Beiträge von Elvira

    Andrea verabschiedete sich von Agnes. „Vielen Dank für den Kaffee. Wissen Sie wo Corinna in den Staaten untergekommen ist?“, wollte sie noch wissen. „Nein... aber sie hat mir etwas ausgerichtet. Sie würde sich auf jeden Fall bei mir melden um zu sagen, wie die Operation verlaufen ist. Morgen ist der große Tag für die Kleine und ich bete zu Gott, dass es der kleinen Celine wirklich hilft. Das Kind hat in ihrem kurzen Leben schon soviel mitgemacht, da wird es Zeit, dass der Herr Gott endlich mal Gnade walten ließ. Ob sie nun lebt oder ob sie stirbt, liegt in seinen Händen.“ Agnes faltete die Hände und sah gen Decke. Andrea nickte. „Sie haben Recht... es ist nicht mehr in unserer Hand. Oh.... ich bete so sehr, das Celine es schafft. Sie hat so viel gekämpft und bisher gewonnen, aber man sieht ihr an, dass die Krankheit an ihr zerrt.“, nickte Andrea und verabschiedete sich erneut. Sie setzte Aida in den Kinderwagen, denn sie hatte es ja nicht weit und das Wetter war einfach zu schön um mit dem Auto zu fahren. Agnes beugte sich zu Aida hinunter und streichelte ihren Kopf. „Du bist ja eine richtig süße Maus....“, lächelte sie. Andrea und Aida gingen los . Aida hob ihr kleines Händchen und winkte ihr zu, wie die Kinder es in ihrem Alter taten, indem sie die Faust auf und zu machte. Agnes lächelte ihr hinterher und tat es ihr gleich.

    Semir kauerte in seinem Sack und hatte sich ein kleines Guckloch gebohrt, um wenigstens etwas Luft zu kriegen und dementsprechend sehen zu können. „Hier, hier hinter muss er sein.“, hörte er eine Stimme. Sofort fiel er in eine Starre und rührte sich nicht mehr. Nur gut, dass der Sack und er etwas hinter einer Eisentonne stand. Es roch zwar streng, aber er hoffte so nicht entdeckt zu werden. Er hielt den Atem an, als die Schritte immer näher kamen. „Chef, hier ist er nicht.“, hörte er die Stimme von einem der Männer. „Aber er muss dort sein. Die Wärmekameras lügen nicht.“, scharrte es aus dem Funk. Das war es also, so wurde er entdeckt. Verdammt, gleich haben die mich, stieg es Semir in den Kopf. Diese Art von Technik konnte man kaum überlisten. „Wo soll er denn genau sein?“ „Ihr steht nur einige Meter von ihm entfernt.“, kam es aus dem Funk als Antwort. Die Schritte bewegten sich wieder auf ihn zu. Sein Herz pochte so laut, dass Semir dachte, es könne ihn verraten. Er hoffte inständig, dass jetzt ein Wunder passieren würde. „Hey, könnt ich mal kurz da ran.“, hörte er plötzlich Bens Stimme. „Felix? Was willst du denn hier?“, fauchte der Kerl. „Ich muss den Sack noch nach vorne bringen. Der Laster ist da.“, erklärte Ben kurz und knapp. „Gut, dann mach hinne.“, zischte die Gestalt nur. Vorsichtig packte Ben den im Sack befindlichen Semir so, dass dieser keinen Pieps von sich gab und hievte ihn nach vorne. „Eigenartiger Kerl.“, murmelte der Mann und riss dann mit einem Male den Deckel der Eisentonne hoch. Nichts. Dann drehte er sich um und sah das Loch im Zaun. „Laurence, hier ist ein Loch im Zaun. Da könnte er durchgekommen sein.“ „Ich komme zu euch. Sucht inzwischen draußen weiter. Vielleicht ist er ja wirklich schon durch den Zaun abgehauen.“, befahl Laurence seinen Leuten.

    „Danke Partner, das war Rettung in letzter Sekunde.“, flüsterte Semir durch die Maschen des Sackes. „Kein Ding, aber du solltest machen, dass du hier wegkommst, bevor die auch noch dein Auto finden.“, zischte Ben und warf Semir auf die Ladefläche des LKWs. „Pass auf, wenn der Wagen weit genug vom Sägewerk entfernt ist, lass dich einfach von der Ladefläche rollen. Der Boden ist hier noch ziemlich weich.“, empfahl Ben und klopfte kurz gegen die Ladefläche. Ruckelnd fuhr das Gefährt mit den Säcken an und damit Semir in die Freiheit. „Felix.“, hörte Ben sofort die Stimme von Mattes hinter sich. „Was ist?“, stieß dieser nur aus. „Hier, mach dich nützlich. Da hinten ist ein Loch im Zaun. Laurence will es geflickt haben und dann sollst du zum Chef kommen, wenn du damit fertig bist.“, befahl der Österreicher und reichte dem jungen Mann eine Kneifzange und einige Meter Maschendraht. Murrend machte sich Ben an die Arbeit und verfluchte sich jetzt schon, dass er sich so schnell auf die Sache eingelassen hatte.

    „Meine Herren...ich gratuliere! Wie ich von Andrea erfahren habe, haben Sie sich als Geburtshelfer engagiert.“ meinte Kim als Ben und Semir ins Büro kamen. „Ja...es war zum Glück sehr einfach...“ erwiderte Ben und schob Semir ins Büro bevor dieser sich mit seiner tatkräftigen Unterstützung während der Geburt zu brüsten. „Was soll das denn? Ich hätte ihr schon nichts Falsches erzählt...“ maulte Semir. „Ja sicher...dann heißt es nur, du hast alles allein gemacht. Mensch Semir.... das fällt doch auf...du großer Held. So....jetzt mal zurück zum Fall. Was denkst du?“ wollte Ben wissen. „Ich denke das gleiche wie du, denke ich... Es kommen nicht viele Personen in Frage. Entweder die Leute wo das Geld abgeholt wurde, oder aber der Fahrer und der Beifahrer haben Informationen weiter gegeben.“ Mutmaßte Semir. „Ja das denke ich auch... außer das mit dem Fahrer. Wenn der was gewusst hätte, dann hätten die ihn sicher nicht erschossen. Es sei denn sie wollten nicht teilen.“ Dachte Ben laut nach. Susanne kam rein. „Hier...der Bericht der Spurensicherung..“ sagte sie und reichte Semir die Akte. Dieser warf direkt einen Blick hinein. „Hmmm....keine weiteren Fingerabdrücke. Der Beifahrer sagte sie waren vermummt, aber hatte er was von Handschuhen gesagt?“ wollte Semir wissen und sah Ben an. „Nee...nicht das ich wüsste.“ kam als Antwort. „Auf dem Beifahrersitz sowie auf dem Fahrersitz waren Blutspuren. Das auf dem Beifahrer stammt von...hey... hier steht, dass das Blut vom Beifahrersitz von Klein ist...und das auf dem Fahrersitz von Schilling. Aber Klein sagte doch, dass er gefahren ist. Irgendwas stimmt da nicht...“ murmelte Semir nachdenklich. „Tja...dann würde ich sagen, steht ein Besuch bei Klein an. Hast du die Adresse?“ wollte Ben wissen und erhob sich stöhnend. „Ja sicher...Hier...Luxemburger Strasse 4 bei einer gewissen Michaela Frings...“ lachte Semir und schon waren beide wieder entschwunden.

    Michaela hatte Chris einen Tee gemacht und umsorgte den Verletzten. Sie hatte großes Mitleid mit ihm. Er der ansehen musste wie sein Kollege erschossen wurde und dieser in seinen Armen starb. Er der angeschossen wurde. Angeschossen nur weil er Geld durch die Gegend fuhr? Was ging in diesen Menschen vor, die einen Überfall begangen? „Ich bin gleich zurück…ich muss nur noch schnell was einkaufen….okay?“ fragte sie und strich ihm über sein Haar. Chris nickte nur. Er hatte die Augen geschlossen. Michaela verließ die Wohnung und stieg kurz darauf in ihr Auto. Sie fuhr zum Supermarkt wo sie auf Claudia traf. Schnell waren die Freundinnen in einem Gespräch vertieft. Doch Claudia spürte sofort, dass Michaela etwas quälte. Claudia sah sie an. „Was hast du denn?“ fragte sie, denn sie merkte sofort, dass ihrer Freundin etwas auf der Seele lag. „Ach es ist Chris...mein Freund. Er wurde heute überfallen und angeschossen. Sein Kollege wurde erschossen. Wie grausam...er ist bei mir und ich will auch gleich direkt wieder heim. Sorry Claudia...aber...mir ist nicht so gut..“ entschuldigte Michaela sich. „Hey...ist doch verständlich. Wie geht es denn deinem Freund?“ wollte Claudia nun wissen. „Er ist ziemlich fertig. Aber er wird es schaffen. Kannst du dir das vorstellen? Nur wegen diesem verdammten Geld wird ein Mensch getötet. Nur wegen 60.000 Euro.“ kam von Michaela. „Hey…. Geld regiert die Welt… so ist das eben. Nur sind einige Individuen nicht bereit dafür zu arbeiten.“ tröstete Claudia ihre Freundin. Nur wenig später fuhr Michaela nach Hause. Doch wenn sie dachte, dass sie sich nun einfach vor die Tür stellen konnte, dann irrte sie sich. Denn mit ihr kam ein BMW an, der ihr eiskalt den Parkplatz wegnahm, obwohl sie schon geblinkt hatte.

