ein Psychopath? Peter kam auf sie zu und riss ein Stück von Klebeband der Rolle, die er in der Hand hatte ab. Er klebte es ihr auf den Mund. „Ich muss nachdenken. Dazu brauche ich Ruhe… wir werden morgen weiter reden. Das Beste wenn Sie versuchen zu schlafen. Ich weiß dass es nicht gerade bequem ist, aber Sie werden es überleben.“ sagte er leise und verschwand aus dem Raum. Anna sah ihm nach. Sie schloss die Augen. Hoffentlich stimmte er ein. Anna war bereit ihm zu helfen. Doch dazu musste Neumann sie erst einmal frei lassen. Anna versuchte sich etwas bequemer hinzusetzen und etwas Schlaf zu bekommen. Vermutlich laufen hier sogar Ratten rum. Es blieb ihr nichts anderes übrig als abzuwarten. Morgen wieder auf Neumann einzureden. Sie zog sich das Klebeband ab. Irgendwie hatte sie das Gefühl, das Neumann stark am schwanken war, was sie anging. Das musste sie bearbeiten. Sie musste ihn einfach überreden mit ihr zur PAST zu fahren. Dort konnte man mehr für ihn tun. Doch erst einmal sollte er die Zeit zum nachdenken bekommen. Anna schlief in ihrer recht unbequemen Lagen bald ein. Der Schlaf war unruhig.

    Semir sah Chris an. „Was will der von der Chefin?“ fragte er laut. Chris zog die Schultern hoch. „Ich weiß nicht. Wir müssen erst mal herausfinden, wer der Typ wirklich ist und dann wissen wir auch was dahinter steckt. Dieser Frank Wiegel macht alles in seinem Revier und wird dann zu uns stoßen. Sofern dessen Vorgesetzte zusagt. Womit er allerdings nicht rechnet. Na wir schaffen das schon.“ Meinte er nur. Semir lachte leise. „Und ob wir den kriegen.“ Stimmte er zu. „Ja nur denke ich wird die Chefin nicht gerade begeistert sein, wenn sie weiß dass du dabei bist. Du bist schließlich krankgeschrieben und du weißt ja wie sie reagiert, wenn du etwas ohne ihre Erlaubnis machst.“ grinste Chris. Semirs Blick sagte alles. „Das ist eine Ausnahme. Da wird sie ja wohl Verständnis für haben. Immerhin geht es ja auch um ihr Leben.“ beschwerte Semir sich und verschränkte die Arme vor der Brust. Chris lachte nur und fuhr auf den Parkplatz der PAST. „Och Mensch…“ stieß Semir plötzlich aus. Chris sah ihn an. „Was ist denn?“ wollte er wissen. „Nun ja… mir fällt gerade ein, dass Susanne nicht da ist um uns zu helfen. Sie könnte eine EMA machen über diesen Tobias. Ich denke das würde sie ablenken.“ meinte Semir nur. Chris nickte und in diesem Augenblick kam Semirs BMW auf den Parkplatz gefahren. „Oh… ich denke es löst sich gerade von selbst. Dreh dich mal um.“ Empfahl Chris. Semir tat es und fing an zu strahlen. „Das ist ja noch besser.“ meinte er nur und lief dem Wagen entgegen. „Andrea! Was machst du denn hier?“ fragte er erstaunt als er die Tür aufmachte. „Wir wollen helfen. Ihr braucht doch jemanden der den PC bedient oder? Susanne und ich machen das…“ erklärte Andrea und erst jetzt sah Semir das auch Susanne da war. „Meinst du das es richtig ist für dich?“ wollte Chris von Susanne wissen. Sie nickte. „Ja… ich will wissen wie das Schwein heißt…“ sagte sie leise.

