Beiträge von Elvira

    Leon legte auf. „Tony ist Geschichte. Waldi hat herausbekommen, dass Tony sich mit Gerkan und einem gewissen Kranich getroffen und uns verraten hat. Damit dürfte ja wohl klar sein, wem wir das Dilemma mit dem Zoll verdanken. Gerkan hat den Kollegen den Tipp gegeben und nun wird er uns die Sachen wieder beschaffen, oder besser sein Kollege. Gerkan wird sich wünschen nicht geboren worden zu sein, wenn ich mit ihm fertig bin. Noch heute werden wir ihn schnappen und dann für ein paar Tage hier festhalten. Er wird uns helfen, die Uhren wieder zu bekommen und dann können wir sie auch verkaufen…und er wird sterben…“ grinste er. Klaus stand auf. „Wo willst du ihn festhalten? Hier kommen die Bullen doch sofort drauf…nein…es muss was abgeschiedenes sein….allein….er muss die Angst spüren….“ sinnierte er. „Was hast du vor?“ harkte Leon nach. „Ich denke du kennst Fentanyl oder?“ harkte Klaus grinsend nach. „Das ist doch ein Betäubungsmittel….auf Dauer sogar tödlich…“ bestätigte Leon. „Ganz genau…meine Mutter nimmt es in sehr geringen Mengen seit Jahren und geht langsam vor die Hunde….jetzt stell dir vor, wir geben ihm jeden Tag eine kleine Dosis...immer nur so viel, dass er schläft….zwischendurch darf er dann seinen Freund anrufen… die Stimme wird immer träger…und er wehrt sich nicht mehr…das wird richtig gut werden…“ lachte Klaus. Leon sah ihn an. „Und wo willst du das anstellen? Ich meine…wir müssen ihn schnappen und die Kollegen lassen Gerkan sicher nicht allein. Der steht doch seit dem Auto unter Bewachung…“ stieß Leon aus.

    „ihr seid alles Idioten!“ riss eine fremde Stimme die Beiden aus ihren Überlegungen. „Boss....ich....wir....“ stammelte Leon plötzlich. „Ihr macht die Bullen heiß, ihr legt einen Mann um, der als Informant gilt...und nun wollt ihr den Bullen einkassieren? Wie dämlich kann man sein?“ fauchte der Mann in dem langen schwarzen Mantel. „Aber Boss....die haben dafür gesorgt, dass die Uhren einkassiert wurden...ich meine...wir müssen uns doch rächen dafür....“ stieß Klaus aus. Der Mann zog seine Waffe und trat auf Klaus zu. „Du bist der größte der Idioten... deine Mutter ist gerade ins Krankenhaus gebracht worden....dreimal darfst du raten warum...?“ gab der Mann von sich. Klaus sah in den Waffenlauf... „Ich...ich...hab nichts getan...ich schwöre... ich....“ stammelte Klaus ängstlich. „Du.....hast deiner Mutter von unserem Fentanyl gegeben...und nicht nur das.....wenn der Zoll nämlich die Uhren auseinander nimmt und den Stoff entdecken, dann......gnade euch Gott. Wie gut das ich gute Informanten auch in diesen Bereich habe. Bis jetzt denken alle es geht um Plagiate....“ gab der Mann von sich. Leon stand auf. „Hören Sie...wir machen das alles wieder gut. Wir besorgen die Uhren...geben Sie uns nur etwas Zeit....dann bekommen Sie auch den Stoff...“ versprach er. Der Mann baute sich drohend vor ihm auf. „Solltet ihr versagen dann seid ihr wirklich tot...ist das klar?“ fauchte er ihn an. „Ja...ja...versprochen...wir besorgen Ihnen das Zeug wieder....versprochen....großes Ehrenwort...“ stammelte Leon.

    Die Reisegesellschaft stieg aus dem Bus. „Meine Damen und Herren...wir machen nun einen Spaziergang über die Plaza del Obradoiro. Wenn Sie nach vorn schauen sehen Sie bereits die Santiago Kathedrale. Eines wer drei wichtigsten architektonisch bedeutsamen Gebäuden. Neben dem Parlament, Rajoy Palace gibt es dann noch die Reyes Catolicos Hotel und ebenfalls im Gebäude die Universität. Die Plaza del Obradoiro ist das größte seiner Art und wird regelmäßig zum Mittelpunkt für öffentliche Feierlichkeiten. Wie zum Beispiel der 25. Juli Saint James wo hier dann, in eine Art Open-Air-Auditorium, Konzerte und Veranstaltungen abgehalten werden. Wir können uns nun auf die Kathedrale zubewegen. Die Kathedrale selbst darf nicht betreten werden. Wie Sie jedoch sehen ist die Ansicht von außen schon sehr imposant. Nach unserer kurzen Besichtigung bitte ich Sie wieder einzusteigen, damit wir die Fahrt nach Lissabon fortsetzen können...“ erklärte der Redner. Ben grinste leicht. „das war die kürzeste Rede, die er bisher gehalten hat..“ gab er leise von sich. „Ben....das ist Wissen...Allgemeinbildung...du bist so ein Kulturbanause...“ tadelte Carla ihn lachend. „Verrate es keinen...aber du bist die schönste Kultur für mich...und das ist eine Kultur die ich sehr gern erlernen möchte. Ich mache diese Tortur nur für dich mit, weil ich weiß, dass du solche Dinge liebst...“ grinste Ben schmeichelnd. Carla küsste ihn. „Das hast du wunderschön gesagt...“ strahlte sie. Weiter ging es nach Lissabon. Auch hier hielt der Redner einen langen Vortrag über Stadt und ihrer Geschichte. Ben hörte nur mit halben Ohr zu, denn er beobachtete Carla wie sie mit ihren langen Haaren spielte. Immer wieder erwischte er sich dabei, wie er und sie am Strand lagen. Vielleicht sollten sie einfach in Spanien vom Schiff gehen und dort noch eine Woche bleiben. Am Strand in einer einsamen Hütte....warum eigentlich nicht? In Cadiz....das wäre es doch...er könnte mit Carla die weißen Dörfer Andalusiens besichtigen.....die wird sie lieben. Es gibt doch so vieles was er ihr zeigen könnte. Nur ohne Vorträge und..... „Carla....willst du eigentlich die ganze Reise an Bord eines Schiffes verbringen?“ wollte er wissen. Carla sah ihn an. „Was hast du vor?“ stellte sie die Gegenfrage. „Nun...ich würde mit dir gern in Cadiz...das wäre die letzte Station für uns....aber nur wenn du nicht die anderen Städte sehen willst...Ich hätte nichts dagegen, wenn wir uns einen einsamen Strand suchen und dort ganz allein wären...“ schnurrte er. Carla sah ihn strahlend an. „Ben...ich...ich wollte es nicht sagen, aber....bisher.... die Reise...es ist alles sehr schön...nur wir sind immer dort wo auch die anderen sind... ich wäre sehr gern mit dir allein...“ stimmte Carla zu. „Gut...dann checken wir aus. Wir fahren mit den Schiff zum nächsten Hafen und dort werden wir das Schiff verlassen. Ich werde nachher mit dem Kapitän sprechen..“ legte Ben fest. „Und was willst du dann machen? Wollen wir uns ein Hotel suchen und dort dann....oh Ben...ja...sehr gern....ich freu mich.....“ strahlte Carla und küsste ihn. Das sich alle Köpfe zu ihnen umdrehte war dem frisch vermählten Paar völlig egal.

