Beiträge von Elvira

    „Andrea...verstehst du denn nicht...ich....ich...hab es doch nicht mit Absicht gemacht...aber..“ versuchte Semir sich zu erklären. Andrea sah ihn mit vor Wut funkelnden Augen an. Sie schüttelte den Kopf. „Nein!!! Semir Gerkan…ich will das nicht mehr hörst du! Du hast jetzt schon viermal vergessen, Viermal…Wir sind dir ja wohl völlig egal!“ schrie Andrea wütend. Semir sah sie an. „Weißt du was…es nervt…deine ständigen Vorhaltungen, dass ich etwas vergesse… ich versuche euch ein guter Familienvater zu sein. Euch zu ernähren und du kümmerst dich lediglich um den Haushalt und die Kinder!“ schrie er zurück. „Lediglich? Weißt du was es an Arbeit ist, die Kinder zu beaufsichtigen? Weißt du was es heißt sich um die Beiden zu kümmern? Wenn sie krank sind....weißt du wie es ist, wenn ich Aida versuche zu erklären, dass ihr Vater obwohl er es versprochen hat, sich um sie zu kümmern, mal wieder sein Versprechen nicht einhält? Weißt du das?“ schrie Andrea wütend zurück. Sie griff einen Teller und warf ihn in Semirs Richtung. Dieser duckte sich und der Teller flog an die Wand wo er zerbrach. „Andrea!! Es reicht!! Denk an die Kinder!!“ versuchte Semir sie zu beruhigen. „Die Kinder!! Ja die Kinder sind dir wichtig!!! Aber wo bin ich? Wo bin ich als deine Frau in deinem Leben? Semir Gerkan!!!“ schrie Andrea wütend. Semir sah sie an. Er wusste, wenn Andrea so aufbrauste, war es besser wenn er verschwand. Er schnappte sich die Schlüssel und wenig später knallte die Haustüre so laut zu, dass die Kinder, die eben noch schliefen aufwachten und aufschrien. Andrea sah ihrem Mann hinterher, als dieser die Straße herunterfuhr. Doch nun erweckte auch ihr Mutterherz. Sie ging nach oben um sich um Aida und Sebastian zu kümmern. Der Kleine war gerade sechs Wochen alt Er war Semirs und ihr ganzer Stolz. Und auch Ayda kam ihrer Verpflichtung als große Schwester eifrig nach. Als Andrea ins Kinderzimmer kam, saß Ayda bei Sebastian im Bett und tröstete den kleinen Bruder. Andrea musste leicht schmunzeln als sie das Bild sah. Tränen liefen ihr über das Gesicht.

    Semir fuhr einfach nur durch Köln. Verdammt wieso hatte er es wieder vergessen. Es war doch der schönste Tag in seinem Leben, als Andrea ja sagte. Und nun hatte er zwei Kinder…Ayda und Sebastian…warum konnte er den Hochzeitstag nicht einfach aufschreiben und dann erinnert werden…das geht doch nicht…wir leben im einundzwanzigsten Jahrhundert und…Hupen riss ihn aus den Gedanken. Semir erschrak und konzentrierte sich wieder auf den Verkehr. Erst in letzter Sekunde sah er dass die Ampel vor ihm auf Rot sprang. Mit kreischenden Bremsen blieb er gerade noch stehen ehe er die Frau mit dem Kinderwagen erwischte. Er stützte seine Arme auf das Lenkrad ab und lehnte seinen Kopf darauf. Dann atmete er tief ein und aus. Tränen machten sich bei ihm bemerkbar. „Andrea…ich liebe dich…“ stieß er aus. Ein Blick fiel auf sein Handy. Sollte er sie vielleicht anrufen? Ja...aber was, wenn sie ihn wieder anschrie? Vielleicht sollte er ihr Blumen kaufen. Einen riesigen Strauß an Rosen...als Entschuldigung. Als er sich wieder auf die Ampel konzentrieren wollte riss man die Beifahrertür auf und auch die hinteren Türen wurden aufgerissen. Semir sah erschrocken zu den Männern die einstiegen. Alle waren maskiert und bewaffnet. „Hey…!“ stieß Semir aus. Doch schon spürte er die Waffe an der Schläfe. „Aussteigen!“ forderte der Beifahrer auf. „Schon gut…ganz ruhig…okay…“ stieß er leise aus und hob die Hände. „Hey…das ist ne Bullenkarre!“ schrie plötzlich einer von hinten der wohl das Blaulicht bemerkte. Erst jetzt sah auch der Beifahrer die Blaulichtmontur. „Bist du ein Bulle?“ fragte er Semir, der aussteigen wollte. Sofort griff der Beifahrer ihn an der Jacke und hielt ihn fest. Semirs Gedanken flitzten wie auf einer Autobahn. „Und was wenn?“ fragte er vorsichtig an. „Ja oder nein?!“ fauchte der Mann, der die Waffe auf ihn richtete. Semir hatte die Hände erhoben und nickte. „Das ist schade für dich…sage lebe wohl!“ grinste der Beifahrer, presste die Waffe fest an Semirs Kopf und drückte ab. WHAM!!!

    „Das darf doch wohl nicht wahr sein…“ stieß sie aus. Ben und Semir sahen sie an. „Was ist denn, Chefin?“ wollten sie gleichzeitig wissen. „Ich glaub es einfach nicht…“ wiederholte sie. Semir wolle aufstehen, aber er schwankte so verdächtig, dass Ben ihn festhielt. „Bleib lieber sitzen… Ich regele das..“ schlug er vor. Semir nickte und setzte sich wieder. Ben legte Kim die Hand auf die Schulter. „Was glauben Sie nicht?“ wollte er wissen. „Ich …das hier… dieser Typ… Es ist Marlon… Ich bin mir ganz sicher.“ Stammelte sie und reichte Ben den Zettel. „Komm zu mir zurück und deine Leute werden leben bleiben. Du kannst dich nicht vor mir verstecken.“ Las er vor. „Warum sollte er drei Jahre nach der Trennung so austicken?“ wollte Ben wissen. Kim zog die Schultern hoch. „Ich weiß es nicht. Aber wir müssen aufpassen. Sonst wird Gerkan nur der Anfang sein. Lassen Sie uns zu seiner Adresse fahren...“ befahl sie. Semir erhob sich. „Aber erst bringen wir Sie in eine Schutzwohnung. Der Kerl spaziert hier ein und aus, wie es ihm passt.“ Kam von Semir. Kim nickte. Sie hatte Angst vor ihrem Gegner und Sie sah ein, dass die Hauptkommissare Recht hatten. Hier war sie nicht sicher. „Ich werde mir ein paar Sachen einpacken...“ nickte sie und machte sich an die Arbeit.

