Beiträge von Elvira

    In der Garage schüttelte er den Kopf. Ludwig Meurer wird so langsam zu einem Risiko...dachte er nur und stieg in seinen Wagen. Obwohl er in Gedanken war, konnte er sich genug auf den Verkehr konzentrieren und fuhr ins Einkaufszentrum Hürth. Auf dem dritten Parkdeck sollte er Fabrizio treffen. Moritz war pünktlich und wartete. Ein Klopfen an der Scheibe riss ihn aus seinen Gedanken. „Moritz...alles okay?“ wollte Fabrizio wissen. „Nein...leider nicht... wir haben Probleme...“ stieß dieser aus. „Welcher Art?“ harkte Fabrizio nach. „Dieser Ludwig Meurer... er ist vorbestraft und wurde von einem Bullen der Kripo Autobahn verfolgt. Nun liegt der Bulle in meiner Wohnung, ist verletzt und Ludwig passt auf ihn auf. Der Bulle selbst weiß nicht wo er ist..“ erklärte Moritz. „Das ist eine Gleichung die nicht aufgeht. Ist er schwer verletzt?“ harkte Fabrizio nach. „Nein... ich denke nicht. Er schläft, weil ich ihm etwas Schlafmittel ins Essen getan habe. Aber er hat große Schmerzen..“ erklärte Moritz weiter. Fabrizio nickte. „Gut...Ludwig wird mir zu gefährlich. Sorge dafür, dass er beim nächsten Anschlag auf meinen Bruder das zeitliche segnet. Um den Bullen kümmere ich mich dann. Wir könnten ihn irgendwo hinlegen und seinen Kollegen einen Hinweis geben...“ kam nachdenklich von Fabrizio. „Sie wollen ihn laufen lassen? Der Kerl hat mich gesehen!“ begehrte Moritz auf. Fabrizio lachte leise. „Ich sage wir werden ihn irgendwo ablegen. Ich sagte nicht in welchem Zustand….“ Meinte er nur. „Oh…ich verstehe. Ich sehe es als Fehler an. Die Bullen sind eh schon aufgewacht, weil es einen von ihnen bei der Bombe erwischt hat. Das hab ich von dem Kerl in der Wohnung. Wir sollten ihn noch etwas behalten, damit wir ein Druckmittel gegen die Bullen haben, wenn sie uns zu nahe kommen…“ schlug Moritz vor. Fabrizio überlegte kurz. „Vielleicht hast du Recht. Aber die Bullen werden sicher anfangen zu überlegen. Ich hätte da ein Versteckt. Er wäre von Ludwig weg und niemand würde ihn finden. „Das Gleiche gilt für Ludwig. Die Bullen suchen ihn bereits. Ich denke ich werde ihn durch einen goldenen Schuss das zeitliche segnen lassen…sofern er nicht andere Dummheiten machte..“ schlug Moritz vor. Fabrizio sah ihn an. „Ludwig ist dein Problem… nicht meins…von mir aus, knall ihn einfach ab…“ lächelte er und verschwand wieder. Auch Moritz verließ die Garage und fuhr nach Hause.

    Ben kam wieder in der PAST an. Er kochte vor Wut. Tanja und Susanne sahen ihn an. „Andrea war eben schon hier. Semir ist nicht nach Hause gekommen und er meldet sich nicht. Hast du was gefunden?“ wollte die Sekretärin wissen. „Ja..sein Auto…es ist verschlossen. Im Haus sagte man dass er bei einer Frau Liane Winter war. Die Dame habe ich aufgesucht und in der Wohnung tot aufgefunden. Goldener Schuss. Für mich sieht alles ganz nach Graziano aus und den werde ich mir nun vornehmen..“ fauchte Ben wütend. „Sie werden gar nichts tun! Das ist mein Fall!! Meiner!! Niemand wird mir dazwischen funken!“ fauchte sie zurück. Ben sah sie an. Der Blick ließ Tanja verstummen. „Semir ist seit gestern verschwunden. Vermutlich ist er in den Fängen von Graziano weil er Semir als für ihn zu gefährlich sieht oder aber weil er ihn als Druckmittel gegen uns verwenden kann. Ich werde mich ganz sicher nicht einer drittklassigen Kommissarin unterwerfen…“ ließ Ben verlauten. „Meine Herrschaften, was sind das denn für Töne…“ kam von Kim die eben die PAST betrat. „Semir ist verschwunden. Seit gestern schon und Frau Herzog hält es nicht für notwendig zu suchen..“ erklärte Ben die Tatumstände. „das ist doch gar nicht wahr…ich sehe es nur nicht als erforderlich an. Semir ist ein erwachsener Mensch und…“ stellte Tanja klar. Kim sah von einem zum Anderen. „in mein Büro!“ forderte sie die beiden Kontrahenten auf. Nur wenig später saßen sie bei Kim am Schreibtisch. „so..eins wird hier jetzt klar gestellt…der Fall geht uns alle an die Nerven. Wir müssen zusammen arbeiten. Ben..Sie sind persönlich involviert und ich kann Sie nicht daran mitarbeiten lassen…“legte Kim fest. Ben sah sie an. „Ich werde mich nicht aussperren lassen! Semir ist verschwunden und einer muss nach ihm suchen. Wenn wir das dieser Dame hier überlassen, dann wird er sicher nicht lebend zurück kommen. Die hat nämlich noch eine Rechnung mit ihm auf..“ fauchte Ben wütend zurück. Kim sah Tanja an. „Ist das wahr?“ harkte sie nach. „Nein…das ist…also…ich würde es nicht als Rechnung sehen…nein...das ist...“ Tanja suchte nach den richtigen Worten. „Was ist da passiert?“ ging es bei Kim weiter. „Das ist etwas persönliches und hat hier nichts zu suchen..“ wich Tanja nun aus. „Also gut…Ben…wenn Sie mit ermitteln, dann darf die Staatsanwaltschaft nichts davon wissen…Sie werden die Leitung übernehmen…Finden Sie Semir. Alles andere geht in den Hintergrund..“ befahl Kim. „Nein!! Das ist mein FALL!! Ich habe die Einsatzleitung!!“ schrie Tanja wütend aus.

    „Was hältst du denn von diesem süßen Strampler?“, wollte Andrea wissen und hob einen lilafarbenen Babystrampler hoch mit dem Aufdruck „Sweet“ hoch. „Der ist ja niedlich…..gibt es den noch in anderen Farben?“, harkte Carla nach. „Ja..in grün….und in Sand….und hier in rot…“, nickte Andrea. „Alles in den Wagen.“, befahl Carla. Andrea sah sie skeptisch an. „So viele? Carla…die Babys wachsen gerade am Anfang sehr schnell…du solltest nicht zu viele holen, weil die niemals getragen werden können…“, gab Andrea zu bedenken. Carla sah sie an. Andrea war bereits Mutter und hatte sicher schon Erfahrung damit. „Was meinst du denn sollte ich holen? Ich meine….vielleicht bekomme ich Zwillinge…und dann muss ich alles doppelt haben…“, lachte Carla. Andrea seufzte. „Na gut….du kannst ja alles aufbewahren und wer weiß….vielleicht bekommt ihr ja noch mehr Kinder… die Sachen halten sich sehr gut…“, stimmte sie zu. Nachdem sie Jäckchen, Hemdchen, Strampler und Höschen sowie Ausgehgarnituren mit Mützchen und Schühchen gekauft hatten ging es in die Abteilung der Möbel und Kinderwagen. „Also mit dem Kinderwagen solltest du auf jeden Fall warten. Ich meine…. Wenn es eine Mehrlingsgeburt wird dann brauchst du ja eine Extraausstattung. Das gleiche für die Möbel. Dafür ist ja noch Zeit. Aber du solltest schon mal Spielzeug holen… Rasseln, Beißringe und so was….“, kam von Andrea die Empfehlung. Carla nickte. Sie ging unbewusst mit der Hand über ihren Bauch. „Du wirst es sehr schön haben…mein Kleines…“, sagte sie leise.

    „So…den haben wir…“, grinste Semir als er den Wagen endlich gestoppt hatte. „Hey…seid ihr Irre?“, fauchte der Fahrer sie an. „Nein….von der Polizei.“, knurrte Semir als er am Fahrzeug stand. „Hören Sie…ich weiß.. ich bin viel zu schnell aber meine Frau…sie bekommt ihr Baby..und…ich muss ins Krankenhaus...bitte.“, flehte der Mann am Steuer. Semir sah in den Wagen, wie eine Frau auf dem Rücksitz schrie und stöhnte. „BEN!!!“, schrie Semir. „Ja was?“ kam von seinem Partner. „Geleitschutz…..Blaulicht und Sirene…Hier ist gerade eine Geburt im Gange…“, gab Semir zurück. „Sie folgen uns!“ befahlt er dem Fahrer, setzte sich in seinen BMW und bekam dank Blaulicht und Sirene freie Bahn. Sie fuhren direkt das erste Krankenhaus an und schnell rannte Ben zu der Anmeldung. Als er erklärt hatte um was für einen Fall es sich handelt waren Ärzte und Schwestern sofort zur Stelle. Die Frau wurde in den Kreissaal gefahren. Der werdende Vater lief aufgeregt auf und ab. Er sah Semir an. „Sorry…wegen dem Ticket…ich weiß…ich werde wohl meinen Führerschein abgeben müssen, aber….es ist mein erstes Kind…“, stammelte er entschuldigend. Semir lächelte. „Schon gut….vergessen.“, meinte er mit einem Augenzwinkern. Wenige Minuten später ertönte ein Schrei. „Mein Baby!! Mein Sohn!! Er ist da!!“, schrie der frischgebackene Vater. „Gratuliere…“, lächelte Semir. „Komm Ben...wir müssen noch arbeiten.“, lachte er und verabschiedete sich. „Danke...vielen Dank.“, kam von dem strahlenden Vater. „Ob ich auch mal so ausflippe?“, wollte Ben wissen. Semir sah ihn an. „Mit Sicherheit…gerade beim ersten ist die Freude riesig.“, bestätigte er. „Na…ich kann mich benehmen. Aber schon süß wie Väter sich freuen können…“, gab Ben zu. „Da wirst du ja auch bald in den Genuss kommen.“, grinste Semir nur und schlug seinem Partner auf die Schulter. „Das dauert ja noch etwas...zum Glück.“