    Nur wenig später saßen sie alle im Büro und arbeiteten. „Also unter Tobias Heer gibt es niemanden. Dann hat er mit falschen Namen gearbeitet. Ein Heiratsschwindler also…“ mutmaßte Andrea. „Nein… was sollte ein Heiratsschwindler denn mit der Chefin. Da muss was anders dahinter stecken. Wir müssen anfangen die Fälle von der Chefin durch zu gehen.“ Kam von Semir. Andrea sah ihn an. „Und wo willst du anfangen? Sie hat doch etliche Fälle gehabt. Du weißt doch gar nicht welchen Zeitraum du absuchen sollst.“ Gab sie zu bedenken. Semir nickte. Er musste seiner Frau zustimmen. „Tja… aber wie wollen wir denn sonst vorgehen?“ fragte er und sah Chris an. Doch auch dieser wusste nicht weiter. In diesem Augenblick klingelte Semirs Telefon. Sie sahen sich erstaunt an. „Vielleicht die Chefin!“ meinte Semir und sprintete in sein Büro. „Gerkhan!“ meldete er sich. „Semir… ich bin’s..“ hörte er Anna sprechen. „Chefin!“ rief Semir so laut, das die Köpfe von Chris und die Frauen umgehend in seine Richtung gingen. Sofort waren sie bei ihm im Zimmer. „Sind Sie allein?“ hörte er wieder Anna reden. „Ja… wo sind Sie?“ wollte Semir wissen. „Semir…“ ging es mit Anna weiter. Doch plötzlich war eine Männerstimme am Apparat. Semir erkannte Tobias. „Hören Sie mir genau zu… Gerkhan… ich habe Anna Engelhardt. Ich will sie nicht umbringen. Ich bin kein Mörder. Ich will lediglich, dass Sie den Mörder meines Vaters finden. Den Mord, für den ich zehn Jahre im Gefängnis saß. Unschuldig! …“ hörte er.

    „Sie erinnern sich wieder?“ riss Peter Neumann seine Gefangene aus ihren Gedanken. „Ja… ich erinnere mich. Was wollen Sie von mir? Der Fall ist doch schon längst erledigt.“ erklärte Anna. Peter schüttelte den Kopf. „Nein.. .der Fall ist nicht erledigt, weil der falschen Täter im Gefängnis saß. Sie oder besser noch Ihre Kollegen werden den wahren Täter finden und vor Gericht stellen lassen. Wenn nicht… dann… nun ja…“ erklärte er sachlich. Anna schüttelte den Kopf. „Es wird nicht funktionieren. Was ist mit Susanne? Haben Sie sie nur benutzt? Nur um an mich heran zu kommen? Haben Sie ihr die große Liebe vorgespielt? Gefällt es Ihnen wenn Sie andere weh tun können? Die Gefühle verletzen? Ist das Ihr Standard?“ stieß Anna wütend die Fragen aus. Peter sah sie an. „Am Anfang ja… ich wusste genau, dass Susanne Ihre Sekretärin war. Optimal um an Sie heran zu kommen. Aber… nach einigen Tagen habe ich gemerkt, dass Susanne… sie kommt meiner Frau sehr nahe. Ich wollte sie nicht verletzen. Sie wird es überstehen.“ meinte Peter trocken, es klang jedoch nicht wirklich überzeugend. „Sie lieben Sie? Gestehen Sei sich ein bisschen ein, Susanne zu lieben?“ harkte Anna nach. Sie wollte versuchen, ihn zu erweichen, von seinem Plan abzuweichen. Peter sah sie an und lachte leise. „Sie haben Recht… ich liebe sie. Aber sie ist leider nur Mittel zum Zweck. Denken Sie, Susanne würde zu mir zurück kommen, wenn die Sache hier erledigt ist? Glauben Sie, dass sie mir verzeihen kann? Ich nicht… Ich will meine Frau sehen, meine Tochter! Und Sie werden mir helfen! Bzw. Ihre Kollegen werden mir helfen. Sie werden Ihnen befehlen, nach dem Mörder meines Vaters zu suchen und diesen vor Gericht zu stellen. Mord verjährt nie!“ erklärte Peter.