    Gesagt getan. Als die Gruppe wieder an Bord des Schiffes waren ging Ben direkt zum Kapitän. „Herr Jäger....es tut mir wirklich sehr Leid, dass Ihnen die Reise nicht gefällt...aber auch wenn Sie nun von Bord gehen, kann Ihr Preis für die Reise nicht gemindert werden....“ erklärte der Kapitän als Ben ihm das Anliegen mitteilte. „Nein...darum machen Sie sich mal keine Gedanken. Die Reise war bisher wunderschön...und meine Frau und ich sind auch begeistert, aber wir wollen etwas allein sein....wenn Sie verstehen...und das ist schwer auf diesem Schiff. Wir wollen noch ein paar Tage hier in Cadiz bleiben...“ lächelte Ben. „Nun...dann würde ich sagen wir holen Sie ab, da wir auf der Rückfahrt hier noch einmal anlegen...in sechs Tagen.... Wir bzw. das Personal hilf Ihnen dabei die Kabine zu räumen und Sie gehen von Bord. Ich kann die Abreise um eine Stunde verlegen...das ist kein Problem..“ stimmte der Kapitän ein. „Danke....sehr nett. In sechs Tagen werden wir wieder hier sein.... Wissen Sie auch wo wir hier ein schönes exklusives Hotel finden?“ wollte Ben wissen. „Leider nein...meine Kenntnisse von Cadiz beschränken sich auf den Hafen und da gibt es keine Unterkunft die für Sie geeignet ist...“ lächelte der Kapitän entschuldigend. „Okay... dann lasse ich mich von einem Taxi zu einem schönen Hotel fahren..“ nickte Ben. Er ging mit de Steward zur Kabine und packte mit Carla alles zusammen. Nur eineinhalb Stunden später verließen die beiden die Aidablu und blieben in Cadiz zurück. Ben sah Carla an. Sie blickte dem Schiff sehnsüchtig hinterher. „War das falsch?“ fragte er deshalb etwas unsicher. „Nein...nein...ich bin froh, dass wir runter sind...aber wie kommen wir nach Deutschland zurück....? Ich will nicht fliegen...Ben...ich kann das nicht....“ kam leise von Carla. Ben strich ihr durch das Gesicht. „Mein Schatz... von Cadiz können wir sicher auch ohne Flugzeug nach Hause kommen. Ich versprechen dir, dass wir nicht fliegen werden. Und wenn ich mit dir nach Köln schwimmen müsste... für dich nehme ich den beschwerlichsten Weg in Kauf...“ säuselte er und küsste sie sanft. Carla spürte wie eine Träne die Wange herunter lief. „Womit habe ich dich als Ehemann verdient?“ fragte sie leise. Ben lachte. „Weißt du das nicht....ein Engel bekommt immer das Beste...denn das hat ein Engel verdient...“ grinste er.

    Semir lag in einem Bett und schlief tief und fest. Die Schwester, die an seinem Bett stand, kontrollierte alle Werte der Geräte und wechselte den Tropf, an dem Semir hing. „Sie müssen was mitgemacht haben.“, stieß sie nur leise aus, als sie die Schürfwunden und Blessuren an Semir sah. Der Biss war ordnungsgemäß verbunden und auch sonst zierten einzelne Pflaster oder Mullverbände Semirs Körper. Schwester Helga ging aus dem Zimmer und sah auf den Flur, wie eine Frau auf sie zugerannt kam. „Bitte Schwester, wo finde ich Semir Gerkhan?“, wollte sie vollkommen aufgelöst wissen. „Sind sie seine Frau?“, kam nur die Gegenfrage. Die Frau nickte nur. „Und wer sind sie?“, fragte Helga den jungen Mann mit den Wuschelhaaren. „Ich bin der Partner von Herrn Gerkhan. Er ist mein Kollege. Bitte, wir müssen wissen, wie es ihm geht?“, fragte Ben nach. „Gehen sie rein, ich schicke gleich einen Arzt zu ihnen. Aber bitte...er schläft im Moment. Der Arme scheint eine Menge mitgemacht zu haben.“, kam es nur von der Schwester. Dankend nickten Ben und Andrea und betraten das Zimmer. Langsam näherten sie sich dem Bett und sofort ließ Andrea sich auf einen daneben befindlichen Stuhl fallen. „Oh mein Semir...du bist bei mir...“, schluchzte sie, während Ben an der Tür stehen blieb. Er wollte erstmal die Beiden alleine lassen. Doch dann ging er an Andrea heran und legte ihr die Hand auf die Schulter. „Ich danke dir, Ben, dass du ihn gefunden hast.“, meinte sie und hatte sich zu ihm umgedreht. „Sein Schutzengel hat wirklich großes geleistet, dass ich ihn noch rechtzeitig finden konnte.“, meinte er und beide drehten sich um, als die Tür klapperte.

    „Guten Abend...ich bin Dr. Benjamin Fuchs, ich habe ihren Mann untersucht.“, erklärte ein junger, hochgewachsener Arzt. Ben und Andrea drehten sich zeitgleich um und blickten ihn an. Sein markeloses Gesicht zierte, außer einer Brille, ein kurz gestutzter Vollbart. Die braunen, nackenlangen Haare waren hinter den Ohren festgesteckt. „Doktor, was ist mit meinem Mann? Ist er schwer verletzt?“, wollte Andrea sofort wissen und sah den jungen Mediziner an. „Nun, nach meinen Untersuchungen ist er äußerlich, bis auf ein paar kleinere Blessuren, gesund. Was mir mehr Angst macht, ist sein psychischer Zustand. Als wir ihn untersuchten, konnten wir Fesselungsmerkmale an Händen und Füßen feststellen. Außerdem scheint er wenigstens ein Mal stranguliert worden zu sein.“, erklärte der Arzt und sah Ben an. „Nach Aussagen eines der Festgenommenen war mein Kollege die ganze Zeit gefesselt und hatte die Augen verbunden.“, kam es nur leise von Ben. Der Arzt nickte. „Das erklärt, warum er vorhin wie wild herumgezappelt ist. Er scheint vorübergehend panische Angst vor der Dunkelheit zu haben.“ „Mein Mann wurde mehrere Tage gefangen gehalten, mit verbundenen Augen und dabei hat man ihm eine Schlinge um den Hals gelegt. Das ist aber schon einige Jahre her.“, erklärte Andrea. „Nun, dann wird es ein Rückfall sein. Auf jeden Fall muss er sich die nächste Zeit erholen, seelisch und körperlich. Ich werde ihn für vier Wochen krank schreiben und er sollte dringend zum Psychiater.“, empfahl der Arzt und verließ dann das Zimmer.

    „Ach...Sie haben die Toten gesehen? Wo...? In einer Sience?“ lachte Schrankmann. „Das ist nicht lustig...nein...ich bin mit Klaus Risch zusammen gestoßen, als ich mit meinem Kollegen in der Stadt unterwegs war...Nur wenig später habe ich von einem Informanten auch den Namen Meister zu hören bekommen. Das heißt, dass es damals Kollegen gab, die gelogen haben und...ich befürchte, ...dass die Beiden wieder krumme Dinger drehen werden... Deshalb möchte ich den Fall wieder aufrollen und die damals daran beteiligten Kollegen befragen..“ endete Semir. Schrankmann sagte nichts und sah auf die Uhr. „Drei Minuten...“ murmelte sie. „Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein! Sie wollen also wieder einmal gegen Kollegen ermitteln? Haben Sie keine Arbeit? Sind Sie unterbelastet oder was?“ fauchte Schrankmann ihn an. „Doch...es ist mein Ernst. Weil ich weiß dass ich richtig liege. Ich bin zusammen geschlagen worden weil man mir eine Warnung zu teil werden ließ... ich bekam einen Drohanruf und mein Wagen wurde vor drei Tagen manipuliert! Ich wäre fast drauf gegangen!! Also bekomme ich Ihr Okay?“ schrie Semir wütend zurück. Schrankmann sah ihn an. „Bringen Sie mir die Beweise und ich werde es mir überlegen..“ gab sie kühl zurück. „Beweise? Wie denn? Wenn ich nicht ermitteln darf?“ wollte Semir erstaunt wissen. „Das Herr Gerkan...ist Ihre Sache. Sie stellen Behauptungen auf und wollen von mir grünes Licht...ich will Beweise...guten Tag...“ Schrankmann stand auf und ließ Semir einfach im Büro sitzen. Semir sah ihr sprachlos nach. Der Hass auf diese Frau wuchs weiter.