    Kyle fuhr dem Wagen seines Stiefvaters bis zur Abfahrt Düsseldorf Nord nach, dann bog er ab. „Wusste ich es doch...“, knurrte der junge Mann nur und folgte seinem Ziel. Schließlich erreichten sie die Königsallee. Der Laden lag direkt an einer günstigen Stelle. Die Wagen stoppten, Kyle parkte seinen Audi in einer Seitenstraße und ging dem Mann hinterher. Dann sah er den Laden, den seine Mutter so über alles geliebt hatte. „Komm schon, ich weiß, dass du sie irgendwo versteckst.“, zischte er nur, als er sah wie sein Stiefvater im Juweliergeschäft verschwand. Irgendwie musste er den Mann aus der Reserve locken oder wenigstens die neue Adresse rausfinden. Doch jetzt musste er sich erstmal eine eigene Wohnung suchen. Er stieg wieder in seinen Audi und fuhr zurück zu seinem Hotel und checkte via Internet die Wohnungsanzeigen. „Drei-Raum-Wohnung mit Terrasse dicht am Rhein gelegen...“, las er und sah dann eine Handynummer. „Das wäre es doch“, dachte er nur und schrie sich gleich die Nummer auf. Da er gleich heute Abend in die Oper musste, nahm er sich vor, morgen die Nummer anzurufen. Das wäre geschafft, doch nun musste er sich noch eine Möglichkeit einfallen lassen, wie er seinem Stiefvater auf die Schliche kommen konnte. Oder war es dann nur ein Irrtum und seine Mutter würde wieder auftauchen? Nein, dann hätte sie sich doch bei ihm gemeldet. Nein, nein, nein...er war schuld, dass seine Mutter verschwunden war und Kyle würde es beweisen.

    Ben und Semir fuhren zurück ins Revier und machten sich an die Arbeit. „Hey, ihr Beiden...die Chefin würde euch gerne sprechen.“, erklärte Susanne, als sie die Autobahnkommissare zur Tür reinkommen sah. „Hm, warum denn das? Die Wagen sind doch noch vollkommen in Ordnung und ein Chaos haben wir auch nicht angestellt.“, kam nur von Semir. „Tja, schauen wir doch einfach mal, was die Chefin von uns will.“ Sie gingen direkt auf die Tür zu, klopften an und betraten dann das Büro. „Ah Semir, Ben...da sind sie ja...ich habe da ein Anliegen.“, fing Kim Krüger an. Die beiden Hauptkommissare setzten sich ihr gegenüber und sie seufzte kurz. „Um was geht es denn, Chefin?“, fragte Ben nur. „Sie wissen doch sicherlich, dass es in letzter Zeit immer wieder Fälle von Carnapping gegeben hat.“ Semir nickte. „Die Diebe verschaffen sich Zutritt zu den Autos, verstecken sich darin und wenn die Besitzer losfahren, haben sie schon eine Waffe im Genick. Sie werden gezwungen, in ein Waldstück oder einen verlassenen Parkplatz zu fahren, wo sie gefesselt und geknebelt zurückgelassen werden.“, erklärte der Deutschtürke nur und sah Kim an. „Ganz genau. Ich möchte sie bitten, dass sie in den nächsten Tagen besonders auf den Rast- und Parkplätzen Patrouille machen. Das auch in den späten Abendstunden. Am Besten fangen sie heute Abend damit an.“, ging es bei Kim weiter.

    Ben stieg die Treppen hoch und stand in der vierten Etage wieder vor dem Problem, dass keine Klingel ein Schild trug. Als er bis auf eine Tür mittels Klinkenputzen ausgeschaltet hatte stand er nun vor der letzten Tür. Musik war deutlich zu hören. Ben klingelte. Niemand öffnete. „Frau Winter? Polizei! Öffnen Sie bitte!“ rief er laut und vernehmlich. Doch nichts passierte. Ben sah sich um. Niemand außer ihm war auf dem Flur. Vielleicht hörte die Dame die Klingel und auch sein rufen nicht. Dafür konnte es viele Gründe geben. Sie stand vielleicht unter der Dusche, oder hörte wegen der Musik nichts, oder aber sie war so tief in ihrem Rausch, dass sie gar nicht in der Lage war, die Tür zu öffnen. Wenn das erste eintrat, dann konnte er sich immer noch erklären...dachte er und nahm seinen Dietrich heraus. Schnell war die Tür offen. „Frau Winter?!“ rief er als er in die Wohnung trat. Es kam keine Antwort. Ben ging Raum für Raum durch. Wasser lief nicht, also konnte er das Duschen ausschließen. Vielleicht hatte sie ja nur vergessen die Musik auszuschalten bevor sie die Wohnung verließ...mutmaßte Ben als er die letzte Tür aufstieß. Er sah die gesuchte Frau auf dem Bett liegen. Die Spritze steckte noch in der Armbeuge. ER ging hin und suchte nach dem Puls. Nichts mehr... „Verdammt...“ stieß sie aus. Die einzige die ihm sagen konnte wo Semir war, starb an Heroin. Ben sah eine Weile auf die Tote bis er die Spurensicherung rief. Er gab durch was sich zugetragen und durchsuchte die Wohnung. Außer den Habseligkeiten der Toten fand er nichts. Keinen Hinweis wohin Semir verschwunden war. Die einzige Person die das wusste war tot. Die einzige? Nein...Graziano...vielleicht hielt er Semir für eine Gefahr! Er war schließlich ein Mafioso und dieser Mistkerl würde alles tun um weiterhin als unschuldig zu gelten. Aber nicht mehr lange. Ben würde ihm die Hölle heißmachen um Semir zu finden. Doch erst einmal die Nachbarschaft befragen. Vielleicht hatte jemand was gesehen. An jeder Tür musste er den Leuten erst einmal schildern wer er war und warum er es wissen wollte. In den normalbürgerlichen Haushalten war es nicht schlimm. Aber hier in diesen herunter gekommenen Häusern war es eine Qual. Nach zwei Stunden hatte er es geschafft. „Nur noch hier..“ stöhnte Ben leise und klingelte. „Man... das ist ja heute nicht zum aushalten...“ fauchte der Bewohner und öffnete die Tür einen Spalt lang. Er sah Ben an. „Ja?“ fragte er. „Ben Jäger... Kripo Autobahn..“ stellte er sich vor. „Ach...Sie suchen wohl Ihren Kollegen was...? Ja...der war hier...wollte zu Frau Winter...zu dieser Nutte...“ stieß der Mann verächtlich aus.


    Für Ludwig Meurer, der sich nur mühsam aus dem Bett schälen konnte fing der Tag nicht so friedlich an. Moritz wartete bereits auf ihn. „Du hast mich angelogen...du bist wohl vorbestraft! Deshalb ist der Kerl auf dich gekommen und du rennst weg. Wie dämlich bist du eigentlich. Sie haben nur einen Verdacht...verstehst du...einen Verdacht und deinetwegen müssen wir uns jetzt mit dem Mann herumschlagen!“ fauchte er ihn wütend an. Er ging auf Ludwig zu und hob die Hand. Ludwig ging in Abwehrstellung. „Nein...der Kerl lügt...ich...ich...“ versuchte er sich raus zu reden. Moritz sah Ludwig wütend an. Er atmete heftig ein und aus. „Was machen wir denn jetzt mit ihm? Wir können ihn doch nicht laufen lassen…“ wollte Ludwig wissen. „Im Augenblick schläft er. Sobald ich weiß was der Boss vorhat, werde ich mich mit ihm auseinandersetzen müssen. Aber bis dahin….wirst du ihn nicht anrühren ist das klar?“ fauchte Moritz. Ludwig nickte. „Und was wenn er versucht zu fliehen?“ wollte er wissen. Moritz lachte leise. „Dann wirst du es verhindern…“ gab er zu verstehen. Moritz ging mit Ludwig im Schlepp in das Zimmer wo der Polizist lag. Er schlief immer noch. „Er ist so friedlich wie ein Baby. Außerdem ist er verletzt. Und mit sowas wirst du ja wohl fertig werden…oder etwa nicht?“ wollte Moritz wissen. „Ja sicher…kein Problem..aber…hast du einen Schuss für mich..ich brauch den Stoff..bitte…“ flehte Ludwig. Moritz grinste. Ludwig war wie seine Schwester süchtig und bekam von ihm das was er zum Leben brauchte und sobald der Fall hier erledigt war, auch was er für den Tod brauchte. Es sei denn es kam was dazwischen, aber so sah es im Augenblick nicht aus. „Er wird sicher noch ein paar Stunden im Land der Träume bleiben. Wenn er wach wird, bekommt er zu essen und zu trinken. Du wirst das Haus nicht verlassen und ich warne dich..solltest du dem Mann irgendwie anpacken wirst du nie wieder eine Dosis brauchen ist das klar?“ warnte Moritz Ludwig. Dieser nickte eingeschüchtert. „Warum behandelst du ihn so zuvorkommend? Er ist ein Bulle und die sind tot besser als lebendig...“ maulte Ludwig noch einmal. „Weil es sein kann das unser Auftraggeber ihn noch braucht, deshalb. Also Finger weg von ihm!“ fauchte Moritz und verschwand.