    Susanne saß auf der Couch. „Ich versteh es nicht? Er hat doch… wir hatten so eine schöne Zeit… Andrea… ich dachte wirklich er liebt mich.“ kam verzweifelt von Susanne. Andrea nickte. „Susanne… ich befürchte, dass er alles nur gespielt hat. Er wollte lediglich Anna Engelhard. So sieht es jedenfalls aus.“ versuchte Andrea sie über die Enttäuschung hinweg zu trösten. Susanne nickte. „Ja… sieht ganz so aus. Was soll ich denn jetzt machen?“ hilflos kam die Frage. „Wie meinst du das?“ wollte Andrea wissen. „Diese Wohnung… sie ist doch viel zu groß… für…für eine Person.“ gab Susanne von sich. Andrea schüttelte den Kopf. „Ich finde sie sehr schön. Sie ist nicht zu groß. Und vielleicht findest du doch den Mann deines Herzens.“ munterte Andrea ihre Freundin auf. „Den Mann meines Herzens? Ich dachte Tobias… er hätte es sein können. Er hat mich schamlos ausgenutzt. Er hat mich einfach nur benutzt. Ich wünsche Semir und Chris bekommen ihn. Und dann möchte ich ihm nur für ein paar Minuten fragen warum er das tat? Warum er mir so weh tut?“ nickte Susanne und putzte sich laut die Nase. „so… werden wir mal das Chaos hier aufräumen. Wo sind Semir, Chris und Frank? Und dieser Typ… Till Schuster?“ wollte Susanne plötzlich wissen. Andrea lächelte. „Die Jungs sind zur Dienststelle. Sie wollen alles über Tobias heraussuchen. Tja… und der Freund von der Chefin… keine Ahnung? Ist eh ein komischer Kauz.“ meinte Andrea. Sie verstand ihre Freundin sehr gut. Sie wusste auch, dass Trost im Augenblick das Falsche war. „Susanne… auch wenn du es nicht hören willst, aber Semir und Chris könnten nun unsere Hilfe gebrauchen. Ich meine du könntest nicht schlafen, weil dir das hier sicher nicht aus dem Kopf geht und ich… würde eh Semir und Chris helfen wollen .Ich habe ja noch nichts verlernt. Aber vor allem will ich wissen, was mit Anna Engelhardt ist. Ich werde zur PAST fahren. Kommst du mit?“ fragte sie. Susanne sah sie mit roten Augen an. „Ja… ich komme mit. Ich gehe sonst nur kaputt.“ sagte sie entschlossen. Nur wenig später waren sie mit Semirs BMW unterwegs zur PAST.

    Anna sah Peter Neumann an. „Ich muss gestehen, dass ich Sie nicht erkannt habe, Neumann.“ Gab sie zu. „Aber was Sie vorhaben wird niemals klappen. Sie können mich auch gleich erschießen. Meine Kollegen werden mich suchen und sie werden mich finden, darauf können Sie sich gefasst machen.“ Meinte sie und wollte ihm suggerieren, dass er keine Chance hatte. Peter nicke nur. „Sie wissen genau, dass ich nicht der Mörder meines Vaters bin. Sie kannten ihn und Sie kannten mich. Ich hätte ihm nie etwas tun können. Aber egal was ich sagte… mir wurde nicht geglaubt.“ entgegnete ihr Peter. Anna nickte. „Ja ich wollte es auch nicht glauben. Aber die Beweise sprachen eine sehr eindeutige Sprache.“ gab sie zu bedenken. „Welche Beweise denn? Es war nichts… reine Indizien. Niemand konnte mir etwas nachweisen. Aber meine Aussage hat niemand geglaubt. Nicht einmal mein eigener Anwalt. Ich weiß auch heute warum. Weil er gekauft war. Gekauft von dem wahren Täter und Ihre Leute werden mir den wahren Mörder bringen. Alle die mit dem Tod meines Vaters zu tun hatten, sollen dafür bluten.“ brüllte Peter plötzlich so laut, das Anna zusammen zuckte. Peter fluchte verhalten. „Wenn Sie mich damals nicht gestellt hätten, dann würde jetzt der wahre Mörder sitzen und ich wäre immer noch Polizist. Meine Frau wäre noch bei mir und ich hätte meine Tochter aufwachsen sehen können. Sie hätte….“ Peter stockte.