    Er verließ mit einer großen Wut im Bauch die Staatsanwaltschaft und stieg zu Tom in den Mercedes. „Sitzt du gut?“ fragte dieser. „Ja..warum?“ fauchte Semir zurück. „Tony ist tot…“ gab Tom bekannt. Semir sah ihn an. „Verdammt..“ stieß er aus. „Ja…er wurde im Rhein gefunden. Eine Kugel ziert seine Stirn. Vermutlich ist er aufgeflogen. Aber der Zoll hat auch was zu vermelden. Der Tipp mit den Uhren war Goldrichtig…. Sie haben an die sechshundert Uhren bzw. Plagiate von Cerina, Tissot, Festina, Fortis B42, Longines Evidenze und Revue Thommen sicher gestellt. Einen Marktwert von mehr als 400.000 Euro. Außerdem wurde der Bote festgesetzt. Damit ist die Sache sicher nicht ausgestanden. Jetzt müssen wir nur noch Meister und Risch bekommen…die Frage ist wie…“ dachte Tom laut nach. „Tut mir echt leid mit Tony...das war ein cooler Typ… nun gut ich denke Risch und Meister lassen es sich nicht gefallen. Wenn sie Tony ausgequetscht haben, wissen sie genau wer dem Zoll den Tipp gegeben hat…und dann werden sie zwei und zwei zusammen zählen…“ prophezeite Semir. „Wie war es bei Schrankmann?“ harkte Tom nun nach. „Sie will Beweise haben. Wenn ich ihr die bringe, dann darf ich Meister und Risch jagen. Derzeit gelten beide für die Staatsanwaltschaft für tot….so einfach ist es für diese Frau. Sie ignorierte dass ich zusammen geschlagen wurde..das mein Auto manipuliert wurde, dass ich bedroht werde…alles nicht so wichtig… Hauptsache ich bringe Beweise…“ stieß Semir aus. Tom lachte leise. „Dann soll sie die Beweise bekommen…“ versprach er.

    Semir war im Büro und las die Akten die Susanne ihn heraus gesucht hatten. Doch über Rossmann war nicht viel zu erfahren. Sein Vater hatte die große Geschäftskette aufgezogen und an seinen Sohn Peter vererbt. Durch eine strenge Lehre hatte der Mann alles gelernt was es zu lernen gab um ein erfolgreicher Geschäftsmann zu sein. Die Entlassungen der letzten Monate war übersichtlich und aus meist plausiblen Gründen. Doch Semir wusste auch, dass diese Gründe für die Betroffenen anders aussahen. Existenzen waren damit zerstört. Vielleicht hing an diesem Gehalt ja auch Familie, die ins soziale Chaos fiel. Das konnte er nicht natürlich nicht verhindern. „Susanne…hast du die Entlassenen alle gecheckt?“ wollte er wissen. Susann sah ihn an. „Nein…hab ich nicht…worauf soll ich achten?“ stellte Susanne die Gegenfrage. „Nun..ich habe eine Vermutung dass es dort mehr gibt als nur diese Entlassungen. Vielleicht eine Verbindung von dem Wirt zu einem der Entlassenen….oder jemand der von denen gegen Rossmann eine Gerichtsverhandlung angestrebt hat…irgendwas..“ bat Semir. Susanne nickte. „Hier ist die Akte von diesem Wirt…Kurt Münster… ist kein unbeschriebenes Blatt..“ gab sie bekannt und reichte Semir die Akte. Semir nahm sie an und schlug sie auf. Ein leiser Pfiff ging ihm über die Lippen. Die Akte würde er noch durchgehen und dann Feierabend machen. Mit Andrea und den Mädels etwas im Garten sitzen und den Nachmittag genießen. Zum Glück war alles sehr ruhig. Tatsächlich konnte er an diesem Tag schon um drei Uhr Feierabend machen und wurde von seinen Frauen stürmisch begrüßt. Besonders Ayda wollte die Zeit mit ihrem Vater verbringen, da er doch sehr wenig Zeit für sie hat. „Ich habe das Essen für dich in der Mikrowelle..“ erklärte Andrea. „Danke..ich bin nicht hungrig…Ayda..wollen wir schwimmen gehen?“ schlug er vor. Andrea sah ihn an. „Na da scheint jemand Papa spielen zu wollen. Das ist klasse..dann kann ich mich für ne Stunde draußen hinlegen..“ strahlte sie. Semir küsste sie zärtlich. „Schlaf gut mein Engel…Nr. 1..“ flüsterte er ihr ins Ohr.

    Für Ben und Carla ging es nach La Coruña weiter. Hier auf der malerischen Halbinsel im Nordwesten Spaniens liegend sollten sie eine Rundfahrt machen. Doch Ben wollte auch den Hafen der Stadt zeigen. „Meine Damen und Herren… in kürze steht der nächste Landausflug an. Wir werden La Coruña besuchen. Diese Stadt wird auch „Ciudad de Cristal“ genannt was frei übersetzt so viel heißt wie Stadt aus Glas. Und diesen Namen trägt sie nicht ohne Grund…“ erklärte der Reiseführer. Ben sah Carla an. „Gefällt es dir denn bisher?“ wollte er wissen. „ja…das ist eine großartige Reise. Ich will alles über die Städte wissen die wir passieren und….es ist einfach wundervoll….“ strahlte sie. „ … als erstes werden wir den Hafen der zentral an der Avenida le la Marina liegt besuchen. Von dort haben Sie auch einen Ausblick auf die feinen weißen Sandstrände „Riazor“ und „Ozán“. Im Übrigen werden wir auch den Jakobsweg entlang gehen. Natürlich erst wenn wir Santiago de Compostela erreicht haben..“ ging es bei dem Sprecher weiter. „Das hört sich ja wieder höchst interessant an. Was zum Teufel ist der jakobsweg?“ wollte er wissen. Carla sah ihn strafend an. „Du kennst diesen Pilgerweg nicht?“ fragte sie erstaunt. „Nein…ich heiße ja auch nicht Jakob…“ grinste Ben. Carla schüttelte den Kopf. „Du Kulturbanause… der Jakobsweg gehört zum UNESCO Weltkulturerbe…“ stöhnte sie gespielt. „Ach echt? Ist das was zum essen? Ich hab Hunger..“ knurrte Ben. Carla lachte leise. „du bist unverbesserlich….Ben….der Pilgerweg führt zum Grab vom Apostel Jakobus in Santiago de Compostela. Das ist die erste Linie der Camino Fancés. Eine hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse zu vergleichen mit der A1…“ erklärte Carla. „Ach so…das ist interessant…fahren da auch Autos?“ harkte Ben nach.“Du machst dich lustig über mich…..“ klagte Carla. „Nein..im Gegenteil…ich bin stolz darauf so eine schlaue Frau zu haben..“ lachte Ben. Er küsste seine Braut schnell damit sie nicht böse wurde. „ich höre auch zu, wenn der Typ da vorn was sagt…“ versprach er grinsend. Ein Versprechen was er nicht wirklich einhielt, denn während der Fahrt über den berühmten Weg schlief er ein. Carla besah ihn nur lachend. Als sie die Stadt erreichten weckte sie ihn. „und hast du alles mitbekommen?“ wollte sie wissen. Ben nickte. „Ja sicher…meinst du ich schlafe?“ empörte er sich.

    Semir sah den Wirt an. „Herr….?“ fing er an. „Münster….“ lächelte der Mann. „Herr Münster…Sie erinnern sicher an den Vorfall am 31.8. und ich hätte gern gewusst, wie es möglich ist, dass diese Verbrecher die die Gesellschaft überfallen haben in den Laden gekommen sind, obwohl es doch eine geschlossene Gesellschaft war?“ wollte Semir wissen. „Nun..Herr Gerkan…ich habe wohl vergessen die Tür zu schließen. Ich war in der Küche beschäftigt und diese Typen müssen dann rein gekommen sein…“ wich Münster aus. „Und wieso ausgerechnet dann, als diese Gesellschaft dort war? Wer wusste denn das Dr. Peter Rossmann seinen Geburtstag feierte?“ harkte Semir nach. „Nun das weiß ich nicht…ich meine…ich habe nirgends hängen welche Gesellschaften bei mir sind…das ist sicher ein Zufall gewesen…“ erklärte Münster nervös. Semir fiel natürlich auf, wie der Mann schwitzte. „Ich habe kurz zuvor die Männer beobachten können und es sah nicht nach Zufall aus. Diese Männer sind ziemlich klar gegen Rossmann vorgegangen.“ Widersprach Semir. Münster lächelte. „vielleicht hat dann jemand aus der Gruppe von Dr. Rossmann geredet und steckt dahinter. Mir können Sie das nicht anhängen..“ kam etwas sicherer von Münster. Semir nickte. „Das will ich auch gar nicht. Ich versuche nur heraus zu finden was dort passiert ist, denn Rossmann selbst sagt nichts…“ erklärte Semir. Er stand auf und verließ das Lokal. Wieder griff er zum Handy. „Susanne ich noch mal….überprüfst du mir bitte auch einen gewissen Kurt Münster? Ihm gehört das Restaurant wo wir gefeiert haben…“ bat er die Sekretärin. „Mach ich… du wirst übrigens von der Chefin erwartet..“ kam von Susanne. „Bin schon unterwegs..“ gab Semir zurück und fuhr in Richtung PAST.