    Semir lenkte den Wagen in die Lücke. Dass vor ihm ein Wagen stand, der gerade rückwärts einparken wollte störte ihn nicht wirklich. „Das ist aber nicht die feine englische Art...“ tadelte Ben seinen Partner. „Nein...das war türkisch...die kann sich doch einen anderen suchen...“ lachte Semir nur. Ben schüttelte den Kopf. Und schon sah er die Fahrerin aus dem Auto auf ihn und Semir zukommen. „Hey...das ist mein Parkplatz!!“ fauchte sie Ben an. Dieser hob abwehrend die Hände. „Ich bin nicht gefahren...“ verteidigte er sich sofort und wies auf Semir, der gerade ausstieg. „Entschuldigen Sie, aber das ist ein Polizeieinsatz...da haben wir dann das Vorrecht auf den Parkplatz...“ meinte Semir nur. Die Frau sah ihn zweifelnd an. „Wie bitte? Sie haben doch gar kein Martinshorn und Blaulicht!!“ empörte sich die Frau. Semir zeigte ihr den Ausweis. „Nein...aber dennoch ist es ein Polizeieinsatz...“ grinste er und verschwand in Richtung Eingang. Ben lief schnell hinterher bevor die Frau sich noch mehr aufregte. Sie klingelten bei der entsprechenden Wohnung und hörten wie jemand zur Tür kam. Christopher Klein öffnete die Tür. „Gerkhan Kripo Autobahn...mein Kollege Ben Jäger... Herr Klein wir haben da noch ein paar Fragen..“ lächelte Semir den Mann an. Dieser gab die Tür frei und ließ die Männer ein. Er wies ihnen den Weg ins Wohnzimmer.

    7. Kapitel:
    Gefahr im Sägewerk

    Ben hievte einen Sack nach dem anderen aus dem Keller ans Licht und stellte sie Seite an Seite ab. Sein Kreuz schmerzte und es verlangte ihn nach einem Eimer Wasser. Mattes kam wieder und begutachtete die Arbeit des Neuen. „Sehr schön, hast es ja bald geschafft.“, höhnte er und warf Ben eine Flasche Wasser zu. Dieser fing sie und schraubte gierig den Verschluss ab. Hastig stürzte er das kühle Nass seine Kehle hinunter und atmete erleichtert auf. „Wie heißt du eigentlich?“, fragte Mattes und lehnte sich an den Stützpfeiler des Kellerzugangs. Jetzt war Bens schnelles Hirn gefragt und ein Gedankenblitz musste dringend her. „Felix... Felix Heisler.“, meinte Ben und beobachtete die Regungen des Mannes genau. „Felix? Gut, dann werde ich dich so nennen.“, entgegnete er und sah auf seine Armbanduhr. Dann jedoch klingelte sein Handy. Er wandte sich ab. Ben konnte nicht hören, was gesprochen wurde und wenn er näher gekommen wäre, wäre er aufgefallen. So musste er ausharren und warten, bis Mattes mit Telefonieren fertig war. „Okay, mach eine halbe Stunde Pause. Der Laster verspätet sich.“, kam es von Mattes, als er mit Telefonieren fertig war. „Besser hätte es nicht kommen können.“, dachte Ben und hatte vor, sich in dem Laden mal ein wenig umzusehen, während er auf den Laster wartete.

    Semir fuhr schnell, kam mit seinem Wagen gut voran. Er parkte etwas abseits vom Sägewerk hinter einer Böschung und wartete einen Moment, um sicherzugehen, dass er nicht beobachtet wurde. Als er sich sicher war, stieg er aus, ging in die Hocke und schlich zum Zaun hinunter. Dennoch blieb er nicht unbemerkt. Wärmeregistrierende Kameras hatten ihn bereits erfasst und die beiden Sicherheitsleute schlugen sofort Alarm, als sie den Eindringling bemerkt hatten. Sofort griff Wolfgang zum Telefon und wählte Mattes über Mobiltelefon an. „Mattes? Wolfgang hier. Wir haben einen Spitzel. Wahrscheinlich wieder so ein Kontrolleur oder ein Reporter.“, erzählte der Mann. „Was? Ich komme sofort. Informiert Laurence und lasst den Mann nicht aus den Augen.“, zischte Mattes und rannte an Ben vorbei, der sich zur Erholung auf die Säcke gesetzt hatte und ein wenig ruhte.

    Andrea war mit Aida auf den Weg zu Corinna und Celine. Sie wusste nicht, ob sie schon in die USA unterwegs war, oder ob sie schon zurückgekehrt waren. Sie klingelte einfach auf gut Glück. Doch es machte keiner auf. Andrea sah ihre Tochter an. „Celine... spielen.“, kam es leise von ihr. „Ja Schatz, aber die scheint nicht da zu sein.“, erwiderte Andrea und wollte gehen, als eine der Nachbarstüren aufging. „Oh hallo.“, meinte eine ältere Dame und grinste Andrea vielsagend an. Es war die alte Dame aus dem Park. „Hallo... Ähm, ich wollte zu Frau Bücher.“, meinte Andrea mit freundlichem Gesicht und hielt Aida auf dem Arm fest. „Oh, da kommen sie leider ungelegen. Sie ist mit der Kleinen in die USA geflogen, um endlich ihre Krankheit behandeln zu lassen.“, erwiderte die alte, reizende Dame und bat beide in ihre Wohnung rein. Andrea nahm das Angebot gerne an. Aida sah sich mit großen staunenden Augen in der Wohnung um. Überall hingen alte Schwarz-Weiß-Fotografien und, für die Kleine viel interessanter, kleine, wunderschöne Handpuppen saßen auf der Rückenlehne der Couch. „Nein.“, sagte Andrea scharf, als ihre Tochter eine der Puppen greifen wollte. Die Dame, die sich als Agnes Fassbinder vorstellte, lachte nur kurz auf und winkte ab. „Lassen sie mal, mein Kind. Ich habe mein Leben lang diese Puppen selbst gemacht und mit ihnen Theater gespielt.“, erzählte sie. „Jetzt macht es mir Freude, sie zu verschenken, wo mein Mann nicht mehr lebt.“ Sie griff die Rotkäppchen-Puppe und gab sie Aida. Sofort nahm sie das kleine Ding in den Arm und knuddelte die Puppe an ihren Körper. Andrea lächelte und strich ihrer Tochter über den Kopf. „Es freut mich immer, wenn ich Kinder eine Freude machen kann.“, lächelte Agnes und goss ihrem Besuch eine Tasse Kaffee ein.

    Christopher ließ sich verarzten. Die Wunde musste genäht werden. „Sie sollen sich die Zeit nehmen und heute hier bleiben. Sie haben einen Schock und es wäre sicher nicht gut, wenn Sie damit draußen rumlaufen...“ gab der Arzt zu bedenken. Doch das wollte Christopher auf gar keinen Fall. Er musste die Beute verstecken und er wusste auch schon wo. Niemand wusste dass er eine kleine Hütte im Königsforst sein Eigen nennen konnte. Sie hatte sogar eine alte Falltür die zu einem kleinen Raum führte. Dort war das Geld gut aufgehoben und niemand würde es finden. Die Hütte lag so versteckt, dass es wirklich ein Wunder wäre, wenn sie entdeckt wurde. Durch Bäume und Büsche abgedeckt lag sie einsam und verlassen da. Wie lange war er schon nicht mehr dort gewesen. „Nein...danke .,.. ich muss nach Hause...“ sagte er deshalb und verließ das Krankenhaus auf eigene Verantwortung. Obwohl der Arzt ihn ermahnte nicht selbst Auto zu fahren stieg Christopher in seinen Wagen und fuhr in den Königsforst. Dort angekommen brachte er das Geld in den unsichtbaren Kellerraum und legte sich anschließend auf die in dem kleinen Wohnzimmer stehende Couch. Dass alles dreckig war störte ihn nicht. Er fühlte sich einfach nur müde. Er lachte noch über die Meinung des Arztes der festgestellt hatte, dass die Wunde nicht gefährlich war. Wäre ja noch schöner... so dumm war Christopher nicht, sich lebensgefährlich zu verletzen. Am Abend wachte er auf und fuhr heim. Es ging ihm schon viel besser.

