Beiträge von Elvira

    „Frau Frings... bitte überlegen Sie... hat Ihr Freund irgendwo einen Unterschlupf? Überlegen Sie bitte sehr intensiv...“ redete Kim Krüger auf die Exfreundin von Christopher Klein ein. „Ich weiß es nicht... Gott ich kann ja nicht einmal gerade denken..“ stieß Michaela aus. Claudia sah sie mitleidig an. „Finden Sie nicht, das Michaela schon genug durchgemacht hat? Sie hat erfahren, dass der Mann, den sie liebt ein Mörder ist. Schnappen Sie sich diesen Mistkerl und gut ist...“ fauchte sie Semir und Kim an. „Frau Hilschberg...wir versuchen alles um ihn zu fassen. Vergessen Sie bitte nicht, dass er unseren Kollegen in seiner Gewalt hat.“ gab Semir gelassen zurück. „Das habe ich nicht vergessen, Herr Gerkhan... ich denke Sei sollten dort ansetzen wo es sinnvoll ist. Oder warten Sie doch bist der kranke Typ anruft und das Geld fordert!“ meinte Claudia wütend. Sie nahm Michaela in den Arm und versuchte sie zu trösten. Semir sah zu Kim. Er konnte nicht ganz bestreiten, dass es ein guter Vorschlag war. Christopher Klein wollte das Geld haben. Er würde sich kurz über Lang bei ihm melden. „Sie hat Recht... wir sollten abwarten..“ sagte er leise zu Kim. Auch sie nickte nur. Es sollten noch Tage vergehen, bis Christopher Klein sich meldete.

    Ben spürte Hunger. Wie lange hatte er nun schon nichts mehr gegessen? Die Tür ging auf und Christopher Klein kam herein. In seiner Hand hielt er eine Tüte von McDonalds. Ben verdrehte die Augen. „Hier…iss!“ fauchte Christopher ihn an. „Haben Sie nichts Besseres? So einen Dreck esse ich nicht!“ gab Ben wieder. Christopher sah ihn erstaunt an. „Hast du keinen Hunger?“ wollte er wissen. „Doch aber nicht so was…“ fauchte Ben zurück. Chris griff in die Tüte und nahm einen Hamburger aus der Verpackung. Er griff ihn und ging zu Ben. Dann zerrte er ihn mit einem Griff in die Haare den Kopf in den Nacken und drückte den Hamburger gegen den Mund. Ben hielt ihn fest geschlossen. Doch Christopher zerrte immer stärker in den Haaren. Ben stöhnte erst nur auf. „Iss!! Oder ich prügele es dir rein!“ drohte er seinem Opfer. Ben versuchte seinen Kopf zu drehen. Chris lachte gemein. „Also gut…dann auf die harte Tour..“ meinte er nur und packte Bens Nase. Er drückte sie ihm zu. Ben bekam Panik. Er musste den Mund aufmachen…er musste atmen. Nach wenigen Sekunden öffnete er den Mund. Christopher stopfte ihn den Hamburger rein und presste anschließend das Kinn hoch. „Iss! Danach darfst du atmen..“ sagte er höhnisch. Ben musste essen wenn er nicht ersticken wollte. Er würgte den Burger runter. „Hier zum nachspülen, oder muss ich dich auch dazu zwingen?“ wollte Christopher wissen. Ben schüttelte den Kopf. Er nahm die Cola und trank. „Na also…beim nächsten Mal machst du das freiwillig klar?“ fauchte Christopher ihn an und verschwand. Ben lehnte seinen Kopf gegen die kalte Stange.

    Der nächste Tag brach an. Semir lief wie ein gefangenes Tier in seinem Büro auf und ab. Er wartete auf den Anruf von Klein und auf den von Konrad. Endlich gegen zehn klingelte das Telefon. „Jäger hier… Semir… ich bekomme das Geld heute Nachmittag. Hat sich der Entführer bereits gemeldet?“ wollte Konrad wissen. „Nein…bei mir nicht…Konrad… ich…ich komme gleich zu Ihnen…“ versprach Semir. Vielleicht rief Klein ja auch bei Jäger an. Es wäre immerhin eine Möglichkeit. Semir fuhr los. Als er die Hälfte der Strecke hinter sich hatte, klingelte sein Handy. „Ja...Gerkhan…“ meldete er sich. „Haben Sie das Geld?“ wollte der Anrufer wissen. „Ich hole es gerade ab, Klein… wo ist Ben? Ich will mit ihm reden!“ forderte Semir auf. „Du stellst keine Bedingungen. Noch geht es ihm gut, aber ich kann es ändern. In zwei Stunden auf dem alten Rasthof Eifeltor!“ forderte Klein ihn auf. „Das schaffe ich nicht. Das Geld ist erst heute Nachmittag da…ich brauche etwas mehr Zeit..“ ließ Semir verlauten. „Das ist nicht gut für den armen Ben…“ tadelte Klein ihn höhnisch. „Hören Sie…ich tu was Sie verlangen, aber Sie müssen mir auch etwas entgegen kommen! Ich bekomme das Geld erst…Hallo? … Hallo?“ stieß Semir ins Handy. Doch der Anrufer hatte aufgelegt. „Verdammt…“ fluchte er und konzentrierte sich weiter auf die Straße und den Verkehr. Doch nur wenig später rief er Susanne an. „Lass alle Gespräche die auf meinem Handy ankommen überwachen…der Erpresser hat eben schon angerufen..“ gab er durch und beendete das Gespräch.

    Für Ben endete die Fahrt als unfreiwilliger Fahrgast von Christopher Klein. Dieser stieg aus und zog wenig später Ben aus dem Wagen. „So…dann zeig ich dir mal wo du die nächsten Stunden verbringen wirst..“ lachte er und stieß Ben vor sich her. Dieser taumelte. Er spielte den Erschöpften und hoffte so eine günstige Gelegenheit zu bekommen um Klein zu überwältigen. Wieder erhielt er einen Stoß. Er war nicht heftig, dennoch fiel Ben zu Boden. „Hey...nicht schlapp machen! Wir haben doch noch gar nicht angefangen“ lachte Christopher und wollte ihn hochziehen. Das war der Moment in dem Ben regelrecht explodierte. Er stieß seine Beine heftig in den Unterleib von Christopher, der in diesem Augenblick sicher die Glocken läuten hörte. Mit einem Urschrei wälzte er sich am Boden, während Ben aufsprang und einfach in den Wald rannte. Er wusste genau, dass es nicht lange dauern würde bis Klein sich erholt hatte. Bis dahin musste er wenigstens die Hautstraße erreicht haben. Doch mit den gefesselten Händen war es sehr hinderlich. Nur wenige Minuten und er hörte wie Christopher hinter ihn her rannte. Kurz darauf schlug eine Kugel dicht vor ihm in den Baum. Ben blieb abrupt stehen. Er wusste genau, dass er verloren hatte, doch vor Kugeln wegzulaufen, war aussichtslos. Er hob die Hände und drehte sich langsam um. Nur wenige Meter vor ihm war die Straße. Doch für Ben war sie unerreichbar. Christopher baute sich vor Ben auf. „Das war ein schwerer Fehler von dir, mein Freund...“ sagte er und holte mit der Waffe aus. Der Lauf ging Ben durch das Gesicht und hinterließ einen blutigen Streifen. Ben sackte zusammen. Er verlor das Bewusstsein und wurde von Christopher zum Haus zurück getragen. Als er wieder zu sich kam war er an einer Stange gefesselt die dicht über seinen Kopf hing. Er kniete darunter. Es war extrem unbequem.

    Christopher griff zum Handy und rief Michaela an. „Hallo Michi....willst du es dir nicht noch einmal überlegen? Ich liebe dich doch...bitte komm mit mir..“ sagte er durch. „Chris... wo ist der Polizist? Lebt er noch oder hast du ihn auch getötet? So wie Frank?“ hörte er seine Freundin fragen. „Er lebt...willst du dass es so bleibt? Ist der andere Bulle bei dir?“ harkte er nach. „nein... ich bin allein. Chris... bitte gib auf... ich werde niemals mit einem Verbrecher mein Leben teilen!!“ schrie Michaela wütend und beendete das Gespräch. Christopher ließ das Handy sinken. „Verdammt ich liebe dich doch...“ weinte er leise. Wut stieg in ihm auf. Daran ist nur der verdammte Bulle schuld...redete er sich ein. Er hat dafür gesorgt, das Michaela die Wahrheit erkannte. Er wollte doch ein schönes Leben mit ihr haben....ohne Sorgen ohne Kindergeschrei...war es denn nicht das, was Michaela auch wollte? War es nicht ein Traum von beiden ohne Stress zu leben? Ihm gingen Fragen durch den Kopf. Verdammt...was wenn die Bullen ihn nun orten? Schnell nahm er die Simkarte aus dem Handy. Wie gut, dass er mehrere davon hatte. Vielleicht hatte der Bulle auch noch ein Handy? Er musste höllisch aufpassen. Niemand durfte ihn auf die Schliche kommen... niemand durfte ihn hier finden. Er ging zu Ben, den er im ehemaligem Kohlenkeller angekettet hatte. Die Luft war staubig und stickig.
    Ben sah auf, als Christopher Klein in den Raum kam. „Wo ist dein Handy?“ fauchte er ihn an. „in der rechten Jackentasche...“ gab er zurück. Warum sollte er auch nicht sagen wo sein Handy war. Wenn Klein es benutzte war es sehr einfach seine Spur zu finden. Klein griff ihn mit einer Hand ins Haar und zerrte den Kopf in den Nacken. Die andere Hand glitt in seine Jackentasche und holte das Handy hervor. Dann ließ er Ben los. Klein sah sich das Handy interessiert an. „Hübsches Ding...“lachte er und warf das kleine Gerät gegen die Wand. Es zersprang. „Hey du Arsch!!“ schrie Ben wütend. Klein sah ihn an. „Ich will doch nicht, dass deine Freunde mich finden..“ lachte er und verschwand. Ben blieb allein zurück. Wie zum Teufel sollte Semir ihn finden? Er wusste ja selbst nicht wo er war. Obwohl er immer wieder versucht hatte sich den Weg zu merken wusste er nicht wo er war. Es sah sehr ländlich aus, aber dafür gab es tausend verschiedene Wege. Klein fuhr kreuz und quer über die Autobahn, Landstraße durch die Stadt... nach einiger Zeit verlor Ben den Überblick. Er versuchte sich daran zu erinnern. Etwas Markantes...etwas woran er sich orientieren konnte. Doch da war nichts. Von seinem Gefängnis aus konnte er nicht einmal nach draußen sehen. Nur ein kleines Fensterchen eher ein Guckloch war in der Wand und ließ den Raum in einem extrem schummerigen Licht erscheinen. Ben versuchte sich etwas bequemer hin zu setzen. Es gelang ihm nicht wirklich, dennoch war es etwas besser als unter der Stange zu knien.