    Für Ben und Carla ging es zum Triumphbogen und hörten dem Vortrag des Redners zu. Carla schien es zu gefallen. Ben war zufrieden wenn es ihr gefiel. Sie war durch ihren alten Job ja sehr oft um die Welt flog und viele Dinge sehen konnte, die sie nun nicht mehr sah. Sie lauschte den Worten des Redners. Ben schloss die Augen und versuchte etwas zu schlafen. Er war sehr verwundert denn als er das nächste Mal die Augen öffnete waren fast zwei Stunden vergangen und sie saßen immer noch im Bus. „Na…ausgeschlafen?“ wollte Carla wissen. Ben setzte sich auf. Die Mitreisenden sahen ihn alle an. „Ähm…ja….“ Nickte er. „Hab ich was verpasst?“ wollte er von Carla wissen. „Nicht viel….wir waren im Notre Dame……“ gab Carla bekannt. „Echt?“ harkte Ben nach. „Warum hast du mich nicht geweckt?“ hängte er an. „Das hab ich versucht…aber du hast so tief geschlafen, dass ich dann mit der Gruppe gegangen bin…bist du wütend?“ kam von Carla. „Nein..nein…ich wäre auch gern mitgegangen…aber irgendwie was das Essen wohl doch zu schwer….ich war so müde…und…“ entschuldigte Ben. „Hat es dir denn gefallen?“ kam die nächste Frage. „Ja..wusstest du, dass die Kathedrale zwischen 1163 und 1345 errichtet wurde. Sie ist das erste gotische Kirchengebäude Frankreichs. Die Türme sind 69 Meter hoch und der Dachreiter 90 Meter. Das Kirchenschiff ist 120 m lang, 48 M breit und 35 m hoch…“ erzählte Carla. Ben nickte. „Doch sicher…das ist ja bekannt…“grinste Ben. Carla sah ihn an. „Du lügst viel zu schlecht, als das ich dir glauben kann..“ lachte sie. „Wo fahren wir jetzt hin?“ fragte Ben. „Jetzt fahren wir wieder zum Schiff und dann geht es weiter…“ kam von Carla. „Oh…dann können wir uns gleich in die Kabine verziehen..und ein paar Sonnenstrahlen genießen..“ strahlte Ben. „Du bist unmöglich..“ raunte Carla ihn zu. Sie erreichten das Schiff nur eineinhalb Stunden später. Nun stand wieder ein ruhiger Seetag an.

    Leon sah Klaus an, als er auflegte. „Dieser Gerkan ist ein verdammt guter Autofahrer... Waldi hat ihm seine Karre lahm gelegt....und er hat es dennoch überlebt...nicht mal eine Schramme hat er davon getragen. Dennoch denke ich, dass er nun seine Schnüfflernase bei uns raus hält.“ knurrte Leon. „Wann kommt unser Freund über die Grenze?“ lenkte Klaus vom Thema ab. „In einer Stunde. Wir treffen uns dann gegen drei am Platz....“ gab Leon von sich. In diesem Augenblick klingelte das Telefon. „Ja?“ meldete Leon sich. „Hallo...Hans Färber hier...ich....brauche Ihre Hilfe Herr Dr. Schaffrath... ich bin gerade über die Grenze und werde hier vom Zoll festgehalten. Man hat in meinem Kofferraum Uhrenplagiate gefunden....ich...ich weiß nicht wie sie da rein gekommen sind...aber die glauben mir nicht..“ hörte er eine Stimme sagen. „Verdammt Hans...halt dicht...ich hol dich raus...“ stieß er aus und sah Klaus an. Wut war in seinen Augen zu lesen. „Was soll ich tun? Die halten mich für einen Schmuggler!“ hörte er von Färber. „Ja...ich werde dir einen Anwalt besorgen..“ versprach Leon und legte auf. Färber konnte er jetzt vergessen. „Das war sicher Gerkan...er hat den Zoll informiert....diese verdammte Kakerlake hat es gewagt mit ein Millionengeschäft zu versauen...dafür wird er bezahlen....!“ stieß er wütend aus. Seine Faust ballte sich so stark, dass die Knochen weiß hervortraten. Klaus sah ihn an. „Was hast du vor? Verdammt...alle Uhren sind sicher beschlagnahmt, aber wenn Gerkan dahinter steckt...woher weiß er es?“ wollte er wissen. Leon zog die Schultern hoch. „Keine Ahnung.... vielleicht hat er einen Informanten, den er ausgequetscht hat...oder hast du deine Mutter was gesagt?“ kam sofort der Verdacht von Leon. „Nein...das einzige was meine Mutter von mir bekommen hat, war die Faust in die Fresse!“ versprach Klaus. Leon nickte. „Dann ist nur noch Tony da...er wusste das wir was am Laufen haben...Waldi und Leo werden sich um ihn kümmern müssen...“ knurrte Leon und griff zum Telefon. Er wusste wo Tony zu finden war. „Ich bin es noch mal....erledigt Tony Forbes für mich...ihr findet ihn am Containerhafen.“ gab er durch und legte wieder auf. Klaus sah ihn an. „Wie willst du nun an die Uhren kommen? Der Typ wartet auf die Ware...“ stieß er aus. „Gerkan und sein Freund werden uns dabei helfen...“ grinste Leon und arbeitete seinen Plan aus.

    Semir fuhr mit Tom zu Schrankmann. Vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft sah Tom Semir an. „Soll ich mit reinkommen oder machst du es allein?“ wollte Tom von ihm wissen. „Pass du lieber auf den Wagen auf...nicht das man an deinem auch noch rumschraubt. Mit Schrankmann werde ich schon noch fertig...“ grinste Semir und stieg aus. Dabei machte er eine falsche Bewegung und stieß einen leisen Schrei aus. „Semir?“ fragte Tom sofort. „Schon gut...ist alles in Ordnung...“ gab Semir gepresst wieder. Sein Gesicht war immer noch durch die Schläge gezeichnet doch genau deshalb hoffte er auf die Rücksicht von Schrankmann. Er ging in das Gebäude in den Flur wo er das Zimmer von der Staatsanwältin wusste. „Isolde Maria Schrankmann... Staatsanwältin“ stand in goldenen Buchstaben an der Tür. Semir klopfte an und wartete auf das „Herein“. Er öffnete die Tür und sah die Staatsanwältin an ihrem Schreibtisch sitzen. „Herr Gerkan... treten Sie ein...ich habe fünf Minuten für Sie!“ empfing die kalte Frau den Hauptkommissaren. „Danke Frau Schrankmann....sehr gändig...Sie sehen heute wieder besonders gut aus..“ säuselte Semir. Schrankmann sah ihn an. „Was man von Ihnen nicht behaupten kann... haben Sie sich die blauen Flecke im Dienst geholt?“ harkte sie nach. „Ja...leider...aber deswegen bin ich nicht hier...ich möchte die Erlaubnis von Ihnen bekommen mich um einen bereits abgeschlossenen Fall kümmern.“ Gab er sein Verlangen kund. „Ich höre...?“ kam lediglich von Schrankmann. „Es geht um Leon Meister und Klaus Risch. Der Fall liegt etwa drei Jahre zurück und...die beiden wurden erschossen. Vom SEK. Sie wurden auch für tot erklärt...aber es gibt Hinweise, die darauf schließen, dass Beide noch leben...“ erklärte Semir sein Anliegen. Schrankmann lächelte mitleidig. „Und die wären?“ harkte sie nach. „Zum einen gibt es einen Zeugen, der einen der Männer gesehen hat... das bin ich...“ kam von Semir überzeugt.