    Semir quälte sich auf die andere Seite um die Schmerzen zu mildern, doch es war schwerer als er dachte. Er musste versuchen sich zu befreien und dann fliehen...wie war noch nicht klar, aber sicher gab es hier ein Telefon, was er nutzen konnte. Aber wo war er hier? Er kannte nicht einmal die Adresse. „So...Sie werden nun gefüttert. Das passiert nicht aus Nächstenliebe, nicht das Sei das falsch verstehen, sondern weil ich Sie noch brauche. Also keine falsche Bewegung, sonst gibt es nichts...ist das klar?“ wollte der Mann wissen und sah Semir ernst an. Dieser nickte licht. Vorsichtig zog der Mann ihn hoch. Semir schrie leise auf. In dieser Position hatte er noch stärkere Schmerzen als beim liegen, doch er wollte es auch nicht vor diesem Mann zugeben. Er versuchte die Schmerzen zu ignorieren, was nur schwer gelang. Langsam wurde er von dem Mann mit einer Suppe gefüttert, die sogar noch schmeckte. Während Semir saß, ließ er seinen Blick durch das Zimmer schweifen. Die Vorhänge waren geschlossen, das war nichts Neues für ihn. Die Frage wo er sich hier befand konnte er sich sparen, denn die würde der Mann sicher nicht beantworten. An der gegenüberliegenden Wand sah er ein Telefon aber er konnte nicht erkennen, ob es angeschlossen war oder funktionierte. Der Mann bemerkte seinen Blick. „Nur keine Sorge...das ist ein Spielzeugtelefon...damit können Sie höchstens Micky Mouse anrufen..“ lachte er und drückte Semir den nächsten Löffel in den Mund. Semir aß und war verwundert, dass die Suppe wirklich lecker war. Nach einer guten viertel Stunde war die Schüssel leer und Semir gesättigt. Nun fehlte nur noch Wasser. „Darf ich was trinken...bitte..“ kam von Semir. Der Mann nickte und hob eine Flasche mit Wasser hoch. Er hielt sie ihm an den Mund damit er trinken konnte. „So...und nun legen Sie sich wieder hin...“befahl der Mann. Semir nickte. Der Mann löste ihm die Handfesseln und Semir sah ihn dankbar an. „Machen Sie keinen Mist...ich schaffe Sie schneller als Sie denken...“ warnte der Mann ihn. Semir nahm es ihm ohne es zu erfahren ab. Er war verletzt und konnte sich nicht richtig bewegen. Da würde er sogar einem Dreijährigen unterlegen sein. Als er sich hinlegte, schrie er vor Schmerzen auf. „Es tut mir Leid...aber Sie werden gleich ein wenig Erlösung haben...“ murmelte der Mann. Es nahm die Handschellen die er bei Semir gefunden hatte und schloss eine Hand ans Bettgestell fest. „Was...haben Sie mit mir vor?“ wollte Semir wissen. Er spürte wie ihm schwindelig wurde. „Im Augenblick nichts...schlafen Sie...“ befahl der Mann. Semir spürte wie er müde wurde. „Sie...haben...mir was...ins Essen ...getan...“stieß er leise aus. „Das ist richtig...und für Sie das Beste. Glauben Sie mir...“ lächelte der Mann schon fast freundlich. Semir schloss die Augen. Er versuchte sich gegen das, was in seinem Körper war zu wehren, doch es gelang ihm nicht. Langsam glitt Semir in den Schlaf.

    Am nächsten Morgen wurde Ben tatsächlich entlassen und fuhr direkt zur PAST. „Wo ist Semir?“ überfiel er Susanne sofort. „Ben? Was machst du denn hier?“ fragte sie erstaunt. „ich bin wieder okay und werde nun mit Semir und dieser Herzog die Ermittlungen aufnehmen. Ich lasse mich nicht aussperren..“ drohte Ben. In diesem Augenblick kam auch Tanja ins Büro. „Haben wir was Neues von Semir?“ wollte sie wissen. Ben sah sie erstaunt an. „Wieso? Ist er nicht hier?“ harkte er sofort nach. „Semir ist seit gestern Morgen verschwunden.“ erklärte Susanne. „Seit gestern Morgen? Und ihr sitzt hier ruhig und trinkt Kaffee?“ reget Ben sich auf. „Herr Jäger… wir haben hier alles im Griff. Herr Gerkan und ich sind gestern unterwegs gewesen und haben zwei Personen verhört die mit dem Verdächtigen in dem Fall der Bombe verwandt sind. Ich war in Düsseldorf und Semir in Köln. Da verliert sich seine Spur..“ erklärte Tanja kühl. „Ach und was habt ihr bereits unternommen?“ fauchte Ben sie an. „Wir haben versucht ihn über Funk und über Handy zu erreichen. Außerdem haben wir ihn versucht zu orten. Bisher..“ rechtfertigte Tanja sich. „Und was noch? Ist das alles oder was?“ ging es bei Ben weiter. „Ich habe obwohl Frau Herzog es nicht wollte sein Auto geortet. Er steht in Deutz…“ erklärte Susanne. „Gib mir die genaue Adresse! Ich fahre hin!“ befahl Ben wütend. „Aber…Herr Jäger..Semir ist ein erwachsener Mensch und…deshalb eine Welle machen ist doch wohl etwas übertrieben...“ lächelte Tanja. Er sah sie an. „Wollen Sie Semir eine auswischen wegen Damals? Weil er Sie sitzen gelassen hat?“ fauchte er sie an. „das ist eine Unterstellung!!Ich verbitte mir so etwas!“ keifte Tanja nun zurück. „Ich werde jetzt zu der Adresse fahren und danach…werde ich den Fall übernehmen….Sie können sich schon mal warm anziehen..“ drohte er Tanja. Sie sah ihn an. „Das ist mein Fall! Niemand wird mir irgendwas wegnehmen!!! Sie nicht und Semir auch nicht!!“ rief Tanja ihm hinterher. Ben kam bei der Adresse an. Semirs Wagen parkte noch vor dem Haus. Das Fahrzeug war ordnungsgemäß abgeschlossen und nichts deutete darauf hin, dass etwas passiert war. Ben betrat das entsprechende Haus und suchte genau wie Semir zuvor die Wohnung von Liane Winter. Ben hatte Glück, denn als er das Haus betrat kam eine ältere Dame heraus. „Frau Winter?“ fragte er. „Vierte Etage....“ knurrte sie unfreundlich.

    Gut dann melde ich mich hier mal zu Wort.

    Ich habe von Action Conzept die Auskunft erhalten das die DVDs in Arbeit sind und auf jeden FALL!!!! vor Weihnachten fertig werden. Von daher..bitte...bewahrt die Ruhe. Es ist alles in Ordnung. ES wurde nichts vergessen und deshalb muss man sich nicht aufregen...

    Langsam kam Semir wieder zu sich. Er wollte sich bewegen und spürte sofort die Schmerzen in seinem Körper. Auch die Fesseln blieben nicht unbemerkt genauso dass er auf einer weichen Unterlage lag. Er stöhnte leise auf. Seine Hände waren auf dem Rücken zusammengebunden und das war nicht gerade sehr förderlich für die Schmerzen die von dem Unfall herrührten. Bei jeder Bewegung die er machte durchzogen diese seinen Körper. Er hielt es für besser ruhig liegen zu bleiben. Der Unfall...dieser verdammte Mistkerl von Meurer hatte Helfer und die hatten ihn ausgeschaltet. Im wahrsten Sinne des Wortes...ging es in Gedanken weiter. Nach den Schmerzen zu urteilen hatte er sich mindestens zwei Rippen gebrochen, wenn nicht noch mehr. Das Atmen fiel ihm schwer, dennoch gab er nicht auf. Er bewegte die Hände und versuchte die Fesseln zu lösen. Mit jeder Bewegung hätte er schreien können. Sein Rücken tat extrem weh, aber er konnte sich bewegen und somit ausschließen, dass er sich etwas Schlimmeres an der Wirbelsäule zugezogen hat. „Lass es lieber!“ riss ihn eine Stimme aus seinem Tun. Semir hielt inne. Er hatte nicht gehört, dass noch jemand in dem Raum war. Dann zuckte er zusammen weil sein Handy klingelte. Sein Bewachter war sofort zur Stelle und er spürte wie er durchsucht wurde. Dabei ging der Mann nicht gerade sanft mit ihm um. Wenig später fühlte er, wie der Mann sein Handy aus der Tasche zog und es gegen die Wand warf. „Damit sie uns nicht orten können...“ knurrte der Mann und Semir hörte wie er das Handy zertrat. Er schloss die Augen und versuchte sich zu konzentrieren. Mühsam drehte er sich auf die andere Seite um seinen Feind anzusehen. „Meurer...was soll das?“ fragte er stöhnend. Der Mann grinste ihn an. „Weißt du was...du solltest keine Fragen stellen...das kostet Kraft und die brauchst du noch...glaub mir...“ verhöhnte ihn der Mann. „Sei sollten aufgeben...“ stieß Semir aus. Er bekam kaum Luft. „Halt deine Klappe! Ach ja...du brauchst nicht anfangen zu schreien... dich hört hier niemand. Also erspar es dir und mir...“ lächelte der Mann und verließ mit siegessicheren Schritten den Raum. Semir sah sich in seinem Raum um allerdings konnte er nicht viel erkennen. Außer die Wand und das Bett auf dem er lag. Das Fenster war links von ihm und die Gardinen waren zugezogen, nur ein leichter Lichtschein drang hindurch. Es schien bereits dunkel zu werden. Wie spät war es wohl? Suchte man ihn schon? Semir schloss die Augen erneut. Er spürte Hunger und Durst.