    Ben sah Semir an. „Was hältst du davon?“ wollte er wissen. „Mein Kopf platzt... das halte ich davon. Irgendwie ist mir übel. Ich sollte doch einen Arzt aufsuchen, sobald die Chefin in der Schutzwohnung ist.“ meinte Semir nur. Er rieb sich seinen Arm. Etwas schmerzte dort. „Was hast du denn da?“ wollte Ben und wies auf eine kleine blutige Stelle. „Ach das... vermutlich vom Sturz. Brennt etwas...“ wiegelte Semir ab. „Wir nehmen am Besten die Schutzwohnung in der Middelsfährer Strasse. Hast du Aspirin bei dir?“ hängte er fragend an. „Nein leider nicht...“ gab Ben zu. „Im Bad hängt ein Schränkchen, dort finden Sie Aspirin Semir...“ kam Kim mit einem Koffer ins Wohnzimmer. „Danke Chefin... ich bediene mich dann mal.“ lächelte er und stand auf. Er warf sich zwei Aspirin ein um die Kopfschmerzen zu besiegen. Auf der Fahrt in die PAST sah Semir Kim an. „Sie sind sich absolut sicher, dass es dieser Marlon Wiesheu ist?“ wollte er wissen. Kim nickte „Ja... das passt zu ihm. Ich hatte damals schon das Problem, dass er sich nicht lösen konnte. Ich glaube er hat es einfach nicht verkraftet, dass ich Schluss gemacht habe. Und nun fängt dieses Psychospiel von ihm an. Allerdings befürchte ich, dass es diesmal viel schlimmer wird als damals..“ sagte sie leise und sah aus dem Fenster. „ Wir werden auf Sie aufpassen, Chefin..“ versprach Semir nur. „Ich weiß.... und genau das macht mir Angst. Marlon wird einen Weg zu mir finden. Er wird über Leichen gehen, wenn es sein muss. Nur um mich zurück zu bekommen. Er wird etwas finden, um mich unter Druck zu setzen.“ nickte sie und lächelte nervös.

    Marlon lachte leise, als er sah, dass der Sender den er dem Polizisten eingespritzt hatte einwandfrei funktionierte. „so...mein lieber Freund.... ihr könnt sie gar nicht vor mir verstecken. Ich bekomme meine Trauzeugen und meine Braut. Schon bald werden wir Hochzeit halten...“ sagte er zu sich selbst und sah auf den Monitor. Der Sender bewegte sich. Marlon fuhr mit seinem Wagen mit großem Abstand hinter dem der Polizisten. Er brauchte ja keinen Sichtkontakt... Der Sender oder besser der Träger des Senders wird ihm zeigen wo sie waren und Marlon wusste sehr genau, das dort wo der Sender war auch Kim war. Seine Kim. Die Fahrt endete am Polizeirevier. Doch Marlon wusste sehr genau, dass die Fahrt sicher nicht lange unterbrochen werden wird. Sie werden Kim sicher in eine andere Wohnung bringen und bewachen. Sie dachten wohl, dass damit Ruhe vor ihm war. Klar, dachten sie das... woher sollen sie auch wissen, das ihr eigener Kollege ihm zeigen wird wo es ist. Marlon lehnte sich entspannt zurück. Er musste nicht unbedingt aufpassen. Der Sender war mit GPS ausgestattet und das ließ ihn auch über große Entfernungen orten. Er musste also nicht sehen, wo der Mann und damit wo Kim war. Tatsächlich fuhr der Wagen nur eine Stunde später wieder in Richtung Köln. Marlon ließ sich etwas mehr Zeit denn er wollte nicht, dass es auffiel, wenn er dem Wagen folgte.

    Marlon sah zufrieden auf sein Opfer. „Ab heute weiß ich immer wo du bist und wo meine geliebte Kim ist. Nur keine Sorge... der kleine Chip wird dich nicht stören. Du wirst ihn nicht einmal merken...“ lachte er leise. „Das kleine Experiment ist es mir wert... Bis später mein Freund...“ Er stand auf und schrieb auf einen Zettel nur wenige Worte. „Er ist nur der Anfang... und wird es überleben. Es wird mehr folgen, also komm zurück zu mir... Ich liebe dich Kim.“ Dann verschwand er aus der Wohnung und zog die Türe sorgfältig zu. Wenig später fuhr er mit seinem Wagen zu dem halb verfallenen Haus. Hier hatte er bereits einen alten Käfig aufgestellt. Für seinen Nebenbuhler, der scheinbar einen schönen Tag mit Kim hatte, während sein Kollegen sich mit ihm rum schlug. Aber das Auto wird ihm sicher keine Freude bereiten. Angeschnittene Bremsschläuche, manipulierte Schaltung. Ich hoffe nur du beherrscht es auch in schwierigen Fällen, denn wenn meiner Kim was passiert, dann werde ich dich eigenhändig töten, versprach er in Gedanken seinem Feind. Und noch etwas hatte er bereits besorgt. Etwas das sicher an Kim wunderschön aussah. Ein rosafarbenes Hochzeitskleid. Und die Trauzeugen hatte er auch schon. Ben Jäger und Semir Gerkan. Sie werden das Glück von ihn und Kim beglaubigen.

    Als Ben mit der Chefin und Hartmut in der KTU waren ließ Hartmut sofort den Wagen untersuchen. Nur wenige Minuten später stellte er die angeschnittenen Schläuche und die manipulierte Gangschaltung fest. „Das war ein Mordanschlag... der Wagen gehört dir Ben... es könnte also auch gegen dich gehen.“ Mutmaßte Hartmut. „Das glaube ich weniger... dann hätten die es bereits mit anderen Mitteln probiert. Ich gehe sehr stark davon aus, dass die Chefin umkommen sollte.“ Widersprach Ben. Kim nickte. „Da stimme ich Ihnen zu Ben. Vielleicht hat Semir was beobachtet oder etwas ist auf dem Band drauf. Der Wagen stand ja vor der Tür...“ gab Kim zurück. „Chefin... Sie stehen ab sofort unter Personenschutz und mir ist so ziemlich egal ob Sie wollen oder nicht. Wir holen jetzt ein paar Sachen aus Ihrer Wohnung und dann werden Semir und ich Sie beschützen!“ befahl Ben. Kim sah ihn erstaunt an. „Seit wann haben Sie das Sagen, Ben?“ fragte sie. „Weil Sie scheinbar eine Zielscheibe sind. Sie können es nicht mehr beurteilen, also muss ich es und bevor Sie etwas sagen berufe ich mich auf die Vorschrift unter Punkt 43: Sofern der Vorgesetzte sich nicht in der Lage sieht selbst zu entscheiden, sei es aus persönlicher Befangenheit oder uneinsichtige Vorgänge ist es möglich durch einen anderen Polizisten niedrigeren Ranges abgelöst zu werden, sofern dieser es als erwiesen ansieht.“ zitierte Ben. Kim lachte leise. „das ist ja wirklich gut.... sehr gut... aber ich denke nicht, dass es anwendbar ist. Ich beuge mich dennoch Ihrer Gewalt..“ nickte sie. Immerhin war es das erste Mal, das Ben Jäger aus dem Buch der Vorschriften zitierte. Ben griff zum Handy und rief Semir an. Doch dieser meldete sich nicht. „Haben Sie die Rufnummer von diesem Guido oder wie er hieß?“ wollte Ben wissen. „Ja sicher... warum denn?“ harkte Kim sofort nach. „Semir meldet sich nicht. Hat möglicherweise nichts zu sagen, aber wenn der Kerl, der hinter Ihnen her ist so empfindlich reagiert, dann ....“ erläuterte er besorgt. „Wir fahren hin!“ legte Kim fest und schon waren sie unterwegs.