    Wie sollte Ben nun Semir benachrichtigen? Er hatte sein Handy in der Eile notgedrungen nicht mit und er sah hier kein gutes, altes Münztelefon, das er benutzen konnte und wenn er das Telefon im Büro benutzte, würde er mit Sicherheit auffliegen. Nein, so dumm konnte er nicht sein und so dumm würden die anderen auch nicht sein. Da gab es nur eine Lösung für sein Problem. Ben musste diesem Mattes um Ausgang bitten oder wenigstens um eine Aufgabe, bei der er sich draußen bewegen konnte, so ein Telefon suchen und Semir anrufen konnte. Das würde er gleich morgen in Angriff nehmen. Jetzt musste er schnell in sein Zimmer zurück, bevor man merkte, dass er auf Wanderschaft gewesen ist.

    Karlo hatte sich dem Sägewerk genähert und schwang sich behände über den Zaun, brachte die Sprengbombe unter dem großen Geländewagen an, von dem er wusste, dass dieser Laurence gehörte und schwang sich wieder auf die andere Seite vom Zaun, ohne gesehen zu werden. Er war ein Meister seines Fachs. Die vielen Jahre in Japan hatten sich echt bezahlt gemacht, als er da die alten Riten und Praktiken der Ninja lernte. Er versteckte sich in seinem Wagen und wartete ab, bis Laurence zu seinem Wagen gehen wollte. Dann würde er nur auf den Auslöser drücken brauchen und wumms... eine Warnung für den Iren. Tatsächlich musste er nicht allzu lange auf den Mann warten. Es war jetzt etwa kurz nach Sonnenaufgang, so gegen halb fünf Uhr morgens. Ein anderer Mann war bei ihm, gab ihm Feuer für die Zigarre und unterhielt sich mit ihm. Aus der Ferne konnte er erkennen, dass es sich nicht um Mattes handelte. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn er diese Ratte gleich mit erwischt hätte. Mattes hatte mit Sicherheit den Tod der beiden Österreicher zu verantworten, die den LKW mit dem gestohlenen Holz gefahren hatten. Sein Daumen wanderte zum rot blinkenden Knopf an der Fernbedienung. „Drück... na los, drück schon.“, sagte seine innere Stimme zu ihm. Er wartete noch bis Laurence etwas dichter an seinem Wagen war und schon drückte er den Knopf tief in die Apparatur hinein.

    Laurence sah nur, wie sein Wagen durch die Druckwelle nach oben gerissen wurde, er selbst spürte einen stechenden Schmerz in seinem Bein, als er zu Boden geschleudert wurde. Wrackteile zischten wie Geschosse an ihm vorbei und krachten in die Wände. Damned Shit, was war das?“, fragte er keuchend und richtete sich auf. Überall lagen brennende Autoteile und gesplitterte Bretter herum, denn durch die Explosion war auch ein Bretterstapel mit in die Luft gegangen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht sah er an sein Bein entlang. Einige Nägel, wahrscheinlich in der Bombe mit eingebaut gewesen, hatten sich in seinen Oberschenkel gebohrt. Es schmerzte höllisch. Blut lief an seiner Nadelstreifenhose entlang und benetzte den Kies. „Oh nein.“, stieß er plötzlich aus und sah den von Nägeln und Splittern zerfetzten Körper vor sich. Der Junge stand noch vor ihm, gab ihm gerade Feuer, als die Bombe hochging. Wie alt mag er gewesen sein... nicht älter, als Ende 20. „Verdammt, das war bestimmt Kuno.“, dachte Laurence sofort und versuchte sich aufzurichten. Von der Explosion waren sofort alle alarmiert und so stand Mattes auch schon neben ihm und half seinen Boss auf. „Ist dir was passiert?“ „Du stellst wirklich dämliche Fragen. Hilf mir auf.“, zischte Laurence und hievte sich am Arm von Mattes hoch. „Löscht das Feuer. Sonst fallen wir auf und haben wieder die Bullen an den Hacken.“, schrie er die anderen an. Zusammengezuckt von dem harschen Kasernenton, fingen sie sofort mit der Löschaktion an und sammelten dann die Trümmer ein, jedoch mit Handschuhen gegen die Hitze. „Was wird aus Leonard. Der sitzt immer noch mit dem Holz in der Lagerhalle?“, fragte Mattes, während er Laurence Wunden verband, nachdem er die drei Nägel aus dem Oberschenkel gezogen hatte, was der Ire mit allerlei gälischen Flüchen kommentierte, die keiner verstand. „Er soll das Holz herbringen. Mach dich gleich mit Felix auf den Weg und geh dann nach Plan vor.“, stammelte er und schrie dann auf, als Mattes ihm das Desinfektionsmittel auf die Wunde sprühte.

    Nur wenig später war Semir im Büro. Kim sah ihn strafend an. „Wie konnte es denn passieren? Sie sind zu zweit gewesen? Semir…“ fragte sie. „Ben hat sich gegen einen vierjährigen Jungen getauscht. Ich hätte es auch getan. Das Kind hatte nichts damit zu tun. Klein hat die Nerven verloren. Chefin… wir müssen mit dem Vater von Ben in Kontakt treten und ihm erklären was passiert ist. Klein will zwei Millionen. Nur hat er sich die falsche Person ausgesucht. Er hat sich mit der Polizei angelegt und das ist ein sehr großer Fehler. Noch größer weil er mit mir den Krieg erklärt hat.“ grollte Semir wütend. Kim schüttelte den Kopf. „Ich werde mit Herrn Jäger sprechen und ich denke er stellt mir die Summe auch zur Verfügung. Aber Sie werden sich zurück halten. Solange dieser Klein Ben in seiner Gewalt hat, ist ein Zugriff nicht möglich und ich werde ihn auch nicht durchziehen. Hätten Sie ihm denn keinen anderen Wagen geben können? Wir können nicht über die normale Frequenz sprechen… er hört doch mit…“ gab Kim zu bedenken. „Ja ich weiß…aber was hätte ich tun sollen? Ich habe fast zwanzig Kinder und Frauen um mich gehabt. Klein hätte ein Blutbad anrichten können…“ verteidigte Semir sich. Kim nickte nur. „Also gut… jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Fahren wir zu Jäger Senior..“ stieß sie aus und erhob sich. Nur wenig später saßen sie bei Konrad Jäger im Büro.

    Ben hatte den Schlüssel für die Handschellen versteckt in seiner Hand gehalten. Als Klein sich sicher war, dass er nicht verfolgt wurde schien er gelassener zu werden. „du bist deinen Freunden einiges wert nicht wahr?“ fragte er lachend. Ben nickte nur. Er sagte nichts und beschäftigte sich damit den Schlüssel der Handschellen in die richtige Position zu bringen. Doch es gestaltete sich schwerer als er dachte. „Was machst du da!?!“ fauchte Christopher ihn an und bog ihm die Finger auseinander. So stark dass Ben aufschrie. „Na…so was.. wolltest du abhauen? Nur keine Sorge… das werde ich dir schon austreiben..“ fauchte er wütend und hielt den Schlüssel der Handschellen hoch. Er schlug Ben ohne ihn anzusehen die freie Hand ins Gesicht. Ben stöhnte auf. Die Lippe platzte auf und fing an zu bluten. „Nicht noch mal....klar?“ warnte Christopher ihn. Ben sah ihn nur an. Er sagte nichts. Wozu auch…Christopher war zu allem fähig. Er wartete eine Weile und meinte dann: „Klein… es wäre besser wenn Sie aufgeben. Sie können mit dem Geld nichts anfangen…Einer meiner Kollegen wird Sie bekommen wenn nicht in Deutschland dann in einem anderen Land..“ Doch die Worte brachten nichts. Christopher sah nur auf die Straße. „Wenn ich mit dir fertig bin, dann wirst du dir wünschen dass ich dich erschieße. Ich kann dich nicht laufen lassen. Im Augenblick bist du mir lebend mehr wert. Deine Kollegen werden es nicht wagen einzugreifen und du bringst mir zwei Millionen ein. Das ist doch schon eine tolle Summe findest du nicht?“ lachte Christopher. Ben versuchte heraus zu finden wohin es ging.

    „Semir…Sie wissen, dass ich alles für Ben mache. Zwei Millionen sagten Sie?“ wollte Konrad wissen. Semir nickte. „Konrad… ich weiß dass es auch für Sie nicht einfach ist. Aber dieser Klein ist zu allem fähig. Wie lange brauchen Sie?“ kam von Semir die Gegenfrage. „Heute ist Sonntag… morgen kann ich mit der Bank telefonieren, aber vor Mittwoch wird es sicher nichts werden… ich muss Aktien veräußern… Sie müssen mehr Zeit raus holen…“ bat Konrad. Semir nickte. „Ich werde mein Bestes tun…“ versprach er nur. „Das weiß ich. Frau Krüger…ich will kein SEK im Einsatz haben…Semir ist fähig, Ben dort raus zu holen. Bitte halten Sie sich an alles was der Entführer von Ben fordert. Mir geht es nicht um das Geld…“ befahl Konrad. Kim sah ihn an. „Herr Jäger… das geht nicht. Wir müssen den Dienstweg einhalten. Und der sieht vor, das wir den Erpresser bei der Übergabe stellen.“ Kam hart von Kim. „Ich sagte keine Polizei!!“ fauchte Konrad. „Ich schwöre dass ich die besten Anwälte auf die Polizei hetze, wenn Sie sich nicht an meine Anweisungen halten.“ Kam leise von ihm. „Ähm… ich bin auch bei der Polizei…“ gab Semir zu bedenken. „Sie sind in erster Linie ein Freund von Ben. Außerdem hat der Erpresser verlangt, dass Sie das Geld übergeben sollen.“ Lächelte Konrad. „Also gut…außer Semir wird niemand vor Ort sein. Aber ich garantiere nicht für das Geld…“ erklärte Kim und erhob sich. „Frau Krüger…das Geld ist mir ziemlich egal… ich will meinen Sohn wieder haben.“ war die Antwort.

    „NEIN!!“ schrie Ben und sprang Christopher an. Sie gingen zu Boden und Christopher bekam die Oberhand. Er kniete auf Ben und schlug auf ihn ein. Dann nahm er seine Waffe und presste sie an Bens Hals. „Soll ich abdrücken? Du verdammter Bulle!“ schrie er Ben an. Erneut spannte er den Hahn. Ben schloss die Augen. „BEN!“ schrie Semir von der Tür. Er hatte den Jungen blitzschnell hinter sich geschoben und schützte ihn mit seinem Körper. Er sah wie Christopher Ben bedrohte. „Klein!! Lassen Sie das!! Hören Sie…es muss nicht eskalieren..“ versuchte er die Situation zu entspannen. „Hau ab!! Sie und der Junge!! Werfen Sie das Geld her!! Machen Sie schon!!“ schrie Chris. Ben rührte sich nicht. „Ben…?“ fragte Semir. „Klappe!! Werfen Sie das Geld her oder ich drücke ab!!“ schrie Christopher erneut. „Okay… okay… ganz ruhig…“ redete Semir und warf die Tasche mit dem Geld zu Chris. Wenn dieser nun unvorsichtig war, konnte Ben sich befreien. Doch nun irrte sich Semir sehr. Christopher rührte sich nicht um das Geld aufzuheben und ging auch nicht von Ben runter. „Raus!! Sie und der Junge!“ fauchte Christopher wütend. Semir nickte. „Okay…wir gehen…“ versprach er. Rückwärts stieg er die Treppe hoch. Den Jungen deckte er dabei mit seinem Körper.