    Moritz Paulsen kam gegen Mitternacht zurück. Ludwig Meurer saß vor dem Fernseher und lachte ihn an. „Die haben von uns berichtet. Die haben keine Spur...die Bullen tappen im Dunkeln..“ erklärte er. „Hast du unseren Gast versorgt?“ wollte Moritz wissen ohne auf das Gespräch einzugehen. „Wenn du meinst, dass ich ihn fesseln sollte...dann ja...“ bestätigte Meurer. „Hast du ihm was zu essen und trinken gegeben?“ harkte Moritz nach. „Nein... warum auch...“ grinste Ludwig. „Weil ich es will verdammt noch mal!“ fauchte Moritz wütend. „Du sagtest doch selbst, dass er eh krepiert...da ist das Essen viel zu schade für ihn..“ grinste Ludwig einfältig. „Du verdammter Idiot! Ich will wissen, was er gegen dich in der Hand hat und was er schon weiß! Kapierst du das nicht? Ich will genau wissen, was er weiß!“ schrie Moritz ihn an. Er drehte sich um und ging in den Raum, wo der Mann gefesselt auf dem Bett lag. Scheinbar schlief er. Moritz trat an das Bett und fühlte nach dem Puls des Gefangenen, der bei dieser Berührung zusammenzuckte. „Ich wollte Sie nicht erschrecken...es tut mir Leid, dass ich Sie hier festhalten muss, Herr Gerkan, aber es ist zu unserer Sicherheit.“ erklärte er fast schon mitleidig. „Wer sind Sie?“ fragte Gerkan nach. „Herr Gerkan...ich denke es ist besser, wenn Sie das nicht wissen. Ich möchte von Ihnen wissen, was Sie gegen Ludwig in der Hand haben...es ist sicher besser, wenn wir ein wenig Vertrauen aufbauen, finden Sie nicht. Das wäre sicher auch für Sie von Vorteil...“ schlug Moritz vor. „Ich wollte ihn lediglich befragen...“ kam von Gerkan. „Befragen? Warum?“ harkte Moritz nach. „Ich...er wurde gesehen...in dem Restaurant...wo...wo die ...Bombe hoch ging...und...deshalb...“ stieß sein Gefangener aus. Moritz sah, dass er große Schmerzen hatte. „Sie haben ihn im Verdacht die Bombe gelegt zu haben?“ wollte er wissen. „Nein...er...hat...er wurde gesehen...als er den...Blumenstrauß...brachte..“ brachte Gerkan mühsam heraus. Moritz stand wieder auf und wollte den Raum verlassen. „Bitte...lösen Sie die Fesseln...ich...ich...bekomme keine Luft..“ bat Gerkan leise flehend. „Werde ich gleich machen...woher kennt ihr Ludwig Meurer?“ wollte Moritz noch wissen. „Er...ist...ist...vorbestraft...“ stöhnte Gerkan. Moritz sah in die Richtung wo Ludwig war. Dieser Mistkerl hatte ihn angelogen. Dafür würde er noch büßen, doch zunächst musste er sich um Gerkan kümmern.

    Tanja Herzog fuhr zur PAST zurück. Sie hatte bereits unterwegs vergeblich versucht Semir zu erreichen. Er meldete sich nicht. „Wenn er Mistkerl wieder einen Alleingang macht, dann lernt er mich aber von einer Seite kennen, die er nicht bei mir vermutet..“ fluchte sie leise. Sie fuhr auf den Parkplatz und betrat wenig später die PAST. Vor der Sekretärin blieb sie stehen. „Hat sich Herr Gerkan schon gemeldet?“ wollte sie von ihr wissen. Bis jetzt nahm sie die Frau mit dem Kind auf dem Arm nicht wahr. „Was wollen Sie denn von meinem Mann?“ harkte sie nach. Tanja sah sie an. „Sie sind seine Frau?“ stieß sie fragend aus. „Wenn Sie Herrn Gerkan meinen, dann ja…“ gab die Brünette zurück. Tanja musterte sie. „Na…Geschmack hat er ja…ist das seine Tochter?“ ging es bei Tanja weiter. „Die jüngste…ja..die Große ist im Kindergarten…“ nickte die Frau. „Ich bin Tanja herzog….und ich nehme an Sie sind Andrea oder?“ lächelte Tanja und reichte der Frau die Hand. „Das ist richtig..Semir ist mein Mann…Sie kommen mir bekannt vor.. kann es sein, das wir uns kennen?“ harkte Andrea nach und griff nach der Hand. „Ähm…ja…vor ungefähr neun Jahren habe ich mit Semir…“ erklärte Tanja. „Genau…Sie haben mit meinem Mann eine Affäre gehabt…ich erinnere mich.“ Fauchte Andrea. „Eine Affäre? Damals waren Sie noch nicht verheiratet, sondern getrennt und ja..ich hatte mit Semir eine wundervolle Zeit…nur konnte er ja nicht die Finger von ihnen lassen. Ich habe ihn verloren, weil er Sie immer liebte und es wohl auch immer tun wird…“ gab Tanja zu verstehen. Andrea sah auf die Uhr. „Wo ist Semir überhaupt?“ wollte sie wissen. „Wir haben uns aufgeteilt um die Familie eines Verdächtigen zu überprüfen. Er in Köln und ich in Düsseldorf. Aber er hat sich bisher nicht mein mir gemeldet.“ erklärte Tanja. Andrea sah Susanne an. „Hast du was von ihm gehört?“ wollte sie wissen. „Nein…seit heute Morgen nicht mehr..“ gab auch sie bekannt. „Dann ist was passiert. Susanne… orte bitte den Wagen von ihm…wir müssen wissen wo er ist..!“ befahl Andrea. Tanja staunte nicht schlecht. „Hallo? Sie sind nicht in der Lage hier irgendwas zu befehlen….Sie sind Zivilistin..!“ empörte Tanja sich. Andrea lachte leise. „Nein..ich bin Semirs Frau und als solche habe ich auch Rechte. Susanne bitte!“ forderte sie ihre Freundin auf.

    Peter wachte bei Julia. Der Arzt war schon mehrmals bei ihr und hat die Werte überprüft. Jedes Mal hatte er freundlich gelächelt und die Frage ob alles in Ordnung sei abgenickt. „Wann wird sie wach? Wie sieht es aus mit ihrem Kopf?“ wollte er wissen. „Herr Baumgarten. Vor morgen können wir Ihnen nichts sagen. Warum gehen Sie nicht zu Ihrem Schwager und sprechen mit ihm? Das lenkt Sie ab. Sobald sich der Zustand Ihrer Frau ändert sagen wir es Ihnen…“ versprach der Arzt. Peter nickte. Er ging mit seiner Hand durch das Gesicht und bemerkte die Stoppeln. „Ich glaub ich könnte eine Dusche vertragen…“ lächelte er. „Ganz sicher… und eine Mütze voll Schlaf ist auch nicht verkehrt. Wissen Sie was…wir stellen Ihr Bett ins Zimmer von Herrn Jäger. Er freut sich über Gesellschaft..“ schlug der Arzt vor. Peter sah ihn an. „Ich denke es ist besser wenn ich hier schlafe… ich will sie nicht allein lassen…“ setzte Peter dagegen. „Herr Baumgarten…Ihre Frau spürt, dass Sie da sind, aber die Helligkeit reizt Sie und Sie finden nicht wirklich die Ruhe die Sie brauchen. Haben Sie Bedenken, dass Herr Jäger Sie nicht bei sich haben möchte? Weil Sie ausgerastet sind?“ harkte der Arzt nach. Peter schüttelte den Kopf. „Nein…wir haben uns ausgesprochen und er versteht mich..“ lächelte Peter. Doch er sah auch ein, dass der Arzt Recht hatte. Das Piepen der Geräte ließen ihn kaum schlafen. Jetzt waren es schon zwei Tage seit die Bombe explodiert war und Julia wachte nicht auf. „Also gut…ich werde zu ihm gehen…“ gab Peter klein bei. An der Tür drehte er sich erneut um „Sie wird aber wieder wach oder?“ fragte er besorgt. Der Arzt lächelte beruhigen und nickte. „So wie es aussieht ist es sehr gut. Die Chance steht bei 60 zu 40 für Ihre Frau. Also eine sehr gute Chance…wenn Sie ihr zeigen, dass Sie für sie da sind, dann bin ich mir sicher, wird es noch eine lange Ehe sein, die Sie beide führen werden..“ erklärte der Arzt langatmig. Peter ging zu Ben. Dieser sah auf als Peter eintrat. „Ist was mit Julia?“ fragte er sofort. „Nein…der Arzt hat mich hier her geschickt, damit ich mal Ruhe finde. Ich habe Angst sie allein zu lassen. Sie ist doch mein Ein und alles…“ kam leise von Peter. Ben stand auf und sah ihn fest an. „Sie wird es auch immer bleiben. Sie wird gesund werden…das weiß ich..das spüre ich. Und morgen werde ich entlassen und dann werde ich den Mistkerl finden, der uns das angetan hat. Das verspreche ich dir…“ schwor Ben.

    ja was ist der Semir doch clever...und ich bin sicher, dass den Arsch.....(du weißt schon) sicher die Berichte von Hartmut gefallen werden. Das gibt doch wieder ärger..das rieche ich...es riecht..ups..halt... das ist mein Essen... :D:D:D