    „Ich kann die Zeit nicht zurück drehen. Wissen Sie wie es ist, als Polizist im Knast? Alle meiden dich, weil du nicht dazu gehörst. Das einzige was du erfährst ist Hass! Von den Schließern weil du als korrupter Bulle giltst und von den Insassen weil du immer noch als Bulle giltst. Ich habe es trotzdem geschafft. Ich habe die Hölle durch gestanden und wissen Sie warum? Weil ich mir gesagt habe, sobald ich frei bin, wird der wahre Schuldige hinter Gitter kommen und seine Strafe absitzen. Mein Ruf wird wieder hergestellt und alles ist gut.“ erzählte Peter. Doch jetzt war er ruhiger geworden und Anna hatte das natürlich mitbekommen. Peter sah seine „Gefangene“ an. Sie dachte vermutlich wie alle anderen immer noch, dass er schuldig war. Er hatte seinen Vater nicht umgebracht. Doch wie sollte er das beweisen. Er drehte sich um und ließ sich an der Wand runter. „Ich bin unschuldig.“ sagte er erneut. Seine Gedanken gingen in die Vergangenheit. Peter spürte wie ihm wieder Tränen über das Gesicht liefen. Er liebte seinen Vater. Hans Neumann und er waren beide beim SEK. Vater und Sohn. Neumann Senior war stolz auf Peter Neumann. Seinem Spross, der die Erfolgsleiter scheinbar mühelos raufkletterte. Und dann…. Eines Tages… Die Erinnerung führte ihn zurück an diesen Tag…der nun schon mehr als zehn Jahre zurück lag.

    Rückblende:

    Hans Neumann und sein Sohn Peter hatten einen Einsatz hinter sich. Geiseln befreien. Es klappte alles wunderbar und zum Feierabend gab es ein Bier. Peter verstand sich mit seinem Vater hervorragend. Beide respektierten sich und verstanden sich blind, was in manchen Einsätzen unbedingt notwendig war. Das war eine Woche vor dem Tod …. Nein… vor dem Mord an seinem Vater. An diesen Tag kam es erneut zu einem Einsatz. Mit viel Glück lief alles positiv aus. Doch Peter hatte Mist gebaut. Wegen ihm ist eine Geisel stärker gefährdet worden als es eigentlich notwendig war. Sein Vater hatte ihn vor versammelter Mannschaft nieder gemacht. Doch Peter war keiner, der es sich so einfach gefallen ließ. Er brüllte zurück und sprach unüberlegt eine Drohung aus. „Pass lieber auf, dass es dich nicht mal erwischt!“ schrie er seinen Vater an. Nur wenige Stunden später war Hans Neumann tot. Drei Kugeln waren in seinem Körper. Eine im Nacken, eine im Rücken und eine in der Schläfe. Alles sah wie eine Hinrichtung aus. Jede der Kugeln war tödlich. Das hatte er in der Verhandlung gehört. Natürlich geriet er aufgrund seiner Drohung unter Verdacht. Und das Schlimme war… Peter wusste nicht genau wo er zum Tatzeitpunkt war. In seiner Panik floh er vor den Kollegen der Polizei. Es ging einige Tage gut und er fühlte sich sicher. Aber dann… dann traf er auf Anna Engelhardt. Sie erkannte und verhaftete ihn nach einer rasanten Verfolgungsjagd. Sie hatte ihn nur bekommen, weil er die Kontrolle über den Wagen verlor. Sonst wäre er entkommen. Er hatte seine Unschuld beteuert, gefleht nach dem Mörder suchen zu können, doch es wurde ihm versagt. Selbst der Anwalt konnte keine entlastenden Beweise finden. Der Staatsanwalt forderte Lebenslang, nur weil es noch ein paar Ungereimtheiten gab, kam er mit zehn Jahren davon.