    Es dauerte nur wenige Minuten bis sie vor der Tür der Wohnung des Nachbarn standen. Ben klingelte, doch es öffnete niemand. „verdammt .... was ist denn hier los?“ murmelte Ben. „Warten Sie ich hab ja den Schlüssel...“ kam von Kim. Nur wenig später war die Tür offen. Von Semir keine Spur. Ben trat ans Fenster und sah durch das Fernrohr. Er entdeckte Semir am Boden liegen. „Frau Krüger!! Er ist in Ihrer Wohnung...im Wohnzimmer..!“ stieß er aus und rannte raus. Kim rannte ihm hinterher. Ben sah die Wohnungstüre von Anna an. „Hier schien jemand nicht klingeln zu wollen, meinte er nur. Sie betraten die Wohnung und Ben rannte direkt ins Wohnzimmer wo Semir gerade zu sich kam. „Hey... Partner ... alles okay?“ fragte er besorgt und untersuchte Semir. Mit glasigen Augen sah Semir ihn an. Er wollte aufstehen, doch die Beine gehorchten ihm nicht. „Komm, ich helfe dir auf das Sofa.“ meinte Ben und zog ihn vorsichtig hoch. Kim hatte die Wohnung durch doch außer Semir war Niemand mehr da Ich hole einen Eisbeutel, Moment.“ schlug sie vor. Kurz drauf kam sie mit dem Coolpad wieder. „ Oha, danke... der hat mich voll erwischt. Ich hab was gehört und bin rein. Am Tisch kam er dann von hinten.“ erklärte Semir stöhnend und hielt sich das Pack an den Kopf. „ Langsam wird es mir zu bunt. Schau mal auf dem Tisch, da liegt was.“ knurrte er und schloss die Augen. Kim besah sich die Blätter und runzelte die Stirn.

    1. Aida (sehr süß) dürfte jetzt ungefähr 3 - 4 Jahre alt sein. Da sie erst einige Jahre nach der Hochzeit von Andrea und Semir geboren wurde und Andrea und Semir auch vor der Hochzeit schon einige Jahre zusammen waren, dürfte das mit den sieben Jahren Koma und Semirs Aussage "Die Affäre mit Tanja war lange vor Andrea" rein rechnerisch nicht ganz hinkommen.

    es kann schon hinkommen...jeder der die Beiden kennt (Andrea und Semir) wissen, dass die Beiden wie Feuer und Wassere waren und auch zwischendurch getrennt... verheiratet waren sie in der Folge "Leibwächter" fünf Jahre....von daher dürfte es schon hinkommen....

    Die Zeiten vieler Wiederholungen im Primetime-Programm sind auf RTL erst einmal vorbei. Nachdem bereits der Dienstag seit dieser Woche mit neuen Folgen seiner US-Serien bestückt wurde, legte RTL nun auch am Donnerstag nach. Der Abend begann mit dem Auftakt der nunmehr 25. Staffel der deutschen Actionserie «Alarm für Cobra 11». 4,35 Millionen Zuschauer verfolgten die neue Episode, 2,60 Millionen davon stammten aus der werberelevanten Zielgruppe, wo die Serie mit 19,9 Prozent den besten Marktanteil des Serienabends erzielen konnte.

    «Alarm für Cobra 11» startete damit zwar schwächer als im letzten Herbst als der Auftakt 23,5 Prozent in der Zielgruppe holte, im langjährigen Mittel ist jedoch keine Erosion zu erkennen. Lediglich die Einschaltquote bei allen Zuschauern fiel mit 13,1 Prozent relativ schwach aus. Alle Episoden der letzten Staffel verzeichneten höhere Werte. Etwas schwächer startete «CSI» in neue Episoden seiner mittlerweile neunten Staffel. Insgesamt sahen 4,01 Millionen Zuschauer die neue Folge der Serie, an deren Spitze unlängst Laurence Fishburne William Peterson abgelöst hat.

    Quelle: Quotenmeter.de

    Semir sah durch das Fernrohr und beobachtete wie Ben und Kim scheinbar irgendwelche Bilder schauten. „Ja super... ich arbeite und die machen das Familienalbum auf. Was soll das denn?“ sagte er leise lachend. Hartmut stieß ihn zur Seite und sah durch. „Sieht eher danach aus, als hätten sie Post bekommen.“ Korrigierte er Semir. „Ja du Schlaumeier.... was ist mit dem Mikro?“ harkte Semir nach. „Das ist auf die Wohnung eingestellt. Du kannst alles hören, wenn du die Lautsprecher einstellst...“ gab Hartmut zurück und machte den Lautsprecher an. „...ich sagte nein und es bleibt beim nein...“ bekam er gerade von Kim mit. Semir grinste breit. „Die Frage hätte ich auch gern gehört...“ grinste er. Er griff nach seinem Handy und rief Ben an, der eben aufstand und scheinbar mit Kim die Wohnung verlassen wollte. „Ja Semir hier... hab ein ganz tolles Bild und super Ton... Was macht ihr jetzt?“ wollte er von Ben wissen, als dieser sich meldete. „Wir fahren in die PAST einen gewissen Marlon Wiesheu zu checken... Die Chefin ist sicher, dass ihr Exfreund dahinter steckt. Melde mich und lass die Spinnen leben..“ kam von Ben zurück. „Ja ist klar... gut... ich halte ein Auge auf die Wohnung. Hartmut könnt ihr direkt mitnehmen.“ Schlug Semir vor, denn sein KTU - Freund wollte auch weg. „Alles klar... er kann sich schon mal in den Wagen setzen...“ meinte Ben nur. Semir richtete es Hartmut aus, der sofort aufsprang und die Wohnung verließ. Nur wenig später waren die Drei unterwegs.