    „So, das wird ein Junge...“, kam es schnippisch von Carla. Mit ihren großen Augen sah sie Ben an. „Ja, warum denn nicht? Semir hat zwei Töchter...und wenn wir dann einen Jungen kriegen, dann...“, dachte Ben nur weiter. Carla überlegte kurz und musste dann lachen. „Du willst den Kleinen dann mit Semirs Kleinster verkuppeln?“, fragte sie nur. „Warum denn nicht? Auseinander wären sie nur ein Jahr. Außerdem wären Semir und ich dann...“, doch als er diesen Gedanken weiterdachte, hielt er inne. „Nee...das geht nicht...dann wäre ich mit Semir ja verwandt.“, kam es nur von ihm. Wieder lachte Carla und sah dann zur Tür, als es klingelte. „Wenn man vom Teufel spricht...“, grinste Ben nur. „Ich wünsch dir einen schönen Tag, mein Herz...“ Carla umschlang ihren Mann mit den Armen und küsste ihn voller Leidenschaft. „Egal, was es wird...es wird eine wunderbare Mutter bekommen. Ich bin heute Abend pünktlich. Wann geht die Oper los?“, wollte Ben wissen, während er sich die Jacke überwarf. „Um acht...du solltest um sechs Uhr hier sein, damit du dich noch umziehen kannst. Um sieben müssen wir dann los.“, erklärte Carla nur. „Kein Problem mein Schatz...hab einen schönen Tag.“, liebkoste er sie und verschwand dann zur Tür hinaus, wo wirklich schon der BMW seines Partners auf ihn wartete. Semir lehnte lässig an der Motorhaube und sah zu Ben, der in seiner neuen Haustür stand. „Irgendwie passt das nicht zu dir.“, begrüßte Semir seinen Partner. „Ich finde, ich kann mich damit abfinden. Besonders mit solch einer Frau.“, erwiderte Ben grinsend. Er stieg in den BMW und fuhr mit Semir auf die Autobahn.

    Kyle hatte sich einen Wagen gemietet und fuhr zum Haus seiner Eltern. Es sah von draußen immer noch so aus, wie er es in Erinnerung hatte. Der grüne Zaun mit der dahinter wuchernden Hecke, alles war wie in seiner Kindheit. Doch da schien sein Stiefvater nicht mehr zu wohnen. Ein junger Mann, etwas älter als er selbst, kam aus dem Haus und stieg in einen BMW. Kurz darauf kam der Postbote und ging zum Briefkasten. Kyle stieg aus und fragte ihn, was mit dem Vormieter passiert sei. „Das tut mir Leid, ich bin erst seit drei Tagen auf dieser Route. Ich kann ihnen da nicht helfen.“, entgegnete dieser nur. Der junge Geiger nickte und stieg wieder ein. Jetzt blieb ihm nur der Laden übrig. Und der war sicherlich noch dort, wo er immer war. Kyle fuhr los und erreichte die Düsseldorfer Königsallee. Da war er...sein Stiefvater. Er stieg in einen kleinen Skoda und fuhr Richtung Autobahn. „Na warte...“, fauchte Kyle nur und legte den Gang wieder ein. Es war für ihn ungewohnt mit Gangschaltung zu fahren. So brauchte er einige Minuten, konnte aber den Wagen seines Zielobjektes im Blick behalten. Endlich hatte er den Wagen im Griff und folgte seinem Stiefvater auf die Autobahn. „Wo willst du hin, du alter Sack?“, fauchte Kyle nur und fuhr dichter auf. Er wollte das Gesicht des Mannes sehen, der vom Verschwinden seiner Mutter am Meisten profitierte. Auf die anderen Verkehrsteilnehmer nahm er kaum Rücksicht. Er wollte nur wissen, was mit seiner Mutter war.

    Ben saß auf seinem Sitz und blickte immer wieder zu Semir rüber. „Was ist? Hab ich was im Gesicht? Oder hast du ne Frage?“, fragte der Deutschtürke grinsend. „Sag mal, wie war Andrea eigentlich in der Schwangerschaft? Ich meine, hat sie da auch komische Sachen gegessen?“, fragte Ben. „Nicht wirklich....es sei denn, du findest Vanilleeis mit Würstchen anstatt Waffeln als komisch. So war es jedenfalls bei Ayda. Bei Layla hat sie dann richtig zugeschlagen. Da ging es dann von Rollmops mit Nutella über Kirschtorte mit Senf bis zu Windbeutel mit Sweat-Chilli-Soße.“, erklärte Semir. Ben sah erstaunt auf. „Na hoffentlich kommt Carla nicht auf den Trip.“, meinte er und zuckte zusammen, als ein dunkler Wagen knapp vor ihnen auf ihre Spur zog. „Hey, was soll das denn?“, stieß Semir aus und stieg in die Eisen. „Mein Wagen...verdammt. Das Aas kauf ich mir.“, knurrte er und schaltete die Lichtanlage ein. Doch irgendwie kamen sie dem dunklen Wagen nicht näher. „Was denn mit dir heute los? Du bist doch sonst so der Bleifuß.“, grinste Ben nur. „Der scheint den Wagen frisiert zu haben.“, fauchte Semir und wurde regelrecht wütend. „Semir! Gib Gas…der entkommt!“, kam von Ben. Semir sah ihn an. „Ich bin dabei!!“, schrie er. „Man…niemand entkommt mir!!“, hängte er an. Tatsächlich verringerte sich der Abstand zu dem Wagen. „Siehst du...niemand entkommt mir….“, lachte er.

    „So Herr Jäger…nun werden wir uns aber wieder hinlegen und uns ausruhen…“ lächelte die Krankenschwester ihn an, als sie das Zimmer von Julia betrat. Ben sah sie an. „sie haben mich gestern schon gelinkt oder?“ fragte er als er sie erkannte. „Sagen wir..ich habe Sie vor einer Dummheit gerettet?“ schlug sie vor. Ben lächelte. „Also gut…Peter….wenn sich etwas tut…rufst du mich dann?“ bat er seinen Schwager und stand auf. Peter nickte. Mit der Schwester ging Ben zur Tür. „Ben…“ rief Peter ihn noch einmal zurück. Ben sah ihn an. „Ich möchte mich bei dir entschuldigen. Es war dumm dir die Schuld zu geben…“ kam leise von ihm. „Schon gut…ich hätte es vermutlich genauso gemacht..“ lächelte Ben. „so aber nun hinlegen und schlafen. Dann können Sie morgen vielleicht offiziell nach Hause..“ ermahnte die Schwester. Ben sah auf das Namensschild. „Agathe…wie kann eine Schwester mit einem so hübschen Namen nur so grausam sein?“ lächelte er. Agathe sah ihn keck an. „Mein lieber Junge…ich bin sicher doppelt so alt wie du…und solche Sprüche ziehen bei mir überhaupt nicht…“ lachte sie leicht. Ben nickte. „Okay.. Mama…“ scherzte er. In seinem Zimmer wies Agathe nur auf das Bett. Ben legte sich brav hin. Erst jetzt spürte er wie ihn alles mitnahm. Er war wenige Augenblicke ganz ohne Agathes Hilfe eingeschlafen. Wenn er geahnt hätte in welcher Situation Semir gerade steckte wäre er sich sofort wieder aus dem Krankenhaus geflohen um seinen Freund und Partner zu helfen. Doch so…schlief er sich gesund und wurde auch von niemand gestört. Er gegen fünf am Nachmittag schlug er wieder die Augen auf und sah sich erstaunt um. Langsam richtete er sich auf. Die Übelkeit wurde weniger und er spürte auch keinen Schwindel mehr. „Oh auch schon wach..?“ meinte Agathe und sah ihn lächelnd an. „Kaffee und Kuchen…ich hoffe Sie mögen das..“ fragte sie. „Oh sehr gern. Sagen Sie…war mein Kollege Herr Gerkan schon da?“ wollte Ben wissen. „Nein..bisher war noch kein Besuch hier. Das heißt eine junge Dame war hier und hat sich nach Ihnen erkundigt, aber als sie sah, dass Sie schliefen ist sie wieder gegangen. Ich soll Ihnen schöne Grüße von Susanne ausrichten…“ gab Agathe von sich. „Danke….gibt es was Neues bei meiner Schwester?“ kam die nächste Frage von Ben. „Leider nein… sie liegt weiterhin im Tiefschlaf…“ Agathe sah ihn traurig an. „Ich werde sie heute in der Kapelle in meine Gebete einschließen…“ gab sie bekannt. Ben lächelte leicht. „Wenn Sie denken das es hilf…dann tun Sie es nur…ich habe mir das mit dem Herrn da oben schon lange verscherzt…“ sagte er leise. „Gott ist gnädig und wird Ihnen verzeihen.. Sie müssen es ihm nur sagen…“ erklärte Agathe. „Ich bin nicht so gläubig wie Sie, Schwester…aber ich danke Ihnen…“ ließ Ben von sich hören.