    „Ich soll den Typen gekannt haben? Das ist doch absurd!! Ich kenne keine Verbrecher!!“ widersprach Peter Rossmann empört. „Ich wollte nur wissen, ob Sie ihn kannten. Denn es sah so aus. Entschuldigen Sie bitte, wenn ich das falsch interpretiert habe. Was wollte er von Ihnen und Ihren Gästen?“ harkte Semir nach. „Nun…Bares…Schmuck….alles was zu Geld zu machen war. Ist doch wohl klar…wir sind alle sehr wohlhabend und diese Verbrecher wollten einen Stück von unserem Kuchen haben. Vergessen wir es doch einfach…es ist niemanden etwas passiert und damit ist die Sache erledigt. Ich habe gleich noch einen Termin. Würden Sie bitte gehen?“ bat Rossmann Semir raus. „Herr Rossmann…Ihnen sollte doch auch daran gelegen sein, dass wir Ihr Hab und Gut zurück bekommen oder?“ harkte Semir nach. Das Verhalten von diesem Mann machte ihn stutzig. „Nein…ich denke das was man mir genommen hat, ist ersetzbar….ich werde auch keine Anzeige stellen..“ lehnte Peter Rossmann ab. Semir atmete tief ein. „Also gut…da hier eine Geiselnahme und Entführung vorliegt, brauchen wir Ihre Anzeige nicht um eine Strafverfolgung aufzunehmen. Vielen Dank für ihre Unterstützung…“ knurrte Semir und verließ das Haus. Er stieg in seinen Wagen und griff zum Handy. „Susanne…ich bin es…bitte suche mir alles raus, was du über Peter Rossmann herausfindest…“ bat er die Sekretärin und fuhr zum Wirt. Einer von ihnen wird sicher etwas wissen, so dachte er. Er fuhr zum Restaurant wo alles angefangen hatte und sollte eine böse Überraschung erleben.

    Ben und Carla genossen das Essen. Es war köstlich. „Ich bin voll..“ stöhnte Ben und schlug sich mit der flachen Hand auf dem Bauch. „Ben….bitte…wir sind nicht zuhause..“ ermahnte Carla ihn. „Mein Schatz….wo du bist…bin ich zuhause…“ säuselte er. „Charmeur…“ lachte Carla und warf ihm ein Kuss zu. „Ich liebe dich nur und kann das gar nicht oft genug sagen…wir fahren sicher gleich weiter…die Opéra de la Bastille steht zur Besichtigung an..“ flüsterte er ihr zu. Und schon kam die Durchsage dass es weiter ging. Carla atmete tief ein. Ben ahnte was sie plagte. „Wir können auch die Treppen gehen..“ schlug er vor. „Dann müssen die anderen warten…“ gab sie leise zurück. Ben sah sich um und sah den Stadtrundführer. „Ich bin gleich zurück..“ lächelte er und ging zu dem Mann. Als er ihm erklärte was für ein Problem anlag und der Mann zeigte sich einsichtig. Ben kam zurück zum Tisch. „Komm mein Engel…wir gehen schon mal voran. Der Mann zögert den Aufbruch ein paar Minuten raus..“ lächelte er. Carla sah ihn strahlend an. „Du bist der beste Mann den es gibt…“gab sie von sich und machte sich mit Ben auf, die Stufen nach unten zu bezwingen. Sie schafften es sogar vor den anderen wenn auch nur Sekunden früher am Bus zu sein. Ben und Carla waren etwas außer Atem aber sie war glücklich, nicht in den Aufzug zu müssen. Im Bus fing dann der Mann an, die Sehenswürdigkeit zu beschreiben. „Die Opéra de la Bastille wurde 1989 eröffnet und ist heute hauptsächlich für Ballettaufführungen des Ballet de I‘Opéra de Paris genutzt wird. In der Zeit von 1859 bis zum 14. Dezember 1969 war hier an der Stelle der Opéra ein Bahnhof der stillgelegt wurde. 1982 wurde auf Anregung von Mitterrand wurde der Bau eines neuen Opernhauses beschlossen um die Opéra Garnier zu entlasten. Die neue Oper soll jedoch eher der modernen und populären Oper werden um die klassische Musik zu demokratisieren.“ erklärte der Mann weiter. Ben grinste. „Wie kann man nur so viel über ein solches Gebäude wissen?“ fragte er leise. Carla lachte genauso leise. „Er ist ein gebildeter Mann..“ hauchte sie zurück. „Na und…? Ich auch…aber so viel kann ich nicht erzählen..“ gab Ben zurück.

    Semir hielt das Lenkrad krampfhaft fest, als der BMW auf den Geländewagen prallte. Dieter gab Gas um sich zu lösen um dann wieder zu bremsen. Erneut knallte Semir au den Wagen seiner Kollegen drauf. Nach dem dritten Mal bremste Dieter den Wagen ab und der BMW wurde langsamer. Nach weiteren drei- oder viermal lenkte Dieter den Wagen auf den Standstreifen und Semir tat es ihm nach. Endlich kam der Wagen zum stehen. Semir stöhnte leise auf und lehnte seinen Kopf gegen das Lenkrad. Er schloss die Augen und blieb einfach sitzen. Er öffnete sie erst wieder als die Tür geöffnet wurde. „Danke...Jungs...“ stieß er erleichtert aus. „Bist du okay?“ hörte er Dieter sagen. „Ja...ich...ich hab nur einen Schrecken...sonst geht es mir gut...“ bestätigte Semir. Er sah seine Kollegen an. Die Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Danke....“ kam noch einmal. In diesem Wort klang all das mit, was er in den letzten Minuten empfunden hatte. Hotte kam mit seiner Thermoskanne zu ihm und schüttete ihn etwas seines Kaffees in den kleinen Becher. „Hier...einen Kaffee...das beruhigt die Nerven..“ schlug Hotte vor und reichte Semir den Becher. Dieser trank. Dann stieg er aus. Seine Beine waren weich wie Butter. „Ich versteh das nicht....er war doch erst letzte Woche in der Inspektion...“ kam leise von Semir. „Vielleicht hat jemand daran rumgeschraubt?“ mutmaßte Dieter. Semir nickte und nahm einen weiteren Schluck. „Dann sollte Hartmut den Wagen mal ansehen...“ meinte er. „Veranlassen wir...du fährst jetzt mit uns....“ befahl Hotte. Semir nickte und nahm die Unterlagen, die er für das Gespräch von Schrankmann vorbereitet hatte und stieg in den Geländewagen. Dieter gab den Funkspruch durch, das alles gut ausgegangen ist und der Wagen abgeholt werden sollte.

    Nur eine halbe Stunde später saß Semir nun wesentlich besser aussehend im Büro von Anna. „Sie werden zusammen geschlagen und nun hat Ihr Wagen nicht reagiert? Wie hört es sich für Sie an? Es scheint doch ganz als will jemand Sie aus dem Weg räumen...oder nicht?“ harkte sie nach. „Ja....schon...erst der Drohanruf und...“ erklärte Semir. „Drohanruf?“ kam von Tom und Anna wie aus einem Mund. „Ähm ...ja...vor vier Tagen oder so....aber ich hab es für einen Witz gehalten...immerhin hab ich nichts gemacht...und...“ erklärte Semir weiter. „Wer war am Telefon?“ harkte Tom nach. „Keine Ahnung...ein Mann...ich bin mir sicher, dass es ein Mann war....er forderte von mir, dass ich die Füße still halten soll... ich hab es als Scherz abgetan...nur wenn ich jetzt bedenke....“ gab Semir leise zu. Anna stieß Luft aus. „Semir! Sie sind scheinbar in Gefahr... und deshalb werden Sie ab SOFORT keinen Schritt mehr ohne Tom machen. Er wird auf Sie aufpassen und...“ gab Anna den Befehl. Bevor sie jedoch enden konnte klingelte das Telefon. „Engelhardt!“ meldete sie sich und hörte zu. Nach wenigen Augenblicken legte sie wieder auf. „Das war Hartmut.... der Wagen ist an diversen Stellen manipuliert worden. Die Bremsen...die Gangschaltung, die Handbremse.... die Benzinzufuhr....damit ist ja wohl eindeutig klar, dass es ein Anschlag war. Wer könnte dahinter stecken?“ gab sie bekannt. Semir schluckte und verzog sein Gesicht. Anna bemerkte es. „Haben Sie sich doch verletzt?“ kam sofort die besorgte Frage. „Nein...ich...ich hab nur Kopfschmerzen... Chefin...das ist nichts. Aber was den Anschlag angeht...es bleiben nur Meister und Risch...“ erklärte Semir leise.