    Christopher presse die Waffe unter Bens Kinn. „Dann gehen eben wir Beide... los aufstehen!“ fauchte er ihm an. Chris stand langsam auf und richtete die Waffe unvermindert auf Bens Kopf. Dieser tat was der Mann verlangte. „Die Handschellen raus!!“ kam der nächste Befehl. Auch dies tat Ben ohne etwas zu sagen. „Du wirst dir die Hände nach vorn fesseln. Ich warne ich…keine Tricks!“ drohte Christopher. „Ist klar…“ gab Ben leise von sich. Er tat was der Mann wollte. Angesichts der Waffe die auf ihn gerichtet war, bleib ihm keine andere Wahl. Wenig später stand er mit gefesselten Händen vor Christopher. „Umdrehen!“ befahl der Mann. Ben wandte ihm den Rücken zu. Ein ungutes Gefühl breitete sich in Ben aus. Er hörte es rascheln und vermutete das Christopher Klein die Tasche mit dem Geld aufhob. „Ich hab gehört dass Ihr Vater der Baumogul Jäger ist… dann bist du ja ne ganze Menge wert…“ lachte Klein. „Mein Vater wird nichts bezahlen…“ gab Ben bekannt. Doch Klein schien das nicht zu interessieren. „AUAHHHH!“ stieß Ben plötzlich aus, als eine Hand in sein Haar griff und ihm den Kopf in den Nacken zog. „Los...und keine fiesen Tricks!“ fauchte er. Ben konnte nicht anders. Wenn er nicht wollte, dass man ihn mit Glatze und einer Kugel im Kopf fand, musste er mitgehen.

    Semir hielt die Hände leicht erhoben als er Ben und Christopher aus dem Haus kommen sah. . „Hören Sie... geben Sie auf und lassen Sie ihn los...“ bat er noch einmal. Chris gib doch auf!! Das hat doch keinen Sinn...“ kam von Michaela aus dem Hintergrund. „Du willst kein Leben mit mir auf Hawaii führen... dann gehe ich allein. Los aus dem Weg!!“ fauchte er Semir an. Dieser sah kurz zu Ben. Er musste sich fügen, Christopher war scheinbar zu allem fähig. „Klein.... geben Sie auf... wir werden ein gutes Wort für Sie einlegen...“ versuchte Semir es weiter. „Halt hier keine Volksreden....ich werde mit ihm abhauen. Ich habe mich schlau gemacht... er ist der Sohn des Baulöwen Jäger.... das wird mir noch mehr Geld einbringen als dieser Überfall! Sie Gerkhan... Sie werden mein Bote sein. Ich fordere zwei Millionen Euro Lösegeld!“ kam irre von Christophers Lippen. „Damit kommen Sie nicht durch!“ gab Semir leise von sich. Er versuchte mit Ben in Blickkontakt zu kommen, doch durch den Griff in den Haaren und der Waffe unter dem Kinn sah Ben ihn nicht an. Er hatte die Augen halb geschlossen. „Weg vom Wagen!! Die Schlüssel zu mir!!“ schrie Christopher weiter. Semir tat was Chris wollte. Er warf ihm die Schlüssel des Dienstwagens hin. „Sehr gut… du wirst ihn aufheben..“ raunte er in Bens Ohr und drückte ihn in die Knie. Nur wenig später saßen er und Klein im BMW. Semir konnte nichts anderes tun als dem davon rauschenden Wagen nachzusehen.

    Kurze Erklärung:

    Die Beiträge von Andy, schilliges Schaf, Flex und Cobra 44388 wurden gelöscht, weil sie mit dem Thema nichts zu tun hatten. Die Umsatzzahlen von Springer-Verlag und auch von RTL sollten doch dort bleiben wo sie hingehören... nämlich in den Unternehmen.

    Wenn RTL meint sparen zu müssen, werden wir es sicher eh nicht ändern können. Hinter jedem Sparplan liegt sicher auch ein Konzept.

    Michaela sah ihn entsetzt an. „Was soll das Chris? Hast du es getan? Hast du Frank erschossen? Deinen Freund?“ fragte sie zweifelnd. „Bleib ja da stehen!! Michaela komm!“ forderte Christopher von den Polizisten. „Nein... ich gehe nicht mit dir!! Nicht so...!“ weinte sie. „Klein...geben Sie auf...lassen Sie das Kind los!“ forderte Gerkhan. „Bleib da stehen! Michaela...ich liebe dich!! Ich hab es nur für dich getan!!“ erklärte Chris. „Für mich? Du hast etwas Unrechtes getan...für mich? Ich hab dich nicht darum gebeten...“ weinte Michaela. „Er hat seinen Kollegen erschossen.“ erklärte Semir leise. Michaela ließ sich an der Wand zu Boden sinken. „Du bist ein Mörder?“ kam ungläubig von ihr und sah Christopher an. „Ja...vermutlich gehen noch andere Straftaten auf sein Konto.“ erklärte Semir der sich vor Michaela gestellt hatte. „Gerkhan!! Du quatsch zu viel!!!“ schrie Christopher. Der kleine Thomas weinte. „So und nun… hau ab!! Los alle Beide. Jäger wird hier bleiben!! Gerkhan… Sie werden mir mein Geld holen! Wenn Sie in zehn Minuten nicht zurück sind, dann….dann erschieße ich erst das Balg und dann Jäger! Los!!“ schrie Christopher. Semir nickte und verließ mit Michaela den Raum. Auf dem Hof wurden beide sofort von der Mutter des kleinen Thomas überfallen. „Bitte…. Holen Sie doch meinen kleinen Sohn raus…bitte…“ weinte sie. Semir sah zu Andrea. „ruf das SEK…Klein dreht völlig durch und dann sorg dafür, dass die Kinder und die Eltern hier verschwinden. Er wird dem Kleinen hoffentlich dann nichts tun. Ich bringe ihm das Geld rein und fordere dafür die Freilassung des Kindes.“ erklärte er leise. Andrea nickte und tat was ihr Mann forderte.

    Ben sah Christopher an. Das Kind schien völlig erstarrt. Es hing regelrecht in den großen Armen von Christopher. Die Waffe hinterließ einen runden rötlichen Abdruck. „Lassen Sei den Jungen gehen…bitte… es ist ein unschuldiges Kind.“ versuchte Ben ihn zu überreden. „Die Waffe auf den Boden und mit dem Fuß zu mir!“ forderte Christopher auf. Ben tat was er wollte. „Okay.. und nun lassen Sie den Jungen gehen…bitte… er nützt Ihnen doch nichts…“ versuchte er erneut. Doch Christopher tat es nicht. „Okay… Klein!! Ich habe das Geld…ich kommen jetzt zu Ihnen!“ hörte er Gerkhan rufen. „Okay… aber keine Tricks!!“ schrie Christopher zurück. Wenig später stand Gerkhan im Raum. „Lassen Sie den Jungen gehen und Sie bekommen das Geld!“ forderte er Christopher auf. „Klein…lassen Sie den Jungen gehen…bitte…“ versuchte auch Ben. Er stand recht nah bei ihm. Etwas unschlüssig sah Christopher von Ben zu Semir und dann zu dem Jungen, der sich völlig versteift hatte. Er war so hatte Semir von der Mutter erfahren, Diabetiker und Christopher sollte ihn nicht als Geisel mitnehmen. Er sah Ben Jäger drohend an. Dieser stand mit erhobenen Händen vor ihm. „Okay… lassen Sie den Jungen gehen, Klein. Nehmen Sie mich als Geisel. Also… lassen Sie den Jungen gehen….“ forderte Ben ihn auf. Chris sah den Jungen an, der sich vor Angst in die Hose gemacht hatte. „Hau ab du kleiner Scheißer!“ fauchte er den Jungen an und setzte ihn auf den Boden. Weinend rannte der Junge raus. Ben sah wie Chris seine Waffe auf den Jungen richtete. Der Hahn war gespannt.

    Andrea und Michaela sahen auf den Beutel mit dem vielen Geld. „Er hat mich belogen…er hat mir gesagt, dass er nichts damit zu tun hatte. Er hat doch…ich meine er war mit Frank befreundet. Wie konnte er nur so etwas tun?“ wollte sie wissen. Andrea nahm die Frau in den Arm. „Vielleicht hat das ja auch ein Anderer hier versteckt. Warum sollte denn Ihr Freund das tun? Bisher ist noch gar nichts sicher. Wissen Sie was…wir tun es in mein Auto und dann bringen wir die Kinder hier her… die freuen sich doch schon. Wenn mein Mann dann kommt, dann können wir es ihm geben.“ schlug Andrea vor. Vor wenigen Minuten hatten sie und Michaela eine alte Truhe im Keller gefunden und geöffnet. Darin lag eine Plastiktüte und wie die Neugier der Frauen nun mal so ist… sie sahen hinein. Geld…jede Menge Geld lag in dem Beutel drin. Sofort erinnerte sich Michaela an das Gespräch mit Semir Gerkhan. „Aber was wenn er es doch getan hat?“ wollte sie wissen. „Wenn Ihr Freund diesen Mord begangen hat, dann wird er dafür bestraft werden müssen. Mein Mann und sein Kollege werden das sicher schnell herausfinden.“ lächelte Andrea beruhigend und legte die Tasche mit dem Geld in den Kofferraum ihres Autos. Schon hörten sie einen Wagen anfahren und wenig später wurden die Kinder in ihr neues Domizil gebracht. Jubel brach aus als sie in den Raum stürmten. Claudia betrachtete es mit einem sehr zufriedenen Gefühl. „Hier dürfen sie wenigstens laut sein.“ sagte sie zu Christopher, der neben ihr stand. „Ja sehr schön… für die Knirpse…“ lächelte er. „Ich bin gleich zurück…“ Claudia nickte und schon verschwand Christopher.

    Semir und Ben kamen an. Sofort wurden sie von Michaela und Andrea überfallen. „Wir haben im Keller eine Tüte mit Geld gefunden…“ erklärte Andrea und wies auf ihr Auto. Semir sah Ben an. „Wo genau?“ wollte er wissen. „Im Keller … da stand ne alte Truhe und in solchen sind ja manchmal Schätze drin… tja und hier war eins. Es sind knappe 50.000 Euro in sämtlichen Noten.“ Erklärte Andrea. „Ihr habt es gezählt?“ kam erstaunt von Ben. „Nein…wir haben nur die Tüte angefasst. Hier es steht drauf…50.000. Ich nehme an, dass damit der Betrag gemeint ist.“ kam von Andrea. Semir sah stolz zu Ben. „Sie ist meine Frau…und weiß was sie darf und was nicht…“ lachte er. „Ja sicher… hmmm die Summe würde passen. Frau Frings…ich weiß es ist weit hergeholt, aber ich denke Ihr Freund sollte uns etwas erklären. Wissen Sie wo er ist?“ wollte Ben wissen. „Ja…er ist mit dem Kindern da drinnen…“ sagte sie und wies auf das Haus. Ben und Semir gingen rein. Sie wussten nicht, ob Christopher bereits erfahren hatte, dass das Geld aus dem Überfall gefunden wurde. Noch war ja auch nicht sicher, dass er darin verstrickt war. Sie betraten den Raum und entdeckten Christopher als er gerade im Keller verschwand. Ein kleiner Junge folgte ihm.