    „Mein Gott...ich hoffe nur der Frau Schilling geht es gut..“ kam erschocken von dem Chef des Transportunternehmens. „Ja es geht ihr und dem Kind gut. Wir waren wie gesagt direkt bei der Geburt dabei.“ erklärte Semir. Ben nickte. „Ja wir haben sogar geholfen...“ kam stolz von ihm. „Ich werde der Frau auf jeden Fall eine sehr großzügige Summe zukommen lassen. Wir können sie ja nicht ohne einen Cent stehen lassen. Für meine Mitarbeiter habe ich eine besondere Versicherung abgeschlossen. Die ist übrigens einzigartig in der Branche. Da es ja doch häufig vorkommt, das gerade Werttransporter überfallen werden. Diese Versicherung steht für die Mitarbeiter ein und zahlt ihnen je nach Schwere des Traumas eine entsprechende Summe. Herr Schilling hatte vor wenigen Monaten noch darüber gelacht. Aber er hat es trotzdem übernommen. Es werden die nächsten 24 Monate weiterhin Zahlungen des normalen Gehalts an die Ehefrau gehen. Ich werde es auf vier Jahre erhöhen...Die armen Kinder....“ erklärte der Mann weiter. Semir sah betreten zum Boden. „Eine sehr noble Geste. Herr Findeisen...wer wusste von der Route die der Wagen fuhr?“ wollte er wissen. „Nun ich....und der Disponent natürlich, der Fahrer und der Beifahrer. Sonst keiner.“ gab Findeisen zu verstehen. „Könnte etwas nach Außen gedrungen sein? Wer weiß von der Summe, die bei diesem Transport auf dem Wagen ist?“ harkte Ben nach. „Nach Draußen kann immer was gelangen. Und die Summe....die weiß nicht einmal ich wenn der Wagen unterwegs ist. Das erfahren wir erst, wenn der Transporter zurück ist und das Geld gezählt wird. Es kann niemand gewusst haben...“ verneinte der Unternehmer. „Dann wäre es nur der Fahrer und der Beifahrer sowie der Kunde.... und natürlich die dort beim Kunden die Ware abgeben, wobei dann immer noch nicht gesagt ist, wie die tatsächliche Höhe ist. Aber das ist dann auch nebensächlich. Danke Herr Findeisen..“ verabschiedeten sich die Beiden.

    Am Abend fuhr Christopher auf eigene Faust zu seiner Freundin. Michaela begrüßte ihn stürmisch. „Hey... willst du noch weg?“ fragte er, weil sie ihre Jacke anhatte. „Ja...Claudia und ich haben dieses Haus am Rhein angemietet und werden dort unseren Kindergarten einrichten. Dort können die Kinder toben ohne irgendjemanden auf den Wecker zu gehen.“ Erklärte sie. „Den neuen Kindergarten....Hier... ich hab für dich was mitgebracht...“ sagte er und überreichte einen Strauß rote Rosen. „Womit habe ich den denn verdient?“ fragte sie erstaunt. „Einfach nur so und weil ich dich liebe.“ gab Christopher bekannt. „Chris... komm schon.... was ist passiert?“ harkte sie nach. „Also gut... ich und Frank... wir sind heute...wir wurden überfallen. Das ganze Geld...60.000 Euro sind weg. Frank....sie haben Frank erschossen... eiskalt erschossen und mich haben die Kerle angeschossen.“ Klagte er weinerlich. Sofort nahm Michaela ihren Chris in den Arm. „Oh mein Gott…. Was hast du nur durchgemacht.“ sagte sie und drückte ihn an sich. „Sag mal….kann ich deinen großen Wagen am Wochenende haben? Claudia und ich müssen einige Sachen in den neuen Kindergarten bringen und einkaufen…“ fragte sie. „Ja sicher…. Ist kein Problem. Ich bin im Augenblick eh krankgeschrieben.“ nickte Chris. Er ließ sich von Michaela verwöhnen.

    Naja und auch in der neuen Staffel haben es die Macher wieder auf Ben abgesehen..armer Semir.

    Mal ehrlich Dennis, solange sich die Hauptdarsteller nicht wegen der Rollenverteilung ( Ben bekommt was auf die Nase, Semir nicht) streiten, sollte es uns Fans doch wohl egal sein. Hauptsache Cobra 11. Ich denke schon, dass wenn Erdogan sich irgendwie benachteiligt fühlen würde, macht er das mit der Produktionsfirma schon klar. Bisher habe ich nicht den Eindruck als würde es ihm stören.

    26-11-2009 "Die Stunde der Wahrheit"

    Die Autobahnpolizisten werden zur Strafe für ihre hohe Crashquote zu einem Routineeinsatz deverdonnert. Doch während der harmlosen Verkehrskontrolle werden die beiden Ermittler beschossen. Die Spur der Täter führt zu dem Besitzer einer Großraumdisco, der offensichtlich seine Hände auch im Kokaingeschäft hat...

    Chris und Semir werden von Engelhardt zur Strafe für ihre hohe Crashquote dazu verdonnert, eine allgemeine Verkehrskontrolle auf der Autobahn durchzuführen. Dort trifft Semir zufällig auf seinen alten Schulfreund Richard Schuhmann (Marcus Mittermeier), einen Immobilienmakler. Während die beiden alte Erinnerungen auffrischen, durchbricht plötzlich ein Jeep mit zwei Männern die Absperrung. Die Cops nehmen die Verfolgung auf, die letztlich aber erfolglos bleibt. Wie Susanne ermittelt, gehört der Jeep zu dem Fuhrpark einer Großraumdisco - dem H12. Aber die Befragung des Geschäftsführers bringt die Polizisten zunächst nicht weiter. Wenig später holt Richard Semir wie verabredet auf dem Revier zu einem Restaurantbesuch ab und lädt auch Chris dazu ein. Unterwegs kommt es zu einem spielerischen Wettrennen, bei dem Richard Schuhmann aber tödlich verunglückt und in seinem Wagen verbrennt. Semir ist geschockt. Als man Richards Penthouse aufsucht, um nach Familienangehörigen zu fahnden, findet man es völlig verwüstet vor. Offenbar hat hier jemand etwas gesucht. Doch auch Richards Freundin Stefanie Kraus ( Nina Bott) kann sich diesen Umstand nicht erklären. Semir muss ihr schonend beibringen, dass Richard tot ist und fährt die geschockte Frau nach Hause.

    Am nächsten Tag findet man heraus, dass ein Nachbar die mutmaßlichen Einbrecher gesehen hat - es handelt sich um die beiden Männer aus dem Jeep. Und dann stellt die Kripo fest, dass Breugel ( Niels Nellessen) der Besitzer des H12 eine angebliche Größe im Kokaingeschäft ist. Semir fällt aus allen Wolken - was hatte sein Freund mit einem Drogenboss zu tun?

    Am nächsten Morgen kam Semir gut und fröhlich gelaunt ins Büro gestiefelt, ein Lied auf den Lippen pfeifend. Er kam eine halbe Stunde später, aber für ein gemeinsames Frühstück mit seiner Frau war es das wert, wenn er Ärger mit Frau Krüger kriegen sollte. Susanne lächelte ihn an. „Der Haussegen hängt wohl wieder waagerecht?“, meinte sie nur. Ein vielsagendes Grinsen war die Antwort. „Ja, was doch so ein Rauswurf alles bewirken kann.“, hörte er nur, als er ins Büro ging und Ben schon am Schreibtisch saß und auf ihn wartete. „Na, hat alles geklappt?“, wollte er nur wissen und grinste. Semir rollte nur mit den Augen und wackelte vielsagend mit dem Kopf hin und her. „Fein, dann kannst du ja heute Abend deine Sachen aus meiner Wohnung holen und das Feld räumen.“, meinte er. Semir kam zu ihm um den Tisch, legte die Hände auf Bens Schultern und sah ihn tief in seine Augen. „Was wird das jetzt?“, fragte der junge Hauptkommissar etwas irritiert. „Danke.“, kam es von Semir und ehe sich Ben versah, fiel ihm sein Partner um den Hals. „Danke, dass ich bei dir wohnen durfte.“ „Kein Thema.“, erwiderte Ben nur und klopfte seinem Freund aufrichtig auf den Rücken. Dieser begab sich dann wieder zu seinem Platz. „Also, was ist gestern am Sägewerk rausgekommen?“, wollte der Deutschtürke dann wissen.

