Beiträge von Elvira

    Für Lothar war das Thema mit der Entführung noch nicht vom Tisch. Er war immer noch an Ben Jäger interessiert und er war sicher, dass er es ausführen wird. Schon bald wird er ihn haben… so gingen seine Gedanken, als er über die Autobahn fuhr und nur eines wollte. In sein Bett. Doch die Natur meldete sich bei ihm und er fuhr auf den nächsten Rastplatz um zur Toilette zu gehen. Er ahnte nicht, dass er in seinen Tod fährt. Er hielt hinter dem Häuschen an und stieg aus. „Hey…. Guten Morgen!“ rief ihm jemand zu. Lothar war müde, denn nachdem die Reisenden das Schiff verlassen hatte, hatten er und seine Kollegen das ganze Schiff putzen müssen und das schlauchte extrem. „Morgen….“ Murmelte er zurück. „Du siehst so aus als hättest du einiges zu bieten, in deiner Karre…“ höhnte ein zweiter. „Sieht nur so aus… kommt Jungs… ich bin müde…“ maulte Lothar und versuchte zur Toilette zu kommen. Doch es gesellten sich noch zwei weitere Männer dazu. Lothar spürte Angst in sich aufsteigen. „Was soll das? Was wollt ihr?“ fragte er. „Nur dein Geld und alles was Wert hat!“ lachte der Wortführer. „Klar… da habt ihr aber ein Problem… ich habe nichts was Wert hat.“ kam unsicher von Lothar. Zwei Männer fingen an sein Auto zu durchsuchen. „HEY!!! Verdammt ich hab nichts!“ fauchte Lothar und ging auf die Männer los. Doch nun griffen die anderen Beiden ein und hielten ihn fest. Lothar wehrte sich. Natürlich hatte er etwas dabei. Er wollte doch noch am Abend zu seinem Hehler fahren und den Schmuck den er in den letzten Monaten zusammen geklaut hatte. „HEY!! Seht euch das mal an!“ kam freudig von dem Mann, der den Kofferraum ausleerte. Lothar schloss die Augen. Sie hatten die Beute also gefunden. Nun rastete er ganz aus. Er riss sich los und griff den Sack mit der Beute. „Verpisst euch!!“ schrie er die Männer an. Doch bevor er sich bewusst war, was er tat bekam er einen heftigen Schlag auf den Kopf. Er ging zu Boden. Wenige Minuten später lag er bewusstlos in seinem Blut während die Bande mit der Beute verschwanden.

    Josh, Ringo, Beat und Jonny sahen sich die Beute an. „Hey… das hat sich gelohnt…“ strahlte Josh und wühlte in den Ketten, Ringen, Armbänder. „Mensch der Typ sah nicht danach aus… sieh dir das geile Handy an!“ schrie Ringo auf einmal. Er hob das tolle Gerät hoch. „Whow…. Wie geil ist das denn!“ stieß Beat aus, der von der Technik etwas verstand. „So ein Ding kostet fast 1000 Euro… der Typ dem das gehört muss richtig Geld haben. Wollen wir doch mal sehen wer der Inhaber ist…“ lachte er und holte den Chip raus. Seine drei Freunde sahen ihn erstaunt an. „Wie willst du das denn herausfinden?“ wollte Jonny wissen. „Das ist einfach. Dieser Chip enthält alle Daten des Inhabers und wenn du….da… siehst du… Ben Jäger…heißt der Typ. Und nun wollen wir mal sehen zu wen Ben Jäger gehört…“ lachte Beat. Er gab den Namen in der Suchmaschine ein und wenig später hatte er alle Infos. „So… dieser Ben Jäger ist der Sohn von Konrad Jäger. Baumogul von Köln. Steinreich… Mensch Jungs… ich hab ne Idee, wie wir zu ganz viel Geld bekommen… dann brauchen wir diesen Mist hier nicht machen.“ lachte Beat. Ringo und Josh begriffen sofort was er vorhatte. „Das müssen wir verdammt gut planen. Unterkunft, Übergabe, alles. Das dürfen wir nicht überstürzen. Weißt du wo Ben Jäger wohnt?“ fragte Ringo. Beat schüttelte den Kopf. „Noch nicht. Lass mir zwei Tage und ich weiß wo wir ihn uns schnappen können.“ lachte er.

    „Semir! Wir haben einen Notruf vom Rastplatz bei KM 406 am der A1…“ kam Susanne aufgeregt ins Büro. Sofort griffen die Beiden zu ihren Jacken und rannten raus. Es dauerte eine gute halbe Stunde bis sie dort waren. Der Notarzt war vor ort, doch auch ein Leichenwagen stand da. Semir sah Ben an. Sie stiegen aus und gingen hin. „Doc?“ fragte Semir vorsichtig an. „Er ist tot. Erschlagen…mit einem ziemlich schweren Gegenstand.“ gab der Arzt an. „Können wir ihn kurz sehen?“ wollte Semir wissen. Dieser nickte und wies mit dem Kopf auf den Zinksarg. Die Männer davor hoben den Deckel und Semir öffnete den Leichensack. „BEN! Sieh mal… den kennen wir doch.“ sagte Semir. Ben kam an und sah sich den Toten an. „Das ist doch der Schiffssteward…wie hieß er denn noch mal… Lothar… ja genau Lothar..“ kam von ihm. Semir sah ihn an. „Armer Kerl… die ganze Zeit auf dem Wasser und dann an Land….“ Semir stand auf. „Den Bericht bekommen wir so schnell es geht auf unseren Tisch… Raub ist ja schon schlimm, aber Mord… das geht gar nicht. Den Mistkerl oder die Mistkerle werde ich finden..“ drohte Semir wütend. Ben wandte sich an die uniformierten Kollegen. „Wer hat euch informiert?“ wollte er wissen. „Das waren zwei Rentner die hier wohl im Wald auf Pilzsuche waren. Sie sind da hinten…“ gab der Mann von sich. Ben sah in die Richtung in die er wies. „Danke..“ murmelte er und ging auf die beiden alten Männer zu, die etwas abseits auf der Bank saßen.

    Die Fahrt ging ohne irgendwelche Probleme von statten und als Semir im Spiegel sah wer aus dem Wagen ausstieg musste er innerlich lachen. Er schien sich wirklich auf die Arbeit zu freuen. Denn ein ca. 70 Jähriger Mann stieg aus dem Auto aus. Zunächst wurde Susanne nach Hause gebracht und Ben war ganz der Gentleman und brachte ihre Koffer nach oben. Als er sie abgestellt hatte sah sie ihn an. „Bleibst du bis morgen?“ fragte sie sanft und streichelte sein Gesicht. Ben lächelte. „Liebend gern, aber ich muss zuhause erst ein paar Sachen holen. Wie wäre es... ich schicke Semir und Andrea heim, hole meinen Koffer aus dem Wagen und fahre nachher mit deinem zu mir um ein paar Sachen zu holen?“ schlug Ben vor. Susanne war natürlich damit einverstanden. „Also gut... bis gleich...“ lächelte er und verschwand. Nur wenig später stand er am BMW von Semir. „Ich bleibe hier... ihr könnt also den restlichen Tag genießen.“ Grinste er viel sagend. „Gut... dann nimm deinen Koffer. Wir sehen uns morgen in alter Frische und pünktlich im Büro...“ entgegnete Semir und fuhr nachdem Ben seinen Koffer genommen hatte los. Ben ging zurück zu Susanne. „Ich koche uns gleich was ganz Leckeres..“ versprach sie. „Nein... wir gehen aus. Schmeiß dich in Schale ich lade dich zum Essen ein.“ gab er bekannt. Susanne sah ihn an. „Willst du wirklich?“ fragte sie. „Ja aber erst hole ich mir was Neues zum Anziehen aus der Wohnung und dann werden wir essen gehen und den Tag ohne Semir und Andrea genießen....“ grinste er. „Also gut... Der Schlüssel liegt auf der Garderobe. Aber Ben... ich will meinen Wagen in einem Stück zurück!“ ermahnte die hübsche Blondine ihren Freund. „Natürlich... heiße ich Semir?“ lachte er zurück und verschwand. Als er eine Stunde später zurück kam empfing Susanne ihn in einem traumhaft schönen Kleid. „Oh…Whow….meine Superbraut…“ kam leise von ihm. „Gefalle ich dir?“ fragte sie. „Oh ja…. Lass uns essen gehen und dann…wird es ein wundervoller Abend…“ grinste er verheißungsvoll. In der Tat wurde es ein sehr schöner Abend zu zweit.

    Am nächsten Morgen kamen Ben und Susanne glücklich und zufrieden in der PAST an. Semir war schon da und rannte von einem Raum zum Anderen. „Was ist denn hier los?“ wollte Ben wissen und sah Hotte an. „Ach… Ben… schön dass du auch da bist. Semir ist gerade in Höchstform. Wir haben seit ein paar Tagen hier Ausnahmezustand.“ Erklärte der dickliche Kollege. „Ach und warum?“ fragte Ben weiter. „In den letzten Tagen waren ein paar übereifrige Diebe am Werk. Auf der Raststätte Nievenheim zum Beispiel haben die einen Autofahrer brutal zusammen geschlagen. Er liegt im Koma…“ erklärte Hotte leise. Ben nickte und sah Semir der gerade wieder aus dem Büro kam, ihn entdeckte und ansah. „Komm! Der Urlaub ist vorbei!“ befahl er. Ben hob die Hände. „Bin schon unterwegs!“ behauptete er. Nur wenig später saß er an seinem Schreibtisch. „hier…. diese Typen, es sollen vier Mann sein, sind äußerst brutal vorgegangen. Konrad Winkler, das ist das Opfer wollte nur eine kurze Rast machen, so seine Frau, die die Tat mit ansehen musste, sagt aus, dass die Männer zwischen fünfundzwanzig und dreißig Jahre alt sind, groß gewachsen und kräftig gebaut. Sie selbst hatte sich im Toilettenhäuschen versteckt. Dort blieb sie auch unbeobachtet. Die Kerle haben den Wagen ausgeräumt und sind dann mit einem Sprinter abgedüst. Frau Winkler rief am Wagen dann die Polizei und den Notarzt.“ Berichtete Semir kurz und bündig. Ben sah ihn an. „Wie lange bist du denn schon hier?“ wollte er wissen. „Seit fünf Uhr… direkt nachdem Andrea gefahren ist um Aida abzuholen. Sie will bis morgen bleiben…“ kam von Semir. Ben nickte nur. „Whow…. Warum hast du mich nicht angerufen?“ harkte Ben weiter nach. „Hab ich versucht, aber du gehst ja nicht an dein Handy…“ murmelte Semir weiter ohne ihn anzusehen. „Ja sicher… das hätte ich gehört… ach Mensch… mein Handy liegt ja bei mir zuhause…“ stöhnte Ben. Nun sah Semir ihn an. „Die Nacht mit Susanne war wohl etwas zu heiß, was?“ grinste er wissend.