    Gegenwart:

    Anna sah Peter an. Sie hatte ihn anders in Erinnerung. Sie sah noch in der Verhandlung einen jungen selbstsicheren Mann, der genau wusste wo er lang wollte. Doch nun… sicher zehn Jahre Gefängnis haben Spuren hinterlassen. Die Gesichtszüge sind härter geworden. Sie erinnerte sich an die Verfolgungsjagd. Sie war gerade bei der Autobahnpolizei angefangen. Bei einer Routinekontrolle fiel ihr ein Wagen auf. Der Fahrer war sichtlich nervös und als sie ihn genauer ansah, erkannte sie in ihm einen auf der Flucht befindlichen Mörder. Sie wollte ihn verhaften, doch er ergriff die Flucht. Dabei fuhr er ihren Kollegen an und sie musste die Verfolgung allein aufnehmen. Eine wilde Verfolgungsjagd über die A4 war das Ergebnis. Es dauerte eine Weile und Anna musste eine sehr riskante Fahrweise an den Tag legen. Mit einem beherzten Schlenker, als sie auf gleicher Höhe war, konnte sie den Flüchtenden stoppen, indem sie ihn an die Leitplanke drückte. Doch sie hatte nicht damit gerechnet, dass die Leitplanke dem Druck nicht widerstand. Der Wagen von Neumann durchbrach die Leitplanke und raste über das Grünstück weiter in Richtung Ausfahrt. Ein Unfall war praktisch vorprogrammiert. Die Verfolgung endete in einem Massencrash mit an die dreißig Wagen. Mittendrin der Wagen von Neumann. Anna stieg aus und legte ihm stolz die Handschellen an. Er war leicht verletzt und schwor dass er unschuldig war. Anna glaubte ihm erst nicht, doch als sie die Verhandlung verfolgte bekam sie sehr wohl Zweifel. Allerdings half es ihm nicht. Er wurde zu zehn Jahren verurteilt. Für Anna geriet der Fall nie ganz in Vergessenheit, denn schließlich war es ihre erste Verhaftung und sie wurde von den Vorgesetzten für ihren beispielslosen Einsatz gelobt. Von da an ging es steil nach oben. Und nun holte sie ihr erster wirklicher Fall wieder ein.

    was heißt denn könnt Feeds abgeben? Es muss heißen ihr müsst Feeds abgeben... Die Story ist doch super... Nur keine falsche Bescheidenheit Fynn und willkommen unter den Schreiberlingen hier im Forum

    Die Story ist wie ich schon sagte genial. kenne sie ja von "drüben".... freu mich trotzdem wenn du bald weiterschreibst... :D;)

    Susanne sah sich suchend nach Tobias um. „Wo steckt dein Traummann denn nunc?“ fragte auch Andrea. „Tja ich weiß nicht. Eben hab ich ihn noch mit der Chefin in Richtung Küche gehen sehen. Aber da sind sie nicht. Ich weiß nicht wo er ist.“ Kam von Susanne. Andrea lachte. „Na… mit der Chefin wird er sicher nicht fremd gehen.“ meinte sie nur. „Er kommt sicher gleich zurück.“ hängte sie an. Semir kam dazu. „Was habt ihr denn?“ wollte er wissen. „Tobias ist weg. Ich habe ihn schon überall gesucht. Er war eben mit der Chefin am Buffet und dann gingen sie in die Küche, aber da ist niemand!“ kam etwas verzweifelt von Susanne. „Na… hier kann er sich ja nicht verlaufen. Nun kam auch Till Schuster zu ihr. „Entschuldigung.. .aber ich finde meine Partnerin nicht..“ erklärte er. Semir sah Susanne an. „Also… sonderbar… wir sollten sie suchen bevor…“ wollte er scherzen, aber als er den warnenden Blick von Andrea sah schwieg er. „Vielleicht hat Chris sie ja gesehen.“ Mutmaßte er und ging zu seinem Partner. „Chris! Hast du diesen Tobias gesehen, oder die Chefin?“ wollte er von ihm wissen. Chris schüttelte den Kopf. Damit war die Party vorbei.