    Christopher sah erschrocken in die Truhe. Verdammt wo war das Geld? Wo zum Teufel…..? „Was suchst du denn?“ hörte er eine helle Stimme fragen. Er drehte sich um und sah den kleinen Thomas an. „Das würden wir auch gern wissen…“ kam von der Tür. Christopher sah auf. „Herr Gerkhan…Herr Jäger…ähm… der kleine und ich…wir sind….also wir waren auf…“ fing er an zu erklären. Doch dann griff er blitzschnell den Jungen und zerrte ihn an sich. Mit der anderen Hand zog er seine Waffe. Wie erstarrt hing der Junge in seinem Griff. Christopher presste ihm die Waffe an den Kopf. „Verschwindet! Alle beide!!“ schrie er wütend. Die Polizisten hoben die Hände. „Okay…. Beruhigen Sie sich… Herr Klein… lassen Sie den Jungen gehen…er kann Ihnen nicht helfen…“ redete Semir auf ihn ein. „Verschwinde!! Los die Treppe hoch!! Los!!“ schrie Christopher weiter. Semir und Ben taten was der Mann forderte. „Wo ist mein Geld?“ fragte er laut. Sie gingen alle zu den anderen Kindern und die Köpfe der anwesenden Frauen ruckten hoch. „THOMAS!!!“ schrie die Mutter des Kleinen, als sie sah was dort passierte. Andrea hielt sie fest. “Ganz ruhig... ihm passiert nichts… mein Mann wird ihn befreien… Ganz ruhig…..“ beruhigte sie sie. Sie sah zu Semir der mit erhobenen Händen dort stand. „Los! Alle Raus!!! Michaela komm!“ befahl Christopher. Claudia und Andrea brachten die Kinder aus dem Raum. Die Kleinen hatten Angst auch wenn sie nicht wirklich begriffen, was hier passierte spürten sie dass es eine Gefahr war.

    Kuno und Karlo saßen in ihrem Versteck und bereiteten alles vor. „Ich habe gerade gehört, dass es eine weitere Versteigerung gibt.“, meinte Karlo und Kuno sah auf. „Sehr gut, weißt du auch wo?“ „Der übliche Treffpunkt ist wohl gestern aufgeflogen. Die Versteigerung soll jetzt wohl in Bergheim stattfinden.“, erwiderte Karlo. „Okay, weißt du, ob das Holz schon vor Ort ist?“ „Leider nicht, aber das finde ich schon heraus.“, meinte der Gehilfe zu seinem Chef. „Gut und dann wird Laurence sein blaues Wunder erleben. So einfach lasse ich mich nicht vom Markt drängen.“, kündigte Kuno an, ging zu einer Truhe und holte etwas hervor. „Hier, bring dieses Schätzchen an seinen Wagen an. Aber achte darauf, dass er nicht drin ist, wenn es explodiert. Vorerst soll alles noch eine Warnung sein.“, meinte der Chef und reichte seinem Handlanger eine zeitgeschaltete Nagelbombe. „Geht klar.“

    Ben lag in seiner neuen Unterkunft, starrte an die Decke und lauschte. Hoffentlich hatte Semir seinen Hinweis gefunden. Doch wie sollte er ihn über den neuen Standpunkt benachrichtigen? Dieser Mattes ließ ihn keinen Moment mehr aus den Augen. Doch Ben musste etwas finden. Schließlich wollte er nicht ewig hier den Holzfäller spielen und auf dieser ungemütlichen Pritsche schlafen. In ihm reifte der Entschluss etwas zu unternehmen. So schwang er sich aus dem Bett, zog sich seine Socken, es war für die Nacht ziemlich kühl, und seine Schuhe an und wagte seinen Kopf aus dem Zimmer hinaus. Keiner war da. Vorsichtig glitt er an der Wand entlang und tastete sich zum Büro von Laurence durch. Er musste ja nur einen Blick auf die Papiere werfen. Sicherlich waren diese im Safe aufbewahrt, aber den würde Ben schon öffnen. Er wusste nicht, dass sein Herumschleichen bemerkt wurde.

    Semir war mittlerweile mit Andrea im Wohnzimmer. Sie erzählte ihn das Corina angerufen hatte und das Celine gesund werden würde. „Das ist wirklich eine sehr schöne Nachricht. Freut mich für die Kleine.“, sagte er ehrlich. „Ja und wenn sie wieder hier sind, dann werde ich eine kleine Party geben. Sie und Leo und natürlich auch Celine werden kommen. Und … ich möchte, dass du dich für diesen Abend frei nimmt.“, gab Andrea bekannt. Semir nickte. „Ich denke das dürfte kein Problem sein. Sobald Ben wieder zurück ist, können wir gerne die Party schmeißen.“, murmelte er. „Es wird in vier Tagen sein und mir ist es ziemlich egal, ob Ben dabei ist oder nicht. Es ist meine Freundin und ich will das du dabei bist!“, forderte Andrea leicht angesäuert. Semir nickte. „Ja sicher… wird schon gut gehen. Du… ich hab im Augenblick ziemliche Angst um Ben…“, erklärte Semir leise. Andrea sah ihn an. „Warum?“, wollte sie wissen, denn bisher kannte sie den Fall nicht wirklich. „Er ist Undercover…“, sagte Semir leise. Andreas Augen wurden größer. „Wie bitte? Warum das denn?“, wollte sie wissen. „Weil er zu vorschnell gehandelt hat. Er sollte sich eigentlich umsehen und wurde dann erwischt. Und dann sagte er dass er Arbeit suche. Und schon war er mitten drin…“, kam von Semir. Andrea schüttelte den Kopf. „Ich fass es nicht. Ich meine bei dir bin ich es gewohnt, du hast es am Anfang ja auch gemacht… aber von Ben…weißt du wo er ist?“, fragte Andrea weiter. „Nein… ich weiß es nicht und ich hoffe, dass er sich bald bei mir meldet. Deshalb bin ich auch irgendwie nicht in der Stimmung eine Party zu machen… verstehst du das?“ wollte er wissen. Andrea nickte. „Ja sicher…. Entschuldige…ich wusste nicht das…“, fing sie an. Semir lächelte und küsste sie. „Schon gut… ich liebe dich…“, säuselte er.

    Michaela sah wie die Polizisten abfuhren. Andrea kam zu ihr. „Mein Mann ist etwas zu übervorsichtig.“ lächelte sie. „Ja sicher… ich finde es sehr schön…“ nickte Michaela nur nachdenklich. Die Frauen machten sich wieder an die Arbeit. Es ging nun darum, dass der neue Kindergarten fertig wurde. „Wir sollten die Sachen aufladen. Die Kinder werden gleich abgeholt und spielen solange bei zwei Müttern die sich bereit erklärt haben auf die Knirpse aufzupassen.“ Gab Michaela von sich und packte die ersten Schrankteile in den großen Transporter, den Christopher zur Verfügung gestellt hatte. Doch der Gedanke daran was die Polizisten von ihrem Freund sagten ließ sie nicht los. „Ist alles in Ordnung?“ riss die Stimme von Claudia sie aus den Gedanken. „Ja sicher… morgen werden wir die Kleinen in den neuen Wänden begrüßen. Die Spielsachen werden gleich angeliefert. Claudia… ich fahre gleich schon zur Marienburger Strasse und werde dort auf den Lieferanten warten. Außerdem ein Auge auf die Handwerker werfen. Kommt ihr hier ohne mich zu Recht?“ wollte Michaela wissen. Claudia nickte. „Wir sind hier genügend Leute. Chris kann ruhig mit dir kommen…“ schlug ihre Freundin vor. Doch genau das wollte Michaela nicht. „Ich möchte allein dort sein… bitte“ kam von ihr. Claudia nickte. „Ist alles in Ordnung bei euch? Habt ihr euch gestritten?“ fragte sie besorgt. „Nein….es ist alles in Ordnung. Ich möchte nur einen kleinen Augenblick für mich haben…nur wenige Minuten…“ bat sie und fuhr mit dem vollen Wagen los.

    Semir sah Ben an. „Wieso bist du denn raus? Ich meine wir hätten ihn noch weiter befragen können.“ Wollte er wissen. Ben lachte. „Lassen wir doch mal Susanne diesen Klein überprüfen. Vielleicht findet sie etwas heraus…“ schlug er vor. Semir nickte. „Gute Idee… das wäre mein zweiter Vorschlag gewesen.“ grinste er. Semir griff zum Handy. „Hallo Susanne…würdest du mir mal bitte Christopher Klein überprüfen. Ich hätte gern gewusst ob er schon mal auffällig geworden ist und so… das volle Programm.“ bat er die Sekretärin. „Ja sicher mache ich…schon so gut wie erledigt.“ gab sie zurück. „Dann lass uns zurück ins Büro fahren. Die Ballistiker müssten schon was haben.“ meinte er nur als er das Gespräch beendet hatte. Ben nickte. Kaum eine halbe Stunde später saßen sie im Büro. Der Bericht war tatsächlich da. Ben schnappte sich die Akte und las. „Ach sieh mal an…. Die Waffe wurde schon einmal für einen Überfall benutzt. Und zwar in Hannover….hmm….warte.. die Akte rufe ich mir direkt auf.“ murmelte er und lockte sich in seinen PC ein. Nur wenig später hatte er das was er suchte gefunden. „Hier…“ meinte er. Semir kam um den Tisch herum um mitzulesen. „1998 wurde die Waffe bei einem Überfall auf einen Juwelier benutzt. Den Täter hat man bis heute nicht gefunden.“ Endete der Text. „Das heißt der Fall von damals ist nicht aufgeklärt worden.“ murmelte Semir nachdenklich.