    Tatsächlich schien Semir die Tage noch zu genießen. Auch Ben und Susanne verstanden sich immer mehr und verbrachten viele Stunden in ihrer Kabine. Was dort gemacht wurde war Andrea und Semir wohl klar. Die Kabinen hatten sogar eine Terrasse und die frisch Verliebten genossen die Zeit zusammen. „Wenn die Beiden heiraten, dann wird das sicher sehr groß gefeiert. Sie sind wirklich ein schönes Paar.“ Meinte Andrea zu ihrem Mann und erinnerte sich, dass es bei ihnen auch einmal so angefangen hatte. Semir hatte ihr am Rheinufer einen Heiratsantrag gemacht. Es war zwar nicht so romantisch aber es war niedlich und Andrea war eh schon lange in ihm verliebt. Da fiel ihr das „Ja“ sagen einfach. Nur ein halbes Jahr später heirateten sie nach einer brisanten Befreiungsaktion, weil Andrea vor der Trauung noch entführt wurde. „Woran denkst du?“ wollte Semir wissen und riss sie aus den Gedanken. „An unsere Hochzeit. Weißt du noch was diese Tscherne mit mir gemacht hat…?“ fragte sie und Semir bemerkte sofort, dass die Erinnerung ihr nicht gut tat. „hey… denk nicht darüber nach. Es ist passiert aber wir sind hier und jetzt zusammen..“ lenkte er sie ab und küsste sie. Andrea lachte. „du hast Recht… ich liebe dich mein Held…“ kam sehr leise von ihr. Semir grinste sie an und antwortete mit seinem Lieblingssatz. „Ich weiß“ Andrea sah ihn nur an und schüttelte den Kopf. Die Tage gingen viel zu schnell vorbei und nun war der Tag gekommen, von Bord zu gehen. Susanne und Andrea hatten bereits einen Tag zuvor gepackt und die Kabinen geräumt während die beiden Männer an Deck die Liegestühle in Beschlag genommen hatten. Aber sie trugen wenigstens die Koffer an Deck. Nun hieß es die letzten Stunden. Das Schiff legte am Steg an und die ersten gingen schnell von Bord. Das Gedränge war heftig und so wurden Semir, Andrea, Susanne und Ben schnell getrennt. Während Semir und Andrea mit Susanne schon fast von Bord waren, wurde Ben etwas beiseite gedrängt und musste etwas warten. Er verlor schnell den Blickkontakt zu seinen Freunden und fluchte verhalten. Er bemerkte nicht, dass er sehr genau beobachtet wurde.

    „so… unser Freund Jäger ist auch schon da…“ grinste Semir. Ben stöhnte „ja man…. Die haben mich abgedrängt…“ maulte dieser nur, nahm seinen Koffer und stapfte zum Auto. Semir und die Frauen gingen hinterher. „so… wen fahren wir zuerst heim?“ wollte Semir wissen und setzte sich ans Steuer. Ben sah ihn an. „Mich zuerst, dann Susanne, dann Andrea und wo du schläfst weiß ich ja nicht.“ kam von ihm. „Sag mal… hast du schlecht geschlafen oder was?“ wollte Semir wissen. „Nein… ich bin müde weil ich kaum geschlafen habe.“ gab Ben wütend von sich. „Oh… hat Susanne dich so in Anspruch genommen? Vielleicht solltest du doch Single bleiben…“ ärgerte Semir ihn und sah kurz in den Spiegel. Susanne lachte auf. „Ich bin unschuldig!“ behauptete sie und kniff Ben in den Nacken. „AUA!!!“ stieß dieser aus und lachte dann laut. „schon gut… also erst Susanne, dann Andrea und dann kannst du mich heim fahren.“ schlug er nun vor. Semir schüttelte nur den Kopf. Wieder ging sein Blick in den Spiegel. Ben bemerkte es. „Was ist?“ wollte er wissen. „ich weiß nicht… hab irgendwie das Gefühl dass wir verfolgt werden.“ murmelte Semir. Ben lachte. „Ja sicher.. die bösen Jungs warten nur darauf, dass wir aus dem Urlaub zurück kommen um uns zu jagen.“ höhnte er. „Nein… ich meine… der Wagen ist seit der Anlegestelle hinter uns.“ erklärte Semir. „ja sicher… falls du es nicht weißt, es ist die einzige Straße die von der Anlegestelle wegführt.“ gab Ben von sich und lehnte sich zurück. „Immer diese Einbildungen…. Du bist arbeitswütig…“ kam verzweifelt von ihm. Doch Semir ließ dieser Gedanke nicht los.

    Sag mal was macht ihr denn mit Chris? :cursing: Was sind das für Mistkerle....und vor allem was haben die noch vor? Nciht das einer unserer Helden hier noch irgendwie Schaden nimmt.. Obwohl... ich befürchte, dass die Typen sich noch mit den beiden anlegen.. Aber dann werden die Augen machn... Ben und Semir lassen sich nicht so einfach mal eben ausschalten.. (hoffe ich jedenfalls ;( )

    Während Semir und Ben sich erholten wurden Hotte und Dieter von Kim zur Schnecke gemacht, denn sie hatten immer noch keine Spur der Täter, dafür jedoch mehrere Anzeigen wegen den Überfällen. „Also gut… solange Semir und Ben nicht da sind, werden Sie weiter ermitteln. Ich lasse jeden Rastplatz an der A1 wo sie jetzt mehrmals zugeschlagen haben, bewachen. Mehr können wir nicht tun. Wen konnten Sie von den Verdächtigen ausschließen?“ wollte Kim genervt wissen. „Eigentlich alle… die die wir herausgefunden haben, stimmten nicht mit den Fingerabdrücken an dem Fahrzeug bzw. an den Fahrzeugen überein. Wir scheinen es mit einer Bande zu tun zu haben, die noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind.“ Mutmaßte Dieter. Kim nickte „Das ist ja ganz toll. Haben Sie denn in dieser Richtung schon ermittelt?“ wollte sie wissen. „Chefin.. wir mussten doch erst einmal die Liste durcharbeiten… wir wollten jetzt gleich anfangen…also …“ stammelte Dieter der sich gar nicht wohl fühlte.

    Der Rest der Burgentour verlief routiniert und für Susanne und Andrea mit leichten Kopfschmerzen. „Man… der Wein war sehr gut… aber die Kopfschmerzen machen mich verrückt.“ stöhnte Susanne. Andrea nickte und verzog ihr Gesicht. Beide trugen Sonnenbrillen, damit man die unterlaufenen Augen nicht sehen konnte. Der Kapitän pries die letzten Burgen an und beide Frauen hörten kaum zu. „Meine Damen und Herren, es trennen uns nur wenige Burgen von unserem Ziel. Links sehen Sie die Ruine Ehrenfels, die zusammen mit dem Mäuseturm und der Burg Klopp vom 13. Jahrhundert eine Sperre nach Norden hin bildete um das Erzbistum Mainz zu schützen. Sehr günstig über dem Binger Loch gelegen war sie im Mittelalter strategisch von größter Bedeutung. Als Zollstation war sie zudem eine wichtige Geldquelle für Bischöfe und Kirche. 1689 wurden die Burgen in Kriegszeiten als Versteck für den Domschat genutzt, weitestgehend zerstört. Auch heute noch beeindruckt die Ruine durch ihre Imposanz. Der Mäuseturm der dort auf der Felseninsel steht ist ein ehemaliger Wartturm, dessen Name sich von „Maut“ ableitet. Mainzer Erzbischöfe errichteten den Turm wahrscheinlich im 13. Jahrhundert und ließen ihn danach weiter ausbauen. Zwischen 1856 und 1858 wurde er im Stil der Neugotik restauriert. Bis 1974 diente der Turm als Signalstation für die Schifffahrt. Der Legende nach soll der extrem geizige Erzbischof Hatto II. ihn bereits im 10. Jahrhundert erbauen. Damals soll der hartherzige Bischof, als eine Hungersnot im Land herrschte, den Armen Hilfe aus seinen gefüllten Kornkammern verwehrt haben. Als sie weiterbettelten, soll er sie in eine Scheune gesperrt haben, die daraufhin von seinen Schergen angezündet worden sei. Die Schreie der Sterbenden soll er höhnisch mit den Worten „hört ihr die Kornmäuslein unten pfeifen?“ kommentiert haben. In diesem Moment kamen der Sage nach tausende Mäuse aus allen Ecken gekrochen und wimmelten über den Tisch und durch die Gemächer des Bischofs. Die Masse der Nagetiere habe die Bediensteten in die Flucht geschlagen und Hatto soll mit einem Schiff den Rhein hinab zur Insel gefahren sein, wo er sich sicher wähnte. Doch als er sich dort eingeschlossen hatte, sei er von den Mäusen bei lebendigem Leibe aufgefressen worden. Diese Legende war weit verbreiet und sollte den Namen erklären. In der Zeit der Rheinromantik inspirierte das oft gemalte Bauwerk durch seine grausige Legende auch Schriftsteller wie Clemens Brentano, Victor Hugo und Ferdinand Freiligrath. Seit dem 19. Jahrhundert wird die Legende zunehmend auch Hatto I. einem Amtsvorgänger Hattos II. zugeschrieben. Eine ähnliche Legende rankt sich – allerdings bezogen auf die Stadt Kruszwica – auch um den polnischen Herzog Popiel.“

    Am Nachmittag des sechsten Tages kamen sie am Ziel an. Die letzte Burg war die Burg Klopp, die als Wahrzeichen der Stadt Bingen und heutiger Sitz der Stadtverwaltung dient. Semir und Ben waren froh, dass diese Tour zu Ende war .Nun stand ein kleiner Einkaufsbummel für die Frauen in der schönen Stadt Bingen, den Susanne und Andrea allerdings aufgrund der Kopfschmerzen ausfallen ließen. Das Schiff blieb bis zum nächsten Morgen bei Bingen liegen bis dann die Rückfahrt begann. Und diesmal schwieg der Kapitän, was ihm sicher niemand übel nahm. Andrea und Susanne schworen sich, diesem Mann, der soviel wusste und soviel reden musste ein kleines Geschenk zu machen. Eine Flasche Wein hatten sie ja eh jeder geschenkt bekommen. Susanne bat den Steward um Geschenkpapier, was er auch besorgte. Die Rückfahrt kam den Reisenden viel schneller vor, als die Hinfahrt und obwohl sie alle Burgen bereits fotografiert hatten, machen Andrea und Susanne auch auf der Rückfahrt Bilder der Gebäude. „Ich kann mich gar nicht satt daran sehen. Es sind so schöne imposante Gemäuer und da hängt soviel Gesichte dran..“ schwärmte Andrea immer noch. Semir sah sie strahlend an. „Ich freu mich, wenn wir wieder an Land sind. Soviel Wasser ist mir unheimlich. Ich will wieder auf die Autobahn.“ sagte er und küsste sie. „Ist dir der Urlaub schon wieder zu anstrengend? Willst wieder den Helden spielen?“ lachte Andrea. Semir nickte, „Ich langweile mich… das ist nichts für mich das weißt du doch…“ erklärte er leise. „Ja… schon gut… wir sind ja bald daheim. Nur noch fünf Tage. Die wirst du sicher überstehen… außerdem können wir jetzt so richtig relaxen. Aida ist bei Mama und wir haben endlich wieder Zeit für uns. Mach es nicht kaputt. Du hast doch die Hälfte schon geschafft.“ bat sie ihn. Semir nickte. „Ich halte es schon noch aus.“ stimmte er zu.

    Andrea und Susanne waren begeistert. Sie hörten auch sehr interessiert zu als der Mann die Burg Gutenfels, Burg Stahleck, Burg Fürstenberg präsentierte. Dann kamen sie an die erste Ruine die zu sehen war. „Meine Damen und Herren, rechts können Sie einen Blick auf die Stadt Lorch werfen. Der massive Turm den Sie dort sehen, gehört zu der Ruine Nolling, die 1300 erbaut wurde. Die Burg Wachtenberg war als Teil der Stadtmauer errichtet. Die geringe Ausdehnung der heutigen Ruine deutet nicht auf eine Burg im Sinne eines Sitzes eines Rittergeschlechtes hin. Sie gehörte dem „Edlen von Lorch“. Die Ruine sollte auch baulich in die Stadtbefestigung von Lorch am Rhein einbezogen werden. Eine Verzahnung am rechten Eckturm der Ruine hatte den Zweck des Anschlusses einer Mauer das Tal hinunter bis an das Weiselberger Tor der Stadt Lorch. Dann wäre die Schwäche auf dieser Seite beseitigt gewesen. Der Bau der Mauer kam wohl aus Geldmangel nicht zur Ausführung .Die Erbauung der Ruine Nolling an der Wispermündung erfolgte vermutlich im 12. oder 13. Jahrhundert. Man kann über die „Teufelsleiter“ zur Ruine hinauf, die aber für leben und Seligkeit des Reisenden keine Gefahr bietet. Es knüpft sich nur eben eine Sage an diesem Burgweg, den ein junger Ritter einst zu Pferd hinauf gemacht haben soll um sich seine Braut zu holen.“ Kam über die Lautsprecher. „Whow… zu jeder Burg gibt es irgendwie auch wunderbare Geschichten.“ Schwärmte Susanne. „ Ja schade, dass wir im Heute leben. Obwohl…, wir haben ja auch unsere Ritter ohne Furcht und Tadel …“ lachte Andrea und wies auf Ben und Semir. Susanne nickte nur. „Schade dass diese Fahrt schon bald zu Ende ist. Die Woche ist wie im Flug vergangen…“ kam von ihr. Andrea sah sie an. „die Rückreise wird sicher auch sehr schön werden. Und wenn wir in Köln sind, dann können wir ja noch einen Bummel durch die Altstadt machen.“ schlug sie vor. Susanne stimmte zu.