    Den ganzen Abend über herrschte Aufregung. Susanne saß völlig aufgelöst auf dem Sofa und wurde von Andrea getröstet. „Ich kann mich doch nicht so getäuscht haben. Er war so liebevoll, so….“ weinte sie. Andrea nickte und hielt sie in den Arm. „Wir müssen sie suchen! Wer weiß was der Kerl mit ihr macht!“ kam von Till Schuster. „Ja wir werden sie ja auch suchen, aber das muss erst einmal gut überdacht werden. Wo sollen wir anfangen? Warum ist dieser Tobias mit der Chefin verschwunden? Wo sind sie hin? Wenn wir das geklärt haben, dann kommen wir auch weiter!“ rief Semir dazwischen, der wie Chris die Nerven behielt. Frank Wiegel setzte sich zu Susanne. „Sag mal… was weißt du denn über Tobias?“ wollte er wissen. Susanne sah ihn mit tränengefüllten Augen an. „Ich? Ich weiß eigentlich gar nichts über ihn. Er arbeitet auf dem Bau…. Und ist unverheiratet, aber sonst…“ schluchzte sie. Andrea sah ihn warnend an. „Lass sie doch erst mal zur Ruhe kommen.“ bat sie. „Andrea , deine Fürsorge in allen Ehren. Wir müssen etwas unternehmen!“ ermahnte Chris die Frau seines Partners. „Ja aber nicht auf Kosten von Susanne!“ schrie sie ihn an. „Chris hat Recht! Wenn uns jemand helfen kann dann Susanne. Hör zu…“ Semir hockte sich vor Susanne hin. „Hast du ein Foto von Tobias?“ fragte er. „Ein Foto? Nein… er wollte keins.“ kam schluchzend von Susanne. Frank hielt sie im Arm. „Hey… nicht weinen….“ tröstete er seine Exkollegin. „Gut… fahren wir in die PAST und machen mal ne EMA von diesem Tobias Heer.“ Bestimmte Chris und packte seine Jacke. Er sah Semir an. „Was ist… kommst du oder willst du laufen?“ fragte er ihn barsch. Semirs Blick ging zu Andrea und diese nickte. Dann wandte er sich wieder an Chris. „Okay… fahren wir!“

    Till stand im Wohnzimmer und sah wie sich die dort anwesenden Leute unterhielten. Er war etwas nervös. Wenn er alles richtig mitbekommen hatte, dann war Anna entführt worden. Entführt von dem neuen Lebensgefährten der Sekretärin und Gastgeberin. Was um alles in der Welt hatte das zu bedeuten? Was war hier passiert. Semir Gerkhan ging an ihm vorbei. Er hielt ihn an der Jacke fest. „Was zum Teufel ist hier los? Wo ist Anna?“ fragte er direkt. Semir löste seine Hände von der Jacke. „Wir wissen es nicht. Derzeit ist nur bekannt, dass Frau Engelhardt und Herr Heer verschwunden sind. Wir werden es sicher herausfinden. Geben Sie uns eine Nummer, wo wir Sie erreichen können. Sie selbst sollten einfach nach Hause fahren und abwarten. Wir finden sie schon.“ Erklärte er beruhigend. Till nickte. „Aber ich will sofort unterrichtet werden!“ forderte Till, der sich nun doch Sorgen um Anna machte. Er liebte diese Frau und könnte sich sogar denken, den Lebensabend mit ihr zu verbringen. „Ja selbstverständlich. Nur keine Sorge… wir finden sie schon.“ Meinte auch Chris der Semir zu Hilfe kam. Till nickte. „Also gut… übrigens Anna schwärmte von Ihnen beiden. Sie haben noch nie einen Fall angefangen, der nicht gelöst wurde. Gratulation. Mal sehen ob Sie es hier auch schaffen.“ lächelte Till ihnen zu und verabschiedete sich von allen Leuten.