    Ben lenkte den Wagen galant über die Autobahn und alles lief bestens. Doch auf halber Strecke geriet der Wagen ins Schlingern. „Was ist denn, Ben?“ wollte Kim wissen und hielt sich am Griff fest. „Ich weiß nicht... irgendwie lässt er sich nicht so lenken... ich drossele besser das Tempo...“ meinte Ben und ging vom Gas. Doch der Wagen wurde nicht langsamer. „Verdammt.... ich schalte runter..“ knurrte Ben. Das Ergebnis... der Wagen ließ sich nicht schalten. „Hey.. Ben du weißt schon, dass gleich ne Baustelle kommt oder?“ erinnerte Hartmut ihn. „Ja sicher... verdammt... ich kann den Wagen nicht halten...Wir müssen langsamer werden.....und das geht nur auf Semirs Art..“ knurrte Ben und zog das Lenkrad nach rechts. Hinter ihm hupten eine Wagen, doch Ben ignorierte das gekonnt. „Was haben Sie vor, Ben?“ wollte Kim wissen und presste sich in den Sitz. „An die Leitplanke und langsam anhalten. Ich kann die Bremse drücken soviel ich will, da passiert nichts. Ich kann nicht schalten und die Lenkung ist auch nicht gerade toll. Mir bleibt nur die Lösung damit wir vor der Baustelle zum stehen kommen...“ gab Ben von sich und konzentrierte sich auf sein Vorhaben. „Das geht nicht gut...“ stieß Kim aus, als sie die Funken auf ihrer Seite sah. „Vertrauen Sie mir....“ lächelte Ben ihr beruhigend zu und tatsächlich schaffte er es den Wagen zum Stehen zu bringen. Kim atmete extrem heftig als er endlich stand. „Chefin? Alles in Ordnung?“ wollte Ben wissen. „Das war ja wohl...sehr gut gemeistert Ben... wirklich sehr gut...“ gab Kim erleichtert zu. Ben sah sie erstaunt an. „Der Wagen ist leider ein Fall für die Werkstatt.“ meinte er nur. Kim nickte. „Ist okay...“ lächelte sie.

    Semir sah durch das Fernrohr in die Wohnung seiner Vorgesetzten. Es schien alles in Ordnung. Oder halt... was war das? War da nicht eine Bewegung? Da....! Wieder ein Schatten. Semir sprintete aus der Wohnung und rannte über die Straße. Nur wenig später hatte er die Wohnung von Kim erreicht. Mit gezogener Waffe betrat der die Räume, deren Tür gewaltsam aufgebrochen war. Deutlich hörte er Geräusche. Also war der Einbrecher noch im Haus. Langsam ging er Raum für Raum durch. Im Wohnzimmer lagen einige Fotos auf dem Tisch, doch der Einbrecher war nicht auszumachen. Semir steckte seine Waffe ein und wollte gerade die Spurensicherung rufen, als er ein Geräusch hinter sich hörte. Bevor er sich umdrehen konnte, knallte ein Gegenstand auf seinen Kopf und er ging stöhnend zu Boden. Doch noch verlor er das Bewusstsein nicht. Er spürte wie jemand neben ihn trat und wollte sich zu dem Mann umdrehen. Nur mit Mühe gelang es ihm. Das Gesicht war verschwommen. „Wir werden uns schon sehr bald näher miteinander beschäftigen...“ hörte er den Mann wie durch Watte. Dann bekam Semir einen Tritt gegen den Kopf. Seine Welt verschwand zunächst in bunten Farben und dann in der Schwärze der Bewusstlosigkeit. Nur wenig später klingelte sein Handy. Semir bekam nicht mit, wie der Einbrecher ihm etwas unter die Haut spritzte.

    Meinungen zu „Koma“

    War das eine Folge...alles vertreten...Spannung, Action, Gefühl....Humor.... was will man mehr.

    Semir trifft seine alte Liebe wieder und die weiß nicht dass er verheiratet ist... nette Idee. Das Andreas Eifersucht ausbricht ist doch wohl klar. Aber ich wäre an Semirs Stelle dem Kerl an die Gurgel gegangen, der sich an Aydas Bett gesetzt hatte....(okay...die Waffe im Nacken war ein gutes Argument es nicht zu tun)

    Ach ja unser Ben Jäger....ist nicht gerade arm, aber die Socken haben Löcher...lol und dann sind die auch noch verschieden....klasse....na und so schön waren die Stiefel ja auch nicht, die er auf der Autobahn zurücklassen musste. Alles in Allem fand ich es eine gelungene Folge, weil auch wieder mehr Gefühl gezeigt wurde. Übrigens...von diesen Sockenpaare hab ich auch einige im Schrank....


    Die Angst die Andrea um Ayda hatte oder aber Semir um sie, als sie den Sprengstoffgürtel zeigte.

    Das Tanja allerdings ein dickes Geheimnis hatte, war der Hammer. Da schießt sie ihren Exfreund einfach so an. Nun ja... war auch etwas Gedankenlos von Semir...schließlich war Tanja auch mal eine Polizistin...oder ist es noch....keine Ahnung. Ich hätte sie absacken lassen im Sumpf...hätte sie eigentlich verdient....nun ja.... Ach und dann die Geburt....war doch klar, das Semir wieder umkippt.

    Mal sehen was die Quoten sagen.

    25.03.2010 "Kopfgeld auf Kim Krüger"

    Der Drogenhändler Thomas Reinhardt wird erschossen - und zwar ausgerechnet mit der Dienstpistole von Kim Krüger. Der Vater des Toten, der Mafiaboss Rolf Reinhardt, setzt ein Kopfgeld auf Krüger aus: eine Million Euro für ihren Tod... Bei der Razzia in einer Disco wird der Inhaber und Drogenhändler Thomas Reinhardt erschossen - und zwar mit der Dienstpistole von Kim Krüger. Der Vater des Toten, der Mafiaboss Rolf Reinhardt, macht Krüger für den Tod seines Sohnes verantwortlich und setzt ein Kopfgeld auf Krüger aus: eine Million Euro für ihren Tod! Während Ben und Semir alles versuchen, um den wahren Mörder zu finden, kann Krüger einem Anschlag nur knapp entgehen. Zudem droht ihr die Entlassung aus dem Polizeidienst. Während Kim Krüger nun in ein Versteck in Sicherheit gebracht wird, kommen die beiden Autobahnpolizisten schließlich einer alten Rachegeschichte auf die Spur, die für sie und Kim Krüger zu einer tödlichen Gefahr wird.

    Rolf Reinhardt (Mathieu Carriere), Sophie (Sylta Fee Wegmann), Maurer (Joachim Nimtz),

    Zur Info: In dieser Folge ist DSDS-Kandidatin Annemarie Eilfeld zu sehen.