    Gegen Nachmittag erreichten sie die Heimburg. Wieder hielt der Kapitän seinen Vortrag über die Burg. Genau wie später bei der Burg Sooneck und Burg Reichenstein. Man erfuhr etwas über die Geschichte und Andrea fühlte sich völlig in ihrem Element. War sie doch stets wissbegierig und war schon damals als sie noch Sekretärin war, einiges zur Lösung der Fälle beitragen. „Meine Damen und Herren. Wir kommen immer näher an unser Ziel Bingen. Links sehen Sie die Burg Rheinstein die etwas Anfang des 14. Jahrhunderts gegründet und zu einer fürstlichen Sommerwohnung umgestaltet wurde. 1975 kaufte der Opernsänger Hermann Hecher die Burg. Ihm ist es zu verdanken, dass sie wieder zu einem der großen Anziehungspunkte im Rheintal wurde. Um den Wohnturm aus dem 14. Jh. Herum finden sich neugotische Bauten, Türmchen Terrassen und Eisentreppen. Im Inneren finden sich kostbare Glasbilder und Wandmalereien sowie ein Renaissancekamin und stilvolle Möbel. Im Rittersaal finden auch Burg- und Ritterspiele statt. Sie können die Burg nur über einen kurzen Fußweg erreichen und bietet Ihnen einen wunderbaren Ausblick in das Binger Loch und auf Assmannshausen. Derzeit ist jedoch keine Besichtigung möglich und so fahren wir an die schöne Burg vorbei um uns rechts der Brömserburg zu widmen. Diese Burg wurde ca. im Jahr 1000 als Wasserburg für die Mainzer Erzbischöfe gebaut. Sie war Wohnstatt zahlreicher Rittergeschlechter. Ihren Namen verdankt sie der Line der Brömser von Rüdesheim, die sie von 1548 bis zum Aussterben der Linie im Jahre 1668 bewohnten. Heute beherbergt die Brömserburg ein Wein- und Heimatmuseum mit einer eindrucksvollen Sammlung wunderbarer Gläser. Führungen und Weinproben auf der Terrasse der Burg sind überaus beliebt und Ihr nächstes Reiseziel. Die Gesellschaft hat für Sie eine Weinprobe und eine Führung durch dieses wundervolle Gemäuer arrangiert.“ gab der Kapitän bekannt. Ein Jubel wie unter Kinder brach aus. Außer zwei waren alle begeistert von der Führung und Weinprobe. Semir und Ben sahen den beiden Frauen nach als sie das Schiff verließen. „Weißt du wie viele Burgen noch kommen?“ wollte Ben wissen. „Nein, aber soviel kann es nicht mehr sein. Wenn ich mich nicht irre sind wir hier schon in Rüdesheim.“ Kam von Semir die Antwort. Ben sah ihn an. „Haben die hier auf dem Wasser schon Stadtschilder?“ harkte er nach. „Das ist Allgemeinbildung…“ erklärte Semir grinsend.

    Ein wenig beschwipst kamen die Frauen an Bord zurück. „Andrea… was hast du denn?“ tadelte Semir seine Frau grinsend, als Andrea albern kicherte. „Da hättest du bei sein müssen. Das war echt lustig…“ lachte sie. Semir sah zu Ben der Susanne im Arm hielt. Sie war eingeschlafen. „Scheint auch etwas zuviel Wein bekommen zu haben.“ meinte Ben nur. „Dann werden wie die Beiden mal ins Bett bringen.“ grinste Semir. „ich geh noch nicht schlafen…“ beschwerte Andrea sich. „ja sicher… komm ab ins Körbchen. Kannst ja in der Kabine noch etwas auf das Wasser schauen.“ gab Semir zurück und zog Andrea mit in die Kabine. Zum Glück für ihn schlief sie sehr schnell ein. Semir verließ noch einmal die Kabine und ging an Deck. Scheinbar hatte Ben die gleiche Idee, denn er stand schon da. „Schläft deine auch?“ fragte Semir neckisch. „Ja… die ist schon am Tisch eingeschlafen… so albern hab ich sie noch nie erlebt. Das gilt auch für deine Frau. Was Alkohol so aus einem Menschen macht… also wirklich…“ tadelte Ben. Semir nickte. „Andrea ist wie ausgewechselt. Ben… hab ich mich eigentlich schon dafür bedankt. Die Idee mit der Reise war einfach genial.“ kam von ihm. Ben sah ihn an. „Semir… sie ist traumhaft. Und genau darauf stehen die Frauen. Also wenn du mal wieder Stress hast, dann fang an romantisch zu denken. Blumen sind nicht nur Unkraut sondern etwas worauf Frauen stehen. Warum auch immer.“ Grinste Ben zurück. Semir nickte und schwor sich diesen Rat ab und an zu befolgen. „na komm gehen wir auch schlafen. Nur noch wenige Tage und der Alltag hat uns wieder.“ meinte er anschließend.

    Folge: Bruderliebe (17.09.2009 um 20:15 Uhr)


    Inhalt: Die Ermittlungen zu einem Mord führen Ben und Semir in das Kölner Nachtleben. Als Verdächtigen haben sie schon bald den jungen Jimmy im Auge, der aber nur wenig später ebenfalls ermordet aufgefunden wird. Sein Bruder Dennis, der eine Haftstrafe in einem Resozialisierungsheim absitzt, in dem Semirs Frau Andrea arbeitet, ist fest entschlossen, den Mord zu rächen. Nach und nach geraten Ben und Semir zwischen die Fronten eines gnadenlosen Krieges zweier Nobelclubs und Andrea muss eine bittere Erkenntnis ertragen... Ben entdeckt, dass aus dem Heck eines Wagens Blut tropft. Als Ben den Fahrer anspricht, wird er niedergeschlagen. Nach einer rasanten Verfolgungsjagd gelingt es Ben und Semir, das Fahrzeug zu stoppen, doch der Fahrer kann unerkannt entkommen. Im Kofferraum entdecken sie die Leiche eines Mannes, der offensichtlich seine letzten Stunden in der Kölner Nobeldisco "Templum" verbracht hat.

    Als Ben dort auf Jimmy Kortmann trifft, in dem er den flüchtigen Fahrer erkennt, erhärtet sich der Verdacht, dass der Mord etwas mit dem Nachtclub zu tun hat. Doch Jimmy Kortmann gibt vor, zur Tatzeit bei seinem Bruder Dennis gewesen zu sein, der eine Bewährungsstrafe im Kölner Resozialisierungsheim unter der Obhut von Semirs Frau Andrea absitzt. Die Ereignisse überschlagen sich, als Jimmy ermordet aufgefunden wird. Es hat den Anschein, als ob Jimmy in kriminelle Aktivitäten verstrickt war und Dennis dies wusste. Als Dennis sich aus dem Heim stiehlt, um den Mörder seines Bruders zu finden, versucht Andrea Dennis auf eigene Faust zurückzuholen...

    Währenddessen geraten Ben und Semir immer weiter zwischen die Fronten eines erbitterten Türsteherkriegs und Dennis unter Mordverdacht.

    Lothar machte sich weiter Gedanken wie er Ben Jäger entführen konnte. Doch bisher war ihm nichts Gescheites eingefallen. Er dachte nach und ging dabei hin und her. Wie konnte man eine Entführung gut ausführen? Im Internet hatte er bereits einige Entführungsberichte gelesen, aber nie wie man so etwas ausführen konnte. Bomben basteln, oder Waffen und Autos manipulieren, dafür fand man Anleitungen im Netz, aber nicht für Entführungen. Roland… Ja… er schrieb doch in seiner Freizeit Krimis… er weiß sicher einen Weg, aber er musste es sehr geschickt angehen. Wenn Roland dahinter kommt, was er vorhat, dann war die Polizei schneller auf den Plan als er es dachte. Lothar verließ die Kabine und ging zur Brücke. Dieser sah ihn an als er neben ihm stand. „Na… alles klar?“ fragte Roland väterlich. „Ja… du sag mal… du schreibst doch Krimis. Wie würdest du eine Entführung beschreiben?“ wollte Lothar wissen. Roland sah ihn an. „Warum willst du das denn wissen?“ harkte er nach. „Ich will auch mal versuchen eine Kurzgeschichte zu schreiben und die soll halt um eine Entführung handeln.“ Kam von Lothar. Roland nickte. „Nun… um eine gute Entführung muss sehr gut vorbereitet sein. Zum Beispiel musst du den Ort wo der Entführte oder die Entführte sich aufhält sehr gut beschreiben. Am in einer unheimlichen Art. Also verfallene Hütte, kein Licht, solche Dinge.. das zieht die Leser in den Bann. Und die Entführung sollte möglichst spektakulär sein. Also ein Kind aus reichem Elternhaus. Dann weiß man sofort warum es passiert. Tja und die Entführung selbst muss natürlich an so einem Ort sein, wo niemand was mitbekommt. Eine einsame Gartenkolonie oder im Wald oder wenn es ein Kind ist vom Spielplatz.“ schlug Roland vor. Lothar merkte sich alles und bedankte sich für die Tipps. „Mach dich fertig der letzte Teil der Burgen kommt gleich und dann können wir uns auch mal ausruhen.“ knurrte Roland.

    Die Fahrt ging voran. Der Kapitän erklärte bereits morgens um Neun die nächste Burg. „Schönburg wurde einst von Ferdinand Freiligrath als „der Romantik schönster Zufluchtsort am Rhein“ genannt. Auch heute macht die Schönburg ihrem Namen alle Ehre und beherbergt ein renommiertes Hotel. Daneben nutzt das Kolpingwerk sie als Jugendburg. 1149 im Besitz der Hermanns von Stahleck war sie zeitweilig Reichsburg und ging 1266 in den Besitz derer von Schönburg über. Wie viele ihrer Nachbarn wurde die Schönburg 1689 zerstört. Seit 1885 wurde sie Stück für Stück in ihren heutigen Zustand versetzt. Die mächtige Schildmauer ist eine der bedeutendsten ihrer Art. Links - sehen Sie bereits die Türme der Pfalzgrafenstein. 1327 von Ludwig von Bayern errichtet, diente der Pfalzgrafenstein bei Kaub bis 1866 als Zollstation. Im Winter 1813/14 rückte die Burg in den Blickpunkt der europäischen Geschichte. Hier gelang dem preußischen Generalfeldmarschall Blücher mit seinem Heer der Rheinübergang, der den Sturz Napoleons einleitete. Von dieser Tat kündet das Blüchermuseum in Kaub, das man unbedingt besuchen sollte. Auch die Fährpartie zu der nie zerstörten Burg auf der Rheininsel ist ein Erlebnis. Dort angekommen kann man sich per Führung ganz in die Welt der Zöllner und Kaufleute vergangener Jahrhunderte versetzen lassen.“ war zu hören. „Hat der ein Buch vor sich liegen, oder weis der das wirklich alles auswendig?“ wollte Ben wissen und sah Semir an. „Was weiß ich… hab nicht mal wirklich zugehört.“ kam von ihm zurück. „Ja und dann bin ich der Kulturbanause…“ grinste Ben. „Wenn du deine Kommentare nicht für dich behältst, ist es dein Problem. Aber du kannst den Kapitän ja fragen, wenn wir das Schiff verlassen.“ meinte Semir nur.