    Am nächsten Morgen klopfte Susanne kurz an und trat ein. „Hier Christopher Klein… geboren am 18. September 1978 in Berlin… zog mit seinen Eltern nach Hannover als er fünf war und machte dort sogar sein Abitur. Als seine Eltern bei einem Unfall starben war er gerade 17 und musste für ein Jahr ins Heim. 2000 ist er nach Köln gezogen wo er 2007 den Job bei der Sicherheitsagentur Lohbach & Windhäuser bekam. Er wurde mit 18 erwischt, als er ohne Führerschein mit dem Wagen des Heimleiters abhaute. Dabei wurden 68 Fahrzeuge geschrottet weil er vor den Kollegen geflohen war. Hier in Köln ist er schon mehrfach wegen Körperverletzung abgeurteilt worden. Allerdings nur mäßige Bestrafung. Dann hatte er 2001 bei einer Demonstration die Einsatzkräfte mit Molotowcocktails beworfen und wurde wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt zu eine Bewährungsstrafe von 1 Jahr und zwei Monate verurteilt.“ zählte Susanne auf. Semir und Ben sahen sich an. „Hannover? Wenn das kein Zufall ist..“ murmelte Semir direkt. „Dann sollten wir unseren Herrn Klein doch mal damit konfrontieren. Mal sehen was er dazu sagt.“ grinste Ben. Doch in diesem Augenblick klingelte Semirs Handy. „Das ist Andrea…“ sagte er. „Hallo mein Schatz…ist alles in Ordnung?“ fragte er. „Herr Gerkhan…hier ist Michaela Frings…“ hörte er die Kindergärtnerin sagen. „Ist was mit meiner Frau? Geht es ihr gut?“ stieß er sofort aus. „Ja…es geht ihr gut…Herr Gerkhan.. ich bin mit Ihrer Frau im neuen Kindergarten. Im Keller da hab ich was gefunden… bitte können Sie herkommen…bitte…?“ flehte die Frau am anderen Ende direkt. „Wir sind schon unterwegs!“ gab Semir durch. „Wir müssen zum neuen Kindergarten!“ erklärte er kurz. Ben sah ihn zwar etwas sonderbar an, aber er folgte ihm umgehend.

    8. Kapitel:
    Überraschende Ergebnisse

    Das SEK, Kim Krüger, Semir und jede Menge uniformierte Kollegen fuhren vor dem Sägewerk vor, von dem Semir dank Ben entkommen konnte. „Hier!! Da ist der Eingang!“ erklärte Semir und zog sich die Schussweste über. Kim sah ihn erstaunt an. „Sieht doch ganz und gar verlassen aus…“ meinte sie und sah über das Gelände. „Ja sieht aber nur so aus… kommen Sie!“ forderte Semir sie auf. Im Schutz des SEKs ging es auf das Gelände. Doch zu Semirs Verwunderung war hier tatsächlich tote Hose. Als sie die große Halle stürmten wo er sich versteckt hatte, war klar, dass hier ein Aufbruch statt gefunden hatte. Doch diese Bande schien sich verdammt sicher gefühlt zu haben. Die Halle war frisch gekehrt. Nichts deutete darauf hin, dass hier vor wenigen Stunden noch Holz verarbeitet wurde. Auch die anderen Gebäude waren leer. „Semir?“ fragte Kim verwundert, als das SEK wieder abzog. „Chefin… die waren hier! Ich schwöre es. Ich habe hier mit Ben gestanden und mich mit ihm unterhalten. Er hat mich unter den Säcken versteckt. Ich bin mit einem LKW vom Gelände gefahren…“ erklärte er eindringlich, denn der Gedanke, dass Kim ihn nicht glaubte war erschreckend. „Ich glaube Ihnen, aber hier ist nichts. Das wird der Staatsanwältin gar nicht gefallen. Ich muss erklären, warum das SEK zu einem sinnlosen Einsatz ausgerückt ist und…“ fing Kim an. Semir sah sie wütend an. „Das tut mir jetzt aber echt Leid. Verdammt ich hab es mir sicher nicht eingebildet! Die Kerle waren hier! Ben war hier!!“ fauchte Semir wütend. Er ging in das Gebäude wo er die Unterkünfte vermutete.

    Auch hier waren alle Zimmer leer. Enttäuscht wollte Semir gerade das letzte Zimmer verlassen, als er ein Shirt auf dem Bett liegen sah. „Chefin!“ rief er und Kim kam angerannt. „Hier! Bens Shirt!“ gab er erfreut bekannt. „Das kann doch jeden gehören…“ tadelte Kim ihn. „Nein… das ist Bens Shirt. Er hatte es vor kurzem gekauft und mich damit aufgezogen, weil ich es auch wollte… er war hier… das ist der Beweis. Wir müssen sofort alle anderen Sägewerke durchsuchen… ich kann die Typen identifizieren!“ kam überzeugt von Semir. Kim schüttelte den Kopf. „Nur auf bloßem Verdacht hin, bekomme ich keinen Durchsuchungsbefehl. Nicht nach dieser Aktion..“ meinte sie nur. „Sie fahren zur Gerichtsmedizin. Vielleicht haben die ja noch andere Spuren gefunden. Und dann sollten wir beten, dass Ben sich meldet.“ Stöhnte sie. „Aber Chefin!!“ protestierte Semir. „Semir! Sie fahren jetzt in die Gerichtsmedizin und dann zur KTU. Versuchen Sie die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen zu tragen und nun Schluss mit der Debatte!“ fauchte Kim und die Stimmlage zeigte Semir ganz deutlich, dass er besser tat, was sie sagte. „Ja Chefin…“ kam kleinlaut von ihm.

    Andrea zuckte zusammen als das Telefon klingelte. „Gerkhan…“ meldete sie sich. „Hallo Andrea.. hier ist Corinna…“ hörte sie ihre Freundin. „Corinna…. Ist was mit Celine?“ wollte Andrea sofort wissen. „Nein…. Sie ist operiert worden… alles ist super gelaufen… Sie wird ganz gesund…“ hörte sie ihre Freundin vor Freude weinen. „Das ist sehr schon… ich freu mich mit dir. Wann kommt ihr denn zurück?“ harkte Andrea nach. „Schon in vier Tagen. Celine wird in einem Spezialtransport nach Deutschland gebracht und muss in Köln noch etwas in die Uniklinik zur Überwachung. Aber es ist so schön…. Sie lächelt und sie wirkt jetzt schon stärker. Ich freu mich so… wenn Leo nicht soviel Geld gehabt hätte, dann … dann …sie wäre gestorben..“ weinte Corinna und Andrea spürte wie die Erleichterung um den gesundheitlichen Zustand ihrer Kleinen Tochter sich bemerkbar machte. „Das ist schön. Hör mal… wenn ihr zurück seid, dann würde ich sagen, kommst du und Leo zu uns und wir machen uns zusammen einen schönen Abend. Ich werde Semir bitten sich den Abend frei zu halten…“ erklärte Andrea. „Habt ihr euch denn wieder vertragen?“ kam erstaunt von Corinna. „Ja… ich glaube ich habe etwas überreagiert. Er hat mir eine wunderbare Kette geschenkt und ich glaube auch, dass er den Wink verstanden hat.“ Lachte Andrea. Das Gespräch ging noch eine Weile bis Corinna sich verabschiedete. Andrea war sehr froh darüber, dass nun auch für Celine ein ganz normales Leben anfangen kann.

    Kim Krüger sah die Männer an. „Das ist ja sehr interessant. Also gut… Wie nehmen Sich vier Mann mit und durchsuchen die Wohnung dieser Manuela Frings….“ befahl sie. „Michaela….die Frau heißt Michaela…“ korrigierte Semir sie. „Dann los! Denken Sie das Frau Frings darin eingeweiht ist?“ wollte sie wissen. „Ich denke nicht. Aber wir werden sie fragen. Lassen Sie die Wohnung auf den Kopf stellen und Ben und Semir fahren zum Kindergarten wo Frau Frings arbeitet.“ Bat Ben. Kim war einverstanden. „Dann übernehme ich die Durchsuchung.“ schlug sie vor. Ben und Semir verschwanden in Richtung Kindergarten. Dort war alles bereits im Aufbruch. Die letzten Sachen mussten rüber gefahren werden und die Kinder waren alle aufgeregt. Als Semir seinen Wagen vor dem Kindergarten zum stehen brachte erspähte Aida ihn bereits. Sie rannte so schnell wie sie von ihren kleinen Beinchen getragen wurde auf ihn zu. „Hallo meine Süße….“ Sagte er und drückte ihr einen dicken Schmatzer auf. „wo ist denn die Mama?“ wollte er wissen. Aida sah sich suchend um und wies dann mit dem Finger in die Luft. „Da…!“ kam von seiner Tochter. Semir sah nach oben und entdeckte Andrea auf der Leiter. „Hey!! Komm sofort da runter!!“ schrie er entsetzt. Er drückte Ben seine Tochter in den Arm und rannte zu Leiter. „Andrea!! Bist denn du des Wahnsinns? Du kannst doch nicht in deinem Zustand auf die Leiter!“ empörte er sich. Michaela Frings hörte ihn und kam sofort hin. „Was gibt es denn Herr Gerkhan?“ wollte sie freundlich wissen. „Oh…meine Frau ist schwanger….!“ Erklärte er. „Oh…nun dann ist es nicht gut. Andrea…lassen Sie mich das machen..“ bat Michaela. „Es wäre gut, wenn Sie sich ein wenig Zeit für uns nehmen könnten. Wir haben da ein paar Fragen.“ ließ Semir verlauten.

    Michaela sah den Mann an. „Geht es um den Überfall auf meinen Freund?“ wollte sie wissen. „ja… wir haben leider den Verdacht, dass sich der Überfall nicht so zugetragen hat, wie er es aussagt. Was haben Sie an dem Tag gemacht, als er überfallen wurde?“ wollte Semir wissen und sah wieder zu Andrea die gerade von der Leiter stieg und unverständlich den Kopf schüttelte. „Ich war hier und vor Gericht, wegen dem Kinderlärm…meine Freundin und Kollegin Claudia Weller kann das bestätigen.“ erklärte Michaela. Semir nickte freundlich. „Würden Sie Ihrem Freund zutrauen, seinen Kollegen erschossen zu haben?“ kam die direkte Frage. Michaela sah ihn erschrocken an. „Er und Frank Schilling waren nicht nur Kollegen. Sie waren wie Freunde. Sie…nein…ich glaube es nicht. Aber fragen Sie ihn doch selbst. Er ist im Haus…“ schlug sie vor. Semir sah zu Ben und dieser nickte. „Frau Frings…bisher ist es nur ein Verdacht. Wir würden nur gern wissen, was Sie denken….es gibt viele Freunde die sich wegen Geld schlagen…und..“ erklärte er sein Anliegen. Michaela nickte. „Ich weiß…aber Chris ist …ich meine ich kann es mir nicht vorstellen…nein… ich will es mir nicht vorstellen. Er ist kein Mörder… niemals…“ sagte sie fest davon überzeug. Semir nickte. Gemeinsam mit Ben betrat er den Kindergarten und sah sich suchend um. In einem der Räume stand Christopher Klein in einem Schrank und baute ihn auseinander. „Oh… noch mehr Helfer…“lachte er und weiß auf die Schrankteile die an der Wand standen. „Sie können die schon mal raus bringen!“ befahl er grinsend. „Wir sind dienstlich hier!“ kam von Ben. Christopher hörte auf zu schrauben. „Oh…wegen Frank?“ harkte er nach. Ein Nicken der Polizisten folgte.