    Semir richtete sich ein. Er wartete auf Hartmut und auf die Geräte, die zur Überwachung nötig waren. Wetzler hatte sich bereits mit seinen Koffern aus dem Staub gemacht und Semir höhnisch einen angenehmen Aufenthalt gewünscht. Mittlerweile hatte er sich mit allem eingedeckt was er benötigte. Sogar an eine Prinzenrolle für Ben hatte er gedacht. Nach drei Stunden sah er gelangweilt aus dem Fenster. Eigentlich könnte jetzt mal was passieren, dachte er bei sich. Doch es blieb ruhig. Kim war wieder in ihrer Wohnung. Semir konnte sie sehr gut erkennen. Sie ließ sich gerade im Wohnzimmer nieder und las ein Buch. Endlich klingelte es. Semir ging zur Tür und ließ Ben und Hartmut herein. „Das wird aber auch Zeit. Ich warte schon seit…“ maulte er herum. „Ja ist gut, Semir. Was ist bisher passiert?“ wollte Ben wissen. „Ich habe sechs Spinnen gezählt, davon hat eine die Andere aufgefressen, dann sind von mir vier Wespen umgebracht worden…“ zählte Semir ernst auf. Ben rollte die Augen. „ na macht ihr das mal hier fertig. Hartmut braucht ja ne Weile. Ich komm nachher wieder.“ knurrte er und zog die Türe zu. Semir sah ihn kopfschüttelnd nach. „Was ist denn heute mit Ben los? Kommt zur KTU und mault nur rum. Ist er unzufrieden oder was?“ fragte Hartmut während er die Kamera aufbaute. „Keine Ahnung... vielleicht hormonelle Störungen.“ grinste Semir. Hartmut nickte. „So was gibt es bei mir zum Glück nicht.... ich bin so glücklich was ich habe...“ lachte er nur. „Wie? Du hast ne Freundin?“ wollte Semir sofort wissen. „Was? Ne Freundin? Ich? Nee…da hast du was falsch verstanden…“ lachte Hartmut.

    Ben sah den Kurier gerade mit der Post kommen. „Wo ist denn die Chefin?“ wollte Susanne von ihm wissen. „Die ist zuhause... und ich fahre auch gleich hin. Nehme ihr die Post mit. Ist was gewesen?“ stellte Ben die Gegenfragen. „Nein... ich wunderte mich nur, dass sie noch nicht da ist.“ Lächelte Susanne und sah Ben nach, der mit der Post unter den Arm die PAST wieder verließ. 20 Minuten später stand er bei Kim im Wohnzimmer. „Hier, die Post aus der PAST für sie.“ Kim nahm sie und riss die Umschläge auf. Sie warf einen flüchtigen Blick über den Brief. Dann fiel ihr ein dicker Umschlag auf. „Was ist das denn?“ fragte sie erstaunt und riss auch diesen Umschlag auf. Bei den 2 dickeren Akten blieb sie hängen. „ Was ist das? Akten? Von welchem Vorgang?“ wollte sie wissen, doch Ben zuckte nur mit den Schultern. „Sie blätterte, wurde weiß im Gesicht und setzte sich auf den nächsten Stuhl. Kim griff zu den Umschlägen. Er sah dutzende von Bildern von Kim. Beim Joggen, Einkauf etc. „ Der verfolgt mich schon länger, das sagen mir die Bilder.“ Sie war sichtlich etwas geschockt. „Ein Irrer?“ murmelte Ben fragend und legte die Bilder auf den Tisch. „Haben Sie immer noch die Vermutung, dass dieser Marlon dahinter steckt?“ wollte er wissen. Kim nickte. „Ja immer mehr... Ben... das ist kein Spiel mehr. Ich meine es könnte auch jemand sein, den ich in den Knast gebracht habe.“ kam von Kim. Sie setzte sich neben Ben und blätterte die Bilder durch. Dabei murmelte sie etwas vor sich hin. „ Der beobachtet mich seit Wochen, ich fasse es nicht.“ stieß sie aus. „ Umso mehr müssen wir auf der Hut sein Chefin, ich halte es für besser, wenn sie wirklich...“ fing Ben an. „ Schlucken sie den Rest des Satzes runter, Jäger... Ich will in keine Schutzwohnung.“ fauchte Kim wütend. Sie wollte sich auf gar keinen Fall verstecken.

    Stefano hatte die Beiden ankommen sehen. Das Bild kam fast gleichzeitig. Stefano schloss die Augen. Es tut mir leid, dachte er und sah den Mann auf dem Bild an, aber wenn ich es nicht mache, dann werden sie meiner Schwester sehr weh tun. Das kann ich nicht zulassen. Er griff zum Telefon und wählte die ihm bekannte Nummer. „Er ist hier. Aber nicht allein…“, gab er durch. „Der andere ist klein?“, wollte der Angerufene wissen. „Ja…“, bestätigte Stefano nur. „Was ist mit Felicia? Ich habe doch getan, was ihr wolltet... bitte lass sie gehen… bitte…“, flehte er erneut. „Schon sehr bald darfst du deine kleine Schwester wieder in den Arm nehmen. Doch erst wirst du uns noch helfen unser Problem zu beseitigen… es ist ganz einfach. Wir müssen wissen, was die Beiden vorhaben. Wenn sie das Hotel verlassen, wirst du es mir sagen. Wenn sie telefonieren, wirst du es mir sagen und wenn sie schlafen, wirst du es mir auch sagen. Wenn nicht. dann…“, drohte der Angerufene. „Ich weiß… ich tue was ihr wollt. Nur tut ihr nichts… bitte…“ Stefano hasste sich selbst für seine Angst. Was waren das für Männer vor dem Luciano solche Angst hatte? Konnten sie ihm vielleicht auch helfen? fragte er sich.

    Luciano sah seinen Großvater an. „Du hattest Recht… Luciano.. Gerkhan und Jäger sind harte Gegner. Aber hier in Italien haben sie keine Macht. Nicht über uns und nicht über die Polizei. Sie sind hier einfach Touristen. Und die können manchmal sehr gefährliche Abenteuer erleben. Ich will beide einmal kennen lernen. Und ich werde den Beiden sagen, dass sie sich zurückhalten sollen. Du wirst dich darum kümmern. Ich will keine Querelen haben. Mach es den Beiden klar. Wie, ist deine Sache.“, erklärte der Don. Luciano nickte, nahm sich ein paar Männer und fuhr mit der großen, grausilbernen Limousine den steinigen, sandigen und staubigen Weg der Berge in die Stadt hinunter, die sich im Tal des Tibers entlang der beiden Flussseiten erstreckte. „Was, wenn die nicht mit uns kommen wollen?“, fragte Pedro, der Fahrer der Limousine, seinen Chef durch den Rückspiegel. „Keine Angst ... wenn wir ihnen sagen, dass sie Nico wiedersehen werden, dann kommen sie schon von selbst mit.“, meinte Luciano nur. „Aber was, wenn doch nicht ... immerhin sind es Bullen ... die lassen sich nicht so leicht einschüchtern, geschweige denn entführen.“, gab nun Felipe zu bedenken. „Keine Sorge, dafür sind wir doch immer bestens ausgerüstet ... wisst ihr noch die letzte Ladung Waffen, die wir aus dem Hafen haben holen lassen? Dort war ein hübsches, kleines Spielzeug bei, was einen ausgewachsenen Mann mit einem Schuss in weniger als dreieinhalb Sekunden ins Reich der Träume befördert.“, lachte der Italiener und zeigte eine kleine, schwarze Pistole hoch, deren Form etwas anders war, als die, die mit normaler Munition schossen. Dennoch war sie kaum von anderen Waffen zu unterscheiden.