    Moritz stieg aus seinem Wagen aus und ging zu dem kleinen Gebüsch wo der Mann den er eben umgefahren hatte lag. „Wer ist das?“ wollte er von Ludwig wissen. „ein Bulle...er hat...er ist...von der Kripo. Der Kerl wollte mich verhaften..“ stieß Meurer immer noch atemlos aus. „Woher kennt er dich?“ harkte Moritz nach. „Keine Ahnung...ich...meine Akte...ich meine...es war nur ne Kleinigkeit...wirklich...ich schwöre. Was machen wir denn jetzt?“ harkte Ludwig ängstlich nach und sah auf Semir. „Pack ihn in den Wagen!“ befahl Moritz. „Lass ihn doch hier liegen. Der krepiert eh...“ schlug Ludwig vor. Moritz packte ihn am Kragen. „Tu was ich sage! Wenn er wirklich von den Bullen ist, dann werden die deine Schwester ausquetschen und dann können wir unseren Plan abschminken... also...rein mit ihm!“ fauchte Moritz. Ludwig nickte und packte Semir. Er schliff ihn zum Wagen und legte ihn auf die schmale Ladefläche. Anschließend stieg er in den Wagen und setzte sich auf den Beifahrersitz. Moritz stieg nun ebenfalls ein. Sein Blick ging auf den bewusstlosen Polizisten. „Du kannst froh sein, das Liane mich angerufen hat. Sonst wärst du nämlich bei ihm im Revier und musst Rede und Antwort stehen. Du wärest sogar im Knast gelandet, weil du ihn angegriffen hast. Ich sagte doch, du sollst kein Aufsehen erregen!“ fauchte Moritz und lenkte den Wagen in Richtung Stadtauswärts. Ludwig schwieg und sah immer wieder zum Polizisten, der sich nicht regte. „Ist er schwer verletzt?“ fragte er vorsichtig an. Moritz sah in den Rückspiegel. „Und wenn...ist auch egal. Er wird eh krepieren. Aber vorher wird er mir erzählen, was er weiß...“ versprach er. Er lenkte den Wagen in einen kleinen Feldweg direkt hinter Köln. Die Fahrt ging zunächst schweigend weiter. „Wenn wir gleich zuhause sind, wirst du mir sagen, woher die Bullen dich kennen. Und wehe du lügst mich an..“ drohte Moritz. Ludwig nickte nur. Die Fahrt dauerte noch eine gute halbe Stunde. Der Polizist gab ein leises Stöhnen ab. Sofort blickte Ludwig wieder zu ihm. „Er wird wach..“ gab er bekannt. Moritz hielt vor einem kleinen Haus und stieg aus und ging zum Laderaum. Dort öffnete er die Türen. Er zog den halb bewusstlosen Mann zu sich, schulterte Semir und brachte ihn ins Haus. In einem der hinteren Räume warf er den Mann auf ein altes Bett. Ludwig kam hinterher. „Such was damit wir ihn fesseln können!“ befahl Moritz. Nur wenig später war Ludwig mit einigen Seilen zurück. „Fessel ihn!“ befahl Moritz weiter. Meurer nickte und drehte den Polizisten auf den Bauch. Dann zerrte er ihm die Arme auf den Rücken und band sie fest. Auch die Beine wurden zusammen geschnürt. Moritz ging kurz raus und kam nach fünf Minuten wieder rein. „Ich muss für zwei Stunden weg. Du wirst hier auf ihn aufpassen und nicht mehr auf die Straße gehen ist das klar? Wenn er anfängt zu schreien dann knebele ihn!“ befahl er seinem Komplizen. Ludwig Meurer nickte. Er zog sich einen Stuhl heran und nahm sich ein Buch.

    ohoho....das hört sich nicht gut an..oder besser eigentlich doch....nach viel Ärger für Semir und Ben...schnell weiter...ich muss alles wissen...dieser Exfreund von Semir könnte ich....nee..sowas...eine linke Bazille.

    So extra für Elina, damit sie nciht ohne Lesestoff raus muss... :D:D

    Die Tür öffnete sich und vor Semir stand eine dürre Frau. Sie hatte blonde zerzauste Haare die sicher schon seit einigen Tagen keine Bürste mehr gesehen hatten. „Ja?“ fragte sie lallend. Die Alkoholfahne schlug ihm entgegen und Semir verzog das Gesicht. „Gerkan, Kripo Autobahn. Ich bin auf der Suche nach ihrem Bruder Ludwig Meurer...“ erklärte er. „Ach .... haben Sie den verloren? Macht dir nichts draus...ich auch...“ lachte die Frau. „Können Sie mir sagen wo er ist?“ harkte Semir geduldig nach. „Bekomme ich danach einen Schluck von dir, Süßer?“ lachte sie. Semir schüttelte den Kopf. Die Frau schien mehr in sich zu haben, als es gut ist. „Frau Winter...wissen Sie wo Ihr Bruder ist?“ harkte er nach und versuchte in die Wohnung zu sehen. Doch Liane Winter verbaute ihm die Sicht. „Er ist nicht hier!“ fauchte sie lallend. „Darf ich mich davon überzeugen?“ bat er. „Nein...hau ab!!“ fauchte sie zurück und stieß ihn gegen das Geländer. Auch dies ächzte bei dem plötzlichen Gewicht. Semir bekam Angst runter zu fallen. „Hey....beruhigen Sie sich doch...ich ...“ versuchte Semir als er ein Poltern in der Wohnung hörte. „Was war das?“ harkte er nach. „Meine Katze...die hat sicher nur das Fresschen geholt..“ wicht die Frau aus. Semir sah einen Schatten laufen. „Ist aber ne große Katze...“ stieß er aus. Er zog die Frau zur Seite und rannte in die Wohnung. Gerade flitzte ein Mann auf die Feuerleiter. „MEURER!! STEHENBLEIBEN!!“ schrie Semir und wollte hinterher. Doch nun kam wieder Liane Winter ins Spiel. „Hau ab! Verdammter dreckiger Bulle!!“ schrie sie. Nichts mehr von Betrunkenheit war zu spüren. Die Frau hatte es nur gespielt und hielt Semir nun an der Jacke fest, um ihren Bruder einen Vorsprung zu ermöglichen. Semir befreite sich mit einer wilden Bewegung und rannte durch das Treppenhaus auf die Straße. Gerade rechtzeitig um zu sehen, das Meurer über das Absperrgitter auf ein Baustelle rannte. Semir rannte hinterher. Er ahnte nicht, dass Liane in der Wohnung zum Telefon griff und ihren Dealer Moritz Paulsen anrief. Semir rannte auf den Zaun zu, übersprang ihn und ließ sich über den Boden abrollen. Schnell war er wieder auf den Beinen und nahm die Verfolgung auf. Meurer hatte den Vorteil sich hier auszukennen, doch das hielt Semir nicht ab. Semir hielt bereits seine Waffe in der Hand, aber gerade als er Meurer ins Visier nehmen wollte kam ein Gruppe von Schulkindern in seine Nähe. Semir ließ die Waffe wieder sinken und nahm die Verfolgung erneut auf.

    Semir sah Ludwig Meurer auf einen Weg hinter der Baustelle verschwinden und kürzte den Vorsprung des Mannes ab, indem er quer über die Baustelle rannte. Er ignorierte das Fluchen der Bauleute die ihn auf die Gefahren aufmerksam machten. Dann hatte er Meurer eingeholt. „Okay...Meurer...das war es...“ stieß er außer Atem aus und hielt Ludwig Meurer an der Jacke fest. Doch dieser befreite sich und stieß Semir in den vor ihm liegenden Müllhaufen. Sofort rappelte sich dieser wieder auf und rannte erneut hinter ihm her. „Bleib Stehen!“ warnte Semir und gab einen Warnschuss ab. Meurer sah ihn an und griff nach einer Holzlatte die vor ihm lag. Das Brett um seinen Kopf herum schwingend sah er Semir an. „Hau ab! Lass mich in Ruhe!! Ich bring dich um!!“ schrei er wütend. Semir tänzelte um ihn herum und machte sich auf den Angriff bereit. Dieser kam prompt. Ludwig Meurer holte mit dem Brett aus und erst jetzt sah Semir den großen Nagel der an der Seite herausschaute. Er duckte sich und versuchte den Arm abzufangen, schaffte es und schlug zu. Meurer gab nicht auf und ging wieder auf Angriff. Semir wusste nicht woher, doch plötzlich hatte der Mann ein Messer und setzte es gekonnt ein. Semir musste sich mehrmals ducken bevor er zum Gegenschlag ausholen konnte. Er fing die Messerhand ab und schlug das Handgelenk gegen sein Knie. Meurer schrie auf und ließ das Messer fallen. Gleichzeitig trat er um sich und traf Semir in die Seite. Nun war es an Semir aufzuschreien. Dennoch konnte er auf den Beinen bleiben. Er drehte Meurer den Arm auf den Rücken und drückte ihn hoch. Doch Meurer gab immer noch nicht auf und schlug mit der anderen Hand zu. Er traf Semir unglücklich auf die Nase. Dieser ließ ihn los und Meurer wollte erneut losrennen. Semir stellte ihm ein Bein. Meurer schrie auf und ging zu Boden. „So mein Freund...das hättest du auch leichter haben können. Ich verhafte dich wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt...“ stieß Semir wütend aus und packte Meurer an den Händen. Doch als er die Handschellen anlegen wollte hörte er einen aufheulenden Motor hinter sich. Schnell richtete er sich auf und drehte sich um. „HEY!!“ schrie er noch warnend dem Fahrer entgegen. Er wollte zur Seite springen, doch schon erfasste ihn die Schnauze des großen Wagens und schleuderte ihn durch die Luft. Semir spürte den Aufprall und auch wie er abhob. Es war nicht hoch, dennoch schlug er hart auf den Boden auf. Er sah in ein Gesicht, was ihm völlig unbekannt war und verschwand langsam in die Schwärze der Bewusstlosigkeit.

    das drehbuch kommt von actionconcept. wenn die es so wollen, dann ist es eben so. da kann RTL nichts machen.

    Das kannst du so nicht sehen.RTL ist Kunde von Action Conzept und wenn der Kunde das gleiche Produkt anders haben will muss der Lieferant dies irgendwie ermöglichen. Und das ist in dieser Branche scheinbar Rollen verändern oder erneuern. Die Drehbücher müssen dann entsprechend geschrieben werden.