    Christopher trat aus dem Schrank. „Und wie kann ich Ihnen noch helfen? Ich meine…ich habe alles gesagt. Ich wüsste nicht das ich was vergessen habe.“ Erklärte er sofort. „Nun wir fragen uns nur, wie das alles abgelaufen ist. Diese Männer die Sie überfallen haben…sie müssen doch die Türen angefasst haben, aber es gibt nur Fingerabdrücke von Ihnen und Schilling. Wie haben die Männer ihn erschießen können, wenn die Tür nicht offen war?“ wollte Ben wissen. Christopher sah ihn an. „Sie denken die haben die Tür nicht angefasst? Mann die hatten Handschuhe an!“ schrie er wütend. „Davon haben Sie aber nichts gesagt, als wir Sie fragten!“ erinnerte Semir ihn. „Dann hab ich das in der Aufregung vergessen. Wollen Sie mir den Mord anhängen? Frank Schilling war mein Freund!!“ schrie Christopher wütend. Ben beobachtete ihn sehr genau während Semir ihn befragte. Es schien als würde er sehr nervös werden. „Warum sagen Sie uns dann nicht einfach was genau passiert war. Das Blut von Ihrem Kollegen war auf dem Fahrersitz und nicht auf dem Beifahrer wo es hätte nach Ihren Auskünften sein sollen. Ihr Blut war auf dem Beifahrer aber Sie sagten dass Sie gefahren sind. Wie erklären Sie das?“ wollte Semir wissen. „Ich…also…nun ja… Verdammt wir haben die Plätze getauscht. Frank wollte unbedingt eine Pause machen!! Ich bin gefahren!! Ja…ich bin auf den Rastplatz gefahren!!“ schrie Christopher wütend und traurig zugleich. Ben nickte. Die Emotionen schienen bei Klein über zu kochen. „Gut… wir müssen dann mal wieder…“ lächelte er und zog Semir der nicht verstand was Ben meinte aus dem Raum. „Was soll das denn?“ wollte er wissen als sie am Wagen standen. „Semir…wenn er was damit zu tun hat, dann wird er sicher die Beute verstecken wollen oder aber aus dem Versteck holen und dann abhauen. Wir sollten ihn beobachten.“ schlug Ben vor. Semir nickte anerkennend. „Du lernst immer mehr dazu…“

    Mit einem ziemlich dämlich aussehenden Blick sah Ben in Richtung der Schützen. Die Anderen bekamen sich vor Lachen nicht mehr ein. Auch Semir hielt sich vor Lachen den Bauch. „Das ist nicht Witzig!!“ fauchte Ben wütend. „Finde…finde ich schon…dein Gesicht…genial….ich krieg mich nicht mehr ein..“ lachte Semir und ihm flossen die Tränen. Michaela sah Claudia an und diese nickte. Sie nahm einen Klumpen Schlamm und trat unbemerkt von Semir hinter ihn. Mit einem schmatzenden Geräusch landete der Schlamm auf dem Kopf von Semir. „Nur damit Gleichberechtigung herrscht... “ meinte sie und ging zu Claudia zurück.. Nun war es bei Semir ein dummes Gesicht zu machen. Der Abend wurde ein voller Erfolg und am Ende kamen mit Bens großzügiger Spende fast achttausend Euro zusammen. Zufrieden fuhren Christopher und Michaela zurück in ihre Wohnung. „Stell dir vor.. dieser Kollege von Herrn Gerkhan… das ist dieser Jäger… der ist bei der Polizei und dabei ist sein Vater reich…wieso geht er arbeiten. Er hat…dem Kindergarten 6000 Euro gespendet. Ist das nicht toll?“ fragte sie. Christopher nickt. „Ja das ist sehr gütig… aber er hätte auch mehr geben können, wenn er doch reich ist…“ knurrte er. „Chris… das ist sehr großzügig. Wir haben viel mehr zusammen bekommen, als wir brauchen. So werden wir auf jeden Fall bis zum Dienstag fertig sein. Die Kinder werden sich freuen…“ strahlte Michaela.

    Der nächste Morgen überraschte ein Ergebnis der Spurensicherung die Beiden im Büro. Ein Zettel lag auf dem Tisch. „Sofort zu Hartmut!“ kam von Semir und schon zog er Ben mit raus. Nur wenig später standen sie vor dem Techniker. „Was hast du für uns?“ wollte Ben wissen und biss in sein belegtes Brötchen. „Ja also….was sagte dieser Zeuge…die haben die Tür aufgerissen und dann sofort geschossen… also … Ben du spielt mal diesen Toten und sitzt auf dem Fahrersitz…du Semir bist Klein….oh….sorry also ich meine…dieser Kollege…“ erklärte Hartmut, als Semir ihn ansah. „Was willst du uns sagen?“ fauchte er etwas wütend. Ben saß prustend und Hustend auf dem Fahrersitz. „Schön dass ihr euren Spaß habt. Also?“ knurrte Semir und grinste dann doch, denn Hartmut bekam einen hochroten Kopf. „Ja…also…dieser Klein saß auf dem Beifahrer…Semir bitte… Ja so… also die Typen kommen zum Wagen und reißen die Türen auf…. Dann legen sie auf Schilling an und schießt…Die Kugel ist…nein.. Ben du siehst natürlich den Täter an und der hatte auch kein Brötchen…“ maulte Hartmut mittendrin. „Ja aber ich hab Hunger!!“ protestierte Ben als Hartmut ihm das Brötchen wegnahm. „So weiter… wenn die Typen den Wagen geöffnet hätten, dann wäre die Kugel so in die Brust gegangen…“ Hartmut machte eine Handbewegung und führte eine Kugel in Richtung Bens Brust. „Ja und?“ wollte Semir wissen, der dies sehr intensiv verfolgte. „Nun aber die Kugel ist von der anderen Seite rein…das kannst du ganz einfach sehen…“ erklärte Hartmut der nun in seinem Element war. Er ging zu Semir und drehte ihn zu Ben..“ Wenn du nun abdrückst dann würde die Kugel nicht in dem Winkel von Bens Tür eindringen, sondern etwas anders… so in etwa… und das heißt das der Schuss von der Beifahrerseite also von der Seite des Klein gekommen sein muss.“ endete Hartmuts Vortrag. Ben sah Semir an. „War es das?“ wollte er wissen. Hartmut nickte und sah die beiden stolz an. „Danke Hartmut… dann kann ich wieder leben und mein Brötchen aufessen..“ knurrte Ben und griff zu seinem Imbiss. „Du meinst also, dass die Schilderung von Klein nicht stimmen kann? Du denkst er hat seinen Kollegen erschossen?“ wollte Semir wissen. „Nun es wäre möglich. Ich würde mit einer Hausdurchsuchung bei ihm anfangen. Vielleicht findet ihr ja das Geld…“ schlug Hartmut vor. Semir sah zu Ben, der sich gerade das letzte Stück des Brötchens in den Mund steckte und sich gerade Hartmuts Frühstück widmen wollte. „Komm! Wir holen uns einen Durchsuchungsbefehl!“ sagte Semir, griff an Bens Jacke und rette damit Hartmuts Frühstück vor dem Verspeisen.

    Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits um acht Uhr. Andrea war ausgeschlafen und weckte Semir, der sich umdrehte und die Decke über den Kopf zog. „Hey… aufstehen…“ sagte sie und nahm sie ihm weg. „Ich hab doch noch Zeit…“ kam verschlafen von Semir. „Semir… wir haben es neun. Du musst noch duschen, mir die Sachen ins Auto tun und frühstücken…also los.. raus aus den Federn…“ lacht Andrea. „Nein…ich will nicht… ich hab heute frei…“ kam verschlafen von Semir. Doch nur wenig später wusste er warum er an seinem freien Tag so früh aufstehen musste und quälte sich mit verschlafenem Blick ins Bad. Und weitere Minuten später hörte man das Wasser in der Dusche rauschen. Andrea machte das Frühstück fertig und holte ihre Tochter aus dem Kinderzimmer. Pünktlich um 9:30 Uhr fuhr Andrea mit Aida voraus. Semir sah dem Wagen nach und winkte kurz. Schließlich würde er in einer knappen halben Stunde auch dort sein. Ben holte ihn ja ab. Allerdings schien dieser die Zeiten zu vertauschen. Es war kurz vor elf als Ben endlich auftauchte. „Schön dass du auch noch kommst….um zehn war ausgemacht!!“ knurrte Semir leise und ließ sich auf den Beifahrersitz fallen. „Ja Mann…der Verkehr war sehr extrem. Ich stand im Stau…“ erklärte Ben grinsend. Semir nickte „Ja sicher…zwischen der Altstadt und Ehrenfeld liegt auch eine sehr große Entfernung. Wie heißt denn der Stau?“ wollte er wissen. „Hä?!“ machte Ben. „Na wie der Stau hieß? War sie wenigstens schön?“ harkte Semir nach. „Ja…sie heißt Sabine….“ lachte Ben.

    Michaela und Christopher fuhren ebenfalls zeitig los. Claudia wartete bereits vor dem neuen Gebäude. Als Christopher ausstieg sah er sich das Haus an. „Whow… was für ein altes Gemäuer…hier wollt ihr mit den Kindern rein?“ fragte er nach. „Ja…es sieht etwas alt aus, aber…es ist auf jedem Fall besser als dort wo wir jetzt sind. Die Kinder dürfen sich nicht rühren und laut sein…“ erklärte Michaela. „Ich darf mich mal umsehen?“ bat Christopher. Michaela nickte. Christopher nahm seine Tasche und betrat das Gebäude. Er ging in den Keller und sah sich um. Hier war eine tolle Möglichkeit das Geld zu verstecken. Er sah in einer Ecke eine alte Truhe stehen. Sie war mit einem staubigen Tuch bedeckt. Er öffnete sie, legte die Tasche dort hinein und deckte die Truhe wieder ab. Leider war kein Schlüssel da und so musste er hoffen, dass niemand in den Keller ging. Er musste etwas erfinden, das Michaela und Claudia nicht in den Keller gingen. Er sah zur Treppe und bekam eine glänzende Idee. Die Treppe war aus Holz und ziemlich morsch. Er sah dass sie sicher nicht lange halten würde. Gefährlich für die Kinder. Und genau so konnte er die Frauen überzeugen nicht in den Keller zu gehen.