    Ben hatte ausgepackt und gönnte sich eine lange, ergiebige Dusche nach der Reise, während Semir den im Zimmer ausgelegten Plan der Stadt mit dessen näherer Umgebung studierte und nach potentiellen Verstecken, leerstehenden Häusern oder dergleichen Ausschau hielt. „Hey Ben, du tropfst alles voll.“, zischte er, als sein Partner im Handtuch gewickelt vor ihm kniete und ebenfalls einen Blick auf den Plan warf. Er grinste nur, schüttelte zum Spaß seine nassen Haare aus. „Hey, du kriegst gleich von mir noch eine Dusche... aber eine Kopfdusche.“, fauchte Semir und wischte sich die Wasserperlen aus dem Gesicht und von der Karte. „Ooooh, das will ich sehen.“, lachte Ben nur. „Und hast du schon was gefunden?“, wollte er dann wissen. „Sieht schlecht aus, aber ich glaube auch kaum, dass die hier so etwas ordinäres, wie ein leerstehendes Abrisshaus als Hauptquartier benutzen werden, oder?“, gab Semir zu bedenken. „Wahrscheinlich nicht, die herrschen doch wie Paschas über ihre jeweiligen Gebiete.“, meinte Ben und sah, wie Semir die Arme verschränkte. „Soll das etwa eine Anspielung gewesen sein?“, fragte er nüchtern. Ben lachte kurz auf. „Wenn du es so auffassen willst.“, erwiderte er und wich schnell mit einem Satz zurück ins Bad dem geworfenen Kissen von Semir aus.

    emir und Kim gingen in das Haus gegenüber und klingelten bei Guido Wetzler. ER öffnete die Tür. „Kim....was gibt es denn?“ fragte er sofort. „Giudo... grüß dich... das ist mein Kollege Semir Gerkan. Wir würden gern kurz etwas mit dir besprechen...“ bat Kim. Guido nickte. „Na dann immer rein in die gute Stube...“ lachte der Student. Im Wohnzimmer erklärte sie ihm kurz, was sie vorhatten und er willigte ein. „Ich helfe gern. Immerhin bin ich ab morgen eh für zwei Wochen unterwegs. Studienreise nach Ägypten.“ gab Guido bekannt. Semir sah ihn an. „Was studieren Sie denn?“ „Archäologie. Ich liebe es nach der Vergangenheit zu suchen und ehrlich gesagt, wo kann man das besser als in Ägypten, der Heimat der Pharaonen.“ lachte er. Semir nickte. „Das Thema ist mir etwas zu alt und zu trocken. Aber danke, dass ich die Wohnung nutzen darf. Ich mache auch nichts kaputt. Versprochen.“ Grinste Semir. Kim sah ihn an. „Semir geben Sie bitte keine Versprechen, die Sie nicht halten können. Okay, Guido. Sollte doch etwas kaputt gehen, wird es selbstverständlich ersetzt.“ Versprach Kim. Ein Händedruck und alles war bereit. Jetzt musste Semir nur privat noch seinen Auszug mit Andrea besprechen. Doch er war sich sicher, dass seine Frau für die Situation Verständnis hatte.

    Ben kam in der KTU an und rief sofort nach Hartmut. Dieser sah ihn erschrocken an. „Hey... brennt es irgendwo?“ scherzte er. „Pack alles ein, was wir brauchen Hartmut. Also...du weißt ja schon was.... ich hab es eilig.“ gab er hektisch von sich. „Hä....?“ machte Hartmut. „Was weiß ich wovon?“ harkte er nach. „Na von der Überwachung der Wohnung von Krüger....“ sagte Ben verwundert. „Ach so... ja sicher...okay... „ Ja, wie? Wer baut das auf? Semir? Ne lass mal, das mach ich selbst, ich komm mit. Meine Geräte sind mir zu kostbar, als das ich sie von euch schrotten lasse.“ Ließ Hartmut verlauten und streichelte die kleine Kamera. Er packte diverse Kisten und lud sie bei Ben ins Auto. Dabei sah er die Einschusslöcher. „ Sag mal, ist das jetzt Mode oder....“ wollte er wissen. „ Komm hör auf, mach hinne.“ Ben setzte sich ans Steuer und wartete. Endlich hatte Hartmut alles verstaut. „Fahr bloß vorsichtig. Die Geräte sind sehr empfindlich. Normalerweise würde ich sie in Schaumstoff packen und dann in dein Auto legen. Aber die Zeit lässt du mir ja nicht...“ grinste Hartmut. Ben sah ihn schief an. „Sag mal...das sind einfache Geräte. Die haben nur den Zweck zu Überwachung. Was bitte soll denen passieren, wenn sie bei mir im Auto sind. VERDAMMT!!“ schrie Ben und stieg in die Eisen. Er hatte die Vorfahrt der Nebenstraße nicht beachtet aus der in diesem Augenblick ein kleiner Lieferwagen kam. „Genau das...“ stöhnte Hartmut und stützte sich mit den Händen ab. Zum Glück bekam der Wagen nichts ab.

    Marlon sah sich in seinem Haus um. Hier sollte es geschehen. Hier würde er Kim den Heiratsantrag machen und er würde direkt dafür sorgen, dass sie nicht nein sagte. Hier würde er seinem Nebenbuhler auch so einiges antun. Hier würde er.... Er stoppte in den Gedanken. Er musste sich zusammenreißen. Zunächst musste er seine Exfreundin hier her bekommen und dann diesen Nebenbuhler. Er wusste mittlerweile wo er wohnte. Nun würde es ein Einfaches sein. Oder...nein... der Verdacht würde sofort auf ihn fallen. Sicher wusste Kim schon, wer ihr das antat. Marlon musste sich etwas anderes überlegen. Etwas womit selbst Kim nicht rechnete. Etwas das auch ihre Kollegen in Atem halten wird. Einen Anschlag... ja das war das Richtige. Am besten einen wo alle in einem Wagen sind. Doch dazu musste er sie erst einmal bringen. Vielleicht ein Anschlag auf Kim? Sie durfte aber nicht verletzt werden, ermahnte er sich selbst. Hältst du dich für so dumm? Schimpfte er mit sich selbst. „Ich habe da schon die perfekte Idee...“ lachte er plötzlich und grub in seinen Gedanken nach alten Freunden. Da wäre Lutz der Schlangen- und Giftspinnenbesitzer...der hat sicher ein paar liebe nette Tierchen, die er ausleihen würde...dachte Marlon. Er griff zum Telefon und hoffte dass die Nummer noch stimmte. „Lutz Fingerhut.“ Hörte er den Angerufenen sagen. „Hey.. Lutz...hier ist Marlon....dein guter alter Freund Marlon, bei dem du noch Schulden hast...“ lachte er leise. Er hatte Lutz vor einiger Zeit mal Geld geliehen. Genauer gesagt eine Summe von 5000 Euro. „Marlon...hey... ich weiß...aber...das Geschäft...weißt du...es läuft nicht mehr so gut...ich ...“ stammelte Lutz. „Hör zu... ich mache dir einen Vorschlag. Ich brauche von dir drei Giftschlangen, aber ohne Giftzähne und zwei harmlose Spinnen. Dafür erlasse ich dir alle Schulden.“ schlug Marlon vor. „Das würdest du tun...okay...kein Thema... ich habe eine Königskobra ohne Zähne, eine grüne Mamba ohne Zähne.... und warte....dann hab ich noch eine Hornnatter. Giftspinnen wäre da nur die Schwarze Witwe und eine Vogelspinne.“ erklärte Lutz. „Alles klar... mach die Tiere reisefertig. Ich bin in zehn Minuten bei dir...“ Marlon legte auf.