    Ich finde es sehr bedauerlich, dass es so sein muss und kann nur zustimmen wenn Mell fragt.... warum muss Hotte unbedingt sterben? Geht das nicht wie die Rolle der Andrea? Hin und wieder einen Gastauftritt und schon ist die Welt in Ordnung? Warum muss man direkt so enden? Ich wäre dafür, dass Hotte, wenn er schon weg muss, in Rente geht und hin und wieder als Gast zu sehen ist...

    Nur wenig später saßen sie wieder im BMW. „Jetzt werden wir uns wohl doch teilen müssen..“ meinte Tanja. Semir nickte. „Scheint ganz so. Wenn wir jetzt einen besuchen und dann den Anderen ist Meurer gewarnt. Also müssen wir zeitgleich bei den Geschwistern auftauchen. Okay... du fährst nach Düsseldorf und besuchst den Bruder...ich übernehme die Schwester..“ schlug Semir vor. „Okay... dann fahren wir jetzt zur PAST und dort werde ich meinen Wagen nehmen. Du fährst zur Deutzer Freiheit 17 und ich zur Königsallee 3. Am besten rufe ich dich an, wenn ich vor der Tür stehe. Du brauchst ja nicht so lange bis du dort bist...und kannst vor der Tür auf meinen Anruf warten.“ schlug Tanja vor. Semir nickte. „Okay... auch wenn ich nicht verstehe was das soll aber gut.. du hast die Einsatzleitung..“ gab er zurück und konzentrierte sich auf den Verkehr. Als Tanja ausgestiegen war wendete er und fuhr nach Köln. Über die Deutzer Brücke ging es eine Stunde später auf die andere Seite von Köln. Er suchte die Adresse und schluckte als er sah in was für eine herunter gekommene Wohnsiedlung seine Suche endete. Der Anruf von Tanja kam kurz darauf und nun hieß es in dieses Haus zu gehen. Semir stieg vorsichtig die Treppe rauf die unter jedem Schritt ächzte. Er sah sich in einem langen Gang von denen die Wohnungen der Mieter abgingen. Nach Klingelschildern suchte er vergeblich, also klopfte er an der ersten Wohnung. Doch hier öffnete niemand. Semir machte sich an die nächste. Hier hatte er Glück und eine alte Frau öffnete. „Was?“ fauchte sie ihn an. „Gerkan, Kripo Autobahn...ich suche eine gewisse Liane Winter...“ stellte er sich vor. „Die Nutte wohnt in der vierten!“ erklang es und schon knallte die Tür zu. Semir zuckte mit den Schultern und stieg die Treppen bis zur vierten auf. Doch auch hier gab es keine Klingelschilder. Er musste das Spielchen erneut durchziehen. Tür für Tür ging er durch, bis er nur noch eine übrig hatte. Dahinter war laut Musik zu hören, also war wenigstens jemand zuhause. Er drückte den Klingelknopf und hielt ihn gedrückt bis die Musik hinter der Tür leiser gedreht wurde. „Ja. Doch....ich komm schon, verdammt noch mal..“ hörte er eine Frau fluchen.

    Tanja hingegen hatte mehr Glück. Der Bruder von Ludwig Meurer hatte ein eigenes Haus. Sie klingelte und erschrak als ein Hund bellte. „Guten Tag...Tanja Herzog... LKA..“ stellte sie sich vor als die Tür sich öffnete. „Polizei? Was kann ich für Sie tun? Ist was mit meiner Frau?“ harkte der Mann besorgt nach. „Nein...nein...das hoffe ich nicht. Ich komme wegen Herrn Ludwig Meurer....“ erklärte Tanja sofort. Der Mann musterte sie und öffnete die Tür vollständig. „Kommen Sie rein..“ bat er. „Danke...sehr freundlich..“ lächelte Tanja. Der Mann wies ihr den Weg. „Mein Bruder hat also wieder mal was angestellt?“ harkte er nach. Tanja sah ihn an. „Nun wir vermuten es. Sicher ist es noch nicht...Herr...?“ fragte sie nach. „Peter Meurer....tja...mein Bruder war schon immer ein Verlierer. In jeder Hinsicht. In der Schule war er der schlechteste Schüler...zuhause der schlechteste Sohn und nun....aber lassen wir das...“ meinte Meurer selbstgefällig. „Sie halten nicht viel von Ihrem Bruder?“ harkte Tanja nach. „Nein...seit er auf die schiefe Bahn geraten ist nicht. Er hat sogar sein Studium hingeschmissen. Wie bescheuert kann man sein so eine Chance in den Sand zu setzen. Drogen und Nutten waren ihm wichtiger als Bildung und Familie. Er hat nur Probleme gemacht. Was ist es diesmal?“ wollte Peter Meurer wissen. „Er steht unter Verdacht eine Bombe in ein Restaurant geschmuggelt zu haben Bei der Explosion gab es mehrere Verletzte und sogar einen Toten.“ erläuterte Tanja. „Mein Gott....so tief ist er gesunken....grausam....ich hoffe Sie finden ihn...“ stieß Peter aus. „Wann haben Sie ihren Bruder zum letzten Mal gesehen?“ wollte Tanja wissen. „Weiß gar nicht mehr genau...ist sicher schon sechs Jahre her. Das war bevor er ins Gefängnis gekommen war...“ gab Peter zurück. „Darf ich mich im Haus umsehen?“ bat Tanja. „Sie denken er hat sich hier versteckt? Frau Herzog... da kann ich Sie beruhigen...hier bei mir hat er Hausverbot. Ich habe Kinder und eine Frau...die sollen in Sicherheit leben. Aber gern...gehen wir durch das Haus... dann können Sie sich davon überzeugen. Ich habe nichts zu verbergen...“ lächelte Peter. Der Dobermann der die ganze Zeit an der Tür saß sah Tanja misstrauisch an. „Einen hübschen Haushund haben Sie da....“ gab sie zu. „Herkules ist ein Lamm...der tut niemanden etwas.“ lachte Peter und sah den Hund nur kurz an. Dieser zog den Schwanz ein und verschwand. „Eine gute Erziehung...“ lobte Tanja.

    Peter wachte erst am späten Nachmittag auf. Als er die Augen aufschlug erschrak er und setzte sich aufrecht hin. „Julia!!“ stieß er aus und sah sich erschrocken um. Seine Frau lag nicht weit von ihm. Die Maschinen piepten wie bisher. Peter ging zu ihr und griff ihre Hand. „Hallo mein Schatz…hast du keine Lust mich anzusehen?“ fragte er leise. Es kam keine Reaktion. Schon drei Tage lag Julia im Koma. Drei Tage wo er mit ihr sprach und versuchte sie zum Aufwachen zu bewegen. Doch Julia wollte nicht. Sie wachte einfach nicht auf. Dr. Hindenburg trat ins Zimmer. „Ah…Sie sind wieder wach. Haben Sie gut geschlafen?“ harkte er nach. Peter sah ihn an. „Dank Ihrer Hilfe…nehme ich an… Danke...ich glaub das war nötig. Wie geht es Ben?“ wollte Peter wissen. „Das wüsste ich auch gern. Er ist seit heute Morgen verschwunden. Ich vermute, dass es mit Ihrem Angriff auf ihm zu tun hat. Vermutlich hat er sich vorgenommen zu ermitteln. Ich kenne die Art von Patienten die von der Polizei sind. Sie denken immer sie wären Supermänner oder müssten sich zu solchen machen. Aber sie sind genauso verwundbar, wie wir alle.“ erklärte der Arzt. Peter nickte. „Ich war dumm..Ben kann doch gar nichts dafür… er hat die Bombe sicher nicht bestellt. Es war ein Fehler ihn deswegen so anzugehen...“ gab Peter leise zu verstehen. „Die Schläge wird er sicher nicht übel nehmen. Er gibt sich ja selbst die Schuld. Aber wenn Sie ihrer Frau etwas Gutes tun wollen, dann trennen Sie Bruder und Schwester nicht. Blut ist dicker als Wasser und die Bande zwischen den Beiden ist sehr stark.“ meinte Der Arzt nur. „sie glauben, dass Ben sie aus dem Koma holen kann?“ harkte Peter nach. „Die Möglichkeit besteht…immerhin ist es eine kleine Chance. Lassen Sie sie zu.“ bat Dr. Hindenburg. Peter nickte. „Ich werde es… wenn Ben zu ihr will, dann soll er kommen...“ lächelte Peter. Die Tür ging auf und eine Schwester kam rein. „Herr Jäger ist wieder da..“ verkündete sie. „Das trifft sich gut. Bringen Sie ihn bitte her…“ meinte Dr. Hindenburg nur. Die Schwester nickte. Nur wenig später kam sie mit Ben in den Raum. Peter stand auf und sah Ben an. Dieser sah betreten zu Boden. „Peter… ich … ich… weiß dass …“ Ben stockte. „Ben…komm her..!“ befahl Peter. Ben tat es. „Sieh sie dir an…sie ist wunderschön…nicht wahr..“ fing Peter an. Ben bemerkte die Tränen die in ihm aufstiegen. „Ich weiß…ich …ich habe ihr den Tod gebracht.. Peter… ich kann nicht mehr sagen, als das es mir Leid tut… ich würde alles rückgängig machen, wenn ich es könnte…aber ich kann es nicht..mir sind die Hände gebunden…ich. .. ich fühle mich hilflos..“ weinte Ben hemmungslos. Peter nahm ihn und drückte ihn an sich. „Ich weiß Ben… ich weiß…Lass uns gemeinsam für sie da sein… sie braucht dich genau wie sie mich braucht…“ kam mitfühlend von ihm.