    Jeder kann hier seine Meinung sagen ohne angegriffen zu werden. Ob die Sachen nun negativ sind oder positiv. Jeder hat seine eigene Ansicht und jeder sollte die Ansicht der Anderen akzeptieren.

    Und nur weil man sich negativ äußert heißt es nicht, dass man kein Fan ist. Im Gegenteil. Negative Meinungen können auch helfen die Serie zu verbessern. Von daher...weiter so...

    Everyone can express his opinion without being attacked. Whether the objects are now negative or positive. Everyone has their own opinion and everyone should accept the view of others.

    And just because you have a negative expresses it does not mean that you are not a fan. On the contrary. Negative opinions can also help improve the series. So ... keep it up ...

    Ben fuhr schnell und heizte über die früh morgendliche Autobahn. Sein Motor heizte und er schraubte die Drehzahl immer mehr hoch. „Los, macht schon Platz...ich hab's eilig.“, fauchte Ben die anderen an und hupte nur wie wild. Schon machten die anderen Platz und Ben schnellte mit seinem Mercedes nach vorne. Immer wieder musste er vor langsam rüberfahrenden Fahrzeugen abbremsen und neu anfahren. „Man ey...ich muss zu meinem Partner.“, stieß er aus und sah in die vorbeifahrenden Fahrzeuge. „Schlaft ihr alle noch, oder wie?“, fauchte er nur und griff dann zum Funk. „Susanne, wo ist er genau?“, wollte er dann wissen. „Ich checke es gerade...in der Hütte scheint er nicht mehr zu sein. Er muss aber ganz in der Nähe sein.“, gab die Sekretärin bekannt. „Okay... ich bin gleich an der Hütte...was ist mit dem SEK?“, fragte er dann nach. „Das ist noch auf dem Weg, aber ihr müsstet Zeitgleich eintreffen.“, antwortete sie und dann hängte Ben den Funk wieder zurück. Er fuhr noch schneller und bog dann ab. „Semir, ich bin gleich bei dir.“, meinte er und fuhr weiter.

    Kalvus startete den Motor und wendete den Wagen. „Lasst mich los.“, fauchte Lysanne, die neben ihm saß und noch immer von ihrem Vater festgehalten wurde. Doch dann ließ er sie los, holte mit der and aus und schlug ihr ins Gesicht. „Hör endlich auf...“, zischte er und beschleunigte den Motor. Lysanne wischte sich das Blut der aufgeplatzten Lippe ab und griff ihren Vater direkt an. „Hey, was soll das? Lass sofort los?“, zischte er und versuchte, sie wegzudrücken. Doch er verlor alsbald die Kontrolle über den Wagen. „Pass auf...“, schrie Ralf und Kalvus schreckte auf, als ein Baum direkt auf ihn zuraste. „Ahhhhhhhhhh...“, schrie er und schon im nächsten Moment knallte der Wagen mit aller Kraft gegen die stämmige Tanne. Da Kalvus nicht angeschnallt war, durchbrach er die Scheibe und schlug mit dem Kopf noch gegen den Baum. Ralf und Roman wurden gegen die Sitze geschleudert und lagen benommen und mit Schürfwunden im Fußraum. Einzig Lysanne war unverletzt und stieg aus dem Wagen. Lysanne sah auf ihren Vater, der mit gebrochenen Augen vor ihr lag. „Papa…es…tut mir Leid….“, sagte sie und rannte den Weg zurück. Sie sah die Gleise auf denen gerade ein Güterzug an ihr vorbei fuhr. In die Richtung, in der ihr Vater Semir an die Gleise gebunden hatte. „NEIN!!!“, schrie sie, denn sie wusste, dass sie niemals vor dem Zug an der Stelle sein wird. „Nein…bitte….nicht…bitte…“, weinte sie. Sie rannte zurück zur Hütte. Dort konnte sie Hilfe holen…vielleicht waren die Kollegen ja auch schon da.

    Ben kam an der Hütte an. Sie stürmten mit gezogenen Waffen hinein. Doch sie stellten sehr schnell fest, dass die Hütte leer war. In nicht weiter Ferne hörte man einen Zug fahren. „Mir kommt ein übler Gedanke...“, stieß Ben aus und wollte aus der Hütte raus, als eine junge Frau hineinstürmte. „Sind….sind…Sie…die Kollegen…von…von Semir?“, fragte sie atemlos. Ben nickte. „Wir müssen uns…beeilen…Semir….er…mein…Vater…er….er…hat ihn…auf…die Gleise…. gebunden… schnell…der Zug…er kommt schon….“, stieß sie aus. Ben sah sie erschrocken an. „Wo?“, wollte er wissen. „Kommen Sie…hier lang…!“, kam von der jungen Frau und schon rannte sie wieder los. Ben und Kim rannten hinterher. Sie schafften es innerhalb weniger Minuten. „SEMIR!!!“, schrie Ben, als er die Gestalt auf den Gleisen sah. Der Zug war fast angekommen. „Wir schaffen das nicht!! Ben!! Schnell!!“, schrie Kim. Der Zug war keine hundert Meter mehr entfernt. Die junge Frau rannte zu Semir und riss an den Fesseln, doch sie bekam sie nicht auf. „Da hinten ist eine Weiche!!!“, schrie sie und zeigte auf ein Stück vor ihr. „Schnell!!! Er kommt!!“, schrie Kim. Ben versuchte alles, doch die Weiche ließ sich nicht bewegen. „Das geht nicht!! Bindet ihn los!!!“, schrie Ben zurück und drückte weiter gegen den Hebel, der scheinbar ziemlich eingerostet war. Der Zug näherte sich und plötzlich wurde er weg gerissen. Der Zug raste vorbei. „NEIN!!!!“, schrie Ben und sah wie der Zug unaufhaltbar auf Semir zuraste.

    Der nächste Morgen brach an. Semir stieg nach einem ausgiebigen Frühstück in seinen BMW und fuhr los. Die Autobahnen waren noch frei und so gab er Gas. Die Musik in seinem Wagen hatte er etwas lauter als üblich gedreht und sang sogar mit. Er blickte auf die Uhr. Wenn er so weiterfuhr, war er eine halbe Stunde vor Dienstbeginn im Revier, dachte er und nahm das Gas weg. Doch der Wagen reagierte nicht. Im Gegenteil, er wurde immer Schneller. Semir machte die Musik aus und konzentrierte sich auf den Verkehr. Der Wagen hatte bereits 180 Sachen drauf. Semir drückte das Bremspedal. Keine Wirkung. 185... die Geschwindigkeit steig an. Er schaltete runter und der Motor heulte gequält auf. Doch auch hier kam keine Wirkung außer das der Motor lauter wurde. „Verdammt...was soll das...“ stieß er wütend aus. Er sah wieder auf die Straße und am Straßenrand stand ein Schild, dass er die Geschwindigkeit drosseln musste, denn in knapp 6 Kilometer gab es eine Baustelle. Den Zündschlüssel....er musste ihn drehen. Engpass...Geschwindigkeits-begrenzung... Stau.... diese Worte gingen ihn durch den Kopf während er versuchte die Kontrolle über seinen Wagen zu bekommen bzw. nicht zu verlieren. Semir fuhr schon lange Auto und konnte deshalb auch eine Panik vermeiden. Kühlen Kopf bewahren....sagte er sich selbst und griff zum Funk. „Cobra 11 an Zentrale...befinde mich gerade auf der A1 in Höhe von KM 308...ich habe meinen Wagen nicht mehr unter Kontrolle und rase mit fast 200 auf die Baustelle bei KM 315 zu. Brauche Hilfe...schafft mir Platz!“ forderte er die Kollegen auf.