    Am frühen Nachmittag fing die Party an. Michaela begrüßte Semir und Ben und stockte. „sie sind doch von der Polizei oder?“ fragte sie erstaunt. „Ja…stimmt aber jetzt privat hier. Meine Tochter ist Aida…und heute helfen wir privat aus.“ erklärte Semir. Michaela lachte leise. „Aida… ja sicher… deswegen kam mir der Name so bekannt vor. Schade dass wir uns nicht schon öfter gesehen haben, aber zu dem Elternabend kamen Sie ja nie. Ihre Frau sagte mir, dass Sie stets am Arbeiten waren. Für Recht und Ordnung…“ lachte Michaela. Semir nickte „Ja… wir haben sehr oft keinen geregelten Feierabend und da bleibt dann die Familie ziemlich auf der Strecke“ gab Semir zu. Michaela sah sich um. „Ich hoffe nur es kommt genügend zusammen dass wir den Kindergarten richtig schön machen.“ kam hoffnungsvoll von ihr. Semir grinste Ben an und nickte zu Michaela. „Ähm….mein Kollege hier… hat was für Sie…“ sagte er. Ben zog einen Umschlag aus der Tasche und reichte ihn an Michaela weiter. Dieser sah ihn erstaunt an. „Was ist das?“ wollte sie wissen. „Nun ja… sagen wir mal so… ich möchte dass die Tochter meines Kollegen in guten Händen ist. Schauen Sie rein…“ lachte Ben verlegen. Michaela tat es und zählte. „Aber…das sind…ja….sechstausend Euro?“ kam erstaunt von ihr. „Ja…legen Sie es gut an und machen Sie was aus dem Haus hier…“ grinste Ben. Er fühlte sich wohl, als er sah wie sehr sich Michaela freute. „Danke!!!“ stieß sie aus. Semir und Ben ließen sich bemalen und spielten die Clowns für die Kinder, die jede Menge Spaß hatten. Dann zum Abschluss fand eine Schlammschlacht zwischen den Kindern und den Erwachsenen statt. Semir zierte sich und auch Ben wollte nicht wirklich mitmachen, doch dann flogen die ersten Brocken und das Kind im Manne erwachte. Semir bewarf seine Frau mit Schlamm und versuchte den Brocken die ihn treffen sollte aus zu weichen. Er schaffte es und einmal duckte er sich. Der Brocken der für ihn bestimmt war, traf Ben ins Gesicht. Semir bekam einen Lachkrampf.

    @chilliges Schaf, wenn du besser gesehen hättest, dann wäre dir mein Thread zu diesem Thema fünf Minuten vor deinem aufgefallen... so hänge ich meines einfach mal an.... beim nächsten Mal bitte genauer hinschauen.... :D

    Meinungen zu "Rhein in Flammen"

    Whow ging ja schon toll los… wie brutal die Kerle waren und natürlich ein Chaos auf der Autobahn und wer ist mitten drin…unsere Helden… genau dort wo sie hingehören…War mir aber irgendwie klar, das der Wagen der Krüger das nicht überlebt… zumindest nicht ohne Kratzer…. Lol Totalschaden…. Oh weia….das wird übel ausgehen…Und scheinbar war es den Kerlen auch egal, dass es der Wagen von der Chefin war… Wie erstaunt Semir doch war….lol….aber es war ja auch kein Kratzer im Wagen… Und dann die Strafe…..nein das geht nicht… nicht die Beiden auf den Rhein….die Schiffe werden doch platt gemacht… Chaos auf der Autobahn reicht….

    Und wie Hotte sich freute… endlich in Zivil ermitteln…. Und Ben und Semir waren ja auch begeistert… allerdings im negativen Sinne. Oh ja… dieses „Arschloch…“ husten von Ben… kannten wir doch schon in seiner ersten Folge… und das die Beiden natürlich das Staatseigentum nicht zu sehr strapazieren dürfen…war doch klar.. Sind Bote teurer als Autos? Aber sie machten sich nicht Schlecht muss ich schon sagen… und die Uniform stand ihnen auch. Bens Hormone scheinen ja ganz schön in Höchstform aufzulaufen… immer diese Flirtversuche. Und er gibt nicht auf…. Selbst nach einem Korb… Tja… aber über das Hobby kommt man sich dann doch näher.

    Boah ich könnte diesen Albers aber echt mal…sonst wo hintreten.. nur weil es die Wirtschaft schädigt werden Menschen gefährdet… das ist echt unmöglich… oh verdammt…. Die Bombe als sie hochging das war ja echt heftig…. Die ersten Toten sind zu beklagen…. Verdammt ausgerechnet Rohlof…..zumindest war das bis zu dem Zeitpunkt mein Verdacht… wieder mutiger Mensch ums Leben gekommen, doch falsch gedacht… denn wir mussten erfahren, dass dieser Rohlof der Verbrecher war. Aber gut inszeniert….

    Aber bevor wir erführen wer der Verbrecher war gab es eine Verfolgung auf dem Rhein… genial… das war dann doch mal was Anders was es nicht zu häufig bei Cobra gibt. Dennoch sehe ich die Beiden lieber auf der Autobahn. Oh wei…als Conny dann feststellen musste das Frank dahinter steckt… ihr eigener Ehemann…. Dass sie aber dann so leichtsinnig ist, und obwohl sie Schwanger ist dann auf eigene Faust die Bande ausheben will, ist ja wohl…also wirklich… Unsere Helden müssen sie retten, das ist doch wohl klar. Tja und dann kam endlich der wahre Grund heraus…. Gold aus dem Krieg.

    Was ich allerdings komisch fand…. Der Kerl der auf Semir geschossen hat, hatte ein Maschinengewehr und nur eine Kugel trifft… da ist wohl etwas falsch gedacht worden…

    Die Stunts fand ich okay, obwohl wenn Ben so extrem herum geschleudert wurde und das ohne Verletzungen überstand… nun ja…. Mir hat es trotzdem gefallen.

    03.12.2009 Nemisis

    Bei einer Routineüberprüfung flüchtet der bewaffnete Fahrer. Semir und sein neuer Partner, Chris Ritter, stoßen bei der Überprüfung auf einen Mann aus Chris' Vergangenheit: den ehemaligen Undercover-Polizisten Lemercier, mit dem Chris noch eine Rechnung offen hat.
    Eine Routineüberprüfung an einer Autobahnraststätte eskaliert. Ein Schwarzafrikaner namens Xolani Mogwaza rennt weg, während dessen Begleiter eine Waffe zieht und mit einem Auto davon rast. Die spektakuläre Verfolgungsjagd endet mit dem Tod des Flüchtigen. Semir und Chris fahnden nach dem Afrikaner Xolani Mogwaza, seine Spur führt sie zu einem Mann aus Chris' Vergangenheit: Richard Lemercier. Er war vor drei Jahren ein Undercover-Polizist und hat Chris bei einem gefährlichen Einsatz verraten. Lemercier ist danach untergetaucht und hat seinen Tod vorgetäuscht, doch Chris hat nie an das Ableben seines Erzfeindes geglaubt. Ist Lemercier zurück, um einen erneuten Waffendeal abzuschließen? Chris möchte ihn nicht nur daran hindern, er sinnt auf Rache und will den Verräter töten. Semir kann nicht tatenlos zusehen, wie sich sein neuer Partner ins Verderben stürzt. Die beiden Polizisten geraten hart aneinander, Semir vertraut Chris nicht mehr.

    Mattes sah den BMW abrauschen. „Da!! Lasst ihn nicht entkommen und kesselt ihn ein. Laurence will sich mit dem Mann unterhalten und ich bin gewillt ihm diesen Wunsch zu erfüllen…“, befahl er. Die drei Wagen zogen sich auseinander und teilten sich auf. Einer von ihnen verschwand in einem Waldweg und Mattes wusste, dass dieser kurz vor der Autobahn, die nur über diese Straße zu erreichen war, endete. Somit saß der Mann dort im Wagen auf jeden Fall in der Falle. „Okay.. sorgt dafür das der Junge stoppt.“, lachte Mattes in den Funk und griff zum Handy. „Laurence! Du hattest Recht…. Es ist ein Mann im BMW der gerade vor uns flieht. Wir schnappen ihn uns und bringen ihn dann zu dir. Der Typ schien tatsächlich in einem der Säcke gewesen zu sein. Wir sollten uns mal Felix vornehmen, wenn uns der Junge im BMW nichts erzählen sollte.“, gab er durch. „Das mache ich… ihr besorgt ihn mir…“, fauchte Laurence. Das Gespräch wurde beendet.

    Ben legte Draht und Zange weg und ging zu Laurence. „Das Loch ist dicht!“, verkündete er. Laurence nickte. Ben wollte gerade den Raum verlassen, als Laurence sich ihm in den Weg stellte. „Sag mal…. Felix… als du den Wagen beladen hast, ist dir da was aufgefallen?“, wollte er wissen. Ben schüttelte den Kopf. „Was sollte mir aufgefallen sein?“, wollte er wissen. „Ich wollte nur mal fragen. Es passiert schon mal was und ich möchte auf alles vorbereitet sein. Du warst heute sehr fleißig. Ich mag Leute, die gut arbeiten. Wo warst du denn bisher oder was hast du gemacht?“, lächelte Laurence ihn an. „Mal dies mal das… ich hab mich nie festgelegt, außer bei meiner Freundin… tja was ich davon habe, wurde mir sehr schnell klar…“, kam von Ben und er versuchte ein wütendes Gesicht aufzusetzen. „Ja… die Frauen… sie sind hinterhältig, gemein und doch können wir nicht auf sie verzichten. Na… wenn du es mal wieder nötig hast, dann sag mir Bescheid. Ich habe da ein paar Mädchen, die nur das eine wollen…“, schlug Laurence vor. Ben nickte. „Ja sicher… kann ich gehen?“, wollte er wissen. Laurence nickte. „Ja sicher…. Ach und für heute kannst du Feierabend machen… Fleiß muss belohnt werden…“, befahl Laurence. „Danke… ich werde mich etwas aufs Ohr hauen. Bevor Mattes zurückkommt und mich wieder triezt.“, lachte Ben und verschwand.

    Semir sah in den Rückspiegel. Kein Verfolger zu sehen. Erleichtert atmete er aus. Gleich hatte er die Autobahn erreicht. Doch bevor er die Auffahrt nehmen konnte schoss ein Wagen aus dem Feldweg und stellte sich quer. Semir erschrak und trat auf die Bremse. Der BMW kam zum Stehen und Semir sah zu dem Fahrer des Wagens. Dieser grinste ihn hämisch an. Nur wenige Augenblicke dauerte der Schock bei Semir und dann setzte er zurück, doch er kam nicht weit, denn auch hinter ihm stand ein Fahrzeug quer. „Dann eben auf die harte Tour“, sagte er und zog seine Waffe.

    Mit einem Satz war er aus der Tür gehopst und rollte sich über den Boden in den Graben. Sofort eröffneten die Männer das Feuer auf ihn und Semir erwiderte dies, schoss dabei Reifen und Fensterscheiben entzwei. „Verdammt, das kann kein einfacher Kontrolleur sein.“, zischte Mattes, als er die Schüsse hörte und aus seinen Wagen sprang. Mit seiner Waffe in der Hand näherte er sich dem Wagen, doch es saß keiner mehr drin. Er sah sich um und blickte in die starren Augen des verfolgten Mannes. Erschrocken riss er seine Waffe hoch, spürte aber im nächsten Moment einen Einschlag in seiner linken Schulter. „Verdammt, du kleiner Dreckskerl.“, stieß er aus und robbte zu seinem Wagen zurück. „Versucht ihn einzukreisen.“, befahl er. Tatsächlich versuchten es die vier anderen, gaben sich gegenseitig Deckungsfeuer und versuchten, Semir anzulenken. Doch dieser war erfahren genug und kannte dieses Manöver nur zu gut. „So, ihr wollt mich wohl in die Zange nehmen? Aber nicht mit mir.“, dachte Semir laut und sah sich um, um die Richtung des Angriffs auszumachen. Er überprüfte sein Magazin. „Verdammt, nur noch vier Kugeln.“, stellte er erschrocken fest. Jetzt musste jeder Schuss sitzen, sonst würde Semir hier sicher nicht mehr heil raus kommen.