    „Ich habe mich beworben und eine Stelle bekommen.“, verkündete Ben. Semir sah ihn an. „Du hast was????“, fragte er laut. „Na ich habe mich eingeschleust. Mit Erfolg. Es war sehr gut, dass ich da allein hingefahren bin. Was ich bisher gesehen habe ist nicht unerheblich. Die sind alle bewaffnet. Dieses Sägewerk ist eher eine Festung. Du wirst sofort kontrolliert… also hab ich die „ich-suche-Arbeit-Variante genommen und bin bis zum Chef vorgedrungen. Der wollte mich erst mit jemand auf Tour schicken. Aber dann hat dieser gesagt, er nimmt mich nicht mit. Morgen fange ich um sieben an.“, erklärte Ben zufrieden. „Sag mal spinnst du? Das war doch gar nicht abgemacht! Weiß das die Krüger schon?“, wollte Semir wissen. Ben lachte. „Du bist ja wieder ganz der Alte. Nein weiß sie nicht. Sie will Informationen und ich verschaffe sie ihr. So… und nun erzähl wie es gestern gelaufen ist. Bist du vor ihr auf die Knie gefallen?“, lachte Ben, der es sehr leicht nahm. „Was? Nein…. Ich habe ihr die Blumen überreicht und gesagt, dass es mir Leid tut. Dann hab ich ihr die Kette gegeben, worüber sie sich sehr gefreut hat. Und dann… es war ein sehr schöner Abend. Ja und heute Morgen sprang Aida mir in die Arme. Ich habe sehr genüsslich mit meiner Familie gefrühstückt und deshalb bin ich zu spät. Aber wenn ich geahnt hätte, was du vorhast, dann hätte ich die Versöhnung auf heute Abend verlegt…“, fauchte Semir der mit Bens Aktion nicht einverstanden war. „Na ist doch was. So… ich habe übrigens schon mal ein paar Phantombilder anfertigen lassen. Vielleicht hat unser Computer ein paar Informationen über die Typen im Sägewerk.“, kam von Ben. Semir ließ sich auf seinen Stuhl sinken. „Also gut… dann werden wir die Krüger noch etwas im Dunklen lassen. Ich werde als Polizist vorgehen, du versuchst innerhalb der Bande was zu erfahren. Ben.. bitte sei vorsichtig. Wir wissen nicht mit wem wir es zu tun haben.“, ermahnte Semir ihn. Ben nickte. „Heute Abend sind erst einmal deine Sachen raus…“, schlug Ben vor. „Nee.. das schaffe ich nicht. Du kannst sie doch erst mal im Gästezimmer liegen lassen. Ich hole sie mir die Tage raus.“, meinte Semir nur. Ben stimmte zu.

    Der nächste Morgen brach an und Ben hatte etwas Mühe um sieben pünktlich im Sägewerk zu erscheinen, aber er schaffte es. „Komm!“, befahl der Gorilla der ihn gestern schon im Empfang genommen hatte. Ben zuckte mit den Schultern und stiefelte hinter dem Mann her. Es ging in den hinteren Teil des Sägewerks. „Und hat der Boss ne Arbeit für mich gefunden?“, wollte er wissen und tat ziemlich gleichgültig. „Ja… du darfst hier erst mal kehren. Den Besen findest du dort an der Wand. Die Späne werden da rein gefegt und dann in Säcken gepackt. Der ganze Bereich ist sauber zu machen. Viel Spaß.“, grinste der Mann Ben an. „Hey.. ich bin doch nicht die Putze…“, mokierte Ben auf. „Mach es oder verschwinde!“, kam drohend von dem Mann. „Ist ja gut… du kannst froh sein, dass ich das Geld brauche…“, maulte Ben und schnappte sich den Besen. Er fing an zu kehren. Der Gorilla beobachtete ihn sehr genau. Allerdings gab es nichts an Bens Arbeitsweise zu bemängeln. „Hat deine Freundin dich wohl des Öfteren putzen lasse, was…“, lachte der Gorilla. „Klar doch. Wie heißt du eigentlich?“, wollte Ben wissen. „Mattes…“, kam als Antwort. „Mattes? Das ist die Abkürzung für Mathias oder?“, harkte Ben sofort nach. „Mattes… und es reicht. Mach hinne… wir haben noch Anderes zu tun.“, Ben nickte und kehrte die Späne zusammen.

    „Verdammt….Ben tu doch was…“ kam verzweifelt von Semir. „Hey… du bist doch schon Vater…du musst doch wissen was zu tun ist!!“ stieß Ben aus. „Was wieso?“ wollte sein Partner wissen. „Du hast doch gesagt, dass du bei Aidas Geburt dabei warst!!“ erklärte Ben weiter. „Ja…schon…aber den Teil hab ich irgendwie nicht mitbekommen….“ gab Semir leise zu. In diesem Augenblick schrie Tatjana laut auf und nur wenig später weinte ein Baby. Die Männer die sich eben noch sehr angeregt unterhalten haben, was zu tun ist, schauten erschrocken auf das kleine Wesen. „So und nun?“ wollte Ben wissen. „Normalerweise würde jetzt die Nabelschnur durchtrennt und das Baby wird gebadet. In Tücher wickeln und auf den Arzt warten…Vielen Dank…Sie waren eine sehr große Hilfe…..“ stieß Tatjana geschafft aus. Ben sah Hilfe suchend zu Semir. „Hast du ne Schere?“ wollte er wissen. „Nein…aber Tücher…dann wickeln wir das kleine Würmchen erst einmal ein..“ murmelte er und nahm das Wesen. „Es ist ein Junge…“ gab er bekannt. Tatjana nickte müde. Das die Kinder aus dem Garten rein gekommen waren, hatten die Beiden nicht mitbekommen. „Was macht ihr da mit der Mami?“ fragte das kleine Mädchen. „nichts… frag lieber was die Mama mit uns macht..“ stöhnte Ben leise. „Guck mal…das Baby ist da… Mama geht es dir gut?“ wollte der Sohn wissen. „ja…Cora lauf zur Oma sie soll herkommen…mach schnell…“ kam von Tatjana. Schon war das Mädchen verschwunden. Nur wenig später kam das Mädchen zurück. Im Schlepptau eine ältere Frau die sich umgehend um das Baby und die Mutter kümmerte. „Gehen Sie Bitte“ forderte sie die Männer auf und die räumten tatsächlich das Feld. Nur wenig später war auch der Rettungswagen vor Ort. Mutter und Kind wurden eingeladen und ins Krankenhaus gebracht.

    Auf der Straße stieß Ben ein Stöhnen aus. Er lehnte sich an den Wagen. „Wie war das noch…als Aida zur Welt kam? Sagtest du nicht, dass du alles mitbekommen hast?“ fragte er Semir. Dieser zog die Schultern hoch. „Ja hab ich auch…nur eben nicht wie sie raus kam…weißt du wie das ist, deine eigene Frau schreien zu hören? Vor Schmerzen und du kannst nichts tun? Ja und dann….bin ich…“ murmelte Semir entschuldigend. „in Ohnmacht gefallen… der große Held Semir Gerkhan kippt bei der Geburt seiner Tochter um…“ lachte Ben leise. „Ja aber mach das ja nicht publik….wir sagen einfach wir haben das Kind zur Welt gebracht. Ich meine wir waren immerhin dabei, oder?“ grinste Semir und stieg ein. Ben verzog die Mundwinkel und nickte. „Wenn man das so sieht…stimmt…“ nickte er und stieg ebenfalls ein. „Dann fahren wir jetzt mal zum Chef des Werttransportunternehmens…“ meinte Semir und gab Gas. Sie brauchten nicht lange bis sie vor der kleinen Werkshalle des Unternehmens standen. „Und willst du warten oder kommst du mit rein? Nicht dass du zusammenbrichst..“ lachte Semir. „Ich sehe mich mal auf dem Gelände um. Frag die Mitarbeiter…“ schlug Ben vor. Semir verschwand im Büro, während Ben sich die ersten Leute schnappte die er auf dem Platz sah. „Hallo…Ben Jäger...Kripo Autobahn. Es geht um den Überfall des Transporters heute…“ fing er an. „WAS? Welcher Fahrer?“ stieß der Mann aus. „Ein gewisser Frank Schilling und Christopher Klein. Frank Schilling wurde dabei erschossen…und Christopher Klein liegt mit einer Schusswunde und einem Schock im Krankenhaus.“ Erklärte er. „Mark Findeisen….oh mein Gott…ausgerechnet Frank…ausgerechnet wo der doch in wenigen Tagen Vater wird…“ murmelte Findeisen. „Er ist es heute….wir haben das Baby zur Welt gebracht. Ein Junge…“ erklärte Ben. Mark Findeisen nickte nur. „Dann wird er Frank heißen… so wollte Frank es selbst. Gott…die arme Tatjana…“ bedauerte Mark die Frau des toten Kollegen. „Hatten Sie näheren Kontakt zu der Familie?“ wollte Ben wissen.