    Hartmut der ebenfalls auf der Party war, rief sofort als er erfuhr was passiert war sein Team zusammen. Sie nahmen überall Fingerabdrücke. „Hier… er hat daraus getrunken…“ sagte Susanne leise und gab ihm ein Glas. Hartmut sah sie traurig an. „Susanne… es tut mir sehr Leid.“ erklärte er etwas unbeholfen .Susanne lächelte gequält und nickte nur. „Bei den ganzen Fingerabdrücken wird es schwer sein den Typen zu identifizieren.“ Murmelte er als Semir und Chris zu ihm kamen. „Hartmut… wir kennen den Typen. Wir wollen lediglich wissen wer er ist. Denn eins ist ganz sicher. Er heißt nicht Tobias Heer.“ Murmelte Chris die eigentlich schon längst weg sein wollten. „Ja ich weiß… aber nun ja.. ich meine es könnet doch…“ versuchte der Kriminaltechniker seinen Standpunkt zu erklären. Chris lächelte und sah zu Semir, der mit Andrea ankam. „Ich werde mich um Susanne kümmern. Die Arme ist völlig am Ende..“ sagte sie und gab ihren Mann schnell noch einen Kuss. „Findet sie bitte schnell wieder… okay..“ sagte sie noch. Chris und Semir verschwanden. Kurz darauf unterhielten sie sich im Auto über das Verschwinden der Chefin. „Was kann der Typ von der Chefin wollen?“ fragte Chris laut, während er seinen Mercedes aus der Parklücke rangierte. „Tja… wenn es nicht Tobias Heer ist dann könnte ich mir sehr gut vorstellen, ist es jemand aus ihrer Vergangenheit. Vielleicht jemand den sie mal verhaftet hatte, als sie selbst noch auf Streife ging.“ Mutmaßte Semir. Chris nickte. „Ja und der ist jetzt freigekommen und will sich an ihr rächen. Aber wenn, dann hätte er sie genauso gut auf der Party abknallen können, als sich mit ihr zu belasten.“ Meinte Chris. Semir nickte darauf nur. „Ja das könnte sehr gut sein, aber du vergisst dass verdammt viele Bullen da waren. Vielleicht wollte er das ja in der Abgeschiedenheit machen. Ohne Zeugen und so…“ dachte Semir laut nach. „Susanne kann einem echt Leid tun. Sie ist einem Mistkerl auf den Leim gegangen, der sie nur ausgenutzt hat um an die Chefin ran zu kommen. Wenn wir ihn schnappen, dann werde ich ihm mal zeigen wie man mit einer Frau umgeht.“ Drohte Chris seinem nicht anwesenden Feind.

    Das war wieder ein sehr schön geschriebenes Kapitel! Wirklich toll!
    So langsam kommt ja auch mal etwas Klarheit für Anna in die Sache. Aber ich brenne immer noch drauf zu erfahren, wie die anderen bemerken, dass die Beiden weg sind...
    Sag mal, wie lang wird die Geschichte eigentlich :) ? Respekt... schon so viele Kapitel... :thumbup:

    Die ganze Story ist über 160 Wordseiten lang und die Anderen erfahren schon im nächsten Kapitel das etwas nicht stimmt

    Nach langem Suchen war Peter auf einen alten Bauernhof gestoßen. Sein Besitzer, ein alter Mann, lebte schon seit vielen Jahren in einem Altersheim. Rechtmäßig gehörte der Hof ihm und als Mann mit vielen Erinnerungen und Hoffnungen hatte er es vorgezogen, die Besitzuhrkunde weiterhin zu verwahren und den Hof sein Eigentum zu nennen. Seitdem war das Haus verlassen, niemand kam vorbei um nach dem Komplex zu sehen, es verstaubte und erlebte tagein tagaus nichts anderes als die auf- und untergehende Sonne, die Witterung und die Vögel, die sich ihre Nester in das Gebälk bauten. Es war ein alter Hof und ohne das tägliche Treiben wirkte er leer und doch schön, denn viele Blumen hatten sich ihren Weg ans Tageslicht erkämpft und fingen jetzt im März an, langsam ihre Knospen zu bilden. Für Peter uns sein Vorhaben gab es keinen Platz, der mehr geeignet gewesen wäre. Man konnte dort mehrere Wochen verbringen, ohne dass die Wände Sekunde um Sekunde näher rückten und die Personen im Raum einengten. Das Haus war solide gebaut und gut isoliert; schon vor vielen, vielen Jahren hatten die Menschen gewusst, wie man gute Häuser baute. Sowohl zum Hof als auch zum Garten hin boten großzügige Fenster Aussicht auf die umliegende Gegend. Sollte sich jemand bei Tageslicht nähern, so würde man es früh genug bemerken.