    Zur gleichen Zeit saßen Michaela und Christopher am Frühstückstisch. „Was machst du heute?“ wollte sie wissen. „Ich weiß es nicht. Ich werde die Frau von Frank besuchen. Sie braucht mich jetzt. Ich habe erfahren dass ihr Baby da ist. Schade das Frank diesen Augenblick nicht miterleben konnte.“ Kam leise von ihm. Michaela streichelte ihm über den Arm. „Hey… es ist nicht gut, wenn du dir Vorwürfe machst…. Du hast doch keine Schuld daran. Es hätte genauso dich erwischen können.“ tröstete sie ihn. Er lächelte leicht. „Ja sicher…. Du hast Recht. Ich sollte dankbar sein, das die Männer nicht mich erschossen haben.“ Nickte er. Michaela stand auf. „Ich muss… wir haben ne Menge Arbeit mit dem Umzug und außerdem muss ich noch Geld besorgen. Wir wollen am Wochenende einen Spieltag machen. Für Jung und Alt und dann Spenden sammeln für die Renovierung. Wenn du dann willst, kannst du…vielleicht mitkommen.“ Schlug sie vor. Christopher nickte. „Ja… Ablenkung ist sicher gut…“ nickte er. Dass er sich eine Möglichkeit suchte, seine Beute zu verstecken, ließ er natürlich nicht verlauten. Als Michaela weg war, ging er in den Keller und zog den Schrank zur Seite, hinter dem er das Geld versteckt hatte. Franks Frau sollte wenigstens leben dürfen. Er nahm ein paar Scheine heraus und packte sie in den Umschlag. Nur wenig später war er unterwegs zu Tatjana. Er klingelte und die kleine Mia öffnete. „Hallo Onkel Christopher….“ Sagte sie mit einer hellen Stimme. „Hallo Mia...oder bist du Cora?“ fragte er, denn die Zwillinge konnte er nicht auseinander halten. Das Mädchen lachte. „Aber ich bin doch die Mia….“ Gab die Kleine von sich. „Mama ist im Wohnzimmer sie kümmert sich gerade um Frank…“ erklärte Mia und ließ Christopher rein. Tatjana sah auf, als Christopher hereinkam. Sie legte das Baby in sein Kissen und stand auf. Dann fiel sie ihm in den Arm und weinte. Er streichelte ihren Kopf. „Es tut mir so Leid…“ sagte er mit Tränenerstickter Stimme. Jeder hätte es ihm abgekauft, dass er tatsächlich trauert. „ich will nicht lange bleiben…ich…also wir…ich meine die Kollegen…wir haben gesammelt und…es ist nicht viel aber… ich meine ich …für den Kleinen…“ sagte er leise. Tatjana putzte sich die Tränen weg und sah ihn an. „Danke… sag den Kollegen auch… dass ich es sicher gut für ihn anlegen werde.“ Nickte sie und sah in den Umschlag. Erschrocken sah sie auf die vielen Geldscheine. „Aber…das ..das ist doch zu viel…“ stammelte sie. „Nein schon gut...Es gehört dir…“ nickte er. „danke…auch den Kollegen…ihr seid so gut zu mir. Der Chef…er hat mir zugesagt, dass er das Gehalt für Frank weiter zahlt… und die Versicherung hat sich auch schon gemeldet…“ nickte sie. Wieder liefen die Tränen. Chris hielt die Frau in den Armen.

    Den Rest des Tages war für Ben und Semir mit Vernehmungen der alten „Kunden“ verbunden. Lukas Polder saß bei ihnen im Verhörraum. „wo warst du denn vor zwei Tagen?“ wollte Semir wissen. Lukas sah ihn an. „Gerkhan.. ich hab meine Strafe abgesessen. Ich bin sauber…“ grinste der Mann. „Das sehe ich anders… warum haben Sie diese Bank denn schon seit Tagen beobachtet? Sie wollten doch da wieder einen Überfall machen!! Wir haben Zeugen die Sie dort seit einer Woche sehen!!“ warf Ben ein. Lukas nickte. „Ja sicher… meine Freundin arbeitet dort! Sie ist in der Kreditabteilung tätig…“ lachte Lukas, der das alles sehr lustig fand. „Ich denke das wird sie uns sicher bestätigen. Was vergibt sie denn? Zinslose Kredite?“ wollte Semir verächtlich wissen. „Keine Ahnung. Ich habe keinen beantragt…“ konterte Lukas. Es dauerte fast eine Stunde bis Semir und Ben ihn wieder laufen ließen. „Das war der Letzte…sag mal… was ist denn nun mit Sonntag? Du sagtest doch etwas vom Kindergarten oder?“ wollte Ben wissen. „ja… die ziehen um und Andrea hat mich verdonnert zu helfen. Tja… und da ich nicht allein…also ich meine nur ich unter den ganzen Frauen und Kindern…da dachte ich, dass du mich begleiten kannst…“ schlug Semir vor. Ben lachte. „Ich habe am Sonntag nichts Besseres zu tun. Immerhin ist es auch für Aida nicht wahr.. klar bin ich dabei…“ meinte er nur. „Und wann?“ hängte er an. „Um elf müssen wir da sein. Andrea und Aida fahren vor und wir hinterher…“ meinte Semir nur. Endlich war der Feierabend da.

    Michaela ärgerte sich über diesen unverschämten Mann, der ihr einfach den Parkplatz weggenommen hatte. Nur weil der Kerl Polizist war nahm er sich raus, sie so abfällig zu behandeln? Wo waren wir denn hier? Mit einer großen Wut im Bauch schloss sie die Tür auf und warf anschließend ihre Trainingstasche einfach auf den Boden der Diele. „Das ist doch wohl die absolute Frechheit...“ fauchte sie laut. „Chris... stell dir vor...draußen hat mir so ein kleiner Bulle einfach den Parkplatz weggenommen! Was denkt der sich eigentlich!! Nur weil er bei der Polizei ist, kann der sich doch nicht einfach alles erlau... ben“ gab sie wütend von sich, betrat das Wohnzimmer und stockte mitten im Satz um ihn dann etwas verwirrt zu vollenden. Ihr Blick fiel auf die Männer die dort saßen. „oh....“ hängte sie an. „Das sind die Herren Gerkhan und Jäger von der Kripo Autobahn... sie bearbeiten den Überfall...“ erklärte Christopher. „Das ist Michaela Frings...meine Freundin...“ stellte Chris die Frau vor. Sie nickte und gab den Männern die Hand. „Dennoch finde ich das nicht gut...“ gab sie kleinlaut von sich. „Frau Frings... vergessen wir doch mal den Parkplatz. Wenn wir wieder weg sind, können Sie sich gern dort hinstellen..“ schlug Semir vor. „Ich stehe jetzt einen Häuserblock weiter. Bis ich wieder hier bin, ist der Platz besetzt...“ maulte Michaela. „Nein...ich werde warten bis Sie dort sind und dann Ihnen den Platz sichern..“ versprach Semir. Damit war Michaela zunächst beruhigt.

    „Herr Klein...Sie müssen uns genau sagen was Sie von dem Hergang wissen. Haben Sie bevor Sie auf den Parkplatz gefahren sind bemerkt, dass Ihnen jemand folgt?“ wollte Semir wissen um zum Grund des Besuches zurück zu kommen. „Nein...ich muss aber auch gestehen, dass ich nicht daran gedacht habe. Ich fahre diese Strecke doch schon so lange.“ Kam als Antwort. „Sind Sie die ganze Zeit gefahren?“ harkte Ben nun nach. Christopher sah ihn an. „Ähmm...nein...also nicht ganz... als wir vorher auf einem Parkplatz halt gemacht haben, da hat Frank sich ans Steuer gesetzt. Ich war müde und ... ich weiß ich hätte es nicht zulassen dürfen, weil er seinen Führerschein vor einiger Zeit verloren hat, aber... ich dachte einfach nur, dass es besser ist ihn fahren zu lassen, als einen Unfall zu bauen...“ gab Christopher leise von sich. Semir sah zu Ben. „Das machen wir Ihnen nicht zum Vorwurf. Sicher ist es besser als einen Unfall zu bauen, aber darum geht es jetzt ja nicht. Wir suchten lediglich eine Erklärung war wir das Blut von Schilling auf dem Fahrersitz gefunden haben und nicht das Ihrige...“ lächelt Semir. „Ich weiß wirklich nicht mehr... mir ist nicht besonders und ich würde mich gern hinlegen. Wenn Sie die Kerle gestellt haben...würden Sie mich dann davon in Kenntnis setzen?“ bat er die Polizisten. Semir lächelte und nickte. „Ja sicher... Herr Klein...Frau Frings...“ verabschiedeten sich die Beiden. „Warten Sie... der Deal mit dem Parkplatz steht doch wohl noch oder?“ ließ Michaela Frings verlauten. Semir lachte kurz auf. „Ja sicher...“ nickte er.

    Am nächsten Morgen rief Kim die Beiden zu sich. „Was haben Sie im Fall unternommen?“ wollte sie wissen. „Was sollen wir machen, dieser Klein hat kein Kennzeichen, kein Auto keine Beschreibung nennen können. Wir stehen quasi im Dunkeln..“ erklärte Ben. Kim nickte. „Haben Sie die Kunden überprüft und die Kollegen in diesem Unternehmen?“ harkte Kim nach. Semir nickte. „ja… nichts… absolut gar nichts.“ Stöhnte er. „Gut… dann müssen wir darauf hoffen, dass sie nervös werden und das Geld ausgeben..“ dachte Kim laut nach. „Die Geldscheine sind nicht nummeriert oder sonst wie gekennzeichnet. Das heißt sind einfache Umlaufnoten. Das bringt uns auch nicht weiter. Susanne sucht gerade die Datenbank nach Entlassenen durch, die sich mit solchen Dingen einen Namen gemacht haben.“ kam von Ben, der sich nachdenklich die Finger betrachtete. „Ben? Was denken Sie?“ wollte Kim wissen. „Ich weiß nicht… aber ich denke wir sollten das gesamte Gelände mal absuchen. Ich bin mir sicher, dass wir die Tatwaffe dort finden. Ich halte die Story von Christopher Klein etwas übertrieben. Wenn die Typen die ihn und seinen Kollegen überfallen haben, dann frage ich mich, wieso die nicht geprüft haben, ob er auch tot ist… Jeder hätte gesehen, dass die Kugel den Arm getroffen hat und nicht tödlich war. Etwas stimmt da nicht…“ gab Ben zu bedenken.