    „Hartmut!“ rief Dieter als sie die KTU betraten. „JA hier…!“ kam die Antwort. „Mensch Hartmut… hast du schon was gefunden?“ fragte Dieter sofort. „Was? Wo?“ wollte Hartmut wissen. „Na an dem Wagen, von dem Überfall…!“ stöhnte Dieter gekonnt. „Überfall? Wagen? Mensch Dieter wovon redest du überhaupt? Hier ist kein Wagen reingekommen, den ich hätte untersuchen sollen. Wann war das denn?“ harkte Hartmut nun nach. „Na vor zwei Tagen… Hartmut es war ein gelber kleiner Wagen…. Der sollte auf Fingerabdrücke untersucht werden. Ich habe es dir doch gesagt…!“ fauchte Hotte nur. „Nee… du hast gesagt, wenn der Wagen reinkommt, soll ich ihn auf Fingerabdrücke untersuchen. Aber er ist ja nicht hier und deshalb kann ich keine Fingerabdrücke nehmen.“ Erklärte Hartmut locker. „Aber? Wieso denn nicht?“ Hottes Blick ging zu Dieter. „Ich weiß nicht…. Ich hatte dem Besitzer doch extra gesagt, er soll den Wagen herbringen lassen…“ stöhnte Dieter ahnungslos. „Ich versteh das auch nicht… nach komm… fahren wir hin.“ kam von Hotte etwas säuerlich.

    Am sechsten Tag der Verhandlung sollte das Urteil gesprochen werden. Peter war extrem nervös und knetete seine Hände. Susanne sah ihn aufmunternd an. „Es ist bald vorbei. Dann bist du wieder frei und dein Ruf ist wieder hergestellt.“ sagte sie leise. Semir und Chris kamen ebenfalls zur Urteilsverkündung. Ihre Aussagen wurden bereits aufgenommen und auch Anna musste aussagen. Allerdings verschwiegen alle den Teil mit der Entführung, die Peter aus Verzweiflung an Anna begangen hatte. Till Schuster schnitt es an, dennoch verneinten Anna, Semir und auch Chris, dass es diese Entführung überhaupt gegeben hatte. Der Richter und die Staatsanwältin glaubten den Zeugen. Nach sechs Stunden Verhandlung hatte der Richter und die Schöffen das Urteil gefällt. Till Schuster ging für immer hinter Gittern. Peters Unschuld wurde ihm nun auch auf dem Papier zuteil und das Gericht sprach ihm eine hohe Entschädigung zu. „Herr Neumann… wir wissen dass Geld nicht das aufwiegt, was die Gefängnisstrafe angerichtet hat. Sie haben Ihre Familie verloren, Sie haben Ihren Job verloren und Sie haben auch Ihren Vater verloren. Dennoch hoffe ich sehr, dass Sie das Vertrauen in die Gerechtigkeit nicht verloren haben. Natürlich dürfen Sie nicht mehr als Polizist arbeiten. Egal in welcher Abteilung auch immer aber ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute.“ gab der Richter am Ende der Verhandlung bekannt. Till Schuster wurde abgeführt. „Eines Tages bin ich wieder da… und dann solltet ihr alle sehr vorsichtig sein. Rache ist ein sehr guter Ratgeber wenn es darum geht, eine Gefangenschaft zu überleben. Ich werde überleben und ich werde mich an jeden von euch rächen. Also seid immer auf der Hut. Ihr wisst nie, wer gerade auf euch zielt.“ drohte Schuster wütend. Chris stellte sich vor ihn. „Herr Schuster… Sie werden das Gefängnis als toter Mann verlassen. Sie haben nicht nur hier Straftaten begangen. Italien, Frankreich und noch weitere Länder warten bereits auf Sie. Und wenn Sie es wünschen, dann komme ich zu jeder Verhandlung.“ gab er leise knurrend von sich. Till Schuster wurde abgeführt.

    Nach der Verhandlung fand eine große Versammlung in der PAST statt. Dieter, Hotte, Chris, Semir, Andrea mit Aida und Peter mit Susanne sowie Anna stießen auf den überstandenen Fall an. Peter hob das Glas. „Ich möchte euch allen noch einmal sehr herzlich danken. Für all das… was ihr für mich getan habt. Ich weiß dass es Gerechtigkeit gibt und dass … das es auch für mich zählt. Frau Engelhardt ich hätte Ihnen nie etwas getan. Aber in meiner Verzweiflung blieb mir einfach nichts anderes übrig. Ich hoffe wirklich sehr, dass die Freundschaft, die hier angefangen hat, sich weiter entwickeln würde. Ich bin für alles offen. Und noch etwas… ich möchte der wundervollsten Frau etwas sagen….“ Peter unterbrach und hob das Glas in Susannes Richtung. „Susanne… wenn du bereit bist mich zu heiraten, dann wäre ich noch glücklicher als Glücklich. Ich würde alles tun um deine Liebe zu erhalten. Ich liebe dich von ganzen Herzen.“ sagte er leise. Susanne und er umarmten sich. „PAPA?“ fragte plötzlich eine sehr kindliche Stimme. Peter drehte sich um. Vor ihm stand Sophia. Sie hatte Tränen in den Augen. „Sophia…“ sagte Peter leise und beugte sich zu seiner Tochter. „Papa… ich wusste schon immer, dass du nicht tot bist.“ erklärte das kleine Mädchen. Peter bekam Tränen in den Augen. Wie sollte er sich verhalten. Was sollte er ihr sagen. „Du kannst es ihr sagen. Ich habe Sophia die Wahrheit gesagt. Sie weiß dass du im Gefängnis warst und sie weiß dass du Unschuldig bist. Peter… es ist das einzige was ich für dich tun kann. Ich werde Mark nicht verlassen, denn ich bin glücklich mit ihm. Aber vielleicht können wir wenigstens für Sophia gute Eltern sein.“ erklärte Isabelle. Peter weinte. Er hielt seine Tochter in den Arm. Drückte sie fest an sich. „ich habe dich sehr lieb…Sophia…ich bin der Glücklichste Mensch auf der Welt…“ weinte er leise. Sophia sah ihn an. „Papa… wenn du doch glücklich bist… warum weinst du dann?“ wollte sie wissen. Peter musste lachen. Es war eine Mischung zwischen Lachen und Weinen. Kinder konnten so unkompliziert sein.

    Semir und Chris sahen sich an. „Tja… dann denke ich ist doch auch die Familienehre wieder hergestellt. Einen Prost auf die Familie.“ grinste Semir und hob sein Glas. „Darf ich auch was?“ kam hinter Chris nun eine Stimme die er vermutlich mittlerweile überall erkennen würde. Er drehte sich langsam um. Vor ihm stand Katrin, die ein Kaugummi kaute. „Du darfst mit Apfelsaft anstoßen…“ grinste er. Katrin sah ihn an. „Bin ich ein Kleinkind oder was. Mensch Paps…. Wir sind im einundzwanzigsten Jahrhundert. Da trinken Kinder in meinem Alter Alkopops oder solche Dinge. Doch kein Apfelsaft mehr.“ widersprach Katrin. Chris sah sie an. „Wenn ich dabei bin, wirst du nicht rauchen und auch nicht trinken. Schon gar keinen Alkohol. Ist das klar, Fräulein?“ fragte er sie. „Willst du den Papa rauskehren lassen? Hey.. ich bin seit Jahren schon raus aus den Windeln. Außerdem bin ich hier um dich an dein Versprechen zu erinnern.“ maulte Katrin. Semir sah Chris an. „Du hast ein Versprechen gemacht?“ fragte er grinsend. Chris nickte. „Ja… ich nun ja ich habe Katrin versprochen, wenn ich diesen Fall gelöst habe, würden wir noch einmal ins Disneyland nach Frankreich fahren.“ gab er zu. Semir sah zu Andrea, die sich gerade mit Aida beschäftigte. „Gut… dann fahren wir drei mit. Wird sicher lustig werden…“ bestimmte Semir. Chris sah ihn dankbar an. „Das wird wirklich eine sehr schöne Woche. Aber haben wir denn Urlaub?“ wollte Chris wissen. „ Ja… ich habe bei der Chefin für uns beide eine Woche rausschlagen können.“ nickte Semir. Die Beiden stießen an. Schon am nächsten Morgen ging die Fahrt nach Paris. Bis zu diesen Zeitpunkt ahnte Semir dass er Schuster noch einmal begegnen sollte… doch davon in einer anderen Story…

    Ende

    Semir war zuhause und wollte eigentlich nur schlafen. Doch Aida forderte noch ihren Tribut. Semir sah seine Tochter an und dachte dann an Peter. Er nahm Aida hoch und drückte sie leicht. „Mein kleiner Engel… ich kann sehr gut verstehen das Peter sich nach seiner Tochter sehnt. Ich wüsste nicht was ich tun würde, wenn ich dich nicht aufwachsen sehen könnte.“ sagte er leise und küsste die Kleine. Sie brabbelte leise und versuchte sich anschließend zu lösen. Semir machte sich auf der Couch lang. Nur wenig später war er eingeschlafen. Andrea kam aus der Küche und wollte ihre keine Familie zum Abendessen rufen. Sie sah Semir, wie er da lag und lächelte. Wie süß er doch war, wenn er schlief. Doch sie sah auch die Ähnlichkeit mit Aida. Sie hatte eine Angewohnheit ihres Vaters geerbt. Im Schlafen eine Hand als Faust gebildet vor den Mund halten. Sonderbar dass Andrea es erst jetzt beachtete. Scheinbar hatte dieser Fall einiges ausgelöst. Andrea weckte Semir sanft. „Na komm mein Held… das Essen ist fertig und dann legst du dich am Besten mit Aida ins Bett.“ sagte sie sanft. Semir nickte. Er aß und brachte seine Tochter zu Bett. Er selbst legte sich ebenfalls hin. Nur wenig später schliefen beide selig ein. Andrea machte die Wohnung sauber und sah anschließend noch fern. Ihre Gedanken gingen zu Susanne und Peter. Sie hoffte inständig das Peter und Susanne sich vermählen. Oder aber dass es eine sehr lange Beziehung werden würde. Susanne hatte bisher nur Pech in der Liebe gehabt und wenn nicht sie… wer hätte dann ein Recht darauf Glücklich zu sein?

    Susanne lag neben Peter und sah ihn an. Ihre Hände glitten über seine beharrte Brust. „Woran denkst du?“ fragte sie, denn sie bemerkte dass ihm etwas beschäftigte. „Es ist alles okay. Ich dachte nur daran wie ich Sophia das erste Mal begegnen soll. Morgen Abend… ich meine… ich kann doch nicht einfach hingehen und sagen: „Hi… ich bin ein guter Freund deiner Mutter und kannte deinen Vater..“ murmelte er. Susanne lachte leise. „Sicher kannst du das. Wir sollten morgen aber erst einmal eine Kleinigkeit besorgen. Geschenke und dann kannst du ihr von ihrem Vater erzählen. Aber denk daran, was du Isabelle versprochen hast. Keinen Ton über das Gefängnis. Erzähle ihr, was einer Tochter freut. Erzähle ihr wie gut ihr Vater war, Verbrecher zu jagen und einzusperren. Erzähle ihr wie sehr er über sie, seinen kleinen Engel schwärmte und dass er … du weißt doch selbst was du ihr erzählen kannst. Du schaffst das schon. Ich werde dir dabei helfen.“ versprach Susanne und küsste ihn. „Du bist die Beste für mich. Ich bin Isabelle irgendwie sogar dankbar, dass sie nicht warten wollte. Denn wenn es so gewesen wäre, dann hätte ich dich niemals lieben gelernt.“ gab er zu. „Lügner… Peter… ich liebe dich wirklich. Bitte enttäusche mich nicht.“ kam sehr leise von ihr. Peter hob ihr Kinn an. „Ich liebe nur dich. Ich werde dir treu bleiben und ich werde dir sicher ein paar schöne Stunden bieten. Aber du musst wenigstens meine Liebe mit mir teilen…“ lächelte Peter ihr zu. Susanne sah ihn fragend an „Was ist das?“ wollte sie wissen. „Ich habe früher mit meinem Vater sehr gern geangelt. Wir waren fast jedes Wochenende am See und haben gefischt. Das will ich wieder machen. Aber allein ist es so langweilig…“ gurrte er. Susanne musste lachen. „Ich denke das krieg ich hin. Wenn ich Dienstfrei habe gehen wir angeln…“ stimmte sie zu.