    Ben stand ebenfalls bei sich in der Wohnung und hatte die Flugkarten für die nächste Maschine nach Italien gebucht. „Erste Klasse ... man muss ja nicht übertreiben ... auch, wenn ich es nicht als Dienstreise absetzen kann.“, lachte er in sich hinein. Immer wieder ging er zu seinem Schrank, nahm ein Kleidungsstück und legte es in den Koffer hinein. Immer wieder schweiften seine Gedanken zu Nico, der jetzt bestimmt schon bei seiner Familie saß und von ihr zu irgendwelchen kriminellen Handlungen anstiftete, wenn sie ihn nicht sogar vorher einer Gehirnwäsche unterzogen. Er sah auf seine Gitarre. Wie oft hatten er und Nico stundenlang nach Ende der Probe noch im Probenraum gesessen und über die Saiten ihrer jeweiligen Gitarren gezupft. Wie war noch mal sein Lieblingslied? Ben ging auf sein Instrument zu, nahm es in die Hand und zupfte auf den Saiten herum. Er suchte in seinen Gedanken nach den Noten und zupfte immer wieder und wieder auf seiner Gitarre herum.

    Nico merkte, wie das Flugzeug landete und langsamer wurde, schließlich voll und ganz zum Stehen kam. „Los, dein Vater und Großvater wartet schon auf dich.“, lachte Luciano und packte seinen Cousin am Arm. „Fass mich nicht an.“, zischte dieser und wehrte sich, doch der Griff Lucianos war fest und Nico konnte sich nicht befreien. „Zier dich nicht so.“, lachte der Italiener und stieß Nico aus dem Flugzeug direkt in die Arme seines Großvaters. „Hallo, mein Enkel... schön, dich zu sehen.“, lächelte er nur mit teuflischem Grinsen.

    „Was soll das? Ich will hier nicht sein. Ihr lasst mich entführen und …“, brauste Nico aus. „Aber, aber…. Mein lieber Nico… du bist hier, weil ich mit dir reden muss. Es hat in den letzten Monaten seit du weg bist sich sehr viel zugetragen. Wir brauchen dich. Dein Vater liegt im Sterben und du bist auserwählt an seiner Stelle zu treten. Hat dir Luciano das nicht gesagt?“, wollte der Alte wissen. Nico sah in die Runde. „Er hat….! Aber ich will nicht! Ich bin keiner von euch! Ich will auch keiner sein oder werden. Das einzige was euch mit mir verbindet ist, das wir verwandt sind!! Mehr nicht!!“, schrie Nico sich seine Wut weg. Der Alte lächelte. „Aber Nico…. Beruhige dich doch… du bist unser Fleisch und Blut und als solcher hast du eine Verpflichtung. Und die wirst du erfüllen.“, drohte der Alte. Nico sah ihn erstaunt an. „Was willst du damit sagen?“ wollte er wissen. „Nun…ich bin über alles informiert und ich weiß auch, dass du neue Freunde gefunden hast. Freunde die meine Freunde sehr übel mitspielen. Semir Gerkhan und Ben Jäger. Klingelt es?“, stellte der Alte die Gegenfrage. Nico schloss die Augen. „Lasst sie in Ruhe… Ben ist Tot und Semir… er hat doch Familie…er…“, flehte Nico. „Oh Ben Jäger ist nicht tot… auch das weiß ich. Und dieser Gerkhan hat zwar Familie aber an die wollen wir auch gar nicht ran. Wenn du dich nicht bei uns einreihst, dann werden die Beiden sicher nicht mehr lange leben…“

    Semir und Ben standen am Flughafen und checkten ein. „Dass ich mal erster Klasse fliege, hab ich auch nicht gedacht.“, grinste Semir. „Nun ja… geht ja nicht als Spesen. Und du weißt ich schau nicht so drauf. So… aber nun… wie wollen wir weitermachen? Ich meine wenn wir in Rom sind, erst ein Hotel, das ist klar. Nur wo sollen wir Nico suchen? Wir können ja nicht einfach zum Einwohnermeldeamt gehen und fragen wo die ehrenwerte Gesellschaft wohnt oder?“, fragte Ben zweifelnd. Aber wir könnten im Hotel sagen dass wir Freunde der ehrenwerten sind und die Adresse vergessen haben. Du wirst sehen, dass bringt uns ein ganz großes Stück nahe…“, meinte Semir nur. Ben dachte kurz darüber nach. „Das ist eine sehr gute Idee.“, nickte er. Die Beiden ahnten nicht, dass die Mafia wirklich sehr groß gefächert war und überall ihre Leute hatten. Der Flug war ruhig und nur zwei Stunden später landeten sie im sonnigen Rom. Man spürte direkt dass man am Mittelmeer war, denn es war wunderbar warm. „Wo wollen wir einchecken?“, fragte Semir als er die Hotelmenge bereits in der Nähe des Flughafens waren. „Nun auf jeden Fall hier im Bereich. Immerhin ist es gut wenn wir Nico direkt zum Flughafen bringen können. Und da bieten sich diese Hotels an. Ich würde sagen wir nehmen das da…!“, schlug Ben vor und zeigte auf eines der großen Häuser, die einen sehr noblen Eindruck machten. Die beiden „Urlauber“ betraten die helle Eingangshalle des Hotels und sahen sich staunend um. Es war riesig und schien sehr teuer zu sein. „Ben, ich glaube, wir sollten uns ein etwas billigeres Haus suchen.“, warf Semir seine Bedenken ein. „Ach was, lass uns wenigstens etwas Gutes aus dieser Sache gewinnen... wann sind wir schon das nächste Mal in Rom.“, meinte Ben nur und ging auf die Rezeption zu, wo ein junger, hochgewachsener Mann am Telefon hing und sich scheinbar wild destingulierend auf Italienisch mit seinem Gesprächspartner am anderen Ende unterhielt.