    Meinung zu „Alte Freunde“

    So wie Hotte das sieht sehe ich das auch.. der Hamburger besteht ja fast nur aus Salat… hat er Recht… hihi Ach ja ist das nicht schon, wenn man den Drehort sofort erkennt, weil man sein fast 20 Jahren diese Strecke selbst geht… die Schmierereien an der Wand hat ja schon richtig Kult…

    Zur Folge selbst…

    Das Semir und Ben bei der Verfolgung das Auto schrotten ist ja wohl klar gewesen. „im Campingwagen hab ich noch nie geparkt…“lol Semir… ich auch nicht… aber gut das niemand mehr drin wohnte…. Und das die Typen fliehen konnten war irgendwie klar… nach dem Crash aber wenigstens war das Koks nicht in die falschen Hände geraten. Was für ein schmieriger Typ dieser La Cosa (gespielt von Milton Welch) doch war. Klar würde Semir die nächste Begegnung gern in die Zukunft schieben, das es nicht so war, ist ja wohl klar.

    Oh man bei der Todesnachricht und wie Hotte weinte.. da hätte ich den Brummbären am Liebsten in den Arm genommen. Na und Semirs Laune… die war ja wohl auch nicht gerade sehr gut. Die Verfolgung per Müllwagen auch keine schlechte Idee… allerdings würde ich den Platz am Steuer vorziehen, da man dann auch die Richtung bestimmen kann. Tja.. Semir …das Alter macht sich wohl doch so langsam bemerkbar aber ein Motorrad ohne Bremse geht ja auch….nur nicht zum Bremsen. Und wieder kam das Lied von ZZ-Top (La Grange) das war bereits in der Folge „Fieberträume“ zu hören. Und der Abflug von Semir war auch gut.. Besser hinhören Semir… der Besitzer hat es gesagt…dass die Bremsen nicht funktionieren…Oh oh…dieser La Cosa scheint ziemlich gefährlich zu sein, was er ja mit der Bombe in Semirs Wagen eindeutig bewies.

    Was ich sehr positiv fand, war, dass diesmal keiner der Helden im Vordergrund stand sondern Hotte und der hat es auch mal verdient… die Folge ist klasse und sehr traurig gewesen. Allerdings ist dieser Alleingang von Hotte nicht gut… gar nicht gut. Dass er sich da in eine dubioses Geschäft einlässt war doch wohl irgendwie leichtsinnig. Zuerst dachte ich ja, dass die Kollegen Petzold (Konstantin Graudens) und Kowalsky (Christian Koerner) nicht ganz koscher waren. Aber da hab ich mich doch sehr geirrt. Sie wollten einfach nur den Mord an Claudia und den Anschlag auf Bonrath rächen. Doch Rache ist doch nie gut. Doch dass Wolters auch noch dahinter steckte… das war ja wohl zuviel des Guten. Schade nur, das der beste Freund von Hotte dieser Wolters (Christian Tasche) sich zu spät gegen seine Freunde entschieden hatte. Traurig als er in Hottes Armen starb.

    Aber Semir und Ben haben ja diesen Mistkerl von LaCosa bekommen. Und sie decken Hotte… super toll absolut geil… „Jute Fründe stone zusamme….“

    Ben sah sich den Wagen an. Hier war nicht viel zu sehen. Auf dem Beifahrersitz wie auch auf dem Fahrersitz war Blut. Das deckte sich mit der Aussage des Mannes. Er sah sich auf der Ladefläche um. Hier war nichts zu sehen. Nicht ein Cent lag hier. Er wandte sich an einen der uniformierten Kollegen. „wisst ihr wie viel Geld hier war?“ wollte er wissen. „Der Mann sagte was von 60.000 Euro. Verpackt in Jutesäcken und in Geldbomben.“ gab der Kollege Auskunft. „Der Wagen kommt in die KTU. Ich will das die Blutspuren unersucht werden.“ befahl Ben und ging zu Semir. „und was denkst du?“ wollte er von ihm wissen. Semir zog die Schultern hoch. „ich weiß nur, dass wir die Frau des Toten informieren müssen. Sie wohnt in der Stammheimer Strasse 3, in Köln…“ murmelte Semir. Gemeinsam mit Ben fuhr er zu der Adresse. Sie brauchte eine knappe Stunde bis sie dort waren. Hinter der geschlossenen Tür war Kinderlachen zu hören. „ich hasse meinen Job in solchen Situationen..“ stieß Ben aus. Semir konnte das nachvollziehen und drückte auf die Klingel. „Ja ich auch…. Aber wir müssen es tun.“ gab er zurück. Die Tür ging auf und ein ca. fünfjähriges Mädchen stand im Rahmen. „hallo…ist die Mama da?“ fragte Semir freundlich und hockte sich zum Mädchen. „MAMA!!!!“ rief die Kleine. Nur wenig später stand eine Frau mit gewölbtem Bauch vor den Hauptkommissaren. „Gerkhan Kripo Autobahn… mein Kollege Ben Jäger…Frau Schilling… es geht um Ihren Mann…könnten wir einen Augenblick rein kommen?“ bat Semir mit belegter Stimme. Hier war noch mehr Feingefühl angebracht als bei anderen Todesnachrichten.

    Tatjana nicke den Männern zu. Sie hatte schon den ganzen Tag ein ungutes Gefühl und als Frank sich nicht wie gewohnt meldete war ihr klar, dass etwas passiert sein musste. „Was ist mit Frank? Hatte er einen Unfall?“ fragte sie und ließ die Männer ins Wohnzimmer. Die Kinder spielten im Garten hinter dem Haus und Semir sah zu ihnen. Zwei Mädchen ein Junge. Die Mädchen waren Zwillinge. „Frau Schilling….wir haben eine sehr schlechte Nachricht für Sie… bitte versuchen Sie sich nicht aufzuregen….versprechen Sie mir das?“ bat der jüngere der Polizisten. Tatjana nickte und setzte sich. „Wann kommt das Baby?“ wollte Semir wissen um die Situation etwas zu lockern. „in drei Wochen…. Es ist ein Junge.. dann haben wir ein Quartett…“ lächelt Tatjana und streichelte den Bauch. „Frau…. Schilling… ihr Mann….“ fing Semir an. Es war schwer die Worte zu finden. Doch egal wie er sie sagte, sie würden schmerzen. „Frank ist tot… nicht wahr…er ist tot….“ kam tonlos von ihr. Die Augen füllten sich mit Tränen. Semir nickte betroffen. „Er und Christopher Klein wurden überfallen. Ihr Mann wurde sofort erschossen. Christopher Klein angeschossen. Es tut mir sehr Leid…“ erklärte er leise. Tatjana weinte. Doch nur wenige Sekunden und sie krampfte sich zusammen. „Oh nein…nicht jetzt…nicht jetzt…bitte…nicht jetzt…“ stieß sie aus und schrie laut. Ben sah zu Semir. „Das Baby?“ fragte dieser erstaunt. Tatjana nickte.. „Es kommt….es kommt…..“ stöhnte sie.

    „Verdammt Ben!!! Ruf den Rettungswagen!!“ schrie Semir und sah sich gehetzt um. Verdammt was sollte er nun machen? Andrea!! Er rief Andrea an… die wusste genau was zu tun war. „Andrea!! Ich brauche deine Hilfe!!! Ich bin bei einer Frau…sie bekommt ihr Baby…was muss ich machen?“ fragte er hektisch. „Vor allem erst einmal ruhig bleiben… In welchen Abständen kommen die Wehen?“ hörte er Andrea fragen. „Wehen…? Ähm….warte….“ kam von Semir und nach wenigen Augenblicken. „nicht sehr viel …vielleicht drei oder vier Minuten….Andrea….die Fruchtblase ist schon geplatzt…der Rettungswagen informiert…Ben und ich sind allein mit drei Kindern und der Gebärenden….was mach ich denn?“ wollte Semir wissen. „Semir…. Ganz ruhig…wir schaffen das… Also die Frau soll sich flach auf den Boden legen. Und sag ihr sie soll hecheln…das verschafft etwas Zeit…. Ben soll dir heiße Tücher holen und jede Menge auf die sich die Frau legen kann. Und dann sprich mit ihr…beruhige sie…hechele mit ihr… wie du es…oh ich vergas.. du lagst da ja im Behandlungsraum….“ hörte er Andrea lachen. Doch nun passierte das nächste Desaster… Der Akku von seinem Handy war leer und das Gespräch brach ab. Voller Panik sah Semir zu Ben. „Und jetzt?“ fragte dieser. „woher soll ich das denn wissen!!“ fauchte Semir. Tatjana lag jetzt am Boden und hechelte. „Helfen Sie mir doch…“ stöhnte sie.