    1896 wurde Burg Katz von dem damaligen Landrat Berg erworben und von ihm unter Anlehnung an den alten Zustand als Wohnsitz ausgebaut und genutzt. 1946 – 1951 war sie Sitz des örtlichen Gymnasiums „Institut Hofmann“ mit Schülerheim. Seit 1989 befindet sich die Burg in japanischem Privatbesitz und beherbergt das Hotel Burg Katz. Da sie sich im Privatbesitz befindet, gibt es keine Führungen und uns bleibt lediglich der Blick auf das wunderbare Bauwerk. Wenn Sie sich nun nach links wenden sehen Sie die Burg Rheinfels, die wir ja bereits angesprochen haben. Die Katzenelnbogener Grafen gründeten Rheinfels um 1245. Die Burg war gräfliche Residenz und eines der bedeutendsten Zentren höfischen Lebens der Region. 1479 kam sie an die Landgrafen von Hessen, die sie zur Festung ausbauten. Als einige linksrheinische Wehranlage widerstand sie 1692 den Truppen Ludwigs XIV. 1794 fiel Rheinfels dann –allerdings kampflos – der französischen Revolutionsarmee in die Hände, die ihre Sprengung veranlasste. Die Überreste dienten später als Steinbruch für den Wiederaufbau auch des Ehrenbreitstein, ehe Prinz Wilhelm von Preußen 1843 den mittelalterlichen Teil der Ruine erwarb. Seit 1925 ist Rheinfels Eigentum der Stadt St. Goar und wird vom Hanseorden betreut. Besucher können das riesige Areal er Festung durchstöbern, sich im Museum über deren Geschichte informieren und das herrliche Panorama des Rheintals genießen. Sie sollten auch nicht versäumen den Rundgang durch den riesigen Gewölbekeller und das Labyrinth der unterirdischen Minengänge und Kasematten. Danach empfiehlt es sich eine ausgiebige Einkehr ins Schlosshotel, welches für seine exzellente Küche bekannt ist. Wir legen in wenigen Augenblicken an… machen Sie sich bereit für die Reise ins Mittelalter.“ Der Vortrag war beendet und langsam legte das Schiff an. Auch hier dauerten die Besichtigung der Burg sowie das Essen in dem Schlosshotel innerhalb weniger Stunden. Am späten Nachmittag fuhr das Schiff weiter.

    Und nun kam eigentlich der Höhepunkt Denn nun war die Fahrt bei dem wohl berühmtesten Felsen der den Rhein zierte. „Meine Damen und Herren, Wir kommen in Kürze an dem Loreley Felsen vorbei. Das Loreley Plateau ist ein Teil der Ortsgemeinde Bornich, während die ringsum vom Rhein aufragenden Steilhänge und Klippen zum Stadtgebiet von Sankt Goarshausen gehörten. An der Stelle der Loreley ist der Fluss 113 Meter breit und ca. 25 Meter tief. Der Felsen selbst hat eine Höhe von 132 Meter. Dies ist eine der engsten und tiefsten Stelle des Rheins au seinem schiffbaren Abschnitt. Hier wird der alte Vater Rhein gezwungen sich in engen Kurven durch das Felsmassiv zu winden. Und genau wegen diesen engen Kurven und den starken Strömungen wird die Rheinschifffahrt vom Bankeck in Stankt Goar bis nach Oberwesel durch Lichtsignalstellen geregelt. Die gefährlichsten Felsen an der Loreley wurden jedoch in den Jahren 1930 bis 1939 gesprengt, so dass heute die Loreleypassage viel von ihrer früheren Gefährlichkeit verloren hat. Die Herkunft des Namens „Loreley“ ist nicht eindeutig geklärt. Unumstritten ist der Zusammenhang mit dem ursprünglich keltischen „Ley“, mit dem in der Region häufig Schieferfels oder Stein bezeichnet wurde. „Lore“ könnte auf das weniger Kilometer stromaufwärts gelegene Lorch verweisen. Möglicherweise lässt es sich aber auch auf das altdeutsche „lorlen“ (rauschen, murmeln) zurückführen und entstand aus einem Phänomen- dem starten siebenfachen Echo, das heute wegen des Verkehrslärms nicht mehr hörbar ist. Das Rauschen des dem Loreleyfels gegenüber liegenden hohen Galgenbach-Wasserfalls und auch das Rauschen der einst an Untiefen und Klippen sich brechenden Rheinströmung wurde als Echo von den vielen Felsüberhängen nach unten reflektiert und erschien so, als ob es von dem Felsen herstammte. Das ist der sagenumwobene Gesang der Loreley, wie es in der Schifffahrt gepriesen wird. Wer kennt nicht die sagenumwobene Gestalt der Nixe, die sich Loreley nannte, ihre Liebe verlor und von da an mit ihrem schönen Gesang den Seeleuten die gefährliche Strömung und die Felsenriffe vergessen ließen und deren Bote am Felsen zerschellte.“ lautete der Vortrag. Alle Blicke wanderten zu dem großen Felsen der über den Rhein ragte. Es wurden Fotos gemacht. „die muss aber auf jeden Fall schwindelfrei gewesen sein. Wie kommt eine Nixe da oben hin?“ wollte Ben wissen. Semir musste lachen. „ Kulturbanause…Das ist eine Sage…“ gab Susanne zu uns sah ihn gespielt böse an. Doch dann musste sie auch lachen.

    „Herr Bonrath, Herr Herzberger…. Sie sind nun seit Tagen an der Vernehmung der Verdächtigen dran. Die Überfälle gehen weiter, obwohl wir die Plätze überwachen. Da scheint doch etwas falsch zu sein. Sehen Sie das nicht auch so?“ fragte Kim Krüger als die Beiden Polizisten vor ihr standen. „Nun ja… wir sind ja noch am Anfang unserer Ermittlungen. Das dauert nun mal etwas.“ Erklärte Dieter und knetete seine Dienstmütze in den Händen. „Das mag ja alles sein. Aber die Überfälle häufen sind. Wir haben jetzt schon sieben in zwei Tagen. Das ist eindeutig zuviel. Ich erwarte bis spätestens Morgen ein Ergebnis.“ Ermahnte Kim die Aushilfskommissare und wünschte sich in Gedanken Semir und Ben zurück. „Ja sicher, Chefin… wir werden schon was finden..“ nickte Hotte und zog Dieter raus. Als sie an ihrem Tisch saßen stöhnte Dieter. „Für wen hält die uns?“ wollte er von seinem Dienstpartner wissen. „Keine Ahnung, aber wir müssen ihr etwas liefern. Vielleicht sollten wir mit Hartmut sprechen. Es kann doch sein, dass er bereits ein paar Spuren ausgewertet haben. Semir und Ben machen das ja auch immer so…“ kam hoffnungsvoll von Hotte. „Stimmt… fahren wir hin.“ stimmte Dieter zu und schon waren sie verschwunden.

    Knappe vier Wochen später wurde der Fall neu aufgerollt. Die Zeugen die damals ausgesagt hatten waren nicht mehr, aber man nahm die alten Akten zur Hilfe. Peter wurde in den Zeugenstand gerufen und musste die ganze Sache noch einmal durchstehen, doch er wusste genau, dass es diesmal mit einem Freispruch endete. Der Prozess gegen Till Schuster war ein Indizienprozess und der Anwalt, der vor zehn Jahren Peter Neumann vor Gericht vertreten hatte übernahm die Verteidigung des Killers. Zu Freuden von Staatsanwältin Schrankmann die sich über ihren Sieg gewiss war. „Herr Dr. Winterbeck…. Sie sind doch mit dem Fall von Damals vertraut. Wie war es denn da mit der Verteidigung? Haben Sie Peter Neumann nach bestem Wissen und Gewissen vertreten?“ fragte sie direkt vor der Verhandlung. „Ja selbstverständlich, aber die Beweislage war absolut lückenlos. Ihr Kollege, der damals die Anklage geführt hat kann das bestätigen.“ Meinte der Anwalt nur. „Es ist doch schon sonderbar, dass Till Schuster Sie als Anwalt ausgesucht hat oder etwas nicht? Versprechen Sie sich wieder einen großen Kuchen zu bekommen?“ harkte die Staatsanwältin nach. Der Richter sah von einem zum Anderen. „Frau Schrankmann.. was wollen Sie damit sagen?“ wollte er sofort wissen. „Herr Dr. Winterbeck hat vor zehn Jahren Peter Neumann vertreten. Er wurde geschmiert und dafür haben wir auch Beweise. Ich halte es daher für unumgänglich ihn wegen Bestechung festzunehmen, was ich hiermit anordne.“ kam kühl von Schrankmann. Der Richter sah zu Winterbeck.

    „Das ist doch absurd. Euer Ehren… ich habe eine reine Weste.“ empörte sich der Anwalt. Schrankmann lächelte. „Ja sicher…. Ich habe hier einen Auszug der Aufzeichnungen von einem gewissen Roman Sinndorf. Sie kennen ihn doch Herr Winterbeck oder? Also dieser Herr Sinndorf hat sich damals als Zeuge für Peter Neumann angeboten. Er hatte die berechtigten Zweifel an der Schuld des jungen Mannes. Herr Winterbeck hat ihn nicht benannt. Er hat stattdessen Gelder kassiert, von Paul Schweizer. Das ist der tatsächliche Mörder von Hans Neumann, bzw. der Auftraggeber. Herr Winterbeck hat sich von dem großen Kuchen, den Paul Schweizer sich mit Drogen zusammen gebaut hat. Euer Ehren… ich verlange einen Pflichtverteidiger für Till Schuster. Außerdem ist Herr Winterbeck verhaftet.“ erklärte Schrankmann und wies zwei Gerichtsdiener den Anwalt abzuführen. Als er an sie vorbeiging lächelte sie leicht. „Es wird mir ein Vergnügen sein, die Anklage zu schreiben.“ raunte sie ihm zu.

    Die Tage des Prozesses liefen ziemlich zäh ab. Peter war froh wenn er den Tag überstanden hatte. Am sechsten Tag als er aus dem Gebäude kam, stand Isabelle vor ihm. Peter sah sie erstaunt an. „was tust du hier?“ wollte er wissen. „Peter… ich .. ich weiß nicht, wie ich es dir erklären soll, aber… ich schäme mich dafür, dass ich nicht zu dir gehalten habe, als ich es hätte tun sollen.“ sagte sie leise. Peter sah sie lächelnd an. „Ich verstehe deine Entscheidung. Isa… ich habe dich immer geliebt. Aber ich habe auch eingesehen, dass du richtig gehandelt hast. Ich würde mich nur freuen, wenn ich Sophia ab und an sehen dürfte. Vielleicht können wir ja versuchen Freunde zu werden. Ich ein alter Schulfreund und so den Kontakt zu Sophia herstellen. Natürlich weiß ich, dass dein Mann mitentscheiden muss, aber vielleicht können wir wenigstens einen Kompromiss schließen.“ versuchte er. Isabelle nickte. „Ich denke dass es eine sehr gute Vorgehensweise ist. Also gut… kommst du am Wochenende vorbei? Bring deine Freundin einfach mit und ich denke wir können wirklich sehr gute Freunde werden. Peter… ich freue mich für dich, dass deine Unschuld bewiesen ist. Leider kommt es zehn Jahre zu spät.“ Es klang sehr traurig von Isabelle und Peter war in der Versuchung sie in den Arm zu nehmen. Er sah Susanne kurz an und diese nickte. Peter machte einen Schritt auf Isabelle zu und umarmte sie. Er schloss die Augen und genoss diesen Augenblick. „Hallo? Hab ich was verpasst?“ hörte er einen Mann fragen. Isabelle sah ihn an. „Nein… ich habe einen Freund gefunden, den ich sehr lange nicht gesehen habe.“ sagte sie leise und wischte sich eine Träne weg. Mark das ist Peter….“ stellte sie die Männer vor. Sie reichten sich die Hände. „Einen Freund?“ harkte Mark nach. Peter nickte. „Ja… nur einen Freund. Ich werde mich ganz sicher nicht in Ihre Ehe einmischen.“ versprach er. Mark nickte. „Wenn das so ist, die Freunde meiner Frau sind auch meine Freunde.“ lächelte er.