    „Semir! Hotte hier... Dieter und ich sind gerade auch auf der A 1 und passieren gleich die Baustelle...sind also dicht vor dir....kannst du bremsen?“ meldete Hotte sich, als er Semirs Funkspruch hörte. „Hotte....? Nein...keine Funktion...ich bin ... viel zu schnell...“ stieß Semir aus. „Okay...beruhige dich....wir setzen uns vor dir und bremsen dich aus..“ schlug Hotte vor. „Hotte...wenn ihr mit dem Porsche unterwegs seid, könnt ihr das vergessen....“ erklang Semirs verzweifelte Stimme. „Nur keine Sorge...der Porsche ist in der Werkstatt...wir sind mit einem Range-Roover unterwegs... also größer als du...“ beruhigte Hotte ihn. „Also gut...versuchen wir es....“ stimmte Semir nach einer kurzen Zeit zu. Hotte sah Dieter an. „Schaffst du das?“ wollte er von seinem Freund wissen. „Klar....ich schaffe das...er soll mir sagen wo er ist..“ forderte Dieter ihn auf und lenkte den Wagen auf die Standspur. Hier wollte er warten bis Semir in Sichtweite ist. „Semir.... wir stehen jetzt... wo bist du?“ wollte Hotte wissen. „Ich bin gleich da....311....bin ich jetzt...“ kam von Semir. Dieter sah in den Rückspiegel. „Okay... ich sehe ihn..“ gab er zu und zog den Wagen auf die Fahrspur. Er machte das Blaulicht an. „Sag ihm er soll Martinshorn und Signal anmachen...damit die anderen Autofahrer gewarnt sind..“ schlug Dieter vor. Hotte gab es über Funk durch. Wieder sah Dieter in den Rückspiegel und sah das Blaulicht von Semir. „Okay... da ist er.... festhalten Hotte...“ ermahnte er seinen Dienstpartner. Schon rumste es.

    Während Ben die Fahrt durch Paris genoss suchte Semir nach dem Mann, der ihn unfreiwillig zu einer Busfahrt verhalf. Auch wenn Kim Krüger ihm verboten hatte sich dort einzumischen, wollte er wissen was dahinter steckte und aus diesem Grund suchte er Peter Rossmann auf. Eine Hausangestellte öffnete ihm die Tür. „Gerkan..Kripo Autobahn…ich würde gern mit Herrn Rossmann sprechen…“ gab er bekannt. „Bitte kommen Sie herein…“ bat die recht junge Frau. Semir lächelte sie an und nickte. „Warten Sie hier… ich werde Herrn Rossmann holen…“ kam der nächste Wunsch. Semir sah sich in dem kleinen Raum in dem er stand um. An der Wand hing ein ziemlich teuer aussehendes Bild. Er versuchte herauszufinden was der Maler mit diesen sonderbaren farbigen Linien ausdrücken wollte, doch er konnte darin keine Logik sehen. „Ein schönes Bild nicht wahr?“ riss ihn eine Stimme aus den Gedanken. Semir drehte sich um. „Ähm…ja…sehr schön…“ bestätigte er. „Peter Rossmann…meine Hausdame sagte mir, dass Sie mich zu sprechen wünschen….hier bin ich..“ lächelte der Mann. Semir nickte und zog seinen Ausweis. „Gerkan..Kripo Autobahn…wir hatten vor kurzen das Vergnügen gemeinsam in einer Zwickmühle zu stecken…“ fing Semir an. „Die Geiselnahme! Ja…ich erinnere mich Sie gehörten zu einer der Geiseln die diesen Verbrechern die Flucht ermöglichten…“ knurrte Peter Rossmann. „Nun ja…zwangsweise…“ gab Semir zu. „Warum haben Sie sich nicht gewehrt? Ich meine dafür sind Sie doch ausgebildet worden oder? Es wäre Ihre Pflicht gewesen, diese Kerle zu verhaften…“ fauchte Peter Rossmann weiter. „Herr Rossmann…hatten Sie schon mal eine Waffe am Kopf? Da tun Sie besser gar nichts…denn die Typen die das machen sind zu allem fähig.“ erklärte Semir sachlich. „Wussten die Männer das Sie ein Polizist sind?“ harkte Peter Rossmann nach. „Nein..und das war auch gut so…denn sonst wären weder ich noch meine weibliche Begleitung dort lebend raus gekommen… aber deshalb bin ich ja hier… ich habe den Mann ohne Maske bei Ihnen gesehen. Es schien mir so, als würden Sie ihn kennen…“ gab Semir bekannt.

    „Der Eifelturm, ich denke das wissen Sie alle ist das Wahrzeichen von Paris und steht als Symbol für ganz Frankreich. Er wurde in den Jahren 1887 bis 1889 anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der französischen Revolution und der unter diesem Motto abgehaltenen Weltausstellung in Paris 1889 erbaut. Der Stahlfachwerkturm ist nach seinem Erbauer Gustave Eiffel benannt und steht an der gleichnamigen Avenue Gustave Eiffel im Parc du Champ de Mars, direkt an der Seine. Er ist ca. 10.000 Tonnen scher und 300 Meter mit der Antenne sogar 324 Meter hoch. Bis 1930 war der Eifelturm das höchste Bauwerk der Welt und wurde durch das Chrysler Building in New York mit 319 Metern übertroffen. Allerdings war dieses nur bis 1931 denn dann kam das Empire State Building mit 449 Metern das höchste Bauwerk und der Turm fiel auf Platz 3 zurück. Im Übrigen hat der Eifelturm drei Aussichtsplattformen. Sie befinden sich auf 57, 115 und auf 276 Metern Höhe. Wir werden alle drei Aussichtsplattformen besuchen. Doch nun werden wir zunächst ins Restaurant fahren. Dieses befindet sich direkt an der ersten Aussichtsplattform. Ich wünsche allen einen guten Appetit und einen schönen Blick über die Seine…“ endete der Vortrag des Stadtführers. Ben sah Carla an. „Wenn der noch mehr redet, dann bin ich verhungert bevor wir ankommen..“ knurrte Ben. Carla lachte leise. „Du bist viel zu ungeduldig..“ tadelte sie ihn. Sie gehörten zum ersten Schwung der nach oben fuhr. Der Aufzug ruckelte etwas und das nahm Carla mit nervösen fast ängstlichen Blicken zu Ben wahr. Dieser nahm seine Frau in die Arme. „Es passiert dir nichts….ich passe auf dich auf und halte dich fest…“ beruhigte er sie. Sie lehnte sich an ihm. Zu groß war die Angst, dass dieser Aufzug abstürzen würde…und sie wieder…. „Denk nicht daran…wir steigen gleich aus und alles ist gut…“ sprach Ben auf ihr ein. „Ja..ja…du hast Recht….“ stieß sie aus. Ben spürte ihr Zittern.

    Tom sah ihn nachdenklich an. „Das heißt du hast dich von dem Tod dieser Typen nicht überzeugen können?“ harkte er nach. „Das ist richtig...ich lag drei Tage im Krankenhaus, weil die Kugel mehr Schaden angerichtet hatte, als gedacht.“ bestätigte Semir. „Nun dann sollten wir uns mal die Berichte der Gerichtsmedizin für diesen Zeitraum vornehmen. Von der Chefin habe ich erfahren, dass der Gerichtsmediziner, der die beiden für Tot erklärt hat selbst verstorben ist. Also können wir ihn nicht mehr befragen. Die SEK Männer von Damals können ja auch nur bestätigen, dass die Männer erschossen wurden. Also verläuft die Spur auch im Sand. Hast du mit Schrankmann schon reden können?“ wollte Tom wissen. „Nein... ich war auf dem Weg nach Hause um die Unterlagen zu holen, als die Kerle mich überfallen haben. Die Unterlagen liegen im Auto. Ich werde morgen zu ihr fahren. Heute darf ich ja nichts machen...Andrea hat mich gewarnt..“ grinste Semir. Er bewegte sich mit einem leichten Schmerzlaut auf den Beifahrer. „Alles in Ordnung?“ kam sofort die besorgte Frage von Tom. „Nein...meine Rippen tun weh...aber das kenne ich ja schon.“ lächelte Semir gequält. Tom hielt vor Semirs Haus an und half ihm beim aussteigen. „So...Opa...dann ab auf die Couch..“ grinste er. „Danke...mein Sohn....“ konterte Semir grinsend. Tom brachte ihn nach oben in den achten Stock wo Semir seine Junggesellenwohnung hatte. Sie war eher zweckmäßíg als gemütlich eingerichtet. „Also...soll ich dich morgen abholen, oder fährst du selbst?“ wollte Tom wissen. „Ich komme zur PAST und dann fahren wir zusammen zur Schrankmann... sie muss uns erlauben, den Fall aufzurollen...“ schlug Semir vor. Tom dachte kurz nach und nickte dann. „Nur lass dich nicht wieder überfallen..“ grinste er noch.