    „Ist das dein Ernst?“ fragte Ben als Semir ihn eröffnete dass er am Wochenende zu der Veranstaltung des Kindergartens gehen wollte...nein musste. „Bitte...Ben ohne dich halte ich es nicht aus. Und du musst beweisen, ob du auch würdig bist...“ grinste Semir. „Weißt du was.... für dich mach ich den Spaß sogar mit. Was meinst du denn mit Spende?“ harkte er nach. „Nun ja... der Kindergarten ist in einer ziemlichen Ruine und da wird sicher einiges rein zu stecken sein. Neue Mauern hoffe ich nicht. Aber ich kenne mich in der Materie nicht aus.“ Meinte Semir nur. Ben lächelte. „Ich kenne einen, der sich da garantiert auskennst. Ich könnte ja mal meinen alten Herren fragen ob er sich den Kindergarten anschaut...“ schlug Ben vor. „Echt? Das wäre echt klasse...wirklich...“ nickte Semir. „Ich sagte ich könnte ihn fragen. Er ist noch für zwei Wochen im Urlaub, aber danach denke ich wird er sicher dafür Zeit haben.“ lachte Ben nur. „Ach so....eine kleine Gabe für die Renovierung wäre auch nicht schlecht. Die sammeln dort, weil der Kindergarten nicht unterstützt wird. Von daher ist er auch nicht so teuer...“ hängte Semir schnell an. Sie fuhren gerade auf die Autobahn, als ein Funkspruch kam. „Semir! Ben! Überfall auf einen Geldtransporter. Ein Toter… ein Verletzter...“ kam eine Stunde später durch. „Wo genau?“ harkte Ben sofort nach. „Rastplatz Knappsack! Ein gewisser Christopher Klein hat angerufen. Sein Kollege und er wurden von vier vermummten Männern überfallen. Sein Kollege erschossen. Er selbst angeschossen.“ war die Antwort. Sofort machte Ben das Blaulicht an und Semir trat das Pedal durch.

    Es dauerte nicht lange bis sie am Ort des Geschehens waren. Der Notarzt kümmerte sich um einen ca. 30jährigen Mann, der mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden saß. „Gott…Frank hatte doch nichts getan…ich versteh es nicht….ich versteh es einfach nicht..“ stammelte er verständnislos. „Sie sind Christopher Klein?“ fragte Semir und sah den Mann an. „Ja…er hat nichts getan…sie haben ihn eiskalt abgeknallt…sie haben einfach nur geschossen…“ erklärte er. „Herr Klein… was genau ist passiert?“ wollte Semir wissen. Christopher sah ihn an .“Wer sind Sie?“ fragte er. „Semir Gerkhan…das ist mein Kollege Ben Jäger… wir sind von der Autobahnpolizei. Kripo genauer gesagt. Können Sie uns bitte sagen was genau passiert ist…“ bat Semir ihn. „Ich…ich bin gefahren und….Frank musste mal raus und…ich bin auf den Rastplatz und….plötzlich waren vier Mann am Wagen. Frank hatte schon geöffnet und ich sah nur in diesen Waffenlauf…ich…ich konnte nicht reagieren. Und dann hallte der Schuss. Frank fiel in meine Arme und…ich….ich…“ erklärte der geschockte Mann und fing an zu weinen. „Danach haben die das Geld genommen und...ich konnte mich nicht wehren...ich ....“ schluchzte er weiter. Semir sah betreten zu Ben. „Herr Klein... ich verstehe, dass Sie fertig sind, aber…Sie müssen uns jetzt helfen…bitte versuchen Sie sich zu erinnern. Haben diese Männer was zu Ihnen gesagt? Irgendwas? Konnten Sie die Gesichter sehen?“ versuchte Semir zu erfahren. „Nein…die waren vermummt… Sie haben die Waffen auf uns gerichtet und nur mit Zeichen klar gemacht was sie wollten. Ich.. habe nur die Waffe sehen. Ich habe ihnen dann das Geld gegeben und dann haben sie auch auf mich geschossen. Einfach so….Ich habe mich tot gestellt.“ erklärte Klein etwas gefasster. Semir nickte. „Okay… Sie werden jetzt ins Krankenhaus gebracht. Gibt es jemanden den wir benachrichtigen sollen?“ wollte Semir noch wissen. „nein... die Frau von Frank… sie weiß noch gar nicht was hier passiert ist. Er hat drei Kinder und das vierte ist unterwegs…Die Arme….ich…ich…versteh es einfach nicht...“ wieder fing der Mann an zu weinen. Der Arzt sah die Beiden warnend an. „Der Mann hat einen Schock. Wir werden ihn jetzt mitnehmen.“ legte er fest. Semir nickte nur.

    6. Kapitel:
    die Entschuldigung, das Sägewerk und weitere Probleme

    Gleich am nächsten Morgen lieferte Semir das Bild beim Juwelier ab und es wurde ihm versichert, dass die Kette bis 18 Uhr fertig sei. Danach ging es zu den ersten Sägewerken, die alle zum Glück leicht von der Autobahn erreichbar waren. Die Besitzer führten die Kommissare herum und versicherten ihnen, dass sie nur Holz von ihren jeweiligen Holzbauern verarbeiten würden. Drei Mal hatten die Kommissare schon Nieten gezogen und so machten sie sich auf den Weg zum vierten Sägewerk. Hier sollten sie allerdings etwas mehr Informationen erhalten. „Nun ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die dort illegales Holz verarbeiten. Normalerweise werden die Sägewerke sehr stark kontrolliert und da ich zu den Kontrolleuren gehöre, weiß ich wovon ich spreche.“, meinte Alfred Wirth zu den beiden Hauptkommissaren. Semir sah Ben an. „Sie sind sich wirklich sicher? Ich meine, es ist jetzt nicht die Hoffnung einen Konkurrenten auszustechen, oder?“, harkte er nach. „Ganz sicher nicht. Wir arbeiten ziemlich konkurrenzlos, auch wenn es mehrere Sägewerke gibt. Jeder hat seine Händler und die Vergabe von Aufträgen wird streng kontrolliert. Allerdings haben wir es bei dem Sägewerk „Friedbolde“ sehr große Probleme. Die lassen keine Kontrollen durch und wurde deswegen zwangsstillgelegt. Das ist üblich, um dem Betreiber zu zeigen, dass er nicht alles machen darf. Leider ist es bisher nicht auf fruchtbarem Boden gefallen. Aber ich denke nicht, dass das Werk derzeit besetzt ist… wie gesagt… zwangsstillgelegt.“, lachte Wirth. Semir nickte erneut. „Also gut… wir werden dieser Spur natürlich nachgehen. Vielen Dank… Sie haben uns sehr geholfen.“, bedankten sich die Polizisten und fuhren zu dem Sägewerk. Semir sah auf die Uhr. „Mensch….es ist schon halb sechs…. Ich muss doch die Kette noch abholen…“, stieß Semir aus. Ben sah ihn an. „Gut… dann fahre ich dich zum Juwelier und dann zum Sägewerk. Für mich ist es wichtig, dass du und Andrea wieder zusammen kommt. Sie wird sich bestimmt freuen und dich wieder aufnehmen.“, versprach Ben, der sofort Semirs besorgtes Gesicht sah. „Ich hoffe es wirklich… man ich liebe diese Frau mehr als mein Leben…“, stieß Semir aus. Nur knappe zehn Minuten später standen sie vor dem Juwelier. „Meinst du, du kannst das mit dem Sägewerk allein machen? Ich meine wir können ja auch morgen hinfahren, oder ich hole die Kette morgenfrüh ab und wir fahren jetzt hin…“, schlug Semir vor. Ben schüttelte den Kopf. „Ich schaff das schon…“, versprach Ben. „Also gut… dann hole ich die Kette… Warte mal… kannst du mich dann zu Andrea bringen? Also nicht direkt vor die Tür, aber …?“, fragte Semir nach. Ben lachte und nickte. „Ja sicher… beeile dich…“