    Für Semir und Tanja ging es mit der Ermittlung weiter. Sie wollten Ludwig Meurer besuchen. „Cobra 11 für Zentrale...“ sagte Tanja ins Mikro. „Zentrale hört!“ kam zurück. „Hier ist Tanja Herzog. Ich benötige die Meldeadresse von Ludwig Meurer..“ erklärte Tanja weiter. „Herr Meurer hat keinen gemeldeten Wohnsitz.“ war die Antwort von Susanne. Semir nahm Tanja das Mikro aus der Hand. „Susanne...kannst du mal schauen ob er Verwandte hat oder jemanden der uns sagen kann wo wir ihn finden?“ bat er. „Schon passiert. Wir konnten lediglich einen Dozenten an der Uni wo er Medizin studierte ausfindig machen...“ gab Susanne durch. „Ah...und wo finden wir ihn genau?“ wollte Semir nun wissen. „An der Uni Köln...Professor Dr. Heinz Stollberg...heißt der Mann...“ war als Antwort zu hören. „Danke Susanne...gute Arbeit...“ lobte Semir die Sekretärin und reichte das Mikro zurück. Tanja sah ihn skeptisch an. „Was? Sie hat wirklich gute Arbeit geleistet...“ grinste er sie an. „Du warst früher nicht so mit Loben beschäftigt...“ erinnerte sie ihn. „Das war damals...ich habe dazu gelernt...“ gab Semir zurück. „Oh...seit wann können Esel lernen?“ stichelte Tanja ihn. Semir sah sie wütend an. „Wenn der Professor einen Draht zu Meurer hat, dann könnte er uns sicher was über ihn erzählen. Auch wenn ich bezweifle, dass der Lehrer zu seinem Schüler ein inniges Verhältnis hat..“ murmelte er um vom Thema abzulenken. „Nun...einen Versuch ist es wert..“ gab Tanja zu verstehen. Semir fuhr zur Uni Köln. Es dauerte nicht lange bis sie den Professor gefunden hatten. „Ludwig Meurer...ja, ja...das ist einer meiner Studenten...leider...“ erklärte der Gelehrte als Semir ihm danach fragte. „Das hört sich jetzt nicht so an, als mögen Sie ihn...“ lächelte Semir. „Nun ja...es gibt Studenten die was tun und welche die es nicht tun, sondern dem Staat einfach auf der Tasche liegen. Zu der letzten Gruppe gehört Meurer...“ stöhnte der Professor. „Sie wissen nicht zufällig wo wir Herrn Meurer finden können?`“ harkte Semir nach. „Wir haben keinen so engen Kontakt zu unseren Studenten aber ich weiß dass er Geschwister hat, bei denen er wohnen soll. Einmal einen Bruder in Düsseldorf und eine Schwester in Köln... die Adressen habe ich sicher im Büro...“ gab der Professor bekannt. „Dann geben Sie uns doch bitte die Adressen...“ bat Tanja Herzog.

    „Ist das nicht toll…die sind kaum ein Jahr verheiratet und bekommen schon ein Baby…ist das ein Wahnsinn.“, meinte Andrea und sah Semir an. „Ja…Wahnsinn. Ich versteh nur nicht wie Ben so ruhig bleiben kann. Weißt du noch, als ich erfahren habe, dass du schwanger bist?“, wollte er wissen. „Oh ja….als wäre es gestern gewesen.“, lachte Andrea. „Na komm so schlimm war ich nicht. Ich war besorgt…..ja…da kannst du skeptisch gucken… ich war nur besorgt…“, beteuerte er. „Ja sicher…Semir…ich konnte nichts mehr tun. Ich durfte nicht mehr Staubsaugen, keine Päckchen zur Post tragen..die Wäsche machen, nicht abwaschen…..nicht einkaufen…ich war wie eine Gefangene…“, lachte Andrea. „Hey…es ist bekannt, dass die Frauen in der Schwangerschaft nichts schweres heben darf….“, erklärte Semir und beugte sich schnell zu Andrea um sie zu küssen. „Wo steht das? Im Buch „Wenn ich Vater werde...?““, lachte Andrea. „Nein…in meinem Herzen…“, gab Semir zu. „Du bist ein wundervoller Mann…mein türkischer Hengst…“, lachte Andrea nur. „Weißt du was…Ayda ist jetzt sechs, Layla wird bald eins….wie wäre es jetzt mit einem kleinen Semir?“, wollte er wissen. Andrea stutzte und sah ihn an. „Du willst noch ein Kind?“, harkte sie nach. „Ja…sieh mal…ich bin so ziemlich wehrlos, wenn meine drei Frauen mich zuhause einnehmen..ich könnte Verstärkung gebrauchen…“, kam leise von ihm. Andrea zog ihn an sich heran. „Du liebst deine Rolle als Hahn im Korb doch… sieh es doch mal von der positiven Seite… du bist der einzige türkische Mann, der in Deutschland sein Harem ohne Strafe führt…“, gurrte Andrea. Semir sah sie an. „Das ist natürlich auch noch eine Überlegung wert….aber dennoch wäre es schön, wenn ein kleiner Semir da wäre…“, wiederholte er und strich Andrea über den Bauch. „Na mal sehen….aber nicht heute…“, schlug sie nun vor. „Wir könnten aber wenigstens üben…“, schlug er nun vor. Andrea küsste ihn. „Dagegen spricht nichts…“, gab sie zu.

    Kyle stand am Flughafen und wartete auf seinen Flug nach Deutschland. Er wollte seinen Stiefvater zur Rede stellen. Er wollte von ihm wissen was mit seiner Mutter passiert ist und dazu wollte er seinem Stiefvater Aug in Aug gegenüber stehen und ihn damit konfrontieren. Der Aufruf zu seinem Flug ertönte und Kyle ging zum entsprechenden Gate um einzuchecken. Sein Flug würde über zehn Stunden dauern. Dann waren die Schwierigkeiten aber noch nicht vorbei. Zuerst musste er eine Wohnung finden und dann konnte er sich sein Vorgehen gut überdenken. Er passierte mit seiner Tasche und seiner Violine die Sicherheitszone und saß dann auf seinem Platz im Flugzeug. „So, jetzt komme ich Mum und werde dich finden. Oder ich bringe ihn um.“, fauchte Kyle nur und sah aus dem Fenster. Das mitternächtliche New York wurde kleiner und kleiner und schon nach wenigen Minuten hatte er die Wolkendecke unter sich. Kyle spürte, wie die Müdigkeit ihn übermannte und schon im nächsten Moment war er eingeschlafen. Es wurde ein unruhiger Schlaf. In Träumen sah er das alte Wohnzimmer seiner Eltern vor sich. Er schien auf dem Teppich zu liegen und sah seine Mutter, wie sie mit jemanden zu streiten schien. Plötzlich fiel sie auf den Boden und Blut lief ihr aus dem Kopf. Kyle wollte schreien, aber er konnte nicht. Dann hörte er Schritte, doch ehe sich jemand zeigte, ruckelte es plötzlich und Kyle schreckte hoch. „Holy Crap...“, fauchte er nur und dreht sich in seinem Sitz wieder rum und schloss die Augen, doch der Traum von eben war verflogen. Es wurde ein traumloser Schlaf, ehe dann das Flugzeug alsbald auf dem Rollfeld vom Köln/Bonner Flughafen landete. Kyle packte seinen Violinenkoffer und seinen großen Seesack mit seinen Klamotten und verließ nach dem Auschecken das Terminal. Ein leichter Nebel hing über dem Vorplatz, als Kyle Thaelmann in ein Taxi stieg und davonfuhr.

    Ben hob leicht den Kopf. Verschlafen sah er mit seinen Augen umher und entdeckte seine Frau noch schlafend neben sich im Bett. Das lange Haar fiel ihr leicht ins Gesicht. Lächelnd strich er ihr leicht die Strähnen zurück und fuhr mit der Hand sachte über die leicht zu groß scheinende Pyjamajacke bis zum Bauch hinunter. Da stoppte er. Hier wuchs also das Produkt ihrer gemeinsamen Liebe heran. Ben sah mit seinen großen Augen auf den sich immer wieder hebenden und senkenden Körper seiner Frau. Langsam fiel die Sonne durch die großen Fenster ins Schlafzimmer. Ben blickte auf den wunderschönen Garten und auf die kleine Ecke, wo er den Baum gestern gepflanzt hatte. Was war das für ein Fest, dachte er nur und wie überrascht alle waren, als sie verkündeten, dass Carla schwanger war. „Ben...“, kam es leise und verschlafen nach einem kurzen Seufzer von seiner Frau. „Guten Morgen Frau Jäger...“, lächelte er sie an und küsste sie leidenschaftlich. „Guten Morg...“, sie stockte und sprang aus dem Bett, rannte ins angrenzende Bad und warf die Tür ins Schloss. Einige Sekunden später hörte Ben nur ein kurzes, aber heftiges Würgen. „Oh man...ich mach mal lieber Kaffee...“, murmelte er und schwang sich aus dem Bett. Er streckte seinen nackten Oberkörper und sah an sich hinunter. Zu Carlas Pyjamajacke trug er die passende Hose. „Schatz, geht’s dir gut?“, fragte er durch die Tür, als das Husten und Würgen nachgelassen hatte. „Ja...ja...es geht schon...machst du uns Frühstück? Ich komme auch gleich.“, hörte er Carla rufen. Besorgt lauschte Ben noch einen Moment an der Tür, ging dann aber die Treppe runter und in die Küche. Neun lange Monate standen ihm bevor.