    Leo und Waldi sahen wie Gerkan in seine Wohnung gebracht wurden und sie hörten jedes Wort was in der Wohnung gesprochen wurde. Sie hatten die Wohnung am Vortag mit einigen Wanzen ausgeschmückt umso einfacher zu erfahren was Gerkan gegen Risch oder Meister unternahm. „Das wird Leon interessieren..“ grinste Waldi, der eigentlich Waldemar hieß. Leo nickte. „Dann ruf ihn an und sag es ihm...“ schlug er vor. Waldi griff zum Handy. „Ich bin es..“ erklärte er, als er Leons Stimme hörte. „Dieser Gerkan ist aus dem Krankenhaus raus und will morgen zur Staatsanwältin. Vermutlich wollen sie die Erlaubnis den Fall von Damals aufzunehmen. Warum keine Ahnung. Aber es geht ja wohl um euch..“ grinste Waldi und sah Leo an. „Dann werden wir Gerkan eine weitere Warnung zukommen lassen. Kommt ihr an sein Auto ran?“ hörte er Leon fragen. „Ja sicher...der steht offen und in voller Pracht vor uns...“ gab Waldi von sich. „Gut...pass auf.....ihr werdet den Wagen etwas manipulieren. So dass er noch fährt....die Bremsen werden versagen....und das Gas sollte klemmen. Du solltest es doch wohl hinbekommen. Immerhin bist du Kfz-Mechaniker..“ gab Leon von sich. Waldi sah Leo an. „Kfz-Mechatroniker...heißt das...alles klar....ich liebe ich einen BMW platt mache...“ gab er durch. „Ich will eine Erfolgsmeldung haben!“ forderte Leon. „Die bekommst du...wir werden hier warten, bis er auf die Autobahn fährt und über Kopf geht..“ grinste Waldi. Ein Knacken verriet das Leon aufgelegt hatte. Leo sah Waldi an. „Und?“ wollte er wissen. „Leon will dass wir seinen Wagen manipulieren...sobald es ruhig ist und sein Wachhund weg ist, werden wir uns daran machen...“ versprach Waldi.

    Bereits am nächsten Morgen fuhr die Aidablu in den Hafen von Le Havre. Nun stand eine 2-stündige Autobahnfahrt nach Paris an. Ben schlug sich vor Freude auf den Schenkel. „Ha…klasse…die französischen Autobahnen sind genial…“ strahlte er. Carla schüttelte den Kopf. „Meine Damen und Herren, die Teilnahme an dieser Rundfahrt ist natürlich freiwillig. Wer gern hier an Bord bleiben möchte, kann sich auf dem Erholungsdeck sicher einen schönen Tag machen. Alle die mitfahren, wünsche ich einen angenehmen Aufenthalt..“ erklärte der Kapitän. Die Fahrt ging los und zum Glück hatte man einen klimatisierten Bus gechartert. Auch waren die Beteiligten davon überrascht, dass es tatsächlich nur drei Stunden dauerte bis sie Paris erreichten. „Es ist ein wunderschöne Stadt..“ flüsterte Carla Ben ins Ohr. „Die Stadt der Verliebten…ja….einfach herrlich…“ bestätigte Ben. „ich liebe dich….Ben…“ Carla küsste Ben leicht. Doch Ben nahm seine Hände und hielt ihren Kopf fest. Ein inniger Kuss folgte und dauerte eine ganze Weile bis sich die frisch verliebten trennten. „Meine Damen und Herren…wir werden nun eine kleine Rundreise durch Paris machen und dabei die Sehenswürdigkeiten betrachten. Als erstes Ziel haben wir die Place de la Concorde vorgesehen. Damit wir Ihnen genau erklären können was dieser Platz an sich hat, hier eine kleine Einführung in die Geschichte… Der Platz wurde zwischen 1755 und 1775 von Jacques-Ange Gabriel unter der Bezeichnung Place Louis XV oder auch „königlicher Platz“ geführt. Während der Revolution wurde die Statue von Ludwigs XV umgeworfen und zerstört. Die Place Louis XV war achteckig angelegt und von einem Graben umgeben um solche Anschläge gegen die Könige zu verhindern, doch es gelang nicht. Auch war nicht klar, wohin der neue Platz für den König innerhalb des Stadtgebietes von Paris gebaut werden sollte und die Stadtherren entschieden dann die Statue erneut am Ende der Tuilieriengärten aufzubauen. Im Jahre 1792 wurde der Platz in „Place e la Révolution“ umbenannt und ein Jahr später wurde die Guillotine aufgestellt. Innerhalb von zweieinhalb Jahren wurden 1119 Personen geköpft. Unter anderen wurden König Ludwig XVI und Königin Marie Antoinette an dieser Stelle guillotiniert. Auch Madame Dubarry, Danton und Robespierre fanden hier den Tod auf diese grausame Weise…“ erklang es von dem Stadtführer. Ben und Carla hörten jedoch nur mit einem Ohr zu und waren sehr intensiv mit sich beschäftigt. „…erst im Jahre 1795 wurde der Platz von der Regierung in „Place de la Concorde“ umbenannt. Der Name wechselte in den folgenden Jahrzehnten je nach Machtverhältnissen und erhielt 1830 seinen endgültigen heutigen Namen. Heute finden hier alljährlich die Feiern zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli ihren Höhepunkt.“ erklärte der Redner

    „Das ist ein toller Platz..“ meinte Carla als sie durch das große Panoramafenster des Busses sah. „Ja…aber er ist nicht so schön wie du…“ machte Ben ihr Komplimente. Carla entdeckte den Obelisken in der Mitte des Platzes. „Whow…sieht der gut aus..“ stieß sie aus. „Ah…die Dame hat den Obelisken entdeckt. Dieser Obelisk von Luxor wurde 1936 aufgestellt. Er ist ca. 22 m hoch und war ein Geschenk des ägyptischen Vizekönigs Muhammad Ali an Frankreich als Anerkennung der Leistungen von Jean-Francois Champollion. Den Sockel schuf der in Köln geborene Architekt und Stadtplaner Jakob Ignaz Hittorff. 1998 spendete der Modeunternehmer und Mäzen Pierre Bergé für den Obelisken ein 3,6 m hohes Pyramidion aus vergoldeter Bronze. Des Weiteren wurde der deutsche Architekt mit weiteren Ausschmückungen des Platzes beauftragt und entwarf die zwei Brunnen und die acht steinerenden Frauenstatuen, die die Allegorien französischer Städte darstellen. Das sind Bordeaux, Lille, Brest, Rouen. Lyon, Marseille, Nantes und Straßburg. Weiter hinten können Sei das Hotel de Crillon sehen. Im östlichen Gebäudeteil befindet sich seit 1789 das Marineministerium. Die identische Front der Bauwerke wurde von Louis Francois Trouard in Anlehnung an die Fassaden des Louvre entworfen. Es zeigt je zwei „Pseudo-Tempelhallen mit vier Säulen und Scheinportikus. Die durch eine lange zwölfteilige Säulenreihe zum Plath hin verbunden sind. Zwischen den Gebäuden sieht man im Hintergrund die acht Säulen der Kirche St. Madeleine. Wir werden nun zum Eifelturm fahren und in dem dort befindlichen Restaurant dinieren…“ erklärte der Sprecher weiter. „Das ist eine ganz tolle Idee, die der Typ da hat…ich höre eh kaum zu und hab Hunger..“ flüsterte Ben seiner Carla ins Ohr. Sie musste lachen und alle sahen zu ihr.