    Eben zu diesem Gebäudekomplex - welches außerdem eine großzügige Scheune besaß, in der man ein Auto ohne weitere Probleme verstecken konnte – fuhr Peter nun. Zuerst hatte er überlegt seine Geisel die zu betäuben, doch das hätte nicht sonderlich zum Vertrauen zwischen den beiden Menschen beigetragen. Doch es war gefährlich, Anna Engelhardt vor Augen zu führen, wo er sie hinbrachte. Es musste nur ein klitzekleiner Fehler passieren und die Frau konnte irgendwie Hilfe alarmieren und den Standpunkt durchgeben – solche Geschichten kannte man doch aus Krimis oder Spielfilmen. „Ich muss leider Ihr Handy haben.“, sagte Peter, der sich nach der kleinen emotionalen Phase wieder besser im Griff hatte. Er nahm die Handtasche der Polizistin, welche diese noch immer bei sich trug, suchte darin nach dem Mobiltelefon, stellte es aus und kontrollierte, ob es noch andere elektrische Geräte gab, mit denen man sie hätte orten können, doch dem war nicht so. Peter steckte das Handy in seine Jackentasche und legte die Handtasche auf den Rücksitz. „Und nun muss ich Ihnen leider die Augen verbinden.“, fuhr er fort und er nutzte das zweite Mal das Wort „leider“, denn es tat ihm wirklich Leid, doch zu viel Mitleid durfte er sich nicht erlauben.

    Der Mann setzte den Blinker und hielt am Straßenrand an. Es war zwar noch nicht so spät, doch sie befanden sich in einem Stadtteil, in dem um diese Uhrzeit nicht viel los war. „Keine Angst, ich werde Ihnen nichts tun.“, versprach Peter und kramte ein schwarzes Tuch hervor, das er vorsichtig um Annas Augen band, so dass sie nicht mitbekam, wo er als nächstes hinfuhr. Um die Verwirrung komplett zu machen, fuhr er bei den folgenden Kreiseln immer mehrmals herum, bis einem Menschen mit verbundenen Augen nicht mehr wissen konnte, ob es nun nach Norden, Osten, Süden oder Westen ging. Peter Neumann ging eben auf Nummer Sicher. Erst viel später – sie befanden sich schon auf einer langen und dunklen Landstraße, die durch Wald führte, löste der ehemalige Polizist die Augenbinde und erlaubte der Polizistin wieder die Sicht in die dunkle Nacht. „Tut mir Leid, es ging nicht anders.“, erklärte er. Sie waren fast zwei Stunden durch die Gegend gefahren und Peter hatte auf keine Fragen geantwortet. „Haben Sie Durst?“, fragte er und hielt Anna eine Flasche Wasser entgegen. „Oder Hunger? Ich habe noch Müsliriegel.“, erklärte er und nickte kurz in Richtung Rückbank. Er hatte das Gefühl, sich mit irgendwas bei der Frau entschuldigen zu müssen, doch er erkannte schnell, dass es sie viel eher nach einer Erklärung hungerte, warum zum Teufel er sie entführt hatte. Und es gab keinen ersichtlichen Grund, ihr dies zu verschweigen.

    „Sie fragen sich sicherlich, was das ganze hier soll.“, fing Peter an, der nicht mehr daran dachte, dass Anna ihn genau dies vor wenigen Stunden gefragt hatte. „Als Sie mich vor vielen Jahren geschnappt haben war es für Sie vielleicht ihr erster großer Fall, den Sie gelöst haben. Anerkennung, Lob – was war es, was Sie dafür bekommen haben?“, Peter warf einen Seitenblick auf Anna, „Findet ein Verbrechen statt, sucht man sich einen Schuldigen. Beweise werden gesammelt, Tatwaffen sicher gestellt… doch nicht immer führen diese einen auf die richtige Spur. Zeugen machen Falschaussagen, Spekulationen, eine falsche Handlung…“, er bog rechts auf einen Feldweg ab, „Vor vielen Jahren hab ich auch falsch gehandelt. Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort und fand mich plötzlich in einer Schlinge wieder. In einer Schlinge, die jemand anders für mich ausgelegt hatte. Ich wurde beschuldigt, meinen eigenen Vater ermordet zu haben und von jetzt auf gleich gab es Beweise, die dies bestätigten. Doch ich habe meinen Vater nicht umgebracht.“, Peter schüttelte energisch den Kopf, „Und Sie sollen dafür sorgen, dass der wahre Mörder geschnappt wird.“