    Beat, Ringo, Josh und Jonny saßen am Rastplatz an der A4 und sahen auf den Verkehr. „Mann… heute geht wohl gar nichts. Keiner fährt auf den Platz“ maulte Ringo ungeduldig. „Nun warte doch mal… die Typen dort sind vielleicht nur Einheimische… überleg doch mal.. wir haben es zehn Uhr. Dann sind jetzt gerade mal die Hausfrauen und Jupis unterwegs. In zwei Stunden, wenn die Mittagspause losgeht… dann werden ein paar Kinder im Auto quaken. Wir haben doch Freitag und da fahren viele ins Wochenende.“ Meinte Josh nur. „Ja genau und von daher werden wir heute auch noch gut absahnen. Jungs habt etwas Geduld.“ Grinste Ringo. Schon fuhr ein Wagen auf den Rastplatz. „Na… was hab ich gesagt…“ kam triumphierend von Beat. Die Jungs machten sich fertig. „Hey… der sieht richtig nach Geld aus….“ Kam schnalzend von Jonny. „Okay…Ablauf wie immer.“ gab Beat den Befehl.
    Nur wenig später waren sie am Wagen dran. Darin saß ein junges Pärchen mit ihrem Baby. Beat klopfte an die Scheibe und der Mann sah ihn erschrocken an. „Wir stören nur sehr ungern, aber würden Sie bitte aussteigen?“ fragte er höflich an. „Warum?“ wollte der Mann wissen. „Weil wir Sie um Ihre Wertsachen bitten wollen. Und Sie tun gut daran, sie uns zu geben, denn sonst werden wir uns Ihre Frau und das Kind vornehmen. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass Sie das wollen, oder?“ grinste Beat.

    Am nächsten Morgen ging es recht früh weiter mit den Besichtigungen. Die nächsten Burgen standen an und das waren gleich drei auf einmal. Ein Knacken im Lautsprecher deutete an, das gleich wieder der Kommentar kam. „Lass und an die Reling gehen und die Burgen betrachten.“ bat Andrea ihre Freundin. Susanne nickte und sie gingen an die Reling. Von dort konnten sie die drei Burgen sehen. „Meine Damen und Herren, rechts erscheint gleich die Burg Maus. Eigentlich heißt sie Thurnberg und war zeitweise die Lieblingsresidenz der Trierer Kurfürsten. Erzbischof Balduin erbaute sie 1353 bis 1388 zum Schutz seines neu erworbenen Territoriums. Sie galt als eine der modernsten und technisch interessantesten Anlagen ihrer Zeit. Um 1370 errichteten die Katzenelnbogner Grafen auf dem benachbarten Berg die mächtige Feste Neu-Katzenelnbogen. Im Volk entstand der Eindruck, dass sich die Burgen wie Katz und Maus belauerten. So bekamen die beiden Wehranlagen ihre Spitznamen, unter denen sie bis heute bekannt sind. Die Burg Maus öffnet Besuchern für Besichtigungen ihre Pforten und das ist Ihr nächstes Reiseziel. Im Inneren können Sie wertvolle Möbel und interessante Sammlungen betrachten. Eine ganz besondere Attraktion ist der Adler- und Falkenhof der Burg. Hier kann man sich über Greifvögel informieren und sie bei ihren atemberaubenden Flugmanövern über dem herrlichen Tal der Loreley bewundern. Die Burg Katz wurde von Graf Wilhelm der II. von Katzenelnbogen in der zweiten Hälfte des 14 Jh. erbaut. Sie diente in dieser Zeit als Wehr- und Militärstützpunkt zur Verstärkung der Burg Rheinfels und bildete zusammen mit dieser ein Befestigungsbollwerk mit einem Sperrriegel zur Erhebung des Rheinzolls. Das erweiterte Blickfeld bis zur Flussbiegung an der Loreley war hierbei auch zur Sicherung des Salmfangs von großer Bedeutung. Durch die prädestinierte Lage auf dem Bergsporn galt die Burg von der Talseite her als uneinnehmbar. Erst nach Einführung der Feuerwaffen mussten die Verteidigungsanlagen der Burg wesentlich verstärkt werden. Dabei wurde sie auch als Trutzburg gegen die kurtrierische Burg Maus ausgebaut. Hierbei wurde der Bergfried der Burg auf ca. 60 Meter Höhe aufgestockt, so dass mit der ca. 3 km entfernten Burg Reichenberg Blickkontrakt bestand. 1479 erlosch das Geschlecht der Grafen von Katzenelnbogen. In Folge langjähriger Erbstreitigkeiten wurden Burg Katz und Burg Rheinfels mehrmals belagert, zerstört, wiederaufgebaut und erweitert. Obwohl im Jahre 1800 noch Instandsetzungsarbeiten durchgeführt worden waren, ließ Napoleon die Burg 1806 sprengen.

    „Er hat genauso Schuld!!!“ schrie Till auf einmal. Chris sah ihn grinsend an. „Sie geben also zu, die Morde begangen zu haben? Geben Sie den Mord an Hans Neumann zu? Warum musste er sterben? Hat Schweizer Ihnen erzählt warum?“ harkte Chris triumphierend nach. „Fragen Sie ihn doch selbst. Er steckt genauso drin wie ich.“ fauchte Till. „Tja… einen Toten kann man nicht befragen. Also…. Warum musste er sterben?“ wiederholte Chris die Frage. Till sah ihn an. „Ich sage Ihnen warum. Er hat entdeckt dass Paul sein Gehalt mit Drogenhandel aufbessert. Und er wollte ihn ans Messer liefern. Deshalb. Ein Bulle mehr oder weniger. Ich habe es sogar geschafft, zwei Bullen auszuschalten. Der Streit den Vater und Sohn hatten, konnte ich zu meinem Vorteil nutzen. Mehr Angaben mache ich nicht. Ich will einen Anwalt“ forderte Till, verschränkte die Arme und lehnte sich zurück. Chris nickte. „Ja das ist Ihr gutes Recht. Sie werden einen verdammt guten Anwalt brauchen.“ prophezeite er und nickte in Richtung Spiegel. Nur wenig später kamen zwei Kollegen in Uniform rein und brachten Till in den Zellentrakt. Anna und Semir kamen herein. „Er hat ein Geständnis abgelegt.“ gab Chris kurz von sich. Semir sah ihn an. „Wie das denn?“ wollte er wissen. Chris grinste breit. „Ich habe ihm gesagt, dass Paul Schweizer uns alles erzählt hat und dafür eine Strafminderung bekäme. Das wollte er natürlich nicht und hat ihn mit reingerissen. Tja… ein ganz alte Trick, aber er funktioniert immer noch.“ meinte er nur. Semir sah zu Anna. „Chefin… ich kann mich nur wiederholen… es tut mir wirklich sehr Leid….“ sagte er leise. Anna legte ihm die Hand auf die Schulter. „Ich werde es überleben. Was haben Sie sonst in seiner Wohnung gefunden?“ wollte sie wissen. „Sprengstoff. Hartmut ist gerade dabei die beiden letzten Sprengstoffreste mit dem zu vergleichen. Ich nehme stark an, dass es das Gleiche ist.“ mutmaßte Semir. Anna nickte. „Ich will ihn nicht wieder sehen.“ sagte sie leise und ging einfach raus.

    Peter wollte sich das Verhör nicht anhören. Er hatte Angst. Angst davor dass dieser Till Schuster es nicht zugeben würde, seinen Vater erschossen zu haben. Doch als Chris zu ihnen kam, sah Peter ihn nervös an. „Deine Unschuld ist bewiesen. Till Schuster hat zugegeben, deinen Vater erschossen zu haben. Die Staatsanwältin hat bereits die Wiederaufnahme angeleiert. Ich weiß dass man dir die zehn Jahre nicht zurück geben kann, aber ich denken du bist jung genug um dein Leben in Griff zu bekommen. Und wer weiß… vielleicht ist Susanne ja genau die richtige Person dir dabei zu helfen.“ Schmunzelte Chris und sah zu Susanne. Diese hörte erst einmal nur schweigend zu und sah dann zu Peter. „Wenn er will und wenn er mich nie wieder anlügt, dann denke ich können wir uns arrangieren.“ Meinte sie nur. Peter nickte. Er ging zu Chris und reichte ihm die Hand. „Danke… ich bin froh, dass ich Anna vertraut habe. Du und Semir… ihr habt mir mein Leben wieder gegeben.“ Sagte er und man sah deutlich die Träne in seinen Augen. Auch Semir kam dazu. „Oh… du hast die Nachricht schon überbracht?“ fragte er enttäuscht. Chris nickte „Ja ich konnte einfach nicht warten. Aber Peter wird sich bestimmt auch bei dir persönlich bedanken.“ Grinste Chris. Peter nickte und reichte auch Semir die Hand. „Danke… ich weiß gar nicht wie ich es euch zeigen kann. Ich bin einfach froh, dass dieses Martyrium vorbei ist. Ich habe eigentlich schon alles verloren. Meine Exfrau und meine Tochter werden nie wieder zu mir zurück kommen. Meinen Job kann ich vergessen und meine Zukunft… Mal sehen was ich daraus mache. Jetzt sehe ich wieder das Licht am Ende des Tunnels.“ lächelte Peter verlegen. Semir nickte. „Unser Job. Und vielleicht kannst du ja als Detektiv arbeiten. Ich hab da jemanden der vielleicht etwa Hilfe braucht.“ meinte er nur. Peter lächelte.

    „Gern ich nehme alles an. Was für ein Job ist das?“ wollte er dann aber doch wissen. „Nun… er ist Privatdetektiv und er hat uns schon manches Mal geholfen. Sein Name ist Richard Wegmeyer. Er ist ein Freund von mir und meiner Frau und kann sich vor Aufträgen nicht retten. Nun ja… oder aber als Leibwächter. Du müsstest nur etwas trainieren. Gut das kostet einiges, aber der Staat ist dir ja was Schuldig…“ grinste Semir. Peter sah ihn an. „Dann würde ich das gern in Anspruch nehmen. Also das mit dem Leibwächter. Das ist denke ich doch ein toller Beruf.“ meinte Peter. „Die Kosten für den Kurs, werden vom Staat übernommen.“ klang es plötzlich hinter ihm. Peter drehte sich um. Staatsanwältin Isolde Maria Schrankmann stand hinter ihm. „Herr Neumann…. Ich kann mich nur entschuldigen. Der Fall damals wird neu aufgerollt. Sie müssen mit Sicherheit aussagen und es wird mit Sicherheit darauf ausgehen, dass Sie für die zu unrecht erhaltene Strafe entschädigt werden. Ich weiß, dass die Entschädigung Ihnen die Jahre nicht gut machen können, aber das Gesetz ist leider so und die damaligen Indizien waren lückenlos. Paul Schweizer hat sehr gute Arbeit geleistet. Er hat wirklich an alles gedacht.“ erklärte sie und versuchte sich auf ihre Art zu entschuldigen. Peter reichte ihr die Hand. „Ich werde da sein. Wissen Sie wann der Prozess anfangen wird?“ wollte er wissen. „Die Mühlen des Gesetzes mahlen sehr langsam. Es wird sicher noch ein oder zwei Monate dauern.“ erklärte Schrankmann. Peter nickte. „Dann habe ich noch genügend Zeit meine Exfrau zu sagen, dass ich unschuldig bin und es auch schon damals war. Nur keine Sorge…. Susanne. Ich liebe jetzt nur dich. Aber ich finde Isabelle hat es verdient informiert zu werden. Wir werden gemeinsam hinfahren, wenn du willst.“ bat Peter. Susanne war natürlich einverstanden.