    Semir saß gelangweilt in seinem BMW und beobachtete den Eingang der Wohnung von Kim Krüger, während Ben die Augen geschlossen hatte. Es waren etliche Leute unterwegs und die Gegen schien sehr belebt. Dann hatte er die Idee die Nachbarn zu befragen. Doch als er dies mit Ben durch hatte war nichts Neues herausgekommen. Sie gingen zu ihrem Wagen und staunten nicht schlecht als dort ein Pizzabote stand. „Sie haben zwei Pizzas bestellt?“ fragte der Fahrer. Ben sah Semir an und dieser zuckte nur mit den Schultern. „Nein.....eigentlich nicht, aber wenn Sie die Dinger übrig haben, dann nehmen wir sie...“meinte Semir nur. „Bestellt wurden die Pizzas von Herrn Semir Gerkhan...“ kam prompt die Antwort. „Ich hab ...egal... geben Sie her...“ knurrte Semir, zahlte die Pizza und der Bote verschwand. Ben sah zum Wagen. „Irgendeiner scheint uns verarschen zu wollen...sieh mal...eine Botschaft...“ meinte er und wies auf die Scheibe. Er griff hin und nahm den Zettel: „So bekommt ihr mich nicht..“ las er vor. „Der Typ nervt mich jetzt schon..“ hängte er an. „Ben... der Kerl verarscht uns. Irgendwo hier muss er stecken und uns beobachten.“ Meinte Semir nur und sah sich um. Auch Ben sah an den Wohnungen und Fenstern entlang. „Ja nur so kommen wir ihm nicht auf die Schliche...“ gab er zu bedenken. Semir setzte sich in den Wagen. Wir müssen mit der Chefin reden. Das Spiel auf diese Art zu spielen ist mir zu riskant. So können wir nur reagieren und das geht bald nach hinten los.... sagt mir mein Magen. Ben lachte leise. „Whow... mein Magen redet nur, wenn er Hunger hat...“ grinste er zurück. Semir sah ihn nur an. „Oh, oh“ machte er auf einmal. Ben schaute aus dem Fenster.

    Kim Krüger ging auf der Straße entlang. Sie sah natürlich sofort den BMW und schon klopfte an die Scheibe. Semir drehte das Seitenfenster runter. „Schon was ausgemacht? “ fragte Kim. „Nein bisher ist alles ruhig. Allerdings scheinen wir auch beobachtet zu werden. Ihr Verehrer hat und zwei Pizzas bestellt und diese Nachricht hinterlassen…“ erklärte Semir und reichte ihr den Zettel mit der Botschaft. „Er spielt also mit uns. Gut… dann lassen wir ihm doch im Glauben gewonnen zu haben..“ schlug sie vor. „Wie?“ wollte Ben wissen und stopfte sich das letzte Stück in den Mund, was er von Semir stibitzte. „Hey.. das war meine!!“ begehrte dieser sofort auf. „Du wolltest doch nicht mehr…“ lachte Ben. Plötzlich gab es ein komisches Geräusch und die Seitenscheibe des Wagens hatte ein Loch. Sekunden darauf ein zweites Loch. Kim reagierte blitzschnell, lief um den BMW rum und hockte sich auf den Boden, während Bens Blick über die Fenster ging. Semir sprang aus dem Wagen und ging ebenfalls in Deckung. „Semir? Ben?“ rief Kim entsetzt aus. „Wir sind okay. Gut. Das wird mir etwas zu riskant. Wir sollten sehen, wo der Typ steckt. Ben, gibst du mir Deckung?“ wollte Semir wissen. Ben nickte und feuerte einige Kugeln ab, während Semir versuchte auf die andere Seite zukommen, wo die Kugeln herkamen. Kim sah ihn mit ziemlich gemischten Gefühlen hinterher. „Passen Sie auf sich auf, Semir!“ rief sie ihm noch nach.

    Semir verschwand im Nachbarhaus. Er schlich sich langsam vorwärts. Das Haus schien ziemlich runtergekommen und Semir ging in die Wohnungen im Erdgeschoss. Er betrat einen Raum. Der Fußboden war aus Holz und knarrte bei jedem Schritt. Dann hörte er ein Lachen. „Willst du mich haben, Bulle?“ fragte eine männliche Stimme. „Es wäre besser, wenn Sie sich freiwillig stellen“ versuchte Semir sein Glück. Semir ging mit gezogener Waffe in den nächsten Raum. Dort stand ein Lautsprecher auf der Fensterbank. Niemand war zu sehen. Die Stimme, die er gehört hatte, musste da raus gekommen sein. Er ging in die nächsten Räume, nichts. Draußen polterte Ben die Treppe runter, er hatte das ganze Haus durch, nichts. „ Ich sag ja, der verarscht uns.“ knurrte er. Da standen sie nun. „ Ich gehe jede Wette ein, der sitzt in einer der Mietwohnungen im Nachbarhaus.“ flüsterte Semir. Ben fuhr sich mit der Hand durchs Haar. „ Wie bekommen wir ihn aus der Reserve?“ wollte er wissen und sah Kim an. „Er wird sicher nicht Ruhe geben und mich weiterhin tyrannisieren. Alles sieht nach Marlon aus. Es ist genau seine Handschrift.“ kam leise von ihr. Semir sah sie an. „Okay, ich werde sehen, dass ich mich gegenüber in die Wohnung einniste und Sie dann beobachte. Wenn er zuschlägt, dann bin ich direkt zur Stelle.“ schlug Semir vor. Diesmal hatte Kim keine Einwände. „Das wäre eine Möglichkeit. Sie werden hier Stellung beziehen, Ben wird versuchen etwas raus zu finden und ich werde mich auf den Präsentierteller begeben. Sobald wir ihn dann haben, können wir wieder unserer Arbeit nachgehen.“ Sagte sie und drehte sich um. Sie wollte gerade gehen. „Ach, da fällt mir noch was ein. Bitte schrotten Sie nicht zu viele Wagen. Meine Herren. Ich habe keine Lust so viele Formulare auszufüllen.“ gab sie mit einem schelmischen Blick von sich. Sie drehte sich um. „ Ach Semir. Ich weiß auch schon welche Wohnung wir nehmen können. Gegenüber wohnt ein netter Student, der mir ab und an was erledigt. Der hat sicher nichts gegen Besuch. Da klingeln wir gleich mal.“ fiel ihr ein. „ Ich fahre dann mal zu Hartmut und kümmere mich um ein Abhörgerät, einen Sender und den nötigen Kleinkram und schaff es ran.“ stöhnte Ben, schnappte Semir den Wagenschlüssel weg und machte sich auf den Weg.