    Andrea erschrak als es klingelte. Sie sah auf die Uhr. Es war fast sieben und sie erwartete keinen Besuch. Als sie durch das Fenster in der Tür sah, hoffte sie jemanden zu sehen, doch hier war nur ein riesiger Blumenstrauß zu erkennen. Sie öffnete. „Ja bitte?“ fragte sie freundlich. Der Strauß wurde heruntergelassen. Semirs Gesicht kam hervor. Andrea sah ihn an und wollte gerade die Tür schließen als sie an die Worte der alten Frau von heute dachte. „Was ist?“, fragte sie kühl. „Ähm… Andrea… ich… ich möchte dich um Verzeihung bitten…ich liebe dich mehr als mein Leben und… ich hab mich einfach wie ein Idiot benommen. Bitte… vergib mir…“, sagte ihr Mann und anhand seiner Stimme war zu hören, dass er es ernst meinte. Doch wenn sie glaubte, dass er sich nicht mehr einfallen ließ wurde sie eines Besseren belehrt. Denn Semir ließ sich, nachdem sie den Strauß angenommen hatte auf die Knie fallen. Er faltete die Hände und sah sie flehend an. „Bitte…. Ich kann ohne dich und Aida nicht leben…vergib mir…bitte…“, kam leise über seine Lippen. Andrea musste schmunzeln. Semir so demütig zu sehen, tat ihr irgendwie weh. „Komm rein…“, sagte sie leise. Semir erhob sich und betrat zum ersten Mal wieder sein Haus. Im Wohnzimmer drehte er sich zu Andrea um. „Ich habe noch etwas für dich… Andrea… ich liebe dich wirklich…. Ich weiß… ich habe deinen Geburtstag vergessen, den Hochzeitstag… aber ich … sieh mal… ich muss mir so vieles merken und…also was ich eigentlich sagen will ist…. Das ich…“, stammelte er und knetete die Hände nervös. Andrea stellte sich vor ihm und küsste ihn nur. Langsam gingen seine Arme um ihren Körper und er hielt sie nur fest. „Ich liebe dich doch auch…“, gab sie zu. Die Umarmung dauerte eine ganze Weile und plötzlich stieß Semir ein Jauchzen aus. „Ich hab noch was für dich…hier… sieh…“, verkündete er und zog das Geschenk aus der Jackentasche. Andrea packte es aus und sah sich das wunderschöne Schmuckstück an. „Du kannst es öffnen…“, sagte Semir. Andrea tat es und sie strahlte über das ganze Gesicht. „Danke….das ist wunderschön…“, kam von ihr und wieder lagen sich die Beiden in den Armen.

    Claudia sah ihre Kollegin Michaela an. „So das waren die Letzten..“ sagte sie. „Mein Gott waren die heute anstrengend..“ stöhnte Michaela und winkte dem letzten Kind aus ihrer Gruppe zu. Die Beiden leiteten einen Kindergarten ohne kirchlichen Beistand. Insgesamt betreuten sie 25 Kinder in zwei Gruppen. Doch es gab ein Problem. Da der Kindergarten mitten im Wohngebiet lag waren einige Nachbarn vor Gericht gezogen, weil sie sich von dem Kinderlachen gestört fühlten. Zunächst legte der Richter den beiden Erzieherinnen auf, sich um die Kinder zu kümmern und dafür zu sorgen, dass sie während der Ruhezeit bis mindestens 15 Uhr ruhig zu sein haben. „Die stellen sich das so einfach vor. Mann das sind doch noch Kleinkinder… die kennen die normalen Zeiten doch gar nicht.“ Stieß Claudia wütend aus. Michaela verstand ihre Freundin und Kollegin sehr gut. „Hör mal… ich finde wir sollen es versuchen. Wir sollten uns endlich eine andere Räumlichkeit suchen. Ich hätte da was in der Nähe am Rhein. Aber das muss renoviert werden. Wir sollten es uns anschauen, was hältst du davon?“ schlug Michaela vor. Claudia nickte „Ich bin dabei. Immer noch besser als den Süßen hier die Freude zu verderben. Wo genau ist das?“ wollte sie wissen. „Marienburg… eine alte Anlage… ein großer Park wo die Kleinen ohne zu stören spielen, schreien, lachen können.“ kam stolz von Michaela. „Gut… fahren wir hin und sehen es uns an.“ Schlug Claudia vor. Schon waren die beiden Frauen unterwegs. Doch als sie am alten Gebäude angekommen waren sah es nicht gerade sehr rosig aus. „Hier müssen wir einige Tausende reinstecken. Wie willst du die denn zusammen bekommen? Das Elterngeld ist nicht so hoch…“ stöhnte Michaela. „Dann werden wir das Geld eben sammeln… die Eltern unserer Babys werden uns sicher helfen und ich könnte mir vorstellen dass noch andere mitmachen. Wir werden einen tollen Spieltag machen. Spiele für alle. Für Jung und Alt… Und dann wirst du sehen...im Nullkommanichts haben wir die Renovierungskosten im Kasten..“ prophezeite Claudia. Michaela sah sie skeptisch an. „Also gut... ich bin dabei und was für Spiele hast du da gedacht?“ ließ sie sich breitschlagen. „Schlammschlachten für Erwachsene... wir beide im Ring und die anderen zahlen einen kleinen Eintritt. Die Herren der Schöpfung werden sicher begeistert sein, außerdem können wir so mal unser Hobby ausleben...“ schlug Claudia vor. Michaela lachte leise. „Schlammcatchen... da bin ich dabei...“ stimmte sie ein. Nur wenige Tage später war der Vertrag unterzeichnet und die Eltern über den Umzug informiert. Auch der Flyer wegen der Veranstaltung wurde den Kindern bzw. den Eltern mitgegeben.

    Am nächsten Morgen saß Andrea mit Semir und Aida am Tisch. „Semir....hast du schon mitbekommen...der Kindergarten von Aida zieht um. Am Rhein...ein wunderschönes kleines Anwesen ohne nörgelnde Anwohner.“ erklärte sie. Vor wenigen Tagen wurde die darüber informiert, dass die Anwohner dem Kindergarten gegenüber Beschwerden eingereicht hatten und sich über den Lärm der spielenden Kinder aufgeregt hatte. Einer der Richter hielt es für sinnvoll und forderte die Erzieher auf, die Kinder ruhig zu halten. „Diesen Richter würde ich sehr gern mal persönlich gegenübertreten und dann sagen, was ich von seinem Urteil halte. So etwas ist einfach unmöglich...“ knurrte Semir. „Wie kann man sich über das Lachen der Kinder aufregen? Wie frage ich dich. Es gibt nichts schöneres...“ hängte er an. Andrea nickte. „Ja aber da gibt es noch ein Problem. Das Gebäude muss renoviert werden und da der Kindergarten weder städtisch noch kirchlich unterstützt wird benötigen sie Geld der Eltern und Eigeninitiativen. Ich werde mich dort auf jeden Fall engagieren.“ gab Andrea bekannt. „Ja sicher... aber nicht zu hart...denk an unser Kind und außerdem hast du ja auch noch die Jugendlichen. Übernehme dich nicht... Andrea...“ bat Semir. „Mach ich nicht... aber ich will dem Kindergarten auch helfen. Finanziell und mit eigenem Einsatz. Ich dachte mir, dass wir eine Geldspende machen und außerdem zu dieser Veranstaltung gehen. Semir.... ich will das du mitkommst. Von mir aus auch Ben und all die Kollegen. Es ist doch für einen guten Zweck. Oder aber wenn ich in der Wache sammele. Jeder nur einen kleinen Betrag... das hilft....“ schlug Andrea vor. Semir nickte. „Ich geben 200 Euro....das kannst du dann schon mal verbuchen.“ legte Semir den Betrag fest und bekam von Andrea einen dicken Kuss. „Danke du bist der Beste...“ lobte sie ihn. „und Ben wird sicher auch was geben. Er will schließlich Patenonkel für unser Kind werden...“ lachte er nur.

    Christopher Klein sah seinen Dienstkollegen an. „Weißt du was mir absolut nicht passt?“ wollte er von Frank Schilling wissen. „Nee…aber so wie ich dich kenne Chris, wirst du es mir gleich sagen.“ Mutmaßte dieser. „Überleg mal. Wir haben doch einen beschissenen Job. Wir kurven hier für die Banken rum und haben manchmal so viel Geld auf der Ladefläche, dass wir damit ein schönes Leben machen können. Aber nee.. .was tun wir? Wir bringen es brav zur Bank und kassieren dafür einen Lohn, der sich nicht lohnt. Wenn wir überfallen werden, dann bekommen unsere Witwen ein paar tröstende Worte und mehr nicht…“ knurrte Christopher. „Hey… dazu musst du erst einmal verheiratet sein. Ich habe Frau und drei Kinder und bin froh über jeden Job den ich haben kann. Ich finde es nicht weiter schlimm.“ meinte Frank nur. Chris schüttelte den Kopf. „Siehst du genau das meine ich… was würde denn mit deiner Frau passieren, wenn du erschossen wirst? Nichts.. sie wird trauern und nicht wissen, wie sie die Kinder großziehen soll, was sie ihnen sagen wird, warum…..der Vater nicht mehr da ist..“ kam von ihm. Frank lachte. „Nur keine Sorge…ich habe sie abgesichert. Risikolebensversicherung. Wenn mir was passieren sollte, dann bekommen sie genügend Geld, dass sie ohne Sorgen leben kann…“ lachte Frank leise. „Das ist gut…dann hast du sicher nichts dagegen, wenn du nun stirbst oder?“ wollte Chris wissen und zog seine Waffe. Er richtete sie auf Frank, der ihn verdutzt ansah. „Was soll das?“ fragte er doch im gleichen Augenblick wusste er was sein Kollege meinte. „Du …Chris…bitte nicht…bitte…“ flehte er und glaubte sogar zu sehen, wie die Kugel aus dem Lauf kam. Sein Leben rannte in Sekunden an ihm vorbei. Den Einschlag spürte er nicht mehr.