    „Und wieder sehen wir eine der wunderbaren Burgen. Links sehen Sie die Boppard. Sie ist eine der wuchtigen Wehrbauten am Mittelrhein und wurde durch Erzbischof Balduin von Trier nach der Eroberung der Stadt 1327 als Trutz- und Zwingburg errichtet. Der Bergfried mit Gusslöchern stammt vom Gründungsbau, die vier Flügel um den Hof aus dem 17. Jahrhundert. Die Burg beherbergt ein Heimat-, Wald- und Holzmuseum, das insbesondere die Entwicklung der bekannten Thonet-Stühle zeigt. Das römische Kastell, rechteckig mit den Rundtürmen, zeigt die besterhaltenen Kastellmauern Deutschlands. Sie wurden im Mittelalter teilweise zur Stadtbefestigung benutzt. Eindrucksvoll ist das Mauerstück mit Türmen nahe der Burg, ein weiterer im Westen welches auch der archäologische Park ist. Doch unsere Reise führt direkt weiter denn in knapp einer halben Stunde sehen Sie die Burgen Sterrenberg und Liebenstein.“ Machte der Sprecher eine Pause. Wieder gingen die Blicke suchend durch die Gegend. Jeder wollte der erste sein, der sein Foto von dem historischen Bauwerken machte. „Diese Burgen werden im Volksmund auch die feindlichen Brüder genannt, was vermutlich durch die Streitigkeiten der verschiedenen Burgbesitzer inspiriert wurde. Diese Sage um die feindlichen Brüder wurde erstmals 1587 erzählt. Tatsächlich diente die im 13. Jh. Und somit jüngere Burg Liebenstein der Burg Sterrenberg als Vorburg. Die beiden Schildmauern dienen wiederum zur besseren Verteidigung von Sterrenberg – ob gegen Burg Liebenstein selber ist historisch nicht gesichert. Es wird jedoch als sicher angenommen, dass nie eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen den Burgen stattgefunden hat.“ ging die Ansage eine halbe Stunde später weiter. Susanne und Andrea genossen jede Ankündigung und hörten der Ansage sehr gespannt zu, während die beiden Männer im Liegestuhl vor sich hin dösten.

    „Von 1970 bis 1977 erfolgten Sicherungsmaßnahmen und Wiederaufbauten. 1970 wurde das Frauenhaus und 1972 der gotisierende Restaurantbau. Der Bergfried erhielt wieder einen Zinnenkranz und weißen Verputz, was dem mittelalterlichen Zustand entspricht. Zahlreiche Balkenlöcher und Kaminabzüge in der Außen und inneren Schildmauer zeigen, das hier weitere Wohnbauten standen, was wohl an der Mauer vor dem Restaurant, die bei den Arbeiten Fensteröffnungen erhielt, nicht der Fall war. Auch in der Burg Liebenstein ist ein Restaurant untergebracht. Der Wohnturm ist ein Hotel mit recht annehmbaren Preisen. Wir werden in kürze hier anlegen und Sie für den Rest des Tages freistellen. Bitte seien Sie um spätestens 20 Uhr wieder an Bord zur Weiterfahrt. Einen schönen angenehmen Tag.“ Endete der Vortrag. Andrea und Susanne gingen zu ihren Männern. „Na kommt… ihr dürft uns begleiten.“ Forderte Susanne Ben auf. „Wohin denn?“ maulte dieser. „Na wir gehen an Land. Ins Restaurant der Burgen und sehen uns dort ein wenig um. Ein Stadtbummel…komm schon…du Faulpelz.“ lachte sie und zerrte Ben hoch. Andrea hatte es leichter. Semir war froh sich mal wieder bewegen zu dürfen. Sie gingen durch die alte Stadt und schlugen sich im Restaurant den Bauch voll. Viel zu schnell verging die Zeit und gegen 19 Uhr waren sie bereits wieder an Bord. Der Abend stand allerdings diesmal an Deck im Mittelpunkt, denn der Kapitän meldete ein Feuerwerk an. Bis spät in die Nacht stand der Rhein regelrecht in Flammen. „ist das nicht wunderbar?“ schwärmte Andrea und lehnte sich an die Schulter ihres Mannes. „Ja… sehr schön. Ich freu mich wirklich dass es dir so gefällt.“ gab er leise zu und küsste sie auf die Stirn. „Es ist einfach wunderbar. Ich wusste gar nicht, dass du diese romantische Seite noch zeigen kannst. Bisher dachte ich du wärst hart wie ein Stein. Hier hast du endlich mal wieder Zeit abzuschalten. Bisher ist nicht einmal das Wort arbeiten gefallen..“ meinte Andrea. Semir sah kurz zu Ben. „Ja….. mir tut diese Zeit auch sehr gut. Und vor allem unseren Turteltauben dort.“ grinste er. Andrea drehte sich zu Susanne und Ben um, die sich gerade sehr innig küssten. „Ob wir doch bald ne Hochzeit feiern?“ fragte sie schelmisch.

    Lothar machte sich Gedanken, wie er es schaffen konnte diesen Ben Jäger einzukassieren, ohne das seine Frau oder sein Freund es bemerkte. Sicher das Gedränge beim Abgang war groß und er musste es irgendwie schaffen, dass er diesen Jäger weglockt. Weg von der Frau. Vielleicht gelang es ihn unter irgendeinem Vorwand aus der Kabine zu holen. Es musste alles sehr genau überlegt werden. Jedes Detail musste durchdacht sein. Wo er sein Opfer unterbringen wollte, wusste er schon. Er hatte am Wallrafplatz einen alten Bunker gesehen. Die Tür hatte er schon vor einigen Monaten aufgebrochen um nach Schätzen zu suchen. Natürlich ohne Ergebnis. Dennoch war die Stadtverwaltung noch nicht dazu gekommen, die Tür zu verschließen. Und das war sein Glück. Dort konnte er den Man einsperren. Sobald er das Geld hat würde er dem Vater von Jäger sagen, wo er seinen Sohn finden kann. Er hörte das Feuerwerk und dachte darüber nach, dass es sicher alles viel größer wäre, wenn er auf dem richtigen Traumschiff arbeiten würde. Und wenn nicht, dann würde er halt sein eigenes Traumschiff bauen. Der Vater dürfte jede Summe zahlen und damit kann man sich ein großes Schiff kaufen. Eine Million oder zwei? Zwei waren sicher besser oder drei… ja drei Millionen sollte dieser Jäger schon locker machen. Damit konnte man sich bestimmt ein ganz tolles Schiff kaufen und Kreuzfahrten machen. Er würde reich werden… sehr reich. Niemand wird ihn finden. Für Lothar stand der Plan fest. Jetzt hieß es nur noch drei Tage warten bis die Leute wieder von Bord waren.

    Chris ließ sich hinter das Steuer sinken. Semir und Till setzten sich hinten rein. „Abfahren bitte…“ grinste Semir und Chris gab Gas. „Sagen Sie… Herr Schuster… in Ihrem Job kommen Sie doch sicher sehr weit rum oder?“ fragte er beiläufig. „Ja schon. Ich war in Australien, Italien, Frankreich, England, Spanien, und noch einige Länder mehr. Handelsvertreter ist ein Job der einem sehr viel abverlangt.“ gab Till bereitwillig Auskunft. Semir sah aus dem Fenster und achtete einen Augenblick nicht auf seinen Sitznachbarn. Erst als er einen sonderbaren Druck in der Seite spürte zuckte er zusammen. „Fahren Sie doch bitte auf die Autobahn!“ forderte er. Chris sah in den Spiegel und sah die kleine Waffe die Till Semir in die Seite drückte. „Was soll das?“ fragte Chris wütend. „Fahr sonst hat er eine Kugel zwischen den Rippen!“ fauchte Till. „Okay… ganz ruhig….“ versuchte Semir die Situation zu entschärfen. „Schnauze!“ blaffte Till ihn an. Chris lenkte den Wagen auf die Autobahn. Die ganze Zeit überlegte er wie er Semir aus der bedrohlichen Situation retten konnte. Er hatte eine Idee, aber dazu musste er Semir Zeichen geben können und derzeit war es ziemlich unmöglich. Da kam ihnen Kommissar Zufall zu Hilfe. Tills Handy klingelte. Er nahm es und meldete sich. In diesem Augenblick war Semir nicht direkt bedroht. Chris sah Semir kurz an und dieser nickte. Er sah wie sich Semir mit den Beinen abstützte und zum Eingreifen bereit machte. Chris legte eine Vollbremsung hin. Zum Glück war kein Verkehr in der Nähe und so wurde niemand verletzt. Till wurde durch das Manöver völlig überrascht. Er knallte mit dem Kopf gegen die Kopfstütze von Chris und verlor die Waffe. Schnell schnappte Semir sich das kleine Schießeisen und richtete es auf Till. „Genug gespielt…“ knurrte er. Till sah ihn nur an. Wenig später hielt Chris auf dem Rastplatz. Er stieg aus, ging zur hinteren Tür und zerrte Till raus. Anschließend wurden ihm die Handschellen angelegt. Nach getaner Arbeit stieg Chris ein und fuhr zur PAST.

    Anna staunte nicht schlecht als sie sah wen Chris und Semir anschleppten. Sie bemerkte die Handschellen. Semir ging zu ihr rein. „Es besteht tatsächlich der Verdacht, dass Till Schuster dahinter steckt. Er hat soeben versucht mit Waffengewalt zu entkommen.“ erklärte er kurz und knapp. Anna sah ihn erschrocken an. „Sind Sie und Chris in Ordnung?“ fragte sie sofort. Semir nickte nur. „Wollen Sie beim Verhör dabei sein?“ wollte er wissen. Anna schüttelte den Kopf. „Aber ich will ihn noch einmal in die Augen sehen.“ sagte sie leise und stand auf. Vor Till blieb sie stehen. „Das war ein sehr schönes Erlebnis mit dir Till… ist es dein wirklicher Name?“ fragte sie. Till antwortete nicht. „Ich habe dich wirklich geliebt. War es bei dir nur ein Spiel?“ wollte sie wissen. Nun lächelte Till. „Anna … ich muss gestehen, dass es bei dir etwas Anderes war, aber es war lediglich ein Abenteuer. Irgendwann hätte ich dich auch allein gelassen. Dann ist es so doch schon besser. Du wirst sicher einem Verbrecher nicht nachheulen…“ grinste er. Anna holte tief Luft. Sie musste sich beherrschen um Till nicht eine Ohrfeige zukommen zu lassen. Sie drehte sich um und ging in Richtung ihres Büros. An der Tür drehte sie sich noch einmal um. „Semir… Chris… gute Arbeit..“ sagte sie leise und ging zurück in ihr Büro. Chris zerrte Till in den Verhörraum. Semir stand zunächst noch dort und sah zu Anna. Sie hatte ihren Kopf auf die Arme gelegt, die auf dem Schreibtisch ruhten. Die Schultern zuckten. Mit Wut und auch Mitleid ging er hinter Chris her.

    Susanne und Peter hatte es natürlich mitbekommen. Peter sah Till Schuster an. War dieser Mann an seinem Unglück Schuld? Hatte dieser Mann seinen Vater erschossen? Susanne hielt seine Hand fest. „Chris und Semir werden es schon herausfinden…“ sagte sie leise. Peter nickte. Auch Anna kam noch einmal aus ihrem Büro. Sie hatte verweinte Augen. „Susanne rufen Sie bitte die Staatsanwältin an. Sie soll bitte herkommen..“ sagte sie leise. Susanne nickte und rief bei Schrankmann an. Nur eine Stunde später war die Staatsanwältin da. Sie begrüßte Anna, Peter und Susanne. „Herr Neumann… offiziell gab es keine Neueröffnung Ihres Falles. Ich kann ihn allerdings versprechen, dass wenn es tatsächlich ein Irrtum war, dann werden Sie entsprechend entschädigt.“ erklärte sie in ihrer kühlen Art. Peter schnaubte. „Können Sie mir die verlorenen zehn Jahre zurück geben? Können Sie mir meine Tochter wieder geben? Mein Leben? Meinen Job?“ fragte er bitter. Schrankmann schüttelte den Kopf. „Das nicht, ich kann mich lediglich entschuldigen für das, was der damalige Kollege falsch gemacht hat, aber…ich weiß es zählt nicht viel, finanzielle Entschädigung ist auf jeden Fall drin. Aber dazu benötige ich Beweise…“ erklärte sie. Peter nickte. „Frau Schrankmann…. Geld kann mir das verlorene Leben nicht zurück geben. Es ist nicht gut zu machen. Aber ich denke das werde ich schon in den Griff bekommen.“ meinte Peter nur und ging wieder zu Susanne. Sie sah ihn traurig an. „Peter… niemand kann das Unrecht an dir wieder gut machen…“ sagte sie leise und küsste ihn.

    Im Verhörraum versuchten Semir und Chris heraus zu bekommen was Till Schuster mit dem Tod von Hans Neumann zu tun hatte, doch er schwieg eisern. Chris beugte sich zu ihm runter. „Es wäre sicher besser, wenn Sie gestehen. Wir wissen, dass Sie der Killer sind. Wir wissen, dass Sie mindestens dreißig Morde auf der ganzen Welt begangen haben. Die Beweise sind erdrückend. Es ist doch schon merkwürdig, dass in jeder Stadt in der Sie waren, ein Mensch einen gewaltsamen Tod starb. Immer wieder mit derselben Waffe erschossen. Wissen Sie…. Killer sind auch nur Menschen und Menschen machen Fehler. Sie hielten sich für sehr schlau nicht wahr… aber das waren Sie nicht. Sie hatten eine Freude daran, die Waffe zu benutzen. Und genau das bricht Ihnen das Genick. Die Ballistiker haben herausgefunden, das die Kugel aus der Waffe, die bei Ihnen in der Wohnung gefunden wurde, die Waffe ist, mit der in Frankreich, in Italien, auf Kuba… überall wurde ein Mordopfer gefunden. Haben Sie sich für diese Morde bezahlen lassen?“ fragte Chris. Till schwieg. Er starrte einfach nur an die Wand mit dem großen Spiegel.

    Anna sah durch die Scheibe auf den Mann, den sie vor wenigen Tagen noch geliebt hatte. Sie dachte wirklich, dass es der Mann war. Der Mann mit dem sie sich endlich schöne Abende gönnen konnte. Er war so zärtlich, so liebevoll…so….Er ist ein Killer. Ihre Gedanken veränderten sich. Plötzlich fühlte sie Hass gegen diesen Mann aufsteigen. Er ist ein Verbrecher und er gehört hinter Gitter. Sobald handfeste Beweise vorliegen, würde er für immer hinter Gitter verschwinden. Für immer, dachte sie. Dennoch konnte sie ihren Blick von diesem Mann nicht lassen. Er hatte etwas Geheimnisvolles an sich. Etwas das die Frauen schwach werden ließ. Etwas was auch bei ihr wirkte und was sie dazu brachte an seine Unschuld zu glauben. War er denn tatsächlich ein Killer? Konnte dieser Mann, der ihr jeden Wunsch von den Augen ablas, wirklich Menschen eiskalt erschießen? Anna wollte es eigentlich nicht glauben, doch die Fakten sahen anders aus. Sie sah wie Semir den Raum verließ. Auch sie ging aus dem Raum. „Semir?“ rief sie leise. Semir drehte sich zu ihr um. „Chefin… es tut mir Leid…“ fing er an. Anna lächelte bitte. „Schon gut. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass er unschuldig ist. Ich meine die Beweise sind bisher doch nur Indizien oder?“ kam von ihr hoffnungsvoll. Semir zog die Schultern hoch. „Eigentlich ist das schon etwas mehr…. Die Ballistiker haben sich die Waffe, die man in seiner Wohnung fand untersucht. Mit dieser Waffe sind mehrere Menschen umgebracht worden. Politiker, Polizisten, Mitwisser…. An der Waffe sind nur seine Fingerabdrücke. Die Polizei in Italien sucht seit Jahren ein Phantom, der drei Morde begangen hat und auch hier war es diese Waffe. Ich befürchte dass die Staatsanwaltschaft auf jeden Fall eine Anklage erheben wird. Er weigert sich leider auch, einen Anwalt anzurufen. Vermutlich ist er sich sehr sicher, dass wir ihm nichts nachweisen können.“ überlegte Semir. Anna nickte. „Ich denke das eine Geständnis auch nicht wirklich eine Straferleichterung einbringt, denn bei so vielen Morden…“ meinte Anna zweifelnd. „Ja… ob er nun dreimal lebenslänglich bekommt oder vier ist wirklich egal.“ stimmte Semir zu.

    Till sah Chris höhnisch an. „Meinen Sie wirklich Sie können mir irgendwas anheften? Ich habe nichts getan.“ grinste er. Chris nickte. „Sie sind sich verdammt sicher. Aber wissen Sie was… wir haben Beweise. Handfeste Beweise und einen Augenzeugen. Was sagen Sie nun?“ wollte er wissen. Till konnte nicht wissen, dass er bluffte, aber er hatte die Ermittlungsmethoden dieser Beamten life mitbekommen. Sie waren verdammt gut. Was wenn er Recht hatte? Was wenn einer der unliebsamen Zeugen, die seinen Namen kannten noch lebten? Was wenn sie… Er hörte auf zu denken. „Sie bluffen… und zwar sehr gut… aber es ist ein Bluff.“ grinste er. „Können Sie sich da so sicher sein? Vielleicht hat ja unser Freund Paul Schweizer überlebt. Wir haben es nur nicht an die große Glocke gehängt. Er hat uns erzählt, dass er Sie auf Hans Neumann gehetzt hat. Sie erinnern sich an den Mord von vor zehn Jahren? Da haben Sie einen Polizisten ermordet. Hinterhältig erschossen. Und anschließend haben Sie den Mord seinem Sohn angehängt. Eine niederträchtige Art. Und das war der Startschuss für einige Morde. Hat Schweizer Sie weiter empfohlen?“ harkte Chris nach. „Hat er Sie so gut bezahlt?“ hängte er an. Doch Till schien auf Durchzug geschaltet zu haben. Er lächelte nur. Chris beugte sich zu ihm. „Sie glauben wir haben nichts in der Hand? Was meinen Sie wer uns die Tipps gegeben hat? Was meinen Sie warum er das macht? Ich höre es richtig arbeiten in Ihrem Kopf. Ja… er bekommt dafür Strafmilderung. Ich denke mal er ist mit zehn Jahren dabei.“ ließ er von sich hören.

    Auch der zweite Tag endete mit einem wunderbaren Abend. Der Kapitän gab ein wunderbares Bankett und es wurde bis um Mitternacht getanzt. Die nächste Nacht endete um acht Uhr morgens. Während Semir recht munter am Frühstückstisch saß, sah Ben ziemlich übermüdet aus. Semir grinste Susanne an. „Hast du ihn so in Anspruch genommen?“ witzelte er. Susanne schüttelte den Kopf. „Er braucht immer eine Stunde um wach zu werden.“ lachte sie zurück. Die Fahrt ging weiter und so kam auch schnell die nächste Burg. Allerdings war für die nächste Zeit kein Landgang geplant, da die Burgen nicht zur Besichtigung frei gegeben waren. Aber das war den Reisenden ziemlich egal… vor allem zwei Leuten war es sehr recht gewesen, nicht an Land zu müssen. Semir und Ben legten sich nach dem Frühstück in die Liegestühle und genossen einfach nur die Fahrt. Ihre Frauen standen an der Reling und lauschten den Worten des Kapitäns, der die nächste Burg anpries. „rechts sehen Sie die Marksburg, die vor allem in ihrer vollständigen Erhaltung als mittelalterliche Wehranlage sehr von Bedeutung ist. Die imposante Festung hauptsächlich aus dem 14. Jh. Stammend, staffelt sich mit Bergfried, mehreren Baugruppen, Zwingern und Bastionen auf einem Felskegel über dem romantischen Städtchen Braubach und ermöglicht heute auch durch sehenswerte typische Innenräume wie Burgküche, Rittersaal, Kemenate, Kapelle, Rüstkammer, Weinkeller, Wehrgänge und Turmstuben, eine Reise ins Mittelalter. Leider steht sie derzeit nicht zur Besichtigung so dass Sie sich nur von Außen ein Bild machen können. Wie sich sicher erkennen können wird emsig an der Burg gearbeitet.“ ertönte es aus dem Lautsprecher. Weder Ben noch Semir hörten wirklich zu. Das war Frauensache, da waren sich die Beiden einig.

    Während sich die Leute an Deck über die Burgen freuten, machte Lothar sich an seinen Plan. Er musste wissen wo Ben Jäger wohnte. Wenn er einmal zuhause ist, dann würde er ihn schnappen. Chloroform und dann in das alte Haus in Pulheim. Dort wohnte schon lange niemand mehr und dort konnte er ihn allein lassen. Niemand würde ihn dort finden, denn es rechnet keiner damit, dass dort ein Entführungsopfer befand. Er würde von diesem Konrad Jäger eine Million….nein…. zwei… oder besser noch drei Millionen. Ja… drei sind besser. Damit konnte er auf einen Schlag Schuldenfrei sein und auch noch seine Schulung zum Chefsteward machen. Das war viel Besser. Dann konnte er seinen Traum erfüllen. Sobald er das Geld hatte, würde er dem Freund sagen, wo er Jäger findet. Er wäre bis dahin längst über alle Berge. Lothar war kein Supergangster und war der festen Überzeugung, dass wenn er dem Vater von Jäger drohte seinen Sohn zu töten, sobald er die Polizei einschaltete, dass sich Konrad Jäger daran halten wird. Chloroform…. Er musste Chloroform kaufen und Klebeband. Damit konnte er Jäger festbinden und knebeln… alte Tücher hatte er dort mehr als genug. Der Plan war gut… nun musste er ihn nur noch in die Tat umsetzen. Der Ort der Entführung musste nur noch festgelegt werden. Vermutlich wird er in einer sehr noblen Gegen wohnen. Dort wo viel Los ist. Verdammt… er musste sich was überlegen. Aber bis dahin blieb eh noch etwas Zeit.

    „Meine Damen und Herren, die Burgen kommen nun Schlag auf Schlag. Links sehen Sie den Königsstuhl. Hier versammelten sich seit 1273 die vier rheinischen Kurfürsten am Schnittpunkt ihrer Territorien. Zweimal wählten sie an dieser Stätte den deutschen König, nämlich 1346 den späteren Kaiser Karl IV. und 1400 Rupprecht von der Pfalz. An diesem geschichtsträchtigen Ort errichtete man zwischen 1376 und 1398 einen steinernen Thron. Hier nahmen die neugekürten Herrscher auf ihren Zug vom Wahlort Frankfurt zum Krönungsort Aachen. Den Treueid der Kurfürsten entgegen. Von den Franzosen 1803 zerstört baute man den Königsstuhl nach einer großen Spendenaktion, an der sich auch der preußische König beteiligte, zwischen 1840 bis 1843 wieder auf. 1924 musste das Bauwerk auf Grund industrieller Erfordernisse umgesetzt werden. Auch hier ist leider keine Führung mehr möglich. Dennoch kann man den Königsstuhl von hier aus sehr schön betrachten.“ endete auch dieser Vortrag. „Was meinst du?“ fragte Semir plötzlich. „Was denn?“ kam müde von Ben. „Ob das eine Reise war, die Andrea gefallen hat?“ harkte Semir nach. „Das kannst du ihr doch ansehen. Und diese Ruhe… ist einfach herrlich. Von mir aus könnte es so weiter gehen.“ Dachte Ben laut nach. „Nun ja… mit dem Geld deines Vaters, kannst du dich ja zu Ruhe setzen. Ich arbeite sehr gern. Und es sind zum Glück nur noch vier Tage bis wir wieder zurück sind.“ Kam von Semir. „Du bist echt ein Arbeitstier…. Genieße doch mal die Ruhe… es ist so selten das wir dazu Gelegenheit haben. Hier tanken wir wieder die Kraft für aufreibende Abenteuer auf der Autobahn…“ lachte Ben leise. Er ahnte nicht, was ihm noch bevorstand.