    Eine Stunde später traf er sich mit Semir im Büro. „Was macht der Kopf?“ wollte Ben wissen, als er das Pflaster sah. „Geht so.... war nicht weiter schlimm.“ wiegelte Semir ab. „Und das Auto?“ harkte Ben nach. „Ist bei Hartmut...“ erklärte Semir und widmete sich dem Bericht. „Tamara geht es gut. Sie erholt sich langsam. Aber da werden die Psychologen sicher noch ne Menge Arbeit mit haben. Das arme Ding. Das Heim wird aufgelöst und die Kinder dort werden auf die anderen Heime verteilt. Stell dir vor... dieser Weidmeyer hat sogar Buch geführt. Welches Mädchen er wann missbraucht hat. Der war doch krank. Ich verstehe nicht, wie man einem solchen Kerl die Leitung über ein Kinderheim geben kann. Das ist doch unverantwortlich...“ stieß er wütend aus. Ben nickte nur. „Ich habe mit Janina und den anderen Mädchen gesprochen. Der Typ hat sich an fast alle vergangen sobald sie fünfzehn geworden waren. Janina erzählte mir, dass er es Vorbereiten auf das Erwachsensein nannte. Perverses Schwein...“ stieß Ben aus und legte alles was er an Verachtung aufbringen konnte in diese letzen beiden Worte ein.

    Kim Krüger sah, dass die Beiden da waren und wollte sie zu dem gelösten Fall gratulieren, doch bevor sie anfangen konnte etwas zu sagen, kam Hartmut ins Büro gestürmt. „So... Semir... die Beule ist nicht ganz raus. Du hast dir den Motor verbogen, wie schnell warst du denn?“ platzte auch ihm heraus. Kim die hinter der Tür stand sah er bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Semirs Blick fixierten ihn erschrocken, doch es war zu spät. „Sagten Sie mir nicht etwas von einer kleinen Beule und ein paar Schrammen?“ wollte Kim wissen und man hörte die Wut in diesen Worten. „Nun ja... also ich meine... der Baum war ja nicht ganz so breit... also höchstens ...“ erklärte Semir und machte mit den Händen eine Abstandsanzeige. „Mehr war das bestimmt nicht...“ entschuldigte er sich. Kim schüttelte nur den Kopf. „Wir sprechen uns noch...“ grollte sie und verließ das Büro. „Verdammt Hartmut!!“ stieß Semir aus. „Entschuldigung.... ich hab sie nicht gesehen...“ kam leise von dem Rotschopf. Ben grinste vor sich hin. „Ja... ja... Semir Gerkhan und die Autos. Ich finde man sollte dir Bürodienst aufhalsen...“ kam schadenfroh von ich. „Hey... dein Auto ist auch kaputt!“ beschwerte Semir sich. „Ja... aber das sind wirklich nur Kratzer...ich hatte keine Schuld“ verteidigte Ben. „Ich doch auch nicht... ich hab den Baum da nicht hingestellt!“ meinte Semir nur und warf den Bericht in die Ablage. „Semir.... der Baum war mindestens vier Meter hoch... den konnte man doch nicht übersehen....“ tadelte Ben ihn und man merkte es... das es ihm so richtig Spaß machte Semir zu ärgern.

    Nur drei Wochen später erhielten sie Besuch. Tamara kam zu ihnen auf die Wache. Semir und Ben begrüßten sie freundlich. „Wie geht es dir?“ wollte Ben wissen. „Danke... es geht wieder. Ich versuche nur diese schrecklichen Minuten zu vergessen. Ich wollte mich noch einmal bedanken. Dafür dass Sie beide mich gerettet haben. Es tut mir nur Leid für Bonney... sie starb weil ich Geld sparen wollte. Wenn ich direkt in den Zug gestiegen wäre, wie sie es wollte, dann könnte sie noch leben. Ich bin indirekt Schuld an ihrem Tod und muss damit leben. Doch eins weiß ich ganz genau.... Ich werde nie wieder trampen.“ versprach Tamara. Ben und Semir reichten ihr die Hand. „Danke für Alles...“ Tamara wischte sich eine Träne weg. Nach dem Besuch in der PAST fuhr sie zum Friedhof. Sie suchte das Grab ihrer Freundin auf. „Hey... wir haben so richtig Scheiße gebaut, nicht wahr. Ich wollte dir nur sagen,... ich meine... Bonney... du fehlst mir...“ weinte Tamara leise. Sie legte frische Blumen auf das Grab und wollte gerade gehen, als die Eltern von Bonney ans Grab traten. „Tamara warum kommst du uns denn nicht besuchen?“ fragte Bonneys Mutter. Tamara erschrak. Was sollte sie nun sagen.

    „Ich...ich...“ fing sie an und holte tief Luft. „Ich habe doch schon genug Kummer bereitet... ich bin Schuld daran, das ... das Bonney....“ erklärte sie dann stockend. Antonia Runge sah sie an und nahm sie in den Arm. „Aber Tamara...wir machen dir keine Vorwürfe. Es hätte überall passieren können. Wir waren sehr froh als wir hörten, dass du überlebst. Bitte... komm uns mal besuchen. Wir können dir sicher helfen.“ bat sie. Das Mädchen in ihren Armen fing an zu weinen. Antonia drückte sie fest an sich. „Schon gut... Kleines... weine nur... es hilft.“ sagte sie leise.

    Ende

    „Würde ich jetzt nicht so sehen. Nur ein paar Kratzer und eine Beule.“ erklärte er anschließend. „Das hoffe ich für Sie. Die Typen die Sie gestellt haben sind geständig. Sie haben den Mord an Bonney und auch an Dominique gestanden. Ich erwarte Ihren Bericht!“ gab Kim Krüger durch. „Selbstverständlich Chefin...“ grinste Semir. Hoffentlich hält Hartmut dicht, wenn er den Wagen sieht. Er griff zum Handy und rief den rothaarigen KTU-Mann an. „Hartmut... wie geht’s.“ fing er an. „Oh... Semir.... was liegt an?“ fragte dieser sofort. „Wieso muss denn was anliegen?“ tat Semir unschuldig. „Weil du sonst nicht anrufst. Wie schlimm ist der Wagen diesmal ramponiert?“ harkte Hartmut sofort nach. „Och... nicht schlimm. Ich hab einen Baum geküsst.“ Murmelte Semir ins Handy. „Oh... weiß die Krüger davon?“ kam die nächste Frage. „Ja sicher... ich hab es ihr schon gesagt. Sie ist zwar nicht begeistert, aber sie setzt die Hoffnung auf dich. Sie sagte wortwörtlich... das du es wieder hinbekommst. Du willst sie doch nicht enttäuschen oder?“ log Semir. „Nein... natürlich nicht. Wo stehst du oder ist der Wagen noch fahrbereit?“ harkte Hartmut nach. „Nun ja... nur wenn ich den Baum fälle...“ grinste Semir leicht. „Okay.. ich komme hin. Wo stehst du genau?“ stöhnte Hartmut. „Nicht weit vom Kinderheim an der A1... Hinter der Raststätte.“ erklärte Semir kurz. „Okay... in einer halben Stunde bin ich da.“ Semir legte auf.

    Ben fuhr gleichauf mit Weidmeyer, der immer noch nicht aufgab. Weidmeyer zog den Wagen auf seine Spur und rammte ihn. Das höhnische Grinsen, als er in Bedrängnis geriet, ließ in ihm die Wut aufsteigen. Der Mercedes war viel besser zum rammen geeignet. So zog er kurz nach links um dann mit einem heftigen Ruck nach Rechts zu lenken. Nun kam Weidmeyer in Bedrängnis. Der Golf brach aus und bei Tempo 180 war das kein Vergnügen. Weidmeyer verlor die Kontrolle, der Wagen durchbrach die Leitplanke und rauschte in die Botanik. Ben hielt an, stieg aus und sah wie sich der Wagen überschlug. „Scheiße...“ stieß er aus und sprang über die Leitplanke um dem Wagen zu folgen, doch bevor er ihn erreicht hatte gab es eine heftige Explosion. Der Golf stand in hellen Flammen. Obwohl er kaum Hoffnung hatte, das Weidmeyer herausgeschleudert wurde, suchte Ben die Umgebung ab. Doch er fand nichts. Langsam ging er zum Wagen um die Feuerwehr und die Kollegen zu informieren. Nachdem die Löscharbeiten beendet waren, konnte man die verkohlte Leiche erkennen. „Tja... wenn du angehalten hättest, währest du mit dem Leben davon gekommen. Nun viel Spaß in der Hölle...“ sagte Ben nur leise.